Die kurze Antwort
Vitamin B12 behebt einen Mangel, und dabei hoben hoch dosierte Tabletten den Blutwert in Vergleichsstudien ähnlich gut an wie Spritzen. Ohne Mangel ist kaum eine Wirkung belegt: Gedächtnis, Herz und Knochen profitierten in großen Studien eher nicht, beim Schlaganfall ist die Lage unklar. Gefährdet für einen Mangel sind vor allem Ältere, Veganer und Menschen unter Metformin. B12 allein gilt als gut verträglich.
Kaum ein Vitamin wird so selbstverständlich gegen Müdigkeit, Vergesslichkeit und schwache Nerven genommen wie B12, und kaum eines zeigt so deutlich, wie sehr es auf die Ausgangslage ankommt. Wem das Vitamin fehlt, dem kann es viel geben, denn ein Mangel lässt Blut und Nerven über Jahre leiden. Wer dagegen gut versorgt ist, gewinnt nach den Studien wenig, auch wenn die Werbung anderes verspricht. Dazwischen liegt eine Frage, die viele überrascht: Bei einem Mangel wirkten hoch dosierte Tabletten in Vergleichsstudien ähnlich gut wie die klassische Spritze.
Wer Studien zu B12 liest, sollte zudem auf zwei Dinge achten. Das erste ist der Mangel, denn viele positive Befunde stammen aus Gruppen, in denen er weit verbreitet war. Das zweite sind Kombinationen. Ein großer Teil der berühmten Herz- und Demenzstudien gab Folsäure, B6 und B12 zusammen, und was darin auf B12 entfällt, lässt sich nicht herauslesen. Wo das so ist, sagen wir es dazu. Das ist oft.
Was ist Vitamin B12, und wofür braucht der Körper es?
Vitamin B12 ist ein Vitamin für Blutbildung und Nerven, das nur Bakterien herstellen können. Der Körper braucht es, um Erbgut zu bilden, und deshalb leiden bei einem Mangel zuerst die roten Blutkörperchen, die sich ständig erneuern. Dazu hält es die Schutzhülle der Nervenfasern intakt. Fehlt es über lange Zeit, entstehen eine besondere Form der Blutarmut und Nervenschäden mit Kribbeln, Taubheit und Gangunsicherheit.1
Weil Pflanzen kein B12 bilden, stammt es in der Nahrung fast nur aus Fleisch, Fisch, Milch, Käse und Eiern.2 Für Erwachsene hält die EU-Lebensmittelbehörde 4 µg am Tag für angemessen.3 Das ist wenig. Der Weg ins Blut ist dafür kompliziert. Denn ein Eiweiß aus dem Magen muss das Vitamin binden, und genau hier liegt die häufigste Ursache eines Mangels im Alter. Am meisten liefern Leber, Muscheln und fette Fische, wie die Tabelle der Vitamin-B12-Lebensmittel zeigt.

Wofür ist Vitamin B12 gut? Die Wirkung im Studiencheck
Vitamin B12 hilft vor allem dort, wo es fehlt, und keine einzige Wirkung erreicht bei uns die höchste Stufe. Für diesen Überblick haben wir 59 mögliche Wirkungen und 12 Sicherheitsfragen erfasst und jeweils nach Studien mit Vergleichsgruppe gesucht. Ein Klick auf eine Zeile öffnet die Begründung.
Nervenschäden durch Diabetes: B12-Spritzen in Akupunkturpunkte im Vergleich zu anderen B12-GabenSpritzewahrscheinlich10 Vergleichsstudien, 927 Pers. (Zhang 2023)etwa ein Viertel mehr Behandelte sprachen an als mit anderen B12-Gaben
Erwachsene mit diabetischer Polyneuropathie; Methylcobalamin als Spritze in Akupunkturpunkte, verglichen mit B12 als Tablette, Muskelspritze oder Infusion (kein Placebo); sagt nichts über Tabletten gegen Placebo
Ergebnisse: etwa ein Viertel mehr Behandelte sprachen an als mit anderen B12-Gaben; Ansprechen 1,27-mal so häufig, gegenüber Tablette und Muskelspritze je 1,34-mal, gegenüber Infusion 1,21-mal, Studienqualität mäßig (Zhang 2023); 20 Studien, 1.688 Pers.: Ansprechen 1,28-mal so häufig, Nervenleitung schneller, Nebenwirkungen nicht häufiger (Yu 2026); Muskelspritze verbesserte die Nervenfasern der Hornhaut nach 8 Wochen, Tabletten nicht (32 Pers.; Zhang 2021)
Spritzen in Akupunkturpunkte schnitten bei Nervenschäden durch Diabetes wahrscheinlich besser ab als andere B12-Gaben: In zwei Meta-Analysen sprachen etwa ein Viertel mehr Behandelte an, und die Nervenleitung wurde schneller. Es sind Vergleiche zwischen Darreichungen ohne Placebo, fast alle aus China und mit wenigen Angaben zur Verblindung. Ob B12 überhaupt besser wirkt als ein Scheinpräparat, lässt sich daraus nicht ablesen. 9, 75, 10
Weniger Müdigkeit, mehr Energieunklar1 RCT, 95 Pers. (Scholten 2018)Erschöpfung gleich stark gesunken wie unter Placebo, um 8,1 gegenüber 8,3 Punkte
Erwachsene mit Erschöpfung bei normalem B12-Wert; hoch dosierte Tabletten
Ergebnisse: Erschöpfung gleich stark gesunken wie unter Placebo, um 8,1 gegenüber 8,3 Punkte; Motivation 2,2 Punkte besser (Scholten 2018); die Meta-Analyse fand nur eine Studie zu Müdigkeit ohne Ursache, keine Auswertung möglich (Markun 2021)
Ob B12 bei Müdigkeit ohne Mangel hilft, ist unklar, weil es kaum kontrollierte Studien gibt. Die einzige Placebo-Studie mit erschöpften Menschen mit Reizdarm oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und normalem B12-Wert fand mit 1.000 µg täglich über acht Wochen keine geringere Erschöpfung. Bei einem echten Mangel ist Müdigkeit ein typisches Zeichen; dazu gibt es keine placebokontrollierten Studien. 21, 82
B12-Mangel unter Metformin ausgleichenunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 140 Pers. (Didangelos 2021, Conti 2026); Übersicht 7 Studien, 506 Pers. (Pratama 2022, ohne Meta-Analyse)B12-Wert in zwei Placebo-Studien deutlich gestiegen
Menschen mit Typ-2-Diabetes, die Metformin nehmen; Metformin senkt den B12-Spiegel
Ergebnisse: B12-Wert in zwei Placebo-Studien deutlich gestiegen; nach 12 Monaten mit 1.000 µg Methylcobalamin von 232 auf 777 pmol/L, unter Placebo kein Anstieg (90 Pers.; Didangelos 2021); nach 3 Wochen deutlich stärker als unter Placebo (50 Pers.; Conti 2026); B12-Wert in allen 5 Studien mit dieser Messung gestiegen (Pratama 2022); Metformin-Nutzer haben ein etwa doppelt so hohes Mangelrisiko (Yang 2019, Beobachtungsdaten)
Ob B12-Tabletten den B12-Spiegel unter Metformin wieder anheben, ist noch unklar, die ersten Studien sprechen aber dafür. Zwei Placebo-Studien zeigen einen deutlichen Anstieg, sie sind jedoch klein, und an einer waren zwei Angestellte des Herstellers PharmaNutra beteiligt. Metformin-Nutzer haben ein etwa doppelt so hohes Mangelrisiko; ob die Einnahme auch Nervenbeschwerden lindert, ist uneinheitlich, und eine zusammenfassende Auswertung fehlt. 68, 6, 7, 69
B12-Mangel in der Schwangerschaft vorbeugenunklarerste Hinweise2 Studien, 272 Schwangere (Finkelstein 2024; Qualität der Belege sehr niedrig)Mangel bei 25,9 statt 67,9 % der Schwangeren, Qualität der Belege sehr niedrig
Schwangere, überwiegend in Indien, Bangladesch, Nepal mit häufigem Mangel; 5 bis 250 µg täglich
Ergebnisse: Mangel bei 25,9 statt 67,9 % der Schwangeren, Qualität der Belege sehr niedrig; B12-Blutwert um rund 61 pmol/L höher, Studien sehr uneinheitlich (Finkelstein 2024); mit 50 µg täglich im zweiten Schwangerschaftsdrittel mittlerer Wert 216 statt 111 pmol/L (Duggan 2014)
Ob eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft dem Mangel der Mutter vorbeugt, ist noch unklar, obwohl die Ergebnisse deutlich ausfallen: Im Cochrane-Review hatte rund ein Viertel statt zwei Drittel der Schwangeren einen Mangel. Das beruht auf nur zwei kleinen Studien aus Ländern, in denen ein Mangel sehr häufig ist, und die Autoren halten die Belege für sehr schwach. Für gut versorgte Schwangere sagen sie wenig. 38, 117, 39
B12-Mangel ausgleichen: Tabletten im Vergleich zu Spritzen (B12-Blutwert)spricht dagegen13 Vergleichsstudien, 4.275 Pers. (Abdelwahab 2024, Netzwerk-Meta-Analyse)kein gesicherter Unterschied zwischen Tablette und Spritze
Erwachsene mit nachgewiesenem B12-Mangel; hoch dosierte Tabletten oder Lutschtabletten, verglichen mit Spritzen in den Muskel (kein Placebo); nur bei Mangel untersucht
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied zwischen Tablette und Spritze; mit Spritze lag der B12-Wert im Mittel 94 pg/mL höher, mit Lutschtablette 43 pg/mL, beides nicht gesichert (Abdelwahab 2024); 1.000 µg täglich ohne nennenswerten Unterschied zur Spritze, 2.000 µg täglich hoben den Wert um 680 pg/mL stärker als die Spritze (3 Studien, 153 Pers.; Wang 2018); über alle Wege zusammen stieg der B12-Wert um gut 400 pg/mL, ohne Unterschied zwischen den Wegen (Mazur 2025, mit Beobachtungsstudien)
Die Studien sprechen dagegen, dass einer der beiden Wege Vorteile hat: Bei Menschen mit B12-Mangel hoben hoch dosierte Tabletten den Blutwert ähnlich an wie Spritzen in den Muskel. Das Urteil gilt diesem Vergleich, nicht der Frage, ob B12 einen Mangel ausgleicht. Untersucht wurden nur Menschen mit Mangel, die Studien sind klein und methodisch schwach, und ob sich Beschwerden gleich gut bessern, wurde kaum gemessen. 4, 64, 5, 65
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
B12-Mangel ausgleichen: Spritzen im Vergleich zu Tabletten (B12-Blutwert)Spritzespricht dagegen13 Vergleichsstudien, 4.275 Pers. (Abdelwahab 2024, Netzwerk-Meta-Analyse)kein gesicherter Unterschied zwischen Spritze und Tablette
Erwachsene mit nachgewiesenem B12-Mangel; Spritze in den Muskel, verglichen mit Tabletten (kein Placebo); nur bei Mangel untersucht
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied zwischen Spritze und Tablette; mit Spritze lag der B12-Wert im Mittel 94 pg/mL höher, nicht gesichert, Hämoglobin gleich (Abdelwahab 2024); in 3 kleinen Studien wirkten Spritze und Tablette ähnlich (Wang 2018); kein Unterschied zwischen den Wegen (Mazur 2025, mit Beobachtungsstudien)
Die Studien sprechen dagegen, dass Spritzen den B12-Blutwert besser anheben als Tabletten: Spritzen in den Muskel lagen in der großen Vergleichsauswertung zwar vorn, der Abstand zu hoch dosierten Tabletten war aber nicht gesichert. Untersucht wurden nur Menschen mit Mangel, Placebostudien gibt es dabei aus ethischen Gründen kaum. Bei schweren Nervenschäden oder gestörter Aufnahme im Darm wird in der Praxis meist mit Spritzen begonnen; dazu liefern diese Vergleiche keine eigene Aussage. 4, 64, 5
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Gedächtnis und Denkleistung verbessernspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 667 Pers. (Dangour 2015, Kwok 2017, Eussen 2006)kein Nutzen für die Denkleistung
Erwachsene, meist älter, ohne Demenz und ohne deutlichen B12-Mangel; B12-Tabletten allein (Kombinationen mit Folsäure: siehe „Geistigen Abbau im Alter bremsen“)
Ergebnisse: kein Nutzen für die Denkleistung; nach 12 Monaten kein Effekt (201 Pers. ab 75 mit mäßigem Mangel; Dangour 2015), ebenso nach 27 Monaten (271 Pers. mit Diabetes; Kwok 2017); das Gedächtnis besserte sich unter Placebo stärker als mit B12 allein (195 Pers.; Eussen 2006); B12 allein in der Meta-Analyse praktisch ohne Effekt (Markun 2021, Tabletten und Spritzen zusammen)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 allein Gedächtnis und Denkleistung von Menschen ohne deutlichen Mangel verbessert. Drei Placebo-Studien mit zusammen 667 älteren Teilnehmenden fanden nach einem halben bis gut zwei Jahren keinen Nutzen; in einer schnitt die Placebogruppe beim Gedächtnis sogar besser ab. Auch die Meta-Analysen zeigen keinen Effekt, rechnen aber Tabletten, Spritzen und Kombinationen mit Folsäure zusammen. 82, 83, 16, 17, 18
Herzinfarkten vorbeugenspricht dagegen13 Studien, 68.363 Pers. (Ren 2026)kein Schutz vor Herzinfarkt
Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung; Kombination aus Folsäure, B12 und meist B6 zur Homocystein-Senkung; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Schutz vor Herzinfarkt; relatives Risiko 0,97 (Ren 2026), 1,02 bei 46.699 Pers. und hoher Qualität der Belege (12 Studien; Martí-Carvajal 2017), 1,03 (9 Studien; Lan 2016), jeweils nicht gesichert
Die Studien sprechen dagegen, dass Kombinationen aus Folsäure, B12 und B6 Herzinfarkten vorbeugen, obwohl sie den Homocysteinwert senken. Die größte Meta-Analyse mit 13 Studien und der Cochrane-Review mit fast 47.000 Teilnehmenden fanden übereinstimmend keinen Schutz, und der Cochrane-Review hält diese Belege für verlässlich. 27, 28
Alle 59 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Vitamin B12 in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Blut & Nerven 11
1 wahrscheinlich · 8 unklar · 2 spricht dagegen
Nervenschäden durch Diabetes: B12-Spritzen in Akupunkturpunkte im Vergleich zu anderen B12-GabenSpritzewahrscheinlich10 Vergleichsstudien, 927 Pers. (Zhang 2023)etwa ein Viertel mehr Behandelte sprachen an als mit anderen B12-Gaben
Erwachsene mit diabetischer Polyneuropathie; Methylcobalamin als Spritze in Akupunkturpunkte, verglichen mit B12 als Tablette, Muskelspritze oder Infusion (kein Placebo); sagt nichts über Tabletten gegen Placebo
Ergebnisse: etwa ein Viertel mehr Behandelte sprachen an als mit anderen B12-Gaben; Ansprechen 1,27-mal so häufig, gegenüber Tablette und Muskelspritze je 1,34-mal, gegenüber Infusion 1,21-mal, Studienqualität mäßig (Zhang 2023); 20 Studien, 1.688 Pers.: Ansprechen 1,28-mal so häufig, Nervenleitung schneller, Nebenwirkungen nicht häufiger (Yu 2026); Muskelspritze verbesserte die Nervenfasern der Hornhaut nach 8 Wochen, Tabletten nicht (32 Pers.; Zhang 2021)
Spritzen in Akupunkturpunkte schnitten bei Nervenschäden durch Diabetes wahrscheinlich besser ab als andere B12-Gaben: In zwei Meta-Analysen sprachen etwa ein Viertel mehr Behandelte an, und die Nervenleitung wurde schneller. Es sind Vergleiche zwischen Darreichungen ohne Placebo, fast alle aus China und mit wenigen Angaben zur Verblindung. Ob B12 überhaupt besser wirkt als ein Scheinpräparat, lässt sich daraus nicht ablesen. 9, 75, 10
Blutbild (Hämoglobin) bei niedrigem B12-Wert im Alter verbessernunklar4 Studien, 343 Pers. (Smelt 2018, Einzeldaten-Meta-Analyse)Hämoglobin unverändert gegenüber Placebo, auch bei Blutarmut
zu Hause lebende Menschen ab 60 mit niedrigem B12-Wert, Blutarmut nicht Voraussetzung; Tabletten gegen Placebo
Ergebnisse: Hämoglobin unverändert gegenüber Placebo, auch bei Blutarmut (Smelt 2018); rote Blutwerte nach 1 Monat unverändert (31 Pers.; Seal 2002); Hämatokrit und Größe der roten Blutkörperchen nach 4 Wochen unverändert (50 Pers.; Favrat 2011)
Ob B12 das Blutbild älterer Menschen mit leicht niedrigem B12-Wert verbessert, ist unklar. Die einzige Meta-Analyse mit vier kleinen Placebo-Studien und zwei weitere kleine Studien fanden keinen Effekt auf das Hämoglobin, auch nicht in der Untergruppe mit Blutarmut; für eine verlässliche Aussage sind es zu wenige Studien. Über die klassische Blutarmut bei schwerem B12-Mangel sagen diese Studien wenig. 8, 4, 66, 67
B12-Mangel unter Metformin ausgleichenunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 140 Pers. (Didangelos 2021, Conti 2026); Übersicht 7 Studien, 506 Pers. (Pratama 2022, ohne Meta-Analyse)B12-Wert in zwei Placebo-Studien deutlich gestiegen
Menschen mit Typ-2-Diabetes, die Metformin nehmen; Metformin senkt den B12-Spiegel
Ergebnisse: B12-Wert in zwei Placebo-Studien deutlich gestiegen; nach 12 Monaten mit 1.000 µg Methylcobalamin von 232 auf 777 pmol/L, unter Placebo kein Anstieg (90 Pers.; Didangelos 2021); nach 3 Wochen deutlich stärker als unter Placebo (50 Pers.; Conti 2026); B12-Wert in allen 5 Studien mit dieser Messung gestiegen (Pratama 2022); Metformin-Nutzer haben ein etwa doppelt so hohes Mangelrisiko (Yang 2019, Beobachtungsdaten)
Ob B12-Tabletten den B12-Spiegel unter Metformin wieder anheben, ist noch unklar, die ersten Studien sprechen aber dafür. Zwei Placebo-Studien zeigen einen deutlichen Anstieg, sie sind jedoch klein, und an einer waren zwei Angestellte des Herstellers PharmaNutra beteiligt. Metformin-Nutzer haben ein etwa doppelt so hohes Mangelrisiko; ob die Einnahme auch Nervenbeschwerden lindert, ist uneinheitlich, und eine zusammenfassende Auswertung fehlt. 68, 6, 7, 69
Nervenschäden durch Diabetes lindern (Kribbeln, Taubheit, Schmerz)unklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs (Didangelos 2021, 90 Pers.; Yaqub 1992); Meta-Analysen nur mit B-Vitamin-Mischungen (Mandra 2026, Karedath 2022)kleine Besserungen, die kaum spürbar sind
Erwachsene mit diabetischer Polyneuropathie, oft unter Metformin und mit niedrigem B12; Tabletten; die Meta-Analysen mischen B12 allein mit B-Vitamin-Kombinationen
Ergebnisse: kleine Besserungen, die kaum spürbar sind; Beschwerde-Fragebogen −1,44 und Untersuchungsbefund −0,39 Punkte, Schmerz −0,44 Punkte nicht gesichert, Nervenleitung im Wadennerv 2,10 m/s schneller (Mandra 2026, B-Vitamin-Mischungen); B12 allein nicht gesichert besser als der Vergleich (4 Studien; Stein 2021); Methylcobalamin allein beim Schmerz ohne Effekt (15 Studien, 1.707 Pers.; Sawangjit 2020)
Ob B12-Tabletten Nervenbeschwerden bei Diabetes lindern, ist unklar, es gibt aber erste Hinweise darauf. Eine einjährige Placebo-Studie mit Metformin-Nutzern mit niedrigem B12 und eine ältere kleine Studie fanden deutliche Besserungen. Die Meta-Analysen rechnen B12 mit anderen B-Vitaminen zusammen und zeigen nur kleine Effekte, die Betroffene kaum spüren dürften; B12 allein wirkte in einer Auswertung nicht gesichert. 11, 70, 71, 72, 7, 73, 74
Akute Rückenschmerzen schneller loswerden (B-Vitamine zusätzlich zu Diclofenac)unklarwidersprüchlich4 Studien, 1.108 Pers. (Calderon-Ospina 2020)mehr Menschen früher schmerzfrei
Erwachsene mit akutem Kreuzschmerz; Arzneimittel-Kombination aus Diclofenac mit B1, B6 und B12 gegen Diclofenac allein; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: mehr Menschen früher schmerzfrei; Behandlung häufiger vorzeitig beendet, weil der Schmerz nachließ (4 Studien, 1.108 Pers.; Calderon-Ospina 2020); nach 3 Tagen 46,5 gegenüber 29 % ausreichend schmerzfrei (372 Pers.; Mibielli 2009); nach 1 Woche 53 von 184 gegenüber 48 von 192 schmerzfrei, nicht gesichert (418 Pers.; Brüggemann 1990)
Ob B1, B6 und B12 zusätzlich zu Diclofenac akute Kreuzschmerzen schneller lindern, ist widersprüchlich und damit offen: In einer Meta-Analyse und drei von vier Einzelstudien wurden mehr Menschen früher ausreichend schmerzfrei, die größte Einzelstudie fand keinen gesicherten Unterschied. Der Erstautor der Meta-Analyse berät den Hersteller Merck, und eine der Studien wurde von Merck finanziert. Das gilt nur für diese Arzneimittel-Kombination und lässt keinen Schluss auf B12 allein zu. 79, 80, 81
Schnellere Erholung bei Gesichtslähmung (Fazialisparese)unklar1 offene Studie ohne Placebo, 60 Pers. (Jalaludin 1995)volle Erholung nach etwa 2 statt fast 10 Wochen
Erwachsene mit idiopathischer Gesichtslähmung; Methylcobalamin allein oder mit Kortison gegen Kortison allein; offene Studie, Darreichungsform im Abstract nicht angegeben
Ergebnisse: volle Erholung nach etwa 2 statt fast 10 Wochen; im Mittel 1,95 Wochen mit Methylcobalamin, 2,05 Wochen mit Methylcobalamin und Kortison, 9,60 Wochen mit Kortison allein (Jalaludin 1995)
Ob Methylcobalamin die Erholung bei Gesichtslähmung beschleunigt, ist unklar, weil es nur eine kleine offene Studie ohne Placebo gibt. In dieser Studie von 1995 mit 60 Menschen erholten sich die Gesichtsnerven mit Methylcobalamin in rund zwei statt knapp zehn Wochen mit Kortison allein; ohne Scheinpräparat und ohne Wiederholung reicht das nicht für einen Nutzen. 63
Nervenschmerzen nach Gürtelrose lindernSpritzeunklarerste Hinweise4 Studien, 383 Pers. (Wang 2018)Schmerz auf der Skala von 0 bis 10 um rund 4 Punkte stärker gesunken, weniger …
Erwachsene mit Nervenschmerz nach Gürtelrose; überwiegend Methylcobalamin-Spritzen direkt unter die schmerzende Haut; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: Schmerz auf der Skala von 0 bis 10 um rund 4 Punkte stärker gesunken, weniger Schmerzmittel, bessere Lebensqualität (Wang 2018; laut Zusammenfassung gegen Placebo, die Studien verglichen aber überwiegend mit anderen Behandlungen); Spritze unter die Haut wirkte besser als Lidocain (98 Pers.; Xu 2013)
Ob B12-Spritzen unter die schmerzende Haut Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose lindern, ist unklar, es gibt aber erste Hinweise darauf. Die einzige Meta-Analyse fand eine deutliche Schmerzsenkung, ihre vier Studien stammen aber überwiegend aus derselben Arbeitsgruppe in China und verglichen meist mit anderen Behandlungen statt mit Placebo. Eine eigene Placebo-Studie fehlt, und über Tabletten sagen diese Studien nichts. 12, 76, 77
Rückenschmerzen mit B12-Spritzen lindernSpritzeunklarerste Hinweise2 RCTs, 120 Pers. (Mauro 2000, Chiu 2011)Schmerz und Beeinträchtigung deutlich stärker gesunken als unter Placebo, weniger …
Erwachsene mit chronischen, unspezifischen oder mechanischen Kreuzschmerzen ohne B12-Mangel; Spritze in den Muskel, Arzneimittel-Studien; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: Schmerz und Beeinträchtigung deutlich stärker gesunken als unter Placebo, weniger Paracetamol (60 Pers.; Mauro 2000); Beeinträchtigung im Alltag und Schmerz besser als unter Placebo (60 Pers.; Chiu 2011)
Ob B12-Spritzen in den Muskel chronische Kreuzschmerzen lindern, ist unklar, es gibt aber erste Hinweise darauf: Zwei kleine placebokontrollierte Studien mit je 60 Teilnehmenden fanden weniger Schmerz und weniger Beeinträchtigung im Alltag als mit Kochsalz-Spritzen. Die Teilnehmenden hatten keinen B12-Mangel. Eine Meta-Analyse fehlt, beide Studien sind älter und klein, und über Tabletten sagen sie nichts. 78, 13
Fortschreiten von ALS verlangsamen (Hochdosis-Spritzen)Spritzeunklarwidersprüchlich2 RCTs, 503 Pers. (Kaji 2019, Oki 2022)in einer Studie etwas weniger Verlust an Alltagsfunktionen
Menschen mit früher amyotropher Lateralsklerose; ultrahoch dosiertes Methylcobalamin (25 bis 50 mg) als Spritze in den Muskel, Arzneimittel-Studien aus Japan; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: in einer Studie etwas weniger Verlust an Alltagsfunktionen; nach 16 Wochen 1,97 Punkte besser auf der ALS-Funktionsskala als unter Placebo (130 Pers.; Oki 2022); in der Gesamtgruppe kein gesicherter Effekt auf Tod, Beatmung oder Funktion, nur in einer nachträglichen Auswertung früh Erkrankter (373 Pers.; Kaji 2019)
Ob sehr hoch dosierte Methylcobalamin-Spritzen das Fortschreiten von ALS bremsen, ist widersprüchlich und damit unklar: Eine japanische Studie mit früh erkannter ALS fand über 16 Wochen einen etwas geringeren Verlust an Alltagsfunktionen, eine größere, längere Vorgängerstudie in der Gesamtgruppe keinen Effekt. An beiden Studien war der Hersteller Eisai beteiligt, durch Präparatlieferung, Honorare oder angestellte Autoren. Es geht um ein Arzneimittel in einer Dosis, die mit Nahrungsergänzung nichts zu tun hat. 14, 15
B12-Mangel ausgleichen: Tabletten im Vergleich zu Spritzen (B12-Blutwert)spricht dagegen13 Vergleichsstudien, 4.275 Pers. (Abdelwahab 2024, Netzwerk-Meta-Analyse)kein gesicherter Unterschied zwischen Tablette und Spritze
Erwachsene mit nachgewiesenem B12-Mangel; hoch dosierte Tabletten oder Lutschtabletten, verglichen mit Spritzen in den Muskel (kein Placebo); nur bei Mangel untersucht
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied zwischen Tablette und Spritze; mit Spritze lag der B12-Wert im Mittel 94 pg/mL höher, mit Lutschtablette 43 pg/mL, beides nicht gesichert (Abdelwahab 2024); 1.000 µg täglich ohne nennenswerten Unterschied zur Spritze, 2.000 µg täglich hoben den Wert um 680 pg/mL stärker als die Spritze (3 Studien, 153 Pers.; Wang 2018); über alle Wege zusammen stieg der B12-Wert um gut 400 pg/mL, ohne Unterschied zwischen den Wegen (Mazur 2025, mit Beobachtungsstudien)
Die Studien sprechen dagegen, dass einer der beiden Wege Vorteile hat: Bei Menschen mit B12-Mangel hoben hoch dosierte Tabletten den Blutwert ähnlich an wie Spritzen in den Muskel. Das Urteil gilt diesem Vergleich, nicht der Frage, ob B12 einen Mangel ausgleicht. Untersucht wurden nur Menschen mit Mangel, die Studien sind klein und methodisch schwach, und ob sich Beschwerden gleich gut bessern, wurde kaum gemessen. 4, 64, 5, 65
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
B12-Mangel ausgleichen: Spritzen im Vergleich zu Tabletten (B12-Blutwert)Spritzespricht dagegen13 Vergleichsstudien, 4.275 Pers. (Abdelwahab 2024, Netzwerk-Meta-Analyse)kein gesicherter Unterschied zwischen Spritze und Tablette
Erwachsene mit nachgewiesenem B12-Mangel; Spritze in den Muskel, verglichen mit Tabletten (kein Placebo); nur bei Mangel untersucht
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied zwischen Spritze und Tablette; mit Spritze lag der B12-Wert im Mittel 94 pg/mL höher, nicht gesichert, Hämoglobin gleich (Abdelwahab 2024); in 3 kleinen Studien wirkten Spritze und Tablette ähnlich (Wang 2018); kein Unterschied zwischen den Wegen (Mazur 2025, mit Beobachtungsstudien)
Die Studien sprechen dagegen, dass Spritzen den B12-Blutwert besser anheben als Tabletten: Spritzen in den Muskel lagen in der großen Vergleichsauswertung zwar vorn, der Abstand zu hoch dosierten Tabletten war aber nicht gesichert. Untersucht wurden nur Menschen mit Mangel, Placebostudien gibt es dabei aus ethischen Gründen kaum. Bei schweren Nervenschäden oder gestörter Aufnahme im Darm wird in der Praxis meist mit Spritzen begonnen; dazu liefern diese Vergleiche keine eigene Aussage. 4, 64, 5
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Gehirn, Psyche & Energie 10
8 unklar · 2 spricht dagegen
Geistigen Abbau im Alter bremsen (B-Vitamin-Kombination)unklarwidersprüchlichpositiv: Wang 2022 (3.431 Pers.), Suh 2020; ohne Effekt: Clarke 2014 (7 Studien, 20.431 Pers.), Behrens 2020 (8 Studien), Chang 2023minimaler Vorteil in einigen Auswertungen, keiner in der größten
Ältere Erwachsene ohne Demenz; Kombination aus Folsäure und B12, meist mit B6, über mehr als 12 Monate; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: minimaler Vorteil in einigen Auswertungen, keiner in der größten; im Demenz-Suchtest MMSE 0,15 Punkte besser (Wang 2022); kleiner Vorteil bei der Denkleistung insgesamt (Suh 2020); kein Effekt bei 20.431 Pers. über im Mittel 2,3 Jahre (Clarke 2014); nach Schlaganfall neue Denkstörungen nicht seltener (2.214 Pers.; Hankey 2013)
Ob die Kombination aus Folsäure, B12 und meist B6 den geistigen Abbau im Alter bremst, ist widersprüchlich und damit unklar. Einige Meta-Analysen fanden einen minimalen Vorteil von gut einem Zehntel Punkt im Demenz-Suchtest MMSE, die größte Auswertung mit über 20.000 Teilnehmenden und drei große Einzelstudien dagegen keinen Effekt. Die Wirkung lässt sich nicht B12 allein zuschreiben. 84, 85, 86, 19, 87
Depressive Beschwerden lindernunklar2 kleine Placebo-RCTs, 122 Pers. (Oren 1994, Scholten 2018); Meta-Analysen nur mit Folsäure-Kombinationenkein Unterschied zu Placebo
Erwachsene mit Depression oder depressiven Symptomen, teils zusätzlich zu Antidepressiva; meist ohne deutlichen B12-Mangel; B12-Tabletten allein
Ergebnisse: kein Unterschied zu Placebo; Winterdepression mit 1,5 mg Cyanocobalamin dreimal täglich ohne Unterschied (27 Pers.; Oren 1994); Depressionswerte bei Erschöpfung mit Reizdarm oder Darmentzündung ohne Unterschied (95 Pers.; Scholten 2018); Folsäure und/oder B12 kurzzeitig zusätzlich zu Antidepressiva ohne gesicherten Effekt (5 Studien; Almeida 2015), Folsäure plus B12 praktisch ohne Effekt (3 Studien; Alzahrani 2024)
Ob B12 allein depressive Beschwerden lindert, ist unklar. Zwei kleine Placebo-Studien fanden keinen Unterschied, für eine verlässliche Aussage reichen sie nicht; die Meta-Analysen rechnen B12 mit Folsäure zusammen und fanden ebenfalls keinen Effekt. Ob Menschen mit echtem B12-Mangel profitieren, wurde kaum gezielt untersucht. 82, 24, 92, 93, 94, 83, 21
Depressionen vorbeugen und Rückfälle verhindern (mit Folsäure)unklarwidersprüchlichpositiv: Almeida 2015 (2 Studien), VITATOPS-DEP (273 Pers.); ohne Effekt: WAFACS (4.331 Pers.), SU.FOL.OM3 (2.000 Pers.), Ford 2008 (299 Pers.)uneinheitlich
Menschen mit erhöhtem Risiko oder nach überstandener Depression; Kombination aus Folsäure und B12, teils mit B6, über Monate bis Jahre; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: uneinheitlich; neue deutliche Depressionen seltener, relatives Risiko 0,65 (2 Studien), Rückfälle seltener (1 Studie) (Almeida 2015); nach Schlaganfall über etwa 7 Jahre seltener schwere Depression (273 Pers.; Almeida 2010); bei Frauen über etwa 7 Jahre kein Unterschied (4.331 Pers.; Okereke 2015); nach Herz-Kreislauf-Ereignis kein Effekt (2.000 Pers.; Andreeva 2012)
Ob Folsäure mit B12 Depressionen vorbeugt, ist widersprüchlich und damit unklar. Eine kleine Meta-Analyse und eine Studie nach Schlaganfall fanden seltener neue depressive Episoden, die beiden größten Studien mit über 6.000 Teilnehmenden dagegen keinen Unterschied. Die Wirkung lässt sich nicht B12 allein zuschreiben. 24, 95, 25, 96, 97
Beschwerden bei Schizophrenie lindern (zusätzlich zu Antipsychotika)unklar18 Studien, 832 Pers. (Firth 2017, alle Vitamine und Mineralstoffe zusammen)Gesamtbeschwerden etwas stärker gesunken als in der Vergleichsgruppe, knapp gesichert
Erwachsene mit Schizophrenie; B-Vitamin-Kombination (B6, B8 und B12, teils mit Folsäure) als Zusatz zu Antipsychotika; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: Gesamtbeschwerden etwas stärker gesunken als in der Vergleichsgruppe, knapp gesichert; keine Wirkung auf einzelne Symptombereiche (Firth 2017)
Ob B-Vitamine als Zusatz zu Antipsychotika die Beschwerden bei Schizophrenie lindern, ist unklar. Eine Meta-Analyse fand einen knappen, gerade noch gesicherten Vorteil, einzelne Symptombereiche besserten sich nicht, und die Studien waren sehr unterschiedlich. B12 war dabei nur ein Bestandteil einer Kombination. 98
Weniger Müdigkeit, mehr Energieunklar1 RCT, 95 Pers. (Scholten 2018)Erschöpfung gleich stark gesunken wie unter Placebo, um 8,1 gegenüber 8,3 Punkte
Erwachsene mit Erschöpfung bei normalem B12-Wert; hoch dosierte Tabletten
Ergebnisse: Erschöpfung gleich stark gesunken wie unter Placebo, um 8,1 gegenüber 8,3 Punkte; Motivation 2,2 Punkte besser (Scholten 2018); die Meta-Analyse fand nur eine Studie zu Müdigkeit ohne Ursache, keine Auswertung möglich (Markun 2021)
Ob B12 bei Müdigkeit ohne Mangel hilft, ist unklar, weil es kaum kontrollierte Studien gibt. Die einzige Placebo-Studie mit erschöpften Menschen mit Reizdarm oder chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und normalem B12-Wert fand mit 1.000 µg täglich über acht Wochen keine geringere Erschöpfung. Bei einem echten Mangel ist Müdigkeit ein typisches Zeichen; dazu gibt es keine placebokontrollierten Studien. 21, 82
Mehr Ausdauer und weniger Ermüdung beim Sport (B-Vitamin-Komplex)unklarerste Hinweise1 RCT, 32 Pers. (Lee 2023)Laufzeit bis zur Erschöpfung 1,26-mal so lang wie vorher und wie unter Placebo
gesunde, untrainierte junge Erwachsene; Kombination aus B1, B2, B6 und B12, 28 Tage; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: Laufzeit bis zur Erschöpfung 1,26-mal so lang wie vorher und wie unter Placebo; Laktat und Ammoniak niedriger (Lee 2023)
Ob ein B-Vitamin-Komplex die Ausdauer untrainierter junger Erwachsener verbessert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer kleinen Überkreuz-Studie liefen sie nach vier Wochen länger bis zur Erschöpfung als mit Placebo; die Studie wurde vom Hersteller des Präparats mitfinanziert. Es ist eine einzelne Studie mit einem Kombinationspräparat, welchen Anteil B12 hat, lässt sich nicht sagen. 23
Gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus normalisierenunklar1 RCT, 50 Pers. (Okawa 1997)kein Unterschied zu Placebo bei Stimmung, Tagesmüdigkeit oder Nachtschlaf nach 4 Wochen
Jugendliche und Erwachsene von 13 bis 55 Jahren mit verzögertem Schlafphasen-Syndrom; 3 mg Methylcobalamin pro Tag
Ergebnisse: kein Unterschied zu Placebo bei Stimmung, Tagesmüdigkeit oder Nachtschlaf nach 4 Wochen (Okawa 1997); bei Gesunden verkürzte Methylcobalamin die Schlafzeit, ohne Placebogruppe (20 Pers.; Mayer 1996)
Ob Methylcobalamin einen gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus normalisiert, ist unklar. Die einzige doppelblinde Studie fand bei verzögertem Schlafphasen-Syndrom nach vier Wochen keinen Unterschied zu Placebo; die früheren positiven Beobachtungen aus Japan stammen aus offenen Studien. Eine kleine Studie mit Gesunden ohne Placebogruppe beobachtete unter Methylcobalamin kürzeren Schlaf. 26, 99
Mehr Energie und Leistungsfähigkeit durch eine B12-SpritzeSpritzeunklar1 RCT, 20 Pers. (Shoffel-Havakuk 2021)kein gesicherter Unterschied zu Placebo
gesunde Erwachsene ohne B12-Mangel (Sängerinnen und Sänger mit leichten Stimmbeschwerden); eine Spritze in den Muskel; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied zu Placebo; nach 72 Stunden Stimmbeeinträchtigung 1,5 Punkte, Stimmermüdung 1 Punkt Unterschied, beides nicht gesichert (Shoffel-Havakuk 2021)
Ob eine B12-Spritze bei Gesunden mehr Energie bringt, ist unklar. In der einzigen verblindeten Überkreuz-Studie mit Sängerinnen und Sängern ohne Mangel besserte eine Spritze mit 1.000 µg Cyanocobalamin Stimmausdauer und Stimmermüdung nicht stärker als eine Kochsalz-Spritze. Größere Studien zu Energie oder Leistung bei Gesunden fehlen. 22
Gedächtnis und Denkleistung verbessernspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 667 Pers. (Dangour 2015, Kwok 2017, Eussen 2006)kein Nutzen für die Denkleistung
Erwachsene, meist älter, ohne Demenz und ohne deutlichen B12-Mangel; B12-Tabletten allein (Kombinationen mit Folsäure: siehe „Geistigen Abbau im Alter bremsen“)
Ergebnisse: kein Nutzen für die Denkleistung; nach 12 Monaten kein Effekt (201 Pers. ab 75 mit mäßigem Mangel; Dangour 2015), ebenso nach 27 Monaten (271 Pers. mit Diabetes; Kwok 2017); das Gedächtnis besserte sich unter Placebo stärker als mit B12 allein (195 Pers.; Eussen 2006); B12 allein in der Meta-Analyse praktisch ohne Effekt (Markun 2021, Tabletten und Spritzen zusammen)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 allein Gedächtnis und Denkleistung von Menschen ohne deutlichen Mangel verbessert. Drei Placebo-Studien mit zusammen 667 älteren Teilnehmenden fanden nach einem halben bis gut zwei Jahren keinen Nutzen; in einer schnitt die Placebogruppe beim Gedächtnis sogar besser ab. Auch die Meta-Analysen zeigen keinen Effekt, rechnen aber Tabletten, Spritzen und Kombinationen mit Folsäure zusammen. 82, 83, 16, 17, 18
Denkleistung bei Alzheimer-Demenz verbessernspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 638 Pers. (Aisen 2008, Kwok 2011, Sun 2007)kein Unterschied in den Alzheimer-Tests
Menschen mit Alzheimer-Demenz; Kombination aus B12 und Folsäure (teils mit B6); Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Unterschied in den Alzheimer-Tests; Verlauf im Test ADAS-Cog über 18 Monate gleich (409 Pers.; Aisen 2008); Demenzskala über 24 Monate gleich (140 Pers., Alzheimer oder vaskuläre Demenz; Kwok 2011); keine Unterschiede nach 26 Wochen (89 Pers.; Sun 2007); Meta-Analyse: im ADAS-Cog praktisch gleich, im gröberen MMSE ein knapper Vorteil (Lee 2024)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 zusammen mit Folsäure die Denkleistung bei Alzheimer-Demenz verbessert. Drei Placebo-Studien mit zusammen 638 Erkrankten fanden über sechs Monate bis zwei Jahre keinen Unterschied, auch nicht im für Alzheimer vorgesehenen Test ADAS-Cog. Nur im gröberen MMSE zeigte eine kleine Meta-Analyse einen knappen Vorteil; bei Demenz mit niedrigem B12-Spiegel fand der ältere Cochrane-Review ebenfalls keinen gesicherten Nutzen. 88, 89, 20, 90, 91
Herz, Knochen & Sonstiges 15
11 unklar · 3 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Erhöhten Homocysteinwert im Blut senkenunklarkeine Auswertung nur für Tabletten; 21 Studien, 1.625 Pers. mit Tabletten und Spritzen zusammen (Sohouli 2024)Homocystein um gut 4 µmol/L stärker gesunken als in der Vergleichsgruppe
Erwachsene, teils mit erhöhtem Homocystein oder B12-Mangel; B12 allein zum Einnehmen; Homocystein ist ein Laborwert
Ergebnisse: Homocystein um gut 4 µmol/L stärker gesunken als in der Vergleichsgruppe; deutlicher ab 12 Wochen, über 500 µg täglich und mit Hydroxocobalamin, Tabletten und Spritzen nicht getrennt (Sohouli 2024); vorher-nachher um 4,83 µmol/L gesunken über alle Darreichungen, ohne Placebo (16 Studien, 6.098 Pers.; Mazur 2025)
Ob B12-Tabletten allein den Homocysteinwert senken, ist unklar. Eine Meta-Analyse mit 21 Studien fand zwar eine deutliche Senkung um gut 4 µmol/L, sie trennt aber nicht zwischen Tabletten und Spritzen, und die wirksamste Form Hydroxocobalamin wird meist gespritzt. Homocystein ist ein Laborwert; ob seine Senkung vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützt, steht weiter unten unter „Herzinfarkten vorbeugen“ und „Schlaganfällen vorbeugen“. 29, 64
Schlaganfällen vorbeugen (mit Folsäure und B6)unklarwidersprüchlichpositiv: Martí-Carvajal 2017 (10 Studien, 44.224 Pers.), Lan 2016 (9 Studien); ohne Effekt: Ren 2026 (13 Studien, 68.363 Pers.)uneinheitlich, teils etwa ein Zehntel weniger Schlaganfälle
Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung; Kombination aus Folsäure, B12 und meist B6; Wirkung von B12 allein nicht trennbar; Nutzen allenfalls in Ländern ohne Folsäure-Anreicherung von Lebensmitteln
Ergebnisse: uneinheitlich, teils etwa ein Zehntel weniger Schlaganfälle; relatives Risiko 0,90, Qualität der Belege hoch (Martí-Carvajal 2017), 0,86 (Lan 2016), 0,91 und nicht gesichert (Ren 2026); ohne Folsäure-Anreicherung von Lebensmitteln 0,66, mit Anreicherung 1,04 (Zhang 2024); Einzelstudien: HOPE-2 0,75 (5.522 Pers.), SEARCH 1,02 (12.064 Pers.), WAFACS 1,14 (5.442 Pers.)
Ob Folsäure mit B12 und B6 Schlaganfällen vorbeugt, ist widersprüchlich und damit unklar. Der Cochrane-Review fand ein um etwa ein Zehntel geringeres Risiko, die neueste Meta-Analyse mit 13 Studien keinen gesicherten Effekt, und auch die großen Einzelstudien widersprechen sich. Ein Nutzen zeigte sich allenfalls in Ländern ohne Folsäure-Anreicherung von Lebensmitteln; welchen Anteil B12 daran hat, lässt sich aus diesen Kombinationsstudien nicht ablesen. 100, 27, 28, 101, 102
Herz-Kreislauf-Tod bei Dialyse verhindernunklar4 Studien, 1.186 Pers. (Nigwekar 2016, Anteil der Studien mit B12 unbekannt); 1 große RCT mit B12, 2.056 Pers. (HOST)kein gesicherter Vorteil
Menschen mit Nierenversagen an der Dialyse oder fortgeschrittener Nierenerkrankung; Folsäure mit oder ohne B6 und B12; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein gesicherter Vorteil; Herz-Kreislauf-Tod nicht gesichert seltener (Nigwekar 2016); Gesamtsterblichkeit unverändert mit 40 mg Folsäure, 100 mg B6 und 2 mg B12, keine Wirkung auf Gefäßereignisse (Jamison 2007); hohe gegen niedrige Dosis: Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht gesichert seltener (650 Pers.; Heinz 2010, Dosisvergleich)
Ob B12-haltige Vitamin-Kombinationen bei Dialyse Herz-Kreislauf-Todesfälle verhindern, ist unklar. Weder der Cochrane-Review noch die große HOST-Studie mit B12 fanden einen Vorteil; der Review lässt aber offen, wie viele seiner Studien überhaupt B12 enthielten, und HOST nennt die Herz-Kreislauf-Todesfälle nicht eigens. Für einen Nutzen spricht in den vorhandenen Studien nichts. 32, 103
Stürze verhindern und körperliche Leistungsfähigkeit im Alter erhaltenunklar1 RCT, 2.919 Pers. (Swart 2016)kein Unterschied bei Stürzen
Menschen ab 65 mit erhöhtem Homocystein; 500 µg B12 plus 400 µg Folsäure täglich (B-PROOF); Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Unterschied bei Stürzen; Zeit bis zum ersten Sturz gleich, Rückgang von Leistungstest und Handkraft wie unter Placebo (Swart 2016)
Ob B12 mit Folsäure Stürze im Alter verhindert, ist unklar, weil es nur eine Studie gibt: In der großen B-PROOF-Studie mit 2.919 Teilnehmenden gab es über zwei Jahre keinen Unterschied bei Stürzen, Kraft und Beweglichkeit. Zu den Geldgebern gehörte Orthica, der Hersteller der Studientabletten. Nur nachträgliche Auswertungen zeigten Hinweise bei sehr alten, therapietreuen Teilnehmenden. 31
Altersbedingter Makuladegeneration vorbeugenunklarerste Hinweise1 RCT, 5.205 Pers. (Christen 2009)55 gegenüber 82 Erkrankungen nach 7,3 Jahren
Frauen ab 40 mit Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Risikofaktoren; 1 mg Cyanocobalamin mit 2,5 mg Folsäure und 50 mg B6 täglich; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: 55 gegenüber 82 Erkrankungen nach 7,3 Jahren; auch Fälle mit Sehverschlechterung seltener (Christen 2009)
Ob Folsäure, B6 und B12 zusammen einer altersbedingten Makuladegeneration vorbeugen, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer großen Studie mit über 5.000 Frauen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko trat sie über gut sieben Jahre seltener auf als unter Placebo. Die Augenerkrankung war nicht das Hauptziel der Studie, eine Bestätigung fehlt, und die Wirkung lässt sich nicht B12 allein zuschreiben. 36
Wiederkehrende Mundgeschwüre (Aphthen) seltener machenunklarerste Hinweise1 RCT, 58 Pers. (Volkov 2009)im letzten Monat 74,1 gegenüber 32,0 % ohne Aphthen
Erwachsene mit wiederkehrenden Aphthen, unabhängig vom B12-Wert; 1.000 µg B12 unter die Zunge täglich, 6 Monate
Ergebnisse: im letzten Monat 74,1 gegenüber 32,0 % ohne Aphthen; Dauer der Schübe, Zahl der Geschwüre und Schmerz nach 5 bis 6 Monaten deutlich geringer (Volkov 2009)
Ob B12-Lutschtabletten wiederkehrende Aphthen seltener machen, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer placebokontrollierten Studie aus der Hausarztpraxis waren nach fünf bis sechs Monaten drei Viertel im letzten Monat ganz ohne Geschwüre, mit Placebo knapp ein Drittel. Der Effekt zeigte sich unabhängig vom B12-Wert, beruht aber auf einer einzigen kleinen Studie. 33
Migräne mit Aura vorbeugen (mit Folsäure und B6)unklar2 Placebo-RCTs, 258 Pers. (Lea 2009, Menon 2012), ohne Gruppenvergleich der Attackenhäufigkeit; Übersicht ohne Meta-Analyse (Liampas 2020)weniger Schmerz und Beeinträchtigung, Zahl der Attacken nicht verglichen
Erwachsene mit Migräne mit Aura; B6, Folsäure und B12 in Kombination; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: weniger Schmerz und Beeinträchtigung, Zahl der Attacken nicht verglichen; Attacken nur in der Vitamingruppe seltener als zu Beginn, kein Gruppenvergleich (52 Pers.; Lea 2009); Schmerzstärke und schwere Beeinträchtigung besser als unter Placebo, Häufigkeit nicht berichtet (206 Frauen; Menon 2012); 4 von 5 Studien mit B6 allein, B6 plus Folsäure oder allen dreien zugunsten der Vitamine (Liampas 2020)
Ob die Kombination aus B6, Folsäure und B12 Migräne mit Aura vorbeugt, ist unklar. Zwei Placebo-Studien mit der B12-haltigen Kombination fanden weniger Schmerz und Beeinträchtigung, verglichen die Zahl der Attacken aber nicht zwischen den Gruppen; die übrigen positiven Studien prüften B6 oder Folsäure ohne B12. B12 allein wurde nicht untersucht. 111, 112, 113
Hand-Fuß-Syndrom unter Chemotherapie mit Capecitabin verhindernunklarerste Hinweise1 RCT, 234 Pers. (Xia 2025)mittelschweres bis schweres Hand-Fuß-Syndrom bei 14,5 gegenüber 29,1 % unter Placebo
Frauen mit frühem HER2-negativem Brustkrebs unter Capecitabin; 0,5 mg Methylcobalamin dreimal täglich bis 24 Wochen
Ergebnisse: mittelschweres bis schweres Hand-Fuß-Syndrom bei 14,5 gegenüber 29,1 % unter Placebo; Dosis gesenkt oder Behandlung abgebrochen bei 7,7 gegenüber 13,7 %, nicht gesichert (Xia 2025)
Ob Methylcobalamin das Hand-Fuß-Syndrom unter Capecitabin verhindert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer großen placebokontrollierten Studie aus China halbierte es bei Brustkrebspatientinnen den Anteil mit mittelschwerem bis schwerem Hand-Fuß-Syndrom, Nebenwirkungen traten nicht häufiger auf. Es ist bislang die einzige Studie dieser Art; eine Einnahme während der Chemotherapie gehört in die Absprache mit der Onkologie. 35
Schmerzen bei Mundgeschwüren lindern (B12-Salbe)auf der HautErwachsene mit Aphthen; B12-Salbe auf die Geschwüre, 2 Tageunklarerste Hinweise1 RCT, 42 Pers. (Liu 2015)Schmerz nach 2 Tagen 0,36 gegenüber 1,80 Punkte unter Placebo
Ergebnisse: Schmerz nach 2 Tagen 0,36 gegenüber 1,80 Punkte unter Placebo (Liu 2015)
Ob eine B12-Salbe die Schmerzen von Mundgeschwüren lindert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer kleinen placebokontrollierten Studie wirkte sie innerhalb von zwei Tagen stärker als eine Salbe ohne Wirkstoff. Weitere Studien dazu gibt es nicht. 109
Ohrgeräusche (Tinnitus) lindernSpritzeunklar2 RCTs, 180 Pers. (Dadgarnia 2024, Singh 2016)kein Unterschied zu Placebo bei Stärke und Belastung durch den Tinnitus nach 1 und 3 …
Erwachsene mit chronischem oder idiopathischem Tinnitus; Spritzen in den Muskel (Singh 2016), in der größeren Studie Darreichung im Abstract nicht angegeben; Besserung nur bei B12-Mangel beobachtet; sagt nichts über Tabletten aus
Ergebnisse: kein Unterschied zu Placebo bei Stärke und Belastung durch den Tinnitus nach 1 und 3 Monaten (140 Pers.; Dadgarnia 2024); bei Mangel Besserung unter 2.500 µg wöchentlich für 6 Wochen (40 Pers., Pilotstudie; Singh 2016)
Ob B12 Ohrgeräusche lindert, ist unklar. Die größere placebokontrollierte Studie mit 140 Betroffenen fand nach einem und drei Monaten keinen Unterschied; eine kleine Pilotstudie mit B12-Spritzen sah eine Besserung nur bei Teilnehmenden mit B12-Mangel und verglich die Gruppen nicht direkt. Wenn überhaupt, betrifft ein möglicher Nutzen also nur Menschen mit Mangel. 37, 110
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Neurodermitis und Juckreiz mit B12-Creme lindernauf der Hautunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs im Seitenvergleich, 70 Pers. (Stücker 2004, Januchowski 2009)Hautbefund deutlich stärker gebessert als auf der Placebo-Seite
Erwachsene und Kinder mit atopischer Dermatitis; Creme mit B12 zweimal täglich, Seitenvergleich gegen Placebo-Creme
Ergebnisse: Hautbefund deutlich stärker gebessert als auf der Placebo-Seite; Neurodermitis-Wert um 55,34 gegenüber 28,87 Punkte gesunken (Stücker 2004); bei Kindern stärkere Besserung nach 2 und 4 Wochen (21 Kinder; Januchowski 2009); Vitamine linderten chronischen Juckreiz insgesamt, B12 auf der Haut gehörte zu den stärksten (21 Studien, 1.723 Pers.; Kuo 2025)
Ob eine B12-haltige Creme Neurodermitis lindert, ist unklar, es gibt aber erste Hinweise darauf: In zwei kleinen Studien besserte sie die Haut im direkten Vergleich der Körperseiten deutlich stärker als die gleiche Creme ohne Wirkstoff, bei Erwachsenen wie bei Kindern. Eine Meta-Analyse zu Vitaminen gegen Juckreiz zählt B12 auf der Haut zu den wirksamsten Varianten, mischt aber Neurodermitis und Schuppenflechte; über B12-Tabletten sagen die Studien nichts. 114, 34, 115
Herzinfarkten vorbeugenspricht dagegen13 Studien, 68.363 Pers. (Ren 2026)kein Schutz vor Herzinfarkt
Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung; Kombination aus Folsäure, B12 und meist B6 zur Homocystein-Senkung; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Schutz vor Herzinfarkt; relatives Risiko 0,97 (Ren 2026), 1,02 bei 46.699 Pers. und hoher Qualität der Belege (12 Studien; Martí-Carvajal 2017), 1,03 (9 Studien; Lan 2016), jeweils nicht gesichert
Die Studien sprechen dagegen, dass Kombinationen aus Folsäure, B12 und B6 Herzinfarkten vorbeugen, obwohl sie den Homocysteinwert senken. Die größte Meta-Analyse mit 13 Studien und der Cochrane-Review mit fast 47.000 Teilnehmenden fanden übereinstimmend keinen Schutz, und der Cochrane-Review hält diese Belege für verlässlich. 27, 28
Knochenbrüchen vorbeugenspricht dagegen14 Studien, 34.700 Pers. (Luo 2024)kein Schutz vor Brüchen
Ältere Erwachsene, oft mit erhöhtem Homocystein oder Gefäßerkrankung; B12 zusammen mit Folsäure (teils mit B6); Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Schutz vor Brüchen; relatives Risiko 1,06, nicht gesichert (Luo 2024); bei Gefäßpatienten ohne die zurückgezogene Sato-Studie 1,00 (3 Studien, 25.750 Pers.; Ruan 2015); B-PROOF 0,84, nicht gesichert (2.919 Pers.; van Wijngaarden 2014); nach Schlaganfall 0,86, nicht gesichert (8.164 Pers.; Gommans 2013)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 mit Folsäure Knochenbrüchen vorbeugt. Eine Meta-Analyse mit 14 Studien und fast 35.000 Teilnehmenden fand keinen Schutz, ebenso die großen Studien B-PROOF und VITATOPS. Eine japanische Studie mit deutlich weniger Hüftbrüchen wurde später zurückgezogen und zählt deshalb nicht. 30, 104, 105, 106
Knochendichte erhaltenspricht dagegen14 Studien, 34.700 Pers. (Luo 2024; Knochendichte nur in wenigen davon gemessen)kein Effekt auf die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Schenkelhals
Ältere Erwachsene; B12 zusammen mit Folsäure (und weiteren B-Vitaminen); Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: kein Effekt auf die Knochendichte an Lendenwirbelsäule und Schenkelhals (Luo 2024); B-PROOF an beiden Stellen ohne Unterschied (1.111 Pers.; Enneman 2015); niedrig dosierte B-Vitamine nur bei niedrigem B12 mit weniger Dichteverlust an der Hüfte (167 Pers.; Clements 2022)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 mit Folsäure die Knochendichte älterer Menschen erhält. Eine Meta-Analyse und die große B-PROOF-Studie fanden keinen Effekt; eine kleinere zweijährige Studie sah einen geringeren Dichteverlust nur bei Teilnehmenden mit anfangs niedrigem B12. Die Daten zur Knochendichte sind nach Einschätzung der Meta-Analyse noch dünn. 30, 107, 108
Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) besser behandeln (zusätzlich zu UV-Licht)nicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 offene RCT, 27 Pers. (Tjioe 2002)Wiederpigmentierung mit und ohne B12 plus Folsäure nicht gesichert verschieden
Erwachsene mit stabiler Vitiligo unter Schmalband-UVB; B12 plus Folsäure zusätzlich, offene Studie ohne Placebo; Wirkung von B12 allein nicht trennbar
Ergebnisse: Wiederpigmentierung mit und ohne B12 plus Folsäure nicht gesichert verschieden (Tjioe 2002)
Ob B12 mit Folsäure die Lichttherapie bei Vitiligo verbessert, ist in placebokontrollierten Studien nicht untersucht. Eine kleine offene Studie fand mit den Vitaminen zusätzlich zur einjährigen UV-Lichttherapie keine stärkere Wiederpigmentierung als mit Lichttherapie allein. 116
Schwangerschaft & Kinder 23
19 unklar · 1 spricht dagegen · 3 nicht untersucht
B12-Mangel in der Schwangerschaft vorbeugenunklarerste Hinweise2 Studien, 272 Schwangere (Finkelstein 2024; Qualität der Belege sehr niedrig)Mangel bei 25,9 statt 67,9 % der Schwangeren, Qualität der Belege sehr niedrig
Schwangere, überwiegend in Indien, Bangladesch, Nepal mit häufigem Mangel; 5 bis 250 µg täglich
Ergebnisse: Mangel bei 25,9 statt 67,9 % der Schwangeren, Qualität der Belege sehr niedrig; B12-Blutwert um rund 61 pmol/L höher, Studien sehr uneinheitlich (Finkelstein 2024); mit 50 µg täglich im zweiten Schwangerschaftsdrittel mittlerer Wert 216 statt 111 pmol/L (Duggan 2014)
Ob eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft dem Mangel der Mutter vorbeugt, ist noch unklar, obwohl die Ergebnisse deutlich ausfallen: Im Cochrane-Review hatte rund ein Viertel statt zwei Drittel der Schwangeren einen Mangel. Das beruht auf nur zwei kleinen Studien aus Ländern, in denen ein Mangel sehr häufig ist, und die Autoren halten die Belege für sehr schwach. Für gut versorgte Schwangere sagen sie wenig. 38, 117, 39
Mehr B12 beim Neugeborenen und in der Muttermilchunklarerste Hinweise2 Studien, 144 Kinder (Finkelstein 2024)höhere B12-Werte bei den Kindern
Einnahme durch Schwangere/Stillende; Werte bei Säugling und in der Muttermilch
Ergebnisse: höhere B12-Werte bei den Kindern; im Blut der Kinder um rund 72 pmol/L höher (Finkelstein 2024); 6 Wochen nach der Geburt Muttermilch im Mittel 136 statt 87 pmol/L, Säuglinge 199 statt 139 pmol/L (Duggan 2014); mit 250 µg täglich mehr B12 in Blut, Vormilch und Muttermilch, weniger Methylmalonsäure bei Neugeborenen (Siddiqua 2016)
Ob Babys mehr B12 bekommen, wenn die Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit B12 einnimmt, ist noch unklar, die ersten Studien sprechen aber dafür: Die Kinder hatten höhere B12-Werte, und die Muttermilch enthielt mehr B12. Die Belege stammen aus wenigen kleinen Studien in Ländern mit häufigem Mangel. Ob die höheren Werte dem Kind messbar nützen, zeigen diese Studien nicht. 38, 117, 118
Blutarmut in der Schwangerschaft verhindernunklar2 Studien, 284 Schwangere (Finkelstein 2024)Blutarmut etwa gleich häufig, 70,9 gegenüber 65,0 %
Schwangere in Ländern mit häufigem Mangel, meist zusätzlich Eisen und Folsäure
Ergebnisse: Blutarmut etwa gleich häufig, 70,9 gegenüber 65,0 %; Unterschied nicht gesichert, Qualität der Belege sehr niedrig (Finkelstein 2024)
Ob eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft Blutarmut verhindert, ist unklar. Im Cochrane-Review war Blutarmut mit und ohne B12 etwa gleich häufig, die Daten stammen aber aus nur zwei kleinen Studien, deren Belege die Autoren für sehr schwach halten. Die meisten Frauen bekamen ohnehin Eisen und Folsäure. 38
Seltener FrühgeburtSchwangere in Ländern mit häufigem Mangelunklar2 Studien, 340 Schwangere (Finkelstein 2024)Frühgeburten praktisch gleich häufig
Ergebnisse: Frühgeburten praktisch gleich häufig; Unterschied nicht gesichert, Qualität der Belege niedrig (Finkelstein 2024); Beobachtungsdaten: mit B12-Mangel etwas häufiger Frühgeburten, nicht gesichert, und je höher der B12-Wert, desto seltener (Rogne 2017)
Ob eine B12-Einnahme Frühgeburten verhindert, ist unklar. Im Cochrane-Review lag die Rate mit und ohne B12 praktisch gleich, allerdings aus nur zwei kleinen Studien. Beobachtungsdaten mit über 11.000 Schwangeren zeigen, dass Frauen mit niedrigerem B12 etwas häufiger zu früh entbinden; ob die Einnahme daran etwas ändert, ist offen. 38, 119
Seltener niedriges GeburtsgewichtSchwangere in Ländern mit häufigem Mangelunklar2 Studien, 344 Schwangere (Finkelstein 2024)mit B12 eher häufiger niedriges Geburtsgewicht, nicht gesichert
Ergebnisse: mit B12 eher häufiger niedriges Geburtsgewicht, nicht gesichert; Qualität der Belege niedrig (Finkelstein 2024); Wachstumsverzögerung im Mutterleib 25 gegenüber 34 %, nicht gesichert (Duggan 2014); Beobachtungsdaten: Mangel mit etwas mehr niedrigem Geburtsgewicht verbunden (Rogne 2017)
Ob B12 vor niedrigem Geburtsgewicht schützt, ist unklar. Im Cochrane-Review war es mit B12 eher etwas häufiger, der Unterschied war aber nicht gesichert und beruht auf nur zwei kleinen Studien. Beobachtungsdaten verbinden einen B12-Mangel der Mutter mit etwas mehr untergewichtigen Neugeborenen. 38, 117, 119
Geistige Entwicklung des Babys fördern (Einnahme in der Schwangerschaft)unklar2 Placebo-RCTs, 903 Kinder (Chandyo 2023, Srinivasan 2017)kein Unterschied in den Entwicklungstests
Schwangere in Nepal und Indien, Einnahme bis 6 Wochen bzw. 6 Monate nach Geburt
Ergebnisse: kein Unterschied in den Entwicklungstests; geistiger Entwicklungswert 97,7 gegenüber 97,1 (Chandyo 2023); mit 9 Monaten in keinem Bereich ein Unterschied (Srinivasan 2017); Sprachausdruck mit 30 Monaten etwas besser (Thomas 2019); 250 statt 50 µg täglich: geistiger Entwicklungswert 103,7 gegenüber 101,7 (Nagpal 2026, Dosisvergleich)
Ob eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft die geistige Entwicklung der Babys fördert, ist unklar. Die beiden Placebo-Studien fanden keinen Unterschied: Bei 800 Schwangeren in Nepal, die meisten mit niedrigem B12, lagen die Werte der Kinder mit 6 und 12 Monaten gleichauf, ebenso in einer kleineren indischen Studie mit 9 Monaten. Ein Vorteil zeigte sich nur beim Sprachausdruck mit 30 Monaten und im Vergleich von 250 µg mit 50 µg täglich. 39, 38, 120, 121, 122, 123
Wachstum des Babys fördern (Einnahme in der Schwangerschaft)Schwangere in Nepal, Kinder bis 12 Monateunklar1 RCT, 800 Schwangere, 729 Kinder ausgewertet (Chandyo 2023)kein Unterschied in der Körperlänge mit 12 Monaten
Ergebnisse: kein Unterschied in der Körperlänge mit 12 Monaten; Länge im Vergleich zur Altersnorm −0,57 gegenüber −0,55 (Chandyo 2023)
Ob eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft das Wachstum der Babys fördert, ist unklar. In der einzigen großen Studie aus Nepal wuchsen Babys von Müttern mit B12 nicht besser als in der Placebogruppe, obwohl die meisten Mütter anfangs zu wenig B12 hatten. Weitere Studien gibt es nicht. 39
Bessere Impfantwort bei Schwangerenunklarerste Hinweise1 RCT, 68 Schwangere (Siddiqua 2016)mehr Antikörper gegen die Impfung in Blut und Vormilch der Mütter
blutarme Schwangere in Bangladesch, Grippeimpfung (H1N1); 250 µg/Tag plus Eisen und Folsäure
Ergebnisse: mehr Antikörper gegen die Impfung in Blut und Vormilch der Mütter; bei den Säuglingen keine bessere Impfantwort, aber seltener erhöhte Entzündungswerte (Siddiqua 2016)
Ob B12 die Impfantwort von Schwangeren verbessert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer kleinen Studie mit 68 blutarmen Schwangeren bildeten Frauen mit B12 nach einer Grippeimpfung mehr Antikörper als ohne. Bei ihren Babys verbesserte sich die Impfantwort nicht, und Antikörper sind nur ein Laborwert. 118
Neuralrohrdefekte (offener Rücken) verhindernunklarkeine kontrollierte Studie mit B12 (Finkelstein 2024 fand keine); Beobachtung 32 Studien, 1.890 betroffene und 3.995 Kontroll-Mütter (Tang 2015)Mütter mit betroffener Schwangerschaft hatten etwas niedrigere B12-Werte, im Mittel das …
Frauen vor und in der Frühschwangerschaft; Folsäure ist davon getrennt zu sehen
Ergebnisse: Mütter mit betroffener Schwangerschaft hatten etwas niedrigere B12-Werte, im Mittel das 0,91-Fache (Tang 2015)
Ob B12 Neuralrohrdefekten vorbeugt, ist offen: Der Cochrane-Review hat gezielt danach gesucht und keine einzige kontrollierte Studie gefunden. Mütter betroffener Kinder hatten in Beobachtungsstudien etwas niedrigere B12-Werte, das beweist aber keinen Schutz durch Einnahme. Folsäure ist davon getrennt zu sehen und wird als eigener Stoff bewertet. 38, 124
B12-Mangel bei Kindern vorbeugenKinder unter 12 Jahren, B12 allein (0,9 bis 150 µg/Tag) gegen Placebounklarerste Hinweise3 Studien, 642 Kinder (Larvie 2026)Mangel bei 1,8 statt 7,6 % der Kinder, Qualität der Belege hoch
Ergebnisse: Mangel bei 1,8 statt 7,6 % der Kinder, Qualität der Belege hoch; B12-Blutwert um rund 69 pmol/L höher; als Zusatz zu anderen Mikronährstoffen kein gesicherter Unterschied (Larvie 2026)
Ob B12 allein Kinder vor einem Mangel schützt, ist noch unklar, auch wenn die Zahlen deutlich sind: Im Cochrane-Review hatten mit B12 1,8 statt 7,6 Prozent einen Mangel, und die Autoren halten die Belege für verlässlich, es sind aber nur drei Studien. Kam B12 zusätzlich zu einem Mehrfachpräparat dazu, machte es keinen messbaren Unterschied; die Studien stammen überwiegend aus Ländern mit häufigem Mangel. 41, 127
Wachstum bei Kindern fördernSäuglinge und Kinder unter 12 Jahren, meist mit Mangelrisikounklar2 Studien, 143 Kinder (B12 allein); 2 Studien, 608 Kinder (als Zusatz) (Larvie 2026)kein Effekt auf die Körpergröße
Ergebnisse: kein Effekt auf die Körpergröße; Unterschied −0,19 cm, als Zusatz −0,22 cm, beides nicht gesichert (Larvie 2026); Wachstum in 12 Monaten 0,20 cm Unterschied, nicht gesichert (Strand 2020); nur beim Gewicht ein sehr kleiner Vorteil, mehr bei unterernährten Kindern (Strand 2015)
Ob B12 das Wachstum von Kindern fördert, ist unklar. Weder der Cochrane-Review noch zwei große Studien aus Indien und Nepal fanden einen Effekt auf die Körpergröße, für B12 allein liegen aber nur zwei kleine Studien vor. Eine indische Studie mit 1.000 Kleinkindern fand nur eine sehr kleine Gewichtszunahme, vor allem bei unterernährten Kindern. 41, 127, 128
Motorische Entwicklung von Kleinkindern fördernSäuglinge und Kleinkinder mit Mangelrisiko, Tabletten/Tropfenunklarwidersprüchlich1 Studie, 403 Kinder (B12 allein); 2 Studien, 960 Kinder (als Zusatz) (Larvie 2026)uneinheitlich
Ergebnisse: uneinheitlich; B12 allein ohne Unterschied (1 Studie, 403 Kinder), als Zusatz praktisch kein Unterschied (Larvie 2026); bessere Grobmotorik mit B12 plus Folsäure und auch mit B12 allein (Kvestad 2015)
Ob B12 die Motorik von Kleinkindern fördert, ist widersprüchlich und damit unklar. Eine indische Studie fand bessere Grobmotorik, vor allem mit B12 und Folsäure zusammen; eine große Studie aus Nepal und der Cochrane-Review fanden keinen Unterschied. Für B12 allein liegt im Cochrane-Review nur eine Studie vor. 41, 130, 127
Blutarmut bei Kindern verhindernSäuglinge und Kleinkinder mit Mangelrisikounklar2 Studien, 144 Kinder (Larvie 2026)kein gesicherter Unterschied
Ergebnisse: kein gesicherter Unterschied; Blutarmut 9,1 gegenüber 4,5 %, nicht gesichert (Larvie 2026); Hämoglobin praktisch gleich (Strand 2020); kein Anstieg des Hämoglobins über 6 Monate (Kumar 2017)
Ob B12 bei Kindern Blutarmut verhindert, ist unklar. Der Cochrane-Review mit zwei kleinen Studien und zwei große Studien aus Indien und Nepal fanden keinen Effekt auf Blutarmut oder Hämoglobin, die großen Studien berichten aber nur den Mittelwert. Blutarmut hat bei Kindern meist andere Ursachen, vor allem Eisenmangel. 41, 127, 131
Seltener Durchfall bei KleinkindernKleinkinder (6 bis 30 Monate bzw. 6 bis 11 Monate) in Indien und Nepalunklar2 RCTs, 1.000 bzw. 600 Kinder (Taneja 2013; Strand 2026), keine Meta-Analysenicht weniger Durchfall mit B12
Ergebnisse: nicht weniger Durchfall mit B12 (Taneja 2013); Arztbesuche 1.474 gegenüber 1.498, keine der 20 erfassten Erkrankungen seltener (Strand 2026); länger anhaltender Durchfall häufiger, Chance 2,1-fach, aber nur in den Gruppen mit Folsäure (indische Studie)
Ob B12 Kleinkinder vor Durchfall schützt, ist unklar, für eine Entwarnung reichen zwei Studien nicht. In beiden großen Placebo-Studien aus Indien und Nepal mit zusammen 1.600 Kindern gab es mit B12 nicht weniger Durchfall. Länger anhaltender Durchfall trat in der indischen Studie häufiger auf, aber nur in den Gruppen mit Folsäure, nicht mit B12 allein. 132, 133
Seltener Atemwegsinfekte bei KleinkindernKleinkinder in Indien und Nepalunklar2 RCTs, 1.000 bzw. 600 Kinder (Taneja 2013; Strand 2026), keine Meta-Analysenicht weniger Infekte der unteren Atemwege
Ergebnisse: nicht weniger Infekte der unteren Atemwege (Taneja 2013); keine der 20 erfassten Erkrankungen seltener, Arztbesuche praktisch gleich (Strand 2026)
Ob B12 Atemwegsinfekte bei Kleinkindern verringert, ist unklar. In zwei großen Placebo-Studien mit zusammen 1.600 Kindern aus Ländern mit häufigem Mangel erkrankten Kinder mit und ohne B12 gleich oft; für eine verlässliche Aussage sind zwei Studien aber zu wenige. 132, 133
Motorische Entwicklung von Säuglingen mit auffälligen B12-Werten fördern (Spritze)Spritzeunklarerste Hinweise1 RCT, 79 Säuglinge (Torsvik 2013)Motorik-Wert nach 1 Monat im Mittel um 7,0 statt 4,5 Punkte gestiegen
Säuglinge unter 8 Monaten in Norwegen mit erhöhtem Homocystein und Entwicklungs- oder Fütterungsproblemen; einmalig 400 µg Hydroxocobalamin in den Muskel; sagt nichts über Tropfen/Tabletten
Ergebnisse: Motorik-Wert nach 1 Monat im Mittel um 7,0 statt 4,5 Punkte gestiegen; Homocystein um 54 %, Methylmalonsäure um 84 % gesunken (Torsvik 2013)
Ob eine B12-Spritze die Motorik von Säuglingen mit Zeichen eines B12-Mangels verbessert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer kleinen norwegischen Studie entwickelte sie sich einen Monat nach einer einzigen Spritze stärker als nach einer Scheinspritze. Gezeigt ist das nur bei Säuglingen mit auffälligen Werten; über Tropfen oder Tabletten sagt die Studie nichts. 43
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Weniger Spucken bei Säuglingen mit auffälligen B12-Werten (Spritze)Spritzeunklarerste Hinweise1 RCT, 79 Säuglinge (Torsvik 2013)Spucken besserte sich bei 69 statt 29 % der Säuglinge
Säuglinge unter 8 Monaten mit erhöhtem Homocystein; einmalig 400 µg Hydroxocobalamin in den Muskel
Ergebnisse: Spucken besserte sich bei 69 statt 29 % der Säuglinge (Torsvik 2013)
Ob eine B12-Spritze das Spucken bei Säuglingen mit Zeichen eines B12-Mangels bessert, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In derselben kleinen norwegischen Studie besserte es sich bei 69 statt 29 Prozent, nach Angaben der Eltern in Fragebögen. Gezeigt ist das nur bei Säuglingen mit auffälligen Werten und bisher nicht bestätigt. 43
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Autismus-Symptome bei Kindern lindern (Spritze)Spritzeunklarwidersprüchlich1 RCT, 57 Kinder (Hendren 2016); 1 Crossover-RCT, 30 Kinder (Bertoglio 2010)Ärzte beurteilten die Kinder etwas besser, die Eltern sahen keinen Unterschied
Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung (3 bis 8 Jahre); Methylcobalamin unter die Haut alle 3 Tage; sagt nichts über Tabletten
Ergebnisse: Ärzte beurteilten die Kinder etwas besser, die Eltern sahen keinen Unterschied; ärztliche Gesamtnote 2,4 gegenüber 3,1 (niedriger ist besser), Elternfragebögen unverändert (Hendren 2016); keine Unterschiede in Verhalten oder Glutathion (Bertoglio 2010)
Ob B12-Spritzen bei Autismus helfen, ist unklar: In einer kleinen Studie beurteilten Ärzte die Kinder mit Methylcobalamin etwas besser, die Eltern bemerkten in ihren Fragebögen aber keinen Unterschied. Eine zweite kleine Studie fand im Mittel keinen Effekt. 44, 135
B12-Mangelanämie bei Kindern: Spritze besser als TabletteSpritzeunklarerste Hinweise1 offene RCT, 80 Kinder (Tandon 2022); systematischer Review mit nur dieser Studie (Sachdeva 2025)B12 und Hämoglobin stiegen mit Spritzen stärker
Kinder (2 Monate bis 18 Jahre) mit B12-Mangel-Blutarmut; nach einer gemeinsamen Startspritze weiter Spritzen oder täglich 500 bis 1.500 µg als Tablette; offener Vergleich, kein Placebo; nur bei Mangel untersucht
Ergebnisse: B12 und Hämoglobin stiegen mit Spritzen stärker; B12 nach 3 Monaten im Mittel um 600 statt 399 pg/mL, Hämoglobin um 2,7 statt 0,5 g/dL (Tandon 2022); keine Angaben zur Sicherheit
Ob Spritzen bei Kindern mit B12-Mangel-Blutarmut besser wirken als Tabletten, ist unklar, es gibt aber einen ersten Hinweis: In einer kleinen indischen Studie stiegen Hämoglobin und B12 mit Spritzen stärker. Die Studie war offen und anfällig für Verzerrungen, und untersucht wurden nur Kinder mit Mangel. Bei Erwachsenen zeigten Vergleichsstudien keinen Unterschied zwischen hoch dosierten Tabletten und Spritzen. 136, 137
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Geistige Leistung von Kindern verbessernSäuglinge und Kinder unter 12 Jahren, meist mit Mangelrisikospricht dagegen3 Placebo-RCTs, 1.813 Kinder (Strand 2020, Kvestad 2020, Kvestad 2015)kein Unterschied in Entwicklungs- und Intelligenztests
Ergebnisse: kein Unterschied in Entwicklungs- und Intelligenztests; Entwicklungswerte unverändert (600 Kinder; Strand 2020), IQ im Vorschulalter 84,4 gegenüber 85,0 (Ulak 2023, Nachuntersuchung); keine Wirkung auf den IQ mit 6 bis 9 Jahren (791 Kinder; Kvestad 2020) und auf das Problemlösen (422 Kinder; Kvestad 2015); geistige Leistung im Cochrane-Review praktisch gleich (Larvie 2026)
Die Studien sprechen dagegen, dass B12 die geistige Leistung von Kindern verbessert. Drei Placebo-Studien mit zusammen über 1.800 Kindern aus Ländern mit häufigem Mangel fanden keinen Unterschied, auch nicht beim IQ im Vorschul- und Schulalter. Der Cochrane-Review kommt zum gleichen Ergebnis. 41, 129, 127, 42, 130
Schwangerschaftsdiabetes verhindernSchwangerenicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine kontrollierte Studie; Beobachtung: 10 Studien, 10.595 Schwangere (He 2022)Beobachtung: mit B12-Mangel häufiger Schwangerschaftsdiabetes, Chance 1,46-fach, …
Ergebnisse: Beobachtung: mit B12-Mangel häufiger Schwangerschaftsdiabetes, Chance 1,46-fach, Studien uneinheitlich (He 2022)
Ob eine B12-Einnahme Schwangerschaftsdiabetes verhindert, ist nicht untersucht, kontrollierte Studien gibt es nicht. Schwangere mit B12-Mangel bekamen in Beobachtungsstudien häufiger einen Schwangerschaftsdiabetes, Ursache und Wirkung bleiben dabei offen. 125
Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) verhindernSchwangerenicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine kontrollierte Studie; Beobachtungsstudien (Mardali 2021)Beobachtung: B12 bei Präeklampsie im Mittel 15 pg/mL niedriger, Studien sehr uneinheitlich
Ergebnisse: Beobachtung: B12 bei Präeklampsie im Mittel 15 pg/mL niedriger, Studien sehr uneinheitlich (Mardali 2021)
Ob B12 vor Präeklampsie schützt, ist nicht untersucht. Frauen mit Präeklampsie hatten in Beobachtungsstudien etwas niedrigere B12-Werte, die Studien widersprachen sich aber stark. 126
Blutarmut bei Frühgeborenen mildern (Spritze)Spritzenicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 offene RCT ohne Placebo, 184 Frühgeborene (Worthington-White 1994)höheres Hämoglobin nach 10 bis 12 Wochen
Frühgeborene unter 1.800 g; 100 µg B12 monatlich in den Muskel über 4 Monate, alle mit Eisen und Vitamin E; sagt nichts über Tropfen
Ergebnisse: höheres Hämoglobin nach 10 bis 12 Wochen; mit B12 allein oder mit Folsäure höher als ohne B12 und als mit Folsäure allein (Worthington-White 1994)
Ob B12-Spritzen die Blutarmut bei Frühgeborenen mildern, ist in placebokontrollierten Studien nicht untersucht. Eine ältere offene Studie mit 184 Frühgeborenen fand nach zehn bis zwölf Wochen höhere Hämoglobinwerte mit monatlichen Spritzen als ohne B12. Die Behandlung gehört in die Hand der Kinderklinik. 134
Auffällig ist die breite Mitte. Bei über fünfzig Fragen ist die Lage offen, weil es nur eine oder zwei kleine Studien gibt oder weil sich die Studien widersprechen. Hinzu kommt eine Besonderheit. Dass B12 einen Mangel ausgleicht, ist so selbstverständlich, dass dazu aus ethischen Gründen kaum Placebo-Studien laufen, und deshalb bewerten die beiden Zeilen zum Mangel den Vergleich zwischen Tablette und Spritze.
Mangel ausgleichen: Tablette oder Spritze?
Bei einem nachgewiesenen Mangel heben hoch dosierte Tabletten den Blutwert ähnlich gut wie Spritzen. So verglich die umfassendste Auswertung in 13 Studien mit Menschen, denen B12 fehlte, Tabletten, Lutschtabletten und Spritzen in den Muskel. Dabei lag die Spritze im Mittel leicht vorn, doch der Abstand war so unsicher, dass er auch Zufall sein konnte.4 Die Studien sprechen also eher dagegen, dass die Spritze beim Blutwert einen Vorteil hat. In einer Cochrane-Auswertung, einer besonders gründlichen Zusammenfassung, reichten dafür 1.000 µg täglich als Tablette, mit 2.000 µg lag die Tablette sogar vorn.5
Doch die Einschränkungen sind deutlich. Die Studien waren klein, dauerten nur Monate und maßen fast nur den Blutwert, nicht ob Kribbeln und Müdigkeit gleich schnell verschwanden. Bei schweren Nervenschäden beginnt die Praxis deshalb meist mit Spritzen, weil dort jede Woche zählt und niemand riskieren möchte, dass eine Tablette bei einer unerkannten Aufnahmestörung zu wenig ins Blut bringt. Wichtig ist zudem die Ursache. Für Menschen, die das Diabetesmittel Metformin nehmen und dadurch etwa doppelt so oft einen Mangel haben,6 gibt es erste Hinweise aus Placebo-Studien, dass Tabletten den Wert wieder anheben. Dabei stieg er in der längsten Studie binnen eines Jahres auf mehr als das Dreifache.7
Ob B12 dagegen das Blutbild älterer Menschen mit nur leicht niedrigem Wert verbessert, ist unklar. Denn in vier kleinen Placebo-Studien änderte sich der rote Blutfarbstoff nicht.8 Sicher erkennen lässt sich ein Vitamin-B12-Mangel ohnehin nur per Bluttest.
So wurde gemessen
- Tablette gegen Spritze: 13 Vergleichsstudien mit 4.275 Menschen mit Mangel; Spritze gegenüber Tablette 94 pg/mL höher, Spanne −93 bis 282, Hämoglobin ohne Unterschied.4 Cochrane: 3 Studien mit 153 Personen über 3 bis 4 Monate.5
- Metformin: 31 Beobachtungsstudien, relatives Mangelrisiko 2,09;6 90 Menschen, 1.000 µg Methylcobalamin über 1 Jahr, B12 von 232 auf 777 pmol/L.7
- Blutbild im Alter: Einzeldaten aus 4 Placebo-Studien mit 343 Menschen ab 60, Hämoglobin unverändert.8


Nerven und Schmerzen: Was leistet B12?
Bei Nervenschäden durch Diabetes schneiden Spritzen in Akupunkturpunkte wahrscheinlich besser ab als andere B12-Gaben. Das ist die einzige Wirkung, die bei uns die zweithöchste Stufe erreicht. So sprachen in zwei Auswertungen chinesischer Studien etwa ein Viertel mehr Behandelte auf diese Spritzen an als mit B12 als Tablette, Muskelspritze oder Infusion.910 Allerdings verglichen diese Studien nur Darreichungen miteinander. Eine Scheinbehandlung fehlte. Das schwächt den Befund.
Bei Tabletten ist die Lage schwächer. Dass sie Nervenschäden durch Diabetes lindern, dafür gibt es nur erste Hinweise. Eine einjährige Placebo-Studie mit Metformin-Nutzern fand weniger Schmerz und bessere Nervenleitung,7 die Auswertungen aller Studien zeigten aber nur kleine Effekte, die für Betroffene kaum spürbar sein dürften, und rechneten B12 mit anderen B-Vitaminen zusammen.11 Ähnlich steht es um Schmerzen nach einer Gürtelrose. Dort senkten Spritzen direkt unter die schmerzende Haut den Schmerz in einer Auswertung deutlich, doch die Studien stammen meist aus einer Arbeitsgruppe und verglichen selten mit Placebo, sodass es nur erste Hinweise gibt.12
Erste Hinweise gibt es auch bei chronischen Kreuzschmerzen, wo zwei kleine Studien mit B12-Spritzen in den Muskel weniger Schmerz fanden als mit Kochsalz-Spritzen.13 Ob sehr hoch dosierte Spritzen das Fortschreiten der Nervenkrankheit ALS bremsen, ist widersprüchlich und damit unklar, zumal die verwendeten Mengen von 25 bis 50 Milligramm mit einem Nahrungsergänzungsmittel nichts mehr zu tun haben. So fand eine japanische Studie mit früh erkannter ALS einen kleinen Vorteil,14 eine größere Vorgängerstudie in der Gesamtgruppe keinen;15 an beiden war der Hersteller des Arzneimittels beteiligt. Ob B12 bei einer Gesichtslähmung hilft, ist unklar. In einer kleinen offenen Studie von 1995 erholten sich die Gesichtsnerven mit Methylcobalamin in rund zwei statt knapp zehn Wochen, doch ein Scheinpräparat fehlte, und wiederholt wurde das Ergebnis nie.63
So wurde gemessen
- Akupunkturpunkt-Spritzen: 10 Studien mit 927 Personen, Ansprechrate 1,27-fach;9 20 Studien mit 1.688 Personen, 1,28-fach.10
- Tabletten bei Diabetes: 13 Studien mit 834 Personen, Beschwerden und Befund leicht gebessert, unter der Schwelle klinischer Bedeutung.11
- Gürtelrose: 4 Studien mit 383 Personen, Schmerz 4 Punkte niedriger auf einer Skala bis 10.12
- ALS: 130 Personen, 50 mg zweimal pro Woche, Funktionsskala 2 Punkte besser nach 16 Wochen;14 373 Personen, Hauptziele nicht erreicht.15
Gedächtnis, Psyche und Energie: Was ist belegt?
Für Gedächtnis und Denken sprechen die Studien eher dagegen, dass B12 allein Menschen ohne deutlichen Mangel hilft. Denn in drei Placebo-Studien mit zusammen fast 700 älteren Teilnehmenden blieb die Denkleistung nach einem halben bis gut zwei Jahren gleich.1617 Dabei besserte sich in einer davon das Gedächtnis mit Scheinpräparat sogar stärker als mit B12.18 Ob die Kombination mit Folsäure und B6 den geistigen Abbau im Alter bremst, ist widersprüchlich; die größte Auswertung mit über 20.000 Teilnehmenden fand keinen Effekt.19 Bei bestehender Alzheimer-Demenz sprechen die Studien eher dagegen, dass die Kombination die Denkleistung verbessert.20
Und die Müdigkeit, das wohl häufigste Versprechen auf den Packungen? Ob B12 bei Müdigkeit ohne Mangel hilft, ist unklar. Denn die einzige Placebo-Studie mit erschöpften Menschen, deren B12-Wert normal war, fand keinen Unterschied.21 Ähnlich ist es mit der Energiespritze, die manche Praxen anbieten. Dabei wirkte sie in einer kleinen Studie mit Sängerinnen und Sängern ohne Mangel nicht besser als Kochsalz, und ob sie Gesunden Energie gibt, bleibt unklar.22 Für einen B-Vitamin-Komplex beim Sport gibt es erste Hinweise aus einer kleinen, vom Hersteller mitfinanzierten Studie.23
Auch bei der Psyche ist die Lage offen. Dass B12 depressive Beschwerden lindert, ist unklar, zwei kleine Placebo-Studien fanden keinen Unterschied.21 Beim Vorbeugen von Depressionen mit Folsäure und B12 ist die Lage ebenfalls unklar, denn eine kleine Auswertung fand seltener neue Episoden,24 die größte Einzelstudie mit über 4.000 Frauen dagegen nicht.25 Selbst beim gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus blieb ein Effekt von Methylcobalamin unklar.26
So wurde gemessen
- Denkleistung: 201 Menschen ab 75 mit mäßigem Mangel über 12 Monate;16 271 Menschen ab 70 mit Diabetes über 27 Monate;17 195 Menschen ab 70 über 24 Wochen, Gedächtnis unter Placebo besser.18 Kombination: 7 Studien mit 20.431 Personen.19 Alzheimer: 409 Erkrankte über 18 Monate.20
- Müdigkeit: 95 Erwachsene mit Darmerkrankung und normalem B12, 1.000 µg über 8 Wochen.21 Spritze: 20 Personen im Überkreuz-Design.22 B-Komplex: 32 junge Erwachsene, Laufzeit 1,26-fach länger.23
- Depression: Vorbeugung in 2 Studien seltener;24 4.331 Frauen über 7 Jahre ohne Unterschied.25
Herz, Schlaganfall und Knochen: Was bringt B12?
Vor Herzinfarkten schützt die Kombination aus Folsäure, B12 und B6 eher nicht, obwohl sie einen Risikowert im Blut drückt. Darin sind sich die Cochrane-Auswertung mit fast 47.000 Teilnehmenden und eine neuere Analyse von 13 Studien einig.2728 Beim Schlaganfall ist die Lage dagegen unklar. Die Cochrane-Auswertung fand ein um etwa ein Zehntel geringeres Risiko,27 die neueste Analyse dagegen keinen gesicherten Effekt.28 Ob B12-Tabletten allein den Homocysteinwert senken, ist nach unseren Regeln unklar, weil die maßgebliche Auswertung Tabletten und Spritzen nicht trennt.29
Und die Knochen? Hier sprechen die Studien eher dagegen, dass die Kombination Knochenbrüchen vorbeugt. Denn eine Auswertung von 14 Studien mit fast 35.000 Teilnehmenden fand weder weniger Brüche noch eine bessere Knochendichte.30 Dass B12 mit Folsäure Stürze im Alter verhindert, ist unklar. Auch die einzige große Studie, an deren Finanzierung der Hersteller der Studientabletten beteiligt war, fand keinen Unterschied.31 Unklar bleibt auch, ob die Kombination bei Dialyse Herz-Kreislauf-Todesfälle verhindert.32 Bei Vitamin B12 und Folsäure prägt zudem die Folsäure-Anreicherung eines Landes die Ergebnisse, und hoch dosierte Vitamin-Cocktails bringen eigene Risiken mit.
So wurde gemessen
- Herzinfarkt: Cochrane, 12 Studien mit 46.699 Personen, relatives Risiko 1,02;27 13 Studien mit 68.363 Personen, 0,97.28
- Schlaganfall: Cochrane 0,90 bei hoher Evidenzqualität;27 neueste Analyse 0,91, nicht gesichert.28
- Homocystein: 21 Studien mit 1.625 Personen, minus 4,15 µmol/L, Tabletten und Spritzen gemischt.29
- Knochen: 14 Studien mit 34.700 Personen, Brüche 1,06.30 Stürze: 2.919 Menschen ab 65 über 2 Jahre, 1,0.31
Haut, Mund, Augen und Sonstiges
Bei einigen kleineren Fragen gibt es erste Hinweise auf einen Nutzen, meist aus jeweils einer Studie. Bestätigt ist keiner davon. So waren Menschen mit wiederkehrenden Mundgeschwüren nach einem halben Jahr mit B12-Lutschtabletten deutlich häufiger beschwerdefrei als mit Scheinpräparat.33 Auch eine B12-Creme besserte Neurodermitis im Vergleich der beiden Körperseiten stärker als die gleiche Creme ohne Wirkstoff.34 Und bei Brustkrebspatientinnen unter dem Chemotherapie-Mittel Capecitabin halbierte Methylcobalamin den Anteil mit einem ausgeprägten Hand-Fuß-Syndrom.35 Diese Einnahme gehört allerdings in die Absprache mit der Onkologie, weil sich während einer Chemotherapie jedes zusätzliche Mittel mit der Behandlung abstimmen muss.
Für das Auge gibt es erste Hinweise aus einer großen Studie, in der Frauen mit Folsäure, B6 und B12 seltener eine altersbedingte Makuladegeneration bekamen.36 Bei Ohrgeräuschen ist ein Nutzen unklar, denn die größere Placebo-Studie fand keinen Unterschied.37 Ob B12 bei der Weißfleckenkrankheit Vitiligo zusätzlich zur Lichttherapie hilft, ist in Studien mit Placebo nicht untersucht.
Unsere Einordnung
Vitamin B12 behebt einen Mangel, und dafür reichen bei Erwachsenen hoch dosierte Tabletten so gut wie Spritzen. Ohne Mangel ist kaum eine Wirkung belegt: Gedächtnis, Herz und Knochen profitierten eher nicht, bei Energie, Stimmung und Schlaganfall ist die Lage unklar. Bei Nervenschäden durch Diabetes schneiden bestimmte Spritzen wahrscheinlich besser ab als andere Gaben.
Brauchen Schwangere und Kinder zusätzliches Vitamin B12?
Schwangere und Kinder brauchen B12 vor allem dann, wenn ein Mangel droht, etwa bei veganer Ernährung. Fast alle Studien dazu stammen aus Südasien, wo ein Mangel weit verbreitet ist, und lassen sich deshalb nur begrenzt auf gut versorgte Familien in Deutschland übertragen.
Vitamin B12 in der Schwangerschaft
Dass eine B12-Einnahme in der Schwangerschaft dem Mangel der Mutter vorbeugt, dafür gibt es erste Hinweise. Dabei hatte in einer Cochrane-Auswertung rund ein Viertel statt zwei Drittel der Schwangeren einen Mangel, allerdings aus nur zwei kleinen Studien.38 Gegen Blutarmut, Frühgeburten oder ein niedriges Geburtsgewicht ist ein Nutzen unklar, denn dort zeigte sich kein gesicherter Unterschied.38 Das gilt auch für die geistige Entwicklung und das Wachstum der Babys. Denn in einer großen Studie aus Nepal entwickelten sich die Kinder mit und ohne B12 gleich.39
Beim offenen Rücken, einem Neuralrohrdefekt, ist ein Schutz durch B12 offen, weil keine einzige kontrollierte Studie dazu existiert. Hier ist die Folsäure der belegte Schutz, und daran ändert auch die Frage nach B12 nichts. Schwangerschaftsdiabetes und Schwangerschaftsvergiftung sind mit B12 nicht untersucht.
Auf der anderen Seite ist ungeklärt, ob B12 in der Schwangerschaft die Motorik der Babys beeinträchtigt. In einer Nebenauswertung der Nepal-Studie schnitten 712 Säuglinge von Müttern mit 50 µg täglich im Motoriktest etwas schlechter ab als in der Placebogruppe. Das galt mit acht bis zwölf Wochen und besonders bei anfangs gut versorgten Müttern, absolute Werte nennt die Zusammenfassung aber nicht.40 Mit sechs und zwölf Monaten wuchsen und entwickelten sich die Kinder in der Hauptauswertung dagegen gleich.39 Hohe Dosen ohne Grund sind in der Schwangerschaft deshalb nicht ratsam.
Vitamin B12 für Säuglinge und Kinder
Dass B12 allein bei Kindern einem Mangel vorbeugt, dafür gibt es erste Hinweise aus drei Studien.41 Für die geistige Leistung sprechen die Studien eher dagegen. Denn in mehreren großen Placebo-Studien aus Indien und Nepal schnitten Kinder mit B12 im IQ und in Entwicklungstests nicht besser ab.42 Ob B12 das Wachstum, die Motorik oder die Abwehr gegen Durchfall und Atemwegsinfekte fördert, ist unklar, weil die Ergebnisse dünn oder widersprüchlich sind.41
Bei Säuglingen mit auffälligen Werten gibt es erste Hinweise, dass schon eine einzige Spritze Bewegungsentwicklung und Spucken bessert.43 Bei Autismus ist der Nutzen von B12-Spritzen unklar. Zwar beurteilten Ärzte die Kinder in einer kleinen Studie etwas besser, die Eltern bemerkten keinen Unterschied.44 Bei Frühgeborenen mit Blutarmut sind Spritzen mit Placebo nicht untersucht. Solche Behandlungen gehören in die Kinderarztpraxis, und zwar ohne Ausnahme, weil Dosis und Kontrolle bei so kleinen Kindern besonders genau stimmen müssen.
Welche Versprechen über Vitamin B12 halten nicht?
Mehrere verbreitete Annahmen gehen weiter, als die Studien tragen. Dabei wird meist verwechselt, was B12 bei einem Mangel leistet und was es gut versorgten Menschen bringt. Die bekanntesten stehen hier neben dem, was tatsächlich herauskam.
| Behauptung | Was die Studien zeigen | Unser Urteil |
|---|---|---|
| „B12 hält das Gedächtnis fit.“ | Drei Placebo-Studien mit älteren Menschen ohne deutlichen Mangel fanden keinen Nutzen.1618 | spricht dagegen |
| „B12 gibt mehr Energie.“ | Ohne Mangel weniger Erschöpfung nicht gezeigt, nur eine Studie.21 | unklar |
| „Folsäure und B12 schützen das Herz.“ | Herzinfarkte waren in großen Auswertungen nicht seltener.27 | spricht dagegen |
| „Die Spritze wirkt besser als die Tablette.“ | Bei Mangel hoben hoch dosierte Tabletten den Wert ähnlich.4 | spricht dagegen |
| „Spirulina ist eine vegane B12-Quelle.“ | Sie enthält überwiegend unwirksames Pseudo-B12.45 | Laborbefund: kaum verwertbar |
Wer B12 wegen einer dieser Hoffnungen hoch dosiert und ohne Bluttest nimmt, gewinnt nach allem, was die Studien zeigen, wenig, und gibt im besten Fall Geld für einen höheren Laborwert aus, der beim nächsten Check-up Fragen aufwirft. Umgekehrt sollte ein echter Mangel nie übersehen werden, weil er die Nerven dauerhaft schädigen kann. Und wer auf Spirulina als vegane Quelle setzt, bleibt ohne verlässliches B12.
Ist Vitamin B12 sicher, und wann kann es schaden?
B12 allein gilt als gut verträglich, doch ob sehr hohe Dauerdosen schaden, ist ungeklärt, weil Langzeitstudien fehlen. Belegte Schäden fand der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU nicht. Mengen bis etwa 100 µg täglich aus Präparaten blieben ohne bekannte unerwünschte Wirkungen, und eine Höchstmenge ließ sich deshalb nicht festlegen.46 Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungen trotzdem vorsorglich höchstens 25 µg pro Tagesdosis vor.47 Dass Präparate den Blutwert über den Normbereich heben, ist wahrscheinlich, und das ist ein Laboreffekt, kein Schaden. Beobachtungen, die hohe Werte mit Todesfällen in Verbindung brachten, betreffen meist Kranke ohne Präparate, und die neueste Auswertung sieht darin kein eigenständiges Risiko.4849
Ob B12 zusammen mit Folsäure Krebs fördert, ist ungeklärt. Die bekanntesten Warnungen stammen aus Studien, in denen Folsäure, B12 und oft B6 über Jahre gemeinsam gegeben wurden. In Norwegen erkrankten von den Herzpatienten über etwa sechs Jahre 10,0 gegenüber 8,4 Prozent an Krebs, wenn sie die Vitamine statt eines Scheinpräparats nahmen, und eine niederländische Studie mit älteren Menschen fand Ähnliches.5152 Die maßgebliche Auswertung von dreizehn Folsäure-Studien mit fast 50.000 Teilnehmenden fand dagegen kein gesichertes Plus.50 Das betrifft Mischungen mit Folsäure bei Menschen ohne Mangel, nicht die Behandlung eines B12-Mangels.
Ebenso ungeklärt ist, ob solche Kombinationen die Sterblichkeit erhöhen. In Norwegen waren mit den Vitaminen 16,1 gegenüber 13,8 Prozent der Teilnehmenden gestorben.51 In der Cochrane-Auswertung aller Studien starben dagegen mit und ohne B-Vitamine etwa gleich viele Menschen.27 Für B12 aus Einzelpräparaten gibt es nur eine Beobachtung, nach der Männer, vor allem Raucher, mit hohen Dauerdosen häufiger Lungenkrebs bekamen.53 Die Studie berichtet das nur relativ, und ein Zusammenhang ist damit nicht bewiesen.
Zwei enger umrissene Risiken hoch dosierter Kombinationen sind ebenfalls ungeklärt. In einer kanadischen Studie mit 238 Menschen, deren Nieren durch Diabetes geschädigt waren, sank die Filterleistung der Nieren nach drei Jahren um 16,5 statt um 10,7 Einheiten.54 Bestätigt hat das noch keine zweite Studie.
Nach einem Stent im Herzkranzgefäß brauchten mit den Vitaminen 15,8 gegenüber 10,6 Prozent der Herzpatienten einen erneuten Eingriff.55 Auch das Ergebnis stammt aus nur einer Studie und lag an der Grenze zum Zufall. Wer einen Stent trägt oder kranke Nieren hat, findet die Einzelheiten bei den Nebenwirkungen von Vitamin B12.
Ebenfalls ungeklärt sind Akne nach hohen Dosen, die nur aus Fallberichten bekannt ist,56 und allergische Reaktionen. In einer britischen Fallserie hatten von 29 abgeklärten Patienten acht einen allergischen Schock, und sieben dieser Reaktionen folgten auf Spritzen, eine auf Tabletten.57 Die Autoren nennen eine bestätigte B12-Allergie trotzdem selten.
Notfall
Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufprobleme nach einer B12-Spritze sind Zeichen einer schweren allergischen Reaktion. Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Höchstmenge: keine tolerierbare Obergrenze ableitbar, bis etwa 100 µg täglich ohne bekannte Schäden;46 Vorschlag für Nahrungsergänzungen 25 µg je Tagesdosis.47
- Hohe Blutwerte: 22 Kohorten mit über 92.000 Menschen, über 600 pmol/L 50 % mehr Todesfälle;48 28 Studien mit 69.610 Erwachsenen ohne eigenständiges Risiko.49
- Krebs: 13 Folsäure-Studien mit 49.621 Personen, relatives Risiko 1,06;50 Norwegen HR 1,21;51 B-PROOF 13,6 gegenüber 11,3 %.52 Lungenkrebs bei Männern mit über 55 µg täglich HR 1,98.53
- Niere: 238 Menschen mit diabetischer Nierenerkrankung, Gefäßereignisse oder Tod HR 2,0;54 Stent: 636 Patienten.55 Allergie: 29 abgeklärte Patienten, 8 allergische Schocks.57
Akne oder akneartigen Ausschlag auslösenungeklärtkeine kontrollierte Studie; Fallberichte und eine kleine Studie ohne Kontrollgruppe (Kang 2015)
Ergebnisse: 5 Fälle, Beginn 1 Woche bis 5 Monate nach Start, Abheilung 3 bis 6 Wochen nach Absetzen (Veraldi 2018); 1 von 10 Gesunden bekam 1 Woche nach B12-Gabe Akne (Kang 2015)
Ob B12 Akne auslöst, ist ungeklärt. Kontrollierte Studien gibt es nicht, aber mehrere Fallberichte über einen akneartigen Ausschlag nach B12-Tabletten oder -Spritzen, der nach dem Absetzen innerhalb weniger Wochen abheilte; ein Zusammenhang ist damit nicht bewiesen. Eine Laborstudie liefert eine mögliche Erklärung, weil B12 den Stoffwechsel der Aknebakterien auf der Haut verändert.
Was tun? Neue Pickel oder Pusteln nach Beginn einer B12-Einnahme hautärztlich abklären und die Dosis prüfen lassen; bei nachgewiesenem Mangel nicht eigenmächtig absetzen, sondern Form oder Dosis ärztlich anpassen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit bestehender Akne oder Rosazea, Placebostudien, die den Hautbefund prüfen
- In einer Fallserie bekamen fünf Frauen zwischen 21 und 62 Jahren nach B12-Spritzen oder -Tabletten Knötchen und Pusteln im Gesicht, teils auch an Hals, Brust und Rücken; bei zwei waren die B12-Werte sehr hoch. Alle heilten drei bis sechs Wochen nach dem Absetzen vollständig ab. Veraldi et al. 2018
- In einer kleinen Studie ohne Kontrollgruppe veränderte B12 bei zehn Gesunden die Genaktivität der Hautbakterien; eine Person bekam eine Woche nach der B12-Gabe Akne. Im Labor förderte B12 bei Aknebakterien die Bildung entzündungsfördernder Porphyrine. Kang et al. 2015
- In einem Fallbericht bekam eine junge Frau, die wegen perniziöser Anämie mehrmals täglich 1 mg Cyanocobalamin einnahm, nach insgesamt 12 mg Akne, Herzklopfen, Unruhe, Gesichtsrötung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen; zwei Wochen nach dem Absetzen ging es ihr besser. Morales-Gutierrez et al. 2020
- In einem Fallbericht bekam eine 37-jährige Frau nach B12-Spritzen einen akneartigen Ausschlag. Balta & Ozuguz 2014
- In einem Fallbericht trat bei einer 17-Jährigen unter hoch dosiertem Vitamin B6 und B12 eine schwere Rosazea-Form (Rosacea fulminans) auf, die sich nach dem Absetzen und einer Behandlung besserte. Jansen et al. 2001
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Allergische Reaktion bis zum allergischen Schockungeklärtkeine kontrollierte Studie; Fallserie von 29 Patienten (El Rhermoul 2024)
Ergebnisse: von 29 abgeklärten Patienten 18 mit Sofortreaktion, davon 8 mit allergischem Schock (je 4 auf Hydroxo- und Cyanocobalamin); 1 Reaktion auf Tabletten, 7 auf Spritzen; 7 vertrugen die jeweils andere B12-Form (El Rhermoul 2024)
Ob und wie oft B12-Spritzen allergische Reaktionen auslösen, ist ungeklärt, weil es keine kontrollierten Studien gibt. Fallberichte und eine britische Fallserie beschreiben seltene Sofortreaktionen bis zum allergischen Schock, vor allem nach Spritzen und nur sehr selten nach Tabletten. Manche Betroffene vertrugen die jeweils andere B12-Form, und eine Gewöhnungsbehandlung ermöglichte meist die Weiterbehandlung.
Was tun? Bei Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufproblemen nach einer B12-Spritze ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. Bei Ausschlag oder Juckreiz vor der nächsten Gabe allergologisch abklären lassen, ob eine andere B12-Form oder eine Gewöhnungsbehandlung infrage kommt.
Nicht untersucht bei: Menschen mit bekannter Kobaltallergie, Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung (keine Meldedaten ausgewertet)
- In einer Fallserie aus mehreren britischen Kliniken hatten von 29 abgeklärten Patienten 18 eine Sofortreaktion auf B12, acht davon einen allergischen Schock; eine Person reagierte auf Tabletten, sieben auf Spritzen, eine auf den Hilfsstoff PEG. Die Autoren bezeichnen eine bestätigte B12-Allergie als selten. El Rhermoul et al. 2024
- Eine Übersicht über veröffentlichte Fälle kommt zu dem Schluss, dass Überempfindlichkeit gegen B12 nach Spritzen in den Muskel oder unter die Haut wahrscheinlicher ist als nach Tabletten und dass eine Gewöhnungsbehandlung (Desensibilisierung) die Weiterbehandlung meist ermöglicht. Lis 2025
- Ein früher Bericht beschreibt Überempfindlichkeit gegen Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin. James & Warin 1971
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Sterblichkeit erhöhenungeklärt11 Studien, 44.817 Pers. (Martí-Carvajal 2017)
Ergebnisse: Tod jeder Ursache 11,7 gegenüber 12,3 %, kein Unterschied, Qualität der Belege hoch (Martí-Carvajal 2017); Folsäure plus B12 nach Herzinfarkt ohne Unterschied (12.064 Pers.; SEARCH 2010); Folsäure plus B12 bei Herzpatienten in Norwegen 16,1 gegenüber 13,8 %, einschließlich Nachbeobachtung (Ebbing 2009)
Ob B-Vitamin-Kombinationen mit B12 die Sterblichkeit erhöhen, ist ungeklärt. In zwei norwegischen Placebo-Studien mit Herzpatienten starben mit Folsäure plus B12 mehr Teilnehmende, 16,1 statt 13,8 Prozent, gezählt einschließlich der Zeit nach Studienende. Im Cochrane-Review von elf Placebo-Studien mit fast 45.000 Teilnehmenden starben Menschen mit B-Vitamin-Kombinationen dagegen nicht häufiger als ohne, ebenso in der großen SEARCH-Studie mit Folsäure plus B12. Welcher Anteil auf B12 und welcher auf Folsäure entfällt, lässt sich nicht trennen; B12 allein wurde in großen Langzeitstudien nicht untersucht. Beobachtungsstudien verbinden hohe B12-Blutwerte mit mehr Todesfällen, beweisen aber keine Ursache. 27, 51, 102
Was tun? Hoch dosierte B-Vitamin-Kombinationen mit Folsäure nur bei nachgewiesenem Mangel oder auf ärztlichen Rat einnehmen; die Behandlung eines B12-Mangels mit B12 allein ist davon nicht betroffen.
Nicht untersucht bei: B12 allein ohne Folsäure in großen Langzeitstudien, gesunde jüngere Erwachsene
- In einer Meta-Analyse von 22 Kohortenstudien gingen B12-Werte über 600 pmol/L mit 50 Prozent mehr Todesfällen einher; ob Präparate die Ursache waren, lässt sich daraus nicht ablesen. Liu et al. 2024
- In einer niederländischen Bevölkerungsstudie ohne Präparat-Nutzer gingen höhere B12-Werte mit mehr Todesfällen einher. Flores-Guerrero et al. 2020
- Placebo-Studie mit 6837 Personen zeigt einen Schaden (Ebbing et al. 2009)
Krebs fördernungeklärt13 Studien, 49.621 Pers. (Vollset 2013, Folsäure mit oder ohne B12)
Ergebnisse: Krebs 1.904 gegenüber 1.809 Fälle, nicht gesichert (Vollset 2013); Folsäure plus B12 bei Herzpatienten 10,0 gegenüber 8,4 %, auch mehr Krebstodesfälle (Ebbing 2009); ältere Menschen 13,6 gegenüber 11,3 %, Grenzfall (Oliai Araghi 2019); Frauen mit Herzrisiko ohne Unterschied (Zhang 2008)
Ob B12 zusammen mit Folsäure Krebs fördert, ist ungeklärt. In zwei norwegischen Studien mit Herzpatienten erkrankten unter Folsäure plus B12, die Zeit nach Studienende eingerechnet, 10,0 gegenüber 8,4 Prozent an Krebs, in einer niederländischen Studie mit älteren Menschen 13,6 gegenüber 11,3 Prozent. Die Meta-Analyse aller 13 großen Folsäure-Studien, viele davon mit B12, fand dagegen kein gesichertes Plus an Krebs, ebenso eine große US-Studie mit Frauen. Was davon auf B12 und was auf Folsäure zurückgeht, lässt sich nicht trennen; B12 allein wurde nicht untersucht. 50, 51, 52, 138
Was tun? Hoch dosierte Kombinationen mit Folsäure ohne nachgewiesenen Mangel meiden; nach einer Krebserkrankung oder bei hohem Krebsrisiko B-Vitamin-Präparate ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: B12 allein in Studien, die Krebsfälle zählen, Menschen mit früherer Krebserkrankung, Einnahme über mehr als 7 Jahre
- In Beobachtungsstudien gingen unerklärt hohe B12-Blutwerte mit einem 1,9- bis 5,9-fach höheren Krebsrisiko einher; die Autoren halten für möglich, dass ein noch unentdeckter Krebs den Wert erhöht und nicht umgekehrt. Amado-Garzon et al. 2024
- Placebo-Studie mit 6837 Personen zeigt einen Schaden (Ebbing et al. 2009)
Darmkrebs fördernungeklärt13 Studien, 49.621 Pers. (Vollset 2013, Folsäure meist mit B12); 1 RCT mit Nachbeobachtung, 2.524 Pers. (Oliai Araghi 2019)
Ergebnisse: Dickdarmkrebs 221 gegenüber 208 Fälle, nicht gesichert (Vollset 2013); Darmkrebs 3,4 gegenüber 2,0 % mit 400 µg Folsäure plus 500 µg B12, einschließlich Langzeit-Nachbeobachtung (Oliai Araghi 2019)
Ob B12 in Kombination mit Folsäure Darmkrebs fördert, ist ungeklärt. In der niederländischen B-PROOF-Studie mit älteren Menschen traten mit Folsäure plus B12 in der Langzeit-Nachbeobachtung mehr Darmkrebsfälle auf als mit Placebo, 3,4 statt 2,0 Prozent. Die Meta-Analyse der 13 großen Folsäure-Studien, meist mit B12, fand dagegen nicht mehr Darmkrebs. Ob das an Folsäure, B12 oder Zufall liegt, ist offen; B12 allein wurde nicht untersucht. 52, 50
Was tun? Kombinationen aus Folsäure und B12 nur bei Bedarf einnehmen; Darmkrebs-Vorsorge unabhängig davon wahrnehmen.
Nicht untersucht bei: B12 allein, Menschen mit Darmpolypen in der Vorgeschichte (nur in Folsäure-Studien)
- Placebo-Studie mit 2524 Personen zeigt einen Schaden (Oliai Araghi et al. 2019)
Nierenfunktion bei diabetischer Nierenerkrankung verschlechternungeklärt1 RCT, 238 Pers. (House 2010); Cochrane-Review 9 Studien, 1.354 Pers. (Raval 2015)
Ergebnisse: Filtrationsleistung der Nieren nach 36 Monaten um 16,5 statt 10,7 mL/min gesunken; Herzinfarkt, Schlaganfall, Gefäßeingriff oder Tod etwa doppelt so oft, Grenzfall; Dialyse etwa gleich häufig (House 2010)
Ob B12-haltige Vitamin-Kombinationen die Nierenfunktion bei diabetischer Nierenerkrankung verschlechtern, ist ungeklärt. In der einzigen Placebo-Studie aus Kanada sank die Filtrationsleistung mit einer hoch dosierten Kombination aus Folsäure, B6 und 1 mg Cyanocobalamin stärker, und Gefäßereignisse traten etwa doppelt so oft auf. Welcher Bestandteil verantwortlich ist, bleibt offen; eine Bestätigung fehlt. 54, 139
Was tun? Bei Diabetes mit Nierenschaden oder anderer Nierenerkrankung hoch dosierte B-Vitamin-Kombinationen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen; ein B12-Mangel wird trotzdem behandelt.
Nicht untersucht bei: B12 allein bei Nierenerkrankung, Dialysepatienten, Methyl- oder Hydroxocobalamin bei Nierenerkrankung
Wiederverengung nach Stent im Herzkranzgefäß fördernungeklärt3 Placebo-RCTs, 1.394 Pers. (Lange 2004, Schnyder 2001, Schnyder 2002), nur eine mit Stents (Lange 2004, mehr Wiederverengungen); Meta-Analyse aus 3 Studien (Guo 2026)
Ergebnisse: nach Stent erneuter Gefäßeingriff 15,8 gegenüber 10,6 %, Grenzfall, Wiederverengung im Bildbefund häufiger (636 Pers.; Lange 2004); nach Aufdehnung ohne Stent Wiederverengung seltener, 19,6 gegenüber 37,6 % (205 Pers.; Schnyder 2001), und erneuter Eingriff seltener, 9,9 gegenüber 16,0 % (553 Pers.; Schnyder 2002); Meta-Analyse aus 3 Studien: Wiederverengung seltener (Guo 2026)
Ob die Kombination aus Folsäure, B6 und B12 nach einem Stent Wiederverengungen fördert, ist ungeklärt. Die einzige Placebo-Studie mit Stents, 636 Herzpatienten, fand mit den Vitaminen mehr Wiederverengungen im Bildbefund und knapp mehr erneute Eingriffe, 15,8 gegenüber 10,6 Prozent, gerade an der Grenze zum gesicherten Unterschied. Nach einer Gefäßaufdehnung ohne Stent waren Wiederverengungen und erneute Eingriffe dagegen seltener, und eine Meta-Analyse aus drei Studien kam insgesamt auf weniger Wiederverengungen. Welcher Anteil auf B12 entfällt, ist unbekannt. 55, 140, 141, 142
Was tun? Nach einem Stent-Einsatz B-Vitamin-Kombinationen nur nach Rücksprache mit der Kardiologie einnehmen; ein nachgewiesener B12-Mangel wird trotzdem behandelt.
Nicht untersucht bei: B12 allein nach Stent, moderne medikamentenbeschichtete Stents
Motorik des Babys beeinträchtigen (Einnahme in der Schwangerschaft)ungeklärt1 RCT, 712 Säuglinge (Kvestad 2026, Nebenauswertung)
Ergebnisse: schlechtere Werte im Motoriktest mit B12 als mit Placebo, deutlicher bei anfangs gut versorgten Müttern; Zahlen nicht in der Kurzfassung der Studie (Kvestad 2026); geistige Entwicklung und Wachstum mit 6 und 12 Monaten unverändert (Chandyo 2023)
Ob B12 in der Schwangerschaft die Motorik des Babys beeinträchtigt, ist ungeklärt. In der großen Placebo-Studie aus Nepal schnitten Säuglinge von Müttern mit B12 im Motoriktest mit acht bis zwölf Wochen schlechter ab, besonders wenn die Mütter anfangs gut versorgt waren; es handelt sich um eine Nebenauswertung. Eine indische Studie fand mit 9 Monaten keinen Unterschied, und mit 6 und 12 Monaten war die Entwicklung auch in Nepal gleich. 40, 39, 120
Was tun? In der Schwangerschaft B12 nach Bedarf einnehmen, etwa bei veganer Ernährung oder nachgewiesenem Mangel, und keine hohen Dosen ohne Grund; die Dosis mit der Frauenarztpraxis abstimmen.
Nicht untersucht bei: Schwangere mit guter B12-Versorgung in Europa, Dosen über 50 µg täglich gegen Placebo
Schäden durch hohe Tagesdosenungeklärt2 Placebo-RCTs mit B12 allein, 640 Pers. (Strand 2020, Insin 2026); B-Vitamin-Kombinationen 8 Studien, 35.788 Pers. (Martí-Carvajal 2017)
Ergebnisse: B12 allein: Krankenhausaufnahmen 20 gegenüber 16, nicht auf die Gabe zurückzuführen (600 Kinder; Strand 2020); 500 µg zweimal täglich ohne mehr Nebenwirkungen (40 Pers.; Insin 2026); Kombinationen: schwere Nebenwirkungen 8,3 gegenüber 8,5 %, Grenzfall (Martí-Carvajal 2017); Tablette wohl so sicher wie Spritze, 2 von 30 brachen Tabletten wegen Nebenwirkungen ab (Wang 2018)
Ob hohe B12-Dosen auf Dauer schaden, ist ungeklärt, weil kaum Placebo-Studien mit B12 allein Nebenwirkungen auswerten; die beiden vorhandenen fanden keine Häufung. B12 gilt als gut verträglich, und keine Behörde konnte eine Höchstmenge aus nachgewiesenen Schäden ableiten. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel trotzdem höchstens 25 µg pro Tagesdosis, weil Daten zu sehr hohen Dauerdosen fehlen; bei Mangel werden ärztlich deutlich höhere Dosen eingesetzt. 27, 5, 41, 127, 144
Was tun? Ohne nachgewiesenen Mangel reichen niedrige Dosen; das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 25 µg pro Tag. Hohe Dosen bei Mangel ärztlich festlegen und den Blutwert kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: Dauereinnahme von über 1.000 µg täglich über Jahre ohne Mangel, Nierenerkrankung (siehe „Nierenfunktion bei diabetischer Nierenerkrankung verschlechtern“), Schwangere mit hohen Dosen
- Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU konnte mangels nachgewiesener Schäden keine tolerierbare Höchstmenge für B12 festlegen; Aufnahmen bis etwa 100 µg täglich aus Präparaten blieben ohne bekannte unerwünschte Wirkungen. SCF 2000
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 25 µg B12 pro Tagesdosis vor, abgeleitet aus der Aufnahme ohne bekannte Nebenwirkungen mit einem Sicherheitsfaktor; für angereicherte Lebensmittel 6 µg je 100 g bzw. 1,6 µg je 100 ml. Die Versorgung der gesunden Bevölkerung in Deutschland gilt als gesichert, Veganer sind gefährdet. BfR 2021
- Die EFSA setzte als angemessene Zufuhr 4 µg täglich für Erwachsene fest, 4,5 µg in der Schwangerschaft und 5 µg in der Stillzeit; eine Höchstmenge legte sie nicht fest. EFSA 2015
- In einem Fallbericht traten nach mehreren täglichen Dosen von 1 mg (insgesamt 12 mg) Akne, Herzklopfen, Unruhe, Gesichtsrötung, Kopfschmerzen und Schlafstörungen auf, die nach dem Absetzen abklangen. Morales-Gutierrez et al. 2020
Lungenkrebs fördernkein Schaden gefunden13 Studien, 49.621 Pers. (Vollset 2013, Folsäure meist mit B12); keine Placebo-Studie mit B12 allein
Ergebnisse: Lungenkrebs 272 gegenüber 253 Fälle, nicht gesichert (Vollset 2013); das Krebsplus mit Folsäure plus B12 ging vor allem auf Lungenkrebs zurück, Zahlen nur im Volltext (Ebbing 2009); Beobachtung: Männer mit über 55 µg B12 täglich aus Einzelpräparaten fast doppelt so oft erkrankt (Brasky 2017)
In den kontrollierten Studien wurde kein Schaden gefunden: Die Meta-Analyse der 13 großen Folsäure-Studien, meist mit B12, fand nicht mehr Lungenkrebs. In einer norwegischen Studie mit Folsäure plus B12 ging das Krebsplus allerdings vor allem auf Lungenkrebs zurück. Für B12 allein gibt es nur Beobachtungsdaten: In einer großen US-Studie erkrankten Männer, die über zehn Jahre mehr als 55 µg täglich aus Einzelpräparaten nahmen, fast doppelt so oft, besonders Raucher; ein Zusammenhang ist damit nicht bewiesen. 50, 51
Was tun? Raucher und ehemalige Raucher hoch dosiertes B12 nicht ohne nachgewiesenen Mangel dauerhaft einnehmen; bei Mangel die Dosis ärztlich festlegen lassen.
Nicht untersucht bei: B12 allein in Placebo-Studien, die Lungenkrebsfälle zählen, Raucher in kontrollierten Studien
- In der VITAL-Kohorte mit 77.118 Menschen ging die Einnahme von B12 aus Einzelpräparaten bei Männern mit 30 bis 40 Prozent mehr Lungenkrebs einher, bei über 55 µg täglich mit fast dem doppelten Risiko; bei Frauen und bei B12 aus Multivitaminpräparaten zeigte sich kein Zusammenhang. Brasky et al. 2017
Autismus-Risiko des Kindes bei sehr hohen B12-Werten der Mutternicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine kontrollierte Studie; Kohorte mit 1.257 Mutter-Kind-Paaren (Raghavan 2018)
Ergebnisse: Beobachtung: bei sehr hohem B12-Wert der Mutter (ab 536,8 pmol/L) Autismus beim Kind 2,5-mal so häufig (Raghavan 2018)
Ob sehr hohe B12-Werte in der Schwangerschaft dem Kind schaden, ist nicht untersucht, kontrollierte Studien gibt es nicht. In einer Bostoner Beobachtungsstudie hatten Kinder von Müttern mit sehr hohen B12-Werten bei der Geburt häufiger Autismus; die Autoren verstehen das ausdrücklich als Hypothese und nicht als Argument gegen eine ausreichende Versorgung. 143
Was tun? In der Schwangerschaft eine ausreichende, aber keine überhöhte B12-Zufuhr anstreben und Präparate mit der Frauenarztpraxis abstimmen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien, die Autismus beim Kind erfassen, europäische Schwangere
- In einer Bostoner Kohorte mit 1.257 Mutter-Kind-Paaren ging ein sehr hoher B12-Wert der Mutter kurz nach der Geburt mit einem 2,5-fach höheren Autismus-Risiko des Kindes einher; ähnlich bei sehr hohem Folat. Mittlere Einnahme von Multivitaminen war mit dem geringsten Risiko verbunden. Raghavan et al. 2018
Hüftfraktur bei sehr hoher B12-Zufuhr (allein oder mit B6) fördernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie zu dieser Zufuhr-Höhe; prospektive Kohorte, 75.864 postmenopausale Frauen, 2.304 Hüftfrakturen (Meyer 2019)
Ergebnisse: Beobachtung: B12 allein (ab 30 gegenüber unter 5 µg täglich) nur grenzwertig und nicht gesichert mit mehr Hüftbrüchen verbunden; viel B6 (ab 35 mg täglich) und viel B12 (ab 20 µg täglich) zusammen mit knapp 50 % mehr Hüftbrüchen verbunden (Meyer 2019)
Ob eine sehr hohe B12-Zufuhr Hüftbrüche fördert, ist nicht untersucht; es gibt dazu nur eine Beobachtungsstudie. In der Nurses' Health Study mit 75.864 Frauen nach den Wechseljahren war viel B12 aus Essen und Präparaten für sich allein nicht gesichert mit mehr Hüftbrüchen verbunden, zusammen mit viel Vitamin B6 aber schon. Ursache und Wirkung lassen sich daraus nicht ablesen, weil sich Frauen mit sehr hoher Vitaminzufuhr auch in anderem unterscheiden können. In kontrollierten Studien zur Bruchvorbeugung bekamen ältere Menschen 500 µg B12 täglich mit Folsäure und teils B6 über 2 bis 8 Jahre und brachen sich nicht häufiger etwas; diese Studien prüften aber eine feste Dosis bei anderer Fragestellung. 30
Was tun? Hochdosierte B12- und B6-Präparate nicht dauerhaft gemeinsam und ohne Grund einnehmen; wer beide zugleich in hoher Dosis nimmt, sollte das besonders nach den Wechseljahren ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien mit sehr hoher B12-Zufuhr aus Nahrung und Präparaten (statt fester Supplement-Dosis), die Hüftbrüche zählen, Männer
- In der Nurses' Health Study (75.864 Frauen nach den Wechseljahren, 2.304 Hüftbrüche über bis zu 30 Jahre) war eine hohe B12-Zufuhr (ab 30 gegenüber unter 5 µg täglich) für sich genommen nur grenzwertig und nicht gesichert mit mehr Hüftbrüchen verbunden; eine gemeinsam hohe Zufuhr von B6 (ab 35 mg täglich) und B12 (ab 20 µg täglich) ging mit einem knapp 50 Prozent höheren Risiko einher als eine niedrige Zufuhr beider Vitamine. Meyer et al. 2019
B12-Blutwert über den Normbereich anhebenLaboreffekt, kein Schaden7 Studien, 705 Kinder (Larvie 2026); 3 Studien, 412 Schwangere (Finkelstein 2024)
Ergebnisse: Blutwert steigt mit der Einnahme; bei Kindern um rund 69 pmol/L (Larvie 2026), bei Schwangeren um rund 61 pmol/L (Finkelstein 2024); Beobachtung ohne Präparate: höhere Werte gingen mit mehr Todesfällen einher (Flores-Guerrero 2020), Werte über 600 pmol/L mit 50 % mehr (Liu 2024)
B12-Präparate heben den Blutwert wahrscheinlich über das Ausgangsniveau hinaus, je nach Dosis auch über den Normbereich; das ist ein erwarteter Laboreffekt und für sich kein Schaden. In Beobachtungsstudien gehen sehr hohe B12-Werte mit mehr Todesfällen und Krebs einher, betroffen sind aber vor allem Kranke und Menschen ohne Präparate, bei denen Leber-, Nieren- oder Bluterkrankungen den Wert erhöhen. Die neueste Meta-Analyse dieser Beobachtungen sieht hohe Werte nicht als eigenständiges Sterberisiko. 41, 38
Was tun? Einen hohen B12-Wert immer im Zusammenhang mit der Einnahme bewerten lassen; deutlich erhöhte Werte ohne Einnahme von Präparaten ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Langzeitfolgen dauerhaft sehr hoher Werte durch Präparate in kontrollierten Studien
- In einer Meta-Analyse von 22 Kohortenstudien mit über 92.000 Menschen ging jeder um 100 pmol/L höhere B12-Wert mit 4 Prozent mehr Todesfällen einher, Werte über 600 pmol/L mit 50 Prozent mehr; die Herkunft der hohen Werte war meist unklar. Liu et al. 2024
- In einer niederländischen Bevölkerungsstudie mit 5.571 Menschen, die keine B12-Präparate nahmen, starben Menschen im obersten Viertel der B12-Werte etwa doppelt so oft wie im untersten (65,7 gegenüber 33,8 je 10.000 Personenjahre). Flores-Guerrero et al. 2020
- Eine Meta-Analyse von 28 Beobachtungsstudien mit 69.610 Erwachsenen fand ein leicht erhöhtes Sterberisiko nur bei chronisch Kranken und Krankenhauspatienten und kam insgesamt zu dem Schluss, dass hohe B12-Werte kein eigenständiges Sterberisiko anzeigen; methodische Verzerrungen seien wahrscheinlich. Valdez-Martínez et al. 2025
- Ein systematischer Review fand in Beobachtungsstudien ein 1,9- bis 5,9-fach erhöhtes Krebsrisiko bei unerklärt hohen B12-Werten, vor allem für Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und bestimmte Blutkrebse; die Autoren raten, unerklärt hohe Werte ärztlich abzuklären, und halten umgekehrte Ursächlichkeit für möglich. Amado-Garzon et al. 2024


Vitamin B12 einnehmen: Wer, wie viel und in welcher Form?
Für die Einnahme gilt erst der Bluttest, dann die Dosis, außer bei veganer Ernährung, wo eine kleine Vorsorge ohnehin nötig ist. Die Studien mit einem Nutzen liefen fast alle mit Menschen, denen B12 fehlte. Daran sollte sich die Einnahme orientieren.
Wer braucht Vitamin B12?
Ein Präparat brauchen vor allem Veganer, viele ältere Menschen und Menschen unter Metformin. So hatte in großen Erhebungen etwa jeder Sechzehnte über 60 einen Mangel,58 und bei Vegetariern und Veganern waren Mangelzustände in allen Altersgruppen häufig.59 Dazu kommen Menschen nach Magenoperationen, mit Erkrankungen der Magenschleimhaut und alle, bei denen ein Bluttest einen Mangel zeigt.1 Wer gemischt isst und gesund ist, braucht in der Regel keines. Ein Test klärt das.
Wie viel Vitamin B12?
In den Studien zur Behandlung eines Mangels bekamen Erwachsene meist 1.000 bis 2.000 µg täglich als Tablette.5 Das ist das Zweihundertfünfzigfache des Bedarfs, und es hat einen Grund: Ohne Hilfe des Magens gelangt nur ein kleiner Bruchteil ins Blut.
Ältere Menschen mit leichtem Mangel brauchten in einer Dosisstudie etwa 650 bis 1.000 µg am Tag, damit sich ihre Laborwerte weitgehend normalisierten.60 Kleinere Mengen reichten nicht.
Schwangere erhielten in der großen Nepal-Studie 50 µg täglich,39 Kinder in den Cochrane-Studien zwischen weniger als einem und 150 µg.41 Ohne Mangel liegt der Vitamin-B12-Tagesbedarf für Erwachsene dagegen bei etwa 4 µg.3


Welche Form ist die beste?
Ein Vorteil einer bestimmten B12-Form ist nicht belegt. Eine Übersicht kommt zu dem Schluss, dass der Körper alle Formen zunächst zum gleichen Kern abbaut und daraus selbst die aktiven Formen bildet; einer der Autoren leitet die medizinische Abteilung eines Präparateherstellers.61 Wichtiger als der Name auf der Packung ist die Menge, und ob Tabletten, Tropfen oder Spritzen passen, hängt von der Ursache eines Mangels ab.
Vitamin B12 mit Folsäure und anderen Stoffen kombinieren
B12 und Folsäure lassen sich ohne Probleme zusammen einnehmen, doch hoch dosierte Folsäure kann einen B12-Mangel im Blutbild verdecken. Denn in einer großen US-Studie gingen niedrige B12-Werte zusammen mit sehr hohen Folatwerten mit mehr Blutarmut und mehr Denkstörungen einher.62 Wer viel Folsäure nimmt, sollte deshalb auch den Vitamin-B12-Blutwert im Blick behalten. Eine störende Wechselwirkung mit Magnesium oder Eisen ist nicht bekannt.

Unsere Einordnung
Vitamin B12 ist unverzichtbar, und ein Mangel gehört erkannt und behandelt, mit hoch dosierten Tabletten oder Spritzen. Veganer brauchen es von Anfang an, Ältere und Menschen unter Metformin sollten ihren Wert kennen. Ohne Mangel bringt zusätzliches B12 nach den Studien kaum etwas, und hoch dosierte Kombinationen mit Folsäure sind ohne Grund nicht ratsam.
Häufige Fragen
Was ist Vitamin B12?
Vitamin B12, auch Cobalamin genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin mit einem Kobalt-Atom im Zentrum. Der Körper braucht es für die Bildung von Erbgut und roten Blutkörperchen und für die Nerven. Herstellen können es nur Bakterien, der Mensch nimmt es vor allem über tierische Lebensmittel auf.2
Wofür ist Vitamin B12 gut?
Für Blutbildung und Nerven ist es unverzichtbar, und bei einem Mangel behebt es Blutarmut und kann Nervenschäden aufhalten. Ohne Mangel zeigten Studien dagegen kaum einen Nutzen, etwa für Gedächtnis oder Energie.16
Wofür ist Vitamin B12 gut bei Frauen?
Eigene Wirkungen nur bei Frauen sind nicht belegt. Wichtig ist B12 für Frauen vor allem in Schwangerschaft und Stillzeit, wenn der Bedarf steigt, und bei veganer Ernährung, weil dann ohne Präparat leicht ein Mangel entsteht.359
Kann man Vitamin B12 ohne Bluttest einnehmen?
Niedrige Dosen im Bereich des Bedarfs sind unbedenklich, etwa bei veganer Ernährung. Hoch dosiertes B12 über Monate sollte dagegen auf einem Bluttest beruhen, denn ohne Mangel bringt es keinen belegten Vorteil, und ein unklarer Mangel braucht eine Ursachenklärung.
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So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 144 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Green et al. 2017, Nat Rev Dis Primers | Übersichtsarbeit einer internationalen Fachgruppe zum B12-Mangel | leichter Mangel je nach Definition bei 2,5 bis 26 % der Bevölkerung; Ursachen geringe Zufuhr, schlechte Verwertbarkeit, gestörte Aufnahme | Übersichtsarbeit |
| 2 | Watanabe 2007, Exp Biol Med | Übersicht zu B12-Quellen und Verwertbarkeit | Quellen fast nur tierisch; Aufnahme über Intrinsic Factor bei etwa 1,5 bis 2,0 µg je Mahlzeit gesättigt; Blaualgen überwiegend Pseudo-B12 | Übersichtsarbeit |
| 3 | EFSA 2015, EFSA Journal | Referenzwerte der EU-Lebensmittelbehörde für Cobalamin | angemessene Zufuhr 4 µg täglich für Erwachsene, 4,5 µg Schwangerschaft, 5 µg Stillzeit; keine Höchstmenge | Behördengutachten |
| 4 | Abdelwahab et al. 2024, Ir J Med Sci | 13 Vergleichsstudien mit 4.275 Menschen mit Mangel | Spritze gegenüber Tablette +94 pg/mL, nicht gesichert; Hämoglobin ohne Unterschied | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 5 | Wang et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 3 RCTs, 153 Erwachsene mit Mangel, 3 bis 4 Monate | 1.000 µg/Tag als Tablette ohne klinisch relevanten Unterschied zur Spritze; 2.000 µg/Tag +680 pg/mL zugunsten der Tablette | Cochrane-Review |
| 6 | Yang et al. 2019, J Diabetes | 31 Beobachtungsstudien mit Diabetes-Patienten | Metformin: Mangelrisiko RR 2,09 | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 7 | Didangelos et al. 2021, Nutrients | 90 Menschen mit Diabetes und Metformin, 1.000 µg Methylcobalamin oder Placebo, 1 Jahr | B12 von 232 auf 777 pmol/L; Nervenbeschwerden gebessert | Placebo-RCT |
| 8 | Smelt et al. 2018, Eur J Clin Nutr | Einzeldaten aus 4 Placebo-Studien, 343 Menschen ab 60 mit niedrigem B12 | Hämoglobin unverändert | Einzeldaten-Meta-Analyse |
| 9 | Zhang et al. 2023, Front Neurol | 10 Studien, 927 Patienten mit diabetischer Nervenschädigung | Spritzen in Akupunkturpunkte: Ansprechrate RR 1,27 gegenüber anderen B12-Gaben | Meta-Analyse |
| 10 | Yu et al. 2026, Eur J Clin Nutr | 20 RCTs, 1.688 Personen mit diabetischer Nervenschädigung | Ansprechrate RR 1,28; schnellere Nervenleitung | Meta-Analyse |
| 11 | Mandra et al. 2026, J Clin Med | 13 RCTs, 834 Erwachsene mit diabetischer Polyneuropathie, B-Vitamine jeder Form | Beschwerden und Befund leicht gebessert, unter der Schwelle klinischer Bedeutung; Schmerz nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 12 | Wang et al. 2018 (Gürtelrose), Complement Ther Med | 4 RCTs, 383 Patienten mit Nervenschmerz nach Gürtelrose, meist Spritzen unter die Haut | Schmerz −4,01 Punkte auf der 0-bis-10-Skala | Meta-Analyse |
| 13 | Chiu et al. 2011, Singapore Med J | 60 Erwachsene mit chronischem Kreuzschmerz, Methylcobalamin in den Muskel oder Kochsalz | Schmerz und Beeinträchtigung besser als Placebo | Placebo-RCT |
| 14 | Oki et al. 2022, JAMA Neurol | 130 Menschen mit früher ALS, 50 mg Methylcobalamin zweimal pro Woche in den Muskel, 16 Wochen; Honorare vom Hersteller | Funktionsskala 1,97 Punkte besser | Placebo-RCT |
| 15 | Kaji et al. 2019, J Neurol Neurosurg Psychiatry | 373 Menschen mit ALS, 25 oder 50 mg in den Muskel; Herstellerangestellte als Autoren | Hauptziele nicht erreicht; Vorteil nur in nachträglicher Teilauswertung | Placebo-RCT |
| 16 | Dangour et al. 2015, Am J Clin Nutr | 201 Menschen ab 75 mit mäßigem Mangel, 1.000 µg/Tag, 12 Monate | kein Effekt auf Denkleistung | Placebo-RCT |
| 17 | Kwok et al. 2017, Clin Nutr | 271 Menschen ab 70 mit Diabetes und grenzwertigem B12, 1.000 µg Methylcobalamin, 27 Monate | Denkleistung ohne Unterschied | Placebo-RCT |
| 18 | Eussen et al. 2006, Am J Clin Nutr | 195 Menschen ab 70 mit leichtem Mangel, 1.000 µg/Tag allein oder mit Folsäure, 24 Wochen | Gedächtnis unter Placebo stärker verbessert als mit B12 allein | Placebo-RCT |
| 19 | Clarke et al. 2014, Am J Clin Nutr | 7 RCTs, 20.431 Personen, Folsäure mit B12 und B6 | kein Effekt auf die Denkleistung | Meta-Analyse |
| 20 | Aisen et al. 2008, JAMA | 409 Menschen mit Alzheimer-Demenz, Folsäure, B6 und B12, 18 Monate | Verlauf ohne Unterschied zu Placebo | Placebo-RCT |
| 21 | Scholten et al. 2018, Clin Nutr ESPEN | 95 erschöpfte Erwachsene mit Darmerkrankung und normalem B12, 1.000 µg/Tag, 8 Wochen | Erschöpfung und Depressionswerte wie unter Placebo | Placebo-RCT |
| 22 | Shoffel-Havakuk et al. 2021, JAMA Otolaryngol Head Neck Surg | 20 Sängerinnen und Sänger ohne Mangel, B12- oder Kochsalz-Spritze, Überkreuz | keine Besserung gegenüber Kochsalz | Placebo-RCT |
| 23 | Lee et al. 2023, Int J Med Sci | 32 junge Erwachsene, B1, B2, B6 und B12, 28 Tage; vom Hersteller mitfinanziert | Laufzeit bis zur Erschöpfung 1,26-fach länger | Placebo-RCT (Überkreuz) |
| 24 | Almeida et al. 2015, Int Psychogeriatr | 11 Placebo-Studien mit Folsäure und/oder B12 | als Zusatz zu Antidepressiva kein gesicherter Effekt; Vorbeugung in 2 Studien seltener | Meta-Analyse |
| 25 | Okereke et al. 2015, Br J Psychiatry | 4.331 Frauen, Folsäure, B6 und B12, etwa 7 Jahre | Depressionsrisiko ohne Unterschied | Placebo-RCT |
| 26 | Okawa et al. 1997, Psychiatry Clin Neurosci | 50 Menschen mit verzögertem Schlafphasen-Syndrom, 3 mg Methylcobalamin, 4 Wochen | kein Unterschied zu Placebo | Placebo-RCT |
| 27 | Martí-Carvajal et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev | 15 RCTs, 71.422 Personen, B6, Folsäure und B12 allein oder kombiniert | Herzinfarkt RR 1,02; Schlaganfall RR 0,90; Tod jeder Ursache RR 1,01; schwere Nebenwirkungen RR 1,07 | Cochrane-Review |
| 28 | Ren et al. 2026, Nutrients | 13 RCTs, 68.363 Personen, B-Vitamin-Kombinationen | Herzinfarkt RR 0,97; Schlaganfall RR 0,91, nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 29 | Sohouli et al. 2024, Nutr Rev | 21 RCTs, 1.625 Personen, Tabletten und Spritzen zusammen | Homocystein −4,15 µmol/L | Meta-Analyse |
| 30 | Luo et al. 2024, Osteoporos Int | 14 RCTs, 34.700 Personen, Folsäure, B6 und/oder B12 | Brüche RR 1,06; Knochendichte unverändert | Meta-Analyse |
| 31 | Swart et al. 2016, Calcif Tissue Int | 2.919 Menschen ab 65 (B-PROOF), 500 µg B12 plus 400 µg Folsäure, 2 Jahre; Hersteller der Tabletten unter den Geldgebern | Stürze HR 1,0 | Placebo-RCT |
| 32 | Nigwekar et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 6 Studien mit Dialyse-Patienten, Folsäure mit oder ohne B6 und B12 | Herz-Kreislauf-Tod RR 0,93 | Cochrane-Review |
| 33 | Volkov et al. 2009, J Am Board Fam Med | 58 Menschen mit wiederkehrenden Aphthen, 1.000 µg unter die Zunge, 6 Monate | im letzten Monat 74 vs. 32 % ohne Aphthen | Placebo-RCT |
| 34 | Stücker et al. 2004, Br J Dermatol | 49 Erwachsene mit Neurodermitis, B12-Creme gegen Placebo-Creme im Seitenvergleich, 8 Wochen | Hautbefund deutlich stärker gebessert | Placebo-RCT |
| 35 | Xia et al. 2025, BMJ | 234 Frauen mit Brustkrebs unter Capecitabin, 0,5 mg Methylcobalamin dreimal täglich | Hand-Fuß-Syndrom ab Grad 2: 14,5 vs. 29,1 % | Placebo-RCT |
| 36 | Christen et al. 2009, Arch Intern Med | 5.205 Frauen mit Herz-Kreislauf-Risiko, Folsäure, B6 und B12, 7,3 Jahre | Makuladegeneration RR 0,66 | Placebo-RCT |
| 37 | Dadgarnia et al. 2024, Am J Otolaryngol | 140 Menschen mit Tinnitus, B12 oder Placebo, 1 Monat | kein Unterschied nach 1 und 3 Monaten | Placebo-RCT |
| 38 | Finkelstein et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 5 RCTs, 984 Schwangere, überwiegend Südasien | Mangel 25,9 vs. 67,9 %; Blutarmut, Frühgeburt, Geburtsgewicht ohne gesicherten Unterschied; keine Studie zu Neuralrohrdefekten | Cochrane-Review |
| 39 | Chandyo et al. 2023, Lancet | 800 Schwangere in Nepal, 50 µg täglich bis 6 Monate nach der Geburt | Wachstum und geistige Entwicklung der Kinder ohne Unterschied | Placebo-RCT |
| 40 | Kvestad et al. 2026, J Nutr | Nebenauswertung, Motoriktest bei 712 Säuglingen | schlechtere Motorikwerte mit B12, vor allem bei gut versorgten Müttern | RCT (Nebenauswertung) |
| 41 | Larvie et al. 2026, Cochrane Database Syst Rev | 16 RCTs, 4.083 Kinder unter 12 Jahren | Mangel 1,8 vs. 7,6 %; kein Effekt auf Wachstum, geistige Entwicklung, Blutarmut | Cochrane-Review |
| 42 | Kvestad et al. 2020, Pediatrics | 791 Kinder in Indien, als Kleinkinder B12 und/oder Folsäure, Nachuntersuchung mit 6 bis 9 Jahren | kein Effekt auf den IQ | Placebo-RCT |
| 43 | Torsvik et al. 2013, Am J Clin Nutr | 79 Säuglinge in Norwegen mit auffälligen Werten, eine Spritze oder Scheinspritze | Motorik und Spucken stärker gebessert | Placebo-RCT |
| 44 | Hendren et al. 2016, J Child Adolesc Psychopharmacol | 57 Kinder mit Autismus, Methylcobalamin oder Kochsalz unter die Haut, 8 Wochen | ärztliche Gesamtbeurteilung etwas besser, Elternfragebögen unverändert | Placebo-RCT |
| 45 | Watanabe et al. 1999, J Agric Food Chem | Laboranalyse von Spirulina-Tabletten | bindender Anteil zu 83 % Pseudo-B12 | Laboranalyse |
| 46 | SCF 2000, Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU | Bewertung einer Höchstmenge für B12 | keine Höchstmenge ableitbar; bis etwa 100 µg täglich ohne bekannte Schäden | Behördengutachten |
| 47 | BfR 2021, Bundesinstitut für Risikobewertung | Höchstmengenvorschlag für B12 in Nahrungsergänzungen | höchstens 25 µg je Tagesdosis | Behördengutachten |
| 48 | Liu et al. 2024, Arch Gerontol Geriatr | 22 Kohortenstudien, über 92.000 Menschen | Werte über 600 pmol/L mit 50 % mehr Todesfällen verbunden | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 49 | Valdez-Martínez et al. 2025, Nutrients | 28 Beobachtungsstudien, 69.610 Erwachsene | hohe Werte kein eigenständiges Sterberisiko | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 50 | Vollset et al. 2013, Lancet | 13 RCTs, 49.621 Personen, Folsäure, viele mit B12 | Krebs RR 1,06; Lungen- und Darmkrebs nicht häufiger | Meta-Analyse |
| 51 | Ebbing et al. 2009, JAMA | 6.837 Herzpatienten in Norwegen, Folsäure plus B12 | Krebs HR 1,21; Tod jeder Ursache 16,1 vs. 13,8 % | Groß-RCT |
| 52 | Oliai Araghi et al. 2019, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev | 2.524 ältere Menschen (B-PROOF), Folsäure plus B12 | Krebs 13,6 vs. 11,3 %; Darmkrebs 3,4 vs. 2,0 % | Groß-RCT |
| 53 | Brasky et al. 2017, J Clin Oncol | 77.118 Erwachsene in den USA (VITAL) | Männer mit über 55 µg täglich aus Einzelpräparaten fast doppeltes Lungenkrebsrisiko | Kohortenstudie |
| 54 | House et al. 2010, JAMA | 238 Menschen mit diabetischer Nierenerkrankung, hoch dosiert Folsäure, B6 und B12 | Nierenleistung stärker gesunken; Gefäßereignisse oder Tod HR 2,0 | Placebo-RCT |
| 55 | Lange et al. 2004, N Engl J Med | 636 Patienten nach Stent, Folsäure, B6 und B12 | mehr Wiederverengungen, an der Grenze des Zufalls | Placebo-RCT |
| 56 | Veraldi et al. 2018, J Cosmet Dermatol | Fallserie, 5 Frauen | akneartiger Ausschlag nach B12, Abheilung nach Absetzen | Fallserie |
| 57 | El Rhermoul et al. 2024, J Allergy Clin Immunol Pract | Fallserie, 29 abgeklärte Patienten | 18 Sofortreaktionen, 8 allergische Schocks, fast alle nach Spritzen | Fallserie |
| 58 | Allen 2009, Am J Clin Nutr | Übersicht über große Erhebungen in den USA und Großbritannien | etwa 6 % der über 60-Jährigen mit Mangel, knapp 20 % im Grenzbereich | Übersichtsarbeit |
| 59 | Pawlak et al. 2013, Nutr Rev | 18 Studien mit Vegetariern und Veganern | Mangel in allen Altersgruppen häufig, bei Veganern am häufigsten | Übersichtsarbeit |
| 60 | Eussen et al. 2005, Arch Intern Med | 120 ältere Menschen mit leichtem Mangel, 2,5 bis 1.000 µg täglich, 16 Wochen | weitgehende Normalisierung ab 647 bis 1.032 µg täglich | Dosisfindungs-RCT |
| 61 | Paul & Brady 2017, Integr Med (Encinitas) | Übersicht zu B12-Formen; ein Autor leitet die medizinische Abteilung eines Präparateherstellers | alle Formen werden zu einem gemeinsamen Kern abgebaut; für die meisten Menschen vermutlich ähnliche Verwertbarkeit | Übersichtsarbeit |
| 62 | Morris et al. 2007, Am J Clin Nutr | 1.459 ältere US-Bürger (NHANES) | bei niedrigem B12 gingen hohe Folatwerte mit mehr Blutarmut und Denkstörungen einher | Beobachtungsstudie |
| 63 | Jalaludin 1995, Methods Find Exp Clin Pharmacol | 60 Patienten mit Gesichtslähmung; Kortison, Methylcobalamin oder beides, offen randomisiert | volle Erholung nach 1,95 bzw. 2,05 Wochen gegenüber 9,60 Wochen mit Kortison allein | offene RCT ohne Placebo |
| 64 | Mazur et al. 2025, Front Pharmacol | 16 Studien (RCTs und Beobachtungsstudien), 6.098 Personen | B12 +402,6 pg/mL (95 % KI 293,6 bis 511,5), Homocystein −4,83 µmol/L über alle Wege; kein Unterschied zwischen oral, sublingual und Spritze (p = 0,270); Heterogenität I² > 80 %, Hinweis auf Publikationsverzerrung | Meta-Analyse (mit Beobachtungsstudien) |
| 65 | Debone et al. 2026, EClinicalMedicine | 13 Studien (7 RCTs) mit Erwachsenen mit Ersatzbedarf; von einem B12-Hersteller finanziert, ein Autor dort angestellt | alle drei Wege heben den B12-Wert; oral mindestens vergleichbar mit der Spritze; alle RCTs mit Bedenken beim Verzerrungsrisiko | Systematische Übersicht (von einem B12-Hersteller finanziert) |
| 66 | Seal et al. 2002, J Am Geriatr Soc | 31 ältere Menschen mit niedrigem B12; 10 oder 50 µg/Tag, 1 Monat | keine signifikanten Änderungen der roten Blutwerte | Placebo-RCT |
| 67 | Favrat et al. 2011, BMC Fam Pract | 50 Patienten der Hausarztpraxis mit Verdacht auf leichten B12-Mangel; 1.000 µg/Tag, 4 Wochen | Hämatokrit und MCV unverändert | Placebo-RCT |
| 68 | Pratama et al. 2022, Diabetes Metab Syndr | 7 klinische Studien, 506 Personen mit Typ-2-Diabetes unter Metformin | B12-Wert in 5 von 5 Studien gestiegen; Homocystein in 2 Studien gesunken; Neuropathie 2 Studien besser, 1 ohne Effekt; 4 Studien mit hohem Verzerrungsrisiko | Systematische Übersicht (ohne Meta-Analyse) |
| 69 | Conti et al. 2026, Pharmaceutics | 50 Menschen mit Typ-2-Diabetes unter Metformin und B12-Mangel; 1.000 µg/Tag, 3 Wochen | B12-Wert deutlich stärker gestiegen als unter Placebo (p < 0,0001) | Placebo-RCT (Herstellerbeteiligung) |
| 70 | Karedath et al. 2022, Cureus | 6 RCTs mit diabetischer Neuropathie, B12 allein oder kombiniert | Nervenbeschwerden SMD −0,39 (−0,73 bis −0,05), Schmerz SMD −3,60 (−4,68 bis −1,43); Vibrationsempfinden nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 71 | Stein et al. 2021, Eur J Neurol | 7 Interventionsstudien zu Polyneuropathie (dazu 46 Beobachtungsstudien) | B12-Behandlung gegenüber Vergleich OR 1,36 (0,66 bis 2,79), nicht signifikant (4 Studien) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 72 | Sawangjit et al. 2020, J Altern Complement Med | 15 RCTs, 1.707 Patienten mit diabetischer oder Herpes-Neuropathie, Methylcobalamin gegen aktive Kontrolle; 11 von 15 Studien mit hohem Verzerrungsrisiko | Ansprechrate Methylcobalamin allein RR 1,17 (1,03 bis 1,33), kombiniert RR 1,32; kein Effekt auf Schmerz und Nervenbeschwerden | Meta-Analyse (gepoolt, aktive Kontrolle) |
| 73 | Mansour et al. 2026, J Nutr | 35 Erwachsene mit diabetischer Neuropathie und B12 < 200 pg/mL; 1.000 gegen 2.000 µg Methylcobalamin/Tag, 16 Wochen | Schmerz in beiden Gruppen gesunken, kein Unterschied zwischen den Dosen; kein Placebo | RCT (Dosisvergleich) |
| 74 | Yaqub et al. 1992, Clin Neurol Neurosurg | Menschen mit diabetischer Neuropathie | körperliche und vegetative Beschwerden signifikant gebessert | Placebo-RCT |
| 75 | Zhang et al. 2021, Sci Rep | 35 Patienten mit leichter bis mittlerer diabetischer Neuropathie; 0,5 mg Spritze 3-mal/Woche gegen 1,5 mg Tabletten/Tag, 8 Wochen | Hornhaut-Nervenfasern und autonome Beschwerden nur unter Spritzen gegenüber Ausgangswert verbessert | RCT (Spritze gegen Tablette) |
| 76 | Xu et al. 2013, Pain Med | 98 Patienten ab 50 Jahren mit subakutem Gürtelrose-Schmerz; örtliche Spritze, Tabletten oder Lidocain, 4 Wochen | örtliche Methylcobalamin-Spritze linderte den Schmerz stärker als Lidocain (aktiver Vergleich); Tabletten-Gruppe ohne signifikante Linderung | RCT (aktiver Vergleich) |
| 77 | Julian et al. 2020, Nutrients | 24 Studien zu B12 bei Nervenschmerzen, allein oder kombiniert | einige Belege für Nervenschmerz nach Gürtelrose (Evidenzlevel II) und schmerzhafte Polyneuropathie (Level III) | Systematische Übersicht |
| 78 | Mauro et al. 2000, Eur Rev Med Pharmacol Sci | 60 Patienten von 18 bis 65 Jahren mit chronischem mechanischem Kreuzschmerz oder Ischias, ohne Mangel | Schmerz (p < 0,0001) und Beeinträchtigung (p < 0,0002) besser als Placebo; weniger Paracetamol | RCT |
| 79 | Calderon-Ospina et al. 2020, Pain Med | 4 RCTs, 1.108 Erwachsene mit akutem Kreuzschmerz; Diclofenac plus B1/B6/B12 gegen Diclofenac allein | vorzeitiges Behandlungsende wegen Schmerzfreiheit OR 1,87 (1,28 bis 2,72); Erstautor berät den Hersteller Merck, eine Studie von Merck finanziert | Meta-Analyse (maßgeblich, Herstellernähe) |
| 80 | Mibielli et al. 2009, Curr Med Res Opin | 372 Personen mit akutem Kreuzschmerz; Tabletten mit 50 mg Diclofenac plus B1, B6 und 1 mg Cyanocobalamin zweimal täglich gegen Diclofenac allein, bis 7 Tage | nach 3 Tagen 46,5 % gegenüber 29 % mit ausreichender Schmerzlinderung (p = 0,0005) | RCT (Kombinationspräparat) |
| 81 | Brüggemann et al. 1990, Klin Wochenschr | 418 Erwachsene mit akuten Rückenschmerzen; Diclofenac mit B1, B6 und B12 gegen Diclofenac allein, doppelblind | nach 1 Woche 53/184 gegenüber 48/192 schmerzfrei, nicht signifikant; signifikant nur bei starkem Ausgangsschmerz | RCT (ohne Effekt) |
| 82 | Markun et al. 2021, Nutrients | 16 RCTs, 6.276 Personen; Teilgruppe B12 allein mit 4 Studien, darunter eine mit Muskelspritzen | Teilgruppe B12 allein: globale Kognition SMD 0,02 (−0,17 bis 0,21); kein Effekt auf Teilbereiche | Meta-Analyse (Tabletten und Spritzen zusammen) |
| 83 | Hvas et al. 2004, J Affect Disord | 140 Menschen mit erhöhter Methylmalonsäure; B12 als Muskelspritze, 3 Monate | Denkleistung (CAMCOG) nicht besser als Placebo (p = 0,43); zählt als Spritzen-Studie nicht für Tabletten | Placebo-RCT (Spritzen, nur Einordnung) |
| 84 | Wang et al. 2022, Nutr Rev | 95 Studien, 46.175 Personen, davon 25 RCTs; MMSE-Analyse 6.155 Personen | MMSE +0,14 (0,04 bis 0,23); über 12 Monate +0,15; ohne Demenz +0,15; mit Demenz +0,20 (−0,35 bis 0,75), nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 85 | Rutjes et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 14 RCTs, 27.882 geistig gesunde Erwachsene ab 40 | B-Vitamine wahrscheinlich ohne Effekt auf die globale Denkleistung bis 10 Jahre | Cochrane-Review (Gegenbefund) |
| 86 | Hankey et al. 2013, Stroke | 2.214 geistig unbeeinträchtigte Patienten nach Schlaganfall oder TIA (VITATOPS); 2 mg Folsäure, 25 mg B6, 500 µg B12 täglich, median 2,8 Jahre | neue kognitive Störung 5,51 % gegenüber 5,47 % (RR 1,01; 0,69 bis 1,48); MMSE-Unterschied 0,03 | RCT (Gegenbefund) |
| 87 | Suh et al. 2020, Nutrients | Nicht demente Menschen ab 40, B-Vitamine über mehr als 3 Monate; globale Kognition 5.017 Personen | SMD −0,18 (−0,30 bis −0,06), über 12 Monate SMD −0,12 (−0,22 bis −0,01) | Meta-Analyse (positiv) |
| 88 | Lee et al. 2024, Aging (Albany NY) | 5 RCTs mit gesicherter Alzheimer-Diagnose; B12 plus Folsäure | MMSE SMD 0,21 (0,01 bis 0,32); ADAS-Cog SMD 0,06, nicht signifikant; Alltagsfunktion nicht verbessert; Homocystein gesenkt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 89 | Malouf et al. 2003, Cochrane Database Syst Rev | 2 RCTs mit Demenz und niedrigem B12-Wert | kein statistisch signifikanter Effekt auf die Denkleistung gegenüber Placebo | Cochrane-Review (Gegenbefund) |
| 90 | Kwok et al. 2011, Clin Nutr | 140 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer- oder vaskulärer Demenz; 1.000 µg Methylcobalamin und 5 mg Folsäure täglich, 24 Monate | kein Unterschied in der Demenzskala und den übrigen Tests | Placebo-RCT |
| 91 | Sun et al. 2007, Clin Ther | 89 Menschen mit Alzheimer-Demenz; Multivitamin mit B6, B12 und Folsäure zusätzlich zu Cholinesterasehemmer, 26 Wochen | keine Unterschiede in der Kognition | Placebo-RCT |
| 92 | Alzahrani et al. 2024, Cureus | 9 RCTs; Depressionswerte aus 3 Studien | SMD −0,01 (−0,0773 bis 0,0525), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 93 | Borges-Vieira et al. 2023, Nutr Neurosci | 20 RCTs, 2.256 Erwachsene mit Depression oder Angst; Folsäure, B1, B12 oder Vitamin D | B12 bzw. Methylcobalamin senkte Depressionswerte als Zusatz oder allein; oft mit anderen Stoffen kombiniert, keine Meta-Analyse | Systematische Übersicht (Gegenbefund) |
| 94 | Oren et al. 1994, J Affect Disord | 27 Patienten mit Winterdepression; 1,5 mg Cyanocobalamin dreimal täglich, 2 Wochen | kein Unterschied zu Placebo | RCT |
| 95 | Ford et al. 2008, J Clin Psychiatry | 299 Männer ab 75 ohne Depression; 400 µg B12, 2 mg Folsäure, 25 mg B6 täglich, 2 Jahre | kein Unterschied im Depressionswert (p = 0,384) oder bei neuen Depressionen gegenüber Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 96 | Andreeva et al. 2012, Am J Clin Nutr | 2.000 Menschen nach Herz-Kreislauf-Ereignis; niedrig dosierte B-Vitamine mit 20 µg B12, 4,7 Jahre | kein Effekt auf wiederkehrende depressive Symptome | Placebo-RCT (ohne Effekt) |
| 97 | Almeida et al. 2010, Ann Neurol | 273 Menschen nach Schlaganfall; Folsäure, B6 und B12, etwa 7 Jahre | geringeres Risiko einer schweren Depression | Placebo-RCT (positiv) |
| 98 | Firth et al. 2017, Psychol Med | 18 RCTs, 832 Patienten mit Schizophrenie; verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, B-Vitamine als Untergruppe | B-Vitamine g = 0,508 (0,01 bis 1,01), I² = 72,3 %; Positiv- und Negativsymptome nicht signifikant | Meta-Analyse (gepoolt) |
| 99 | Mayer et al. 1996, Neuropsychopharmacology | 20 Gesunde; 3 mg Cyano- oder Methylcobalamin, 14 Tage, Vergleich der beiden Formen ohne Placebo | Melatonin-Ausscheidung am Morgen gesenkt; unter Methylcobalamin kürzere Schlafzeit | Studie ohne Placebo |
| 100 | Zhang et al. 2024, Am J Clin Nutr | 14 RCTs, 76.664 Personen, 2.720 Schlaganfälle; Folsäure plus B12 plus B6 | ohne Anreicherung RR 0,66 (0,50 bis 0,86); teilweise RR 0,89 (0,79 bis 1,00); mit Anreicherung RR 1,04 (0,94 bis 1,16) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 101 | Lonn et al. 2006 (HOPE-2), N Engl J Med | 5.522 Menschen mit Gefäßerkrankung oder Diabetes; Folsäure, B6 und B12 | Schlaganfall RR 0,75 (95 % KI 0,59 bis 0,97); schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 0,95 (0,84 bis 1,07), nicht signifikant | Große RCT (positiv) |
| 102 | SEARCH Collaborative Group 2010, JAMA | 12.064 Menschen nach Herzinfarkt; 2 mg Folsäure plus 1 mg B12 | Schlaganfall RR 1,02 (95 % KI 0,86 bis 1,21), 4,5 vs. 4,4 % | Große RCT (ohne Effekt) |
| 103 | Jamison et al. 2007 (HOST), JAMA | 2.056 Menschen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung oder Dialyse; 40 mg Folsäure, 100 mg B6, 2 mg B12 | Gesamtsterblichkeit HR 1,04 (95 % KI 0,91 bis 1,18), 448 vs. 436 Todesfälle | Große RCT (ohne Effekt) |
| 104 | van Wijngaarden et al. 2014, Am J Clin Nutr | 2.919 Menschen ab 65 mit Homocystein 12 bis 50 µmol/L (B-PROOF); 500 µg B12 plus 400 µg Folsäure täglich, 2 Jahre | osteoporotische Brüche HR 0,84 (0,58 bis 1,21), nicht signifikant; nur bei über 80-Jährigen mit guter Einnahmetreue HR 0,27 | RCT (groß) |
| 105 | Ruan et al. 2015, Med Sci Monit | 4 RCTs mit Gefäßpatienten | kein Rückgang osteoporotischer Brüche, keine Wirkung auf Knochenumbau | Meta-Analyse |
| 106 | Gommans et al. 2013 (VITATOPS), BMC Geriatr | 8.164 Menschen nach Schlaganfall oder TIA; Folsäure, B6 und B12 | osteoporotische Brüche RR 0,86 (95 % KI 0,62 bis 1,18), 1,64 vs. 1,91 %; Hüftbrüche RR 0,94 | Große RCT (ohne Effekt) |
| 107 | Enneman et al. 2015, Calcif Tissue Int | 1.111 Menschen ab 65 mit erhöhtem Homocystein (B-PROOF); 500 µg B12 plus 400 µg Folsäure, 2 Jahre | kein Unterschied bei Knochendichte Schenkelhals (p = 0,24) und Lendenwirbelsäule (p = 0,16) | RCT (groß) |
| 108 | Clements et al. 2022, J Bone Miner Res | 167 Erwachsene ab 50; 200 µg Folsäure, 10 µg B12, 10 mg B6, 5 mg Riboflavin täglich, 2 Jahre | insgesamt kein Effekt; bei niedrigem B12-Ausgangswert Hüfte −0,003 gegenüber −0,015 g/cm² | RCT (Untergruppe) |
| 109 | Liu et al. 2015, Pain Manag Nurs | 42 Hausarzt-Patienten mit Aphthen; B12-Salbe oder Placebo, 2 Tage | Schmerz 0,36 gegenüber 1,80 (p < 0,001) | RCT |
| 110 | Singh et al. 2016, Noise Health | 40 Patienten mit chronischem Tinnitus, 17 mit B12-Mangel; 2.500 µg B12 wöchentlich in den Muskel, 6 Wochen | bei B12-Mangel Tinnitus-Index und VAS signifikant verbessert | RCT (Pilot) |
| 111 | Liampas et al. 2020, Acta Neurol Scand | 12 Arbeiten zu B6, Folsäure und B12 bei Kopfschmerzen; Vorbeugung der Migräne mit Aura 5 RCTs | Vorbeugung Migräne mit Aura in 4 von 5 RCTs besser als Placebo; Akutbehandlung ohne Erfolg | Systematische Übersicht (maßgeblich) |
| 112 | Lea et al. 2009, Pharmacogenet Genomics | 52 Erwachsene mit Migräne mit Aura; 2 mg Folsäure, 25 mg B6 und 400 µg B12, 6 Monate | Häufigkeit nur in der Vitamingruppe gegenüber Ausgangswert gesunken | Placebo-RCT |
| 113 | Menon et al. 2012, Pharmacogenet Genomics | 206 Frauen mit Migräne mit Aura; B6, Folsäure und B12, 6 Monate | Schmerzstärke und hohe Behinderung besser als Placebo; Häufigkeit nicht berichtet | Placebo-RCT |
| 114 | Kuo et al. 2025, Int J Mol Sci | 21 RCTs, 1.723 Personen mit chronischem Juckreiz; Vitamin D, E, B12 und B3 | Vitamine gesamt SMD −0,578 (−0,736 bis −0,419); topisches B12 und D3 am wirksamsten, v. a. bei Neurodermitis und Nieren-Juckreiz; Hinweis auf Publikationsverzerrung | Meta-Analyse (gepoolt) |
| 115 | Januchowski 2009, J Altern Complement Med | 21 Kinder von 6 Monaten bis 18 Jahren mit Ekzem; Seitenvergleich, 4 Wochen | mit B12-Creme stärkere Besserung als mit Placebo nach 2 und 4 Wochen (p = 0,02; 0,01) | RCT (Kinder) |
| 116 | Tjioe et al. 2002, Acta Derm Venereol | 27 Patienten mit stabiler Vitiligo; Schmalband-UVB dreimal pro Woche, 1 Jahr, mit oder ohne B12 und Folsäure | kein signifikanter Unterschied der maximalen Wiederpigmentierung | offene RCT ohne Placebo (zählt nicht) |
| 117 | Duggan et al. 2014, J Nutr | 1 RCT, 366 Schwangere in Bangalore (Indien), 50 µg/Tag bis 6 Wochen nach Geburt | B12 im zweiten Drittel Median 216 vs. 111 pmol/L, im dritten 184 vs. 105 pmol/L (p < 0,001) | RCT |
| 118 | Siddiqua et al. 2016, Eur J Nutr | 1 RCT, 68 blutarme Schwangere in Bangladesch, 250 µg/Tag bis 3 Monate nach Geburt | mehr B12 in Blut, Kolostrum und Muttermilch (p < 0,05); weniger Methylmalonsäure bei Neugeborenen und Säuglingen | RCT (klein) |
| 119 | Rogne et al. 2017, Am J Epidemiol | 18 Beobachtungsstudien, 11.216 Beobachtungen (Einzeldaten) | je 1 SD höheres B12 RR 0,89 (0,82 bis 0,97) für Frühgeburt; Mangel RR 1,21 (0,99 bis 1,49) | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 120 | Srinivasan et al. 2017, Matern Child Nutr | 1 RCT, 366 Schwangere (Indien), Bayley-III mit 9 Monaten bei 178 Kindern | keine Unterschiede in allen Teilbereichen | RCT (Gegenbefund) |
| 121 | Thomas et al. 2019, Matern Child Health J | 218 Kinder aus derselben RCT, Bayley-III mit 30 Monaten | Sprachausdruck besser (β = 0,14; p = 0,03) | RCT (Nachbeobachtung) |
| 122 | Nagpal et al. 2026, BMJ Paediatr Open | 1 RCT, 531 vegetarisch lebende Schwangere (Indien, Nepal), 250 vs. 50 µg Methylcobalamin | geistiger Entwicklungsquotient 103,7 vs. 101,7 (p = 0,008); Motorik gleich | RCT (Dosisvergleich, kein Placebo) |
| 123 | Bonifácio et al. 2025, Curr Nutr Rep | 11 Studien (4 RCTs, 7 Beobachtungsstudien) | Hinweise auf Wirkung auf Kognition und Sprache bis 42 Monate; zu wenige Studien | Systematischer Review (ohne Meta-Analyse) |
| 124 | Tang et al. 2015, Sci Rep | 32 Beobachtungsstudien, 1.890 betroffene und 3.995 Kontroll-Mütter | B12 niedriger bei betroffenen Müttern, Verhältnis 0,91 (0,87 bis 0,95) | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 125 | He et al. 2022, BMC Pregnancy Childbirth | 10 Beobachtungsstudien, 10.595 Schwangere | Mangel OR 1,46 (1,21 bis 1,79) für Schwangerschaftsdiabetes | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 126 | Mardali et al. 2021, Nutr Rev | Beobachtungsstudien (Anzahl nicht im Abstract) | B12 −15,24 pg/mL (−27,52 bis −2,95), sehr hohe Heterogenität | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 127 | Strand et al. 2020, PLoS Med | 1 RCT, 600 Säuglinge (6 bis 11 Monate) in Nepal, 2 µg/Tag über 12 Monate | Homocystein 23 % und Methylmalonsäure 30 % höher unter Placebo (p < 0,001) | RCT |
| 128 | Strand et al. 2015, Pediatrics | 1 RCT, 1.000 Kinder (6 bis 35 Monate) in Nordindien, doppelte Tagesempfehlung über 6 Monate, faktorielles Design mit Folsäure | Gewicht-Z-Wert +0,07 (0,01 bis 0,13); Größe nur bei unterernährten Kindern besser | Groß-RCT |
| 129 | Ulak et al. 2023, Br J Nutr | Nachbeobachtung einer RCT, 533 Kinder mit 42 bis 47 Monaten (Nepal) | IQ-Differenz −0,5 (−1,97 bis 0,94); in keiner Untergruppe ein Nutzen | RCT (Nachbeobachtung) |
| 130 | Kvestad et al. 2015, PLoS One | 422 Kleinkinder in Indien, B12 und/oder Folsäure (faktoriell), 6 Monate | B12 allein ohne Effekt auf das Problemlösen | Placebo-RCT |
| 131 | Kumar et al. 2017, Clin Nutr | 1 RCT, Kinder (6 bis 36 Monate) in Neu-Delhi, B12 und/oder Folsäure über 6 Monate | Hämoglobin durch keines der Vitamine verbessert | RCT (Gegenbefund) |
| 132 | Taneja et al. 2013, Am J Clin Nutr | 1 RCT, 1.000 Kinder (6 bis 30 Monate) in Nordindien, doppelte Tagesempfehlung über 6 Monate | kein Rückgang von Durchfall; Folsäure: anhaltender Durchfall OR 2,1 (1,1 bis 3,8) | Groß-RCT (maßgeblich) |
| 133 | Strand et al. 2026, J Nutr | 1 RCT, 600 Säuglinge in Nepal, 2 µg/Tag über 12 Monate (Sekundäranalyse) | IRR 0,99 (0,85 bis 1,14) für Arztbesuche; keine der 20 Krankheiten seltener | RCT |
| 134 | Worthington-White et al. 1994, Am J Clin Nutr | 1 RCT, 184 Frühgeborene (< 1.800 g, < 36 Wochen), faktoriell mit Folsäure | Hämoglobin höher mit B12 (p < 0,0005 gegen unbehandelt) | offene RCT ohne Placebo (zählt nicht) |
| 135 | Bertoglio et al. 2010, J Altern Complement Med | 1 Crossover-RCT, 30 Kinder (3 bis 8 Jahre), 64,5 µg/kg alle 3 Tage | keine signifikanten Unterschiede in Verhalten oder Glutathion; 9 von 30 sprachen an | Crossover-RCT (Gegenbefund) |
| 136 | Sachdeva et al. 2025, Nutr Rev | systematischer Review, 1 RCT gefunden (80 Kinder) | Spritze wirksamer, aber nur eine Studie mit hohem Verzerrungsrisiko; keine Sicherheitsdaten | Systematischer Review |
| 137 | Tandon et al. 2022, Indian Pediatr | 1 offene RCT, 80 Kinder mit Mangelanämie | B12-Anstieg 600 vs. 399 pg/mL (p = 0,016); Hämoglobin +2,7 vs. +0,5 g/dL (p = 0,001) | RCT (offen, aktiver Vergleich) |
| 138 | Zhang et al. 2008, JAMA | 1 RCT (WAFACS), 5.442 Frauen mit Herzrisiko, 2,5 mg Folsäure + 50 mg B6 + 1 mg B12, 7,3 Jahre | Krebs HR 0,97 (0,79 bis 1,18); Brustkrebs HR 0,83; Krebstod HR 0,82, alle nicht signifikant | Groß-RCT (Gegenbefund) |
| 139 | Raval et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 9 RCTs, 1.354 Menschen mit diabetischer Nierenerkrankung; nur 1 Studie mit B12 allein, 1 mit Kombination | kein B-Vitamin verbesserte die Nierenfunktion; Kombination senkte die Filtrationsrate (1 Studie); schwere Nebenwirkungen nicht häufiger | Cochrane-Review |
| 140 | Schnyder et al. 2001, N Engl J Med | 205 Patienten nach Aufdehnung eines Herzkranzgefäßes; 1 mg Folsäure, 400 µg B12, 10 mg B6, 6 Monate | Wiederverengung 19,6 vs. 37,6 % (p = 0,01); erneuter Eingriff 10,8 vs. 22,3 % (p = 0,047) | Placebo-RCT (weniger Wiederverengung) |
| 141 | Schnyder et al. 2002, JAMA | 553 Patienten nach Aufdehnung eines Herzkranzgefäßes; 1 mg Folsäure, 400 µg B12, 10 mg B6, 6 Monate | erneuter Eingriff am Gefäß 9,9 vs. 16,0 % (RR 0,62; 95 % KI 0,40 bis 0,97); kombinierter Endpunkt 15,4 vs. 22,8 % (RR 0,68; 0,48 bis 0,96) | Placebo-RCT (weniger erneute Eingriffe) |
| 142 | Guo et al. 2026, Ann Med | 13 RCTs mit Herzpatienten | Wiederverengung RR 0,65 (95 % KI 0,44 bis 0,95); Herz-Kreislauf-Sterblichkeit RR 0,96 (0,85 bis 1,07), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 143 | Raghavan et al. 2018, Paediatr Perinat Epidemiol | Kohorte, 1.257 Mutter-Kind-Paare (Boston) | B12 ≥ 536,8 pmol/L: 2,5-faches Autismus-Risiko (1,4 bis 4,5) | Kohortenstudie |
| 144 | Insin et al. 2026, Asian Pac J Cancer Prev | 40 Menschen unter Chemotherapie; Cyanocobalamin 500 µg zweimal täglich | Nebenwirkungen ohne Unterschied zu Placebo | Placebo-RCT |
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