Die kurze Antwort
Eisen hilft vor allem dort, wo es fehlt. Bei Blutarmut durch Eisenmangel helfen Tabletten wahrscheinlich, und in der Schwangerschaft beugen sie ihr wahrscheinlich vor. Ob Eisen gegen Müdigkeit, Haarausfall oder Stimmungstiefs hilft, ist unklar oder nicht untersucht. Ohne Mangel bringt es wenig und kann schaden, etwa durch Überladung über die Jahre oder gebremstes Wachstum bei Säuglingen. Infusionen sind eine eigene, ärztliche Behandlung.
Auf dem Laborbefund steht ein Wert mit einem kleinen Pfeil nach unten, und plötzlich scheint die bleierne Müdigkeit der letzten Monate erklärt. Kaum ein Mineralstoff wird so oft auf Verdacht genommen wie Eisen, und kaum einer zeigt so deutlich, dass derselbe Stoff je nach Ausgangslage hilft oder schadet. Wem Eisen fehlt, dem helfen Tabletten wahrscheinlich, eine Blutarmut zu beheben. Wer dagegen volle Speicher hat, gewinnt nach den Studien wenig und trägt trotzdem die Nebenwirkungen.
Dazu kommt eine Besonderheit, die Eisen von vielen anderen Nahrungsergänzungen unterscheidet. Der Körper hat keinen eigenen Weg, überschüssiges Eisen wieder loszuwerden, und regelt den Haushalt deshalb fast nur über die Aufnahme im Darm.1 Bei Säuglingen mit guten Eisenwerten bremsten Tropfen in einigen Studien das Wachstum, und für Kleinkinder sind verschluckte Tabletten aus dem Haushalt ein Vergiftungsrisiko. Wer Eisenstudien liest, sollte deshalb immer zuerst fragen, ob die Teilnehmenden überhaupt einen Mangel hatten. Hinzu kommt eine zweite Unterscheidung, die viele Missverständnisse erklärt: Was für eine Infusion in der Klinik gilt, gilt noch lange nicht für die Tablette.
Was ist Eisen, und wofür braucht der Körper es?
Eisen ist ein Spurenelement, ohne das kein Sauerstoff ankommt, denn es bildet den Kern des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Dabei trägt es in jedem roten Blutkörperchen Sauerstoff von der Lunge zu den Muskeln, ins Gehirn und in jedes andere Gewebe. Was gerade nicht gebraucht wird, legt der Körper in einem Speichereiweiß namens Ferritin zurück, und deshalb gilt dessen Wert im Blut als bester einzelner Hinweis darauf, wie voll die Vorräte gerade sind.
Gesteuert wird das Ganze von einem Hormon namens Hepcidin, das die Aufnahme im Darm drosselt, sobald genug Eisen da ist oder eine Entzündung im Körper abläuft.1 Daraus folgen zwei Dinge, die in diesem Überblick immer wieder auftauchen. Zum einen bleibt Hepcidin nach einer Tablette eine Weile erhöht, sodass die nächste Portion schlechter ankommt.2 Zum anderen kann bei Entzündungen im Blut Eisen fehlen, obwohl die Speicher gefüllt sind.1
Zu wenig Eisen haben vor allem Kinder im Wachstum und Frauen vor den Wechseljahren, bei denen jede Regelblutung Eisen kostet.1 Auch über das Essen lässt sich einiges ausgleichen, doch nicht jede Mahlzeit gibt ihr Eisen gleich gut her. Welche Eisen-Lebensmittel wirklich viel liefern, hängt auch davon ab, was sonst auf dem Tisch steht. So senkte eine Tasse Kaffee zur Mahlzeit die Aufnahme in Messungen um mehr als ein Drittel, Tee sogar um fast zwei Drittel.3

Wofür ist Eisen gut? Die Wirkung im Studiencheck
Eisen hilft vor allem dort, wo es fehlt, und dieser Satz zieht sich durch fast jede Zeile der folgenden Übersicht. Für sie haben wir 58 Wirkungen und 25 Sicherheitsfragen erfasst, die am Menschen und im Vergleich mit einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Ein Klick auf eine Zeile öffnet die Begründung. Zehn dieser Wirkungen betreffen Eiseninfusionen, die in Praxis oder Klinik gegeben werden, und sie stehen getrennt von den Tabletten, weil eine Infusion den Darm umgeht und deshalb anders wirkt.
Blutarmut vorbeugen und beheben (Hämoglobin, Anämie)wahrscheinlich51 Studien, 6.861 Frauen (Hämoglobin); 10 Studien, 3.273 Frauen (Anämie) (Low 2016, Cochrane)Anämie am Ende der Einnahme seltener, Hämoglobin +5,30 g/L
nicht schwangere Frauen im gebärfähigen Alter (menstruierende Frauen), mit und ohne Eisenmangel
Ergebnisse: Anämie am Ende der Einnahme seltener (RR 0,39; 95 % KI 0,25 bis 0,60; moderate Qualität), Hämoglobin +5,30 g/L (95 % KI 4,14 bis 6,45; hohe Qualität; Low 2016); Eisen ein- bis zweimal pro Woche: Anämie RR 0,65, Hämoglobin +5,19 g/L (15 Studien; Fernández-Gaxiola 2019); sportlich aktive Frauen mit Eisensulfat +0,42 g/dL (McCarthy 2026)
Bei Frauen im gebärfähigen Alter senkt die tägliche Einnahme von Eisentabletten wahrscheinlich das Risiko einer Blutarmut und hebt den Hämoglobinwert an. Maßgeblich ist ein Cochrane-Review, in dem die Anämie in 10 Studien mit 3.273 Frauen deutlich seltener war; ein zweiter Cochrane-Review zur Einnahme ein- bis zweimal pro Woche kommt zum selben Ergebnis, rechnet aber Eisen mit weiteren Mikronährstoffen zusammen. Am stärksten profitieren Frauen mit Eisenmangel, der Preis sind häufiger Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall. Eine Blutarmut sollte vorher ärztlich abgeklärt werden, weil sie auch andere Ursachen haben kann. 4, 78, 79
Blutarmut (Anämie) am Ende der Schwangerschaft vorbeugenwahrscheinlich14 Studien, 13.543 Pers. (Finkelstein 2024, Cochrane)Anämie am Termin 4,0 % gegen 7,4 %, RR 0,30
Schwangere, mit und ohne Anämie zu Beginn; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisen
Ergebnisse: Anämie am Termin 4,0 % gegen 7,4 %, RR 0,30 (95 % KI 0,20 bis 0,47; Finkelstein 2024, geringe Vertrauenswürdigkeit); Eisenmangelanämie am Termin RR 0,41 (7 Studien, 2.704 Pers.; Finkelstein 2024) bzw. RR 0,40 (4 Studien, 2.230 Pers.; Cantor 2024); bei Frauen ohne Anämie zu Beginn RR 0,50 (23 Studien, 4.492 Pers.; Watt 2025), Hämoglobin +6,95 g/L
Tägliches Eisen in der Schwangerschaft senkt das Risiko, am Ende der Schwangerschaft blutarm zu sein, wahrscheinlich deutlich: Im maßgeblichen Cochrane-Review von 2024 mit 14 Studien und 13.543 Frauen waren 4,0 statt 7,4 % blutarm, und die Vorgängerversion, die Auswertung für die US-Präventionsbehörde und zwei Meta-Analysen zu Frauen ohne Anämie stimmen überein. Die Vertrauenswürdigkeit der Daten gilt im Cochrane-Review als gering, weil viele ältere Studien Mängel haben. Bei Frauen ohne Anämie zu Beginn verhinderte Eisen etwa jede zehnte Anämie. Wer schwanger ist, sollte Blutwerte und eine mögliche Eisengabe mit der betreuenden Praxis besprechen. 40, 132, 133, 134, 135, 43
Blutarmut bei Schulkindern senkenwahrscheinlich7 Studien, 1.763 Kinder (Low 2013; insgesamt 32 Studien, 7.089 Kinder)Anämie RR 0,50, Eisenmangel −79 %
Kinder von 5 bis 12 Jahren, fast nur Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen; Eisen gegen Kontrolle
Ergebnisse: Anämie RR 0,50 (95 % KI 0,39 bis 0,64), Eisenmangel −79 % (Low 2013); wöchentliche Gabe gegen Placebo Anämie RR 0,54 (0,33 bis 0,90; 6 Studien, 1.166; De-Regil 2011); wöchentliche und tägliche Gabe senkten Anämie ähnlich (Andersen 2023)
Bei Grundschulkindern in Ländern mit viel Eisenmangel halbiert tägliches Eisen wahrscheinlich den Anteil der blutarmen Kinder; das zeigt die maßgebliche Meta-Analyse mit 7 Studien zur Anämie, Eisenmangel sank um rund vier Fünftel. Auch eine wöchentliche Gabe senkte die Anämie. Daten zur Sicherheit waren spärlich. Für gut versorgte Kinder in Europa sagt das wenig; hier sollte ein Mangel vor einer Eisengabe nachgewiesen sein. 47, 148, 164
Eisenbisglycinat wirksamer als Eisensalze (z. B. Eisensulfat)?wahrscheinlich9 Vergleichsstudien mit Schwangeren (Fischer 2023; insgesamt 17 RCTs, davon 4 mit Kindern, 4 mit Männern und nicht schwangeren Frauen)Schwangere: Hämoglobin SMD 0,54 höher, Magen-Darm-Nebenwirkungen seltener
Vergleich zweier Eisenformen, KEIN Placebovergleich; Erwachsene außerhalb der Schwangerschaft kaum untersucht
Ergebnisse: Schwangere: Hämoglobin SMD 0,54 (95 % KI 0,15 bis 0,94) höher, Magen-Darm-Nebenwirkungen seltener (IRR 0,36; 0,17 bis 0,76); Kinder: kein Unterschied bei Hämoglobin und Ferritin; übrige Erwachsene nur beschreibend ausgewertet (Fischer 2023)
Eisenbisglycinat ist bei Schwangeren wahrscheinlich besser als klassische Eisensalze wie Eisensulfat: In der maßgeblichen Meta-Analyse über 9 Vergleichsstudien stieg das Hämoglobin damit etwas stärker, und Magen-Darm-Beschwerden waren seltener. Geprüft wurde nur gegen andere Eisenpräparate, nicht gegen Placebo. Bei Kindern fand sich kein Unterschied zu anderen Eisenformen; für Männer und nicht schwangere Frauen gibt es nur vier Studien, zu wenige für eine gemeinsame Auswertung. 72, 98
Eisenspeicher auffüllen (Ferritin)unklarwidersprüchlich13 Studien, 449 Sportler (Šmid 2024); 8 Studien, 1.335 Blutspender (Geneen 2026)Ferritin SMD 1,27 bei Sportlern, vor allem bei Ausgangswert ≤ 12 µg/L
Erwachsene mit niedrigen Eisenspeichern, vor allem Frauen, Sportler und Blutspender; Ferritin ist ein Laborwert
Ergebnisse: Ferritin SMD 1,27 (95 % KI 0,44 bis 2,10) bei Sportlern, vor allem bei Ausgangswert ≤ 12 µg/L (Šmid 2024); +12,39 ng/mL bei Blutspendern (Geneen 2026); +12,61 ng/mL bei aktiven Frauen mit Eisensulfat (McCarthy 2026); +7,46 µg/L mit Eisen ein- bis zweimal pro Woche (7 Studien; Fernández-Gaxiola 2019)
Dass Eisentabletten den Speicherwert Ferritin anheben, zeigen alle Auswertungen, bei Sportlern, sportlich aktiven Frauen, Blutspendern und menstruierenden Frauen. Die Stufe bleibt trotzdem unklar, weil die Befunde widersprüchlich sind: Die Autoren der größten Auswertung bei Sportlern (Šmid 2024) nennen den Anstieg selbst unbedeutend, deutlich war er nur bei sehr leeren Speichern (Ferritin bis 12 µg/L), und die Blutspender-Auswertung gilt als sehr unsicher. Ein klarer Effekt zeigt sich damit nur bei Eisenmangel. Ferritin ist ein Laborwert; ob es jemandem damit besser geht, zeigen die Zeilen zu Müdigkeit und Leistung. 9, 6, 79, 78, 16, 82
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Müdigkeit bei Eisenmangel ohne Blutarmut lindernunklarwidersprüchlich4 Placebo-RCTs mit Tabletten, 660 Pers. (Vaucher 2012, Verdon 2003, Waldvogel 2012, Sultana 2026); Meta-Analysen nur mit Tabletten und Infusionen gemischt (Houston 2018: 4 Studien, 714 Pers.)Müdigkeitswert −47,7 % gegenüber −28,8 % mit Placebo
Frauen mit niedrigem Ferritin, aber normalem Hämoglobin; Fragebogen-Endpunkt
Ergebnisse: Müdigkeitswert −47,7 % gegenüber −28,8 % mit Placebo (p = 0,02; Vaucher 2012); −29 % gegenüber −13 % (p = 0,004), nur bei Ferritin ≤ 50 µg/L (Verdon 2003); kein gesicherter Unterschied bei 154 Blutspenderinnen (Waldvogel 2012) und 164 Pers. (Sultana 2026, p = 0,05); Tabletten und Infusionen zusammen SMD −0,38 (95 % KI −0,52 bis −0,23; Houston 2018)
Ob Eisentabletten gegen Müdigkeit helfen, ist unklar, die Studien sind widersprüchlich. Zwei Placebo-Studien mit Frauen mit leeren Eisenspeichern, aber ohne Blutarmut, fanden weniger Müdigkeit, und zwar nur bei einem Ferritin bis etwa 50 µg/L; zwei andere Placebo-Studien fanden keinen gesicherten Unterschied. Die Meta-Analysen rechnen Tabletten und Infusionen zusammen und sagen deshalb über Tabletten allein wenig. Wer anhaltend müde ist, sollte die Ursache ärztlich abklären und den Ferritinwert bestimmen lassen. 16, 30, 83, 10, 84, 12, 11
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Depressive Beschwerden bei Eisenmangel lindernmenstruierende Frauen und Jugendliche mit Eisenmangel ohne Blutarmutunklar12 Placebo-RCTs, 1.408 Pers. (Fiani 2025, Studienzahl zu Depression nicht frei verfügbar); 2 Placebo-RCTs, 198 und 144 Frauen (Vaucher 2012, Verdon 2003)Depression in Placebo-RCTs nicht verbessert, nur in Vorher-Nachher-Studien ohne …
Ergebnisse: Depression in Placebo-RCTs nicht verbessert, nur in Vorher-Nachher-Studien ohne Kontrollgruppe d = 0,93 (Fiani 2025); Depression p = 0,97 bei 198 Frauen (Vaucher 2012) und p = 0,31 bei 144 Frauen (Verdon 2003) gegenüber Placebo
Ob Eisen depressive Beschwerden bei Eisenmangel lindert, ist unklar. In den bisherigen Placebo-Studien mit Frauen und Jugendlichen zeigte sich kein Vorteil, auch nicht in den beiden größten Einzelstudien mit erschöpften Frauen. Deutliche Besserungen gab es nur in Studien ohne Vergleichsgruppe, die sich nicht von Erwartungseffekten trennen lassen; für ein klares Nein sind die Studien zu wenige und zu klein. 30, 10, 84
Haarausfall bei Frauen mit Eisenmangel verringernFrauen mit diffusem Haarausfall und niedrigem Ferritinnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Eisen alleinnicht untersucht
Ergebnisse: nicht untersucht; ein Review nennt ausdrücklich das Fehlen randomisierter kontrollierter Behandlungsstudien (St Pierre 2010); die einzige erwähnte Doppelblind-Studie gab Eisen zusammen mit L-Lysin (Rushton 2002)
Niedrige Ferritinwerte werden bei Frauen mit Haarausfall häufig gefunden, ob Eisentabletten den Haarausfall verringern, ist aber nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit Eisen allein gibt es nicht. Die einzige Doppelblind-Studie, auf die sich Übersichtsarbeiten stützen, kombinierte Eisen mit der Aminosäure L-Lysin. Bei Haarausfall lohnt sich eine ärztliche Abklärung; ein nachgewiesener Eisenmangel wird ohnehin behandelt. 34, 92, 93
Alle 61 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Eisen in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Blut & Energie 19
7 wahrscheinlich · 7 unklar · 4 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Blutarmut vorbeugen und beheben (Hämoglobin, Anämie)wahrscheinlich51 Studien, 6.861 Frauen (Hämoglobin); 10 Studien, 3.273 Frauen (Anämie) (Low 2016, Cochrane)Anämie am Ende der Einnahme seltener, Hämoglobin +5,30 g/L
nicht schwangere Frauen im gebärfähigen Alter (menstruierende Frauen), mit und ohne Eisenmangel
Ergebnisse: Anämie am Ende der Einnahme seltener (RR 0,39; 95 % KI 0,25 bis 0,60; moderate Qualität), Hämoglobin +5,30 g/L (95 % KI 4,14 bis 6,45; hohe Qualität; Low 2016); Eisen ein- bis zweimal pro Woche: Anämie RR 0,65, Hämoglobin +5,19 g/L (15 Studien; Fernández-Gaxiola 2019); sportlich aktive Frauen mit Eisensulfat +0,42 g/dL (McCarthy 2026)
Bei Frauen im gebärfähigen Alter senkt die tägliche Einnahme von Eisentabletten wahrscheinlich das Risiko einer Blutarmut und hebt den Hämoglobinwert an. Maßgeblich ist ein Cochrane-Review, in dem die Anämie in 10 Studien mit 3.273 Frauen deutlich seltener war; ein zweiter Cochrane-Review zur Einnahme ein- bis zweimal pro Woche kommt zum selben Ergebnis, rechnet aber Eisen mit weiteren Mikronährstoffen zusammen. Am stärksten profitieren Frauen mit Eisenmangel, der Preis sind häufiger Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall. Eine Blutarmut sollte vorher ärztlich abgeklärt werden, weil sie auch andere Ursachen haben kann. 4, 78, 79
Blutspender: Zurückstellung wegen zu niedrigem Hämoglobin vermeidenwahrscheinlich7 Studien, 1.647 Pers. (Rückstellung); insgesamt 23 Studien, 5.518 Pers. (Geneen 2026, Cochrane)Rückstellung wegen niedrigem Hämoglobin RR 0,39
gesunde Vollblutspender; Ereignis = Rückstellung von der Spende wegen niedrigem Hämoglobin
Ergebnisse: Rückstellung wegen niedrigem Hämoglobin RR 0,39 (95 % KI 0,20 bis 0,76; moderate Sicherheit); Hämoglobin +2,52 g/L (14 Studien, 1.940 Pers., sehr unsicher); Magen-Darm-Beschwerden RR 1,69 (Geneen 2026); Eisenmangel nach 56 Tagen 51 % mit Placebo gegenüber 1 % mit 60 mg täglich (FORTE, 830 Spender)
Regelmäßiges Blutspenden leert die Eisenspeicher. Nehmen Spender Eisentabletten, werden sie laut Cochrane-Review wahrscheinlich deutlich seltener wegen eines zu niedrigen Hämoglobinwerts von der Spende zurückgestellt (7 Studien, 1.647 Spender). In einer großen niederländischen Placebo-Studie mit 830 Spendern mit niedrigem Ferritin hatten nach acht Wochen fast alle Spender mit Eisen keinen Eisenmangel mehr, mit Placebo noch die Hälfte. Häufiger traten Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall auf. 6, 5
Ausdauerleistung steigern (maximale Sauerstoffaufnahme)wahrscheinlich20 Studien (Pasricha 2014)VO2max SMD 0,37, relativ +2,35 mL/
Frauen im gebärfähigen Alter (Hauptauswertung unabhängig vom Eisenstatus) und Sportler; Gegenbefunde bei Eisenmangel ohne Blutarmut
Ergebnisse: VO2max SMD 0,37 (95 % KI 0,11 bis 0,62; 20 Studien), relativ +2,35 mL/(kg·min) (18 Studien); Herzfrequenz bei gleicher Belastung −4,05 Schläge/min (Pasricha 2014); bei Sportlern VO2max SMD 0,49, nicht signifikant (p = 0,086; Šmid 2024); bei Eisenmangel ohne Anämie VO2max SMD 0,11, nicht signifikant (9 Studien, 235 Pers.; Houston 2018)
Eisentabletten verbessern die Ausdauer von Frauen im gebärfähigen Alter wahrscheinlich etwas: In einer Meta-Analyse über 20 Studien erreichten sie eine etwas höhere maximale Sauerstoffaufnahme und kamen bei gleicher Belastung mit niedrigerem Puls aus. Nur 3 dieser Studien hatten ein geringes Verzerrungsrisiko. Zwei kleinere Meta-Analysen, eine mit Sportlern und eine mit Erwachsenen mit Eisenmangel ohne Blutarmut, fanden keinen gesicherten Leistungsgewinn. Ein Vorteil ist am ehesten bei nachgewiesenem Eisenmangel zu erwarten; für Menschen mit vollen Speichern gibt es keine eigene Auswertung. 15, 9, 16, 82, 86
Eisenbisglycinat wirksamer als Eisensalze (z. B. Eisensulfat)?wahrscheinlich9 Vergleichsstudien mit Schwangeren (Fischer 2023; insgesamt 17 RCTs, davon 4 mit Kindern, 4 mit Männern und nicht schwangeren Frauen)Schwangere: Hämoglobin SMD 0,54 höher, Magen-Darm-Nebenwirkungen seltener
Vergleich zweier Eisenformen, KEIN Placebovergleich; Erwachsene außerhalb der Schwangerschaft kaum untersucht
Ergebnisse: Schwangere: Hämoglobin SMD 0,54 (95 % KI 0,15 bis 0,94) höher, Magen-Darm-Nebenwirkungen seltener (IRR 0,36; 0,17 bis 0,76); Kinder: kein Unterschied bei Hämoglobin und Ferritin; übrige Erwachsene nur beschreibend ausgewertet (Fischer 2023)
Eisenbisglycinat ist bei Schwangeren wahrscheinlich besser als klassische Eisensalze wie Eisensulfat: In der maßgeblichen Meta-Analyse über 9 Vergleichsstudien stieg das Hämoglobin damit etwas stärker, und Magen-Darm-Beschwerden waren seltener. Geprüft wurde nur gegen andere Eisenpräparate, nicht gegen Placebo. Bei Kindern fand sich kein Unterschied zu anderen Eisenformen; für Männer und nicht schwangere Frauen gibt es nur vier Studien, zu wenige für eine gemeinsame Auswertung. 72, 98
Müdigkeit bei Eisenmangel ohne Blutarmut lindern (Infusion)Infusionwahrscheinlich5 Studien, 814 Pers. (Dugan 2022, abgekürzter Cochrane-Review, Endpunkt Müdigkeit; insgesamt 21 Studien, 3.514 Pers.)Müdigkeit SMD −0,30 zugunsten der Infusion, Lebensqualität nicht signifikant
überwiegend Frauen vor den Wechseljahren mit niedrigem Ferritin; Infusion; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: Müdigkeit SMD −0,30 zugunsten der Infusion (95 % KI −0,52 bis −0,09), Lebensqualität nicht signifikant (Dugan 2022); weniger Müdigkeit bei 65,3 % gegenüber 52,7 % mit Placebo (OR 1,68; p = 0,03; Favrat 2014); insgesamt p = 0,07, nur bei Ferritin ≤ 15 µg/L signifikant (Krayenbuehl 2011)
Eine Eisen-Infusion verringert bei Erwachsenen mit Eisenmangel ohne Blutarmut die Müdigkeit wahrscheinlich etwas stärker als eine Placebo-Infusion; das zeigt die maßgebliche Cochrane-Auswertung über 5 Studien mit 814 Personen. Die Lebensqualität insgesamt besserte sich nicht, leichte Nebenwirkungen waren häufiger. Der Effekt gilt nur bei Eisenmangel, in einer Einzelstudie sogar nur bei sehr leeren Speichern (Ferritin bis 15 µg/L). Verglichen wurde mit Placebo, nicht mit Tabletten; die Zeile sagt nichts über Tabletten aus. 13, 85, 31, 14
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Restless Legs (unruhige Beine) lindern (Infusion)Infusionwahrscheinlich7 Studien, 539 Pers. (Khan 2025)IRLS −5,77 Punkte
Erwachsene mit Restless-Legs-Syndrom; Eisencarboxymaltose-Infusion; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: IRLS −5,77 Punkte (95 % KI −8,85 bis −2,70; Khan 2025); −6,03 (−10,11 bis −1,96; 7 Studien, 537 Pers.; Qadri 2024); −2,79 (4 Studien; Avni 2019)
Eine Infusion mit Eisencarboxymaltose lindert die Beschwerden bei unruhigen Beinen wahrscheinlich: In zwei Meta-Analysen mit je sieben Placebo-Studien sanken sie um etwa sechs Punkte auf der 40-Punkte-Skala. Die spezifische Lebensqualität verbesserte sich nicht sicher, Übelkeit und andere leichte Nebenwirkungen waren häufiger. Die US-Schlafmedizin-Leitlinie empfiehlt die Infusion bei passendem Eisenstatus stark. Verglichen wurde mit Placebo; die Zeile sagt nichts über Tabletten aus. 21, 22, 87, 23
Herzschwäche mit Eisenmangel: Klinikaufenthalte und Herztod verringern (Infusion)Infusionwahrscheinlich14 Studien, 7.786 Pers. (Liu 2025)Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche plus Herztod RR 0,82, Herztod OR 0,86, …
Erwachsene mit Herzinsuffizienz und Eisenmangel; Infusion (z. B. Eisencarboxymaltose, Eisenderisomaltose); sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche plus Herztod RR 0,82 (95 % KI 0,72 bis 0,92), Herztod OR 0,86 (0,76 bis 0,98), Gesamtsterblichkeit OR 0,93 (0,83 bis 1,04, nicht signifikant), 6-Minuten-Gehtest +18,99 m (Liu 2025); Hauptendpunkt in den großen Einzelstudien nicht signifikant: AFFIRM-AHF RR 0,79 (0,62 bis 1,01), IRONMAN RR 0,82 (0,66 bis 1,02), HEART-FID Gewinnquote 1,10 (99 % KI 0,99 bis 1,23)
Bei Herzschwäche mit Eisenmangel senken Eisen-Infusionen wahrscheinlich die Zahl der Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche; zusammen mit Herztod gerechnet sank sie in mehreren Meta-Analysen mit über 7.000 Patienten um knapp ein Fünftel. Höher fällt die Stufe nicht aus, weil große Einzelstudien wie AFFIRM-AHF mit 1.132 Patienten ihren Hauptendpunkt knapp verfehlten; die Gesamtsterblichkeit sank in keiner Auswertung sicher. Der Nutzen gilt nur bei nachgewiesenem Eisenmangel. Verglichen wurde mit Placebo oder Standardbehandlung, nicht mit Tabletten; für Tabletten ist ein Nutzen bei Herzschwäche unklar (eigene Zeile). 26, 29, 88, 89, 90, 28, 91, 27
- große Einzelstudie ohne Effekt (Ponikowski et al. 2020 (AFFIRM-AHF), n = 1132)
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Blutarmut bei Erwachsenen beheben (Hämoglobin, Bluttransfusionen)unklarerste HinweiseClevenger 2016: eigene Auswertung Tabletten gegen keine Eisengabe (Studienzahl im Abstract nicht angegeben); 3 Studien, 546 Pers. (Gurusamy 2014); 1 Placebo-RCT, 200 Pers. (Pieracci 2009)Bluttransfusionen mit Tabletten seltener, Hämoglobin +0,91 g/dL, Sterblichkeit unverändert
Erwachsene mit Anämie, ohne chronische Nierenerkrankung, nicht rund um die Geburt
Ergebnisse: Bluttransfusionen mit Tabletten seltener (RR 0,66; 95 % KI 0,48 bis 0,90), Hämoglobin +0,91 g/dL, Sterblichkeit unverändert (Clevenger 2016); seltener auch in 3 kleinen Studien, sehr geringe Vertrauenswürdigkeit (Gurusamy 2014); auf der Intensivstation weniger Transfusionen nur bei eisendefizitärer Blutbildung (Pieracci 2009); bei Krebspatienten kein Unterschied (RR 0,92; 0,54 bis 1,57; Adams 2022)
Ob Eisentabletten Erwachsenen mit Blutarmut eine Bluttransfusion ersparen, ist unklar; es gibt erste Hinweise. Eine Cochrane-Auswertung fand mit Tabletten etwa ein Drittel weniger Transfusionen, nennt aber nicht, wie viele Studien das stützen, und eine zweite Auswertung mit drei kleinen Studien stuft die Daten als sehr unsicher ein. Bei Krebspatienten fand eine große Netzwerk-Auswertung keinen Unterschied. Der Vorteil zeigte sich nur bei Eisenmangel; eine Blutarmut braucht immer eine ärztliche Ursachensuche, etwa nach einer Blutung. 7, 4, 8, 80, 81
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Eisenspeicher auffüllen (Ferritin)unklarwidersprüchlich13 Studien, 449 Sportler (Šmid 2024); 8 Studien, 1.335 Blutspender (Geneen 2026)Ferritin SMD 1,27 bei Sportlern, vor allem bei Ausgangswert ≤ 12 µg/L
Erwachsene mit niedrigen Eisenspeichern, vor allem Frauen, Sportler und Blutspender; Ferritin ist ein Laborwert
Ergebnisse: Ferritin SMD 1,27 (95 % KI 0,44 bis 2,10) bei Sportlern, vor allem bei Ausgangswert ≤ 12 µg/L (Šmid 2024); +12,39 ng/mL bei Blutspendern (Geneen 2026); +12,61 ng/mL bei aktiven Frauen mit Eisensulfat (McCarthy 2026); +7,46 µg/L mit Eisen ein- bis zweimal pro Woche (7 Studien; Fernández-Gaxiola 2019)
Dass Eisentabletten den Speicherwert Ferritin anheben, zeigen alle Auswertungen, bei Sportlern, sportlich aktiven Frauen, Blutspendern und menstruierenden Frauen. Die Stufe bleibt trotzdem unklar, weil die Befunde widersprüchlich sind: Die Autoren der größten Auswertung bei Sportlern (Šmid 2024) nennen den Anstieg selbst unbedeutend, deutlich war er nur bei sehr leeren Speichern (Ferritin bis 12 µg/L), und die Blutspender-Auswertung gilt als sehr unsicher. Ein klarer Effekt zeigt sich damit nur bei Eisenmangel. Ferritin ist ein Laborwert; ob es jemandem damit besser geht, zeigen die Zeilen zu Müdigkeit und Leistung. 9, 6, 79, 78, 16, 82
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Müdigkeit bei Eisenmangel ohne Blutarmut lindernunklarwidersprüchlich4 Placebo-RCTs mit Tabletten, 660 Pers. (Vaucher 2012, Verdon 2003, Waldvogel 2012, Sultana 2026); Meta-Analysen nur mit Tabletten und Infusionen gemischt (Houston 2018: 4 Studien, 714 Pers.)Müdigkeitswert −47,7 % gegenüber −28,8 % mit Placebo
Frauen mit niedrigem Ferritin, aber normalem Hämoglobin; Fragebogen-Endpunkt
Ergebnisse: Müdigkeitswert −47,7 % gegenüber −28,8 % mit Placebo (p = 0,02; Vaucher 2012); −29 % gegenüber −13 % (p = 0,004), nur bei Ferritin ≤ 50 µg/L (Verdon 2003); kein gesicherter Unterschied bei 154 Blutspenderinnen (Waldvogel 2012) und 164 Pers. (Sultana 2026, p = 0,05); Tabletten und Infusionen zusammen SMD −0,38 (95 % KI −0,52 bis −0,23; Houston 2018)
Ob Eisentabletten gegen Müdigkeit helfen, ist unklar, die Studien sind widersprüchlich. Zwei Placebo-Studien mit Frauen mit leeren Eisenspeichern, aber ohne Blutarmut, fanden weniger Müdigkeit, und zwar nur bei einem Ferritin bis etwa 50 µg/L; zwei andere Placebo-Studien fanden keinen gesicherten Unterschied. Die Meta-Analysen rechnen Tabletten und Infusionen zusammen und sagen deshalb über Tabletten allein wenig. Wer anhaltend müde ist, sollte die Ursache ärztlich abklären und den Ferritinwert bestimmen lassen. 16, 30, 83, 10, 84, 12, 11
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Restless Legs (unruhige Beine) lindernunklarerste Hinweisewenige kleine Placebo-RCTs mit Tabletten; Cochrane-Auswertung rechnet Tabletten und Infusionen zusammen (10 Studien, 428 Pers.)Beschwerdeskala IRLS −10,3 gegenüber −1,14 Punkte mit Placebo
Erwachsene mit Restless-Legs-Syndrom, meist mit niedrig-normalem Ferritin
Ergebnisse: Beschwerdeskala IRLS −10,3 gegenüber −1,14 Punkte mit Placebo (p = 0,01; Wang 2009); kein Unterschied bei 28 Patienten (Davis 2000); Tabletten und Infusionen zusammen IRLS −3,78 (95 % KI −6,25 bis −1,31; 7 Studien, 345 Pers.; Trotti 2019)
Für Eisentabletten bei unruhigen Beinen gibt es erste Hinweise, mehr nicht: Eine kleine Placebo-Studie fand bei niedrig-normalem Ferritin eine deutliche Besserung, eine zweite mit 28 Patienten maß andere Werte und sah keinen Unterschied. Der Cochrane-Review rechnet Tabletten und Infusionen zusammen und findet einen Vorteil, ohne gesicherten Unterschied zwischen beiden Wegen; damit bleibt die Wirkung von Tabletten allein unklar. Die US-Schlafmedizin-Leitlinie schlägt Eisensulfat bei niedrigem Ferritin (bis 75 ng/mL) vor, mit bedingter Empfehlung. Restless Legs sollten ärztlich abgeklärt werden, die Eisenwerte gehören zur Untersuchung. 20, 18, 19, 23
Herzschwäche mit Eisenmangel: Belastbarkeit und Verlauf verbessernunklar3 Studien zur Sterblichkeit (Song 2022; insgesamt 5 Studien, 590 Pers.); 1 Placebo-RCT, 225 Pers. (IRONOUT-HF)Sterblichkeit RR 0,77, 6-Minuten-Gehtest und Transferrinsättigung nicht signifikant
Erwachsene mit Herzinsuffizienz (meist eingeschränkte Pumpfunktion) und Eisenmangel
Ergebnisse: Sterblichkeit RR 0,77 (95 % KI 0,46 bis 1,29), 6-Minuten-Gehtest und Transferrinsättigung nicht signifikant (Song 2022); Sauerstoffaufnahme +21 mL/min (−34 bis +76; p = 0,46), Gehtest, NT-proBNP und Lebensqualitätsfragebogen unverändert (IRONOUT-HF, 225 Pers.)
Ob Eisentabletten bei Herzschwäche mit Eisenmangel nützen, ist unklar. Zur Sterblichkeit gibt es nur drei Studien, zu wenige für ein Urteil; die Meta-Analyse fand keinen gesicherten Unterschied, auch nicht bei der Gehstrecke. In der größten Placebo-Studie mit 225 Patienten änderten hoch dosierte Tabletten über 16 Wochen weder die Belastbarkeit noch die Lebensqualität, die Autoren raten deshalb von Tabletten bei Herzschwäche ab. Eisenmangel bei Herzschwäche gehört in kardiologische Behandlung. 25, 24
Liposomales Eisen wirksamer als herkömmliche Eisentabletten?unklarwidersprüchlich4 RCTs, 454 Kinder (Alharran 2026)Hämoglobin nach 6 Monaten +0,96 g/dL, zu früheren Zeitpunkten kein Unterschied
Vergleich zweier Eisenformen, KEIN Placebovergleich; nur bei Kindern zusammengefasst untersucht, für Erwachsene ohne Nierenerkrankung keine Vergleichsstudie gefunden
Ergebnisse: Hämoglobin nach 6 Monaten +0,96 g/dL (95 % KI 0,09 bis 1,82; I² 92,9 %), zu früheren Zeitpunkten kein Unterschied; weniger Nebenwirkungen (RR 0,29) (Alharran 2026); nach 1 Monat herkömmliches Eisen besser (Rangaraj 2025, 98 Kinder); liposomal besser als Polymaltose-Eisen (Bahbah 2025, 192 Kinder)
Liposomales Eisen, also in Fettbläschen verpacktes Eisen, wurde bisher vor allem bei Kindern mit Eisenmangelanämie mit herkömmlichem Eisen verglichen, nicht mit Placebo. Ob es besser wirkt, ist unklar, die Studien sind widersprüchlich: Nach sechs Monaten lag das Hämoglobin damit etwas höher, früher nicht, und einzelne Studien fanden mal herkömmliches, mal liposomales Eisen überlegen. Nebenwirkungen waren seltener. Für Erwachsene ohne Nierenerkrankung fanden wir keine kontrollierte Vergleichsstudie. 56, 99, 100
Ausdauerleistung steigern (Infusion)Infusionunklarwidersprüchlich21 Studien, 3.514 Pers. insgesamt (Dugan 2022); VO2-Messung nur in einem TeilVO2peak +1,77 mL/kg/min
Erwachsene mit Eisenmangel ohne Blutarmut; Infusion; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: VO2peak +1,77 mL/kg/min (95 % KI 0,57 bis 2,97; Dugan 2022); +2,77 mL/kg/min, nicht signifikant (2 Studien, 32 Pers.; Miles 2019); kein Unterschied in VO2peak bei 26 sportlich aktiven Frauen (Dugan 2025)
Ob eine Eisen-Infusion die Ausdauer verbessert, ist unklar, die Befunde sind widersprüchlich. Die größere Auswertung fand bei Erwachsenen mit Eisenmangel ohne Blutarmut eine etwas höhere Sauerstoffaufnahme als mit Placebo, bewertet die Daten aber als sehr unsicher; die ältere Cochrane-Auswertung und eine neuere kleine Placebo-Studie mit sportlich aktiven Frauen fanden keinen Unterschied. Untersucht wurden nur Menschen mit Eisenmangel. Verglichen wurde mit Placebo, nicht mit Tabletten; über Tabletten sagt die Zeile nichts. 13, 85, 17
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Eisen jeden zweiten Tag statt täglich: gleiche Wirkung, besser verträglich?spricht dagegen11 Studien, 1.014 Pers. (Dhanvijay 2025)Hämoglobin mit täglicher Einnahme +0,28 g/dL, nicht signifikant, Nebenwirkungen gleich …
Vergleich zweier Einnahmeschemata, KEIN Placebovergleich: Kontrolle ist die tägliche Einnahme; Frauen und Erwachsene mit Eisenmangel oder Eisenmangelanämie
Ergebnisse: Hämoglobin mit täglicher Einnahme +0,28 g/dL, nicht signifikant (95 % KI −0,01 bis 0,56; p = 0,06), Nebenwirkungen gleich häufig (RR 1,07), Metallgeschmack häufiger bei täglicher Einnahme (Dhanvijay 2025); aufgenommenes Eisen 21,8 % gegenüber 16,3 % (p = 0,0013; Stoffel 2017); bei gleicher Gesamtmenge Ferritin gleich, Magen-Darm-Beschwerden bei täglicher Einnahme häufiger (Prävalenzverhältnis 1,56; von Siebenthal 2023)
Hier wird nicht Eisen gegen Placebo geprüft, sondern die Einnahme jeden zweiten Tag gegen die tägliche Einnahme. Beim Hämoglobin zeigt die maßgebliche Meta-Analyse über 11 Studien mit 1.014 Personen keinen Vorteil des Zwei-Tage-Rhythmus: kein gesicherter Unterschied zur täglichen Einnahme, mit leichtem Vorsprung für die tägliche Gabe. Isotopenstudien zeigen zwar, dass der Darm von einer Dosis jeden zweiten Tag anteilig mehr Eisen aufnimmt, weil das Steuerhormon Hepcidin nach einer Dosis etwa einen Tag erhöht bleibt. Weniger Magen-Darm-Beschwerden fanden einige, aber nicht alle Studien; wer tägliches Eisen schlecht verträgt, kann den Rhythmus mit der Praxis besprechen. 54, 94, 78, 2, 95, 71, 96, 97
Eisen(III)-Polymaltose so wirksam wie Eisensulfat?spricht dagegen6 Vergleichsstudien, 557 Erwachsene (Toblli 2007)Hämoglobin nach 8 bis 13 Wochen gleich
Vergleich zweier Eisenformen, KEIN Placebovergleich; Erwachsene mit Eisenmangelanämie
Ergebnisse: Hämoglobin nach 8 bis 13 Wochen gleich (Differenz 0,01 g/dL; 95 % KI −0,23 bis 0,21); Nebenwirkungen 14,9 % gegenüber 34,1 % (p < 0,001); Ferritin mit Polymaltose niedriger (Toblli 2007)
Dreiwertiges Eisen als Polymaltose-Komplex hat beim Hämoglobin keinen Vorteil gegenüber Eisensulfat: In der maßgeblichen Meta-Analyse über sechs Vergleichsstudien mit 557 Erwachsenen mit Eisenmangelanämie gab es keinen Unterschied (Differenz 0,01 g/dL), das Ferritin stieg sogar weniger. Beschwerden traten mit Polymaltose seltener auf, nur eine der Studien war allerdings doppelblind. Auch neuere Vergleiche bei Schwangeren fanden keinen gesicherten Unterschied zu Eisensulfat. 55, 98
Blutarmut mit Eisen-Infusion behebenInfusionspricht dagegen8 Studien, 1.315 Pers. (Gurusamy 2014, Cochrane; Infusion gegen keine Eisengabe)Bluttransfusion kein gesicherter Unterschied
Erwachsene mit Anämie, Infusion in Klinik oder Praxis; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: Bluttransfusion kein gesicherter Unterschied (8 Studien, 1.315 Pers., sehr geringe Vertrauenswürdigkeit; Gurusamy 2014); in einer zweiten Cochrane-Auswertung RR 0,84 (0,73 bis 0,97) gegenüber keiner Eisengabe, Hämoglobin +1,04 g/dL; gegenüber Tabletten Hämoglobin +0,53 g/dL (0,31 bis 0,75); Sterblichkeit unverändert (Clevenger 2016)
Diese Zeile vergleicht eine Eisen-Infusion mit keiner Eisengabe, nicht mit Tabletten. Dass die Infusion Erwachsenen mit Blutarmut Bluttransfusionen erspart, spricht nach der maßgeblichen Cochrane-Auswertung eher nicht: Über 8 Studien mit 1.315 Personen fand sie keinen gesicherten Unterschied, bei sehr unsicherer Datenlage; eine zweite Cochrane-Auswertung sah etwas weniger Transfusionen, nennt die Studienzahl aber nicht. Den Hämoglobinwert hebt die Infusion etwas stärker als Tabletten, auf die Sterblichkeit wirkte sie nicht. Eine Infusion ist eine ärztliche Behandlung und sagt nichts über Tabletten aus. 8, 7
Blutarmut vor und nach Operationen: Bluttransfusionen vermeiden (Infusion)Infusionspricht dagegen8 Studien, 1.205 Pers. (Lim 2025, Infusion nach der Operation)Bluttransfusion nach der Operation kein gesicherter Unterschied
Erwachsene mit Anämie rund um geplante Operationen; Infusion; sagt nichts über Tabletten aus (Tabletten vor OP nur in einer einzelnen Studie geprüft)
Ergebnisse: Bluttransfusion nach der Operation kein gesicherter Unterschied (8 Studien, 1.205 Pers.; Lim 2025); vor der OP RR 1,21 (0,87 bis 1,70; 4 Studien, 200 Pers.; Ng 2019); Tod oder Transfusion RR 1,03 (0,78 bis 1,37) bei 487 Patienten vor Bauch-OP (PREVENTT); nur Eisencarboxymaltose OR 0,72 (95 % Glaubwürdigkeitsintervall 0,55 bis 0,91; Xue 2026, Netzwerk-Meta-Analyse); weniger Transfusionen vor Herzoperation (ITACS, 955 Pers.)
Diese Zeile vergleicht eine Eisen-Infusion rund um eine Operation mit Placebo oder keiner Eisengabe, nicht mit Tabletten. Dass sie Bluttransfusionen erspart, spricht nach der maßgeblichen Meta-Analyse eher nicht: Über 8 Studien mit 1.205 Patienten nach einer Operation fand sie keinen gesicherten Unterschied, ebenso ein Cochrane-Review und die große PREVENTT-Studie vor Bauchoperationen. Eine Netzwerk-Auswertung sah nur für ein einzelnes Infusionspräparat etwas weniger Transfusionen, eine neue Studie in der Herzchirurgie ebenfalls. Untersucht wurden Menschen mit Blutarmut, meist durch Eisenmangel; die Entscheidung liegt beim Behandlungsteam. 36, 38, 37, 35, 39
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Haarausfall bei Frauen mit Eisenmangel verringernFrauen mit diffusem Haarausfall und niedrigem Ferritinnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Eisen alleinnicht untersucht
Ergebnisse: nicht untersucht; ein Review nennt ausdrücklich das Fehlen randomisierter kontrollierter Behandlungsstudien (St Pierre 2010); die einzige erwähnte Doppelblind-Studie gab Eisen zusammen mit L-Lysin (Rushton 2002)
Niedrige Ferritinwerte werden bei Frauen mit Haarausfall häufig gefunden, ob Eisentabletten den Haarausfall verringern, ist aber nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit Eisen allein gibt es nicht. Die einzige Doppelblind-Studie, auf die sich Übersichtsarbeiten stützen, kombinierte Eisen mit der Aminosäure L-Lysin. Bei Haarausfall lohnt sich eine ärztliche Abklärung; ein nachgewiesener Eisenmangel wird ohnehin behandelt. 34, 92, 93
Gehirn, Psyche & Sonstiges 19
1 wahrscheinlich · 10 unklar · 3 spricht dagegen · 5 nicht untersucht
Ergebnisse in Intelligenztests verbessernSchulkinder, gezeigt vor allem bei Blutarmut (Anämie) zu Beginnwahrscheinlich10 Studien, 3.105 Kinder (Gutema 2023, Volltext)Intelligenz SMD 0,46, bei anämischen Kindern SMD 0,79, bei nicht anämischen kein Effekt
Ergebnisse: Intelligenz SMD 0,46 (0,19 bis 0,73), bei anämischen Kindern SMD 0,79, bei nicht anämischen kein Effekt (Gutema 2023); ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko bzw. mit Folsäure nicht signifikant (Volltext); Chen 2022 SMD 0,47 (8 Studien); IQ nur in der Anämie-Teilgruppe besser (Low 2013, Falkingham 2010); Einzelstudie mit 504 Kindern ohne Effekt (Gutema 2024)
Eisen verbessert die Ergebnisse von Schulkindern in Intelligenztests wahrscheinlich etwas, gezeigt ist das aber nur bei Kindern mit Blutarmut zu Beginn. Die maßgebliche Meta-Analyse mit zehn Studien fand einen mittleren Vorteil, der bei Kindern ohne Blutarmut fehlte und in den methodisch besseren Studien kleiner und unsicher wurde. Eine große Studie in Äthiopien, in der Eisenmangel selten war, fand keinen Nutzen. 50, 102, 47, 101, 103
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Aufmerksamkeit und Konzentration verbessernunklarwidersprüchlich4 Studien, 290 Kinder (Low 2013); 3 Studien, 339 Kinder (Gutema 2023)Aufmerksamkeit und Konzentration besser in Low 2013 und Gutema 2023, SMD 0,44, dort …
Schulkinder von etwa 5 bis 12 Jahren, überwiegend in Ländern mit viel Eisenmangel
Ergebnisse: Aufmerksamkeit und Konzentration besser in Low 2013 (4 Studien) und Gutema 2023, SMD 0,44 (3 Studien, 339 Kinder), dort ohne die Studie mit hohem Verzerrungsrisiko nicht mehr signifikant (SMD 0,33); Falkingham 2010 SMD 0,59 (2 Studien bei Kindern); kein signifikanter Effekt in Chen 2022 (2 Studien, 178 Kinder und Jugendliche)
Ob Eisen Schulkindern beim Aufpassen und Konzentrieren hilft, ist unklar, die Auswertungen widersprechen sich. Drei kleine Meta-Analysen mit jeweils nur zwei bis vier Studien sahen bessere Testwerte, in der neuesten verschwand der Vorteil aber, sobald die methodisch schwächste Studie herausgenommen wurde. Eine weitere Meta-Analyse über Kinder und Jugendliche in ärmeren Ländern fand keinen Unterschied. 47, 50, 101, 102
Gedächtnis verbessernSchulkinder, Vorteil nur bei Blutarmut gezeigtunklarwidersprüchlich5 Studien, 718 Kinder (Gutema 2023, Volltext)Gedächtnis SMD 0,44, auch ohne Studie mit hohem Verzerrungsrisiko signifikant, nur bei …
Ergebnisse: Gedächtnis SMD 0,44 (0,21 bis 0,67), auch ohne Studie mit hohem Verzerrungsrisiko signifikant, nur bei anämischen Kindern (Gutema 2023); kein Effekt bei Chen 2022 (4 Studien, 399 Pers.), Low 2013 und Falkingham 2010 (2 Studien)
Ob Eisen das Gedächtnis von Schulkindern stärkt, ist unklar, weil sich die Auswertungen widersprechen. Die neueste Meta-Analyse fand bessere Gedächtniswerte, allerdings nur bei Kindern mit Blutarmut. Drei andere Meta-Analysen über ähnliche Altersgruppen fanden keinen Unterschied, eine Einzelstudie mit Kindern mit Eisenmangel in Südafrika sah dagegen eine bessere Merkfähigkeit für Wörter. 50, 102, 47, 101, 104
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Denkleistung bei Jugendlichen mit Eisenmangel verbessernJugendliche, vor allem Mädchen mit Eisenmangel ohne Blutarmutunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 81 Pers. (Bruner 1996); keine eigene Meta-Analyse für Jugendlichebesseres verbales Lernen und Gedächtnis gegenüber Placebo, p < 0,02
Ergebnisse: besseres verbales Lernen und Gedächtnis gegenüber Placebo, p < 0,02 (Bruner 1996); Teilauswertung Jugendliche in Fiani 2025 laut Abstract gleichgerichtet (Zahlen nicht frei verfügbar); systematischer Review ohne Meta-Analyse: kein Effekt auf Gedächtnis und Intelligenz (Samson 2022)
Es gibt erste Hinweise, aber die Frage ist offen. In einer Studie an US-Schulen bekamen 81 Mädchen mit Eisenmangel, aber ohne Blutarmut, acht Wochen Eisen oder ein Scheinpräparat; mit Eisen schnitten sie im Lern- und Gedächtnistest besser ab. Eine eigene Meta-Analyse nur für Jugendliche fehlt, und der Effekt ist nur bei Eisenmangel gezeigt. 106, 30, 105
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Denkleistung bei Frauen mit Eisenmangel verbessernmenstruierende Frauen mit Eisenmangel ohne Blutarmutunklarerste Hinweise12 Placebo-RCTs, 1.408 Pers. (Fiani 2025, gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen; Studienzahl je Messwert nicht frei verfügbar)Kurzzeitgedächtnis d = 0,53 und Intelligenz d = 0,46 in Placebo-RCTs, Aufmerksamkeit …
Ergebnisse: Kurzzeitgedächtnis d = 0,53 und Intelligenz d = 0,46 in Placebo-RCTs, Aufmerksamkeit ohne Effekt; ohne Teilnehmende mit Eisenmangel kein Effekt (Fiani 2025); Cochrane: Studien nicht zusammenfassbar, Ergebnisse uneinheitlich (Low 2016)
Es gibt erste Hinweise, dass Eisen die Denkleistung von Frauen mit Eisenmangel verbessert, die Frage ist aber offen. Eine Meta-Analyse sah in Placebo-Studien bessere Werte bei Gedächtnis und Intelligenz, nicht bei der Aufmerksamkeit, und nur bei Teilnehmerinnen mit Eisenmangel. Wie viele Studien genau diese Werte gemessen haben, ist nicht frei einsehbar, und die Cochrane-Übersicht konnte die Studien nicht zusammenrechnen. 30, 4, 107, 108
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Depression im Wochenbett lindern oder vorbeugenMütter nach der Geburt, Vorteil nur bei Eisenmangel-Anämie gezeigtunklarwidersprüchlich2 Placebo-RCTs, 81 und 1.465 Pers. (Beard 2005, Nguyen 2017)Depressions- und Stresswerte um 25 % besser bei anämischen Müttern unter Eisen, nicht …
Ergebnisse: Depressions- und Stresswerte um 25 % besser bei anämischen Müttern unter Eisen, nicht unter Placebo (Beard 2005); wöchentlich Eisen plus Folsäure vor der Schwangerschaft: Depressionswerte 3 Monate nach der Geburt ohne Unterschied zu Folsäure allein (Nguyen 2017); Eisen, Zink und Magnesium gepoolt SMD −0,42 (−1,05 bis 0,21), nicht signifikant (Tsai 2023); eine positive Placebo-Studie wurde 2022 zurückgezogen
Ob Eisen gegen Depression nach der Geburt hilft, ist unklar, die Studien widersprechen sich. In Südafrika besserten sich bei Müttern mit Eisenmangel-Anämie unter Eisen Depressions- und Stresswerte, unter einem Scheinpräparat nicht. Eine große Studie in Vietnam, in der Frauen schon vor der Schwangerschaft wöchentlich Eisen bekamen, fand nach der Geburt keinen Unterschied. Eine oft zitierte positive Studie ist zurückgezogen und zählt nicht. 109, 110, 111, 112
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Depressive Beschwerden bei Eisenmangel lindernmenstruierende Frauen und Jugendliche mit Eisenmangel ohne Blutarmutunklar12 Placebo-RCTs, 1.408 Pers. (Fiani 2025, Studienzahl zu Depression nicht frei verfügbar); 2 Placebo-RCTs, 198 und 144 Frauen (Vaucher 2012, Verdon 2003)Depression in Placebo-RCTs nicht verbessert, nur in Vorher-Nachher-Studien ohne …
Ergebnisse: Depression in Placebo-RCTs nicht verbessert, nur in Vorher-Nachher-Studien ohne Kontrollgruppe d = 0,93 (Fiani 2025); Depression p = 0,97 bei 198 Frauen (Vaucher 2012) und p = 0,31 bei 144 Frauen (Verdon 2003) gegenüber Placebo
Ob Eisen depressive Beschwerden bei Eisenmangel lindert, ist unklar. In den bisherigen Placebo-Studien mit Frauen und Jugendlichen zeigte sich kein Vorteil, auch nicht in den beiden größten Einzelstudien mit erschöpften Frauen. Deutliche Besserungen gab es nur in Studien ohne Vergleichsgruppe, die sich nicht von Erwartungseffekten trennen lassen; für ein klares Nein sind die Studien zu wenige und zu klein. 30, 10, 84
Angstbeschwerden bei Eisenmangel lindernmenstruierende Frauen und Jugendliche mit Eisenmangel ohne Blutarmutunklar12 Placebo-RCTs, 1.408 Pers. (Fiani 2025, Studienzahl zu Angst nicht frei verfügbar); 2 Placebo-RCTs, 198 und 144 Frauen (Vaucher 2012, Verdon 2003)Angst d = 0,34 in Placebo-RCTs, nur bei Eisenmangel
Ergebnisse: Angst d = 0,34 in Placebo-RCTs, nur bei Eisenmangel (Fiani 2025); Angst stärker gesunken bei 144 Frauen (p = 0,003; Verdon 2003); kein Unterschied bei 198 Frauen (p = 0,5; Vaucher 2012)
Ob Eisen Angstbeschwerden bei Eisenmangel lindert, ist unklar. Eine Meta-Analyse fand in Placebo-Studien eine kleine Besserung, allerdings nur bei Teilnehmerinnen mit Eisenmangel, und wie viele Studien genau diesen Wert gemessen haben, ist nicht frei einsehbar. Von den beiden größten Einzelstudien mit erschöpften Frauen fand eine einen Vorteil, die andere keinen; beide wurden von Herstellern finanziert. 30, 84, 10
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
ADHS-Beschwerden lindernunklarwidersprüchlich3 Placebo-RCTs, 124 Kinder (Elliott 2024)Hyperaktivität: Unterschied zwischen Eisen- und Placebogruppe nicht signifikant, …
Kinder mit ADHS und niedrigem Ferritin, meist zusätzlich zu Methylphenidat
Ergebnisse: Hyperaktivität: Unterschied zwischen Eisen- und Placebogruppe nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig (Elliott 2024); Elternurteil −3,96 Punkte besser, Lehrerurteil ohne Unterschied (Pongpitakdamrong 2022); insgesamt kein Unterschied (Tohidi 2021)
Ob Eisen ADHS-Beschwerden lindert, ist unklar, die Ergebnisse widersprechen sich. Die einzige Meta-Analyse rechnete drei kleine Placebo-Studien mit 124 Kindern zusammen und fand keinen gesicherten Unterschied. In Einzelstudien berichteten Eltern teils Verbesserungen, Lehrkräfte nicht, und untersucht wurden nur Kinder mit niedrigem Ferritin. Dass Kinder mit ADHS häufiger niedrige Eisenwerte haben, beweist noch keinen Nutzen von Eisen. 113, 114, 115, 116
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Affektkrämpfe (Atemanhalteanfälle) bei Kleinkindern seltener machenunklarerste Hinweise2 Studien, 87 Kinder (Zehetner 2010, Cochrane)seltener Anfälle OR 76,48
Kleinkinder mit wiederholten Atemanhalteanfällen, vor allem mit Eisenmangel
Ergebnisse: seltener Anfälle OR 76,48 (15,65 bis 373,72); vollständiges Verschwinden OR 53,43 (6,57 bis 434,57) (Zehetner 2010); Häufigkeit um 88 % gesunken unter Eisen vs. 6 % unter Placebo (Daoud 1997)
Es gibt erste, deutliche Hinweise, aber die Frage ist offen. Bei Kleinkindern, die beim Weinen die Luft anhalten, bis sie blau werden oder kurz das Bewusstsein verlieren, wurden die Anfälle mit Eisen in zwei kontrollierten Studien viel seltener, vor allem bei Eisenmangel-Anämie. Beide Studien sind aber klein, zusammen nur 87 Kinder, und eine davon war nicht streng zufällig verteilt. 119, 120, 121
Ein- und Durchschlafen bei Autismus verbessernKinder mit Autismus, Schlafstörung und niedrigem bis normalem Ferritinunklar1 Placebo-RCT, 20 Kinder (Reynolds 2020)Einschlafzeit −11,0 Min
Ergebnisse: Einschlafzeit −11,0 Min. (p = 0,22) und Wachzeit −7,7 Min. (p = 0,29) nicht signifikant; Gesamteinschätzung des Schlafs −1,5 Punkte (p = 0,047) (Reynolds 2020)
Ob Eisen Kindern mit Autismus beim Ein- und Durchschlafen hilft, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie bekamen 20 Kinder mit Autismus und Schlafproblemen drei Monate Eisen oder ein Scheinpräparat; die gemessene Einschlaf- und Wachzeit verbesserte sich nicht sicher, nur die ärztliche Gesamteinschätzung fiel etwas besser aus. Die Studie war zu klein, um einen Effekt zu zeigen oder auszuschließen. 130, 131
Schulleistungen verbessernSchulkinder, Noten und Schulleistungstestsspricht dagegen9 Studien (Low 2013); 5 Studien, 2.272 Kinder (Gutema 2023, Volltext)Mathematik- und Sprachtests ohne Unterschied
Ergebnisse: Mathematik- und Sprachtests ohne Unterschied (Low 2013); Schulleistung SMD 0,06 (−0,15 bis 0,26), im Volltext 0,00 (Gutema 2023); ebenfalls ohne Effekt bei Chen 2022 (4 Studien, 538 Pers.) und Falkingham 2010 (3 Studien)
Auf Noten und Schulleistungstests wirkt sich Eisen eher nicht aus. Die maßgebliche Meta-Analyse fand in Rechen- und Sprachtests keinen Unterschied, und auch die drei übrigen Meta-Analysen kamen zum selben Ergebnis, in der neuesten mit über 2.000 Kindern lag der Unterschied bei null. Ein Review bei Jugendlichen hält einen Vorteil für möglich, stützt sich aber fast nur auf Studien mit hohem Verzerrungsrisiko. 47, 50, 102, 101, 105
Atemwegsinfekte seltener machenspricht dagegen17 Studien (Gera 2002, Volltext)Atemwegsinfekte IRR 0,98, nicht signifikant
Kinder, überwiegend in Ländern mit viel Eisenmangel; Infekte insgesamt und Durchfall siehe Sicherheit
Ergebnisse: Atemwegsinfekte IRR 0,98 (0,90 bis 1,06), nicht signifikant (Gera 2002, Volltext); Einzelstudien uneinheitlich: weniger Atemwegsinfekte in Sri Lanka (de Silva 2003), mehr Krankheitstage mit Atemwegsbeschwerden in Südafrika (Malan 2015), kein Effekt in Peru (Richard 2006); in einer Netzwerk-Meta-Analyse 1 Eisenstudie, OR 1,17 (0,45 bis 3,00), Evidenz sehr niedrig (Xing 2026)
Vor Erkältungen, Bronchitis und anderen Atemwegsinfekten schützt Eisen Kinder eher nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 17 Studien traten sie mit und ohne Eisen gleich häufig auf. Einzelstudien zeigen in beide Richtungen: In Sri Lanka gab es weniger Infekte, in Südafrika bei Kindern mit Eisenmangel sogar mehr Krankheitstage mit Atemwegsbeschwerden. 124, 125, 126, 127, 128
Denkleistung durch Eiseninfusion verbessernInfusionspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 463 Pers. (Hod 2022, Bürker 2025, Favrat 2014)kein Effekt auf Denk- und Wohlbefindenswerte bei 79 Blutspendern
Erwachsene mit Eisenmangel (Blutspender, erschöpfte Frauen, Herztransplantierte); Infusion sagt nichts über Tabletten
Ergebnisse: kein Effekt auf Denk- und Wohlbefindenswerte bei 79 Blutspendern (Hod 2022); Denktests insgesamt nicht verbessert bei 290 erschöpften Frauen, nur Aufmerksamkeit in der Teilgruppe Ferritin unter 15 µg/L (Favrat 2014); keine Unterschiede in Reaktions- und Gedächtnistests bei 94 Herztransplantierten (Bürker 2025)
Eine Eiseninfusion verbessert die Denkleistung eher nicht. In drei Placebo-Studien mit zusammen gut 450 Menschen mit Eisenmangel, darunter Blutspender, erschöpfte Frauen und Herztransplantierte, schnitten die Behandelten in Gedächtnis- und Reaktionstests nicht besser ab. Über Eisentabletten sagen diese Studien nichts aus. 31, 32, 33
Kopfschmerz und Migräne lindernMenschen mit Eisenmangel oder Eisenmangel-Anämienicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studienicht placebokontrolliert untersucht
Ergebnisse: nicht placebokontrolliert untersucht; Eisenmangel-Anämie geht mit höherem Risiko für chronischen Kopfschmerz einher, RR 1,76 (Rohilla 2025, Beobachtungsstudien); weniger Kopfschmerz nach Eisen bei Blutspendern ohne Placebogruppe (Macher 2020)
Ob Eisen Kopfschmerz oder Migräne lindert, ist nicht untersucht, eine Placebo-Studie fehlt. Beobachtungsstudien zeigen, dass Menschen mit Eisenmangel-Anämie häufiger chronische Kopfschmerzen haben. Bei Blutspendern mit Eisenmangel gingen Kopfschmerzen nach Eisen zurück, doch ohne Placebogruppe lässt sich das nicht von Erwartungseffekten oder dem natürlichen Verlauf trennen. 117, 118
Wiederholte Fieberkrämpfe verhindernKinder von 6 bis 60 Monaten nach einem Fieberkrampfnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studienicht placebokontrolliert untersucht
Ergebnisse: nicht placebokontrolliert untersucht; Studie mit früheren Patienten als Vergleich: Rückfallrate 6,5 Prozentpunkte niedriger, nicht signifikant, p = 0,35 (Sharawat 2022)
Ob Eisen weitere Fieberkrämpfe verhindert, ist nicht untersucht, eine Placebo-Studie gibt es nicht. In einer indischen Studie bekamen 53 Kinder nach einem Fieberkrampf ein Jahr lang Eisen und wurden mit 53 früher behandelten Kindern verglichen. Rückfälle waren mit Eisen etwas seltener, der Unterschied war aber nicht gesichert. 122
Pica (Essen von Eis, Erde oder Ähnlichem) beendenErwachsene mit Eisenmangel-Anämienicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studienicht placebokontrolliert untersucht
Ergebnisse: nicht placebokontrolliert untersucht; in 20 Fallberichten und Fallserien verschwanden die Pica-Symptome nach Behandlung des Eisenmangels (Ganesan 2023)
Der Drang, Eis, Erde oder andere ungewöhnliche Dinge zu essen, gilt als typisches Zeichen von Eisenmangel. Ob Eisen ihn beendet, ist in kontrollierten Studien nicht untersucht. Eine Übersicht über 20 Fallberichte beschreibt, dass die Beschwerden nach der Eisenbehandlung jedes Mal verschwanden; solche Berichte sind aber anfällig für Auswahlverzerrung. 123
Länger und ruhiger schlafennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Eisen allein; nur Eisen plus Folsäure gegen Placebo (Kordas 2009)Eisen allein nicht placebokontrolliert untersucht
Säuglinge und Kleinkinder mit hohem Risiko für Eisenmangel (Nepal, Sansibar)
Ergebnisse: Eisen allein nicht placebokontrolliert untersucht; mit Eisen plus Folsäure längerer Nacht- und Gesamtschlaf nach Angaben der Mütter (Kordas 2009, 1.444 Kinder); Effektgröße nicht im Abstract
Ob Eisen allein Kleinkinder besser schlafen lässt, ist nicht untersucht. In zwei großen Studien in Nepal und auf Sansibar schliefen Kinder, die ein Jahr lang Eisen zusammen mit Folsäure bekamen, laut ihren Müttern nachts länger als mit einem Scheinpräparat. Weil die Kontrollgruppe keine Folsäure bekam, lässt sich der Anteil von Eisen nicht abgrenzen, und gemessen wurde nur über Mütterberichte. 129
Schlafqualität bei Eisenmangel verbessernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studienicht placebokontrolliert untersucht
Erwachsene mit Eisenmangel (Blutspender); Restless Legs siehe eigene Gruppe
Ergebnisse: nicht placebokontrolliert untersucht; Schlafqualität nach Eisen besser (p < 0,001), ohne Unterschied zwischen Infusion und Tabletten (Macher 2020)
Ob Eisen die Schlafqualität bei Eisenmangel verbessert, ist nicht untersucht, eine Placebo-Studie fehlt. Bei Blutspendern mit Eisenmangel besserte sich der selbst eingeschätzte Schlaf nach acht bis zwölf Wochen Eisen deutlich, egal ob als Infusion oder Tablette. Ohne Placebogruppe lässt sich der Anteil von Eisen daran nicht abschätzen. 118
Schwangerschaft & Kinder 23
1 gut belegt · 7 wahrscheinlich · 8 unklar · 6 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft per Infusion behandeln (statt Tabletten)Infusiongut belegt14 Vergleichsstudien, 9.413 Frauen (Sales 2026, Transfusion; insgesamt 29 Studien, 11.771 Frauen)Bluttransfusion RR 0,63 gegenüber Tabletten, vor allem bei Hb ≤ 9 g/dL
Schwangere mit Eisenmangelanämie; Infusion gegen Tabletten, keine Gruppe ohne Eisen. Sagt nichts über Tabletten als Nahrungsergänzung aus.
Ergebnisse: Bluttransfusion RR 0,63 (95 % KI 0,49 bis 0,82) gegenüber Tabletten, vor allem bei Hb ≤ 9 g/dL; Hb bei Geburt +0,59 g/dL (15 Studien) (Sales 2026); Transfusion seltener auch bei Qassim 2019 (9 Studien); Cochrane: Transfusion RR 0,97, nicht signifikant (6 Studien, 2.592), Anämie um die Geburt RR 0,85 (4 Studien, 1.240) (Nicholson 2024); große Einzelstudien in Afrika: Anämie in der 36. Woche RR 0,95 (Afolabi 2024) und 0,92 (Pasricha 2023), beide nicht signifikant, 0,74 bei Behandlung im letzten Drittel (Pasricha 2025)
Bei Schwangeren mit Eisenmangelanämie ist gut belegt, dass eine Eiseninfusion besser wirkt als Eisentabletten: In der maßgeblichen Meta-Analyse über 14 Vergleichsstudien mit 9.413 Frauen brauchten nach Infusion 37 % weniger Frauen eine Bluttransfusion, vor allem bei einem Hämoglobin bis 9 g/dL, und eine zweite Meta-Analyse kam zum selben Ergebnis. Der kleinere Cochrane-Review mit sechs Studien fand bei den Transfusionen keinen Unterschied, und in zwei großen Studien aus Nigeria und Malawi war die Anämie in der 36. Woche nach Infusion nicht seltener. Der Vergleich gilt nur bei nachgewiesener Eisenmangelanämie; die Infusion ist eine Klinikbehandlung und sagt nichts über Eisentabletten als Nahrungsergänzung. 44, 45, 140, 141, 142, 143
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Blutarmut (Anämie) am Ende der Schwangerschaft vorbeugenwahrscheinlich14 Studien, 13.543 Pers. (Finkelstein 2024, Cochrane)Anämie am Termin 4,0 % gegen 7,4 %, RR 0,30
Schwangere, mit und ohne Anämie zu Beginn; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisen
Ergebnisse: Anämie am Termin 4,0 % gegen 7,4 %, RR 0,30 (95 % KI 0,20 bis 0,47; Finkelstein 2024, geringe Vertrauenswürdigkeit); Eisenmangelanämie am Termin RR 0,41 (7 Studien, 2.704 Pers.; Finkelstein 2024) bzw. RR 0,40 (4 Studien, 2.230 Pers.; Cantor 2024); bei Frauen ohne Anämie zu Beginn RR 0,50 (23 Studien, 4.492 Pers.; Watt 2025), Hämoglobin +6,95 g/L
Tägliches Eisen in der Schwangerschaft senkt das Risiko, am Ende der Schwangerschaft blutarm zu sein, wahrscheinlich deutlich: Im maßgeblichen Cochrane-Review von 2024 mit 14 Studien und 13.543 Frauen waren 4,0 statt 7,4 % blutarm, und die Vorgängerversion, die Auswertung für die US-Präventionsbehörde und zwei Meta-Analysen zu Frauen ohne Anämie stimmen überein. Die Vertrauenswürdigkeit der Daten gilt im Cochrane-Review als gering, weil viele ältere Studien Mängel haben. Bei Frauen ohne Anämie zu Beginn verhinderte Eisen etwa jede zehnte Anämie. Wer schwanger ist, sollte Blutwerte und eine mögliche Eisengabe mit der betreuenden Praxis besprechen. 40, 132, 133, 134, 135, 43
Seltener ein Baby mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2.500 g)wahrscheinlich12 Studien, 18.290 Kinder (Finkelstein 2024, Cochrane)niedriges Geburtsgewicht 5,2 % gegen 6,1 %, RR 0,84
Schwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisen; durchschnittliches Geburtsgewicht in der Einordnung
Ergebnisse: niedriges Geburtsgewicht 5,2 % gegen 6,1 %, RR 0,84 (95 % KI 0,72 bis 0,99; mittlere Vertrauenswürdigkeit; Finkelstein 2024); Vorgängerversion RR 0,84 (0,69 bis 1,03), nicht signifikant (11 Studien, 17.613; Peña-Rosas 2015); kein Unterschied in der chinesischen Großstudie mit 18.775 Schwangeren (Liu 2013, Eisen plus Folsäure gegen Folsäure) und laut Cantor 2024; mittleres Geburtsgewicht +24,9 g (−125,81 bis 175,60), nicht gesichert (Finkelstein 2024)
Mit täglichem Eisen in der Schwangerschaft kommen wahrscheinlich etwas seltener Babys mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt; im aktuellen Cochrane-Review mit 12 Studien und 18.290 Kindern sank der Anteil von 6,1 auf 5,2 %, knapp gesichert. Höher fällt die Stufe nicht aus, weil eine große Studie aus China mit 18.775 Schwangeren (Liu 2013) keinen Effekt fand; auch die Vorgängerversion des Reviews und eine weitere Übersicht sahen keinen gesicherten Unterschied. Das durchschnittliche Geburtsgewicht änderte sich nicht verlässlich. Am ehesten profitieren dürften Schwangere mit Eisenmangel. 40, 135, 133, 132, 134, 136, 41
- große Einzelstudie ohne Effekt (Liu et al. 2013, n = 18775)
Zu hohe Hämoglobinwerte in der Schwangerschaft (über 130 g/L)wahrscheinlich7 Studien, 1.461 Pers. (Finkelstein 2024, Cochrane); 15 Studien, 2.616 Pers. im Vergleich täglich gegen seltener (Peña-Rosas 2015, intermittierend)Hb über 130 g/L im zweiten/dritten Drittel RR 2,00, am Termin RR 3,96
Sicherheitszeile; Schwangere mit täglichem Eisen; Bedeutung hoher Werte nur aus Beobachtungsstudien
Ergebnisse: Hb über 130 g/L im zweiten/dritten Drittel RR 2,00 (95 % KI 1,22 bis 3,30), am Termin RR 3,96 (Finkelstein 2024); ebenso häufiger in der Vorgängerversion (RR 2,37; Peña-Rosas 2015); seltenere Gabe halbierte das Risiko gegenüber täglicher Gabe, RR 0,53 (0,38 bis 0,74; Peña-Rosas 2015, intermittierend); hohes Hb in Beobachtungsstudien verbunden mit Totgeburt OR 1,32, Schwangerschaftsdiabetes OR 1,71, Präeklampsie OR 1,34 (Young 2023)
Tägliches Eisen hebt bei manchen Schwangeren den Hämoglobinwert wahrscheinlich über 130 g/L, also über den üblichen Bereich in der Schwangerschaft: Im Cochrane-Review von 2024 waren solche Werte im zweiten und dritten Drittel doppelt so häufig wie ohne Eisen (7 Studien), und eine Gabe nur ein- bis dreimal pro Woche halbierte dieses Risiko gegenüber täglicher Gabe. Ob die hohen Werte selbst schaden, ist offen: In Beobachtungsstudien gehen hohe Werte mit mehr Komplikationen einher, doch dahinter kann auch ein zu geringes Blutvolumen stehen, nicht das Eisen. Kontrollierte Studien zu den Folgen fehlen. 40, 135, 43, 42
Blutarmut bei Säuglingen und Kleinkindern vorbeugenwahrscheinlich17 Studien, 4.825 Kinder (Pasricha 2013)Anämie RR 0,61, Eisenmangel RR 0,30, Eisenmangelanämie RR 0,14
Kinder von 4 bis 23 Monaten, Eisentropfen oder -sirup gegen Placebo, überwiegend Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen
Ergebnisse: Anämie RR 0,61 (95 % KI 0,50 bis 0,74), Eisenmangel RR 0,30, Eisenmangelanämie RR 0,14 (Pasricha 2013); 9 Monate nach 3 Monaten Eisensirup weiter weniger Anämie als mit Placebo (Pasricha 2021, 3.300 Kinder); mit gleichzeitiger Malariavorbeugung keine Senkung der Anämie (Phiri 2026)
Tägliches Eisen senkt bei Säuglingen und Kleinkindern die Zahl der Blutarmut wahrscheinlich deutlich, das zeigt die maßgebliche Meta-Analyse über 17 Studien mit 4.825 Kindern, überwiegend aus Ländern mit viel Eisenmangel. Eine große Studie in Bangladesch bestätigte den Effekt auch neun Monate nach dem Absetzen. In Malawi dagegen senkte Eisen die Anämie nicht, wenn alle Kinder ohnehin eine Malariavorbeugung bekamen. Für gesunde, gut versorgte Säuglinge in Europa sagen diese Studien wenig. 46, 48, 49, 148
Wachstum von Säuglingen und Kleinkindern bremsenwahrscheinlich8 Studien, 868 Kinder (Pasricha 2013)Längenzuwachs während der Studien SMD −0,83, Gewichtszuwachs −1,12
Sicherheitszeile; Kinder unter 2 Jahren, vor allem solche ohne Eisenmangel
Ergebnisse: Längenzuwachs während der Studien SMD −0,83 (95 % KI −1,53 bis −0,12; 8 Studien, 868 Kinder), Gewichtszuwachs −1,12; Endlänge und Endgewicht ohne Unterschied (Pasricha 2013); bei 3.300 Kindern kein Effekt auf das Wachstum (Pasricha 2021); bei Säuglingen ohne Eisenmangel geringere Längen- bzw. Gewichtszunahme (Dewey 2002, Lind 2008, Idjradinata 1994)
Eisen bremst bei Säuglingen und Kleinkindern wahrscheinlich das Wachstum während der Einnahme etwas: In der maßgeblichen Meta-Analyse über 8 Studien mit 868 Kindern war der Zuwachs an Länge und Gewicht geringer als ohne Eisen. Die erreichte Endgröße unterschied sich aber nicht, und die große Studie aus Bangladesch mit 3.300 Kindern fand keinen Effekt. Mehrere kleine Studien in Schweden, Honduras und Indonesien sahen den Nachteil vor allem bei Kindern mit guten Eisenwerten; ob das Wachstum dauerhaft leidet, ist offen. 46, 48, 51, 52, 152
Blutarmut bei Schulkindern senkenwahrscheinlich7 Studien, 1.763 Kinder (Low 2013; insgesamt 32 Studien, 7.089 Kinder)Anämie RR 0,50, Eisenmangel −79 %
Kinder von 5 bis 12 Jahren, fast nur Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen; Eisen gegen Kontrolle
Ergebnisse: Anämie RR 0,50 (95 % KI 0,39 bis 0,64), Eisenmangel −79 % (Low 2013); wöchentliche Gabe gegen Placebo Anämie RR 0,54 (0,33 bis 0,90; 6 Studien, 1.166; De-Regil 2011); wöchentliche und tägliche Gabe senkten Anämie ähnlich (Andersen 2023)
Bei Grundschulkindern in Ländern mit viel Eisenmangel halbiert tägliches Eisen wahrscheinlich den Anteil der blutarmen Kinder; das zeigt die maßgebliche Meta-Analyse mit 7 Studien zur Anämie, Eisenmangel sank um rund vier Fünftel. Auch eine wöchentliche Gabe senkte die Anämie. Daten zur Sicherheit waren spärlich. Für gut versorgte Kinder in Europa sagt das wenig; hier sollte ein Mangel vor einer Eisengabe nachgewiesen sein. 47, 148, 164
Größenwachstum von Schulkindern fördernwahrscheinlich5 Studien, 1.318 Kinder (Low 2013)Größen-z-Wert +0,09, absolute Größe unverändert
Kinder von 5 bis 12 Jahren, fast nur Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen
Ergebnisse: Größen-z-Wert +0,09 (95 % KI 0,01 bis 0,17), absolute Größe unverändert; altersbezogenes Gewicht nur bei anämischen Kindern besser (Low 2013); mit wöchentlicher Gabe kein Unterschied (3 Studien, 366 Kinder; De-Regil 2011)
In Ländern mit viel Eisenmangel wachsen Schulkinder mit Eisen wahrscheinlich etwas besser: In der maßgeblichen Meta-Analyse über 5 Studien mit 1.318 Kindern lag die Größe im Verhältnis zum Alter etwas höher, der Unterschied ist aber klein, und die absolute Größe unterschied sich nicht. Beim Gewicht profitierten nur Kinder mit Anämie, und mit wöchentlicher Gabe fand sich kein Unterschied. Bei Säuglingen ohne Eisenmangel zeigte sich dagegen teils ein geringerer Zuwachs (eigene Zeile). 47, 162, 164
Sterblichkeit von Neugeborenen senkenunklarwidersprüchlich4 Studien, 17.243 Kinder (Finkelstein 2024, Cochrane)Tod im ersten Lebensmonat 1,4 % gegen 1,5 %, RR 0,98
Schwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisen; Tod in den ersten 28 Lebenstagen
Ergebnisse: Tod im ersten Lebensmonat 1,4 % gegen 1,5 %, RR 0,98 (95 % KI 0,77 bis 1,24; geringe Vertrauenswürdigkeit; Finkelstein 2024); RR 0,91 (0,71 bis 1,18; 4 Studien, 16.603; Peña-Rosas 2015); Eisen plus Folsäure: RR 0,73 (0,61 bis 0,87; 11 Studien; Srivastava 2025) und frühe Neugeborenensterblichkeit RR 0,46 (Zeng 2008, nachträgliche Auswertung)
Ob Eisen in der Schwangerschaft das Überleben von Neugeborenen verbessert, ist unklar, die Befunde sind widersprüchlich. Die Cochrane-Auswertungen zu Eisen allein fanden über vier große Studien mit über 17.000 Kindern keinen Unterschied. Eine Meta-Analyse zu Eisen plus Folsäure kam dagegen auf gut ein Viertel weniger Todesfälle, allerdings mit gemischten Vergleichsgruppen, und in einer großen chinesischen Studie starben in der ersten Lebenswoche weniger Babys; das war aber nur eine nachträgliche Auswertung. 40, 135, 138, 137
Sterblichkeit der Mütter senkenSchwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisenunklar3 Studien, 14.060 Pers. (Finkelstein 2024, Cochrane)2 gegen 4 Todesfälle, RR 0,57
Ergebnisse: 2 gegen 4 Todesfälle, RR 0,57 (95 % KI 0,12 bis 2,69; mittlere Vertrauenswürdigkeit; Finkelstein 2024); RR 0,33 (0,01 bis 8,19; 2 Studien, 12.560; Peña-Rosas 2015)
Ob Eisen in der Schwangerschaft Todesfälle von Müttern verhindert, ist unklar: Sie sind in den Studien so selten, dass sich kein Effekt nachweisen lässt; über drei Studien mit gut 14.000 Frauen starben insgesamt sechs. Der Cochrane-Review geht von kaum einem Unterschied aus. Beobachtungsdaten zeigen, dass eine schwere Anämie mit höherer Müttersterblichkeit einhergeht; das ist aber kein Beleg dafür, dass Eisentabletten Leben retten. 40, 135, 42
Blutwerte nach der Geburt verbessern (Tabletten)Frauen nach der Geburt mit Eisenmangel; Tabletten gegen Placebounklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 52 Pers. (Krafft 2005)nach 12 Wochen Hb höher und Ferritin höher als mit Placebo
Ergebnisse: nach 12 Wochen Hb höher (p = 0,02) und Ferritin höher (p = 0,0004) als mit Placebo (Krafft 2005); im Cochrane-Review keine verwertbaren Placebo-Daten zu Müdigkeit, Stillen oder Hb (Jensen 2024)
Ob Eisentabletten nach der Geburt die Blutwerte verbessern, ist unklar; es gibt nur erste Hinweise. Eine kleine Schweizer Placebo-Studie mit 52 Frauen, die am Ende der Schwangerschaft Eisenmangel, aber keine Anämie hatten, fand nach zwölf Wochen etwas höhere Hämoglobin- und Ferritinwerte. Der Cochrane-Review von 2024 konnte für Tabletten gegen Placebo keine Daten zu Müdigkeit, Stillen oder Blutwerten auswerten. Untersucht wurden nur Frauen mit Eisenmangel. 144, 145
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Eisenstatus gestillter Babys über die Mutter verbessernStillende Mütter ohne Anämie und ihre ausschließlich gestillten Babysunklar1 Placebo-RCT, 168 Mutter-Kind-Paare (Baykan 2006)nach 4 Monaten mit 80 mg Eisen täglich bei der Mutter Hb, Serumeisen und Ferritin von …
Ergebnisse: nach 4 Monaten mit 80 mg Eisen täglich bei der Mutter Hb, Serumeisen und Ferritin von Mutter und Kind wie unter Placebo (Baykan 2006)
Ob Eisen für die stillende Mutter auch dem Baby nützt, ist unklar und kaum untersucht. Die einzige gefundene Placebo-Studie mit 168 Mutter-Kind-Paaren sah nach vier Monaten keinen Unterschied bei den Eisenwerten des Kindes; für ein Urteil reicht eine einzelne Studie nicht. 147
Blutarmut bei Frühgeborenen und Babys mit niedrigem Geburtsgewicht vorbeugenunklarerste Hinweise2 Studien, 381 Babys (Manapurath 2022); 1 Placebo-RCT, 285 Babys (Berglund 2010)Anämie RR 0,25
Frühgeborene und Babys unter 2.500 g, Eisen über den Mund gegen keine Gabe; frühe gegen späte Gabe als Begleitbefund
Ergebnisse: Anämie RR 0,25 (95 % KI 0,10 bis 0,62; 2 Studien, 381 Babys; Manapurath 2022); Eisenmangelanämie mit 6 Monaten 9,9 % (Placebo) gegen 2,7 bzw. 0 % (p = 0,004; Berglund 2010); Hb mit 6 bis 9 Monaten etwa 6 g/L höher (Mills 2012); früher Beginn statt später: weniger Transfusionen (p = 0,022; 4 Studien, 246; Jin 2015)
Ob zusätzliches Eisen Frühgeborene und Babys mit niedrigem Geburtsgewicht vor Blutarmut schützt, ist unklar; es gibt aber erste Hinweise. Eine Meta-Analyse fand ein deutlich geringeres Anämie-Risiko, stützt sich dafür aber nur auf zwei Studien mit 381 Babys, und eine schwedische Placebo-Studie sah weniger Eisenmangelanämie. Ein Beginn in den ersten Lebenswochen statt nach einem Monat senkte in kleinen Studien den Bedarf an Bluttransfusionen. Ob und wie lange Eisen nötig ist, entscheidet die Kinderarztpraxis. 156, 157, 158, 159
Entwicklung und Blutwerte von Vorschulkindern verbessernKinder von 2 bis 5 Jahren, tägliches Eisen gegen Kontrolleunklar15 Studien (Thompson 2013)Hb am Ende +6,97 g/L, Ferritin +11,64 µg/L
Ergebnisse: Hb am Ende +6,97 g/L (p < 0,00001), Ferritin +11,64 µg/L; begrenzte Hinweise auf eine kleine Verbesserung der kognitiven Entwicklung, kein Effekt auf das Wachstum (Thompson 2013)
Bei Kindern zwischen zwei und fünf Jahren hebt tägliches Eisen Hämoglobin und Ferritin. Ob das ihre Entwicklung fördert, ist unklar: Die einzige Meta-Analyse fand nur begrenzte Hinweise auf einen kleinen Vorteil bei der geistigen Entwicklung und keinen beim Wachstum, und keine der 15 Studien hatte ein geringes Verzerrungsrisiko. Einzelstudien sahen einen Nutzen nur bei Kindern mit Anämie, bei Eisenmangel ohne Anämie keinen. 162, 163
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Blutarmut und Befinden bei starker Periode verbessern (Tabletten)unklarkeine Placebo-RCT speziell bei starker Periode; menstruierende Frauen allgemein 67 Studien, 8.506 Pers. (Low 2016, pooled)menstruierende Frauen allgemein: Anämie RR 0,39, Hb +5,30 g/L, weniger Müdigkeit, mehr …
Frauen mit starker Monatsblutung (Hypermenorrhö); keine eigene Placebo-Studie gefunden, Daten zu menstruierenden Frauen allgemein als Begleitbefund
Ergebnisse: menstruierende Frauen allgemein: Anämie RR 0,39 (95 % KI 0,25 bis 0,60; 10 Studien, 3.273), Hb +5,30 g/L (51 Studien, 6.861), weniger Müdigkeit, mehr Magen-Darm-Beschwerden (RR 1,99) (Low 2016); bei Jugendlichen mit starker Periode wöchentliche und tägliche Gabe mit ähnlichem Endergebnis (18 Mädchen; Aggarwal 2026)
Frauen mit starker Periode verlieren viel Eisen und sind besonders oft blutarm, ob Eisentabletten in dieser Gruppe eigens nützen, ist aber unklar: Eine eigene Placebo-Studie wurde nicht gefunden. Bei menstruierenden Frauen allgemein senkt tägliches Eisen die Anämie deutlich und lindert Müdigkeit, verursacht aber häufiger Verstopfung oder Durchfall. In einer finnischen Studie verbesserte sich die Lebensqualität nach Behandlung der starken Blutung vor allem bei den Frauen, deren Anämie korrigiert wurde. Wer eine starke Periode hat, sollte Blutwerte prüfen und die Ursache der Blutung gynäkologisch abklären lassen. 4, 165, 166
Eisenmangelanämie nach der Geburt per Infusion behandeln (statt Tabletten)Infusionunklar6 Vergleichsstudien zum Hb, nicht zusammengerechnet (Jensen 2024, Cochrane); 4 Studien (Sultan 2019)in 5 von 6 Studien Hb-Anstieg mit Infusion stärker als mit Tabletten, zu uneinheitlich …
Frauen mit Eisenmangelanämie nach der Geburt; Infusion gegen Tabletten. Sagt nichts über Tabletten als Nahrungsergänzung aus.
Ergebnisse: in 5 von 6 Studien Hb-Anstieg mit Infusion stärker als mit Tabletten, zu uneinheitlich zum Zusammenrechnen (Jensen 2024); Hb nach 6 Wochen +0,9 g/dL (4 Studien; Sultan 2019); Müdigkeit nach 8 bis 28 Tagen SMD −0,25 (95 % KI −0,42 bis −0,07; 2 Studien, 515), danach kaum Unterschied; Verstopfung mit Tabletten deutlich häufiger (RR 0,12 für Infusion) (Jensen 2024)
Ob eine Eiseninfusion nach der Geburt das Hämoglobin besser hebt als Tabletten, ist unklar: In 5 von 6 Studien des Cochrane-Reviews stieg es mit Infusion stärker, die Ergebnisse waren aber zu uneinheitlich, um sie zusammenzurechnen; eine kleinere Meta-Analyse über 4 Studien fand nach sechs Wochen etwa 0,9 g/dL mehr. Die Müdigkeit war in den ersten Wochen etwas geringer, danach glich sich das an. Tabletten verursachen deutlich häufiger Verstopfung, nach Infusion kommen selten Überempfindlichkeitsreaktionen vor. Untersucht wurden nur Frauen mit Eisenmangelanämie; die Infusion ist eine Klinikbehandlung und sagt nichts über Eisentabletten als Nahrungsergänzung. 145, 146
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Frühgeburt verhindernSchwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisenspricht dagegen11 Studien, 18.827 Kinder (Finkelstein 2024, Cochrane)Frühgeburt 7,6 % gegen 8,2 %, RR 0,93
Ergebnisse: Frühgeburt 7,6 % gegen 8,2 %, RR 0,93 (95 % KI 0,84 bis 1,02; mittlere Vertrauenswürdigkeit; Finkelstein 2024); RR 0,93 (0,84 bis 1,03; 13 Studien, 19.286; Peña-Rosas 2015); kein Unterschied laut Cantor 2024 und Watt 2025; Eisen plus Folsäure gegen Folsäure: frühe Frühgeburt vor der 34. Woche RR 0,50 (Zeng 2008)
Dass Eisen in der Schwangerschaft Frühgeburten verhindert, spricht nach den großen Übersichten eher nicht: Im Cochrane-Review mit 11 Studien und 18.827 Geburten lag der Anteil bei 7,6 gegen 8,2 %, ohne gesicherten Unterschied, und drei weitere Auswertungen kommen zum selben Ergebnis. Eine große Studie aus dem ländlichen China fand mit Eisen plus Folsäure gegenüber Folsäure allein halb so viele sehr frühe Geburten vor der 34. Woche, eine Studie aus Nepal dagegen keinen Effekt. 40, 135, 133, 132, 137, 136
Schwangerschaftsbluthochdruck und Präeklampsie vorbeugenSchwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisenspricht dagegen17 Studien, 24.023 Pers. insgesamt (Cantor 2024); Präeklampsie 4 Studien, 1.704 Pers. (Peña-Rosas 2015)kein signifikanter Unterschied bei Bluthochdruckerkrankungen der Schwangerschaft
Ergebnisse: kein signifikanter Unterschied bei Bluthochdruckerkrankungen der Schwangerschaft (Cantor 2024); Präeklampsie ohne Unterschied (Peña-Rosas 2015; Finkelstein 2024); Eisen plus Folsäure gegen Folsäure aOR 0,88 (0,76 bis 1,02), nicht signifikant (Chen 2019)
Einen Schutz vor Schwangerschaftsbluthochdruck oder Präeklampsie bietet Eisen eher nicht: Die Auswertung für die US-Präventionsbehörde über 17 Studien fand keinen Unterschied, ebenso der Cochrane-Review für die Präeklampsie und eine große chinesische Studie mit Eisen plus Folsäure gegen Folsäure allein. Beobachtungsstudien sehen erhöhte Risiken sowohl bei sehr niedrigem als auch bei sehr hohem Hämoglobin; das ist aber kein Beleg für eine Wirkung des Eisens. 133, 42, 139, 135
Seltener KaiserschnittSchwangere; tägliches Eisen gegen Placebo oder kein Eisenspricht dagegen17 Studien, 24.023 Pers. insgesamt (Cantor 2024); 5 Studien, 1.552 Frauen ohne Anämie (Watt 2025)kein signifikanter Unterschied bei Kaiserschnitten
Ergebnisse: kein signifikanter Unterschied bei Kaiserschnitten (Cantor 2024; Watt 2025); ebenso kein Unterschied bei Blutungen der Mutter (Cantor 2024)
Eisen in der Schwangerschaft senkt die Kaiserschnittrate eher nicht: Die Auswertung für die US-Präventionsbehörde über 17 Studien und eine Meta-Analyse mit 1.552 Frauen ohne Anämie fanden keinen Unterschied, auch bei Blutungen rund um die Geburt nicht. Der Nutzen von Eisen liegt nach heutigem Stand vor allem bei den Blutwerten der Mutter. 133, 132
Geistige und motorische Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern fördernKinder unter 2 bis 3 Jahren, Eisen gegen Placebo, mit und ohne Anämiespricht dagegen6 Studien, 1.093 Kinder (Pasricha 2013); 2 große RCTs mit 3.300 und 2.168 Kinderngeistige Entwicklung +1,65 Punkte, motorische +1,05, beide nicht signifikant
Ergebnisse: geistige Entwicklung +1,65 Punkte (95 % KI −0,63 bis 3,94), motorische +1,05 (−1,36 bis 3,46), beide nicht signifikant (Pasricha 2013); Bayley-Kognition mit Eisensirup −0,30 Punkte (−1,08 bis 0,48; Pasricha 2021) und −0,52 (−2,52 bis 1,48; Phiri 2026); motorischer Index +4,21 (3 RCTs, 561 Kinder; Szajewska 2010)
Dass Eisentropfen oder -sirup die Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern verbessern, spricht nach dem aktuellen Stand eher nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse fand weder bei der geistigen noch bei der motorischen Entwicklung einen gesicherten Vorteil, und zwei große Placebo-Studien aus Bangladesch und Malawi mit zusammen über 5.000 Kindern sahen keinen Unterschied, obwohl sich die Eisenwerte besserten. Eine ältere, kleinere Auswertung fand einen Vorteil bei der motorischen Entwicklung. Bei Kleinkindern mit Eisenmangelanämie ist die Wirkung einer längeren Behandlung offen; kurzfristig, innerhalb von 30 Tagen, zeigte sich keine. 46, 48, 49, 149, 150, 151
Malaria und schwere Erkrankungen bei Kindern in Malariagebietenspricht dagegen40 Studien, 33.785 Kinder (Itzkovich 2026, Cochrane); Malaria-Endpunkt 16 Studien, 7.843 Kinderklinische Malaria RR 0,93, schwere Malaria RR 0,90, Sterblichkeit RR 1,15
SICHERHEITSZEILE; Kinder in Ländern mit hoher Malaria-Last; Eisen mit oder ohne Folsäure gegen Placebo oder nichts
Ergebnisse: klinische Malaria RR 0,93 (95 % KI 0,87 bis 1,00; hohe Vertrauenswürdigkeit), schwere Malaria RR 0,90 (0,81 bis 0,98), Sterblichkeit RR 1,15 (0,76 bis 1,74) (Itzkovich 2026); ohne Malariavorsorge und -behandlung klinische Malaria RR 1,15 (1,02 bis 1,30; 7 Studien, 19.754 Kinder), mit Vorsorge RR 0,91 (0,84 bis 0,97); Pemba-Studie: Tod oder Krankenhausaufnahme +12 % (95 % KI 2 bis 23 %), Todesfälle +15 % (−7 bis 41 %) mit Eisen plus Folsäure (Sazawal 2006)
Wo Malaria verbreitet ist, war lange umstritten, ob Eisen Kinder anfälliger macht. Der Cochrane-Review von 2026 fand über 16 Studien mit 7.843 Kindern keinen Schaden: Klinische Malaria war insgesamt nicht häufiger, schwere Malaria sogar etwas seltener, sofern Vorbeugung und Behandlung der Malaria gut organisiert sind. Fehlt diese Versorgung, nahm die Malaria mit Eisen leicht zu; in der großen Pemba-Studie auf Sansibar mit rund 24.000 Kleinkindern kamen mit Eisen und Folsäure mehr Kinder wegen schwerer Erkrankungen ins Krankenhaus, die Studie wurde vorzeitig beendet. Für Kinder in Deutschland spielt das keine Rolle, für Reisen und Aufenthalte in Malariagebieten aber schon. 53, 153, 154, 155, 49
Entwicklung und Verhalten von Frühgeborenen und Babys mit niedrigem Geburtsgewicht fördernspricht dagegen8 Studien, 1.093 Babys (Manapurath 2022)wenig Effekt auf die kognitive Entwicklung
Frühgeborene und Babys unter 2.500 g, Eisen gegen keine Gabe oder Placebo
Ergebnisse: wenig Effekt auf die kognitive Entwicklung (Manapurath 2022); keine der 21 Vergleichsstudien untersuchte die Entwicklung (Mills 2012); IQ ohne Unterschied, Verhaltensauffälligkeiten mit 3,5 Jahren 12,7 % (Placebo) gegen 2,9 und 2,7 % (Eisen) (Berglund 2013); mit 7 Jahren weniger nach außen gerichtete Verhaltensprobleme (p = 0,045; Berglund 2018)
Dass Eisen die spätere geistige Entwicklung von Frühgeborenen und leichten Neugeborenen fördert, spricht eher nicht: Die maßgebliche Meta-Analyse über 8 Studien mit 1.093 Babys fand kaum einen Effekt. Eine schwedische Placebo-Studie mit Babys zwischen 2.000 und 2.500 g sah bei der Intelligenz keinen Unterschied, aber mit dreieinhalb und mit sieben Jahren weniger Verhaltensauffälligkeiten, wenn die Kinder in den ersten Lebensmonaten Eisen bekommen hatten. 156, 157, 160, 161
Eisenmangelanämie bei starker Periode per Infusion behandeln (statt Tabletten)Infusionnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 Vergleichsstudie Infusion gegen Tabletten, 477 Pers. (Van Wyck 2009)Hb-Anstieg um mindestens 2 g/dL bei 82 % gegen 62 %, Anämie behoben bei 73 % gegen 50 %
Frauen mit Eisenmangelanämie durch starke Gebärmutterblutung; Infusion gegen Tabletten. Sagt nichts über Tabletten als Nahrungsergänzung aus.
Ergebnisse: Hb-Anstieg um mindestens 2 g/dL bei 82 % gegen 62 % (95 % KI des Unterschieds 12,2 bis 28,3), Anämie behoben bei 73 % gegen 50 %; mehr Vitalität, weniger Müdigkeit (p < 0,05) gegenüber Tabletten (Van Wyck 2009)
Gegen Placebo ist die Eiseninfusion bei starker Gebärmutterblutung nicht untersucht. Es gibt nur eine große Vergleichsstudie mit Tabletten: Bei 477 Frauen mit Eisenmangelanämie brachte die Infusion das Hämoglobin häufiger in den Normalbereich als Eisentabletten (73 gegen 50 %), und die Frauen fühlten sich vitaler. Untersucht wurden nur Frauen mit Eisenmangelanämie. Eine Infusion ist eine ärztliche Behandlung, etwa wenn Tabletten nicht vertragen werden oder nicht ausreichen. 167
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Nur eine einzige Wirkung erreicht die höchste Einstufung, und auch sie betrifft eine Infusion, nämlich bei Schwangeren mit ausgeprägter Blutarmut. Dazu stammen viele andere Ergebnisse aus Ländern, in denen Eisenmangel weit verbreitet ist, oder aus Studien, die nur Menschen mit leeren Speichern aufnahmen. Wo das so ist, sagen wir es dazu. Denn für gut versorgte Menschen in Deutschland lassen sich solche Befunde nicht einfach übertragen.
Blutarmut und leere Speicher: Was leisten Eisentabletten?
Bei einer Blutarmut durch Eisenmangel helfen Tabletten wahrscheinlich deutlich, und das ist der am besten untersuchte Nutzen von Eisen überhaupt. In der wichtigsten Cochrane-Auswertung, einer besonders gründlichen Zusammenfassung vieler Studien, hatten Frauen im gebärfähigen Alter mit täglichem Eisen am Ende rund 60 Prozent seltener eine Blutarmut als mit einem Scheinpräparat (Placebo) oder ganz ohne.4 Am stärksten profitierten Frauen, die zu Beginn tatsächlich einen Mangel hatten. Der Preis dafür waren häufiger Bauchbeschwerden.
Wie schnell sich leere Speicher füllen lassen, zeigen regelmäßige Blutspender. In einer niederländischen Studie mit über 800 Spendern, deren Ferritin schon niedrig war, hatte nach acht Wochen mit Placebo noch die Hälfte einen Mangel, mit täglich 60 mg Eisen kaum noch jemand.5 Der Unterschied ist beträchtlich. Dazu passt, dass Blutspender, die Eisen nehmen, wahrscheinlich deutlich seltener wegen eines zu niedrigen Blutfarbstoffs von der Blutspende zurückgeschickt werden.6
Für Erwachsene mit Blutarmut insgesamt ist das Bild dünner. Ob Tabletten ihnen eine Bluttransfusion ersparen, ist unklar, auch wenn erste Hinweise dafür sprechen.78 Auch wie stark Tabletten den Speicherwert Ferritin anheben, ist unklar, weil der Anstieg in Studien mit Sportlern fast nur bei sehr leeren Speichern deutlich ausfiel und erst nach sechs bis acht Wochen kam.9 Wer einen niedrigen Ferritinwert hat, braucht deshalb vor allem Geduld und eine Kontrolle nach einigen Wochen.
So wurde gemessen
- Frauen im gebärfähigen Alter: Cochrane-Review mit 67 Studien und 8.506 Frauen. Blutarmut am Ende in 10 Studien mit 3.273 Frauen seltener (RR 0,39), Hämoglobin im Mittel um gut 5 g/L höher.4
- Blutspender: 830 Spenderinnen und Spender mit Ferritin bis 30 µg/L, 56 Tage Eisenbisglycinat oder Placebo; Mangel am Ende bei 51 % mit Placebo, 10 % mit 30 mg und 1 % mit 60 mg täglich.5 Cochrane mit 38 Studien: Zurückstellung wegen niedrigem Hämoglobin RR 0,39 in 7 Studien mit 1.647 Spendern.6
- Erwachsene mit Blutarmut: Tabletten gegen keine Eisengabe, Bluttransfusionen RR 0,66;7 in 3 kleinen Studien mit 546 Personen ebenfalls seltener, bei sehr unsicheren Daten.8
- Ferritin: 13 Placebo-Studien mit 449 gesunden Sportlern, deutlicher Anstieg vor allem bei Ausgangswerten bis 12 µg/L.9


Müdigkeit und Ausdauer: Hilft Eisen gegen Erschöpfung?
Ob Eisentabletten gegen Müdigkeit helfen, ist unklar, und wenn, dann nur bei Mangel. Die überzeugendste Studie begleitete knapp 200 erschöpfte Frauen, deren Speicherwert niedrig, deren Blutbild aber noch normal war. Mit Eisen ging ihre Erschöpfung in zwölf Wochen um knapp die Hälfte zurück, mit Placebo um gut ein Viertel.10 Das ist ein klarer Vorsprung. Doch zwei andere Placebo-Studien, eine mit Blutspenderinnen und eine mit jungen Frauen, fanden keinen sicheren Unterschied.1112 Auffällig ist zudem, wie stark schon das Scheinpräparat half, denn Erwartung wirkt bei Müdigkeit kräftig mit.
Deutlicher fällt das Ergebnis bei der Infusion aus. In der Cochrane-Auswertung von fünf Placebo-Studien mit Erwachsenen, die einen Eisenmangel ohne Blutarmut hatten, ließ eine Infusion mit Eisen die Müdigkeit wahrscheinlich etwas stärker zurückgehen als eine Scheininfusion.13 Allerdings besserte sich die Lebensqualität insgesamt nicht. Auch hier galt der Effekt nur bei leeren Speichern, in einer Einzelstudie sogar nur bei sehr leeren.14
Bei der Ausdauer zeigt sich ein ähnliches Muster. Frauen im gebärfähigen Alter erreichten mit Eisentabletten in Belastungstests wahrscheinlich eine etwas höhere Sauerstoffaufnahme, und bei gleicher Anstrengung schlug ihr Herz um rund vier Schläge pro Minute ruhiger.15 Allerdings hatten nur wenige dieser Studien ein geringes Risiko für Verzerrungen. Dagegen fand sich bei Sportlern sowie bei Menschen mit Mangel ohne Blutarmut kein sicherer Leistungsgewinn,916 und ob eine Infusion die Ausdauer verbessert, ist unklar, weil sich die Studien widersprechen.1317
Für die Erschöpfung im Alltag ergibt sich daraus eine klare Reihenfolge. Denn anhaltende Müdigkeit hat viele mögliche Ursachen und gehört ärztlich abgeklärt, samt Ferritinwert. Erst wenn der Speicher wirklich leer ist, ist ein Versuch mit Eisen begründet, und nach einigen Wochen lohnt die ehrliche Frage, ob es tatsächlich besser geworden ist.
So wurde gemessen
- Tabletten: 198 Frauen mit Ferritin unter 50 µg/L und normalem Hämoglobin, 80 mg Eisen täglich über 12 Wochen; Müdigkeitswert −48 % gegenüber −29 % mit Placebo.10 Ohne gesicherten Unterschied: 154 Blutspenderinnen11 und 164 Frauen mit niedrigem Ferritin über 2 Monate.12
- Infusion: Cochrane-Auswertung, Müdigkeit in 5 Studien mit 814 Personen gebessert (SMD −0,30), Lebensqualität ohne gesicherten Unterschied, leichte Nebenwirkungen häufiger.13 90 Frauen mit Ferritin bis 50 ng/mL: deutliche Besserung nur bei Werten bis 15.14
- Ausdauer mit Tabletten: 20 Studien mit Frauen im gebärfähigen Alter, maximale Sauerstoffaufnahme SMD 0,37, Puls bei gleicher Belastung um gut 4 Schläge niedriger; nur 3 Studien mit geringem Verzerrungsrisiko.15 Sportler: SMD 0,49, nicht gesichert.9 Mangel ohne Blutarmut: 9 Studien mit 235 Personen ohne Unterschied.16
- Ausdauer mit Infusion: +1,8 mL/kg/min bei sehr unsicherer Datenlage;13 26 sportlich aktive Frauen ohne Unterschied.17
Restless Legs: Hilft Eisen bei unruhigen Beinen?
Bei unruhigen Beinen gibt es für Tabletten nur erste Hinweise, für Infusionen mehr. Das Restless-Legs-Syndrom treibt Betroffene abends und nachts aus dem Bett, weil ein Kribbeln und Ziehen in den Beinen erst nachlässt, wenn sie sich bewegen. Da niedrige Eisenwerte die Beschwerden verstärken können, wurde Eisen früh als Behandlung geprüft.
In einer kleinen Placebo-Studie mit Betroffenen, deren Ferritin im unteren Normalbereich lag, gingen die Beschwerden mit Tabletten deutlich zurück, in einer zweiten mit 28 Patienten dagegen nicht.1819 Dazu kommt, dass die Cochrane-Auswertung Tabletten und Infusionen zusammenrechnet, sodass sich die Wirkung der Tablette allein daraus nicht ablesen lässt.20 So bleibt sie unklar.
Besser untersucht ist die Infusion. In zwei Auswertungen von jeweils sieben Placebo-Studien sanken die Beschwerden der unruhigen Beine mit einer Infusion wahrscheinlich um etwa sechs Punkte auf einer Skala bis 40.2122 Dafür traten Übelkeit und andere leichte Nebenwirkungen öfter auf. Die amerikanische Fachgesellschaft für Schlafmedizin empfiehlt die Infusion bei passenden Eisenwerten und hält Tabletten schon bei einem Ferritin bis 75 für eine Möglichkeit.23 Wenn die Beine abends keine Ruhe geben, gehören die Eisenwerte deshalb zur Untersuchung, die Behandlung aber in ärztliche Hand.
So wurde gemessen
- Tabletten: Placebo-Studie über 12 Wochen bei niedrig-normalem Ferritin, Beschwerdewert −10,3 gegenüber −1,1 Punkten;18 28 Patienten mit Eisensulfat ohne Unterschied.19 Cochrane: 7 Studien mit 345 Personen, Tabletten und Infusionen gemeinsam, −3,8 Punkte.20
- Infusion: 7 Studien mit 539 Erwachsenen, −5,8 Punkte auf der 40-Punkte-Skala, spezifische Lebensqualität nicht gesichert besser;21 7 Studien mit 537 Personen, −6,0 Punkte.22
- Leitlinie der American Academy of Sleep Medicine: Eisensulfat bei Ferritin bis 75 ng/mL oder Transferrinsättigung unter 20 % bedingt empfohlen, Eisencarboxymaltose-Infusion stark empfohlen.23
Herzschwäche: Was bringt Eisen dem Herzen?
Bei Herzschwäche mit Eisenmangel helfen Infusionen wahrscheinlich, bei Tabletten ist es unklar. Untersucht wurde das bei Menschen, deren Herz zu schwach pumpt und deren Eisenspeicher gleichzeitig leer sind. Die größte Tablettenstudie gab 225 solchen Patienten vier Monate lang hoch dosiertes Eisen oder Placebo. Danach waren sie weder belastbarer, noch fühlten sie sich besser.24 Deshalb rieten die Forschenden von Tabletten bei Herzschwäche ab. Auch eine Auswertung von fünf Studien fand bei der Sterblichkeit keinen gesicherten Unterschied.25
Bei der Infusion sieht es anders aus. Über 14 Studien mit fast 8.000 Patienten gerechnet, kamen nach Eiseninfusionen knapp ein Fünftel seltener Menschen wegen ihrer Herzschwäche ins Krankenhaus oder starben daran.26 Das ist ein beachtlicher Effekt. Für ein festeres Urteil reicht das trotzdem nicht. Denn große Einzelstudien mit jeweils über tausend Patienten verfehlten ihr Hauptziel knapp,2728 und länger lebten die Behandelten in keiner Auswertung sicher.2629
Damit gehört ein Eisenmangel bei Herzschwäche in die kardiologische Behandlung, wo über eine Infusion entschieden wird. Tabletten auf eigene Faust sind dafür kein Ersatz.
So wurde gemessen
- Tabletten: IRONOUT-HF mit 225 Patienten mit geschwächter Pumpfunktion und Eisenmangel, 16 Wochen; maximale Sauerstoffaufnahme +21 mL/min ohne gesicherten Unterschied, Gehtest und Lebensqualität unverändert.24 5 Placebo-Studien mit 590 Patienten: Sterblichkeit RR 0,77, nicht gesichert.25
- Infusion: 14 Studien mit 7.786 Patienten, Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche oder Herztod RR 0,82, Gesamtsterblichkeit ohne gesicherten Unterschied.26 Auswertung von 6 großen Studien mit 7.175 Patienten: wiederholte Klinikaufenthalte oder Herztod nach 12 Monaten RR 0,72, Herztod allein nicht gesichert seltener.29
- Einzelstudien ohne gesicherten Effekt im Hauptziel: AFFIRM-AHF mit 1.110 Patienten nach akuter Herzschwäche (RR 0,79; 0,62 bis 1,01)27 und HEART-FID mit 3.065 ambulanten Patienten.28
Psyche, Gedächtnis und Haare: Was ist belegt?
Für Stimmung, Gedächtnis und Haare ist der Nutzen von Eisen offen oder gar nicht geprüft. Am weitesten reichen die Daten beim Denken. Eine Auswertung von zwölf Placebo-Studien mit überwiegend jungen Frauen ohne Blutarmut fand mit Eisen etwas bessere Werte in Gedächtnistests, allerdings nur bei Teilnehmerinnen mit Mangel.30 Dagegen besserten sich depressive Beschwerden in denselben Placebo-Studien nicht, und auch die große Müdigkeitsstudie sah bei der Stimmung keinen Unterschied.3010
Eiseninfusionen halfen dem Denken eher nicht. In drei Placebo-Studien mit Blutspendern, erschöpften Frauen und Herztransplantierten schnitten die Behandelten in Gedächtnis- und Reaktionstests nicht besser ab.313233 Dabei hatten alle Teilnehmenden einen Eisenmangel, also genau die Voraussetzung, unter der ein Nutzen am ehesten zu erwarten wäre.
Beim Haarausfall fehlt sogar jede Placebo-Studie mit Eisen allein. Zwar haben Frauen mit dünner werdendem Haar auffällig oft niedrige Ferritinwerte, doch ob Tabletten das Haar zurückbringen, hat nie jemand gegen ein Scheinpräparat geprüft.34 Das ist eine echte Lücke. Auch Vorher-nachher-Bilder beweisen ohne Vergleichsgruppe wenig. Ob hinter dünnem Haar, Konzentrationsproblemen oder Herzklopfen tatsächlich ein Eisenmangel mit seinen typischen Symptomen steckt, klärt deshalb am besten ein Bluttest.
So wurde gemessen
- Denken und Stimmung: 18 Studien mit 1.408 Personen ohne Blutarmut, darunter 12 Placebo-Studien; dort Kurzzeitgedächtnis besser (d = 0,53), Depression ohne Effekt; ohne Teilnehmende mit Mangel kein Effekt.30 Größte Einzelstudie mit 198 erschöpften Frauen: Depressionswerte nach 12 Wochen gleich.10
- Infusion und Denkleistung: 290 erschöpfte Frauen,31 79 Blutspender32 und 94 Herztransplantierte,33 jeweils gegen Placebo, ohne Vorteil in den Haupttests.
- Haare: Übersicht zu Eisenmangel und diffusem Haarausfall bei Frauen; randomisierte Behandlungsstudien fehlen.34
Eiseninfusion vor Operationen und bei Blutarmut: Was bringt sie?
Vor Operationen erspart eine Eiseninfusion Bluttransfusionen nach den Studien eher nicht, obwohl sie den Blutwert hebt. Die Idee klingt einleuchtend. Wer mit Blutarmut in eine große Operation geht, braucht häufiger fremdes Blut, und eine Infusion füllt die Speicher in einem Rutsch auf. Doch in der PREVENTT-Studie mit fast 500 Patienten vor großen Bauchoperationen brauchten mit und ohne Infusion ähnlich viele eine Transfusion oder starben.35 Eine Auswertung von acht Studien für die Zeit nach der Operation kam zum selben Ergebnis,36 ebenso eine Cochrane-Auswertung für die Zeit davor.37
Ganz einheitlich ist das Bild allerdings nicht. Für ein einzelnes Infusionspräparat und in einer neuen Studie aus der Herzchirurgie zeigten sich etwas weniger Transfusionen.3839 Bei Erwachsenen mit Blutarmut außerhalb von Operationen hebt die Infusion den Blutwert etwas stärker als Tabletten, eine Transfusion erspart sie aber nach der wichtigsten Auswertung ebenfalls eher nicht.78
Alles in diesem Abschnitt gilt nur für Infusionen, die das Behandlungsteam verordnet und die eigene Risiken mitbringen, etwa einen oft zu niedrigen Phosphatwert. Wann im Alltag Eisentabletten oder eine Eiseninfusion infrage kommen, ist deshalb eine ärztliche Abwägung. Über Tabletten sagen diese Studien nichts.
So wurde gemessen
- PREVENTT: 487 Erwachsene mit Blutarmut vor großer geplanter Bauchoperation, 1.000 mg Eisencarboxymaltose oder Placebo; Tod oder Transfusion bei 29 gegenüber 28 %.35
- Nach Operationen: 8 Studien mit 1.205 Patienten, Anteil mit Transfusion ohne gesicherten Unterschied.36 Vor Operationen: 4 Studien mit 200 Personen, RR 1,21.37
- Gegenbefunde: Netzwerk-Auswertung von 34 Studien, weniger Transfusionen nur mit Eisencarboxymaltose;38 955 Patienten vor einer Herzoperation, weniger Transfusionen mit Infusion.39
- Blutarmut allgemein: Infusion gegenüber Tabletten Hämoglobin +0,53 g/dL;7 gegen keine Eisengabe 8 Studien mit 1.315 Personen, Transfusion ohne gesicherten Unterschied.8
Unsere Einordnung
Eisen ist ein Mittel gegen Mangel, kein Mittel für mehr Energie. Bei Blutarmut durch Eisenmangel helfen Tabletten wahrscheinlich, bei Müdigkeit, Stimmung und Haaren ist der Nutzen offen oder gar nicht geprüft. Infusionen wirken bei manchen Erkrankungen, etwa Herzschwäche oder unruhigen Beinen, besser belegt als Tabletten, sind aber eine ärztliche Behandlung.
Brauchen Schwangere und Kinder zusätzliches Eisen?
Schwangere und Kinder sind die Gruppen, für die Eisen am gründlichsten erforscht ist, und gerade bei ihnen zeigt sich der Unterschied zwischen Mangel und Vorrat besonders deutlich. Ein großer Teil der Studien lief in Ländern, in denen viele Frauen und Kinder zu wenig Eisen bekommen. Deshalb gelten die Ergebnisse für gut versorgte Familien in Deutschland nur mit Einschränkungen.
Eisen in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft beugt tägliches Eisen wahrscheinlich einer Blutarmut vor, für das Kind ist der Nutzen weniger klar. Im aktuellen Cochrane-Review waren am Ende der Schwangerschaft mit Eisen 4 statt 7 Prozent der Frauen blutarm.40 Babys mit zu niedrigem Geburtsgewicht kamen wahrscheinlich etwas seltener zur Welt, doch eine chinesische Studie mit fast 19.000 Schwangeren fand keinen Unterschied, weshalb der Befund nicht höher eingestuft ist.4041 Dagegen verhindert Eisen Frühgeburten eher nicht.40
Zugleich hat das Eisen eine Kehrseite, die erst auf den zweiten Blick auffällt. Dass das Hämoglobin damit im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel öfter über den üblichen Bereich steigt, ist wahrscheinlich, auch wenn die Auswertung keine Anteile je Gruppe nennt.40 Welche Folgen solche hohen Werte haben, weiß bislang niemand genau. In Beobachtungsstudien gehen sie zwar mit mehr Komplikationen einher, doch dahinter kann auch ein zu kleines Blutvolumen stecken statt des Eisens.42 Seltener kam ein zu hoher Wert vor, wenn Eisen nur an einigen Tagen pro Woche genommen wurde.43
Bei Schwangeren mit nachgewiesener Eisenmangelanämie ist gut belegt, dass eine Infusion besser wirkt als Tabletten, denn nach einer Auswertung von 14 Vergleichsstudien brauchten danach gut ein Drittel weniger Frauen eine Bluttransfusion.44 Das ist allerdings eine Klinikbehandlung, über Eisen in der Schwangerschaft als Tablette sagt sie nichts. Ob und wie viel Eisen nötig ist, sollte deshalb nach den Blutwerten mit der betreuenden Praxis abgestimmt werden.
So wurde gemessen
- Blutarmut: Cochrane-Review mit 57 Studien; Anämie am Termin in 14 Studien mit 13.543 Frauen bei 4,0 gegenüber 7,4 % (RR 0,30), Vertrauenswürdigkeit gering.40
- Geburtsgewicht unter 2.500 g bei 5,2 gegenüber 6,1 % (12 Studien, 18.290 Kinder); Frühgeburt 7,6 gegenüber 8,2 %, ohne gesicherten Unterschied.40 China: 18.775 Schwangere, Eisen mit Folsäure gegen Folsäure allein, Geburtsgewicht gleich.41
- Hoher Blutfarbstoff über 130 g/L im zweiten und dritten Drittel RR 2,00;40 Gabe ein- bis dreimal pro Woche gegenüber täglich RR 0,53;43 Zusammenhang mit Komplikationen nur aus 148 Beobachtungsstudien.42
- Infusion: 29 Studien mit 11.771 Schwangeren mit Eisenmangelanämie, Bluttransfusion gegenüber Tabletten RR 0,63 (14 Studien).44 Ein kleinerer Cochrane-Review fand bei Transfusionen keinen Unterschied.45
Eisen für Säuglinge und Kinder
Säuglingen und Schulkindern hilft Eisen wahrscheinlich gegen Blutarmut, ihre Entwicklung fördert es nach den Studien eher nicht. Fast alle Untersuchungen liefen allerdings in Ländern, in denen viele Kinder zu wenig Eisen bekommen. Dort sank mit Eisentropfen oder Sirup die Zahl der blutarmen Kleinkinder um rund 40 Prozent,46 und bei Grundschulkindern halbierte sie sich.47
Klüger wurden die Kleinen dadurch aber nicht. Weder die große Auswertung noch zwei Studien mit zusammen über 5.000 Babys in Bangladesch und Malawi fanden einen Vorteil für die geistige Entwicklung, obwohl sich die Eisenwerte besserten.464849 Anders sieht es bei Schulkindern aus. Sie schnitten mit Eisen in Intelligenztests wahrscheinlich etwas besser ab, allerdings nur, wenn sie zu Beginn blutarm waren.50 Ohne Blutarmut fehlte der Vorteil.
Ernster ist ein Befund, der gegen Eisen auf Verdacht spricht. Bei Säuglingen und Kleinkindern bremste Eisen während der Einnahme wahrscheinlich das Wachstum, in der Länge wie beim Gewicht.46 Auffällig ist, wen es traf: In Studien aus Schweden, Honduras und Indonesien zeigte sich der Nachteil vor allem bei Kindern, deren Eisenwerte gut waren.5152 Die erreichte Endgröße unterschied sich zwar nicht, doch für gut versorgte Babys folgt daraus, dass Eisentropfen nur bei nachgewiesenem Mangel und nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis gegeben werden sollten.
Und in Malariagebieten? Dort war lange umstritten, ob Eisen Kinder anfälliger macht. Wo Vorbeugung und Behandlung gut organisiert sind, wurde kein Schaden gefunden, ohne diese Versorgung nahm die Malaria dagegen leicht zu.53 Für Kinder in Deutschland spielt das keine Rolle, für Reisen in solche Gebiete aber schon.
So wurde gemessen
- Kleinkinder von 4 bis 23 Monaten: Anämie in 17 Studien mit 4.825 Kindern RR 0,61; geistige Entwicklung in 6 Studien ohne gesicherten Unterschied; Längenzuwachs in 8 Studien mit 868 Kindern geringer (SMD −0,83), Endlänge gleich.46 Bangladesch mit 3.300 Säuglingen48 und Malawi mit 2.168 Säuglingen,49 jeweils ohne Vorteil für die Entwicklung.
- Wachstum bei guten Eisenwerten: 232 gestillte Säuglinge in Schweden und Honduras, geringerer Längenzuwachs mit Eisen, in Honduras nur bei gutem Hämoglobin;51 Säuglinge in Indonesien mit gutem Eisenstatus, geringere Gewichtszunahme.52
- Schulkinder: 32 Studien mit 7.089 Kindern, Anämie um die Hälfte seltener;47 Intelligenz in 10 Studien SMD 0,46, bei Anämie 0,79, ohne Anämie kein gesicherter Effekt.50
- Malaria: 16 Studien mit 7.843 Kindern, klinische Malaria RR 0,93; ohne Malariaversorgung RR 1,15.53

Welche Versprechen über Eisen halten nicht?
Mehrere verbreitete Annahmen gehen weiter, als die Studien tragen. Meist wird dabei verwechselt, was Eisen bei einem Mangel leistet und was es Menschen mit vollen Speichern bringt. Die bekanntesten stehen hier neben dem, was tatsächlich herauskam.
| Behauptung | Was die Studien zeigen | Unser Urteil |
|---|---|---|
| „Eisen macht munter.“ | Weniger Müdigkeit zeigte sich nur bei leeren Speichern und auch dort nicht in allen Studien.1011 | unklar |
| „Eisen stoppt Haarausfall.“ | Mit Eisen allein nie gegen Placebo geprüft.34 | nicht untersucht |
| „Eisen macht Babys klüger.“ | Die geistige Entwicklung von Kleinkindern profitierte nicht.46 | spricht dagegen |
| „Jeden zweiten Tag wirkt besser.“ | Pro Tablette nimmt der Darm mehr auf,2 beim Blutwert gleichen sich beide Wege.54 | spricht dagegen |
| „Polymaltose wirkt besser als Eisensulfat.“ | Das Hämoglobin stieg mit beiden gleich.55 | spricht dagegen |
| „Liposomales Eisen ist besser.“ | Fast nur bei Kindern geprüft, Ergebnisse widersprüchlich.56 | unklar |
Wer Eisen wegen einer dieser Hoffnungen dauerhaft und ohne Bluttest nimmt, riskiert eher Bauchbeschwerden als einen Gewinn. Bei Kleinkindern ohne Mangel kommt das gebremste Wachstum hinzu.
Ist Eisen sicher, und wann wird es gefährlich?
Eisentabletten sind bei Mangel und begrenzter Dauer meist unproblematisch, ohne Mangel und auf Dauer aber nicht. Bei Bauchbeschwerden, ihrer typischen Nebenwirkung, ist der Schaden belegt. In zwanzig Placebo-Studien mit gut dreitausend Erwachsenen traten sie mit dem verbreiteten Eisensulfat klar gehäuft auf, verglichen mit einem Scheinpräparat. Wie viele Menschen je Gruppe betroffen waren, nennt die Auswertung nicht.57 Besonders typisch ist dabei Verstopfung, bei der für Frauen ein Schaden wahrscheinlich ist.4 Gerade kleinere Mengen und Pausentage werden oft besser vertragen.43
Ob Eisentabletten insgesamt mehr Nebenwirkungen machen, ist dagegen ungeklärt. In zwölf Placebo-Studien mit 2.423 Schwangeren hatten 21,6 gegenüber 18,0 Prozent irgendeine Nebenwirkung, ein Unterschied, der auch Zufall sein kann.40 Viele Studien fragten allerdings gar nicht gezielt nach. Für Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere rät das Bundesinstitut für Risikobewertung zu einem Warnhinweis, Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache zu nehmen.77 Harmlos ist dagegen schwarzer Stuhl, der aus Eisen entsteht, das der Darm nicht aufgenommen hat, und der mit der Dosis zunimmt.58 Welche Nebenwirkungen von Eisentabletten im Einzelnen auftreten und was gegen sie hilft, hängt vor allem von Menge und Form ab.
Ob Tabletten bei Menschen ohne Mangel über die Jahre eine Eisenüberladung auslösen, ist ungeklärt, weil kontrollierte Studien fehlen. Ernst zu nehmen ist die Frage trotzdem, denn zu viel Eisen lagert sich in Organen wie Leber und Herz ab und schädigt sie.59 Fallberichte beschreiben eine Überladung durch Präparate. So entwickelte ein Mensch nach großen Mengen eisenhaltiger Vitaminpräparate eine vernarbte Leber und Diabetes.60 In einer amerikanischen Langzeitbeobachtung mit 614 älteren Menschen waren hohe Eisenspeicher bei mindestens 30 mg Eisen aus Präparaten am Tag verbreiteter als bei Gleichaltrigen ohne. Anteile je Gruppe nennt die Studie nicht.61
Besonders aufmerksam sollten deshalb Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Menschen mit der erblichen Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose sein. Für sie gilt erst recht, dass Eisen nur nach einem Bluttest mit nachgewiesenem Mangel in den Alltag gehört. Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA hält für Erwachsene 40 mg Eisen am Tag aus allen Quellen zusammen für sicher, eine echte Höchstmenge konnte sie nicht festlegen.59
Wie oft verschluckte Eisentabletten Kleinkinder schwer vergiften, ist ungeklärt, allerdings nur, weil sich Vergiftungen nicht in kontrollierten Studien prüfen lassen. Akut ist das Risiko in dieser Altersgruppe am größten. In den USA starben in den zehn Jahren vor 1997 insgesamt 29 Kinder an verschluckten Eisentabletten.62 Seit sie dort einzeln verpackt und mit Warnhinweis verkauft werden, war es in fünf Jahren noch eines, und der Anteil schwerer Verläufe sank weiter.6263 Das betrifft Kinder unter sechs Jahren. Deshalb gehören Eisenpräparate immer außer Reichweite von Kindern.
Notfall
Hat ein Kind Eisentabletten verschluckt, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, auch wenn es zunächst gesund wirkt. Bei Erbrechen, Bauchschmerzen, Benommenheit oder Atemnot gilt die 112, sonst der Giftnotruf. Die Packung kommt mit.
Weniger greifbar ist die Lage bei Darmkrebs und Herzkrankheiten. Ob Eisentabletten Darmkrebs fördern oder Herzinfarkte begünstigen, ist nicht untersucht, weil kontrollierte Studien dazu fehlen. Beobachtungsstudien verbinden zwar viel Eisen aus rotem Fleisch mit etwas mehr Darmkrebs,64 doch über Tabletten sagt das wenig. Für den Speicherwert Ferritin fanden große Beobachtungsstudien zudem keinen Zusammenhang mit Herzkrankheiten.65
Infusionen haben eigene Risiken, und beim Phosphatmangel nach dem häufig verwendeten Präparat Eisencarboxymaltose ist der Schaden belegt. Über 42 Studien gerechnet fiel der Phosphatwert bei 47 gegenüber 4 Prozent der Behandelten nach dem Präparat Eisenisomaltosid zu tief, oft über Monate.6667 Nach wiederholten Gaben sind sogar Knochenerweichung und Ermüdungsbrüche beschrieben.68 Auch bei Infektionen ist ein kleiner Schaden belegt, wobei die größte Auswertung keine Anteile je Gruppe nennt und die Sterblichkeit nicht stieg.69 Ob schwere Überempfindlichkeitsreaktionen gehäuft vorkommen, ist dagegen ungeklärt. Selten sind sie.70 Für Tabletten gilt nichts davon.
So wurde gemessen
- Bauchbeschwerden: 20 Placebo-Studien mit 3.168 Erwachsenen, Eisensulfat OR 2,32.57 Verstopfung bei Frauen in 8 Studien RR 2,07.4 Seltenere Gabe in der Schwangerschaft: Nebenwirkungen RR 0,56 gegenüber täglich.43 Alle Nebenwirkungen bei Schwangeren in 12 Studien: 21,6 gegenüber 18,0 %, nicht gesichert.40 Schwarzer Stuhl bei 8 % mit 25 mg Bisglycinat, 31 % mit 50 mg Sulfat.58
- Überladung: EFSA ohne tolerierbare Höchstmenge, sichere Zufuhr 40 mg täglich für Erwachsene;59 Fallbericht nach großen Mengen eisenhaltiger Vitaminpräparate;60 614 Menschen von 68 bis 93 Jahren, hohe Speicher bei mindestens 30 mg aus Präparaten (OR 4,32).61
- Kleinkinder: US-Giftnotrufdaten, Todesfälle 29 in zehn Jahren vor und 1 in fünf Jahren nach der Pflicht zu Einzelblistern;62 4.110 Fälle von 2000 bis 2017, schwere Verläufe von 7,2 auf 3,8 % gesunken.63
- Darmkrebs und Herz: 59 Beobachtungsstudien, Darmkrebs RR 1,08 je 1 mg Häm-Eisen täglich;64 17 Beobachtungsstudien mit 156.427 Personen, Ferritin ohne Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit.65
- Infusion: Phosphatmangel nach Eisencarboxymaltose RR 7,9 gegenüber Eisenisomaltosid (8 Studien, 5.989 Personen);66 47 gegenüber 4 %, bei bis zu 45 % nach 3 Monaten anhaltend;67 Knochenerweichung in 28 Fallberichten;68 Infektionen in 88 Studien RR 1,17;69 schwere Infusionsreaktionen RR 2,47, schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht häufiger.70
Magen-Darm-Beschwerden auslösenSchaden belegt20 Placebo-Studien, 3.168 Pers. (Tolkien 2015); 8 Studien, 2.641 Blutspender (Geneen 2026)
Ergebnisse: Magen-Darm-Nebenwirkungen mit Eisensulfat gegenüber Placebo OR 2,32 (95 % KI 1,74 bis 3,08; Tolkien 2015); Blutspender mit Eisen gegenüber ohne RR 1,69 (8 Studien, 2.641 Pers.; Geneen 2026); menstruierende Frauen RR 1,99 (95 % KI 1,26 bis 3,12; 5 Studien, 521 Frauen; Low 2016); kein Zusammenhang mit der Dosis über die Studien hinweg (Tolkien 2015), in Einzelstudien aber dosisabhängig: 87 vs. 7 % mit 100 mg einmal täglich vs. 2 × 6 mg (Schubert 2026); jeden zweiten Tag statt täglich: Nebenwirkungen in der Schwangerschaft seltener, RR 0,56 (95 % KI 0,37 bis 0,84; 11 Studien; Peña-Rosas 2015)
Dieser Schaden ist belegt: Bauchbeschwerden sind die typische Nebenwirkung von Eisentabletten. Mit dem verbreiteten Eisensulfat ist die Chance auf Magen-Darm-Beschwerden in 20 Placebo-Studien gut doppelt so hoch wie mit einem Scheinpräparat, und auch bei Blutspendern traten sie mit Eisen deutlich häufiger auf. Gemeint sind vor allem Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen und Sodbrennen, meist vorübergehend. Hohe Einzeldosen verursachen in Vergleichsstudien mehr Beschwerden als kleine, und die Einnahme jeden zweiten Tag schnitt in der Schwangerschaft verträglicher ab. 57, 6, 4, 43, 54, 72, 168
Was tun? Bei Bauchbeschwerden nicht einfach absetzen, sondern mit Arztpraxis oder Apotheke über eine niedrigere Dosis, die Einnahme jeden zweiten Tag oder ein anderes Eisenpräparat sprechen; Eisen nur bei nachgewiesenem Mangel und nicht dauerhaft auf Verdacht einnehmen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (nur Vergleiche mit Infusion, kaum mit Placebo), ältere Menschen über 80 (nur Dosisvergleiche ohne Placebo), direkte Vergleiche neuerer Eisenformen (liposomal, Bisglycinat) mit Placebo
- Das ehemalige US-amerikanische Institute of Medicine leitete aus Magen-Darm-Beschwerden durch Eisenpräparate (niedrigste schädliche Dosis 60 mg pro Tag bei Erwachsenen) eine tolerierbare Höchstzufuhr von 45 mg Eisen pro Tag ab 14 Jahren und von 40 mg für Kinder von 4 bis 13 Jahren ab. IOM (Food and Nutrition Board) 2001, zitiert nach BfR 2021
Phosphatmangel nach Eiseninfusion (Eisencarboxymaltose)Schaden belegt8 RCTs, 5.989 Pers. (Bellos 2020)
Ergebnisse: Phosphatmangel nach Eisencarboxymaltose RR 7,9 gegenüber Eisenisomaltosid und RR 9,4 gegenüber Eisensucrose (Bellos 2020, Netzwerk-Meta-Analyse); 47 % vs. 4 % nach Eisenisomaltosid, bei bis zu 45 % noch nach 3 Monaten (Schaefer 2021); in zwei RCTs 75,0 vs. 7,9 % und 73,7 vs. 8,1 % (Wolf 2020); 38,7 vs. 0,4 % gegenüber Ferumoxytol (Adkinson 2018)
Diese Zeile betrifft nur Eiseninfusionen, nicht Tabletten, und der Schaden ist belegt: Nach dem häufig verwendeten Präparat Eisencarboxymaltose sinkt der Phosphatwert im Blut viel häufiger zu stark als nach anderen Infusionspräparaten, in der maßgeblichen Auswertung von acht Studien mit fast 6.000 Behandelten etwa achtmal so oft. Betroffen ist rund die Hälfte der Behandelten, bei vielen hält der Mangel Wochen bis Monate an. Nach wiederholten Infusionen sind in Fallberichten Knochenerweichung und Ermüdungsbrüche beschrieben. 66, 67, 200, 201
Was tun? Bei wiederholten Eiseninfusionen nach dem Phosphatwert fragen und neue Knochen- oder Muskelschmerzen ärztlich abklären lassen; für Eisentabletten gilt das nicht.
Nicht untersucht bei: Eisentabletten (kein vergleichbarer Effekt beschrieben), Langzeitfolgen wiederholter Infusionen in kontrollierten Studien
- Eine Auswertung von 28 Fallberichten mit 30 Betroffenen beschreibt Knochenerweichung (Osteomalazie) nach meist wiederholten Eiseninfusionen, überwiegend mit Eisencarboxymaltose; 28 hatten Knochen- oder Muskelschmerzen, 20 Ermüdungsbrüche. Vilaca et al. 2022
Infektionen nach EiseninfusionSchaden belegt88 RCTs, 19.322 Pers. (Shah 2021); 24 RCTs, 4.400 Pers. (Litton 2013)
Ergebnisse: Infektionen RR 1,17 (95 % KI 1,04 bis 1,31; moderate Aussagekraft), in der korrigierten Fassung RR 1,16 (95 % KI 1,03 bis 1,29), gegenüber Tabletten oder keinem Eisen (Shah 2021); RR 1,33 (Litton 2013); kein Anstieg in Avni 2015 und in Auswertungen nur bei Krebs (Meyers 2024, 8 Studien; Mandal 2026, 4 Studien)
Diese Zeile betrifft nur Eiseninfusionen, und ein kleiner Schaden ist belegt: Zwei Meta-Analysen, die größte mit 88 Studien und über 19.000 Patientinnen und Patienten, fanden nach Infusionen häufiger Infektionen als mit Tabletten oder ohne Eisen, etwa um ein Sechstel. Die Sterblichkeit war nicht erhöht. Eine ältere Auswertung und zwei kleinere Auswertungen bei Krebs sahen keinen Anstieg; für Eisentabletten lässt sich daraus nichts ableiten. 69, 202, 70, 203, 204
Was tun? Bei einer aktiven Infektion die geplante Eiseninfusion mit der behandelnden Praxis besprechen; Fieber in den Tagen nach einer Infusion ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Eisentabletten, Menschen ohne Grunderkrankung, die ambulant eine Infusion bekommen
Verstopfung auslösenSchaden wahrscheinlich8 Studien, 1.036 Frauen (Low 2016)
Ergebnisse: harter Stuhl oder Verstopfung RR 2,07 (95 % KI 1,35 bis 3,17; hohe Qualität; Low 2016); in der Schwangerschaft mit 80 mg Eisen täglich häufiger Verstopfung und Abführmittel als mit 20 bis 60 mg (Milman 2024); tägliche Einnahme vs. mit Pausen OR 1,95 (95 % KI 1,21 bis 3,14; Banerjee 2024); bei einjährigen Kindern kein Anstieg (1 vs. 9 % unter Placebo; Reeves 1985)
Eisen macht wahrscheinlich Verstopfung: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung von acht Studien hatten Frauen unter Eisen etwa doppelt so häufig harten Stuhl oder Verstopfung wie unter einem Scheinpräparat. Die Beschwerde hängt von der Menge ab, in einer Studie mit Schwangeren trat sie erst bei 80 mg täglich gehäuft auf. Bei Kleinkindern mit Eisentropfen war Verstopfung in einer Placebo-Studie nicht häufiger. 4, 169, 58, 170
Was tun? Bei Verstopfung genug trinken und ballaststoffreich essen; hält sie an, eine niedrigere Dosis oder die Einnahme jeden zweiten Tag ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: Männer, ältere Menschen mit Neigung zu Verstopfung
Durchfall auslösenSchaden wahrscheinlich6 Studien, 604 Frauen (Low 2016)
Ergebnisse: weicher Stuhl oder Durchfall RR 2,13 (95 % KI 1,10 bis 4,11; hohe Qualität; Low 2016); tägliche Einnahme vs. mit Pausen OR 5,40 (95 % KI 1,90 bis 15,33; Banerjee 2024)
Neben Verstopfung löst Eisen wahrscheinlich auch das Gegenteil aus: Weicher Stuhl oder Durchfall war in der maßgeblichen Cochrane-Auswertung mit sechs Studien bei Frauen etwa doppelt so häufig wie unter einem Scheinpräparat. Bei Schwangeren trat Durchfall mit täglicher Einnahme häufiger auf als mit Einnahme in Abständen. Zu Kindern steht eine eigene Zeile weiter unten. 4, 169
Was tun? Bei anhaltendem Durchfall unter Eisen Dosis und Einnahmerhythmus ärztlich überprüfen lassen; Durchfall mit Blut oder Fieber immer abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Männer, ältere Menschen
Durchfall und Darmentzündung bei Kindern auslösenSchaden wahrscheinlichMeta-Analyse mit 5 Studien, 1.530 Kindern, Zink plus Eisen gegen Zink allein (Mayo-Wilson 2014); ältere Sammelauswertung (Gera 2002); 4 Placebo-RCTs mit 1.449 Kindern ohne Anstieg (Baldi 2024, Dewey 2002, Jaeggi 2015, Reeves 1985)
Ergebnisse: Durchfall nicht häufiger in 4 Placebo-Studien: 923 Säuglinge in Bangladesch (Baldi 2024), 232 Säuglinge in Schweden und Honduras, nur in der Teilgruppe mit normalem Hämoglobin häufiger (Dewey 2002), 115 Säuglinge in Kenia, Durchfallbehandlung 27,3 vs. 8,3 % (p = 0,092; Jaeggi 2015), 179 Einjährige (Reeves 1985); Sammelauswertungen: Durchfall leicht häufiger, IRR 1,11 (95 % KI 1,01 bis 1,23), +0,05 Episoden pro Kind und Jahr (Gera 2002); Zink plus Eisen gegen Zink allein RR 1,10 (95 % KI 1,03 bis 1,18; 5 Studien, 1.530 Kinder; Mayo-Wilson 2014)
Ein Schaden ist wahrscheinlich: Kinder, die zusätzlich Eisen bekommen, haben etwas häufiger Durchfall. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit fünf Studien und 1.530 Kindern trat Durchfall mit zusätzlichem Eisen um ein Zehntel häufiger auf als ohne (Zink plus Eisen gegen Zink allein); eine ältere Sammelauswertung kam auf denselben Wert, nach ihren Autoren ohne Bedeutung für die Gesundheit der Bevölkerung. Vier einzelne Placebo-Studien mit zusammen rund 1.450 Säuglingen und Kleinkindern fanden keinen Anstieg. Kleine Studien in Kenia zeigten zusätzlich Zeichen einer Darmentzündung; die Befunde stammen überwiegend aus Regionen mit vielen Darmerregern. 174, 51, 175, 170, 124, 176
Was tun? Kindern Eisen nur bei festgestelltem Mangel und in der ärztlich empfohlenen Dosis geben; bei anhaltendem Durchfall, Blut im Stuhl oder Zeichen von Austrocknung die Kinderarztpraxis aufsuchen.
Nicht untersucht bei: Kinder in Ländern mit hohem Einkommen (nur eine Studie mit Säuglingen in Schweden), Schulkinder und Jugendliche
Übelkeit und Erbrechen auslösenungeklärt8 Studien, 1.214 Frauen (Low 2016)
Ergebnisse: Übelkeit bei Frauen nicht häufiger, RR 1,19 (95 % KI 0,78 bis 1,82; Low 2016); Erbrechen bei Kindern von 4 bis 23 Monaten häufiger, RR 1,38 (95 % KI 1,10 bis 1,73; Pasricha 2013); Übelkeit bei täglicher statt unterbrochener Einnahme in der Schwangerschaft häufiger, OR 3,56 (95 % KI 2,23 bis 5,69; Banerjee 2024)
Ob Eisen übel macht, ist ungeklärt, die Befunde gehen auseinander. In der Cochrane-Auswertung mit menstruierenden Frauen war Übelkeit nicht häufiger als unter einem Scheinpräparat. Kleinkinder mit Eisen erbrachen dagegen etwas häufiger, und Schwangere hatten bei täglicher Einnahme deutlich öfter Übelkeit als bei Einnahme in Abständen. 4, 46, 169
Was tun? Bei Übelkeit kann die Einnahme zu einer Mahlzeit helfen, auch wenn dann etwas weniger Eisen aufgenommen wird; eine niedrigere Dosis oder Einnahme jeden zweiten Tag ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: Männer, ältere Menschen
Eisenüberladung verursachenungeklärtkeine kontrollierte Studie mit Überladung als Endpunkt; Fallberichte, eine Beobachtungsstudie, Behördenbewertungen
Ergebnisse: nicht kontrolliert untersucht; hohe Eisenspeicher bei Älteren mit mindestens 30 mg Eisen aus Präparaten täglich häufiger, OR 4,32 (95 % KI 1,63 bis 11,47; Beobachtung, Fleming 2002); Fallberichte über Überladung nach jahrelanger Einnahme ohne Mangel
Ob Eisentabletten bei Menschen ohne Mangel eine Eisenüberladung auslösen, ist ungeklärt: Eine kontrollierte Studie dazu gibt es nicht, es gibt aber Fallberichte. Dass zu viel Eisen Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse schädigt, ist aus der Erbkrankheit Hämochromatose bekannt. In einzelnen Fallberichten entwickelten Menschen nach jahrelanger Einnahme ohne ärztlichen Grund eine Überladung, und in einer Beobachtungsstudie hatten ältere Menschen mit täglich mindestens 30 mg Eisen aus Präparaten häufiger hohe Eisenspeicher. 61, 173
Was tun? Eisen nur nach einem Bluttest mit nachgewiesenem Mangel einnehmen und den Ferritinwert nach einigen Monaten kontrollieren lassen; bei bekannter Hämochromatose, auch in der Familie, Eisenpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Hämochromatose oder HFE-Anlage unter Eisenpräparaten (keine kontrollierten Studien), Einnahme über mehrere Jahre ohne Eisenmangel, Menschen mit Lebererkrankung oder häufigen Bluttransfusionen
- In einem Fallbericht entwickelte ein älterer Mensch nach langjähriger Einnahme von Eisensulfat ohne ärztlichen Grund eine Eisenüberladung, die mit Aderlässen behandelt wurde. Lands & Isang 2017
- In einem Fallbericht hatten Mutter und Tochter nach längerer Einnahme frei verkäuflicher Eisenpräparate eine Eisenüberladung mit Eisenablagerung in Leber, Milz und Knochenmark; nach Absetzen und etwa zwei Jahren Aderlass besserten sich die Werte. Sugimori et al. 2025
- In einem Fallbericht entwickelte ein Mensch, der große Mengen eisenhaltiger Vitaminpräparate nahm, das Bild einer Hämochromatose mit Leberzirrhose, Hautverfärbung und Diabetes. Hennigar et al. 1979
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung zählt gesunde Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Menschen mit erblicher oder erworbener Hämochromatose zu den Risikogruppen für hohe Eisenspeicher und empfiehlt einen Warnhinweis auf eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln, Eisen in diesen Gruppen nur nach festgestelltem Mangel und ärztlicher Rücksprache einzunehmen. BfR 2021
- Die EFSA hält fest, dass eine Eisenüberladung des Körpers Organe schädigt, konnte aber keine Dosis bestimmen, ab der das Risiko steigt, und deshalb keine tolerierbare Höchstmenge festlegen. EFSA 2024
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Vergiftung bei Kleinkindern durch verschluckte Tablettenungeklärtkontrollierte Studien aus ethischen Gründen nicht möglich; Giftnotruf-Daten und Fallserien
Ergebnisse: USA: Anfragen zu verschlucktem Eisen bei Kindern unter 6 Jahren sanken nach Einführung von Einzelblistern von 2,99 auf 1,91 pro 1.000 Giftnotruf-Anfragen, Todesfälle von 29 (10 Jahre) auf 1 (5 Jahre; Tenenbein 2005); 2000 bis 2017 4.110 Fälle, Anteil schwerer Verläufe 7,2 % (2000 bis 2003) vs. 3,8 % (2004 bis 2017; Leonard 2020); Australien: 54 Kinder, 31 % mit Beschwerden, kein schwerer Verlauf (Crofton 2021)
Die Stufe lautet „ungeklärt“, weil sich Vergiftungen nicht in kontrollierten Studien prüfen lassen; eine Entwarnung ist das nicht. Melde- und Giftnotrufdaten zeigen, dass verschluckte Eisentabletten bei kleinen Kindern im Haushalt schwere Vergiftungen auslösen können, in den USA starben daran vor 1997 in zehn Jahren 29 Kinder. Seit Eisentabletten dort einzeln verblistert und mit Warnhinweis verkauft werden, sind Todesfälle sehr selten geworden; neuere Fallserien beschreiben überwiegend leichte Verläufe. 62, 63
Was tun? Eisenpräparate immer außer Reichweite von Kindern aufbewahren. Hat ein Kind Eisentabletten verschluckt, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, auch wenn es zunächst gesund wirkt: Giftnotruf anrufen, bei Erbrechen, Bauchschmerzen, Benommenheit oder Atemproblemen die 112; die Packung mitnehmen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien sind aus ethischen Gründen nicht möglich, Daten aus Deutschland (Giftinformationszentren) nicht systematisch veröffentlicht
- Nach der US-Pflicht zu Einzelblistern (1997) sanken die Giftnotruf-Anfragen zu Eisen bei Kindern unter 6 Jahren deutlich, die Todesfälle von 29 in den zehn Jahren davor auf 1 in den fünf Jahren danach. Tenenbein 2005
- Auch nach Aufhebung der Blisterpflicht 2003 gingen schwere Eisenvergiftungen bei Kindern in den US-Giftnotrufdaten weiter zurück (7,2 % vs. 3,8 % schwere Verläufe). Leonard et al. 2020
- In einer Fallserie aus Australien hatten 17 von 54 Kindern nach versehentlicher Eiseneinnahme Beschwerden, meist im Magen-Darm-Trakt; schwere Vergiftungen traten nicht auf. Crofton et al. 2021
- In den USA tragen eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel in Tabletten- oder Kapselform den Pflicht-Warnhinweis, dass versehentliche Überdosierung eisenhaltiger Produkte eine der Hauptursachen tödlicher Vergiftungen bei Kindern unter 6 Jahren ist und die Produkte außer Reichweite von Kindern gehören. FDA, 21 CFR 101.17(e)
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht, pharmakovigilanz)
Darmflora ungünstig verändernungeklärtmehrere kleine Placebo-RCTs, größte mit 923 Säuglingen (Baldi 2024)
Ergebnisse: Kenia, Säuglinge: mehr Enterobakterien und krankmachende E.-coli-Stämme (p = 0,029), Verhältnis Enterobakterien zu Bifidobakterien erhöht (p = 0,020; Jaeggi 2015); weniger Bifidobakterien und Laktobazillen mit 5 mg Eisen (p < 0,01; Paganini 2017); Côte d'Ivoire, Schulkinder: mehr Enterobakterien (p < 0,005), weniger Laktobazillen (p < 0,0001; Zimmermann 2010); Bangladesch, Hauptauswertung ohne Veränderung (Baldi 2024); Südafrika, Schulkinder: keine Veränderung (Dostal 2014); Frauen in Australien: keine Veränderung nach 21 Tagen (Elms 2024)
Ob Eisen die Darmflora ungünstig verändert, ist ungeklärt. Ein großer Teil des geschluckten Eisens erreicht den Dickdarm, wo es manchen Bakterien nützt; in Studien mit Säuglingen und Kindern in Afrika nahmen darunter nützliche Bifidobakterien und Laktobazillen ab, während Enterobakterien wie E. coli zunahmen. Andere Studien fanden keine Veränderung, darunter die bislang größte mit über 900 Säuglingen in Bangladesch und eine Studie mit Frauen in Australien. Ob die Verschiebungen gesundheitliche Folgen haben, ist offen. 174, 175, 177, 178, 179, 180, 181
Was tun? Eisen nur bei nachgewiesenem Mangel und nicht höher dosiert als nötig einnehmen, weil sonst mehr unverbrauchtes Eisen in den Darm gelangt.
Nicht untersucht bei: Erwachsene in Europa über mehrere Monate, Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Säuglinge in Ländern mit hohem Einkommen
Wirkung bestimmter Antibiotika abschwächenungeklärtkontrollierte Crossover-Studien mit Gesunden, je 8 bis 22 Pers. (Lehto 1994, Polk 1989, Stass 2001, Potgieter 2007)
Ergebnisse: Aufnahme (AUC) mit Eisensulfat: Norfloxacin −73 %, Ciprofloxacin −57 %, Ofloxacin −25 % (Lehto 1994); Ciprofloxacin-AUC 5,4 statt 14,5 µg·h/mL (Polk 1989); Moxifloxacin −39 % (Stass 2001); Tetrazykline einschließlich Doxycyclin deutlich schlechter aufgenommen (Neuvonen 1970); Eisen(III)-Polymaltose ohne Einfluss auf Tetrazyklin (Potgieter 2007)
Kontrollierte Crossover-Messungen zeigen, dass Antibiotika aus den Gruppen der Tetrazykline und Chinolone zusammen mit Eisensalzen deutlich schlechter aufgenommen werden: bei Ciprofloxacin um mehr als die Hälfte, bei Norfloxacin um fast drei Viertel. Eisen bildet mit ihnen im Darm Komplexe, die kaum ins Blut gelangen. Die Stufe bleibt bei „ungeklärt“, weil die Studien sehr klein sind, nur Gesunde untersuchten und eine Eisenform ohne Einfluss blieb; ob Infektionen dadurch schlechter heilen, wurde nie geprüft. 76, 183, 184, 185, 186
Was tun? Während einer Behandlung mit Tetrazyklinen oder Chinolonen Eisen nur mit mehreren Stunden Abstand oder gar nicht einnehmen; den genauen Abstand mit Arztpraxis oder Apotheke klären.
Nicht untersucht bei: Behandlungserfolg bei echten Infektionen, Patientinnen und Patienten unter laufender Antibiotika-Behandlung, neuere Tetrazykline und Chinolone
Schwangerschaftsdiabetes fördernungeklärt17 Studien, 24.023 Schwangere (Cantor 2024, Studienzahl zu Schwangerschaftsdiabetes nicht im Abstract); 1 Placebo-RCT, 1.164 Schwangere (Chan 2009)
Ergebnisse: Schwangerschaftsdiabetes mit Eisen nicht häufiger (Cantor 2024); 60 mg Eisen ab der Frühschwangerschaft OR 1,04 (95 % KI 0,7 bis 1,53; Chan 2009); routinemäßig 100 mg vs. nur bei Anämie: Glukosestörungen 11,0 vs. 13,0 % (p = 0,12; Kinnunen 2016); Beobachtung: Schwangerschaftsdiabetes bei hohem Ferritin häufiger, OR 1,58 (Kataria 2018)
Ob Eisentabletten in der Schwangerschaft Schwangerschaftsdiabetes fördern, ist ungeklärt. Beobachtungsstudien zeigen bei Schwangeren mit Diabetes öfter hohe Ferritinwerte, das hat die Sorge geweckt. Die kontrollierten Studien fanden keinen Anstieg, für eine Entwarnung reichen sie aber nicht: Die große US-Auswertung nennt die Zahl der Studien zu diesem Punkt nicht, und es gibt nur eine Placebo-Studie mit gut 1.100 Schwangeren. 133, 195, 196, 197
Was tun? In der Schwangerschaft Eisen nach Blutwerten und in Absprache mit der Frauenarztpraxis oder Hebamme einnehmen; bei schon hohem Hämoglobin oder Ferritin zusätzliche Präparate nicht ohne Rücksprache fortsetzen.
Nicht untersucht bei: Schwangere mit Übergewicht oder anderen Diabetes-Risiken (keine eigenen Auswertungen), Schwangere mit hohen Eisenspeichern zu Beginn
Nebenwirkungen insgesamt häufiger als Placeboungeklärt12 Studien, 2.423 Schwangere (Finkelstein 2024) ohne Unterschied; das BfR rät zu Warnhinweis und ärztlicher Rücksprache (BfR 2021)
Ergebnisse: Schwangere: Nebenwirkungen 21,6 vs. 18,0 %, RR 1,29 (95 % KI 0,83 bis 2,02; sehr niedrige Aussagekraft; Finkelstein 2024); menstruierende Frauen: RR 2,14 (95 % KI 0,94 bis 4,86; 7 Studien, 901 Frauen; Low 2016); Eisen mit Pausen gegen Placebo nicht häufiger (3 Studien, 630 Pers.), täglich gegen mit Pausen häufiger (6 Studien, 1.166 Pers.; Fernández-Gaxiola 2019); Herzschwäche: RR 0,83 (Song 2022); speziell Magen-Darm-Beschwerden aber deutlich häufiger (OR 2,32; Tolkien 2015)
Ob Eisentabletten insgesamt mehr Nebenwirkungen machen, ist ungeklärt: Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt einen Warnhinweis vor, dass Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen, und die US-Höchstzufuhr ist aus Magen-Darm-Beschwerden abgeleitet. In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung mit zwölf Studien bei Schwangeren und in weiteren Auswertungen lagen Eisentabletten nicht sicher über einem Scheinpräparat. Viele Studien fragten Nebenwirkungen aber nicht gezielt ab; wo nach Magen-Darm-Beschwerden gefragt wurde, sind sie klar häufiger, und tägliche Einnahme verursachte mehr Beschwerden als Einnahme mit Pausen. Die ernsteren Risiken stehen in eigenen Zeilen: Eisenüberladung bei Menschen ohne Mangel und Vergiftungen von Kleinkindern. 40, 4, 78, 25, 57
Was tun? Eisen nur nach einem Bluttest mit nachgewiesenem Mangel einnehmen und mehrere eisenhaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht kombinieren; das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6 mg pro Tagesdosis vor, höhere Mengen gehören in ärztliche Behandlung.
Nicht untersucht bei: Männer und Frauen nach den Wechseljahren ohne Eisenmangel, Einnahme über mehrere Jahre, Menschen mit Leber- oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung
- Die EFSA konnte für Eisen keine tolerierbare Höchstmenge festlegen und hat stattdessen eine sichere Zufuhr (safe level) von 40 mg Eisen pro Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender abgeleitet, Nahrung und Präparate zusammen; für Kinder und Jugendliche je nach Alter 10 mg (1 bis 3 Jahre) bis 35 mg (15 bis 17 Jahre) und 5 mg zusätzliches Eisen für Säuglinge von 4 bis 11 Monaten. EFSA 2024
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt höchstens 6 mg Eisen pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels vor sowie einen Warnhinweis, dass Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Als Risikogruppen für hohe Eisenspeicher nennt es gesunde erwachsene Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Menschen mit erblicher oder erworbener Hämochromatose; sie sollen Eisen nur nach festgestelltem Mangel unter ärztlicher Kontrolle nehmen, und dasselbe empfiehlt es für Schwangere. Als Zufuhr-Referenzwerte (D-A-CH) nennt es 10 mg pro Tag für Männer über 18 und Frauen über 50 Jahre sowie 15 mg für Frauen von 18 bis 50 Jahren. BfR 2021
- In den USA gilt eine tolerierbare Höchstzufuhr von 45 mg Eisen pro Tag ab 14 Jahren sowie für Schwangere und Stillende und von 40 mg für Kinder von 4 bis 13 Jahren, abgeleitet aus Magen-Darm-Beschwerden. IOM (Food and Nutrition Board) 2001, zitiert nach BfR 2021
- Behördenwarnung (BfR 2021, IOM (Food and Nutrition Board) 2001, zitiert nach BfR 2021)
Schwere Infusionsreaktionen und Allergien nach Eiseninfusionungeklärt1 Meta-Analyse aus 103 RCTs (Avni 2015, Studienzahl zu schweren Infusionsreaktionen nicht im Abstract)
Ergebnisse: schwere Infusionsreaktionen RR 2,47 (95 % KI 1,43 bis 4,28) gegenüber Tabletten, keinem Eisen oder Placebo; schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht häufiger, RR 1,04 (95 % KI 0,93 bis 1,17; Avni 2015)
Auch diese Zeile betrifft nur Infusionen. Die einzige Meta-Analyse fand schwere Reaktionen während oder kurz nach der Eiseninfusion gut zweieinhalbmal so häufig wie in den Vergleichsgruppen, insgesamt aber selten; schwere Nebenwirkungen insgesamt waren nicht häufiger. Die Stufe lautet „ungeklärt“, weil es nur diese eine Auswertung gibt und sie nicht angibt, auf wie vielen Studien der Wert beruht. Unabhängig davon stuft die Europäische Arzneimittelagentur das Risiko lebensbedrohlicher Allergien als real, aber klein ein. 70
Was tun? Vor einer Eiseninfusion frühere allergische Reaktionen angeben und nach der Gabe mindestens 30 Minuten in der Praxis bleiben. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen nach dem Verlassen der Praxis ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Eisentabletten (kein vergleichbares Risiko beschrieben), Vergleich einzelner Infusionspräparate gegen Placebo
- Die Europäische Arzneimittelagentur stellte 2013 fest, dass alle Eiseninfusionen ein kleines Risiko lebensbedrohlicher allergischer Reaktionen haben; sie werden nur mit geschultem Personal und Notfallausrüstung gegeben, mit Beobachtung bis mindestens 30 Minuten nach jeder Gabe. EMA 2013
Infekte bei Kindern häufiger machenkein Schaden gefunden28 RCTs, 7.892 Kinder (Gera 2002)
Ergebnisse: Infekte insgesamt nicht häufiger, IRR 1,02 (95 % KI 0,96 bis 1,08; p = 0,54; Gera 2002); Infektzeichen bei 3.300 Säuglingen mit Eisensirup so häufig wie mit Placebo (Pasricha 2021); Fieber bei Kleinkindern häufiger, RR 1,16 (Pasricha 2013); Malaria in Gebieten mit Vorbeugung und Behandlung nicht häufiger, RR 0,93 (95 % KI 0,87 bis 1,00), ohne diese Versorgung RR 1,15 (95 % KI 1,02 bis 1,30; Itzkovich 2026)
Krankheitserreger brauchen selbst Eisen, deshalb wurde lange befürchtet, dass Eisengaben Kinder anfälliger für Infekte machen. Ein solcher Schaden wurde nicht gefunden: Über 28 Studien gerechnet erkrankten Kinder mit Eisen nicht häufiger an Infekten als ohne, auch nicht in einer großen Studie mit 3.300 Säuglingen in Bangladesch. Fieber trat bei Kleinkindern etwas häufiger auf, und Malaria nahm leicht zu, wo Vorbeugung und Behandlung fehlten; die Daten stammen fast nur aus ärmeren Ländern. 124, 48, 46, 53
Was tun? Kindern Eisen nur nach ärztlich festgestelltem Mangel geben; bei Reisen in Malariagebiete Vorbeugung und Eisengabe vorher ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: Kinder in Ländern mit hohem Einkommen (kaum Daten zu Infekten), Kinder ohne Eisenmangel in Europa
Wirkung von Schilddrüsenhormon (Levothyroxin) abschwächennicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; 1 unkontrollierte Studie, 14 Pers. (Campbell 1992)
Ergebnisse: nicht kontrolliert untersucht; TSH stieg nach 12 Wochen gleichzeitiger Einnahme von 1,6 auf 5,4 mU/L (p < 0,01), bei 9 von 14 mehr Zeichen einer Unterfunktion (Campbell 1992, ohne Vergleichsgruppe)
Kontrollierte Studien zu dieser Wechselwirkung fehlen, sie ist also nicht untersucht. Eisen bindet im Reagenzglas an Schilddrüsenhormon, und in einer kleinen Studie ohne Vergleichsgruppe stieg bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion der Steuerwert TSH deutlich, als sie Eisen und Hormon gleichzeitig nahmen; viele bekamen wieder Beschwerden. Eine systematische Übersicht hält die Wechselwirkung für plausibel und mit zeitlichem Abstand für vermeidbar. 75, 182
Was tun? Schilddrüsenhormon morgens nüchtern nehmen und Eisen frühestens vier Stunden später; nach Beginn einer Eisentherapie den TSH-Wert ärztlich kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien mit und ohne Eisen, flüssige oder neuere Levothyroxin-Darreichungen
Eisenaufnahme durch Säureblocker (PPI) vermindertnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; nur kurze Vorher-nachher-Vergleiche mit je 9 bis 14 Pers. und Beobachtungsstudien
Ergebnisse: nicht kontrolliert untersucht; Eisenaufnahme nach 4 bis 7 Tagen Säureblocker bei Hämochromatose vermindert (Moris 2021; Hutchinson 2007), bei Gesunden nicht (Moris 2021; Tempel 2013); Eisenmangel bei ≥ 2 Jahren PPI häufiger, OR 2,49 (95 % KI 2,35 bis 2,64; Lam 2017); nur 16 % mit normalem Hämoglobin-Anstieg unter Eisensulfat plus Omeprazol (Ajmera 2012, ohne Vergleichsgruppe)
Ob Säureblocker die Wirkung von Eisentabletten abschwächen, ist in kontrollierten Studien nicht untersucht. Für die Aufnahme von Eisen braucht der Körper Magensäure; in kurzen Messungen nahmen Menschen mit Hämochromatose unter einem Säureblocker weniger Eisen auf, Gesunde dagegen nicht weniger. In großen Beobachtungsstudien hatten Menschen mit jahrelanger Säureblocker-Einnahme häufiger Eisenmangel, und in einer Auswertung von Krankenakten sprachen viele schlecht auf Eisentabletten an. 187, 188, 189, 190, 191, 192
Was tun? Bei dauerhafter Einnahme von Säureblockern den Erfolg einer Eisentherapie nach einigen Wochen per Blutwert kontrollieren lassen; bleibt der Anstieg aus, ärztlich über Alternativen sprechen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien zum Ansprechen auf Eisentabletten unter Säureblockern, dauerhafte Säureblocker-Einnahme bei Menschen ohne Hämochromatose
Darmkrebs fördernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; nur Beobachtungsstudien, überwiegend zu Häm-Eisen aus Fleisch (Fonseca-Nunes 2014)
Ergebnisse: nicht kontrolliert untersucht; Darmkrebs je 1 mg mehr Häm-Eisen aus der Nahrung RR 1,08 (95 % KI 1,00 bis 1,17), Dickdarm RR 1,12 (95 % KI 1,03 bis 1,22; Fonseca-Nunes 2014); Übersicht über 34 Meta-Analysen: Häm-Eisen mit Darmkrebs verbunden, Evidenz meist niedrig (Huang 2023)
Ob Eisentabletten Darmkrebs fördern, ist nicht untersucht, kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Die Frage stützt sich fast nur auf Beobachtungsstudien zu Häm-Eisen aus rotem Fleisch: Dort ist ein höherer Verzehr mit einem leicht erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden, Ursache und Wirkung lassen sich so aber nicht trennen. 64, 198
Was tun? Eisen nicht ohne nachgewiesenen Mangel dauerhaft einnehmen; einen unerklärten Eisenmangel, vor allem bei Männern und nach den Wechseljahren, ärztlich abklären lassen, weil er auf eine Blutung im Darm hinweisen kann.
Nicht untersucht bei: Langzeit-Einnahme von Eisenpräparaten mit Krebs als Endpunkt, Menschen mit Darmpolypen oder familiärem Darmkrebs
Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herztod; Beobachtungsstudien (Das De 2015)
Ergebnisse: nicht kontrolliert untersucht; Beobachtung: Ferritin im oberen vs. unteren Drittel nicht mit koronarer Herzkrankheit verbunden, RR 1,03 (95 % KI 0,87 bis 1,23; 17 Studien, 156.427 Pers.; Das De 2015); bei Herzschwäche mit Eisenmangel in 5 kleinen Placebo-Studien Sterblichkeit RR 0,77, nicht signifikant (Song 2022)
Ob Eisentabletten Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen, ist in kontrollierten Studien nicht untersucht. Früher wurde vermutet, dass viel gespeichertes Eisen dem Herzen schadet, große Beobachtungsstudien mit über 150.000 Menschen fanden für den Speicherwert Ferritin aber keinen solchen Zusammenhang. Placebo-Studien gibt es nur bei Herzschwäche mit Eisenmangel; dort starben unter Eisen nicht mehr Menschen. 65, 25
Was tun? Bei Herzerkrankungen Eisen nur nach ärztlich festgestelltem Mangel einnehmen; bei Herzschwäche wird Eisen oft als Infusion gegeben, das bespricht die kardiologische Praxis.
Nicht untersucht bei: Menschen ohne Eisenmangel über mehrere Jahre, Menschen mit koronarer Herzkrankheit ohne Herzschwäche
Stuhl schwarz färbenharmlos2 kleine Placebo-RCTs, 179 und 20 Pers. (Reeves 1985, Pereira 2014); keine Meta-Analyse
Ergebnisse: dunkler Stuhl bei Einjährigen mit Eisentropfen häufiger als mit Placebo (p < 0,0001; Reeves 1985); bei Erwachsenen mit Eisensulfat eines der am klarsten unterscheidenden Symptome (p ≤ 0,03; Pereira 2014); dosisabhängig in Dosisvergleichen bei Schwangeren (8 % mit 25 mg Bisglycinat, 31 % mit 50 mg Sulfat; Milman 2024) und Älteren (Rimon 2005)
Schwarzer oder sehr dunkler Stuhl unter Eisen ist harmlos: Er entsteht durch Eisen, das nicht aufgenommen wurde und den Darm wieder verlässt. In zwei kleinen Placebo-Studien trat er mit Eisen deutlich häufiger auf, und in Dosisvergleichen umso öfter, je höher die Dosis war. Weil es keine Meta-Analyse und nur diese zwei kleinen Placebo-Studien gibt, bleibt die Zeile nach den Bewertungsregeln bei „ungeklärt“; ein Schaden ist der dunkle Stuhl selbst nicht. 170, 171, 58, 172
Was tun? Schwarzer Stuhl unter Eisen ist meist harmlos. Bei teerartigem, klebrigem Stuhl zusammen mit Schwindel, Blässe oder Bauchschmerzen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. Grund: Auch eine Blutung im Magen-Darm-Trakt färbt den Stuhl schwarz.
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit fand nur für schwarzen Stuhl eine Dosis-Wirkungs-Beziehung; bei 20 bis 25 mg Eisen zusätzlich zur Nahrung trat er nicht auf. Daraus leitete sie eine sichere Zufuhr von 40 mg Eisen pro Tag für Erwachsene ab; schwarzer Stuhl selbst gilt dort als nicht schädlich. EFSA 2024
Eisenaufnahme durch Calcium, Kaffee und Tee vermindertLaboreffekt, kein SchadenMeta-Analyse zu Calcium (Abioye 2021, Studienzahl nicht im Abstract); einzelne Isotopenstudien zu Kaffee und Tee
Ergebnisse: Calcium: Eisenaufnahme in Kurzzeitstudien −5,57 Prozentpunkte (95 % KI −7,09 bis −4,04), nach den Autoren ein kleiner Effekt, Hämoglobin nicht gesenkt (Abioye 2021); 300 bis 600 mg Calcium hemmten die Aufnahme aus einer Mahlzeit um 50 bis 60 % (Hallberg 1991); eine Tasse Kaffee zur Mahlzeit −39 %, Tee −64 %, Kaffee 1 h vor dem Essen ohne Effekt (Morck 1983); Kräutertee −56 % bei Müttern, −65 bis −72 % bei Kindern (Ndiaye 2020)
Ein Messeffekt, kein Schaden: Calcium aus Milch oder Tabletten sowie Kaffee und Tee senken in Aufnahmestudien die Menge Eisen, die der Körper aus einer Mahlzeit aufnimmt, mit einer Tasse Kaffee um gut ein Drittel, mit Tee um fast zwei Drittel. Ob das den Erfolg einer Eisenbehandlung schmälert, ist ungeklärt: In der Meta-Analyse zu Calcium war der Effekt klein, und der Hämoglobinwert sank nicht. Zu Kaffee und Tee gibt es nur einzelne kleine Messstudien. 74, 73, 3, 193, 194
Was tun? Eisentabletten mit Wasser oder Saft und mit etwa zwei Stunden Abstand zu Kaffee, Tee, Milchprodukten und Calciumpräparaten einnehmen.
Nicht untersucht bei: Schwangere (Calcium und Eisen gleichzeitig, kaum Langzeitstudien), Einfluss auf den Behandlungserfolg bei Eisenmangelanämie
Zähne verfärben (Eisensaft und -tropfen)harmlosnur Laborversuch an gezogenen Milchzähnen (Pani 2015)
Ergebnisse: nicht am Menschen untersucht; alle getesteten Eisensäfte verfärbten Milchzähne im Laborversuch nach 72 Stunden, je nach Eisenform unterschiedlich stark (Pani 2015)
Flüssiges Eisen kann dunkle Beläge auf den Zähnen hinterlassen, besonders bei Kindern. Am Menschen ist das nicht untersucht, es gibt nur Laborversuche an gezogenen Milchzähnen. Solche Verfärbungen liegen auf der Zahnoberfläche, gelten als harmlos und lassen sich in der Regel zahnärztlich entfernen. 199
Was tun? Eisensaft oder -tropfen möglichst weit hinten auf die Zunge geben oder mit Strohhalm trinken, danach den Mund ausspülen oder Zähne putzen.
Nicht untersucht bei: Kinder und Erwachsene in kontrollierten Studien

Eisen einnehmen: Wer, wie viel und in welcher Form?
Für die Einnahme gilt zuerst der Bluttest, dann die Tablette. Fast alle Studien mit positivem Ergebnis liefen mit Menschen, denen Eisen tatsächlich fehlte, und genau daran sollte sich auch die Entscheidung im Alltag orientieren. Wo Studien zu einer Praxisfrage fehlen, sagen wir das in den folgenden Abschnitten dazu.
Wer sollte Eisen nehmen?
Eisen brauchen Menschen mit nachgewiesenem Mangel, und vor der ersten Tablette steht die Frage nach der Ursache. Fachleute raten, bei jedem Eisenmangel nach dem Grund zu suchen und dabei auch an die Glutenunverträglichkeit Zöliakie zu denken.1 Bei Männern und Frauen nach den Wechseljahren mit Blutarmut gehört zusätzlich eine Spiegelung dazu, weil sich dahinter eine Blutung im Magen oder Darm verbergen kann.1 Tabletten füllen das Blut wieder auf. Die Ursache beseitigen sie nicht.
Wie viel Eisen und wie oft?
Eine feste Menge für alle gibt es nicht, denn sie richtet sich nach dem Befund und gehört in ärztliche Hand. In Studien mit Frauen, deren Speicher leer waren, lagen die Mengen meist bei 60 bis 100 mg Eisen pro Gabe.271 Ob täglich oder jeden zweiten Tag, machte beim Blutwert keinen Unterschied,54 doch mit Pausentagen gab es in einer Studie mit jungen Frauen weniger Bauchbeschwerden.71 Ohne ärztliche Begleitung nennt die EFSA 40 mg aus allen Quellen zusammen als sichere Tagesmenge,59 und für die Einnahme höherer Mengen braucht es deshalb einen Befund.

Welche Eisenform ist die beste?
Einen klaren Sieger unter den Formen gibt es nicht, am ehesten aber einen Vorsprung für Eisenbisglycinat. Bei Schwangeren hob es den Blutfarbstoff in neun Vergleichsstudien wahrscheinlich etwas stärker als klassische Eisensalze, und Magen-Darm-Beschwerden traten nur etwa ein Drittel so oft auf.72 Für andere Gruppen fehlen genug Studien. Dreiwertiges Eisen als Polymaltose brachte gegenüber Eisensulfat keinen Vorteil beim Blutwert.55 Ob liposomales Eisen besser wirkt, ist unklar, weil es fast nur bei Kindern geprüft wurde.56
Was stört die Aufnahme von Eisen?
Kaffee, Tee und Calcium bremsen die Aufnahme messbar, ob das eine Behandlung schwächt, ist aber ungeklärt. In Aufnahmestudien senkten sie die Menge Eisen, die aus einer Mahlzeit ins Blut gelangt, deutlich.373 Allerdings war der Effekt in einer Auswertung zu Calcium klein, rund fünfeinhalb Prozentpunkte weniger aufgenommenes Eisen, und der Blutfarbstoff sank nicht.74 Etwas Abstand zwischen Tablette und Frühstückskaffee schadet trotzdem nicht.
Wichtiger sind zwei Gruppen von Medikamenten. Schilddrüsenhormon wurde in einer kleinen Studie ohne Vergleichsgruppe deutlich schlechter wirksam, als es zusammen mit Eisen geschluckt wurde,75 und bestimmte Antibiotika gelangten in kleinen Versuchen mit Gesunden deutlich schlechter ins Blut.76 Ob die Behandlung dadurch schlechter anschlägt, ist ungeklärt, weil das nie geprüft wurde. Wer solche Mittel nimmt, sollte vor dem Kombinieren von Eisen mit Medikamenten den zeitlichen Abstand mit Praxis oder Apotheke klären. Denn wie viel Abstand genügt, wurde für die meisten Mittel nie sauber geprüft.

Unsere Einordnung
Eisen lohnt sich bei nachgewiesenem Mangel, vor allem gegen eine Blutarmut, und dann am besten nach einem Bluttest und mit Blick auf die Ursache. Ohne Mangel bringt es nach den Studien wenig und kann schaden: durch Überladung über die Jahre, durch gebremstes Wachstum bei Säuglingen und als Vergiftungsgefahr für Kleinkinder. Infusionen sind eine eigene, ärztliche Behandlung mit eigenen Risiken.
Häufige Fragen
Was enthält viel Eisen?
Viel Eisen liefern Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen. Wie viel davon im Körper ankommt, hängt aber von der ganzen Mahlzeit ab, denn Kaffee und Tee zum Essen bremsen die Aufnahme deutlich.3
Wofür braucht der Körper Eisen?
Vor allem für den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der Sauerstoff von der Lunge in alle Gewebe trägt. Was gerade nicht gebraucht wird, speichert der Körper im Eiweiß Ferritin, dessen Blutwert deshalb die Vorräte anzeigt.
Kann man Eisen ohne Bluttest einnehmen?
Davon ist abzuraten, außer in kleinen Mengen. Fast alle Vorteile zeigten sich nur bei nachgewiesenem Mangel, und ohne Mangel kann sich Eisen über die Jahre im Körper anreichern.61 Die EU-Lebensmittelbehörde hält für Erwachsene 40 mg am Tag aus allen Quellen für sicher.59
Bringt Eisen etwas für die Ausdauer im Sport?
Bei Frauen im gebärfähigen Alter verbessert Eisen die Ausdauer wahrscheinlich etwas, gemessen an der Sauerstoffaufnahme im Belastungstest.15 Bei Sportlern fand eine Auswertung von 13 Studien keinen gesicherten Leistungsgewinn.9 Sinnvoll ist ein Versuch deshalb vor allem bei nachgewiesenem Mangel.
Ist Eisen bei Hämochromatose erlaubt?
Bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit sammelt sich ohnehin zu viel Eisen im Körper, das Organe wie Leber und Herz schädigen kann.59 Eisenpräparate sind dann nur nach ärztlicher Rücksprache ratsam, das gilt auch, wenn die Krankheit in der Familie vorkommt.
Mehr zu Eisen







So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 204 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Pasricha et al. 2021, Lancet | Übersichtsarbeit zu Eisenmangel | Hepcidin steuert die Aufnahme; Ursachensuche bei allen, Zöliakie-Test erwägen, Spiegelung bei Männern und Frauen nach den Wechseljahren mit Blutarmut | Übersichtsarbeit |
| 2 | Stoffel et al. 2017, Lancet Haematol | 40 junge Frauen mit leeren Speichern, 60 mg Eisen täglich oder jeden zweiten Tag, Isotopenmessung | jeden zweiten Tag anteilig mehr aufgenommen (21,8 gegenüber 16,3 %), Hepcidin bei täglicher Gabe höher | Aufnahmestudie |
| 3 | Morck et al. 1983, Am J Clin Nutr | Isotopenstudien mit Gesunden | Kaffee zur Mahlzeit −39 %, Tee −64 % Eisenaufnahme | Aufnahmestudie |
| 4 | Low et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 67 Studien, 8.506 menstruierende Frauen, tägliches Eisen gegen Placebo oder nichts | Anämie RR 0,39; Hämoglobin +5,3 g/L; Verstopfung RR 2,07 | Cochrane-Review |
| 5 | Karregat et al. 2025 (FORTE), Lancet Haematol | 830 Blutspender mit niedrigem Ferritin, Eisenbisglycinat oder Placebo, 56 Tage | Eisenmangel am Ende 51 % (Placebo) gegenüber 1 % (60 mg täglich) | RCT (Placebo) |
| 6 | Geneen et al. 2026, Cochrane Database Syst Rev | 38 Studien, 7.475 Blutspender | Zurückstellung wegen niedrigem Hämoglobin RR 0,39; Magen-Darm-Beschwerden häufiger | Cochrane-Review |
| 7 | Clevenger et al. 2016, Eur J Heart Fail | 64 Studien, 9.004 Erwachsene mit Blutarmut, Tabletten und Infusionen | Tabletten: Transfusionen RR 0,66; Infusion gegen Tabletten Hämoglobin +0,53 g/dL | Cochrane-Meta-Analyse |
| 8 | Gurusamy et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | Erwachsene mit Blutarmut; Infusion 8 Studien, Tabletten 3 Studien gegen keine Eisengabe | Transfusionen mit Infusion ohne gesicherten Unterschied, mit Tabletten seltener bei sehr unsicheren Daten | Cochrane-Review |
| 9 | Šmid et al. 2024, Sports Med | 13 Placebo-Studien, 449 gesunde Sportler, Eisentabletten | Ferritin stieg vor allem bei sehr niedrigem Ausgangswert; Sauerstoffaufnahme nicht gesichert besser | Meta-Analyse |
| 10 | Vaucher et al. 2012, CMAJ | 198 erschöpfte Frauen mit niedrigem Ferritin ohne Blutarmut, 80 mg Eisen oder Placebo, 12 Wochen | Müdigkeit −47,7 gegenüber −28,8 %; Depression und Angst unverändert | RCT |
| 11 | Waldvogel et al. 2012, BMC Med | 154 Blutspenderinnen mit Eisenmangel ohne Blutarmut | Müdigkeit ohne gesicherten Unterschied | RCT (Gegenbefund) |
| 12 | Sultana et al. 2026, J Pak Med Assoc | 164 Frauen mit Müdigkeit und niedrigem Ferritin, 2 Monate | Müdigkeit gesunken, Grenzfall (p = 0,05) | RCT (Gegenbefund) |
| 13 | Dugan et al. 2022, J Cachexia Sarcopenia Muscle | 21 Studien, 3.514 Erwachsene mit Eisenmangel ohne Blutarmut, Infusion gegen Placebo | Müdigkeit gebessert, Lebensqualität nicht; Sauerstoffaufnahme leicht höher bei sehr unsicherer Evidenz | Cochrane-Meta-Analyse |
| 14 | Krayenbuehl et al. 2011, Blood | 90 Frauen mit Müdigkeit und Ferritin bis 50 ng/mL, Infusion oder Placebo | insgesamt nicht gesichert; bei Ferritin bis 15 ng/mL deutlich besser | RCT |
| 15 | Pasricha et al. 2014, J Nutr | 24 Studien mit Frauen im gebärfähigen Alter, tägliches Eisen | maximale Sauerstoffaufnahme etwas höher, Puls bei gleicher Belastung niedriger | Meta-Analyse |
| 16 | Houston et al. 2018, BMJ Open | 18 Studien, 1.170 Erwachsene mit Eisenmangel ohne Blutarmut | Leistungstests ohne Unterschied | Meta-Analyse |
| 17 | Dugan et al. 2025 (IRONWOMAN), Br J Sports Med | 26 sportlich aktive Frauen mit Eisenmangel, Infusion oder Placebo | Sauerstoffaufnahme unverändert | RCT (Gegenbefund) |
| 18 | Wang et al. 2009, Sleep Med | Menschen mit Restless Legs und niedrig-normalem Ferritin, Eisen oder Placebo, 12 Wochen | Beschwerden deutlich stärker gesunken | RCT |
| 19 | Davis et al. 2000, Eur Neurol | 28 Menschen mit Restless Legs, Eisensulfat oder Placebo | kein Unterschied | RCT (Gegenbefund) |
| 20 | Trotti & Becker 2019, Cochrane Database Syst Rev | 10 Studien, 428 Erwachsene mit Restless Legs, Tabletten und Infusionen | Beschwerden etwas geringer, kein Unterschied zwischen den Darreichungen | Cochrane-Review |
| 21 | Khan et al. 2025, Front Neurol | 7 Studien, 539 Erwachsene mit Restless Legs, Eisencarboxymaltose gegen Placebo | Beschwerden gebessert, mehr leichte Nebenwirkungen | Meta-Analyse |
| 22 | Qadri et al. 2024, Sleep Med | 7 Studien, 537 Personen, Eisencarboxymaltose | Beschwerden gebessert | Meta-Analyse |
| 23 | Winkelman et al. 2025, J Clin Sleep Med | Leitlinie der American Academy of Sleep Medicine | Infusion bei passenden Eisenwerten stark, Eisensulfat bedingt empfohlen | Leitlinie |
| 24 | Lewis et al. 2017 (IRONOUT-HF), JAMA | 225 Menschen mit Herzschwäche und Eisenmangel, hoch dosiertes Eisen oder Placebo, 16 Wochen | Belastbarkeit und Lebensqualität unverändert | RCT |
| 25 | Song et al. 2022, ESC Heart Fail | 5 Placebo-Studien, 590 Menschen mit Herzschwäche und Eisenmangel, Tabletten | Sterblichkeit ohne gesicherten Unterschied | Meta-Analyse |
| 26 | Liu et al. 2025, J Evid Based Med | 14 Studien, 7.786 Menschen mit Herzschwäche und Eisenmangel, Infusion | Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche oder Herztod seltener, Gesamtsterblichkeit nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 27 | Ponikowski et al. 2020 (AFFIRM-AHF), Lancet | 1.110 Menschen mit Eisenmangel nach akuter Herzschwäche, Infusion oder Placebo | Hauptziel knapp verfehlt | RCT |
| 28 | Mentz et al. 2023 (HEART-FID), N Engl J Med | 3.065 ambulante Menschen mit Herzschwäche und Eisenmangel, Infusion oder Placebo | kombiniertes Hauptziel nicht gesichert | RCT |
| 29 | Anker et al. 2025, Nat Med | 6 große Studien, 7.175 Menschen mit Herzschwäche, Infusion | wiederholte Klinikaufenthalte oder Herztod seltener, Sterblichkeit nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 30 | Fiani et al. 2025, Neurosci Biobehav Rev | 18 Studien, 1.408 Personen ohne Blutarmut | Gedächtnis in Placebo-Studien besser, Depression nicht; Effekte nur bei Mangel | Meta-Analyse |
| 31 | Favrat et al. 2014 (PREFER), PLoS One | 290 erschöpfte Frauen mit Eisenmangel, Infusion oder Placebo | Denktests insgesamt ohne Unterschied | RCT |
| 32 | Hod et al. 2022, Blood | 79 Blutspender mit Eisenmangel, Infusion oder Placebo | Denkleistung unverändert | RCT |
| 33 | Bürker et al. 2025, Clin Transplant | 94 Herztransplantierte mit Eisenmangel, Infusion oder Placebo | Reaktion und Gedächtnis unverändert | RCT |
| 34 | St Pierre et al. 2010, J Am Acad Dermatol | Übersicht zu Eisenmangel und diffusem Haarausfall bei Frauen | randomisierte Behandlungsstudien fehlen | Systematische Übersicht |
| 35 | Richards et al. 2020 (PREVENTT), Lancet | 487 Erwachsene mit Blutarmut vor großer Bauchoperation, Infusion oder Placebo | Tod oder Transfusion gleich häufig | RCT |
| 36 | Lim et al. 2025, Anaesthesia | 8 Studien, 1.205 Menschen mit Blutarmut nach Operationen, Infusion | Transfusionen ohne gesicherten Unterschied | Meta-Analyse |
| 37 | Ng et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev | 6 Studien, 372 Menschen mit Blutarmut vor Operationen | Transfusionen nicht seltener | Cochrane-Review |
| 38 | Xue et al. 2026, J Clin Anesth | 34 Studien, 4.688 Personen rund um Operationen, verschiedene Infusionspräparate | weniger Transfusionen nur mit Eisencarboxymaltose | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 39 | Myles et al. 2026 (ITACS), BMJ | 955 Menschen mit Blutarmut vor Herzoperation, Infusion oder Placebo | weniger Bluttransfusionen | RCT |
| 40 | Finkelstein et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 57 Studien, 48.971 Schwangere | Anämie am Termin seltener; niedriges Geburtsgewicht etwas seltener; Frühgeburt unverändert; Hämoglobin über 130 g/L häufiger | Cochrane-Review |
| 41 | Liu et al. 2013, JAMA Intern Med | 18.775 Schwangere in China, Eisen mit Folsäure gegen Folsäure | Geburtsgewicht und Frühgeburt unverändert | RCT |
| 42 | Young et al. 2023, BMC Pregnancy Childbirth | 148 Beobachtungsstudien | hohes Hämoglobin mit mehr Komplikationen verbunden | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 43 | Peña-Rosas et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 21 Studien, 5.490 Schwangere, Eisen mit Pausen gegen täglich | hohes Hämoglobin und Nebenwirkungen seltener | Cochrane-Review |
| 44 | Sales et al. 2026, JAMA Netw Open | 29 Studien, 11.771 Schwangere mit Eisenmangelanämie, Infusion gegen Tabletten | Bluttransfusionen seltener | Meta-Analyse |
| 45 | Nicholson et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 13 Studien, 3.939 Schwangere mit Eisenmangelanämie | Transfusionen ohne Unterschied | Cochrane-Review |
| 46 | Pasricha et al. 2013, Lancet Glob Health | 35 Studien, 42.306 Kinder von 4 bis 23 Monaten | Anämie seltener; Entwicklung unverändert; Wachstum während der Einnahme geringer | Meta-Analyse |
| 47 | Low et al. 2013, CMAJ | 32 Studien, 7.089 Grundschulkinder | Anämie halbiert | Meta-Analyse |
| 48 | Pasricha et al. 2021, N Engl J Med | 3.300 Säuglinge in Bangladesch, Eisensirup oder Placebo | Entwicklung und Wachstum unverändert | RCT |
| 49 | Phiri et al. 2026, JAMA | 2.168 Säuglinge in Malawi, Eisensirup plus Malariavorbeugung | Entwicklung unverändert | RCT |
| 50 | Gutema et al. 2023, PLoS One | 13 Studien mit Schulkindern | Intelligenz besser, nur bei Blutarmut | Meta-Analyse |
| 51 | Dewey et al. 2002, J Nutr | 232 gestillte Säuglinge in Schweden und Honduras, Eisen oder Placebo | geringerer Längenzuwachs mit Eisen bei guten Eisenwerten | RCT |
| 52 | Lind et al. 2008, Acta Paediatr | Säuglinge in Indonesien mit gutem Eisenstatus | geringere Gewichtszunahme mit Eisen | RCT |
| 53 | Itzkovich et al. 2026, Cochrane Database Syst Rev | 40 Studien, 33.785 Kinder in Malariagebieten | Malaria nicht häufiger, ohne Malariaversorgung leicht häufiger | Cochrane-Review |
| 54 | Dhanvijay et al. 2025, BMC Pharmacol Toxicol | 11 Studien, 1.014 Menschen mit Eisenmangelanämie, täglich gegen jeden zweiten Tag | Hämoglobin ohne gesicherten Unterschied | Meta-Analyse |
| 55 | Toblli & Brignoli 2007, Arzneimittelforschung | 6 Vergleichsstudien, Polymaltose gegen Eisensulfat | Hämoglobin gleich | Meta-Analyse |
| 56 | Alharran et al. 2026, Eur J Pediatr | 4 Studien, 454 Kinder mit Eisenmangelanämie, liposomal gegen herkömmlich | uneinheitlich je nach Zeitpunkt | Meta-Analyse |
| 57 | Tolkien et al. 2015, PLoS One | 43 Studien, darunter 20 mit Placebo | Magen-Darm-Beschwerden mit Eisensulfat gut doppelt so häufig | Meta-Analyse |
| 58 | Milman & Bergholt 2024, J Pregnancy | 482 Schwangere, verschiedene Eisenformen und Mengen | schwarzer Stuhl und Verstopfung mit höherer Dosis häufiger | RCT |
| 59 | EFSA 2024, EFSA J | Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde zu Eisen | keine Höchstmenge festlegbar; 40 mg täglich für Erwachsene als sicher | Behördengutachten |
| 60 | Hennigar et al. 1979, Am J Pathol | 1 Person mit hoher Einnahme eisenhaltiger Vitaminpräparate | Bild einer Eisenspeicherkrankheit mit Leberzirrhose und Diabetes | Fallbericht |
| 61 | Fleming et al. 2002, Am J Clin Nutr | 614 Menschen von 68 bis 93 Jahren | hohe Eisenspeicher bei Präparaten mit mindestens 30 mg häufiger | Beobachtungsstudie |
| 62 | Tenenbein 2005, Arch Pediatr Adolesc Med | US-Giftnotrufdaten, Kinder unter 6 Jahren, vor und nach der Blisterpflicht | Todesfälle 29 gegenüber 1 | Meldedaten |
| 63 | Leonard et al. 2020, Clin Pediatr (Phila) | 4.110 Eisenvergiftungen bei Kindern, 2000 bis 2017 | Anteil schwerer Verläufe gesunken | Meldedaten |
| 64 | Fonseca-Nunes et al. 2014, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev | 59 Beobachtungsstudien zu Eisen und Krebs | mehr Häm-Eisen mit etwas mehr Darmkrebs verbunden | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 65 | Das De et al. 2015, Atherosclerosis | 17 Beobachtungsstudien, 156.427 Personen | Ferritin ohne Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 66 | Bellos et al. 2020, Transfus Med Rev | 8 Studien, 5.989 Personen, verschiedene Infusionspräparate | Phosphatmangel nach Eisencarboxymaltose viel häufiger | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 67 | Schaefer et al. 2021, Br J Clin Pharmacol | 42 Studien mit Eisencarboxymaltose oder Eisenisomaltosid | Phosphatmangel bei rund der Hälfte, oft über Monate | Meta-Analyse |
| 68 | Vilaca et al. 2022, J Bone Miner Res | 28 Fallberichte mit 30 Betroffenen | Knochenerweichung und Ermüdungsbrüche nach wiederholten Infusionen | Übersicht von Fallberichten |
| 69 | Shah et al. 2021, JAMA Netw Open | 154 Studien, 32.920 Personen; Infektionen in 88 Studien | Infektionen nach Infusion etwas häufiger, Sterblichkeit unverändert | Meta-Analyse |
| 70 | Avni et al. 2015, Mayo Clin Proc | 103 Studien mit Eiseninfusionen | schwere Infusionsreaktionen häufiger, schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht | Meta-Analyse |
| 71 | von Siebenthal et al. 2023, EClinicalMedicine | 150 junge Frauen mit Ferritin bis 30 µg/L, 100 mg täglich oder jeden zweiten Tag | Ferritin gleich, Magen-Darm-Beschwerden täglich häufiger | RCT |
| 72 | Fischer et al. 2023, Nutr Rev | 17 Studien, Bisglycinat gegen andere Eisenpräparate | Schwangere: Hämoglobin höher, Magen-Darm-Beschwerden seltener | Meta-Analyse |
| 73 | Hallberg et al. 1991, Am J Clin Nutr | Isotopenstudien mit 126 Personen, 40 bis 600 mg Calcium | Aufnahme bei 300 bis 600 mg Calcium um 50 bis 60 % geringer | Aufnahmestudie |
| 74 | Abioye et al. 2021, J Nutr | Studien zu Calcium und Eisenstatus | Aufnahme etwas geringer, Hämoglobin nicht gesenkt | Meta-Analyse |
| 75 | Campbell et al. 1992, Ann Intern Med | 14 Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, Eisen zusammen mit Levothyroxin, ohne Vergleichsgruppe | Steuerwert TSH deutlich gestiegen | Unkontrollierte Studie |
| 76 | Lehto et al. 1994, Br J Clin Pharmacol | 3 Crossover-Studien mit je 8 Gesunden, Antibiotikum mit oder ohne Eisen | Aufnahme von Chinolonen um 25 bis 73 % geringer | Crossover-Studie |
| 77 | BfR 2021, Bundesinstitut für Risikobewertung | Höchstmengenvorschlag für Eisen in Nahrungsergänzungsmitteln | höchstens 6 mg pro Tagesdosis; Warnhinweis, dass Männer, Frauen nach den Wechseljahren und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen; Risikogruppen für hohe Eisenspeicher: gesunde Männer, Frauen nach den Wechseljahren, Menschen mit Hämochromatose | Behördengutachten |
| 78 | Fernández-Gaxiola & De-Regil 2019, Cochrane Database Syst Rev | 25 Studien, 10.996 menstruierende Frauen, Eisen ein- bis zweimal pro Woche (allein oder mit weiteren Vitaminen/Mineralstoffen) | gegenüber keiner Einnahme: Anämie RR 0,65 (0,49 bis 0,87; 11 Studien, 3.135 Frauen), Hämoglobin +5,19 g/L (15 Studien, 2.886 Frauen, moderate Qualität) | Cochrane-Review (Begleitbefund, Mikronährstoffe gemischt) |
| 79 | McCarthy et al. 2026, Sports Med | Interventionsstudien mit sportlich aktiven Frauen im gebärfähigen Alter | Eisensulfat: Hämoglobin +0,42 g/dL (95 % KI 0,10 bis 0,74) | Meta-Analyse |
| 80 | Pieracci et al. 2009, Surg Infect (Larchmt) | 200 Intensivpatienten, Eisensulfat über die Magensonde gegen Placebo | weniger Bluttransfusionen nur bei Patienten mit eisendefizitärer Blutbildung | RCT (Placebo) |
| 81 | Adams et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev | Netzwerk-Meta-Analyse, Krebspatienten mit Anämie, 69 Studien, 18.684 Pers. | Bluttransfusion mit Tabletten allein RR 0,92 (0,54 bis 1,57), nicht signifikant | Cochrane-Netzwerk-Meta-Analyse (Gegenbefund, Krebspatienten) |
| 82 | Burden et al. 2015, Br J Sports Med | 17 Studien, Ausdauersportler mit Eisenmangel ohne Anämie; Darreichung im Abstract nicht getrennt | Ferritin Hedges' g = 1,09 (0,91 bis 1,26); Hämoglobin g = 0,70 | Meta-Analyse |
| 83 | Yokoi & Konomi 2017, Br J Nutr | 6 RCTs bei Eisenmangel ohne Anämie | Müdigkeit gebessert, Effektgröße 0,33 (0,17 bis 0,48) | Meta-Analyse |
| 84 | Verdon et al. 2003, BMJ | 144 Frauen von 18 bis 55 Jahren mit ungeklärter Müdigkeit ohne Anämie; 80 mg Eisen als Eisensulfat täglich oder Placebo, 4 Wochen | Müdigkeit −29 % gegenüber −13 % (Differenz 0,95 Punkte; p = 0,004); Besserung nur bei Ferritin ≤ 50 µg/L | RCT |
| 85 | Miles et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev | 11 Studien, 1.074 Erwachsene mit Eisenmangel ohne Anämie, Infusion gegen Placebo | Müdigkeit (Piper-Skala) MD 0,73 (0,29 bis 1,18; 3 Studien), sehr niedrige Evidenzqualität; Hämoglobin +3,04 g/L (8 Studien, 548 Pers.) | Cochrane-Review |
| 86 | Pengelly et al. 2025, J Sport Health Sci | 23 Studien, 669 leistungsorientierte Sportlerinnen mit Eisenmangel (Ferritin < 40 µg/L), ohne Meta-Analyse | Ausdauerleistung nach Eisengabe um 2 bis 20 % verbessert; Gruppen meist ≤ 20 Personen | Systematischer Review |
| 87 | Avni et al. 2019, Eur J Intern Med | 10 RCTs, Eisen (Tabletten oder Infusion) gegen kein Eisen; Eisencarboxymaltose 4 Studien | alle: IRLS −3,55 (−5,41 bis −1,68); Eisencarboxymaltose −2,79 (−4,62 bis −0,96); mehr leichte Nebenwirkungen (RR 2,04) | Meta-Analyse |
| 88 | Ahmed et al. 2026, ESC Heart Fail | 11 RCTs, 6.493 Patienten, Eisencarboxymaltose | Klinikaufenthalte plus Herztod nach 1 Jahr RR 0,73 (0,62 bis 0,85); Gesamtsterblichkeit RR 0,86 (0,74 bis 1,00), Grenzfall; Gehtest +29,19 m | Meta-Analyse |
| 89 | Mohamed et al. 2026, Cardiovasc Toxicol | 9 RCTs, 6.405 Patienten, Eisencarboxymaltose | Klinikaufenthalte plus Herztod RR 0,86 (0,77 bis 0,97); Klinikaufenthalte allein RR 0,84 (0,69 bis 1,02), Herztod und Gesamtsterblichkeit nicht signifikant; Lebensqualitätsfragebogen unverändert | Meta-Analyse (Teil-Gegenbefund) |
| 90 | Ponikowski et al. 2023, Eur Heart J | 3 Placebo-RCTs mit Eisencarboxymaltose, 4.501 Patienten, Einzeldaten | Herz-Kreislauf-Klinikaufenthalte plus Herztod Rate Ratio 0,86 (0,75 bis 0,98; p = 0,029); kein Effekt auf das Überleben | Meta-Analyse mit Einzeldaten |
| 91 | Kalra et al. 2022 (IRONMAN), Lancet | 1.137 Patienten mit reduzierter Pumpfunktion und Eisenmangel, Eisenderisomaltose oder übliche Behandlung (offen, ohne Placebo) | Klinikaufenthalte wegen Herzschwäche plus Herztod RR 0,82 (0,66 bis 1,02; p = 0,070); in der COVID-bereinigten Auswertung RR 0,76 (0,58 bis 1,00) | RCT ohne Placebo (große Einzelstudie) |
| 92 | Rushton 2002, Clin Exp Dermatol | Übersichtsarbeit zu Ernährung und Haarausfall | Doppelblind-Daten nur für die Kombination aus L-Lysin und Eisen bei vermehrtem Haarausfall (Kombination, zählt nicht für Eisen allein) | Übersichtsarbeit |
| 93 | Olsen 2006, J Am Acad Dermatol | Kommentar | Titel: Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Haarausfall ungeklärt | Kommentar |
| 94 | Kamath et al. 2024, Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol | 7 Studien, 594 Pers. mit Eisenmangelanämie | kein signifikanter Unterschied bei Hämoglobin und Eisenwerten; Übelkeit, Metallgeschmack und Stuhlveränderungen seltener bei Einnahme jeden zweiten Tag | Systematischer Review |
| 95 | Stoffel et al. 2020, Haematologica | 19 Frauen mit Eisenmangelanämie, 100 oder 200 mg Eisensulfat, Überkreuz-Isotopenstudie | Hepcidin am Folgetag erhöht, Aufnahme an Folgetagen geringer; auch bei Anämie spricht das für die Gabe jeden zweiten Tag | Aufnahmestudie |
| 96 | Pasupathy et al. 2023, Sci Rep | 200 Erwachsene mit Eisenmangelanämie, 120 mg jeden zweiten Tag oder 60 mg täglich (Eisensulfat), 8 Wochen, doppelblind | Hämoglobin +1,05 gegenüber +1,36 g/dL (p = 0,47); keine Unterschiede bei den Nebenzielen | RCT (größte Schemavergleich-Studie) |
| 97 | John et al. 2026, Clin Nutr | junge Frauen mit Ferritin < 20 µg/L in Indien, 60 mg täglich oder 120 mg jeden zweiten Tag, 14 Tage | tägliche Einnahme hob Blutbildwerte (MCV, MCH) stärker; Nebenwirkungen gleich | RCT (Gegenbefund) |
| 98 | Rogozińska et al. 2021 (FRIDA), Lancet Haematol | 53 Studien, 9.145 Schwangere mit Eisenmangelanämie, Netzwerk-Vergleich der Eisenpräparate | gegenüber Eisensulfat nur Infusionen (Eisensucrose, Eisencarboxymaltose) belegt besser; für die anderen Präparate reichte die Evidenz nicht | Netzwerk-Meta-Analyse (Begleitbefund, Bisglycinat nicht eigens ausgewertet) |
| 99 | Rangaraj et al. 2025, Cureus | 98 Kinder mit Eisenmangelanämie, herkömmliches Eisen (3 mg/kg) gegen liposomales Eisen (1 mg/kg), 1 Monat | Hämoglobin mit herkömmlichem Eisen stärker gestiegen | RCT (Vergleich, Gegenbefund) |
| 100 | Bahbah et al. 2025, Clin Exp Pediatr | 192 Kinder von 2 bis 12 Jahren mit Eisenmangelanämie, liposomales Eisen gegen Polymaltose-Eisen | Hämoglobin mit liposomalem Eisen stärker gestiegen | RCT (Vergleich) |
| 101 | Falkingham et al. 2010, Nutr J | 14 RCTs mit Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Frauen; Teilgruppe Kinder 2 Studien, 132 Pers. | Aufmerksamkeit und Konzentration SMD 0,59 (0,29 bis 0,90); Studien klein, kurz und methodisch schwach, Hinweis auf Publikationsverzerrung | Meta-Analyse |
| 102 | Chen et al. 2022, Nutrients | 9 Studien, 1.196 Kinder und Jugendliche von 5 bis 19 Jahren in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen; Aufmerksamkeit 2 Studien, 178 Pers. | kein signifikanter Effekt auf die Aufmerksamkeit | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 103 | Gutema et al. 2024, Am J Clin Nutr | 504 Schulkinder in Äthiopien, Eisen mit Unterbrechungen gegen Placebo (2×2-Design mit Vitamin A) | keine Verbesserung bei Intelligenz (Raven-Test) und anderen Denktests; Eisenmangel war selten | RCT (Gegenbefund) |
| 104 | Baumgartner et al. 2012, Am J Clin Nutr | 321 Kinder von 6 bis 11 Jahren mit Eisenmangel in Südafrika, 50 mg Eisen 4×/Woche über 8,5 Monate, 2×2-Design mit Omega-3 | mehr erinnerte Wörter im verbalen Lerntest; bei Anämie stärkerer Effekt | RCT |
| 105 | Samson et al. 2022, Nutrients | 50 Studien bei Jugendlichen, davon 24 mit eisenhaltigen Maßnahmen; keine Meta-Analyse | möglicher Vorteil für Schulleistung, Aufmerksamkeit und Konzentration; fast alle Studien mit mittlerem oder hohem Verzerrungsrisiko | Systematischer Review (Jugendliche) |
| 106 | Bruner et al. 1996, Lancet | 81 Mädchen an vier Highschools mit Eisenmangel ohne Anämie, Eisensulfat oder Placebo über 8 Wochen | besseres verbales Lernen und Gedächtnis (p < 0,02); Ferritin 27,3 vs. 12,1 µg/L | RCT (maßgeblich) |
| 107 | Murray-Kolb & Beard 2007, Am J Clin Nutr | 149 Frauen von 18 bis 35 Jahren mit unterschiedlichem Eisenstatus, Eisen oder Placebo über 16 Wochen (113 ausgewertet) | Ferritin-Anstieg mit deutlich stärkerer Verbesserung der Testleistung verbunden; kein direkter Gruppenvergleich im Abstract | RCT |
| 108 | Leonard et al. 2014, Nutrients | 24 junge Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie, 60 mg, 80 mg Eisen oder Placebo über 16 Wochen; Pilotstudie | Impulsivität und Aufmerksamkeit besserten sich stärker bei Frauen, deren Ferritin stieg; kein direkter Gruppenvergleich im Abstract | RCT (Pilot) |
| 109 | Beard et al. 2005, J Nutr | Mütter in Südafrika von 10 Wochen bis 9 Monate nach der Geburt; anämische Mütter mit Eisen (plus Folsäure, Vitamin C) oder Placebo (Folsäure, Vitamin C), nicht anämische Vergleichsgruppe | Depression und Stress um 25 % besser (p < 0,05); unter Placebo keine Besserung | RCT (positiv) |
| 110 | Nguyen et al. 2017, BMC Womens Health | Frauen in Vietnam vor der Schwangerschaft, wöchentlich Eisen plus Folsäure gegen Folsäure allein (drei Gruppen, 1.465 Frauen) | Depressionswerte (EPDS) in der Schwangerschaft und 3 Monate nach der Geburt ohne Unterschied | RCT (Gegenbefund, größte Studie) |
| 111 | Tsai et al. 2023, Am J Clin Nutr | 36 RCTs zu Ernährungsmaßnahmen bei Depression und Angst rund um die Geburt, 28 metaanalysiert | Eisen, Zink und Magnesium zusammen SMD −0,42 (−1,05 bis 0,21), nicht besser als Placebo; keine eigene Eisen-Auswertung | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit, mehrere Stoffe) |
| 112 | Sheikh et al. 2017, Eur J Nutr | 70 Mütter mit Wochenbettdepression ohne Anämie, 50 mg Eisen oder Placebo über 6 Wochen | berichtete Besserung; Artikel 2022 zurückgezogen, zählt nicht | RCT (zurückgezogen) |
| 113 | Elliott et al. 2024, J Neuropsychiatry Clin Neurosci | 9 Studien zu Entwicklungsstörungen; Meta-Analyse aus 3 RCTs, 124 Kinder mit ADHS | Hyperaktivität: Verbesserung in Eisen- und Placebogruppe, Unterschied nicht signifikant; Unaufmerksamkeit (2 Studien) ebenfalls nicht signifikant; Evidenz sehr niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 114 | Pongpitakdamrong et al. 2022, J Dev Behav Pediatr | 52 Kinder und Jugendliche mit ADHS und Eisenmangel, Eisen oder Placebo zusätzlich zu Methylphenidat, 12 Wochen | Elternbewertung −3,96 vs. 0 Punkte (p = 0,037); Lehrerbewertung ohne Unterschied | RCT |
| 115 | Tohidi et al. 2021, Clin Psychopharmacol Neurosci | 50 Kinder mit ADHS unter Methylphenidat, Ferritin < 30 ng/mL ohne Anämie, Eisen oder Placebo über 12 Wochen | insgesamt kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen; einzelne Teilskalen zeitweise besser | RCT (Gegenbefund) |
| 116 | Konofal et al. 2008, Pediatr Neurol | 23 Kinder von 5 bis 8 Jahren mit ADHS, Ferritin < 30 ng/mL, 80 mg Eisen (18) oder Placebo (5), 12 Wochen | ADHS-Skala −11,0 Punkte unter Eisen, unter Placebo nicht; direkter Gruppenvergleich nicht berichtet | RCT (klein) |
| 117 | Rohilla et al. 2025, Anemia | 13 Beobachtungsstudien zu Eisenmangel-Anämie und chronischem Kopfschmerz | chronischer Kopfschmerz bei 38 % der Menschen mit Eisenmangel-Anämie; Risiko RR 1,76 (1,22 bis 2,52) | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 118 | Macher et al. 2020, Nutrients | 176 Blutspender mit Ferritin ≤ 30 ng/mL, Eiseninfusion oder Eisentabletten, keine Placebogruppe | Kopfschmerzen nach 8 bis 12 Wochen seltener (p < 0,05), kein Unterschied zwischen Infusion und Tabletten | Vorher-Nachher-Vergleich ohne Placebo |
| 119 | Zehetner et al. 2010, Cochrane Database Syst Rev | 2 kontrollierte Studien (randomisiert und quasi-randomisiert), 87 Kinder mit wiederholten Atemanhalteanfällen | Anfallshäufigkeit OR 76,48 (15,65 bis 373,72); vollständige Remission OR 53,43; Nutzen vor allem bei Anämie | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 120 | Daoud et al. 1997, J Pediatr | 67 Kinder mit Atemanhalteanfällen, Eisen (33) oder Placebo (34), 16 Wochen | Häufigkeit der Anfälle um 88 % gesenkt gegenüber 6 % unter Placebo | RCT |
| 121 | Mocan et al. 1999, Arch Dis Child | 91 Kinder von 6 bis 40 Monaten; 63 mit Eisenmangel-Anämie bekamen Eisen, die übrigen keine Behandlung, nicht randomisiert | zyanotische Anfälle nach 3 Monaten bei 84,1 % vs. 21,4 % behoben | Beobachtungsstudie |
| 122 | Sharawat et al. 2022, J Neurosci Rural Pract | 53 Kinder mit Eisen (20 mg zweimal pro Woche, 1 Jahr) gegen 53 historische Vergleichskinder | Rückfallrate nicht signifikant gesenkt (p = 0,35); absolute Risikominderung 6,5 % | Studie mit historischer Kontrolle |
| 123 | Ganesan & Vasauskas 2023, Cureus | 20 Artikel (Fallberichte und Fallserien) zu Pica bei Eisenmangel-Anämie bei Erwachsenen | Behandlung des Eisenmangels führte in allen 20 Artikeln zum Verschwinden der Symptome | Scoping-Review von Fallberichten |
| 124 | Gera & Sachdev 2002, BMJ | 28 RCTs, 7.892 Kinder; Atemwegsinfekte 17 Studien (Volltext); Tropfen, Tabletten, Spritze oder angereicherte Nahrung | Atemwegsinfekte IRR 0,98 (0,90 bis 1,06), nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 125 | de Silva et al. 2003, Am J Clin Nutr | 363 Kinder von 5 bis 10 Jahren in Sri Lanka, 60 mg Eisen oder Placebo über 8 Wochen | weniger Episoden von Atemwegsinfekten und weniger Krankheitstage | RCT (positiv) |
| 126 | Malan et al. 2015, Am J Clin Nutr | 321 Kinder von 6 bis 11 Jahren mit Eisenmangel in Südafrika, 2×2-Design mit Omega-3 | Eisen allein erhöhte die Krankheitstage durch Atemwegsbeschwerden | RCT (Gegenbefund) |
| 127 | Richard et al. 2006, Am J Trop Med Hyg | 855 Kinder von 6 Monaten bis 15 Jahren in Peru, Eisen, Zink, beides oder Placebo | kein Effekt auf Atemwegsinfekte | RCT (größte Studie) |
| 128 | Xing et al. 2026, BMC Infect Dis | 19 Studien, 11.576 Kinder, verschiedene Nährstoffe; Eisen gegen Placebo 1 Studie, 428 Kinder (Volltext) | Eisen OR 1,17 (0,45 bis 3,00) gegenüber Placebo, nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 129 | Kordas et al. 2009, J Dev Behav Pediatr | 877 Kinder auf Pemba (Sansibar) und 567 in Nepal, Eisen plus Folsäure mit oder ohne Zink gegen Placebo, 12 Monate | Eisen-Folsäure mit längerem Nacht- und Gesamtschlaf verbunden; Zink ebenfalls; Kombinationspräparat | RCT mit Kombinationspräparat (zählt nicht für Eisen allein) |
| 130 | Reynolds et al. 2020, Pediatr Neurol | 20 Kinder mit Autismus und Schlafstörung, 3 mg/kg Eisensulfat (9) oder Placebo (11), 3 Monate | Einschlafzeit und Wachzeit (Aktigraphie) ohne signifikanten Unterschied; Schlaf-Gesamteindruck −1,5 Punkte (p = 0,047) | RCT (maßgeblich) |
| 131 | Sirao et al. 2026, Autism | Netzwerk-Meta-Analyse verschiedener Therapien gegen Schlafprobleme bei Kindern mit Autismus | Eisen mit geringer Wirkung, keine eigene Aussage zu Eisen allein gegen Placebo | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 132 | Watt et al. 2025, Fam Pract | 23 Studien, 4.492 Schwangere ohne Anämie; Eisen gegen Placebo oder nichts | Anämie RR 0,50 (95 % KI 0,34 bis 0,74; hohe Vertrauenswürdigkeit; NNT 10); Hämoglobin +6,95 g/L, Ferritin +12,22 ng/mL | Meta-Analyse (Frauen ohne Anämie) |
| 133 | Cantor et al. 2024, JAMA | 17 Studien, 24.023 Schwangere (Evidenzbericht für die US Preventive Services Task Force) | Eisenmangelanämie am Termin 8,6 % gegen 19,8 %, RR 0,40 (95 % KI 0,26 bis 0,61; 4 Studien, 2.230); Eisenmangel RR 0,47 (6 Studien, 2.361) | Systematische Übersicht mit Meta-Analyse |
| 134 | Hansen et al. 2023, Acta Obstet Gynecol Scand | 8 RCTs, 2.822 Schwangere ohne Anämie und ohne Eisenmangel | Eisenmangelanämie am Termin RR 0,51 (95 % KI 0,38 bis 0,70; 4 RCTs, 1.670 Frauen; mittlere Vertrauenswürdigkeit) | Meta-Analyse (Frauen mit normalem Eisenstatus) |
| 135 | Peña-Rosas et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 44 Studien mit Daten, 43.274 Schwangere; Anämie am Termin 14 Studien, 2.199 Frauen | Anämie am Termin RR 0,30 (95 % KI 0,19 bis 0,46); Eisenmangelanämie RR 0,33 (6 Studien, 1.088) | Cochrane-Review (Vorgängerversion) |
| 136 | Christian et al. 2003, BMJ | 4.926 Schwangere in Nepal, Cluster-RCT; Folsäure plus Eisen gegen Kontrolle (jeweils mit Vitamin A) | niedriges Geburtsgewicht 43 % gegen 34 %, RR 0,84 (95 % KI 0,72 bis 0,99); Geburtsgewicht +37 g, nicht signifikant | Große RCT (Begleitbefund, Kombination mit Folsäure) |
| 137 | Zeng et al. 2008, BMJ | 5.828 Schwangere im ländlichen China, Cluster-RCT; Eisen plus Folsäure gegen Folsäure allein | Schwangerschaft 0,23 Wochen länger; frühe Frühgeburt vor der 34. Woche RR 0,50 (95 % KI 0,27 bis 0,94) | Große RCT (Positivstudie, Folsäure in beiden Gruppen) |
| 138 | Srivastava et al. 2025, Nutr Health | 11 Studien, 42.458 Schwangere mit Eisen plus Folsäure gegen 16.351 mit Folsäure allein oder ohne Zusatz | Neugeborenensterblichkeit RR 0,73 (95 % KI 0,61 bis 0,87); Totgeburt und perinatale Sterblichkeit nicht signifikant | Meta-Analyse (Begleitbefund, Kombination mit Folsäure) |
| 139 | Chen et al. 2019, Clin Nutr | Sekundärauswertung einer großen chinesischen Schwangerenstudie, Eisen plus Folsäure gegen Folsäure allein | Schwangerschaftsbluthochdruck aOR 0,88 (0,76 bis 1,02), nicht signifikant | RCT-Sekundärauswertung (Gegenbefund) |
| 140 | Afolabi et al. 2024, Lancet Glob Health | 1.056 anämische Schwangere in Nigeria; einmalige Infusion gegen Tabletten bis 6 Wochen nach Geburt | Anämie in der 36. Woche 58 % gegen 61 %, RR 0,95 (95 % KI 0,85 bis 1,06); Frühgeburt RR 0,94, nicht signifikant | Große RCT (Gegenbefund) |
| 141 | Pasricha et al. 2023, Lancet | 862 anämische Schwangere im 2. Drittel, Malawi; Infusion gegen Tabletten | Anämie in der 36. Woche PR 0,92 (95 % KI 0,81 bis 1,06), nicht signifikant; Geburtsgewicht −3,1 g | RCT (Gegenbefund) |
| 142 | Pasricha et al. 2025, Nat Med | 590 anämische Schwangere in der 27. bis 35. Woche, Malawi | Anämie vor der Geburt 46,7 % gegen 67,3 %, PR 0,74 (95 % KI 0,64 bis 0,87); Geburtsgewicht +10,9 g, kein Unterschied | RCT |
| 143 | Qassim et al. 2019, Med J Aust | 9 Vergleichsstudien, Schwangere mit Eisenmangelanämie, Infusion gegen Tabletten | Bluttransfusion mit Infusion seltener | Meta-Analyse (Bestätigung) |
| 144 | Krafft et al. 2005, BJOG | 52 Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie, 80 mg Eisen täglich oder Placebo für 12 Wochen ab der Geburt | Hb (p = 0,02), Ferritin (p = 0,0004) und Transferrinsättigung höher als mit Placebo | RCT (maßgeblich) |
| 145 | Jensen et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 33 RCTs, 4.558 Frauen mit Eisenmangelanämie nach der Geburt | für Tabletten gegen Placebo oder keine Behandlung weder Müdigkeit noch Stillen noch Hb berichtet | Cochrane-Review |
| 146 | Sultan et al. 2019, Am J Obstet Gynecol | 15 RCTs, 1.001 Frauen mit Tabletten und 1.181 mit Infusion; Hb nach 6 Wochen 4 Studien | Hb nach 6 Wochen +0,9 g/dL (95 % KI 0,4 bis 1,3); Hautrötung häufiger, Verstopfung seltener mit Infusion; Anaphylaxie bei 0,6 % | Meta-Analyse |
| 147 | Baykan et al. 2006, Turk J Pediatr | 168 gesunde stillende Mütter (82 Eisen, 86 Placebo) mit Neugeborenen, 4 Monate; 132 Paare ausgewertet | Hb, Serumeisen und Ferritin von Müttern und Kindern ohne Unterschied | RCT (maßgeblich) |
| 148 | Andersen et al. 2023, BMJ Glob Health | 129 RCTs, 34.564 Kinder und Jugendliche; Vergleich von Dosis, Häufigkeit und Dauer | wöchentliche und tägliche Gabe senkten Anämie ähnlich; mittlere und hohe Dosen hoben Hb stärker als niedrige | Meta-Analyse (Begleitbefund, alle Altersgruppen, pooled) |
| 149 | Szajewska et al. 2010, Am J Clin Nutr | Säuglinge und Kleinkinder ohne Anämie; 3 RCTs, 561 Kinder | motorischer Entwicklungsindex mit etwa 12 Monaten +4,21 (95 % KI 2,31 bis 6,12); geistiger Index +1,66 (−0,14 bis 3,47), nicht signifikant | Meta-Analyse (Teil-Positivbefund) |
| 150 | Wang et al. 2013, Cochrane Database Syst Rev | 8 Studien, Kinder unter 3 Jahren mit Eisenmangelanämie; Kurzzeit-Auswertung 5 Studien | innerhalb von 30 Tagen motorischer Index −1,25, geistiger Index +1,04, beide nicht signifikant; Langzeiteffekt unklar | Cochrane-Review (Kinder mit Anämie) |
| 151 | Sachdev et al. 2005, Public Health Nutr | RCTs bei Kindern, alle Altersgruppen | Bayley-Index unter 27 Monaten +0,95 (95 % KI −0,56 bis 2,46), nicht signifikant; motorische Entwicklung insgesamt kein Effekt | Meta-Analyse (ältere Übersicht) |
| 152 | Idjradinata et al. 1994, Lancet | 47 Kinder von 12 bis 18 Monaten ohne Eisenmangel, Eisen 3 mg/kg oder Placebo für 4 Monate | Gewichtszunahme 0,070 gegen 0,106 kg je 2 Wochen (p = 0,02); Länge ohne Unterschied | RCT (Schadensbefund) |
| 153 | Neuberger et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 35 Studien, 31.955 Kinder; Malaria 14 Studien, 7.168 Kinder | klinische Malaria RR 0,93 (95 % KI 0,87 bis 1,00); ohne Malariaversorgung RR 1,16 (1,02 bis 1,31; 9 Studien, 19.086); mit Versorgung RR 0,91 (0,84 bis 0,97) | Cochrane-Review (Vorgängerversion) |
| 154 | Sazawal et al. 2006, Lancet | 24.076 Kinder von 1 bis 35 Monaten auf Pemba (Sansibar); Eisen 12,5 mg plus Folsäure (mit oder ohne Zink) gegen Placebo; vorzeitig abgebrochen | Tod oder Krankenhausaufnahme wegen unerwünschter Ereignisse +12 % (95 % KI 2 bis 23 %; p = 0,02), Krankenhausaufnahmen +11 %, Todesfälle +15 % (−7 bis 41 %), nicht signifikant | Mega-RCT (Schadensbefund, Kombination mit Folsäure) |
| 155 | Zlotkin et al. 2013, JAMA | 1.958 Kinder von 6 bis 35 Monaten in Ghana, mit Moskitonetzen und Malariabehandlung; Mikronährstoffpulver mit gegen ohne Eisen | Malaria 76,1 gegen 86,1 Episoden je 100 Kinderjahre, RR 0,87 (95 % KI 0,79 bis 0,97); nach Adjustierung nicht mehr signifikant | Große RCT (Begleitbefund, Mikronährstoffpulver) |
| 156 | Manapurath et al. 2022, Pediatrics | 8 Studien, 1.093 Frühgeborene oder Babys mit niedrigem Geburtsgewicht, mit Muttermilch ernährt | Anämie RR 0,25 (95 % KI 0,10 bis 0,62; mittlere Vertrauenswürdigkeit); Länge +0,69 cm; Infektionen RR 0,98, nekrotisierende Darmentzündung RR 1,47, beide nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich für Anämie) |
| 157 | Mills & Davies 2012, Cochrane Database Syst Rev | 26 Studien, 2.726 Babys; 21 Studien Eisen gegen Kontrolle | Hb mit 6 bis 9 Monaten etwa 6 g/L höher; bessere Eisenspeicher, weniger Eisenmangelanämie; in den ersten 8,5 Wochen kein Vorteil | Cochrane-Review |
| 158 | Jin et al. 2015, Ital J Pediatr | 4 Studien, 246 Babys mit niedrigem Geburtsgewicht; früher gegen später Beginn (beide Gruppen mit Eisen) | weniger Abfall von Ferritin und Hb (p < 0,001), weniger Bluttransfusionen (p = 0,022); nekrotisierende Darmentzündung ohne Unterschied | Meta-Analyse (Zeitpunkt, Begleitbefund) |
| 159 | Berglund et al. 2010, Pediatrics | 285 Babys mit 2.000 bis 2.500 g Geburtsgewicht, Eisentropfen gegen Placebo bis 6 Monate | Eisenmangelanämie mit 6 Monaten 9,9 % (Placebo) gegen 2,7 bzw. 0 % (p = 0,004) | RCT (Placebo) |
| 160 | Berglund et al. 2013, Pediatrics | 285 Babys mit 2.000 bis 2.500 g, 0, 1 oder 2 mg/kg Eisen von 6 Wochen bis 6 Monaten; Nachuntersuchung mit 3,5 Jahren | IQ ohne Unterschied; Verhaltensauffälligkeiten 12,7 % (Placebo) gegen 2,9 % und 2,7 % (Eisen), RR 4,5 für Placebo | RCT (Positivbefund Verhalten) |
| 161 | Berglund et al. 2018, Pediatr Res | dieselbe Studie, 205 Kinder mit 7 Jahren untersucht | Intelligenz und Entwicklungsfragebogen ohne Unterschied; weniger nach außen gerichtete Verhaltensprobleme mit Eisen (p = 0,045) | RCT (Nachuntersuchung) |
| 162 | Thompson et al. 2013, Pediatrics | 15 Studien, Kinder von 2 bis 5 Jahren; keine mit geringem Verzerrungsrisiko | Hb +6,97 g/L, Ferritin +11,64 µg/L; kleine Verbesserung der kognitiven Entwicklung bei begrenzter Datenlage; kein Effekt auf das Wachstum | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 163 | Larson et al. 2019, Ann N Y Acad Sci | 56 Interventions- und 20 Beobachtungsstudien, Kinder unter 5 Jahren | je Standardabweichung mehr Hb durch Eisen +0,28 SD motorische und +0,24 SD geistige Entwicklung (Metaregression); stärker bei niedrigem Ausgangs-Hb | Meta-Analyse (Begleitbefund, Metaregression, pooled) |
| 164 | De-Regil et al. 2011, Cochrane Database Syst Rev | intermittierendes (wöchentliches) Eisen bei Kindern unter 12 Jahren gegen Placebo | Anämie Schulkinder RR 0,54 (0,33 bis 0,90; 6 Studien, 1.166); Größe ohne Unterschied (3 Studien, 366) | Cochrane-Review (wöchentliche Gabe, Begleitbefund) |
| 165 | Aggarwal et al. 2026, J Pediatr Adolesc Gynecol | 18 Mädchen von 12 bis 18 Jahren mit starker Periode und Eisenmangel; wöchentlich gegen täglich, ohne Placebo | beide Schemata hoben Hb und Ferritin; nach 12 Wochen ähnliche Werte | Pilot-RCT (Dosisvergleich) |
| 166 | Peuranpää et al. 2014, Acta Obstet Gynecol Scand | 236 Frauen mit starker Periode aus einer Behandlungsstudie (Gebärmutterentfernung oder Hormonspirale), Auswertung nach Anämie | 27 % anämisch, 60 % mit Ferritin unter 15 µg/L, nur 8 % der Anämischen nahmen Eisen; bessere Lebensqualität nach Korrektur der Anämie | Beobachtungsauswertung |
| 167 | Van Wyck et al. 2009, Transfusion | 477 Frauen mit Anämie, Eisenmangel und starker Gebärmutterblutung; Infusion gegen 3-mal täglich Eisentabletten für 6 Wochen | Hb +2 g/dL oder mehr bei 82 % gegen 62 %; Anämie behoben 73 % gegen 50 % (p < 0,001); mehr Vitalität und körperliche Funktion; keine schweren Nebenwirkungen | RCT (maßgeblich, ohne Placebo) |
| 168 | Schubert et al. 2026, Nutrients | 1 offene randomisierte Studie, 30 Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie, 4 Wochen | Magen-Darm-Beschwerden bei 87 % mit 100 mg einmal täglich vs. 7 % mit 2 × 6 mg (p < 0,0001) | RCT (Dosisvergleich) |
| 169 | Banerjee et al. 2024, EClinicalMedicine | 26 Studien, 4.365 Schwangere, täglich gegen mit Pausen | Verstopfung bei täglicher Einnahme häufiger, OR 1,95 (95 % KI 1,21 bis 3,14) | Meta-Analyse (Einnahmerhythmus) |
| 170 | Reeves & Yip 1985, Pediatrics | 1 RCT, 278 einjährige Kinder, ca. 3 mg/kg Eisensulfat-Tropfen, 3 Monate | Verstopfung 1 % mit Eisen vs. 9 % mit Placebo (p = 0,03); Erbrechen, Durchfall, Unruhe nicht häufiger | RCT (Kleinkinder) |
| 171 | Pereira et al. 2014, BMC Gastroenterol | 1 RCT, 20 Erwachsene, 2 × 65 mg Eisen als Sulfat, 1 Woche | Sodbrennen, Bauchschmerzen und schwarzer Stuhl unterschieden Eisen am klarsten von Placebo (p ≤ 0,03) | RCT |
| 172 | Rimon et al. 2005, Am J Med | 1 RCT, 90 Klinikpatienten über 80 mit Eisenmangelanämie, 15, 50 oder 150 mg Eisen täglich, 60 Tage | Bauchbeschwerden, Übelkeit, Stuhlveränderungen und schwarzer Stuhl mit höherer Dosis signifikant häufiger; 15 mg wirkte genauso gut | RCT (Dosisvergleich, Ältere) |
| 173 | Roe et al. 2005, Am J Clin Nutr | Isotopenstudie, 15 Männer mit einfacher C282Y-Anlage, 15 ohne | Eisenaufnahme aus Nahrung und angereichertem Getreide nicht unterschiedlich (7,6 vs. 6,8 % bzw. 5,3 vs. 4,9 %) | Aufnahmestudie (HFE-Träger) |
| 174 | Baldi et al. 2024, Nat Commun | 1 Placebo-RCT, 923 Säuglinge in Bangladesch, Eisen oder Mikronährstoffpulver, 3 Monate | kein Anstieg von Durchfall | RCT (größte Einzelstudie, Gegenbefund) |
| 175 | Jaeggi et al. 2015, Gut | 2 doppelblinde RCTs, 115 Säuglinge in Kenia, Mikronährstoffpulver mit oder ohne Eisen, 4 Monate | Durchfallbehandlung 27,3 vs. 8,3 % mit 12,5 mg Eisen (p = 0,092); Entzündungsmarker Calprotectin im Stuhl höher (p = 0,002) | RCT |
| 176 | Mayo-Wilson et al. 2014, BMJ Open | Kinder von 6 Monaten bis 12 Jahren, Zink plus Eisen gegen Zink allein; Durchfall 5 Studien, 1.530 Kinder | Durchfall RR 1,10 (95 % KI 1,03 bis 1,18) häufiger mit zusätzlichem Eisen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 177 | Paganini et al. 2017, Gut | 1 doppelblinde RCT, 155 Säuglinge in Kenia, 5 mg Eisen im Mikronährstoffpulver, 4 Monate | weniger Bifidobakterien und Laktobazillen, mehr Erreger-Giftgene (p < 0,01); mit Präbiotika weitgehend ausgeglichen | RCT |
| 178 | Zimmermann et al. 2010, Am J Clin Nutr | 1 doppelblinde RCT, 139 Kinder von 6 bis 14 Jahren in Côte d'Ivoire, eisenangereicherte Kekse, 6 Monate | mehr Enterobakterien (p < 0,005), weniger Laktobazillen (p < 0,0001), Calprotectin höher (p < 0,01) | RCT |
| 179 | Dostal et al. 2014, Br J Nutr | 1 Placebo-RCT, 49 Kinder von 6 bis 11 Jahren mit Eisenmangel in Südafrika, 50 mg Eisen 4 Tage pro Woche, 38 Wochen | keine Veränderung der Darmbakterien, kurzkettigen Fettsäuren oder des Calprotectins | RCT (Gegenbefund) |
| 180 | Elms et al. 2024, J Nutr | 1 Placebo-RCT, 80 Frauen von 18 bis 45 Jahren in Australien, 65,7 mg Eisen als Fumarat, 21 Tage | keine Veränderung der Darmflora, auch nicht bei Escherichia/Shigella | RCT (Erwachsene, Gegenbefund) |
| 181 | Finlayson-Trick et al. 2023, Microbiol Spectr | Teilauswertung einer Placebo-RCT, 172 Frauen in Kambodscha, Eisensulfat oder Eisenbisglycinat, 12 Wochen | Vielfalt unverändert; mit Bisglycinat mehr Enterobakterien, mit Sulfat Hinweis auf ein Gen krankmachender E. coli | RCT (Erwachsene) |
| 182 | Wiesner et al. 2021, Pharmaceuticals (Basel) | systematische Übersicht, 63 Studien zu Levothyroxin und Nahrung bzw. Nahrungsergänzungen | begrenzte Evidenz, dass Eisenpräparate die Aufnahme von Levothyroxin vermindern; ein zeitlicher Abstand verhindert die Wechselwirkung | Systematische Übersicht |
| 183 | Polk et al. 1989, Antimicrob Agents Chemother | 1 Crossover-Studie, 12 gesunde Männer, Ciprofloxacin mit Eisensulfat (3 × 325 mg/Tag) | Ciprofloxacin-AUC 5,4 vs. 14,5 µg·h/mL; Spitzenspiegel unter der Hemmkonzentration vieler empfindlicher Erreger | Crossover-Studie |
| 184 | Stass & Kubitza 2001, Clin Pharmacokinet | 1 Crossover-Studie, 12 Gesunde, Moxifloxacin mit oder ohne Eisensulfat; Autoren beim Hersteller angestellt | Moxifloxacin-AUC um 39 % gesenkt | Crossover-Studie |
| 185 | Neuvonen et al. 1970, Br Med J | Aufnahmestudien beim Menschen, Tetrazyklin und drei Abkömmlinge mit Eisensulfat | Aufnahme aller untersuchten Tetrazykline durch Eisen stark beeinträchtigt | Aufnahmestudie |
| 186 | Potgieter et al. 2007, Arzneimittelforschung | 1 Crossover-Studie, 22 Gesunde, Tetrazyklin mit oder ohne Eisen(III)-Hydroxid-Polymaltose | Aufnahme von Tetrazyklin nicht verändert | Crossover-Studie (Gegenbefund, andere Eisenform) |
| 187 | Moris et al. 2021, Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol | Vorher-nachher-Vergleich, je 10 Menschen mit Hämochromatose und Gesunde, Eisenaufnahme vor und unter Säureblocker | Aufnahme bei Hämochromatose vermindert, bei Gesunden nicht | Aufnahmestudie ohne Kontrollgruppe |
| 188 | Tempel et al. 2013, Turk J Haematol | Vorher-nachher-Vergleich, 9 Gesunde, Eisenaufnahme vor und unter Omeprazol; Vorstudie | kein signifikanter Unterschied der Eisenaufnahme | Aufnahmestudie ohne Kontrollgruppe |
| 189 | Hutchinson et al. 2007, Gut | Vorher-nachher-Studie, 14 Menschen mit Hämochromatose (C282Y doppelt), 7 Tage PPI; Fallauswertung bei 7 weiteren | Eisenaufnahme aus einer Testmahlzeit vermindert (alle p < 0,01); Aderlassbedarf unter PPI 0,5 statt 2,5 L pro Jahr | Aufnahmestudie ohne Kontrollgruppe |
| 190 | Lam et al. 2017, Gastroenterology | Fall-Kontroll-Studie, 77.046 Menschen mit Eisenmangel, 389.314 Kontrollen | ≥ 2 Jahre PPI OR 2,49 (95 % KI 2,35 bis 2,64), H2-Blocker OR 1,58; stärker bei höherer Dosis, schwächer nach Absetzen | Beobachtungsstudie |
| 191 | Tran-Duy et al. 2019, J Intern Med | Fall-Kontroll-Studie, 26.806 Fälle mit Eisenmangel (Großbritannien) | dauerhafte PPI-Einnahme OR 3,60 (95 % KI 3,32 bis 3,91), gelegentliche OR 1,51 | Beobachtungsstudie |
| 192 | Ajmera et al. 2012, Am J Ther | Aktenauswertung, 50 Menschen mit Eisenmangel unter Omeprazol und Eisensulfat | nur 16 % mit normalem Hämoglobin- und 40 % mit normalem Ferritin-Anstieg nach 3 Monaten | Aktenauswertung ohne Kontrollgruppe |
| 193 | Disler et al. 1975, Gut | Aufnahmestudien mit Freiwilligen, Eisensalze und Mahlzeiten mit oder ohne Tee | Tee hemmte die Aufnahme von Eisen aus Eisensulfat-Lösung und Mahlzeiten, auch mit Vitamin C | Aufnahmestudie (Tee) |
| 194 | Ndiaye et al. 2020, Eur J Clin Nutr | randomisierte Isotopenstudie, 17 Mutter-Kind-Paare im Senegal | polyphenolreicher Kräutertee senkte die Eisenaufnahme um 56 % bei Müttern und um 65 bis 72 % bei Kindern | Aufnahmestudie (Tee) |
| 195 | Chan et al. 2009, BJOG | 1 Placebo-RCT, 1.164 Schwangere in Hongkong, 60 mg Eisen ab < 16 Wochen | Schwangerschaftsdiabetes in Woche 28 OR 1,04 (95 % KI 0,7 bis 1,53), auch in Woche 36 kein Unterschied | RCT (größte Placebo-Studie) |
| 196 | Kinnunen et al. 2016, Matern Child Nutr | Neuauswertung einer RCT, 2.694 Schwangere in Finnland, 100 mg Eisen routinemäßig vs. nur bei Anämie | Glukosestörungen 11,0 vs. 13,0 % (p = 0,12), kein Anstieg durch routinemäßiges Eisen | RCT (Dosisvergleich) |
| 197 | Kataria et al. 2018, Nutrients | 33 Beobachtungsstudien, 44.110 Schwangere | Schwangerschaftsdiabetes bei hohem Ferritin OR 1,58 (95 % KI 1,20 bis 2,08) und Hämoglobin OR 1,30; kein Zusammenhang mit Eisen aus Präparaten | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 198 | Huang et al. 2023, Crit Rev Food Sci Nutr | Übersicht über 34 Meta-Analysen, 46 Endpunkte | Häm-Eisen mit Darmkrebs, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden; Evidenzqualität meist niedrig oder sehr niedrig | Übersicht von Meta-Analysen |
| 199 | Pani et al. 2015, BMC Oral Health | Laborversuch, 40 gezogene Milchzähne, drei Eisensäfte mit je etwa 100 mg Eisen vs. künstlicher Speichel | alle Eisengruppen mit Verfärbung; Ausmaß je nach Eisenform verschieden | Laborstudie |
| 200 | Wolf et al. 2020, JAMA | 2 offene RCTs, 245 Personen mit Eisenmangelanämie und Unverträglichkeit von Tabletten | Phosphatmangel 75,0 vs. 7,9 % und 73,7 vs. 8,1 % (Eisencarboxymaltose vs. Eisenisomaltosid; p < 0,001) | RCT |
| 201 | Adkinson et al. 2018, Am J Hematol | 1 RCT, 1.997 Personen mit Eisenmangelanämie, Eisencarboxymaltose gegen Ferumoxytol | Phosphatmangel 38,7 % vs. 0,4 % | RCT (größte Studie) |
| 202 | Litton et al. 2013, BMJ | Infektionen 24 RCTs, 4.400 Pers., Eiseninfusion gegen Tabletten oder kein Eisen | Infektionen häufiger, RR 1,33 | Meta-Analyse |
| 203 | Meyers et al. 2024, Curr Opin Oncol | Menschen mit krebsbedingter Anämie; Infektionen 8 Studien | Infektionsrisiko nicht signifikant erhöht | Meta-Analyse (Krebs, Gegenbefund) |
| 204 | Mandal et al. 2026, Cancers (Basel) | Menschen mit Magen-Darm-Krebs; 4 RCTs | Infektionsrisiko nicht signifikant erhöht | Meta-Analyse (Krebs, Gegenbefund) |
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