Die kurze Antwort
Ob Kollagen die Haut straffer macht, ist unklar, denn nur von Herstellern bezahlte Studien zeigen einen Effekt, unabhängige nicht. Bei Arthrose gibt es für Kollagenhydrolysat erste Hinweise auf etwas weniger Schmerzen, für Typ-II-Kollagen widersprüchliche Ergebnisse. Zusammen mit Training baut es wahrscheinlich etwas mehr Muskeln und Kraft auf. Beim Abnehmen hilft es nicht erkennbar, und Nebenwirkungen traten in Studien nicht häufiger auf als mit Scheinpräparat.
Ein Löffel Pulver im Morgenkaffee, ein kleines Fläschchen zum Frühstück: Kollagen hat in wenigen Jahren den Weg vom unscheinbaren Gelatine-Rohstoff zum Schönheitsversprechen geschafft. Es soll Falten glätten, Haare kräftigen, Gelenke geschmeidig halten und Muskeln stärken. Dahinter steht eine eingängige Idee, denn Haut, Knorpel und Sehnen bestehen zu großen Teilen aus genau diesem Eiweiß, und was im Lauf der Jahre schwindet, so die Logik, lässt sich von außen nachfüllen. Ob der Körper geschlucktes Kollagen aber dorthin bringt, wo es gebraucht wird, ist eine ganz andere Frage. Genau sie entscheidet über den Nutzen.
Studien dazu gibt es reichlich, doch auffällig oft hat sie ein Hersteller bezahlt. Gerade bei der Haut verändert das den Befund grundlegend, wie sich weiter unten zeigt. Bei den Muskeln fällt das Bild dagegen freundlicher aus, als viele erwarten würden, und bei den Gelenken kommt es darauf an, welches Kollagen gemeint ist. Denn hinter dem einen Wort verbergen sich zwei Stoffe, die auf völlig verschiedene Weise wirken sollen.
Was ist Kollagen, und was macht Kollagen im Körper?
Kollagen ist das wichtigste Gerüsteiweiß des Körpers, also jenes Protein, das Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und Bändern ihre Festigkeit gibt. Am besten lässt es sich als Geflecht aus zugfesten Fasern vorstellen, das dem Gewebe Halt verleiht. Gebildet wird es vom Körper selbst, und zwar aus Eiweißbausteinen, die aus jeder eiweißhaltigen Mahlzeit stammen können. Dafür braucht er unter anderem Vitamin C. Typisch für Kollagen ist ein hoher Anteil der Bausteine Glycin, Prolin und Hydroxyprolin, die in anderen Eiweißen viel seltener vorkommen.
Was mit geschlucktem Kollagen geschieht, erklärt viel über die Erwartungen und ihre Grenzen. Im Darm wird es zerlegt wie jedes andere Eiweiß, in einzelne Bausteine und in kurze Bruchstücke aus zwei oder drei davon. Ein Teil dieser Bruchstücke gelangt tatsächlich ins Blut, wie eine japanische Studie zeigte, in der ihr Spiegel ein bis zwei Stunden nach der Einnahme deutlich anstieg.1 Ob sie danach gezielt in der Haut oder im Knorpel landen und dort den Aufbau anregen, lässt sich daraus allerdings nicht ablesen. Das müssen die Studien zeigen.
Die meisten Präparate enthalten Kollagenhydrolysat, oft auch Kollagenpeptide genannt. Gemeint ist Kollagen, das schon vorab in kleine Stücke gespalten wurde, sich deshalb leicht in Wasser löst und in den Studien in Mengen von einigen Gramm am Tag gegeben wurde. Davon grundverschieden ist das sogenannte undenaturierte Typ-II-Kollagen aus Hühnerknorpel, das in winzigen Mengen von meist 40 mg geschluckt wird.2 Es soll nicht als Baustoff dienen, sondern das Abwehrsystem im Darm so beeinflussen, dass es den eigenen Gelenkknorpel weniger angreift. Wer Studien zu Kollagen liest, sollte deshalb immer zuerst fragen, welcher der beiden Stoffe geprüft wurde.
Wofür ist Kollagen gut, und was bewirkt es im Körper?
Kollagen bringt nach heutiger Studienlage am ehesten etwas für Menschen, die trainieren, während die bekanntesten Versprechen für Haut und Gelenke auf wackligen Füßen stehen. Für diesen Überblick haben wir 39 mögliche Wirkungen erfasst, von denen 32 am Menschen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Jede Zeile der Übersicht lässt sich anklicken, dann öffnet sich die Begründung für die jeweilige Einordnung. Auffällig ist, dass keine einzige Wirkung bei Kollagen als gut belegt gilt und fast alle im Bereich erster Hinweise oder widersprüchlicher Ergebnisse liegen.
Fettfreie Masse und Muskeln zusammen mit Training aufbauenwahrscheinlich8 Studien, 418 Pers. zur fettfreien Masse aus 19 Studien mit 768 Pers. (Bischof 2024)fettfreie Masse SMD 0,48
gesunde Erwachsene mit regelmäßigem Kraft- oder Ausdauertraining; meist 5–15 g Kollagenpeptide/Tag über 8–14 Wochen; Placebo oft ohne Eiweiß
Ergebnisse: fettfreie Masse SMD 0,48 (p < 0,001; Vertrauenswürdigkeit moderat; Bischof 2024); Muskelarchitektur SMD 0,39 (5 Studien, 161 Pers.); fettfreie Masse +1,49 % des Körpergewichts (Jalili 2023); in einer Netzwerk-Meta-Analyse SMD 0,94 gegenüber Placebo (Drummond 2026); Muskelproteinsynthese nicht erhöht (Kirmse 2024), geringer als mit Molkeneiweiß (Oikawa 2020)
Wer trainiert und dazu Kollagenpeptide nimmt, legt laut einer Meta-Analyse etwas mehr fettfreie Masse zu als mit Placebo. Ein Teil davon dürfte schlicht am zusätzlichen Eiweiß liegen, denn die Placebos enthielten meist keines, und in Messungen der Muskelproteinsynthese schnitt Kollagen nicht besser ab als Placebo und schlechter als Molkeneiweiß. Ein kleiner Zusatznutzen beim Training ist wahrscheinlich, viele der positiven Einzelstudien stammen allerdings von einer Freiburger Arbeitsgruppe mit Präparaten eines Herstellers. 22, 26, 74, 75, 23, 24
Maximalkraft zusammen mit Training steigerngesunde Erwachsene mit Training; 5–15 g/Tag über 8–14 Wochenwahrscheinlich11 Studien, 511 Pers. (Bischof 2024)Maximalkraft SMD 0,19
Ergebnisse: Maximalkraft SMD 0,19 (95 % KI 0,06 bis 0,32; Vertrauenswürdigkeit niedrig; Bischof 2024); in einer Netzwerk-Meta-Analyse SMD 0,41 (0,09 bis 0,73; Drummond 2026); einzelne Studien ohne Kraftunterschied (Jerger 2022; Nulty 2025)
Mit Training nimmt die Maximalkraft unter Kollagen etwas stärker zu als unter Placebo, der Effekt ist aber klein und die Vertrauenswürdigkeit niedrig. In mehreren Einzelstudien wurden alle Gruppen gleich stark, nur Sehnen oder Muskeldicke unterschieden sich. Ein kleiner Vorteil ist wahrscheinlich, doch auch hier fehlte in vielen Studien Eiweiß in der Placebogruppe. 22, 74, 25
Arthrose-Schmerzen lindern und Gelenkfunktion verbessern (undenaturiertes Typ-II-Kollagen)unklarwidersprüchlichSchmerz aus 3 Studien, 200 Pers. mit Typ-II-Kollagen (Kumar 2023, Volltext); größte und einzige unabhängige Placebo-RCT 216 Pers. ohne Effekt (Narkbunnam 2026)Schmerz mit Typ-II-Kollagen besser als Placebo
Menschen mit leichter bis mittlerer Kniearthrose; meist 40 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen aus Hühnerbrustknorpel täglich über 3–6 Monate
Ergebnisse: Schmerz (VAS) mit Typ-II-Kollagen besser als Placebo (Kumar 2023, 3 Studien); unabhängige RCT: WOMAC gesamt −4,7 Punkte (95 % KI −18,6 bis 9,1) nach 24 Wochen, nicht signifikant (Narkbunnam 2026); herstellerfinanzierte RCT: WOMAC gegenüber Placebo signifikant besser (p = 0,002; Lugo 2016)
Die positiven Studien zu undenaturiertem Typ-II-Kollagen wurden überwiegend von Herstellern finanziert oder mit Beteiligung ihrer Mitarbeiter durchgeführt. Die bisher größte unabhängige Placebo-Studie aus Thailand fand nach 24 Wochen keinen Unterschied bei Schmerz und Funktion, ebenso wenig für Glukosamin. Die Ergebnisse sind damit widersprüchlich, ob die sehr kleine Tagesmenge von 40 mg Arthrose-Beschwerden lindert, ist unklar. 15, 16, 2, 59, 60
Arthrose-Schmerzen lindern und Gelenkfunktion verbessern (Kollagenhydrolysat)unklarerste HinweiseSchmerz aus 3 Studien, 375 Pers. nur mit Kollagenhydrolysat bzw. -peptiden (Lin 2023, Volltext); 5 positive Placebo-RCTs mit 60 bis 250 Pers., vier davon mit HerstellerbeteiligungSchmerz SMD −0,58
Menschen mit Kniearthrose, meist 50–75 Jahre; 1,2–10 g Kollagenhydrolysat/-peptide täglich über 3–6 Monate
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,58 (95 % KI −0,98 bis −0,18; Vertrauenswürdigkeit moderat; alle Studien mit hohem Verzerrungsrisiko; Lin 2023); Hydrolysat und Typ-II-Kollagen zusammen: Schmerz SMD −0,35 (−0,48 bis −0,22; 25 RCTs, 2.856 Pers.; Liang 2024)
Es gibt erste Hinweise: Menschen mit Kniearthrose haben unter Kollagenhydrolysat in mehreren Placebo-Studien etwas weniger Schmerzen. Für Hydrolysat allein rechnet aber nur eine Meta-Analyse mit drei Studien zusammen, alle mit hohem Verzerrungsrisiko, und die meisten positiven Einzelstudien entstanden mit Beteiligung von Herstellern; die größeren Meta-Analysen werfen Hydrolysat und Typ-II-Kollagen in einen Topf. Ob Kollagenhydrolysat Arthrose-Schmerzen lindert, ist deshalb unklar. 12, 13, 55, 56, 57, 11, 58, 14
Haare kräftigen (Haardicke)unklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs (Hwang 2026: 114 Pers.; Kim 2026, Teilnehmerzahl im Abstract nicht angegeben); keine Meta-AnalyseHaardurchmesser nach 24 Wochen signifikant größer als unter Placebo
Erwachsene ohne Haarausfall-Erkrankung, mit geschädigtem oder dünner werdendem Haar; niedermolekulare Fischkollagenpeptide 1–3 g/Tag über 24 Wochen; gemessen als Haardurchmesser
Ergebnisse: Haardurchmesser nach 24 Wochen signifikant größer als unter Placebo (Hwang 2026); Haardurchmesser, Glanz und Zugfestigkeit besser als unter Placebo (Kim 2026)
Es gibt erste Hinweise: Zwei koreanische Placebo-Studien mit niedermolekularen Fischkollagenpeptiden fanden nach einem halben Jahr etwas dickere Haare. Beide wurden mit Beteiligung von Herstellern solcher Peptide durchgeführt, unabhängige Studien fehlen, daher ist der Nutzen unklar. Zu Haarausfall gibt es keine aussagekräftige Placebo-Studie mit Kollagen allein. 7, 8, 53
Hautelastizität verbessernunklarwidersprüchlich23 RCTs, 1.474 Pers. (Myung & Park 2025, maßgeblich); 19 RCTs, 1.125 Pers. (de Miranda 2021); 10 RCTs, 646 Pers. (Danessa 2025)alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne …
gesunde Erwachsene mit Hautalterung, überwiegend Frauen ab etwa 35 Jahren; gemessen per Cutometer; meist 2,5–10 g Kollagenhydrolysat täglich über 8–12 Wochen
Ergebnisse: alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne Herstellerfinanzierung ohne Effekt (Myung & Park 2025); Elastizität SMD 0,61 (Danessa 2025); SMD 0,49 in 5 asiatischen Studien mit Kollagen allein, 291 Pers. (Yang 2025)
Rechnet man alle Studien zusammen, ist die Haut nach acht bis zwölf Wochen Kollagen etwas elastischer als unter Placebo. Die größte Meta-Analyse hat die Studien aber nach Geldgeber getrennt: Nur die von Kollagenherstellern bezahlten Studien finden den Effekt, unabhängige Studien nicht. Die Ergebnisse sind damit widersprüchlich, ob Kollagen die Hautelastizität verbessert, ist unklar. 3, 4, 6, 47, 48, 5, 49
- unabhängige Studien ohne Effekt (Myung & Park 2025)
Falten verringernunklarwidersprüchlich23 RCTs, 1.474 Pers. (Myung & Park 2025, maßgeblich, Faltenauswertung ohne Studienzahl im Abstract); 19 RCTs, 1.125 Pers. (de Miranda 2021)Falten in allen Studien zusammen signifikant verringert, in der Teilgruppe ohne …
gesunde Erwachsene mit Hautalterung, überwiegend Frauen mittleren Alters; Faltentiefe per Hautprofil-Messung oder 3D-Bildanalyse
Ergebnisse: Falten in allen Studien zusammen signifikant verringert, in der Teilgruppe ohne Herstellerfinanzierung nicht (Myung & Park 2025); SMD −0,21 (−0,40 bis −0,01) in der Bildanalyse (Dewi 2023, mit Kombinationspräparaten)
Mehrere Meta-Analysen berichten etwas weniger tiefe Falten unter Kollagen. Der Befund stützt sich auf dieselben, überwiegend von Herstellern bezahlten Studien wie bei Elastizität und Feuchtigkeit; laut der größten Meta-Analyse zeigen nur diese Studien einen Effekt, die unabhängigen keinen Unterschied zu Placebo. Die Ergebnisse sind widersprüchlich, ob Kollagen Falten verringert, ist unklar. 3, 4, 51, 5, 49
- unabhängige Studien ohne Effekt (Myung & Park 2025)
Knochendichte bei Frauen nach den Wechseljahren erhöhenunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 131 Pers. (König 2018); 1 RCT mit 51 Pers. als Zusatz zu Kalzium und Vitamin D (Lampropoulou-Adamidou 2022)T-Score Wirbelsäule +0,10 vs
Frauen nach den Wechseljahren mit verminderter Knochendichte; 5 g Kollagenpeptide/Tag über 6–12 Monate, teils zusätzlich zu Kalzium und Vitamin D
Ergebnisse: T-Score Wirbelsäule +0,10 vs. −0,03 (p = 0,030), Schenkelhals +0,09 vs. −0,01 (p = 0,003; König 2018); trabekuläre Knochendichte am Schienbein +2,54 % und höhere Wirbelsäulendichte als ohne Kollagen (Lampropoulou-Adamidou 2022); Knochenmarker in einer weiteren Studie unverändert (Duangjai 2025)
Es gibt erste Hinweise: Eine deutsche Placebo-Studie fand nach einem Jahr eine leicht höhere Knochendichte an Wirbelsäule und Schenkelhals, eine griechische Studie mit Kalzium und Vitamin D in beiden Gruppen ein ähnliches Bild. Die deutsche Studie wurde teilweise vom Hersteller bezahlt, und eine thailändische Studie sah keine Veränderung der Knochenmarker. Mehr als eine Placebo-Studie gibt es nicht, der Nutzen ist daher unklar; ob Kollagen Knochenbrüche verhindert, wurde nie geprüft. 19, 71, 72, 73
Alle 31 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Kollagen in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Haut, Haare & Nägel 9
7 unklar · 2 nicht untersucht
Hautelastizität verbessernunklarwidersprüchlich23 RCTs, 1.474 Pers. (Myung & Park 2025, maßgeblich); 19 RCTs, 1.125 Pers. (de Miranda 2021); 10 RCTs, 646 Pers. (Danessa 2025)alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne …
gesunde Erwachsene mit Hautalterung, überwiegend Frauen ab etwa 35 Jahren; gemessen per Cutometer; meist 2,5–10 g Kollagenhydrolysat täglich über 8–12 Wochen
Ergebnisse: alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne Herstellerfinanzierung ohne Effekt (Myung & Park 2025); Elastizität SMD 0,61 (Danessa 2025); SMD 0,49 in 5 asiatischen Studien mit Kollagen allein, 291 Pers. (Yang 2025)
Rechnet man alle Studien zusammen, ist die Haut nach acht bis zwölf Wochen Kollagen etwas elastischer als unter Placebo. Die größte Meta-Analyse hat die Studien aber nach Geldgeber getrennt: Nur die von Kollagenherstellern bezahlten Studien finden den Effekt, unabhängige Studien nicht. Die Ergebnisse sind damit widersprüchlich, ob Kollagen die Hautelastizität verbessert, ist unklar. 3, 4, 6, 47, 48, 5, 49
- unabhängige Studien ohne Effekt (Myung & Park 2025)
Hautfeuchtigkeit erhöhenunklarwidersprüchlich23 RCTs, 1.474 Pers. (Myung & Park 2025, maßgeblich); 19 RCTs, 1.125 Pers. (de Miranda 2021); 10 Studien mit Kollagen allein, 609 Pers. (Sun 2022)alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne …
gesunde Erwachsene mit Hautalterung, überwiegend Frauen; gemessen per Corneometer an Wange oder Unterarm; 2,5–10 g/Tag über 4–12 Wochen
Ergebnisse: alle Studien zusammen signifikant besser als Placebo, Teilgruppe der Studien ohne Herstellerfinanzierung ohne Effekt (Myung & Park 2025); Feuchtigkeit SMD 0,77 (0,60 bis 0,94) mit Kollagen allein (Sun 2022); SMD 1,25 (Danessa 2025)
Die zusammengefassten Studien zeigen, dass die oberste Hautschicht unter Kollagen etwas mehr Feuchtigkeit hält als unter Placebo. Wie bei der Elastizität verschwindet der Vorteil aber, wenn man nur Studien betrachtet, die nicht von Kollagenherstellern bezahlt wurden. Die Ergebnisse sind damit widersprüchlich und der Nutzen bleibt unklar; zudem hängt die Messung stark von Jahreszeit und Raumklima ab. 3, 50, 4, 6, 48, 49
- unabhängige Studien ohne Effekt (Myung & Park 2025)
Falten verringernunklarwidersprüchlich23 RCTs, 1.474 Pers. (Myung & Park 2025, maßgeblich, Faltenauswertung ohne Studienzahl im Abstract); 19 RCTs, 1.125 Pers. (de Miranda 2021)Falten in allen Studien zusammen signifikant verringert, in der Teilgruppe ohne …
gesunde Erwachsene mit Hautalterung, überwiegend Frauen mittleren Alters; Faltentiefe per Hautprofil-Messung oder 3D-Bildanalyse
Ergebnisse: Falten in allen Studien zusammen signifikant verringert, in der Teilgruppe ohne Herstellerfinanzierung nicht (Myung & Park 2025); SMD −0,21 (−0,40 bis −0,01) in der Bildanalyse (Dewi 2023, mit Kombinationspräparaten)
Mehrere Meta-Analysen berichten etwas weniger tiefe Falten unter Kollagen. Der Befund stützt sich auf dieselben, überwiegend von Herstellern bezahlten Studien wie bei Elastizität und Feuchtigkeit; laut der größten Meta-Analyse zeigen nur diese Studien einen Effekt, die unabhängigen keinen Unterschied zu Placebo. Die Ergebnisse sind widersprüchlich, ob Kollagen Falten verringert, ist unklar. 3, 4, 51, 5, 49
- unabhängige Studien ohne Effekt (Myung & Park 2025)
Cellulite verringernunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 105 und 114 Pers. (Schunck 2015, Hwang 2026); keine Meta-AnalyseCellulite-Grad und Hautwelligkeit signifikant verringert, bei Übergewicht schwächer
Frauen von 20 bis 50 Jahren mit mäßiger Cellulite an den Oberschenkeln; 1–2,5 g Kollagenpeptide täglich über 6 Monate
Ergebnisse: Cellulite-Grad und Hautwelligkeit signifikant verringert, bei Übergewicht schwächer (Schunck 2015); Cellulite-Schwere, Hautrauigkeit und Elastizität nach 12 und 24 Wochen besser als unter Placebo (Hwang 2026)
Es gibt erste Hinweise: Zwei Placebo-Studien fanden nach sechs Monaten etwas weniger ausgeprägte Cellulite, bei übergewichtigen Frauen fiel der Effekt kleiner aus. Beide Studien prüften ein bestimmtes Produkt, das der Hersteller gestellt hat oder an dem Mitautoren beteiligt sind, unabhängige Wiederholungen fehlen. Ob Kollagen Cellulite verringert, ist damit unklar. 9, 7
Haare kräftigen (Haardicke)unklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs (Hwang 2026: 114 Pers.; Kim 2026, Teilnehmerzahl im Abstract nicht angegeben); keine Meta-AnalyseHaardurchmesser nach 24 Wochen signifikant größer als unter Placebo
Erwachsene ohne Haarausfall-Erkrankung, mit geschädigtem oder dünner werdendem Haar; niedermolekulare Fischkollagenpeptide 1–3 g/Tag über 24 Wochen; gemessen als Haardurchmesser
Ergebnisse: Haardurchmesser nach 24 Wochen signifikant größer als unter Placebo (Hwang 2026); Haardurchmesser, Glanz und Zugfestigkeit besser als unter Placebo (Kim 2026)
Es gibt erste Hinweise: Zwei koreanische Placebo-Studien mit niedermolekularen Fischkollagenpeptiden fanden nach einem halben Jahr etwas dickere Haare. Beide wurden mit Beteiligung von Herstellern solcher Peptide durchgeführt, unabhängige Studien fehlen, daher ist der Nutzen unklar. Zu Haarausfall gibt es keine aussagekräftige Placebo-Studie mit Kollagen allein. 7, 8, 53
Heilung von Druckgeschwüren (Dekubitus) beschleunigenunklarerste HinweiseCochrane-Review: 1 Placebo-Studie mit 74 Pers. zu Kollagen (Langer 2024); RCT mit 120 Pers. (Sugihara 2018)Wundfläche −1,81 cm² gegenüber Placebo, vollständige Abheilung nicht berichtet
Pflegeheimbewohner und Klinikpatienten mit Druckgeschwüren Stadium II–IV, zusätzlich zur Standardbehandlung; 10 g Kollagenhydrolysat/Tag
Ergebnisse: Wundfläche −1,81 cm² gegenüber Placebo (95 % KI −3,36 bis −0,26; 1 Studie, 74 Pers.; Langer 2024), vollständige Abheilung nicht berichtet; Wundfläche nach 16 Wochen nur mit einem der beiden Hydrolysate signifikant kleiner (Sugihara 2018)
Es gibt erste Hinweise: Bei Menschen mit Druckgeschwüren wurde die Wunde in zwei Placebo-Studien mit Kollagenhydrolysat etwas schneller kleiner, ob sie auch öfter ganz abheilte, wurde nicht berichtet. Die größere Studie bezahlte ein Kollagenhersteller, und insgesamt sind es nur zwei Studien, der Nutzen bleibt daher unklar. Die Wundbehandlung gehört in ärztliche und pflegerische Hand. 32, 33, 54
Wundheilung nach Verbrennungen beschleunigenunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs mit 66 und 31 Pers. (Alipoor 2023, Bagheri Miyab 2020); keine Meta-AnalyseZeit bis zur vollständigen Abheilung 26 vs
Krankenhauspatienten mit großflächigen Verbrennungen, zusätzlich zur Standardbehandlung; Kollagenhydrolysat als Getränk oder kollagenbasierte Trinknahrung
Ergebnisse: Zeit bis zur vollständigen Abheilung 26 vs. 41 Tage (p = 0,003; Alipoor 2023); Wundheilung 3,7-mal schneller (HR 3,7; 95 % KI 1,43 bis 9,52; Bagheri Miyab 2020)
Es gibt erste Hinweise: Zwei kleine Placebo-Studien mit schwer verbrannten Krankenhauspatienten fanden unter Kollagen eine schnellere Wundheilung. Mit 66 und 31 Teilnehmenden reicht das nicht für eine gesicherte Aussage, der Nutzen ist unklar. Die Behandlung von Verbrennungen gehört in ärztliche Hand. 34, 35
Haut vor UV-Licht schützen (Sonnenbrand-Schwelle)nicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Kollagenhydrolysat und Sonnenbrand-Schwelle oder UV-Rötungkeine Daten
gesunde Erwachsene; gesuchter Messwert: minimale Erythemdosis (Sonnenbrand-Schwelle) bzw. UV-ausgelöste Hautrötung
Ergebnisse: keine Daten; eine Sammel-Meta-Analyse rechnet die Sonnenbrand-Schwelle nur für Kakao-Flavanole zusammen, für Kollagen nur die Elastizität (Yang 2025)
Ob Kollagen die Haut weniger empfindlich für Sonnenbrand macht, ist nicht untersucht: Es gibt keine Placebo-Studie, die bei Kollagen die Sonnenbrand-Schwelle gemessen hat. Studien an lichtgeschädigter Haut prüften nur Elastizität, Feuchtigkeit und Falten. Einen Sonnenschutz ersetzt Kollagen nicht. 47
Brüchige Nägel verbessernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie zu brüchigen Nägeln; 1 offene Studie mit 25 Pers. (Hexsel 2017)ohne Vergleichsgruppe: Nagelwachstum +12 %, abgebrochene Nägel −42 %
Menschen mit brüchigen Nägeln; bisher nur eine offene Studie ohne Kontrollgruppe
Ergebnisse: ohne Vergleichsgruppe: Nagelwachstum +12 %, abgebrochene Nägel −42 % (Hexsel 2017); in einer Placebo-Studie mit gesunden Frauen wurde nur die Nagelfarbe beurteilt (Vleminckx 2024)
Ob Kollagen brüchige Nägel kräftigt, ist nicht untersucht: Es gibt keine Placebo-Studie dazu. Die oft zitierte Studie hatte 25 Teilnehmerinnen und keine Vergleichsgruppe, das Präparat stellte der Hersteller. Ohne Kontrollgruppe lässt sich eine Besserung nicht vom natürlichen Verlauf oder von mehr Aufmerksamkeit für die Nagelpflege trennen. 10, 52
Gelenke, Knochen & Muskeln 14
2 wahrscheinlich · 10 unklar · 2 nicht untersucht
Fettfreie Masse und Muskeln zusammen mit Training aufbauenwahrscheinlich8 Studien, 418 Pers. zur fettfreien Masse aus 19 Studien mit 768 Pers. (Bischof 2024)fettfreie Masse SMD 0,48
gesunde Erwachsene mit regelmäßigem Kraft- oder Ausdauertraining; meist 5–15 g Kollagenpeptide/Tag über 8–14 Wochen; Placebo oft ohne Eiweiß
Ergebnisse: fettfreie Masse SMD 0,48 (p < 0,001; Vertrauenswürdigkeit moderat; Bischof 2024); Muskelarchitektur SMD 0,39 (5 Studien, 161 Pers.); fettfreie Masse +1,49 % des Körpergewichts (Jalili 2023); in einer Netzwerk-Meta-Analyse SMD 0,94 gegenüber Placebo (Drummond 2026); Muskelproteinsynthese nicht erhöht (Kirmse 2024), geringer als mit Molkeneiweiß (Oikawa 2020)
Wer trainiert und dazu Kollagenpeptide nimmt, legt laut einer Meta-Analyse etwas mehr fettfreie Masse zu als mit Placebo. Ein Teil davon dürfte schlicht am zusätzlichen Eiweiß liegen, denn die Placebos enthielten meist keines, und in Messungen der Muskelproteinsynthese schnitt Kollagen nicht besser ab als Placebo und schlechter als Molkeneiweiß. Ein kleiner Zusatznutzen beim Training ist wahrscheinlich, viele der positiven Einzelstudien stammen allerdings von einer Freiburger Arbeitsgruppe mit Präparaten eines Herstellers. 22, 26, 74, 75, 23, 24
Maximalkraft zusammen mit Training steigerngesunde Erwachsene mit Training; 5–15 g/Tag über 8–14 Wochenwahrscheinlich11 Studien, 511 Pers. (Bischof 2024)Maximalkraft SMD 0,19
Ergebnisse: Maximalkraft SMD 0,19 (95 % KI 0,06 bis 0,32; Vertrauenswürdigkeit niedrig; Bischof 2024); in einer Netzwerk-Meta-Analyse SMD 0,41 (0,09 bis 0,73; Drummond 2026); einzelne Studien ohne Kraftunterschied (Jerger 2022; Nulty 2025)
Mit Training nimmt die Maximalkraft unter Kollagen etwas stärker zu als unter Placebo, der Effekt ist aber klein und die Vertrauenswürdigkeit niedrig. In mehreren Einzelstudien wurden alle Gruppen gleich stark, nur Sehnen oder Muskeldicke unterschieden sich. Ein kleiner Vorteil ist wahrscheinlich, doch auch hier fehlte in vielen Studien Eiweiß in der Placebogruppe. 22, 74, 25
Arthrose-Schmerzen lindern und Gelenkfunktion verbessern (Kollagenhydrolysat)unklarerste HinweiseSchmerz aus 3 Studien, 375 Pers. nur mit Kollagenhydrolysat bzw. -peptiden (Lin 2023, Volltext); 5 positive Placebo-RCTs mit 60 bis 250 Pers., vier davon mit HerstellerbeteiligungSchmerz SMD −0,58
Menschen mit Kniearthrose, meist 50–75 Jahre; 1,2–10 g Kollagenhydrolysat/-peptide täglich über 3–6 Monate
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,58 (95 % KI −0,98 bis −0,18; Vertrauenswürdigkeit moderat; alle Studien mit hohem Verzerrungsrisiko; Lin 2023); Hydrolysat und Typ-II-Kollagen zusammen: Schmerz SMD −0,35 (−0,48 bis −0,22; 25 RCTs, 2.856 Pers.; Liang 2024)
Es gibt erste Hinweise: Menschen mit Kniearthrose haben unter Kollagenhydrolysat in mehreren Placebo-Studien etwas weniger Schmerzen. Für Hydrolysat allein rechnet aber nur eine Meta-Analyse mit drei Studien zusammen, alle mit hohem Verzerrungsrisiko, und die meisten positiven Einzelstudien entstanden mit Beteiligung von Herstellern; die größeren Meta-Analysen werfen Hydrolysat und Typ-II-Kollagen in einen Topf. Ob Kollagenhydrolysat Arthrose-Schmerzen lindert, ist deshalb unklar. 12, 13, 55, 56, 57, 11, 58, 14
Arthrose-Schmerzen lindern und Gelenkfunktion verbessern (undenaturiertes Typ-II-Kollagen)unklarwidersprüchlichSchmerz aus 3 Studien, 200 Pers. mit Typ-II-Kollagen (Kumar 2023, Volltext); größte und einzige unabhängige Placebo-RCT 216 Pers. ohne Effekt (Narkbunnam 2026)Schmerz mit Typ-II-Kollagen besser als Placebo
Menschen mit leichter bis mittlerer Kniearthrose; meist 40 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen aus Hühnerbrustknorpel täglich über 3–6 Monate
Ergebnisse: Schmerz (VAS) mit Typ-II-Kollagen besser als Placebo (Kumar 2023, 3 Studien); unabhängige RCT: WOMAC gesamt −4,7 Punkte (95 % KI −18,6 bis 9,1) nach 24 Wochen, nicht signifikant (Narkbunnam 2026); herstellerfinanzierte RCT: WOMAC gegenüber Placebo signifikant besser (p = 0,002; Lugo 2016)
Die positiven Studien zu undenaturiertem Typ-II-Kollagen wurden überwiegend von Herstellern finanziert oder mit Beteiligung ihrer Mitarbeiter durchgeführt. Die bisher größte unabhängige Placebo-Studie aus Thailand fand nach 24 Wochen keinen Unterschied bei Schmerz und Funktion, ebenso wenig für Glukosamin. Die Ergebnisse sind damit widersprüchlich, ob die sehr kleine Tagesmenge von 40 mg Arthrose-Beschwerden lindert, ist unklar. 15, 16, 2, 59, 60
Belastungsbedingte Gelenkschmerzen bei Sportlern lindern (Kollagenhydrolysat)unklarwidersprüchlich3 positive Placebo-RCTs mit 147, 139 und 180 Pers. (Clark 2008, Zdzieblik 2017, 2021); Gegenbefund 167 Pers. (Bongers 2020); keine Meta-AnalyseBelastungsschmerz VAS −21,9 vs
junge, sportlich aktive Erwachsene mit Knieschmerzen bei Belastung, ohne diagnostizierte Gelenkerkrankung; 5–10 g/Tag über 12–24 Wochen
Ergebnisse: Belastungsschmerz VAS −21,9 vs. −15,6 mm (p = 0,024; Zdzieblik 2021); −19,5 vs. −13,9 (p = 0,046; Zdzieblik 2017); Gelenkschmerz beim Gehen −1,11 vs. −0,46 (p = 0,007; Clark 2008); bei aktiven 56- bis 68-Jährigen kein Unterschied (VAS −1,6 vs. −1,9; p = 0,42; Bongers 2020)
Drei Placebo-Studien mit jungen Sportlern fanden unter Kollagenpeptiden etwas weniger Knieschmerzen bei Belastung, der Unterschied zu Placebo war klein, weil auch die Placebogruppen deutlich besser wurden. Zwei dieser Studien stammen von derselben Arbeitsgruppe mit Mitautoren eines Kollagen-Forschungsinstituts. Eine niederländische Studie mit älteren Aktiven fand keinen Unterschied zu Placebo, die Ergebnisse sind also widersprüchlich und der Nutzen ist unklar. 17, 61, 62, 18, 63
Belastungsbedingte Gelenkbeschwerden lindern (undenaturiertes Typ-II-Kollagen)unklar4 Placebo-RCTs mit 55, 96, 64 und 74 Pers. (Lugo 2013, Schön 2022, Shiojima 2023, Möller 2026), alle mit Herstellerbeteiligung; keine Meta-AnalyseSchmerz bei Bewegung in beiden Gruppen gleich gebessert
gesunde Erwachsene mit Kniebeschwerden bei Belastung; 40 mg (bzw. 3,2 mg) Typ-II-Kollagen/Tag über 12–24 Wochen
Ergebnisse: Schmerz bei Bewegung in beiden Gruppen gleich gebessert (Möller 2026); Kniestreckung 81,0° vs. 74,0° (p = 0,011; Lugo 2013); Kniebeugung +3,23° vs. +0,21° (p = 0,025; Schön 2022); Kniebeschwerden besser, ohne klaren Placebovergleich im Abstract (Shiojima 2023)
Drei kleine Placebo-Studien fanden unter Typ-II-Kollagen eine etwas bessere Kniebeweglichkeit bei Menschen mit Beschwerden unter Belastung, gemessen wurden aber vor allem Winkelgrade. Die einzige Studie, die gezielt den Schmerz bei Bewegung verglich, sah keinen Unterschied zu Placebo. Alle vier Studien entstanden mit Mitarbeitern oder Präparaten der Hersteller, ob Typ-II-Kollagen Kniebeschwerden lindert, ist unklar. 64, 65, 66, 67
Rheumatoide Arthritis lindern (natives Typ-II-Kollagen)unklarwidersprüchlich5 Placebo-RCTs mit 60, 90, 274, 190 und 60 Pers. (Trentham 1993, Sieper 1996, Barnett 1998, McKown 1999, Cazzola 2000); keine Meta-Analyseweniger geschwollene und druckschmerzhafte Gelenke
Menschen mit aktiver rheumatoider Arthritis; sehr kleine Mengen (0,02–10 mg/Tag) Typ-II-Kollagen aus Huhn oder Rind
Ergebnisse: weniger geschwollene und druckschmerzhafte Gelenke (Trentham 1993); ACR-20 nicht besser als Placebo (Barnett 1998, nur nach anderen Kriterien mit 20 µg/Tag signifikant; McKown 1999; Cazzola 2000); kein Unterschied im Ansprechen (Sieper 1996)
Die Idee, über kleine Mengen geschlucktes Typ-II-Kollagen das Immunsystem zu beruhigen, wurde in den 1990er-Jahren an Rheumapatienten geprüft. Nach einer positiven ersten Studie fanden vier Folgestudien keinen oder nur einen schwachen Effekt, die Ergebnisse sind also widersprüchlich und der Nutzen ist unklar. Typ-II-Kollagen ersetzt keine Rheumatherapie. 42, 20, 68, 21, 69, 70
Knochendichte bei Frauen nach den Wechseljahren erhöhenunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 131 Pers. (König 2018); 1 RCT mit 51 Pers. als Zusatz zu Kalzium und Vitamin D (Lampropoulou-Adamidou 2022)T-Score Wirbelsäule +0,10 vs
Frauen nach den Wechseljahren mit verminderter Knochendichte; 5 g Kollagenpeptide/Tag über 6–12 Monate, teils zusätzlich zu Kalzium und Vitamin D
Ergebnisse: T-Score Wirbelsäule +0,10 vs. −0,03 (p = 0,030), Schenkelhals +0,09 vs. −0,01 (p = 0,003; König 2018); trabekuläre Knochendichte am Schienbein +2,54 % und höhere Wirbelsäulendichte als ohne Kollagen (Lampropoulou-Adamidou 2022); Knochenmarker in einer weiteren Studie unverändert (Duangjai 2025)
Es gibt erste Hinweise: Eine deutsche Placebo-Studie fand nach einem Jahr eine leicht höhere Knochendichte an Wirbelsäule und Schenkelhals, eine griechische Studie mit Kalzium und Vitamin D in beiden Gruppen ein ähnliches Bild. Die deutsche Studie wurde teilweise vom Hersteller bezahlt, und eine thailändische Studie sah keine Veränderung der Knochenmarker. Mehr als eine Placebo-Studie gibt es nicht, der Nutzen ist daher unklar; ob Kollagen Knochenbrüche verhindert, wurde nie geprüft. 19, 71, 72, 73
Muskelmasse und Kraft bei Älteren mit Training erhalten oder aufbauenunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 53 Pers. (Zdzieblik 2015); Vergleichsstudien gegen Molkeneiweiß mit 22 und 9 Pers. (Oikawa 2020, Hays 2009)fettfreie Masse +4,2 vs
ältere Menschen ab etwa 65 Jahren, teils mit Sarkopenie (Muskelschwund)
Ergebnisse: fettfreie Masse +4,2 vs. +2,9 kg, Quadrizepskraft +16,5 vs. +7,3 Nm (p < 0,05; Zdzieblik 2015); Muskelproteinsynthese mit Kollagen geringer als mit Molke (Oikawa 2020); Stickstoffbilanz bei knapper Eiweißzufuhr erhalten (Hays 2009)
Es gibt erste Hinweise: Eine Studie mit älteren Männern mit Muskelschwund fand unter Kollagen plus Krafttraining mehr Zuwachs an fettfreier Masse und Kraft als mit Training und Placebo ohne Eiweiß. Im direkten Vergleich regte Molkeneiweiß den Muskelaufbau bei älteren Frauen deutlich stärker an als Kollagen. Mit nur einer passenden Studie ist der Nutzen unklar, und für Ältere ist Kollagen kein gleichwertiger Ersatz für vollständiges Eiweiß. 25, 24, 76
Sehnen kräftigen (Dicke und Steifigkeit) zusammen mit TrainingunklarwidersprüchlichSehnendicke 4 Studien, 114 Pers.; Sehnenmechanik 4 Studien, 111 Pers. (Bischof 2024)Sehnenquerschnitt SMD 0,67, Steifigkeit und Elastizitätsmodul SMD 0,05, nicht signifikant
gesunde Erwachsene und Sportler mit Kraft- oder Mannschaftstraining; 5–30 g/Tag, teils mit Vitamin C in beiden Gruppen
Ergebnisse: Sehnenquerschnitt SMD 0,67 (Vertrauenswürdigkeit sehr niedrig; ohne eine Studie nicht mehr signifikant), Steifigkeit und Elastizitätsmodul SMD 0,05, nicht signifikant (Bischof 2024); Querschnitt größer in 3 Studien (Jerger 2022, Jerger 2023, Nulty 2025), kein Unterschied in 2 Studien (Balshaw 2023, Lee 2025)
Einige kleine Studien fanden, dass Sehnen bei Training mit Kollagen etwas dicker werden als mit Training allein, andere fanden keinen Unterschied. In der Meta-Analyse ist der Effekt auf die Dicke sehr unsicher, auf die mechanischen Eigenschaften zeigte sich zusammengerechnet kein Effekt; die Ergebnisse sind widersprüchlich und der Nutzen unklar. Ob Kollagen Sehnenverletzungen vorbeugt, wurde nie geprüft. 22, 77, 78, 79, 46, 80, 81
Achillessehnen-Beschwerden und instabile Sprunggelenke bessernunklarerste Hinweise2 kleine Placebo-RCTs mit 20 und 50 Pers. (Praet 2019, Dressler 2018)Achillessehnen-Score VISA-A nach 3 Monaten +12,6 vs
Menschen mit chronischer Achillessehnen-Tendinopathie bzw. Sportler mit chronischer Sprunggelenksinstabilität, zusätzlich zu Übungsprogrammen; 5 g/Tag
Ergebnisse: Achillessehnen-Score VISA-A nach 3 Monaten +12,6 vs. +5,3 Punkte (Praet 2019); subjektive Sprunggelenksstabilität signifikant besser, weniger erneute Verletzungen im Nachbeobachtungszeitraum (p < 0,05), mechanische Stabilität unverändert (Dressler 2018)
Es gibt erste Hinweise: Zwei kleine Studien deuten an, dass Kollagenpeptide die Erholung bei chronischen Achillessehnen-Beschwerden beschleunigen und instabile Sprunggelenke subjektiv stabiler machen können, jeweils zusätzlich zu Übungen. Die mechanisch gemessene Stabilität änderte sich nicht. Mit 20 und 50 Teilnehmenden und Beteiligung von Herstellern an beiden Studien ist der Nutzen unklar. 82, 83
Erholung und Muskelkater nach harter Belastung verbessernunklarwidersprüchlichMaximalkraft nach 48 h: 4 Studien, 113 Pers. (Bischof 2024); 4 weitere kleine Placebo-RCTs mit 15 bis 55 Pers.Maximalkraft nach 48 h SMD 0,31, nicht signifikant
gesunde, aktive Erwachsene nach muskelschädigendem Training; 15–20 g/Tag über etwa 1 Woche
Ergebnisse: Maximalkraft nach 48 h SMD 0,31, nicht signifikant (p = 0,087); Sprungkraft nach 48 h SMD 0,43 (p = 0,045; 3 Studien); Muskelkater nicht signifikant (Bischof 2024); Kraft besser erholt in 2 herstellernahen Studien (Bischof 2023, Kuwaba 2023), kein Unterschied in 2 Studien (Barclay 2024, Prowting 2021)
Nach harter Belastung erholte sich die Sprungkraft mit Kollagen in wenigen kleinen Studien etwas schneller, die Maximalkraft zusammengerechnet nicht. Zwei Studien mit Beteiligung von Herstellern fanden eine schnellere Erholung, zwei andere keinen Unterschied zu Placebo. Die Ergebnisse sind widersprüchlich, ob Kollagen die Erholung verbessert, ist unklar. 22, 84, 85, 86, 87, 88
Knochenbrüche verhindernkeine Studie mit Knochenbrüchen als Endpunktnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie mit Frakturen als Endpunktkeine Daten
Ergebnisse: keine Daten; in den Studien zur Knochendichte wurden Brüche nicht erfasst (Sun 2025)
Ob Kollagen Knochenbrüche verhindert, ist nicht untersucht: Keine kontrollierte Studie hat Brüche erfasst. Die vorhandenen Studien messen nur Knochendichte und Blutmarker, und daraus lässt sich ein Schutz vor Brüchen nicht ableiten. 73
Rückenschmerzen lindernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit eigener Auswertung des Rückenschmerzes für Kollagenhydrolysatkeine Daten
Erwachsene mit Rückenschmerzen; bisher nur als Nebenziel in Studien zu Gelenkbeschwerden erfasst
Ergebnisse: keine Daten; Gelenke und Lendenwirbelsäule nur gemeinsam ausgewertet (Bruyère 2012); Rückenbeschwerden mit Typ-II-Kollagen nur als explorativer Nebenbefund (Shiojima 2023)
Ob Kollagen Rückenschmerzen lindert, ist nicht untersucht: Keine Placebo-Studie hat den Rückenschmerz eigens ausgewertet. In einer belgischen Studie mit Gelenk- und Rückenbeschwerden sprachen nach sechs Monaten etwas mehr Teilnehmende auf Kollagenhydrolysat an, der Rücken wurde aber nicht getrennt betrachtet. Eine japanische Studie mit Typ-II-Kollagen fand Besserungen nur als Nebenbefund. 89, 66
Sonstiges 8
7 unklar · 1 nicht untersucht
Körperfett verringernunklarwidersprüchlich4 Placebo-RCTs mit 272 Pers. zur Fettmasse, 5 Studien zum Körperfettanteil (Jalili 2023); Einzel-RCTs mit 59 bis 81 Pers. (Park 2023, Jendricke 2019, Jendricke 2020)Fettmasse −1,21 kg, Körperfettanteil dagegen nicht signifikant verändert
Erwachsene mit und ohne Training, teils mit Übergewicht oder ab 50 Jahren; 10–20 g Kollagenpeptide/Tag über rund 12 Wochen
Ergebnisse: Fettmasse −1,21 kg (95 % KI −2,13 bis −0,29), Körperfettanteil dagegen nicht signifikant verändert (Jalili 2023); Gesamtkörperfett im DEXA stärker gesunken als unter Placebo (Park 2023); mit Krafttraining stärkerer Fettverlust (Jendricke 2019), mit Ausdauer- und Krafttraining kein Unterschied (Jendricke 2020)
Die Ergebnisse sind widersprüchlich: Eine Meta-Analyse mit 4 Studien fand unter Kollagenpeptiden gut ein Kilogramm weniger Fettmasse als unter Placebo, beim Körperfettanteil zeigte sich in 5 Studien aber kein Unterschied, und auch eine Trainingsstudie fand keinen. Alle Studien zur Fettmasse hatten eine Beteiligung von Kollagenherstellern, und die Placebos enthielten kein Eiweiß. Ob Kollagen beim Fettabbau hilft, ist damit unklar. 26, 90, 75, 91
Beim Abnehmen helfen (Körpergewicht senken)unklarMeta-Analyse: 2 Placebo-RCTs bei Übergewicht, 6 RCTs mit 385 Pers. insgesamt (Jalili 2023); RCTs mit 81 und 56 Pers. (Tak 2019, Chavez-Alfaro 2025); 1 RCT mit 64 Pers. ohne Placebo (López-Yoldi 2024)Körpergewicht bei Übergewicht −0,15 kg, nicht signifikant, auch insgesamt kein Effekt
Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas; Kollagenpeptide bzw. Gelatine als Teil einer eiweißreichen Kost
Ergebnisse: Körpergewicht bei Übergewicht −0,15 kg (−2,29 bis 1,99), nicht signifikant, auch insgesamt kein Effekt (Jalili 2023); Körpergewicht in zwei Placebo-Studien unverändert (Tak 2019, Chavez-Alfaro 2025); mit speziell quellendem Rinderkollagen (20 g/Tag) Gewicht stärker gesunken als ohne Riegel (López-Yoldi 2024); Gelatine-Diät ohne Vorteil gegenüber Milcheiweiß (Hochstenbach-Waelen 2010, 2011)
In Placebo-Studien nahmen Menschen mit Übergewicht unter Kollagen nicht stärker ab: Die Meta-Analyse fand weder bei Übergewicht noch insgesamt einen Unterschied beim Körpergewicht, zwei weitere Studien ebenfalls nicht. Nur eine spanische Studie mit einem speziell aufbereiteten, im Magen quellenden Kollagen fand eine Gewichtsabnahme; sie hatte keine Placebogruppe und wurde vom Hersteller unterstützt. Gelatine half in zwei mehrmonatigen Diätstudien nicht besser als Milcheiweiß, ein Nutzen beim Abnehmen bleibt damit offen. 26, 27, 92, 93, 94, 95
Sättigung erhöhen und Essmenge senkenunklarerste Hinweise1 Crossover-RCT mit 15 Pers. gegen kalorienfreie Kontrolle (Reynolds 2025); Vergleiche mit anderen Eiweißen mit 10 bis 24 Pers. (Duarte 2022, Veldhorst 2009, Lang 1998); keine Meta-AnalyseEssmenge an einer späteren Mahlzeit etwa 41 kcal geringer, Hungergefühl unverändert
gesunde Erwachsene; einzelne Mahlzeiten oder 1 Woche; Kollagenpeptide 15–40 g oder Gelatine als Eiweißquelle
Ergebnisse: Essmenge an einer späteren Mahlzeit etwa 41 kcal geringer (p = 0,037), Hungergefühl unverändert (Reynolds 2025); kein Unterschied zu Molkeneiweiß (Duarte 2022); nach Gelatine-Frühstück weniger Essen zu Mittag als nach Kasein, Soja oder Molke (Veldhorst 2009); kein Unterschied zwischen sechs Eiweißarten (Lang 1998)
Erste Hinweise: In einer kleinen Studie mit 15 Frauen aßen die Teilnehmerinnen nach einer Woche mit 15 g Kollagenpeptiden täglich bei einer späteren Mahlzeit etwa 41 kcal weniger als mit einem kalorienfreien Getränk, hungriger oder satter fühlten sie sich nicht. Mitautoren arbeiten bei einem Kollagenhersteller. Vergleiche mit anderen Eiweißen fielen gemischt aus, und über mehrere Monate führte Gelatine nicht zu mehr Gewichtsverlust. 36, 96, 97, 98
Blutzucker senkenunklarwidersprüchlichMeta-Analyse: HbA1c aus 2 Placebo-RCTs mit 154 Pers., Nüchternzucker aus 5 RCTs (Jalili 2023); RCTs mit 100, 81, 74 und 56 Pers. (Zhu 2010, Tak 2019, Park 2023, Chavez-Alfaro 2025)HbA1c und Nüchternzucker nicht signifikant verändert, Evidenzqualität sehr niedrig
Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Übergewicht; 10–15 g Kollagenpeptide/Tag
Ergebnisse: HbA1c und Nüchternzucker nicht signifikant verändert, Evidenzqualität sehr niedrig (Jalili 2023); Nüchternzucker und HbA1c bei Typ-2-Diabetes gesunken (Zhu 2010); HbA1c unverändert, Zuckerschwankungen, Insulin und HOMA-IR leicht gestiegen (Chavez-Alfaro 2025); Nüchternzucker unverändert (Park 2023, Tak 2019)
Die Studien widersprechen sich: Eine chinesische Studie mit 100 Menschen mit Typ-2-Diabetes fand niedrigere Zucker- und HbA1c-Werte, die Meta-Analyse und drei weitere Placebo-Studien fanden keine Verbesserung, eine davon eher leicht ungünstigere Insulinwerte. Ob Kollagen den Blutzucker beeinflusst, ist damit unklar. Zur Behandlung eines Diabetes eignet es sich nach dieser Datenlage nicht. 26, 29, 92, 90
Blutdruck senkenunklarwidersprüchlichMeta-Analyse aus 4 Placebo-RCTs mit 302 Pers. (Jalili 2023); RCTs mit 58, 70 und 56 Pers. (Kouguchi 2013, Igase 2018, Chavez-Alfaro 2025)systolischer Blutdruck −5,04 mmHg bei extrem hoher Heterogenität
Erwachsene mit hoch-normalem Blutdruck oder leichtem Bluthochdruck; Kollagenpeptide aus Huhn, Schwein oder Fisch
Ergebnisse: systolischer Blutdruck −5,04 mmHg bei extrem hoher Heterogenität (I² 98,9 %; Jalili 2023); unter Hühnerkollagenhydrolysat niedriger als unter Placebo (Kouguchi 2013); mit Schweinekollagenpeptiden −4,2 mmHg (−8,46 bis 0,06), nicht signifikant (Igase 2018); Praxis- und 24-h-Blutdruck unverändert (Chavez-Alfaro 2025)
Die Ergebnisse sind widersprüchlich: Zusammengerechnet sank der obere Blutdruckwert unter Kollagenpeptiden um etwa 5 mmHg, die vier Studien dahinter weichen aber extrem stark voneinander ab. Positiv fielen vor allem kleine japanische Studien mit speziellen Hühnerkollagen-Hydrolysaten aus, an denen Herstellerangestellte beteiligt waren, eine neuere unabhängige Studie mit 24-Stunden-Messung fand keinen Effekt. Bei Bluthochdruck ist Kollagen kein Ersatz für die ärztlich verordnete Behandlung. 26, 99, 100, 28, 101
LDL-Cholesterin senkenunklarwidersprüchlichMeta-Analyse aus 4 Placebo-RCTs mit 265 Pers. (Jalili 2023); RCTs mit 100, 74 und 56 Pers. (Zhu 2010, Park 2023, Chavez-Alfaro 2025)LDL −4,09 mg/dl, Evidenzqualität niedrig, Effekt nur in der Teilgruppe ab 10 g/Tag
Erwachsene mit und ohne Stoffwechselerkrankung, teils mit Typ-2-Diabetes
Ergebnisse: LDL −4,09 mg/dl (95 % KI −8,13 bis −0,04; I² 93,4 %), Evidenzqualität niedrig, Effekt nur in der Teilgruppe ab 10 g/Tag (Jalili 2023); LDL bei Typ-2-Diabetes gesunken (Zhu 2010); kein Unterschied zu Placebo (Park 2023, Chavez-Alfaro 2025)
Die Ergebnisse sind widersprüchlich: Die Meta-Analyse fand ein knapp niedrigeres LDL-Cholesterin, der Effekt stammt aber vor allem aus chinesischen Studien einer Arbeitsgruppe mit Diabetikern, und die Einzelstudien weichen stark voneinander ab. Zwei neuere Placebo-Studien fanden keinen Unterschied. Ob Kollagen das LDL-Cholesterin senkt, ist damit unklar. 26, 29, 102, 90, 28, 103
Schlaf verbessernunklar1 Crossover-RCT mit 13 Pers. über je 7 Nächte (Thomas 2024)Gesamtschlafdauer per Polysomnographie und Aktigraphie unverändert
sportlich aktive junge Männer mit Schlafbeschwerden; 15 g glycinreiche Kollagenpeptide 1 Stunde vor dem Schlafen
Ergebnisse: Gesamtschlafdauer per Polysomnographie und Aktigraphie unverändert; nächtliches Aufwachen seltener (p = 0,028); Einschlafzeit, Schlafeffizienz und empfundene Schlafqualität unverändert (Thomas 2024)
Eine kleine Studie mit 13 Sportlern fand unter Kollagen vor dem Schlafen keine längere Schlafdauer, nur etwas weniger nächtliches Aufwachen; Einschlafzeit und empfundene Schlafqualität änderten sich nicht. Die Studie wurde vom Hersteller finanziert, zwei Mitautorinnen sind dort angestellt. Ob Kollagen den Schlaf verbessert, ist damit offen. 31
Verdauungsbeschwerden und Blähbauch lindernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 offene Studie ohne Kontrollgruppe, 14 von 40 Teilnehmerinnen bis zum Ende (Abrahams 2022)13 von 14 Frauen, die die Studie beendeten, berichteten weniger Verdauungsbeschwerden …
Erwachsene mit leichten Verdauungsbeschwerden bzw. Blähbauch; bisher nur eine offene Studie ohne Kontrollgruppe mit 20 g Kollagenpeptiden/Tag
Ergebnisse: 13 von 14 Frauen, die die Studie beendeten, berichteten weniger Verdauungsbeschwerden einschließlich Blähungen (Abrahams 2022)
Ob Kollagen Blähbauch oder andere Verdauungsbeschwerden lindert, ist nicht untersucht: Es gibt keine Studie mit Placebogruppe. Die einzige Studie hatte keine Vergleichsgruppe, nur 14 von 40 Teilnehmerinnen hielten bis zum Ende durch, und die Erstautorin wurde vom Hersteller als Beraterin bezahlt. Eine Aussage über eine Wirkung ist damit nicht möglich. 30
Kollagen für die Haut: Helfen Pulver und Drinks gegen Falten?
Ob Kollagen die Haut straffer, feuchter oder glatter macht, ist unklar, weil nur herstellerfinanzierte Studien einen Effekt zeigen. Das überrascht zunächst. Rechnet man nämlich alle Studien zusammen, schneidet Kollagen gut ab. In der bislang größten Auswertung von 23 Studien mit fast 1.500 Teilnehmenden, überwiegend Frauen mittleren Alters, war die Haut nach einigen Wochen elastischer, feuchter und weniger faltig als mit einem Scheinpräparat (Placebo).3 Eine ältere Auswertung war zuvor zum selben Schluss gekommen.4
Doch genau diese große Auswertung hat die Studien zusätzlich danach sortiert, wer sie bezahlt hat. Das Ergebnis ist ernüchternd. Nur die von Kollagenherstellern finanzierten Studien fanden einen Vorteil, während die unabhängigen weder bei der Elastizität noch bei Feuchtigkeit oder Falten einen Unterschied sahen. Auch unter den methodisch hochwertigen Studien blieb kein Effekt übrig, weshalb die Autoren einen klinischen Beleg verneinen.3 Eine neuere Auswertung ohne kommerzielle Interessen fand bei der Elastizität ebenfalls nichts.5
Dass Geldgeber ein Ergebnis färben, muss keine Absicht sein. Oft genügt es schon, dass enttäuschende Studien seltener veröffentlicht werden, und bei der Haut kommt hinzu, dass Messungen stark von Wetter, Jahreszeit und Raumklima abhängen.6 Die vielen positiven Studien sind deshalb kein Beweis, solange unabhängige Forschung sie nicht bestätigt. Wer sich für Kollagen für Haut und Haare interessiert, sollte genau darauf achten, wer eine Studie finanziert hat.
Für Haare und Cellulite gibt es erste Hinweise, mehr aber nicht. Zwei koreanische Studien fanden nach einem halben Jahr etwas dickere Haare,78 und zwei Studien sahen nach sechs Monaten eine etwas schwächer ausgeprägte Cellulite an den Oberschenkeln.97 An allen drei Studien dahinter waren allerdings Hersteller beteiligt. Brüchige Nägel wiederum hat noch keine Studie mit Scheinpräparat geprüft, denn die oft zitierte Nagelstudie hatte 25 Teilnehmerinnen und keine Vergleichsgruppe.10 Ob Kollagen vor Sonnenbrand schützt, ist ebenfalls nicht untersucht. Einen Sonnenschutz ersetzt es also nicht.
So wurde gemessen
- Hautalterung: Auswertung von 23 Placebo-Studien mit 1.474 Personen. Über alle Studien zusammen waren Feuchtigkeit, Elastizität und Falten besser; in den Studien ohne Herstellerfinanzierung und in den hochwertigen Studien zeigte sich in keinem der drei Bereiche ein Unterschied.3
- Ältere Auswertung: 19 Studien mit 1.125 Personen zwischen 20 und 70 Jahren, fast nur Frauen, mit Vorteilen in allen drei Bereichen; Effektgrößen nennt die Zusammenfassung nicht.4 Eine weitere Sammelarbeit mit 10 Studien weist auf fehlende Kontrolle von Wettereinflüssen hin.6
- Gegenbefund: 19 Studien mit 1.341 Personen, Peptide zum Einnehmen und zum Auftragen gemeinsam ausgewertet; Elastizität nicht verbessert.5
- Haare: 114 Frauen, 1 g Fischkollagenpeptide täglich über 24 Wochen, Haardurchmesser größer als unter Placebo;7 zweite Studie mit 3 g täglich über 24 Wochen.8
- Cellulite: 105 Frauen, 2,5 g täglich über 6 Monate, bei Übergewicht schwächerer Effekt.9 Nägel: 25 Frauen, 2,5 g täglich über 24 Wochen, ohne Kontrollgruppe.10

Hilft Kollagen bei Gelenkschmerzen und Arthrose?
Bei Kniearthrose gibt es für Kollagenhydrolysat erste Hinweise auf etwas weniger Schmerzen, für Typ-II-Kollagen widersprechen sich die Ergebnisse. Arthrose bezeichnet den Verschleiß des Gelenkknorpels. Meist trifft es das Knie. In mehreren Placebo-Studien hatten Menschen mit dieser Diagnose unter einigen Gramm Hydrolysat am Tag etwas weniger Beschwerden, in der größten davon nahmen 250 Teilnehmende ein halbes Jahr lang teil.11 Für Hydrolysat allein gibt es aber nur eine kleine Auswertung mit drei Studien, die alle methodische Schwächen haben,12 und die meisten positiven Einzelstudien entstanden mit Beteiligung von Herstellern.
Größere Auswertungen werfen beide Kollagenarten in einen Topf und finden zusammen einen kleinen Vorteil bei Schmerz und Beweglichkeit.13 Für die Entscheidung im Alltag hilft das wenig, weil Hydrolysat und Typ-II-Kollagen auf ganz verschiedene Weise wirken sollen. Bezeichnend ist zudem ein Urteil der EU-Lebensmittelbehörde EFSA. Den Antrag eines Herstellers, Kollagenhydrolysat mit dem Erhalt gesunder Gelenke zu bewerben, lehnte sie ab, weil sich ein Zusammenhang aus den vorgelegten Daten nicht ergab.14
Beim Typ-II-Kollagen ist der Kontrast noch schärfer. Studien, an denen die Hersteller beteiligt waren, fanden mit 40 mg am Tag klar bessere Werte als mit Placebo,2 und eine kleine Sammelauswertung bestätigte das.15 Doch die bisher größte unabhängige Studie, in der über 200 Menschen mit Kniearthrose in Thailand ein halbes Jahr lang Typ-II-Kollagen oder ein Scheinpräparat schluckten, fand weder beim Schmerz noch bei der Beweglichkeit einen Unterschied.16 Welches Kollagen für die Gelenke besser ist, lässt sich deshalb heute nicht beantworten.
Ähnlich gemischt ist das Bild bei jungen Sportlern, die unter Belastung Knieschmerzen haben. Mehrere Studien fanden mit Kollagenpeptiden etwas weniger Schmerz, doch auch die Gruppen mit Scheinpräparat wurden deutlich besser,17 und bei aktiven Älteren zeigte sich gar kein Unterschied.18 Für die Knochen gibt es erste Hinweise aus einer deutschen Studie, in der die Knochendichte von Frauen nach den Wechseljahren binnen eines Jahres leicht zunahm,19 ob Kollagen aber Knochenbrüche verhindert, hat keine Studie geprüft. Bei der rheumatoiden Arthritis schließlich, einer entzündlichen Gelenkkrankheit, folgten auf eine vielversprechende erste Studie mehrere Folgestudien ohne klaren Nutzen.2021
Bei Arthrose kann ein Versuch über einige Monate also vertretbar sein, große Erwartungen sind allerdings nicht angebracht. Eine Rheumatherapie ersetzt Kollagen in keiner Form.
So wurde gemessen
- Kniearthrose, nur Hydrolysat: Schmerzwert aus 3 Studien mit 375 Personen gegenüber Placebo gebessert, alle Studien mit hohem Verzerrungsrisiko.12 Größte Einzelstudie: 250 Personen, 10 g täglich über 6 Monate.11
- Beide Kollagenarten gemeinsam: 25 Studien mit 2.856 Personen, kleiner Vorteil bei Schmerz und Gelenkfunktion, keine Häufung von Abbrüchen.13
- Typ-II-Kollagen: vom Hersteller gesponserte Studie mit 191 Personen, 40 mg täglich über 180 Tage, Gesamtwert besser als unter Placebo;2 Sammelauswertung mit 3 Studien zum Schmerz;15 unabhängige Studie mit 216 Personen über 24 Wochen ohne Unterschied.16
- Sport: 180 junge Aktive, 5 g täglich über 12 Wochen, Belastungsschmerz etwas stärker gesunken als unter Placebo;17 167 aktive Ältere, 10 g täglich, ohne Unterschied.18
- Knochen: 131 Frauen nach den Wechseljahren, 5 g täglich über 12 Monate, Knochendichte an Wirbelsäule und Schenkelhals leicht gestiegen; Studie teilweise vom Hersteller bezahlt.19

Kollagen für Muskeln und Sport: Was bringt es beim Training?
Wer regelmäßig trainiert, baut mit Kollagenpeptiden wahrscheinlich etwas mehr Muskeln und Kraft auf als mit Training allein. Das überrascht, denn Kollagen gilt eigentlich als Schönheitsmittel. Eine Auswertung von 19 Studien mit trainierenden Erwachsenen fand, dass die fettfreie Masse, also Muskeln, Wasser und Bindegewebe, mit Kollagen stärker zunahm als mit Placebo.22 Auch die Maximalkraft stieg etwas mehr, wenn auch nur in kleinem Umfang.
Doch der Vorteil hat einen Haken. In den meisten Studien bekamen die Vergleichsgruppen ein Scheinpräparat ganz ohne Eiweiß, sodass ein Teil des Zuwachses schlicht auf das zusätzliche Eiweiß zurückgehen dürfte. Dazu passt ein Versuch mit jungen Männern, deren Muskeln während einer Woche harten Krafttrainings mit Kollagen nicht mehr neues Eiweiß bildeten als ohne.23 Im direkten Vergleich mit Molkeneiweiß, dem üblichen Eiweißpulver aus Milch, regte Kollagen den Muskelaufbau bei älteren Frauen sogar deutlich schwächer an.24
Für Ältere mit Muskelschwund gibt es bisher nur erste Hinweise aus einer einzigen Studie, in der Männer um die 70 mit Krafttraining und Kollagen mehr Muskeln und Kraft zulegten als mit Training allein.25 Auch die Erholung nach harter Belastung bleibt unklar, weil sich die Ergebnisse widersprechen.22 Ob Kollagen zusammen mit Kreatin mehr bringt als jedes Mittel für sich, hat keine der hier ausgewerteten Studien geprüft. Als Ersatz für vollständiges Eiweiß aus Milch, Fleisch oder Hülsenfrüchten taugt Kollagen nach diesen Daten jedenfalls nicht.
So wurde gemessen
- Muskeln und Kraft: 19 Studien mit 768 trainierenden Personen. Fettfreie Masse in 8 Studien mit 418 Personen SMD 0,48, mittlere Vertrauenswürdigkeit; Maximalkraft in 11 Studien mit 511 Personen SMD 0,19, niedrige Vertrauenswürdigkeit.22
- Eiweißaufbau: 25 junge Männer, zweimal täglich 15 g Kollagen oder ein kalorienfreies Placebo über eine Woche Krafttraining, gleiche Aufbaurate von Muskel- und Bindegewebseiweiß.23 22 Frauen um 69 Jahre, zweimal täglich 30 g Molke oder Kollagen über 6 Tage.24
- Ältere mit Muskelschwund: 53 Männer um 72 Jahre, 15 g täglich zu 12 Wochen Krafttraining, fettfreie Masse +4,2 gegen +2,9 kg; Präparat vom Hersteller.25
Hilft Kollagen beim Abnehmen, oder macht es dick?
Beim Abnehmen hilft Kollagen nach den Placebo-Studien nicht erkennbar, dick macht es aber auch nicht. Menschen mit Übergewicht verloren in diesen Studien mit Kollagen nicht mehr Gewicht als ohne.2627 Bei der Fettmasse fand eine Auswertung zwar gut ein Kilo weniger, beim Anteil des Körperfetts dagegen keinen Unterschied, und an allen Studien zur Fettmasse waren Hersteller beteiligt.26 Ob Kollagen beim Fettabbau hilft, bleibt damit unklar.
Und der gefürchtete dicke Bauch? Auch diese Sorge bestätigen die Studien nicht. In keiner kontrollierten Studie nahmen Gewicht oder Körperfett unter Kollagen zu.26 Wer trainiert, kann durch mehr Muskeln und Bindegewebe zwar etwas schwerer werden,22 doch das ist kein Fett. Bei gesüßten oder aromatisierten Pulvern lohnt allerdings ein Blick auf Zucker und Kalorien je Portion.
Auch bei Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten widersprechen sich die Ergebnisse. Zusammengerechnet sank der obere Blutdruckwert in vier Studien um einige Punkte, die Studien wichen aber extrem voneinander ab, und eine neuere unabhängige Studie mit Messung rund um die Uhr fand keinen Effekt.2628 Beim Blutzucker fand eine chinesische Studie mit Menschen mit Typ-2-Diabetes bessere Werte,29 mehrere andere dagegen nicht.26 Eine ärztliche Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes kann Kollagen nach dieser Datenlage nicht ersetzen.
So wurde gemessen
- Gewicht: 6 Studien mit 385 Personen; bei Übergewicht −0,15 kg gegenüber Placebo ohne gesicherten Unterschied. Fettmasse in 4 Studien mit 272 Personen −1,21 kg, Körperfettanteil in 5 Studien unverändert.26 81 Erwachsene mit Übergewicht über 12 Wochen ohne Gewichtsunterschied.27
- Blutdruck: 4 Studien mit 302 Personen, oberer Wert −5 mmHg bei sehr großer Streuung zwischen den Studien;26 56 Erwachsene mit Übergewicht, 10 g täglich, Praxis- und 24-Stunden-Werte unverändert.28
- Blutzucker: 100 Menschen mit Typ-2-Diabetes in China, 13 g täglich über 3 Monate, Nüchternzucker und Langzeitwert HbA1c gesunken;29 in der Sammelauswertung HbA1c und Nüchternzucker unverändert.26
Wirkt Kollagen auf Darm, Schlaf und Psyche?
Für Darm, Schlaf und Psyche fehlen aussagekräftige Studien bisher fast völlig. Die Hoffnung auf einen ruhigeren Bauch stützt sich auf eine einzige Studie ohne Vergleichsgruppe, in der von 40 Frauen nur 14 bis zum Ende dabeiblieben, und die Erstautorin wurde vom Hersteller als Beraterin bezahlt.30 Ob Kollagen gegen Blähbauch hilft, ist damit nicht untersucht.
Beim Schlaf sieht es kaum besser aus. In einer kleinen Studie mit 13 jungen Sportlern, die eine Woche lang vor dem Schlafengehen Kollagen oder ein Scheinpräparat tranken, schliefen die Männer mit Kollagen nicht länger, wachten aber etwas seltener auf.31 Auch sie bezahlte ein Hersteller. Ob Kollagen den Schlaf verbessert, ist deshalb unklar, und zur Wirkung auf Stimmung und Psyche haben wir keine kontrollierte Studie gefunden.
Hilft Kollagen bei der Wundheilung?
Bei schweren Wunden gibt es erste Hinweise auf eine schnellere Heilung, allerdings nur aus wenigen kleinen Studien im Krankenhaus. Bei Menschen mit Druckgeschwüren, wie sie bei Bettlägerigen entstehen, wurde die Wunde in zwei Placebo-Studien mit Kollagenhydrolysat etwas schneller kleiner.3233 Ob sie dadurch auch öfter ganz abheilte, wurde nicht berichtet, und die größere der beiden Studien bezahlte ein Hersteller. Bei schweren Verbrennungen heilten die Wunden in zwei kleinen Studien ebenfalls schneller, in einer davon nach knapp vier statt knapp sechs Wochen.3435
Diese Studien betreffen Patientinnen und Patienten in ärztlicher Behandlung, die Kollagen zusätzlich zur üblichen Versorgung bekamen. Über Schürfwunden im Alltag sagen sie nichts. Die Behandlung schwerer Wunden gehört in ärztliche und pflegerische Hand.
So wurde gemessen
- Druckgeschwüre: Cochrane-Review mit einer Placebo-Studie an 74 Personen, Wundfläche um 1,8 cm² stärker verkleinert, vollständige Heilung nicht erfasst;32 120 Patienten, 10 g täglich über 16 Wochen, nur eines von zwei geprüften Hydrolysaten wirksam.33
- Verbrennungen: 66 Patienten, 40 g Hydrolysat täglich, vollständige Abheilung nach 26 statt 41 Tagen;34 31 Männer mit Verbrennungen auf einem Fünftel bis knapp einem Drittel der Hautfläche, kollagenbasierte Zusatznahrung über 4 Wochen.35
Unsere Einordnung
Kollagen ist kein Schönheitsmittel mit gesicherter Wirkung. Bei der Haut zeigen nur von Herstellern bezahlte Studien einen Effekt, bei den Gelenken gibt es für Hydrolysat erste Hinweise. Wer trainiert, gewinnt damit wahrscheinlich etwas Muskeln und Kraft, zum Teil wohl schon deshalb, weil es zusätzliches Eiweiß liefert.
Welche Versprechen über Kollagen halten nicht?
Drei verbreitete Annahmen halten einer genauen Prüfung nicht stand. Die erste lautet, dass zahlreiche Studien die Wirkung auf die Haut beweisen. Zahlreich sind sie tatsächlich, doch sobald nur die unabhängigen zählen, verschwindet der Effekt.3 Die zweite besagt, eine Behörde habe die Wirkung auf die Gelenke bestätigt. Das Gegenteil ist richtig, denn die EU-Lebensmittelbehörde hat eine solche Werbeaussage abgelehnt.14
Die dritte Annahme betrifft den Muskelaufbau, denn Kollagen gilt manchen als vollwertiges Eiweißpulver. Im direkten Vergleich regte Molkeneiweiß den Aufbau neuer Muskelfasern aber deutlich stärker an.24 Umgekehrt hält sich auch eine Befürchtung hartnäckig, nämlich die, Kollagen mache dick. In den kontrollierten Studien nahmen Gewicht und Fett unter Kollagen jedoch nicht zu.26
Ist Kollagen sicher?
Für gesunde Erwachsene ist Kollagen in üblichen Mengen gut verträglich, einige Gruppen sollten aber vorsichtig sein. Bei den Nebenwirkungen insgesamt wurde kein Schaden gefunden. In einer großen Auswertung von 35 Studien, deren Teilnehmende an Arthrose litten, traten Beschwerden unter Kollagen ebenso oft auf wie in den Vergleichsgruppen.13 Ob Kollagen auf den Magen schlägt, ist dagegen ungeklärt. Studien nennen Völlegefühl oder Übelkeit zwar am häufigsten,12 doch eine kleine Studie mit 15 Frauen fand über eine Woche keinen Unterschied zum Scheinpräparat.36 Dabei liefen die meisten Studien nur einige Monate, und viele erfassten Nebenwirkungen bloß grob. Wer Kollagen-Nebenwirkungen bemerkt, etwa ein anhaltendes Völlegefühl, kann die Tagesmenge aufteilen oder verringern.
Vorsicht gilt vor allem bei Allergien, denn ob Fischallergiker Kollagen vertragen, ist ungeklärt. Kollagen aus Fisch ist ein bekanntes Fischallergen, und von 101 Fischallergikern hatte etwa jeder fünfte Antikörper dagegen.37 Dagegen reagierte in der einzigen Provokationsstudie keiner von 30 Betroffenen messbar auf Fischgelatine.38 Fischkollagen sollten sie deshalb meiden. Menschen mit einer Fleischallergie nach Zeckenstich, dem sogenannten Alpha-Gal-Syndrom, reagieren zudem häufig auf Gelatine von Rind oder Schwein.39 Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder am Hals oder Kreislaufproblemen nach der Einnahme ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Ob Kollagen Nierensteine fördert, ist ebenfalls ungeklärt. Es enthält viel Hydroxyprolin, aus dem der Körper einen Teil des Oxalats bildet, also des Hauptbestandteils der meisten Nierensteine.40 Bei zehn Gesunden stieg das Oxalat im Urin nach 30 g Gelatine am Tag deutlich an, absolute Werte nennt die Zusammenfassung aber nicht, und nach kleinen Mengen stieg es nicht.41 Neue Steine hat keine Studie gezählt. Wer schon Nierensteine hatte, sollte Kollagen deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache und eher in kleinen Mengen nehmen.
Menschen mit rheumatoider Arthritis nahmen in mehreren älteren Studien Typ-II-Kollagen ein. Dabei wurde kein Schaden gefunden, denn Krankheitsschübe traten damit nicht häufiger auf als mit Scheinpräparat.4220 Trotzdem gehört die Einnahme in Absprache mit der Rheumapraxis, und verordnete Medikamente sollten dafür nicht abgesetzt werden. In Schwangerschaft und Stillzeit wurden Kollagenpräparate nie untersucht. Ob die regelmäßige Einnahme die Belastung mit Blei oder Cadmium im Blut erhöht, hat ebenfalls keine Studie gemessen, und in Brühen aus Tierknochen fanden Forschende diese Metalle in Mengen von wenigen Mikrogramm je Portion.43 Das Risiko für die Rinderkrankheit BSE durch Kollagen aus Rinderknochen schätzt die EFSA dagegen als äußerst gering ein.44
So wurde gemessen
- Nebenwirkungen insgesamt: 35 Studien mit 3.165 Menschen mit Arthrose, keine Zunahme von Abbrüchen oder unerwünschten Ereignissen gegenüber Kontrolle.13 In einer kleineren Auswertung mit 4 Studien lag das Risiko leicht höher, ohne gesicherten Unterschied; Magen-Darm-Beschwerden wurden dort am häufigsten genannt.12
- Magen und Darm: kleine Crossover-Studie mit 15 Frauen, 15 g täglich über eine Woche, ohne Unterschied zur kalorienfreien Kontrolle.36
- Allergie: 30 Fischallergiker, doppelblind bis 14,6 g Fischgelatine, keine objektive Reaktion;38 101 Fischallergiker, 21 % mit Antikörpern gegen Fischkollagen im Labortest ohne Einnahme;37 30 von 40 Menschen mit Fleischallergie im Hauttest gegen Gelatine positiv.39
- Oxalat: 10 Gesunde, 30 g Gelatine gegen Molkeneiweiß über je 5 Tage, Oxalat im Urin 43 % höher.41
- Rheuma: größte Studie mit 274 Personen über 24 Wochen, keine häufigere Verschlechterung.42
Magen-Darm-Beschwerden (Völlegefühl, Übelkeit)ungeklärtkeine Meta-Analyse zu Magen-Darm-Beschwerden; 2 kleine Crossover-RCTs mit 15 und 20 Pers. (Reynolds 2025, Taylor 2023); Einzelangaben aus weiteren Studien (Lin 2023, Sieper 1996)
Ergebnisse: Magen-Darm-Beschwerden im Fragebogen nicht häufiger als unter Placebo (Reynolds 2025, Taylor 2023); Magen-Darm-Beschwerden als häufigste Nebenwirkung, ohne Vergleich mit Placebo (Lin 2023); 2 von 90 brachen wegen Übelkeit ab, Gruppe nicht angegeben (Sieper 1996)
Ungeklärt: In Kollagenstudien werden Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl oder Übelkeit am häufigsten als Nebenwirkung genannt, wie oft sie im Vergleich zu Placebo auftreten, wurde aber nie gesondert ausgewertet. Zwei kleine Studien über je eine Woche fanden keinen Unterschied, beide mit Herstellerbeteiligung. In einzelnen Studien brachen wenige Teilnehmende wegen Übelkeit ab; Mengen von 20 bis 30 g täglich über längere Zeit sind kaum untersucht. 36, 105, 12, 68, 70
Was tun? Bei Völlegefühl empfiehlt es sich, die Tagesmenge aufzuteilen oder zu verringern; bei anhaltenden Beschwerden absetzen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Reizdarm oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung, Mengen über 20 g pro Tag über längere Zeit
Allergische Reaktionen (Fischkollagen, Gelatine von Rind/Schwein)ungeklärt1 placebokontrollierte Provokationsstudie mit 30 Fischallergikern (Hansen 2004); Sensibilisierungsstudie mit 101 Fischallergikern (Kalic 2020); Fallberichte und Beobachtungen
Ergebnisse: keiner von 30 Fischallergikern reagierte objektiv auf bis zu 14,6 g Fischgelatine, 2 hatten leichte subjektive Beschwerden (Hansen 2004); 21 % von 101 Fischallergikern gegen Fischkollagen sensibilisiert (Kalic 2020); die meisten Menschen mit Fleischallergie gegen Gelatine sensibilisiert, ein Teil auch klinisch allergisch (Mullins 2012)
Ungeklärt: In der einzigen Provokationsstudie vertrugen 30 Fischallergiker Fischgelatine ohne objektive Reaktion, zwei hatten leichte Beschwerden. Gleichzeitig ist Kollagen aus Fisch ein anerkanntes Fischallergen, etwa jeder fünfte Fischallergiker hat Antikörper dagegen, und einzelne Fallberichte beschreiben allergische Reaktionen auf Kollagen. Menschen mit Alpha-Gal-Syndrom können auf Gelatine von Rind oder Schwein reagieren; Studien mit Kollagenpräparaten gibt es dazu nicht. 38, 37
Was tun? Bei Fischallergie sollte kein Fischkollagen eingenommen werden, bei Kollagen anderer Herkunft lohnt ein Blick auf die Kennzeichnung; bei Fleischallergie nach Zeckenstich (Alpha-Gal-Syndrom) Rinder- und Schweinekollagen meiden und ärztlich abklären. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Hals oder Kreislaufproblemen nach der Einnahme ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Fischallergiker bei üblichen Tagesmengen von 5–10 g Fischkollagen über längere Zeit, Menschen mit Alpha-Gal-Syndrom bei Kollagen zum Einnehmen
- In einem Fallbericht aus Japan wird eine Allergie gegen Kollagen aus Aal beschrieben. Tamura et al. 2018
- Unter 1.335 getesteten Erwachsenen waren 30 von 40 Menschen mit Fleischallergie im Hauttest gegen Gelatine positiv, 12 davon auch klinisch gegen Gelatine allergisch; in Rindergelatine wurde das Allergen Alpha-Gal nachgewiesen. Mullins et al. 2012
- Ein Teil der Kinder mit Fischallergie hatte IgE-Antikörper gegen Fischgelatine (Typ-I-Kollagen); zwischen Fisch- und Rindergelatine bestand nur wenig Kreuzreaktion. Sakaguchi et al. 2000
Nierensteine fördern (mehr Oxalat im Urin)ungeklärt1 kontrollierte Crossover-Studie mit 10 Gesunden, Gelatine gegen Molkeneiweiß (Knight 2006); 1 Studie ohne Kontrollgruppe mit 5 Pers. (Rodgers 2019); Mechanismus-Studie mit Infusion (Fargue 2018)
Ergebnisse: Oxalat im 24-Stunden-Urin mit 30 g Gelatine 43 % höher als mit Molkeneiweiß, Glykolat 5,3-fach; im Dosisversuch Anstieg erst ab 5 g, nicht bei 1 und 2 g; neue Nierensteine nicht erfasst (Knight 2006); nach 3 Tagen mit 30 g Gelatine Oxalat und Steinbildungsrisiko unverändert, ohne Kontrollgruppe (Rodgers 2019)
Ungeklärt: Kollagen und Gelatine enthalten viel Hydroxyprolin, aus dem der Körper einen Teil des Oxalats bildet, des Hauptbestandteils der meisten Nierensteine. In einer kontrollierten Studie mit 10 Gesunden stieg das Oxalat im Urin nach 30 g Gelatine täglich um 43 %, bei 1 bis 2 g dagegen nicht; eine sehr kleine Studie ohne Vergleichsgruppe sah keinen Anstieg. Ob Kollagen in üblichen Mengen tatsächlich Nierensteine auslöst, wurde nie untersucht, Fallberichte dazu wurden nicht gefunden. 41, 107, 40
Was tun? Wer schon Nierensteine aus Kalziumoxalat hatte oder eine Störung des Oxalatstoffwechsels hat, sollte Kollagen oder Gelatine nur nach ärztlicher Rücksprache und eher in kleinen Mengen nehmen und auf ausreichendes Trinken achten.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Nierensteinen in der Vorgeschichte, primäre Hyperoxalurie und andere Störungen des Oxalatstoffwechsels, Nierenerkrankung, Einnahme über Wochen bis Monate
Nebenwirkungen insgesamt häufiger als Placebokein Schaden gefunden35 RCTs mit 3.165 Pers. mit Arthrose (Liang 2024); 4 RCTs mit 507 Pers. (Lin 2023); Sammelarbeiten über mehrere Nahrungsergänzungen (Zhang 2025, Liu 2018)
Ergebnisse: keine Zunahme von Nebenwirkungen oder Studienabbrüchen gegenüber Kontrolle (Liang 2024); Nebenwirkungen OR 1,66 (95 % KI 0,99 bis 2,78), Grenzfall, nicht signifikant, Evidenzqualität sehr niedrig (Lin 2023); keine Unterschiede zu Placebo in Sammelarbeiten zu Arthrose-Ergänzungen (Zhang 2025, Liu 2018)
Kein Schaden gefunden: In den kontrollierten Studien traten unter Kollagen nicht häufiger Nebenwirkungen auf als unter Placebo, das zeigt vor allem die große Arthrose-Meta-Analyse mit 35 Studien. In einer kleineren Auswertung mit 4 Studien lag das Risiko etwas höher, der Unterschied war aber nicht gesichert. Viele Studien erfassten Nebenwirkungen nur grob und liefen höchstens sechs Monate; das Restrisiko für BSE durch Kollagen und Gelatine aus Rinderknochen schätzt die EFSA als äußerst gering ein. 13, 12, 104, 57, 5, 49
Was tun? Bei chronischer Erkrankung, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Stillzeit die Einnahme vorher ärztlich abklären; auf die tierische Herkunft (Fisch, Rind, Schwein, Huhn) achten, wenn Allergien oder Ernährungsregeln bestehen.
Nicht untersucht bei: Einnahme länger als 1 Jahr, Schwangerschaft und Stillzeit, Kinder und Jugendliche, schwere Nieren- oder Lebererkrankung
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält es für fast sicher (99 bis 100 %), dass Gelatine aus Wiederkäuerknochen, selbst aus Schädel und Wirbelsäule, keinen neuen BSE-Fall bei Rindern auslöst; die Aufnahme beim Menschen über Lebensmittel liegt in typischen Szenarien weit unter einer infektiösen Dosis. Für Kollagen gilt dieselbe Einschätzung. EFSA BIOHAZ 2024
Gewichtszunahmekein Schaden gefunden12 Placebo-RCTs zur Körperzusammensetzung (Jalili 2023); RCTs mit 74, 61 und 56 Pers. (Park 2023, Zdzieblik 2021, Chavez-Alfaro 2025)
Ergebnisse: Fettmasse −1,21 kg (95 % KI −2,13 bis −0,29) gegenüber Placebo, also Abnahme statt Zunahme (Jalili 2023); Körpergewicht ohne Unterschied zu Placebo (Park 2023, Zdzieblik 2021, Chavez-Alfaro 2025); unter Training mehr fettfreie Masse (Bischof 2024)
Kein Schaden gefunden: In keiner kontrollierten Studie führte Kollagen zu einer Zunahme von Gewicht oder Körperfett, die Fettmasse nahm in der Meta-Analyse eher leicht ab. Mit Training kann das Gewicht durch mehr Muskel- und Bindegewebsmasse etwas steigen, das ist kein Fettzuwachs. Kollagen ist Eiweiß und liefert in üblichen Portionen nur wenige Kalorien; gesüßte oder aromatisierte Pulver und Getränke können deutlich mehr enthalten. 26, 22, 90, 106, 92
Was tun? Bei gesüßten oder aromatisierten Produkten lohnt ein Blick auf den Zucker- und Kaloriengehalt pro Portion.
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 6 Monate mit Blick auf das Körpergewicht
Schübe einer rheumatoiden Arthritis auslösen (Typ-II-Kollagen)kein Schaden gefunden4 Placebo-RCTs mit zusammen 479 Pers. ohne Verschlechterung (Trentham 1993, Sieper 1996, Barnett 1998, Choy 2001); 2 weitere RCTs ohne Angaben zum Anteil mit Schub (McKown 1999, Cazzola 2000)
Ergebnisse: keine häufigere Verschlechterung und keine behandlungsbedingten Nebenwirkungen gegenüber Placebo (Trentham 1993, Sieper 1996, Barnett 1998, Choy 2001); als Zusatz zur Basistherapie mehrere Krankheitswerte unter Placebo besser, Anteil mit Schub nicht berichtet (McKown 1999); Verdacht auf Schübe in einer Untergruppe ohne Zahlen (Cazzola 2000)
Kein Schaden gefunden: In vier Placebo-Studien mit zusammen 479 Rheumapatienten verschlechterte sich die Krankheit unter Typ-II-Kollagen nicht häufiger als unter Placebo. In einer weiteren Studie, in der Kollagen zur bestehenden Therapie hinzukam, schnitten mehrere Krankheitswerte unter Placebo besser ab, und die Autoren einer italienischen Studie vermuteten Schübe bei einem Teil der Patienten, ohne Zahlen zu nennen. Die Studien sind älter, eher klein und liefen höchstens sechs Monate. 42, 68, 108, 20, 21, 69
Was tun? Bei rheumatoider Arthritis oder einer anderen Autoimmunerkrankung sollte Typ-II-Kollagen nur nach Rücksprache mit der behandelnden Rheumatologin oder dem Rheumatologen eingenommen werden; verordnete Medikamente dafür nicht absetzen.
Nicht untersucht bei: andere Autoimmunerkrankungen, gleichzeitige Einnahme von Immunsuppressiva oder Biologika, Einnahme länger als 6 Monate
Belastung mit Schwermetallen (Blei, Cadmium, Arsen)nicht untersuchtkeine Studie zu Blut- oder Urinwerten unter Einnahme; nur Produktanalysen von 30 Kollagenprodukten (Clean Label Project 2020) und Knochenbrühen (Hsu 2017, Monro 2013)
Ergebnisse: in 30 US-Kollagenprodukten Blei bei 37 % messbar (0,09 bis 1,57 µg/Portion), Cadmium bei 17 % (0,23 bis 9,17 µg/Portion), Arsen bei 64 % (bis 4,7 µg/Portion), Quecksilber nur in Spuren (Clean Label Project 2020)
Nicht untersucht: Ob die Einnahme von Kollagen die Schwermetallwerte im Blut erhöht, hat keine Studie gemessen. Eine Analyse von 30 Produkten aus den USA fand in rund einem Drittel messbare Mengen Blei und in jedem sechsten Produkt Cadmium, meist in geringen Mengen; einzelne Produkte lagen über den strengen kalifornischen Warnschwellen. Die Analyse stammt von einer Verbraucherorganisation und ist nicht wissenschaftlich begutachtet.
Was tun? Es empfiehlt sich, Produkte zu wählen, deren Hersteller unabhängige Laboranalysen auf Schwermetalle offenlegen; Schwangere und Kinder sollten Kollagenpräparate nur nach ärztlichem Rat dauerhaft einnehmen.
Nicht untersucht bei: Blei- und Cadmiumwerte im Blut bei regelmäßiger Kollageneinnahme, Produkte aus dem europäischen Handel (keine begutachtete Analyse gefunden)
- Eine Verbraucherorganisation ließ 30 meistverkaufte Kollagenprodukte aus dem US-Handel auf Schwermetalle untersuchen: Blei war in 37 %, Cadmium in 17 % und Arsen in 64 % messbar, Quecksilber nur in Spuren; einzelne Produkte überschritten die kalifornischen Prop-65-Schwellen für Blei bzw. Cadmium pro Portion. Nicht begutachtet. Clean Label Project & Organic Consumers Association 2020
- In Laborversuchen und gekauften Knochenbrühen lagen Blei und Cadmium im Bereich weniger Mikrogramm pro Portion; die Autoren schätzen das Risiko durch Brühe als minimal ein (Knochenbrühe, kein Kollagenpräparat). Hsu et al. 2017
- In einer kleinen Messung enthielten Brühen aus Bio-Hühnerknochen bzw. Haut und Knorpel 7,01 bzw. 9,5 µg Blei pro Liter, ein Vielfaches des gleich behandelten Leitungswassers (0,89 µg/L) (Knochenbrühe, kein Kollagenpräparat). Monro et al. 2013
Risiken in Schwangerschaft und Stillzeitnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie in Schwangerschaft oder Stillzeit gefunden
Ergebnisse: keine Daten
Nicht untersucht: Kollagenpräparate wurden in Schwangerschaft und Stillzeit nie in Studien geprüft. Kollagen ist ein Eiweiß, das in kleineren Mengen auch in Gelatine und Fleisch vorkommt, über hochdosierte Präparate und mögliche Verunreinigungen in dieser Zeit ist aber nichts bekannt. Fehlende Daten sind keine Entwarnung.
Was tun? In Schwangerschaft und Stillzeit Kollagenpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Nicht untersucht bei: Schwangerschaft, Stillzeit

Kollagen als Nahrungsergänzung: Welche Form, wie viel und woraus?
Als Nahrungsergänzung ist Kollagen unkompliziert, entscheidend sind Menge und Herkunft. Weil die Studien je nach Ziel sehr unterschiedlich dosierten, lohnt es sich, das eigene Ziel zuerst zu klären. Wo zu einer Praxisfrage keine Studien vorliegen, steht das in den folgenden Abschnitten ausdrücklich dabei.
Pulver, Kapseln oder Trinkampullen: Welche Form ist sinnvoll?
Für die Wirkung zählt nach den Studien vor allem die Menge, nicht die Darreichungsform. Direkte Vergleiche zwischen Pulver, Kapseln und Trinkampullen haben wir nicht gefunden. Weil Gelenk- und Muskelstudien mit mehreren Gramm am Tag arbeiteten, lassen sich solche Mengen mit Pulver leichter erreichen als mit Kapseln. Wichtiger als die Form ist oft die Herkunft, denn Kollagen stammt von Rind, Schwein, Huhn oder Fisch, und das zählt für Allergiker ebenso wie für Menschen mit religiösen Speiseregeln. Die Unterschiede zwischen Kollagenpulver, Kapseln und Peptiden liegen deshalb vor allem in Herkunft und Menge je Portion.

Wie viel Kollagen pro Tag ist sinnvoll?
Eine für alle passende Tagesmenge gibt es nicht, weil die Studien je nach Ziel sehr verschieden dosierten. In den Haut- und Haarstudien lagen die Mengen bei einem bis wenigen Gramm am Tag,79 in den Gelenkstudien meist bei fünf bis zehn Gramm1711 und in den Muskelstudien oft bei rund 15 g.25 Typ-II-Kollagen wird dagegen in Milligramm dosiert, meist mit 40 mg am Tag.2
Morgens oder abends? Dazu fanden wir keine Vergleichsstudie. Wichtiger als die Uhrzeit dürfte Geduld sein, denn die meisten Studien liefen über drei bis sechs Monate, bevor sie Ergebnisse maßen. Wer bei einer größeren Portion ein Völlegefühl bemerkt, kann sie auf zwei Mahlzeiten verteilen. Die Frage, wie viel Kollagen pro Tag sinnvoll ist, hängt am Ende also vom Ziel ab.

Wo ist Kollagen enthalten? Kollagen in Lebensmitteln
Kollagen steckt nur in tierischem Bindegewebe, also in Haut, Knorpel, Knochen und Sehnen von Tieren. Im Alltag liefern es vor allem Gelatine, Schweinsfüße, Hühnerhaut, Knorpel und Brühen, die lange aus Knochen gekocht werden. Pflanzen enthalten dagegen kein Kollagen, weshalb Produkte, die als pflanzliches Kollagen verkauft werden, allenfalls Bausteine oder Hilfsstoffe für die körpereigene Bildung liefern. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil, denn der Körper baut sein Kollagen ohnehin aus Eiweißbausteinen auf, die aus jeder eiweißreichen Ernährung stammen können.
Knochenbrühe gilt oft als natürliche Alternative zum Pulver. Sie liefert aber unzuverlässige Mengen. Eine australische Analyse fand in Brühen nach Standardrezept deutlich weniger der typischen Kollagenbausteine als in einer Portion, wie sie in Studien verwendet wird, und je nach Rezept schwankte der Gehalt stark.45 Ob Kollagen aus dem Essen dieselben Effekte hat wie ein Präparat, hat bislang keine Studie geprüft. Für den eigenen Kollagenaufbau braucht der Körper vor allem genug Eiweiß und Vitamin C, und beides liefert eine abwechslungsreiche Ernährung.
Unsere Einordnung
Kollagen ist für gesunde Erwachsene gut verträglich, aber kein Mittel mit gesicherter Schönheitswirkung. Wer trainiert, kann etwas mehr Muskeln und Kraft gewinnen, bei Arthrose ist allenfalls ein zeitlich begrenzter Versuch vertretbar. Bei Fischallergie, Nierensteinen, Rheuma sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Einnahme vorher ärztlich besprochen werden.
Häufige Fragen
Ist Kollagen gesund, und hilft es wirklich?
Für gesunde Erwachsene ist Kollagen in üblichen Mengen gut verträglich, Nebenwirkungen traten in den Studien nicht häufiger auf als in den Vergleichsgruppen.13 Einen Nutzen zeigen die Studien bisher vor allem zusammen mit Krafttraining. Bei Fischallergie, Nierensteinen oder Rheuma ist vorher eine ärztliche Rücksprache ratsam.
Gibt es pflanzliches oder vegetarisches Kollagen?
In Pflanzen kommt Kollagen nicht vor, es steckt nur in tierischem Bindegewebe. Was als pflanzliches Kollagen verkauft wird, enthält meist Eiweißbausteine, Vitamine oder Pflanzenstoffe, die den körpereigenen Aufbau unterstützen sollen. Ob solche Produkte wirken wie Kollagenhydrolysat, hat keine der hier ausgewerteten Studien geprüft.
Enthält Olivenöl Kollagen?
Nein. Olivenöl ist ein Pflanzenfett und enthält wie alle Pflanzen kein Kollagen. Studien mit Kontrollgruppe, die zeigen, dass Olivenöl die Kollagenbildung in der Haut anregt, haben wir nicht gefunden.
Sollte man Kollagen mit Vitamin C einnehmen?
Der Körper braucht Vitamin C, um Kollagen zu bilden. Ob Kollagen mit zusätzlichem Vitamin C besser wirkt als ohne, hat keine der hier ausgewerteten Studien verglichen; in einigen Sehnenstudien bekamen beide Gruppen Vitamin C, die Kollagengruppe zeigte trotzdem einen Vorteil.46
Was bringen Kollagen-Trinkampullen?
Für Trinkampullen gelten dieselben Studien wie für Pulver, denn entscheidend ist das enthaltene Kollagen. Getrennt geprüft wurden Ampullen nicht. Ein Blick auf die Menge je Portion lohnt sich, weil Hautstudien ein bis wenige Gramm, Gelenk- und Muskelstudien deutlich mehr verwendeten.
Dicker Bauch durch Kollagen: Ist da etwas dran?
Dafür gibt es keinen Hinweis. In kontrollierten Studien nahmen Gewicht und Körperfett unter Kollagen nicht zu, die Fettmasse sank eher leicht.26 Wer ein Völlegefühl bemerkt, kann die Tagesmenge aufteilen; bei gesüßten Pulvern zählt außerdem der Zucker.
Kann man Kollagen in den Kaffee geben?
Kollagenhydrolysat löst sich auch in heißem Kaffee, ohne zu gelieren. Ob es dort anders wirkt als in Wasser, hat keine Studie verglichen. Für die Wirkung zählen nach heutigem Wissen die Art des Kollagens und die Menge pro Tag.
Mehr zu Kollagen





So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 108 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Iwai et al. 2005, J Agric Food Chem | Gesunde Freiwillige, nüchtern, 9,4 bis 23 g Gelatinehydrolysat aus Schweinehaut, Hühnerfüßen oder Knorpel | Hydroxyprolin-haltige Peptide (v. a. Pro-Hyp) im Blut nach 1 bis 2 Stunden am höchsten, nach 4 Stunden halbiert | Aufnahmestudie |
| 2 | Lugo et al. 2016, Nutr J | 191 Menschen mit Kniearthrose; 40 mg Typ-II-Kollagen, Glukosamin+Chondroitin oder Placebo, 180 Tage | WOMAC gesamt gegenüber Placebo (p = 0,002) und Glukosamin+Chondroitin (p = 0,04) besser; Sicherheit ohne Unterschied; vom Hersteller gesponsert, zwei Autoren dort angestellt (Volltext) | RCT |
| 3 | Myung & Park 2025, Am J Med | 23 RCTs, 1.474 Personen | alle Studien zusammen: Feuchtigkeit, Elastizität und Falten signifikant besser; Studien ohne Herstellerfinanzierung: kein Effekt auf Feuchtigkeit, Elastizität und Falten; herstellerfinanzierte Studien: signifikante Effekte; hochwertige Studien: in keiner Kategorie signifikant; Fazit der Autoren: kein klinischer Beleg | Meta-Analyse (maßgeblich, Auswertung nach Finanzierung) |
| 4 | de Miranda et al. 2021, Int J Dermatol | 19 RCTs, 1.125 Personen von 20 bis 70 Jahren, 95 % Frauen | Elastizität, Feuchtigkeit und Falten gegenüber Placebo verbessert; Effektgrößen im Abstract nicht angegeben | Meta-Analyse |
| 5 | Nukaly et al. 2026, Front Med (Lausanne) | 19 RCTs, 1.341 Personen, Peptide zum Einnehmen und zum Auftragen gemeinsam | Elastizität nicht signifikant verbessert; Autoren ohne kommerzielle Interessenkonflikte | Meta-Analyse (Sammelarbeit, Gegenbefund) |
| 6 | Danessa et al. 2025, Indian J Dermatol Venereol Leprol | 10 RCTs, 646 Personen, überwiegend Frauen | Elastizität SMD 0,61 (0,21 bis 1,02); Verzerrungsrisiko meist unklar, Publikationsbias nicht prüfbar | Meta-Analyse |
| 7 | Hwang et al. 2026, J Med Food | 114 Frauen von 20 bis 50 Jahren mit Cellulite und dünner werdendem Haar, 1 g niedermolekulare Fischkollagenpeptide/Tag, 24 Wochen | Cellulite-Schwere, Grenzlinie Lederhaut/Unterhaut, Rauigkeit und Elastizität nach 12 und 24 Wochen signifikant besser als Placebo; Mitautoren bei einem Kollagenpeptid-Hersteller (Affiliation) | RCT |
| 8 | Kim et al. 2026, Int J Stem Cells | Erwachsene von 19 bis 60 Jahren mit leicht bis mäßig geschädigtem Haar, 3 g/Tag, 24 Wochen | Glanz, Elastizität (Zugfestigkeit) und Haardurchmesser signifikant besser als Placebo; keine behandlungsbedingten Nebenwirkungen; Mitautoren bei Herstellern bzw. einem Forschungsinstitut der Industrie (Affiliation) | RCT |
| 9 | Schunck et al. 2015, J Med Food | 105 Frauen von 24 bis 50 Jahren, 2,5 g Kollagenpeptide/Tag, 6 Monate | Cellulite-Grad und Hautwelligkeit signifikant verringert (p < 0,05), Hautdichte verbessert; bei Übergewichtigen schwächer; Präparat vom Hersteller gestellt, Mitautoren beim Hersteller bzw. einem Kollagen-Forschungsinstitut (Volltext) | RCT |
| 10 | Hexsel et al. 2017, J Cosmet Dermatol | 25 Teilnehmerinnen, 2,5 g Kollagenpeptide/Tag, 24 Wochen, offen, ohne Kontrollgruppe | Nagelwachstum +12 %, abgebrochene Nägel −42 %, 64 % mit klinischer Besserung; Mitautoren bei einem Kollagenhersteller bzw. Kollagen-Forschungsinstitut (Affiliation) | Offene Studie ohne Kontrollgruppe |
| 11 | Benito-Ruiz et al. 2009, Int J Food Sci Nutr | 250 Menschen mit Kniearthrose, 10 g Kollagenhydrolysat/Tag, 6 Monate | Gelenkbeschwerden (VAS, WOMAC-Schmerz) signifikant gebessert; größter Nutzen bei stärkster Gelenkschädigung und wenig Fleisch in der Ernährung; Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT (größte Einzelstudie) |
| 12 | Lin et al. 2023, J Orthop Surg Res | Menschen mit Kniearthrose, nur Kollagenpeptide/-hydrolysat; VAS-Schmerz aus 3 Studien, 375 Personen (Volltext) | Schmerz SMD −0,58 (−0,98 bis −0,18; I² 68 %; GRADE moderat); alle Studien mit hohem Verzerrungsrisiko; Nebenwirkungen OR 1,66 (0,99 bis 2,78), nicht signifikant; Autoren ohne Interessenkonflikte | Meta-Analyse (maßgeblich, nur Hydrolysat) |
| 13 | Liang et al. 2024, Osteoarthritis Cartilage | 35 RCTs, 3.165 Personen mit Arthrose; Hauptanalyse 25 RCTs, 2.856 Personen; Hydrolysat und Typ-II-Kollagen ohne getrennte Auswertung | Schmerz SMD −0,35 (−0,48 bis −0,22; moderat), Funktion SMD −0,31 (−0,41 bis −0,22; hoch); keine Zunahme von Abbrüchen oder Nebenwirkungen | Meta-Analyse (Sammelarbeit, Hydrolysat und Typ-II-Kollagen gemeinsam) |
| 14 | EFSA 2011, EFSA Journal | Bewertung eines Antrags auf eine gesundheitsbezogene Angabe (Kollagenhydrolysat und Erhalt der Gelenke) | Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Kollagenhydrolysat und dem Erhalt der Gelenke wurde auf Basis der vorgelegten Daten nicht als belegt angesehen; Antrag eines Kollagenherstellers | Behördenbewertung |
| 15 | Kumar et al. 2023, Am J Transl Res | frühe Kniearthrose, Typ-II-Kollagen; Schmerz-VAS aus 3 Studien, 200 Personen, WOMAC gesamt aus 6 Studien (Volltext) | VAS und WOMAC besser als Placebo, Gehtests verbessert; Komplikationen ähnlich; Autoren: begrenzte Datenlage | Meta-Analyse (eingeschränkt, maßgeblich) |
| 16 | Narkbunnam et al. 2026, JB JS Open Access | 216 Thailänder mit Kniearthrose Kellgren-Lawrence 2–3; 40 mg Typ-II-Kollagen, Glukosamin, Diacerein oder Placebo, 24 Wochen | WOMAC gesamt −4,7 (−18,6 bis 9,1) gegenüber Placebo, nicht signifikant; auch Schmerz, Gelenkspalt und Funktion ohne Unterschied; öffentliche bzw. akademische Finanzierung (Volltext) | RCT (Gegenbefund, unabhängig) |
| 17 | Zdzieblik et al. 2021, Nutrients | 180 aktive Männer und Frauen von 18 bis 30 Jahren mit Knieschmerzen bei Belastung, 5 g/Tag, 12 Wochen | Belastungsschmerz −21,9 vs. −15,6 mm (p = 0,024); Ruheschmerz und Schmerz nach Kniebeugen ohne Unterschied; ein Mitautor hielt vom Hersteller unterstützte Vorträge, ein Autor wechselte danach zu einem Kollagen-Forschungsinstitut | RCT |
| 18 | Bongers et al. 2020, Appl Physiol Nutr Metab | 167 gesunde, aktive Erwachsene (Median 63 Jahre) mit Knieschmerzen, 10 g/Tag, 12 Wochen | VAS −1,6 vs. −1,9 (p = 0,42); KOOS und Lysholm ohne Unterschied; Entzündungs-, Knorpel- und Knochenmarker unverändert; von einem Kollagenhersteller unterstützt (Volltext) | RCT (Gegenbefund) |
| 19 | König et al. 2018, Nutrients | 131 Frauen nach den Wechseljahren mit verminderter Knochendichte, 5 g Kollagenpeptide/Tag, 12 Monate | T-Score Wirbelsäule +0,10 vs. −0,03 (p = 0,030), Schenkelhals +0,09 vs. −0,01 (p = 0,003); P1NP gestiegen; teilweise vom Hersteller finanziert, Mitautor von einem Kollagen-Forschungsinstitut (Volltext) | RCT (maßgeblich) |
| 20 | Trentham et al. 1993, Science | 60 Menschen mit schwerer aktiver rheumatoider Arthritis, Hühner-Typ-II-Kollagen, 3 Monate | Zahl geschwollener und druckschmerzhafter Gelenke nahm ab, unter Placebo nicht; keine Nebenwirkungen | RCT |
| 21 | McKown et al. 1999, Arthritis Rheum | 190 Menschen mit rheumatoider Arthritis, Rinder-Typ-II-Kollagen zusätzlich zur bestehenden Therapie | ACR-20 nicht signifikant besser als Placebo; Titel der Arbeit: fehlende Wirksamkeit | RCT (Gegenbefund) |
| 22 | Bischof et al. 2024, Sports Med | 19 Studien, 768 gesunde Erwachsene mit Training; fettfreie Masse 8 Studien, 418 Personen (Volltext, Tabelle 4) | fettfreie Masse SMD 0,48 (p < 0,001; GRADE moderat); Muskelarchitektur SMD 0,39 (p < 0,01; niedrig); ohne externe Finanzierung; Letztautor leitete mehrere der eingeschlossenen Studien | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 23 | Kirmse et al. 2024, Med Sci Sports Exerc | 25 junge Männer, 2× 15 g Kollagenpeptide/Tag oder kalorienfreies Placebo, 1 Woche intensives Krafttraining | Synthese von Muskel- und Bindegewebseiweiß nicht höher als unter Placebo (1,34 vs. 1,34 %/Tag bzw. 1,97 vs. 2,00 %/Tag) | RCT (Gegenbefund Mechanismus) |
| 24 | Oikawa et al. 2020, Am J Clin Nutr | 22 gesunde Frauen um 69 Jahre, 2× 30 g Molkeneiweiß oder Kollagen täglich, 6 Tage | Muskelproteinsynthese mit Molke in Ruhe und nach Training stärker gesteigert als mit Kollagen (p = 0,02 bzw. p < 0,001); längerfristig mit Kollagen nicht über Ausgangswert | RCT gegen Molkeneiweiß |
| 25 | Zdzieblik et al. 2015, Br J Nutr | 53 ältere Männer mit Sarkopenie, 15 g/Tag, 12 Wochen Krafttraining | Quadrizepskraft +16,5 vs. +7,3 Nm (p < 0,05); Präparat vom Hersteller gestellt, Kosten teilweise vom Hersteller getragen (Volltext) | RCT |
| 26 | Jalili et al. 2023, Br J Nutr | 12 Placebo-RCTs zu Herz-Kreislauf-Markern und Körperzusammensetzung | fettfreie Masse +1,49 % des Körpergewichts (0,57 bis 2,42; I² 0 %); Fettmasse −1,21 kg | Meta-Analyse |
| 27 | Tak et al. 2019, Mar Drugs | 81 Erwachsene mit Übergewicht, niedermolekulare Kollagenpeptide aus Rochenhaut oder Placebo, 12 Wochen | Körpergewicht ohne Unterschied zu Placebo; Mitautor beim Hersteller | RCT (Gegenbefund) |
| 28 | Chavez-Alfaro et al. 2025 (Food Funct), Food Funct | 56 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, 10 g Schweinekollagenhydrolysat/Tag oder Placebo | Praxis- und 24-h-Blutdruck nicht signifikant verändert; Autoren ohne Interessenkonflikte | RCT (Gegenbefund) |
| 29 | Zhu et al. 2010, Appl Physiol Nutr Metab | 100 chinesische Patienten mit Typ-2-Diabetes, 13 g marine Kollagenpeptide/Tag oder Placebo, 3 Monate | Nüchternzucker, HbA1c, Nüchterninsulin und Blutfette signifikant niedriger als unter Placebo (p < 0,01); Finanzierung nicht ermittelbar | RCT |
| 30 | Abrahams et al. 2022, JMIR Form Res | 40 gesunde Frauen mit BMI über 25, 20 g Kollagenpeptide/Tag, 8 Wochen, offen und einarmig; 14 beendeten die Studie | 13 von 14 Studienbeenderinnen mit weniger Verdauungsbeschwerden inkl. Blähungen; Erstautorin vom Hersteller als Beraterin bezahlt, Mitautorin dort angestellt | Offene Studie ohne Kontrollgruppe |
| 31 | Thomas et al. 2024, Eur J Nutr | 13 sportlich aktive Männer um 24 Jahre mit Schlafbeschwerden, 15 g Kollagenpeptide oder Placebo vor dem Schlafen, je 7 Nächte, Crossover | Gesamtschlafdauer unverändert; weniger Aufwachen im Polysomnogramm (p = 0,028); Einschlafzeit, Effizienz und Schlafqualität ohne Unterschied; vom Hersteller finanziert, zwei Mitautorinnen dort angestellt | RCT (Crossover) |
| 32 | Langer et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane-Review zu Ernährungsmaßnahmen; Kollagen gegen Placebo: 1 Studie, 74 Personen | Abnahme der Wundfläche MD −1,81 cm² (−3,36 bis −0,26; moderate Vertrauenswürdigkeit); vollständige Abheilung nicht berichtet; Nebenwirkungen sehr unsicher; Autoren ohne Interessenkonflikte | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 33 | Sugihara et al. 2018, Sci Rep | 120 Patienten mit Druckgeschwüren Stadium II–III, 2 Hydrolysate (je 10 g/Tag) oder Placebo, 16 Wochen | Wundfläche nur mit dem peptidreichen Hydrolysat signifikant kleiner (p < 0,05), Heilungsscores besser; vom Kollagenhersteller finanziert, zwei Mitautoren bei diesem angestellt | RCT |
| 34 | Alipoor et al. 2023, Clin Nutr | 66 Patienten mit Verbrennungen in drei Gruppen (Kollagenhydrolysat 40 g/Tag, Kollagen plus Omega-3, Placebo) | Kollagen allein gegen Placebo: Zeit bis zur vollständigen Abheilung 26 vs. 41 Tage (p = 0,003); Autoren ohne Interessenkonflikte | RCT |
| 35 | Bagheri Miyab et al. 2020, Burns | 31 Männer von 18 bis 60 Jahren mit 20–30 % Verbrennungsfläche, kollagenbasierte Zusatznahrung oder kaloriengleiches Placebo, 4 Wochen | Wundheilung HR 3,7 (1,43 bis 9,52; p = 0,007); Aufenthaltsdauer nicht signifikant kürzer; Zusammensetzung und Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT (Pilotstudie) |
| 36 | Reynolds et al. 2025, Br J Nutr | 15 gesunde aktive Frauen, 15 g Kollagenpeptide/Tag oder kalorienfreie Kontrolle, 7 Tage, Crossover | keine Unterschiede bei Magen-Darm-Beschwerden (p ≥ 0,412); Mitautoren beim Hersteller | RCT (Crossover) |
| 37 | Kalic et al. 2020, J Allergy Clin Immunol Pract | 101 Fischallergiker, IgE-Bindung an Typ-I-Kollagen aus Lachs, Barramundi und Thunfisch | 21 % gegen Fischkollagen sensibilisiert, funktionelle IgE-Vernetzung nachgewiesen (Laborbefund ohne Einnahme) | Sensibilisierungsstudie |
| 38 | Hansen et al. 2004, Food Chem Toxicol | 30 klinisch gesicherte Fischallergiker von 9 bis 50 Jahren, doppelblinde placebokontrollierte Provokation mit bis zu 14,6 g Fischgelatine | keine objektive Reaktion; 2 leichte subjektive Beschwerden unter Gelatine; Anteil wirklich Empfindlicher von den Autoren auf etwa 3 % geschätzt | Placebokontrollierte Provokationsstudie (maßgeblich) |
| 39 | Mullins et al. 2012, J Allergy Clin Immunol | 1.335 getestete Erwachsene, darunter 40 mit Fleischallergie | 30 von 40 mit Fleischallergie im Hauttest gegen Gelatine positiv, 12 auch klinisch allergisch; Alpha-Gal in Rindergelatine nachgewiesen | Beobachtungsstudie |
| 40 | Fargue et al. 2018, J Am Soc Nephrol | 9 Gesunde und 19 Menschen mit primärer Hyperoxalurie, Infusion von markiertem Hydroxyprolin | Hydroxyprolin-Abbau lieferte 15 % des Urin-Oxalats bei Gesunden, 18, 47 und 33 % bei Hyperoxalurie Typ 1, 2 und 3 (Infusion, kein Präparat) | Mechanismus-Studie |
| 41 | Knight et al. 2006, Kidney Int | 10 gesunde Erwachsene unter kontrollierter Oxalat-Kost, 30 g Gelatine gegen 30 g Molkeneiweiß je 5 Tage im Crossover, dazu Einzelgaben von 1 bis 10 g | Urin-Oxalat mit Gelatine 43 % höher, Glykolat 5,3-fach; Anstieg ab 5 und 10 g, nicht bei 1 und 2 g; neue Nierensteine nicht erfasst | Kontrollierte Stoffwechselstudie (maßgeblich) |
| 42 | Barnett et al. 1998, Arthritis Rheum | 274 Menschen mit aktiver rheumatoider Arthritis, 4 Dosen (20 bis 2.500 µg/Tag) oder Placebo, 24 Wochen | nur 20 µg/Tag und nur nach Paulus-Kriterien signifikant besser (p = 0,035), nach ACR-Kriterien nicht; keine behandlungsbedingten Nebenwirkungen | RCT (größte Placebo-Studie) |
| 43 | Hsu et al. 2017, Food Nutr Res | Im Labor gekochte und gekaufte Knochenbrühen | Blei und Cadmium im Bereich weniger Mikrogramm pro Portion; Risiko laut Autoren minimal | Produktanalyse |
| 44 | EFSA BIOHAZ Panel 2024, EFSA J | Behördengutachten zu Kollagen und Gelatine aus Wiederkäuerknochen | BSE-Risiko durch Gelatine und Kollagen aus Knochen fast sicher vernachlässigbar (99 bis 100 %) | Behördengutachten |
| 45 | Alcock et al. 2019, Int J Sport Nutr Exerc Metab | Gekaufte und selbst gekochte Knochenbrühen, Analyse der Kollagenbausteine | Brühen nach Standardrezept mit deutlich weniger Hydroxyprolin, Glycin und Prolin als 20 g Kollagenpräparat; Gehalt nach freiem Rezept stark schwankend | Lebensmittelanalyse |
| 46 | Nulty et al. 2025, Eur J Sport Sci | 20 aktive Männer um 47 Jahre, 30 g Kollagenhydrolysat + Vitamin C oder Maltodextrin + Vitamin C, 12 Wochen Krafttraining | Patellarsehnen-Querschnitt +6,8 vs. +1,2 mm² (p = 0,027), Steifigkeit stärker gestiegen (p = 0,009); Kraft ohne Unterschied; Autoren ohne Interessenkonflikte | RCT |
| 47 | Yang et al. 2025, Front Med (Lausanne) | 40 RCTs zu verschiedenen Nahrungsergänzungen; Kollagen allein in 5 asiatischen Studien, 291 Personen (Volltext) | Elastizität SMD 0,49 (0,25 bis 0,72) in den asiatischen Kollagenstudien; Autoren ohne Interessenkonflikte | Meta-Analyse (Teilgruppe Kollagen allein) |
| 48 | Pu et al. 2023, Nutrients | 26 RCTs, 1.721 Personen; Elastizität 19 Studien, darunter Kombinationspräparate (Volltext) | Elastizität signifikant besser als Placebo; mehrere Verzerrungsrisiken in den Einzelstudien; Autoren fordern große RCTs | Meta-Analyse (Sammelarbeit, mit Kombinationspräparaten) |
| 49 | Bassila et al. 2026, Eur J Clin Nutr | 25 RCTs (13 bis 236 Teilnehmende), systematische Übersicht ohne Zusammenrechnung | Elastizität in 10 von 13 Studien besser als Placebo; Mehrheit der Studien mit hohem Verzerrungsrisiko | Systematische Übersicht |
| 50 | Sun et al. 2022, Front Nutr | 66 RCTs zu verschiedenen Nahrungsergänzungen; Kollagen allein 10 Studien, 609 Personen (Volltext) | Kollagen allein SMD 0,77 (0,60 bis 0,94) gegenüber Placebo; Kombinationspräparate nicht signifikant; öffentliche Finanzierung, zwei Einzelstudien mit Herstellerangestellten | Meta-Analyse (Teilgruppe Kollagen allein) |
| 51 | Dewi et al. 2023, Cureus | 14 Studien, 967 Personen, darunter Kombinationspräparate (Volltext) | Falten in der Bildanalyse SMD −0,21 (−0,40 bis −0,01), knapp signifikant | Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 52 | Vleminckx et al. 2024, J Cosmet Dermatol | 85 gesunde ostasiatische Frauen von 43 bis 65 Jahren ohne brüchige Nägel, 5 g Kollagenpeptide/Tag, 84 Tage | Nagelfarbe in der Kollagengruppe früher verbessert als unter Placebo (nach 28 statt 84 Tagen); Brüchigkeit nicht gemessen; Mitautoren bei einem Kollagenhersteller (Affiliation) | RCT (nur Nagelfarbe) |
| 53 | Reilly et al. 2024, Dermatol Res Pract | Placebo-RCT mit einem Getränk aus Kollagenhydrolysat und Vitamin C, 12 Wochen | Haarzahl +27,6 % gegenüber Placebo, nicht signifikant; Expertenbewertung des Haarbilds +31,9 % (p < 0,01); Kombinationspräparat, zählt nicht für die Stufe | RCT (Kombinationspräparat) |
| 54 | Lee et al. 2006, Adv Skin Wound Care | 89 Pflegeheimbewohner mit Druckgeschwüren Stadium II–IV, angereichertes Kollagenproteinhydrolysat 3× täglich, 8 Wochen | Heilungsscore nach 8 Wochen signifikant besser als Placebo (p < 0,05); mit weiteren Nährstoffen angereichertes Präparat, zählt nicht für die Stufe | RCT (angereichertes Präparat) |
| 55 | Simental-Mendía et al. 2025, Clin Exp Rheumatol | 11 RCTs, 870 Menschen mit Kniearthrose, kollagenbasierte Präparate | Funktion MD −6,46 (−9,52 bis −3,40; I² 75 %), Schmerz MD −13,63 (−20,67 bis −6,58; I² 88 %) | Meta-Analyse (Kollagenformen gemischt) |
| 56 | García-Coronado et al. 2019, Int Orthop | Placebo-RCTs mit Kollagen bei Arthrose, Studienzahl im Abstract nicht angegeben | WOMAC gesamt WMD −8,00 (−13,04 bis −2,95) und VAS −16,57 (−26,24 bis −6,89) verbessert; WOMAC-Schmerz (p = 0,75) und -Funktion (p = 0,81) nicht signifikant; Kritik: Ergebnisse tragen keine starken Schlüsse (von Hippel 2021) | Meta-Analyse (Gegenbefund Teilwerte) |
| 57 | Liu et al. 2018, Br J Sports Med | 69 RCTs zu 20 Nahrungsergänzungen bei Hand-, Hüft- und Kniearthrose | Kollagenhydrolysat mit großem, klinisch relevantem Kurzzeiteffekt auf Schmerz; mittel- und langfristig für keine Ergänzung klinisch relevante Effekte; Evidenzqualität insgesamt sehr niedrig | Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 58 | Park et al. 2025, Front Nutr | 80 Erwachsene von 40 bis 75 Jahren mit leichter Kniearthrose, 3 g niedermolekulare Kollagenpeptide/Tag, 180 Tage | WOMAC-Schmerz −1,90 vs. +0,61 (p = 0,006), Funktion und Gesamtwert besser; Gelenkspalt unverändert; ein Mitautor bei einem Kollagenpeptid-Hersteller angestellt | RCT |
| 59 | Luo et al. 2022, J Exp Orthop | 101 Menschen von 40 bis 65 Jahren mit Kniearthrose, natives Typ-II-Kollagen, Glukosamin+Chondroitin oder Placebo, 12 Wochen | WOMAC gesamt −32,5 vs. −13,8 unter Placebo (p < 0,05); ein Autor bei einem Hersteller tätig | RCT |
| 60 | Alekseeva et al. 2024, Ter Arkh | 212 Menschen mit Kniearthrose Stadium II–III, Komplex mit undenaturiertem Typ-II-Kollagen, 180 Tage | in allen Parametern besser als Placebo; Kombinationspräparat (Zusammensetzung im Abstract nicht genannt), daher nur Begleitbefund | RCT (Kombinationspräparat) |
| 61 | Zdzieblik et al. 2017, Appl Physiol Nutr Metab | 139 Sportler mit funktionellen Knieschmerzen, 5 g/Tag, 12 Wochen | Belastungsschmerz −19,5 vs. −13,9 (p = 0,046), ärztliche Bewertung bestätigt; Ruheschmerz nicht signifikant (p = 0,209); Mitautor von einem Kollagen-Forschungsinstitut (Affiliation) | RCT |
| 62 | Clark et al. 2008, Curr Med Res Opin | 147 Wettkampf- und Vereinssportler, 10 g Kollagenhydrolysat/Tag, 24 Wochen; nur 97 ausgewertet | 6 Schmerzparameter signifikant besser, z. B. Schmerz beim Gehen −1,11 vs. −0,46 (p = 0,007); hoher Ausfall; Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT |
| 63 | Khatri et al. 2021, Amino Acids | 15 RCTs zu Kollagenpeptiden mit Training, überwiegend Freizeitsportler, systematische Übersicht ohne Zusammenrechnung | größter Nutzen bei Gelenkfunktion und Gelenkschmerz; Autoren fordern größere Studien | Systematische Übersicht |
| 64 | Lugo et al. 2013, J Int Soc Sports Nutr | 55 Gesunde mit Kniebeschwerden nach Belastung, 40 mg/Tag, 120 Tage | Kniestreckung 81,0 vs. 74,0° (p = 0,011); längere Belastung bis zum Schmerz nur im Vergleich zum Ausgangswert; Mitautoren beim Hersteller (Folgestudie, Volltext Lugo 2016) | RCT |
| 65 | Schön et al. 2022, J Integr Complement Med | 96 Gesunde von 20 bis 55 Jahren mit Belastungsbeschwerden, 40 mg/Tag, 24 Wochen | Kniebeugung +3,23° vs. +0,21° (p = 0,025); drei Autoren beim Hersteller angestellt | RCT |
| 66 | Shiojima et al. 2023, J Am Nutr Assoc | 64 gesunde Japaner von 20 bis unter 75 Jahren, 3,2 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen/Tag, 12 Wochen | Kniebeweglichkeit, Kniebeschwerden, Gehtest und Treppensteigen besser als Placebo; Mitautoren bei einem Hersteller (Affiliation) | RCT |
| 67 | Möller et al. 2026, Nutr J | 74 gesunde Erwachsene mit Gelenkbeschwerden, natives Typ-II-Kollagen oder Placebo | Schmerz bei Bewegung (VAS) in beiden Gruppen gleich gebessert; KOOS-Schmerz nur in der Teilgruppe mit milden Beschwerden signifikant; Mitautoren beim Hersteller angestellt | RCT (Gegenbefund) |
| 68 | Sieper et al. 1996, Arthritis Rheum | 90 Menschen mit früher rheumatoider Arthritis, 1 oder 10 mg Rinder-Typ-II-Kollagen/Tag, 12 Wochen | kein signifikanter Unterschied im Ansprechen; 2 Abbrüche wegen Übelkeit | RCT (Gegenbefund) |
| 69 | Cazzola et al. 2000, Clin Exp Rheumatol | 60 Menschen mit lange bestehender aktiver rheumatoider Arthritis, 0,25 mg Hühner-Typ-II-Kollagen/Tag, 6 Monate | ACR-20 nicht signifikant besser; Autoren: unwirksam, Schübe bei einer Untergruppe möglich | RCT (Gegenbefund) |
| 70 | Wei et al. 2009, Arthritis Res Ther | 503 Menschen mit rheumatoider Arthritis, 0,1 mg Hühner-Typ-II-Kollagen/Tag gegen Methotrexat, 24 Wochen (kein Placebo) | ACR-20 41,6 % vs. 57,9 % unter Methotrexat, signifikant schlechter als Methotrexat; weniger Nebenwirkungen | RCT gegen Medikament (kein Placebo) |
| 71 | Lampropoulou-Adamidou et al. 2022, J Clin Densitom | 51 Frauen nach den Wechseljahren mit Osteopenie, 5 g Kollagenpeptide + Kalzium + Vitamin D gegen Kalzium + Vitamin D, 12 Monate (kein Placebo) | trabekuläre Knochendichte am Schienbein +2,54 %, höhere Wirbelsäulendichte (p = 0,01), Knochenumbaumarker gesunken; Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT (ohne Placebo) |
| 72 | Duangjai et al. 2025, Clin Pract | Frauen in den Wechseljahren, 4 Gruppen (Placebo, Kalzium+D, 5 g Fischkollagen, Kombination), 6 Monate | keine signifikanten Veränderungen von Körperzusammensetzung und Knochenmarkern (P1NP, BAP, Osteocalcin) in allen Gruppen | RCT (Gegenbefund Knochenmarker) |
| 73 | Sun et al. 2025, Front Nutr | 20 Studien (17 RCTs, 1 Beobachtungsstudie), Kollagen allein oder mit Kalzium und Vitamin D (Volltext) | Knochendichte an Schenkelhals und Wirbelsäule signifikant erhöht, sehr hohe Heterogenität (I² 80,1 %); mischt Kombinationspräparate und Studientypen | Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 74 | Drummond et al. 2026, Transl Sports Med | Netzwerk-Meta-Analyse, 78 Studien, 4.755 Personen, 13 Eiweißarten mit Krafttraining | fettfreie Masse Kollagen SMD 0,94 (0,48 bis 1,40), Molke SMD 0,16; Kraft Kollagen SMD 0,41 (0,09 bis 0,73) | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 75 | Jendricke et al. 2019, Nutrients | 77 Frauen vor den Wechseljahren, 15 g Kollagenpeptide/Tag, 12 Wochen Krafttraining | fettfreie Masse und Handkraft stärker gestiegen, Körperfett stärker gesunken als unter Placebo (p < 0,05); Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT |
| 76 | Hays et al. 2009, J Am Diet Assoc | 9 gesunde Frauen um 71 Jahre, Crossover Molke gegen angereichertes Kollagenhydrolysat, je 15 Tage | Stickstoffbilanz und Körperzusammensetzung mit Kollagen erhalten, Körpergewicht unter Molke gesunken; angereichertes Präparat | Crossover gegen Molkeneiweiß |
| 77 | Jerger et al. 2022, Scand J Med Sci Sports | 40 gesunde junge Männer, 5 g/Tag, 14 Wochen Krafttraining | Achillessehnen-Querschnitt +11,0 vs. +4,7 % (p = 0,002), Muskeldicke +7,3 vs. +2,7 %; Steifigkeit und Kraft ohne Unterschied; vom Kollagenhersteller gefördert (PubMed-Förderangabe) | RCT |
| 78 | Jerger et al. 2023, Eur J Sport Sci | 50 gesunde Männer, Kollagenpeptide oder eiweißfreies Placebo, 14 Wochen Krafttraining | Patellarsehnen-Querschnitt nur in einzelnen Abschnitten der Sehne stärker gewachsen als unter Placebo; laut Förderangabe vom Kollagenhersteller finanziert | RCT |
| 79 | Balshaw et al. 2023, Med Sci Sports Exerc | 39 gesunde Erwachsene, Kollagenpeptide oder eiweißfreies Placebo, 15 Wochen Krafttraining der Beine | Sehnenumbau ohne signifikanten Unterschied zu Placebo; Finanzierung im Abstract nicht angegeben | RCT (Gegenbefund) |
| 80 | Lee et al. 2025, Exp Physiol | 11 Profifußballerinnen, 30 g Kollagen + Vitamin C oder kaloriengleiches Placebo + Vitamin C, 10 Wochen | Patellarsehnen-Steifigkeit +15,4 vs. +4,6 % (p = 0,002); Querschnitt ohne Unterschied | RCT |
| 81 | Miyamoto et al. 2025, Med Sci Sports Exerc | 50 gesunde junge untrainierte Männer, 10 g/Tag, 16 Wochen ohne Training | Steifigkeit von Wadenmuskel und Achillessehne gestiegen, unter Placebo nicht; Querschnitt und Maximalkraft unverändert; Mitautoren bei einem Lebensmittelhersteller (Affiliation) | RCT |
| 82 | Praet et al. 2019, Nutrients | 20 Menschen mit chronischer Achillessehnen-Tendinopathie, Crossover Kollagenpeptide/Placebo je 3 Monate plus Wadentraining | VISA-A +12,6 (9,7 bis 15,5) mit Kollagen zuerst vs. +5,3 (2,3 bis 8,3) mit Placebo zuerst; Pilotstudie; laut Volltext vom Kollagenhersteller finanziell unterstützt | RCT (Pilot, Crossover) |
| 83 | Dressler et al. 2018, J Sports Sci Med | 50 Sportler mit chronischer Sprunggelenksinstabilität, 5 g/Tag oder Maltodextrin, 6 Monate | subjektive Stabilität (CAIT, FAAM-G; p < 0,001) besser; Gelenksteifigkeit im Arthrometer ohne Unterschied; weniger Verletzungen in 3 Monaten Nachbeobachtung (p < 0,05); Mitautor von einem Kollagen-Forschungsinstitut (Affiliation) | RCT |
| 84 | Clifford et al. 2019, Amino Acids | 24 aktive Männer, 20 g/Tag 7 Tage vor und 2 Tage nach 150 Niedersprüngen | Muskelkater nicht signifikant geringer (p = 0,071), Sprunghöhe nach 48 h schneller erholt (p = 0,050); teilweise von einem Kollagenhersteller gefördert, Mitautoren dort tätig (PubMed-Förderangabe, Affiliation) | RCT (zählt nicht: Vitamin C nur in der Kollagengruppe) |
| 85 | Bischof et al. 2023, Front Nutr | 55 gesunde Erwachsene, Kollagenpeptide oder eiweißfreies Placebo, 12 Wochen kombiniertes Training, danach muskelschädigende Belastung | Kraft über alle Messzeitpunkte signifikant besser erholt als unter Placebo; Präparat vom Hersteller, Mitautor von einem Kollagen-Forschungsinstitut | RCT |
| 86 | Kuwaba et al. 2023, J Int Soc Sports Nutr | 20 gesunde Männer mittleren Alters, Crossover Kollagenpeptide gegen kaloriengleiches Placebo | Kraft nach 48 h signifikant besser erholt, weniger Muskelkater; Autoren bei einem Hersteller angestellt | RCT (Crossover) |
| 87 | Barclay et al. 2024, Nutrients | 33 Erwachsene, Kollagenhydrolysat, Milcheiweiß oder kaloriengleiches Placebo, exzentrische Belastung | Erholung mit Kollagen nicht signifikant besser als mit Placebo; ohne Herstellerfinanzierung | RCT (Gegenbefund) |
| 88 | Prowting et al. 2021, Int J Sport Nutr Exerc Metab | 15 krafttrainierte Männer, Kollagenpeptide oder Placebo, exzentrische Belastung (Pilotstudie) | Erholung der Kraft ohne signifikanten Unterschied zu Placebo | RCT (Pilot, Gegenbefund) |
| 89 | Bruyère et al. 2012, Complement Ther Med | 200 Menschen ab 50 Jahren mit Schmerzen in Armen, Beinen oder Lendenwirbelsäule, 1,2 g Kollagenhydrolysat/Tag, 6 Monate | Ansprecher 51,6 vs. 36,5 % (p < 0,05) nach 6 Monaten, nach 3 Monaten 44,1 vs. 39,6 % (p = 0,53); Rücken nicht getrennt ausgewertet; keine Unterschiede bei Sicherheit und Verträglichkeit | RCT (Rücken nicht getrennt ausgewertet) |
| 90 | Park et al. 2023, Clin Nutr Res | 74 Erwachsene ab 50 Jahren mit Alltagsaktivität, 15 g niedermolekulare Kollagenpeptide/Tag, 12 Wochen | Gesamtkörperfett im BIA (p = 0,021) und DEXA (p = 0,041) stärker gesunken als unter Placebo; Studie von einem Hersteller gefördert | RCT |
| 91 | Jendricke et al. 2020, Front Nutr | 59 Frauen mit kombiniertem Ausdauer- und Krafttraining, 15 g Kollagenpeptide/Tag oder Placebo | kein signifikanter Unterschied zu Placebo; Herstellerbeteiligung | RCT (Gegenbefund) |
| 92 | Chavez-Alfaro et al. 2025, Clin Nutr | 56 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, 10 g Schweinekollagenhydrolysat oder Placebo, 4 Wochen | Körpermaße nicht signifikant verändert; Autoren ohne Interessenkonflikte | RCT (Gegenbefund) |
| 93 | López-Yoldi et al. 2024, Nutrients | 64 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, 2 Riegel mit speziell quellendem Rinderkollagen (20 g/Tag) oder Kontrollgruppe ohne Riegel, 12 Wochen | Gewicht und BMI stärker gesunken als in der Kontrollgruppe; kein Placebo; Forschungszentrum vom Hersteller gefördert, drei Mitautoren dort angestellt | RCT (ohne Placebo) |
| 94 | Hochstenbach-Waelen et al. 2011, Br J Nutr | 72 Erwachsene mit Übergewicht, Gelatine-Milcheiweiß-Diät gegen zwei Milcheiweiß-Diäten, 8 Wochen Gewichtsabnahme | BMI-Abnahme gleich (−1,7 vs. −2,1 und −1,6 kg/m²); kein Vorteil der Gelatine bei Fett- und Magermasse | RCT (Gelatine gegen Milcheiweiß) |
| 95 | Hochstenbach-Waelen et al. 2010, Physiol Behav | 65 Erwachsene nach Gewichtsabnahme, Gelatine-Milcheiweiß-Diät gegen Milcheiweiß-Diäten, 4 Monate | Gewichthalten mit Gelatine nicht besser; BMI-Veränderungen in allen Gruppen gleich | RCT (Gelatine gegen Milcheiweiß) |
| 96 | Duarte et al. 2022, Br J Nutr | 10 gesunde Frauen, einmalig 40 g Molke oder Kollagenhydrolysat, Crossover | kein Unterschied bei Hunger, Essenswunsch, Völlegefühl und Essmenge (p = 0,168) | RCT gegen Molke |
| 97 | Veldhorst et al. 2009, Clin Nutr | 24 gesunde Erwachsene, Frühstück mit verschiedenen Eiweißen inkl. Gelatine, einfach verblindet | nach Gelatine bzw. Alpha-Lactalbumin etwa 20 % weniger Energie beim Mittagessen als nach Kasein, Soja oder Molke-GMP (p < 0,05) | RCT (Gelatine gegen andere Eiweiße) |
| 98 | Lang et al. 1998, Am J Clin Nutr | 12 gesunde Erwachsene, Mittagessen mit sechs Eiweißarten inkl. Gelatine | kein Effekt der Eiweißart auf Sättigung, 24-h-Energieaufnahme, Blutzucker und Insulin | RCT (Gelatine gegen andere Eiweiße) |
| 99 | Kouguchi et al. 2013, Biosci Biotechnol Biochem | 58 Erwachsene mit leichtem Bluthochdruck oder hoch-normalem Blutdruck, 2,9 g Hühnerkollagenhydrolysat/Tag, 18 Wochen | Blutdruck und Pulswellengeschwindigkeit signifikant niedriger als unter Placebo; Erstautor beim Hersteller | RCT |
| 100 | Igase et al. 2018, Biosci Biotechnol Biochem | 70 Erwachsene, Kollagenpeptide aus Schwein oder Placebo | systolischer Blutdruck −4,2 mmHg (−8,46 bis 0,06), nicht signifikant; Mitautor beim Hersteller | RCT (Gegenbefund) |
| 101 | Saiga-Egusa et al. 2009, Biosci Biotechnol Biochem | 15 Erwachsene mit leichtem Bluthochdruck, Hühnerkollagenhydrolysat, 4 Wochen, ohne Kontrollgruppe | Blutdruck −11,8 mmHg gegenüber Ausgangswert; ohne Kontrollgruppe nicht aussagekräftig | Studie ohne Kontrollgruppe |
| 102 | Zhu et al. 2010 (Am J Med Sci), Am J Med Sci | 100 chinesische Patienten mit Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck, marine Kollagenpeptide oder Placebo; dieselbe Arbeitsgruppe, mögliche Überschneidung mit der Studie oben | LDL signifikant niedriger als unter Placebo | RCT |
| 103 | Tomosugi et al. 2017, J Atheroscler Thromb | gesunde Erwachsene, 16 g Kollagen-Tripeptid/Tag, 6 Monate, offen ohne Kontrollgruppe | LDL/HDL-Verhältnis bei Ausgangswert ≥ 2,5 gesunken; ohne Kontrollgruppe nicht aussagekräftig; Mitautoren beim Hersteller angestellt bzw. im Vorstand | Studie ohne Kontrollgruppe |
| 104 | Zhang et al. 2025, Nutrients | Netzwerk-Meta-Analyse, 39 RCTs mit 4.599 Personen mit Kniearthrose, 7 Nahrungsergänzungen inkl. Kollagen | keine erhöhten Nebenwirkungen gegenüber Placebo | Meta-Analyse (Sammelarbeit) |
| 105 | Taylor et al. 2023, Eur J Nutr | 20 gesunde Läuferinnen und Läufer, Kollagenpeptide oder Placebo, 7 Tage, Crossover | Magen-Darm-Beschwerden ohne Unterschied zu Placebo; Präparat vom Hersteller, zwei Autorinnen dort angestellt | RCT (Crossover) |
| 106 | Zdzieblik et al. 2021, Int J Environ Res Public Health | 61 Erwachsene mittleren Alters mit Krafttraining, Kollagenpeptide oder Placebo | Körpergewicht ohne Unterschied (p = 0,743), Fettmasse stärker gesunken; teilfinanziert vom Hersteller | RCT |
| 107 | Rodgers et al. 2019, Int Urol Nephrol | 5 gesunde Männer, 30 g Gelatine/Tag über 3 Tage, Vergleich mit Ausgangswert | Oxalat-Ausscheidung und Kalziumoxalat-Übersättigung unverändert; Glykolat und Urin-pH gestiegen | Stoffwechselstudie ohne Kontrollgruppe |
| 108 | Choy et al. 2001, Arthritis Rheum | 55 Menschen mit rheumatoider Arthritis, 0,05, 0,5 oder 5 mg Typ-II-Kollagen/Tag oder Placebo | keine Verschlechterung gegenüber Placebo | RCT |
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