Die kurze Antwort
Myo-Inositol beugt bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko wahrscheinlich einem Schwangerschaftsdiabetes vor, und auch Frühgeburt und Bluthochdruck werden wahrscheinlich seltener, doch die neueste große Auswertung bestätigt das nicht. Bei PCOS und Kinderwunsch ist fast jede Wirkung unklar, die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung fand meist keinen gesicherten Effekt. Beim Abnehmen ist der Nutzen unklar. Bei Depression spricht die Studienlage dagegen.
In Foren zum polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) wird Inositol fast wie ein Geheimtipp gehandelt: als sanfte Alternative zur Tablette, als Hilfe bei Kinderwunsch, als Schutz vor dem Schwangerschaftsdiabetes, dazu als Helfer beim Abnehmen und für die Psyche. Studien dazu gibt es reichlich. Doch beim genauen Hinsehen schrumpft dieser Berg an Belegen erstaunlich stark.
Denn viele Studien sind klein, stammen von wenigen italienischen Arbeitsgruppen oder verglichen offen mit Folsäure statt mit einem Scheinpräparat. Mehrere viel zitierte Arbeiten sind zurückgezogen. Am Ende bleibt ein einziges Feld mit ernst zu nehmenden Hinweisen, die Schwangerschaft, und selbst dort steht das Ergebnis auf wackligerem Boden, als es zunächst scheint.
Was ist Inositol, und wie wirkt es im Körper?
Inositol ist ein zuckerähnlicher Stoff, den der Körper selbst herstellt, allerdings nur zum Teil. Den Rest liefert die Nahrung, vor allem Obst, Bohnen, Getreide und Nüsse.12 Von neun chemischen Varianten spielen zwei im Körper eine größere Rolle: Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol. Ist ohne Zusatz von Inositol die Rede, ist fast immer Myo-Inositol gemeint.
Im Körper arbeitet Inositol in der Signalkette mit, über die Hormone wie das Insulin ihre Nachricht ins Innere der Zellen tragen.1 Daraus speist sich die große Hoffnung. Denn bei PCOS sprechen die Zellen häufig schlecht auf Insulin an,3 und zusätzliches Inositol könnte diese Signalkette stützen. Das ist plausibel, aber nur eine Idee. Ob daraus weniger Beschwerden oder mehr Schwangerschaften werden, müssen Studien zeigen.
Oft wird Inositol als Vitamin B8 verkauft. Das ist irreführend, denn Inositol kann der Körper selbst bilden, ein Vitamin nicht. D-Pinitol, das in einige Stoffwechselstudien hineingerechnet wurde,4 und die Phytinsäure aus Pflanzen sind eigene Stoffe. Und die beliebte Mischung aus Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol ist schlechter untersucht, als die Werbung vermuten lässt.
Inositol-Wirkung: Wofür ist Inositol gut?
Nach heutiger Studienlage beugt Myo-Inositol wahrscheinlich nur in der Schwangerschaft etwas vor, nämlich Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburten und Bluthochdruck bei Frauen mit erhöhtem Risiko. Für PCOS, Kinderwunsch, Abnehmen und Blutzucker bleibt die Wirkung fast durchweg unklar. Bei Depression spricht die Studienlage sogar dagegen.
Erfasst haben wir 63 mögliche Wirkungen und 9 Sicherheitsfragen. Die meisten bleiben unklar. Jede Zeile der Übersicht lässt sich anklicken und zeigt, worauf die Einordnung beruht.
Seltener Schwangerschaftsdiabeteswahrscheinlich9 Studien (Quotah 2024, Teilauswertung Inositol, 7 davon Myo-Inositol allein); 12 Studien, 4.765 Pers. (Poyatos-León 2026)Risikodifferenz −0,19, sehr uneinheitlich, I² 92 %
Schwangere ohne vorbestehenden Diabetes, meist mit Risikofaktoren (Übergewicht, familiäre Belastung); Myo-Inositol 2 × 2 g täglich ab dem ersten Drittel, meist mit Folsäure; niedrig dosierte Mischung mit D-Chiro-Inositol siehe eigene Zeile
Ergebnisse: Risikodifferenz −0,19 (95 % KI −0,33 bis −0,06), sehr uneinheitlich, I² 92 % (Quotah 2024); 44 % seltener als mit Placebo oder Standardversorgung (Poyatos-León 2026); OR 0,40 (0,24 bis 0,67), 7 Studien, 1.319 Frauen (Li & Shi 2024); RR 0,53 (0,31 bis 0,90), 6 Studien, 1.140 Frauen, Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig (Cochrane 2023); 4 g Myo-Inositol RR 0,30 (0,18 bis 0,49) (Wei 2022); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Schwangere mit erhöhtem Risiko, die ab dem ersten Drittel täglich 4 g Myo-Inositol einnehmen, bekommen wahrscheinlich seltener einen Schwangerschaftsdiabetes; das zeigen die Meta-Analysen übereinstimmend, auch die neueste mit zwölf Studien. Die Studien sind allerdings klein, fast alle stammen aus Italien, und die meisten verglichen offen mit Folsäure allein, ohne Scheinpräparat; die Cochrane-Auswertung stuft die Vertrauenswürdigkeit deshalb nur als niedrig bis sehr niedrig ein. Eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS (van der Wel 2025) fand beim Sammelendpunkt aus Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie und Frühgeburt keinen Unterschied. 33, 32, 38, 37, 31, 34, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 36, 35, 105, 106, 107, 108, 109, 110
Seltener Frühgeburtwahrscheinlich7 Studien, 1.319 Pers. (Li & Shi 2024); in der neuesten Auswertung mit 12 Studien kein Unterschied (Poyatos-León 2026)OR 0,35
Schwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositol meist 2 × 2 g täglich, Vergleich meist Folsäure allein
Ergebnisse: OR 0,35 (95 % KI 0,18 bis 0,69) (Li & Shi 2024); RR 0,35 (0,17 bis 0,70), 4 Studien, 829 Kinder (Cochrane 2023); RR 0,44 (0,22 bis 0,88) (Greff 2023); OR 0,41 (0,23 bis 0,73), 8 Studien (Liu 2022); kein signifikanter Unterschied in der neuesten Meta-Analyse (Poyatos-León 2026); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Myo-Inositol senkt bei Schwangeren mit erhöhtem Diabetesrisiko wahrscheinlich das Risiko einer Frühgeburt: Fast alle Meta-Analysen, auch die maßgebliche mit sieben Studien (Li & Shi 2024), finden deutlich weniger Frühgeburten. Sie beruhen aber auf denselben wenigen, meist offenen italienischen Studien mit Folsäure als Vergleich. Die neueste und größte Auswertung mit zwölf Studien (Poyatos-León 2026) fand keinen gesicherten Unterschied, ebenso eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS. 37, 32, 31, 38, 95, 99, 115, 102, 36
Seltener Bluthochdruck oder Präeklampsie in der Schwangerschaftwahrscheinlich7 Studien, 1.319 Pers. (Li & Shi 2024); in der neuesten Auswertung mit 12 Studien kein Unterschied (Poyatos-León 2026)OR 0,37
Schwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositol meist 2 × 2 g täglich, Vergleich meist Folsäure allein
Ergebnisse: OR 0,37 (95 % KI 0,18 bis 0,75) (Li & Shi 2024); Bluthochdruck-Erkrankungen der Schwangerschaft RR 0,34 (0,19 bis 0,61), 5 Studien, 1.052 Frauen (Cochrane 2023); Präeklampsie oder Schwangerschaftshochdruck RR 0,38 (0,20 bis 0,71) (Greff 2023); kein signifikanter Unterschied (Poyatos-León 2026); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Myo-Inositol senkt bei Schwangeren mit erhöhtem Diabetesrisiko wahrscheinlich das Risiko für Schwangerschaftshochdruck oder Präeklampsie: Die maßgebliche Meta-Analyse (Li & Shi 2024) und die Cochrane-Auswertung finden etwa ein Drittel so viele Fälle. Grundlage sind aber wenige kleine, meist offene italienische Studien mit niedriger Vertrauenswürdigkeit. Die neueste Auswertung mit zwölf Studien (Poyatos-León 2026) sah keinen gesicherten Unterschied, ebenso eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS. 37, 32, 31, 38, 115, 36
Regelmäßigere Monatsblutung bei PCOSunklar1 Studie mit Myo-Inositol allein, 85 Pers. gegen Placebo (Greff 2023, Volltext); Pundir 2018: 10 Studien, 601 Pers. insgesamt (Myo- und D-Chiro-Inositol)Zyklusnormalisierung RR 1,79 gegenüber Placebo, 2 Studien, 118 Pers., eine davon mit …
Frauen mit PCOS und unregelmäßigem oder ausbleibendem Zyklus; Myo-Inositol meist 2 bis 4 g täglich, oft mit Folsäure; D-Chiro-Inositol und Mischungen zählen hier nicht
Ergebnisse: Zyklusnormalisierung RR 1,79 (95 % KI 1,13 bis 2,85) gegenüber Placebo, 2 Studien, 118 Pers., eine davon mit Mischung (Greff 2023, Volltext); häufigere Monatsblutungen RR 6,8 (2,8 bis 16,6) gegenüber Placebo (Pundir 2018); zusätzlich zu Metformin regelmäßigerer Zyklus RR 1,56 (1,01 bis 2,41), ohne Scheinpräparat (Kelly 2025); unregelmäßige Blutungen seltener, RR 0,78 (0,68 bis 0,89) (Zia 2026); gegenüber Metformin kein Unterschied, OR 1,85 (0,68 bis 5,01), 3 Studien (Fitz 2024, Volltext)
Ob Myo-Inositol die Monatsblutung bei PCOS regelmäßiger macht, ist unklar. Mehrere Auswertungen berichten einen Vorteil, doch für Myo-Inositol allein gibt es gegen Placebo nur eine einzige Studie mit 85 Frauen, und eine größere Auswertung schließt eine 2023 zurückgezogene Studie ein. In der vertrauensgeprüften Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) schnitt Myo-Inositol beim Zyklus ähnlich ab wie Metformin; einen eigenen Placebovergleich gab es dort nicht. 11, 12, 81, 15, 3, 82
Häufigerer Eisprung bei PCOSunklarwidersprüchlich2 Studien, 142 Pers. mit Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure (Fitz 2024, vertrauensgeprüft); Pundir 2018: 10 Studien, 601 Pers. insgesamtMyo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure kein Unterschied, 2 Studien
Frauen mit PCOS ohne regelmäßigen Eisprung; Myo-Inositol allein, auch mit Folsäure in beiden Gruppen; D-Chiro-Inositol und die Mischung 40:1 haben eigene Zeilen
Ergebnisse: Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure kein Unterschied, 2 Studien (Fitz 2024, Volltext); Eisprungrate RR 2,3 (95 % KI 1,1 bis 4,7; I² = 75 %) gegenüber Placebo, Myo- und D-Chiro-Inositol gemischt (Pundir 2018); Dachauswertung RR 2,75 (1,71 bis 4,41) gegenüber Placebo oder Folsäure (Duan 2026); Einzelstudien: Costantino 2009 (42 Frauen) mehr Eisprünge, Pourghasem 2019 (100 Frauen) kein Unterschied, Gerli 2003 positiv, aber mit Vorbehalt der Zeitschrift; gegenüber Metformin kein Unterschied, OR 1,28 (0,59 bis 2,77) (Fitz 2024)
Ob Myo-Inositol bei PCOS häufiger zu einem Eisprung führt, ist widersprüchlich und damit unklar. Ältere Auswertungen finden mehr Eisprünge als unter Placebo, die Einzelstudien streuen aber stark, und eine der größten positiven Studien steht inzwischen unter einem Vorbehalt der Zeitschrift. In der vertrauensgeprüften Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) machte Myo-Inositol mit Folsäure gegenüber Folsäure allein keinen Unterschied. 3, 12, 21, 83, 13, 14, 9
Höhere Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung (IVF/ICSI)unklar17 Studien (Sene 2025; Teilnehmerzahl nicht im Abstract); vertrauensgeprüft: 5 Studien, 747 Pers. (Fitz 2024, Volltext)klinische Schwangerschaft RR 1,64 mit MI/DCI
überwiegend Frauen mit PCOS, MI (meist 4 g + Folsäure) vor und während der Stimulation; einzelne Auswertungen auch ohne PCOS (Zheng 2017, Pivazyan 2025)
Ergebnisse: klinische Schwangerschaft RR 1,64 (95 % KI 1,25 bis 2,15) mit MI/DCI (Sene 2025); MI+Folsäure gegen Folsäure OR 1,24 (0,90 bis 1,73), nicht signifikant (Fitz 2024, Volltext); OR 1,27 (0,87 bis 1,85), 4 RCTs, 535 Frauen (Showell 2018); RR 1,16 (0,87 bis 1,53) (Bhide 2019); RR 1,37 (0,79 bis 2,38) gegen keine Behandlung (Unanyan 2022); OR 1,28 (0,87 bis 1,89), 8 RCTs, 1.019 Frauen (Mendoza 2017); RR 1,41 (0,88 bis 2,25), Frauen mit und ohne PCOS (Pivazyan 2025); positiv in Zheng 2017 (KI 1,04 bis 1,96)
Für die Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung sind die Ergebnisse widersprüchlich und damit unklar. Die meisten Auswertungen, darunter die Cochrane-Übersicht und die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024), fanden keinen gesicherten Vorteil; die positiven Meta-Analysen verglichen meist offen ohne Placebo und schließen eine inzwischen zurückgezogene Studie ein. Eine Arbeit, die nur placebokontrollierte Studien zu Nahrungsergänzungen bei unerfülltem Kinderwunsch auswertete, fand keinen Effekt. 23, 3, 20, 22, 85, 86, 87, 24, 27, 25
Körpergewicht bzw. BMI senkenunklar15 Studien (Zarezadeh 2022); 10 Studien (Delavar 2025)BMI −0,41 kg/m²
Erwachsene mit Übergewicht oder Stoffwechselstörungen; in den Meta-Analysen überwiegend PCOS-Studien
Ergebnisse: BMI −0,41 kg/m² (95 % KI −0,78 bis −0,04; 15 Studien, davon 10 bei PCOS; Zarezadeh 2022); BMI −0,57 kg/m² (−1,10 bis −0,03; 10 RCTs), niedrige Vertrauenswürdigkeit, Teilgruppe Übergewicht/metabolisches Syndrom/Fettleber −0,88 (6 RCTs), Studien mit geringem Verzerrungsrisiko +0,33 (−0,13 bis 0,79), nicht signifikant; Taillenumfang −2,36 cm (5 RCTs, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit) (Delavar 2025); kein BMI-Unterschied in 20 RCTs (Miñambres 2019)
Ob Inositol beim Abnehmen hilft, ist unklar. Zwei Meta-Analysen fanden im Mittel etwa einen halben BMI-Punkt weniger, bei 1,70 m Körpergröße rund 1,5 kg; die meisten Studien hatten aber Frauen mit PCOS, und die methodisch besseren zeigten keinen Unterschied. Eine dritte Meta-Analyse und zwei Placebo-Studien bei metabolischem Syndrom und Fettleber fanden beim BMI keinen gesicherten Vorteil. 50, 4, 51, 52
Depressive Beschwerden lindernspricht dagegen7 Placebo-RCTs, 242 Pers. (Mukai 2014)Kein signifikanter Effekt auf depressive Symptome
Erwachsene mit diagnostizierter Depression (unipolar, bipolar, PMDD gemischt), Myo-Inositol meist 12 bis 18 g/Tag, allein oder zusätzlich zu Antidepressiva
Ergebnisse: Kein signifikanter Effekt auf depressive Symptome; Ansprechrate nur tendenziell höher (p = 0,06; Mukai 2014). Cochrane 2004: 4 Studien, 141 Pers., kein klarer Nutzen. WFSBP/CANMAT-Leitlinie 2022: Inositol für Depression nicht empfohlen (–).
Die Studienlage spricht dagegen, dass hochdosiertes Inositol depressive Beschwerden lindert. In der maßgeblichen Meta-Analyse kleiner Placebo-Studien (Mukai 2014) besserten sich die Beschwerden nicht messbar stärker als mit Placebo, und als Zusatz zu Antidepressiva brachte Inositol in zwei Studien keinen Vorteil. Eine internationale Fachleitlinie rät von Inositol bei Depression ab. 57, 129, 59, 130, 131, 132, 58, 133
Alle 63 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Inositol in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
PCOS, Zyklus & Fruchtbarkeit 19
18 unklar · 1 nicht untersucht
Regelmäßigere Monatsblutung bei PCOSunklar1 Studie mit Myo-Inositol allein, 85 Pers. gegen Placebo (Greff 2023, Volltext); Pundir 2018: 10 Studien, 601 Pers. insgesamt (Myo- und D-Chiro-Inositol)Zyklusnormalisierung RR 1,79 gegenüber Placebo, 2 Studien, 118 Pers., eine davon mit …
Frauen mit PCOS und unregelmäßigem oder ausbleibendem Zyklus; Myo-Inositol meist 2 bis 4 g täglich, oft mit Folsäure; D-Chiro-Inositol und Mischungen zählen hier nicht
Ergebnisse: Zyklusnormalisierung RR 1,79 (95 % KI 1,13 bis 2,85) gegenüber Placebo, 2 Studien, 118 Pers., eine davon mit Mischung (Greff 2023, Volltext); häufigere Monatsblutungen RR 6,8 (2,8 bis 16,6) gegenüber Placebo (Pundir 2018); zusätzlich zu Metformin regelmäßigerer Zyklus RR 1,56 (1,01 bis 2,41), ohne Scheinpräparat (Kelly 2025); unregelmäßige Blutungen seltener, RR 0,78 (0,68 bis 0,89) (Zia 2026); gegenüber Metformin kein Unterschied, OR 1,85 (0,68 bis 5,01), 3 Studien (Fitz 2024, Volltext)
Ob Myo-Inositol die Monatsblutung bei PCOS regelmäßiger macht, ist unklar. Mehrere Auswertungen berichten einen Vorteil, doch für Myo-Inositol allein gibt es gegen Placebo nur eine einzige Studie mit 85 Frauen, und eine größere Auswertung schließt eine 2023 zurückgezogene Studie ein. In der vertrauensgeprüften Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) schnitt Myo-Inositol beim Zyklus ähnlich ab wie Metformin; einen eigenen Placebovergleich gab es dort nicht. 11, 12, 81, 15, 3, 82
Häufigerer Eisprung bei PCOSunklarwidersprüchlich2 Studien, 142 Pers. mit Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure (Fitz 2024, vertrauensgeprüft); Pundir 2018: 10 Studien, 601 Pers. insgesamtMyo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure kein Unterschied, 2 Studien
Frauen mit PCOS ohne regelmäßigen Eisprung; Myo-Inositol allein, auch mit Folsäure in beiden Gruppen; D-Chiro-Inositol und die Mischung 40:1 haben eigene Zeilen
Ergebnisse: Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure kein Unterschied, 2 Studien (Fitz 2024, Volltext); Eisprungrate RR 2,3 (95 % KI 1,1 bis 4,7; I² = 75 %) gegenüber Placebo, Myo- und D-Chiro-Inositol gemischt (Pundir 2018); Dachauswertung RR 2,75 (1,71 bis 4,41) gegenüber Placebo oder Folsäure (Duan 2026); Einzelstudien: Costantino 2009 (42 Frauen) mehr Eisprünge, Pourghasem 2019 (100 Frauen) kein Unterschied, Gerli 2003 positiv, aber mit Vorbehalt der Zeitschrift; gegenüber Metformin kein Unterschied, OR 1,28 (0,59 bis 2,77) (Fitz 2024)
Ob Myo-Inositol bei PCOS häufiger zu einem Eisprung führt, ist widersprüchlich und damit unklar. Ältere Auswertungen finden mehr Eisprünge als unter Placebo, die Einzelstudien streuen aber stark, und eine der größten positiven Studien steht inzwischen unter einem Vorbehalt der Zeitschrift. In der vertrauensgeprüften Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) machte Myo-Inositol mit Folsäure gegenüber Folsäure allein keinen Unterschied. 3, 12, 21, 83, 13, 14, 9
Häufigerer Eisprung bei PCOS mit D-Chiro-Inositolunklarwidersprüchlich2 Studien, 64 Pers. gegen Placebo (Fitz 2024; dieselben Studien in Arentz 2017)Eisprung OR 11,5 gegenüber Placebo, niedrige Vertrauenswürdigkeit
Frauen mit PCOS ohne regelmäßigen Eisprung; D-Chiro-Inositol allein, meist 1.200 mg täglich über 6 bis 8 Wochen
Ergebnisse: Eisprung OR 11,5 (95 % KI 3,40 bis 38,91) gegenüber Placebo, niedrige Vertrauenswürdigkeit (Fitz 2024, Volltext); Nestler 1999: Eisprung bei 19 von 22 gegenüber 6 von 22; Iuorno 2002 (20 schlanke Frauen): kein signifikanter Unterschied
Ob D-Chiro-Inositol bei PCOS häufiger einen Eisprung bewirkt, ist unklar. Beide Meta-Analysen stützen sich auf dieselben zwei kleinen Placebo-Studien von 1999 und 2002: Die eine fand deutlich mehr Eisprünge, die andere keinen gesicherten Unterschied. Neuere Placebo-Studien mit D-Chiro-Inositol allein gibt es nicht. 3, 84, 78, 79
Höhere Schwangerschaftsrate bei PCOS ohne künstliche Befruchtungunklar1 Studie gegen Placebo ohne weitere Behandlung, 42 Pers., inzwischen zurückgezogen (Greff 2023, Volltext); 5 Studien, 747 Pers. mit Folsäure als Kontrolle (Fitz 2024)Schwangerschaftsrate RR 1,24 gegenüber Placebo, nicht signifikant
Frauen mit PCOS und Kinderwunsch, natürliche Empfängnis oder Eisprungauslösung (z. B. Letrozol, Clomifen, Insemination); überwiegend MI
Ergebnisse: Schwangerschaftsrate RR 1,24 (95 % KI 0,85 bis 1,81) gegenüber Placebo, nicht signifikant (Greff 2023, Volltext); Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure OR 1,24 (0,90 bis 1,73), nicht signifikant (Fitz 2024); 1 Studie gegen Placebo RR 3,3 (0,4 bis 27,1) (Pundir 2018); Cochrane: keine gepoolten Daten für die Eisprungauslösung (Showell 2018)
Ob Myo-Inositol Frauen mit PCOS ohne künstliche Befruchtung häufiger schwanger werden lässt, ist unklar. Die wenigen Placebo-Studien fanden keinen gesicherten Unterschied, und die einzige Studie ohne weitere Behandlung in einer Auswertung (Greff 2023) ist inzwischen zurückgezogen. Eine bessere Eisprungrate allein bedeutet noch nicht mehr Schwangerschaften. 11, 12, 20
Höhere Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung (IVF/ICSI)unklar17 Studien (Sene 2025; Teilnehmerzahl nicht im Abstract); vertrauensgeprüft: 5 Studien, 747 Pers. (Fitz 2024, Volltext)klinische Schwangerschaft RR 1,64 mit MI/DCI
überwiegend Frauen mit PCOS, MI (meist 4 g + Folsäure) vor und während der Stimulation; einzelne Auswertungen auch ohne PCOS (Zheng 2017, Pivazyan 2025)
Ergebnisse: klinische Schwangerschaft RR 1,64 (95 % KI 1,25 bis 2,15) mit MI/DCI (Sene 2025); MI+Folsäure gegen Folsäure OR 1,24 (0,90 bis 1,73), nicht signifikant (Fitz 2024, Volltext); OR 1,27 (0,87 bis 1,85), 4 RCTs, 535 Frauen (Showell 2018); RR 1,16 (0,87 bis 1,53) (Bhide 2019); RR 1,37 (0,79 bis 2,38) gegen keine Behandlung (Unanyan 2022); OR 1,28 (0,87 bis 1,89), 8 RCTs, 1.019 Frauen (Mendoza 2017); RR 1,41 (0,88 bis 2,25), Frauen mit und ohne PCOS (Pivazyan 2025); positiv in Zheng 2017 (KI 1,04 bis 1,96)
Für die Schwangerschaftsrate bei künstlicher Befruchtung sind die Ergebnisse widersprüchlich und damit unklar. Die meisten Auswertungen, darunter die Cochrane-Übersicht und die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024), fanden keinen gesicherten Vorteil; die positiven Meta-Analysen verglichen meist offen ohne Placebo und schließen eine inzwischen zurückgezogene Studie ein. Eine Arbeit, die nur placebokontrollierte Studien zu Nahrungsergänzungen bei unerfülltem Kinderwunsch auswertete, fand keinen Effekt. 23, 3, 20, 22, 85, 86, 87, 24, 27, 25
Mehr Lebendgeburten bei Kinderwunsch mit PCOSunklar2 Studien, 84 Pers. (Showell 2018)Lebendgeburt OR 2,42, unsicher
Frauen mit PCOS, meist MI vor IVF; Lebendgeburt in den meisten Studien nicht erfasst
Ergebnisse: Lebendgeburt OR 2,42 (95 % KI 0,75 bis 7,83), unsicher (Showell 2018); Dachauswertung RR 2,29 (1,07 bis 4,93) gegenüber Placebo/Folsäure (Duan 2026); keine Studie zur Lebendgeburt in Pundir 2018
Ob Inositol bei Frauen mit PCOS zu mehr Geburten führt, ist unklar. Die Cochrane-Übersicht fand nur zwei kleine Studien mit 84 Frauen und keinen gesicherten Unterschied; eine neuere Dachauswertung berichtet einen Vorteil, stützt sich aber ebenfalls auf wenige Daten. Gerade die Lebendgeburt, also das eigentliche Ziel, wurde in den meisten Studien nicht gemessen. 20, 21
Weniger Fehlgeburten bei Kinderwunschbehandlungunklarwidersprüchlich4 Studien, 535 Pers. (Showell 2018)Fehlgeburt OR 0,40, ohne die eine auffällige Studie kein Effekt mehr
Frauen mit PCOS vor IVF (Showell 2018) bzw. Frauen in Kinderwunschbehandlung allgemein (Pivazyan 2025, Zheng 2017); MI
Ergebnisse: Fehlgeburt OR 0,40 (95 % KI 0,19 bis 0,86; I² = 66 %), ohne die eine auffällige Studie kein Effekt mehr (Showell 2018); RR 0,81 (0,20 bis 3,32), kein Unterschied (Pivazyan 2025); positiv in Zheng 2017 (KI 0,08 bis 0,50); gegenüber Metformin OR 0,89 (0,23 bis 3,39), 1 Studie (Fitz 2024, Volltext)
Ob Inositol Fehlgeburten verhindert, ist unklar. In der Cochrane-Übersicht beruhte der scheinbare Vorteil fast nur auf einer Studie mit ungewöhnlich vielen Fehlgeburten in der Vergleichsgruppe; ohne sie verschwand der Effekt. Eine neuere Auswertung fand keinen Unterschied, und eine doppelblinde Studie mit Folsäure als Kontrolle zählte unter Myo-Inositol sogar etwas mehr Fehlgeburten (nicht gesichert). 20, 87, 24
Bessere Eizellen und Embryonen bei künstlicher Befruchtungunklarwidersprüchlich10 Studien (Zhang 2025; Zahl der Frauen für diesen Wert nicht angegeben), offen ohne PlaceboAnteil reifer Eizellen OR 1,55 über 6.528 Eizellen, bei PCOS OR 1,97, Befruchtungsrate …
Frauen in IVF/ICSI, mit und ohne PCOS, MI; Laborwerte der Kinderwunschbehandlung (reife Eizellen, Befruchtungsrate, Embryoqualität)
Ergebnisse: Anteil reifer Eizellen (MII) OR 1,55 (95 % KI 1,04 bis 2,31) über 6.528 Eizellen, bei PCOS OR 1,97 (1,20 bis 3,25), Befruchtungsrate OR 1,62 (1,21 bis 2,16) (Zhang 2025); reife Eizellen kein Unterschied, MD 0,29 (−0,83 bis 1,40) (Bhide 2019); Eizellqualität OR 2,21 (0,83 bis 5,89) nicht signifikant (Mendoza 2017); gewonnene Eizellen MD +0,41 (0,05 bis 0,77), Fazit der Autoren ohne Nutzen für Eizell- und Embryoqualität (Pivazyan 2025)
Die maßgebliche Meta-Analyse (Zhang 2025) findet unter Myo-Inositol etwas mehr reife Eizellen und eine höhere Befruchtungsrate, doch die positiven Studien verglichen offen mit Folsäure oder Standardbehandlung, ohne Placebo, und eine davon ist inzwischen zurückgezogen. Andere Auswertungen fanden keinen Unterschied bei Eizell- und Embryoqualität. Das Ergebnis ist deshalb unklar, und mehr Schwangerschaften folgen daraus nicht nachweislich. 26, 87, 85, 22
- positive Studien nur ohne Placebo (offene Studien)
Weniger Hormone für die Eierstockstimulation bei IVFunklarwidersprüchlich5 Studien, 773 Pers. (Zheng 2017), offen ohne Placebo; 8 Studien, 812 Pers. (Laganà 2018), teils gegen D-Chiro-Inositolgeringere Gesamtmenge an Stimulationshormonen, Stimulationstage unverändert
Frauen bei IVF/ICSI mit und ohne PCOS; Myo-Inositol meist 4 g plus Folsäure gegen Folsäure oder Standardbehandlung ohne Scheinpräparat
Ergebnisse: geringere Gesamtmenge an Stimulationshormonen (95 % KI −591,69 bis −210,39 IE), Stimulationstage unverändert (Zheng 2017); geringere Gonadotropin-Menge (p < 0,00001) und kürzere Stimulation (p = 0,0007) gegenüber Kontrollen (Laganà 2018); in der Netzwerk-Analyse kürzere Gonadotropin-Dauer SMD −1,21 (−2,03 bis −0,38), die Menge änderte sich nicht (Lin 2024)
Mit Myo-Inositol vor der Kinderwunschbehandlung brauchten Frauen in mehreren Auswertungen etwas weniger stimulierende Hormone. Die positiven Studien verglichen aber offen mit Folsäure oder Standardbehandlung, ohne Placebo, die maßgebliche Meta-Analyse (Zheng 2017) schließt eine inzwischen zurückgezogene Studie ein, und eine zweite verglich teils mit D-Chiro-Inositol. Ob der Effekt echt ist, bleibt unklar; mehr Schwangerschaften folgen daraus nicht. 24, 88, 27
- positive Studien nur ohne Placebo (offene Studien)
Weniger Überstimulation der Eierstöcke (OHSS) bei IVFunklarNetzwerk-Meta-Analyse, 20 RCTs, 1.827 Pers. (Lin 2024); Studienzahl für MI nicht im AbstractMI verringerte das OHSS-Risiko in der Netzwerk-Analyse
Frauen mit PCOS bei IVF/ICSI, MI; MI+DCI mit höherem DCI-Anteil nur in einer Vergleichsstudie ohne Placebo (Mendoza 2019)
Ergebnisse: MI verringerte das OHSS-Risiko in der Netzwerk-Analyse (Effektzahl für MI nicht im Abstract; Lin 2024); OHSS RR 0,73 (95 % KI 0,39 bis 1,37), kein Unterschied (Bhide 2019)
Ob Inositol eine Überstimulation der Eierstöcke verhindert, ist unklar. Eine Netzwerk-Auswertung sieht ein geringeres Risiko, eine andere Meta-Analyse fand keinen gesicherten Unterschied. Bei Metformin ist dieser Schutz deutlich besser untersucht. 27, 22
Bessere Ergebnisse bei IVF trotz geringer Eierstockreaktionunklar3 Studien, 184 Pers. (Shang 2024, Teilgruppe Myo-Inositol), überwiegend ohne Scheinpräparatklinische Schwangerschaft OR 2,61, nicht signifikant
Frauen mit schlechter Reaktion auf die Stimulation (Poor Responder), ohne PCOS; MI 4 g + Folsäure gegen Folsäure
Ergebnisse: klinische Schwangerschaft OR 2,61 (95 % KI 0,57 bis 11,88), nicht signifikant (Shang 2024); Zahl der Eizellen MD 0,50 (p = 0,36), kein Unterschied, 2 Studien (Pivazyan 2025); reife Eizellen OR 0,97 (0,35 bis 2,68), Befruchtungsrate OR 2,42 (1,48 bis 3,95) (Zhang 2025); Einzelstudien: Befruchtungsrate und Embryoqualität höher, Schwangerschaften nicht signifikant verschieden (Nazari 2020, Mohammadi 2021)
Bei Frauen, deren Eierstöcke schwach auf die Stimulation reagieren, ist ein Nutzen von Myo-Inositol unklar. Die Meta-Analyse mit drei Studien fand keine gesichert höhere Schwangerschaftsrate; zwei kleine Studien sahen eine bessere Befruchtungsrate, aber nicht mehr gewonnene Eizellen oder Schwangerschaften. Für eine Aussage zum Kinderwunsch reichen diese Daten nicht. 28, 26, 87, 89, 90
Bessere Spermienqualität bei Männern mit Kinderwunschunklar16 Studien (Ghaemi 2024, Sammelarbeit mit Laborversuchen und Kombinationspräparaten); keine Placebo-Studie mit Myo-Inositol alleinGesamtbeweglichkeit SMD 0,90, progressive Beweglichkeit SMD 1,48, DNA-Fragmentierung …
Männer mit eingeschränkter Spermienqualität oder unerklärter Unfruchtbarkeit; Myo-Inositol allein zum Einnehmen; Kombination mit Folsäure gegen Placebo siehe eigene Zeile
Ergebnisse: Gesamtbeweglichkeit SMD 0,90 (95 % KI 0,34 bis 1,46), progressive Beweglichkeit SMD 1,48 (0,37 bis 2,59), DNA-Fragmentierung SMD −1,37 (−2,43 bis −0,32) (Ghaemi 2024), jeweils Einnahme, Zugabe zur Samenprobe im Labor und Kombinationen gemischt
Ob Myo-Inositol allein die Spermienqualität verbessert, ist unklar. Die einzige Meta-Analyse fand eine bessere Beweglichkeit, wirft aber Einnahme als Nahrungsergänzung, Zugabe zur Samenprobe im Labor, Beobachtungsstudien und Kombinationspräparate zusammen. Eine Placebo-Studie mit Myo-Inositol allein gibt es nicht; ob dadurch mehr Paare schwanger werden, wurde nicht gezeigt. 30
Bessere Spermienqualität mit Myo-Inositol plus Folsäureunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 194 Pers. (Calogero 2015; Teilnehmerzahl laut Volltext von Ghaemi 2024)Spermienkonzentration, Gesamtzahl, progressive Beweglichkeit und Akrosomreaktion …
KOMBINATION: 2 g Myo-Inositol plus 200 µg Folsäure gegen Placebo, 3 Monate; Männer mit unerklärter Unfruchtbarkeit
Ergebnisse: Spermienkonzentration, Gesamtzahl, progressive Beweglichkeit und Akrosomreaktion gegenüber Placebo signifikant besser; LH, FSH und Inhibin B verändert; Schwangerschaft der Partnerin nicht berichtet (Calogero 2015)
Eine einzelne Placebo-Studie bei Männern mit unerklärter Unfruchtbarkeit fand nach drei Monaten Myo-Inositol mit Folsäure mehr und beweglichere Spermien. Das sind erste Hinweise, das Ergebnis bleibt aber unklar, solange keine zweite Studie es bestätigt. Ob die Partnerinnen häufiger schwanger wurden, wurde nicht berichtet. 29, 30
Niedrigere männliche Hormone (Testosteron) bei PCOSunklar9 Studien, 440 Pers. (Tienforti 2026); vertrauensgeprüft: DCI 2 Studien, 64 Pers., MI+FA 3 Studien, 112 Pers. (Fitz 2024, Volltext)Gesamttestosteron SMD −1,30, stark heterogen, bei Normalgewicht SMD −2,97, bei …
Frauen mit PCOS; MI und DCI; Laborwert, Haut- und Haarbefunde siehe eigene Zeilen; SHBG (Bindungseiweiß) in den Abstracts meist mitberichtet
Ergebnisse: Gesamttestosteron SMD −1,30 (95 % KI −2,17 bis −0,42), stark heterogen, bei Normalgewicht SMD −2,97, bei Übergewicht kein Effekt (Tienforti 2026); MD −20,39 ng/dl (−40,12 bis −0,66), 6 Studien (Greff 2023); vertrauensgeprüft: DCI Gesamttestosteron MD −40,03 (−106,06 bis 26,01) nicht signifikant, freies Testosteron MD −0,46 (−0,76 bis −0,15); MI+FA MD −25,23 (−78,55 bis 28,08) nicht signifikant (Fitz 2024, Volltext); SMD −0,49 (−1,07 bis 0,09) nicht signifikant (Unfer 2017); WMD −16,11 (−46,08 bis 13,86) nicht signifikant (Zeng 2018); Netzwerk-Analysen ohne Unterschied zu Placebo (Hu 2023, Zhao 2025)
Ob Inositol erhöhte männliche Hormone bei PCOS senkt, ist widersprüchlich und damit unklar. Einige Auswertungen finden niedrigere Testosteronwerte, besonders bei normalgewichtigen Frauen, mehrere andere und die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) fanden beim Gesamttestosteron keinen gesicherten Unterschied. Der Laborwert sagt zudem wenig darüber, ob Haut- und Haarprobleme besser werden. 16, 11, 3, 18, 17, 91, 92
Weniger vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus) bei PCOSFrauen mit PCOS; gemessen mit dem Ferriman-Gallwey-Score; MI, MI+DCIunklar1 Placebo-Studie, 43 Pers. (Greff 2023, Volltext); 6 RCTs, 388 Pers. als Zusatz zu Metformin (Kelly 2025)gegen Placebo Ferriman-Gallwey MD −1,23, nicht signifikant, 1 Studie
Ergebnisse: gegen Placebo Ferriman-Gallwey MD −1,23 (95 % KI −5,37 bis 2,92), nicht signifikant, 1 Studie (Greff 2023, Volltext); zusätzlich zu Metformin mFG MD −0,97 (−1,53 bis −0,40) (Kelly 2025); gegenüber Metformin schlechter, MD +2,42 (1,52 bis 3,44), 2 Studien (Fitz 2024, Volltext)
Ob Inositol vermehrte Körperbehaarung bei PCOS verringert, ist unklar und kaum untersucht. Gegen Placebo gibt es nur eine kleine Studie ohne gesicherten Effekt; als Zusatz zu Metformin sank der Behaarungs-Score leicht. Im direkten Vergleich schnitt Metformin laut Leitlinien-Auswertung besser ab. 15, 11, 3
Weniger Akne bei PCOSFrauen mit PCOS; nur als Zusatz zu Metformin ausgewertetunklar6 RCTs, 388 Pers. insgesamt (Kelly 2025); Studienzahl für Akne nicht im AbstractAkne zusätzlich zu Metformin nicht signifikant verändert
Ergebnisse: Akne zusätzlich zu Metformin nicht signifikant verändert (p = 0,58) (Kelly 2025)
Ob Inositol Akne bei PCOS bessert, ist unklar: Eine placebokontrollierte Auswertung gibt es nicht. Als Zusatz zu Metformin veränderte Inositol die Akne in der einzigen Meta-Analyse nicht. 15
Geringere Insulinresistenz bei PCOSunklarwidersprüchlich10 Studien, 573 Pers. (Zeng 2018, Kontrollen gemischt); vertrauensgeprüft: 2 Studien, 70 Pers. (Fitz 2024, Volltext)HOMA WMD −0,65
Frauen mit PCOS; HOMA-IR (Kurzzeitwert); MI überwiegend, DCI ohne HOMA-Daten gegen Placebo; Blutzucker/Gewicht/Blutfette allgemein → Gruppe stoffwechsel
Ergebnisse: HOMA WMD −0,65 (95 % KI −1,02 bis −0,28) (Zeng 2018); SMD −0,585 (−1,145 bis −0,025), 9 RCTs (Unfer 2017); MI+FA gegen FA MD −1,24 (−1,50 bis −0,99), 2 Studien, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Fitz 2024, Volltext); gegen Placebo MD −0,23 (−1,19 bis 0,72), nicht signifikant, 3 Studien (Greff 2023, Volltext); keine signifikante Verbesserung des HOMA, 17 RCTs gegen gemischte Kontrollen (Jethaliya 2022); Dachauswertung MD −1,14 (−1,35 bis −0,94) (Duan 2026)
Ob Myo-Inositol die Insulinresistenz bei PCOS verringert, ist unklar. Mehrere Auswertungen finden einen etwas niedrigeren Insulinresistenz-Index, andere keinen gesicherten Unterschied, und die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung (Fitz 2024) stützt sich für diesen Wert nur auf zwei kleine Studien mit Folsäure als Kontrolle. Eine Netzwerk-Analyse mit 16 Studien fand für keine der geprüften Behandlungen einen Effekt. 17, 18, 3, 11, 93, 19, 21
So wirksam wie Metformin bei PCOS?unklar10 Studien, 709 Pers. (Fitz 2024, Volltext)kein Unterschied bei regelmäßiger Blutung OR 1,85, Eisprung OR 1,28 und Schwangerschaft …
Vergleichszeile (kein Placebo): MI 1–4 g gegen Metformin 1.000–2.000 mg; Endpunkte Zyklus, Eisprung, Schwangerschaft
Ergebnisse: kein Unterschied bei regelmäßiger Blutung OR 1,85 (0,68 bis 5,01), Eisprung OR 1,28 (0,59 bis 2,77) und Schwangerschaft OR 1,18 (0,79 bis 1,78); Metformin besser bei Hirsutismus und Taille-Hüft-Verhältnis; Magen-Darm-Beschwerden mit MI seltener, OR 0,09 (0,02 bis 0,37) (Fitz 2024, Volltext); Zyklus RR 1,42 (0,8 bis 2,53), kein Unterschied (Greff 2023, Volltext); Nebenwirkungen unter Metformin häufiger, RR 5,17 (2,91 bis 9,17) (Facchinetti 2019)
Ob Myo-Inositol bei PCOS so gut wirkt wie Metformin, ist unklar. Im direkten Vergleich fanden die Auswertungen bei Zyklus, Eisprung und Schwangerschaft keinen gesicherten Unterschied, Metformin verringerte vermehrte Behaarung und Bauchumfang etwas stärker, Myo-Inositol verursachte deutlich seltener Magen-Darm-Beschwerden. „Kein Unterschied“ in kleinen Studien heißt nicht, dass beide gleich gut wirken. 3, 11, 94, 86
Häufigerer Eisprung bei PCOS mit der Mischung 40:1 (Myo- plus D-Chiro-Inositol)nicht untersuchtkeine Studie gegen Placebo oder Kontrolle ohne WirkstoffNordio 2019 verglich nur sieben Mischungsverhältnisse an je 8 Frauen ohne Placebogruppe
Frauen mit PCOS; Mischung aus Myo- und D-Chiro-Inositol im Verhältnis 40:1, oft als ‚physiologisches Verhältnis‘ beworben
Ergebnisse: Nordio 2019 verglich nur sieben Mischungsverhältnisse an je 8 Frauen ohne Placebogruppe; eine weitere Studie verglich 40:1 nur mit Metformin
Ob die oft beworbene Mischung aus Myo- und D-Chiro-Inositol im Verhältnis 40:1 den Eisprung fördert, ist nicht untersucht: Eine Studie gegen Placebo gibt es nicht. Die einzige Arbeit dazu verglich sieben Mischungsverhältnisse an je acht Frauen miteinander; dass 40:1 dort am besten abschnitt, ersetzt keinen Placebovergleich. 75
Schwangerschaft (Schwangerschaftsdiabetes) 14
3 wahrscheinlich · 5 unklar · 4 spricht dagegen · 2 nicht untersucht
Seltener Schwangerschaftsdiabeteswahrscheinlich9 Studien (Quotah 2024, Teilauswertung Inositol, 7 davon Myo-Inositol allein); 12 Studien, 4.765 Pers. (Poyatos-León 2026)Risikodifferenz −0,19, sehr uneinheitlich, I² 92 %
Schwangere ohne vorbestehenden Diabetes, meist mit Risikofaktoren (Übergewicht, familiäre Belastung); Myo-Inositol 2 × 2 g täglich ab dem ersten Drittel, meist mit Folsäure; niedrig dosierte Mischung mit D-Chiro-Inositol siehe eigene Zeile
Ergebnisse: Risikodifferenz −0,19 (95 % KI −0,33 bis −0,06), sehr uneinheitlich, I² 92 % (Quotah 2024); 44 % seltener als mit Placebo oder Standardversorgung (Poyatos-León 2026); OR 0,40 (0,24 bis 0,67), 7 Studien, 1.319 Frauen (Li & Shi 2024); RR 0,53 (0,31 bis 0,90), 6 Studien, 1.140 Frauen, Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig (Cochrane 2023); 4 g Myo-Inositol RR 0,30 (0,18 bis 0,49) (Wei 2022); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Schwangere mit erhöhtem Risiko, die ab dem ersten Drittel täglich 4 g Myo-Inositol einnehmen, bekommen wahrscheinlich seltener einen Schwangerschaftsdiabetes; das zeigen die Meta-Analysen übereinstimmend, auch die neueste mit zwölf Studien. Die Studien sind allerdings klein, fast alle stammen aus Italien, und die meisten verglichen offen mit Folsäure allein, ohne Scheinpräparat; die Cochrane-Auswertung stuft die Vertrauenswürdigkeit deshalb nur als niedrig bis sehr niedrig ein. Eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS (van der Wel 2025) fand beim Sammelendpunkt aus Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie und Frühgeburt keinen Unterschied. 33, 32, 38, 37, 31, 34, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103, 104, 36, 35, 105, 106, 107, 108, 109, 110
Seltener Frühgeburtwahrscheinlich7 Studien, 1.319 Pers. (Li & Shi 2024); in der neuesten Auswertung mit 12 Studien kein Unterschied (Poyatos-León 2026)OR 0,35
Schwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositol meist 2 × 2 g täglich, Vergleich meist Folsäure allein
Ergebnisse: OR 0,35 (95 % KI 0,18 bis 0,69) (Li & Shi 2024); RR 0,35 (0,17 bis 0,70), 4 Studien, 829 Kinder (Cochrane 2023); RR 0,44 (0,22 bis 0,88) (Greff 2023); OR 0,41 (0,23 bis 0,73), 8 Studien (Liu 2022); kein signifikanter Unterschied in der neuesten Meta-Analyse (Poyatos-León 2026); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Myo-Inositol senkt bei Schwangeren mit erhöhtem Diabetesrisiko wahrscheinlich das Risiko einer Frühgeburt: Fast alle Meta-Analysen, auch die maßgebliche mit sieben Studien (Li & Shi 2024), finden deutlich weniger Frühgeburten. Sie beruhen aber auf denselben wenigen, meist offenen italienischen Studien mit Folsäure als Vergleich. Die neueste und größte Auswertung mit zwölf Studien (Poyatos-León 2026) fand keinen gesicherten Unterschied, ebenso eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS. 37, 32, 31, 38, 95, 99, 115, 102, 36
Seltener Bluthochdruck oder Präeklampsie in der Schwangerschaftwahrscheinlich7 Studien, 1.319 Pers. (Li & Shi 2024); in der neuesten Auswertung mit 12 Studien kein Unterschied (Poyatos-León 2026)OR 0,37
Schwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositol meist 2 × 2 g täglich, Vergleich meist Folsäure allein
Ergebnisse: OR 0,37 (95 % KI 0,18 bis 0,75) (Li & Shi 2024); Bluthochdruck-Erkrankungen der Schwangerschaft RR 0,34 (0,19 bis 0,61), 5 Studien, 1.052 Frauen (Cochrane 2023); Präeklampsie oder Schwangerschaftshochdruck RR 0,38 (0,20 bis 0,71) (Greff 2023); kein signifikanter Unterschied (Poyatos-León 2026); Sammelendpunkt bei PCOS RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Myo-Inositol senkt bei Schwangeren mit erhöhtem Diabetesrisiko wahrscheinlich das Risiko für Schwangerschaftshochdruck oder Präeklampsie: Die maßgebliche Meta-Analyse (Li & Shi 2024) und die Cochrane-Auswertung finden etwa ein Drittel so viele Fälle. Grundlage sind aber wenige kleine, meist offene italienische Studien mit niedriger Vertrauenswürdigkeit. Die neueste Auswertung mit zwölf Studien (Poyatos-León 2026) sah keinen gesicherten Unterschied, ebenso eine große doppelblinde Studie bei Schwangeren mit PCOS. 37, 32, 31, 38, 115, 36
Seltener Schwangerschaftsdiabetes mit Myo- plus D-Chiro-Inositol (Mischung)unklar2 Studien, 326 Pers. (Wei 2022, Teilgruppe Mischung), ohne Scheinpräparatkein Unterschied
Schwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Mischung aus 1,1 g Myo- und 27,6 mg D-Chiro-Inositol täglich (Verhältnis 40:1) gegen Folsäure allein
Ergebnisse: kein Unterschied (Wei 2022; Greff 2023, je 2 Studien); Farren 2017 (Irland, 240 Frauen): Schwangerschaftsdiabetes 23,3 % gegenüber 18,3 % (p = 0,34); Celentano 2020 (86 Frauen) ohne Signifikanzangabe für den Mischungsarm
Ob die Mischung aus niedrig dosiertem Myo- und D-Chiro-Inositol Schwangerschaftsdiabetes vorbeugt, ist unklar. Die beiden Studien dazu, darunter die größte nicht italienische Studie aus Irland, fanden keinen Unterschied zu Folsäure allein; beide hatten kein Scheinpräparat. Die positiven Ergebnisse zur Vorbeugung stammen fast nur aus Studien mit 4 g Myo-Inositol allein. 34, 38, 42, 111
Seltener Insulin nötig bei bestehendem Schwangerschaftsdiabetesunklarwidersprüchlich4 Studien, 317 Pers. (Chen 2024)Insulinbedarf OR 0,24, HOMA-IR SMD −1,18
Schwangere mit diagnostiziertem Schwangerschaftsdiabetes, zusätzlich zur Diät; Myo-Inositol 2–4 g täglich
Ergebnisse: Insulinbedarf OR 0,24 (95 % KI 0,11 bis 0,52), HOMA-IR SMD −1,18 (−1,50 bis −0,87); kein Effekt auf Geburtsgewicht, Kaiserschnitt, Neugeborenen-Intensivstation (Chen 2024); Cochrane 2016: kein Unterschied beim Bedarf an zusätzlichen Medikamenten, Nüchternzucker −0,47 mmol/l (−0,59 bis −0,35; 2 Studien, 142 Frauen)
Ob Myo-Inositol bei bereits festgestelltem Schwangerschaftsdiabetes seltener Insulin nötig macht, ist widersprüchlich und damit unklar. Vier kleine, überwiegend offene Studien deuten darauf hin, dass es zusätzlich zur Diät den Blutzucker etwas senkt; die Cochrane-Auswertung fand dagegen keinen Unterschied beim Bedarf an zusätzlichen Medikamenten. Ergebnisse für das Kind (Geburtsgewicht, Intensivstation) unterschieden sich nicht. 39, 40, 37, 112, 113, 114
Seltener Unterzucker beim Neugeborenenunklarwidersprüchlich4 Studien, 671 Kinder (Cochrane 2023)Vorbeugung: RR 3,07
Kinder von Schwangeren mit Risiko für oder mit Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositol in der Schwangerschaft
Ergebnisse: Vorbeugung: RR 3,07 (95 % KI 0,90 bis 10,52; 4 Studien, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit; Cochrane 2023); kein Unterschied (Poyatos-León 2026); dagegen RR 0,12 (0,03 bis 0,55; Greff 2023) und bei Schwangerschaftsdiabetes OR 0,10 (0,01 bis 0,88; 4 RCTs, 320 Frauen; Li 2024)
Ob Myo-Inositol in der Schwangerschaft Unterzucker beim Neugeborenen verhindert, ist widersprüchlich und damit unklar. Zwei Meta-Analysen berichten deutlich seltener Unterzucker, die Cochrane-Auswertung und die neueste große Meta-Analyse fanden keinen Unterschied. Die Ereignisse sind selten und die Studien klein. 32, 31, 38, 37, 103, 40
Weniger Gewichtszunahme in der SchwangerschaftSchwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositolunklar4 Studien, 831 Pers. (Cochrane 2023)MD −0,25 kg, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit
Ergebnisse: MD −0,25 kg (95 % KI −1,26 bis 0,75), sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Cochrane 2023); bei Schwangerschaftsdiabetes BMI-Anstieg −1,50 kg/m² (−2,35 bis −0,65; 1 Studie, 73 Frauen; Cochrane 2016)
Ob Inositol die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft bremst, ist unklar. In der Cochrane-Auswertung nahmen Schwangere mit Inositol nicht messbar weniger zu, und eine kleine Placebo-Studie aus Katar fand ebenfalls keinen Unterschied; nur eine offene Studie bei Schwangerschaftsdiabetes sah eine geringere Zunahme. 31, 40, 114
Seltener erneuter Neuralrohrdefekt (z. B. offener Rücken) trotz Folsäureunklar1 Pilot-RCT, 33 Schwangerschaften (Greene 2016)1 Wiederholung unter Placebo plus Folsäure, keine unter Inositol plus Folsäure
Frauen mit einer früheren von einem Neuralrohrdefekt betroffenen Schwangerschaft; Inositol zusätzlich zu Folsäure rund um die Empfängnis
Ergebnisse: 1 Wiederholung unter Placebo plus Folsäure (n = 19), keine unter Inositol plus Folsäure (n = 14); Pilotstudie ohne Aussagekraft zur Wirksamkeit
Die Idee stammt aus Tierversuchen, in denen Inositol folsäure-unempfindliche Neuralrohrdefekte verhinderte. Beim Menschen gibt es nur eine kleine Pilotstudie mit 33 Schwangerschaften und unkontrollierte Fallserien; ob Inositol das Wiederholungsrisiko senkt, ist unklar. Folsäure bleibt die belegte Vorbeugung. 43, 117
Seltener zu große Babys (Makrosomie) bzw. normaleres GeburtsgewichtSchwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositolspricht dagegen5 Studien (Greff 2023, alle Inositol-Formen); 12 Studien, 4.765 Pers. (Poyatos-León 2026)Makrosomie nicht signifikant verändert, 5 Studien
Ergebnisse: Makrosomie nicht signifikant verändert, 5 Studien (Greff 2023); kein Unterschied bei Makrosomie (Poyatos-León 2026); Geburtsgewicht SMD −0,04 (95 % KI −0,20 bis 0,13; Liu 2022); Makrosomie RR 0,65 (0,20 bis 2,11; Zhang 2019); zu großes Kind für das Schwangerschaftsalter RR 1,40 (0,65 bis 3,02; 1 Studie, Cochrane 2023)
Die Studienlage spricht dagegen, dass Inositol in der Schwangerschaft zu große Babys verhindert. Obwohl seltener ein Schwangerschaftsdiabetes auftrat, waren die Kinder in der maßgeblichen Meta-Analyse (Greff 2023) und in den übrigen Auswertungen nicht seltener zu groß und im Mittel nicht leichter. Einzelne offene italienische Studien berichteten weniger Makrosomie, das bestätigte sich in den Zusammenfassungen nicht. 38, 32, 95, 116, 96, 100, 31, 103, 105
Seltener KaiserschnittSchwangere mit Risiko für Schwangerschaftsdiabetes; Myo-Inositolspricht dagegen6 Studien (Greff 2023, alle Inositol-Formen); 12 Studien, 4.765 Pers. (Poyatos-León 2026)RR 0,90, 6 Studien
Ergebnisse: RR 0,90 (95 % KI 0,78 bis 1,03), 6 Studien (Greff 2023); RR 0,91 (0,77 bis 1,07; Cochrane 2023); kein Unterschied (Poyatos-León 2026); bei Schwangerschaftsdiabetes OR 0,82 (0,46 bis 1,47; Chen 2024)
Die Studienlage spricht dagegen, dass Inositol in der Schwangerschaft Kaiserschnitte seltener macht. Die maßgebliche Meta-Analyse (Greff 2023) und die übrigen Auswertungen kontrollierter Studien fanden keinen messbaren Unterschied. 38, 32, 31, 39, 103
Frühgeborene mit Atemnotsyndrom: weniger Todesfälle und chronische LungenschädenInfusionspricht dagegen6 Studien, 1.099 Kinder (Du 2019); Cochrane: 6 Studien, 1.177 Kinder (Howlett 2019)bronchopulmonale Dysplasie kein signifikanter Unterschied, 6 Studien
Frühgeborene mit oder mit Risiko für Atemnotsyndrom; Inositol als Infusion (teils später über die Sonde); sagt nichts über Tabletten für Erwachsene
Ergebnisse: bronchopulmonale Dysplasie kein signifikanter Unterschied, 6 Studien (Du 2019); BPD oder Tod kein Unterschied, Säuglingssterblichkeit RR 0,89 (95 % KI 0,71 bis 1,13; 5 Studien, 1.115 Kinder), Neugeborenensterblichkeit RR 0,53 (0,31 bis 0,91; 3 ältere Studien, 355 Kinder) (Cochrane 2019); größte Studie wegen höherer Sterblichkeit unter Inositol abgebrochen (18 % vs. 11 %, RR 1,66; Phelps 2018)
Die Studienlage spricht dagegen, dass Inositol-Infusionen Frühgeborene mit Atemnot vor chronischen Lungenschäden schützen. Ältere finnische Studien aus den 1980er- und 1990er-Jahren waren positiv, die neueren, hochwertigen Studien bei sehr kleinen Frühgeborenen bestätigten das nicht; die größte wurde sogar wegen mehr Todesfällen in der Inositol-Gruppe vorzeitig beendet. Diese Ergebnisse betreffen nur Infusionen auf der Intensivstation, nicht Tabletten oder Pulver. 46, 47, 44, 48, 45, 118
Frühgeborene: seltener schwere Netzhauterkrankung (Frühgeborenen-Retinopathie)InfusionFrühgeborene, Inositol als Infusion bzw. erst i. v., dann enteralspricht dagegen5 Studien, 898 Kinder (Du 2019)schwere ROP RR 0,49, ROP jedes Stadiums RR 0,98
Ergebnisse: schwere ROP RR 0,49 (95 % KI 0,18 bis 1,32), ROP jedes Stadiums RR 0,98 (0,87 bis 1,11; Du 2019); ROP Stadium ≥ 2 bzw. ≥ 3 RR 0,89 (0,75 bis 1,06; Cochrane 2019); ohne die älteste Studie höhere Sterblichkeit RR 1,55 (1,14 bis 2,11)
Die Studienlage spricht dagegen, dass Inositol als Infusion Frühgeborene vor einer schweren Netzhauterkrankung schützt. In der maßgeblichen Meta-Analyse (Du 2019) und der Cochrane-Auswertung war die schwere Retinopathie nicht seltener, und in der größten Studie traten Tod oder schwere Retinopathie unter Inositol sogar häufiger auf. Die Ergebnisse betreffen nur Infusionen auf der Intensivstation, nicht Tabletten. 46, 47, 44, 45
Frühgeborene: Inositol nur über Mund/Sonde (ohne Infusion)nicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 Vergleich inositolreicher gegen inositolarme Säuglingsnahrung, 48 Kinder (Friedman 2000)keine placebokontrollierte Studie mit ausschließlich oraler oder enteraler Gabe
Frühgeborene; Inositol nur über Mund oder Magensonde (z. B. angereicherte Säuglingsnahrung); die vorhandenen Placebo-Studien gaben Inositol als Infusion oder gemischt
Ergebnisse: keine placebokontrollierte Studie mit ausschließlich oraler oder enteraler Gabe; Friedman 2000 verglich nur Säuglingsnahrung mit mehr und weniger Inositol (schwere Retinopathie seltener); Hallman 1986 und Phelps 2018 mischten Infusion und Sondengabe
Ob Inositol, das Frühgeborene nur über Mund oder Magensonde bekommen, ihre Augen oder Lungen schützt, ist nicht untersucht: Eine Placebo-Studie dazu gibt es nicht. Eine kleine Studie verglich lediglich Säuglingsnahrung mit mehr und mit weniger Inositol. Die Ergebnisse der Infusionsstudien lassen sich darauf nicht übertragen. 49
Besserer Schlaf in der Schwangerschaftnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 RCT mit Folsäure als Kontrolle, 60 Pers. (Mashayekh-Amiri 2022)Schlafqualitäts-Gesamtwert MD −1,54 gegenüber Folsäure allein
gesunde Schwangere im zweiten Drittel; 2 g Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure allein über 10 Wochen
Ergebnisse: Schlafqualitäts-Gesamtwert (PSQI) MD −1,54 (95 % KI −3,05 bis −0,02; p = 0,047) gegenüber Folsäure allein; ein Scheinpräparat ist nicht beschrieben
Ob Inositol den Schlaf in der Schwangerschaft verbessert, ist gegen Placebo nicht untersucht. Die einzige Studie verglich 60 Schwangere mit Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure allein und fand im Fragebogen eine knapp bessere Schlafqualität; ein echtes Scheinpräparat gab es nicht. Bestätigungen fehlen. 41
Blutzucker, Gewicht & Stoffwechsel 12
12 unklar
Langzeitblutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes und Stoffwechselstörungen senkenunklarkeine Placebo-Studie mit Myo-Inositol allein; 20 RCTs, 1.239 Pers. mit der ganzen Inositol-Familie (Miñambres 2019)kein Unterschied beim HbA1c in 20 RCTs mit 1.239 Pers., ganze Inositol-Familie …
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Prädiabetes oder metabolischem Syndrom; Myo- und/oder D-Chiro-Inositol; die Meta-Analysen rechnen auch PCOS- und Schwangerschaftsstudien mit ein
Ergebnisse: kein Unterschied beim HbA1c in 20 RCTs mit 1.239 Pers., ganze Inositol-Familie einschließlich D-Pinitol, PCOS und Schwangerschaft (Miñambres 2019); HbA1c −0,48 Prozentpunkte (95 % KI −1,38 bis 0,42), nicht signifikant, aus 3 Studien, die alle D-Pinitol prüften (Delavar 2025); der Nüchternzucker sank um 0,44 mmol/l (−0,65 bis −0,23; Miñambres 2019)
Ob Myo-Inositol den Langzeitblutzucker HbA1c senkt, ist unklar. Placebo-Studien mit Myo-Inositol allein bei Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes gibt es nicht; die Meta-Analysen fanden beim HbA1c keinen Unterschied und mischen Myo-Inositol mit dem verwandten Stoff D-Pinitol sowie mit PCOS- und Schwangerschaftsstudien. Der Nüchternblutzucker sank etwas, eine italienische Pilotstudie mit einer Mischung hatte keine Kontrollgruppe. 4, 51, 119
Insulinresistenz (HOMA-IR) bei Stoffwechselstörungen verringernunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 80 und 48 Pers. (Santamaria 2012, Arefhosseini 2023); Meta-Analysen nur gemischt mit D-Pinitol und KombinationenHOMA-IR stärker gesunken als unter Placebo
Erwachsene mit Übergewicht, metabolischem Syndrom, Typ-2-Diabetes oder Fettleber; Myo-Inositol allein; PCOS siehe eigene Zeile
Ergebnisse: HOMA-IR stärker gesunken als unter Placebo (Santamaria 2012; Arefhosseini 2023, p = 0,046); Teilgruppe ohne PCOS −1,66 (95 % KI −2,32 bis −0,99), 5 RCTs, darunter 2 D-Pinitol-Studien und 1 Kombination mit Alpha-Liponsäure (Delavar 2025); HOMA-IR −1,96 (−2,62 bis −1,30) über die ganze Inositol-Familie einschließlich PCOS und Schwangerschaft (Miñambres 2019); eine vierarmige Studie derselben Arbeitsgruppe wie Arefhosseini ohne Unterschied (Tutunchi 2023)
Ob Myo-Inositol die Insulinresistenz bei Übergewicht oder Stoffwechselstörungen verringert, ist unklar. Zwei kleine Placebo-Studien fanden einen niedrigeren Insulinresistenz-Index, die Meta-Analysen rechnen aber den verwandten Stoff D-Pinitol, Kombinationspräparate und PCOS-Studien mit ein. Bei Jugendlichen mit Adipositas brachte eine Kombination aus Myo-Inositol und Zink keinen Vorteil. 52, 53, 4, 51, 56
Metabolisches Syndrom zurückbildenunklar1 Placebo-RCT, 80 Pers. (Santamaria 2012)nach 12 Monaten erfüllten 8 von 40 Frauen unter Myo-Inositol die Kriterien nicht mehr, …
Frauen nach den Wechseljahren mit metabolischem Syndrom, 4 g Myo-Inositol täglich zusätzlich zu kalorienarmer Ernährung
Ergebnisse: nach 12 Monaten erfüllten 8 von 40 Frauen (20 %) unter Myo-Inositol die Kriterien nicht mehr, unter Placebo 1 von 40; Blutzucker, Insulin, HOMA-IR, Triglyceride, HDL und Blutdruck besser, BMI und Taillenumfang nicht (Santamaria 2012); nach 6 Monaten diastolischer Blutdruck −11 %, HOMA-IR −75 %, Triglyceride −20 % (Giordano 2011)
In einer italienischen Studie mit 80 Frauen nach den Wechseljahren bildete sich das metabolische Syndrom unter Myo-Inositol und Diät häufiger zurück als unter Diät und Placebo (8 gegenüber 1 von 40), die Autoren haben den Unterschied aber nicht statistisch geprüft. Blutdruck, Blutzucker und Blutfette verbesserten sich, Gewicht und Bauchumfang nicht stärker als mit Diät allein. Eine unabhängige Bestätigung fehlt, der Nutzen ist daher unklar. 52, 120
Geringere Insulinresistenz bei metabolischem Syndrom mit Inositol plus Alpha-Liponsäureunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 155 Pers. (Capasso 2013)HOMA-IR um mehr als 20 % gesunken bei 66,7 % unter der Kombination gegenüber Placebo
KOMBINATION: Inositol plus Alpha-Liponsäure gegen Placebo; Frauen nach den Wechseljahren mit metabolischem Syndrom, 6 Monate
Ergebnisse: HOMA-IR um mehr als 20 % gesunken bei 66,7 % unter der Kombination gegenüber Placebo (p < 0,0001); Triglyceride gesenkt, Taillenumfang kleiner (Capasso 2013)
Eine einzelne Placebo-Studie mit 155 Frauen nach den Wechseljahren fand unter Inositol plus Alpha-Liponsäure deutlich häufiger eine geringere Insulinresistenz. Das sind erste Hinweise, das Ergebnis bleibt aber unklar, solange keine zweite Studie es bestätigt. Welcher der beiden Stoffe wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. 55
Körpergewicht bzw. BMI senkenunklar15 Studien (Zarezadeh 2022); 10 Studien (Delavar 2025)BMI −0,41 kg/m²
Erwachsene mit Übergewicht oder Stoffwechselstörungen; in den Meta-Analysen überwiegend PCOS-Studien
Ergebnisse: BMI −0,41 kg/m² (95 % KI −0,78 bis −0,04; 15 Studien, davon 10 bei PCOS; Zarezadeh 2022); BMI −0,57 kg/m² (−1,10 bis −0,03; 10 RCTs), niedrige Vertrauenswürdigkeit, Teilgruppe Übergewicht/metabolisches Syndrom/Fettleber −0,88 (6 RCTs), Studien mit geringem Verzerrungsrisiko +0,33 (−0,13 bis 0,79), nicht signifikant; Taillenumfang −2,36 cm (5 RCTs, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit) (Delavar 2025); kein BMI-Unterschied in 20 RCTs (Miñambres 2019)
Ob Inositol beim Abnehmen hilft, ist unklar. Zwei Meta-Analysen fanden im Mittel etwa einen halben BMI-Punkt weniger, bei 1,70 m Körpergröße rund 1,5 kg; die meisten Studien hatten aber Frauen mit PCOS, und die methodisch besseren zeigten keinen Unterschied. Eine dritte Meta-Analyse und zwei Placebo-Studien bei metabolischem Syndrom und Fettleber fanden beim BMI keinen gesicherten Vorteil. 50, 4, 51, 52
Triglyceride (Blutfette) senkenunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 80 und 48 Pers. (Santamaria 2012, Arefhosseini 2023); Teilgruppen ohne PCOS nur gemischt (Delavar 2025: 5 RCTs; Tabrizi 2018: 7 RCTs)Triglyceride unter Myo-Inositol stärker gesunken
Erwachsene mit Stoffwechselstörungen (Übergewicht, metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes, Fettleber); Myo-Inositol allein
Ergebnisse: Triglyceride unter Myo-Inositol stärker gesunken (Santamaria 2012); Arefhosseini 2023 statistisch signifikant, die Rohwerte sanken aber unter Placebo stärker (−12 gegenüber −17 mg/dl); Teilgruppe Übergewicht/metabolisches Syndrom/Typ-2-Diabetes −28,12 mg/dl, mit D-Pinitol und Alpha-Liponsäure (Delavar 2025); ohne PCOS SMD −1,58, mit Schwangeren, Kombinationen und D-Pinitol (Tabrizi 2018)
Ob Myo-Inositol die Triglyceride senkt, ist unklar. Die Meta-Analysen finden deutlich niedrigere Werte, rechnen aber den verwandten Stoff D-Pinitol, Kombinationspräparate, Schwangere und PCOS-Studien mit ein. Von den zwei Placebo-Studien mit Myo-Inositol allein war eine eindeutig positiv; in der anderen sanken die Werte unter Placebo sogar etwas stärker. 52, 53, 4, 121
LDL-Cholesterin senkenErwachsene mit Stoffwechselstörungen; Myo-Inositol alleinunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 48 Pers. (Arefhosseini 2023); Meta-Analysen nur gemischt mit D-Pinitol (Delavar 2025) bzw. mit zurückgezogenen PCOS-Studien (Tabrizi 2018)LDL stärker gesunken als unter Placebo
Ergebnisse: LDL stärker gesunken als unter Placebo (Arefhosseini 2023); Fettleber-Teilgruppe −9,74 mg/dl aus 2 D-Pinitol-Armen und einer Studie ohne Placebo, übrige Gruppen −3,90 (95 % KI −9,51 bis 1,71), nicht signifikant (Delavar 2025); ohne PCOS SMD −1,84, nicht signifikant, 2 Studien (Tabrizi 2018)
Ob Myo-Inositol das LDL-Cholesterin senkt, ist unklar. Der leichte Rückgang in der Meta-Analyse stammte vor allem aus Studien mit dem verwandten Stoff D-Pinitol; ohne sie war er nicht gesichert. Mit Myo-Inositol allein gibt es nur eine kleine Placebo-Studie bei Fettleber, die ein niedrigeres LDL fand. 53, 4, 121
HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) erhöhenunklarerste Hinweise10 Studien (Delavar 2025); 14 Studien (Tabrizi 2018)HDL +2,76 mg/dl, moderate Vertrauenswürdigkeit
Erwachsene mit Stoffwechselstörungen; Meta-Analysen schließen PCOS-Studien ein
Ergebnisse: HDL +2,76 mg/dl (95 % KI 1,16 bis 4,36; 10 RCTs, 11 Effektgrößen), moderate Vertrauenswürdigkeit; in Studien mit geringem/mittlerem Verzerrungsrisiko +0,52 (−1,46 bis 2,50), nicht signifikant (Delavar 2025); SMD 0,20 (−0,27 bis 0,67), nicht signifikant (Tabrizi 2018)
Ob Inositol das HDL-Cholesterin erhöht, ist widersprüchlich und damit unklar. Die neueste Meta-Analyse fand einen kleinen Anstieg um knapp 3 mg/dl, der aber in den methodisch besseren Studien verschwand und auf Studien mit dem verwandten Stoff D-Pinitol beruht; eine ältere Meta-Analyse fand keinen Effekt. 4, 121
Blutdruck senkenunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 80 und 48 Pers. (Santamaria 2012, Arefhosseini 2023); Meta-Analysen nur gemischt (Delavar 2025; Hashemi Tari 2021)systolisch −4,4 gegenüber +0,8 mmHg unter Placebo
Erwachsene mit metabolischem Syndrom, Übergewicht oder Fettleber; Myo-Inositol allein
Ergebnisse: systolisch −4,4 gegenüber +0,8 mmHg unter Placebo (p = 0,006; Arefhosseini 2023); Blutdruck signifikant gebessert (Santamaria 2012); Teilgruppe ohne PCOS −7,64 mmHg, mit D-Pinitol und Gesunden (Delavar 2025); systolisch −5,69 mmHg (95 % KI −7,35 bis −4,02), Zusammensetzung der Studien unklar (Hashemi Tari 2021)
Ob Myo-Inositol den Blutdruck senkt, ist unklar; es gibt erste Hinweise. Zwei kleine Placebo-Studien bei metabolischem Syndrom und Fettleber fanden einen niedrigeren oberen Wert, die beiden Meta-Analysen mischen aber PCOS-Studien und den verwandten Stoff D-Pinitol hinein. Studien bei Bluthochdruck als eigener Erkrankung gibt es nicht. 52, 53, 4, 122
Nicht-alkoholische Fettleber bessernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 48 Pers. (Arefhosseini 2023)Leberwerte, AST/ALT-Verhältnis, Blutfette, Nüchterninsulin und HOMA-IR stärker …
Erwachsene mit Adipositas und Fettleber (NAFLD/MASLD), 4 g Myo-Inositol täglich mit Ernährungsberatung
Ergebnisse: Leberwerte, AST/ALT-Verhältnis, Blutfette, Nüchterninsulin und HOMA-IR stärker verbessert als unter Placebo; bei jedem dritten Behandelten ging der Ultraschall-Schweregrad um eine Stufe zurück (Arefhosseini 2023); in derselben Arbeitsgruppe mit 92 Pers. Zahl nötiger Behandlungen für eine Grad-Besserung 1,5 (Tutunchi 2023); Teilgruppe Fettleber der Meta-Analyse: Triglyceride +6,09 mg/dl, nicht signifikant (3 RCTs; Delavar 2025)
Ob Myo-Inositol eine Fettleber bessert, ist unklar; es gibt erste Hinweise. Eine iranische Placebo-Studie mit 48 Menschen fand nach acht Wochen bessere Leberwerte und bei der Hälfte einen leichteren Ultraschall-Befund. Weitere Veröffentlichungen stammen aus derselben Arbeitsgruppe und vermutlich teilweise von denselben Patienten; unabhängige und größere Studien fehlen. 53, 123, 54, 124
TSH-Wert bei Hashimoto mit leichter Unterfunktion normalisieren: Myo-Inositol zusätzlich zu Selenunklarerste Hinweise2 RCTs, 216 Pers. (Stanchev 2026, Teilgruppe randomisierter Studien); insgesamt 3 Studien, 288 Pers.TSH SMD −1,26 gegenüber Selen allein, nur die 2 RCTs
KOMBINATION: Myo-Inositol 600 mg plus Selen (83 µg Selenomethionin) verglichen mit Selen allein; Erwachsene (überwiegend Frauen) mit Hashimoto-Thyreoiditis und subklinischer Unterfunktion
Ergebnisse: TSH SMD −1,26 (95 % KI −1,55 bis −0,96) gegenüber Selen allein, nur die 2 RCTs (Stanchev 2026, Volltext); mit Beobachtungsstudie SMD −1,26 (−1,51 bis −1,00); TgAb SMD −0,51 (−0,78 bis −0,24); TPOAb, fT3, fT4 nicht unterschiedlich (Stanchev 2026)
Bei Hashimoto mit leicht erhöhtem TSH sank der TSH-Wert stärker, wenn zum Selen noch Myo-Inositol kam, als mit Selen allein. Die Auswertung beruht auf nur zwei randomisierten Studien vom selben Erstautor, eine davon ohne Angabe zur Verblindung; die Schilddrüsenhormone selbst änderten sich nicht. Das sind erste Hinweise, ob sich Beschwerden bessern, ist unklar. 70, 125, 126, 127, 128
Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK) bei Hashimoto senkenunklar3 Studien, 288 Pers. (Stanchev 2026); Netzwerk-Meta-Analyse (Peng 2024)TPOAb gegenüber Selen allein SMD −0,18, nicht signifikant
Erwachsene mit Hashimoto-Thyreoiditis; Myo-Inositol allein oder in KOMBINATION mit Selen
Ergebnisse: TPOAb gegenüber Selen allein SMD −0,18 (95 % KI −0,44 bis 0,09), nicht signifikant; TgAb SMD −0,51 (−0,78 bis −0,24) (Stanchev 2026); gegenüber Placebo weder Myo-Inositol allein (TPOAb SMD −1,94; −6,75 bis 2,87) noch Myo-Inositol + Selen (−3,01; −8,96 bis 2,93) signifikant (Peng 2024)
Ob Myo-Inositol die Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK) bei Hashimoto senkt, ist unklar: Weder allein noch zusätzlich zu Selen sanken sie nachweisbar. Nur die Thyreoglobulin-Antikörper waren unter der Kombination etwas niedriger als mit Selen allein. In einem Vergleich mehrerer Nahrungsergänzungen senkte nur Selen die Antikörper gegenüber Placebo. 70, 71
Psyche & Sonstiges 18
15 unklar · 1 spricht dagegen · 2 nicht untersucht
Depressive Phasen bei bipolarer Störung lindernunklar2 kleine Placebo-RCTs, 41 Pers.; dazu 1 offene Vergleichsstudie, 66 Pers.Ansprechen 50 % vs
Erwachsene mit bipolarer Depression, Inositol zusätzlich zu Lithium/Valproat
Ergebnisse: Ansprechen 50 % vs. 30 % (Chengappa 2000, n. s.) und 44 % vs. 0 % (Eden Evins 2006, p = 0,053); mittlere Änderung der Depressionswerte ohne Unterschied. STEP-BD: Genesung 17,4 % mit Inositol vs. 23,8 % mit Lamotrigin, Unterschied n. s.
Ob Inositol depressive Phasen bei bipolarer Störung lindert, ist unklar. Zwei sehr kleine Placebo-Studien fanden tendenziell mehr Ansprechende, verfehlten aber beide die Signifikanz, und einige Teilnehmende verschlechterten sich deutlich. In einer größeren offenen Vergleichsstudie schnitt Inositol nicht besser ab als Lamotrigin oder Risperidon. 67, 66, 134, 57, 135
Panikattacken seltener und schwächer machenErwachsene mit Panikstörung, 12 bis 18 g/Tagunklarerste Hinweise1 Placebo-Crossover-RCT, 21 Pers.; 1 Vergleich mit Fluvoxamin, 20 Pers.Häufigkeit und Schwere der Panikattacken sowie Agoraphobie mit Inositol signifikant …
Ergebnisse: Häufigkeit und Schwere der Panikattacken sowie Agoraphobie mit Inositol signifikant stärker gesunken als mit Placebo (Benjamin 1995); gegen Fluvoxamin im ersten Monat −4,0 vs. −2,4 Attacken/Woche (p = 0,049). Angst-Meta-Analyse (4 Studien, 70 Pers., Panik/Zwang/PTBS) ohne signifikanten Effekt (Mukai 2014).
Eine kleine Placebo-Studie mit 21 Betroffenen fand unter Inositol weniger und schwächere Panikattacken, eine zweite kleine Studie sah Inositol etwa gleichauf mit dem Antidepressivum Fluvoxamin. Beide stammen aus derselben Forschungsgruppe und sind über 20 Jahre alt. In der Meta-Analyse über alle Angststörungen zusammen war kein signifikanter Effekt nachweisbar; unabhängige Wiederholungen fehlen. 60, 137, 57, 59
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen verringernErwachsene mit Zwangsstörung, 18 g/Tag, allein oder zusätzlich zu SSRIunklarwidersprüchlich3 Placebo-RCTs, ca. 66 Pers. (Kishi 2022, Teilgruppe Inositol inkl. Trichotillomanie)Inositol-Teilgruppe nicht signifikant besser als Placebo, nur NAC und Lithium signifikant
Ergebnisse: Inositol-Teilgruppe (3 Studien) nicht signifikant besser als Placebo, nur NAC und Lithium signifikant (Kishi 2022); Fux 1996 positiv (13 Pers., ohne SSRI), Fux 1999 ohne Effekt (10 Pers., zusätzlich zu SSRI)
Eine Crossover-Studie mit 13 Betroffenen fand unter Inositol niedrigere Zwangswerte, als Zusatz zu einem Antidepressivum zeigte sich in einer zweiten kleinen Studie kein Unterschied. In der aktuellsten Meta-Analyse war Inositol über alle drei Studien nicht besser als Placebo. Die Leitlinie sieht für Inositol bei Zwang keine ausreichende Evidenz. 61, 138, 139
Zwanghaftes Haareausreißen verringernErwachsene mit Trichotillomanie, 6 bis 18 g/Tag, 10 Wochenunklar1 Placebo-RCT, 38 Pers.Keine signifikant stärkere Besserung als mit Placebo in allen Haupt- und Nebenzielgrößen
Ergebnisse: Keine signifikant stärkere Besserung als mit Placebo in allen Haupt- und Nebenzielgrößen (alle p > 0,05); deutlich gebessert 42,1 % vs. 35,3 %
Die einzige Placebo-Studie mit 38 Betroffenen fand keinen Vorteil von Inositol beim Haareausreißen; beide Gruppen besserten sich ähnlich stark. Ein Cochrane-Review zu Medikamenten bei Trichotillomanie konnte wegen Einzelstudien keine Meta-Analyse für solche Mittel rechnen. 62, 140
Beschwerden einer posttraumatischen Belastungsstörung lindernErwachsene mit PTBSunklar1 kleine Placebo-Studie (in Mukai 2014 enthalten)Abstract ohne Ergebnisangaben
Ergebnisse: Abstract ohne Ergebnisangaben; in der Angst-Meta-Analyse (4 Studien inkl. dieser, 70 Pers.) kein signifikanter Effekt (Mukai 2014)
Ob Inositol bei einer posttraumatischen Belastungsstörung hilft, ist unklar. Es gibt nur eine einzige kleine Placebo-Studie aus den 1990er-Jahren, und in der Meta-Analyse aller Angststörungen, in die sie einging, zeigte Inositol keinen Vorteil gegenüber Placebo. 141, 57
Essanfälle bei Bulimie verringernPers. mit Bulimia nervosa oder Binge-Eating, 18 g/Tagunklarerste Hinweise1 Placebo-Crossover-RCT, 12 Pers.Inositol signifikant besser als Placebo im klinischen Gesamteindruck, auf der visuellen …
Ergebnisse: Inositol signifikant besser als Placebo im klinischen Gesamteindruck, auf der visuellen Analogskala und im Eating Disorders Inventory
Eine einzige Crossover-Studie mit zwölf Betroffenen fand unter Inositol bessere Werte bei Essanfällen als unter Placebo. Die Studie ist sehr klein, stammt aus der Gruppe, die auch die frühen positiven Studien zu Depression und Panik veröffentlichte, und wurde nie wiederholt. 63
Stimmungsbeschwerden vor der Periode (PMDS) lindernunklarwidersprüchlich2 kleine Placebo-RCTs (Mukai 2014, Teilgruppe PMDS)Teilgruppe PMDS: depressive Symptome tendenziell besser
Frauen mit prämenstrueller dysphorischer Störung; Myo-Inositol 12 g/Tag in der zweiten Zyklushälfte bzw. 0,6 bis 2 g/Tag
Ergebnisse: Teilgruppe PMDS: depressive Symptome tendenziell besser (p = 0,07, Mukai 2014); Gianfranco 2011 positiv (Tagessymptome, HAM-D, CGI), Nemets 2002 ohne Effekt (11 Frauen, Crossover)
Ob Myo-Inositol bei der schweren Form des prämenstruellen Syndroms hilft, ist unklar. Zwei kleine Studien kamen zu gegensätzlichen Ergebnissen: Eine fand bessere Stimmungs- und Symptomwerte, die andere keinerlei Vorteil gegenüber Placebo; zusammengerechnet verfehlte der Effekt knapp die Signifikanz. Zum gewöhnlichen prämenstruellen Syndrom gibt es keine Placebo-Studie. 57, 142, 64
Symptome einer chronischen Schizophrenie lindernunklar3 Studien, 66 Pers. (Firth 2017)Gesamtsymptome g = 0,115, nicht signifikant
Erwachsene mit chronischer Schizophrenie, 6 bis 12 g täglich zusätzlich zur Therapie
Ergebnisse: Gesamtsymptome g = 0,115 (95 % KI −0,35 bis 0,58), nicht signifikant (Firth 2017); Einzelstudien ohne Effekt (Levine 1993, 1994)
Ob Inositol bei chronischer Schizophrenie hilft, ist unklar. Eine Meta-Analyse mit drei kleinen Studien aus den 1990er-Jahren fand keinen Effekt auf die Symptome. Neuere Studien gibt es nicht. 65, 143
Symptome bei Autismus lindernKinder mit Autismus, 200 mg/kg/Tagunklar1 Placebo-Crossover-RCT, 9 Pers.Kein Nutzen gegenüber Placebo
Ergebnisse: Kein Nutzen gegenüber Placebo
Ob Inositol bei Autismus hilft, ist unklar. Bei neun Kindern brachte es in einer doppelblinden Crossover-Studie keinen Vorteil gegenüber Placebo; weitere kontrollierte Studien fehlen. 144
Gedächtnis und Denkvermögen bei Alzheimer verbessernPers. mit Alzheimer-Demenz, Myo-Inositol 6 g/Tagunklar1 Placebo-Crossover-RCT, 11 Pers.CAMCOG-Gesamtwert nur tendenziell besser, n
Ergebnisse: CAMCOG-Gesamtwert nur tendenziell besser, n. s.; Sprache und Orientierung signifikant besser
Ob Myo-Inositol bei Alzheimer Gedächtnis und Denkvermögen verbessert, ist unklar. Eine kleine Crossover-Studie mit elf Kranken fand im Gesamttest keinen signifikanten Vorteil, nur in zwei Teilbereichen. Die Studie lief jeweils nur einen Monat und wurde nicht wiederholt. 69
Fortschreiten der Alzheimer-Demenz bremsen (Scyllo-Inositol als Arzneistoff)unklar1 Placebo-RCT, 353 Pers. (Hauptanalyse 166 Pers.)Kein signifikanter Unterschied in Gedächtnis-Testbatterie und Alltagsfähigkeit nach 78 …
Arzneimittelstudie: Scyllo-Inositol (ELND005), andere Inositol-Form als Myo-Inositol, leichte bis mittlere Alzheimer-Demenz
Ergebnisse: Kein signifikanter Unterschied in Gedächtnis-Testbatterie und Alltagsfähigkeit nach 78 Wochen; höhere Dosen wegen mehr Infektionen und Todesfällen abgebrochen
Scyllo-Inositol wurde als Arzneistoff gegen Alzheimer getestet und verfehlte nach anderthalb Jahren alle Hauptziele; ein Nutzen ist damit unklar. Die beiden höheren Dosen wurden vorzeitig gestoppt, weil darunter mehr Infektionen und Todesfälle auftraten. Die Ergebnisse sagen nichts über Myo-Inositol als Nahrungsergänzung. 145
Gedächtnisstörungen nach Elektrokrampftherapie verringernPers. in Elektrokrampftherapie, 6 g/Tag für 5 Tageunklar1 kleine Placebo-Crossover-StudieKein Effekt auf die kognitive Beeinträchtigung nach EKT
Ergebnisse: Kein Effekt auf die kognitive Beeinträchtigung nach EKT
Ob Inositol Gedächtnisprobleme nach einer Elektrokrampftherapie verringert, ist unklar. Die einzige kleine Crossover-Studie fand keinen Effekt. 146
Krebsvorstufen in den Bronchien bei Rauchern zurückbildenunklar1 Placebo-RCT, 74 Pers.Vollständige Rückbildung 26,3 % vs
Raucher mit Bronchialdysplasie, Myo-Inositol 9 g zweimal täglich, 6 Monate
Ergebnisse: Vollständige Rückbildung 26,3 % vs. 13,9 %, Fortschreiten 47,4 % vs. 33,3 %, Unterschied n. s. (p = 0,76); nur IL-6 in der Lungenspülung signifikant gesenkt
Nach einer vielversprechenden offenen Vorstudie wurde Myo-Inositol bei Rauchern mit Krebsvorstufen in den Bronchien gegen Placebo getestet: Die Vorstufen bildeten sich nicht signifikant häufiger zurück. Lediglich ein Entzündungsmarker sank. Ob Inositol Lungenkrebs verhindert, ist damit offen. 74, 80
Schuppenflechte unter Lithium-Therapie bessernPers. mit Psoriasis, die Lithium einnehmenunklarerste Hinweise1 Placebo-Crossover-RCT, 15 Pers. (+ 11 ohne Lithium)PASI mit Inositol signifikant gebessert bei Lithium-Einnahme
Ergebnisse: PASI mit Inositol signifikant gebessert bei Lithium-Einnahme; kein Effekt bei 11 Pers. ohne Lithium
Bei 15 Menschen, deren Schuppenflechte durch Lithium verstärkt wurde, besserte sich die Haut mit Inositol deutlicher als mit Placebo; bei Schuppenflechte ohne Lithium zeigte sich kein Effekt. Das sind erste Hinweise aus einer einzigen kleinen Studie, der Nutzen bleibt unklar. 73
Schuppenflechte-Herde bessern (D-chiro-Inositol als Creme)auf der Hautunklar1 RCT gegen Grundlage, 46 Pers.PSI und Juckreiz-VAS in allen Gruppen gleich gebessert
leichte Plaque-Psoriasis, 0,25 % bzw. 1 % D-chiro-Inositol auf der Haut
Ergebnisse: PSI und Juckreiz-VAS in allen Gruppen gleich gebessert (n. s.); nur Hautfeuchtigkeit +50 % und Elastizität mit 1 % signifikant
Ob eine Creme mit D-Chiro-Inositol Schuppenflechte bessert, ist unklar. In der einzigen Studie besserten sich die Herde nicht stärker als mit der wirkstofffreien Grundlage; nur Feuchtigkeit und Elastizität der Haut waren etwas besser. 147
Depressive Beschwerden lindernspricht dagegen7 Placebo-RCTs, 242 Pers. (Mukai 2014)Kein signifikanter Effekt auf depressive Symptome
Erwachsene mit diagnostizierter Depression (unipolar, bipolar, PMDD gemischt), Myo-Inositol meist 12 bis 18 g/Tag, allein oder zusätzlich zu Antidepressiva
Ergebnisse: Kein signifikanter Effekt auf depressive Symptome; Ansprechrate nur tendenziell höher (p = 0,06; Mukai 2014). Cochrane 2004: 4 Studien, 141 Pers., kein klarer Nutzen. WFSBP/CANMAT-Leitlinie 2022: Inositol für Depression nicht empfohlen (–).
Die Studienlage spricht dagegen, dass hochdosiertes Inositol depressive Beschwerden lindert. In der maßgeblichen Meta-Analyse kleiner Placebo-Studien (Mukai 2014) besserten sich die Beschwerden nicht messbar stärker als mit Placebo, und als Zusatz zu Antidepressiva brachte Inositol in zwei Studien keinen Vorteil. Eine internationale Fachleitlinie rät von Inositol bei Depression ab. 57, 129, 59, 130, 131, 132, 58, 133
Manische und depressive Symptome bei Kindern mit bipolarer Störung lindernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 2 kleine RCTs gegen Omega-3 und die Kombination (24 Kinder in der Pilotstudie)Größte Abnahme der Manie- und Depressionswerte in der Kombination Omega-3 plus Inositol
Kinder 5 bis 12 Jahre mit bipolarer Spektrumstörung; Vergleich Inositol vs. Omega-3 vs. Kombination, ohne reinen Placebo-Arm
Ergebnisse: Größte Abnahme der Manie- und Depressionswerte in der Kombination Omega-3 plus Inositol (p < 0,05); Inositol allein ohne Vergleich gegen Placebo
Ob Inositol allein manische Symptome bei Kindern mit bipolarer Störung lindert, ist gegen Placebo nicht untersucht. Die beiden Studien verglichen Inositol nur mit Omega-3-Fettsäuren und mit der Kombination beider; die Kombination schnitt am besten ab. Nur gut die Hälfte der Kinder beendete die Pilotstudie. 68, 136
Wechseljahresbeschwerden (z. B. Hitzewallungen) lindernFrauen in den Wechseljahren; Myo-Inositol alleinnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie zu BeschwerdenEinzige randomisierte Studie vergleicht Myo-Inositol mit Myo-Inositol plus Melatonin …
Ergebnisse: Einzige randomisierte Studie vergleicht Myo-Inositol mit Myo-Inositol plus Melatonin (40 Frauen) und misst nur Insulin und Schilddrüsenwerte, keine Beschwerden; Studien zu Hitzewallungen nur mit Kombinationspräparaten und rückblickend
Ob Inositol Hitzewallungen oder andere Wechseljahresbeschwerden lindert, ist nicht untersucht: Eine Studie gegen ein Scheinpräparat gibt es nicht. Die einzige randomisierte Studie in den Wechseljahren verglich zwei Inositol-Varianten miteinander und erfasste nur Blutwerte. 72
Myo-Inositol bei PCOS: Welche Wirkung hat es bei Frauen?
Bei PCOS ist fast jede Wirkung von Inositol unklar, obwohl es dafür am häufigsten genommen wird. PCOS ist eine häufige Hormonstörung: Der Eisprung bleibt oft aus, die Periode kommt unregelmäßig, männliche Hormone sind erhöht, und viele Frauen sprechen schlecht auf Insulin an. Zu all dem gibt es Studien mit Inositol, viele davon positiv. Trotzdem nennt die sorgfältigste Auswertung die Belege begrenzt und nicht schlüssig.3 Warum?
Was fand die Auswertung für die internationale PCOS-Leitlinie?
Die Auswertung für die internationale PCOS-Leitlinie fand für Myo-Inositol meist keinen gesicherten Effekt. Als einzige prüfte sie jede Studie vorab darauf, ob die Daten plausibel sind und die Studie so abgelaufen sein kann wie beschrieben. Von 43 Studien fielen dabei 13 heraus.3 In den übrigen brachte Myo-Inositol mit Folsäure gegenüber Folsäure allein weder mehr Eisprünge noch mehr Schwangerschaften. Nur einige Stoffwechselwerte besserten sich.
Gegenüber Metformin, einem bei PCOS oft verordneten Diabetesmittel, zeigte sich bei Zyklus, Eisprung und Schwangerschaft kein gesicherter Unterschied. Metformin verringerte allerdings Körperbehaarung und Taillenumfang im Verhältnis zur Hüfte etwas stärker. Myo-Inositol verursachte dafür deutlich seltener Magen-Darm-Beschwerden.3 Gleich gut wirken beide deshalb nicht unbedingt. Vielleicht waren die Studien schlicht zu klein.
Hinzu kommt die Frage, wer geforscht hat. Einige Autoren haben Verbindungen zu Herstellern von Inositol-Präparaten,5 und wo die Vergleichsgruppe offen Folsäure bekam, wussten alle, wer was erhielt. Erwartungen färben dann leicht das Ergebnis.
Manche viel zitierte Arbeiten zählen gar nicht mehr. Drei Studien zu PCOS und künstlicher Befruchtung wurden zurückgezogen,678 zwei weitere tragen seit 2025 einen offiziellen Vorbehalt, darunter eine der größten frühen Placebo-Studien mit knapp 300 Frauen.910 Ältere Auswertungen rechnen solche Studien teils noch mit ein.11
So wurde gemessen
- Leitlinien-Auswertung zur internationalen PCOS-Leitlinie 2023: 43 Studien auf Vertrauenswürdigkeit geprüft, 13 mit mittlerem Risiko nicht berücksichtigt, 30 Studien mit 2.230 Teilnehmerinnen eingeschlossen.3
- Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure: beim Eisprung kein Unterschied (2 Studien, 142 Frauen), bei der Schwangerschaft OR 1,24 (0,90 bis 1,73; 5 Studien, 747 Frauen), beim Gesamttestosteron kein gesicherter Unterschied (3 Studien).3
- Gegen Metformin (10 Studien, gut 700 Frauen): Zyklus OR 1,85, Eisprung OR 1,28, Schwangerschaft OR 1,18, jeweils ohne gesicherten Unterschied; Behaarungs-Score um 2,4 Punkte zugunsten von Metformin; Magen-Darm-Beschwerden unter Myo-Inositol deutlich seltener.3
- Zurückgezogen: eine Placebo-Studie zu PCOS von 2007, eine Studie zur Eizellqualität bei ICSI von 2009 und eine Studie zu IVF bei PCOS von 2016. Vorbehalt der Zeitschrift seit 2025: eine Placebo-Studie mit 283 Frauen von 2003 und ein Vergleich mit 84 Frauen von 2011.678910
Macht Inositol den Zyklus regelmäßiger und fördert es den Eisprung?
Ob Myo-Inositol den Zyklus bei PCOS regelmäßiger macht oder den Eisprung fördert, ist unklar, weil sich die Ergebnisse widersprechen. Ältere Auswertungen berichten deutlich mehr Monatsblutungen und Eisprünge als mit Placebo, werfen aber Myo- und D-Chiro-Inositol zusammen.12
Beim Eisprung wiederholt sich das Muster. In einer kleinen doppelblinden Studie hatten mit Myo-Inositol deutlich mehr Frauen einen Eisprung als mit Folsäure allein.13 Dagegen fand eine größere mit 100 Frauen keinen Unterschied, ebenso die Leitlinien-Auswertung.143 Als Zusatz zu Metformin wurde der Zyklus etwas regelmäßiger, allerdings ohne Scheinpräparat als Vergleich.15
Dabei ist ein Eisprung nur ein Zwischenschritt. Was zählt, ist die Schwangerschaft.
So wurde gemessen
- Ältere Auswertung: 10 Studien, 601 Frauen, Myo- und D-Chiro-Inositol gemischt; Monatsblutungen RR 6,8 und Eisprung RR 2,3 gegenüber Placebo, beim Eisprung mit stark streuenden Einzelergebnissen.12
- Zyklus gegen Placebo: 2 Studien mit 118 Frauen, davon eine mit Mischung, RR 1,79; Myo-Inositol allein nur eine Studie mit 85 Frauen.11
- Einzelstudien: Eisprung bei 16 von 23 Frauen mit Myo-Inositol gegenüber 4 von 19 mit Folsäure (42 Frauen);13 kein Unterschied bei 100 Frauen, die auf Letrozol nicht angesprochen hatten.14
- Zusatz zu Metformin: 6 Studien, 388 Frauen, regelmäßigerer Zyklus RR 1,56, ohne Scheinpräparat.15
Senkt Inositol das Testosteron, hilft es bei Haaren und Akne?
Ob Inositol männliche Hormone senkt und so Haare oder Akne bessert, ist unklar und teils kaum untersucht. Einige Auswertungen fanden weniger Testosteron im Blut, eine davon vor allem bei schlanken Frauen.16 Dagegen sahen andere, darunter die Leitlinien-Auswertung, keinen gesicherten Unterschied.317 Und ein Laborwert ist noch keine Besserung im Spiegel.
Genau dafür sind die Daten dünn. Gegen vermehrte Körperbehaarung gibt es nur eine kleine Placebo-Studie ohne sicheren Effekt,11 und als Zusatz zu Metformin sank der Behaarungswert nur leicht, während die Akne unverändert blieb.15 Zu Haarausfall am Kopf haben wir keine Studie mit Inositol gefunden.
So wurde gemessen
- Testosteron: Auswertung von 9 Studien mit 440 Frauen, stark uneinheitliche Ergebnisse, Senkung vor allem bei Normalgewicht;16 Auswertung von 10 Studien mit 573 Frauen ohne gesicherten Unterschied.17
- Körperbehaarung gegen Placebo: 1 Studie mit 43 Frauen, kein gesicherter Effekt.11 Als Zusatz zu Metformin: Behaarungs-Score knapp 1 Punkt niedriger, Akne unverändert (6 Studien, 388 Frauen).15
Hilft Inositol bei Insulinresistenz?
Ob Myo-Inositol die Insulinresistenz bei PCOS verringert, ist ebenfalls unklar. Mehrere Auswertungen finden einen etwas niedrigeren Messwert dafür, andere keinen Unterschied.1811 Die Leitlinien-Auswertung stützt ihren positiven Befund nur auf zwei kleine Studien,3 und eine neuere Auswertung, die Myo-Inositol unter anderem mit Metformin und Abnehmspritzen verglich, fand für keine Behandlung einen Effekt.19
Ein Ersatz für eine Behandlung ist Inositol bei PCOS also nicht. Ob ein Versuch neben Bewegung und Ernährung infrage kommt, lässt sich in der ärztlichen Begleitung klären.
So wurde gemessen
- Insulinresistenz-Index (HOMA-IR): Senkung um 0,65 Punkte in 10 Studien mit 573 Frauen, Vergleichsgruppen gemischt;17 gegen Placebo kein gesicherter Unterschied (3 Studien, 92 Frauen).11 Weitere Auswertung mit 9 Studien positiv.18
- Leitlinien-Auswertung: 2 Studien mit 70 Frauen, sehr geringes Vertrauen in das Ergebnis; gegen Metformin kein Unterschied (5 Studien).3
- Netzwerk-Auswertung: 16 Studien, keine der Behandlungen veränderte den Wert gesichert.19
Inositol bei Kinderwunsch: Hilft es, schwanger zu werden?
Ob Inositol die Chance auf ein Kind erhöht, ist unklar, bei natürlicher Empfängnis ebenso wie bei künstlicher Befruchtung. Manche Studien sehen Vorteile bei Zwischenschritten wie der Zahl reifer Eizellen, doch ob am Ende ein Kind zur Welt kommt, haben die meisten gar nicht gemessen.
Werden Frauen mit PCOS mit Inositol leichter schwanger?
Ob Frauen mit PCOS ohne künstliche Befruchtung mit Myo-Inositol häufiger schwanger werden, ist unklar. In den wenigen Placebo-Studien zeigte sich kein gesicherter Unterschied, und die einzige ohne zusätzliche Behandlung ist zurückgezogen.116
Geburten erfasste die Cochrane-Übersicht, deren Fachleute Studien nach strengen Regeln sichten, nur in zwei kleinen Studien mit 84 Frauen, ohne gesicherten Unterschied.20 Eine neuere Dachauswertung berichtet mehr Geburten, stützt sich aber auf ähnlich wenige Daten.21 Bei Fehlgeburten hing ein scheinbarer Vorteil fast nur an einer auffälligen Studie. Ohne sie verschwand er.20
So wurde gemessen
- Schwangerschaft gegen Placebo: 4 Studien mit 308 Frauen, RR 1,24 ohne gesicherten Unterschied, darunter die zurückgezogene Studie.11 Leitlinien-Auswertung: OR 1,24 (5 Studien, 747 Frauen).3
- Cochrane-Übersicht: Lebendgeburt OR 2,42 (0,75 bis 7,83; 2 Studien, 84 Frauen); Fehlgeburt OR 0,40 (4 Studien, 535 Frauen), nach Ausschluss der auffälligen Studie kein Effekt.20
- Dachauswertung: Lebendgeburt RR 2,29 gegenüber Placebo oder Folsäure.21
Hilft Myo-Inositol bei künstlicher Befruchtung?
Bei künstlicher Befruchtung, also IVF oder ICSI, führt Myo-Inositol nach den meisten Auswertungen nicht gesichert zu mehr Schwangerschaften.20322 Die positiven Auswertungen verglichen meist offen und zählen zum Teil zurückgezogene Studien mit,2324 während eine Arbeit, die nur Placebo-Studien zu Mitteln bei unerfülltem Kinderwunsch aufnahm, keinen Effekt fand.25
Bei den Zwischenschritten sieht es etwas besser aus: etwas mehr reife und befruchtete Eizellen,26 weniger Hormone zur Anregung der Eierstöcke.24 Beides stammt aber aus offenen Studien. Ob Inositol eine Überstimulation verhindert oder Frauen mit schwach reagierenden Eierstöcken hilft, ist unklar.272228 Wer in Kinderwunschbehandlung ist, sollte eine Einnahme mit der Praxis absprechen.
So wurde gemessen
- Schwangerschaft bei IVF/ICSI: Cochrane OR 1,27 (4 Studien, 535 Frauen);20 Leitlinien-Auswertung OR 1,24 (5 Studien, 747 Frauen);3 weitere Auswertung mit 18 Studien RR 1,16.22 Positiv: RR 1,64 aus 17 Studien mit gemischten Formen und Vergleichen.23
- Nur Placebo-Studien zu Nahrungsergänzungen bei Unfruchtbarkeit (20 Studien): kein Effekt auf Schwangerschaften.25
- Zwischenschritte: reife Eizellen OR 1,55 und Befruchtungsrate OR 1,62 (11 Studien);26 geringere Hormonmenge zur Stimulation (7 Studien, 935 Frauen).24
Verbessert Inositol die Spermienqualität?
Bei Männern gibt es nur erste Hinweise: Die Wirkung ist unklar. Eine einzige Placebo-Studie gab Männern mit ungeklärter Unfruchtbarkeit drei Monate lang Myo-Inositol mit Folsäure und fand danach mehr und beweglichere Spermien.29 Ob die Partnerinnen häufiger schwanger wurden, berichtet sie nicht. Die einzige Auswertung zum Thema mischt Einnahme, Zugabe zur Samenprobe im Labor und Mischpräparate.30
Myo-Inositol in der Schwangerschaft: Schützt es vor Schwangerschaftsdiabetes?
In der Schwangerschaft liegen die stärksten Hinweise auf einen Nutzen vor, aber auch einige der deutlichsten Gegenbefunde. Geprüft wurde fast immer dasselbe: Schwangere mit erhöhtem Risiko, etwa wegen Übergewichts oder Diabetes in der Familie, nahmen ab dem ersten Drittel zweimal täglich 2 g Myo-Inositol.31 Das sollte einem Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen, also einem erhöhten Blutzucker, der erst in der Schwangerschaft auftritt.
Senkt Myo-Inositol das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes?
Schwangere mit erhöhtem Risiko bekommen mit Myo-Inositol wahrscheinlich seltener einen Schwangerschaftsdiabetes. Fast alle Auswertungen kommen zu diesem Ergebnis, auch die neueste und größte mit zwölf Studien und fast 4.800 Frauen: Dort trat die Erkrankung um gut 40 Prozent seltener auf.3233 Das ist die am besten gestützte Wirkung von Inositol. Ein Freibrief ist es nicht.
Denn die Auswertungen rechnen immer wieder dieselben, meist kleinen Studien zusammen, und von den sieben Studien der Cochrane-Übersicht stammen sechs aus Italien.31 Fast alle verglichen offen mit Folsäure allein.34 Deshalb halten die Cochrane-Fachleute das Vertrauen in das Ergebnis nur für niedrig bis sehr niedrig.
Den deutlichsten Gegenbefund lieferte 2025 eine große doppelblinde Studie aus den Niederlanden: 464 Schwangere mit PCOS nahmen bis zur Geburt Myo-Inositol oder ein Scheinpräparat, beide zusätzlich Folsäure.36 Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie oder Frühgeburt traten in beiden Gruppen etwa gleich oft auf, bei rund jeder vierten Frau. Auf andere Schwangere lässt sich das nicht eins zu eins übertragen. Es zeigt aber, dass der Effekt unter strengen Bedingungen nicht von selbst wiederkehrt.
Wer ein erhöhtes Diabetesrisiko hat, sollte Myo-Inositol deshalb nicht auf eigene Faust beginnen, sondern mit der Frauenarztpraxis besprechen. Den Zuckertest in der Schwangerschaft ersetzt es nicht.
So wurde gemessen
- Neueste Auswertung: 12 Studien mit 4.765 Frauen, Myo-Inositol gegen Placebo oder übliche Versorgung, Schwangerschaftsdiabetes 44 % seltener.32 Auswertung aller Vorbeugemaßnahmen bei Risikoschwangeren, Teil Inositol mit 9 Studien: Risiko um 19 Prozentpunkte niedriger, bei sehr uneinheitlichen Einzelergebnissen.33
- Cochrane-Übersicht: 7 Studien mit 1.319 Schwangeren (6 aus Italien, 1 aus Irland); für diesen Punkt 6 Studien mit 1.140 Frauen, Risiko etwa halbiert (RR 0,53), Vertrauen niedrig bis sehr niedrig.31
- Vergleichsgruppen: in allen Studien einer weiteren Auswertung Folsäure, nur eine Studie doppelblind.34 Offene Studie mit 220 adipösen Schwangeren: 14 gegenüber 34 % erkrankt.35
- Niederländische Studie: 464 Schwangere mit PCOS, doppelblind, 2 × 2 g gegen Placebo; Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie oder Frühgeburt bei 25,0 gegenüber 26,8 %.36
Beugt Inositol Frühgeburt und Bluthochdruck in der Schwangerschaft vor?
Auch Frühgeburten und Bluthochdruck in der Schwangerschaft treten mit Myo-Inositol wahrscheinlich seltener auf, doch hier wiegen die Gegenbefunde schwerer. In der maßgeblichen Auswertung von sieben Studien kamen beide nur etwa ein Drittel so oft vor, die Cochrane-Übersicht fand ein ähnliches Bild.3731 Zum Bluthochdruck zählt auch die Präeklampsie, eine ernste Komplikation mit hohem Blutdruck und Eiweiß im Urin.
Dagegen fand die neueste und größte Auswertung bei Frühgeburt und Bluthochdruck keinen gesicherten Unterschied mehr,32 die Studie aus den Niederlanden ebenfalls nicht.36 Damit steht das Urteil auf der Kippe. Es beruht auf den älteren Auswertungen, und die neueren Daten bestätigen es bisher nicht.
Und die Kinder? Obwohl seltener ein Schwangerschaftsdiabetes auftrat, kamen die Babys nicht seltener zu groß zur Welt und waren im Mittel nicht leichter, und auch Kaiserschnitte wurden nicht seltener.3832 Bei Geburtsgewicht und Kaiserschnitt spricht die Studienlage deshalb dagegen, dass Inositol etwas bewirkt. Ob Neugeborene seltener in einen Unterzucker rutschen, bleibt unklar, weil sich die Auswertungen widersprechen.3138
Ist der Schwangerschaftsdiabetes schon da, bleibt offen, ob Myo-Inositol Insulin erspart: Kleine, meist offene Studien deuten darauf hin, die Cochrane-Übersicht fand keinen Unterschied.3940 Ob es die Gewichtszunahme bremst, ist ebenfalls unklar.31
Bei Frauen, die schon eine Schwangerschaft mit einem Neuralrohrdefekt wie dem offenen Rücken hatten, wird Inositol zusätzlich zur Folsäure diskutiert. Ob es eine Wiederholung verhindert, ist nach einer winzigen Pilotstudie unklar.43 Die belegte Vorbeugung bleibt die Folsäure selbst.
So wurde gemessen
- Maßgebliche Auswertung: 7 Studien mit 1.319 Risikoschwangeren; Frühgeburt OR 0,35, Bluthochdruck oder Präeklampsie OR 0,37.37 Cochrane: Frühgeburt RR 0,35 (4 Studien, 829 Kinder), Bluthochdruck RR 0,34 (5 Studien, 1.052 Frauen).31
- Neueste Auswertung mit 12 Studien: kein gesicherter Unterschied bei Frühgeburt, Bluthochdruck, Kaiserschnitt, zu großen Babys und Unterzucker der Neugeborenen.32 Kaiserschnitt RR 0,90 (6 Studien), zu große Babys nicht gesichert seltener (5 Studien).38
- Unterzucker der Neugeborenen: RR 3,07 (4 Studien, 671 Kinder, nicht gesichert) in der Cochrane-Übersicht, RR 0,12 in einer anderen Auswertung.3138
- Bestehender Schwangerschaftsdiabetes: 4 Studien mit 317 Frauen, seltener Insulin nötig (OR 0,24);39 Cochrane mit 2 Studien ohne Unterschied beim Bedarf an Medikamenten.40
- Neuralrohrdefekt: Pilotstudie mit 33 Schwangerschaften, eine Wiederholung unter Placebo, keine unter Inositol.43 Mischung: 240 Schwangere in Irland, 23,3 gegenüber 18,3 % erkrankt.42
Ist Inositol in der Schwangerschaft sicher?
In den Studien zur Schwangerschaft wurde kein Schaden für Mutter oder Kind gefunden. Frühgeburten kamen nicht häufiger vor, in mehreren Auswertungen sogar seltener.383732 Für den verbreiteten Hinweis, Inositol könne Wehen auslösen, fanden wir weder eine Studie noch einen Fallbericht.
Allerdings waren die Studien zu klein, um seltene schwere Folgen wie eine Totgeburt zu erfassen, und Langzeitdaten zur Entwicklung der Kinder fehlen. Beim Unterzucker der Neugeborenen sahen die Cochrane-Fachleute einen nicht gesicherten Anstieg und fordern, Nebenwirkungen genauer zu erfassen.31 In der Schwangerschaft gehört Inositol deshalb nur nach ärztlicher Absprache in den Alltag, und mehr als etwa 4 g am Tag gaben die Studien nicht. Bei regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Inositol bei Frühgeborenen: Warum wurde die größte Studie abgebrochen?
Ob Inositol als Infusion extrem früh geborenen Kindern schadet, ist ungeklärt, obwohl die größte Studie dazu abgebrochen wurde. In dieser Placebo-Studie bekamen 638 Kinder bis zu zehn Wochen lang Inositol oder ein Scheinmittel, erst als Infusion, dann über eine Magensonde. Mit Inositol starben 18 gegenüber 11 Prozent.44 Die Auswertungen aller sechs Placebo-Studien fanden dagegen keinen gesicherten Unterschied bei der Sterblichkeit.4647 Das betrifft schwerkranke Kinder auf der Intensivstation. Für Tabletten oder Pulver bei Erwachsenen gilt es nicht.
Die Idee stammte aus Finnland, wo ältere Studien weniger Lungenschäden und Netzhauterkrankungen gefunden hatten.45 Vor Lungenschäden und schweren Netzhauterkrankungen schützten die Infusionen nach den neueren Studien nicht, hier spricht die Studienlage dagegen.
Deshalb rät die Cochrane-Übersicht von einer Routinegabe ab.47 Dass sich die Kinder mit zwei Jahren in beiden Gruppen ähnlich entwickelten, beruhigt nur zum Teil.48 Ob Inositol allein über Mund oder Sonde Frühgeborenen nützt, ist nicht untersucht.49 Für Erwachsene folgt daraus weder Gutes noch Schlechtes. Säuglingen sollte Inositol allerdings nur auf ärztliche Verordnung gegeben werden.
So wurde gemessen
- Große Placebo-Studie: 638 Frühgeborene unter 28 Wochen, 40 mg je Kilogramm Körpergewicht alle 12 Stunden, erst als Infusion, dann über die Sonde, bis zu 10 Wochen; Tod 18 gegenüber 11 %, Tod oder schwere Netzhauterkrankung 29 gegenüber 21 %; vorzeitig abgebrochen.44
- Ältere Studie aus Finnland: 221 beatmete Frühgeborene, Überleben ohne chronischen Lungenschaden 71 gegenüber 55 %.45
- Auswertungen: 6 Studien, Sterblichkeit insgesamt nicht gesichert erhöht, ohne die älteste Studie erhöht;46 Cochrane mit 6 Studien und 1.177 Kindern, keine Routinegabe empfohlen.47 Nachuntersuchung von 605 Kindern mit 2 Jahren ohne Unterschied.48
Inositol zum Abnehmen: Hilft es bei Gewicht und Blutzucker?
Inositol ist kein Abnehmmittel, und ob es beim Gewicht überhaupt etwas bewirkt, ist unklar. In zwei Auswertungen lag der BMI, also das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße, im Mittel um rund einen halben Punkt niedriger, bei 1,70 m Körpergröße etwa 1,5 kg.504 Doch die meisten dieser Studien hatten Frauen mit PCOS, und die methodisch besseren zeigten keinen Unterschied, ebenso wie eine dritte Auswertung.51
Dazu kommt ein Rechenproblem. Die Auswertungen mischen Myo-Inositol mit D-Pinitol, Kombinationspräparaten und Studien an Schwangeren.4 Was auf Myo-Inositol allein entfällt, lässt sich kaum herausrechnen. In einer italienischen Studie mit Frauen nach den Wechseljahren, die zusätzlich Diät hielten, nahmen die Frauen mit Inositol nicht stärker ab als mit Placebo.52
Senkt Inositol Blutzucker, Blutfette und Blutdruck?
Ob Myo-Inositol Blutzucker, Blutfette oder Blutdruck senkt, ist unklar: Es gibt höchstens erste Hinweise. Den Langzeitblutzucker veränderte Inositol nicht, nur der Nüchternblutzucker sank etwas.51 Placebo-Studien mit Myo-Inositol allein bei Diabetes gibt es nicht. Für Insulinresistenz, Blutfette und Blutdruck stützen sich die positiven Befunde auf zwei kleine Placebo-Studien, eine mit Frauen nach den Wechseljahren und eine mit Menschen mit Fettleber.5253
Die italienische Studie galt dem metabolischen Syndrom: dem Zusammentreffen von Bauchfett, hohem Blutzucker, schlechten Blutfetten und hohem Blutdruck. Nach einem Jahr hatte es sich bei jeder fünften Frau mit Inositol zurückgebildet, mit Placebo nur bei einer von 40.52 Ob das mehr als Zufall war, haben die Autoren nicht geprüft. In der iranischen Studie mit Fettleber besserten sich Leberwerte und Ultraschall, doch weitere Arbeiten derselben Gruppe beruhen wohl teils auf denselben Kranken.5354 Eine Kombination mit Alpha-Liponsäure senkte die Insulinresistenz in einer einzelnen Studie,55 eine Mischung mit Zink bei stark übergewichtigen Jugendlichen nicht.56
Wer Insulin oder andere Diabetesmittel nimmt, sollte vorher ärztlichen Rat einholen. Denn ob Inositol zusammen mit solchen Mitteln Unterzuckerungen auslöst, ist nicht untersucht.51
So wurde gemessen
- Gewicht: 15 Studien, davon 10 mit PCOS, BMI −0,41;50 18 Studien mit 898 Teilnehmenden, BMI −0,57, in den Studien mit geringem Verzerrungsrisiko kein gesicherter Unterschied;4 20 Studien mit 1.239 Teilnehmenden ohne Unterschied beim BMI.51
- Blutzucker: Langzeitwert HbA1c unverändert, Nüchternzucker −0,44 mmol/l, Inositol-Formen einschließlich D-Pinitol gemischt.51
- Metabolisches Syndrom: 80 Frauen nach den Wechseljahren, 2 × 2 g mit Diät über 12 Monate; Syndrom zurückgebildet bei 8 von 40 gegenüber 1 von 40.52
- Fettleber: 48 Erwachsene, 4 g über 8 Wochen; oberer Blutdruckwert −4,4 gegenüber +0,8 mmHg.53 Kombination mit Alpha-Liponsäure: 155 Frauen;55 Kombination mit Zink: 56 Jugendliche, Hauptziel verfehlt.56
Inositol-Wirkung auf die Psyche: Hilft es bei Depression, Angst oder Schlaf?
Gegen Depressionen hilft Inositol nach heutiger Studienlage eher nicht. Die Studien dazu stammen überwiegend aus den 1990er-Jahren und arbeiteten mit 12 bis 18 g am Tag, einem Vielfachen der Menge bei PCOS.57 In der maßgeblichen Auswertung von sieben Placebo-Studien besserten sich depressive Beschwerden nicht messbar stärker als mit Scheinpräparat, und als Zusatz zu Antidepressiva brachte Inositol keinen Vorteil.5758 Deshalb rät eine internationale Fachleitlinie davon ab.59
Bei Panik, Zwangsstörungen und Essanfällen bleibt die Wirkung unklar. In einer kleinen Studie zu Panik gingen die Attacken mit Inositol stärker zurück als mit Placebo, über alle Angststörungen zusammen aber nicht.6057 Bei Zwangsstörungen und beim zwanghaften Haareausreißen war Inositol nicht besser als Placebo.6162 Zu Essanfällen, zu schweren Stimmungstiefs vor der Periode und zu Schizophrenie gibt es nur winzige, widersprüchliche oder ergebnislose Studien.636465
Bei der bipolaren Störung brachten zwei sehr kleine Studien zu depressiven Phasen kein gesichertes Ergebnis,6667 und bei Kindern wurde Inositol nur mit Omega-3-Fettsäuren verglichen, nie mit einem Scheinpräparat.68 Ob es beim Schlafen hilft, ist nicht untersucht, denn die einzige Studie dazu lief mit Schwangeren und verglich mit Folsäure.41 Und Gedächtnis und Denkvermögen bei Alzheimer besserten sich in einer Studie mit elf Kranken nicht gesichert.69
So wurde gemessen
- Depression: 7 doppelblinde Placebo-Studien mit 242 Teilnehmenden, meist 12 bis 18 g täglich; Beschwerden ohne gesicherten Unterschied, Ansprechen nur knapp häufiger.57 Zusatz zu Antidepressiva: 27 Teilnehmende, kein Unterschied.58 Fachleitlinie: Inositol bei Depression nicht empfohlen.59
- Panik: 21 Teilnehmende, je 4 Wochen Inositol und Placebo im Wechsel.60 Zwang: 3 Placebo-Studien ohne Vorteil.61 Haareausreißen: 38 Teilnehmende, 42 gegenüber 35 % deutlich gebessert.62
- Bipolare Depression: 24 und 17 Teilnehmende zusätzlich zu Lithium oder Valproat.6667 Alzheimer: 11 Kranke, 6 g täglich.69
Hashimoto, Wechseljahre, Haut: Was zeigen die übrigen Studien?
Bei Hashimoto, in den Wechseljahren und bei Hautproblemen gibt es kaum verwertbare Studien. Bei Hashimoto mit leicht erhöhtem TSH, dem Steuerhormon der Schilddrüse, sank dieser Wert stärker, wenn zum Spurenelement Selen noch Myo-Inositol kam.70 Allerdings beruht die Auswertung auf zwei Studien vom selben Erstautor, und Schilddrüsenhormone und Antikörper änderten sich nicht.7071 Ob die Beschwerden nachlassen, ist unklar, denn gemessen hat das niemand.
Gegen Hitzewallungen und andere Wechseljahresbeschwerden ist Inositol nicht untersucht. Die einzige Studie in den Wechseljahren verglich Myo-Inositol mit einer Mischung mit Melatonin und erfasste nur Blutwerte.72 Bei Schuppenflechte besserte sich die Haut nur, wenn das Hautleiden durch das Medikament Lithium verstärkt war.73 Und bei Rauchern mit Krebsvorstufen in den Bronchien bildeten sich diese unter sehr hohen Mengen nicht häufiger zurück als unter Placebo.74
Unsere Einordnung
Myo-Inositol beugt bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko wahrscheinlich einem Schwangerschaftsdiabetes vor, doch die Studien sind meist klein, offen und aus Italien, und neuere große Daten bestätigen die Vorteile bei Frühgeburt und Bluthochdruck nicht. Bei PCOS und Kinderwunsch findet die vertrauensgeprüfte Leitlinien-Auswertung meist keinen gesicherten Effekt. Als Abnehmmittel taugt Inositol nicht, und bei Depression spricht die Studienlage dagegen.
Welche Versprechen über Inositol halten nicht?
Drei verbreitete Behauptungen gehen über die Studienlage hinaus. Die erste: Die Mischung 40:1 entspreche dem natürlichen Verhältnis im Blut und wirke deshalb besser. Sie wurde aber nie gegen Placebo geprüft, und Kombinationen waren nicht durchgehend besser als Myo-Inositol allein.7521 Die zweite: Inositol sei ein natürlicher Ersatz für Metformin. Doch kein Unterschied in kleinen Studien beweist keine gleiche Wirkung.3
Die dritte macht Inositol zum Mittel für eine schlanke Linie und gute Laune. Beides stützen die besseren Studien zu Gewicht und Depression nicht.457 Und dass ein körpereigener Stoff automatisch harmlos sei, stimmt nur eingeschränkt, wie die Studien an Frühgeborenen zeigen.
Inositol Nebenwirkungen: Ist Myo-Inositol gefährlich?
Ob Inositol insgesamt Nebenwirkungen verursacht, ist ungeklärt. In der einzigen Placebo-Studie mit vollständigen Zahlen nahmen 85 Raucher sechs Monate lang ein Vielfaches der üblichen Menge. Mindestens eine Nebenwirkung hatten 89 gegenüber 83 Prozent. Gesichert war das nicht.74 In den üblichen, viel kleineren Mengen fielen kaum Nebenwirkungen auf, doch viele Studien, darunter die meisten zu PCOS, haben sie gar nicht erfasst.3 Die gute Verträglichkeit ist damit plausibel, aber nicht gründlich geprüft.
Am häufigsten beschrieben sind Übelkeit, Blähungen und Durchfall.575 Ob Inositol sie auslöst, ist ebenfalls ungeklärt. In der Studie mit den Rauchern hatten 59 gegenüber 43 Prozent Magen-Darm-Beschwerden. Auch in elf Placebo-Studien zu Depression und Angst war das Plus knapp nicht gesichert.7457 Gegenüber dem Diabetesmittel Metformin verursachte Myo-Inositol solche Beschwerden seltener.3 Die Befunde betreffen Mengen ab etwa 12 g am Tag. Bei den üblichen Mengen wurden sie selten beschrieben.
Ob Inositol bei einer bipolaren Störung eine Manie auslöst oder die Stimmung verschlechtert, ist ungeklärt. In einer Placebo-Studie nahmen 17 Menschen mit bipolarer Depression sechs Wochen lang Inositol oder ein Scheinmittel, alle zusätzlich zu Lithium oder Valproat. Bei zwei von neun mit Inositol wurde die Depression deutlich schlimmer.67 Fallberichte beschreiben zudem Manien unter Inositol, also Phasen mit übersteigertem Hochgefühl und Antrieb, ohne einen Zusammenhang zu beweisen.76 In den kleinen Placebo-Studien löste Inositol keine Manie aus. Und in elf Placebo-Studien brachen nicht mehr Menschen wegen schlechterer Stimmung ab.6657 Das betrifft Menschen mit bipolarer Störung, die meist 12 g am Tag nahmen.
Ob Inositol die Wirkung von Lithium oder Valproat abschwächt, ist ebenfalls ungeklärt. Die Sorge kommt daher, dass Lithium vermutlich wirkt, indem es Inositol im Gehirn verringert. In einer Placebo-Studie nahmen 24 Menschen sechs Wochen lang 12 g Inositol zu ihren Medikamenten. Deren Spiegel im Blut blieben gleich.66 Ob die Stimmung über Monate stabil bleibt, hat keine kontrollierte Studie geprüft. Wer Lithium oder Valproat nimmt, sollte Inositol nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis beginnen. Bei auffälligem Stimmungshoch, starker Unruhe oder tagelanger Schlaflosigkeit ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Für Kinder ist Inositol nicht untersucht. In einer winzigen Studie mit Kindern mit ADHS wurden die Beschwerden eher schlimmer.77
So wurde gemessen
- Placebo-Studie mit hoher Menge: 74 Raucher, 18 g täglich über 6 Monate; mindestens eine Nebenwirkung bei 89 gegenüber 83 %, Magen-Darm-Beschwerden bei 59 gegenüber 43 %, beides nicht gesichert.74
- Psychiatrie-Studien: 11 Placebo-Studien mit 312 Teilnehmenden, 12 bis 18 g täglich; Magen-Darm-Beschwerden grenzwertig häufiger, Abbrüche wegen Nebenwirkungen nicht häufiger.57
- PCOS: Nebenwirkungen in der Mehrzahl der Studien nicht berichtet; Magen-Darm-Beschwerden seltener als unter Metformin.3
- Bipolare Störung: 17 Teilnehmende, Verschlechterung bei 2 von 9 unter Inositol;67 24 Teilnehmende mit 12 g zusätzlich zu Stimmungsstabilisierern, Spiegel unverändert.66 Kinder mit ADHS: 11 Kinder, 200 mg je Kilogramm täglich.77
Nebenwirkungen insgesamt in kontrollierten Studienungeklärt1 Placebo-RCT, 85 Pers. (Lam 2016); Meta-Analysen nur beschreibend: 26 RCTs, 1.691 Pers. (Greff 2023); 20 RCTs, 1.239 Pers. (Miñambres 2019); 30 Studien, 2.230 Pers. (Fitz 2024)
Ergebnisse: mindestens eine Nebenwirkung 89 % gegenüber 83 % unter Placebo, p = 0,45, bei 18 g/Tag (Lam 2016); Nebenwirkungen nur in 13 von 20 Studien erwähnt, keine schwerwiegenden (Miñambres 2019); in 23 von 29 PCOS-Studien gar nicht berichtet (Fitz 2024, Volltext); vier Placebo-Studien ohne Nebenwirkungen unter Inositol (Greff 2023, Volltext)
Ob Inositol insgesamt häufiger Nebenwirkungen verursacht, ist ungeklärt. In der einzigen Placebo-Studie mit Gesamtzahlen hatten unter hohen Dosen ähnlich viele Teilnehmende Nebenwirkungen wie unter Placebo, und in den Meta-Analysen traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf. Viele Studien haben Nebenwirkungen aber gar nicht oder nur am Rande erfasst, die gute Verträglichkeit ist daher plausibel, aber nicht gründlich geprüft. 74, 11, 51, 3, 20
Was tun? Bei neuen Beschwerden unter der Einnahme pausieren und ärztlich abklären lassen; bei Dauereinnahme die Einnahme bei Arztbesuchen angeben.
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 6 bis 12 Monate, Männer und ältere Menschen (fast nur Studien an jüngeren Frauen), Menschen mit Nieren- oder Lebererkrankung
Sterblichkeit und schwere Komplikationen bei Frühgeborenen (Inositol als Infusion)ungeklärt6 RCTs, 1.177 Frühgeborene (Du 2019); Infusion dann Sonde 2 RCTs, 760 Kinder (Howlett 2019, Cochrane); 1 Placebo-RCT, 638 Kinder (Phelps 2018)
Ergebnisse: Sterblichkeit RR 1,25 (95 % KI 0,82 bis 1,90), ohne die älteste Studie RR 1,55 (1,14 bis 2,11) (Du 2019); Tod vor 55 Wochen 18 gegenüber 11 %, RR 1,66 (1,14 bis 2,43), Studie deshalb vorzeitig abgebrochen; Tod oder schwere Netzhauterkrankung RR 1,41 (1,08 bis 1,83) (Phelps 2018); Säuglingssterblichkeit RR 0,89 (0,71 bis 1,13) (Howlett 2019); Entwicklung mit 2 Jahren unverändert (Adams-Chapman 2021)
Bei extrem Frühgeborenen sollte Inositol als Infusion einer schweren Netzhauterkrankung vorbeugen. Die größte Placebo-Studie (Phelps 2018) wurde abgebrochen, weil in der Inositol-Gruppe mehr Kinder starben (18 statt 11 Prozent); in den Meta-Analysen war der Unterschied nicht gesichert, ein Schaden ist damit ungeklärt, und Cochrane rät vom Routineeinsatz ab. Diese Befunde betreffen nur schwerkranke Frühgeborene mit Infusionen und sagen nichts über Tabletten oder Pulver für Erwachsene. 46, 47, 44, 150, 48
Was tun? Für Erwachsene folgt daraus kein Handlungsbedarf. Frühgeborenen und Säuglingen kein Inositol-Präparat zusätzlich zur Säuglingsnahrung geben, außer es ist ärztlich verordnet.
Nicht untersucht bei: reifgeborene Säuglinge, Langzeitfolgen über das 2. Lebensjahr hinaus
- Placebo-Studie mit 638 Personen zeigt einen Schaden (Phelps et al. 2018)
Manie auslösen oder Stimmung verschlechtern bei bipolarer Störungungeklärt2 Placebo-RCTs, 24 und 17 Pers. (Chengappa 2000, Eden Evins 2006); 1 offene RCT, 66 Pers. (Nierenberg 2006); Meta-Analyse 11 RCTs (Mukai 2014); Fallberichte
Ergebnisse: gut verträglich, Spiegel der Stimmungsstabilisierer unverändert (Chengappa 2000); Manie-Skala YMRS nicht verändert, aber 2 von 9 mit Inositol über 50 % schlechtere Depressionswerte, vor allem bei Gereiztheit zu Beginn (Eden Evins 2006); Abbrüche wegen Verschlechterung psychischer Beschwerden nicht häufiger (Mukai 2014)
In kleinen Placebo-Studien bei bipolarer Depression löste Inositol keine Manie aus und veränderte die Spiegel von Lithium oder Valproat nicht. In einer Studie verschlechterte sich aber bei zwei von neun Teilnehmenden die Depression deutlich, und es gibt Fallberichte über Manien unter Inositol. Ob ein Zusammenhang besteht, ist ungeklärt. 57, 66, 67, 134
Was tun? Bei bipolarer Störung Inositol nur nach Rücksprache mit der behandelnden Psychiaterin oder dem Psychiater einnehmen. Bei auffälligem Stimmungshoch, starker Unruhe oder tagelanger Schlaflosigkeit ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Menschen mit bipolarer Störung ohne Stimmungsstabilisierer, Einnahme über mehr als 16 Wochen
- In einem Leserbrief (Titel „Inositol-induced mania?“) berichten die Autoren über das Auftreten von Manie unter Inositol-Behandlung; ein Zusammenhang ist nicht bewiesen. Levine et al. 1996
- In einem Fallbericht trat eine Manie nach einem Energydrink auf; die Autoren diskutieren Koffein, Taurin und Inositol als mögliche Auslöser. Machado-Vieira et al. 2001
Wirkung von Lithium oder Valproat abschwächenungeklärt1 Crossover-Placebo-RCT, 15 Pers. (Allan 2004); 1 Placebo-RCT, 24 Pers. (Chengappa 2000); unkontrollierte Pilotstudie, 15 Pers. (Cantelmi 2022)
Ergebnisse: Schuppenflechte unter Lithium durch Inositol signifikant gebessert (Allan 2004); Spiegel der Stimmungsstabilisierer unverändert (Chengappa 2000); 4 g/Tag über 6 Monate, keine Anpassung der Medikation nötig (Cantelmi 2022)
Weil Lithium vermutlich über eine Verringerung von Inositol im Gehirn wirkt, wird befürchtet, dass Inositol-Präparate die Wirkung abschwächen. Gezielt untersucht wurde das nur in sehr kleinen Studien: Die Medikamentenspiegel blieben unverändert, und eine Pilotstudie ohne Kontrollgruppe fand keinen Bedarf, die Medikation anzupassen. Ob die Stimmungsstabilisierung über längere Zeit erhalten bleibt, ist ungeklärt. 73, 66, 151, 152
Was tun? Unter Lithium oder Valproat Inositol nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt beginnen und die Medikation nie eigenmächtig verändern.
Nicht untersucht bei: Rückfallrate unter Lithium plus Inositol über mehr als 6 Monate, andere Stimmungsstabilisierer (z. B. Carbamazepin, Lamotrigin) in eigenen Studien
- In einem Fallbericht nahm eine Patientin mit bipolarer Störung nach Absetzen von Lithium wegen Schuppenflechte 4 Jahre lang 3 g Inositol täglich; die Stimmung blieb nach Angabe der Autoren stabil. Kontoangelos et al. 2010
Unterzucker beim Neugeborenen und andere Schäden bei Einnahme in der Schwangerschaftkein Schaden gefunden5 Studien (Greff 2023, überwiegend offen mit Folsäure als Kontrolle); 4 Studien, 671 Kinder (Motuhifonua 2023, Cochrane); 12 RCTs, 4.765 Frauen (Poyatos-León 2026)
Ergebnisse: Unterzucker bei Neugeborenen RR 0,12 (95 % KI 0,03 bis 0,55), also seltener (Greff 2023); RR 3,07 (0,90 bis 10,52), nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Motuhifonua 2023); alle Formen RR 0,62 (0,32 bis 1,18) (Wei 2022); bei Schwangerschaftsdiabetes OR 0,10 (0,01 bis 0,88) (Li & Shi 2024); kein Unterschied bei Kaiserschnitt, Bluthochdruck, Makrosomie, Frühgeburt und Unterzucker der Neugeborenen (Poyatos-León 2026); keine Daten zu Totgeburt und Langzeitfolgen
In den Studien zur Einnahme in der Schwangerschaft wurde kein Schaden gefunden: Unterzucker bei Neugeborenen trat nicht häufiger auf, in der maßgeblichen Auswertung (Greff 2023) sogar seltener. Die Studien waren aber meist offen und zu klein für seltene schwere Folgen wie Totgeburt, Langzeitdaten für die Kinder fehlen, und die Cochrane-Auswertung sah einen nicht gesicherten Anstieg. Die Cochrane-Autoren fordern ausdrücklich, Nebenwirkungen künftig zu erfassen. 38, 32, 31, 37, 40, 36, 43
Was tun? In der Schwangerschaft Inositol nur nach Absprache mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt einnehmen, die übliche Studiendosis von etwa 4 g Myo-Inositol täglich nicht überschreiten und die Einnahme bei Vorsorgeterminen angeben.
Nicht untersucht bei: Langzeitentwicklung der Kinder, Einnahme im ersten Drittel der Schwangerschaft (Studien meist ab Woche 10 bis 24), Schwangere außerhalb Europas (sechs der sieben Cochrane-Studien aus Italien), D-Chiro-Inositol in der Schwangerschaft
Wehen bzw. Frühgeburt auslösenkein Schaden gefunden7 RCTs, 1.319 Frauen (Li & Shi 2024); 12 RCTs, 4.765 Frauen (Poyatos-León 2026)
Ergebnisse: Frühgeburt OR 0,35 (95 % KI 0,18 bis 0,69), also seltener (Li & Shi 2024); RR 0,35 (0,17 bis 0,70; 4 Studien, 829 Kinder) (Motuhifonua 2023); nicht häufiger (Poyatos-León 2026); Frühgeburt als Teil des Hauptendpunkts RR 0,93 (0,68 bis 1,28) (van der Wel 2025)
Für den in Ratgebern verbreiteten Hinweis, Inositol könne Wehen auslösen, wurde in den Studien kein Schaden gefunden; in PubMed fand sich dazu weder eine Studie noch ein Fallbericht. Frühgeburten kamen unter Myo-Inositol nicht häufiger vor, in der maßgeblichen Meta-Analyse (Li & Shi 2024) sogar seltener. Wehen selbst wurden als Nebenwirkung nicht eigens erfasst. 37, 32, 31, 36
Was tun? Bei Neigung zu vorzeitigen Wehen die Einnahme mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprechen. Bei regelmäßigen Wehen vor der 37. Woche ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Wehentätigkeit als eigener Messwert (nur Frühgeburt erfasst), Dosen über 4 g täglich in der Schwangerschaft, Frauen mit erhöhtem Frühgeburtsrisiko (z. B. Gebärmutterhalsschwäche)
Unterzuckerung bei gleichzeitiger Einnahme von Diabetesmedikamentennicht untersuchtkeine Studie mit Unterzuckerung als Endpunkt; 20 RCTs zur Blutzuckerwirkung (Miñambres 2019); 1 RCT bei Typ-1-Diabetes, 26 Pers. (Maurizi 2017)
Ergebnisse: Nüchternblutzucker −0,44 mmol/L (−0,65 bis −0,23), Anteil mit Insulinbedarf unverändert (Miñambres 2019); D-Chiro-Inositol bei Typ-1-Diabetes unter Insulin: HbA1c 7,5 vs. 7,9 %, Insulinbedarf unverändert (Maurizi 2017); Unterzuckerungen in keinem Abstract berichtet
Inositol senkt den Blutzucker leicht. Ob das zusammen mit Insulin oder anderen Diabetesmedikamenten zu Unterzuckerungen führt, ist nicht untersucht: Keine kontrollierte Studie hat Unterzuckerungen erfasst. In einer kleinen Studie bei Typ-1-Diabetes unter Insulin änderte sich der Insulinbedarf nicht. 51, 149
Was tun? Wer Insulin oder andere Blutzuckersenker nimmt, beginnt Inositol am besten nach ärztlicher Rücksprache und misst in den ersten Wochen den Blutzucker häufiger.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Typ-2-Diabetes unter Insulin oder Sulfonylharnstoffen, ältere Menschen mit Diabetes
Unerwünschte Wirkungen bei Kindern (Tabletten/Pulver)nicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Erfassung von Nebenwirkungen; 2 kleine Crossover-Studien, 11 und 9 Kinder (Levine 1997); 1 RCT ohne reine Placebogruppe, 24 Kinder (Wozniak 2015)
Ergebnisse: ADHS: Tendenz zur Verschlechterung unter Inositol gegenüber Placebo (11 Kinder, 200 mg/kg/Tag); Autismus: kein Nutzen (9 Kinder) (Levine 1997); bipolare Störung: nur 54 % schlossen die Studie ab, Verträglichkeitsdaten nicht im Abstract (Wozniak 2015)
Ob Inositol Kindern schadet, ist nicht untersucht: Keine kontrollierte Studie hat Nebenwirkungen bei Kindern gegen Placebo erfasst. In einer winzigen Studie mit Kindern mit ADHS verschlechterten sich die Beschwerden unter Inositol eher, ohne dass dies gesichert war; eine weitere Studie hatte keine reine Placebogruppe. 77, 68
Was tun? Kindern und Jugendlichen Inositol nur nach ärztlicher Rücksprache geben; bei ADHS auf Verhaltensänderungen achten und sie der Ärztin oder dem Arzt melden.
Nicht untersucht bei: gesunde Kinder und Jugendliche, Mädchen mit PCOS im Jugendalter (nur eine Studie laut Fitz 2024), Einnahme über mehr als 12 Wochen
Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Blähungen, Durchfall), vor allem bei hohen Dosenharmlos11 Placebo-RCTs, 312 Pers. (Mukai 2014, Psychiatrie, 12 bis 18 g/Tag); 2 Placebo-RCTs, 85 und 198 Pers. (Lam 2016, Amaefule 2022)
Ergebnisse: Magen-Darm-Beschwerden gegenüber Placebo grenzwertig häufiger, p = 0,06 (Mukai 2014); 59 % gegenüber 43 % bei 18 g/Tag, nicht signifikant (p = 0,16; Lam 2016); in der Schwangerschaft Erbrechen 15 von 99 gegenüber 9 von 99, Durchfall 5 gegenüber 4 (Amaefule 2022); nur bei 12 g/Tag leichte Übelkeit, Blähungen und Durchfall (Carlomagno 2011); gegenüber Metformin weniger Magen-Darm-Beschwerden (Fitz 2024)
Ob Inositol häufiger Magen-Darm-Beschwerden auslöst, ist ungeklärt. Bei sehr hohen Dosen von 12 g täglich und mehr, wie in Studien zu Depression und Angststörungen, kamen Übelkeit, Blähungen und Durchfall etwas häufiger vor als unter Placebo, der Unterschied war aber knapp nicht gesichert. Bei den üblichen 2 bis 4 g täglich werden solche Beschwerden selten berichtet und sind seltener als unter dem Diabetesmedikament Metformin. 57, 74, 148, 5, 80, 3
Was tun? Mit niedriger Dosis beginnen und auf mehrere Portionen am Tag verteilen; bei anhaltenden Beschwerden die Dosis senken.
Nicht untersucht bei: Menschen mit chronischen Darmerkrankungen, Dauereinnahme hoher Dosen über mehr als einige Monate
Inositol einnehmen: Welche Form und wie viel?
Für die Einnahme zählt vor allem, welche Form und welche Menge geprüft wurde. Fast alle Studien verwendeten Myo-Inositol, oft mit Folsäure, in Mengen von einigen Gramm am Tag.
Myo-Inositol, D-Chiro-Inositol oder 40:1: Welche Form?
Die meisten Studien prüften Myo-Inositol allein, die übrigen Formen sind deutlich schlechter untersucht. D-Chiro-Inositol wurde gegen Placebo nur in zwei kleinen, über 20 Jahre alten Studien zum Eisprung bei PCOS getestet, mit gegensätzlichem Ergebnis.7879 Die Mischung 40:1 geht auf eine Studie zurück, die sieben Mischungsverhältnisse an je acht Frauen verglich, ohne Scheinpräparat.75 Auch ob Inositol-Pulver oder Kapseln besser sind, hat kaum jemand untersucht.

Wie viel Inositol am Tag?
In den Studien bekamen Frauen mit PCOS und Schwangere meist 2 bis 4 g Myo-Inositol täglich, oft verteilt auf zwei Portionen.3675 Bei D-Chiro-Inositol waren es einige Hundert Milligramm.7879 Eine Menge für alle Zwecke gibt es nicht.
Die Studien zu Depression und Angst gingen mit 12 bis 18 g am Tag weit darüber hinaus,57 und als höchste verträgliche Menge ermittelte eine Studie mit Rauchern genau diese 18 g.80 Mehr bringt dabei nicht automatisch mehr. Beim Schwangerschaftsdiabetes zeigte sich ein Effekt mit Myo-Inositol in voller Studienmenge. Eine niedrig dosierte Mischung brachte dagegen nichts.34 Ob die Myo-Inositol-Dosierung morgens oder abends besser wirkt, hat keine Studie verglichen.
So wurde gemessen
- PCOS und Schwangerschaft: meist 2 × 2 g Myo-Inositol täglich, in der niederländischen Studie bis zur Geburt;36 in der Studie zu Mischungsverhältnissen 2 × 2 g über 3 Monate.75
- D-Chiro-Inositol: 1.200 mg täglich bei 44 übergewichtigen Frauen,78 600 mg bei 20 schlanken Frauen, jeweils 6 bis 8 Wochen.79
- Hohe Mengen: Psychiatrie-Studien 12 bis 18 g;57 Dosisstudie mit 12 bis 30 g, höchste verträgliche Menge 18 g.80
- Schwangerschaftsdiabetes: 4 g Myo-Inositol RR 0,30; Mischung aus 1,1 g Myo- und 27,6 mg D-Chiro-Inositol ohne Unterschied (2 Studien, 326 Frauen).34
Unsere Einordnung
Für Schwangere mit erhöhtem Diabetesrisiko ist Myo-Inositol nach Absprache mit der Frauenarztpraxis ein vertretbarer Versuch, solange klar ist, dass neuere Studien den Nutzen bei Frühgeburt und Bluthochdruck nicht bestätigen. Bei PCOS und Kinderwunsch ersetzt es keine ärztliche Behandlung. Bei bipolarer Störung, unter Lithium, mit Diabetesmitteln und bei Kindern gehört Inositol nur in ärztliche Hände.
Häufige Fragen
Was ist Myo-Inositol?
Myo-Inositol ist die häufigste natürliche Form von Inositol, einem zuckerähnlichen Stoff, den der Körper teils selbst bildet und der auch in Obst, Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen steckt.12 In den meisten Studien und Präparaten ist mit Inositol genau diese Form gemeint.
Wie schnell wirkt Inositol?
Das hat keine Studie gezielt gemessen. Die Studien zu PCOS liefen meist einige Wochen bis Monate, die zur Schwangerschaft vom ersten Drittel bis zur Geburt. Eine Wirkung nach wenigen Tagen lässt sich daraus nicht erwarten.
Kann man Inositol und Metformin zusammen nehmen?
In Studien bekamen Frauen mit PCOS Inositol auch zusätzlich zu Metformin, und der Zyklus wurde dabei etwas regelmäßiger, allerdings ohne Vergleich mit einem Scheinpräparat.15 Ob die Kombination den Blutzucker zu stark senkt, hat keine Studie geprüft. Die Kombination gehört deshalb in ärztliche Absprache.
Macht Myo-Inositol eine Gewichtszunahme?
Darauf gibt es in den Studien keinen Hinweis. Im Mittel lag das Gewicht mit Inositol etwas niedriger, in den methodisch besseren Studien unterschied es sich nicht von Placebo.4
Hilft Inositol gegen Haarausfall?
Dazu haben wir keine Studie mit Inositol gefunden. Bei PCOS wurde nur die vermehrte Körperbehaarung untersucht, und auch dort ist die Wirkung unklar.11
Mehr zu Inositol
So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 152 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Kiani et al. 2021, Eur Rev Med Pharmacol Sci | Übersichtsarbeit zu Bildung, Aufnahme und Funktion von Myo- und D-Chiro-Inositol | neun Stereoisomere, zwei davon physiologisch bedeutsam; Bedarf teils aus der Nahrung, Rest im Körper gebildet; Rolle bei der Insulin-Signalübertragung | Übersichtsarbeit |
| 2 | Clements & Darnell 1980, Am J Clin Nutr | Myo-Inositol-Gehalt von 487 Lebensmitteln, gemessen per Gaschromatographie | meiste Mengen in Obst, Bohnen, Getreide und Nüssen; frische Ware reicher als tiefgekühlte oder Konserven; Kostpläne mit 225 bis 1.500 mg je 1.800 kcal | Lebensmittelanalyse |
| 3 | Fitz et al. 2024, J Clin Endocrinol Metab | 30 RCTs, 2.230 Pers., Leitlinien-Auswertung mit Vertrauenswürdigkeitsprüfung; MI gegen Metformin, regelmäßige Blutung: 3 RCTs, 247 Pers. (Volltext) | kein Unterschied zu Metformin, OR 1,85 (0,68 bis 5,01); Gesamtfazit: Evidenz begrenzt und nicht schlüssig | Meta-Analyse (Vergleich mit Metformin, vertrauensgeprüft) |
| 4 | Delavar et al. 2025, Diabetol Metab Syndr | 18 RCTs, 898 Erwachsene mit PCOS (8 Studien), Übergewicht/metabolischem Syndrom (4), Typ-2-Diabetes (2), Fettleber (2) und Gesunde (2); HbA1c nur in 3 Studien, 118 Pers. | HbA1c −0,48 Prozentpunkte (−1,38 bis 0,42), nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit; Nüchternzucker −7,25 mg/dl (−10,98 bis −3,52), in den 4 Studien mit geringem Verzerrungsrisiko nicht signifikant (−4,04; −9,16 bis 1,08) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 5 | Carlomagno & Unfer 2011, Eur Rev Med Pharmacol Sci | Übersicht klinischer und nichtklinischer Sicherheitsdaten zu Myo-Inositol | nur bei 12 g/Tag leichte Übelkeit, Blähungen, Durchfall; Schwere nicht dosisabhängig | Übersichtsarbeit (Autor mit Herstellerbezug) |
| 6 | Gerli et al. 2007, Eur Rev Med Pharmacol Sci | Placebo-Studie zu Myo-Inositol bei Frauen mit PCOS (Eierstockfunktion, Stoffwechsel) | von der Zeitschrift zurückgezogen | RCT (zurückgezogen) |
| 7 | Papaleo et al. 2009, Fertil Steril | Studie zu Myo-Inositol und Eizellqualität bei ICSI | von der Zeitschrift zurückgezogen | RCT (zurückgezogen) |
| 8 | Pacchiarotti et al. 2016, Gynecol Endocrinol | Studie zu Myo-Inositol mit Melatonin bei IVF und PCOS | von der Zeitschrift zurückgezogen | RCT (zurückgezogen) |
| 9 | Gerli et al. 2003, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 283 Frauen mit PCOS, doppelblind, Inositol gegen Placebo | mehr Eisprünge unter Inositol; Expression of Concern der Zeitschrift 2025 | RCT (unter Vorbehalt) |
| 10 | Unfer et al. 2011, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 84 Frauen mit PCOS vor ICSI, 2 × 2 g Myo-Inositol gegen 2 × 0,6 g D-Chiro-Inositol | mehr reife Eizellen unter Myo-Inositol; Vorbehalt der Zeitschrift (Expression of Concern) seit 2025 | RCT (unter Vorbehalt) |
| 11 | Greff et al. 2023, Reprod Biol Endocrinol | 26 RCTs, 1.691 Frauen mit PCOS (Inositol gegen Placebo oder Metformin); Zyklus gegen Placebo: 2 Studien, 118 Pers. (Volltext, Tabelle 2) | Zyklusnormalisierung RR 1,79 (95 % KI 1,13 bis 2,85) gegenüber Placebo; gegenüber Metformin nicht unterlegen; Evidenz laut Volltext sehr niedrig; schließt die 2023 zurückgezogene Studie Gerli 2007 ein | Meta-Analyse |
| 12 | Pundir et al. 2018, BJOG | 10 RCTs; 362 Frauen mit Inositol (257 MI, 105 DCI), 179 Placebo, 60 Metformin | Häufigkeit der Monatsblutungen RR 6,8 (95 % KI 2,8 bis 16,6; I² = 0 %) gegenüber Placebo | Meta-Analyse |
| 13 | Costantino et al. 2009, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 42 Frauen mit PCOS, doppelblind, Myo-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure allein | häufiger Eisprung unter Myo-Inositol (16 von 23 gegenüber 4 von 19) | RCT (Folsäure als Kontrolle) |
| 14 | Pourghasem et al. 2019, Arch Gynecol Obstet | 100 Frauen mit PCOS und Letrozol-Resistenz, Myo-Inositol gegen Folsäure (Metformin-Arm nicht gezählt) | kein signifikanter Unterschied beim Eisprung | RCT (Gegenbefund) |
| 15 | Kelly et al. 2025, Endocrine | 6 RCTs, 388 Frauen mit PCOS; Metformin plus Inositol gegen Metformin allein | regelmäßigerer Zyklus RR 1,56 (95 % KI 1,01 bis 2,41) | Meta-Analyse (Zusatz zu Metformin) |
| 16 | Tienforti et al. 2026, Clin Endocrinol | 9 RCTs, 440 Frauen mit PCOS | Gesamttestosteron SMD −1,30 (−2,17 bis −0,42), freies Testosteron und FAI gesenkt, SHBG erhöht; starke Heterogenität; Teilgruppen explorativ | Meta-Analyse |
| 17 | Zeng & Yang 2018, Endocrine | 10 RCTs, 573 Frauen mit PCOS, MI gegen Placebo oder Medikamente | Gesamttestosteron WMD −16,11 (−46,08 bis 13,86; p = 0,29), nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 18 | Unfer et al. 2017, Endocr Connect | 9 RCTs, 496 Frauen mit PCOS, MI allein oder mit DCI | Testosteron SMD −0,49 (−1,07 bis 0,09; p = 0,099), nicht signifikant; SHBG nur bei ≥ 24 Wochen erhöht | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 19 | Omarion et al. 2026, Front Endocrinol | Netzwerk-Meta-Analyse, 16 RCTs, Frauen mit PCOS; GLP-1, Metformin, MI ± Folsäure | keine der Behandlungen veränderte HOMA-IR signifikant | Netzwerk-Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 20 | Showell et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 13 RCTs, 1.472 subfertile Frauen mit PCOS (11 vor IVF, 2 bei Eisprungauslösung) | keine gepoolten Daten für Frauen mit Eisprungauslösung, nur Einzelstudien | Cochrane-Review |
| 21 | Duan et al. 2026, Front Endocrinol | Dachauswertung von 13 Meta-Analysen zu Inositol bei PCOS | Eisprungrate RR 2,75 (95 % KI 1,71 bis 4,41) gegenüber Placebo/Folsäure; MI bzw. MI+FA am wirksamsten, DCI allein „mit Vorsicht“, Kombination nicht durchgehend besser | Umbrella-Review (Sammelarbeit) |
| 22 | Bhide et al. 2019, Acta Obstet Gynecol Scand | 18 Studien (randomisiert und nicht randomisiert), Frauen mit PCOS vor IVF/ICSI | klinische Schwangerschaft RR 1,16 (0,87 bis 1,53), kein Unterschied; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 23 | Sene et al. 2025, Int J Reprod Biomed | 17 Interventionsstudien, Frauen mit PCOS in Kinderwunschbehandlung, MI/DCI | klinische Schwangerschaft RR 1,64 (1,25 bis 2,15); hochwertige Embryonen RR 1,12 (1,02 bis 1,23); Antralfollikelzahl und AMH gesunken | Meta-Analyse |
| 24 | Zheng et al. 2017, Medicine (Baltimore) | 7 Studien, 935 Frauen bei Eisprungauslösung für ICSI/IVF | klinische Schwangerschaft verbessert (95 % KI 1,04 bis 1,96; p = 0,03) | Meta-Analyse |
| 25 | Michaelsen et al. 2026, Nutrients | 20 Placebo- und 20 Nichtbehandlungs-Studien zu Nahrungsergänzungen bei Unfruchtbarkeit von Frauen | gegenüber Placebo kein Effekt der Ergänzungen auf Schwangerschaftsergebnisse; MI nur in Analysen mit Nichtbehandlungs-Kontrollen auffällig (hypothesenbildend) | Meta-Analyse (Sammelarbeit, Gegenbefund) |
| 26 | Zhang et al. 2025, Front Endocrinol | 11 Studien, 981 Frauen bei IVF (PCOS, ohne PCOS, geringe Eierstockreaktion) | MII-Eizellen OR 1,55 (1,04 bis 2,31); Befruchtungsrate OR 1,62 (1,21 bis 2,16); bei PCOS MII OR 1,97 (1,20 bis 3,25) | Meta-Analyse |
| 27 | Lin et al. 2024, J Ovarian Res | Netzwerk-Meta-Analyse, 20 RCTs, 1.827 Frauen mit PCOS bei IVF/ICSI | kein signifikanter Unterschied bei Schwangerschaftsergebnissen gegenüber Kontrollen | Netzwerk-Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 28 | Shang et al. 2024, Adv Nutr | Meta-Analyse zu Antioxidantien bei Frauen mit Ovaralterung; Teilgruppe Myo-Inositol 3 Studien, 184 Frauen | klinische Schwangerschaft OR 2,61 (0,57 bis 11,88), nicht signifikant | Meta-Analyse (Teilgruppe) |
| 29 | Calogero et al. 2015, Andrology | Männer mit unerklärter Unfruchtbarkeit, doppelblind, MI (mit Folsäure) gegen Placebo, 3 Monate; 194 Pers. laut Ghaemi 2024 (Volltext) | akrosomreagierte Spermien, Konzentration, Gesamtzahl und progressive Beweglichkeit gegenüber Placebo erhöht; LH, FSH, Inhibin B verändert; keine Nebenwirkungen | RCT |
| 30 | Ghaemi et al. 2024, Food Sci Nutr | 16 Studien, Männer mit Fruchtbarkeitsstörung; orale Gabe und Labor-Inkubation der Samenprobe gemischt (Volltext) | Gesamtbeweglichkeit SMD 0,90 (0,34 bis 1,46), 14 Studien (Volltext); progressive Beweglichkeit SMD 1,48 (0,37 bis 2,59); DNA-Fragmentierung SMD −1,37 (−2,43 bis −0,32) | Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 31 | Motuhifonua et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 7 RCTs (6 Italien, 1 Irland), 1.319 Schwangere; für diesen Endpunkt 6 Studien, 1.140 Frauen | RR 0,53 (95 % KI 0,31 bis 0,90); Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 32 | Poyatos-León et al. 2026, Am J Obstet Gynecol | 12 RCTs, 4.765 Frauen ohne vorbestehenden Diabetes, schwanger oder Schwangerschaft binnen 6 Monaten geplant; Myo-Inositol vs. Placebo oder Standardversorgung | Schwangerschaftsdiabetes 44 % seltener; kein Unterschied bei Bluthochdruck, Kaiserschnitt, Makrosomie, Frühgeburt, Unterzucker beim Neugeborenen | Meta-Analyse (neueste) |
| 33 | Quotah et al. 2024, Diabetol Metab Syndr | 84 RCTs zu allen Vorbeugungsmaßnahmen bei Risikoschwangeren | Inositol: Risikodifferenz −0,19 (95 % KI −0,33 bis −0,06), sehr uneinheitlich (I² 92 %) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 34 | Wei et al. 2022, Nutrients | 7 RCTs, 1.321 Schwangere | 4 g Myo-Inositol: RR 0,30 (95 % KI 0,18 bis 0,49); Kontrolle in allen Studien Folsäure, nur eine doppelblind | Meta-Analyse |
| 35 | D'Anna et al. 2015, Obstet Gynecol | 220 adipöse Schwangere, Italien, offen; 2 × 2 g Myo-Inositol vs. Folsäure | 14,0 % vs. 33,6 %, OR 0,34 (95 % KI 0,17 bis 0,68) | RCT (offen) |
| 36 | van der Wel et al. 2025, JAMA | 464 Schwangere mit PCOS, doppelblind, 2 × 2 g Myo-Inositol vs. Placebo (jeweils mit Folsäure) | Sammelendpunkt Schwangerschaftsdiabetes, Präeklampsie oder Frühgeburt: 25,0 % vs. 26,8 %, RR 0,93 (95 % KI 0,68 bis 1,28) | RCT (Gegenbefund, PCOS) |
| 37 | Li & Shi 2024, Arch Gynecol Obstet | 7 RCTs, 1.319 Schwangere mit hohem Risiko | OR 0,40 (95 % KI 0,24 bis 0,67) | Meta-Analyse |
| 38 | Greff et al. 2023, Nutrients | 8 placebokontrollierte RCTs, 1.795 Schwangere mit hohem Risiko | RR 0,42 (95 % KI 0,26 bis 0,67) | Meta-Analyse |
| 39 | Chen et al. 2024, J Matern Fetal Neonatal Med | 4 RCTs, 317 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes | Insulinbedarf OR 0,24 (95 % KI 0,11 bis 0,52); Geburtsgewicht SMD −0,11 (−0,83 bis 0,61), Kaiserschnitt OR 0,82 (0,46 bis 1,47), nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 40 | Brown et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 2 RCTs, 142 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, Italien | kein Unterschied beim Bedarf an zusätzlichen Medikamenten; Nüchternzucker MD −0,47 mmol/l (−0,59 bis −0,35); Daten unzureichend | Meta-Analyse (Cochrane, Gegenbefund) |
| 41 | Mashayekh-Amiri et al. 2022, J Matern Fetal Neonatal Med | 60 Schwangere mit niedrigem Risiko, doppelblind, 2 g Myo-Inositol vs. Folsäure | PSQI MD −1,54 (95 % KI −3,05 bis −0,02); Kontrolle Folsäure allein | RCT (Folsäure als Kontrolle) |
| 42 | Farren et al. 2017, Diabetes Care | 240 Schwangere mit familiärer Diabetesbelastung, Irland; 1.100 mg Myo- plus 27,6 mg D-Chiro-Inositol vs. Folsäure | Schwangerschaftsdiabetes 23,3 % vs. 18,3 % (p = 0,34), kein Effekt | RCT (Folsäure als Kontrolle) |
| 43 | Greene et al. 2016, Br J Nutr | 47 randomisierte Frauen mit früherer NTD-Schwangerschaft, doppelblind, 33 Schwangerschaften (PONTI-Pilot) | 1 Wiederholung unter Placebo + Folsäure (n = 19), 0 unter Inositol + Folsäure (n = 14); keine Nebenwirkungen | Pilot-RCT |
| 44 | Phelps et al. 2018, JAMA | 638 Frühgeborene < 28 SSW, 40 mg/kg alle 12 h erst i. v., dann enteral, bis 10 Wochen | Tod oder schwere ROP 29 % vs. 21 % (aRR 1,41; 1,08 bis 1,83); Tod 18 % vs. 11 % (aRR 1,66; 1,14 bis 2,43); vorzeitig abgebrochen | RCT (Gegenbefund, Schaden) |
| 45 | Hallman et al. 1992, N Engl J Med | 221 beatmete Frühgeborene mit Atemnotsyndrom (24–32 SSW), 80 mg/kg/Tag i. v. für 5 Tage | Überleben ohne BPD 71 % vs. 55 % (p = 0,005); kein Effekt bei Surfactant-behandelten Kindern | RCT |
| 46 | Du et al. 2019, BMC Ophthalmol | 6 Placebo-RCTs, Frühgeborene; bronchopulmonale Dysplasie 6 Studien, 1.099 Kinder | bronchopulmonale Dysplasie kein signifikanter Unterschied; Sterblichkeit ohne Hallman 1986 erhöht (RR 1,55; 1,14 bis 2,11) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 47 | Howlett et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev | 6 RCTs, 1.177 Frühgeborene | Säuglingssterblichkeit RR 0,89 (95 % KI 0,71 bis 1,13); Neugeborenensterblichkeit RR 0,53 (0,31 bis 0,91; 3 Studien); BPD, NEC, Sepsis, schwere Hirnblutung ohne signifikanten Unterschied; Empfehlung: keine Routinegabe | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 48 | Adams-Chapman et al. 2021, J Perinatol | Nachuntersuchung der Phelps-Studie mit 24 Monaten, 605 Kinder | Tod oder mittel-/schwere Entwicklungsstörung 60 % vs. 56 % (p = 0,40) | RCT-Nachbeobachtung |
| 49 | Friedman et al. 2000, J Pediatr Ophthalmol Strabismus | 48 Frühgeborene, Säuglingsnahrung mit hohem gegen niedrigen Inositolgehalt | schwere Retinopathie seltener mit inositolreicher Nahrung; Dosisvergleich ohne Placebo | Dosisvergleich ohne Placebo |
| 50 | Zarezadeh et al. 2022, Obes Sci Pract | 15 kontrollierte Studien bei Erwachsenen (10 PCOS, 2 metabolisches Syndrom, je 1 Prädiabetes, Diabetes, Gesunde; Volltext) | BMI −0,41 kg/m² (−0,78 bis −0,04), I² 74 %; stärker bei PCOS und Übergewicht | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 51 | Miñambres et al. 2019, Clin Nutr | 20 RCTs, 1.239 Personen mit verschiedenen Erkrankungen (Inositol-Familie) | kein Unterschied beim HbA1c (Studienzahl für HbA1c im Abstract nicht genannt); Nüchternzucker −0,44 mmol/l (−0,65 bis −0,23), 2-h-Zucker im oGTT −0,69 mmol/l (−1,14 bis −0,23) | Meta-Analyse (Gegenbefund HbA1c) |
| 52 | Santamaria et al. 2012, Climacteric | 80 Frauen nach den Wechseljahren mit metabolischem Syndrom, 2 g Myo-Inositol zweimal täglich oder Placebo, jeweils mit Diät, 12 Monate | Blutdruck signifikant stärker gebessert als unter Placebo | Placebo-RCT |
| 53 | Arefhosseini et al. 2023, Front Nutr | 48 Erwachsene mit Adipositas und Fettleber, 4 g Myo-Inositol oder Maltodextrin-Placebo, 8 Wochen | systolisch −4,4 gegenüber +0,8 mmHg (p = 0,006) | Placebo-RCT |
| 54 | Tutunchi et al. 2023, Clin Nutr ESPEN | 92 Erwachsene mit Adipositas und Fettleber, vier Gruppen (Alpha-Liponsäure, Myo-Inositol, Propolis, Kontrolle), 8 Wochen | Zuckerwerte nicht signifikant unterschiedlich zwischen den Gruppen; Cholesterin, LDL und HDL am besten unter Myo-Inositol; NNT 1,5 für eine Grad-Besserung der Verfettung | RCT mit Kontrollgruppe |
| 55 | Capasso et al. 2013, Trials | 155 Frauen nach den Wechseljahren mit metabolischem Syndrom, Inositol plus Alpha-Liponsäure vs. Placebo, 6 Monate; Kombinationspräparat | HOMA-IR-Senkung um mehr als 20 % bei 66,7 %, Triglyceride gesenkt, Taillenumfang kleiner | Placebo-RCT (Kombination) |
| 56 | Antoniotti et al. 2025, Diabetes Obes Metab | 56 Jugendliche (10–18 Jahre) mit Adipositas und Insulinresistenz, Myo-Inositol 2 g + Zink vs. Placebo, 3 Monate; Kombinationspräparat | HOMA-IR (Hauptzielgröße) nicht verbessert; HDL höher (p = 0,05); Vorteile nur in nachträglicher Teilgruppenauswertung bei schwerer Adipositas | Placebo-RCT (Kombination, Gegenbefund) |
| 57 | Mukai et al. 2014, Hum Psychopharmacol | 7 doppelblinde Placebo-RCTs bei Depression (2 bipolare Depression, 1 gemischt, 2 Major Depression, 2 PMDD), 242 Pers. | Depressive Symptome nicht signifikant; Ansprechen tendenziell besser (p = 0,06); Magen-Darm-Beschwerden tendenziell häufiger (p = 0,06) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 58 | Levine et al. 1999, Biol Psychiatry | 27 Pers. mit Depression, SSRI plus Inositol oder SSRI plus Placebo, 4 Wochen | kein signifikanter Unterschied | RCT (Zusatzgabe, ohne Effekt) |
| 59 | Sarris et al. 2022, World J Biol Psychiatry | WFSBP/CANMAT-Taskforce, Bewertung von Meta-Analysen und RCTs zu Nährstoffen bei psychischen Erkrankungen | Inositol bei unipolarer Depression: nicht empfohlen (–) | Leitlinie (rät ab) |
| 60 | Benjamin et al. 1995, Am J Psychiatry | 21 Pers. mit Panikstörung, 12 g/Tag oder Placebo je 4 Wochen, Crossover | Häufigkeit und Schwere der Attacken und Agoraphobie signifikant stärker gesunken | Placebo-RCT (Crossover) |
| 61 | Kishi et al. 2022, Transl Psychiatry | 17 Placebo-RCTs, 629 Pers. mit Zwangs- und verwandten Störungen; Inositol 3 Studien (Fux 1996, Fux 1999, Leppink 2017) | Gesamtsymptome nur mit NAC und Lithium signifikant gebessert; Inositol nicht signifikant | Meta-Analyse, Teilgruppe (maßgeblich) |
| 62 | Leppink et al. 2017, Int Clin Psychopharmacol | 38 Erwachsene (35 Frauen), 6 bis 18 g/Tag oder Placebo, 10 Wochen | keine signifikanten Unterschiede (alle p > 0,05); 42,1 % vs. 35,3 % deutlich gebessert | Placebo-RCT |
| 63 | Gelber et al. 2001, Int J Eat Disord | 12 Pers. mit Bulimie/Binge-Eating, 18 g/Tag oder Placebo je 6 Wochen, Crossover | signifikant besser in CGI, VAS und Eating Disorders Inventory | Placebo-RCT (Crossover) |
| 64 | Nemets et al. 2002, World J Biol Psychiatry | 11 Frauen mit PMDS, 12 g/Tag in der Lutealphase, 6 Zyklen, Crossover | kein Vorteil gegenüber Placebo | Placebo-RCT (ohne Effekt) |
| 65 | Firth et al. 2017, Psychol Med | Meta-Analyse zu Vitaminen und Mineralstoffen bei Schizophrenie; Inositol 3 Studien, 66 Pers., 6 bis 12 g/Tag | Gesamtsymptome g = 0,115 (−0,35 bis 0,58), nicht signifikant | Meta-Analyse (Teilgruppe) |
| 66 | Chengappa et al. 2000, Bipolar Disord | 24 Pers. mit bipolarer Depression, 12 g/Tag Inositol vs. Glukose, 6 Wochen | Ansprechen 50 % vs. 30 %, n. s.; MADRS-Ansprechen 67 % vs. 33 % (p = 0,10) | Placebo-RCT |
| 67 | Eden Evins et al. 2006, Bipolar Disord | 17 Pers. mit bipolarer Depression unter Lithium oder Valproat, 6 Wochen | Ansprechen 4/9 vs. 0/8 (p = 0,053); keine Änderung im Mittel (HRSD, YMRS); 2 von 9 mit > 50 % Verschlechterung | Placebo-RCT |
| 68 | Wozniak et al. 2015, J Clin Psychiatry | 24 Kinder 5 bis 12 J., Inositol, Omega-3 oder beides, 12 Wochen | Kombination mit größter Abnahme der Manie-, Depressions- und Gesamtwerte (p < 0,05); 54 % beendeten die Studie | RCT ohne Placebo (Pilot) |
| 69 | Barak et al. 1996, Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry | 11 Alzheimer-Kranke, 6 g/Tag vs. Glukose je 1 Monat, Crossover | CAMCOG gesamt n. s.; Sprache und Orientierung signifikant besser | Placebo-RCT (Crossover) |
| 70 | Stanchev et al. 2026, J Clin Med | 3 Studien (Nordio 2013, Nordio 2017, Pace 2020 – letztere beobachtend), 288 Personen mit Hashimoto und subklinischer Unterfunktion; Myo-Inositol + Selen vs. Selen | TSH SMD −1,26 (−1,51 bis −1,00), I² 0 %; TgAb −0,51; TPOAb −0,18 (−0,44 bis 0,09) nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 71 | Peng et al. 2024, Front Endocrinol | Netzwerk-Meta-Analyse zu Selen, Vitamin D, Myo-Inositol und Myo-Inositol + Selen bei euthyreoter Hashimoto-Thyreoiditis | Myo-Inositol allein und Myo-Inositol + Selen senkten TPOAb und TgAb nicht signifikant gegenüber Placebo; nur Selen allein signifikant | Netzwerk-Meta-Analyse (Begleitbefund) |
| 72 | D'Anna et al. 2017, Gynecol Endocrinol | 40 Frauen 45 bis 55 J., Myo-Inositol 4 g/Tag vs. Myo-Inositol plus Melatonin, 6 Monate | TSH sank mit Myo-Inositol allein, Insulin sank in beiden Gruppen; keine Beschwerden erfasst, kein Placebo | RCT ohne Placebo |
| 73 | Allan et al. 2004, Br J Dermatol | 15 Pers. mit Psoriasis unter Lithium, Crossover gegen Laktose; dazu 11 ohne Lithium | signifikante Besserung des PASI unter Lithium; ohne Lithium kein Effekt | Placebo-RCT (Crossover) |
| 74 | Lam et al. 2016, Cancer Prev Res | 74 Raucher mit Bronchialdysplasie, 18 g/Tag oder Placebo, 6 Monate | Dysplasierate n. s. (p = 0,76); IL-6 in BAL gesenkt (p = 0,03) | Placebo-RCT (Phase IIb) |
| 75 | Nordio et al. 2019, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 56 Frauen mit PCOS, 7 Mischungsverhältnisse MI:DCI (je 8 Pers.), keine Placebogruppe | 40:1 laut Autoren am wirksamsten für den Eisprung; mehr DCI im Verhältnis verringerte die Wirkung | Dosisvergleich ohne Placebo (40:1) |
| 76 | Levine et al. 1996, Am J Psychiatry | Leserbrief mit Fallbericht | Manie unter Inositol beschrieben; Zusammenhang nicht bewiesen | Fallbericht |
| 77 | Levine 1997, Eur Neuropsychopharmacol | Übersicht eigener Placebo-RCTs; darunter 11 Kinder mit ADHS und 9 Kinder mit Autismus, je 200 mg/kg/Tag, Crossover | ADHS: Tendenz zur Verschlechterung; Autismus: kein Nutzen | Crossover-Placebo-RCTs (sehr klein) |
| 78 | Nestler et al. 1999, N Engl J Med | 44 übergewichtige Frauen mit PCOS, 1.200 mg DCI oder Placebo, 6–8 Wochen | Eisprung bei 19 von 22 (DCI) gegenüber 6 von 22 (Placebo), p < 0,001 | RCT (DCI) |
| 79 | Iuorno et al. 2002, Endocr Pract | 20 schlanke Frauen mit PCOS, 600 mg D-Chiro-Inositol oder Placebo, 6 bis 8 Wochen | kein signifikanter Unterschied beim Eisprung; Insulin und Androgene gesenkt | RCT (DCI) |
| 80 | Lam et al. 2006, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev | 26 Raucher, offene Dosisfindung 12 bis 30 g/Tag | Rückbildung 91 % vs. 48 % gegen historische Placebogruppe; höchste verträgliche Dosis 18 g/Tag | Offene Studie ohne Kontrollgruppe |
| 81 | Zia et al. 2026, J Gynecol Obstet Hum Reprod | 39 Studien zu Metformin und MI bei PCOS (Kinderwunschbehandlung); Studienzahl je Vergleich nicht im Abstract | MI verringerte unregelmäßige Blutungen, RR 0,78 (95 % KI 0,68 bis 0,89) | Meta-Analyse |
| 82 | Zhao et al. 2021, Reprod Health | Netzwerk-Meta-Analyse, 22 RCTs, 1.079 Frauen mit PCOS | MI+DCI gegenüber Metformin häufigere Blutungen, OR 14,70 (2,31 bis 93,58) | Netzwerk-Meta-Analyse (Kombination MI+DCI) |
| 83 | Moslehi et al. 2023, Nutr Rev | Dachauswertung von 28 Meta-Analysen zu Ernährung bei PCOS | bei subfertilen Frauen mit PCOS erhöhte Inositol die Eisprungrate (moderate Vertrauenswürdigkeit) | Umbrella-Review (Sammelarbeit) |
| 84 | Arentz et al. 2017, BMC Complement Altern Med | Übersicht zu Nahrungsergänzungen bei PCOS; Eisprung mit Inositol gegen Placebo 2 Studien, 64 Frauen (beide D-Chiro-Inositol) | mehr Eisprünge unter D-Chiro-Inositol | Meta-Analyse (dieselben Studien) |
| 85 | Mendoza et al. 2017, Reprod Biomed Online | 8 RCTs, 1.019 Frauen mit PCOS bei ICSI, Inositol plus Stimulation gegen Stimulation allein | Schwangerschaftsrate OR 1,28 (0,87 bis 1,89), nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 86 | Unanyan et al. 2022, Gynecol Endocrinol | 35 RCTs, 4.668 Frauen mit PCOS in Kinderwunschbehandlung (281 in MI-Gruppen) | Inositol gegen keine Behandlung: klinische Schwangerschaft RR 1,37 (0,79 bis 2,38), kein Unterschied; gegen Metformin RR 1,52 (1,05 bis 2,18) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 87 | Pivazyan et al. 2025, Gynecol Obstet Invest | 8 RCTs, 820 Frauen in Kinderwunschbehandlung (mit und ohne PCOS) | klinische Schwangerschaft RR 1,41 (0,88 bis 2,25), kein Unterschied | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 88 | Laganà et al. 2018, Arch Gynecol Obstet | 8 Studien, 812 Frauen bei IVF (mit und ohne PCOS), MI gegen keine Behandlung oder DCI | Gonadotropin-Menge (p < 0,00001) und Stimulationsdauer (p = 0,0007) gesenkt; Dauer nur bei PCOS | Meta-Analyse |
| 89 | Nazari et al. 2020, J Gynecol Obstet Hum Reprod | 112 Poor Responder bei ICSI, 4 g MI + Folsäure oder Folsäure allein | Eizellen und Gonadotropin-Dosis gleich; Befruchtungsrate und Grad-A-Embryonen höher; Einnistung und Schwangerschaft nicht signifikant verschieden | RCT |
| 90 | Mohammadi et al. 2021, Reprod Biol Endocrinol | 60 Poor Responder bei ICSI, doppelblind, MI + Folsäure gegen Folsäure | Eizellen, reife Eizellen und Schwangerschaften nicht signifikant verschieden; Befruchtungsrate und Ovarsensitivität höher, Gonadotropin-Bedarf geringer | RCT |
| 91 | Hu et al. 2023, PeerJ | Netzwerk-Meta-Analyse, 41 Studien, 2.362 Frauen mit PCOS, verschiedene Ergänzungen | kein Unterschied beim Gesamttestosteron und SHBG zwischen Ergänzungen und Placebo | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammelarbeit, Gegenbefund) |
| 92 | Zhao et al. 2025, Reprod Biol Endocrinol | Netzwerk-Meta-Analyse, 79 RCTs, 5.501 Frauen mit PCOS, verschiedene Ergänzungen | kein Unterschied bei Gesamttestosteron und SHBG gegenüber Placebo | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammelarbeit, Gegenbefund) |
| 93 | Jethaliya et al. 2022, Reprod Sci | 17 RCTs, 1.083 Frauen mit PCOS; MI gegen Folsäure (7), Metformin (8), Pille (2) | keine signifikante Verbesserung von Nüchterninsulin, Nüchternzucker und HOMA | Meta-Analyse (Gegenbefund, Kontrollen gemischt) |
| 94 | Facchinetti et al. 2019, Gynecol Endocrinol | 6 RCTs, 355 Frauen mit PCOS, MI gegen Metformin | kein Unterschied bei Insulin, HOMA, Testosteron, SHBG, BMI; Nebenwirkungen unter Metformin RR 5,17 (2,91 bis 9,17) | Meta-Analyse (Vergleich) |
| 95 | Liu & Liu 2022, Gynecol Endocrinol | 8 RCTs, Schwangere | OR 0,40 (95 % KI 0,19 bis 0,84) | Meta-Analyse |
| 96 | Li & Fang 2022, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol | 7 RCTs, Schwangere | OR 0,32 (95 % KI 0,15 bis 0,72) | Meta-Analyse |
| 97 | Mashayekh-Amiri et al. 2022, Diabetol Metab Syndr | 4 RCTs, übergewichtige und adipöse Schwangere | OR 0,32 (95 % KI 0,21 bis 0,48); Vertrauenswürdigkeit moderat | Meta-Analyse (Teilgruppe Übergewicht) |
| 98 | Factor & Corpuz 2023, J ASEAN Fed Endocr Soc | 6 RCTs, übergewichtige und adipöse Schwangere | 4 g: RR 0,54 (95 % KI 0,30 bis 0,96; 887 Frauen); niedrige Dosis: RR 0,71 (0,14 bis 3,50), unklar; Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse (Teilgruppe Übergewicht) |
| 99 | Vitagliano et al. 2019, Arch Gynecol Obstet | 5 RCTs, 965 Schwangere | OR 0,49 (95 % KI 0,24 bis 1,03), Intervall schließt Null ein; Effekt nur bei 2 × 2 g Myo-Inositol | Meta-Analyse (Gegenbefund, Grenzfall) |
| 100 | Guo et al. 2018, J Diabetes Complications | 4 placebokontrollierte RCTs, 586 Schwangere mit Risiko | RR 0,44 (95 % KI 0,32 bis 0,62) | Meta-Analyse |
| 101 | Tang et al. 2022, Medicine (Baltimore) | Netzwerk-Meta-Analyse, 46 RCTs, 16.545 Pers., fünf Vorbeugungsmaßnahmen | Inositol senkte das Risiko nicht signifikant | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit, Gegenbefund) |
| 102 | Lin et al. 2026, Int J Gynaecol Obstet | Umbrella-Auswertung von 19 Meta-Analysen (17.932 Pers., Mehrfachzählung) | RR 0,42 (95 % KI 0,37 bis 0,49) | Umbrella-Review (Sammel-Arbeit) |
| 103 | Wang et al. 2025, World J Diabetes | 12 Arbeiten, 9.018 Pers., mit AMSTAR-2 bewertet (Sammel-Auswertung) | RR 0,37 (95 % KI 0,32 bis 0,42) | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 104 | Shi et al. 2026, Healthcare (Basel) | Netzwerk-Meta-Analyse, 59 RCTs, 10.262 Frauen, 24 Ernährungsstrategien | Schwangere mit hohem Risiko: RR 0,50 (95 % KI 0,37 bis 0,68) | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 105 | D'Anna et al. 2013, Diabetes Care | 220 Schwangere mit Typ-2-Diabetes bei einem Elternteil, Italien, offen | 6 % vs. 15,3 % (p = 0,04) | RCT (offen) |
| 106 | Santamaria et al. 2016, J Matern Fetal Neonatal Med | 220 übergewichtige Schwangere, Italien, offen | 11,6 % vs. 27,4 %, OR 0,33 (95 % KI 0,15 bis 0,70) | RCT (offen) |
| 107 | Matarrelli et al. 2013, J Matern Fetal Neonatal Med | 75 normalgewichtige Schwangere mit erhöhtem Nüchternzucker, doppelblind | RR 0,127 (p = 0,001) | RCT |
| 108 | Asimakopoulos et al. 2024, Arch Gynecol Obstet | 200 Schwangere, Griechenland, offen; 4 g Myo-Inositol vs. Folsäure | Schwangerschaftsdiabetes 14,9 % vs. 28,5 % (p = 0,024) | RCT (offen) |
| 109 | Esmaeilzadeh et al. 2023, Minerva Obstet Gynecol | 60 übergewichtige Schwangere, Iran, doppelblind; 2 g Myo-Inositol | RR 0,29 (95 % KI 0,09 bis 0,94) | RCT |
| 110 | Okunoye et al. 2026, Cureus | 67 Schwangere randomisiert, 43 ausgewertet, Katar; 2 × 2 g Myo-Inositol vs. Placebo; wegen Finanzierung vorzeitig beendet | kein Unterschied; Autoren: stark unterbesetzt, nicht schlüssig | RCT (Gegenbefund, klein) |
| 111 | Celentano et al. 2020, J Matern Fetal Neonatal Med | 86 Schwangere, Arm mit Myo- plus D-Chiro-Inositol (34 Frauen) gegen Folsäure (52 Frauen) | keine Signifikanzangabe für den Mischungsarm | RCT (Folsäure als Kontrolle) |
| 112 | Kulshrestha et al. 2021, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol | 100 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, Indien, offen; 2 × 1 g Myo-Inositol vs. keine Zusatzgabe | Blutzuckerziel erreicht 89,8 % vs. 68 %; Risiko für zusätzliche Medikamente RR 0,31 (95 % KI 0,13 bis 0,80) | RCT (offen, ohne Placebo) |
| 113 | Corrado et al. 2011, Diabet Med | 69 Frauen mit diätbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes; 4 g Myo-Inositol vs. Folsäure | HOMA-IR stärker gesunken (50 % vs. 29 %, p = 0,0001) | RCT |
| 114 | Fraticelli et al. 2018, Acta Diabetol | 80 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes, offen, vier Arme (Myo-, D-Chiro-, Kombination, Folsäure) | seltener intensivierte Insulintherapie unter Myo-Inositol und Kombination | RCT (offen) |
| 115 | Chen et al. 2026, J Obstet Gynaecol Res | übergewichtige und adipöse Schwangere, Teil einer Auswertung von 19 RCTs zu Nahrungsergänzungen | Inositol RR 0,28 (95 % KI 0,13 bis 0,64) | Meta-Analyse (Teilgruppe Übergewicht) |
| 116 | Zhang et al. 2019, J Matern Fetal Neonatal Med | 5 RCTs, Schwangere | Makrosomie RR 0,65 (95 % KI 0,20 bis 2,11); Geburtsgewicht MD −5,5 g (−117 bis 106), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 117 | Cavalli et al. 2011, Birth Defects Res A | 15 Schwangerschaften von 12 Frauen mit früherer NTD-Schwangerschaft, ohne Kontrollgruppe | 17 Kinder ohne Neuralrohrdefekt | Fallserie ohne Kontrolle |
| 118 | Hallman et al. 1986, Arch Dis Child | 74 beatmete Frühgeborene, 120–160 mg/kg/Tag i. v. oder über Magensonde, 10 Tage | weniger Beatmung, weniger Tod oder BPD | RCT (gemischte Gabe) |
| 119 | Pintaudi et al. 2016, Int J Endocrinol | Personen mit Typ-2-Diabetes und HbA1c 7–10 %, Myo- plus D-Chiro-Inositol zusätzlich zu Medikamenten, 3 Monate, ohne Kontrollgruppe | HbA1c 8,6 → 7,7 % gegenüber Ausgangswert (p = 0,02); ohne Vergleichsgruppe nicht als Wirkungsnachweis verwertbar | Pilotstudie ohne Kontrollgruppe |
| 120 | Giordano et al. 2011, Menopause | 80 Frauen nach den Wechseljahren mit metabolischem Syndrom, gleiche Dosis, 6 Monate; vermutlich dieselbe Kohorte wie Santamaria 2012 | Blutdruck, HOMA-IR, Cholesterin und Triglyceride signifikant besser als unter Placebo | Placebo-RCT (gleiche Studiengruppe) |
| 121 | Tabrizi et al. 2018, Lipids Health Dis | 14 RCTs bei Stoffwechselerkrankungen (PCOS, metabolisches Syndrom, Typ-2-Diabetes u. a.) | Triglyceride SMD −1,24 (−1,84 bis −0,64); ohne PCOS (7 Studien) SMD −1,58 (−2,32 bis −0,85) | Meta-Analyse |
| 122 | Hashemi Tari et al. 2021, Clin Nutr ESPEN | 7 RCTs beim Menschen (Teilnehmerzahl im Abstract nicht genannt) | systolisch −5,69 mmHg (−7,35 bis −4,02), diastolisch −7,12 mmHg (−10,18 bis −4,05) | Meta-Analyse |
| 123 | Rostami et al. 2023, Food Sci Nutr | 51 Erwachsene mit Adipositas und Fettleber (48 ausgewertet), gleiche Studie bzw. Arbeitsgruppe | oxidativer Stress weitgehend unverändert; Gewicht und AST/ALT-Verhältnis besser | Placebo-RCT (gleiche Studiengruppe) |
| 124 | Pani et al. 2020, Nutrients | Systematische Übersicht: 10 Tierstudien und 1 RCT beim Menschen (D-Pinitol) | beim Menschen bis 2020 nur eine Pinitol-Studie; Belege begrenzt | Systematische Übersicht |
| 125 | Zuhair et al. 2024, Clin Med Insights Endocrinol Diabetes | 3 Studien, 288 Personen mit Autoimmunthyreoiditis; gleiche Studien | TSH SMD −1,15 (−1,60 bis −0,69); TgAb −0,51; TPOAb, T3, T4 nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 126 | Yavari et al. 2024, Expert Rev Endocrinol Metab | Studien 2007–2022 mit Selen + Inositol bei Schilddrüsenerkrankungen (Studienzahl im Abstract nicht genannt) | TSH gesunken (p = 0,001), T4 gestiegen (p = 0,04); T3 und TPOAb nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 127 | Nordio & Pajalich 2013, J Thyroid Res | 48 Frauen mit Hashimoto und subklinischer Unterfunktion, Selen allein vs. Selen + 600 mg Myo-Inositol, 6 Monate, doppelblind (Volltext) | TSH unter der Kombination stärker gesenkt als unter Selen allein | RCT (Selen-Kontrolle) |
| 128 | Nordio & Basciani 2017, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 168 Personen mit Hashimoto und TSH 3–6 µIU/ml, Myo-Inositol + Selen vs. Selen allein, 6 Monate | TSH, TPOAb und TgAb unter der Kombination signifikant gesenkt, fT4 gestiegen | RCT (Selen-Kontrolle) |
| 129 | Taylor et al. 2004, Cochrane Database Syst Rev | 4 RCTs, 141 Pers. mit depressiver Störung, kurze Laufzeit | kein klarer Nutzen, keine Hinweise auf schlechte Verträglichkeit | Cochrane-Review |
| 130 | Sarris et al. 2016, Am J Psychiatry | Systematische Übersicht zu Zusatzgaben zu Antidepressiva | für Inositol nicht signifikante Ergebnisse | Systematische Übersicht |
| 131 | Schefft et al. 2017, Eur Neuropsychopharmacol | Systematische Übersicht/Meta-Analyse zu Zusatzgaben bei Major Depression | vorläufige Daten zu Inositol negativ (nur wenige RCTs) | Systematische Übersicht |
| 132 | Levine et al. 1995, Am J Psychiatry | 28 Pers. mit Depression, 12 g/Tag oder Placebo, 4 Wochen | Hamilton-Depressionswert mit Inositol signifikant stärker gebessert | RCT (positiv, klein) |
| 133 | Nemets et al. 1999, J Neural Transm | Pers. ohne Ansprechen auf SSRI, doppelblinde Zusatzgabe | Inositol besserte die Depression nicht | RCT (Zusatzgabe, ohne Effekt) |
| 134 | Nierenberg et al. 2006, Am J Psychiatry | 66 Pers. mit therapieresistenter bipolarer Depression, offene Zusatzgabe Lamotrigin, Inositol oder Risperidon, 16 Wochen | Genesung 23,8 % (Lamotrigin), 17,4 % (Inositol), 4,6 % (Risperidon), paarweise n. s. | Offene Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 135 | Sarris et al. 2011, Bipolar Disord | Systematische Übersicht zu Zusatzgaben bei bipolarer Störung | kein signifikanter Effekt von Inositol auf bipolare Symptomskalen (kleine Fallzahlen) | Systematische Übersicht |
| 136 | Wozniak et al. 2022, Psychopharmacol Bull | Kinder 5 bis 12 J. mit bipolarer Spektrumstörung, Inositol, Omega-3 oder beides | Manie- und Depressionswerte in Inositol- und Kombinationsgruppe gesunken (p < 0,05), Kombination am stärksten | RCT ohne Placebo |
| 137 | Palatnik et al. 2001, J Clin Psychopharmacol | 20 Pers. mit Panikstörung, bis 18 g/Tag Inositol vs. bis 150 mg Fluvoxamin je 1 Monat, Crossover | Angst- und Agoraphobiewerte ähnlich; Attacken −4,0 vs. −2,4 pro Woche (p = 0,049); Übelkeit und Müdigkeit häufiger unter Fluvoxamin | Vergleich mit Arzneimittel (ohne Placebo) |
| 138 | Fux et al. 1996, Am J Psychiatry | 13 Pers. mit Zwangsstörung, 18 g/Tag oder Placebo je 6 Wochen, Crossover | Y-BOCS-Werte mit Inositol signifikant niedriger | Placebo-RCT (Crossover) |
| 139 | Fux et al. 1999, Int J Neuropsychopharmacol | 10 Pers. mit Zwangsstörung unter SSRI, 18 g/Tag oder Placebo je 6 Wochen, Crossover | kein signifikanter Unterschied | Placebo-RCT (Zusatzgabe) |
| 140 | Hoffman et al. 2021, Cochrane Database Syst Rev | 12 RCTs zu Medikamenten bei Trichotillomanie | Meta-Analyse nur für Opioid-Antagonisten möglich, übrige Vergleiche Einzelstudien | Cochrane-Review (Begleitbefund) |
| 141 | Kaplan et al. 1996, Anxiety | Pers. mit PTBS, Inositol vs. Placebo | Abstract ohne Ergebnisangaben | Placebo-RCT (klein) |
| 142 | Gianfranco et al. 2011, Hum Psychopharmacol | Frauen mit PMDS, Placebo-Vorphase, dann Myo-Inositol als Pulver (2 g) oder Weichkapsel (0,6 g) vs. Placebo | Tagessymptome, HAM-D und CGI-S signifikant gebessert, beide Darreichungen ähnlich | Placebo-RCT |
| 143 | Levine et al. 1993, Biol Psychiatry | Pers. mit chronischer Schizophrenie | kein Effekt (laut Titel; Abstract ohne Zahlen) | Kontrollierte Studie (klein) |
| 144 | Levine et al. 1997, J Neural Transm | 9 Kinder mit Autismus, 200 mg/kg/Tag oder Placebo, Crossover | kein Nutzen | Placebo-RCT (Crossover) |
| 145 | Salloway et al. 2011, Neurology | 353 Pers. mit leichter bis mittlerer Alzheimer-Demenz, 250, 1.000 oder 2.000 mg zweimal täglich oder Placebo, 78 Wochen | NTB und ADCS-ADL n. s.; Abbruch der höheren Dosen wegen Ungleichgewicht bei Infektionen und Todesfällen | Placebo-RCT (Arzneimittel) |
| 146 | Levine et al. 1995, J Psychiatr Res | Pers. in EKT-Serie, 6 g/Tag oder Placebo für 5 Tage vor der 5./6. Behandlung, Crossover | kein Effekt | Placebo-RCT (Crossover) |
| 147 | Owczarczyk-Saczonek et al. 2021, Dermatol Ther | 46 Pers. mit leichter Plaque-Psoriasis, je Herd 0 %, 0,25 % oder 1 % DCI, 6 Wochen | PSI/VAS ohne Unterschied; Feuchtigkeit und Elastizität mit 1 % signifikant | RCT (Grundlage als Kontrolle) |
| 148 | Amaefule et al. 2022, BMJ Open | 198 Schwangere, doppelblind, Myo-Inositol gegen Placebo (Pilotstudie) | Erbrechen 15/99 gegenüber 9/99, Durchfall 5/99 gegenüber 4/99; kein Gesamtwert und kein Test berichtet | Placebo-RCT |
| 149 | Maurizi et al. 2017, Acta Diabetol | 1 RCT, 26 übergewichtige Menschen mit Typ-1-Diabetes unter Insulin, 1 g D-Chiro-Inositol plus Folsäure gegen Folsäure, 24 Wochen | HbA1c 7,5 vs. 7,9 % (p < 0,05); Insulinbedarf unverändert | RCT ohne Placebo |
| 150 | Phelps et al. 2016, Pediatr Res | 1 RCT, 122 Frühgeborene bis 29 Wochen, 10 bis 80 mg/kg/Tag gegen Placebo | Nebenwirkungen und Begleiterkrankungen unter Inositol nicht häufiger | Dosisfindungs-RCT |
| 151 | Cantelmi et al. 2022, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 15 Pers. unter Lithium und/oder Valproat, 2 × 2 g Myo- plus D-Chiro-Inositol täglich, 6 Monate, ohne Kontrollgruppe | keine Änderung oder Anpassung der Medikation nötig | Pilotstudie ohne Kontrollgruppe (Autor mit Herstellerbezug) |
| 152 | Janiri et al. 2021, Eur Rev Med Pharmacol Sci | Übersicht zu Inositol bei bipolarer Störung unter Lithium und Valproat | Autoren halten bis 6 g/Tag für möglich, ohne die Lithiumwirkung zu beeinträchtigen; keine eigene kontrollierte Studie | Übersichtsarbeit |
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