Die kurze Antwort
Gut belegt ist, dass Zink-Lutschtabletten eine Erkältung verkürzen. Geschluckte Tabletten wirken dagegen nicht sicher. Bei Typ-2-Diabetes sinken Langzeitblutzucker und LDL-Cholesterin etwas. Bei Depression hilft Zink als Zusatz wahrscheinlich. Das Körpergewicht senkt es eher nicht. Viele Kinderstudien stammen aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel. Auf Dauer hohe Mengen können einen Kupfermangel auslösen.
Im Januar kratzt der Hals, die Nase läuft, und in der Apotheke liegen die Lutschtabletten mit Zink gleich neben der Kasse. Kaum ein Mineralstoff wird so schnell gegriffen, wenn eine Erkältung anrollt. Und kaum einer trägt so viele weitere Versprechen mit sich: für die Abwehr, die Haut, die Haare, die Stimmung und die Hormone. Manches davon hält den Studien stand. Ein anderer Teil stammt aus Ländern, in denen Kinder ganz anders versorgt sind als in Deutschland, und lässt sich nicht einfach übertragen.
Dazu kommt eine Besonderheit, die Zink von vielen anderen Nahrungsergänzungen unterscheidet. Zwischen der Menge, die der Körper braucht, und der Menge, die ihm auf Dauer schadet, liegt bei Zink nur ein kleiner Abstand.12 Wer die Studien liest, sollte deshalb immer zwei Fragen zugleich stellen: Welche Wirkung ist belegt, und mit welcher Menge wurde sie erreicht?
Was ist Zink, und was macht Zink im Körper?
Zink ist ein Spurenelement, das täglich zugeführt werden muss, denn der Körper kann es nicht selbst herstellen. Gebraucht wird es an sehr vielen Stellen zugleich, in Abwehrzellen ebenso wie in der Haut, und genau daraus speisen sich die vielen Hoffnungen. Doch mehr hilft deshalb nicht automatisch mehr.
Wie viel Zink ein Mensch braucht, hängt vom Inhalt der Mahlzeit ab. Die Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz empfehlen Erwachsenen je nach Geschlecht und Ernährung zwischen 7 und 16 mg am Tag.1 Der Grund für diese weite Spanne heißt Phytat, ein Stoff aus Getreide, Mais und Reis, der Zink im Darm bindet und seine Aufnahme kräftig bremst,3 während Eiweiß in derselben Mahlzeit eher fördernd wirkt.3
Das hat Folgen für die Frage, welche Zink-Lebensmittel wirklich viel liefern. Entscheidend ist nicht allein, was in der Nährwerttabelle steht, sondern auch, was sonst noch auf dem Teller liegt. Wer viel Vollkorngetreide isst und damit viel Phytat, braucht nach den Referenzwerten deshalb mehr Zink als jemand, der wenig davon isst.1 Die Mahlzeit zählt also mit.

Wofür ist Zink gut? Die Wirkung im Studiencheck
Zink hilft bei Erkältung und einigen Stoffwechselwerten, vieles andere ist offen. Für diesen Überblick haben wir 47 Wirkungen und 12 Sicherheitsfragen erfasst, die am Menschen mit einer Vergleichsgruppe geprüft wurden. Ein Klick auf eine Zeile öffnet die Begründung. Nur drei Wirkungen erreichen die höchste Stufe. Rund die Hälfte bleibt dagegen offen, weil die Studien zu klein sind oder einander widersprechen.
Erkältung mit Zink-Lutschtabletten verkürzengut belegt5 Lutschtabletten-Studien, 521 Pers. (Nault 2024, Cochrane); größte Auswertung 13 Studien, 1.407 Pers. (Hemilä 2011)Lutschtabletten-Teilgruppe: Erkältung im Mittel 1,96 Tage kürzer
Nur Lutschtabletten, die langsam im Mund zergehen (Zinkacetat oder Zinkgluconat), ab den ersten Beschwerden; überwiegend Erwachsene, in den positiven Studien meist über 75 mg Zink pro Tag; geschluckte Tabletten und Sirup stehen in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Lutschtabletten-Teilgruppe: Erkältung im Mittel 1,96 Tage kürzer (Nault 2024); Lutschtabletten > 75 mg/Tag: 33 % kürzer (95 % KI 21 bis 45 %), Acetat 40 %, Gluconat 28 %, Unterschied nicht signifikant, kein Zusatznutzen über 100 mg/Tag (Hemilä 2017); Zinkacetat-Einzeldaten: 2,73 Tage kürzer (Hemilä 2016); Gegenbefunde: 13-mg-Acetat-Lutschtabletten ohne schnellere Genesung (Hemilä 2020), Kinder mit 10-mg-Lutschtabletten 9 vs. 9 Tage (Macknin 1998)
Gut belegt ist, dass Zink-Lutschtabletten eine Erkältung bei Erwachsenen verkürzen, wenn sie gleich zu Beginn und in ausreichender Menge genommen werden: Sechs Meta-Analysen kommen übereinstimmend auf etwa zwei Tage weniger, in der Cochrane-Übersicht im Mittel knapp zwei Tage. Das gilt für Tabletten, die langsam im Mund zergehen, nicht für geschluckte Zinktabletten. Niedrig dosierte Lutschtabletten mit 13 mg zeigten in einer finnischen Studie keinen Effekt, bei Schulkindern zeigte sich ebenfalls keiner; schlechter Geschmack und Übelkeit sind häufig. 10, 5, 6, 7, 88, 11, 89, 8, 9
Langzeitblutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes senkengut belegt22 Studien, 1.442 Pers. (Ghaedi 2024)HbA1c −0,47 Prozentpunkte, Nüchternzucker −23,32 mg/dl, Vertrauenswürdigkeit mäßig bis …
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Zink allein gegen Placebo; viele kleine Studien aus Iran und anderen Ländern mit häufigem Zinkmangel
Ergebnisse: HbA1c −0,47 Prozentpunkte (95 % KI −0,71 bis −0,23), Nüchternzucker −23,32 mg/dl, Vertrauenswürdigkeit mäßig bis hoch (Ghaedi 2024); HbA1c −0,52 % (−0,90 bis −0,13) (Wang 2023); HbA1c −0,55 % (−0,84 bis −0,27), 32 Vergleiche, gemischte Gruppen (Wang 2019)
Dass Zink bei Typ-2-Diabetes den Langzeitblutzucker etwas senkt, ist gut belegt: Mehrere Meta-Analysen fanden übereinstimmend einen um etwa einen halben Prozentpunkt niedrigeren HbA1c-Wert. Die einzelnen Studien sind aber klein, stammen überwiegend aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel und unterscheiden sich stark; eine Auswertung derselben Frage stufte die Vertrauenswürdigkeit als niedrig ein. Zink ersetzt keine Diabetes-Behandlung. 42, 44, 43, 130
Geschmacksstörung verbessernwahrscheinlich5 Studien, 508 Pers. (Mozaffar 2023); 3 Studien, 366 Pers. (Kumbargere Nagraj 2017, Cochrane)Besserung der Geschmacksstörung RR 1,38, idiopathisch und bei Zinkmangel
Geschmacksstörung ohne erkennbare Ursache, bei Zinkmangel oder bei chronischer Nierenerkrankung; überwiegend Erwachsene; Geschmacksstörung durch Krebsbehandlung steht in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Besserung der Geschmacksstörung RR 1,38 (95 % KI 1,16 bis 1,64), idiopathisch und bei Zinkmangel; bei chronischer Nierenerkrankung 3 Studien, 77 Pers., RR 26,7 (Mozaffar 2023); gemessene Geschmacksschärfe SMD 0,44 (0,23 bis 0,65), selbst eingeschätzte Besserung RR 1,40 (0,94 bis 2,09) nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Kumbargere Nagraj 2017)
Bei Geschmacksstörungen ohne erkennbare Ursache oder bei Zinkmangel verbessert Zink den Geschmackssinn wahrscheinlich: Die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf Studien fand eine Besserung bei deutlich mehr Behandelten als unter Placebo, und auch die Cochrane-Übersicht sah in Geschmackstests eine bessere Wahrnehmung. Die Betroffenen selbst spürten den Unterschied in der Cochrane-Auswertung nicht gesichert, und die Studien sind klein. Wirksam waren eher hohe Mengen über drei bis sechs Monate, die ärztlich begleitet werden sollten. 55, 56, 120, 121, 58
Durchfall bei Kindern verkürzenwahrscheinlich24 Studien, 6.249 Kinder (Ali 2024); größte Einzelstudie 3.407 Kinder ohne Effekt (Barffour 2020)akuter Durchfall: Dauer −13,27 Stunden, mäßige Vertrauenswürdigkeit
Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel: Kinder ab 6 Monaten mit akutem Durchfall, überwiegend Asien und Afrika; dort von WHO und UNICEF empfohlen; unter 6 Monaten kein Effekt
Ergebnisse: akuter Durchfall: Dauer −13,27 Stunden (95 % KI −17,66 bis −8,89), mäßige Vertrauenswürdigkeit (Ali 2024); Kinder über 6 Monate −11,46 Stunden (−19,72 bis −3,19; 9 Studien, 2.581 Kinder), bei Mangelernährung −26,39 Stunden (Lazzerini 2016); Laos: Zink je Durchfall-Episode über 9 Monate, Dauer nicht verschieden (Barffour 2020)
Bei Kindern in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel verkürzt Zink einen akuten Durchfall wahrscheinlich um etwa einen halben Tag, bei mangelernährten Kindern um etwa einen ganzen Tag; fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, deshalb gehört Zink dort zur Standardbehandlung. Die Stufe bleibt bei wahrscheinlich, weil die größte Einzelstudie, die Studie von Barffour und Kollegen mit 3.407 Kindern in Laos, keine kürzeren Durchfälle fand. Bei Säuglingen unter sechs Monaten zeigte sich kein Nutzen, Erbrechen kam häufiger vor, und für Kinder ohne Zinkmangel sagen diese Studien wenig. 16, 17, 18, 95
- große Einzelstudie ohne Effekt (Barffour et al. 2020, n = 3407)
Depressive Beschwerden lindernwahrscheinlich5 Studien (da Silva 2021)Depressionswerte SMD −0,36
überwiegend Erwachsene mit Depression, meist zusätzlich zu Antidepressiva
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,36 (95 % KI −0,67 bis −0,04) (da Silva 2021); WMD −4,15 Punkte (−6,56 bis −1,75) (Yosaee 2022); Zink SMD 0,59 (p = 0,01) in einer Sammelauswertung von Antioxidanzien (Wang 2023)
Zink lindert depressive Beschwerden wahrscheinlich etwas, vor allem als Ergänzung zu Antidepressiva. Die maßgebliche Meta-Analyse und weitere kleine Auswertungen kommen zu einem positiven Ergebnis, eine internationale Leitlinie stuft Zink als Zusatzbehandlung als vorläufig empfehlenswert ein. Die Studien sind aber wenige und klein, und in getrennten Auswertungen nach Studiengröße war der Effekt nicht mehr signifikant. 38, 143, 39, 144
ADHS-Beschwerden bei Kindern lindernwahrscheinlich6 RCTs, 489 Kinder (Talebi 2022)ADHS-Gesamtwert SMD −0,62
Schulkinder mit ADHS, Zink allein oder zusätzlich zu Methylphenidat; Studien überwiegend aus Iran und der Türkei
Ergebnisse: ADHS-Gesamtwert SMD −0,62 (95 % KI −1,24 bis −0,002); Hyperaktivität SMD −0,93 und Aufmerksamkeit SMD 0,21 nicht signifikant; Vertrauenswürdigkeit mäßig bis sehr niedrig (Talebi 2022)
Zink lindert ADHS-Beschwerden bei Kindern wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse aus sechs Studien fand einen knapp signifikant niedrigeren Gesamtwert, bei Hyperaktivität oder Aufmerksamkeit einzeln aber keine gesicherte Besserung. Die größte Studie aus der Türkei sah weniger Hyperaktivität und Impulsivität, aber keine bessere Aufmerksamkeit. Die Studien sind klein und stammen fast nur aus Iran und der Türkei; Zink ersetzt keine ADHS-Behandlung. 25, 145, 146, 147
Regelschmerzen lindernwahrscheinlich6 RCTs, 739 Pers. (Hsu 2024)Schmerzstärke Hedges g −1,541
junge Frauen mit primärer Dysmenorrhö, Studien überwiegend aus dem Iran
Ergebnisse: Schmerzstärke Hedges g −1,541 (95 % KI −2,268 bis −0,814); stärker bei Einnahme ab 8 Wochen; Nebenwirkungen nicht signifikant häufiger (OR 2,54, 0,78 bis 8,26)
Zink lindert Regelschmerzen wahrscheinlich: Die maßgebliche Meta-Analyse von sechs Placebo-Studien fand deutlich schwächere Schmerzen, umso mehr, je länger es genommen wurde. Die Studien sind klein, stammen überwiegend aus einem Land und messen den Schmerz per Selbstauskunft; ein so großer Effekt muss in unabhängigen Studien bestätigt werden. 53
Akne bessernunklarwidersprüchlichMeta-Analyse ohne Studienzahl im Abstract (Yee 2020); 7 kleine Placebo-RCTs mit 22 bis 91 Pers. aus 1977–1989weniger entzündliche Papeln unter Zink, ohne Effektgröße im Abstract
Jugendliche und Erwachsene mit entzündlicher Akne; Zinksulfat oder Zinkgluconat, meist 30 mg Zink oder 400–600 mg Zinksulfat täglich über 6–12 Wochen
Ergebnisse: weniger entzündliche Papeln unter Zink, ohne Effektgröße im Abstract (Yee 2020); Placebo-RCTs: 4 positiv (Hillström 1977, Göransson 1978, Verma 1980, Dreno 1989), 2 ohne Unterschied (Weismann 1977, Orris 1978), 1 nur bei Pusteln (Weimar 1978); gegen Minocyclin Erfolgsrate 31,2 % vs. 63,4 % (Dreno 2001)
Ob Zink zum Einnehmen entzündliche Akne bessert, ist unklar; die Belege sind alt und uneinheitlich. Von sieben kleinen Placebo-Studien aus den 1970er und 1980er Jahren fanden vier einen Vorteil, drei keinen oder nur einen geringen. In einer großen Vergleichsstudie wirkte Zinkgluconat nur etwa halb so oft wie das Antibiotikum Minocyclin. Hohe Zinksulfat-Mengen verursachten häufig Übelkeit. 107, 26, 108, 109, 27, 110, 29, 28
Alle 47 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Zink in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Immunsystem & Infekte 15
1 gut belegt · 3 wahrscheinlich · 10 unklar · 1 nicht untersucht
Erkältung mit Zink-Lutschtabletten verkürzengut belegt5 Lutschtabletten-Studien, 521 Pers. (Nault 2024, Cochrane); größte Auswertung 13 Studien, 1.407 Pers. (Hemilä 2011)Lutschtabletten-Teilgruppe: Erkältung im Mittel 1,96 Tage kürzer
Nur Lutschtabletten, die langsam im Mund zergehen (Zinkacetat oder Zinkgluconat), ab den ersten Beschwerden; überwiegend Erwachsene, in den positiven Studien meist über 75 mg Zink pro Tag; geschluckte Tabletten und Sirup stehen in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Lutschtabletten-Teilgruppe: Erkältung im Mittel 1,96 Tage kürzer (Nault 2024); Lutschtabletten > 75 mg/Tag: 33 % kürzer (95 % KI 21 bis 45 %), Acetat 40 %, Gluconat 28 %, Unterschied nicht signifikant, kein Zusatznutzen über 100 mg/Tag (Hemilä 2017); Zinkacetat-Einzeldaten: 2,73 Tage kürzer (Hemilä 2016); Gegenbefunde: 13-mg-Acetat-Lutschtabletten ohne schnellere Genesung (Hemilä 2020), Kinder mit 10-mg-Lutschtabletten 9 vs. 9 Tage (Macknin 1998)
Gut belegt ist, dass Zink-Lutschtabletten eine Erkältung bei Erwachsenen verkürzen, wenn sie gleich zu Beginn und in ausreichender Menge genommen werden: Sechs Meta-Analysen kommen übereinstimmend auf etwa zwei Tage weniger, in der Cochrane-Übersicht im Mittel knapp zwei Tage. Das gilt für Tabletten, die langsam im Mund zergehen, nicht für geschluckte Zinktabletten. Niedrig dosierte Lutschtabletten mit 13 mg zeigten in einer finnischen Studie keinen Effekt, bei Schulkindern zeigte sich ebenfalls keiner; schlechter Geschmack und Übelkeit sind häufig. 10, 5, 6, 7, 88, 11, 89, 8, 9
Durchfall bei Kindern verkürzenwahrscheinlich24 Studien, 6.249 Kinder (Ali 2024); größte Einzelstudie 3.407 Kinder ohne Effekt (Barffour 2020)akuter Durchfall: Dauer −13,27 Stunden, mäßige Vertrauenswürdigkeit
Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel: Kinder ab 6 Monaten mit akutem Durchfall, überwiegend Asien und Afrika; dort von WHO und UNICEF empfohlen; unter 6 Monaten kein Effekt
Ergebnisse: akuter Durchfall: Dauer −13,27 Stunden (95 % KI −17,66 bis −8,89), mäßige Vertrauenswürdigkeit (Ali 2024); Kinder über 6 Monate −11,46 Stunden (−19,72 bis −3,19; 9 Studien, 2.581 Kinder), bei Mangelernährung −26,39 Stunden (Lazzerini 2016); Laos: Zink je Durchfall-Episode über 9 Monate, Dauer nicht verschieden (Barffour 2020)
Bei Kindern in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel verkürzt Zink einen akuten Durchfall wahrscheinlich um etwa einen halben Tag, bei mangelernährten Kindern um etwa einen ganzen Tag; fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, deshalb gehört Zink dort zur Standardbehandlung. Die Stufe bleibt bei wahrscheinlich, weil die größte Einzelstudie, die Studie von Barffour und Kollegen mit 3.407 Kindern in Laos, keine kürzeren Durchfälle fand. Bei Säuglingen unter sechs Monaten zeigte sich kein Nutzen, Erbrechen kam häufiger vor, und für Kinder ohne Zinkmangel sagen diese Studien wenig. 16, 17, 18, 95
- große Einzelstudie ohne Effekt (Barffour et al. 2020, n = 3407)
Durchfall bei Kindern vorbeugenwahrscheinlich30 Studien (39 Vergleiche), 19.468 Kinder (Imdad 2023); größte Einzelstudie 41.276 Kinder ohne Effekt (Tielsch 2007)Durchfallhäufigkeit RR 0,91, mäßige Vertrauenswürdigkeit
Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel: vorbeugende tägliche Gabe bei Kindern von 6 Monaten bis 12 Jahren, fast nur in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen; meist 10 bis 15 mg als Sirup oder Tablette
Ergebnisse: Durchfallhäufigkeit RR 0,91 (95 % KI 0,90 bis 0,93), mäßige Vertrauenswürdigkeit; ohne Eisen RR 0,85, mit Eisen in beiden Gruppen RR 1,00; Erbrechen RR 1,29 (1,14 bis 1,46) (Imdad 2023); Nepal: Häufigkeit und Dauer von Durchfall nicht verschieden (Tielsch 2007)
Vorbeugend gegebenes Zink senkt bei Kindern in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel die Zahl der Durchfallerkrankungen wahrscheinlich um etwa ein Zehntel; sieben Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, die Cochrane-Übersicht stützt sich auf fast 20.000 Kinder. Die Stufe bleibt bei wahrscheinlich, weil die mit Abstand größte Einzelstudie, die Studie von Tielsch und Kollegen mit über 41.000 Kindern in Nepal, keinen Unterschied bei Durchfall fand. Zusammen mit Eisen gegeben verschwand der Nutzen, und Erbrechen kam häufiger vor. 4, 19
- große Einzelstudie ohne Effekt (Tielsch et al. 2007, n = 41276)
Sterblichkeit bei Kindern senkenwahrscheinlich28 Studien (30 Effektgrößen), 237.068 Kinder (Rouhani 2022)Gesamtsterblichkeit SRR 0,84, Tod durch Lungenentzündung 0,70, Nutzen vor allem bei …
Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel: vorbeugende Gabe bei Kindern unter 12 Jahren einschließlich Säuglingen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit SRR 0,84 (95 % KI 0,74 bis 0,96), Tod durch Lungenentzündung 0,70, Nutzen vor allem bei Nachbeobachtung unter einem Jahr (Rouhani 2022); Cochrane: RR 0,93 (0,84 bis 1,03), nicht signifikant, ohne Eisen RR 0,87 signifikant (Imdad 2023); Nepal HR 0,92 (0,75 bis 1,12), Sansibar 7 % weniger, nicht signifikant (Tielsch 2007, Sazawal 2007)
Vorbeugendes Zink senkt die Sterblichkeit von Kindern in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 28 Studien fand 16 Prozent weniger Todesfälle, vor allem durch Lungenentzündung. Die Cochrane-Übersicht kam auf einen kleineren, nicht gesicherten Rückgang, gesichert nur in Studien ohne zusätzliches Eisen. Die beiden größten Einzelstudien mit je über 40.000 Kindern in Nepal und auf Sansibar fanden weniger Todesfälle, aber keinen gesicherten Unterschied. 4, 23, 19, 100
Erkältung mit Zinktabletten oder Zinksirup verkürzenunklarwidersprüchlich3 Studien, 740 Kinder (Nault 2024, Dauer der in Vorbeugestudien aufgetretenen Erkältungen); 2 Placebo-RCTs mit Zinksulfat-Sirup, 200 und 150 Kinder (Kurugöl 2006, 2007)kein gesicherter Unterschied in der Erkältungsdauer, mäßige Vertrauenswürdigkeit
Zink geschluckt als Tablette, Kapsel oder Sirup, nicht gelutscht; die vorhandenen Studien sind fast nur Kinderstudien; Lutschtabletten stehen in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied in der Erkältungsdauer, mäßige Vertrauenswürdigkeit (Nault 2024); Kurugöl 2006: kürzere Erkältung (p < 0,0001) unter 15 bis 30 mg Zink als Sirup; Kurugöl 2007: Dauer im Median 6 vs. 6 Tage (p = 0,20), nur Beschwerdestärke geringer; Kinder insgesamt −0,26 Tage, nicht signifikant (Science 2012)
Ob geschlucktes Zink als Tablette oder Sirup eine Erkältung verkürzt, ist unklar. Die Studien stammen fast nur von Kindern; die Cochrane-Übersicht fand in drei Studien keinen gesicherten Unterschied, und von zwei türkischen Sirup-Studien derselben Arbeitsgruppe fand nur eine kürzere Erkältungen. Die positiven Befunde bei Erwachsenen stammen aus Lutschtabletten, die im Mund zergehen, und lassen sich nicht auf geschluckte Tabletten übertragen. 5, 90, 91, 10
Erkältungsbeschwerden lindernunklar2 Studien, 261 Pers. (Nault 2024, Beschwerdestärke unter Behandlung); nur orale Formen 4 Studien, 412 Pers. (Science 2012)Gesamtbeschwerden SMD −0,03, nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit
Beschwerdestärke während der Erkältung, überwiegend Lutschtabletten bei Erwachsenen
Ergebnisse: Gesamtbeschwerden SMD −0,03 (95 % KI −0,56 bis 0,50), nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Nault 2024); Beschwerdewert an Tag 3 −1,20 Punkte, durchschnittliche Tagesbeschwerden SMD −0,15 (−0,43 bis 0,13), nicht signifikant (Hunter 2021); nur orale Formen SMD −0,27 (−0,58 bis 0,05), nicht signifikant, Erwachsene allein signifikant (Science 2012)
Ob Zink die Beschwerden einer Erkältung spürbar mildert, ist unklar. Gemittelt über die ganze Erkältung fanden die Meta-Analysen keinen gesicherten Unterschied zur Placebo-Gruppe, nur an einzelnen Tagen und für einzelne Beschwerden wie Husten oder Schnupfen gab es Vorteile, vor allem mit Lutschtabletten. Die Studienlage dazu ist klein und uneinheitlich. 5, 11, 10, 92
Erkältungen vorbeugenunklar9 Studien, 1.449 Pers. (Nault 2024)Risiko einer Erkältung RR 0,93, nicht signifikant, niedrige Vertrauenswürdigkeit
tägliche Einnahme über Wochen bis Monate, Kinder und Erwachsene ohne bekannten Mangel; Kinder in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel und Lungenentzündung siehe eigene Zeilen
Ergebnisse: Risiko einer Erkältung RR 0,93 (95 % KI 0,85 bis 1,01), nicht signifikant, niedrige Vertrauenswürdigkeit (Nault 2024); 5 Infekte weniger pro 100 Personenmonate, mäßige Vertrauenswürdigkeit (Hunter 2021); kein geringeres Risiko akuter Atemwegsinfekte (Abioye 2021)
Ob regelmäßig eingenommenes Zink Erkältungen verhindert, ist ungeklärt. Die neueste Cochrane-Übersicht fand kein gesichert geringeres Erkrankungsrisiko, eine andere Meta-Analyse bei Erwachsenen dagegen etwas weniger Infekte, wobei sie auch Nasensprays mitzählte. Einzelstudien an Kindern widersprechen sich: In der Türkei gab es mit Zinksirup weniger Erkältungen, in Thailand mit 15 mg Zinkbisglycinat nicht. 5, 11, 93, 90, 94
Lungenentzündung bei Kindern vorbeugenunklarwidersprüchlich19 Studien, 10.555 Kinder (Imdad 2023, untere Atemwegsinfekte); 6 Studien, 5.193 Kinder (Lassi 2016)Erkrankungen der unteren Atemwege RR 1,01, hohe Vertrauenswürdigkeit
Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel: vorbeugende Gabe bei Kindern von 2 Monaten bis 12 Jahren in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen
Ergebnisse: Erkrankungen der unteren Atemwege RR 1,01 (95 % KI 0,95 bis 1,08), hohe Vertrauenswürdigkeit (Imdad 2023); Lungenentzündung RR 0,87 (0,81 bis 0,94), niedrige Vertrauenswürdigkeit, nur bei streng definierter Lungenentzündung RR 0,79 (Lassi 2016)
Ob vorbeugendes Zink Kinder vor Lungenentzündung schützt, ist unklar. Eine ältere Cochrane-Übersicht mit sechs Studien fand etwa 13 Prozent weniger Lungenentzündungen, allerdings nur bei streng definierter Lungenentzündung; die neuere und größere Cochrane-Übersicht dagegen keinen Unterschied bei Infekten der unteren Atemwege, ebenso die große Studie von Tielsch und Kollegen in Nepal. Die Studien sind Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel. 4, 96, 97, 19
Schwere Lungenentzündung bei Kindern zusätzlich zu Antibiotika behandelnunklarwidersprüchlich8 Studien zur Sterblichkeit (Brown 2020); 9 RCTs, 2.926 Kinder (Tie 2016); 6 RCTs, 2.216 Pers. (Wang 2018)Sterblichkeit OR 0,64, nicht signifikant
Kinderstudien aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen: Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren mit Lungenentzündung, überwiegend im Krankenhaus, Zink zusätzlich zu Antibiotika
Ergebnisse: Sterblichkeit OR 0,64 (95 % KI 0,31 bis 1,31), nicht signifikant; Therapieversagen OR 0,95 (0,80 bis 1,14), Genesungszeit HR 1,01 (0,89 bis 1,14) (Brown 2020); keine Unterschiede bei Sterblichkeit (Tie 2016); Sterblichkeit RR 0,43 signifikant (Wang 2018), laut Brown 2020 getragen von einer Studie mit hohem Verzerrungsrisiko
Ob Zink als Zusatz zur Antibiotika-Behandlung Kinder mit Lungenentzündung vor dem Tod bewahrt, ist unklar. Die größte Meta-Analyse fand weniger Todesfälle, aber nicht gesichert, eine zweite keinen Unterschied; nur eine kleinere Auswertung von sechs Studien meldete deutlich weniger Todesfälle, und dieser Befund hängt an einer einzigen Studie mit methodischen Schwächen. Schneller gesund wurden die Kinder mit Zink in keiner der Auswertungen. 24, 98, 99
Mittelohrentzündung bei Kindern vorbeugenunklarerste Hinweise12 Studien, 6.820 Pers. (Gulani 2014), keine gepoolte Hauptschätzung2 Studien ohne Unterschied, 1 Studie Rate Ratio 0,69
Kinderstudien aus Ländern mit niedrigem Einkommen und verbreitetem Zinkmangel: gesunde Kleinkinder unter 5 Jahren; eine kleine Studie bei schwerer Mangelernährung
Ergebnisse: 2 Studien (3.191 Kinder) ohne Unterschied, 1 Studie (1.621 Kinder) Rate Ratio 0,69 (0,61 bis 0,79); bei schwerer Mangelernährung 1,12 Episoden weniger (39 Säuglinge)
Ob Zink Mittelohrentzündungen vorbeugt, ist unklar. Von drei großen Studien an gesunden Kleinkindern in armen Ländern fand nur eine weniger Entzündungen, zwei fanden keinen Unterschied. Ein Nutzen bei schwer mangelernährten Kindern beruht auf einer einzigen kleinen Studie. Das sind erste Hinweise, weitere Studien sind nötig: Es fehlen weitere große Studien mit einheitlichem Ergebnis und Studien außerhalb von Ländern mit verbreitetem Zinkmangel. 101
Verlauf von Masern bei Kindern verbessernKinder mit Masern und Lungenentzündungunklar1 RCT, 85 Kinder (Awotiwon 2017)Sterblichkeit RR 0,34, Zeit bis zur Fieberfreiheit HR 1,08, beides nicht signifikant
Ergebnisse: Sterblichkeit RR 0,34 (95 % KI 0,01 bis 8,14), Zeit bis zur Fieberfreiheit HR 1,08 (0,67 bis 1,74), beides nicht signifikant
Ob Zink den Verlauf von Masern bei Kindern bessert, ist offen: Es gibt nur eine einzige kleine Studie aus Indien. Sie fand weder weniger Todesfälle noch ein schnelleres Abklingen des Fiebers; die Cochrane-Übersicht hält die Belege für sehr unsicher. 102
Verlauf von COVID-19 verbessernErwachsene mit nachgewiesener Infektion, ambulant und im Krankenhausunklar4 RCTs (Wu 2023, davon 1 mit Infusion und 1 mit Hydroxychloroquin-Kombination); größte Placebo-Studie 470 Pers. (Ben Abdallah 2023)28-Tage-Sterblichkeit 5,5 % vs
Ergebnisse: 28-Tage-Sterblichkeit 5,5 % vs. 7,3 %, RD −0,01 (95 % KI −0,03 bis 0,02), nicht signifikant (Wu 2023); Ben Abdallah 2023: Tod oder Intensivstation OR 0,58 (0,33 bis 0,99), Sterblichkeit allein OR 0,68 (0,34 bis 1,35); COVID A to Z: kein schnellerer Rückgang der Beschwerden (offen, ohne Placebo)
Ob Zink den Verlauf von COVID-19 bessert, ist ungeklärt. Die größte Placebo-Studie aus Tunesien fand weniger Aufnahmen auf die Intensivstation, aber keine gesichert geringere Sterblichkeit; eine Auswertung aller vier randomisierten Studien fand keinen Unterschied. Meta-Analysen mit günstigeren Ergebnissen stützen sich überwiegend auf Beobachtungsdaten, die keinen Wirkungsnachweis erlauben. 14, 13, 103, 104
Infekte bei älteren Menschen seltener machengesunde Ältere ab 55 Jahren, teils mit niedrigem Zinkspiegelunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 50 Pers. (Prasad 2007)Infektionen über 12 Monate unter 45 mg Zink/Tag signifikant seltener als unter Placebo
Ergebnisse: Infektionen über 12 Monate unter 45 mg Zink/Tag signifikant seltener als unter Placebo; Entzündungs- und Oxidationsmarker niedriger (Prasad 2007)
Ob Zink älteren Menschen Infekte erspart, ist unklar. Eine kleine amerikanische Studie mit 50 älteren Menschen fand unter täglich 45 mg Zink über ein Jahr deutlich weniger Infektionen als unter Placebo. Eine größere französische Studie in Pflegeheimen gab Zink nur zusammen mit Selen und kann den Effekt von Zink allein nicht zeigen. Das sind erste Hinweise, weitere Studien sind nötig: Es fehlen größere Placebo-Studien mit Zink allein, die das Ergebnis bestätigen. 12, 105
Heilung akuter Wunden nach Operation, Verletzung oder Verbrennung fördernunklarkeine Placebo-Studie mit Zink allein zur Wundheilung gefunden; Übersicht zu Verbrennungen mit 8 Studien, 398 Pers., meist kombinierte Spurenelemente als Infusion (Kurmis 2016)Verbrennungen: weniger Infektionen nur mit kombinierten Spurenelementen als Infusion
Patienten im Krankenhaus; chronische Wunden (Ulcus, diabetischer Fuß, Dekubitus) stehen unter Haut
Ergebnisse: Verbrennungen: weniger Infektionen nur mit kombinierten Spurenelementen als Infusion (−1,25 Episoden); orales Zink mit möglichem, nicht gesichertem Vorteil bei der Sterblichkeit (Kurmis 2016)
Ob Zink zum Einnehmen frische Wunden nach Operationen oder Verletzungen schneller heilen lässt, ist kaum untersucht. Bei schweren Verbrennungen stammen die Hinweise vor allem aus Studien mit kombinierten Spurenelementen als Infusion, die nichts über Zinktabletten aussagen. Bei Zinkmangel gilt der Ausgleich als sinnvoll, ein Nutzen darüber hinaus ist nicht belegt. 106
Grippe (Influenza) vorbeugen oder lindernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie zur Grippe mit Zink allein; 1 kontrollierte Studie zur Impfantwort, 384 Pers. (Provinciali 1998)Antikörper nach Grippeimpfung unter 400 mg Zink/Tag nicht höher als ohne Zink
keine Studie zur Grippe-Erkrankung selbst; nur Impfantwort bei Älteren untersucht
Ergebnisse: Antikörper nach Grippeimpfung unter 400 mg Zink/Tag nicht höher als ohne Zink (Provinciali 1998)
Ob Zink vor einer echten Grippe schützt oder sie lindert, wurde in kontrollierten Studien mit Zink allein nicht untersucht. In einer italienischen Studie an Pflegeheimbewohnern verbesserte Zink nicht die Antikörperbildung nach der Grippeimpfung. Ergebnisse zu Erkältungen lassen sich nicht auf die Influenza übertragen. 15
Haut, Haare & Sinne 15
2 wahrscheinlich · 9 unklar · 4 nicht untersucht
Viruswarzen zum Abheilen bringenwahrscheinlich7 RCTs (Wang 2025)vollständige Abheilung RD 0,288
Personen mit zahlreichen oder hartnäckigen Hautwarzen; hohe Dosen Zinksulfat (bis 10 mg/kg, max. 600 mg/Tag)
Ergebnisse: vollständige Abheilung RD 0,288 (95 % KI 0,087 bis 0,489); bei niedrigem Zinkspiegel RD 0,767; weniger Rückfälle nach 6 Monaten zusätzlich zur üblichen Behandlung; Übelkeit RD 0,562, Erbrechen RD 0,205 (Wang 2025)
Hoch dosiertes Zinksulfat bringt Viruswarzen wahrscheinlich häufiger zum vollständigen Abheilen: Die maßgebliche Meta-Analyse von sieben Studien fand einen deutlichen Vorteil, vor allem bei niedrigem Zinkspiegel. Die Studien sind klein, die Dosen mit bis zu 600 mg Zinksulfat täglich sehr hoch, Übelkeit und Erbrechen häufig, und eine spanische Placebo-Studie fand keinen Effekt. Solche Mengen gehören nicht in die Selbstbehandlung, sondern in ärztliche Hand. 30, 31, 116
Geschmacksstörung verbessernwahrscheinlich5 Studien, 508 Pers. (Mozaffar 2023); 3 Studien, 366 Pers. (Kumbargere Nagraj 2017, Cochrane)Besserung der Geschmacksstörung RR 1,38, idiopathisch und bei Zinkmangel
Geschmacksstörung ohne erkennbare Ursache, bei Zinkmangel oder bei chronischer Nierenerkrankung; überwiegend Erwachsene; Geschmacksstörung durch Krebsbehandlung steht in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Besserung der Geschmacksstörung RR 1,38 (95 % KI 1,16 bis 1,64), idiopathisch und bei Zinkmangel; bei chronischer Nierenerkrankung 3 Studien, 77 Pers., RR 26,7 (Mozaffar 2023); gemessene Geschmacksschärfe SMD 0,44 (0,23 bis 0,65), selbst eingeschätzte Besserung RR 1,40 (0,94 bis 2,09) nicht signifikant, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Kumbargere Nagraj 2017)
Bei Geschmacksstörungen ohne erkennbare Ursache oder bei Zinkmangel verbessert Zink den Geschmackssinn wahrscheinlich: Die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf Studien fand eine Besserung bei deutlich mehr Behandelten als unter Placebo, und auch die Cochrane-Übersicht sah in Geschmackstests eine bessere Wahrnehmung. Die Betroffenen selbst spürten den Unterschied in der Cochrane-Auswertung nicht gesichert, und die Studien sind klein. Wirksam waren eher hohe Mengen über drei bis sechs Monate, die ärztlich begleitet werden sollten. 55, 56, 120, 121, 58
Akne bessernunklarwidersprüchlichMeta-Analyse ohne Studienzahl im Abstract (Yee 2020); 7 kleine Placebo-RCTs mit 22 bis 91 Pers. aus 1977–1989weniger entzündliche Papeln unter Zink, ohne Effektgröße im Abstract
Jugendliche und Erwachsene mit entzündlicher Akne; Zinksulfat oder Zinkgluconat, meist 30 mg Zink oder 400–600 mg Zinksulfat täglich über 6–12 Wochen
Ergebnisse: weniger entzündliche Papeln unter Zink, ohne Effektgröße im Abstract (Yee 2020); Placebo-RCTs: 4 positiv (Hillström 1977, Göransson 1978, Verma 1980, Dreno 1989), 2 ohne Unterschied (Weismann 1977, Orris 1978), 1 nur bei Pusteln (Weimar 1978); gegen Minocyclin Erfolgsrate 31,2 % vs. 63,4 % (Dreno 2001)
Ob Zink zum Einnehmen entzündliche Akne bessert, ist unklar; die Belege sind alt und uneinheitlich. Von sieben kleinen Placebo-Studien aus den 1970er und 1980er Jahren fanden vier einen Vorteil, drei keinen oder nur einen geringen. In einer großen Vergleichsstudie wirkte Zinkgluconat nur etwa halb so oft wie das Antibiotikum Minocyclin. Hohe Zinksulfat-Mengen verursachten häufig Übelkeit. 107, 26, 108, 109, 27, 110, 29, 28
Kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) behandelnErwachsene mit Alopecia areata, teils mit niedrigem Zinkspiegelunklar1 doppelblinde Placebo-Studie ohne Abstract (Ead 1981); 1 unkontrollierte Studie, 15 Pers. (Park 2009)systematische Übersicht über Placebo-RCTs: Belege stützen orales Zinksulfat nicht
Ergebnisse: systematische Übersicht über Placebo-RCTs: Belege stützen orales Zinksulfat nicht (Lai 2019); unkontrolliert 9 von 15 mit Nachwachsen, nicht signifikant (Park 2009)
Ob Zink kreisrunden Haarausfall bessert, ist unklar. Es gibt nur eine alte Placebo-Studie, deren Ergebnis eine systematische Übersicht als nicht unterstützend wertet. Eine kleine koreanische Studie ohne Vergleichsgruppe sah bei Patienten mit niedrigem Zinkspiegel bei zwei Dritteln Nachwachsen, doch ohne Kontrollgruppe ist das nicht von der häufigen Spontanbesserung zu trennen. 33, 111, 112
Neurodermitis (atopisches Ekzem) bessernüberwiegend Kinder; Nutzen am ehesten bei niedrigem Zinkspiegelunklar2 RCTs (Gray 2019); Placebo-RCT 50 Kinder (Ewing 1991)Ewing 1991: keine Besserung von Ausdehnung, Rötung, Juckreiz oder Kortisonbedarf
Ergebnisse: Ewing 1991: keine Besserung von Ausdehnung, Rötung, Juckreiz oder Kortisonbedarf; Kim 2014: Schweregrad (EASI) und Juckreiz besser bei Kindern mit niedrigem Haar-Zink, Vergleichsgruppe ohne Placebo
Ob Zink Neurodermitis bessert, ist unklar. Die einzige Placebo-Studie mit 50 Kindern fand keinen Nutzen, eine koreanische Studie bei Kindern mit niedrigem Haar-Zinkwert eine Besserung, allerdings ohne Placebo. Die Cochrane-Übersicht zu Nahrungsergänzungen bei Neurodermitis sieht keine überzeugenden Belege. 32, 113, 114, 115
Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris) heilenunklar4 Placebo-Studien bei venösen Geschwüren, aus 6 Studien mit 183 Pers. (Wilkinson 2014)venöse Geschwüre, 4 Placebo-Studien: Heilung RR 1,22, nicht signifikant
venöse und arterielle Beingeschwüre, Zinksulfat zum Einnehmen; Studien aus den 1970er und 1980er Jahren
Ergebnisse: venöse Geschwüre, 4 Placebo-Studien: Heilung RR 1,22 (95 % KI 0,88 bis 1,68), nicht signifikant; Floersheim 1980: auch bei Zinkspiegel im unteren Normbereich kein Unterschied zu Placebo
Ob Zinktabletten Unterschenkelgeschwüre schneller abheilen lassen, ist unklar. In der Cochrane-Übersicht heilten in vier Placebo-Studien bei venösen Geschwüren unter Zink etwas mehr Wunden ab, der Unterschied war aber nicht gesichert. Die Studien sind alt, sehr klein und schlecht berichtet, sodass weder ein Nutzen noch dessen Fehlen sicher gezeigt ist. 35, 117
Druckgeschwüre (Dekubitus) heilenbettlägerige, meist ältere Patientenunklar7 Studien, RCTs und nicht randomisierte (Song 2020)Heilung RR 1,44 gegenüber anderer Ernährung
Ergebnisse: Heilung RR 1,44 (95 % KI 1,01 bis 2,06) gegenüber anderer Ernährung (Song 2020); Cochrane: Wirkung von Zink auf die Heilung sehr unsicher, nur 1–2 Studien (Langer 2024)
Ob Zink Druckgeschwüre schneller heilen lässt, ist unklar. Eine Meta-Analyse aus sieben teils nicht randomisierten Studien fand unter Zink häufiger eine Heilung, knapp signifikant. Die Cochrane-Übersicht bewertet die wenigen Studien mit Zink allein als sehr unsicher. Häufig wird Zink zudem nur in Mischtrinknahrungen mit Eiweiß und Arginin getestet, die nichts über Zink allein aussagen. 119, 36
Geschmacksstörung durch Krebsbehandlung vorbeugenBestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder Chemotherapieunklarwidersprüchlich3 Studien (Chi 2020); größte Placebo-RCT 169 Pers. (Halyard 2007)Auftreten der Geschmacksstörung RR 0,72, schnellere Erholung RR 2,58 nicht signifikant
Ergebnisse: Auftreten der Geschmacksstörung RR 0,72 (95 % KI 0,67 bis 0,92), schnellere Erholung RR 2,58 (0,97 bis 6,88) nicht signifikant (Chi 2020); Halyard 2007: 73 % vs. 84 % mit Geschmacksveränderung (p = 0,16); Chemotherapie: kein Vorteil (Lyckholm 2012)
Ob Zink Geschmacksstörungen durch Krebsbehandlungen verhindert, ist unklar. Eine kleine Meta-Analyse aus drei Studien fand bei Bestrahlung seltener Geschmacksstörungen, die größte einzelne Placebo-Studie mit 169 Patienten aber keinen signifikanten Unterschied. Bei Chemotherapie half Zink in einer Placebo-Studie nicht. 122, 123, 124
Riechstörung bessernnach Kopfverletzung oder COVID-19; Studien ohne Placebounklar2 kontrollierte Studien ohne Placebo, 145 und 105 Pers. (Jiang 2015, Abdelmaksoud 2021); 1 Placebo-Crossover-Studie, 106 Pers. (Henkin 1976)nach Kopfverletzung Erholung 25,7 % unter Zink vs
Ergebnisse: nach Kopfverletzung Erholung 25,7 % unter Zink vs. 2,7 % ohne Behandlung (Jiang 2015); nach COVID-19 schnellere Erholung des Geruchs (p < 0,001) (Abdelmaksoud 2021); gegen Placebo kein Unterschied (Henkin 1976)
Ob Zink eine Riechstörung bessert, ist unklar. Zwei Studien aus Taiwan und Ägypten fanden, dass sich der Geruchssinn nach Kopfverletzung oder COVID-19 unter Zink häufiger oder schneller erholt; beide verglichen aber nur mit unbehandelten Patienten. In der einzigen Placebo-Studie wirkte Zink bei Riech- und Geschmacksstörungen nicht besser als Placebo. Zink-Nasensprays können dagegen selbst den Geruchssinn schädigen. 57, 125, 58
Tinnitus lindernunklar3 Studien, 209 Pers., ohne gepoolte Schätzung (Person 2016)Besserung im Tinnitus-Fragebogen 5 % vs
Erwachsene mit subjektivem Tinnitus, eine Studie nur mit über 60-Jährigen
Ergebnisse: Besserung im Tinnitus-Fragebogen 5 % vs. 2 %, RR 2,53 (95 % KI 0,50 bis 12,70), nicht signifikant; Lautheit −9,71 dB (−25,53 bis 6,11), nicht signifikant
Ob Zink Tinnitus lindert, ist unklar. Die Cochrane-Übersicht fand drei kleine Placebo-Studien, keine zeigte einen gesicherten Vorteil; in der größten mit älteren Menschen besserte sich der Tinnitus unter Zink bei 5 Prozent, unter Placebo bei 2 Prozent. Für ein klares Urteil in die eine oder andere Richtung sind die Studien zu klein. 59, 126
Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration bremsenunklarwidersprüchlich3 Studien, 3.790 Pers. (Evans 2023, Zink gegen Placebo, überwiegend AREDS); AREDS 3.640 Pers. (alle vier Studienarme)Übergang in späte AMD OR 0,83, feuchte AMD OR 0,76, Sehverlust OR 0,87 nicht …
Menschen mit früher oder mittlerer AMD; in AREDS 80 mg Zink plus 2 mg Kupfer täglich; bekannter wird die AREDS-Kombination mit Vitaminen
Ergebnisse: Übergang in späte AMD OR 0,83 (95 % KI 0,70 bis 0,98), feuchte AMD OR 0,76 (0,62 bis 0,93), Sehverlust OR 0,87 (0,75 bis 1,00) nicht signifikant, mäßige Vertrauenswürdigkeit (Evans 2023); AREDS Zink allein OR 0,75 (99 % KI 0,55 bis 1,03), bei höherem Risiko 0,71 (0,52 bis 0,99)
Ob Zink allein das Fortschreiten einer Makuladegeneration bremst, ist offen. Die Cochrane-Übersicht fand unter hoch dosiertem Zink etwas seltener einen Übergang in die späte, sehbedrohende Form, doch dieses Ergebnis stammt fast ganz aus der amerikanischen AREDS-Studie, in deren eigener Hauptauswertung der Vorteil für Zink allein knapp nicht gesichert war. Eine österreichische Studie fand am zweiten Auge keinen Schutz; wegen der hohen Dosis von 80 mg mit Kupferzusatz gehört eine solche Einnahme in ärztliche Begleitung. 61, 62, 127, 128
Diffusen oder erblich bedingten Haarausfall bessernFrauen und Männer ohne nachgewiesenen Zinkmangelnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Zink allein gefundennur Kombinationspräparate untersucht
Ergebnisse: nur Kombinationspräparate untersucht; eine systematische Übersicht nennt Zink unter möglichen Mitteln, ohne Zahlen im Abstract (Drake 2023)
Ob Zink allein diffusen oder erblich bedingten Haarausfall bessert, wurde in Placebo-Studien nicht untersucht. Studien zu Haarpräparaten testen fast immer Mischungen vieler Stoffe, deren Wirkung sich keinem einzelnen Bestandteil zuordnen lässt. Bei einem echten Zinkmangel kann Haarausfall ein Symptom sein, das sich mit dem Ausgleich des Mangels bessert. 34
Diabetisches Fußgeschwür heilennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit vollständiger Abheilung als Ergebnis; 1 Placebo-RCT zur Wundgröße, 60 Pers. (Momen-Heravi 2017)Abheilung nicht berichtet
Erwachsene mit Diabetes und Fußgeschwür; die einzige Placebo-Studie misst nur die Wundgröße
Ergebnisse: Abheilung nicht berichtet; Geschwürlänge −1,5 vs. −0,9 cm, Breite −1,4 vs. −0,8 cm (je p = 0,02) unter 50 mg Zink/Tag über 12 Wochen; zur Studie besteht seit 2024 ein Vorbehalt der Zeitschrift (Expression of Concern)
Ob Zink diabetische Fußgeschwüre zum Abheilen bringt, wurde nicht untersucht: Keine Placebo-Studie hat erfasst, wie viele Wunden ganz verheilten. Eine iranische Studie mit 60 Personen fand unter 50 mg Zink täglich nach zwölf Wochen etwas kleinere Geschwüre; die Zeitschrift hat zu dieser Arbeit 2024 jedoch einen Vorbehalt veröffentlicht. Die Cochrane-Übersicht hält die Belege zu Nährstoffen beim diabetischen Fuß insgesamt für sehr unsicher. 118, 37
Altersbedingter Makuladegeneration vorbeugenMenschen ohne AMDnicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Zink bei Menschen ohne AMD (Evans 2017)die Cochrane-Übersicht zur Vorbeugung enthält nur Studien mit Vitamin E, Beta-Carotin, …
Ergebnisse: die Cochrane-Übersicht zur Vorbeugung enthält nur Studien mit Vitamin E, Beta-Carotin, Vitamin C und Multivitaminen
Ob Zink Menschen ohne Makuladegeneration vor der Erkrankung schützt, wurde in Placebo-Studien nicht untersucht. Die Ergebnisse zum Bremsen einer bestehenden AMD lassen sich nicht auf Gesunde übertragen; Beobachtungsstudien zur Zinkzufuhr kamen zu uneinheitlichen Ergebnissen. 60, 129
Trockene Augen lindernZink zum Einnehmen; Augentropfen mit Zink sind eine andere Darreichungnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie mit Zink zum Einnehmen gefundennicht untersucht
Ergebnisse: nicht untersucht
Ob Zinktabletten trockene Augen lindern, ist nicht untersucht; kontrollierte Studien mit Zink allein zum Einnehmen fehlen. Studien zum trockenen Auge betreffen Augentropfen oder Mischpräparate mit Omega-3-Fettsäuren und anderen Stoffen.
Stoffwechsel & Sonstiges 17
1 gut belegt · 6 wahrscheinlich · 6 unklar · 2 spricht dagegen · 2 nicht untersucht
Langzeitblutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes senkengut belegt22 Studien, 1.442 Pers. (Ghaedi 2024)HbA1c −0,47 Prozentpunkte, Nüchternzucker −23,32 mg/dl, Vertrauenswürdigkeit mäßig bis …
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Zink allein gegen Placebo; viele kleine Studien aus Iran und anderen Ländern mit häufigem Zinkmangel
Ergebnisse: HbA1c −0,47 Prozentpunkte (95 % KI −0,71 bis −0,23), Nüchternzucker −23,32 mg/dl, Vertrauenswürdigkeit mäßig bis hoch (Ghaedi 2024); HbA1c −0,52 % (−0,90 bis −0,13) (Wang 2023); HbA1c −0,55 % (−0,84 bis −0,27), 32 Vergleiche, gemischte Gruppen (Wang 2019)
Dass Zink bei Typ-2-Diabetes den Langzeitblutzucker etwas senkt, ist gut belegt: Mehrere Meta-Analysen fanden übereinstimmend einen um etwa einen halben Prozentpunkt niedrigeren HbA1c-Wert. Die einzelnen Studien sind aber klein, stammen überwiegend aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel und unterscheiden sich stark; eine Auswertung derselben Frage stufte die Vertrauenswürdigkeit als niedrig ein. Zink ersetzt keine Diabetes-Behandlung. 42, 44, 43, 130
LDL-Cholesterin bei Typ-2-Diabetes senkenErwachsene mit Typ-2-Diabeteswahrscheinlich22 Studien, 1.442 Pers. (Ghaedi 2024)LDL −10,76 mg/dl, Triglyceride −18,23 mg/dl, HDL +4,04 mg/dl
Ergebnisse: LDL −10,76 mg/dl (95 % KI −17,79 bis −3,73), Triglyceride −18,23 mg/dl, HDL +4,04 mg/dl (Ghaedi 2024); LDL −8,80 mg/dl, 19 RCTs, 1.357 Pers. (Khajeh 2024); LDL −6,18 mg/dl, 14 RCTs, 1.067 Pers. (Heidari Seyedmahalleh 2023); LDL nicht signifikant, 9 RCTs, 424 Pers. (Asbaghi 2020)
Dass Zink bei Typ-2-Diabetes das LDL-Cholesterin etwas senkt, ist wahrscheinlich: Mehrere Meta-Analysen fanden um etwa 6 bis 11 mg/dl niedrigere Werte und ein leicht höheres HDL. Das ist ein kleiner Effekt, deutlich schwächer als bei cholesterinsenkenden Medikamenten. Für „gut belegt“ reicht es nicht: Die beiden größten Auswertungen zählen ihre Studien nur gemeinsam über mehrere Blutfettwerte, und von den Auswertungen genau zum LDL fand eine kleinere keinen gesicherten Effekt. Die zugrunde liegenden Studien sind klein und überwiegend aus dem Iran. 42, 134, 135, 136
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Blutdruck senkenErwachsene, gemischte Gruppenwahrscheinlich9 Studien (Mousavi 2020); Sammelauswertung mit 75 Studien (Nazari 2023)systolisch −1,49 mmHg, diastolisch −0,88 mmHg nicht signifikant
Ergebnisse: systolisch −1,49 mmHg (95 % KI −2,85 bis −0,13), diastolisch −0,88 mmHg nicht signifikant (Mousavi 2020); systolisch und diastolisch ohne signifikanten Effekt (Nazari 2023, Khazdouz 2020); bei Typ-2-Diabetes systolisch −3,64 mmHg (Ghaedi 2024)
Zink senkt den oberen Blutdruckwert wahrscheinlich ein wenig: Die maßgebliche Meta-Analyse von neun Placebo-Studien fand im Mittel etwa 1,5 mmHg weniger, der untere Wert änderte sich nicht gesichert. Zwei breitere Auswertungen, die den Blutdruck nur als einen von vielen Werten bzw. auch nicht randomisierte Studien einschlossen, sahen keinen Effekt. Die Wirkung ist zu klein, um bei Bluthochdruck eine Behandlung zu ersetzen. 48, 132, 137
Depressive Beschwerden lindernwahrscheinlich5 Studien (da Silva 2021)Depressionswerte SMD −0,36
überwiegend Erwachsene mit Depression, meist zusätzlich zu Antidepressiva
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,36 (95 % KI −0,67 bis −0,04) (da Silva 2021); WMD −4,15 Punkte (−6,56 bis −1,75) (Yosaee 2022); Zink SMD 0,59 (p = 0,01) in einer Sammelauswertung von Antioxidanzien (Wang 2023)
Zink lindert depressive Beschwerden wahrscheinlich etwas, vor allem als Ergänzung zu Antidepressiva. Die maßgebliche Meta-Analyse und weitere kleine Auswertungen kommen zu einem positiven Ergebnis, eine internationale Leitlinie stuft Zink als Zusatzbehandlung als vorläufig empfehlenswert ein. Die Studien sind aber wenige und klein, und in getrennten Auswertungen nach Studiengröße war der Effekt nicht mehr signifikant. 38, 143, 39, 144
ADHS-Beschwerden bei Kindern lindernwahrscheinlich6 RCTs, 489 Kinder (Talebi 2022)ADHS-Gesamtwert SMD −0,62
Schulkinder mit ADHS, Zink allein oder zusätzlich zu Methylphenidat; Studien überwiegend aus Iran und der Türkei
Ergebnisse: ADHS-Gesamtwert SMD −0,62 (95 % KI −1,24 bis −0,002); Hyperaktivität SMD −0,93 und Aufmerksamkeit SMD 0,21 nicht signifikant; Vertrauenswürdigkeit mäßig bis sehr niedrig (Talebi 2022)
Zink lindert ADHS-Beschwerden bei Kindern wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse aus sechs Studien fand einen knapp signifikant niedrigeren Gesamtwert, bei Hyperaktivität oder Aufmerksamkeit einzeln aber keine gesicherte Besserung. Die größte Studie aus der Türkei sah weniger Hyperaktivität und Impulsivität, aber keine bessere Aufmerksamkeit. Die Studien sind klein und stammen fast nur aus Iran und der Türkei; Zink ersetzt keine ADHS-Behandlung. 25, 145, 146, 147
Wachstum bei Kindern fördernwahrscheinlich74 Studien, 20.720 Kinder (Imdad 2023); große Gegenstudie mit 3.407 Kindern (Barffour 2019)Körpergröße SMD 0,12, mäßige Vertrauenswürdigkeit
Kinder von 6 Monaten bis 12 Jahren, fast nur in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen; ohne Eisen gegeben
Ergebnisse: Körpergröße SMD 0,12 (95 % KI 0,09 bis 0,14), mäßige Vertrauenswürdigkeit (Imdad 2023); Größe +0,23 cm, ab 2 Jahren +1,37 cm, Wachstumsverzögerung (Stunting) nicht seltener (Liu 2018); Kinder über 2 Jahre Größe +0,9 cm, 8 Studien, 1.586 Kinder (Monfared 2023); Laos, 7 mg/Tag über etwa 9 Monate: Wachstumsverzögerung 37 bis 41 % in allen Gruppen, kein Effekt (Barffour 2019)
Bei Kindern in Ländern mit verbreitetem Zinkmangel lässt vorbeugend gegebenes Zink die Kinder wahrscheinlich etwas größer werden: Mehrere Meta-Analysen sind sich einig, im Mittel geht es um wenige Millimeter, bei Kindern ab zwei Jahren um etwa einen Zentimeter. Die Stufe ist gedeckelt, weil die große Studie aus Laos mit 3.407 Kleinkindern (Barffour 2019) trotz besserem Zinkstatus keinen Effekt auf das Wachstum fand. Zusammen mit Eisen gegeben fiel der Nutzen geringer aus. Für gut ernährte Kinder in Europa gibt es keine Daten. 4, 20, 148, 21
Regelschmerzen lindernwahrscheinlich6 RCTs, 739 Pers. (Hsu 2024)Schmerzstärke Hedges g −1,541
junge Frauen mit primärer Dysmenorrhö, Studien überwiegend aus dem Iran
Ergebnisse: Schmerzstärke Hedges g −1,541 (95 % KI −2,268 bis −0,814); stärker bei Einnahme ab 8 Wochen; Nebenwirkungen nicht signifikant häufiger (OR 2,54, 0,78 bis 8,26)
Zink lindert Regelschmerzen wahrscheinlich: Die maßgebliche Meta-Analyse von sechs Placebo-Studien fand deutlich schwächere Schmerzen, umso mehr, je länger es genommen wurde. Die Studien sind klein, stammen überwiegend aus einem Land und messen den Schmerz per Selbstauskunft; ein so großer Effekt muss in unabhängigen Studien bestätigt werden. 53
Blutzucker bei Prädiabetes senkenErwachsene mit erhöhten Zuckerwerten ohne Diabetesunklarwidersprüchlich3 Studien, 265 Pers., teils mit Kombinationen (Jayawardena 2022); Placebo-RCT 98 Pers. (Attia 2022)Nüchternzucker −10,86 mg/dl mit Zink allein
Ergebnisse: Nüchternzucker −10,86 mg/dl mit Zink allein (Jayawardena 2022); Attia 2022 nach 6 Monaten: HbA1c −0,02 (95 % KI −0,14 bis 0,11), Nüchternzucker +0,17, beides nicht signifikant
Ob Zink bei Prädiabetes den Blutzucker senkt, ist unklar. Eine kleine Meta-Analyse aus drei Studien in Asien fand einen niedrigeren Nüchternzucker, die bisher beste Placebo-Studie aus Australien mit 30 mg Zink über ein Jahr dagegen keinerlei Effekt auf HbA1c oder Nüchternzucker. Die Autoren vermuten, dass Zink nur bei Mangelernährung helfen könnte. 45, 131
LDL-Cholesterin senkenunklarTeilgruppe Zink allein in 24 Studien (Ranasinghe 2015); 75 Studien zu Herz-Kreislauf-Werten (Nazari 2023); 33 Vergleiche, 14.238 Pers. (Foster 2010)Zink allein: LDL −4,78 mg/dl, signifikant
Erwachsene allgemein (gesund und mit Erkrankungen gemischt); Typ-2-Diabetes hat eine eigene Zeile
Ergebnisse: Zink allein: LDL −4,78 mg/dl, signifikant (Ranasinghe 2015); LDL und HDL ohne signifikanten Effekt, Triglyceride und Gesamtcholesterin gesenkt (Nazari 2023); keine Wirkung auf Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin oder Triglyceride, bei Gesunden HDL −0,10 mmol/l (Foster 2010); bei Diabetes und Prädiabetes gemischt LDL leicht gestiegen (Loaiza-Giraldo 2026)
Ob Zink das LDL-Cholesterin senkt, ist unklar, weil die Meta-Analysen sich widersprechen. Eine Auswertung fand mit Zink allein ein um knapp 5 mg/dl niedrigeres LDL, zwei große Auswertungen mit 75 Studien bzw. über 14.000 Teilnehmenden fanden keinen Effekt, eine neue Auswertung bei Menschen mit Diabetes oder Prädiabetes sogar einen leichten Anstieg. Selbst im günstigsten Fall wäre die Senkung sehr klein; deutlichere Befunde gibt es nur bei Typ-2-Diabetes. 46, 132, 47, 133
Testosteron bei Männern erhöhenMänner, teils mit Zinkmangel oder Dialyseunklarwidersprüchlich1 Placebo-RCT mit 20 Dialyse-Patienten (in Vecchio 2010); sonst nur kleine Studien ohne PlaceboDialyse: Testosteron unter oralem Zink höher, SMD 1,62, 1 Studie, 20 Pers.
Ergebnisse: Dialyse: Testosteron unter oralem Zink höher, SMD 1,62 (0,58 bis 2,66), 1 Studie, 20 Pers. (Vecchio 2010); 9 ältere Männer mit leichtem Zinkmangel ohne Kontrollgruppe: 8,3 → 16,0 nmol/l (Prasad 1996); Zink-Magnesium-Präparat bei 14 Sportlern mit ausreichender Zinkzufuhr: keine Änderung (Koehler 2009)
Ob Zink den Testosteronspiegel erhöht, ist unklar; plausibel ist es nur bei Zinkmangel, und auch dort gibt es kaum Daten. Belastbare Placebo-Studien an gesunden Männern fehlen; eine Studie an Dialyse-Patienten und eine kleine Studie ohne Vergleichsgruppe an älteren Männern mit Mangel zeigten Anstiege. Bei Männern mit ausreichender Zinkzufuhr änderte ein zinkhaltiges Sportlerpräparat den Testosteronwert nicht. 50, 139, 51
Fruchtbarkeit bei Männern verbessernunklarkeine Studie mit Zink allein zur Lebendgeburt; Zink allein nur für Spermienwerte in kleinen RCTs (Salas-Huetos 2018); Kombination Zink + Folsäure 2.370 Paare (Schisterman 2020)Zink allein: Spermienkonzentration +1,48 Mio./ml, Gesamtmotilität +7,03 %
Männer mit unerfülltem Kinderwunsch; Hauptmesswert Schwangerschaft bzw. Lebendgeburt, Spermienwerte nachrangig
Ergebnisse: Zink allein: Spermienkonzentration +1,48 Mio./ml, Gesamtmotilität +7,03 % (Salas-Huetos 2018); Kombination mit Folsäure: Lebendgeburt 34 % vs. 35 %, Spermienwerte überwiegend unverändert, DNA-Fragmentierung +2,4 % (Schisterman 2020); kein Supplement verbesserte Schwangerschaft oder Lebendgeburt (Michaelsen 2025)
Ob Zink Männern mit Kinderwunsch zu mehr Nachwuchs verhilft, ist unklar. Kleine Studien fanden mit Zink allein leicht bessere Spermienwerte, Studien zu Schwangerschaften mit Zink allein fehlen. Die mit Abstand größte Studie mit 2.370 Paaren testete Zink zusammen mit Folsäure und fand weder mehr Geburten noch bessere Spermien, dafür etwas mehr DNA-Schäden in den Spermien und mehr Magen-Darm-Beschwerden. 140, 141, 142, 52
Schlafqualität verbessernErwachsene, z. B. Pflegekräfte im Schichtdienst oder Frauen mit PMSunklarwidersprüchlich1 Placebo-RCT, 54 Pers. (Gholipour Baradari 2018)Schlafqualität, Einschlafzeit und subjektive Schlafqualität besser als unter Placebo
Ergebnisse: Schlafqualität (PSQI), Einschlafzeit und subjektive Schlafqualität besser als unter Placebo (Gholipour Baradari 2018); bei PMS nur innerhalb der Zinkgruppe knapp verbessert, PSQI −1,48 (p = 0,07) (Jafari 2020)
Ob Zink den Schlaf verbessert, ist unklar. Eine kleine iranische Studie mit Intensivpflegekräften fand unter Zink nach einem Monat besseren Schlaf als unter Placebo. Bei jungen Frauen mit PMS verbesserte sich der Schlaf nicht gesichert. Übersichtsarbeiten über Nahrungsergänzungen nennen Zink, haben es aber nicht eigenständig ausgewertet; für eine Aussage reicht das nicht. 40, 41
Prämenstruelles Syndrom (PMS) lindernjunge Frauen mit PMS, meist 30 mg Zink über 12 Wochenunklarerste Hinweise4 RCTs in der Meta-Analyse (Kim 2025); 5 Studien (Haider 2025)PMS-Gesamtwert g −0,384, seelische Beschwerden g −0,347, körperliche Beschwerden g −0,512
Ergebnisse: PMS-Gesamtwert g −0,384, seelische Beschwerden g −0,347 (mäßige Vertrauenswürdigkeit), körperliche Beschwerden g −0,512 (niedrige Vertrauenswürdigkeit) (Kim 2025)
Ob Zink PMS lindert, ist unklar. Zwei kleine Meta-Analysen mit vier bis fünf Studien fanden unter Zink etwas schwächere Beschwerden, seelische wie körperliche. Alle Studien hatten methodische Schwächen, und die Zahl der Studien ist zu klein für eine sichere Aussage. Das sind erste Hinweise, weitere Studien sind nötig: Es fehlen größere, sorgfältig geplante Placebo-Studien. 54, 152, 41
Körpergewicht senkenErwachsene, gemischte Gruppen; Teilgruppen Übergewicht und Dialysespricht dagegen41 Studien (Salmani 2026)Körpergewicht +0,68 kg, Taillenumfang −1,03 cm, BMI und Fettmasse unverändert, …
Ergebnisse: Körpergewicht +0,68 kg (95 % KI 0,33 bis 1,03), Taillenumfang −1,03 cm, BMI und Fettmasse unverändert, Vertrauenswürdigkeit für das Gewicht sehr hoch (Salmani 2026); 27 Studien, 1.438 Pers.: Körpermaße insgesamt unverändert, Übergewicht −0,55 kg (nicht robust), Dialyse +1,02 kg (Abdollahi 2020)
Die Studienlage spricht dagegen, dass Zink beim Abnehmen hilft. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 41 Placebo-Studien fand sogar eine kleine Gewichtszunahme von knapp 0,7 kg bei einem um etwa 1 cm geringeren Bauchumfang; BMI und Fettmasse blieben gleich, die Autoren halten beides für praktisch bedeutungslos. Eine ältere Auswertung von 27 Studien fand insgesamt keine Veränderung. 49, 138, 134
Wachstum von Säuglingen unter 6 Monaten fördernspricht dagegen3 Placebo-Studien, zusammen 4.936 Säuglinge (Locks 2016, Dijkhuizen 2008, Heinig 2006); Meta-Analyse aus 3 Studien, 955 Säuglinge (Lassi 2020)Tansania, 2.400 Säuglinge ab 6 Wochen: Zink allein ohne Vorteil beim Gewicht, …
gesunde, reif geborene Säuglinge, überwiegend Länder mit niedrigem Einkommen
Ergebnisse: Tansania, 2.400 Säuglinge ab 6 Wochen: Zink allein ohne Vorteil beim Gewicht, Gewicht-für-Länge sank sogar stärker als unter Placebo (Locks 2016); Südostasien, 2.451 Säuglinge, 10 mg/Tag über 6 Monate: Wachstumsrückstand nicht verhindert (Dijkhuizen 2008); USA, 85 gestillte Säuglinge, 5 mg/Tag: Gewicht und Länge unverändert (Heinig 2006); Cochrane: Gewicht-für-Alter SMD 0,16 (95 % KI 0,03 bis 0,29) aus 3 Studien, keine Wirkung auf die Sterblichkeit (Lassi 2020)
Die Studienlage spricht eher dagegen, dass Zink das Gewicht von Säuglingen unter sechs Monaten verbessert. Drei Placebo-Studien mit zusammen fast 5.000 Säuglingen in Tansania, Südostasien und den USA fanden keinen Vorteil. Eine Cochrane-Auswertung sah in drei kleineren Studien zwar ein leicht besseres Gewicht, hielt die Daten aber für zu wenige, um eine Empfehlung auszusprechen; die Sterblichkeit blieb unverändert. 22, 149, 150, 151
Sportliche Leistung steigernSportler und körperlich Aktive ohne Zinkmangelnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Zink allein zu Kraft oder Ausdauer gefundennicht untersucht
Ergebnisse: nicht untersucht; Studien testen Kombinationen (z. B. Zink mit Magnesium) oder nur Blutwerte
Ob Zink allein Kraft oder Ausdauer verbessert, ist in Placebo-Studien nicht untersucht. Sportlerpräparate mit Zink enthalten meist weitere Stoffe wie Magnesium, ihre Ergebnisse sagen nichts über Zink allein. Bei Zinkmangel kann die Leistungsfähigkeit leiden, das rechtfertigt aber keine Einnahme ohne Mangel.
Morbus Wilson behandeln (nur Hinweis: Arzneimittel)nicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 23 Vergleichsstudien gegen Penicillamin, 2.055 Patienten (Appenzeller-Herzog 2019); Leitlinie EASL-ERN 2025Zink gegen D-Penicillamin: Sterblichkeit OR 0,73, Besserung der Beschwerden OR 0,84, …
seltene erbliche Kupferspeicherkrankheit; Zinksalze (meist Zinkacetat) sind hier ein zugelassenes, verschreibungspflichtiges Arzneimittel unter ärztlicher Kontrolle, keine Nahrungsergänzung; Bewertung als Nahrungsergänzung nicht anwendbar
Ergebnisse: Zink gegen D-Penicillamin: Sterblichkeit OR 0,73 (95 % KI 0,16 bis 3,40), Besserung der Beschwerden OR 0,84 (0,48 bis 1,48), beides kein Unterschied; weniger Nebenwirkungen und Abbrüche unter Zink (Appenzeller-Herzog 2019)
Gegen Placebo ist Zink bei Morbus Wilson nicht untersucht, weil solche Studien bei dieser fortschreitenden Erkrankung nicht vertretbar wären. Trotzdem ist Zink hier ein anerkanntes Arzneimittel: Es hemmt die Kupferaufnahme im Darm und wird von der europäischen Leitlinie neben Penicillamin und Trientin genannt, bei deutlicher Leberbeteiligung aber nur die Chelatbildner. Vergleichsstudien zeigen eine ähnliche Wirksamkeit wie Penicillamin bei weniger Nebenwirkungen. Die Behandlung gehört ausschließlich in ärztliche Hand, frei verkäufliche Zinkpräparate sind kein Ersatz. 84, 83
Ein zweiter Punkt prägt fast jede Zeile dieser Übersicht. Viele große Zinkstudien liefen mit Kindern in Asien und Afrika, wo Zinkmangel weit verbreitet ist.4 Dort hat Zink eine ganz andere Aufgabe als bei gut versorgten Menschen, und wo ein Ergebnis aus solchen Studien stammt, sagen wir das deshalb ausdrücklich dazu. Das gilt besonders für Kinder.
Zink bei Erkältung: Helfen Lutschtabletten oder Tabletten?
Gegen Erkältung helfen Lutschtabletten, die langsam im Mund zergehen, und das ist gut belegt. In der Cochrane-Auswertung, einer besonders strengen Form der Studienzusammenfassung, dauerte die Erkältung mit solchen Tabletten im Mittel knapp zwei Tage kürzer als mit einem Scheinpräparat (Placebo).5 Mehrere weitere Auswertungen kommen zum selben Ergebnis.67 Allerdings lutschten die Teilnehmenden in den erfolgreichen Studien über den Tag verteilt mehr als 75 mg Zink, während mehr als 100 mg keinen zusätzlichen Nutzen brachten.6
Dass die Menge dabei mitspielt, zeigen gerade die Studien, die scheiterten. Als finnische Forschende handelsübliche Lutschtabletten mit nur 13 mg Zink testeten, wurden die Erkälteten damit nicht schneller gesund.8 Dafür war die Menge schlicht zu klein. Auch bei Schulkindern, die niedrig dosierte Lutschtabletten bekamen, dauerte die Erkältung genauso lange wie ohne Zink.9 Hinzu kommt ein Preis, den fast alle Studien zeigen, denn schlechter Geschmack und Übelkeit treten mit Lutschtabletten deutlich häufiger auf.10
Beim Schlucken sieht es anders aus. Ob Tabletten, Kapseln oder Sirup eine Erkältung verkürzen, ist unklar, weil die wenigen Studien fast nur mit Kindern liefen und die Cochrane-Auswertung keinen sicheren Unterschied fand.5 Ebenso offen bleibt, ob Zink die Erkältungsbeschwerden im Ganzen milder macht.
Wer eine Erkältung mit Zink abkürzen will, sollte also zur Lutschtablette greifen. Die hohe Tagesmenge gehört aber nur in diese wenigen Tage. Auch die Fragen nach Dosis und Vitamin C, die rund um Zink bei Erkältung am häufigsten gestellt werden, hängen an genau dieser Unterscheidung.
So wurde gemessen
- Lutschtabletten: In der Cochrane-Teilauswertung (5 Studien, 521 Erkältete) waren die Beschwerden im Mittel 1,96 Tage früher vorbei.5 Sieben Placebo-Studien mit über 75 mg täglich und 575 Teilnehmenden: Erkältung um 33 % kürzer, mit Acetat 40 %, mit Gluconat 28 %, Unterschied zwischen beiden nicht gesichert; Dosen über 100 mg ohne Zusatzgewinn.6 Einzeldaten aus drei Acetat-Studien mit 199 Personen: 2,73 Tage kürzer.7
- Gescheiterte Studien: 87 Erwachsene, Acetat-Lutschtabletten mit je 13 mg sechsmal täglich über fünf Tage, Genesung nicht schneller.8 249 Schulkinder, Lutschtabletten mit je 10 mg: Beschwerden im Median 9 gegen 9 Tage.9
- Nebenwirkungen über alle Zinkformen zur Behandlung: schlechter Geschmack RR 1,65, Übelkeit RR 1,64.10
- Zum Schlucken: drei Studien mit 740 Kindern, kein gesicherter Unterschied in der Dauer.5

Beugt Zink Infekten vor, auch im Alter?
Regelmäßig genommen schützt Zink nicht sicher vor Infekten, auch wenn das oft versprochen wird. Die Cochrane-Auswertung fand bei täglicher Einnahme kein sicher geringeres Risiko, sich zu erkälten,5 und eine andere Auswertung kam zwar bei Erwachsenen auf etwas weniger Atemwegsinfekte, zählte dabei aber auch Nasensprays mit, die aus ganz anderen Gründen heikel sind.11 So bleibt das Vorbeugen von Erkältungen unklar.
Ähnlich dünn ist die Lage bei Älteren. Eine kleine amerikanische Studie begleitete 50 Menschen zwischen 55 und 87 Jahren ein Jahr lang. Wer täglich Zink nahm, hatte seltener Infekte als die Placebogruppe.12 Das sind erste Hinweise. Für ein Urteil über Infekte im Alter reicht eine einzige Studie dieser Größe aber nicht, und so ist auch diese Frage unklar.
Bei einer Corona-Infektion fand die größte Placebo-Studie aus Tunesien weniger Verlegungen auf die Intensivstation, aber keine sicher geringere Sterblichkeit,13 und zusammengenommen zeigten die randomisierten Studien keinen Unterschied.14 Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Ob Zink gegen die echte Grippe hilft, wurde mit Zink allein nie untersucht. In einer italienischen Studie mit Pflegeheimbewohnern verbesserte Zink nicht einmal die Antwort auf die Grippeimpfung.15
So wurde gemessen
- Vorbeugung: 9 Studien mit 1.449 Personen, Risiko einer Erkältung RR 0,93 (0,85 bis 1,01), niedrige Vertrauenswürdigkeit.5 Mit Nasensprays mitgerechnet: 5 Infekte weniger je 100 Personenmonate.11
- Ältere: 45 mg Zink als Gluconat täglich über 12 Monate gegen Placebo, signifikant weniger Infektionen.12
- Corona: 470 Patienten, 25 mg zweimal täglich über 15 Tage; Tod oder Intensivstation nach 30 Tagen OR 0,58 (0,33 bis 0,99), Sterblichkeit allein OR 0,68 (0,34 bis 1,35).13 Vier randomisierte Studien: Sterblichkeit 5,5 gegen 7,3 %, nicht verschieden.14
- Grippeimpfung: 384 Bewohner von 64 bis 100 Jahren, 400 mg Zink täglich über 60 Tage, Kontrollgruppe ohne Zink, Antikörper nicht höher.15
Zink für Kinder: Was zeigen die Studien?
Für Kinder in armen Ländern ist Zink wahrscheinlich ein wirksames Mittel gegen Durchfall. Doch über Kinder hierzulande sagen diese Studien wenig. Fast alle stammen aus Asien und Afrika, wo viele Kinder zu wenig Zink bekommen und Durchfall jedes Jahr Hunderttausende Kinderleben kostet.16 Dort verkürzt Zink einen akuten Durchfall wahrscheinlich um etwa einen halben Tag,17 weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Kinderhilfswerk UNICEF es als Teil der Behandlung empfehlen.16
Höher als „wahrscheinlich“ stufen wir den Nutzen beim Durchfall trotzdem nicht ein, und der Grund hat einen Namen. Die größte Einzelstudie, die Studie von Barffour und Kollegen mit über 3.400 Kleinkindern in Laos, fand keine kürzeren Durchfälle.18 Wenn eine sehr große, sorgfältige Studie nichts findet, wiegt das in unserer Bewertung schwerer als viele kleine Studien mit gutem Ergebnis.
Ähnlich ist es beim Vorbeugen. Mit täglichem Zink wird Durchfall wahrscheinlich um etwa ein Zehntel seltener,4 obwohl die Studie von Tielsch und Kollegen mit über 41.000 Kindern in Nepal keinen Unterschied sah.19 Zusammen mit Eisen gegeben, verschwand der Vorteil sogar ganz.4
Ein ähnliches Muster zeigt sich beim Wachstum. Kinder, die vorbeugend Zink bekamen, wurden wahrscheinlich ein wenig größer, im Mittel um wenige Millimeter.20 Doch auch hier fand eine große Studie aus Laos, wieder von Barffour und Kollegen, keinen Effekt auf das Wachstum.21 Bei Säuglingen unter sechs Monaten spricht die Studienlage sogar dagegen, dass Zink das Wachstum fördert.22
Die Sterblichkeit der Kinder sank in der maßgeblichen Auswertung wahrscheinlich etwas.23 Vor allem starben weniger Kinder an Lungenentzündungen. Ob Zink einer Lungenentzündung selbst vorbeugt oder Kindern im Krankenhaus beim Gesundwerden hilft, ist dagegen unklar.424
Bei Schulkindern mit ADHS lindert Zink die Beschwerden wahrscheinlich etwas, doch die wenigen Studien sind klein und stammen fast nur aus dem Iran und der Türkei.25 Für gesunde, gut ernährte Kinder in Deutschland folgt aus alldem keine Empfehlung, Zink vorsorglich zu geben. Bei anhaltendem Durchfall, Wachstumssorgen oder ADHS gehört die Frage in die Kinderarztpraxis, und eine ADHS-Behandlung ersetzt Zink nicht.
So wurde gemessen
- Durchfall behandeln: 24 Studien mit 6.249 Kindern unter zehn Jahren, Dauer im Mittel gut 13 Stunden kürzer.17 Cochrane: Kinder über sechs Monate rund 11,5 Stunden kürzer, mit Zeichen von Mangelernährung gut 26 Stunden; unter sechs Monaten kein Vorteil, Erbrechen häufiger.16 Laos: 3.407 Kinder von 6 bis 23 Monaten, 20 mg bei jedem Durchfall über neun Monate, Dauer gleich.18
- Durchfall vorbeugen: 30 Studien mit 19.468 Kindern, Häufigkeit RR 0,91; mit zusätzlichem Eisen in beiden Gruppen RR 1,00.4 Nepal: 41.276 Kinder von 1 bis 35 Monaten, 10 mg täglich, kein Unterschied.19
- Wachstum: 74 Studien mit 20.720 Kindern, SMD 0,12.4 Laos: 7 mg täglich über rund neun Monate, Wachstumsrückstand in allen Gruppen bei 37 bis 41 %.21 Säuglinge: 2.400 Kinder in Tansania ab sechs Wochen, kein Vorteil beim Gewicht.22
- Sterblichkeit: 28 Studien mit 237.068 Kindern, relatives Risiko 0,84 (0,74 bis 0,96).23 Lungenentzündung im Krankenhaus: Sterblichkeit OR 0,64 (0,31 bis 1,31), Genesungszeit unverändert.24 Vorbeugung von Atemwegsinfekten der unteren Atemwege: 19 Studien mit 10.555 Kindern, RR 1,01.4
- ADHS: 6 Studien mit 489 Schulkindern, Gesamtwert SMD −0,62 (−1,24 bis −0,002), Hyperaktivität und Aufmerksamkeit einzeln nicht gesichert.25
Zink gegen Pickel: Was bringt es für Haut, Haare und Wunden?
Gegen Pickel und Akne ist die Wirkung von Zink unklar, denn die Belege sind alt und widersprüchlich. In den Siebziger- und Achtzigerjahren prüften mehrere kleine Studien hohe Mengen Zinksulfat gegen Placebo. Ein Teil fand einen Vorteil, ein anderer kaum einen.2627 Im direkten Vergleich mit einem Antibiotikum half Zink nur etwa halb so oft,28 und in einer der alten Studien bekam jeder zweite Teilnehmende von den hohen Mengen Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.29
Anders sieht es bei Viruswarzen aus. Hoch dosiertes Zinksulfat brachte sie in einer Auswertung von sieben Studien wahrscheinlich häufiger zum Abheilen, vor allem bei Menschen mit niedrigem Zinkspiegel.30 Allerdings lagen die Mengen mit bis zu 600 mg Zinksulfat täglich weit über jeder Obergrenze, und Übelkeit war häufig.31 Eine solche Behandlung gehört deshalb in ärztliche Hand und nicht in die Selbstbehandlung.
Bei Neurodermitis fand die einzige Placebo-Studie, die mit Kindern lief, keinen Nutzen, sodass die Frage weiter offen ist.32 Beim kreisrunden Haarausfall ist die Lage ähnlich unklar,33 und ob Zink allein gewöhnlichen oder erblich bedingten Haarausfall bessert, wurde mit Placebo nie untersucht.34 Auch bei der Wundheilung fehlen klare Belege, ob bei offenen Beinen oder bei Druckgeschwüren.3536 Beim diabetischen Fuß hat sogar keine Placebo-Studie gezählt, wie viele Wunden ganz verheilten.37 So fehlt hier schlicht gute Forschung.
So wurde gemessen
- Akne: Placebo-Studien aus den 1970er Jahren mit 400 bis 600 mg Zinksulfat täglich über 6 bis 12 Wochen, teils besser als Placebo, teils ohne Unterschied.2627 332 Personen, 30 mg Zink als Gluconat gegen 100 mg Minocyclin über drei Monate: Erfolg bei 31 gegen 63 %.28 40 ausgewertete Personen: Vorteil nur bei Pusteln, die Hälfte mit Magen-Darm-Beschwerden.29
- Warzen: 7 Studien, vollständige Abheilung absolut 29 Prozentpunkte häufiger, bei niedrigem Zinkspiegel 77 Prozentpunkte; Übelkeit 56 Prozentpunkte häufiger.30 80 Personen mit hartnäckigen Warzen, 10 mg je kg Körpergewicht bis 600 mg Zinksulfat täglich: Abheilung bei 20 von 23, die bis zum Ende dabei waren.31
- Neurodermitis: 50 Kinder, 185 mg Zinksulfat täglich über acht Wochen, keine Besserung.32
- Wunden: venöse Beingeschwüre, vier kleine Placebo-Studien, Heilung RR 1,22 (0,88 bis 1,68).35 Druckgeschwüre: Wirkung von Zink laut Cochrane sehr unsicher.36 Diabetischer Fuß: nur eine Studie mit Wundmaßen, keine Auswertung der Abheilung.37
Hilft Zink bei Depressionen und Schlafproblemen?
Bei Depression hilft Zink wahrscheinlich etwas, vor allem als Zusatz. In fünf kleinen Studien, in denen die meisten Teilnehmenden außerdem Antidepressiva nahmen, gingen die Beschwerden mit Zink etwas stärker zurück als mit Placebo.38 Eine internationale Leitlinie der Fachgesellschaften für biologische Psychiatrie stuft Zink als Zusatzbehandlung deshalb vorläufig als empfehlenswert ein.39 Allerdings sind die Studien wenige und klein, und als die Forschenden große und kleine Studien getrennt betrachteten, war der Vorteil nicht mehr sicher.38 Der Effekt ist also wackelig.
Den Schlaf verbesserte Zink in einer kleinen iranischen Studie mit Pflegekräften auf der Intensivstation.40 Bei jungen Frauen mit prämenstruellen Beschwerden zeigte sich dagegen kein sicherer Effekt.41 Beim Schlaf bleibt es damit unklar. Eine Depression gehört ohnehin in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, wo Zink als Ergänzung besprochen werden kann.
So wurde gemessen
- Depression: 5 Placebo-Studien, Depressionswerte SMD −0,36 (−0,67 bis −0,04); getrennt nach Studiengröße nicht mehr signifikant.38 Leitlinie von WFSBP und CANMAT: Zink als Zusatz bei Depression vorläufig empfohlen.39
- Schlaf: 54 Intensivpflegekräfte, 220 mg Zinksulfat alle drei Tage über einen Monat, Schlafqualität im Fragebogen besser.40 60 Studentinnen mit PMS, 30 mg täglich über drei Monate, Unterschied nicht gesichert.41
Zink für Stoffwechsel, Testosteron und Regelschmerzen: Was ist belegt?
Bei Typ-2-Diabetes ist gut belegt, dass Zink den Langzeitblutzucker etwas senkt. Mehrere Auswertungen fanden übereinstimmend einen um etwa einen halben Prozentpunkt niedrigeren HbA1c, den Laborwert, der den Blutzucker der letzten Wochen widerspiegelt.4243 Auch das LDL-Cholesterin sinkt bei Diabetes wahrscheinlich ein wenig.42 Doch die Studien sind klein und stammen überwiegend aus dem Iran und anderen Ländern, in denen Zinkmangel häufiger ist, und eine weitere Auswertung hielt die Daten sogar für wenig verlässlich.44 Deshalb ersetzt Zink keine Diabetes-Behandlung.
Ohne Diabetes fällt das Bild schwächer aus. Bei Prädiabetes, einer Vorstufe der Zuckerkrankheit, ist der Nutzen unklar. Die beste Placebo-Studie aus Australien fand keinerlei Effekt auf den Blutzucker, obwohl 98 Erwachsene ein Jahr lang Zink nahmen.45 Außerhalb des Diabetes widersprechen sich die Auswertungen zum Cholesterin.4647
Auch Blutdruck und Gewicht ändern sich kaum. Der obere Blutdruckwert sinkt wahrscheinlich ein wenig, im Mittel aber nur um gut einen Punkt, was im Alltag kaum ins Gewicht fällt.48 Beim Abnehmen hilft Zink eher nicht, denn das Körpergewicht stieg in 41 Studien sogar ganz leicht an.49
Ob Zink bei Männern das Testosteron hebt, ist unklar, weil belastbare Placebo-Studien mit gesunden Männern fehlen.50 In einer kleinen Studie mit trainierenden Männern veränderte ein Präparat aus Zink und Magnesium den Testosteronwert nicht einmal.51 Auch die Fruchtbarkeit profitierte nicht. Die mit Abstand größte Studie dazu gab 2.370 Männern mit Kinderwunsch Zink zusammen mit Folsäure, und am Ende kamen nicht mehr Kinder zur Welt als mit Placebo.52
Bei Frauen sieht es etwas freundlicher aus, denn Regelschmerzen werden mit Zink wahrscheinlich schwächer,53 doch diese Studien sind klein und stammen überwiegend aus dem Iran. Beim prämenstruellen Syndrom gibt es erste Hinweise, doch die Studien sind zu wenige und zu klein, und so bleibt die Frage offen.54 Nie untersucht wurde sogar, ob Zink allein die sportliche Leistung steigert.
So wurde gemessen
- Typ-2-Diabetes: 22 Placebo-Studien mit 1.442 Erwachsenen, HbA1c −0,47 Prozentpunkte (−0,71 bis −0,23), LDL −10,8 mg/dl, HDL +4,0 mg/dl.42 14 Studien mit 897 Personen: HbA1c −0,52 Prozentpunkte.43 Eine dritte Auswertung mit 23 Studien bewertete die Vertrauenswürdigkeit meist als niedrig.44
- Prädiabetes: 98 Erwachsene, 30 mg Zinkgluconat täglich über 12 Monate, HbA1c −0,02 (−0,14 bis 0,11).45
- Cholesterin allgemein: LDL mit Zink allein −4,8 mg/dl in einer Teilauswertung46, keine Wirkung in 33 Vergleichen mit 14.238 Personen.47
- Blutdruck: 9 Placebo-Studien, oberer Wert −1,49 mmHg (−2,85 bis −0,13), unterer Wert nicht gesichert.48 Körpergewicht: 41 Studien, +0,68 kg, Taillenumfang −1 cm, laut Autoren ohne praktische Bedeutung.49
- Testosteron: einzige Studie mit Zink zum Einnehmen bei 20 Dialyse-Patienten.50 Fruchtbarkeit: 2.370 Paare, 30 mg Zink plus 5 mg Folsäure für die Männer über sechs Monate, Lebendgeburten 34 gegen 35 %.52
- Regelschmerzen: 6 Placebo-Studien mit 739 Frauen, Hedges' g −1,54, stärker ab acht Wochen Einnahme.53 PMS: 4 Studien zusammengerechnet, Gesamtwert g −0,38.54
Geschmack, Geruch, Augen: Was bringt Zink den Sinnen?
Bei einer Geschmacksstörung ohne erkennbare Ursache oder bei Zinkmangel verbessert Zink den Geschmackssinn wahrscheinlich. In der maßgeblichen Auswertung von fünf Studien besserte sich die Störung bei deutlich mehr Behandelten als mit Placebo,55 doch die Betroffenen selbst spürten den Unterschied in der Cochrane-Auswertung nicht sicher, obwohl er in Geschmackstests messbar war.56 Wirksam waren zudem eher hohe Mengen über drei bis sechs Monate, die ärztlich begleitet werden sollten.55
Bei den übrigen Sinnen wird es dünner. Ob Zink eine Riechstörung nach einer Kopfverletzung bessert, ist unklar, weil die Studie mit positivem Ergebnis keine Placebogruppe hatte und die einzige Placebo-Studie keinen Vorteil fand.5758 Beim Tinnitus waren die drei vorhandenen Studien zu klein für ein Urteil in die eine oder andere Richtung.59 Ob Zink Gesunde vor einer Makuladegeneration schützt, also vor dem Verlust der Netzhautmitte im Alter, wurde nie untersucht.60
Bei einer bestehenden Makuladegeneration ging die späte, sehbedrohende Form unter hoch dosiertem Zink etwas seltener los.61 Dieses Ergebnis stammt aber fast ganz aus einer einzigen amerikanischen Studie, in deren eigener Hauptauswertung der Vorteil für Zink allein knapp nicht gesichert war.62 Das reicht nicht für ein klares Urteil. Weil dort 80 mg Zink zusammen mit Kupfer gegeben wurden, gehört eine solche Einnahme ohnehin in augenärztliche Begleitung.
So wurde gemessen
- Geschmacksstörung: 5 Placebo-Studien mit 508 Personen, Besserung RR 1,38 (1,16 bis 1,64), 17 bis 87 mg Zink täglich über drei bis sechs Monate.55 Cochrane mit 9 Studien: gemessene Geschmacksschärfe SMD 0,44, eigene Einschätzung RR 1,40 (0,94 bis 2,09).56
- Riechstörung nach Kopfverletzung: 145 Patienten, Erholung bei 26 % mit Zink gegen 3 % ohne Behandlung, ohne Placebo.57 Placebo-Crossover mit 106 Personen: Zink kaum anders als Placebo.58
- Tinnitus: 3 kleine Studien mit 209 Erwachsenen, Besserung RR 2,53 (0,50 bis 12,70).59
- Makuladegeneration: Übergang in die späte Form OR 0,83 (0,70 bis 0,98) aus drei Studien mit 3.790 Personen.61 Hauptstudie mit 3.640 Personen, 80 mg Zink plus 2 mg Kupfer über gut sechs Jahre, Zink allein OR 0,75 (99 % KI 0,55 bis 1,03).62
Unsere Einordnung
Zink lohnt sich vor allem in einer Situation, nämlich als Lutschtablette für die wenigen Tage einer Erkältung. Bei Typ-2-Diabetes verbessert es Blutzucker und Cholesterin ein wenig, ersetzt aber keine Behandlung. Für Haut, Haare, Testosteron und die Abwehr gesunder Menschen fehlen überzeugende Belege, und die Erfolge gegen Durchfall bei Kindern stammen aus Ländern mit verbreitetem Mangel.
Zink in der Schwangerschaft: Ist das sinnvoll?
Für gut versorgte Schwangere ist zusätzliches Zink kaum geprüft, ein Nutzen nicht erkennbar, denn die meisten Studien liefen mit Frauen in Ländern, in denen Zinkmangel verbreitet ist. In der Cochrane-Auswertung von 25 Studien mit über 18.000 Schwangeren unterschieden sich Frühgeburten und zu leichte Neugeborene mit und ohne Zink nicht gesichert.63 Eine ägyptische Studie mit zinkarmen Schwangeren fand sogar weniger Tot- und Frühgeburten,64 was eher dafür spricht, einen echten Mangel auszugleichen.
Ob Zink dem Ungeborenen schaden kann, ist dagegen ungeklärt, weil seltene Ereignisse wie Totgeburten nur in wenigen Studien erfasst wurden. In sieben Studien mit 3.295 Frauen unterschieden sich Totgeburten unter Zink und Placebo nicht gesichert, absolute Zahlen nennt die Zusammenfassung der Auswertung aber nicht.63 Belege für einen Schaden fehlen damit ebenso, und untersucht wurden meist übliche Mengen bei Frauen in Ländern mit verbreitetem Mangel. Zur Stillzeit fehlen Sicherheitsstudien ganz.
Der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU sieht bei Schwangeren und Stillenden keine besondere Empfindlichkeit. Für sie gelten deshalb dieselben 25 mg am Tag als Obergrenze wie für alle Erwachsenen.2 Weil Zink oft schon im Schwangerschafts-Multivitamin steckt, lohnt es sich, die Mengen aller Präparate zusammenzuzählen und mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abzustimmen.
So wurde gemessen
- Cochrane: 25 Studien mit über 18.000 Schwangeren; Frühgeburt RR 0,87 (0,74 bis 1,03), Totgeburt RR 1,22 (0,80 bis 1,88) aus 7 Studien mit 3.295 Frauen, Tod um die Geburt RR 1,10 (0,81 bis 1,51) aus 2 Studien, Geburtsgewicht ohne gesicherten Unterschied.63
- Ägypten: 675 Schwangere mit niedrigem Zinkspiegel, 30 mg Zinksulfat, Zink mit Vitaminen oder Placebo.64
- Obergrenze: 25 mg täglich auch in Schwangerschaft und Stillzeit; in kontrollierten Studien mit 20 bis 90 mg keine Nachteile für den Ausgang der Schwangerschaft.2
Ist Zink sicher, und wann ist es zu viel?
In kleinen Mengen ist Zink unproblematisch, in großen schnell zu viel. Dass es Übelkeit und Erbrechen auslöst, ist ein wahrscheinlicher Schaden, denn die Auswertungen sind sich darin einig.1016 In einer Studie mit Schulkindern, die mehrmals am Tag Lutschtabletten nahmen, war 29,3 gegenüber 16,1 Prozent mit Placebo übel.9 Bei Kindern mit Durchfall führte die von der WHO empfohlene Dosis öfter zu Erbrechen als kleinere Mengen, die den Durchfall genauso gut verkürzten.65 Auch hier deckelt eine große Studie die Einstufung bei „wahrscheinlich“. In der Studie von Fischer Walker und Kollegen mit über 1.100 kranken Säuglingen, die nur eine kleine Menge bekamen, erbrachen die Kinder mit Zink nicht häufiger als die mit Placebo.66
Bei den Nebenwirkungen insgesamt ist der Schaden dagegen belegt, meist als schlechter Geschmack, Übelkeit oder Reizung im Mund. Zwei Meta-Analysen kamen übereinstimmend auf mehr leichte Beschwerden unter Zink gegen Erkältung als mit Placebo.510 In einer Studie mit Erwachsenen, die bis zu fünf Tage lang sechsmal täglich Lutschtabletten nahmen, blieben 37 gegenüber 69 Prozent mit Placebo ganz ohne Nebenwirkung.8 Nur in der Studie von Wadhwa und Kollegen mit über 3.000 schwer kranken Säuglingen waren sie unter Zink kaum häufiger, allerdings mit einer kleinen Menge.67 Der schlechte Geschmack der Lutschtabletten ist lästig, aber harmlos und vergeht nach dem Absetzen.11
Ernster ist ein Risiko, das sich erst nach Monaten zeigt: Dass Zink das Kupfer senkt und so einen Kupfermangel begünstigt, ist wahrscheinlich. Zink und Kupfer konkurrieren im Darm um die Aufnahme, und wer lange viel Zink nimmt, kann in einen Kupfermangel rutschen.2 In der maßgeblichen Auswertung von neun Placebo-Studien sank das Kupfer im Blut von Kleinkindern leicht, um 4,1 µg/dl gegenüber Placebo,87 eine größere Übersicht fand allerdings keinen sicheren Abfall.68 Die Studien liefen fast nur mit Kindern und niedrigen Dosen. Bei Männern sank mit 50 mg am Tag immerhin schon nach sechs Wochen ein Enzym im Blut, das Kupfer braucht.69
Die ernsten Folgen kennt man aus Fallberichten. Sie beschreiben Blutarmut, zu wenige weiße Blutkörperchen und Nervenschäden mit Taubheit und unsicherem Gang.70 Gerade die Nervenschäden bildeten sich nach dem Absetzen nur langsam und nicht immer vollständig zurück.
Wie leicht das übersehen wird, zeigt ein schottisches Speziallabor, bei dem die Hälfte solcher Fälle vorher nicht erkannt worden war.71 Dazu passt eine japanische Meldedatenbank, in der ein Kupfermangel unter Zink häufiger bei höherer Dosis, bei Nierenkrankheit und ab 70 Jahren gemeldet wurde.72 Ungewohnte Müdigkeit und Blässe, häufige Infekte, Taubheit in Händen oder Füßen und ein unsicherer Gang sind bei langer Zinkeinnahme deshalb ein Grund für eine ärztliche Abklärung. Dabei sollte die Einnahme erwähnt und das Kupfer im Blut bestimmt werden.
Daher rührt die knappe Grenze der Behörden. Der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU hält für Erwachsene täglich 25 mg Zink für unbedenklich, alle Quellen zusammengerechnet, und die EU-Behörde EFSA hat diesen Wert übernommen. Er entspricht der Hälfte der Menge, bei der der Kupferhaushalt in Studien noch unverändert blieb.2 Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht für Nahrungsergänzungen noch weiter und schlägt höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis vor, weil manche Männer schon mit dem Essen viel Zink aufnehmen.73 Lutschtabletten gegen Erkältung liegen weit darüber. Geprüft wurde das für die wenigen Tage einer Erkältung, als Dauerzustand ist es nicht vorgesehen.
Für die Immunabwehr haben kontrollierte Studien bei üblichen Mengen keinen Schaden gefunden.4 Das beruhigt immerhin. Die Sorge, viel Zink schwäche das Immunsystem, geht vor allem auf eine Untersuchung von 1984 zurück, in der elf Männer sechs Wochen lang 300 mg am Tag nahmen, ganz ohne Vergleichsgruppe.74 Indirekt kann eine dauerhaft hohe Dosis die Abwehr trotzdem schwächen, nämlich über einen Kupfermangel, der die weißen Blutkörperchen vermindert.70
Ungeklärt ist dagegen, ob jahrelang hohe Mengen Prostatakrebs fördern. In einer großen US-Beobachtungsstudie ging eine Einnahme von mehr als 75 mg am Tag mit aggressiven oder tödlichen Tumoren einher. Wie groß der Unterschied absolut war, nennt die Studie nicht, und solche Studien können andere Ursachen nicht ausschließen.75 Die einzige Placebo-Studie mit hoher Dosis, eine Augenstudie mit 3.640 Älteren, fand unter Zink keine Zunahme von Prostatakrebs.76
Dieselbe Augenstudie zählte unter 80 mg täglich bei 11,1 gegenüber 7,6 Prozent Krankenhausaufenthalte wegen Problemen der Harn- und Geschlechtsorgane.76 Die Frage wurde allerdings erst nachträglich gestellt, und eine zweite Studie dazu gibt es nicht. Ob der Befund echt ist, bleibt deshalb ebenfalls ungeklärt.
Ob Zink in der Nase den Geruchssinn schädigt, ist in Placebo-Studien ungeklärt, weil ihn dort niemand gezielt gemessen hat.80 Die Warnsignale kommen aus Fallserien: In einer Riechsprechstunde war der Geruchssinn bei allen 17 untersuchten Betroffenen vermindert, meist nach einem sofortigen Brennen beim Einziehen eines zinkhaltigen Nasengels und binnen zwei Tagen, und bei manchen kam er lange oder nie zurück.7778 Die US-Arzneimittelbehörde FDA erhielt dazu über 130 Meldungen und warnte vor bestimmten Produkten.79
Eine Darreichung ist deshalb ganz zu meiden, nämlich Zink in der Nase. Für Tabletten und Lutschtabletten gilt der Befund nicht. Zinkhaltige Nasensprays und Nasengele gehören nicht in die Hausapotheke, und plötzlicher Geruchsverlust nach einem Nasenmittel ist ein Grund für einen Besuch in der HNO-Praxis.
Wann eine Zink-Überdosierung beginnt, hängt also weniger an einer einzelnen Tablette als an Menge und Dauer.2 Kurz und hoch dosiert gegen Erkältung ist etwas anderes als dieselbe Menge über Monate. Erst die Dauer macht den Unterschied.
So wurde gemessen
- Übelkeit: Zink zur Erkältungsbehandlung RR 1,64 (1,19 bis 2,27).10 Kinder mit Durchfall: Erbrechen RR 1,57.16 4.500 Kinder mit Durchfall, 5, 10 oder 20 mg: Erbrechen binnen einer halben Stunde bei 14, 16 und 19 %, Wirkung gleich.65 1.110 Säuglinge unter sechs Monaten, 10 mg: Erbrechen ähnlich häufig wie unter Placebo.66
- Nebenwirkungen insgesamt: Behandlung RR 1,34 (1,15 bis 1,55), Vorbeugung RR 1,11, nicht gesichert.5 3.153 Säuglinge mit Verdacht auf Blutvergiftung, 10 mg über 14 Tage: kaum Unterschied.67 Abneigung gegen den Geschmack RR 2,11.11
- Kupfer: Kleinkinder bis 3 Jahre −4,1 µg/dl gegenüber Placebo (9 Studien).87 17 Studien mit 3.890 Kindern ohne gesicherten Abfall des Kupfers im Blut.68 Gesunde Männer, zweimal 25 mg über sechs Wochen: kupferabhängiges Enzym gesunken, Kupfer im Plasma unverändert.69 Übersicht über 37 Fälle mit rund 50 bis über 1.500 mg täglich.70 Japan: 100 Meldungen von Kupfermangel unter 2.646 Behandelten, im Mittel nach 137 Tagen.72
- Immunabwehr: Atemwegsinfekte bei 10.555 Kindern RR 1,01.4 Hochdosis: 11 Männer, zweimal 150 mg über sechs Wochen.74
- Prostata: 47.240 Männer über 28 Jahre beobachtet, über 75 mg täglich tödlicher Prostatakrebs HR 1,76.75 Augenstudie mit 3.640 Älteren, 80 mg plus 2 mg Kupfer: kein Anstieg von Krebs, Krankenhausaufnahmen wegen Harn- und Geschlechtsorganen 11,1 gegen 7,6 %.76
- Nase: 17 Patienten einer Riechsprechstunde, alle mit vermindertem Geruchssinn.77 Placebo-Studien ohne Riechtest.80
- Obergrenzen: SCF 25 mg täglich aus allen Quellen für Erwachsene.2 BfR: höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungen.73
Nebenwirkungen insgesamt häufiger als PlaceboSchaden belegt2 Meta-Analysen einig: Lutschtabletten zur Behandlung, 11 Studien, 1.472 Pers. (Nault 2024); 9 Studien, 1.487 Pers. (Science 2012); große Gegenstudie mit 3.153 Säuglingen (Wadhwa 2025)
Ergebnisse: nicht schwere Nebenwirkungen unter Lutschtabletten zur Behandlung RR 1,44, alle Behandlungsstudien RR 1,34 (95 % KI 1,15 bis 1,55; Nault 2024) bzw. RR 1,41 (1,17 bis 1,69), eine zusätzliche Nebenwirkung je 7 Behandelte (Hunter 2021); jede Nebenwirkung RR 1,24 (1,05 bis 1,46), schlechter Geschmack RR 1,65, Übelkeit RR 1,64 (Science 2012); bei Vorbeugung RR 1,11 (0,84 bis 1,47), nicht signifikant; schwere Nebenwirkungen RR 1,67 (0,78 bis 3,57), nicht signifikant (Nault 2024); Säuglinge mit schwerer Infektion, 10 mg über 14 Tage: Nebenwirkungen ähnlich häufig, nur etwas mehr Erbrechen (Wadhwa 2025)
Dieser Schaden ist belegt: Wer Zink kurzzeitig gegen eine Erkältung nimmt, hat häufiger Nebenwirkungen als mit Placebo, meist Übelkeit, schlechten Geschmack und Reizungen im Mund. Zwei Meta-Analysen kommen übereinstimmend auf ein um etwa ein Viertel bis ein Drittel höheres Risiko, eine weitere rechnet mit einer zusätzlichen Nebenwirkung je sieben Behandelten. Eine große Studie mit 3.153 Säuglingen in Indien und Nepal (Wadhwa 2025) fand unter 10 mg Zink über zwei Wochen dagegen insgesamt nicht mehr Nebenwirkungen, nur etwas mehr Erbrechen. Bei niedrigeren Mengen zur Vorbeugung gab es keinen gesicherten Unterschied. Schwere Nebenwirkungen waren in den Studien selten, für eine sichere Aussage aber zu wenige erfasst. Behörden setzen für Zink eine vergleichsweise knappe Obergrenze, weil die übliche Ernährung schon viel liefert. 5, 11, 8, 67, 10
Was tun? Die Zinkmenge aller Präparate zusammenzählen (auch Multivitamin- und Erkältungsmittel) und dauerhaft nicht über 25 mg pro Tag gehen; höhere Mengen nur kurzzeitig oder ärztlich begleitet.
Nicht untersucht bei: dauerhafte Einnahme über mehrere Jahre oberhalb von 25 mg/Tag (außer einer Augenstudie mit 80 mg plus Kupfer), Menschen mit Nierenerkrankung, gleichzeitige Einnahme mehrerer zinkhaltiger Präparate
- Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU (SCF), dessen Wert die EFSA übernommen hat, legt als tolerierbare Obergrenze für Erwachsene 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen fest, die Hälfte der Menge (50 mg), bei der in kontrollierten Studien keine Veränderungen des Kupferhaushalts gefunden wurden. SCF 2003
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis und ab 3,5 mg einen Hinweis, keine weiteren zinkhaltigen Präparate einzunehmen, weil Männer mit hoher Zufuhr aus der Nahrung die Obergrenze sonst überschreiten können; eine Anreicherung normaler Lebensmittel mit Zink empfiehlt es nicht (Stellungnahme 009/2021, 2024 für Zink unverändert). BfR 2021
Übelkeit, Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden auslösenSchaden wahrscheinlich7 Meta-Analysen einig; Kinder mit Durchfall: 13 Studien, 5.942 Kinder (Lazzerini 2016); Erkältung: Übelkeit in 9 Studien, 973 Pers. (Science 2012); große Gegenstudie mit 1.110 Säuglingen (Fischer Walker 2006)
Ergebnisse: Übelkeit RR 1,64 (95 % KI 1,19 bis 2,27) bei Lutschtabletten und anderen Zinkformen zur Erkältungsbehandlung (Science 2012); Erbrechen bei Kindern mit Durchfall RR 1,57 (1,32 bis 1,86; Lazzerini 2016) bzw. RR 1,46 (1,22 bis 1,76; Ali 2024); Säuglinge unter 6 Monaten mit 10 mg: Erbrechen ähnlich häufig wie unter Placebo (Fischer Walker 2006); Erbrechen binnen 30 Minuten 19,3 % mit 20 mg, 15,6 % mit 10 mg, 13,7 % mit 5 mg (Dhingra 2020); 30 mg Zink plus 5 mg Folsäure über 6 Monate: Übelkeit 4 vs. 2 %, Bauchschmerzen 6 vs. 3 % (Schisterman 2020)
Zink löst wahrscheinlich Übelkeit und Erbrechen aus; es ist die häufigste Nebenwirkung, und sieben Meta-Analysen sind sich darin einig. Die Stufe ist gedeckelt, weil eine große Studie mit 1.110 Säuglingen in Pakistan, Indien und Äthiopien (Fischer Walker 2006) unter 10 mg Zink nicht mehr Erbrechen fand als unter Placebo. Bei Lutschtabletten gegen Erkältung, die oft 75 mg und mehr am Tag liefern, klagten Menschen etwa eineinhalbmal so oft über Übelkeit wie unter Placebo. Kinder mit Durchfall, die die von der WHO empfohlenen 20 mg bekamen, erbrachen häufiger; in einer großen Studie mit 4.500 Kindern sank das Erbrechen mit 5 oder 10 mg deutlich, ohne dass der Durchfall länger dauerte. Auch bei 30 mg täglich zusammen mit Folsäure hatten Männer doppelt so oft Bauchbeschwerden. Ob die Einnahme auf nüchternen Magen mehr Übelkeit macht als zum Essen, hat keine kontrollierte Studie verglichen. 10, 16, 17, 65, 52, 66
Was tun? Bei Übelkeit unter Zink die Dosis senken; die Einnahme zu einer Mahlzeit ist einen Versuch wert, aber nicht in Studien geprüft. Mehr als die behördliche Obergrenze von 25 mg pro Tag aus allen Quellen nur nach ärztlicher Rücksprache.
Nicht untersucht bei: Einnahme nüchtern im Vergleich zur Einnahme mit einer Mahlzeit, Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen, Vergleich verschiedener Zinkverbindungen in der Verträglichkeit
- große Einzelstudie ohne Effekt (Fischer Walker et al. 2006, n = 1110)
Kupfermangel auslösen (bis zu Blutarmut und Nervenschäden)Schaden wahrscheinlichMeta-Analysen nur bei Kindern: maßgeblich 9 Studien (Ceballos-Rasgado 2022); Cochrane-Auswertung (Imdad 2023); 11 Studien, 3.071 Kinder (Mayo-Wilson 2014); Gegenbefund 17 Studien, 3.890 Kinder (Wuehler 2022); bei Erwachsenen nur kleine Placebo-Studien (Fischer 1984; Hininger-Favier 2007)
Ergebnisse: Kupfer im Blut bei Kindern: kein signifikanter Abfall (Wuehler 2022), Abfall um 4,1 µg/dl gegenüber Placebo (Ceballos-Rasgado 2022), SMD −0,22 bei sehr geringer Vertrauenswürdigkeit (Mayo-Wilson 2014); Anteil mit Kupfermangel RR 2,64 im Modell mit festen Effekten, im Modell mit zufälligen Effekten nicht signifikant (Imdad 2023); Erwachsene: 2 × 25 mg über 6 Wochen: kupferabhängiges Enzym ESOD signifikant gesunken, Plasmakupfer unverändert (Fischer 1984); 50 mg über 10 Wochen ohne Placebo: ESOD, Ferritin und Hämatokrit gesunken (Yadrick 1989); 15 oder 30 mg über 6 Monate: kein wesentlicher Effekt auf den Kupferstatus (Hininger-Favier 2007); klinische Folgen nur aus Fallberichten
Ein Schaden ist wahrscheinlich: Zink und Kupfer konkurrieren im Darm um die Aufnahme, und in der maßgeblichen Meta-Analyse mit neun Studien sank das Kupfer im Blut von Kleinkindern unter Zink leicht, um 4,1 µg/dl gegenüber Placebo; auch die Cochrane-Auswertung und eine weitere Meta-Analyse sahen Hinweise auf weniger Kupfer. Eine Übersicht über 17 Studien fand dagegen keinen gesicherten Abfall, und die Placebo-Studien stammen fast nur von Kindern mit niedrigen Dosen. Bei Erwachsenen sank mit 50 mg täglich nach sechs Wochen ein kupferabhängiges Enzym, mit 15 bis 30 mg über ein halbes Jahr nicht. Die ernsten Folgen dauerhaft hoher Mengen kennt man aus Fallberichten: Blutarmut, zu wenige weiße Blutkörperchen und bei manchen eine Schädigung der Nerven (Neuropathie) mit Taubheit und Gangunsicherheit, die sich nach dem Absetzen nur langsam und nicht immer vollständig bessert. 68, 154, 69, 155, 156, 87, 4
Was tun? Mehr als 25 mg Zink täglich nicht über Monate ohne ärztliche Begleitung nehmen. Warnzeichen sind ungewohnte Müdigkeit und Blässe, häufige Infekte, Taubheitsgefühl in Füßen oder Händen und ein unsicherer Gang: dann das Zink absetzen, ärztlich abklären lassen, die Zinkeinnahme angeben und Kupfer im Blut bestimmen lassen.
Nicht untersucht bei: Placebo-Studien mit 50 mg/Tag und mehr über länger als 3 Monate (ohne gleichzeitige Kupfergabe), Menschen mit chronischer Nierenerkrankung oder Dialyse, ältere Menschen mit Dauereinnahme, Menschen nach Magen- oder Darmoperationen
- Eine systematische Übersicht über 34 Veröffentlichungen mit 37 Fällen beschreibt Blutbildveränderungen durch zu viel Zink (vor allem aus Nahrungsergänzungen, Haftcremes und verschluckten Münzen, rund 50 bis über 1.500 mg täglich über Wochen bis Jahre); das Kupfer war bei allen erniedrigt, Nervenschäden besserten sich langsamer als das Blutbild und teils unvollständig. Dutta et al. 2026
- In einer Fallserie mit drei Männern führte Zinküberschuss zu Kupfermangel mit Blutarmut und starkem Mangel an weißen Blutkörperchen; zwei von ihnen hatten eine fortschreitende Nervenschädigung (Neuropathie) über 8 bis 18 Monate. Willis et al. 2005
- In einer Fallserie mit vier Prothesenträgern, die über lange Zeit sehr große Mengen zinkhaltiger Haftcreme verbrauchten, traten Kupfermangel und schwere neurologische Störungen auf; nach Absetzen und Kupfergabe besserten sich zwei nur leicht. Nations et al. 2008
- In den Daten eines schottischen Speziallabors fanden sich 14 bestätigte Fälle von Kupfermangel durch verordnetes Zink, die Hälfte davon war vorher nicht erkannt worden; die Autoren halten die meisten Fälle für unentdeckt, weil Zink und Kupfer selten gemessen werden. Duncan et al. 2023
- In der japanischen Nebenwirkungsdatenbank wurde bei 100 von 2.646 Patienten unter Zink zum Einnehmen ein Kupfermangel gemeldet, im Mittel nach 137 Tagen; häufiger bei höherer Dosis, chronischer Nierenerkrankung, Alter ab 70 Jahren und bei Frauen, meist zusammen mit Blutbildveränderungen. Hiyama et al. 2026
- Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU leitet die Obergrenze von 25 mg Zink pro Tag ausdrücklich aus dem Kupferhaushalt als empfindlichstem Endpunkt ab. SCF 2003
Prostatakrebs fördernungeklärt1 RCT mit 80 mg/Tag, 3.640 Pers. (AREDS, Johnson 2007); sonst Beobachtungsstudien
Ergebnisse: Augenstudie mit 80 mg Zink über ca. 6 Jahre: kein Anstieg von Prostata- oder anderen Krebserkrankungen (Johnson 2007); Beobachtung: über 75 mg/Tag tödlicher Prostatakrebs HR 1,76 (1,16 bis 2,66), 15 Jahre und länger HR 1,91 (1,28 bis 2,85; Zhang 2022); Zinkzufuhr gesamt ohne Zusammenhang, RR 1,07 (0,98 bis 1,16; Mahmoud 2016)
Ob Zinkpräparate Prostatakrebs fördern, ist ungeklärt. In einer großen US-Beobachtungsstudie mit über 47.000 Männern erkrankten diejenigen, die mehr als 75 mg Zink täglich oder über 15 Jahre lang nahmen, fast doppelt so häufig an aggressivem oder tödlichem Prostatakrebs; bei üblichen Mengen fand sich kein Zusammenhang. Solche Studien können nicht ausschließen, dass andere Gewohnheiten der Zinknutzer dahinterstecken. Die einzige Placebo-Studie mit hoher Dosis, eine Augenstudie mit 80 mg über rund sechs Jahre, fand keine Zunahme von Prostatakrebs; sie war aber nicht dafür angelegt. Eine andere Kohorte sah bei moderaten Mengen sogar weniger fortgeschrittene Fälle. 76, 75, 159, 160
Was tun? Zink nicht über Jahre in Mengen über 25 mg täglich nehmen. Bei Prostatakrebs Präparate mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen.
Nicht untersucht bei: Placebo-Studien mit Prostatakrebs als Hauptziel, Männer mit bekanntem Prostatakrebs (nur Beobachtung: niedrige Dosen eher günstig, Zhang 2023)
- In einer Beobachtungsstudie mit 46.974 US-Männern über 14 Jahre hatten Männer mit mehr als 100 mg Zink täglich aus Präparaten ein höheres Risiko für fortgeschrittenen Prostatakrebs (RR 2,29), ebenso Männer mit Einnahme über 10 Jahre und länger (RR 2,37); bis 100 mg zeigte sich kein Zusammenhang. Leitzmann et al. 2003
- In derselben Kohorte mit 47.240 Männern und 28 Jahren Nachbeobachtung war Zink über 75 mg täglich mit mehr tödlichem (HR 1,76) und aggressivem Prostatakrebs (HR 1,80) verbunden, Einnahme über 15 Jahre und länger ebenfalls (HR 1,91 bzw. 1,55); Prostatakrebs insgesamt war nicht häufiger. Zhang et al. 2022
Harnwegsprobleme mit Krankenhausaufnahme fördernungeklärt1 RCT, 3.640 Pers., nachträgliche Auswertung (Johnson 2007)
Ergebnisse: Krankenhausaufnahmen wegen Harn- und Geschlechtsorganen 11,1 vs. 7,6 % (p = 0,0003); Männer RR 1,26 (1,07 bis 1,50); Harnwegsinfekte bei Frauen 2,3 vs. 0,4 % (RR 5,77); Harnsteine bei Männern 2,0 vs. 0,5 %, nicht signifikant (Johnson 2007)
Ob Zink in hoher Dosis Harnwegsprobleme fördert, ist ungeklärt. In einer großen Placebo-Studie zur Makuladegeneration nahmen Ältere über etwa sechs Jahre 80 mg Zink täglich. Eine spätere Auswertung fand unter Zink häufiger Krankenhausaufenthalte wegen Problemen der Harnwege, etwa vergrößerter Prostata mit Harnverhalt, Harnwegsinfekten und Nierensteinen. Weil die Frage erst nachträglich gestellt wurde und es keine zweite Studie dazu gibt, bleibt offen, ob der Zusammenhang echt ist. Die Hauptauswertung der Studie hatte keine schweren Nebenwirkungen gemeldet. 76, 62
Was tun? Bei hoher Zinkdosis, etwa nach augenärztlicher Empfehlung, neue Beschwerden beim Wasserlassen ärztlich abklären lassen und die Einnahme dabei angeben.
Nicht untersucht bei: Dosen unter 80 mg/Tag, jüngere Menschen, Menschen mit Harnsteinen oder vergrößerter Prostata in der Vorgeschichte
Aufnahme bestimmter Antibiotika verringern (Tetrazykline, Chinolone)ungeklärtkeine Placebo-Studie, aber wenige kleine kontrollierte Crossover-Messungen der Aufnahme mit Gesunden: 7 und 8 Pers. (Penttilä 1975, Campbell 1992) sowie Mapp 1976; zinkhaltiges Multivitamin 12 Pers. (Polk 1989)
Ergebnisse: 45 mg Zink gleichzeitig mit Tetrazyklin: Blutspiegel und Ausscheidung um etwa 30 % niedriger, Doxycyclin unverändert (Penttilä 1975); 220 mg Zinksulfat (etwa 50 mg Zink) mit Tetrazyklin: Aufnahme um etwa 75 % geringer, ohne Signifikanzangabe (Mapp 1976); Zinksulfat mit Norfloxacin: Ausscheidung im Urin wie bei Eisen, Aluminium und Magnesium um 50 bis 90 % niedriger (Campbell 1992); zinkhaltiges Multivitamin mit Ciprofloxacin: AUC 11,3 statt 14,5 µg·h/ml (Polk 1989)
Ob Zink Antibiotika-Behandlungen beeinträchtigt, ist ungeklärt. Placebo-Studien gibt es zu dieser Frage nicht, wohl aber kleine kontrollierte Crossover-Messungen der Aufnahme: Gesunde nahmen dasselbe Antibiotikum einmal mit und einmal ohne Zink. Zink bindet wie Eisen, Magnesium oder Aluminium im Darm an bestimmte Antibiotika; gleichzeitig eingenommen sank der Blutspiegel von Tetrazyklin um etwa 30 %, in einer zweiten Messung mit höherer Dosis um etwa drei Viertel, und die Ausscheidung von Norfloxacin um die Hälfte und mehr. Doxycyclin war nicht betroffen. Die Messungen zeigen klar eine geringere Aufnahme, doch es sind nur wenige Studien mit sehr wenigen Teilnehmenden. Ob dadurch Behandlungen scheitern und welcher zeitliche Abstand reicht, hat keine Studie geprüft. 81, 161, 82, 162
Was tun? Zinkpräparate nicht gleichzeitig mit Tetrazyklin- oder Chinolon-Antibiotika einnehmen; die Einnahmehinweise im Beipackzettel des Antibiotikums beachten und im Zweifel in der Apotheke nachfragen.
Nicht untersucht bei: Auswirkung auf den Behandlungserfolg bei Infektionen, neuere Chinolone (z. B. Levofloxacin, Moxifloxacin) mit Zink allein, der nötige Zeitabstand zwischen Zink und Antibiotikum
Schwangerschaftsverlauf oder Kind schädigenungeklärtperinatale Todesfälle: 2 Studien, 2.489 Frauen (Carducci 2021); Totgeburt: 7 Studien, 3.295 Frauen
Ergebnisse: perinatale Todesfälle RR 1,10 (0,81 bis 1,51; 2 Studien), Totgeburt RR 1,22 (0,80 bis 1,88; 7 Studien, 3.295 Frauen, geringe Vertrauenswürdigkeit), Frühgeburt RR 0,87 (0,74 bis 1,03), niedriges Geburtsgewicht RR 0,94 (0,79 bis 1,13), zu kleine Kinder RR 1,02 (0,92 bis 1,12), alle nicht signifikant (Carducci 2021); Ägypten, Schwangere mit niedrigem Zinkspiegel, 30 mg Zinksulfat: Totgeburten und Frühgeburten seltener als unter Placebo (Nossier 2015)
Ob Zink in der Schwangerschaft dem Kind schadet, ist ungeklärt, weil die entscheidenden Ereignisse selten und zu wenig erfasst sind. In der Cochrane-Auswertung kamen Todesfälle um die Geburt und Totgeburten unter Zink nicht gesichert häufiger vor, die Zahlen stammen aber nur aus zwei bzw. sieben Studien und sind unsicher. Frühgeburten und ein zu geringes Geburtsgewicht waren nicht häufiger; eine Studie mit zinkarmen Schwangeren in Ägypten fand sogar weniger Totgeburten. Untersucht wurden meist übliche Mengen und überwiegend Frauen in Ländern, in denen Zinkmangel verbreitet ist; für die Stillzeit gibt es keine Sicherheitsstudien. 63, 64, 165
Was tun? In Schwangerschaft und Stillzeit die Gesamtmenge von 25 mg Zink pro Tag nicht überschreiten und Präparate mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abstimmen; Zink steckt oft schon im Schwangerschafts-Multivitamin.
Nicht untersucht bei: Stillzeit, Schwangere mit mehr als 25 mg/Tag über die ganze Schwangerschaft, gut versorgte Schwangere in Europa
- Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU sieht keine erhöhte Empfindlichkeit von Schwangeren und lässt die Obergrenze von 25 mg Zink pro Tag deshalb auch für Schwangere und Stillende gelten; in kontrollierten Studien mit 20 bis 90 mg täglich fand er keine Nachteile für den Schwangerschaftsausgang. SCF 2003
Geruchssinn verlieren durch Zink in der Naseungeklärt3 kleine Placebo-RCTs ohne Riechtest (D'Cruze 2009); Schaden nur in Fallserien und Meldedaten
Ergebnisse: in den Placebo-Studien keine bedeutsamen Schäden berichtet, Geruchssinn aber nicht gezielt gemessen (D'Cruze 2009); in Fallserien Riechstörung bei allen 17 untersuchten Betroffenen (Alexander 2006)
In Placebo-Studien ist ungeklärt, ob Zink in der Nase den Geruchssinn schädigt, weil die wenigen Studien klein waren und ihn nicht gezielt geprüft haben. Die Warnsignale kommen aus Fallserien und Behördenmeldungen: In Fallserien aus Riechsprechstunden beschrieben Betroffene nach tiefem Einziehen eines zinkhaltigen Nasengels ein sofortiges Brennen und innerhalb von zwei Tagen den Verlust des Geruchs, teils lange anhaltend oder dauerhaft. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erhielt bis 2009 über 130 solcher Meldungen und warnte vor bestimmten Produkten. Für Zinktabletten und Lutschtabletten gilt dieser Befund nicht. 80
Was tun? Keine zinkhaltigen Nasensprays oder -gele verwenden; bei plötzlichem Geruchsverlust nach einem Nasenmittel dieses absetzen und eine HNO-Praxis aufsuchen.
Nicht untersucht bei: Riechtests in Placebo-Studien mit zinkhaltigen Nasenmitteln, Kinder
- Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte bis 2009 mehr als 130 Meldungen über Verlust des Geruchssinns nach zinkhaltigen homöopathischen Nasenprodukten erhalten und die tägliche Zinkbelastung der Nase bei bestimmungsgemäßem Gebrauch als ernstes Sicherheitsproblem eingestuft. FDA 2009 (zitiert in FDA-Leitlinie 2022)
- In einer Fallserie mit 17 Patienten einer Riechsprechstunde war der Geruchssinn nach einem zinkhaltigen Nasengel bei allen vermindert; alle hatten das Gel tief eingezogen, spürten sofort ein Brennen und bemerkten den Verlust binnen 48 Stunden, sieben hatten nie Erkältungszeichen. Alexander & Davidson 2006
- In einer Fallserie traten nach Zinkgluconat in der Nase schwere Riechstörungen bis zum völligen Geruchsverlust auf, in einigen Fällen lang anhaltend oder dauerhaft. Jafek et al. 2004
- Eine Auswertung von 25 Betroffenen und der Literatur nach den Bradford-Hill-Kriterien kommt zu dem Schluss, dass zinkhaltiges Nasengel Riechstörungen verursacht. Davidson & Smith 2010
Immunabwehr schwächen bei hoher Dosiskein Schaden gefunden19 Studien, 10.555 Kinder (Imdad 2023); hohe Dosis nur 1 Studie ohne Kontrollgruppe, 11 Pers. (Chandra 1984)
Ergebnisse: Atemwegsinfekte unter vorbeugendem Zink RR 1,01, nicht signifikant, hohe Vertrauenswürdigkeit (Imdad 2023); 2 × 150 mg über 6 Wochen: geringere Lymphozyten-Reaktion sowie schwächere Wanderung und Fresstätigkeit der Fresszellen (Chandra 1984, ohne Kontrollgruppe); 30 mg/Tag: B-Lymphozyten nur nach 3 Monaten vorübergehend niedriger, nach 6 Monaten keine Effekte auf den Immunstatus (Hodkinson 2007); Kleinkinder mit 7 mg/Tag: Lymphozyten etwas niedriger, Zytokine und T-Zellen unverändert (Kewcharoenwong 2020)
In üblichen Mengen haben kontrollierte Studien für die Abwehr keinen Schaden gefunden: In der Cochrane-Auswertung von 19 Studien mit über 10.000 Kindern, die vorbeugend meist 10 bis 15 mg täglich bekamen, waren Atemwegsinfekte genauso häufig wie unter Placebo. Die Sorge, sehr viel Zink schwäche die Abwehr, beruht vor allem auf einer Studie von 1984: Elf gesunde Männer nahmen sechs Wochen lang 300 mg täglich, danach reagierten bestimmte weiße Blutkörperchen im Labor schwächer; eine Vergleichsgruppe gab es nicht. Indirekt kann eine dauerhaft hohe Dosis die Abwehr über einen Kupfermangel schwächen, der die weißen Blutkörperchen vermindert. 4, 74, 157, 158
Was tun? Zink nicht dauerhaft hoch dosieren in der Annahme, mehr stärke die Abwehr. Bei häufigen Infekten unter langer Zinkeinnahme das Blutbild und das Kupfer im Blut prüfen lassen.
Nicht untersucht bei: Placebo-Studien mit mehr als 50 mg/Tag über Wochen, Infekthäufigkeit unter dauerhaft hoher Dosis, Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Eisenhaushalt beeinträchtigen (und umgekehrt)kein Schaden gefunden35 Studien, 18.989 Kinder (Wuehler 2022); 21 RCTs, 3.869 Kinder (Dekker 2010)
Ergebnisse: Hämoglobin unverändert, sowohl Zink gegen Placebo als auch Zink plus Eisen gegen Eisen allein (Wuehler 2022); Zink zusammen mit Eisen: Eisenwerte verbessern sich weniger als mit Eisen allein; Zink allein ohne klinisch bedeutsamen Nachteil für den Eisenstatus (Fischer Walker 2005); Kinder mit 10 bis 20 mg/Tag: Hämoglobin unverändert, +0,8 g/L (−0,6 bis 2,2; Dekker 2010); Kleinkinder: Ferritin und Hämoglobin in Teilgruppen niedriger (Ceballos-Rasgado 2022); 50 mg/Tag bei Frauen: Ferritin gesunken (Yadrick 1989, ohne Placebo)
Beim Hämoglobin, dem Wert für Blutarmut, haben die Studien keinen Schaden gefunden: In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 35 Studien und fast 19.000 Kindern war es unter Zink nicht niedriger, weder gegenüber Placebo noch wenn Zink zusätzlich zu Eisen gegeben wurde; eine zweite Auswertung mit 21 Studien kam zum selben Ergebnis. Eisen und Zink nutzen im Darm aber zum Teil denselben Aufnahmeweg: Eine ältere Übersicht fand, dass sich die Eisenwerte etwas weniger besserten, wenn Zink zusammen mit Eisen gegeben wurde, und bei Kleinkindern sowie bei Frauen mit 50 mg täglich sanken die Eisenspeicher (Ferritin) etwas. Für Erwachsene, vor allem für Menschen unter Eisentherapie, gibt es kaum Daten. 68, 86, 163, 87, 164
Was tun? Bei einer Eisentherapie wegen Eisenmangels zusätzliches Zink ärztlich angeben und den Erfolg der Behandlung wie üblich mit Blutwerten kontrollieren lassen; ob eine zeitlich getrennte Einnahme etwas bringt, hat keine Studie geprüft.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Eisenmangel unter Eisentherapie und zusätzlichem Zink, Erwachsene Männer, zeitlich getrennte Einnahme im Vergleich zur gleichzeitigen
Wirkung von Penicillamin verändernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; nur Kupferbilanz-Messungen bei Wilson-Kranken ohne Placebo (Brewer 1993)
Ergebnisse: Hinweise auf eine gegenseitige Beeinflussung von Zink und Penicillamin bzw. Trientin; Kupferbilanz mit Kombination nicht besser als mit Zink allein (Brewer 1993)
Ob Zinkpräparate die Wirkung von Penicillamin abschwächen, ist nicht untersucht: Es gibt weder Placebo-Studien noch Crossover-Messungen der Kupferausscheidung mit und ohne Zink. Beide Mittel werden gegen die Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson eingesetzt, wirken aber auf verschiedenen Wegen. Bei Patienten, die beides bekamen, fanden Stoffwechselmessungen Hinweise auf eine gegenseitige Beeinflussung, und die Kombination brachte keinen Vorteil gegenüber Zink allein; eine ältere Rheuma-Studie beschrieb eine schwächere Wirkung von Penicillamin, wenn Zink dazukam. 85
Was tun? Unter Penicillamin Zinkpräparate nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt einnehmen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Rheuma oder Zystinurie unter Penicillamin, frei verkäufliche Zinkpräparate zusätzlich zu Penicillamin
Schlechten Geschmack und Reizung im Mund verursachenharmlos9 Studien mit Erwachsenen (Hunter 2021); 8 Studien, 961 Pers. (Science 2012)
Ergebnisse: Abneigung gegen den Geschmack RR 2,11, Reizung in Mund und Rachen RR 1,55 in 7 Studien (Hunter 2021); schlechter Geschmack RR 1,65 (95 % KI 1,27 bis 2,16; Science 2012); Lutschtabletten mit 13,3 mg alle 2 Stunden: schlechter Geschmack 80 vs. 30 % (Mossad 1996); Kinder: schlechter Geschmack 60,2 vs. 37,9 %, Beschwerden an Mund, Zunge oder Rachen 36,6 vs. 24,2 % (Macknin 1998); Gegenbefund: kein Unterschied bei Geschmack und Nebenwirkungen (Turner 2000)
Zink-Lutschtabletten verursachen wahrscheinlich oft einen schlechten Geschmack: In der maßgeblichen Meta-Analyse mit neun Studien kam er unter Zink etwa doppelt so häufig vor wie unter Placebo, in einer Einzelstudie berichteten 80 % der Teilnehmenden davon. Dazu kommen Brennen oder Reizung in Mund und Rachen, bei Kindern in jeder dritten Behandlung. Gefährlich ist das nicht und es vergeht nach dem Absetzen; viele Studien hatten aber Mühe, den Geschmack im Placebo nachzuahmen, und eine Studie mit zwei Zinkformen fand gar keinen Unterschied. Eine dauerhafte Störung des Geschmackssinns durch Lutschtabletten ist in kontrollierten Studien nicht beschrieben. 11, 10, 89, 9, 153
Was tun? Bei starkem Brennen oder anhaltendem Geschmack die Lutschtabletten absetzen; die Beschwerden gehen dann in der Regel zurück.
Nicht untersucht bei: Einnahme länger als 2 bis 3 Wochen, Menschen mit bestehenden Geschmacks- oder Mundschleimhautstörungen

Welche Wechselwirkungen hat Zink mit Medikamenten und Eisen?
Die wichtigste Wechselwirkung betrifft bestimmte Antibiotika, deren Aufnahme Zink bremst. Zink bindet im Darm an Tetrazykline und Chinolone, ähnlich wie Eisen, Magnesium oder Aluminium. In kleinen Messungen mit Gesunden, die dasselbe Antibiotikum einmal mit und einmal ohne Zink nahmen, sank der Blutspiegel von Tetrazyklin um etwa ein Drittel.81 Vom Chinolon Norfloxacin wurde mit Zink nur noch die Hälfte oder weniger ausgeschieden, während Doxycyclin, ein häufig verordnetes Tetrazyklin, nicht betroffen war.8281
Ob Zink dadurch Antibiotika-Behandlungen beeinträchtigt, ist trotzdem ungeklärt. Die Messungen, bei denen dieselben Menschen das Antibiotikum einmal mit und einmal ohne Zink nahmen, zeigen zwar klar eine geringere Aufnahme, doch es sind nur wenige kleine Studien, und die Autoren der Tetrazyklin-Messung hielten die Bedeutung für die Behandlung für gering.81 Ob Behandlungen tatsächlich scheitern und welcher zeitliche Abstand genügt, hat keine Studie geprüft. Wer ein solches Antibiotikum bekommt, sollte Zinkpräparate trotzdem nicht gleichzeitig einnehmen und sich an den Beipackzettel halten oder in der Apotheke nachfragen.
Bei der seltenen Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson ist Zink sogar ein Arzneimittel. Es hemmt die Kupferaufnahme im Darm und steht in der europäischen Leitlinie neben den Wirkstoffen Penicillamin und Trientin,83 und im Vergleich mit Penicillamin wirkte es ähnlich gut bei weniger Nebenwirkungen.84 Ob zusätzliches Zink die Wirkung von Penicillamin abschwächt, wurde nie untersucht, auch wenn Stoffwechselmessungen Hinweise auf eine gegenseitige Beeinflussung fanden.85 Unter Penicillamin gehören Zinkpräparate deshalb in ärztliche Absprache, und eine Wilson-Behandlung ersetzen sie nicht.
Mit Eisen ist die Lage entspannter. Beim Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, an dem sich der Eisenhaushalt ablesen lässt, haben die Studien keinen Schaden gefunden. In 35 Studien mit fast 19.000 Kindern lag er unter Zink nicht niedriger, auch nicht zusätzlich zu Eisen.68
Weil beide Stoffe im Darm teils denselben Weg nehmen, besserten sich die Eisenwerte allerdings etwas weniger, wenn Zink und Eisen gemeinsam eingenommen wurden.86 Für Erwachsene unter einer Eisentherapie gibt es kaum Daten, deshalb sollte zusätzliches Zink dort ärztlich abgesprochen werden. Ob sich das Kombinieren von Zink mit Vitamin C, Magnesium oder Selen lohnt, ist eine eigene Frage, denn Studien mit Mischpräparaten sagen nichts über Zink allein.
So wurde gemessen
- Tetrazyklin: sieben Freiwillige im Crossover, 45 mg Zink gleichzeitig, Blutspiegel und Ausscheidung rund 30 % niedriger, Doxycyclin unverändert.81
- Norfloxacin: acht Gesunde, Zinksulfat wie Eisen-, Aluminium- und Magnesiumpräparate, Ausscheidung über 24 Stunden um 50 bis 90 % geringer.82
- Morbus Wilson: 23 Vergleichsstudien mit 2.055 Patienten, Zink gegen Penicillamin bei Sterblichkeit und Beschwerden nicht verschieden, weniger Abbrüche unter Zink.84
- Eisen: Hämoglobin in 35 Studien mit 18.989 Kindern nicht verändert, Ferritin gesunken.68

Welche Versprechen über Zink halten nicht?
Mehrere verbreitete Versprechen gehen über das hinaus, was Studien zeigen. Oft wird dabei der Ausgleich eines echten Mangels mit einem Zusatznutzen für gut Versorgte verwechselt. Die bekanntesten stehen hier im Vergleich mit dem, was tatsächlich herauskam.
| Behauptung | Was die Studien zeigen | Unser Urteil |
|---|---|---|
| „Zink hilft beim Abnehmen.“ | Das Gewicht stieg in 41 Studien sogar minimal.49 | spricht dagegen |
| „Viel Zink stärkt die Abwehr.“ | Vorbeugend genommen keine sicher selteneren Erkältungen.5 Auf Dauer viel kann über Kupfermangel die Abwehrzellen vermindern.70 | unklar |
| „Zink steigert das Testosteron.“ | Belastbare Studien mit gesunden Männern fehlen.50 | unklar |
| „Zink hilft gegen Haarausfall.“ | Beim kreisrunden Haarausfall offen, beim gewöhnlichen nie mit Placebo geprüft.3334 | unklar |
| „Zink-Tabletten wirken wie Lutschtabletten.“ | Gut belegt ist nur das Lutschen, beim Schlucken fehlt ein sicherer Effekt.5 | unklar |
| „Zink macht sportlicher.“ | Mit Zink allein nie geprüft. | nicht untersucht |
Wer Zink wegen einer dieser Hoffnungen dauerhaft nimmt, riskiert eher einen Kupfermangel als einen Gewinn.
Zink supplementieren: Dosis, Form und Einnahme
Für das Supplementieren von Zink genügt meist eine kleine Menge, wenn überhaupt. Die positiven Studien gaben Zink nämlich entweder kurz und hoch dosiert gegen Erkältung oder dauerhaft an Kinder in Ländern mit Mangel. Beides passt nicht zu einer täglichen Kapsel. Wo Studien zu einer Praxisfrage fehlen, sagen wir das in den folgenden Abschnitten ausdrücklich.
Wie viel Zink ist genug?
Für die Versorgung genügt eine kleine Menge zusätzlich zum Essen. Empfohlen sind für Erwachsene insgesamt 7 bis 16 mg am Tag, also aus Nahrung und Präparaten zusammen,1 und das BfR hält für Nahrungsergänzungen deshalb höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis für angemessen.73
Wie viel Zink am Tag sinnvoll ist, hängt also davon ab, was schon auf dem Teller und in anderen Präparaten steckt. Die richtige Zink-Dosierung beginnt deshalb mit dem Zusammenzählen. Auf Dauer sollten 25 mg aus allen Quellen nicht überschritten werden.2 Gerade wer zusätzlich ein Multivitamin oder ein Erkältungsmittel nimmt, kommt schneller darüber, als es auf den ersten Blick scheint.

Tabletten, Lutschtabletten oder Spray: Welche Form ist sinnvoll?
Bei Erkältung zählt die Lutschtablette mehr als die Zinkverbindung. Lutschtabletten mit Zinkacetat schnitten etwas besser ab als solche mit Zinkgluconat, doch der Unterschied war nicht sicher,6 und für Zink-Tabletten zum Schlucken fehlen Vergleichsstudien, die Bisglycinat, Picolinat, Citrat oder Gluconat auf Wirkung und Verträglichkeit gegeneinander prüfen. Zwar fördern Begleitstoffe wie die Aminosäure Histidin oder Citrat die Aufnahme von Zink,3 doch ob daraus ein spürbarer Vorteil folgt, hat niemand geprüft. Das bleibt Theorie. Sprays und Gele für die Nase sollten wegen des Risikos für den Geruchssinn ganz gemieden werden.

Woran erkennt man einen Zinkmangel?
Einen Zinkmangel erkennt man nicht sicher an einzelnen Beschwerden, denn typische Zeichen wie ein gestörter Geschmack haben viele mögliche Ursachen. Immerhin bessert sich eine Geschmacksstörung bei echtem Mangel mit Zink wahrscheinlich.55 Eher gefährdet sind Menschen, die viel phytatreiches Getreide essen und wenig Eiweiß,3 weshalb die Fachgesellschaften ihren Bedarf höher ansetzen.1 Ob hinter vermuteten Zinkmangel-Symptomen wirklich ein Mangel steckt, lässt sich nur mit einer Untersuchung klären, und die gehört bei Verdacht in die Arztpraxis statt in einen Selbstversuch mit hohen Dosen.

Unsere Einordnung
Zink ist kein Mittel für jeden Tag, sondern eines für bestimmte Situationen: als Lutschtablette bei einer Erkältung, bei nachgewiesenem Mangel und, ärztlich begleitet, bei einigen Erkrankungen. Wer es dauerhaft nimmt, sollte alle Quellen zusammenzählen und unter 25 mg am Tag bleiben, denn das größte Risiko ist ein schleichender Kupfermangel.2 Nasensprays mit Zink gehören gar nicht in die Hausapotheke.
Häufige Fragen
Was bewirkt Zink im Körper?
Zink ist ein Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb täglich mit dem Essen braucht. Benötigt wird es an sehr vielen Stellen zugleich, etwa in Abwehrzellen und in der Haut. Erwachsenen werden je nach Geschlecht und Ernährung 7 bis 16 mg am Tag empfohlen.1
Was ist ein Zink-Komplex?
Meist ein Präparat, das Zink mit weiteren Stoffen wie Vitamin C, Selen oder der Aminosäure Histidin mischt. Einen Zusatznutzen solcher Mischungen gegenüber Zink allein haben die hier ausgewerteten Studien nicht gezeigt, und Studien mit Kombinationen sagen nichts über die Wirkung von Zink selbst.
Kann man Zink auf leeren Magen einnehmen?
Das ist möglich, doch Übelkeit ist die häufigste Nebenwirkung von Zink. Ob sie nüchtern häufiger auftritt als zu einer Mahlzeit, hat keine kontrollierte Studie verglichen. Bei Übelkeit ist die Einnahme zum Essen einen Versuch wert, ebenso eine kleinere Menge.
Was enthält Zink?
Zink steckt in vielen Lebensmitteln, doch wie viel davon im Körper ankommt, hängt von der ganzen Mahlzeit ab. Phytat aus Getreide, Mais und Reis bremst die Aufnahme, Eiweiß fördert sie.3
Wie lange darf man Zink einnehmen?
Eine feste Höchstdauer gibt es nicht, entscheidend ist die Menge. Bis 25 mg täglich, alle Quellen zusammengezählt, gelten auch auf Dauer als unbedenklich,2 hohe Mengen wie in Lutschtabletten gegen Erkältung dagegen nur für wenige Tage. Wer über Monate deutlich mehr nimmt, riskiert einen Kupfermangel.
Mehr zu Zink







So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 165 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Haase et al. 2020, J Trace Elem Med Biol | Referenzwerte der Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH) | Erwachsene, Schwangere und Stillende: 7 bis 16 mg Zink täglich, abhängig von Geschlecht und Phytatgehalt der Kost | Referenzwerte |
| 2 | SCF 2003, Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU | Gutachten zur tolerierbaren Höchstmenge, von der EFSA übernommen | 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen für Erwachsene, auch in Schwangerschaft und Stillzeit; abgeleitet vom Kupferhaushalt (keine Veränderung bei 50 mg) | Behördengutachten |
| 3 | Lönnerdal 2000, J Nutr | Übersichtsarbeit zu Nahrungsfaktoren und Zinkaufnahme | Phytat aus Getreide, Mais und Reis hemmt die Aufnahme stark; Eiweiß, Histidin und Citrat fördern sie; Eisen im Präparat kann sie senken | Übersicht |
| 4 | Imdad et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 96 Studien mit 219.584 Kindern von 6 Monaten bis 12 Jahren, fast alle in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen | Durchfall etwas seltener (RR 0,91), ohne Vorteil bei zusätzlichem Eisen; Größe SMD 0,12; Atemwegsinfekte unverändert (RR 1,01) | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 5 | Nault et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 34 Studien mit 8.526 Personen zu Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen | Lutschtabletten: Erkältung knapp 2 Tage kürzer; Vorbeugung RR 0,93, nicht gesichert; leichte Nebenwirkungen unter Behandlung RR 1,34 | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 6 | Hemilä 2017, JRSM Open | 7 Placebo-Studien mit Lutschtabletten über 75 mg Zink täglich, 575 Erkältete | Erkältung im Mittel ein Drittel kürzer; Acetat und Gluconat nicht sicher verschieden; über 100 mg kein Zusatznutzen | Meta-Analyse (Lutschtabletten) |
| 7 | Hemilä et al. 2016, Br J Clin Pharmacol | Einzeldaten aus 3 Placebo-Studien mit Zinkacetat-Lutschtabletten, 199 Personen | Erkältung rund 2,7 Tage kürzer, unabhängig von Alter, Geschlecht, Rauchen und Allergie | Einzeldaten-Meta-Analyse |
| 8 | Hemilä et al. 2020, BMJ Open | 87 erkältete Erwachsene in Finnland, Acetat-Lutschtabletten mit 13 mg, sechsmal täglich | keine schnellere Genesung als mit Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 9 | Macknin et al. 1998, JAMA | 249 Schulkinder und Jugendliche, Lutschtabletten mit 10 mg Zinkgluconat | Erkältung gleich lang wie mit Placebo; mehr schlechter Geschmack und Übelkeit | RCT (Gegenbefund, Kinder) |
| 10 | Science et al. 2012, CMAJ | 17 Studien mit 2.121 Personen, Zink zum Einnehmen gegen Erkältung | Erwachsene kürzer krank, Kinder nicht gesichert; schlechter Geschmack RR 1,65, Übelkeit RR 1,64 | Meta-Analyse |
| 11 | Hunter et al. 2021, BMJ Open | 28 Studien mit 5.446 Erwachsenen, Zink zum Einnehmen, unter der Zunge oder in der Nase | etwas weniger Atemwegsinfekte (Nasenspray mitgezählt); Abneigung gegen den Geschmack RR 2,11; leichte Nebenwirkungen häufiger | Meta-Analyse |
| 12 | Prasad et al. 2007, Am J Clin Nutr | 50 gesunde Ältere von 55 bis 87 Jahren, 45 mg Zink täglich über ein Jahr | weniger Infektionen als mit Placebo | RCT |
| 13 | Ben Abdallah et al. 2023, Clin Infect Dis | 470 Corona-Patienten in Tunesien, zweimal täglich 25 mg über 15 Tage | weniger Tod oder Intensivstation zusammen (OR 0,58), Sterblichkeit allein nicht gesichert | RCT (größte Placebo-Studie) |
| 14 | Wu et al. 2023, J Infect | 4 randomisierte Studien mit 812 Corona-Patienten | Sterblichkeit, Krankenhausaufnahme und Beschwerdedauer ohne gesicherten Unterschied | Meta-Analyse der RCTs (maßgeblich) |
| 15 | Provinciali et al. 1998, Age Ageing | 384 Pflegeheimbewohner, 400 mg Zink täglich über 60 Tage, Kontrollgruppe ohne Zink | Antikörper nach der Grippeimpfung nicht höher | kontrollierte Studie ohne Placebo |
| 16 | Lazzerini & Wanzira 2016, Cochrane Database Syst Rev | 33 Studien mit 10.841 Kindern mit Durchfall, überwiegend in Asien | über 6 Monate rund ein halber Tag kürzer, unter 6 Monaten kein Vorteil; Erbrechen häufiger; Zink von WHO und UNICEF empfohlen | Cochrane-Meta-Analyse |
| 17 | Ali et al. 2024, J Glob Health | 38 Studien mit Kindern unter 10 Jahren, im Auftrag der WHO | akuter Durchfall gut 13 Stunden kürzer; Erbrechen häufiger, mit niedrigerer Dosis seltener | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 18 | Barffour et al. 2020, J Glob Health | 3.407 Kleinkinder im ländlichen Laos, Zink bei jedem Durchfall über 9 Monate gegen Placebo | Durchfälle insgesamt nicht kürzer | RCT (größte Einzelstudie, Gegenbefund) |
| 19 | Tielsch et al. 2007, Lancet | 41.276 Kinder von 1 bis 35 Monaten in Südnepal, 10 mg Zink täglich gegen Placebo | Durchfall nicht seltener; Sterblichkeit nicht gesichert verringert | RCT (Mega-Studie, Gegenbefund) |
| 20 | Liu et al. 2018, Nutrients | 78 Studien mit 34.352 Teilnehmenden, vor allem Säuglinge und Kleinkinder | Größe +0,23 cm, ab 2 Jahren +1,37 cm; Wachstumsrückstand nicht seltener | Meta-Analyse |
| 21 | Barffour et al. 2019, J Pediatr | 3.407 Kinder von 6 bis 23 Monaten in Laos, 7 mg Zink täglich, Mikronährstoffpulver oder Placebo | besserer Zinkstatus, aber kein Effekt auf das Wachstum | RCT (Großstudie, Gegenbefund) |
| 22 | Locks et al. 2016, Am J Clin Nutr | 2.400 Säuglinge in Tansania ab 6 Wochen, Zink, Multivitamin, beides oder Placebo | Zink allein ohne Vorteil beim Gewicht | RCT (Großstudie) |
| 23 | Rouhani et al. 2022, Eur J Nutr | 28 Studien mit 237.068 Kindern einschließlich Säuglingen | Gesamtsterblichkeit um 16 % niedriger, vor allem weniger Tod durch Lungenentzündung | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 24 | Brown et al. 2020, BMJ Paediatr Open | 11 Placebo-Studien mit Kindern, die wegen Lungenentzündung behandelt wurden | Sterblichkeit und Genesungszeit nicht gesichert verändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 25 | Talebi et al. 2022, Crit Rev Food Sci Nutr | 6 Studien mit 489 Schulkindern mit ADHS | Gesamtwert knapp gebessert, Einzelbereiche nicht gesichert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 26 | Hillström et al. 1977, Br J Dermatol | 91 Personen mit Akne, 400 mg Zinksulfat täglich über 12 Wochen | besser als Placebo | RCT |
| 27 | Weismann et al. 1977, Acta Derm Venereol | 39 Personen mit Akne, 600 mg Zinksulfat täglich bis 12 Wochen | kein gesicherter Unterschied zu Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 28 | Dreno et al. 2001, Dermatology | 332 Personen mit entzündlicher Akne, Zinkgluconat gegen Minocyclin über 3 Monate | Erfolg bei 31 % mit Zink gegen 63 % mit dem Antibiotikum | Vergleichsstudie ohne Placebo |
| 29 | Weimar et al. 1978, Arch Dermatol | 52 Personen mit leichter bis mäßiger Akne, Zinksulfat gegen Placebo | nur leichter Vorteil bei Pusteln; die Hälfte mit Magen-Darm-Beschwerden | RCT (Gegenbefund) |
| 30 | Wang et al. 2025, PLoS One | 7 Studien mit Zinksulfat zum Einnehmen bei Viruswarzen | häufiger vollständige Abheilung, besonders bei niedrigem Zinkspiegel; viel Übelkeit | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 31 | Al-Gurairi et al. 2002, Br J Dermatol | 80 Personen mit hartnäckigen Warzen, Zinksulfat nach Körpergewicht bis 600 mg täglich | Abheilung bei 20 von 23 Behandelten, die bis zum Ende dabei waren, keine unter Placebo | RCT |
| 32 | Ewing et al. 1991, Eur J Clin Nutr | 50 Kinder mit Neurodermitis, Zinksulfat über 8 Wochen | keine Besserung gegenüber Placebo | RCT (maßgeblich, Gegenbefund) |
| 33 | Lai & Sinclair 2019, Australas J Dermatol | 16 Studien mit 768 Personen mit kreisrundem Haarausfall, Behandlungen zum Einnehmen | Belege stützen Zinksulfat nicht | Systematische Übersicht |
| 34 | Drake et al. 2023, JAMA Dermatol | 30 Arbeiten zu Nahrungsergänzungen bei Haarausfall ohne bekannten Mangel | fast nur Mischpräparate geprüft, keine Placebo-Studie mit Zink allein | Systematische Übersicht |
| 35 | Wilkinson 2014, Cochrane Database Syst Rev | 6 kleine Studien mit 183 Personen mit Beingeschwüren | Heilung nicht gesichert verbessert | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 36 | Langer et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 33 Studien mit 7.920 Personen zu Ernährung bei Druckgeschwüren | Wirkung von Zink sehr unsicher | Cochrane-Übersicht |
| 37 | Moore et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 9 Studien mit 629 Personen zu Nährstoffen beim diabetischen Fuß | zu Zink nur Wundmaße, keine Auswertung der Abheilung | Cochrane-Übersicht |
| 38 | da Silva et al. 2021, Nutr Rev | 5 Placebo-Studien bei Depression, meist zusätzlich zu Antidepressiva | Beschwerden etwas stärker gebessert; nach Studiengröße getrennt nicht mehr sicher | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 39 | Sarris et al. 2022, World J Biol Psychiatry | Leitlinie von WFSBP und CANMAT zu Nährstoffen bei psychischen Erkrankungen | Zink als Zusatz bei Depression vorläufig empfohlen | Leitlinie |
| 40 | Gholipour Baradari et al. 2018, Workplace Health Saf | 54 Intensivpflegekräfte, Zinksulfat alle drei Tage über einen Monat | Schlafqualität besser als mit Placebo | RCT |
| 41 | Jafari et al. 2020, Arch Gynecol Obstet | 60 Studentinnen mit PMS, 30 mg Zink täglich über 3 Monate | Schlaf und Lebensqualität nicht gesichert besser als mit Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 42 | Ghaedi et al. 2024, Crit Rev Food Sci Nutr | 22 Placebo-Studien mit 1.442 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes | HbA1c rund einen halben Prozentpunkt niedriger, LDL etwa 11 mg/dl niedriger | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 43 | Wang et al. 2023, Br J Nutr | 14 Studien mit 897 Menschen mit Typ-2-Diabetes, Zink allein | HbA1c um rund einen halben Prozentpunkt gesenkt | Meta-Analyse |
| 44 | Nazari et al. 2024, Biol Trace Elem Res | 23 Studien bei Typ-2-Diabetes | Blutzucker gesenkt, Vertrauenswürdigkeit meist niedrig | Meta-Analyse |
| 45 | Attia et al. 2022, Acta Diabetol | 98 Erwachsene mit Prädiabetes in Australien, 30 mg Zink täglich über ein Jahr | HbA1c und Nüchternzucker unverändert | RCT (maßgeblich, Gegenbefund) |
| 46 | Ranasinghe et al. 2015, Nutr Metab (Lond) | 24 Studien mit 14.515 Personen, Zink allein oder mit anderen Nährstoffen | LDL mit Zink allein knapp 5 mg/dl niedriger | Meta-Analyse |
| 47 | Foster et al. 2010, Atherosclerosis | 33 Vergleiche mit 14.238 Personen | keine Wirkung auf Cholesterin und Triglyceride | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 48 | Mousavi et al. 2020, Eur J Nutr | 9 Placebo-Studien mit Erwachsenen | oberer Blutdruckwert rund 1,5 mmHg niedriger, unterer nicht gesichert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 49 | Salmani et al. 2026, Biol Trace Elem Res | 41 Placebo-Studien mit Erwachsenen | Gewicht um 0,7 kg höher, Taille 1 cm schmaler, laut Autoren bedeutungslos | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 50 | Vecchio et al. 2010, Cochrane Database Syst Rev | 15 Studien bei chronischer Nierenkrankheit, Zink zum Einnehmen nur in einer Studie mit 20 Patienten | Testosteron dort höher; keine Daten zu gesunden Männern | Cochrane-Übersicht (Teilbefund) |
| 51 | Koehler et al. 2009, Eur J Clin Nutr | 14 trainierende Männer mit ausreichender Zinkzufuhr, Präparat aus Zink und Magnesium | Testosteron unverändert | Studie ohne Placebo (Kombination) |
| 52 | Schisterman et al. 2020, JAMA | 2.370 Paare vor einer Kinderwunschbehandlung, Männer mit 30 mg Zink plus Folsäure oder Placebo über 6 Monate | nicht mehr Geburten; mehr Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen | RCT (Mega-Studie, Kombination) |
| 53 | Hsu et al. 2024, Nutrients | 6 Placebo-Studien mit 739 Frauen mit Regelschmerzen | Schmerzen deutlich schwächer, stärker bei längerer Einnahme | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 54 | Kim et al. 2025, Women Health | 5 Studien mit Frauen mit PMS, 4 davon zusammengerechnet | Beschwerden etwas schwächer, alle Studien mit Schwächen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 55 | Mozaffar et al. 2023, J Nutr Metab | 12 Studien mit 938 Personen, Hauptauswertung 5 Studien zu Geschmacksstörung ohne Ursache oder bei Zinkmangel | Besserung häufiger als mit Placebo (RR 1,38) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 56 | Kumbargere Nagraj et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev | 9 Studien mit 544 Personen mit Geschmacksstörung | im Test schärferer Geschmack, eigene Einschätzung nicht gesichert besser | Cochrane-Meta-Analyse |
| 57 | Jiang et al. 2015, Otolaryngol Head Neck Surg | 145 Patienten mit Riechverlust nach Kopfverletzung, vier Gruppen | Erholung mit Zink häufiger als ganz ohne Behandlung, keine Placebogruppe | RCT ohne Placebo |
| 58 | Henkin et al. 1976, Am J Med Sci | 106 Personen mit Geschmacks- und Riechstörung, Crossover gegen Placebo | Zinksulfat kaum anders als Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 59 | Person et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 3 kleine Studien mit 209 Erwachsenen mit Tinnitus | kein gesicherter Vorteil, Daten sehr unsicher | Cochrane-Übersicht (maßgeblich) |
| 60 | Evans & Lawrenson 2017, Cochrane Database Syst Rev | 5 Studien mit 76.756 Personen ohne Makuladegeneration | keine einzige Studie mit Zink | Cochrane-Übersicht |
| 61 | Evans et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 26 Studien mit 11.952 Personen mit Makuladegeneration, Zink gegen Placebo in 5 Studien | Übergang in die späte Form etwas seltener (OR 0,83) | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 62 | AREDS Research Group 2001, Arch Ophthalmol | 3.640 Personen von 55 bis 80 Jahren, 80 mg Zink plus 2 mg Kupfer, Antioxidanzien, beides oder Placebo, gut 6 Jahre | Zink allein knapp nicht gesichert (OR 0,75); keine schwere Nebenwirkung gesichert häufiger | RCT (Hauptauswertung) |
| 63 | Carducci et al. 2021, Cochrane Database Syst Rev | 25 Studien mit über 18.000 Schwangeren und ihren Kindern | Frühgeburt, Geburtsgewicht und Totgeburt ohne gesicherten Unterschied | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 64 | Nossier et al. 2015, Br J Nutr | 675 Schwangere mit niedrigem Zinkspiegel in Ägypten | Tot- und Frühgeburten mit Zink seltener als mit Placebo | RCT |
| 65 | Dhingra et al. 2020, N Engl J Med | 4.500 Kinder mit Durchfall in Indien und Tansania, 5, 10 oder 20 mg Zinksulfat über 14 Tage | weniger Erbrechen mit niedrigerer Dosis, Durchfall gleich gut verkürzt | RCT (Dosisvergleich) |
| 66 | Fischer Walker et al. 2006, J Pediatr Gastroenterol Nutr | 1.110 Säuglinge unter 6 Monaten mit Durchfall in Pakistan, Indien und Äthiopien, 10 mg Zink gegen Placebo | Erbrechen nicht häufiger | RCT (Großstudie, Gegenbefund) |
| 67 | Wadhwa et al. 2025, PLoS Med | 3.153 junge Säuglinge mit Verdacht auf Blutvergiftung in Indien und Nepal, 10 mg Zink zusätzlich zu Antibiotika | Nebenwirkungen ähnlich häufig wie mit Placebo, etwas mehr Erbrechen | RCT (Großstudie, Gegenbefund) |
| 68 | Wuehler et al. 2022, Nutrients | 44 Studien mit Kindern vor der Pubertät | Kupfer im Blut und Hämoglobin nicht gesichert verändert, Ferritin gesunken | Meta-Analyse (Kinder, Gegenbefund) |
| 69 | Fischer et al. 1984, Am J Clin Nutr | gesunde Männer, zweimal täglich 25 mg Zink über 6 Wochen gegen Placebo | kupferabhängiges Enzym in roten Blutkörperchen gesunken | RCT (Erwachsene) |
| 70 | Dutta et al. 2026, Biol Trace Elem Res | Übersicht über 37 Fälle von Blutbildschäden durch zu viel Zink | Kupfer bei allen erniedrigt; Nervenschäden heilten langsamer und teils unvollständig | Fallübersicht |
| 71 | Duncan et al. 2023, Br J Clin Pharmacol | Daten eines schottischen Speziallabors | 14 Fälle von Kupfermangel durch verordnetes Zink, die Hälfte zuvor nicht erkannt | Fallserie |
| 72 | Hiyama et al. 2026, Clin Nutr ESPEN | japanische Nebenwirkungsdatenbank, 2.646 Patienten unter Zink | Kupfermangel bei 100 gemeldet, häufiger bei hoher Dosis, Nierenkrankheit und ab 70 Jahren | Meldedaten |
| 73 | BfR 2021, Stellungnahme Nr. 009/2021 | Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengen für Zink in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungen | höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln | Behördenempfehlung |
| 74 | Chandra 1984, JAMA | 11 gesunde Männer, 300 mg Zink täglich über 6 Wochen, ohne Kontrollgruppe | Abwehrzellen reagierten im Labor schwächer | Studie ohne Kontrollgruppe |
| 75 | Zhang et al. 2022, Eur J Epidemiol | 47.240 Männer, rund 28 Jahre beobachtet | über 75 mg täglich mehr aggressiver und tödlicher Prostatakrebs, Prostatakrebs insgesamt nicht häufiger | Kohortenstudie |
| 76 | Johnson et al. 2007, J Urol | Nachauswertung der Augenstudie AREDS, 3.640 Ältere, 80 mg Zink plus Kupfer gegen Placebo | Krebs nicht häufiger; mehr Krankenhausaufnahmen wegen der Harnwege | RCT-Nachauswertung |
| 77 | Alexander & Davidson 2006, Laryngoscope | 17 Patienten einer Riechsprechstunde nach zinkhaltigem Nasengel | bei allen verminderter Geruchssinn, Verlust binnen 48 Stunden nach Brennen | Fallserie |
| 78 | Jafek et al. 2004, Am J Rhinol | Fallserie nach Zinkgluconat in der Nase | schwere Riechstörungen, teils lange oder dauerhaft | Fallserie |
| 79 | FDA 2009 (zitiert in FDA-Leitlinie 2022), US Food and Drug Administration | Meldungen an die US-Arzneimittelbehörde | über 130 Meldungen über Geruchsverlust nach zinkhaltigen Nasenmitteln, Warnung vor bestimmten Produkten | Behördenwarnung |
| 80 | D'Cruze et al. 2009, J Prim Health Care | 3 zusammengerechnete Studien mit Zink in der Nase bei Erkältung | keine bedeutsamen Schäden berichtet, Geruchssinn nicht gezielt geprüft | Meta-Analyse (kleine Studien) |
| 81 | Penttilä et al. 1975, Eur J Clin Pharmacol | 7 Freiwillige im Crossover, Tetrazyklin oder Doxycyclin mit und ohne Zink | Tetrazyklin-Spiegel rund 30 % niedriger, Doxycyclin unverändert | Crossover-Studie |
| 82 | Campbell et al. 1992, Br J Clin Pharmacol | 8 Gesunde, Norfloxacin mit verschiedenen Mineralstoffpräparaten | Ausscheidung mit Zink wie mit Eisen, Aluminium und Magnesium deutlich geringer | Crossover-Studie |
| 83 | EASL-ERN 2025, J Hepatol | Europäische Leitlinie zur Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson | Behandlung mit Penicillamin, Trientin oder Zinksalzen; bei deutlicher Leberbeteiligung die beiden erstgenannten | Leitlinie |
| 84 | Appenzeller-Herzog et al. 2019, Liver Int | 23 Vergleichsstudien mit 2.055 Wilson-Patienten | Zink und Penicillamin ähnlich wirksam, unter Zink weniger Nebenwirkungen | Meta-Analyse (Vergleich ohne Placebo) |
| 85 | Brewer et al. 1993, J Am Coll Nutr | Kupferbilanz bei Wilson-Kranken unter Zink mit oder ohne Penicillamin oder Trientin | Hinweise auf gegenseitige Beeinflussung, kein Vorteil der Kombination | Stoffwechselstudie ohne Placebo |
| 86 | Fischer Walker et al. 2005, Am J Clin Nutr | Übersicht randomisierter Studien mit Eisen, Zink oder beidem | zusammen mit Eisen bessern sich Eisenwerte etwas weniger; Zink allein ohne bedeutsamen Nachteil | Systematische Übersicht |
| 87 | Ceballos-Rasgado et al. 2022, Adv Nutr | Studien mit Kleinkindern bis 3 Jahre und verschiedenen Zinkmengen | leicht niedrigeres Kupfer im Blut gegenüber Placebo | Meta-Analyse (maßgeblich, Kleinkinder) |
| 88 | Hemilä 2011, Open Respir Med J | 13 placebokontrollierte Lutschtabletten-Studien, 1.407 Erkältungsepisoden | Erkältung kürzer, deutlich nur in den Studien mit über 75 mg Zink pro Tag; niedrigere Dosen ohne gesicherten Effekt | Meta-Analyse (größte) |
| 89 | Mossad et al. 1996, Ann Intern Med | 100 Erwachsene, Zinkgluconat-Lutschtabletten mit 13,3 mg alle 2 Stunden | Beschwerden bis zum Abklingen im Median 4,4 statt 7,6 Tage (p < 0,001); Übelkeit 20 % vs. 4 %, schlechter Geschmack 80 % vs. 30 % | RCT |
| 90 | Kurugöl et al. 2006, Acta Paediatr | 200 gesunde Kinder, Zinksulfat-Sirup 15 mg/Tag über 7 Monate, bei Erkältung 30 mg/Tag | kürzere Erkältungsdauer und geringere Beschwerdewerte (p < 0,0001); weniger Erkältungen (1,2 vs. 1,7 pro Kind) | RCT |
| 91 | Kurugöl et al. 2007, Pediatr Int | 150 erkältete Kinder, 120 ausgewertet, Zinksulfat gegen Placebo | Dauer aller Beschwerden im Median 6 Tage in beiden Gruppen (p = 0,20); Beschwerdestärke ab Tag 2 geringer | RCT (Gegenbefund zur Dauer) |
| 92 | Hemilä et al. 2015, BMC Fam Pract | 3 Zinkacetat-Lutschtabletten-Studien, 80–92 mg/Tag | kürzere Dauer einzelner Beschwerden: Schnupfen −34 %, verstopfte Nase −37 %, Husten −46 %, Muskelschmerz −54 %; Halsschmerz und Niesen nicht signifikant, Kopfschmerz und Fieber unverändert | Meta-Analyse (Einzelbeschwerden) |
| 93 | Abioye et al. 2021, BMJ Glob Health | RCTs mit Mikronährstoffen bei Erwachsenen, Teilauswertung Zink | Zink senkte das Risiko akuter Atemwegsinfekte nicht, verkürzte aber die Beschwerdedauer (−47 %) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 94 | Rerksuppaphol et al. 2013, Paediatr Int Child Health | 100 Schulkinder 8–13 Jahre, 15 mg Zinkbisglycinat täglich über 3 Monate | mindestens eine Erkältung bei 84 % vs. 82 % (p = 1,00); Husten- und Schnupfentage seltener | RCT (Gegenbefund) |
| 95 | Strand et al. 2002, Pediatrics | 1.792 Durchfall-Episoden bei Kindern von 6 bis 35 Monaten in Nepal, Zinksirup gegen Placebo | Durchfall endete um 26 % schneller (95 % KI 8 bis 46 %); Durchfall über 7 Tage RR 0,57 (0,38 bis 0,86); mehr Erbrechen unter Zink | RCT (groß) |
| 96 | Lassi et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 6 RCTs, 5.193 Kinder von 2 bis 59 Monaten | Lungenentzündung RR 0,87 (0,81 bis 0,94), niedrige Vertrauenswürdigkeit; streng definiert RR 0,79, weit gefasst RR 0,95 (nicht signifikant) | Cochrane-Meta-Analyse |
| 97 | Bhandari et al. 2002, BMJ | 2.482 Kinder von 6 bis 30 Monaten in einem Armenviertel von Delhi, 10 bis 20 mg Zink täglich gegen Placebo über 4 Monate | Lungenentzündung OR 0,74 (0,56 bis 0,99); Infekte der unteren Atemwege insgesamt nicht verschieden | RCT (groß) |
| 98 | Tie et al. 2016, Br J Nutr | 9 RCTs, 2.926 Kinder unter 5 Jahren mit schwerer Lungenentzündung | Genesungszeit HR 1,04 (0,90 bis 1,19); Krankenhausdauer HR 1,04; Therapieversagen RR 0,95; keine Unterschiede bei Sterblichkeit | Meta-Analyse |
| 99 | Wang et al. 2018, Clin Respir J | 6 doppelblinde Placebo-RCTs, 2.216 Patienten mit schwerer Lungenentzündung | Therapieversagen RR 0,97, nicht signifikant; Sterblichkeit RR 0,43 (p = 0,01) | Meta-Analyse (positiv, umstritten) |
| 100 | Sazawal et al. 2007, Lancet | 42.546 Kinder von 1 bis 36 Monaten auf Pemba (Sansibar), 10 mg Zink täglich (unter 12 Monaten 5 mg) gegen Placebo | Gesamtsterblichkeit 7 % niedriger (95 % KI −6 bis 19 %), nicht signifikant | RCT (Mega-Studie) |
| 101 | Gulani et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | 12 Placebo-RCTs, 6.820 Personen, 10 mit auswertbaren Daten | 2 Studien ohne Unterschied, 1 Studie Rate Ratio 0,69 (0,61 bis 0,79); Mangelernährte: −1,12 Episoden (−2,21 bis −0,03) | Cochrane-Übersicht |
| 102 | Awotiwon et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev | 1 RCT, 85 Kinder mit Masern und Lungenentzündung in Indien | Sterblichkeit RR 0,34 (0,01 bis 8,14); Fieberfreiheit HR 1,08 (0,67 bis 1,74); sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit | Cochrane-Übersicht |
| 103 | Thomas et al. 2021, JAMA Netw Open | 214 ambulante Patienten, 50 mg Zinkgluconat über 10 Tage, offen gegen Standardbehandlung | 50 % Beschwerderückgang nach 5,9 vs. 6,7 Tagen, nicht signifikant; Studie wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen | RCT ohne Placebo (Gegenbefund) |
| 104 | Tabatabaeizadeh 2022, Eur J Med Res | 5 Studien, 1.506 Personen, überwiegend Beobachtungsstudien | geringere Sterblichkeit OR 0,57 (0,43 bis 0,77) | Meta-Analyse (überwiegend Beobachtung) |
| 105 | Girodon et al. 1999, Arch Intern Med | 725 Pflegeheimbewohner über 65 Jahre, Zink plus Selen über 2 Jahre (Kombination, zählt nicht für Zink allein) | mehr Bewohner ohne Atemwegsinfekt (p = 0,06); keine Unterschiede bei Harnwegsinfekten und Überleben | RCT (Kombination, nur Hinweis) |
| 106 | Kurmis et al. 2016, J Burn Care Res | 8 Studien (4 RCTs, 4 nicht randomisiert), 398 Patienten mit schweren Verbrennungen; Selen, Kupfer und Zink einzeln oder kombiniert | kombinierte Spurenelemente als Infusion: −1,25 Infektionsepisoden (−1,70 bis −0,80); orales Zink: möglicher Vorteil bei der Sterblichkeit | Sammel-Meta-Analyse |
| 107 | Yee et al. 2020, Dermatol Ther | Meta-Analyse zu Zinkspiegel und Zinkbehandlung bei Akne, orale und äußerliche Anwendung; Studienzahl im Abstract nicht angegeben, kein freier Volltext | entzündliche Papeln unter Zink signifikant stärker zurückgegangen; Nebenwirkungen nicht häufiger als im Vergleich | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 108 | Verma et al. 1980, Acta Derm Venereol | 56 Personen, 600 mg Zinksulfat/Tag über 12 Wochen, Placebo | 17 von 29 (58 %) deutlich gebessert, unter Placebo keine Besserung | RCT |
| 109 | Göransson et al. 1978, Acta Derm Venereol | 54 Personen, 600 mg Zinksulfat/Tag über 6 Wochen, Placebo | Akne um etwa ein Drittel gebessert, gering, aber signifikant besser als Placebo | RCT |
| 110 | Orris et al. 1978, Arch Dermatol | 22 Männer mit mäßiger Akne, 411 mg Zinksulfat/Tag über 8 Wochen, Placebo | keine Unterschiede bei der Zahl der Hautveränderungen | RCT (Gegenbefund) |
| 111 | Ead 1981, Br J Dermatol | doppelblinde Placebo-Studie mit oralem Zinksulfat (kein Abstract in PubMed) | Ergebnis im Abstract nicht verfügbar | RCT |
| 112 | Park et al. 2009, Ann Dermatol | 15 Patienten mit niedrigem Zinkspiegel, 50 mg Zinkgluconat/Tag über 12 Wochen, ohne Kontrollgruppe | Nachwachsen bei 9 von 15 (66,7 %), nicht signifikant | unkontrollierte Studie |
| 113 | Kim et al. 2014, Acta Derm Venereol | 58 Kinder mit Neurodermitis, Behandlung nur bei niedrigem Haar-Zink, Vergleich mit Kindern ohne Zink, 8 Wochen | EASI (p = 0,044), Wasserverlust der Haut (p = 0,015) und Juckreiz (p < 0,001) stärker gebessert | kontrollierte Studie ohne Placebo |
| 114 | Gray et al. 2019, J Eur Acad Dermatol Venereol | 14 Beobachtungsstudien und 2 RCTs | niedrigere Zinkspiegel bei Neurodermitis; eine RCT bei Zinkmangel positiv, eine RCT bei allen Patienten ohne Besserung | Systematische Übersicht |
| 115 | Bath-Hextall et al. 2012, Cochrane Database Syst Rev | 11 RCTs, 596 Personen, verschiedene Nahrungsergänzungen, darunter eine Zinksulfat-Studie | keine überzeugenden Belege für einen Nutzen von Nahrungsergänzungen bei Neurodermitis | Cochrane-Übersicht |
| 116 | López-García et al. 2009, Clin Exp Dermatol | doppelblinde Placebo-Studie (Leserbrief, kein Abstract) | laut Titel kein bestätigter Effekt („too good to be true?“); Zahlen nicht im Abstract | RCT (Gegenbefund) |
| 117 | Floersheim & Lais 1980, Schweiz Med Wochenschr | 91 Krankenhauspatienten um 70 Jahre mit venösem Unterschenkelgeschwür; Placebovergleich nur bei Zinkspiegel im unteren Normbereich, 3-mal 220 mg Zinksulfat täglich über 3 Monate | kein Unterschied in der Abheilung gegenüber Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 118 | Momen-Heravi et al. 2017, Wound Repair Regen | 60 Personen mit diabetischem Fußgeschwür Grad 3, 50 mg Zink als Sulfat/Tag über 12 Wochen, Placebo | Länge −1,5 vs. −0,9 cm, Breite −1,4 vs. −0,8 cm (p = 0,02); HbA1c −0,5 vs. −0,1 %; vollständige Abheilung nicht berichtet; Expression of Concern 2024 | RCT |
| 119 | Song et al. 2020, Nutr Clin Pract | 7 Studien (RCTs und nicht randomisiert) bei Druckgeschwüren, Zink gegen andere Ernährungsmaßnahme | Heilung RR 1,44 (1,01 bis 2,06), I² = 19,3 % | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 120 | Heckmann et al. 2005, J Dent Res | 50 Personen mit idiopathischer Geschmacksstörung, 140 mg Zinkgluconat/Tag, Placebo | Geschmacksfunktion besser (p < 0,001), Störung als weniger stark empfunden (p < 0,05) | RCT |
| 121 | Sakai et al. 2002, Acta Otolaryngol Suppl | 73 Personen mit idiopathischer oder zinkmangelbedingter Geschmacksstörung, Zinkpicolinat 3-mal täglich über 3 Monate | kein Unterschied bei Beschwerden und Gesamt-Geschmack; nur im Filterpapier-Test besser | RCT (gemischt) |
| 122 | Chi et al. 2020, Support Care Cancer | 3 Studien bei Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich | Auftreten RR 0,72 (0,67 bis 0,92); Erholung RR 2,58 (0,97 bis 6,88), nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 123 | Halyard et al. 2007, Int J Radiat Oncol Biol Phys | 169 Patienten mit Kopf-Hals-Bestrahlung, 45 mg Zinksulfat 3-mal täglich, Placebo | Geschmacksveränderung 73 % vs. 84 % (p = 0,16); keine schnellere Erholung | RCT (Gegenbefund) |
| 124 | Lyckholm et al. 2012, J Pain Palliat Care Pharmacother | 58 Patienten unter Chemotherapie mit Geschmacks- oder Riechstörung, 50 mg Zink zweimal täglich, Placebo | keine signifikante Besserung von Geschmack oder Geruch | RCT (Gegenbefund) |
| 125 | Abdelmaksoud et al. 2021, Biol Trace Elem Res | 105 COVID-19-Patienten mit Riechstörung, Zink gegen keine Behandlung | Dauer bis zur Erholung von Geruch und Geschmack kürzer (p < 0,001); Gesamtgenesung von COVID-19 unverändert | RCT ohne Placebo |
| 126 | Coelho et al. 2013, Otol Neurotol | 116 Personen über 60 Jahre, 50 mg Zink/Tag über 4 Monate, Crossover gegen Placebo | Besserung um mindestens 20 Punkte bei 5 von 93 vs. 2 von 94, nicht signifikant | RCT (Gegenbefund) |
| 127 | Newsome et al. 1988, Arch Ophthalmol | 151 Personen mit Drusen oder Makuladegeneration, orales Zink gegen Placebo, 12–24 Monate | signifikant weniger Sehverlust unter Zink | RCT |
| 128 | Stur et al. 1996, Invest Ophthalmol Vis Sci | 112 Personen mit feuchter AMD an einem Auge, 200 mg Zinksulfat/Tag über 24 Monate, Placebo | neue Gefäßmembran am zweiten Auge bei 9 (Zink) vs. 5 (Placebo); kein Schutz erkennbar | RCT (Gegenbefund) |
| 129 | Vishwanathan et al. 2013, Invest Ophthalmol Vis Sci | 10 Studien: 4 RCTs, 6 Kohortenstudien | Kohortenstudien zur Zinkzufuhr und AMD-Neuerkrankung uneinheitlich; Vorbeugung nicht geklärt | Systematische Übersicht |
| 130 | Wang et al. 2019, Am J Clin Nutr | 32 placebokontrollierte Vergleiche aus 36 Arbeiten, 1.700 Personen mit und ohne Diabetes | HbA1c −0,55 % (−0,84 bis −0,27); Nüchternzucker −14,15 mg/dl | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 131 | Jayawardena et al. 2022, Minerva Endocrinol (Torino) | 3 Studien, 265 Personen mit Prädiabetes, Zink allein oder mit anderen Mikronährstoffen, 6–12 Monate | Nüchternzucker −10,86 mg/dl (−14,74 bis −6,98) mit Zink allein; 2-Stunden-Wert −21,08 mg/dl (Zink allein und kombiniert) | Meta-Analyse |
| 132 | Nazari et al. 2023, J Trace Elem Med Biol | 75 RCTs zu Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, verschiedene Personengruppen | LDL und HDL nicht signifikant verändert; Triglyceride, Gesamtcholesterin, Nüchternzucker, HbA1c gesenkt; Blutdruck unverändert | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 133 | Loaiza-Giraldo et al. 2026, Endocrinol Diabetes Metab | 18 RCTs, 1.023 Personen mit Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes oder Prädiabetes | LDL-Cholesterin leicht gestiegen; Insulin und HOMA-IR gesenkt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 134 | Khajeh et al. 2024, Biol Trace Elem Res | 19 RCTs, 1.357 Personen mit Typ-2-Diabetes | LDL −8,80 mg/dl (−14,80 bis −2,81); Triglyceride −17,41; HDL +4,82 | Meta-Analyse |
| 135 | Heidari Seyedmahalleh et al. 2023, Adv Nutr | 14 RCTs, 1.067 Personen mit Typ-2-Diabetes | LDL −6,18 mg/dl (−9,35 bis −3,02); HDL +3,76 mg/dl | Meta-Analyse |
| 136 | Asbaghi et al. 2020, Nutr Metab Cardiovasc Dis | 9 RCTs, 424 Personen mit Typ-2-Diabetes | Triglyceride und Gesamtcholesterin gesenkt; LDL insgesamt nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund LDL) |
| 137 | Khazdouz et al. 2020, Biol Trace Elem Res | 20 Studien, 1.141 Personen in den Zinkgruppen, auch nicht randomisierte kontrollierte Studien | Blutdruck und Körpermaße nicht signifikant verändert | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 138 | Abdollahi et al. 2020, Adv Nutr | 27 RCTs, 1.438 Personen | keine signifikanten Änderungen der Körpermaße; Übergewicht −0,55 kg (−1,06 bis −0,04), nicht robust; Dialyse +1,02 kg | Meta-Analyse |
| 139 | Prasad et al. 1996, Nutrition | 40 Männer im Querschnitt; 9 ältere Männer mit leichtem Zinkmangel 3–6 Monate Zinkgluconat, ohne Kontrollgruppe | Testosteron 8,3 → 16,0 nmol/l (p = 0,02) | unkontrollierte Studie |
| 140 | Salas-Huetos et al. 2018, Adv Nutr | 28 RCTs, 15 in der Meta-Analyse, verschiedene Nährstoffe; Zahl der Zinkstudien im Abstract nicht angegeben | Zink: Spermienkonzentration +1,48 × 10⁶/ml (0,69 bis 2,27), Gesamtmotilität +7,03 % (6,03 bis 8,03) | Meta-Analyse (Spermienwerte) |
| 141 | Michaelsen et al. 2025, Nutrients | 50 Placebo-RCTs mit mindestens 12 Wochen, verschiedene Nahrungsergänzungen | kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt; Zink plus Folsäure verbesserte die Spermienkonzentration; Vertrauenswürdigkeit niedrig oder sehr niedrig | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 142 | Wong et al. 2002, Fertil Steril | 108 fruchtbare und 103 subfertile Männer, 66 mg Zinksulfat, 5 mg Folsäure, beides oder Placebo über 26 Wochen | nur mit der Kombination 74 % mehr normale Spermien bei Subfertilen; für Zink allein im Abstract kein Effekt berichtet | RCT (Faktorendesign) |
| 143 | Yosaee et al. 2022, Gen Hosp Psychiatry | RCTs und Beobachtungsstudien, Studienzahl im Abstract nicht angegeben | Depressionswert −4,15 Punkte (−6,56 bis −1,75), laut Autoren nur bei Zink als alleiniger Behandlung | Meta-Analyse |
| 144 | Solati et al. 2015, Nutr Neurosci | 50 übergewichtige Erwachsene, 30 mg Zink/Tag über 12 Wochen, Placebo | Beck-Depressionswert stärker gesunken als unter Placebo, nur bei Personen mit depressiven Beschwerden | RCT |
| 145 | Bilici et al. 2004, Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry | 400 Kinder mit ADHS, 150 mg Zinksulfat/Tag über 12 Wochen, Placebo | Hyperaktivität, Impulsivität und Sozialverhalten besser, Aufmerksamkeit nicht; vollständiges Ansprechen 28,7 % vs. 20 % | RCT (größte Studie) |
| 146 | Akhondzadeh et al. 2004, BMC Psychiatry | 44 Kinder, Methylphenidat plus 55 mg Zinksulfat oder Placebo über 6 Wochen | Eltern- und Lehrerbewertung mit Zink besser (p = 0,04) | RCT (Zusatztherapie) |
| 147 | Noorazar et al. 2020, Asian J Psychiatr | 60 Kinder unter Methylphenidat, Zink zusätzlich über 6 Wochen | kein Unterschied im Gesamtwert, bei Hyperaktivität und Impulsivität; nur Aufmerksamkeit besser | RCT (gemischt) |
| 148 | Monfared et al. 2023, BMC Pediatr | 8 Studien, 1.586 gesunde Kinder über 2 Jahre | Größe +0,9 cm (0,27 bis 1,52), Gewicht +0,51 kg, Größe-für-Alter +0,07 | Meta-Analyse |
| 149 | Dijkhuizen et al. 2008, J Nutr | 2.451 Säuglinge von 4 bis 6 Monaten aus 4 Placebo-Studien in Indonesien, Thailand und Vietnam, 10 mg Zink und/oder Eisen über 6 Monate | weder Zink noch Eisen verhinderten den Wachstumsrückstand; Längenvorteil nur bei Säuglingen mit Blutarmut | RCT (gepoolte Großstudie) |
| 150 | Heinig et al. 2006, Am J Clin Nutr | 85 gestillte, reif geborene Säuglinge in den USA, 5 mg Zink/Tag von 4 bis 10 Monaten, Placebo | Gewicht, Länge, Wachstumsgeschwindigkeit und Erkrankungen ohne Unterschied | RCT |
| 151 | Lassi et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 8 Studien, 85.629 Säuglinge unter 6 Monaten; Gewicht in 3 Studien mit 955 Säuglingen ausgewertet | Gewicht-für-Alter SMD 0,16 (0,03 bis 0,29); Gewicht-für-Länge SMD 0,15; keine Wirkung auf die Sterblichkeit | Cochrane-Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 152 | Haider et al. 2025, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol | 5 RCTs bei jungen Frauen mit PMS | körperliche Beschwerden MD −0,79 (−1,39 bis −0,20); Wut, Angst, Weinerlichkeit, Konzentration und Schlaf gebessert | Meta-Analyse |
| 153 | Turner & Cetnarowski 2000, Clin Infect Dis | 2 RCTs, 273 Personen mit künstlich ausgelöster und 281 mit natürlicher Erkältung, Zinkgluconat oder Zinkacetat | Geschmack und Nebenwirkungen ohne signifikanten Unterschied zwischen den vier Gruppen | RCT (Gegenbefund) |
| 154 | Mayo-Wilson et al. 2014, BMJ Open | 80 RCTs mit Kindern von 6 Monaten bis 12 Jahren; Kupfer im Blut in 11 Studien mit 3.071 Kindern | Kupfer im Blut leicht gesunken, SMD −0,22; Vertrauenswürdigkeit sehr gering | Meta-Analyse (Kinder) |
| 155 | Hininger-Favier et al. 2007, Br J Nutr | 1 RCT, 387 gesunde Europäer von 55 bis 85 Jahren, 15 oder 30 mg Zink oder Placebo, 6 Monate | keine wesentlichen Nachteile für Kupfer- und Eisenstatus; bei 30 mg einzelne alters- und geschlechtsabhängige Veränderungen bei Eisen und Blutfetten | RCT (übliche Dosis, Gegenbefund) |
| 156 | Yadrick et al. 1989, Am J Clin Nutr | Frauen, 50 mg Zink (allein oder mit 50 mg Eisen), 10 Wochen, Vergleich vorher/nachher ohne Placebo | unter Zink allein Superoxiddismutase, Ferritin und Hämatokrit gesunken; Ceruloplasmin und Hämoglobin unverändert; Eisenzusatz schützte das Eisen, nicht das Kupfer | Kontrollierte Studie ohne Placebo |
| 157 | Hodkinson et al. 2007, J Gerontol A Biol Sci Med Sci | 1 RCT, gesunde Menschen von 55 bis 70 Jahren, 15 oder 30 mg Zink oder Placebo, 6 Monate | 30 mg: B-Lymphozyten nur nach 3 Monaten niedriger; insgesamt keine bedeutsamen Langzeiteffekte auf den Immunstatus bis 40 mg Gesamtzufuhr | RCT (Ältere, übliche Dosis) |
| 158 | Kewcharoenwong et al. 2020, J Nutr | 1 RCT, 512 Kleinkinder in Laos, 7 mg Zink täglich, Mikronährstoffpulver oder Placebo, 9 Monate | Lymphozyten mit Zinktabletten niedriger (5.018 vs. 5.640 Zellen/µL); Zytokine und T-Zellen unverändert | RCT (Kleinkinder) |
| 159 | Gonzalez et al. 2009, Nutr Cancer | 35.242 Männer der VITAL-Kohorte, 832 Prostatakrebsfälle | über 15 mg/Tag über 10 Jahre: Prostatakrebs insgesamt HR 0,82 (0,58 bis 1,14); fortgeschrittener HR 0,34 (0,13 bis 1,09), Trend p = 0,04 | Kohortenstudie (Gegenbefund) |
| 160 | Mahmoud et al. 2016, PLoS One | 17 Studien (überwiegend Fall-Kontroll-Studien, 1 RCT), 111.199 Personen, 11.689 Fälle | Zinkzufuhr hoch vs. niedrig RR 1,07 (0,98 bis 1,16), kein Zusammenhang | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 161 | Mapp & McCarthy 1976, S Afr Med J | Vergleich der Aufnahme von Tetrazyklin mit und ohne 220 mg Zinksulfat (etwa 50 mg Zink) | Aufnahme von Tetrazyklin um etwa 75 % geringer; Signifikanz im Abstract nicht angegeben | Crossover-Messung (Tetrazyklin) |
| 162 | Polk et al. 1989, Antimicrob Agents Chemother | Crossover-Studie, 12 gesunde Männer, Ciprofloxacin allein, mit Eisensulfat oder mit zinkhaltigem Multivitamin | AUC mit Multivitamin 11,3 statt 14,5 µg·h/ml (signifikant); welcher Bestandteil verantwortlich war, blieb offen | Crossover-Studie (Ciprofloxacin, Kombinationspräparat) |
| 163 | Dekker & Villamor 2010, J Nutr | 21 RCTs, 3.869 gesunde Kinder von 0 bis 15 Jahren, meist 10 bis 20 mg/Tag, 4 bis 15 Monate | Hämoglobin unverändert (+0,8 g/L; 95 % KI −0,6 bis 2,2; p = 0,27) | Meta-Analyse (Kinder, Gegenbefund) |
| 164 | Solomons 1986, J Nutr | Übersichtsarbeit zu Aufnahmestudien beim Menschen | Eisen hemmt die Zinkaufnahme messbar, wenn das Verhältnis Eisen zu Zink 2 zu 1 oder mehr beträgt und die Gesamtmenge über 25 mg liegt | Übersicht (Mechanismus) |
| 165 | Fawzi et al. 2005, Am J Clin Nutr | 400 Schwangere mit HIV in Tansania, Zink oder Placebo zusätzlich zu Eisen, Folsäure und Vitaminen | Sterblichkeit von Ungeborenen und Neugeborenen ohne Unterschied; Hämoglobin stieg unter Zink weniger an | RCT |
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