Die kurze Antwort
Mönchspfeffer lindert wahrscheinlich das Brustspannen vor der Periode. Ob er bei PMS hilft, ist unklar: Viele kleine Studien fallen positiv aus, doch die größte Auswertung hält den Effekt selbst für überschätzt. Ob er den Zyklus reguliert oder beim Schwangerwerden hilft, ist nicht untersucht, geprüft wurden nur Mischpräparate. In Schwangerschaft und Stillzeit rät die Europäische Arzneimittel-Agentur von der Einnahme ab.
Die Brust spannt, die Laune kippt, und die Periode kommt mal nach drei, mal nach sechs Wochen: Bei solchen Beschwerden fällt in Apotheken, Foren und Frauenarztpraxen früher oder später ein Name. Mönchspfeffer gilt seit Jahrzehnten als das pflanzliche Mittel für den weiblichen Zyklus. Inzwischen wird er auch bei Kinderwunsch, Akne und in den Wechseljahren empfohlen. Wer nachliest, worauf diese Empfehlungen beruhen, stößt auf eine überraschend lange Liste von Studien. Doch die Liste täuscht. Viele dieser Studien sind klein, manche prüften gar nicht Mönchspfeffer allein, und nur bei einer einzigen Beschwerde hält das Ergebnis einer genauen Prüfung stand.
Genau diese Unterscheidung zieht sich durch den ganzen Text. Denn zwischen einer Beschwerde, für die es gute Hinweise gibt, und einer, für die nur Mischpräparate mit vielen Zutaten getestet wurden, liegt ein großer Unterschied, auch wenn beides in der Werbung gleich klingt.
Was ist Mönchspfeffer, und wie wirkt er im Körper?
Mönchspfeffer ist ein Extrakt aus den Früchten eines Mittelmeerstrauchs, der botanisch Vitex agnus-castus heißt und deshalb oft einfach Agnus castus genannt wird. Die kleinen, pfeffrig schmeckenden Beeren sollen der Legende nach in Klöstern gegessen worden sein, um die Lust zu dämpfen, daher der Name. In Tabletten und Tropfen stecken heute keine ganzen Früchte mehr, sondern Auszüge daraus, deren Menge in Milligramm angegeben wird.
Wie der Extrakt wirkt, ist nur in Umrissen bekannt. Nach der gängigen Erklärung dockt er an dieselben Stellen im Gehirn an wie der Botenstoff Dopamin. Dadurch bremst er die Ausschüttung von Prolaktin, jenem Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Milchbildung steuert und in höherer Menge den Zyklus stören kann. Ganz so einfach ist es aber nicht. In einem Versuch mit gesunden Männern stieg das Prolaktin unter der niedrigsten Dosis sogar an und sank erst bei höheren Mengen leicht.1 Auch eine östrogenartige Wirkung wird vermutet, gemessen wurde sie beim Menschen bisher kaum.
Diese Unklarheit hat praktische Folgen. Ein Mittel, das über Hormone und Botenstoffe wirken soll, kann auch dort eingreifen, wo es niemand haben will, etwa bei Medikamenten, Hormonpräparaten oder in der Schwangerschaft. Davon handelt der Abschnitt zur Sicherheit weiter unten.
Wofür ist Mönchspfeffer gut, und was bewirkt er bei Frauen?
Mönchspfeffer lindert nach heutiger Studienlage wahrscheinlich nur das Brustspannen vor der Periode, bei allen anderen Beschwerden reichen die Studien für ein solches Urteil nicht. Für diesen Überblick haben wir 26 mögliche Wirkungen und Risiken erfasst, darunter Beschwerden vor der Periode, Kinderwunsch, Wechseljahre und Akne. Die meisten landen im Bereich erster Hinweise oder widersprüchlicher Befunde, und bei sechs Fragen gibt es gar keine Studie mit Scheinpräparat. Das ist eine nüchterne Bilanz. Jede Zeile der Übersicht lässt sich anklicken und zeigt dann die Begründung für die Einordnung.
Zyklische Brustschmerzen (Brustspannen) lindernwahrscheinlich5 Placebo-Studien (Mirzaee 2022, Teilgruppe Mönchspfeffer, Teilnehmerzahl nicht angegeben); dazu 6 Placebo-Studien mit 718 Pers. (Ooi 2020)Brustschmerz SMD −0,64 zugunsten Vitex gegenüber Placebo, I² 32 %, geringe methodische …
Frauen von 18 bis 45 Jahren mit zyklischer Mastalgie, mit oder ohne PMS; meist 20 bis 40 mg Extrakt über 3 Monate, auch Tropfenlösungen
Ergebnisse: Brustschmerz SMD −0,64 (−0,84 bis −0,44) zugunsten Vitex gegenüber Placebo, I² 32 %, geringe methodische Qualität der Studien (Mirzaee 2022); konservative Placebo-Analyse SMD 0,67 (0,50 bis 0,85) zugunsten Vitex (Ooi 2020); Einzelstudie: Schmerz nach 2 Zyklen −33,7 vs. −20,3 mm (p = 0,006), nach 3 Zyklen nur grenzwertig (p = 0,064) (Halaska 1999)
Mönchspfeffer lindert zyklisches Brustspannen wahrscheinlich. Die maßgebliche Meta-Analyse aus fünf Placebo-Studien fand einen mittleren Effekt, eine zweite mit sechs Placebo-Studien und gut 700 Frauen kam auf ein ähnliches Ergebnis. Die Studien sind allerdings methodisch eher schwach oder berichten zu wenig, um ihr Verzerrungsrisiko zu beurteilen. In Vergleichsstudien schnitt der Extrakt ähnlich ab wie Medikamente, etwa Dopamin-Agonisten oder Schmerzmittel. 2, 3, 4, 46
Wechseljahresbeschwerden insgesamt lindernunklarerste Hinweise2 kleine Placebo-RCTs mit Mönchspfeffer allein, 112 Pers. (Naseri 2019, Reddy 2026)Greene-Gesamtscore nach 8 Wochen signifikant niedriger als mit Placebo, 52 Frauen
Frauen nach der Menopause bzw. spät in der Perimenopause; Früchte-Extrakt über 8 Wochen; Mischpräparate gesondert gekennzeichnet
Ergebnisse: Greene-Gesamtscore nach 8 Wochen signifikant niedriger als mit Placebo (p < 0,05), 52 Frauen (Naseri 2019); MRS-Gesamtwert (und Kupperman-Index) nach 60 Tagen signifikant besser, 60 Frauen, vom Extrakt-Hersteller mitfinanziert, mehrere Autoren dort angestellt (Reddy 2026); Kombination mit Johanniskraut, 100 Frauen über 16 Wochen: kein Unterschied zu Placebo (van Die 2009)
Ob Mönchspfeffer Wechseljahresbeschwerden insgesamt lindert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Zwei kleine Placebo-Studien mit zusammen gut 100 Frauen fanden weniger Beschwerden mit Mönchspfeffer-Extrakt; die neuere hat der Extrakt-Hersteller mitfinanziert, und mehrere Autoren sind dort angestellt. Die größte Studie, mit 100 Frauen über 16 Wochen, prüfte Mönchspfeffer zusammen mit Johanniskraut und fand keinen Unterschied zu Placebo. 14, 15, 16, 51, 52, 53
Beschwerden vor der Periode (PMS) lindernunklarerste Hinweise3 Placebo-Studien, 520 Pers. (Csupor 2019); die Meta-Analyse mit den meisten Studien (Verkaik 2017) nennt die Zahl ihrer Placebo-Studien nicht und zählt deshalb nichtdeutliche Besserung 2,57-mal so häufig wie unter Placebo, RR 2,57, nur 3 genau …
Frauen mit prämenstruellem Syndrom, 18 bis 45 Jahre; standardisierte Früchte-Trockenextrakte (meist 20 mg Extrakt oder Extrakt entsprechend 40 mg Droge täglich) oder Tropfen, 3 Zyklen
Ergebnisse: deutliche Besserung 2,57-mal so häufig wie unter Placebo, RR 2,57 (1,52 bis 4,35), nur 3 genau beschriebene Doppelblind-Studien mit 520 Frauen (Csupor 2019); Placebo-Studien zusammen Hedges g −1,21 (−1,53 bis −0,88), Streuung extrem hoch (I² 91 %), meist hohes Verzerrungsrisiko, Hinweis auf Publikationsbias, Effekt laut Autoren überschätzt (Verkaik 2017); einzelne Placebo-Studien alle positiv, z. B. Ansprechrate 52 vs. 24 % (Schellenberg 2001)
Ob Mönchspfeffer-Extrakt die Beschwerden vor der Periode lindert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Viele kleine Placebo-Studien fanden einen stärkeren Rückgang von Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerz und Brustspannen als mit Placebo. Die Meta-Analyse mit den meisten Studien gibt aber nicht an, wie viele Placebo-Studien sie zusammenrechnet, und hält ihren großen Effekt selbst für überschätzt: Die meisten Studien haben ein hohes Verzerrungsrisiko, die Ergebnisse streuen stark, und vermutlich blieben Studien ohne Effekt unveröffentlicht. Maßgeblich ist deshalb eine kleine Auswertung aus nur drei sorgfältig beschriebenen Studien mit 520 Frauen; dort hatten Anwenderinnen gut doppelt so oft eine deutliche Besserung. 7, 6, 41, 42, 5, 8, 40, 43, 38, 44
Zu kurze zweite Zyklushälfte (Gelbkörperschwäche) ausgleichenunklar1 kleine Placebo-RCT, 52 Pers. (37 ausgewertet) (Milewicz 1993)nach 3 Monaten nur in der Vitex-Gruppe signifikant: stimulierte Prolaktin-Ausschüttung …
Frauen mit Lutealphasen-Defekt bei latenter Hyperprolaktinämie; 20 mg Extrakt täglich, 3 Monate
Ergebnisse: nach 3 Monaten nur in der Vitex-Gruppe signifikant: stimulierte Prolaktin-Ausschüttung gesenkt, verkürzte Lutealphase normalisiert, Progesteron-Mangel behoben; ein direkter Test gegen Placebo steht nicht im Abstract; 37 von 52 Frauen ausgewertet (Milewicz 1993)
Ob Mönchspfeffer eine zu kurze zweite Zyklushälfte ausgleicht, ist unklar. In einer einzigen kleinen Placebo-Studie aus den frühen 1990er-Jahren normalisierten sich bei Frauen mit leicht erhöhter Prolaktin-Reaktion die zweite Zyklushälfte und der Progesteronspiegel nur in der Mönchspfeffer-Gruppe; einen direkten Vergleich mit der Placebogruppe berichtet der Abstract nicht. Ausgewertet wurden nur 37 Frauen, und ob sich die Chance auf eine Schwangerschaft verbessert, wurde nicht geprüft. 20, 41
Beschwerden beim PCO-Syndrom bessern (Zyklus, Behaarung, Insulin)unklarerste Hinweise1 kleine Placebo-RCT, 60 Pers. (Hatami 2026, zwei Veröffentlichungen derselben Studie)Menstruationshäufigkeit gegenüber Placebo signifikant gebessert, ebenso HOMA-IR, …
Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom; standardisierter Extrakt 5,8 mg täglich (0,42 bis 0,82 mg Aucubin), 12 Wochen
Ergebnisse: Menstruationshäufigkeit gegenüber Placebo signifikant gebessert (p = 0,046), ebenso HOMA-IR, Nüchternzucker, Behaarungs-Score (mFG), oxidativer Stress und HDL/LDL (Hatami 2026a); Teilauswertung 40 Proben: TNF-α, IL-6 und AMH gesenkt (Hatami 2026b)
Ob Mönchspfeffer beim PCO-Syndrom hilft, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Eine einzige iranische Placebo-Studie mit 60 Frauen fand mit Mönchspfeffer häufigere Perioden, weniger männliche Behaarung und eine bessere Insulinempfindlichkeit, dazu günstigere Entzündungs- und Stoffwechselwerte. Die zweite Veröffentlichung ist eine Teilauswertung derselben Studie und kein unabhängiger Beleg. 24, 59, 60
Chance auf eine Schwangerschaft bei unerfülltem Kinderwunsch erhöhennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Mönchspfeffer allein; 4 kleine Placebo-RCTs mit Mischpräparaten, 286 Pers.Agnus-castus-haltiges Präparat: Schwangerschaft oder Zyklusnormalisierung 57,6 vs
Frauen mit Fruchtbarkeitsstörungen; nur Mischpräparate mit Mönchspfeffer untersucht (homöopathische Komplexmittel bzw. Mischung mit Grüntee, L-Arginin, Vitaminen und Mineralstoffen)
Ergebnisse: Agnus-castus-haltiges Präparat: Schwangerschaft oder Zyklusnormalisierung 57,6 vs. 36,0 %, p = 0,069, nicht signifikant, 96 Frauen (Gerhard 1998); homöopathisches Komplexmittel: Gesamtgruppe nicht signifikant, Geburtenrate 18,7 vs. 6,4 % nicht signifikant, 67 Frauen (Bergmann 2000); Mischung mit Grüntee, L-Arginin und Vitaminen: Schwangerschaft nach 3 Monaten 26 vs. 10 % (p = 0,01), 93 Frauen (Westphal 2006), Pilotstudie 5 von 15 vs. 0 von 15 (Westphal 2004)
Ob Mönchspfeffer allein die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, ist nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit dem Einzelstoff gibt es nicht. Geprüft wurden nur Mischpräparate: Zwei deutsche Studien mit Komplexmitteln verfehlten bei der Gesamtgruppe die Signifikanz, zwei US-Studien mit einer Mischung aus Mönchspfeffer, Grüntee, L-Arginin und Vitaminen fanden mehr Schwangerschaften. Welcher Bestandteil wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. 17, 11, 18, 19
Unregelmäßigen Zyklus normalisierennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Mönchspfeffer allein; Beobachtungsstudie 1.700 Frauen (Höller 2024)unregelmäßiger Zyklus nach 3 Monaten 9,1 % → 0,1 % ohne Vergleichsgruppe
Frauen mit Zyklusstörungen (zu kurze, zu lange oder ausbleibende Perioden); Einzelstoff nur in Beobachtungsdaten, Placebo-Studien nur mit Kombinationspräparaten (siehe Fruchtbarkeit)
Ergebnisse: unregelmäßiger Zyklus nach 3 Monaten 9,1 % → 0,1 % ohne Vergleichsgruppe (Höller 2024, Herstellerangestellte als Autoren); Kombinationspräparat bei Oligomenorrhoe: Zielkriterium 82 vs. 45 % (p = 0,021), in der Gesamtgruppe nicht signifikant (Bergmann 2000)
Ob Mönchspfeffer allein einen unregelmäßigen Zyklus normalisiert, ist nicht untersucht: Placebo-Studien dazu gibt es nicht. Eine große Auswertung von Behandlungsdaten mit 1.700 Frauen beschreibt deutlich regelmäßigere Zyklen nach drei Monaten, hat aber keine Vergleichsgruppe, und fünf Autoren sind beim Hersteller der Präparate angestellt. Die einzigen Placebo-Studien verwendeten Mischpräparate mit weiteren Bestandteilen und zielten auf die Fruchtbarkeit. 10, 11
Akne bessernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; 2 unkontrollierte Berichte (Amann 1967, 1975)keine Effektzahlen verfügbar
Menschen mit Akne; nur zwei deutsche Berichte von 1967 und 1975 ohne Kontrollgruppe und ohne Abstract
Ergebnisse: keine Effektzahlen verfügbar (kein Abstract); Akne wird umgekehrt als mögliche Nebenwirkung genannt (Daniele 2005)
Ob Mönchspfeffer gegen Akne hilft, ist nicht untersucht: Es gibt nur zwei alte Praxisberichte aus Deutschland ohne Vergleichsgruppe. In der Übersicht zu Nebenwirkungen taucht Akne sogar unter den häufigeren unerwünschten Wirkungen auf. 27, 28, 29
Alle 20 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Mönchspfeffer in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Zyklus & PMS 6
1 wahrscheinlich · 3 unklar · 2 nicht untersucht
Zyklische Brustschmerzen (Brustspannen) lindernwahrscheinlich5 Placebo-Studien (Mirzaee 2022, Teilgruppe Mönchspfeffer, Teilnehmerzahl nicht angegeben); dazu 6 Placebo-Studien mit 718 Pers. (Ooi 2020)Brustschmerz SMD −0,64 zugunsten Vitex gegenüber Placebo, I² 32 %, geringe methodische …
Frauen von 18 bis 45 Jahren mit zyklischer Mastalgie, mit oder ohne PMS; meist 20 bis 40 mg Extrakt über 3 Monate, auch Tropfenlösungen
Ergebnisse: Brustschmerz SMD −0,64 (−0,84 bis −0,44) zugunsten Vitex gegenüber Placebo, I² 32 %, geringe methodische Qualität der Studien (Mirzaee 2022); konservative Placebo-Analyse SMD 0,67 (0,50 bis 0,85) zugunsten Vitex (Ooi 2020); Einzelstudie: Schmerz nach 2 Zyklen −33,7 vs. −20,3 mm (p = 0,006), nach 3 Zyklen nur grenzwertig (p = 0,064) (Halaska 1999)
Mönchspfeffer lindert zyklisches Brustspannen wahrscheinlich. Die maßgebliche Meta-Analyse aus fünf Placebo-Studien fand einen mittleren Effekt, eine zweite mit sechs Placebo-Studien und gut 700 Frauen kam auf ein ähnliches Ergebnis. Die Studien sind allerdings methodisch eher schwach oder berichten zu wenig, um ihr Verzerrungsrisiko zu beurteilen. In Vergleichsstudien schnitt der Extrakt ähnlich ab wie Medikamente, etwa Dopamin-Agonisten oder Schmerzmittel. 2, 3, 4, 46
Beschwerden vor der Periode (PMS) lindernunklarerste Hinweise3 Placebo-Studien, 520 Pers. (Csupor 2019); die Meta-Analyse mit den meisten Studien (Verkaik 2017) nennt die Zahl ihrer Placebo-Studien nicht und zählt deshalb nichtdeutliche Besserung 2,57-mal so häufig wie unter Placebo, RR 2,57, nur 3 genau …
Frauen mit prämenstruellem Syndrom, 18 bis 45 Jahre; standardisierte Früchte-Trockenextrakte (meist 20 mg Extrakt oder Extrakt entsprechend 40 mg Droge täglich) oder Tropfen, 3 Zyklen
Ergebnisse: deutliche Besserung 2,57-mal so häufig wie unter Placebo, RR 2,57 (1,52 bis 4,35), nur 3 genau beschriebene Doppelblind-Studien mit 520 Frauen (Csupor 2019); Placebo-Studien zusammen Hedges g −1,21 (−1,53 bis −0,88), Streuung extrem hoch (I² 91 %), meist hohes Verzerrungsrisiko, Hinweis auf Publikationsbias, Effekt laut Autoren überschätzt (Verkaik 2017); einzelne Placebo-Studien alle positiv, z. B. Ansprechrate 52 vs. 24 % (Schellenberg 2001)
Ob Mönchspfeffer-Extrakt die Beschwerden vor der Periode lindert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Viele kleine Placebo-Studien fanden einen stärkeren Rückgang von Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerz und Brustspannen als mit Placebo. Die Meta-Analyse mit den meisten Studien gibt aber nicht an, wie viele Placebo-Studien sie zusammenrechnet, und hält ihren großen Effekt selbst für überschätzt: Die meisten Studien haben ein hohes Verzerrungsrisiko, die Ergebnisse streuen stark, und vermutlich blieben Studien ohne Effekt unveröffentlicht. Maßgeblich ist deshalb eine kleine Auswertung aus nur drei sorgfältig beschriebenen Studien mit 520 Frauen; dort hatten Anwenderinnen gut doppelt so oft eine deutliche Besserung. 7, 6, 41, 42, 5, 8, 40, 43, 38, 44
Starke Regelblutung verringernunklar1 Meta-Analyse mit 5 Studien, Zahl der Placebo-Studien nicht im Abstract (Mollazadeh 2019); keine Placebo-Einzelstudie mit Blutungsmenge gefundenBlutungsmenge gegenüber Placebo 1
Frauen im gebärfähigen Alter ohne gynäkologische Erkrankung; Vergleich mit Placebo oder Mefenaminsäure; auch Spiralen-Trägerinnen
Ergebnisse: Blutungsmenge gegenüber Placebo 1. Zyklus MD 3,08 (−3,11 bis 9,26; p = 0,33), 2. Zyklus MD 0,00 (−5,75 bis 5,75), nicht signifikant; gegenüber Mefenaminsäure im 1. Zyklus mehr Blutung (MD 7,17), im 2. Zyklus kein Unterschied (Mollazadeh 2019); bei Spiralen-Trägerinnen kein Unterschied zu Mefenaminsäure, MD −2,40 (−13,77 bis 8,97), 1 Studie, 84 Frauen (Christelle 2022)
Ob Mönchspfeffer eine starke Regelblutung verringert, ist unklar. In der einzigen Meta-Analyse blieb die Blutungsmenge gegenüber Placebo in beiden ausgewerteten Zyklen gleich, wie viele Placebo-Studien dahinterstehen, verrät der Abstract aber nicht. Die zugrunde liegenden Studien sind klein und von geringer Qualität. Bei Frauen mit Kupferspirale zeigte eine Studie keinen Unterschied zum Schmerzmittel Mefenaminsäure. 12, 47, 48
Regelschmerzen lindernjunge Frauen mit primärer Dysmenorrhoe (ohne organische Ursache)unklar1 Placebo-Studie mit 4 Gruppen, Mönchspfeffer gegen Placebo 50 Pers. (Zeraati 2014), ohne direkten Test gegen PlaceboSchmerz mit Vitex stärker gesunken als mit Mefenaminsäure, Abstract und Volltext nur …
Ergebnisse: Schmerz (VAS) mit Vitex stärker gesunken als mit Mefenaminsäure (p < 0,05), Abstract und Volltext nur mit Vier-Gruppen-Vergleich, kein direkter Test gegen Placebo; ein Mitautor leitet die klinische Forschung des Herstellers des geprüften Präparats (Zeraati 2014); gegenüber der Pille (Ethinylestradiol/Drospirenon) ähnliche Schmerzlinderung, 60 Frauen, ohne Placebo (Aksoy 2014)
Ob Mönchspfeffer Regelschmerzen lindert, ist unklar. In der einzigen Studie mit Placebogruppe, mit iranischen Studentinnen, linderte ein Mönchspfeffer-Präparat die Schmerzen stärker als das Schmerzmittel Mefenaminsäure; einen direkten Vergleich mit Placebo berichtet sie nicht, und ein Mitautor leitet die klinische Forschung beim Hersteller des Präparats. Eine türkische Studie fand eine ähnliche Wirkung wie eine Antibabypille, hatte aber keine Placebogruppe. 13, 49, 50
Schwere seelische Beschwerden vor der Periode (PMDS) lindernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; nur 2 Vergleiche mit dem Antidepressivum Fluoxetin (Atmaca 2003 mit 41 Pers., Ciotta 2011 ohne Fallzahl im Abstract)gegenüber Fluoxetin Ansprechen 57,9 vs
Frauen mit prämenstrueller dysphorischer Störung nach DSM-IV; nur Vergleiche mit dem Antidepressivum Fluoxetin, keine Placebo-Studie gefunden
Ergebnisse: gegenüber Fluoxetin Ansprechen 57,9 vs. 68,4 %, Unterschied nicht signifikant; Fluoxetin besser bei seelischen, Vitex bei körperlichen Beschwerden (Atmaca 2003); zweite Vergleichsstudie ohne Effektzahlen im Abstract (Ciotta 2011); laut Review in einer Studie gleichwertig, in der anderen Fluoxetin überlegen (van Die 2013)
Ob Mönchspfeffer bei der schweren, vor allem seelischen Form der Regelbeschwerden mehr bewirkt als ein Placebo, ist nicht untersucht: Es gibt keine einzige Placebo-Studie, nur zwei Vergleiche mit dem Antidepressivum Fluoxetin. Im kleineren, gut beschriebenen Vergleich mit 41 Frauen sprachen etwa gleich viele auf beide Mittel an, Fluoxetin wirkte aber besser auf die seelischen Beschwerden. Ein solcher Vergleich ersetzt keine Placebo-Studie, weil auch ohne Wirkstoff viele Frauen eine Besserung spüren. 9, 41, 45
Unregelmäßigen Zyklus normalisierennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Mönchspfeffer allein; Beobachtungsstudie 1.700 Frauen (Höller 2024)unregelmäßiger Zyklus nach 3 Monaten 9,1 % → 0,1 % ohne Vergleichsgruppe
Frauen mit Zyklusstörungen (zu kurze, zu lange oder ausbleibende Perioden); Einzelstoff nur in Beobachtungsdaten, Placebo-Studien nur mit Kombinationspräparaten (siehe Fruchtbarkeit)
Ergebnisse: unregelmäßiger Zyklus nach 3 Monaten 9,1 % → 0,1 % ohne Vergleichsgruppe (Höller 2024, Herstellerangestellte als Autoren); Kombinationspräparat bei Oligomenorrhoe: Zielkriterium 82 vs. 45 % (p = 0,021), in der Gesamtgruppe nicht signifikant (Bergmann 2000)
Ob Mönchspfeffer allein einen unregelmäßigen Zyklus normalisiert, ist nicht untersucht: Placebo-Studien dazu gibt es nicht. Eine große Auswertung von Behandlungsdaten mit 1.700 Frauen beschreibt deutlich regelmäßigere Zyklen nach drei Monaten, hat aber keine Vergleichsgruppe, und fünf Autoren sind beim Hersteller der Präparate angestellt. Die einzigen Placebo-Studien verwendeten Mischpräparate mit weiteren Bestandteilen und zielten auf die Fruchtbarkeit. 10, 11
Wechseljahre 5
4 unklar · 1 nicht untersucht
Wechseljahresbeschwerden insgesamt lindernunklarerste Hinweise2 kleine Placebo-RCTs mit Mönchspfeffer allein, 112 Pers. (Naseri 2019, Reddy 2026)Greene-Gesamtscore nach 8 Wochen signifikant niedriger als mit Placebo, 52 Frauen
Frauen nach der Menopause bzw. spät in der Perimenopause; Früchte-Extrakt über 8 Wochen; Mischpräparate gesondert gekennzeichnet
Ergebnisse: Greene-Gesamtscore nach 8 Wochen signifikant niedriger als mit Placebo (p < 0,05), 52 Frauen (Naseri 2019); MRS-Gesamtwert (und Kupperman-Index) nach 60 Tagen signifikant besser, 60 Frauen, vom Extrakt-Hersteller mitfinanziert, mehrere Autoren dort angestellt (Reddy 2026); Kombination mit Johanniskraut, 100 Frauen über 16 Wochen: kein Unterschied zu Placebo (van Die 2009)
Ob Mönchspfeffer Wechseljahresbeschwerden insgesamt lindert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Zwei kleine Placebo-Studien mit zusammen gut 100 Frauen fanden weniger Beschwerden mit Mönchspfeffer-Extrakt; die neuere hat der Extrakt-Hersteller mitfinanziert, und mehrere Autoren sind dort angestellt. Die größte Studie, mit 100 Frauen über 16 Wochen, prüfte Mönchspfeffer zusammen mit Johanniskraut und fand keinen Unterschied zu Placebo. 14, 15, 16, 51, 52, 53
Hitzewallungen und Nachtschweiß verringernFrauen in und nach den Wechseljahrenunklarerste Hinweise2 kleine Placebo-RCTs mit Mönchspfeffer allein, 112 Pers. (Naseri 2019, Reddy 2026)vasomotorische Beschwerden mit Vitex signifikant geringer als mit Placebo, 52 Frauen
Ergebnisse: vasomotorische Beschwerden (Greene-Skala) mit Vitex signifikant geringer als mit Placebo (p < 0,05), 52 Frauen (Naseri 2019); Schwere von Hitzewallungen und Nachtschweiß an Tag 30 und 60 signifikant geringer (p = 0,001), 60 Frauen, vom Hersteller mitfinanziert (Reddy 2026); Kombination mit Johanniskraut: Zahl der Hitzewallungen nicht verschieden von Placebo, 100 Frauen (van Die 2009)
Ob Mönchspfeffer Hitzewallungen verringert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Zwei kleine Placebo-Studien mit zusammen gut 100 Frauen fanden schwächere Hitzewallungen; eine davon hat der Extrakt-Hersteller mitfinanziert. Die größere Studie, die die Zahl der Hitzewallungen genau zählte, kombinierte Mönchspfeffer mit Johanniskraut und fand keinen Unterschied zu Placebo; Mischpräparate mit mehreren Pflanzen sagen über Mönchspfeffer allein nichts aus. 14, 15, 16, 54, 55
Stimmung und Ängstlichkeit in den Wechseljahren verbessernunklar1 kleine Placebo-RCT, 52 Pers. (Naseri 2019)Angst-Unterskala der Greene-Skala signifikant besser, Depressions-Unterskala nicht …
Frauen in den Wechseljahren; Teilergebnisse aus Studien zu Wechseljahresbeschwerden
Ergebnisse: Angst-Unterskala der Greene-Skala signifikant besser, Depressions-Unterskala nicht verschieden von Placebo (Naseri 2019); Kombination mit Johanniskraut: Hamilton-Depressionswert ohne Unterschied, 100 Frauen (van Die 2009)
Ob Mönchspfeffer Stimmung und Ängstlichkeit in den Wechseljahren verbessert, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie mit Mönchspfeffer allein ging die Ängstlichkeit zurück, die gedrückte Stimmung aber nicht. In der größeren Studie mit Johanniskraut, das selbst gegen Depression eingesetzt wird, besserte sich die Stimmung nicht stärker als unter Placebo. 14, 16
Sexuelle Lust und Funktion nach der Menopause verbessernFrauen von 50 bis 70 Jahren nach der Menopause; Tropfenlösungunklarwidersprüchlich1 kleine Placebo-RCT, 60 Pers. (Zohreh 2023)FSFI-Gesamtwert nach 6 und 8 Wochen signifikant besser als mit Placebo, nach 4 Wochen …
Ergebnisse: FSFI-Gesamtwert nach 6 und 8 Wochen signifikant besser als mit Placebo (p = 0,003 bzw. 0,001), nach 4 Wochen kein Unterschied (Zohreh 2023); Sexualitäts-Unterskala der Greene-Skala ohne Unterschied (Naseri 2019)
Ob Mönchspfeffer die Sexualität nach der Menopause verbessert, ist unklar, die Ergebnisse sind widersprüchlich. Eine kleine iranische Studie mit 60 Frauen fand nach sechs bis acht Wochen bessere Werte im Fragebogen zur Sexualfunktion als unter Placebo; in einer anderen kleinen Placebo-Studie blieb die Sexualität unverändert. 56, 14
Schlaf in den Wechseljahren verbessernFrauen nach der Menopause; nur Mischpräparate untersuchtnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie mit Mönchspfeffer allein auf einer Schlafskala; nur MischpräparateSoja-Isoflavone plus Mönchspfeffer, Magnolie und Milchsäurebakterien vs
Ergebnisse: Soja-Isoflavone plus Mönchspfeffer, Magnolie und Milchsäurebakterien vs. Isoflavone allein: Schlafqualität (PSQI) signifikant besser, 180 Frauen, 12 Monate (De Franciscis 2017); 6-Pflanzen-Mischung vs. Placebo: Schlafqualität besser, 50 Frauen (Rotem 2007)
Ob Mönchspfeffer allein den Schlaf in den Wechseljahren verbessert, wurde nicht untersucht. Mischpräparate mit Mönchspfeffer und weiteren Pflanzen verbesserten in zwei Studien den Schlaf, welcher Bestandteil dafür verantwortlich ist, lässt sich nicht trennen. 57, 54
Fruchtbarkeit & Kinderwunsch 4
3 unklar · 1 nicht untersucht
Zu kurze zweite Zyklushälfte (Gelbkörperschwäche) ausgleichenunklar1 kleine Placebo-RCT, 52 Pers. (37 ausgewertet) (Milewicz 1993)nach 3 Monaten nur in der Vitex-Gruppe signifikant: stimulierte Prolaktin-Ausschüttung …
Frauen mit Lutealphasen-Defekt bei latenter Hyperprolaktinämie; 20 mg Extrakt täglich, 3 Monate
Ergebnisse: nach 3 Monaten nur in der Vitex-Gruppe signifikant: stimulierte Prolaktin-Ausschüttung gesenkt, verkürzte Lutealphase normalisiert, Progesteron-Mangel behoben; ein direkter Test gegen Placebo steht nicht im Abstract; 37 von 52 Frauen ausgewertet (Milewicz 1993)
Ob Mönchspfeffer eine zu kurze zweite Zyklushälfte ausgleicht, ist unklar. In einer einzigen kleinen Placebo-Studie aus den frühen 1990er-Jahren normalisierten sich bei Frauen mit leicht erhöhter Prolaktin-Reaktion die zweite Zyklushälfte und der Progesteronspiegel nur in der Mönchspfeffer-Gruppe; einen direkten Vergleich mit der Placebogruppe berichtet der Abstract nicht. Ausgewertet wurden nur 37 Frauen, und ob sich die Chance auf eine Schwangerschaft verbessert, wurde nicht geprüft. 20, 41
Erhöhtes Prolaktin senkenunklar1 kleine Placebo-RCT, 37 von 52 Pers. ausgewertet (Milewicz 1993); dazu 1 Vergleich mit Bromocriptin ohne Abstract (Kilicdag 2004)TRH-stimuliertes Prolaktin nach 3 Monaten nur unter Vitex signifikant gesenkt, kein …
Frauen mit leicht erhöhtem oder latent erhöhtem Prolaktin (Milchbildungshormon); Wirkmechanismus über Dopamin-D2-Rezeptoren angenommen
Ergebnisse: TRH-stimuliertes Prolaktin nach 3 Monaten nur unter Vitex signifikant gesenkt, kein direkter Test gegen Placebo im Abstract (Milewicz 1993); laut Review in einer Studie vergleichbar mit Bromocriptin (van Die 2013); Übersicht 2023: keine großen RCTs (Puglia 2023); außerhalb der Zielgruppe: bei Brustspannen Prolaktin gesenkt (Ooi 2020), bei gesunden Männern niedrige Dosis erhöhte, höhere Dosen senkten Prolaktin leicht (Merz 1996)
Ob Mönchspfeffer ein erhöhtes Prolaktin senkt, ist unklar. Eine kleine Placebo-Studie fand eine gesenkte Prolaktin-Reaktion nur in der Mönchspfeffer-Gruppe, eine Vergleichsstudie eine ähnliche Wirkung wie das Medikament Bromocriptin. Bei gesunden Männern hing die Richtung von der Dosis ab, niedrige Dosen erhöhten Prolaktin sogar, und eine Übersicht von 2023 betont, dass große randomisierte Studien fehlen. Ein erhöhter Prolaktinwert gehört ärztlich abgeklärt, weil auch ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse dahinterstecken kann. 20, 58, 41, 21, 3, 1
Beschwerden beim PCO-Syndrom bessern (Zyklus, Behaarung, Insulin)unklarerste Hinweise1 kleine Placebo-RCT, 60 Pers. (Hatami 2026, zwei Veröffentlichungen derselben Studie)Menstruationshäufigkeit gegenüber Placebo signifikant gebessert, ebenso HOMA-IR, …
Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom; standardisierter Extrakt 5,8 mg täglich (0,42 bis 0,82 mg Aucubin), 12 Wochen
Ergebnisse: Menstruationshäufigkeit gegenüber Placebo signifikant gebessert (p = 0,046), ebenso HOMA-IR, Nüchternzucker, Behaarungs-Score (mFG), oxidativer Stress und HDL/LDL (Hatami 2026a); Teilauswertung 40 Proben: TNF-α, IL-6 und AMH gesenkt (Hatami 2026b)
Ob Mönchspfeffer beim PCO-Syndrom hilft, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Eine einzige iranische Placebo-Studie mit 60 Frauen fand mit Mönchspfeffer häufigere Perioden, weniger männliche Behaarung und eine bessere Insulinempfindlichkeit, dazu günstigere Entzündungs- und Stoffwechselwerte. Die zweite Veröffentlichung ist eine Teilauswertung derselben Studie und kein unabhängiger Beleg. 24, 59, 60
Chance auf eine Schwangerschaft bei unerfülltem Kinderwunsch erhöhennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Mönchspfeffer allein; 4 kleine Placebo-RCTs mit Mischpräparaten, 286 Pers.Agnus-castus-haltiges Präparat: Schwangerschaft oder Zyklusnormalisierung 57,6 vs
Frauen mit Fruchtbarkeitsstörungen; nur Mischpräparate mit Mönchspfeffer untersucht (homöopathische Komplexmittel bzw. Mischung mit Grüntee, L-Arginin, Vitaminen und Mineralstoffen)
Ergebnisse: Agnus-castus-haltiges Präparat: Schwangerschaft oder Zyklusnormalisierung 57,6 vs. 36,0 %, p = 0,069, nicht signifikant, 96 Frauen (Gerhard 1998); homöopathisches Komplexmittel: Gesamtgruppe nicht signifikant, Geburtenrate 18,7 vs. 6,4 % nicht signifikant, 67 Frauen (Bergmann 2000); Mischung mit Grüntee, L-Arginin und Vitaminen: Schwangerschaft nach 3 Monaten 26 vs. 10 % (p = 0,01), 93 Frauen (Westphal 2006), Pilotstudie 5 von 15 vs. 0 von 15 (Westphal 2004)
Ob Mönchspfeffer allein die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, ist nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit dem Einzelstoff gibt es nicht. Geprüft wurden nur Mischpräparate: Zwei deutsche Studien mit Komplexmitteln verfehlten bei der Gesamtgruppe die Signifikanz, zwei US-Studien mit einer Mischung aus Mönchspfeffer, Grüntee, L-Arginin und Vitaminen fanden mehr Schwangerschaften. Welcher Bestandteil wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. 17, 11, 18, 19
Haut, Psyche & Sonstiges 5
3 unklar · 2 nicht untersucht
Sexuelle Funktion bei Frauen im gebärfähigen Alter verbessernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 102 Pers. (Heirati 2021)FSFI-Gesamtwert nach 16 Wochen signifikant höher als mit Placebo, keiner der …
Frauen im gebärfähigen Alter mit sexueller Funktionsstörung; 3,2 bis 4,8 mg Trockenextrakt, 16 Wochen; Frauen nach der Menopause siehe Wechseljahre
Ergebnisse: FSFI-Gesamtwert nach 16 Wochen signifikant höher als mit Placebo (p < 0,05), keiner der Einzelbereiche signifikant (Heirati 2021)
Ob Mönchspfeffer die sexuelle Funktion bei Frauen im gebärfähigen Alter verbessert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. Eine iranische Placebo-Studie mit gut 100 Frauen fand nach 16 Wochen einen besseren Gesamtwert im Fragebogen zur Sexualfunktion, aber in keinem einzelnen Bereich wie Lust, Erregung oder Zufriedenheit einen gesicherten Unterschied. 32
Heilung von Knochenbrüchen beschleunigenunklar1 kleine Placebo-RCT mit 4 Gruppen, 51 ausgewertet, Vitex allein 15 Pers. (Eftekhari 2014)Kallusbildung im Röntgen zwischen den 4 Gruppen nicht verschieden
Frauen von 20 bis 45 Jahren mit Bruch eines langen Röhrenknochens; 4 mg Trockenextrakt, 8 Wochen
Ergebnisse: Kallusbildung im Röntgen zwischen den 4 Gruppen nicht verschieden (p = 0,39); unter Vitex allein VEGF gestiegen (p < 0,05), alkalische Phosphatase grenzwertig (p = 0,05) (Eftekhari 2014)
Ob Mönchspfeffer die Heilung von Knochenbrüchen beschleunigt, ist unklar. In einer kleinen iranischen Studie mit Frauen nach einem Knochenbruch heilte der Bruch im Röntgenbild mit Mönchspfeffer nicht messbar schneller als mit Placebo; verändert waren nur einzelne Blutwerte, die mit Knochenaufbau zusammenhängen. Mit 15 Frauen in der Mönchspfeffer-Gruppe ist die Studie zu klein, um einen Effekt auszuschließen. 34
Schlaf verbessernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit Schlaflosigkeit als Einzelpunkt im PMS-Tagebuch, 67 Pers. (Ma 2010); keine Studie auf einer Schlafskalabei PMS Schlaflosigkeit als Einzelsymptom stärker gebessert als mit Placebo, 64 von 67 …
Erwachsene ohne Wechseljahre (gesund oder mit PMS); Schlaf mit Mönchspfeffer allein nur als Einzelpunkt eines PMS-Tagebuchs untersucht; Frauen in den Wechseljahren siehe Wechseljahre
Ergebnisse: bei PMS Schlaflosigkeit als Einzelsymptom stärker gebessert als mit Placebo (p < 0,05), 64 von 67 Frauen beendet; dieselbe Studie wie in der Zeile PMS (Ma 2010); bei gesunden jungen Männern nächtliche Melatoninausschüttung dosisabhängig erhöht, Schlaf nicht gemessen, nur Laborwert (Dericks-Tan 2003)
Ob Mönchspfeffer den Schlaf verbessert, ist unklar; es gibt erste Hinweise, weitere Studien sind nötig. In einer chinesischen Placebo-Studie mit Frauen mit PMS besserte sich unter anderem die Schlaflosigkeit vor der Periode stärker als mit Placebo; gemessen wurde das nur als ein Punkt im Beschwerdetagebuch, nicht mit einem Schlaffragebogen. Bei gesunden jungen Männern stieg die nächtliche Melatoninausschüttung mit höheren Dosen; ob das den Schlaf beeinflusst, ließen die Autoren ausdrücklich offen. 30, 31
Akne bessernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; 2 unkontrollierte Berichte (Amann 1967, 1975)keine Effektzahlen verfügbar
Menschen mit Akne; nur zwei deutsche Berichte von 1967 und 1975 ohne Kontrollgruppe und ohne Abstract
Ergebnisse: keine Effektzahlen verfügbar (kein Abstract); Akne wird umgekehrt als mögliche Nebenwirkung genannt (Daniele 2005)
Ob Mönchspfeffer gegen Akne hilft, ist nicht untersucht: Es gibt nur zwei alte Praxisberichte aus Deutschland ohne Vergleichsgruppe. In der Übersicht zu Nebenwirkungen taucht Akne sogar unter den häufigeren unerwünschten Wirkungen auf. 27, 28, 29
Migräne-Attacken bei PMS seltener machennicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 offene Beobachtung, 107 Pers. (Ambrosini 2013)42 % mit mehr als halbierter Attackenzahl, 57 % mit mehr als halbierten …
Frauen mit Migräne und prämenstruellem Syndrom; 40 mg täglich, 3 Monate
Ergebnisse: 42 % mit mehr als halbierter Attackenzahl, 57 % mit mehr als halbierten Kopfschmerztagen, ohne Kontrollgruppe (Ambrosini 2013); Kopfschmerz als Teil der PMS-Beschwerden siehe Zeile PMS
Ob Mönchspfeffer Migräne-Attacken bei PMS seltener macht, ist nicht untersucht: Es gibt nur eine offene Beobachtung ohne Vergleichsgruppe, in der viele Frauen nach drei Monaten über seltenere Attacken berichteten. Ohne Placebogruppe lässt sich das nicht vom natürlichen Verlauf oder Erwartungseffekt trennen; die Autoren fordern selbst eine Placebo-Studie. 33
Hilft Mönchspfeffer bei Brustspannen vor der Periode?
Bei zyklischem Brustspannen lindert Mönchspfeffer die Schmerzen wahrscheinlich, und das ist die am besten gestützte Wirkung des ganzen Mittels. Gemeint sind die ziehenden, oft beidseitigen Brustschmerzen in den Tagen vor der Periode, die viele Frauen kennen. Eine Auswertung von fünf Studien mit Scheinpräparat (Placebo) fand einen mittleren Vorteil für Mönchspfeffer,2 und eine zweite, unabhängig davon erstellte Auswertung mit gut 700 Frauen kam auf ein fast gleich großes Ergebnis.3 Dass zwei getrennte Auswertungen so nah beieinanderliegen, stützt den Befund.
Wie sich das im Alltag anfühlen kann, zeigt eine Studie mit Tropfen. Knapp hundert Frauen nahmen drei Zyklen lang zweimal täglich Tropfen mit Mönchspfeffer oder ein Scheinpräparat, und schon nach dem ersten und zweiten Zyklus gingen die Schmerzen in der Mönchspfeffer-Gruppe deutlich stärker zurück.4 Das ging schnell. Im dritten Zyklus war der Abstand allerdings nur noch knapp und nicht mehr sicher. Auch die Placebogruppe hatte sich nämlich spürbar gebessert, was bei Schmerzen, die stark schwanken, nicht ungewöhnlich ist.
Ganz ohne Haken ist der Befund also nicht. Die einzelnen Studien sind methodisch eher schwach oder beschreiben ihr Vorgehen so knapp, dass sich Verzerrungen kaum beurteilen lassen.23 Für ein stärkeres Urteil fehlt deshalb eine große, sorgfältig gemachte Studie. Neu auftretende, einseitige oder nicht zyklusabhängige Brustschmerzen sowie tastbare Knoten gehören ohnehin in die Frauenarztpraxis, bevor irgendein Mittel probiert wird.
So wurde gemessen
- Auswertung von 20 Studien zu Pflanzenmitteln bei Brustschmerz, davon 5 zu Mönchspfeffer gegen Placebo: mittlerer Vorteil (SMD −0,64), Studien mit geringer methodischer Qualität; Teilnehmerzahl dieser Teilgruppe nicht angegeben.2
- Zweite Auswertung: zurückhaltend gerechnete Teilanalyse aus 6 Placebo-Studien mit 718 Frauen, vergleichbarer Vorteil (SMD 0,67); Verzerrungsrisiko meist nicht beurteilbar.3
- Tropfenstudie: 97 Frauen, 2 × 30 Tropfen täglich über 3 Zyklen; Schmerz auf einer 100-mm-Skala nach 2 Zyklen um 33,7 gegenüber 20,3 mm gesunken, nach 3 Zyklen nur noch knapp verfehlter Unterschied (p = 0,064).4
Mönchspfeffer bei PMS: Was zeigen die Studien?
Ob Mönchspfeffer das prämenstruelle Syndrom (PMS) lindert, ist unklar, es gibt aber erste Hinweise. Das klingt zurückhaltender, als es die Studienlage auf den ersten Blick nahelegt. Tatsächlich fanden fast alle Studien mit Frauen, die vor der Periode unter Reizbarkeit, Stimmungstiefs, Kopfschmerz und Wassereinlagerungen litten, mit Mönchspfeffer eine stärkere Besserung als mit Placebo. In der größten europäischen Studie mit 170 Frauen sprach gut jede zweite auf den Extrakt an, unter Placebo nur jede vierte.5 Ein klarer Fall, könnte man meinen.
Warum also nur erste Hinweise? Die Antwort steckt in den Sammelauswertungen. Die umfangreichste davon fand in 13 von 14 Studien ein positives Ergebnis und rechnete einen großen Effekt aus, hielt ihn aber selbst für überschätzt.6 Das ist ungewöhnlich ehrlich. Die meisten Studien hatten ein hohes Risiko für Verzerrungen. Ihre Ergebnisse wichen extrem voneinander ab, und vermutlich blieben Studien ohne Effekt unveröffentlicht. Wie viele Placebo-Studien in ihre Rechnung eingingen, verrät die Arbeit zudem nicht.
Eine zweite Forschergruppe ging deshalb strenger vor und ließ nur sorgfältig beschriebene Doppelblindstudien zu. Von 21 Studien blieben ganze drei übrig, mit zusammen gut 500 Frauen, und in ihnen erreichten Anwenderinnen mehr als doppelt so oft eine deutliche Besserung wie mit Scheinpräparat.7 Das ist ein ermutigender Befund, aber eben aus wenigen Studien, und deshalb ist eine sichere Aussage noch nicht möglich. Bemerkenswert ist auch eine Studie aus China, in der sich rund die Hälfte der Frauen schon mit dem Scheinpräparat besserte.8 Bei PMS ist die Erwartung offenbar ein starker Mitspieler.
Für die schwere, vor allem seelische Form, die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS), fehlen Placebo-Studien ganz. Ob Mönchspfeffer hier hilft, ist nicht untersucht. Es gibt lediglich einen Vergleich mit dem Antidepressivum Fluoxetin an 41 Frauen, in dem etwa gleich viele auf beide Mittel ansprachen, das Medikament aber besser gegen die seelischen Beschwerden wirkte.9 Wer vor der Periode regelmäßig in tiefe Verzweiflung oder Panik gerät, sollte deshalb ärztliche Hilfe suchen, statt es allein mit Pflanzenmitteln zu versuchen.
So wurde gemessen
- Strenge Auswertung: 3 doppelblinde Placebo-Studien mit 520 Frauen, von 21 gesichteten Studien; deutliche Besserung (Remission) 2,57-mal so häufig wie unter Placebo (RR 2,57; 1,52 bis 4,35).7
- Umfangreichste Auswertung: 17 Studien gefunden, 14 ausgewertet, Kontrollen teils Placebo, teils andere Mittel; Placebo-Vergleiche Hedges g −1,21 bei sehr großer Streuung (I² 91 %), Hinweise auf unveröffentlichte negative Studien.6
- Größte europäische Studie: 170 Frauen, eine Tablette täglich über 3 Zyklen; Ansprechen (mindestens halbierte Beschwerden) 52 gegenüber 24 %.5
- China: 217 Frauen mit mittelschwerem bis schwerem PMS, 3 Zyklen; Beschwerdesumme −22,7 gegenüber −15,5 Punkten.8
- PMDS: 41 Frauen, Mönchspfeffer gegen Fluoxetin über 2 Monate, Ansprechen 57,9 gegenüber 68,4 %, ohne gesicherten Unterschied.9
Periode, Zyklus und Regelschmerzen: Was bewirkt Mönchspfeffer?
Ob Mönchspfeffer allein einen unregelmäßigen Zyklus wieder regelmäßig macht oder eine ausbleibende Periode zurückbringt, ist nicht untersucht, obwohl genau dafür viele ihn nehmen. Eine Placebo-Studie mit dem Einzelstoff gibt es nicht. Häufig zitiert wird stattdessen eine Auswertung von Behandlungsdaten aus Arztpraxen mit 1.700 Frauen, nach der unregelmäßige Zyklen nach etwa drei Monaten fast verschwunden waren.10 Eine Vergleichsgruppe hatte diese Auswertung aber nicht, und fünf der Autoren waren beim Hersteller der verwendeten Präparate angestellt.
Ohne Vergleichsgruppe lässt sich ein solches Ergebnis kaum deuten. Zyklusstörungen kommen und gehen nämlich oft von selbst, etwa nach Stress, Gewichtsschwankungen oder dem Absetzen der Pille. Und wer in die Praxis kommt, kommt meist in einer schlechten Phase. Die einzige Placebo-Studie zu Frauen mit seltener oder ausbleibender Periode verwendete ein homöopathisches Mischpräparat, das Mönchspfeffer nur als einen von mehreren Bestandteilen enthielt.11 Über Mönchspfeffer allein sagt sie deshalb wenig.
Bei starker Regelblutung und bei Regelschmerzen bleibt die Wirkung ebenfalls unklar. In einer Auswertung kleiner Studien war die Blutungsmenge mit Mönchspfeffer nicht geringer als mit Placebo.12 Gegen Regelschmerzen schnitt ein Mönchspfeffer-Präparat in einer iranischen Studie mit Studentinnen zwar besser ab als ein Schmerzmittel, ein direkter Vergleich mit der Placebogruppe fehlt aber, und ein Mitautor leitet die klinische Forschung beim Hersteller.13 Zu Endometriose, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wächst, fanden wir keine Studie mit Mönchspfeffer. Bleibt die Periode über Monate aus oder ist die Blutung ungewöhnlich stark, lohnt sich vor jedem Selbstversuch eine ärztliche Abklärung, weil dahinter behandelbare Ursachen stecken können.
So wurde gemessen
- Behandlungsdaten: 1.700 Frauen mit Zyklusstörungen, rückblickend ausgewertet, etwa 3 Monate Einnahme; Anteil mit unregelmäßigem Zyklus von 9,1 auf 0,1 % gesunken, ohne Kontrollgruppe.10
- Mischpräparat: 67 Frauen mit seltener oder ausbleibender Periode, 3 Monate; in der Gesamtgruppe kein gesicherter Unterschied zu Placebo.11
- Blutungsmenge: Auswertung von 5 kleinen Studien, gegen Placebo in beiden ausgewerteten Zyklen kein Unterschied.12
- Regelschmerzen: 105 Studentinnen in 4 Gruppen (je etwa 25), darunter Mönchspfeffer und Placebo, 2 Zyklen; berichtet wurde nur der Vergleich aller vier Gruppen.13
Hilft Mönchspfeffer in den Wechseljahren?
Ob Mönchspfeffer in den Wechseljahren hilft, ist unklar, es gibt erste Hinweise aus zwei kleinen Studien. In beiden hatten Frauen in oder nach den Wechseljahren mit dem Extrakt nach etwa acht Wochen weniger Beschwerden als mit Placebo, darunter schwächere Hitzewallungen.1415 Die neuere der beiden hat allerdings der Extrakt-Hersteller mitfinanziert, und mehrere Autoren sind dort angestellt.
Die größte Studie zum Thema widerspricht dem Bild. Dort nahmen 100 Frauen vier Monate lang Mönchspfeffer zusammen mit Johanniskraut oder ein Scheinpräparat, und am Ende ging es beiden Gruppen gleich gut, bei Hitzewallungen ebenso wie bei der Stimmung.16 Weil viele Wechseljahrespräparate mehrere Pflanzen mischen, lässt sich aus ihren Studien ohnehin nicht ablesen, was der Mönchspfeffer beiträgt. Zu zwei Fragen, die bei Mönchspfeffer in den Wechseljahren oft auftauchen, gibt es gar keine eigene Studie: zur frühen Phase, der Perimenopause, und zum Zusammenspiel mit Hormonersatz.

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch: Hilft er, schwanger zu werden?
Ob Mönchspfeffer die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, ist für den Einzelstoff nicht untersucht, obwohl Kinderwunsch einer der häufigsten Gründe für die Einnahme ist. Die Hoffnung dahinter ist verständlich und folgt einer plausiblen Kette: Ein leicht erhöhtes Prolaktin kann die zweite Zyklushälfte verkürzen und den Progesteronspiegel senken, beides erschwert die Einnistung, und Mönchspfeffer soll genau dieses Prolaktin bremsen. Für jedes Glied dieser Kette gibt es aber nur dünne Daten. Und für ihr Ende, die Schwangerschaft selbst, fehlt eine Studie mit Mönchspfeffer allein.
Erhöht Mönchspfeffer die Chance auf eine Schwangerschaft?
Ob Mönchspfeffer allein die Chance erhöht, schwanger zu werden, ist nicht untersucht, getestet wurden nur Mischpräparate. Vier kleine Placebo-Studien mit zusammen knapp 300 Frauen gibt es, doch in keiner bekamen die Frauen Mönchspfeffer pur. Zwei deutsche Studien verwendeten Komplexmittel mit Mönchspfeffer und weiteren, teils homöopathischen Bestandteilen.1711 In der ersten wurden mit dem Präparat zwar häufiger Frauen schwanger oder bekamen einen normalen Zyklus, der Abstand zu Placebo war aber nicht sicher. Auch die zweite verfehlte in der Gesamtgruppe einen gesicherten Unterschied, ebenso bei der Zahl der Geburten.
Anders fielen zwei Studien aus den USA aus. Dort schluckten Frauen, die seit einem halben Jahr bis drei Jahren vergeblich versuchten, schwanger zu werden, ein Pulver aus Mönchspfeffer, grünem Tee, der Aminosäure L-Arginin, Vitaminen und Mineralstoffen. Nach drei Monaten war gut jede vierte schwanger, mit Scheinpräparat nur jede zehnte.18 Eine kleinere Vorläuferstudie hatte ein ähnliches Bild gezeigt.19 Das klingt eindrucksvoll. Bei der Frage nach Mönchspfeffer hilft es aber kaum weiter, denn welcher Bestandteil gewirkt hat, lässt sich nicht trennen.
Dazu kommt ein Grundproblem aller dieser Studien. Sie sind klein und liefen nur wenige Monate. Unerfüllter Kinderwunsch hat zudem sehr verschiedene Ursachen, von verschlossenen Eileitern über die Spermienqualität bis zum Alter. Wer schon länger vergeblich versucht, schwanger zu werden, sollte die Ursache ärztlich klären lassen, bevor Monate mit einem Pflanzenmittel vergehen.
So wurde gemessen
- Komplexmittel mit Mönchspfeffer: 96 Frauen mit ausbleibender Periode, Gelbkörperschwäche oder ungeklärter Unfruchtbarkeit, 3 Monate, 66 ausgewertet; Schwangerschaft oder normalisierter Zyklus bei 57,6 gegenüber 36,0 %, ohne gesicherten Unterschied (p = 0,069).17
- Homöopathisches Mischpräparat: 67 Frauen, 3 Monate; Geburtenrate 18,7 gegenüber 6,4 %, ebenfalls ohne gesicherten Unterschied.11
- Mischung mit Grüntee, L-Arginin, Vitaminen und Mineralstoffen: 93 Frauen von 24 bis 42 Jahren, schwanger nach 3 Monaten 14 von 53 gegenüber 4 von 40;18 Vorläuferstudie mit 30 Frauen, 5 von 15 gegenüber 0 von 15 nach 5 Monaten.19
Mönchspfeffer bei Progesteronmangel und Gelbkörperschwäche
Ob Mönchspfeffer eine Gelbkörperschwäche ausgleicht und den Progesteronspiegel hebt, ist unklar, weil nur eine kleine Studie vorliegt. Als Gelbkörperschwäche bezeichnen Fachleute eine zu kurze zweite Zyklushälfte mit zu wenig Progesteron, dem Hormon, das die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorbereitet. In einer Studie aus den frühen 1990er-Jahren nahmen Frauen mit diesem Befund und leicht überschießendem Prolaktin drei Monate lang 20 mg Mönchspfeffer-Extrakt oder ein Scheinpräparat.20 Danach hatte sich die zweite Zyklushälfte nur in der Mönchspfeffer-Gruppe normalisiert. Auch der Progesteronmangel war dort behoben.
So klar, wie das klingt, ist der Befund jedoch nicht. Ausgewertet wurden nur 37 von 52 Frauen. Zudem berichtet die Zusammenfassung lediglich Veränderungen innerhalb der Gruppen, keinen direkten Vergleich mit Placebo. Zwei Frauen wurden unter Mönchspfeffer schwanger, doch nach Schwangerschaften hatte die Studie gar nicht gezielt gefragt. Auch beim Prolaktin selbst bleibt das Bild unscharf: Eine Übersicht von 2023 fand zwar einzelne Hinweise auf einen Nutzen bei leicht erhöhten Werten, betont aber, dass große Studien fehlen.21
Ein erhöhter Prolaktinwert ist zudem kein Fall für die Selbstbehandlung. Hinter ihm kann ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse stecken, dessen Beschwerden Mönchspfeffer nach Einschätzung der EMA verdecken kann.22 Ein Fallbericht beschreibt genau das bei einem pflanzlichen Mittel.23 Zu der oft gestellten Frage, ob Mönchspfeffer das Östrogen senkt oder steigert, gibt es keine verlässlichen Messungen. In der deutschen Komplexmittel-Studie veränderten sich die gemessenen Hormonwerte nicht gesichert.17
So wurde gemessen
- Gelbkörperschwäche: 52 Frauen mit verkürzter zweiter Zyklushälfte und überschießender Prolaktin-Reaktion im Belastungstest, 20 mg täglich über 3 Monate, 37 ausgewertet (17 mit Mönchspfeffer, 20 mit Placebo); Prolaktin-Reaktion gesenkt, zweite Zyklushälfte und Progesteron normalisiert, signifikant nur innerhalb der Mönchspfeffer-Gruppe.20
- Prolaktin: Übersicht über Studien, Fallserien und Fallberichte, uneinheitliche Ergebnisse, keine großen randomisierten Studien.21
Mönchspfeffer bei PCO: Gibt es Studien?
Beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) gibt es erste Hinweise aus einer einzigen Studie, die Wirkung ist deshalb unklar. PCOS ist eine häufige Hormonstörung, bei der die Eierstöcke viele kleine Bläschen bilden, der Eisprung oft ausbleibt und männliche Hormone erhöht sind. In einer iranischen Studie bekamen 60 Frauen mit PCOS zwölf Wochen lang einen standardisierten Extrakt oder ein Scheinpräparat.24 Mit Mönchspfeffer kam die Periode häufiger. Die männlich verteilte Körperbehaarung nahm etwas ab, und der Körper reagierte besser auf Insulin.
Das ist ein interessanter Anfang, mehr aber nicht. Eine zweite Veröffentlichung derselben Arbeitsgruppe wertete nur Blutproben aus genau dieser Studie erneut aus und ist damit keine unabhängige Bestätigung. Ob Frauen mit PCOS durch Mönchspfeffer leichter schwanger werden, wurde nicht geprüft. PCOS gehört in ärztliche Begleitung, weil es auch Blutzucker und Herz-Kreislauf-Risiko betrifft.
Was ist bei Kinderwunschbehandlung und Schwangerschaft zu beachten?
Ob Mönchspfeffer dem Ungeborenen oder dem gestillten Kind schadet, ist ungeklärt, denn Studien an Schwangeren oder Stillenden gibt es nicht. Eine systematische Übersicht fand nur theoretische Überlegungen und Laborbefunde, wonach er hormonähnlich wirken und die Gebärmutter anregen könnte.25 Weil er zudem das Prolaktin beeinflusst, ist eine Wirkung auf die Milchbildung denkbar, und Tierstudien deuten darauf hin. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Einnahme deshalb weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit.22
Gerade bei Kinderwunsch ergibt sich daraus ein Widerspruch. Wer Mönchspfeffer nimmt, um schwanger zu werden, nimmt ihn womöglich auch in den ersten Wochen einer noch unbemerkten Schwangerschaft weiter, und genau das halten die Autoren der Übersicht für naheliegend.25 Spätestens bei einem positiven Schwangerschaftstest sollte die Einnahme deshalb enden.
Ob Mönchspfeffer während einer Kinderwunschbehandlung die Eierstöcke überstimuliert, ist ebenfalls ungeklärt, denn dazu gibt es nur einen Fallbericht. Aus Großbritannien ist der Fall einer Frau beschrieben, deren Hormonwerte in genau dem Behandlungszyklus durcheinandergerieten, in dem sie Mönchspfeffer nahm. Statt eines reiften mehrere Eibläschen heran, und es zeigten sich Zeichen einer leichten Überstimulation der Eierstöcke. Die Zyklen davor und danach verliefen normal.26 Ob Mönchspfeffer die Ursache war, lässt sich aus einem Einzelfall nicht sagen. Während einer Hormonbehandlung zur Kinderwunschtherapie sollte die Einnahme trotzdem nur in Absprache mit der behandelnden Praxis erfolgen.
Wirkt Mönchspfeffer auf Psyche, Haut und Libido?
Für Psyche, Haut und Libido fehlen aussagekräftige Studien weitgehend, die Antworten fallen deshalb vorsichtig aus. Bei vielen dieser Themen stützt sich der gute Ruf des Mittels auf Erfahrungsberichte oder darauf, dass die Beschwerden mit dem Zyklus zusammenhängen. Ein Zusammenhang mit dem Zyklus beweist aber noch nicht, dass ein Zyklusmittel hilft.
Hilft Mönchspfeffer bei hormoneller Akne?
Ob Mönchspfeffer gegen Akne hilft, ist nicht untersucht, es gibt keine einzige kontrollierte Studie. Die Empfehlung geht auf zwei Praxisberichte aus Deutschland zurück, erschienen in den 1960er- und 1970er-Jahren, die keine Vergleichsgruppe hatten und von denen nicht einmal eine Zusammenfassung vorliegt.2728 Bemerkenswert ist der Gegenbefund. In der Übersicht über alle bekannten Nebenwirkungen taucht Akne unter den häufigeren unerwünschten Wirkungen auf.29 Bei hormoneller Akne, die etwa vor der Periode aufblüht, ist eine dermatologische Behandlung deshalb der verlässlichere Weg.
Was bewirkt Mönchspfeffer bei Psyche, Schlaf, Libido und Migräne?
Bei Psyche, Schlaf und Libido ist die Wirkung unklar, mit wenigen ersten Hinweisen. Viel Forschung gibt es nicht. Die gedrückte Stimmung und Gereiztheit vor der Periode gehören zum PMS und wurden dort mituntersucht, mit den beschriebenen Einschränkungen. Eine Wirkung auf die Psyche jenseits von Zyklus und Wechseljahren hat nach unserer Suche keine Studie geprüft. Zum Schlaf gibt es nur einen Nebenbefund aus einer chinesischen PMS-Studie, in der sich die Schlaflosigkeit vor der Periode stärker besserte als mit Placebo, gemessen als ein einzelner Punkt im Beschwerdetagebuch.30 Dass der Extrakt bei jungen Männern die nächtliche Melatoninausschüttung erhöhte, ist dagegen nur ein Laborwert.31
Bei der Libido ist die Lage ähnlich dünn. Von der Klosterlegende, die Beeren würden die Lust dämpfen, ist in Studien nichts zu sehen. Eine iranische Studie mit gut 100 Frauen fand nach 16 Wochen einen besseren Gesamtwert im Fragebogen zur Sexualfunktion, in keinem einzelnen Bereich wie Lust, Erregung oder Zufriedenheit aber einen sicheren Unterschied.32 Ob Mönchspfeffer Migräne-Attacken vor der Periode seltener macht, ist nicht untersucht. Eine Beobachtung ohne Vergleichsgruppe berichtete zwar von seltener werdenden Attacken, die Autoren fordern aber selbst eine Studie mit Placebo.33 Und auch bei Knochenbrüchen, die in einer kleinen Studie nicht schneller heilten, bleibt die Wirkung unklar.34
Wirkt Mönchspfeffer auch bei Männern?
Für Männer gibt es keine Studie zu einem gesundheitlichen Nutzen, nur kurze Laborversuche. In zwei kleinen Studien nahmen jeweils 20 gesunde Männer zwei Wochen lang verschiedene Mengen Mönchspfeffer oder ein Scheinpräparat.131 Dabei veränderten sich Prolaktin und Melatonin, die Männerhormone Testosteron und die Steuerhormone der Hoden aber nicht. Ob das für Lust, Fruchtbarkeit oder Wohlbefinden zählt, blieb offen. Über eine längere Einnahme bei Männern ist nichts bekannt.
Unsere Einordnung
Mönchspfeffer lindert wahrscheinlich das Brustspannen vor der Periode, und das ist sein einziger halbwegs gesicherter Nutzen. Bei PMS gibt es viele positive, aber kleine und vermutlich verzerrte Studien, bei Zyklusstörungen und Kinderwunsch fehlen Studien mit dem Einzelstoff ganz. Für Akne, Libido und Männer spricht die Datenlage nicht für eine Einnahme.
Welche Versprechen über Mönchspfeffer halten nicht?
Drei verbreitete Annahmen gehen deutlich über die Studienlage hinaus. Die erste lautet, Mönchspfeffer helfe nachweislich beim Schwangerwerden. Tatsächlich stammen alle Studien mit Schwangerschaften als Ziel von Mischpräparaten, in denen Grüntee, Aminosäuren, Vitamine oder homöopathische Zutaten mitwirkten.1817 Die zweite besagt, die vielen positiven PMS-Studien bewiesen die Wirkung. Gerade die umfangreichste Auswertung hält ihren eigenen Effekt aber für überschätzt.6
Die dritte Annahme wiegt am schwersten, nämlich die, ein Pflanzenmittel sei automatisch harmlos. Mönchspfeffer greift nach allem, was bekannt ist, in die Hormonsteuerung ein, und die EMA rät deshalb in Schwangerschaft und Stillzeit ab und bei hormonabhängigen Erkrankungen zur ärztlichen Rücksprache.22 Ein Tee aus dem Garten und ein standardisierter Extrakt mögen sich in der Menge unterscheiden, die Grundregel gilt für beide.
Ist Mönchspfeffer sicher?
Für gesunde Frauen ist Mönchspfeffer über einige Monate meist gut verträglich, ob er insgesamt Nebenwirkungen auslöst, ist aber ungeklärt. In den Placebo-Studien, die Nebenwirkungen zählten, klagten mit Mönchspfeffer etwa gleich viele Frauen über Beschwerden wie ohne, in der größten europäischen Studie mit 170 Frauen über drei Zyklen 4 gegenüber 3.54 Eine Übersicht über alle verfügbaren Daten beschreibt die Beschwerden als mild und vorübergehend: Übelkeit, Kopfschmerz, Magen-Darm-Beschwerden, Akne, Juckreiz, Hautausschlag und Veränderungen des Zyklus.29
Diese Studien liefen aber nur über wenige Zyklen. Für seltene Reaktionen sind sie zu klein. In der weltweiten Meldedatenbank der Weltgesundheitsorganisation gehört Mönchspfeffer zu den häufiger genannten Pflanzen mit vermuteter hormonähnlicher Wirkung, nach Soja und Traubensilberkerze.35 Die EU-Monographie der EMA führt außerdem schwere allergische Reaktionen auf, ohne zu wissen, wie häufig sie sind.22 Bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Schluckbeschwerden nach der Einnahme ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. Eine ausführliche Übersicht über Mönchspfeffer-Nebenwirkungen, von Zwischenblutungen bis zu Gewichtsfragen, steht im eigenen Beitrag.
Für bestimmte Gruppen ist Vorsicht nötig. Ob Mönchspfeffer Brustkrebs oder andere hormonempfindliche Leiden beeinflusst, ist ungeklärt, weil Studien mit dem Einzelstoff fehlen. Die EMA rät deshalb Menschen mit östrogenempfindlichem Krebs, auch in der Vorgeschichte, und mit Erkrankungen der Hirnanhangdrüse zu ärztlichem Rat vor der Einnahme.22 Dazu passt, dass Meldedaten zu solchen Pflanzen Blutungen nach den Wechseljahren nennen.35 Solche Blutungen gehören immer in ärztliche Hände.
Ob Mönchspfeffer die Wirkung von Mitteln verändert, die am Dopamin ansetzen, etwa Parkinson-Medikamente, Prolaktinsenker oder bestimmte Psychopharmaka, ist ebenfalls ungeklärt, gemeldet wurden solche Fälle bisher nicht.29 Ähnlich steht es um Pille und Hormonersatz. In einer kleinen offenen Studie nahmen 13 von 43 Frauen zugleich die Pille, ohne dass Wirkung oder Verträglichkeit anders ausfielen, die Verhütungssicherheit maß dort aber niemand.36 Wer solche Medikamente oder Hormone nimmt, sollte die Einnahme deshalb vorher ärztlich besprechen, wie es auch die EMA empfiehlt.22
So wurde gemessen
- Nebenwirkungen in Placebo-Studien: 170 Frauen, leichte Beschwerden bei 4 gegenüber 3;5 97 Frauen, 5 gegenüber 4.4 Offene Anwendungsbeobachtung ohne Vergleichsgruppe mit 1.634 Frauen: Verdacht auf eine Nebenwirkung bei 1,2 %, keine schweren.37
- Meldedaten: 21.944 Verdachtsmeldungen der WHO-Datenbank zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung, davon 6,4 % zu Mönchspfeffer; am häufigsten betroffen Magen-Darm, Haut sowie Brust und Fortpflanzungsorgane.35
- Pille: 43 ausgewertete Frauen mit PMS, davon 13 mit Pille, 3 Zyklen ohne Kontrollgruppe.36
- Behörde: EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel (EMA/HMPC/606742/2017), Abschnitte zu Gegenanzeigen, Warnhinweisen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Nebenwirkungen.22
Nebenwirkungen auslösen (Übelkeit, Kopfschmerz, Hautausschlag, Zyklusveränderungen)ungeklärt3 Placebo-Studien mit Nebenwirkungszahlen, 304 Pers. (Schellenberg 2001, Halaska 1999, Milewicz 1993); systematischer Review aller Sicherheitsdaten zu Einzelpräparaten (Daniele 2005)
Ergebnisse: Nebenwirkungen nicht häufiger als unter Placebo: 4 vs. 3 Frauen (Schellenberg 2001), 5 vs. 4 (Halaska 1999), keine (Milewicz 1993); keine schweren Nebenwirkungen bei 217 Frauen (He 2009); gegen Vitamin B6 12 vs. 5 Frauen, ohne Test (Lauritzen 1997); Anwendungsbeobachtung mit 1.634 Frauen: Verdacht auf Nebenwirkung bei 1,2 %, keine schweren (Loch 2000); häufigste Beschwerden mild und vorübergehend: Übelkeit, Kopfschmerz, Magen-Darm-Beschwerden, Zyklusstörungen, Akne, Juckreiz, Hautausschlag (Daniele 2005)
Ob Mönchspfeffer-Extrakt Nebenwirkungen auslöst, ist ungeklärt. In drei Placebo-Studien mit zusammen gut 300 Frauen traten leichte Beschwerden etwa gleich oft auf wie unter Placebo, schwere wurden auch in größeren Studien nicht beobachtet. Die Studien liefen aber nur über wenige Zyklen und sind zu klein für seltene Reaktionen, und es gibt Meldedaten und Fallberichte: In der weltweiten Meldedatenbank der WHO gehört Mönchspfeffer zu den häufiger genannten Pflanzen mit hormonähnlicher Wirkung, und die EU-Monographie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) führt neben Übelkeit, Kopfschmerz, Schwindel, Hautausschlag, Akne und Zyklusstörungen auch schwere allergische Reaktionen auf, ohne Angabe, wie häufig sie sind. Meldungen allein beweisen keinen Zusammenhang. 29, 5, 8, 4, 20, 44, 37
Was tun? Leichte Beschwerden wie Übelkeit oder Hautausschlag verschwinden meist nach dem Absetzen; bei anhaltenden Zyklusveränderungen oder Zwischenblutungen ärztlich abklären lassen. Bei Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Schluckbeschwerden nach der Einnahme sofort den Notruf 112 wählen.
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 6 Monate, Jugendliche (nur eine Fallserie mit 6 Mädchen), Männer (nur Kurzzeitstudien über 14 Tage)
- In der WHO-Meldedatenbank VigiBase entfielen unter 21.944 Verdachtsmeldungen zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung 6,4 % auf Mönchspfeffer (Platz 3 nach Soja und Traubensilberkerze); am häufigsten betroffen waren Magen-Darm, Haut sowie Fortpflanzungsorgane und Brust. Tjeerdsma et al. 2023
- In einem Fallbericht aus der Türkei verursachten verschluckte ganze Mönchspfeffer-Samen einen Pfropf im Dickdarm (Phytobezoar) mit Darmverschluss; betrifft die ganzen Früchte, nicht Extrakt-Tabletten. Somuncu & Solak 2022
- Die EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der EMA (EMA/HMPC/606742/2017) nennt als gemeldete Nebenwirkungen schwere allergische Reaktionen mit Gesichtsschwellung, Atemnot und Schluckbeschwerden, allergische Hautreaktionen wie Ausschlag und Nesselsucht, Akne, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen und Zyklusstörungen; wie häufig sie auftreten, ist nicht bekannt. EMA/HMPC 2018
- Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht, pharmakovigilanz)
Schwangerschaft und Stillzeit gefährdenungeklärtkeine kontrollierte Studie; systematischer Review ohne Humandaten (Dugoua 2008); Behörde: EU-Monographie der EMA empfiehlt die Einnahme nicht (EMA/HMPC 2018)
Ergebnisse: in der Schwangerschaft nur schwache Hinweise aus Theorie, Expertenmeinung und Laborstudien auf östrogen- und progesteronartige sowie gebärmutteranregende Wirkung; für die Stillzeit widersprüchliche Expertenmeinungen, ob die Milchbildung steigt oder sinkt (Dugoua 2008); Übersicht aller Sicherheitsdaten rät von der Einnahme ab (Daniele 2005); EU-Monographie: Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen, Tierstudien deuten auf Einfluss auf die Milchbildung, Risiko für den Säugling nicht auszuschließen (EMA/HMPC 2018)
Ob Mönchspfeffer in Schwangerschaft oder Stillzeit schadet, ist ungeklärt: Eine Studie an Schwangeren oder Stillenden gibt es nicht, eine systematische Übersicht fand nur theoretische Überlegungen und Laborbefunde, wonach der Extrakt hormonähnlich wirken und die Gebärmutter anregen könnte. Weil er den Prolaktinspiegel beeinflusst, ist auch eine Wirkung auf die Milchbildung denkbar; Tierstudien deuten darauf hin. Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit deshalb nicht, und auch die Übersicht aller Sicherheitsdaten rät davon ab. Weil Mönchspfeffer oft bei Kinderwunsch genommen wird, nehmen ihn manche Frauen vermutlich in den ersten Wochen einer noch unbemerkten Schwangerschaft weiter. 25, 29
Was tun? Bei positivem Schwangerschaftstest absetzen und in der Stillzeit nicht einnehmen; wer Mönchspfeffer bei Kinderwunsch nimmt, sollte das in der Kinderwunschbehandlung angeben.
Nicht untersucht bei: Schwangere (auch Frühschwangerschaft), Stillende und gestillte Säuglinge
- Die EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der EMA (EMA/HMPC/606742/2017) empfiehlt die Einnahme in der Schwangerschaft nicht, weil keine Daten an Schwangeren vorliegen und Tierstudien zur Fortpflanzungsgiftigkeit nicht ausreichen; auch in der Stillzeit wird sie nicht empfohlen, weil Mönchspfeffer nach Tierstudien die Milchbildung beeinflussen kann und ein Risiko für den gestillten Säugling nicht auszuschließen ist. EMA/HMPC 2018
- keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (EMA/HMPC 2018)
Eierstöcke überstimulieren (bei Kinderwunschbehandlung)ungeklärtkeine kontrollierte Studie; 1 Fallbericht (Cahill 1994)
Ergebnisse: Fallbericht: im Behandlungszyklus mit Mönchspfeffer gestörte Gonadotropin- und Eierstockhormone, mehrere Follikel, Zeichen leichter Überstimulation; Zyklen davor und danach normal (Cahill 1994)
Ob Mönchspfeffer bei einer Kinderwunschbehandlung die Eierstöcke überstimuliert, ist ungeklärt: Kontrollierte Studien gibt es nicht, aber einen Fallbericht. Darin gerieten bei einer Frau in Kinderwunschbehandlung in Großbritannien die Hormonwerte in genau dem Zyklus durcheinander, in dem sie Mönchspfeffer nahm; es reiften mehrere Eibläschen heran, und sie hatte Anzeichen einer leichten Überstimulation der Eierstöcke. In den Zyklen davor und danach war alles normal. Ob Mönchspfeffer die Ursache war, lässt sich aus einem Einzelfall nicht sagen.
Was tun? Während einer Kinderwunschbehandlung Mönchspfeffer nur nach Absprache mit der behandelnden Praxis einnehmen.
Nicht untersucht bei: Frauen unter Hormonbehandlung zur Kinderwunschtherapie
- In einem Fallbericht aus Großbritannien hatte eine Frau nach drei normalen unstimulierten IVF-Zyklen im vierten Zyklus mit Mönchspfeffer gestörte Hormonwerte, drei Eizellen und Zeichen eines leichten Überstimulationssyndroms; die beiden folgenden Zyklen waren wieder normal. Cahill et al. 1994
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Hormonabhängige Erkrankungen verschlimmern oder verdecken (Brustkrebs, Prolaktinom)ungeklärtkeine kontrollierte Studie zu Einzelpräparaten; 1 Kombinationsstudie mit Brust- und Schleimhautkontrolle über 12 Monate (De Franciscis 2017); Behörde: EU-Monographie der EMA rät zu ärztlicher Rücksprache (EMA/HMPC 2018)
Ergebnisse: Kombination mit Soja-Isoflavonen, Magnolie und Laktobazillen über 12 Monate: Brustdichte und Gebärmutterschleimhaut nicht verschieden von Isoflavonen allein, 180 Frauen (De Franciscis 2017); 6-Pflanzen-Mischung über 3 Monate: Ultraschall der Gebärmutter unverändert (Rotem 2007); Fallbericht: Prolaktinom durch pflanzliches Mittel verdeckt (Gallagher 2008); EU-Monographie: bei östrogenempfindlichem Krebs und Erkrankungen der Hirnanhangdrüse vorher ärztlicher Rat, bei prolaktinbildenden Tumoren können Beschwerden verdeckt werden (EMA/HMPC 2018)
Ob Mönchspfeffer hormonabhängige Erkrankungen wie Brustkrebs beeinflusst, ist ungeklärt: Kontrollierte Studien mit Mönchspfeffer allein gibt es nicht. In Studien mit Mischpräparaten blieben Brustdichte und Gebärmutterschleimhaut über ein Jahr unverändert, über Mönchspfeffer allein sagt das wenig. Ein Fallbericht beschreibt, dass ein pflanzliches Mittel einen gutartigen, prolaktinbildenden Tumor der Hirnanhangdrüse verdeckte, und Meldedaten zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung, darunter Mönchspfeffer, nennen Blutungen nach den Wechseljahren. Die Europäische Arzneimittel-Agentur rät Menschen mit östrogenempfindlichem Krebs, auch in der Vorgeschichte, oder mit einer Erkrankung der Hirnanhangdrüse, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen. 57, 54
Was tun? Bei Brustkrebs, anderen hormonabhängigen Erkrankungen oder bekanntem Hypophysentumor nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen; Blutungen nach den Wechseljahren und erhöhte Prolaktinwerte immer ärztlich abklären lassen, statt sie selbst zu behandeln.
Nicht untersucht bei: Frauen mit Brustkrebs oder nach Brustkrebs, Frauen mit Endometriose, Myomen oder anderen hormonabhängigen Erkrankungen, Menschen mit Tumoren der Hirnanhangdrüse
- In einem Fallbericht (Leserbrief, kein Abstract) verdeckte ein pflanzliches Mittel, in PubMed unter Mönchspfeffer verschlagwortet, ein Prolaktinom; Einzelheiten sind nur dem Titel zu entnehmen. Gallagher et al. 2008
- In einer Auswertung niederländischer und WHO-Meldedaten sowie der Literatur zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung, darunter Mönchspfeffer, war die Einnahme mit Blutungen nach den Wechseljahren verbunden; nicht nach einzelnen Pflanzen aufgeschlüsselt. Tjeerdsma et al. 2023
- Die EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der EMA (EMA/HMPC/606742/2017) rät Menschen mit einem östrogenempfindlichen Krebs, auch in der Vorgeschichte, und Menschen mit einer Erkrankung der Hirnanhangdrüse, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen; bei prolaktinbildenden Tumoren der Hirnanhangdrüse könne Mönchspfeffer die Beschwerden des Tumors verdecken. EMA/HMPC 2018
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht, pharmakovigilanz)
Wechselwirkung mit Dopamin-Medikamenten (Parkinson-Mittel, Prolaktinsenker, Neuroleptika)ungeklärtkeine Wechselwirkungsstudie; theoretische Bedenken (Daniele 2005); Prolaktin-Studie an 20 gesunden Männern (Merz 1996); Behörde: EU-Monographie der EMA rät zu ärztlicher Rücksprache (EMA/HMPC 2018)
Ergebnisse: keine Wechselwirkungen berichtet, eine Störung durch Dopamin-Gegenspieler aber theoretisch möglich (Daniele 2005); Prolaktin bei gesunden Männern dosisabhängig verändert: niedrigste Dosis erhöht, höhere Dosen leicht gesenkt (Merz 1996); EU-Monographie: Wechselwirkungen mit Dopamin-Agonisten und -Gegenspielern nicht auszuschließen, vorher ärztlicher Rat (EMA/HMPC 2018)
Ob Mönchspfeffer die Wirkung von Medikamenten verändert, die am Dopamin-System ansetzen, ist ungeklärt: Gezielt geprüft wurde das nie, gemeldet wurden solche Wechselwirkungen bisher nicht. Mönchspfeffer beeinflusst über Dopamin-Andockstellen die Ausschüttung von Prolaktin; bei gesunden Männern hing die Richtung sogar von der Dosis ab. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hält Wechselwirkungen mit Dopamin-Agonisten und Dopamin-Gegenspielern deshalb für möglich und rät, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen. 29, 1
Was tun? Wer Medikamente nimmt, die auf Dopamin wirken (Parkinson-Mittel, Prolaktinsenker, Antipsychotika, manche Mittel gegen Übelkeit), sollte Mönchspfeffer nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Parkinson-Medikamenten oder Prolaktinsenkern, Menschen mit Antipsychotika oder anderen Dopamin-Gegenspielern
- Die EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der EMA (EMA/HMPC/606742/2017) rät, wer Dopamin-Agonisten oder Dopamin-Gegenspieler nimmt, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen; wegen der möglichen dopaminartigen Wirkung seien Wechselwirkungen nicht auszuschließen, gemeldet wurden bisher keine. EMA/HMPC 2018
- keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (EMA/HMPC 2018)
Wirkung der Antibabypille und anderer Hormonpräparate beeinträchtigenungeklärtkeine Wechselwirkungsstudie; offene Studie mit 13 Pillen-Anwenderinnen (Berger 2000); Behörde: EU-Monographie der EMA rät bei Östrogenen und Antiöstrogenen zu ärztlicher Rücksprache (EMA/HMPC 2018)
Ergebnisse: keine Unterschiede zwischen Frauen mit und ohne Pille bei Wirkung und Verträglichkeit, 13 von 43 Frauen nahmen die Pille, ohne Kontrollgruppe und ohne Messung der Verhütungssicherheit (Berger 2000); keine Wechselwirkungen gemeldet (Daniele 2005); EU-Monographie: Wechselwirkungen mit Östrogenen und Antiöstrogenen nicht auszuschließen, vorher ärztlicher Rat; die Pille wird nicht eigens genannt (EMA/HMPC 2018)
Ob Mönchspfeffer die Sicherheit der Antibabypille oder die Wirkung anderer Hormonpräparate verändert, ist ungeklärt: Gezielt geprüft wurde das nie, gemeldet wurden solche Wechselwirkungen bisher nicht. In einer kleinen offenen PMS-Studie nahm knapp ein Drittel der Frauen zugleich die Pille, ohne dass Wirkung oder Verträglichkeit anders ausfielen; die Verhütungssicherheit wurde dabei nicht gemessen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hält wegen der möglichen östrogenartigen Wirkung Wechselwirkungen mit Östrogenen und Antiöstrogenen für möglich und rät, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen; die meisten Pillen enthalten ein Östrogen. 36, 29
Was tun? Wer hormonell verhütet oder Hormone einnimmt, sollte die Einnahme von Mönchspfeffer mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprechen.
Nicht untersucht bei: Frauen mit hormoneller Verhütung (Verhütungssicherheit), Frauen mit Hormonersatz in den Wechseljahren
- Die EU-Monographie des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der EMA (EMA/HMPC/606742/2017) rät, wer Östrogene oder Antiöstrogene nimmt, vor der Einnahme ärztlichen Rat einzuholen; wegen der möglichen östrogenartigen Wirkung seien Wechselwirkungen nicht auszuschließen, gemeldet wurden bisher keine. Die Antibabypille nennt die Monographie nicht eigens; die meisten Pillen enthalten aber ein Östrogen. EMA/HMPC 2018
- keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (EMA/HMPC 2018)

Mönchspfeffer einnehmen: Welche Form und wie viel?
Für die Einnahme gilt vor allem eines: Die Studien prüften standardisierte Extrakte über mehrere Zyklen. Wer Mönchspfeffer ausprobieren will, etwa gegen Brustspannen, sollte sich deshalb an Mengen und Zeiträumen aus den Studien orientieren und nicht an der Packungsgröße. Wo zu einer Praxisfrage keine Studie vorliegt, steht das in den folgenden Abschnitten dabei.
Tabletten, Kapseln, Tropfen oder Tee: Welche Form ist sinnvoll?
Geprüft wurden fast ausschließlich Tabletten, Kapseln und Tropfen mit standardisiertem Extrakt, für Tee gibt es keine Studien. Die meisten Placebo-Studien zu PMS und Brustspannen verwendeten Trockenextrakte in Tabletten oder Kapseln, einige auch Tropfen.438 Direkte Vergleiche zwischen diesen Formen haben wir nicht gefunden. Extrakte fallen je nach Herstellung sehr unterschiedlich aus. Ergebnisse eines Präparats lassen sich deshalb nicht einfach auf ein anderes übertragen.
Ganze Früchte sind keine gute Idee. Aus der Türkei ist der Fall eines Darmverschlusses beschrieben, den verschluckte ganze Samen verursacht hatten.39 Bei Mönchspfeffer-Tabletten, Kapseln und Tropfen zählt vor allem die Angabe zum Extrakt, denn erst sie zeigt, ob ein Mittel einem geprüften Präparat gleicht.

Wie viel Mönchspfeffer am Tag, und wie lange?
Die Studien arbeiteten meist mit 20 mg Extrakt täglich, über drei Zyklen hinweg. Einen Anhaltspunkt für die Menge liefert eine Studie, in der Frauen mit PMS drei verschiedene Dosierungen oder ein Scheinpräparat bekamen. Mit der mittleren Dosis ging es ihnen besser als mit der niedrigsten oder mit Placebo, die höchste brachte dagegen keinen weiteren Vorteil.40 Mehr hilft hier also nicht automatisch mehr.
Andere Studien gaben Extrakt aus 40 mg getrockneten Früchten, weshalb sich die Angaben auf den Packungen nicht immer auf dieselbe Größe beziehen.8 Geduld gehört ebenfalls dazu. In der Tropfenstudie zum Brustspannen zeigte sich der Unterschied nach ein bis zwei Zyklen,4 die meisten Studien bewerteten das Ergebnis aber erst nach drei Monaten. Über mehr als ein halbes Jahr wurde Mönchspfeffer kaum geprüft, für eine dauerhafte Einnahme fehlen also Daten. Auch ob morgens oder abends besser ist, hat niemand verglichen. Für die Mönchspfeffer-Dosierung im Alltag bleibt deshalb die Angabe des jeweiligen Präparats der beste Maßstab.
So wurde gemessen

Unsere Einordnung
Bei Brustspannen vor der Periode ist ein Versuch mit einem standardisierten Extrakt über drei Zyklen vertretbar, bei PMS mit bescheidenen Erwartungen ebenso. Bei Zyklusstörungen und Kinderwunsch ersetzt Mönchspfeffer keine ärztliche Abklärung, und bei einem positiven Schwangerschaftstest, in der Stillzeit, bei hormonabhängigen Erkrankungen und unter Hormon- oder Dopamin-Medikamenten gehört er nicht ohne ärztlichen Rat in den Alltag.
Häufige Fragen
Ist Agnus castus dasselbe wie Mönchspfeffer?
Ja. Agnus castus ist der Kurzname des Strauchs Vitex agnus-castus, aus dessen Früchten die Mönchspfeffer-Extrakte gewonnen werden. Andere Vitex-Arten sind eigene Pflanzen, und Studien mit ihnen sagen über Mönchspfeffer nichts aus.
Wie lange dauert es, bis Mönchspfeffer wirkt?
In den Studien wurde das Ergebnis meist nach drei Zyklen bewertet. Beim Brustspannen zeigte sich ein Unterschied zum Scheinpräparat in einer Studie schon nach ein bis zwei Zyklen.4 Hat sich nach drei Monaten nichts gebessert, ist ein längerer Versuch durch Studien nicht gedeckt.
Kann Mönchspfeffer den Zyklus durcheinanderbringen?
Ja, Zyklusstörungen gehören zu den beschriebenen, meist milden Nebenwirkungen.29 Halten Zyklusveränderungen oder Zwischenblutungen an, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
Hilft Mönchspfeffer, wenn die Periode ausbleibt?
Das ist nicht untersucht. Die einzige Placebo-Studie zu Frauen mit seltener oder ausbleibender Periode prüfte ein homöopathisches Mischpräparat, nicht Mönchspfeffer allein.11 Bleibt die Periode über Monate aus, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.
Hilft Mönchspfeffer bei Endometriose?
Dazu gibt es keine Studie mit Mönchspfeffer. Bei Endometriose wächst Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, und die Behandlung gehört in frauenärztliche Hände.
Beeinflusst Mönchspfeffer Östrogen und Progesteron?
Verlässlich gemessen ist das kaum. In einer kleinen Studie normalisierte sich bei Frauen mit Gelbkörperschwäche der Progesteronspiegel,20 in einer Studie mit einem Mischpräparat änderten sich die Hormonwerte nicht gesichert.17 Eine östrogenartige Wirkung wird vermutet, weshalb die EMA bei östrogenempfindlichem Krebs vor der Einnahme ärztlichen Rat empfiehlt.22
Mehr zu Mönchspfeffer




So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 60 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Merz et al. 1996, Exp Clin Endocrinol Diabetes | 20 gesunde Männer, drei Dosen eines Spezialextrakts oder Placebo, je 14 Tage | 24-h-Prolaktin bei niedrigster Dosis erhöht, bei höheren Dosen leicht gesenkt; Testosteron, FSH, LH unverändert | Placebo-kontrollierte Studie (Gesunde) |
| 2 | Mirzaee et al. 2022, Rev Bras Ginecol Obstet | 20 Studien zu Pflanzenmitteln, Teilgruppe Vitex 5 Studien (Volltext) | Vitex SMD −0,642 (−0,84 bis −0,44; p < 0,001), I² 32 %; geringe methodische Qualität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 3 | Ooi et al. 2020, J Womens Health | 25 Studien (17 RCTs, 8 nicht randomisiert); konservative Meta-Analyse 6 Placebo-Studien, 718 Frauen (356 Vitex, 362 Placebo) | SMD 0,67 (0,5 bis 0,85) zugunsten Vitex; Prolaktin gesenkt; 7 Studien: nicht schlechter als Medikamente; Verzerrungsrisiko meist unklar | Meta-Analyse (meiste Teilnehmerinnen) |
| 4 | Halaska et al. 1999, Breast | 97 Frauen, Tropfenlösung mit Vitex-Extrakt (2 × 30 Tropfen) oder Placebo, 3 Zyklen | Schmerz −21,4/−33,7 mm vs. −10,6/−20,3 mm nach 1/2 Zyklen (p = 0,018/0,006); nach 3 Zyklen p = 0,064; Nebenwirkungen 5 vs. 4 | RCT |
| 5 | Schellenberg 2001, BMJ | 170 Frauen ausgewertet, Trockenextrakt 1 Tablette täglich oder Placebo, 3 Zyklen | Hauptzielgröße stärker gebessert (p < 0,001); Ansprechrate (≥ 50 % weniger Beschwerden) 52 vs. 24 %; Nebenwirkungen 4 vs. 3 | RCT (größte Placebo-Studie Europa) |
| 6 | Verkaik et al. 2017, Am J Obstet Gynecol | 17 RCTs gefunden, 14 ausgewertet; Kontrollen Placebo, Nahrungsergänzungen oder andere Pflanzenpräparate | Placebo-Studien Hedges g −1,21 (−1,53 bis −0,88), I² 91 %; 13 von 14 Studien positiv; meist hohes Verzerrungsrisiko, Publikationsbias wahrscheinlich; Effekt laut Autoren allenfalls explorativ und überschätzt | Meta-Analyse (meiste Studien, Zahl der Placebo-Studien nicht angegeben) |
| 7 | Csupor et al. 2019, Complement Ther Med | 3 Doppelblind-RCTs mit zwei genau beschriebenen Spezialextrakten, 520 Frauen; von 21 Studien erfüllten nur diese die Kriterien | Remission RR 2,57 (1,52 bis 4,35) gegenüber Placebo | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 8 | He et al. 2009, Maturitas | 217 chinesische Frauen mit mittelschwerem bis schwerem PMS, Extrakt entsprechend 40 mg Droge oder Placebo, 3 Zyklen | PMS-Tagebuch-Summe −22,7 vs. −15,5 Punkte (p < 0,0001); Placebo-Effekt etwa 50 %; keine schweren Nebenwirkungen | RCT (größte Placebo-Studie) |
| 9 | Atmaca et al. 2003, Hum Psychopharmacol | 41 Frauen mit PMDS, Vitex-Extrakt oder Fluoxetin, 2 Monate, einfach verblindet | Responder 57,9 vs. 68,4 %, nicht signifikant; Fluoxetin besser für psychische, Vitex für körperliche Symptome | RCT (aktiver Vergleich) |
| 10 | Höller et al. 2024, Arch Gynecol Obstet | 1.700 Frauen mit Zyklusstörungen, Vitex-Präparate eines Herstellers, 3 ± 1 Monate, rückblickend | unregelmäßiger Zyklus 9,1 % → 0,1 %, Brustspannen 39,9 % → 0,8 %; keine Kontrollgruppe; fünf Autoren Angestellte des Herstellers | Beobachtungsstudie (herstellerfinanziert) |
| 11 | Bergmann et al. 2000, Forsch Komplementarmed | 67 Frauen mit Oligo- oder Amenorrhoe und Kinderwunsch; homöopathisches Kombinationspräparat mit Agnus castus oder Placebo, 3 Monate | Oligomenorrhoe: Zielkriterium 82 vs. 45 % (p = 0,021); Gesamtgruppe nicht signifikant | RCT (Kombination) |
| 12 | Mollazadeh et al. 2019, J Complement Integr Med | 5 Studien (RCT, quasi-experimentell, Crossover) mit Frauen ohne gynäkologische Erkrankung; Kontrolle Placebo oder Mefenaminsäure | vs. Placebo MD 3,08 (p = 0,33) bzw. 0,00 (p = 1,00); vs. Mefenaminsäure Zyklus 1 MD 7,17 (p = 0,04), Zyklus 2 MD 12,18 (p = 0,18); Nebenwirkungen nur Übelkeit und Bauchschmerz | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 13 | Zeraati et al. 2014, Iran J Nurs Midwifery Res | 105 Studentinnen mit leichter bis mittlerer Dysmenorrhoe; Fenchel-Präparat, Vitex-Präparat (25), Mefenaminsäure oder Placebo (25), 2 Zyklen, doppelblind | Vitex ähnlich wie Fenchel und stärker als Mefenaminsäure (p < 0,05); kein direkter Test gegen Placebo; ein Mitautor beim Hersteller des Präparats angestellt | RCT (4 Arme, mit Placebo, Herstellerbeteiligung) |
| 14 | Naseri et al. 2019, Korean J Fam Med | 52 Frauen in den Wechseljahren, Vitex-Extrakt oder Placebo, 8 Wochen, doppelblind | Greene-Gesamtscore, Angst und Hitzewallungen signifikant besser (p < 0,05); körperliche Beschwerden, Depression und Sexualität ohne Unterschied | RCT |
| 15 | Reddy et al. 2026, Cureus | 60 Frauen von 40 bis 65 Jahren nach der Menopause, Vitex-Extrakt oder Placebo, 60 Tage | MRS-Gesamtwert und Kupperman-Index signifikant besser; keine Nebenwirkungen; vom Extrakt-Hersteller mitfinanziert, mehrere Autoren dort angestellt | RCT (herstellerfinanziert) |
| 16 | van Die et al. 2009, Menopause | 100 Frauen spät in oder nach der Menopause, Johanniskraut plus Vitex oder Placebo, 16 Wochen | keine signifikanten Unterschiede bei Hitzewallungen, Greene-Skala, Depression oder Lebensqualität; beide Gruppen besserten sich | RCT (Kombination, Gegenbefund) |
| 17 | Gerhard et al. 1998, Forsch Komplementarmed | 96 Frauen mit sekundärer Amenorrhoe, Lutealinsuffizienz oder ungeklärter Unfruchtbarkeit; Agnus-castus-haltiges Präparat oder Placebo, 3 Monate; 66 ausgewertet | Zielkriterium 57,6 vs. 36,0 % (p = 0,069); 15 Schwangerschaften insgesamt; keine Hormonänderungen auf 5-%-Niveau | RCT (Kombination) |
| 18 | Westphal et al. 2006, Clin Exp Obstet Gynecol | 93 Frauen von 24 bis 42 Jahren mit 6 bis 36 Monaten Kinderwunsch; Mischung aus Mönchspfeffer, Grüntee, L-Arginin, Vitaminen und Mineralstoffen oder Placebo, 3 Monate | Schwangerschaft 14/53 (26 %) vs. 4/40 (10 %), p = 0,01 | RCT (Kombination) |
| 19 | Westphal et al. 2004, J Reprod Med | 30 Frauen mit Kinderwunsch, gleiche Mischung oder Placebo | nach 5 Monaten schwanger 5/15 vs. 0/15 (p < 0,01) | Pilot-RCT (Kombination) |
| 20 | Milewicz et al. 1993, Arzneimittelforschung | 52 Frauen mit Lutealphasen-Defekt durch latente Hyperprolaktinämie, 20 mg Vitex-Präparat oder Placebo, 3 Monate; 37 ausgewertet (17 Vitex, 20 Placebo) | TRH-stimuliertes Prolaktin gesenkt, Lutealphase normalisiert, Progesteron-Defizit behoben, nur unter Vitex signifikant; keine Nebenwirkungen; 2 Schwangerschaften unter Vitex | RCT |
| 21 | Puglia et al. 2023, Front Endocrinol | Übersicht über Studien, Fallserien und Fallberichte zu Vitex bei Hyperprolaktinämie | einige Hinweise auf Nutzen bei leichter Hyperprolaktinämie, uneinheitlich; keine großen RCTs | Übersichtsarbeit |
| 22 | EMA/HMPC 2018, EU-Monographie (EMA/HMPC/606742/2017) | Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur | Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen; ärztlicher Rat bei östrogenempfindlichem Krebs, Erkrankungen der Hirnanhangdrüse, Dopamin-Medikamenten, Östrogenen und Antiöstrogenen; schwere allergische Reaktionen gemeldet, Häufigkeit unbekannt | Behördenbewertung |
| 23 | Gallagher et al. 2008, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol | Fallbericht (Leserbrief ohne Abstract) | Prolaktinom durch ein pflanzliches Mittel verdeckt, in PubMed unter Mönchspfeffer verschlagwortet | Fallbericht |
| 24 | Hatami et al. 2026a, JBRA Assist Reprod | 60 Frauen mit PCOS, Vitex 5,8 mg/Tag oder Placebo, 12 Wochen, doppelblind | oxidativer Stress, HDL, Nüchternzucker, HOMA-IR (−0,31), LDL, ALT, Behaarungs-Score (−5,38) und Menstruationshäufigkeit (+3,51) signifikant besser (p < 0,05) | RCT |
| 25 | Dugoua et al. 2008, Can J Clin Pharmacol | systematischer Review zu Anwendung und Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit, 7 Datenbanken | nur schwache Evidenz (Theorie, Expertenmeinung, In-vitro); Stillzeit widersprüchlich; unbeabsichtigte Einnahme in der Frühschwangerschaft wahrscheinlich | Systematischer Review |
| 26 | Cahill et al. 1994, Hum Reprod | eine Frau in unstimulierter IVF-Behandlung, vierter Zyklus mit Mönchspfeffer | gestörte Gonadotropin- und Eierstockhormone, mehrere Follikel, Zeichen leichter Überstimulation; Zyklen davor und danach normal | Fallbericht |
| 27 | Amann 1967, Ther Ggw | Personen mit Akne vulgaris, Agnus-castus-Präparat (Angaben nur aus dem Titel) | Besserung laut Titel; kein Abstract, keine Kontrollgruppe | Praxisbericht |
| 28 | Amann 1975, Z Allgemeinmed | Personen mit Akne vulgaris, Agnus-castus-Präparat (Angaben nur aus dem Titel) | kein Abstract, keine Kontrollgruppe | Praxisbericht |
| 29 | Daniele et al. 2005, Drug Saf | alle verfügbaren Sicherheitsdaten zu Mönchspfeffer-Einzelpräparaten | Akne unter den häufigsten, meist milden Nebenwirkungen | Systematischer Review (Gegenbefund) |
| 30 | Ma et al. 2010 (Aust N Z J Obstet Gynaecol), Aust N Z J Obstet Gynaecol | 67 Frauen mit mittelschwerem bis schwerem PMS, Extrakt oder Placebo, 3 Zyklen; 64 beendet | 16 von 17 Einzelbeschwerden stärker gebessert, besonders negative Stimmung und Schlaflosigkeit | RCT |
| 31 | Dericks-Tan et al. 2003, Exp Clin Endocrinol Diabetes | 20 gesunde Männer von 20 bis 32 Jahren, 120 bis 480 mg Extrakt oder Placebo, 14 Tage | Melatonin-AUC dosisabhängig erhöht (p < 0,05); Rhythmus unverändert; Nutzen für Schlafstörungen offen | Placebo-kontrollierte Studie (Laborwert) |
| 32 | Heirati et al. 2021, J Educ Health Promot | 102 Frauen im gebärfähigen Alter, Vitex-Tablette (3,2 bis 4,8 mg Trockenextrakt) oder Placebo, 16 Wochen, doppelblind | FSFI-Gesamtwert signifikant besser (p < 0,05); einzelne Bereiche nicht signifikant | RCT |
| 33 | Ambrosini et al. 2013, Acta Neurol Belg | 107 Frauen mit Migräne und PMS, 40 mg Vitex täglich, 3 Monate, offen; 100 beendet | Attacken bei 42 % mehr als halbiert, Kopfschmerztage bei 57 % mehr als halbiert; keine nennenswerten Nebenwirkungen | Offene Beobachtungsstudie |
| 34 | Eftekhari et al. 2014, J Res Med Sci | 64 Frauen mit Röhrenknochenbruch; Vitex plus Magnesium (10), Vitex (15), Magnesium (12) oder Placebo (14), 8 Wochen | Kallusbildung nicht signifikant verschieden (p = 0,39); VEGF unter Vitex gestiegen (p < 0,05); keine Nebenwirkungen | RCT (4 Arme) |
| 35 | Tjeerdsma et al. 2023, Pharmaceuticals | 21.944 Verdachtsmeldungen der WHO-Datenbank VigiBase zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung, dazu niederländische Meldedaten und Literatur | 6,4 % der Meldungen zu Mönchspfeffer (Platz 3); Blutungen nach den Wechseljahren unter diesen Pflanzen gemeldet, nicht nach Pflanze aufgeschlüsselt | Meldedaten-Auswertung |
| 36 | Berger et al. 2000, Arch Gynecol Obstet | 50 Frauen mit PMS (43 ausgewertet, davon 13 mit Pille), Spezialextrakt, 3 Zyklen, offen ohne Kontrollgruppe | kein Unterschied zwischen Frauen mit und ohne Pille; Prolaktin im Normbereich; Laborwerte unverändert | Offene Studie (ohne Kontrolle) |
| 37 | Loch et al. 2000, J Womens Health Gend Based Med | 1.634 Frauen mit PMS, offene Anwendungsbeobachtung, 3 Zyklen | Verdacht auf Nebenwirkung bei 1,2 %, keine schweren; Verträglichkeit bei 94 % gut oder sehr gut | Anwendungsbeobachtung (ohne Kontrolle) |
| 38 | Zamani et al. 2012, Acta Med Iran | 128 iranische Frauen, 40 Tropfen Extrakt oder Placebo an 6 Tagen vor der Periode, 6 Zyklen | Beschwerden mit Vitex signifikant stärker gebessert (p < 0,0001) | RCT |
| 39 | Somuncu & Solak 2022, J Coll Physicians Surg Pak | Fallbericht aus der Türkei | Darmverschluss durch einen Pfropf aus verschluckten ganzen Mönchspfeffer-Samen; betrifft ganze Früchte, nicht Extrakte | Fallbericht |
| 40 | Schellenberg et al. 2012, Phytomedicine | 162 Frauen, Spezialextrakt mit 8, 20 oder 30 mg oder Placebo, 3 Zyklen | 20 mg besser als Placebo und 8 mg; 30 mg nicht besser als 20 mg | RCT (Dosisfindung) |
| 41 | van Die et al. 2013, Planta Med | 12 RCTs mit Mönchspfeffer als Einzelstoff, davon 8 zu PMS | 7 von 8 PMS-Studien Vitex besser als Placebo bzw. Vergleich; Nebenwirkungen mild und selten | Systematischer Review |
| 42 | Cerqueira et al. 2017, Arch Womens Ment Health | 8 RCTs zu PMS und PMDS, drei verschiedene Extrakte | alle 8 Studien positiv; Messinstrumente und Diagnosekriterien sehr uneinheitlich | Systematischer Review |
| 43 | Ma et al. 2010, Gynecol Endocrinol | 67 chinesische Frauen, Extrakt oder Placebo, 3 Zyklen | PMS-Summe 29,4 → 4,3 vs. 28,8 → 11,8; signifikant bei negativer Stimmung und Wassereinlagerung (p < 0,05) | RCT |
| 44 | Lauritzen et al. 1997, Phytomedicine | 175 Frauen, Vitex-Kapsel oder Vitamin B6, 3 Zyklen | PMTS-Skala −47 vs. −48 %; typische Beschwerden mit Vitex stärker gebessert; beschwerdefrei 36 vs. 21 %; Nebenwirkungen 12 vs. 5 | RCT (Vergleich mit Vitamin B6) |
| 45 | Ciotta et al. 2011, Minerva Ginecol | Frauen mit PMDS, Vitex vs. Fluoxetin (italienisch, Zahlen nicht im Abstract) | Autoren berichten Wirksamkeit ohne Nebenwirkungen; keine Effektzahlen im Abstract | Vergleichsstudie |
| 46 | Mirghafourvand et al. 2016, Complement Ther Med | 159 Frauen, Vitex-Tablette 3,2 bis 4,8 mg, Leinsamen oder Placebo, 2 Monate | Brustschmerz-Score nach 2 Monaten −6,4 (−7,5 bis −5,3) gegenüber Placebo | RCT |
| 47 | Christelle et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev | 21 RCTs, 3.689 Frauen mit Spirale; Vitex nur in 1 Studie mit 84 Frauen | Mefenaminsäure vs. Vitex: Blutungsmenge MD −2,40 (−13,77 bis 8,97), geringe Vertrauenswürdigkeit | Cochrane-Review (aktiver Vergleich) |
| 48 | Yavarikia et al. 2013, J Caring Sci | 84 Frauen mit Kupferspirale und verstärkter Blutung, Vitex oder Mefenaminsäure | ab dem 4. Monat kein Unterschied zwischen den Gruppen; keine Placebogruppe | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 49 | Aksoy et al. 2014, J Obstet Gynaecol Res | 60 Frauen mit schwerer primärer Dysmenorrhoe, Vitex oder Pille, 3 Zyklen; 30 gesunde Kontrollen | Schmerz und Gebärmutter-Durchblutungswiderstand in beiden Gruppen gesunken, kein Unterschied zwischen den Gruppen | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 50 | Erkert 2026, Complement Med Res | 6 Jugendliche von 12 bis 17 Jahren, Spezialextrakt, bis 6 Monate | Regelschmerz gebessert, Schmerzmittel teils reduziert; keine Nebenwirkungen; Fallserie ohne Kontrolle | Fallserie (Jugendliche) |
| 51 | Laakmann et al. 2012, Gynecol Endocrinol | systematische Übersicht der RCTs zu Traubensilberkerze, Johanniskraut und Agnus castus | Kombination Johanniskraut plus Agnus castus ohne signifikanten Unterschied zu Placebo; nur diese Kombination untersucht | Systematischer Review |
| 52 | Golian Tehrani et al. 2014, Iran Red Crescent Med J | 70 Frauen nach der Menopause, Vitex-Präparat oder Soja-Kalzium-Präparat, 8 Wochen | Kupperman-Index in beiden Gruppen gesunken, kein Unterschied zwischen den Gruppen; keine Placebogruppe | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 53 | Rattanatantikul et al. 2022, J Diet Suppl | 101 Frauen von 45 bis 60 Jahren, Mischung aus Soja-Isoflavonen, Traubensilberkerze, Mönchspfeffer und Nachtkerzenöl oder Placebo, 12 Wochen | Hitzewallungen und Schwitzen, Schlaf, Stimmung und Reizbarkeit signifikant besser; Anteil des Mönchspfeffers nicht abgrenzbar | RCT (Kombination) |
| 54 | Rotem & Kaplan 2007, Gynecol Endocrinol | 50 Frauen von 44 bis 65 Jahren, Mischung aus 6 Pflanzenextrakten (u. a. Traubensilberkerze, Rotklee, Mönchspfeffer) oder Placebo, 3 Monate | Hitzewallungen −73 %, Nachtschweiß −69 %; Hitzewallungen ganz verschwunden 47 vs. 19 % | RCT (Kombination) |
| 55 | Molaie et al. 2019, Gynecol Endocrinol | 46 Frauen von 40 bis 60 Jahren, Schwarzkümmel plus Vitex zusätzlich zu Citalopram oder Placebo plus Citalopram, 8 Wochen | MENQOL vasomotorisch besser (p < 0,001) | RCT (Kombination, Zusatz zu Antidepressivum) |
| 56 | Zohreh et al. 2023, J Educ Health Promot | 60 Frauen von 50 bis 70 Jahren nach der Menopause, 40 Tropfen Vitex-Lösung oder Placebo, 8 Wochen | FSFI-Gesamtwert ab Woche 6 signifikant besser (p = 0,003; Woche 8 p = 0,001) | RCT |
| 57 | De Franciscis et al. 2017, Nutrients | 180 Frauen nach der Menopause, Isoflavone plus Agnus castus, Magnolie und Laktobazillen (100) oder Isoflavone allein (80), 12 Monate | Schlafqualität und Hitzewallungen signifikant besser; Brustdichte, Gebärmutterschleimhaut und Leberwerte unverändert | Kontrollierte Studie (Kombination) |
| 58 | Kilicdag et al. 2004, Int J Gynaecol Obstet | Frauen mit erhöhtem Prolaktin und Brustspannen, Vitex oder Bromocriptin (Kurzbericht ohne Abstract) | Werte im Abstract nicht verfügbar; keine Placebogruppe | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 59 | Hatami et al. 2026b, Res Pharm Sci | Teilauswertung derselben Studie, 40 Serumproben (20/20) | TNF-α, IL-6 und AMH signifikant gesenkt gegenüber Placebo | RCT (Teilauswertung, nicht unabhängig) |
| 60 | Arentz et al. 2014, BMC Complement Altern Med | 33 Studien zu 6 Pflanzen bei PCOS und Zyklusstörungen, davon 15 klinische | Hinweis auf gleichwertigen Effekt von Vitex und Bromocriptin; Qualität der klinischen Evidenz uneinheitlich | Übersichtsarbeit |
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