Stoff, Wirkung oder Frage
Milchsäurebakterien & Co. · 140 Studien und Übersichten ausgewertet

Probiotika

Gegen Durchfall, für Darm, Abwehr, Haut und Figur: Probiotika sollen vieles können. Hier steht, welche Stämme in Studien wirklich helfen, was nur für Mischungen gilt und wo Risiken liegen.

Probiotika-Kapseln auf salbeigrünem Grund
Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 2026140 QuellenLesezeit 20 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Gut belegt ist nur der Nutzen einzelner Stämme: Das Bakterium Lactobacillus rhamnosus GG verkürzt akuten Durchfall bei Kindern, die Hefe Saccharomyces boulardii wahrscheinlich ebenso. Mischungen verschiedener Stämme helfen wahrscheinlich etwas gegen Antibiotika-Durchfall, bei Reizdarm, Erkältungen und einigen Blutwerten, doch das lässt sich keinem Produkt zuordnen. Ob Präparate enthalten, was das Etikett verspricht, ist oft unsicher. Für Gesunde sind Probiotika gut verträglich.

Nach der dritten Antibiotika-Tablette rät jemand im Freundeskreis zu Probiotika, und im Drogeriemarkt stehen die Packungen gleich regalweise: Kapseln mit zehn Milliarden Keimen, Pulver mit zwanzig Stämmen, Joghurtdrinks im Kühlregal. Kaum ein Supplement wird so selbstverständlich mit Gesundheit verbunden. Kaum eines ist schwerer zu beurteilen. Denn hinter dem einen Wort steckt keine Substanz, sondern eine ganze Welt aus Bakterien und Hefen, die sich so stark voneinander unterscheiden wie Hund und Katze.

Genau das macht die Studienlage verwirrend. Ein Stamm kann Durchfall messbar verkürzen, während ein naher Verwandter nichts bewirkt, und eine Auswertung, die beide zusammenrechnet, sagt über keinen von ihnen viel aus. Wer wissen will, was Probiotika können, muss deshalb immer zuerst fragen, welcher Keim eigentlich geprüft wurde.

Was sind Probiotika, und was bewirken sie?

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen gesundheitlichen Nutzen haben sollen, meist Milchsäurebakterien wie Lactobacillus und Bifidobacterium oder die Hefe Saccharomyces boulardii. Sie werden geschluckt, passieren den Magen und sollen im Darm vorübergehend mitarbeiten, etwa indem sie Krankheitserreger verdrängen oder die Abwehr der Darmschleimhaut beeinflussen. Ob und wie lange sie sich dort halten, ist allerdings von Mensch zu Mensch sehr verschieden. In einer israelischen Studie, die Proben direkt aus der Darmschleimhaut entnahm, siedelten sich dieselben Keime bei manchen Teilnehmenden an und bei anderen kaum.1 Der eigene Darm entscheidet also mit.

Wichtig für jede Einordnung ist der vollständige Name eines Probiotikums. Er besteht aus Gattung, Art und Stammbezeichnung, so wie bei Lactobacillus rhamnosus GG, kurz LGG. Zwei Stämme derselben Art können sich in ihrer Wirkung so sehr unterscheiden, dass Fachleute von stammspezifischer Wirkung sprechen. Das klingt kleinlich, ist es aber nicht. Daraus folgt eine unbequeme Regel für diesen Text: Was für einen Stamm gezeigt wurde, gilt zunächst nur für diesen Stamm.

Davon zu unterscheiden sind Präbiotika. Das sind keine Lebewesen, sondern Ballaststoffe wie Inulin, die den Darmbakterien als Futter dienen. Wie sich beide unterscheiden und welche probiotischen Lebensmittel wie Joghurt oder Sauerkraut überhaupt lebende Keime enthalten, ist eine eigene Frage.

Probiotika in Lebensmitteln: Was Joghurt, Kefir und Sauerkraut wirklich liefernJoghurt mit lebenden Kulturen, rohes Sauerkraut, Kombucha in der Glasflasche: Sie gelten als natürliche Probiotika. Lebende Bakterien stecken aber nur in einem Teil davon, und ihr Nutzen ist selten geprüft.
9 Min. →

Wofür sind Probiotika gut? Die Wirkung im Studiencheck

Probiotika helfen am verlässlichsten bei bestimmten Durchfällen, und das auch nur mit einzelnen, gut untersuchten Stämmen. Für diesen Überblick haben wir 45 Wirkungen und 8 Fragen zur Sicherheit erfasst, die am Menschen mit einer Vergleichsgruppe geprüft wurden. Dabei öffnet ein Klick auf eine Zeile die Begründung. Nur zwei Wirkungen erreichen die höchste Stufe, und beide betreffen einen einzelnen Stamm: eine Hefe oder das Bakterium LGG.

Durchfall durch Antibiotika vorbeugen (Erwachsene)wahrscheinlich36 Placebo-Studien, 9.819 Pers. (Goodman 2021)gegen Placebo RR 0,69

Erwachsene unter Antibiotika; über verschiedene Stämme gepoolt (v. a. Lactobacillus, Bifidobacterium, Saccharomyces boulardii, Mischpräparate)

Ergebnisse: gegen Placebo RR 0,69 (Goodman 2021, Placebo-Teilgruppe); alle 42 Studien mit 11.305 Pers. RR 0,63 (95 % KI 0,54 bis 0,73; GRADE moderat); −38 % in 36 Placebo-Studien mit 9.312 Pers. (RR 0,62; Liao 2021); kein Effekt in der größten Einzelstudie mit 2.941 älteren Klinikpatienten (RR 1,04; PLACIDE, Allen 2013)

Werden Probiotika parallel zu Antibiotika eingenommen, tritt Durchfall in vier übereinstimmenden Meta-Analysen um etwa ein Drittel seltener auf; ein Nutzen ist damit wahrscheinlich. Höher bewertet ist er nicht, weil die größte Einzelstudie (PLACIDE) mit fast 3.000 über 65-jährigen Klinikpatienten mit einer Lactobacillus-Bifidobacterium-Mischung keinen Schutz fand. Die Meta-Analysen rechnen viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 10, 65, 11

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (4 Meta-Analysen einig, größte mit 36 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Allen et al. 2013 (PLACIDE), n = 2941)
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Reizdarm-Beschwerden insgesamt lindernwahrscheinlich63 Studien (Chen 2023); 82 Studien, 10.332 Pers. stammweise (Goodoory 2023)Globalsymptome SMD −0,55

Erwachsene mit Reizdarmsyndrom; Chen und Tang über verschiedene Stämme gepoolt, Goodoory wertet stammweise aus

Ergebnisse: Globalsymptome SMD −0,55 (63 Studien; Chen 2023); Symptomscore IBS-SSS −33 Punkte, Lebensqualität unverändert (40 Studien; Tang 2026); stammweise Nutzen mit geringer bis sehr geringer Evidenzqualität, moderat nur für Escherichia-Stämme (Goodoory 2023)

Probiotika lindern Reizdarm-Beschwerden insgesamt wahrscheinlich etwas; acht Meta-Analysen, die größte mit 63 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Sie rechnen allerdings viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen, und die stammweise Auswertung mit 82 Studien bewertet die Evidenz fast durchweg als gering oder sehr gering. Eine aktuelle Meta-Analyse sah eine Besserung im Beschwerdescore, aber keine bessere Lebensqualität. 15, 16, 17

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (8 Meta-Analysen einig, größte mit 63 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Akuten Durchfall bei Kindern verkürzen mit Saccharomyces boulardiiKinder mit akuter Gastroenteritis; nur Saccharomyces boulardiiwahrscheinlich22 Studien (Feizizadeh 2014); 23 Studien, 3.450 Kinder (Szajewska 2020)Durchfalldauer signifikant kürzer

Ergebnisse: Durchfalldauer signifikant kürzer (Feizizadeh 2014); −1,06 Tage (95 % KI −1,32 bis −0,79; sehr hohe Heterogenität), Klinikaufenthalt −0,85 Tage (Szajewska 2020); −19,7 Stunden (10 Studien, 1.282 Kinder; Fu 2022)

Mit der Hefe Saccharomyces boulardii dauert akuter Durchfall bei Kindern im Mittel etwa einen Tag kürzer; das ist wahrscheinlich, drei Meta-Analysen mit bis zu 23 Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Für „gut belegt“ reicht es nicht: Die meisten Auswertungen zählen ihre Studien nur gemeinsam über mehrere Messwerte, und die eine Auswertung genau zur Durchfalldauer stufen ihre Autoren als sehr unsicher ein. Die Einzelstudien sind oft klein und selten vollständig verblindet, die Ergebnisse streuen stark. Der Befund gilt für diesen Stamm und lässt sich nicht auf andere Probiotika übertragen. 3, 2, 69

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 22 Studien, keine große widerspricht)
  • Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
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Körpergewicht senkenwahrscheinlich26 Studien, 1.720 Pers. (Pontes 2021)Körpergewicht signifikant gesenkt

Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Körpergewicht signifikant gesenkt (Pontes 2021); −0,60 kg (95 % KI −1,19 bis −0,01), Autoren: kleine Effekte (15 Studien, 957; Borgeraas 2018); bei Übergewicht −0,94 kg, bei Adipositas kein Effekt, Autoren teils beim Hersteller angestellt (25 Studien; Koutnikova 2019); −0,52 kg, überwiegend Ostasien (11 Studien, 856; Liu 2026)

Bei Übergewicht senken Probiotika das Körpergewicht wahrscheinlich ein wenig, in den Auswertungen meist um weniger als ein Kilogramm; zusammengerechnet sind dabei verschiedene Stämme. Das ist zu wenig, um als Abnehmmittel eine Rolle zu spielen, und die Studien dauerten oft nur wenige Wochen bis Monate. 36, 37, 121, 122

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 26 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Bakterielle Vaginose behandeln oder Rückfällen vorbeugen (zum Einnehmen)wahrscheinlich5 Studien, 351 Frauen (Chen 2022, Teilgruppe zum Einnehmen)Heilung häufiger, wenn Probiotika zum Einnehmen zusätzlich zum Antibiotikum gegeben wurden

Frauen mit bakterieller Vaginose, meist zusätzlich zu Antibiotika; meist L. rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14; viele Meta-Analysen mischen Einnahme und Vaginalanwendung

Ergebnisse: Heilung häufiger, wenn Probiotika zum Einnehmen zusätzlich zum Antibiotikum gegeben wurden (5 Studien, 351 Frauen; Chen 2022); früher Rückfall oder Fortbestehen RR 0,45 (95 % KI 0,21 bis 0,96; geringe Evidenzqualität; Gardella 2026); in einer älteren Teilauswertung kein Effekt (3 Studien, 767 Frauen; Wang 2019)

Probiotika zum Einnehmen, zusätzlich zur Antibiotika-Behandlung, verbessern wahrscheinlich die Heilung einer bakteriellen Vaginose und verringern frühe Rückfälle. Die Grundlage ist schmal: wenige, kleine Studien, meist mit zwei bestimmten Lactobacillus-Stämmen, und eine ältere Teilauswertung fand keinen Effekt. Viele Meta-Analysen trennen Kapseln nicht von Vaginalzäpfchen und rechnen verschiedene Präparate zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 22, 103, 23

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Chen et al. 2022, 5 Studien) positiv)Unsere Regeln
Bestehende Neurodermitis lindernwahrscheinlich14 Studien mit Kindern (Gaikwad 2025)Schweregrad bei Kindern SMD −0,65

Kinder und Erwachsene mit leichtem bis schwerem Ekzem; Lactobacillus- und Bifidobacterium-Arten, verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Schweregrad (SCORAD) bei Kindern SMD −0,65 (Gaikwad 2025); Erwachsene SCORAD −5,93, stammabhängig (9 Studien; Husein-ElAhmed 2023); Cochrane 2018 mit Probiotika und Präbiotika: SCORAD −3,91, unter der Schwelle von 8,7 Punkten für einen spürbaren Unterschied, „little or no difference“, von Betroffenen bewertete Beschwerden unverändert (Makrgeorgou 2018)

Bei bestehender Neurodermitis senken Probiotika den ärztlich gemessenen Schweregrad wahrscheinlich etwas; die Meta-Analysen rechnen dabei verschiedene Stämme zusammen, und einzelne Stämme zeigten allein keinen Nutzen. Die Cochrane-Auswertung von 2018, die auch Kombinationen mit Präbiotika einschloss, kam zu dem Schluss, dass Probiotika kaum oder keinen Unterschied machen („little or no difference“): Der Schweregrad sank um knapp 4 Punkte, für einen spürbaren Unterschied wären 8,7 nötig, und die selbst empfundenen Beschwerden änderten sich nicht. 28, 29, 113, 114

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 14 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Blähungen und Blähbauch beim Reizdarm lindernwahrscheinlich35 Studien, 3.452 Pers. (Niu & Xiao 2020)Blähungen SMD −0,15, signifikant

Erwachsene mit Reizdarm; über verschiedene Stämme gepoolt, Goodoory stammweise

Ergebnisse: Blähungen SMD −0,15, signifikant (Niu & Xiao 2020); Blähungs-Score SMD −0,20 (95 % KI −0,38 bis −0,01; 15 Studien, 2.283 Pers.; Sun 2020); stammweise nur sehr geringe Evidenz für Mischpräparate und Bacillus-Stämme (Goodoory 2023)

Blähungen und Blähbauch beim Reizdarm werden mit Probiotika wahrscheinlich etwas weniger; sechs Meta-Analysen, die größte mit 35 Studien, fanden übereinstimmend eine kleine Besserung. Der Effekt ist gering, und weil die Meta-Analysen viele verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. Die stammweise Auswertung fand nur für Mischpräparate und Bacillus-Stämme Hinweise mit sehr geringer Evidenzqualität. 18, 73, 16

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 35 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Erkältungen und andere Atemwegsinfekte vorbeugenwahrscheinlich16 Studien, 4.798 Pers. (Zhao 2022, Cochrane); 27 Studien bei Erwachsenen unter 65 (Coleman 2022)mindestens ein Infekt der oberen Atemwege RR 0,76

Kinder, Erwachsene und Ältere, meist über 3 Monate; über verschiedene Stämme gepoolt (meist ein bis zwei Lactobacillus-Stämme)

Ergebnisse: mindestens ein Infekt der oberen Atemwege RR 0,76 (95 % KI 0,67 bis 0,87; geringe Evidenzqualität); mindestens drei Infekte RR 0,59; Antibiotika-Verordnungen RR 0,58 (Zhao 2022); Erwachsene unter 65: mindestens ein Atemwegsinfekt RR 0,91 (95 % KI 0,84 bis 0,98), bei körperlich Aktiven kein Effekt (Coleman 2022); größte Einzelstudie mit 1.104 Erwachsenen ohne Effekt auf die Häufigkeit (Jespersen 2015)

Wer regelmäßig Probiotika nimmt, bekommt wahrscheinlich etwas seltener Erkältungen; in der Cochrane-Auswertung sank der Anteil mit mindestens einem Infekt um etwa ein Viertel, und es wurden seltener Antibiotika verschrieben. Höher bewertet ist das nicht, weil die größte Einzelstudie (Jespersen 2015) mit über 1.100 Erwachsenen keinen Schutz fand; auch mehrere neuere Meta-Analysen bei Säuglingen und Kindern sahen keinen gesicherten Unterschied. Die Auswertungen rechnen viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 19, 20, 21

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 27 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Jespersen et al. 2015, n = 1104)
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gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir
Alle 45 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe

Hier steht jede Wirkung, die bei Probiotika in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.

45 untersuchte Wirkungen in 3 Bereichen · Bereich öffnen zum Anzeigen

Darm & Verdauung 24

2 gut belegt · 17 wahrscheinlich · 4 unklar · 1 spricht dagegen
Akuten Durchfall bei Kindern verkürzen mit Lactobacillus rhamnosus GGKinder mit akuter Gastroenteritis; nur Lactobacillus rhamnosus GGgut belegt19 Studien (Li 2019); 15 Studien, 3.820 Kinder (Szajewska 2019)Durchfalldauer signifikant kürzer

Ergebnisse: Durchfalldauer signifikant kürzer (Li 2019); −0,85 Tage (95 % KI −1,15 bis −0,56), Effekt in Europa größer (Szajewska 2019); vor Einführung der Rotavirus-Impfung −23,8 Stunden, in teilgeimpften Gruppen nicht signifikant (Lo Vecchio 2022); größte Einzelstudie ohne Effekt (Schnadower 2018, 971 Kinder)

Lactobacillus rhamnosus GG verkürzt akuten Durchfall bei Kindern im Mittel um knapp einen Tag; das ist gut belegt, zwei Meta-Analysen mit bis zu 19 Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt war in europäischen Studien und in Gruppen ohne Rotavirus-Impfung größer, und die größte Einzelstudie mit fast 1.000 Kleinkindern in US-Notaufnahmen fand keinen Unterschied zu Placebo. Der Befund gilt für diesen Stamm, nicht für Probiotika allgemein. 70, 4, 6, 5

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 19 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
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Helicobacter-pylori-Therapie unterstützen mit Saccharomyces boulardiigut belegt19 Studien, 5.036 Pers. (Li & Xie 2025)Ausrottung signifikant häufiger

nur Saccharomyces boulardii, zusätzlich zur Antibiotika-Therapie; Kontrolle meist Therapie allein ohne Placebo

Ergebnisse: Ausrottung signifikant häufiger (Li & Xie 2025); Erwachsene RR 1,07 (15 Studien), Kinder RR 1,12 (3 Studien), GRADE moderat (Chang 2026); 80 % gegenüber 71 % (RR 1,11; 95 % KI 1,06 bis 1,17), Therapie-Nebenwirkungen RR 0,44, Durchfall RR 0,51 (Szajewska 2015)

Saccharomyces boulardii als Zusatz zur Helicobacter-Therapie erhöht die Ausrottungsrate etwas und senkt vor allem Nebenwirkungen wie Durchfall; das ist gut belegt, sieben Meta-Analysen mit bis zu 19 Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Zugewinn bei der Ausrottung ist klein, meist wurde ohne Placebo verglichen, und viele Studien aus China überschneiden sich zwischen den Auswertungen. Der Befund gilt für diesen Stamm, nicht für Probiotika allgemein. 14, 90, 13

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (7 Meta-Analysen einig, größte mit 19 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
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Durchfall durch Antibiotika vorbeugen (Erwachsene)wahrscheinlich36 Placebo-Studien, 9.819 Pers. (Goodman 2021)gegen Placebo RR 0,69

Erwachsene unter Antibiotika; über verschiedene Stämme gepoolt (v. a. Lactobacillus, Bifidobacterium, Saccharomyces boulardii, Mischpräparate)

Ergebnisse: gegen Placebo RR 0,69 (Goodman 2021, Placebo-Teilgruppe); alle 42 Studien mit 11.305 Pers. RR 0,63 (95 % KI 0,54 bis 0,73; GRADE moderat); −38 % in 36 Placebo-Studien mit 9.312 Pers. (RR 0,62; Liao 2021); kein Effekt in der größten Einzelstudie mit 2.941 älteren Klinikpatienten (RR 1,04; PLACIDE, Allen 2013)

Werden Probiotika parallel zu Antibiotika eingenommen, tritt Durchfall in vier übereinstimmenden Meta-Analysen um etwa ein Drittel seltener auf; ein Nutzen ist damit wahrscheinlich. Höher bewertet ist er nicht, weil die größte Einzelstudie (PLACIDE) mit fast 3.000 über 65-jährigen Klinikpatienten mit einer Lactobacillus-Bifidobacterium-Mischung keinen Schutz fand. Die Meta-Analysen rechnen viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 10, 65, 11

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (4 Meta-Analysen einig, größte mit 36 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Allen et al. 2013 (PLACIDE), n = 2941)
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Durchfall durch Antibiotika vorbeugen (Kinder)wahrscheinlich33 Studien, 6.352 Kinder (Guo 2019, Cochrane)Antibiotika-Durchfall 8 % gegenüber 19 %

Kinder 0–18 Jahre unter Antibiotika; über verschiedene Stämme gepoolt (Bacillus, Bifidobacterium, Clostridium butyricum, Lactobacillus, Saccharomyces u. a.)

Ergebnisse: Antibiotika-Durchfall 8 % gegenüber 19 % (RR 0,45; 95 % KI 0,36 bis 0,56; GRADE moderat; NNT 9); hohe Dosis (≥ 5 Mrd. KBE/Tag) RR 0,37, niedrige Dosis RR 0,68 nicht signifikant (Guo 2019); nur L. reuteri DSM 17938: bei Nachbeobachtung bis 56 Tage kein Effekt (3 Studien, 998 Kinder; Szajewska 2026)

Bei Kindern, die Antibiotika bekommen, senken Probiotika das Risiko für Durchfall wahrscheinlich deutlich: In der Cochrane-Auswertung bekamen 8 statt 19 von 100 Kindern Durchfall, gesichert vor allem bei hohen Dosen. Die Auswertung rechnet viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen; am besten untersucht sind Lactobacillus rhamnosus GG und Saccharomyces boulardii (eigene Zeilen). Für den Stamm Limosilactobacillus reuteri DSM 17938 fand eine eigene Meta-Analyse über die gesamte Nachbeobachtung keinen Schutz. 63, 66

Warum diese Stufe? Eine sehr große Meta-Analyse (über 5.000 Teilnehmende) in guter Qualität. (Meta-Analyse mit 6.352 Teilnehmenden, Evidenzqualität moderate)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Durchfall durch Antibiotika vorbeugen mit Saccharomyces boulardiiKinder und Erwachsene; nur die Hefe Saccharomyces boulardiiwahrscheinlich21 Studien, 4.780 Pers. (Szajewska 2015)Antibiotika-Durchfall 8,5 % gegenüber 18,7 %

Ergebnisse: Antibiotika-Durchfall 8,5 % gegenüber 18,7 % (RR 0,47; 95 % KI 0,38 bis 0,57; NNT 10); Kinder RR 0,43 (6 RCTs, 1.653), Erwachsene RR 0,49 (15 RCTs, 3.114)

Mit der Probiotika-Hefe Saccharomyces boulardii tritt Antibiotika-Durchfall wahrscheinlich etwa halb so oft auf, bei Kindern wie bei Erwachsenen; das zeigt eine eigene Meta-Analyse mit 21 Studien. Ein Teil der Studien war nicht verblindet und verglich mit gar keiner Behandlung statt mit Placebo, und eine zweite stammspezifische Meta-Analyse neueren Datums fehlt. 12

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Szajewska & Kołodziej 2015, 21 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Durchfall durch Antibiotika vorbeugen mit Lactobacillus rhamnosus GGKinder und Erwachsene; nur Lactobacillus rhamnosus GGwahrscheinlich11 Studien, 1.308 Pers. (Szajewska 2015)Antibiotika-Durchfall 12,3 % gegenüber 22,4 %

Ergebnisse: Antibiotika-Durchfall 12,3 % gegenüber 22,4 % (RR 0,49; 95 % KI 0,29 bis 0,83; geringe Evidenzqualität); Kinder RR 0,48 signifikant (5 RCTs, 445), Erwachsene RR 0,48 nicht signifikant (95 % KI 0,20 bis 1,15; 6 RCTs, 863)

Lactobacillus rhamnosus GG halbiert das Risiko für Antibiotika-Durchfall wahrscheinlich; das zeigt eine eigene Meta-Analyse mit 11 Studien. Getrennt betrachtet war der Schutz nur bei Kindern gesichert, bei Erwachsenen nicht, außer in der Untergruppe mit Antibiotika gegen Helicobacter pylori. Die Evidenzqualität ist mäßig bis gering. 67

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Szajewska & Kołodziej 2015, 11 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Clostridioides-difficile-Durchfall vorbeugenwahrscheinlich38 Studien, 13.179 Pers. (Esmaeilinezhad 2025, Cochrane)C.-difficile-Durchfall 1,6 % gegenüber 3,2 %

Erwachsene und Kinder unter Antibiotika; über verschiedene Stämme gepoolt

Ergebnisse: C.-difficile-Durchfall 1,6 % gegenüber 3,2 % (RR 0,50; 95 % KI 0,38 bis 0,64; geringe Evidenzqualität; NNT 65); Besiedlung ohne Beschwerden nicht verringert (RR 0,87); in der größten Einzelstudie nicht signifikant (RR 0,71; PLACIDE, Allen 2013)

Probiotika halbieren in der aktuellen Cochrane-Auswertung wahrscheinlich das Risiko für Durchfall durch Clostridioides difficile; weil die Erkrankung selten ist, müssen rund 65 Menschen Probiotika nehmen, damit ein Fall verhindert wird. Höher bewertet ist das nicht, weil die größte Einzelstudie (PLACIDE) mit fast 3.000 älteren Klinikpatienten keinen gesicherten Unterschied fand; zudem hatten in 28 der 47 Studien Autoren Verbindungen zu Herstellern oder erhielten Geld von ihnen. Die Studien rechnen viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 44, 12, 11

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 38 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Allen et al. 2013 (PLACIDE), n = 2941)
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Akuten Durchfall (Magen-Darm-Infekt) bei Kindern verkürzen (Probiotika allgemein)wahrscheinlich67 Studien, 11.830 Kinder (Minaz 2024)Durchfalldauer signifikant kürzer

fast nur Kinder mit akuter infektiöser Gastroenteritis; über verschiedene Stämme gepoolt

Ergebnisse: Durchfalldauer signifikant kürzer (geringe Evidenzqualität; Minaz 2024); in 25 Studien mit 5.170 Kindern ebenfalls kürzer (Alsabri 2025); nur Studien mit geringem Verzerrungsrisiko: Dauer −8,64 Stunden, nicht signifikant (6 Studien, 3.058 Pers.; Collinson 2020); in zwei großen RCTs 2018 kein Unterschied bei Schwere und Dauer (Freedman 2018, Schnadower 2018)

Bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt verkürzen Probiotika den Durchfall wahrscheinlich etwas: Neun Meta-Analysen, die größte mit 67 Studien, fanden übereinstimmend eine kürzere Dauer. Die Cochrane-Auswertung sah den Effekt allerdings nicht mehr, wenn sie nur methodisch saubere Studien betrachtete, und zwei große Studien aus Notaufnahmen mit zusammen über 1.800 Kleinkindern fanden keinen Unterschied. Weil die Meta-Analysen viele verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen; einzeln untersucht sind Saccharomyces boulardii und Lactobacillus rhamnosus GG (eigene Zeilen). 7, 8, 68, 5, 9

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (9 Meta-Analysen einig, größte mit 67 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Akuten Durchfall bei Kindern verkürzen mit Saccharomyces boulardiiKinder mit akuter Gastroenteritis; nur Saccharomyces boulardiiwahrscheinlich22 Studien (Feizizadeh 2014); 23 Studien, 3.450 Kinder (Szajewska 2020)Durchfalldauer signifikant kürzer

Ergebnisse: Durchfalldauer signifikant kürzer (Feizizadeh 2014); −1,06 Tage (95 % KI −1,32 bis −0,79; sehr hohe Heterogenität), Klinikaufenthalt −0,85 Tage (Szajewska 2020); −19,7 Stunden (10 Studien, 1.282 Kinder; Fu 2022)

Mit der Hefe Saccharomyces boulardii dauert akuter Durchfall bei Kindern im Mittel etwa einen Tag kürzer; das ist wahrscheinlich, drei Meta-Analysen mit bis zu 23 Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Für „gut belegt“ reicht es nicht: Die meisten Auswertungen zählen ihre Studien nur gemeinsam über mehrere Messwerte, und die eine Auswertung genau zur Durchfalldauer stufen ihre Autoren als sehr unsicher ein. Die Einzelstudien sind oft klein und selten vollständig verblindet, die Ergebnisse streuen stark. Der Befund gilt für diesen Stamm und lässt sich nicht auf andere Probiotika übertragen. 3, 2, 69

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 22 Studien, keine große widerspricht)
  • Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
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Reisedurchfall vorbeugenwahrscheinlich12 Studien (McFarland 2007); stammweise 6 Studien (McFarland 2019)Reisedurchfall signifikant seltener

Reisende, Soldaten; über verschiedene Stämme gepoolt (McFarland 2007), stammweise Auswertung (McFarland 2019)

Ergebnisse: Reisedurchfall signifikant seltener (McFarland 2007); Saccharomyces boulardii RR 0,79 (95 % KI 0,72 bis 0,87), L. rhamnosus GG nur Trend (p = 0,08), L. acidophilus nicht signifikant (McFarland 2019); S. boulardii in einer Placebo-Studie mit 3.000 Reisenden dosisabhängig wirksam (Kollaritsch 1993)

Reisedurchfall wird mit Probiotika wahrscheinlich etwas seltener, der Effekt ist aber klein. Die Meta-Analysen rechnen verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen; in der stammweisen Auswertung war der Schutz nur für Saccharomyces boulardii gesichert, für Lactobacillus rhamnosus GG gab es nur einen Trend. 71, 72, 64

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 12 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Reizdarm-Beschwerden insgesamt lindernwahrscheinlich63 Studien (Chen 2023); 82 Studien, 10.332 Pers. stammweise (Goodoory 2023)Globalsymptome SMD −0,55

Erwachsene mit Reizdarmsyndrom; Chen und Tang über verschiedene Stämme gepoolt, Goodoory wertet stammweise aus

Ergebnisse: Globalsymptome SMD −0,55 (63 Studien; Chen 2023); Symptomscore IBS-SSS −33 Punkte, Lebensqualität unverändert (40 Studien; Tang 2026); stammweise Nutzen mit geringer bis sehr geringer Evidenzqualität, moderat nur für Escherichia-Stämme (Goodoory 2023)

Probiotika lindern Reizdarm-Beschwerden insgesamt wahrscheinlich etwas; acht Meta-Analysen, die größte mit 63 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Sie rechnen allerdings viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen, und die stammweise Auswertung mit 82 Studien bewertet die Evidenz fast durchweg als gering oder sehr gering. Eine aktuelle Meta-Analyse sah eine Besserung im Beschwerdescore, aber keine bessere Lebensqualität. 15, 16, 17

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (8 Meta-Analysen einig, größte mit 63 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Blähungen und Blähbauch beim Reizdarm lindernwahrscheinlich35 Studien, 3.452 Pers. (Niu & Xiao 2020)Blähungen SMD −0,15, signifikant

Erwachsene mit Reizdarm; über verschiedene Stämme gepoolt, Goodoory stammweise

Ergebnisse: Blähungen SMD −0,15, signifikant (Niu & Xiao 2020); Blähungs-Score SMD −0,20 (95 % KI −0,38 bis −0,01; 15 Studien, 2.283 Pers.; Sun 2020); stammweise nur sehr geringe Evidenz für Mischpräparate und Bacillus-Stämme (Goodoory 2023)

Blähungen und Blähbauch beim Reizdarm werden mit Probiotika wahrscheinlich etwas weniger; sechs Meta-Analysen, die größte mit 35 Studien, fanden übereinstimmend eine kleine Besserung. Der Effekt ist gering, und weil die Meta-Analysen viele verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. Die stammweise Auswertung fand nur für Mischpräparate und Bacillus-Stämme Hinweise mit sehr geringer Evidenzqualität. 18, 73, 16

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 35 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Chronische Verstopfung bei Erwachsenen lindernwahrscheinlich30 Studien zu Probiotika (van der Schoot 2022)Ansprechen 57 % gegenüber 44 %

Erwachsene mit chronischer bzw. funktioneller Verstopfung; über verschiedene Stämme gepoolt, Teilanalysen je Stamm

Ergebnisse: Ansprechen 57 % gegenüber 44 % (RR 1,28; 95 % KI 1,07 bis 1,52); Stuhlhäufigkeit SMD 0,71, signifikant für Bifidobacterium lactis, nicht für Mischungen, Bacillus coagulans oder L. casei Shirota; Stuhlkonsistenz unverändert (van der Schoot 2022); +0,98 Stuhlgänge pro Woche (15 RCTs; Zhang 2020)

Bei chronischer Verstopfung sprechen mit Probiotika wahrscheinlich etwas mehr Erwachsene auf die Behandlung an, und der Stuhlgang wird häufiger; fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Sie rechnen allerdings viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen, und in den Teilanalysen wirkten mal Bifidobacterium lactis, mal vor allem Mischpräparate. Die Studien sind heterogen und teils mit hohem Verzerrungsrisiko. 74, 75

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 30 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Remission bei aktiver Colitis ulcerosa erreichenwahrscheinlich9 Studien, 594 Pers. gegen Placebo (Kaur 2020, Cochrane)klinische Remission häufiger

leichte bis mittelschwere Colitis ulcerosa, überwiegend Erwachsene; Einzelstämme und Mischungen gepoolt

Ergebnisse: klinische Remission häufiger (RR 1,73; 95 % KI 1,19 bis 2,54; geringe Evidenzqualität; NNT 5; Kaur 2020); in einer neueren Auswertung nicht signifikant (OR 1,87; 95 % KI 0,98 bis 3,57; Wang 2024)

Bei leichter bis mittelschwerer aktiver Colitis ulcerosa erreichen mit Probiotika wahrscheinlich mehr Menschen eine Remission als mit Placebo; das zeigt die Cochrane-Auswertung mit 9 Studien. Die Studien hatten aber fast alle ein hohes Verzerrungsrisiko, eine neuere Meta-Analyse verfehlte knapp die Signifikanz, und weil Einzelstämme und Mischungen zusammengerechnet werden, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. Probiotika ersetzen keine Standardtherapie. 79, 80

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Kaur et al. 2020, 9 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Remission bei aktivem Morbus Crohn erreichenwahrscheinlich16 Studien, 1.112 Pers. (Zheng 2025)aktive Erkrankung: Remission häufiger

Kinder und Erwachsene mit Morbus Crohn; Probiotika meist zusätzlich zur Standardtherapie; verschiedene Stämme

Ergebnisse: aktive Erkrankung: Remission häufiger (RR 1,27, signifikant); Rückfall in Remission und Wiederauftreten nach Operation nicht verringert (Zheng 2025); Remission OR 1,61 (95 % KI 0,21 bis 12,50), nicht signifikant (Estevinho 2024); 2 Studien, 46 Pers., RR 1,06 (95 % KI 0,65 bis 1,71), sehr geringe Evidenzqualität (Limketkai 2020, Cochrane)

Als Zusatz zur Standardtherapie verhelfen Probiotika bei aktivem Morbus Crohn wahrscheinlich etwas mehr Menschen zu einer Remission; das stützt sich auf eine Meta-Analyse von 2025 mit 16 Studien, überwiegend aus chinesischen Datenbanken. Rückfälle in der Ruhephase oder nach einer Operation verhinderten Probiotika dort nicht, und ältere Auswertungen, darunter die Cochrane-Übersicht mit nur zwei kleinen Studien, fanden keinen gesicherten Vorteil. Die Studien verwenden verschiedene Stämme, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 83, 82, 84

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zheng et al. 2025, 16 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Helicobacter-pylori-Therapie unterstützen (Ausrottung, weniger Nebenwirkungen)wahrscheinlich91 Studien, 13.680 Pers. (Tanashat 2025)Ausrottung 78,75 % gegenüber 62,43 %

Menschen mit H.-pylori-Infektion, Probiotika zusätzlich zur Antibiotika-Therapie; über verschiedene Stämme gepoolt

Ergebnisse: Ausrottung 78,75 % gegenüber 62,43 % (OR 1,62; 95 % KI 1,41 bis 1,87); Durchfall unter Therapie RR 0,49, Übelkeit/Erbrechen RR 0,69, Geschmacksstörung RR 0,64 (Tanashat 2025); nur Placebo-Studien mit Lactobacillus bei Erwachsenen: RR 1,04, signifikant, hohe Evidenzqualität (14 Studien, 2.054 Pers.; Azam 2025)

Werden Probiotika zusätzlich zur Antibiotika-Therapie gegen Helicobacter pylori genommen, gelingt die Ausrottung des Keims wahrscheinlich häufiger, und Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Geschmacksstörungen treten seltener auf; 20 Meta-Analysen, die größte mit 91 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Sie rechnen allerdings viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen, und viele Studien stammen aus Asien und verglichen ohne Placebo. Probiotika allein ersetzen die Antibiotika nicht. 88, 89

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (20 Meta-Analysen einig, größte mit 91 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Schreien bei Säuglingskoliken verringernwahrscheinlich11 Studien, 555 Säuglinge (Bianchi 2026)Ansprechen OR 6,98, Schreidauer signifikant kürzer

Säuglinge mit Koliken, v. a. gestillte; überwiegend Limosilactobacillus reuteri DSM 17938, in mehreren Meta-Analysen mit anderen Stämmen zusammengerechnet

Ergebnisse: Ansprechen OR 6,98 (95 % KI 2,26 bis 21,59), Schreidauer signifikant kürzer (Bianchi 2026); Einzeldaten-Analyse: −25,4 Minuten Schreien/Quengeln an Tag 21, bei gestillten Säuglingen deutlich, bei Flaschenkindern kein Effekt (Sung 2018); in einer Studie mit 167 Säuglingen aus der Allgemeinbevölkerung kein Nutzen, eher mehr Quengeln (Sung 2014)

Bei Säuglingen mit Koliken verringern Probiotika wahrscheinlich die tägliche Schreidauer, vor allem bei gestillten Kindern; fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Untersucht wurde überwiegend der Stamm Limosilactobacillus reuteri DSM 17938, mehrere Meta-Analysen rechnen aber verschiedene Stämme zusammen, sodass sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen lässt; bei Flaschenkindern zeigte sich kein Effekt. Herstellerbezug ist häufig: In einer Auswertung waren Autoren Mitgründer eines Probiotika-Herstellers, in einer anderen waren zwei von drei Studien herstellerfinanziert. 93, 94, 95, 96

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 10 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Nekrotisierende Enterokolitis bei Frühgeborenen vorbeugenwahrscheinlich57 Studien, 10.918 Frühgeborene (Sharif 2023, Cochrane)NEC RR 0,54

sehr unreife Frühgeborene oder unter 1.500 g; über verschiedene Stämme gepoolt (Bifidobacterium, Lactobacillus, Saccharomyces, Streptococcus); Gabe in der Klinik

Ergebnisse: NEC RR 0,54 (95 % KI 0,46 bis 0,65; geringe Evidenzqualität; NNT 33); bei extrem Frühgeborenen bzw. unter 1.000 g kein Effekt (RR 0,92; 10 Studien, 1.836) (Sharif 2023); größte Einzelstudie mit Bifidobacterium breve BBG-001 ohne Effekt (RR 0,93; 1.310 Frühgeborene; PiPS, Costeloe 2016)

Bei sehr unreifen Frühgeborenen senken Probiotika das Risiko für die gefährliche Darmentzündung NEC wahrscheinlich etwa um die Hälfte; zehn Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Höher bewertet ist das nicht, weil die größte Einzelstudie (PiPS) mit über 1.300 Frühgeborenen mit ihrem Bifidobacterium-Stamm keinen Nutzen fand; auch bei den kleinsten Kindern zeigte sich kein Effekt, und weil die Meta-Analysen verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. Die Gabe ist eine ärztliche Entscheidung in der Klinik. 100, 101, 54

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (10 Meta-Analysen einig, größte mit 67 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Costeloe et al. 2016 (PiPS), n = 1310)
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Sterblichkeit bei Frühgeborenen senkenwahrscheinlich54 Studien, 10.484 Frühgeborene (Sharif 2023, Cochrane)Sterblichkeit RR 0,77

sehr unreife Frühgeborene oder unter 1.500 g; über verschiedene Stämme gepoolt; Gabe in der Klinik

Ergebnisse: Sterblichkeit RR 0,77 (95 % KI 0,66 bis 0,90; moderate Evidenzqualität; NNT 50); bei extrem Frühgeborenen kein Effekt (RR 0,92; 7 Studien, 1.723) (Sharif 2023); größte Einzelstudie ohne Effekt (RR 0,93; PiPS, Costeloe 2016)

Probiotika senken die Sterblichkeit sehr unreifer Frühgeborener wahrscheinlich etwas: Auf 50 behandelte Kinder kommt rechnerisch ein Todesfall weniger, fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Höher bewertet ist das nicht, weil die größte Einzelstudie (PiPS) mit über 1.300 Frühgeborenen keinen Unterschied fand; bei extrem Frühgeborenen war ebenfalls kein Effekt nachweisbar. Die Meta-Analysen rechnen verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 100, 54

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 67 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Costeloe et al. 2016 (PiPS), n = 1310)
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Rückfälle bei Colitis ulcerosa in Remission verhindernunklar4 Studien, 361 Pers. gegen Placebo (Iheozor-Ejiofor 2020, Cochrane)Rückfall nicht seltener

Colitis ulcerosa in Remission, meist Erwachsene; Einzelstämme und Mischungen

Ergebnisse: Rückfall nicht seltener (RR 0,87; 95 % KI 0,63 bis 1,18; sehr geringe Evidenzqualität; Iheozor-Ejiofor 2020); andere Auswertungen: gegen Placebo seltener (OR 0,29; 95 % KI 0,09 bis 0,96; Estevinho 2024) bzw. OR 0,34 (95 % KI 0,14 bis 0,79; Wang 2024), Studienzahl je im Abstract nicht genannt

Ob Probiotika Rückfällen einer Colitis ulcerosa vorbeugen, ist offen, die Ergebnisse widersprechen sich. Die Cochrane-Auswertung fand gegenüber Placebo keinen gesicherten Unterschied und bewertet die Evidenz als sehr gering; zwei neuere Meta-Analysen kamen dagegen zu einem positiven Ergebnis. Gegenüber dem Standardmedikament 5-ASA schnitten Probiotika etwa gleich ab, dieser Vergleich war aber klein. 81, 82, 80

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Pouchitis nach Darmentfernung vorbeugen und Rückfälle verhindernunklarerste HinweiseRückfallschutz bei chronischer Pouchitis 2 Studien, 76 Pers. (Nguyen 2019, Cochrane)Remission über 9–12 Monate gehalten: 85 % gegenüber 3 %

Menschen mit Ileum-Pouch nach Colitis ulcerosa; fast nur eine bestimmte Mischung aus acht Bakterienstämmen

Ergebnisse: Remission über 9–12 Monate gehalten: 85 % gegenüber 3 % (RR 20,24; geringe Evidenzqualität); Vorbeugung in 1 Studie RR 1,50 (Nguyen 2019); Vorbeugung RR 0,18 bzw. Rückfall RR 0,17, Studienzahl im Abstract nicht genannt (Syal 2025); Pouchitis-Häufigkeit RR 0,19, langfristig nicht signifikant (Xiao 2023)

Ob Probiotika nach einer Dickdarmentfernung mit Pouch-Anlage einer Pouchitis vorbeugen oder Rückfälle verhindern, ist noch offen; es gibt erste Hinweise. Mit einer speziellen Mischung aus acht Bakterienstämmen blieben in zwei kleinen Studien mit zusammen 76 Menschen deutlich mehr in Remission, die Daten beruhen aber auf sehr wenigen, kleinen Studien. In einer Auswertung war die Vorbeugung langfristig nicht mehr gesichert. 85, 86, 87

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Divertikulitis vorbeugenunklarerste HinweiseRückfall 2 Studien (Alnajjar 2025); 1 Placebo-Studie (Tursi 2013)Rückfall einer Divertikulitis seltener

symptomatische Divertikelkrankheit und nach akuter Divertikulitis; meist einzelne Lactobacillus-Stämme, oft zusammen mit Medikamenten

Ergebnisse: Rückfall einer Divertikulitis seltener (RR 0,22; 2 Studien, geringe Evidenzqualität; Alnajjar 2025); mit Lactobacillus paracasei gegen Placebo 1 gegenüber 6 Fälle akuter Divertikulitis (Tursi 2013)

Ob Probiotika einer Divertikulitis vorbeugen, ist noch offen; es gibt erste Hinweise. Zwei kleine Studien fanden weniger Rückfälle, darunter eine Placebo-Studie mit einem Lactobacillus-Stamm, für eine verlässliche Aussage sind es aber zu wenige und zu kleine Studien. Viele weitere Studien gaben Probiotika zusammen mit Medikamenten und ohne Placebo-Gruppe. 91, 92

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Säuglingskoliken vorbeugenunklarwidersprüchlich6 Studien, 1.886 Säuglinge; Neuerkrankung 3 Studien, 1.148 (Ong 2019, Cochrane)neue Kolikfälle nicht signifikant seltener

gesunde Säuglinge, teils schon in der Schwangerschaft begonnen; L. reuteri, L. rhamnosus, Mischungen

Ergebnisse: neue Kolikfälle nicht signifikant seltener (RR 0,46; 95 % KI 0,18 bis 1,19); Schreidauer −32,57 min/Tag (3 Studien, 707 Säuglinge; geringe Evidenzqualität) (Ong 2019); Gabe an Schwangere: Koliken seltener (175 Säuglinge; Pourmirzaiee 2020); L. rhamnosus GG: kein Unterschied (184 Säuglinge; Cabana 2019)

Ob Probiotika Säuglingskoliken vorbeugen, ist unklar, die Ergebnisse sind widersprüchlich. In der Cochrane-Auswertung wurden neue Kolikfälle nicht gesichert seltener, die tägliche Schreidauer war etwas kürzer. Von zwei neueren Einzelstudien fand eine mit Gabe an Schwangere weniger Koliken, die andere mit Gabe an Neugeborene keinen Unterschied. 97, 98, 99

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Chronische Verstopfung bei Kindern lindernspricht dagegen5 Studien, 276 Kinder (Quatrale 2026); Behandlungserfolg gegen Placebo 4 Studien, 313 Kinder (Wallace 2022, Cochrane)Behandlungserfolg nicht verbessert

Kinder mit funktioneller Verstopfung; Quatrale nur Limosilactobacillus reuteri DSM 17938, Wallace verschiedene Stämme

Ergebnisse: Behandlungserfolg nicht verbessert (Quatrale 2026, L. reuteri DSM 17938); Behandlungserfolg RR 1,29 (95 % KI 0,73 bis 2,26), nicht signifikant, geringe Evidenzqualität; zusätzlich zum Abführmittel kein Vorteil bei der Stuhlhäufigkeit (MD −0,01) (Wallace 2022); auch in 4 Studien mit 382 Kindern kein Effekt (Jin 2018)

Bei Kindern mit chronischer Verstopfung spricht die Studienlage eher gegen einen Nutzen von Probiotika: Die aktuelle Meta-Analyse zum Stamm Limosilactobacillus reuteri DSM 17938 fand keinen höheren Behandlungserfolg, ebenso wenig die Cochrane-Auswertung über verschiedene Stämme. Auch zusätzlich zu einem Abführmittel zeigte sich kein Vorteil; die Studien sind allerdings klein. 76, 77, 78

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Quatrale et al. 2026, 5 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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Immunsystem & Infekte 7

5 wahrscheinlich · 1 unklar · 1 spricht dagegen
Erkältungen und andere Atemwegsinfekte vorbeugenwahrscheinlich16 Studien, 4.798 Pers. (Zhao 2022, Cochrane); 27 Studien bei Erwachsenen unter 65 (Coleman 2022)mindestens ein Infekt der oberen Atemwege RR 0,76

Kinder, Erwachsene und Ältere, meist über 3 Monate; über verschiedene Stämme gepoolt (meist ein bis zwei Lactobacillus-Stämme)

Ergebnisse: mindestens ein Infekt der oberen Atemwege RR 0,76 (95 % KI 0,67 bis 0,87; geringe Evidenzqualität); mindestens drei Infekte RR 0,59; Antibiotika-Verordnungen RR 0,58 (Zhao 2022); Erwachsene unter 65: mindestens ein Atemwegsinfekt RR 0,91 (95 % KI 0,84 bis 0,98), bei körperlich Aktiven kein Effekt (Coleman 2022); größte Einzelstudie mit 1.104 Erwachsenen ohne Effekt auf die Häufigkeit (Jespersen 2015)

Wer regelmäßig Probiotika nimmt, bekommt wahrscheinlich etwas seltener Erkältungen; in der Cochrane-Auswertung sank der Anteil mit mindestens einem Infekt um etwa ein Viertel, und es wurden seltener Antibiotika verschrieben. Höher bewertet ist das nicht, weil die größte Einzelstudie (Jespersen 2015) mit über 1.100 Erwachsenen keinen Schutz fand; auch mehrere neuere Meta-Analysen bei Säuglingen und Kindern sahen keinen gesicherten Unterschied. Die Auswertungen rechnen viele verschiedene Stämme zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 19, 20, 21

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 27 Studien, keine große widerspricht)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Jespersen et al. 2015, n = 1104)
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Atemwegsinfekte verkürzenKinder und Erwachsene; über verschiedene Stämme gepooltwahrscheinlich13 Studien bei Erwachsenen unter 65 (Coleman 2022)Dauer g −0,23, Schwere g −0,16

Ergebnisse: Dauer g −0,23 (95 % KI −0,39 bis −0,08), Schwere g −0,16 (Coleman 2022); Infektdauer −1,22 Tage (95 % KI −2,12 bis −0,33; 6 Studien, 2.406 Pers.; geringe Evidenzqualität; Zhao 2022); in zwei großen Studien mit probiotischen Milchgetränken kürzer (darunter Jespersen 2015)

Erkältungen dauern mit Probiotika wahrscheinlich etwas kürzer, im Mittel gut einen Tag. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 13 Studien betrifft Erwachsene unter 65, und die beiden größten Einzelstudien mit probiotischen Milchgetränken stammen von Autoren mit Herstellerbezug. Weil die Auswertungen viele verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 20, 19, 21

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Coleman et al. 2022, 13 Studien) positiv)Unsere Regeln
Wiederkehrenden Harnwegsinfekten vorbeugenwahrscheinlich11 Studien bei Kindern (Emami 2023)Kinder: OR 0,94

Menschen mit wiederkehrenden Harnwegsinfekten, überwiegend Frauen, auch Kinder; Lactobacillus- und andere Stämme; viele Arbeiten mischen Einnahme und Vaginalzäpfchen

Ergebnisse: Kinder: OR 0,94 (95 % KI 0,88 bis 0,999; p = 0,046; Emami 2023); Kinder, Probiotikum gegen Placebo: signifikant seltener, geringe Evidenzqualität (Meena 2021); Einnahme und Zäpfchen gemischt, gegen Placebo: RR 0,82 (95 % KI 0,60 bis 1,12), nicht signifikant (6 Studien, 352 Pers.; Schwenger 2015)

Probiotika beugen wiederkehrenden Harnwegsinfekten wahrscheinlich etwas vor; die maßgebliche Meta-Analyse mit 11 Studien bei Kindern fand einen kleinen, knapp gesicherten Schutz, den die Autoren selbst vorsichtig bewerten. Bei Frauen fand die ältere Cochrane-Auswertung keinen gesicherten Unterschied zu Placebo, wobei sie Kapseln und Vaginalzäpfchen zusammenrechnet. Die Studien verwenden verschiedene Stämme, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 26, 102, 27

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Emami et al. 2023, 11 Studien) positiv)Unsere Regeln
Bakterielle Vaginose behandeln oder Rückfällen vorbeugen (zum Einnehmen)wahrscheinlich5 Studien, 351 Frauen (Chen 2022, Teilgruppe zum Einnehmen)Heilung häufiger, wenn Probiotika zum Einnehmen zusätzlich zum Antibiotikum gegeben wurden

Frauen mit bakterieller Vaginose, meist zusätzlich zu Antibiotika; meist L. rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14; viele Meta-Analysen mischen Einnahme und Vaginalanwendung

Ergebnisse: Heilung häufiger, wenn Probiotika zum Einnehmen zusätzlich zum Antibiotikum gegeben wurden (5 Studien, 351 Frauen; Chen 2022); früher Rückfall oder Fortbestehen RR 0,45 (95 % KI 0,21 bis 0,96; geringe Evidenzqualität; Gardella 2026); in einer älteren Teilauswertung kein Effekt (3 Studien, 767 Frauen; Wang 2019)

Probiotika zum Einnehmen, zusätzlich zur Antibiotika-Behandlung, verbessern wahrscheinlich die Heilung einer bakteriellen Vaginose und verringern frühe Rückfälle. Die Grundlage ist schmal: wenige, kleine Studien, meist mit zwei bestimmten Lactobacillus-Stämmen, und eine ältere Teilauswertung fand keinen Effekt. Viele Meta-Analysen trennen Kapseln nicht von Vaginalzäpfchen und rechnen verschiedene Präparate zusammen, deshalb lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen. 22, 103, 23

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Chen et al. 2022, 5 Studien) positiv)Unsere Regeln
Blutvergiftung (späte Sepsis) bei Frühgeborenen vorbeugenwahrscheinlich57 Studien, 12.749 Frühgeborene (Batta 2023)späte Sepsis signifikant seltener

sehr unreife Frühgeborene oder unter 1.500 g; über verschiedene Stämme gepoolt; Gabe in der Klinik

Ergebnisse: späte Sepsis signifikant seltener (57 Studien, 12.749 Frühgeborene, Präparate mit Bifidobacterium infantis; Batta 2023); späte invasive Infektion RR 0,89 (95 % KI 0,82 bis 0,97; moderat), von den Autoren als „wenig oder kein Effekt“ bewertet (49 Studien, 9.876; Sharif 2023); in den beiden größten Einzelstudien kein Effekt (PiPS RR 0,97, Costeloe 2016; ProPrems, Jacobs 2013)

Probiotika senken bei sehr unreifen Frühgeborenen das Risiko einer späten Blutvergiftung wahrscheinlich etwas; die maßgebliche Meta-Analyse mit 57 Studien fand einen Schutz. Der Effekt ist klein: Die Cochrane-Autoren rechnen nur mit wenig oder keinem Nutzen, und die beiden größten Einzelstudien mit je über 1.000 Frühgeborenen fanden keinen Unterschied. Weil die Studien verschiedene Stämme verwenden, lässt sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen; zu Fällen, in denen der verabreichte Stamm selbst eine Sepsis auslöste, siehe Sicherheit. 101, 100, 54, 106

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Batta et al. 2023, 57 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Scheidenpilz (vulvovaginale Candidose) besser abheilen lassenunklarerste Hinweisekurzfristige Heilung 5 Studien, 695 Frauen, Einnahme und Vaginalanwendung gemischt (Xie 2017, Cochrane); 1 Placebo-Studie zum Einnehmen, 55 Frauen (Martinez 2009)kurzfristige klinische Heilung RR 1,14

nicht schwangere Frauen, Probiotika zusätzlich zum Pilzmittel; Lactobacillus-Stämme; Meta-Analysen trennen Einnahme und Vaginalanwendung nicht

Ergebnisse: kurzfristige klinische Heilung RR 1,14 (95 % KI 1,05 bis 1,24; gering); langfristig kein Unterschied (Xie 2017); kurzfristige Heilung RR 1,41, kein langfristiger Nutzen (Chen 2026); zum Einnehmen zusätzlich zu Fluconazol weniger Beschwerden nach 4 Wochen (Martinez 2009)

Ob Probiotika zum Einnehmen die Heilung eines Scheidenpilzes verbessern, ist noch offen; es gibt erste Hinweise. Die Meta-Analysen rechnen Kapseln und Vaginalpräparate zusammen und fanden als Ergänzung zum Pilzmittel kurzfristig etwas mehr Heilung, langfristig keinen Vorteil; eine kleine Placebo-Studie mit 55 Frauen sah mit zwei Lactobacillus-Stämmen zum Einnehmen weniger Beschwerden. Allein ersetzen Probiotika die Behandlung nicht. 25, 104, 105

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Rückfällen einer bakteriellen Vaginose vorbeugen (Vaginalanwendung)auf der Hautspricht dagegen8 Studien, 562 Frauen (Awasthi 2026)Rückfall mit Lactobacillus-Vaginaltabletten nicht signifikant seltener, sehr geringe …

Lactobacillus-Präparate in der Scheide; sagt nichts über Kapseln zum Einnehmen

Ergebnisse: Rückfall mit Lactobacillus-Vaginaltabletten nicht signifikant seltener, sehr geringe Evidenzqualität (Awasthi 2026); Vaginalanwendung in 8 Studien mit 1.282 Frauen nicht signifikant (Chen 2022); Netzwerk-Meta-Analyse: früher Rückfall RR 0,37, Langzeit IRR 0,74 (Gardella 2026)

Für Lactobacillus-Präparate in der Scheide spricht die maßgebliche Meta-Analyse eher gegen einen Schutz vor Rückfällen: Acht Studien mit 562 Frauen fanden keinen gesicherten Unterschied. Auch eine ältere Teilauswertung zur Vaginalanwendung sah keinen Effekt, eine Netzwerk-Auswertung von 2026 berichtete dagegen weniger Rückfälle. Diese Zeile betrifft nur die Vaginalanwendung und lässt sich nicht auf Kapseln zum Einnehmen übertragen. 24, 22, 103

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Awasthi et al. 2026, 8 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln

Haut, Psyche & Sonstiges 14

11 wahrscheinlich · 2 unklar · 1 spricht dagegen
Neurodermitis beim Kind vorbeugen (Einnahme ab der Schwangerschaft)wahrscheinlich18 Studien, 4.356 Teilnehmende (Kuang 2020)Neurodermitis beim Kind seltener bei Probiotika in der Schwangerschaft

Schwangere, oft weiter in der Stillzeit oder beim Säugling; verschiedene Stämme zusammengerechnet (meist Lactobacillus und Bifidobakterien, einzeln oder gemischt)

Ergebnisse: Neurodermitis beim Kind seltener bei Probiotika in der Schwangerschaft (Kuang 2020); Gabe vor und nach der Geburt OR 0,67, nur vor oder nur nach der Geburt nicht signifikant (Li 2019); späte Schwangerschaft und Stillzeit seltener Ekzem, mittlere Evidenzqualität (19 Studien; Garcia-Larsen 2018); nur Lactobacillus rhamnosus GG: kein Effekt (5 Studien, 889; Szajewska 2018)

Nehmen Mütter ab der Schwangerschaft Probiotika, tritt Neurodermitis beim Kind wahrscheinlich seltener auf, am deutlichsten, wenn auch nach der Geburt weiter behandelt wurde. Die Meta-Analysen rechnen dabei verschiedene Stämme und Mischungen zusammen; für einen einzelnen Stamm ist der Nutzen nicht gesichert, für Lactobacillus rhamnosus GG allein fand sich kein Effekt. 107, 108, 109, 61, 110

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 19 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Neurodermitis vorbeugen (Gabe nur an den Säugling)Säuglinge ab Geburt; verschiedene Stämme zusammengerechnetwahrscheinlich18 Studien, 3.494 Kinder (Wang 2025, Cochrane)Ekzem bis 2 Jahre RR 0,87, geringe Evidenzqualität

Ergebnisse: Ekzem bis 2 Jahre RR 0,87 (95 % KI 0,78 bis 0,97), geringe Evidenzqualität; nur Studien mit geringem Verzerrungsrisiko RR 0,86 (0,69 bis 1,07), nicht signifikant (4 Studien, 892) (Wang 2025); Gabe nur an Säuglinge 0 bis 36 Monate RR 0,94, nicht signifikant (18 Studien, 10.195, auch mit Präbiotika-Zusatz; Wei 2026)

Bekommen Säuglinge Probiotika, tritt Neurodermitis in den ersten zwei Lebensjahren wahrscheinlich etwas seltener auf: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung sank das Risiko um gut ein Zehntel, verschiedene Stämme zusammengerechnet. Die Evidenzqualität ist gering, in den methodisch besten Studien war der Vorteil nicht gesichert, und eine neuere Auswertung, die auch Präbiotika-Zusätze einschloss, fand keinen Effekt. 111, 112

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Wang et al. 2025, 18 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Bestehende Neurodermitis lindernwahrscheinlich14 Studien mit Kindern (Gaikwad 2025)Schweregrad bei Kindern SMD −0,65

Kinder und Erwachsene mit leichtem bis schwerem Ekzem; Lactobacillus- und Bifidobacterium-Arten, verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Schweregrad (SCORAD) bei Kindern SMD −0,65 (Gaikwad 2025); Erwachsene SCORAD −5,93, stammabhängig (9 Studien; Husein-ElAhmed 2023); Cochrane 2018 mit Probiotika und Präbiotika: SCORAD −3,91, unter der Schwelle von 8,7 Punkten für einen spürbaren Unterschied, „little or no difference“, von Betroffenen bewertete Beschwerden unverändert (Makrgeorgou 2018)

Bei bestehender Neurodermitis senken Probiotika den ärztlich gemessenen Schweregrad wahrscheinlich etwas; die Meta-Analysen rechnen dabei verschiedene Stämme zusammen, und einzelne Stämme zeigten allein keinen Nutzen. Die Cochrane-Auswertung von 2018, die auch Kombinationen mit Präbiotika einschloss, kam zu dem Schluss, dass Probiotika kaum oder keinen Unterschied machen („little or no difference“): Der Schweregrad sank um knapp 4 Punkte, für einen spürbaren Unterschied wären 8,7 nötig, und die selbst empfundenen Beschwerden änderten sich nicht. 28, 29, 113, 114

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (6 Meta-Analysen einig, größte mit 14 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Depressive Beschwerden lindernwahrscheinlich49 Studien, 4.113 Pers. (Zhang 2025, Teilgruppe Probiotika)Depressionswerte SMD −0,56

Erwachsene mit depressiven Beschwerden, mit oder ohne Diagnose, oft zusätzlich zu Antidepressiva; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,56 (Zhang 2025); bei diagnostizierter Depression SMD −0,96, hohe Heterogenität (18 Studien, 969; Asad 2025); Major Depression SMD 0,38 zugunsten Probiotika (13 Studien, 710; Tam 2026); Leitlinie: höchstens vorsichtig als Zusatzbehandlung der dritten Wahl (CANMAT, Bahji 2026)

Probiotika lindern depressive Beschwerden wahrscheinlich etwas, am deutlichsten als Ergänzung zur Behandlung einer diagnostizierten Depression; die Meta-Analysen rechnen dabei viele verschiedene Stämme und Mischungen zusammen. Die Studien sind meist klein und uneinheitlich, deshalb hält eine kanadische Fachgesellschaft Probiotika nur für eine vorsichtige Zusatzoption der dritten Wahl, nicht für einen Ersatz von Psychotherapie oder Medikamenten. 32, 33, 119, 34

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (9 Meta-Analysen einig, größte mit 49 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Angstbeschwerden lindernwahrscheinlich38 Studien, 2.929 Pers. (Zhang 2025, Teilgruppe Probiotika)Angstwerte SMD −0,39, bei Menschen mit Depression allein nicht signifikant

überwiegend Erwachsene, mit oder ohne diagnostizierte Angststörung, auch Gesunde unter Stress; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Angstwerte SMD −0,39, bei Menschen mit Depression allein nicht signifikant (Zhang 2025); klinisch Diagnostizierte SMD −0,59 (9 Studien, 510; Asad 2025); ältere Auswertungen mit überwiegend Gesunden ohne Effekt (14 Studien, 1.527; Reis 2018 und 12 Studien, 1.551; Liu 2018)

Probiotika verringern Angstbeschwerden wahrscheinlich ein wenig; zusammengerechnet sind dabei viele verschiedene Stämme und Mischungen. Der Effekt ist klein, ältere Auswertungen fanden keinen, und welche Stämme, Dosen und Einnahmedauern helfen könnten, ist unbekannt. Für die Behandlung einer Angststörung ist das kein Ersatz. 32, 33, 35, 120

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 38 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Körpergewicht senkenwahrscheinlich26 Studien, 1.720 Pers. (Pontes 2021)Körpergewicht signifikant gesenkt

Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Körpergewicht signifikant gesenkt (Pontes 2021); −0,60 kg (95 % KI −1,19 bis −0,01), Autoren: kleine Effekte (15 Studien, 957; Borgeraas 2018); bei Übergewicht −0,94 kg, bei Adipositas kein Effekt, Autoren teils beim Hersteller angestellt (25 Studien; Koutnikova 2019); −0,52 kg, überwiegend Ostasien (11 Studien, 856; Liu 2026)

Bei Übergewicht senken Probiotika das Körpergewicht wahrscheinlich ein wenig, in den Auswertungen meist um weniger als ein Kilogramm; zusammengerechnet sind dabei verschiedene Stämme. Das ist zu wenig, um als Abnehmmittel eine Rolle zu spielen, und die Studien dauerten oft nur wenige Wochen bis Monate. 36, 37, 121, 122

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (5 Meta-Analysen einig, größte mit 26 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Blutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes senkenErwachsene mit Typ-2-Diabetes; verschiedene Stämme zusammengerechnetwahrscheinlich32 Studien (Hejazi 2024)HbA1c −0,44 Prozentpunkte, Nüchternzucker −13,27 mg/dl

Ergebnisse: HbA1c −0,44 Prozentpunkte (95 % KI −0,59 bis −0,28), Nüchternzucker −13,27 mg/dl; geringe Evidenzqualität (Hejazi 2024); HbA1c SMD −0,42 (23 Studien, 1.466; Li 2023); HbA1c −0,42 (5 Studien; Colella 2026)

Bei Typ-2-Diabetes senken Probiotika den Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c wahrscheinlich etwas, in den Meta-Analysen um rund 0,4 Prozentpunkte; zusammengerechnet sind dabei verschiedene Stämme, Dosen und Einnahmedauern. Die Evidenzqualität ist gering, und ob Folgeschäden des Diabetes seltener werden, wurde nicht erforscht. Probiotika ersetzen keine Diabetes-Behandlung. 38, 123, 124

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (7 Meta-Analysen einig, größte mit 32 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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LDL-Cholesterin und andere Blutfette senkenwahrscheinlich155 Studien, 9.906 Pers. (Apisitwittaya 2026)LDL −5,83 mg/dl, Gesamtcholesterin −8,46 mg/dl, Triglyzeride −10,83 mg/dl, HDL +1,28 mg/dl

gemischte Gruppen (Gesunde, erhöhte Blutfette, Stoffwechselkranke); verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: LDL −5,83 mg/dl, Gesamtcholesterin −8,46 mg/dl, Triglyzeride −10,83 mg/dl, HDL +1,28 mg/dl (Apisitwittaya 2026); LDL bei erhöhten Blutfetten stärker gesenkt als bei Gesunden (Su 2024); nur erhöhte Blutfette: signifikant gesenkt (19 Studien, 967; Mo 2019)

Probiotika senken das LDL-Cholesterin wahrscheinlich etwas, in der größten Meta-Analyse um knapp 6 mg/dl, also um wenige Prozent; zusammengerechnet sind dabei viele verschiedene Stämme. Bei erhöhten Blutfetten fiel der Effekt größer aus als bei Gesunden. Ob das Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindert, wurde nicht erforscht. 39, 125, 126

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 155 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Blutdruck senkenwahrscheinlich14 Studien, 846 Pers. mit Bluthochdruck (Chi 2020)Blutdruck bei Bluthochdruck signifikant gesenkt

Effekt v. a. bei erhöhtem Blutdruck; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Blutdruck bei Bluthochdruck signifikant gesenkt (Chi 2020); systolisch −3,56 mmHg, diastolisch −2,38 mmHg, mit fermentierter Milch (9 Studien; Khalesi 2014); Zusammenfassung von 14 Meta-Analysen: systolisch −1,96 mmHg (Zarezadeh 2023); nur L. plantarum nicht signifikant (7 Studien, 653; Lewis-Mikhael 2020)

Bei Bluthochdruck senken Probiotika den Blutdruck wahrscheinlich etwas, nach den Zusammenfassungen um wenige mmHg; zusammengerechnet sind dabei verschiedene Stämme. Die Studien sind meist klein und kurz. Eine häufig zitierte Meta-Analyse wurde zurückgezogen und zählt hier nicht. 40, 127, 128, 41, 129

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Chi et al. 2020, 14 Studien) positiv)Unsere Regeln
Nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) verbessernErwachsene mit NAFLD/MASLD; verschiedene Stämme zusammengerechnetwahrscheinlich6 Studien (Zhou 2023, Verfettungsgrad im Ultraschall)Verfettungsgrad im Ultraschall verbessert, signifikant nur für einzelne Grade

Ergebnisse: Verfettungsgrad im Ultraschall verbessert, signifikant nur für einzelne Grade (6 von 21 Studien); Leberwerte und Blutfette verbessert (Zhou 2023); Probiotika allein ohne Besserung klinischer Werte (Wu 2024); Pro-, Prä- und Synbiotika zusammen: Verfettung und Lebersteifigkeit (−0,61 kPa) verbessert (41 Studien; Rong 2023)

Bei Fettleber verringern Probiotika die im Ultraschall sichtbare Verfettung wahrscheinlich etwas; zusammengerechnet sind dabei verschiedene Stämme. Die Grundlage ist schmal, denn nur 6 Studien haben das gemessen, und eine andere Auswertung fand für Probiotika allein keine Besserung. Ob Folgeschäden wie eine Leberzirrhose seltener werden, wurde nicht erforscht. 42, 43, 130

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhou et al. 2023, 6 Studien) positiv)Unsere Regeln
Karies bei Kindern vorbeugenwahrscheinlich43 Studien (Shi 2023)Karies bei Kindern SMD −0,32

Kinder und Jugendliche; Probiotika in Milch, Lutschtabletten oder Tropfen, verschiedene Stämme zusammengerechnet; bei Erwachsenen kein Nutzen gezeigt

Ergebnisse: Karies bei Kindern SMD −0,32 (Shi 2023); neue Karies RR 0,80 (95 % KI 0,68 bis 0,95), Erwachsene nicht signifikant (12 Studien, rund 2.300 Kinder; Lu 2026); Zahl kariöser Zähne nicht signifikant (19 Studien, 2.622; Mayta-Tovalino 2024); Kleinkinder Risikodifferenz −0,05, Grenzfall (9 Studien, 2.363; Twetman 2021)

Bei Kindern beugen Probiotika, etwa in Milch oder Lutschtabletten, Karies wahrscheinlich etwas vor; in der neuesten Auswertung sank das Risiko um rund ein Fünftel. Die Meta-Analysen rechnen dabei verschiedene Stämme zusammen, und nicht alle fanden einen Vorteil. Zähneputzen und Fluorid ersetzen Probiotika nicht. 131, 132, 133, 134

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 43 Studien, keine große widerspricht)
  • Mischung verschiedener Stämme, kein einzelner Stamm
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Heuschnupfen (allergische Rhinitis) lindernunklar4 Studien, 533 Pers. (Wang 2026, Gesamt-Symptomscore)Gesamt-Symptomscore nicht verändert, mittlere Evidenzqualität

Kinder und Erwachsene mit allergischer Rhinitis; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Gesamt-Symptomscore nicht verändert, mittlere Evidenzqualität; Lebensqualität (RQLQ) −9,43 Punkte (6 Studien) und Nasensymptome gebessert (Wang 2026); dieselben 4 Studien ohne Effekt auf den Gesamtscore (Zajac 2015)

Ob Probiotika Heuschnupfen lindern, ist unklar. Den Gesamt-Symptomscore veränderten sie in den wenigen Studien, die ihn messen, nicht; Lebensqualität und Nasenbeschwerden besserten sich in einzelnen Auswertungen etwas. Die Studien verwenden viele verschiedene Stämme und unterscheiden sich stark. 30, 115

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Nahrungsmittelallergie beim Kind vorbeugenunklarwidersprüchlich10 Studien, 2.701 Kinder (Kong 2014)kein signifikanter Schutz

Gabe in Schwangerschaft und/oder Säuglingsalter; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: kein signifikanter Schutz (Kong 2014); Gabe in Schwangerschaft und Säuglingszeit RR 0,79 (95 % KI 0,63 bis 0,99), nur Schwangerschaft ohne Effekt (Jiang 2025); Gabe nur an Säuglinge RR 1,12, sehr geringe Evidenzqualität (3 Studien, 857; Wang 2025, Cochrane)

Ob Probiotika Nahrungsmittelallergien beim Kind vorbeugen, ist offen, die Ergebnisse sind widersprüchlich. Die maßgebliche Meta-Analyse fand keinen Schutz; eine neuere sah ein knapp geringeres Risiko, wenn Mutter und Kind Probiotika bekamen, die Cochrane-Auswertung zur Gabe nur an Säuglinge dagegen nicht. Die europäische Allergie-Fachgesellschaft spricht weder für noch gegen Probiotika eine Empfehlung aus. 117, 118, 111

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Asthma beim Kind vorbeugenspricht dagegen19 Studien, 5.157 Kinder (Wei 2020)Asthma oder Giemen nicht seltener

Gabe in Schwangerschaft und/oder Säuglingsalter; verschiedene Stämme zusammengerechnet

Ergebnisse: Asthma oder Giemen nicht seltener (Wei 2020); ärztlich diagnostiziertes Asthma RR 0,99 (95 % KI 0,81 bis 1,21) (Azad 2013); Asthma bis 2 Jahre RR 0,96 (4 Studien, 954; Wang 2025, Cochrane)

Probiotika in der Schwangerschaft oder im Säuglingsalter beugen Asthma beim Kind eher nicht vor: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 19 Studien und über 5.000 Kindern fand Asthma und Giemen nicht seltener. Viele Kinder wurden allerdings nur bis ins Kleinkindalter beobachtet, wenn sich Asthma oft noch nicht sicher feststellen lässt. 31, 116, 111

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Wei et al. 2020, 19 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir

Bei vielen anderen Zeilen steht „wahrscheinlich“, und das hat einen Grund, der mit der Forschung selbst zu tun hat. Denn die meisten Auswertungen rechnen Studien mit ganz verschiedenen Stämmen und Mischungen zusammen. Kommt dabei ein Vorteil heraus, ist das ein ernster Hinweis, dass die Keime in diesem Bereich etwas bewirken, doch welches Produkt diesen Vorteil liefert, lässt sich daraus nicht ablesen. Deshalb stufen wir solche Ergebnisse nie höher als „wahrscheinlich“ ein. Das gilt auch dann, wenn sehr viele Studien dahinterstehen.

Probiotika bei Durchfall: Wo ist der Nutzen am besten belegt?

Bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt ist gut belegt, dass LGG den Durchfall verkürzt, im Mittel um knapp einen Tag.4 Mit der Hefe Saccharomyces boulardii war er in mehreren Auswertungen etwa einen Tag früher vorbei.23 Das ist wahrscheinlich, denn die Daten dazu sind von sehr geringer Qualität. Doch selbst hier lohnt ein zweiter Blick. Die größte Einzelstudie mit LGG, die fast tausend Kleinkinder in amerikanischen Notaufnahmen begleitete, fand keinen Unterschied zum Scheinpräparat (Placebo).5 Zudem war der Vorteil in Studien aus der Zeit vor der Rotavirus-Impfung deutlich größer als danach.6

Rechnet man alle Keime zusammen, wird das Bild unschärfer. Zwar fand die größte Auswertung mit 67 Studien ebenfalls kürzere Durchfälle,7 doch die Cochrane-Auswertung, eine besonders strenge Art, Studien zu bündeln, sah den Vorteil nicht mehr, sobald sie nur methodisch saubere Studien betrachtete.8 Auch eine zweite große Notaufnahme-Studie aus Kanada, die eine Mischung aus zwei Stämmen prüfte, fand nichts.9 Damit ist der Nutzen allgemein nur wahrscheinlich.

Ähnlich liegt der Fall bei Antibiotika. Werden Probiotika während einer Antibiotika-Behandlung eingenommen, tritt Durchfall bei Erwachsenen wahrscheinlich um etwa ein Drittel seltener auf.10 Das klingt nach viel. Höher stufen wir es trotzdem nicht ein, weil ausgerechnet die größte Studie mit fast 3.000 älteren Klinikpatienten in Großbritannien keinen Schutz fand.11 Das wiegt schwer. Mit der Hefe allein halbierte sich der Antibiotika-Durchfall wahrscheinlich sogar.12 Dazu kommt die Therapie gegen den Magenkeim Helicobacter pylori, bei der für diese Hefe gut belegt ist, dass die Behandlung etwas häufiger gelingt und seltener Durchfall macht.1314 Wer Probiotika nach Antibiotika oder Probiotika für Kinder sucht, sollte deshalb vor allem auf den Stamm achten.

So wurde gemessen
  • Saccharomyces boulardii bei Kindern: 23 Studien mit 3.450 Kindern, Durchfall 1,06 Tage kürzer, Ergebnisse stark streuend, nur eine Studie ausreichend verblindet.2 Eine ältere Auswertung mit 22 Studien kam zum selben Ergebnis.3
  • LGG bei Kindern: 15 Studien mit 3.820 Kindern, 0,85 Tage kürzer, in Europa stärker.4 Vor Einführung der Rotavirus-Impfung rund 24 Stunden kürzer, in teilgeimpften Gruppen kein gesicherter Unterschied.6 US-Notaufnahmen: 971 Kinder, Durchfall im Median 49,7 gegen 50,9 Stunden.5
  • Alle Probiotika bei Kindern: 67 Studien mit 11.830 Kindern, Dauer kürzer bei geringer Vertrauenswürdigkeit.7 Cochrane, nur Studien mit geringem Verzerrungsrisiko: Durchfall über 48 Stunden RR 1,00.8 Kanada: 886 Kinder, Mischung aus zwei Lactobacillus-Stämmen, kein Unterschied.9
  • Antibiotika-Durchfall bei Erwachsenen: 36 Placebo-Studien mit 9.819 Personen, RR 0,69.10 Größte Einzelstudie: 2.941 Patienten ab 65 Jahren, 10,8 gegen 10,4 %.11 Nur Saccharomyces boulardii: 21 Studien mit 4.780 Kindern und Erwachsenen, 8,5 gegen 18,7 %, teils ohne Placebo.12
  • Helicobacter-Therapie mit Saccharomyces boulardii: Ausrottung 80 gegen 71 %, Durchfall RR 0,51, meist ohne Placebo verglichen;13 neueste Auswertung mit 19 Studien und 5.036 Personen.14
Probiotika nach Antibiotika: Was bringen sie wirklich?Mit dem Antibiotikum wandert oft gleich eine zweite Packung über den Apothekentresen. Gegen Durchfall hilft sie wahrscheinlich, für den Wiederaufbau der Darmflora fehlen die Belege.
9 Min. →
Probiotika für Kinder und Babys: Wann sind sie sinnvoll?Pulver gegen Durchfall, Tropfen gegen Koliken, Kapseln für die Abwehr: Für Kinder gibt es Probiotika in jeder Form. Was die Studien hergeben, hängt fast immer vom einzelnen Stamm ab.
10 Min. →

Probiotika für den Darm: Helfen sie bei Reizdarm und gegen Blähungen?

Beim Reizdarm lindern Probiotika die Beschwerden wahrscheinlich ein wenig, nur lässt sich der Vorteil keinem bestimmten Produkt zuordnen. So fand eine große Auswertung mit 63 Studien übereinstimmend mit vielen anderen weniger Bauchschmerzen und weniger Beschwerden insgesamt.15 Doch als eine Arbeitsgruppe 82 Studien Stamm für Stamm durchging, blieben für kaum einen Stamm mehr als schwache Belege übrig.16 Hinzu kommt, dass die Lebensqualität sich in einer neuen Auswertung nicht besserte, obwohl die Beschwerdewerte sanken.17 Der Durchschnitt verdeckt hier viel.

Auch gegen Blähungen und Blähbauch helfen sie beim Reizdarm wahrscheinlich, allerdings nur ein wenig. In 35 Studien ging das Völlegefühl mit den Keimen leicht zurück,18 und in der stammweisen Auswertung fanden sich nur schwache Hinweise für Mischpräparate und für sporenbildende Bacillus-Stämme.16 Viel ist das nicht. Wer unter dauerhaften Bauchbeschwerden leidet, sollte deshalb zuerst die Ursache klären lassen, statt Präparat um Präparat auszuprobieren. Auch bei Verstopfung, entzündlichen Darmerkrankungen oder nach einer Darmspiegelung hängt der Nutzen von Probiotika für den Darm stark davon ab, welcher Stamm geprüft wurde.

So wurde gemessen
  • Reizdarm insgesamt: 63 Studien zu den Gesamtbeschwerden, SMD −0,55, Bauchschmerz SMD −0,89; kürzere Behandlungen unter vier Wochen mit größerem Effekt.15 Stammweise: 82 Studien mit 10.332 Erwachsenen, nur 24 mit geringem Verzerrungsrisiko; moderate Vertrauenswürdigkeit allein für Escherichia-Stämme.16 40 Placebo-Studien: Beschwerdewert IBS-SSS gut 33 Punkte niedriger, Lebensqualität unverändert.17
  • Blähungen: 35 Studien mit 3.452 Erwachsenen, SMD −0,15.18 Für Mischpräparate und Bacillus-Stämme sehr geringe Vertrauenswürdigkeit.16
Probiotika für den Darm: Was bringen sie wirklich?Reizdarm, Blähbauch, träger Stuhlgang: Für fast jede Darmbeschwerde gibt es eine Dose mit Bakterien. Die Studien zeigen einen kleinen Nutzen bei einigen Beschwerden und viele offene Fragen.
9 Min. →

Stärken Probiotika das Immunsystem?

Wer regelmäßig Probiotika nimmt, erkältet sich wahrscheinlich etwas seltener und kürzer. In der Cochrane-Auswertung hatten rund ein Viertel weniger Teilnehmende überhaupt einen Infekt der oberen Atemwege, und auch Antibiotika wurden seltener verschrieben.19 Die Erkältungen, die trotzdem kamen, dauerten im Mittel gut einen Tag kürzer.1920 Der Effekt ist klein, aber messbar.

Ein Gegenbefund bremst die Begeisterung allerdings. Denn die größte Einzelstudie gab über 1.100 gesunden Erwachsenen ein probiotisches Milchgetränk oder ein Getränk ohne Keime, und Erkältungen waren danach nicht seltener.21 Dieselbe Studie fand zwar kürzere Infekte, doch ihre Autoren hatten Verbindungen zum Hersteller. Weil die Auswertungen außerdem viele verschiedene Stämme zusammenrechnen, lässt sich der Schutz keinem bestimmten Präparat zuordnen. „Das Immunsystem stärken“ ist damit zu viel versprochen, ein kleiner Vorteil bei Erkältungen aber plausibel.

So wurde gemessen
  • Häufigkeit: 16 Studien mit 4.798 Kindern, Erwachsenen und Älteren, mindestens ein Infekt RR 0,76, geringe Vertrauenswürdigkeit; Antibiotika-Verordnungen RR 0,58.19 Erwachsene unter 65 Jahren: RR 0,91, bei körperlich Aktiven kein Effekt.20
  • Dauer: 6 Studien mit 2.406 Personen, 1,22 Tage kürzer;19 13 Studien bei Erwachsenen unter 65, Hedges' g −0,23.20
  • Größte Einzelstudie: 1.104 gesunde Erwachsene, Milchgetränk mit einem Lactobacillus-paracasei-Stamm, Häufigkeit unverändert, Dauer kürzer.21

Probiotika für Frauen: Helfen sie der Scheidenflora und bei Blasenentzündung?

Als Ergänzung zur Antibiotika-Behandlung verbessern Probiotika zum Einnehmen wahrscheinlich die Heilung einer bakteriellen Vaginose. Bei dieser häufigen Störung der Scheidenflora verdrängen andere Bakterien die schützenden Milchsäurekeime. Das führt oft zu Ausfluss und fischigem Geruch. Dabei heilte sie in fünf kleinen Studien häufiger ab, wenn Frauen zusätzlich zum Antibiotikum die Keime schluckten,22 eine ältere Teilauswertung fand allerdings keinen Unterschied.23 Die Grundlage ist also schmal.

Überraschend ist ein zweiter Befund. Er betrifft Präparate, die direkt in die Scheide eingeführt werden. Die bisher beste Auswertung von acht Studien spricht eher dagegen, dass sie Rückfällen der Vaginose vorbeugen.24 Auch beim Scheidenpilz ist die Lage unklar: Als Zusatz zum Pilzmittel gab es kurz nach der Behandlung etwas mehr Heilungen, auf längere Sicht aber keinen Vorteil.25 Das Pilzmittel ersetzen sie jedenfalls nicht.

Bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten beugen die Keime wahrscheinlich ein wenig vor, doch dieser knappe Vorteil stammt aus Studien mit Kindern.26 Gerade für Frauen mit häufigen Blasenentzündungen ist das ernüchternd. Denn in der Cochrane-Auswertung, die Kapseln und Vaginalzäpfchen zusammenrechnete, waren Rückfälle damit nicht sicher seltener als mit Placebo.27 Fieber, Schmerzen in der Flanke oder Blut im Urin gehören in jedem Fall in ärztliche Hände.

So wurde gemessen
  • Bakterielle Vaginose zum Einnehmen: 5 Studien mit 351 Frauen, zusätzlich zum Antibiotikum, Heilung häufiger;22 ältere Teilauswertung mit 3 Studien und 767 Frauen ohne gesicherten Unterschied.23
  • Vaginalanwendung: 8 Studien mit 562 Frauen, Rückfälle nicht gesichert seltener, sehr geringe Vertrauenswürdigkeit.24
  • Scheidenpilz: 5 Studien mit 695 Frauen, kurzfristige Heilung RR 1,14, langfristig kein Unterschied; Einnahme und Vaginalanwendung gemeinsam ausgewertet.25
  • Harnwegsinfekte: 11 Studien mit Kindern, OR 0,94, laut Autoren nicht zweifelsfrei;26 6 Placebo-Studien mit 352 Personen, Kapseln und Vaginalzäpfchen gemeinsam ausgewertet, RR 0,82 (0,60 bis 1,12).27

Probiotika für die Haut: Was bringen sie bei Neurodermitis, Akne und Heuschnupfen?

Bei bestehender Neurodermitis senken Probiotika den ärztlich gemessenen Schweregrad wahrscheinlich etwas, ob Betroffene das spüren, ist eine andere Frage. So fand eine Auswertung von 14 Studien mit Kindern ein ruhigeres Hautbild als mit Placebo.28 Dagegen kam die Cochrane-Auswertung zu dem Schluss, dass sie kaum oder keinen Unterschied machen. Der Schweregrad sank dort zwar um knapp vier Punkte auf einer Skala. Doch erst ab gut acht Punkten merken Betroffene eine Besserung, und ihre eigenen Beschwerden änderten sich nicht.29 Gemessen und gefühlt sind zweierlei.

Beim Heuschnupfen ist die Wirkung unklar, denn den Gesamtwert der Beschwerden veränderten sie in den wenigen Studien, die ihn erfassten, nicht.30 Akne und unreine Haut sind in dieser Übersicht nicht bewertet, eine Aussage über Pickel lässt sich hier deshalb nicht treffen. Ob Probiotika in Schwangerschaft und Stillzeit einer Neurodermitis oder Allergien beim Kind vorbeugen, ist eine eigene Frage. Gegen Asthma beim Kind schützen sie nach einer Auswertung von 19 Studien eher nicht.31

So wurde gemessen
  • Neurodermitis: 14 Studien mit Kindern, Schweregrad (SCORAD) SMD −0,65.28 Cochrane mit 39 Studien und 2.599 Personen, Probiotika mit oder ohne Präbiotika: SCORAD −3,91 Punkte, Schwelle für einen spürbaren Unterschied 8,7 Punkte, selbst eingeschätzte Beschwerden nicht gesichert verändert.29
  • Heuschnupfen: Gesamt-Symptomwert in 4 Studien mit 533 Personen nicht verändert, Lebensqualität in einzelnen Auswertungen etwas besser.30
  • Asthma beim Kind: 19 Studien mit 5.157 Kindern, Asthma oder pfeifende Atmung nicht seltener.31

Helfen Probiotika bei Depression und Angst?

Bei depressiven Beschwerden helfen Probiotika wahrscheinlich etwas, vor allem als Ergänzung. Die Idee dahinter heißt Darm-Hirn-Achse: Darmbakterien sollen über Nerven und Botenstoffe auf die Stimmung wirken. So ließen depressive Beschwerden in der größten Auswertung mit 49 Studien unter den Keimen deutlicher nach als unter dem Scheinpräparat.32 Besonders galt das für Menschen mit ärztlich festgestellter Depression.33 Allerdings sind die Studien meist klein und sehr uneinheitlich. Eine kanadische Fachgesellschaft hält sie deshalb nur für eine vorsichtige Zusatzoption der dritten Wahl.34

Bei Angst ist es ähnlich, nur schwächer. Auch hier nahmen die Beschwerden wahrscheinlich ein wenig ab,32 doch ältere Auswertungen, die vor allem Gesunde einschlossen, sahen gar keinen Effekt.35 Welche Stämme, Mengen und Zeiträume helfen könnten, weiß bislang niemand. Eine Depression oder Angststörung gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, wo Probiotika als Zusatz besprochen werden können.

So wurde gemessen
  • Depression: 49 Studien mit 4.113 Personen, SMD −0,56, hohe Streuung zwischen den Studien;32 18 Studien mit 969 Patienten mit diagnostizierter Depression, SMD −0,96, geringe Vertrauenswürdigkeit.33 Leitlinie CANMAT: Zusatzbehandlung der dritten Wahl.34
  • Angst: 38 Studien mit 2.929 Personen, SMD −0,39;32 14 Studien mit 1.527 überwiegend Gesunden ohne gesicherten Unterschied.35

Helfen Probiotika beim Abnehmen und beim Stoffwechsel?

Beim Abnehmen helfen Probiotika wahrscheinlich, aber nur minimal. Zwar verloren Menschen mit Übergewicht in einer Auswertung von 26 Studien etwas mehr Gewicht als mit Placebo.36 Doch der Unterschied lag meist unter einem Kilo, oft nach wenigen Wochen.37 Die Waage merkt davon kaum etwas. Ein „bestes Probiotikum zum Abnehmen“ lässt sich daraus ohnehin nicht ableiten, weil auch hier viele verschiedene Stämme zusammengerechnet wurden.

Ähnlich bescheiden wirken sie auf die Blutwerte. Bei Typ-2-Diabetes sank der Langzeitblutzucker HbA1c wahrscheinlich um knapp einen halben Prozentpunkt,38 das LDL-Cholesterin wahrscheinlich um wenige Prozent.39 Der Blutdruck fiel bei Menschen mit Bluthochdruck wahrscheinlich um ein paar Punkte,4041 und bei einer Fettleber ging die im Ultraschall sichtbare Verfettung wahrscheinlich etwas zurück, gemessen allerdings in nur sechs Studien.42 Eine andere Auswertung fand für Probiotika allein dabei keine Besserung.43 Das ist wenig. Ob Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Folgeschäden des Diabetes seltener werden, hat keine dieser Studien geprüft, und eine ärztliche Behandlung ersetzen sie nicht.

So wurde gemessen
  • Körpergewicht: 26 Studien mit 1.720 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas, Gewicht gesenkt;36 15 Studien mit 957 Personen über 3 bis 12 Wochen, −0,60 kg.37
  • Blutzucker: 32 Studien bei Typ-2-Diabetes, HbA1c −0,44 Prozentpunkte, geringe Vertrauenswürdigkeit.38
  • Blutfette: 155 Studien mit 9.906 Personen, LDL −5,83 mg/dl, Triglyceride −10,83 mg/dl.39
  • Blutdruck: 14 Studien mit 846 Menschen mit Bluthochdruck;40 Zusammenfassung von 14 Auswertungen, oberer Wert −1,96 mmHg.41
  • Fettleber: Verfettung im Ultraschall in 6 von 21 Studien gemessen;42 Probiotika allein ohne Besserung klinischer Werte.43

Unsere Einordnung

Probiotika sind kein Mittel für jeden, sondern eines für bestimmte Situationen. Am besten belegt ist der Nutzen einzelner Stämme bei bestimmten Durchfällen, vor allem Saccharomyces boulardii und LGG. Für Mischungen gibt es in vielen Bereichen wahrscheinlich kleine Vorteile, die sich aber keinem Produkt zuordnen lassen.

Welche Nebenwirkungen haben Probiotika?

Für gesunde Menschen sind Probiotika in aller Regel gut verträglich, für Schwerkranke und Frühgeborene gilt das nicht ohne Weiteres. Diese Zweiteilung zieht sich durch alle Sicherheitsfragen. Wer gesund ist, hat vor allem mit Bauchgrummeln zu rechnen, und selbst das kommt mit Placebo ähnlich oft vor. Wer auf der Intensivstation liegt, einen Katheter trägt oder viel zu früh geboren wurde, für den sieht die Rechnung anders aus.

Machen Probiotika Blähungen oder Durchfall?

Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe werden unter Probiotika oft genannt, doch in Studien traten sie nicht häufiger auf als mit Placebo. So wurde in der größten Auswertung mit 55 Studien kein Schaden gefunden.16 Auch bei Menschen unter Antibiotika meldeten Teilnehmende mit den Keimen nicht mehr, eher etwas weniger Nebenwirkungen als ohne.44 Allerdings hat nur eine ältere Übersicht die Magen-Darm-Beschwerden getrennt ausgewertet, und auch sie sah keinen Unterschied.45 Wie sich eine Einnahme über viele Jahre auswirkt, weiß bisher niemand.

Einen anderen Verdacht äußerten Ärzte einer kleinen Spezialambulanz. Dort hatten 30 Menschen mit Blähungen und Problemen beim Denken alle solche Präparate genommen, und nach dem Absetzen ging es den meisten besser.46 Doch eine Vergleichsgruppe gab es nicht. Ein Beweis ist das also nicht. Trotzdem ist bei anhaltenden Bauchschmerzen oder Blähungen das Absetzen der erste sinnvolle Schritt, und bleiben die Beschwerden, gehören sie in die Arztpraxis.

So wurde gemessen
  • Reizdarm: Nebenwirkungen in 55 Placebo-Studien mit über 7.000 Patienten nicht häufiger.16 Unter Antibiotika: 37 Studien mit 11.911 Personen, Nebenwirkungen 10,9 gegen 12,2 %, häufigste in beiden Gruppen Bauchkrämpfe, Übelkeit und weicher Stuhl.44
  • Ältere Übersicht im Auftrag der US-Gesundheitsbehörde AHRQ: Nebenwirkungen insgesamt RR 1,00, Magen-Darm-Beschwerden nicht häufiger, Langzeitfolgen weitgehend unbekannt.45
  • Klinikbeobachtung: 30 Personen mit Blähungen und Konzentrationsstörungen, Besserung bei 23 nach Absetzen und Antibiotika, ohne Kontrollgruppe.46

Erstverschlimmerung durch Probiotika: Was steckt hinter den Symptomen?

Eine Erstverschlimmerung, also mehr Beschwerden in den ersten Tagen als angebliches Zeichen der Wirkung, ist in keiner kontrollierten Studie untersucht. Der Begriff stammt aus Werbung und Erfahrungsberichten. Keine Studie hat die Beschwerden der ersten Einnahmetage getrennt mit Placebo verglichen, und über die gesamte Studiendauer waren Magen-Darm-Beschwerden damit nicht häufiger.45 Daraus folgt eine schlichte Regel. Nehmen Beschwerden nach Beginn der Einnahme über mehr als einige Tage zu, spricht das gegen das Präparat und nicht für seine Wirkung, und es ist besser, es abzusetzen, statt auf eine Wende zu warten.

Für wen können Probiotika gefährlich sein?

Wie oft der eingenommene Keim bei Schwerkranken selbst eine Blutvergiftung auslöst, ist ungeklärt, Einzelfälle sind aber gut dokumentiert. Die bisher einzige große Studie, die gezielt danach suchte, gab jeweils rund 1.300 beatmeten Intensivpatienten LGG oder Placebo. Danach tauchte der Probiotika-Keim bei 15 gegenüber einem Patienten in eigentlich keimfreien Proben auf.47 Das ist selten, aber real. In einer Klinikauswertung ließ sich per Erbgutanalyse zeigen, dass solche Blutkeime tatsächlich aus dem eingenommenen Präparat stammten.48

Mit der Hefe Saccharomyces boulardii sind Pilzinfektionen des Blutes beschrieben, oft bei Menschen mit zentralem Venenkatheter. Dabei waren in einer Klinik nach dem Öffnen eines Beutels mit der Hefe sogar Luft, Oberflächen und Hände des Personals verunreinigt.49 In einer Sammlung von gut hundert solcher Fälle hatten zwei Drittel der Betroffenen zuvor diese Hefe eingenommen.50 Bei Gesunden sind solche Fälle große Ausnahmen. Schwerkranke, stark Immungeschwächte und Menschen mit Venenkatheter sollten Probiotika deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen. Treten bei ihnen unter der Einnahme Fieber und Schüttelfrost auf, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Die ernsteste Warnung stammt aus den Niederlanden, und sie schreckte die Fachwelt auf. In der Studie PROPATRIA bekamen knapp dreihundert Patienten mit schwerer akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung eine Mischung mehrerer Stämme über die Ernährungssonde oder ein Placebo. Mit den Keimen starben 16 von 100 Patienten, mit Placebo 6, und neun Menschen der Probiotika-Gruppe erlitten einen Darminfarkt.51 Zusammengerechnet mit kleineren Studien war die Sterblichkeit zwar nicht erhöht, sodass insgesamt kein Schaden gefunden wurde.52 Trotzdem rät eine aktuelle Leitlinie in diesem Fall von Probiotika ab.53 Bei solchen lebensbedrohlichen Erkrankungen entscheidet allein das Behandlungsteam.

Auch bei Frühgeborenen ist ungeklärt, wie oft der verabreichte Keim eine Blutvergiftung auslöst. Außerhalb von Studien sind 32 Frühgeborene beschrieben, bei denen der Keim im Blut oder Nervenwasser gefunden wurde. Zwei von ihnen starben.55 In der großen britischen Studie PiPS mit über 1.300 sehr früh Geborenen traten dagegen keine Schäden durch das Probiotikum auf.54 Die europäischen Kinder-Gastroenterologen verlangen für Frühgeborene geprüfte Produkte,57 und über eine Gabe entscheidet das Klinikteam.

So wurde gemessen
  • Intensivstation: 2.650 beatmete Patienten, Probiotika-Keim in sterilen Proben oder als vorherrschender Keim bei 15 von 1.318 gegen 1 von 1.332 (OR 14,02).47 Erbgutvergleich von Blutkeimen mit dem eingenommenen Präparat, ein Keim mit neu erworbener Resistenz-Mutation.48
  • Hefe-Infektionen: vier Patienten mit Venenkatheter, Verunreinigung der Umgebung nach Öffnen eines Beutels.49 108 Fälle von 2005 bis 2022, 67,6 % mit vorheriger Einnahme, Sterblichkeit insgesamt 36,1 %.50
  • Bauchspeicheldrüse: 296 Patienten, Tod 24 von 152 gegen 9 von 144, Darminfarkt 9 gegen 0.51 5 Studien mit 509 Patienten, Sterblichkeit RR 0,72, nicht gesichert verschieden.52
  • Frühgeborene: 1.310 Kinder, keine probiotikabedingten Nebenwirkungen, 37 % der Placebokinder ebenfalls mit dem Keim besiedelt.54 Fallsammlung: 32 Kinder in 16 Berichten, 25 genetisch bestätigt.55

Verbreiten Probiotika Antibiotika-Resistenzen?

Ob Probiotika beim Menschen zu schwer behandelbaren Infektionen beitragen, ist nicht untersucht, im Labor ist die Weitergabe von Resistenzgenen aber gezeigt. Forschende fanden in Keimen aus frei verkäuflichen Präparaten Gene, die gegen mehrere Antibiotika-Gruppen schützen, und im Zellversuch gaben die Keime solche Resistenzen an Krankheitserreger weiter.56 Was das im Körper bedeutet, ist offen. Die europäischen Kinder-Gastroenterologen verlangen deshalb zumindest für Frühgeborene Stämme ohne übertragbare Resistenzgene.57 Für alle anderen ist das ein Argument für Präparate, deren Stamm genau benannt ist.

Blutvergiftung durch den eingenommenen Keim (Bakteriämie, Fungämie) bei Schwerkrankenungeklärt1 große Placebo-Studie mit 2.650 beatmeten Intensivpatienten (PROSPECT, Johnstone 2021); keine Meta-Analyse wertet Infektionen mit dem Probiotika-Keim selbst aus

Ergebnisse: Lactobacillus rhamnosus GG in sterilen Proben oder als vorherrschender Keim bei 15 von 1.318 gegenüber 1 von 1.332 unter Placebo (OR 14,02; 95 % KI 1,79 bis 109,58), zusammengesetzter Endpunkt (Johnstone 2021); in RCTs wurde nach Infektionen durch den Probiotika-Keim kaum gezielt gesucht (Hempel 2011)

Ob Probiotika bei Schwerkranken eine Blutvergiftung durch den eingenommenen Keim auslösen, ist ungeklärt, weil bisher nur eine große Studie gezielt danach gesucht hat. In dieser Studie mit beatmeten Intensivpatienten (PROSPECT) fand sich der Probiotika-Keim bei rund 1 von 100 Behandelten in eigentlich sterilen Proben oder als vorherrschender Erreger, unter Placebo bei 1 von über 1.300; Fallserien beschreiben zudem Pilzinfektionen des Blutes mit der Hefe Saccharomyces boulardii, oft bei Menschen mit Venenkatheter. Bei Gesunden sind solche Infektionen eine große Ausnahme. 47, 45, 135

Was tun? Wer schwer krank oder stark immungeschwächt ist oder einen zentralen Venenkatheter hat, nimmt Probiotika am besten nur nach ärztlicher Rücksprache; in der Klinik Kapseln nicht in der Nähe von Kathetern öffnen. Fieber mit Schüttelfrost unter Probiotika bei Schwerkranken oder mit Katheter: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Nicht untersucht bei: Menschen unter Chemotherapie oder nach Organtransplantation (kaum kontrollierte Daten), Menschen mit künstlicher Herzklappe oder Venenkatheter außerhalb der Klinik

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einer Klinik-Auswertung hatten Intensivpatienten unter Probiotika ein deutlich höheres Risiko für Lactobacillus im Blut; die Erbgutanalyse zeigte, dass die Blutkeime direkt aus dem Probiotikum stammten, einer hatte eine neue Antibiotika-Resistenzmutation erworben. Yelin et al. 2019
  • Auf einer Intensivstation erkrankten drei Patienten an einer Pilzinfektion des Blutes mit Saccharomyces; einziger Risikofaktor war ein Saccharomyces-boulardii-Präparat, die Erregerstämme glichen dem Kapselinhalt, und nach dem Absetzen endete der Ausbruch. In der Literatur fanden die Autoren 57 weitere Fälle, 26 mit Probiotika-Einnahme. Muñoz et al. 2005
  • Vier Patienten mit Venenkatheter erkrankten an einer Saccharomyces-boulardii-Fungämie; Luft, Oberflächen und Hände waren nach dem Öffnen eines Beutels mit der Hefe verunreinigt, die Autoren vermuten eine Übertragung auf den Katheter. Hennequin et al. 2000
  • Eine systematische Sammlung von 108 Fällen einer Saccharomyces-Fungämie (2005 bis 2022) fand bei 67,6 % eine vorherige Einnahme von S. boulardii; Risikofaktoren waren Intensivaufenthalt, künstliche Ernährung und Durchfallerkrankung; die Sterblichkeit lag insgesamt bei 36,1 %. Vinayagamoorthy et al. 2023
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Erholung der Darmflora nach Antibiotika verzögernungeklärt3 kleine Placebo-Studien ohne Verzögerung (Merenstein 2021, MacPherson 2018, Engelbrektson 2009); 1 kleine Studie ohne Placebogruppe mit verzögerter Erholung (Suez 2018)

Ergebnisse: Placebo-Studien: mit einem Joghurt mit B. lactis BB-12 weniger Störung von Stuhlflora und kurzkettigen Fettsäuren (Merenstein 2021); Stuhlflora mit einer Bifidobakterien-Laktobazillen-Mischung näher am Ausgangszustand (p = 0,046; Engelbrektson 2009); Stuhlflora in beiden Gruppen eine Woche nach dem Antibiotikum wieder wie zu Beginn (MacPherson 2018); ohne Placebo: nach Antibiotika erholte sich die eigene Darmflora in Stuhl und Schleimhaut mit einer Mischung aus elf Stämmen deutlich verzögert und unvollständig, verglichen mit der spontanen Erholung ohne Placebo-Gabe; Rückgabe der eigenen Stuhlflora führte zur raschen Erholung (Suez 2018)

Ob Probiotika die Erholung der eigenen Darmflora nach Antibiotika verzögern, ist ungeklärt. Drei kleine Placebo-Studien fanden keine Verzögerung, zwei sogar eine geringere Störung der Stuhlflora mit Probiotika. Eine vielbeachtete kleine Studie ohne Placebogruppe fand dagegen mit einer Mischung aus elf Stämmen eine deutlich verzögerte und unvollständige Rückkehr der eigenen Darmflora, verglichen mit der spontanen Erholung. Gemessen wurden nur Laborwerte der Darmflora, nicht Beschwerden oder Krankheiten, und die Placebo-Studien prüften andere Stämme. 60, 1, 136, 137, 62

Was tun? Probiotika nach Antibiotika nicht als Mittel zum „Wiederaufbau der Darmflora“ verstehen; ein Nutzen ist vor allem für die Vorbeugung von Durchfall während der Antibiotika-Einnahme untersucht.

Nicht untersucht bei: Folgen für Gesundheit und Beschwerden (nur Laborwerte der Darmflora gemessen), andere Stämme und Mischungen

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Sepsis durch den verabreichten Keim bei Frühgeborenenungeklärt1 große Placebo-Studie mit 1.310 sehr früh Geborenen (PiPS, Costeloe 2016); keine Meta-Analyse wertet Sepsis durch den Probiotika-Keim aus

Ergebnisse: keine probiotikabedingten Nebenwirkungen in PiPS, 37 % der Placebokinder ebenfalls mit dem Keim besiedelt (Costeloe 2016); kein Lactobacillus oder Bifidobacterium in Blutkulturen (150 Kinder; Fernández-Carrocera 2013); späte Infektionen jeder Ursache RR 0,89 (60 Studien, 11.156; Sharif 2023); außerhalb der Studien 32 Frühgeborene mit dem verabreichten Stamm in Blut oder Nervenwasser, 2 Todesfälle (Kulkarni 2022)

Ob Probiotika bei Frühgeborenen eine Sepsis durch den verabreichten Keim auslösen, ist ungeklärt. In der großen Placebo-Studie PiPS mit über 1.300 sehr früh Geborenen traten keine probiotikabedingten Schäden auf, und Infektionen jeder Ursache waren in den Studien insgesamt nicht häufiger. Außerhalb der Studien sind aber 32 Frühgeborene beschrieben, bei denen der verabreichte Keim im Blut oder Nervenwasser nachgewiesen wurde, zwei starben, und ein weiterer Fall hing mit einem verunreinigten Pulver zusammen. 54, 140, 100, 57

Was tun? Frühgeborenen keine frei verkäuflichen Probiotika geben; über eine Gabe entscheidet das Klinikteam mit geprüften Produkten.

Nicht untersucht bei: extrem Frühgeborene unter 1.000 g (wenige Daten)

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Eine systematische Sammlung fand 16 Berichte mit 32 Frühgeborenen, bei denen der verabreichte Probiotika-Stamm im Blut oder Nervenwasser nachgewiesen wurde (19 Bifidobacterium, 10 Lactobacillus, 3 Saccharomyces); 25 Fälle waren genetisch bestätigt, zwei Kinder starben. Kulkarni et al. 2022
  • In einer Klinik bekamen zwei Frühgeborene unter Probiotika eine Bakteriämie mit Bifidobacterium longum subsp. infantis; der Erbgutvergleich bestätigte das Probiotikum als Quelle. Bertelli et al. 2015
  • Ein in der 29. Woche geborenes Kind entwickelte nach Probiotika eine schwere Darmerkrankung; im entfernten Darm und im Probiotika-Pulver wurde der Schimmelpilz Rhizopus oryzae nachgewiesen. Bizzarro et al. 2021
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Abweichungen zwischen Etikett und Inhaltungeklärtkeine kontrollierte Studie; Produktanalysen und ein Fallbericht

Ergebnisse: nur 1 von 16 Bifidobakterien-Produkten entsprach in allen Proben dem Etikett, Unterschiede von Kapsel zu Kapsel und Charge zu Charge (Lewis 2016); falsch bestimmte Stämme, nicht lebensfähige Keime, nicht erreichte Keimzahlen und gelegentliche Verunreinigungen in vielen Untersuchungen (Kolaček 2017); Schimmelpilz im Pulver und im Darm eines Frühgeborenen (Bizzarro 2021)

Ob Abweichungen zwischen Etikett und Inhalt gesundheitlich schaden, ist ungeklärt: Kontrollierte Studien gibt es nicht, nur Produktanalysen und einzelne Fallberichte. In den Analysen waren Stämme oft falsch bestimmt, Keimzahlen nicht erreicht, Bakterien nicht mehr lebensfähig oder einzelne Produkte verunreinigt; in einem Fallbericht wurde derselbe Schimmelpilz im Darm eines Frühgeborenen und im verabreichten Pulver gefunden. Weil Wirkungen vom Stamm abhängen, lassen sich Studienergebnisse dann nicht auf ein Produkt übertragen.

Was tun? Produkte bevorzugen, die den genauen Stamm (Gattung, Art, Stammbezeichnung) und die Keimzahl zum Ende der Haltbarkeit angeben; für Risikogruppen nur geprüfte Arzneimittel-Qualität.

Nicht untersucht bei: gesundheitliche Folgen von Etikettabweichungen

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Von 16 untersuchten Bifidobakterien-Produkten entsprach nur eines in allen Proben genau den angegebenen Arten und Unterarten; Inhalt schwankte zwischen Kapseln und Chargen. Lewis et al. 2016
  • Die Arbeitsgruppe der europäischen Kinder-Gastroenterologen (ESPGHAN) fasst Produktprüfungen zusammen: Abweichungen vom Etikett sind häufig, Stämme falsch bestimmt, Keime nicht lebensfähig, Keimzahlen nicht nachweisbar, einzelne Produkte mit Krankheitserregern verunreinigt; sie fordert strengere Qualitätskontrollen. Kolaček et al. 2017
  • Bei einem Frühgeborenen mit schwerer Darmerkrankung wurde derselbe Schimmelpilz im Darm und im verabreichten Probiotika-Pulver gefunden. Bizzarro et al. 2021
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Unsere Regeln
Höhere Sterblichkeit bei schwerer akuter Bauchspeicheldrüsenentzündungkein Schaden gefunden5 Studien, 509 Pat. (Gou 2014)

Ergebnisse: Sterblichkeit RR 0,72 (0,42 bis 1,45), nicht signifikant (Gou 2014); in der größten placebokontrollierten Einzelstudie PROPATRIA dagegen Tod 16 % gegenüber 6 % (RR 2,53; 95 % KI 1,22 bis 5,25), Darminfarkt 9 gegenüber 0 Pat. (296 Pat.; Besselink 2008); ibero-lateinamerikanische Leitlinie rät von Probiotika ab (Cárdenas-Jaén 2026)

Zusammengefasst über fünf Studien mit 509 Patienten war die Sterblichkeit bei schwerer akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung unter Probiotika nicht erhöht, insgesamt wurde damit kein Schaden gefunden. Die größte placebokontrollierte Einzelstudie (PROPATRIA) kam aber zum gegenteiligen Ergebnis: Unter einer Mischung mehrerer Stämme über die Ernährungssonde starben 16 statt 6 von 100 Patienten, mehrere an einem Darminfarkt. Eine aktuelle Leitlinie rät deshalb bei akuter Pankreatitis von Probiotika ab; das betrifft Schwerkranke in der Klinik, nicht Gesunde. 52, 51, 53, 138, 139

Was tun? Bei schwerer akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen keine Probiotika auf eigene Faust; nur nach ärztlicher Entscheidung.

Nicht untersucht bei: andere Stämme bei schwerer Pankreatitis in großen Placebo-Studien

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Gou et al. 2014, 5 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
Antibiotika-Resistenzgene verbreitennicht untersuchtkeine kontrollierte Studie zu klinischen Folgen; Laborversuche und Mikrobiom-Analysen

Ergebnisse: Resistenzgene in Probiotika aus Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen und im Zellversuch übertragbar (Tian 2025); nach Antibiotika verstärkten Probiotika in der Darmschleimhaut die Zunahme von Resistenzgenen, ohne Antibiotika verringerten sie sie bei manchen Menschen (Montassier 2021)

Manche Probiotika-Bakterien tragen Gene für Antibiotika-Resistenzen, die sie im Labor an andere Bakterien weitergeben können. Ob das beim Menschen zu schwerer behandelbaren Infektionen führt, ist nicht untersucht. Die europäischen Kinder-Gastroenterologen verlangen für Probiotika bei Frühgeborenen deshalb vorsorglich Stämme ohne übertragbare Resistenzgene. 57

Was tun? Bevorzugt Präparate wählen, deren Stämme genau benannt und auf übertragbare Resistenzgene geprüft sind.

Nicht untersucht bei: klinische Folgen (Infektionen mit resistenten Keimen) bei Menschen, die Probiotika nehmen

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In Probiotika aus Nahrungsergänzungsmitteln wurden Resistenzgene gegen Tetrazykline, Makrolide, Aminoglykoside und Glykopeptide gefunden; im Zellversuch gaben angepasste Probiotika Resistenzen an E. coli, Staphylococcus aureus und Enterococcus faecalis weiter. Tian et al. 2025
  • In einer Mikrobiom-Neuauswertung verringerten Probiotika bei besiedelbaren Menschen ohne Antibiotika die Zahl der Resistenzgene im Darm; nach Antibiotika verstärkten sie dagegen deren Zunahme in der Darmschleimhaut, vor allem durch Bakterien mit Vancomycin-Resistenz. Im Stuhl war das nicht zu sehen. Montassier et al. 2021
  • Ein aus dem Blut eines Intensivpatienten isolierter Probiotika-Keim hatte eine neue Mutation erworben, die eine Antibiotika-Resistenz vermittelt. Yelin et al. 2019
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
Blähungen und andere Magen-Darm-Beschwerden auslösenharmlos55 Studien bei Reizdarm (Goodoory 2023); weitere Meta-Analysen mit zusammen über 15.000 Teilnehmenden

Ergebnisse: Nebenwirkungen bei Reizdarm nicht häufiger als unter Placebo (55 Studien, über 7.000 Pat.; Goodoory 2023); 10,9 % gegenüber 12,2 % unter Antibiotika (37 Studien, 11.911; Esmaeilinezhad 2025); 4 % gegenüber 6 % bei Kindern unter Antibiotika (24 Studien, 4.415; Guo 2019); Magen-Darm-Nebenwirkungen nicht häufiger (Hempel 2011); schwere Nebenwirkungen in der großen PLACIDE-Studie nicht häufiger (2.981 ältere Klinikpatienten; Allen 2013)

In Studien werden unter Probiotika vor allem Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit und Bauchkrämpfe genannt, unter Placebo aber ähnlich oft. In der maßgeblichen Auswertung von 55 Reizdarm-Studien und weiteren Meta-Analysen mit zusammen über 15.000 Teilnehmenden wurde kein Schaden gefunden: Nebenwirkungen waren nicht häufiger als unter Placebo. Meist wurden allerdings nur Nebenwirkungen insgesamt gezählt, Magen-Darm-Beschwerden getrennt nur in einer älteren Übersicht. 16, 44, 63, 45, 11

Was tun? Bei anhaltenden Blähungen oder Bauchschmerzen das Präparat absetzen; bleiben die Beschwerden, ärztlich abklären lassen.

Nicht untersucht bei: Einnahme über mehrere Jahre

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einer kleinen Klinik-Kohorte hatten 30 Menschen mit Blähungen und Konzentrationsstörungen (brain fog) alle Probiotika genommen; Dünndarmfehlbesiedlung und D-Laktat-Übersäuerung waren häufiger, nach Absetzen und Antibiotika besserten sich die Beschwerden bei 23 von 30. Eine Kontrollgruppe mit Placebo gab es nicht. Rao et al. 2018
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Goodoory et al. 2023, 55 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
„Erstverschlimmerung“ zu Beginn der Einnahmeharmloskeine kontrollierte Studie zu einer Erstverschlimmerung

Ergebnisse: keine Studie wertet Beschwerden der ersten Einnahmetage getrennt gegenüber Placebo aus; über die ganze Studiendauer keine erhöhte Rate an Magen-Darm-Beschwerden (Hempel 2011)

Dass sich Beschwerden zu Beginn einer Probiotika-Einnahme zunächst verschlechtern und das ein Zeichen der Wirkung sei, ist nicht untersucht. Über die ganze Studiendauer traten Magen-Darm-Beschwerden unter Probiotika nicht häufiger auf als unter Placebo. Anhaltend mehr Beschwerden sind deshalb kein gutes Zeichen. 45

Was tun? Verschlechtern sich Beschwerden nach Beginn der Einnahme über mehr als einige Tage, das Präparat absetzen und nicht auf eine „Erstverschlimmerung“ warten.

Nicht untersucht bei: zeitlicher Verlauf der Beschwerden in den ersten Einnahmetagen

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln

Was ist das beste Probiotikum? Präparate, Einnahme und Dauer

Ein bestes Probiotikum gibt es nicht, nur Stämme mit Belegen für bestimmte Situationen. Dabei ist die Liste kurz: Saccharomyces boulardii und LGG bei akutem Durchfall von Kindern, die Hefe auch bei Antibiotika und in der Helicobacter-Therapie. Für fast alles andere gibt es nur Hinweise aus Mischungen, die sich keinem Produkt zuordnen lassen, und wo Studien zu einer Praxisfrage ganz fehlen, steht das in den folgenden Abschnitten ausdrücklich dabei.

Woran erkennt man ein gutes Probiotikum?

Ein gutes Präparat nennt den genauen Stamm und die Keimzahl bis zum Ende der Haltbarkeit, denn nur so lässt es sich mit Studien vergleichen. Das Etikett allein beweist wenig, wie Produktanalysen zeigen. Von 16 untersuchten Bifidobakterien-Präparaten enthielt nur eines in allen Proben genau die angegebenen Keime, und der Inhalt schwankte von Kapsel zu Kapsel.58 Das ist kein Einzelfall. Die europäischen Kinder-Gastroenterologen fanden in ihrer Zusammenschau falsch bestimmte Stämme, abgestorbene Keime, zu niedrige Keimzahlen und vereinzelt sogar Verunreinigungen mit Krankheitserregern.59

Ob solche Abweichungen gesundheitlich schaden, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Klar ist aber eine andere Folge: Steckt im Präparat nicht der Stamm, der in den Studien geprüft wurde, lassen sich deren Ergebnisse nicht übertragen. Wer Probiotika gezielt einsetzen will, sollte deshalb auf eine vollständige Stammbezeichnung achten, und für Risikogruppen kommen nur geprüfte Arzneimittel in Frage.

Kapseln, Pulver, Tabletten oder sporenbasiert: Welche Form ist sinnvoll?

Für die Wahl zwischen Kapseln, Pulver und Tabletten fehlen Vergleichsstudien, entscheidend ist der Stamm darin. Denn die in Studien wirksamen Stämme wurden in ganz verschiedenen Formen gegeben, von Pulverbeuteln über Kapseln bis zu Milchgetränken. Sporenbasierte Probiotika enthalten Bacillus-Arten, die als widerstandsfähige Sporen den Magen überstehen sollen, doch gerade für sie ist die Studienlage dünn, denn beim Reizdarm fanden sich nur sehr schwache Hinweise auf weniger Blähungen.16 Ein Vorteil gegenüber gewöhnlichen Milchsäurebakterien ist nicht gezeigt.

Wie viel Probiotika am Tag? Keimzahl und Dosis

Eine Tagesmenge, die für alle Probiotika gilt, gibt es nicht, weil jede Keimzahl nur für den geprüften Stamm gilt. Auf den Packungen steht die Menge in koloniebildenden Einheiten, kurz KBE, also in der Zahl lebender Keime, die sich im Labor vermehren können. Zehn Milliarden auf dem Etikett sagen deshalb wenig, solange offen ist, welcher Stamm in welcher Menge untersucht wurde. Hinzu kommt, dass die angegebene Zahl in Produktanalysen oft gar nicht stimmte.58

Wo Studien verschiedene Mengen verglichen, schnitt mehr meist besser ab. Bei Erwachsenen unter Antibiotika schützte eine höhere Dosis desselben Präparats besser vor Durchfall als eine niedrigere,10 und bei Kindern war der Schutz in der Cochrane-Auswertung nur ab rund fünf Milliarden Keimen am Tag gesichert.63 Ähnlich war es bei der Hefe Saccharomyces boulardii, denn in einer großen Studie mit rund dreitausend Reisenden erkrankten diejenigen mit der höheren Menge seltener an Reisedurchfall.64 Für eine Einnahme ohne konkreten Anlass lässt sich aus den Studien dagegen keine Menge ableiten.

So wurde gemessen
  • Erwachsene unter Antibiotika: höhere gegenüber niedrigerer Dosis desselben Probiotikums RR 0,54.10
  • Kinder unter Antibiotika: 33 Studien mit 6.352 Kindern; ab 5 Milliarden KBE am Tag RR 0,37, darunter RR 0,68, nicht gesichert.63
  • Reisedurchfall: doppelblind, rund 3.000 Reisende, S. boulardii gegen Placebo, Schutz abhängig von der Menge.64

Wann und wie lange sollte man Probiotika einnehmen?

Ob morgens, abends oder vor dem Schlafen, der Einnahmezeitpunkt wurde in den ausgewerteten Studien nicht verglichen. Wichtiger ist der Anlass. Gegen Antibiotika-Durchfall wurden die Keime während der Behandlung gegeben, und bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt sofort mit Beginn des Durchfalls. Zur Vorbeugung von Erkältungen nahmen die Teilnehmenden sie meist über rund drei Monate.19 Beim Reizdarm zeigte sich umgekehrt in kürzeren Behandlungen unter vier Wochen sogar ein größerer Effekt als in längeren.15 Länger ist also nicht besser.

Für eine allgemeine Kur zum „Aufbau der Darmflora“ fehlen dagegen Belege. Dazu passt eine vielbeachtete israelische Studie, die sogar fand, dass sich die eigene Darmflora nach Antibiotika mit einer Mischung aus elf Stämmen langsamer und unvollständiger erholte als ohne.60 Allerdings hatte die Studie keine Placebogruppe, und gemessen wurden nur Laborwerte der Darmflora. Beschwerden zählte niemand. Auch für Probiotika nach Antibiotika gilt deshalb, dass ein Nutzen vor allem für die Zeit der Behandlung untersucht ist. Bringt ein Präparat nach einigen Wochen keine Besserung, spricht wenig dafür, es weiter zu nehmen.

So wurde gemessen
  • Produktqualität: 16 Bifidobakterien-Produkte, eines in allen Proben passend zum Etikett, Schwankungen zwischen Kapseln und Chargen.58 Zusammenschau der europäischen Kinder-Gastroenterologen (ESPGHAN) zu Produktprüfungen.59
  • Darmflora nach Antibiotika: Menschen und Mäuse, spontane Erholung, Mischung aus elf Stämmen oder Rückgabe der eigenen Stuhlflora, ohne Placebo; Proben aus Stuhl und Darmschleimhaut.60

Welche Versprechen über Probiotika gehen zu weit?

Mehrere verbreitete Versprechen gehen über das hinaus, was Studien zeigen. Oft wird dabei der Nutzen eines einzelnen Stamms auf alle anderen übertragen.

Behauptung Was die Studien zeigen Unser Urteil
„Probiotika bauen die Darmflora nach Antibiotika wieder auf.“ Kleine Placebo-Studien sahen keine schnellere Erholung, höchstens etwas weniger Störung der Stuhlflora;62 eine kleine Studie ohne Placebo fand sogar eine langsamere Erholung.60 unklar
„Die Erstverschlimmerung zeigt, dass es wirkt.“ Keine Studie hat die ersten Einnahmetage getrennt ausgewertet.45 Erstverschlimmerung nicht untersucht
„Probiotika helfen beim Abnehmen.“ Meist unter einem Kilo Unterschied, oft nach wenigen Wochen.37 wahrscheinlich, aber minimal
„Ein Probiotikum wirkt wie das andere.“ LGG allein beugte Neurodermitis beim Kind nicht vor, Mischungen zusammengerechnet schon.61 stimmt nicht
„Probiotika schützen Kinder vor Asthma.“ In 19 Studien kein Unterschied.31 spricht dagegen

Wer Probiotika wegen einer dieser Hoffnungen dauerhaft nimmt, gibt vor allem Geld aus. Ein gezielter Einsatz bei Durchfall oder unter Antibiotika ist dagegen gut begründbar.

Unsere Einordnung

Probiotika sind ein Sammelbegriff für sehr verschiedene Bakterien und Hefen, und so uneinheitlich ist auch ihr Nutzen. Gut belegt sind einzelne Stämme bei bestimmten Durchfällen, Mischungen bringen in vielen Bereichen wahrscheinlich kleine Vorteile, die keinem Produkt zuzuordnen sind. Ob im Präparat steckt, was auf dem Etikett steht, ist dabei oft unsicher. Für Gesunde sind sie gut verträglich, für Schwerkranke und Frühgeborene gehören sie in ärztliche Hand.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Prä- und Probiotika?

Probiotika sind lebende Bakterien oder Hefen, Präbiotika dagegen Ballaststoffe wie Inulin, die den Darmbakterien als Nahrung dienen. Präparate, die beides kombinieren, heißen Synbiotika.

Helfen Probiotika gegen Akne und unreine Haut?

Dazu enthält dieser Studiencheck keine Bewertung, eine Aussage lässt sich hier deshalb nicht treffen. Im Hautbereich ausgewertet ist vor allem die Neurodermitis, bei der Probiotika den ärztlich gemessenen Schweregrad etwas senken, ohne dass Betroffene einen klaren Unterschied spüren.29 Bei hartnäckiger Akne ist die Hautarztpraxis die richtige Anlaufstelle.

Helfen Probiotika bei Histaminintoleranz?

Auch dazu enthält dieser Studiencheck keine Bewertung. Weil die Wirkung vom einzelnen Stamm abhängt, lassen sich Ergebnisse aus anderen Bereichen nicht übertragen. Beschwerden nach dem Essen sollten ärztlich abgeklärt werden, bevor Präparate ausprobiert werden.

Was zeigen Erfahrungen mit Nebenwirkungen von Probiotika?

In Erfahrungsberichten werden vor allem Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfe genannt. In kontrollierten Studien traten solche Beschwerden mit Probiotika allerdings nicht häufiger auf als mit Placebo.1644

Wie lange dauern Nebenwirkungen von Probiotika?

Wie lange Blähungen oder Bauchgrummeln zu Beginn anhalten, hat keine Studie getrennt gemessen.45 Klingen die Beschwerden nach einigen Tagen nicht ab oder nehmen sie zu, ist es besser, das Präparat abzusetzen, statt auf eine Erstverschlimmerung zu hoffen.

Sollte man Probiotika vor dem Schlafen einnehmen?

Einen Vorteil für die Einnahme am Abend oder vor dem Schlafen zeigen die ausgewerteten Studien nicht, weil sie verschiedene Zeitpunkte nie verglichen haben. Wichtiger als die Uhrzeit ist, dass der Stamm zum Anlass passt und die Einnahme regelmäßig erfolgt.

Mehr zu Probiotika

So bewerten wir

Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.

StufeWann wir sie vergeben
gut belegtMindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität.
wahrscheinlichDie maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt.
unklarNur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich.
spricht dagegenDie maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo.
nicht untersuchtEs gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien.

Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.

Alle 140 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Zmora et al. 2018, CellGesunde Erwachsene ohne Antibiotika, Mehrstamm-Probiotikum, Proben aus der DarmschleimhautAnsiedlung der Probiotika-Keime von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlichKontrollierte Studie
2Szajewska et al. 2020, Aliment Pharmacol Ther29 RCTs zu Saccharomyces boulardii bei Kindern mit akutem Durchfall, Dauer in 23 RCTs mit 3.450 KindernDurchfall gut einen Tag kürzer, sehr uneinheitliche ErgebnisseMeta-Analyse
3Feizizadeh et al. 2014, Pediatrics22 RCTs mit Kindern mit akutem Durchfall, nur Saccharomyces boulardiiDurchfall kürzerMeta-Analyse (maßgeblich)
4Szajewska et al. 2019, Aliment Pharmacol Ther18 RCTs mit 4.208 Kindern, nur Lactobacillus rhamnosus GGDurchfall knapp einen Tag kürzer, in Europa deutlicherMeta-Analyse
5Schnadower et al. 2018, N Engl J Med971 Kinder von 3 Monaten bis 4 Jahren in US-Notaufnahmen, LGG über 5 Tage gegen Placebokein Unterschied bei Schwere und Dauer des DurchfallsGroße RCT (Gegenbefund)
6Lo Vecchio et al. 2022, Benef Microbes15 RCTs mit 3.465 Kindern, LGG, getrennt nach Rotavirus-ImpfstatusVorteil nur in Studien aus der Zeit vor der Impfung gesichertMeta-Analyse
7Minaz et al. 2024, J Glob Health67 RCTs mit 11.830 Kindern bis 10 Jahre mit Durchfall, verschiedene ProbiotikaDurchfall kürzer, geringe VertrauenswürdigkeitMeta-Analyse (maßgeblich)
8Collinson et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev82 RCTs mit 12.127 Personen, Hauptauswertung nur Studien mit geringem Verzerrungsrisikokein gesicherter Vorteil in den sauberen Studien, Hinweise auf unveröffentlichte negative StudienCochrane-Review (Gegenbefund)
9Freedman et al. 2018, N Engl J Med886 Kinder von 3 bis 48 Monaten in kanadischen Notaufnahmen, Mischung aus zwei Lactobacillus-Stämmenkein Unterschied bei Schwere und DauerGroße RCT (Gegenbefund)
10Goodman et al. 2021, BMJ Open42 RCTs mit 11.305 Erwachsenen unter Antibiotika, davon 36 mit PlaceboAntibiotika-Durchfall um rund ein Drittel seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
11Allen et al. 2013 (PLACIDE), Lancet2.941 Klinikpatienten ab 65 Jahren unter Antibiotika, Lactobacillus-Bifidobacterium-Mischung gegen PlaceboAntibiotika-Durchfall nicht seltener, schwere Nebenwirkungen nicht häufigerGroße RCT (Gegenbefund)
12Szajewska & Kołodziej 2015, Aliment Pharmacol Ther21 RCTs mit 4.780 Kindern und Erwachsenen, nur Saccharomyces boulardiiAntibiotika-Durchfall etwa halb so häufigMeta-Analyse (ein Stamm)
13Szajewska et al. 2015, Aliment Pharmacol Ther11 RCTs mit 2.200 Personen, Saccharomyces boulardii zusätzlich zur Helicobacter-TherapieAusrottung etwas häufiger, Therapie-Nebenwirkungen und Durchfall seltenerMeta-Analyse
14Li & Xie 2025, Front Cell Infect Microbiol19 RCTs mit 5.036 Personen, Saccharomyces boulardii zur Helicobacter-TherapieAusrottung häufigerMeta-Analyse (maßgeblich)
15Chen et al. 2023, Int J Surg72 RCTs bei Reizdarm, Gesamtbeschwerden in 63 StudienBeschwerden und Bauchschmerz gebessert, kurze Behandlungen stärkerMeta-Analyse (maßgeblich)
16Goodoory et al. 2023, Gastroenterology82 RCTs mit 10.332 Erwachsenen mit Reizdarm, Stamm für Stamm ausgewertetfast nur geringe oder sehr geringe Vertrauenswürdigkeit; Nebenwirkungen nicht häufigerMeta-Analyse (stammweise)
17Tang et al. 2026, J Gastroenterol Hepatol40 Placebo-Studien bei ReizdarmBeschwerdewert gesunken, Lebensqualität unverändertMeta-Analyse
18Niu & Xiao 2020, Int J Surg35 RCTs mit 3.452 Erwachsenen mit ReizdarmBlähungen leicht gebessertMeta-Analyse (maßgeblich)
19Zhao et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev23 RCTs mit 6.950 Kindern, Erwachsenen und Älterenseltener Infekte der oberen Atemwege und Antibiotika-Verordnungen, Infekte etwas kürzerCochrane-Review (maßgeblich)
20Coleman et al. 2022, Adv NutrPlacebo-Studien mit Erwachsenen unter 65 JahrenAtemwegsinfekte etwas seltener und kürzer, nicht bei körperlich AktivenMeta-Analyse
21Jespersen et al. 2015, Am J Clin Nutr1.104 gesunde Erwachsene, probiotisches Milchgetränk gegen Placebo; Autoren mit HerstellerbezugInfekte nicht seltener, aber kürzerGroße RCT (Gegenbefund)
22Chen et al. 2022, Reprod HealthRCTs zur bakteriellen Vaginose, Einnahme zusätzlich zum Antibiotikum in 5 Studien mit 351 FrauenHeilung häufigerMeta-Analyse (maßgeblich)
23Wang et al. 2019, Int J Environ Res Public HealthEinnahme zusätzlich zum Antibiotikum: 3 Studien mit 767 Frauenkein gesicherter UnterschiedMeta-Analyse (Gegenbefund)
24Awasthi et al. 2026, Probiotics Antimicrob Proteins8 RCTs mit 562 Frauen, Lactobacillus-VaginaltablettenRückfälle nicht gesichert seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
25Xie et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev10 RCTs mit 1.656 Frauen mit Scheidenpilz, Probiotika zusätzlich zum Pilzmittelkurz nach der Behandlung etwas mehr Heilungen, später kein UnterschiedCochrane-Review (maßgeblich)
26Emami et al. 2023, Curr Rev Clin Exp Pharmacol11 Studien mit Kindern zur Vorbeugung von Harnwegsinfektenknapp gesicherter, kleiner SchutzMeta-Analyse (maßgeblich)
27Schwenger et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev9 Studien mit 735 Personen, Einnahme und Vaginalanwendung gemischtgegen Placebo kein gesicherter SchutzCochrane-Review (Gegenbefund)
28Gaikwad et al. 2025, Medicina (Kaunas)14 RCTs mit Kindern mit NeurodermitisSchweregrad gesenktMeta-Analyse (maßgeblich)
29Makrgeorgou et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev39 RCTs mit 2.599 Menschen mit Neurodermitis, Probiotika mit oder ohne Präbiotikakaum oder kein spürbarer Unterschied, eigene Beschwerden unverändertCochrane-Review (Gegenbefund)
30Wang et al. 2026, BMC Immunol29 RCTs mit 2.078 Menschen mit HeuschnupfenGesamtbeschwerden nicht gebessert, Lebensqualität etwas besserMeta-Analyse (maßgeblich)
31Wei et al. 2020, J Asthma19 RCTs mit 5.157 Kindern, Gabe in Schwangerschaft oder SäuglingszeitAsthma nicht seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
32Zhang et al. 2025, BMC PsychiatryProbiotika bei Depression in 49 Studien, bei Angst in 38 Studiendepressive und ängstliche Beschwerden gebessert, Studien sehr uneinheitlichMeta-Analyse (maßgeblich)
33Asad et al. 2025, Nutr Rev18 RCTs mit 969 Patienten mit diagnostizierter DepressionBeschwerden deutlicher gebessert, geringe VertrauenswürdigkeitMeta-Analyse
34Bahji et al. 2026, Can J PsychiatryLeitlinie der kanadischen Fachgesellschaft CANMAT zur DepressionProbiotika nur als vorsichtige Zusatzoption der dritten WahlLeitlinie
35Reis et al. 2018, PLoS One14 RCTs mit 1.527 Gesunden und KrankenAngst nicht gesichert verringertMeta-Analyse (Gegenbefund)
36Pontes et al. 2021, Clin Nutr26 RCTs mit 1.720 Erwachsenen mit Übergewicht oder AdipositasGewicht etwas gesenktMeta-Analyse (maßgeblich)
37Borgeraas et al. 2018, Obes Rev15 RCTs mit 957 Erwachsenen, 3 bis 12 Wochengut ein halbes Kilo weniger, von den Autoren als klein bewertetMeta-Analyse
38Hejazi et al. 2024, Clin Nutr ESPEN32 RCTs mit Erwachsenen mit Typ-2-DiabetesLangzeitblutzucker etwas gesenkt, geringe VertrauenswürdigkeitMeta-Analyse (maßgeblich)
39Apisitwittaya et al. 2026, Crit Rev Food Sci Nutr155 RCTs mit 9.906 PersonenLDL-Cholesterin und Triglyceride leicht gesenktMeta-Analyse (maßgeblich)
40Chi et al. 2020, Curr Hypertens Rep14 RCTs mit 846 Menschen mit BluthochdruckBlutdruck gesenktMeta-Analyse (maßgeblich)
41Zarezadeh et al. 2023, Nutr Metab Cardiovasc DisZusammenfassung von 14 Meta-Analysen mit 15.494 Personenoberer Blutdruckwert um knapp 2 mmHg gesenktUmbrella-Analyse
42Zhou et al. 2023, Medicine (Baltimore)21 RCTs mit 1.037 Menschen mit FettleberVerfettung im Ultraschall, Leberwerte und Blutfette verbessertMeta-Analyse (maßgeblich)
43Wu et al. 2024, Clin Res Hepatol GastroenterolRCTs zu Pro-, Prä- und Synbiotika bei FettleberProbiotika allein ohne Besserung klinischer WerteMeta-Analyse (Gegenbefund)
44Esmaeilinezhad et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev47 RCTs mit 15.260 Personen unter AntibiotikaNebenwirkungen nicht häufiger als in der VergleichsgruppeCochrane-Review
45Hempel et al. 2011, Evid Rep Technol Assess622 Studien, Sicherheitsbericht für die US-Gesundheitsbehörde AHRQNebenwirkungen und Magen-Darm-Beschwerden nicht häufiger, Anfangsphase und Langzeitfolgen nicht getrennt untersuchtSystematische Übersicht
46Rao et al. 2018, Clin Transl Gastroenterol30 Menschen mit Blähungen und Konzentrationsstörungen in einer Spezialambulanznach Absetzen der Probiotika meist besser, keine KontrollgruppeBeobachtungsstudie
47Johnstone et al. 2021 (PROSPECT), JAMA2.650 beatmete Intensivpatienten, LGG gegen PlaceboProbiotika-Keim in sterilen Proben deutlich häufiger als unter PlaceboGroße RCT (maßgeblich)
48Yelin et al. 2019, Nat MedKlinikauswertung von Intensivpatienten mit Lactobacillus im BlutBlutkeime per Erbgutvergleich dem Probiotikum zugeordnetBeobachtungsstudie
49Hennequin et al. 2000, Eur J Clin Microbiol Infect Disvier Patienten mit Venenkatheter und Hefe-Infektion des BlutesUmgebung nach Öffnen eines Hefe-Beutels verunreinigt, Übertragung auf den Katheter vermutetFallbericht
50Vinayagamoorthy et al. 2023, Med MycolSammlung von 108 Fällen einer Saccharomyces-Infektion des Blutesrund zwei Drittel hatten zuvor Saccharomyces boulardii eingenommenFallsammlung
51Besselink et al. 2008 (PROPATRIA), Lancet296 Patienten mit vorhergesagt schwerer akuter Pankreatitis, Mehrstamm-Mischung über die Sonde gegen Placebomehr Todesfälle und Darminfarkte unter ProbiotikaRCT (Gegenbefund)
52Gou et al. 2014, Crit Care5 RCTs mit 509 Patienten mit schwerer akuter PankreatitisSterblichkeit nicht erhöhtMeta-Analyse (maßgeblich)
53Cárdenas-Jaén et al. 2026, United European Gastroenterol JIbero-lateinamerikanische Leitlinie zur akuten Pankreatitisrät von Probiotika abLeitlinie
54Costeloe et al. 2016 (PiPS), Lancet1.310 Frühgeborene, ein Bifidobacterium-Stamm gegen Placebokeine Nebenwirkungen durch das ProbiotikumGroße RCT
55Kulkarni et al. 2022, Eur J Pediatr16 Berichte über Frühgeborene mit dem verabreichten Keim im Blut oder Nervenwasser32 Kinder betroffen, zwei starbenFallsammlung
56Tian et al. 2025, Microbiol SpectrProbiotika aus Nahrungsergänzungsmitteln im Labor untersuchtResistenzgene gefunden und im Zellversuch auf andere Bakterien übertragenLaboranalyse
57van den Akker et al. 2020, J Pediatr Gastroenterol NutrPositionspapier der europäischen Kinder-Gastroenterologen (ESPGHAN) zu Frühgeborenenverlangt geprüfte Produkte und Stämme ohne übertragbare ResistenzgenePositionspapier
58Lewis et al. 2016, Pediatr Res16 Bifidobakterien-Produkte im Labor untersuchtnur eines entsprach in allen Proben dem EtikettProduktanalyse
59Kolaček et al. 2017, J Pediatr Gastroenterol NutrZusammenschau von Produktprüfungen durch die ESPGHAN-Arbeitsgruppehäufige Abweichungen vom Etikett, einzelne VerunreinigungenProduktanalysen
60Suez et al. 2018, CellMenschen und Mäuse nach Antibiotika, Mischung aus elf Stämmen, Rückgabe der eigenen Stuhlflora oder spontane Erholung; ohne Placeboeigene Darmflora erholte sich mit Probiotika langsamer und unvollständigKontrollierte Studie ohne Placebo
61Szajewska & Horvath 2018, Nutrients5 RCTs mit 889 Kindern, nur LGG vor oder nach der Geburtkein gesicherter Schutz vor NeurodermitisMeta-Analyse (ein Stamm)
62Engelbrektson et al. 2009, J Med MicrobiolGesunde unter Amoxicillin/Clavulansäure, Mischung aus Bifidobakterien und Laktobazillen gegen PlaceboStuhlflora mit Probiotika näher am AusgangszustandRCT
63Guo et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev33 RCTs, 6.352 Kinder; Kontrolle Placebo, andere Vorbeugung oder keine BehandlungRR 0,45 (95 % KI 0,36 bis 0,56), GRADE moderat, NNT 9; ab 5 Mrd. KBE/Tag RR 0,37, darunter RR 0,68 nicht signifikant; keine schweren Nebenwirkungen durch ProbiotikaMeta-Analyse (maßgeblich)
64Kollaritsch et al. 1993, Fortschr Med1 doppelblinde Placebo-RCT, rund 3.000 Reisende, Saccharomyces boulardiiReisedurchfall dosisabhängig signifikant seltenerGroße RCT (ein Stamm)
65Liao et al. 2021, J Clin Gastroenterol36 placebokontrollierte RCTs, 9.312 ErwachseneRR 0,62 (95 % KI 0,51 bis 0,74); Nebenwirkungen nicht häufiger (RR 1,00)Meta-Analyse
66Szajewska et al. 2026, J Pediatr Gastroenterol Nutr3 RCTs, 998 Kinder, nur Limosilactobacillus reuteri DSM 17938Gabe ≤ 14 Tage kein Effekt (RR 0,85; 95 % KI 0,26 bis 2,77); bis 21 Tage RR 0,50; bei Nachbeobachtung bis 56 Tage kein EffektMeta-Analyse (ein Stamm, Teil-Gegenbefund)
67Szajewska & Kołodziej 2015, Aliment Pharmacol Ther12 RCTs, 1.499 Kinder und Erwachsene; Hauptanalyse 11 RCTs, 1.308 Pers.RR 0,49 (95 % KI 0,29 bis 0,83), geringe Evidenzqualität; Kinder RR 0,48 (5 RCTs, moderat); Erwachsene RR 0,48 (95 % KI 0,20 bis 1,15) nicht signifikantMeta-Analyse (maßgeblich)
68Alsabri et al. 2025, J Pediatr Gastroenterol Nutr25 RCTs, 5.170 Kinder mit akuter GastroenteritisDurchfalldauer kürzer (MD −7,76, Einheit im Abstract nicht genannt; 95 % KI −14,60 bis −0,91; p = 0,03); Erbrechen kürzerMeta-Analyse
69Fu et al. 2022, Comput Math Methods Med10 RCTs, 1.282 Kinder mit akuter GastroenteritisDurchfalldauer −19,70 h (95 % KI −24,87 bis −14,52)Meta-Analyse
70Li et al. 2019, World J Gastroenterol19 RCTs, Kinder mit akutem Durchfall, nur Lactobacillus rhamnosus GGDurchfalldauer signifikant kürzerMeta-Analyse (maßgeblich)
71McFarland 2007, Travel Med Infect Dis12 RCTs zur Vorbeugung von Reisedurchfall, verschiedene StämmeReisedurchfall signifikant seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
72McFarland & Goh 2019, Travel Med Infect Dis12 RCTs in der Übersicht, 6 RCTs (9 Behandlungsarme) in der Meta-Analyse, stammweiseS. boulardii RR 0,79 (95 % KI 0,72 bis 0,87); L. rhamnosus GG p = 0,08; L. acidophilus p = 0,16Meta-Analyse (stammweise)
73Sun et al. 2020, Saudi J GastroenterolBlähungs-Score 15 RCTs, 2.283 Erwachsene mit ReizdarmSMD −0,20 (95 % KI −0,38 bis −0,01)Meta-Analyse
74van der Schoot et al. 2022, Clin Nutr30 RCTs zu Probiotika, 4 zu Synbiotika, Erwachsene mit chronischer VerstopfungAnsprechen RR 1,28 (95 % KI 1,07 bis 1,52); Stuhlhäufigkeit SMD 0,71; Konsistenz nicht signifikant (p = 0,08); Synbiotika ohne EffektMeta-Analyse (maßgeblich)
75Zhang et al. 2020, Clin Nutr15 RCTs, Erwachsene mit funktioneller VerstopfungDarmpassage −13,75 h; Stuhlhäufigkeit +0,98 pro Woche; signifikant für Mehrstamm-Präparate, nicht für B. lactis oder B. longum alleinMeta-Analyse
76Quatrale et al. 2026, J Pediatr Gastroenterol Nutr5 RCTs, 276 Kinder mit funktioneller Verstopfung, nur Limosilactobacillus reuteri DSM 17938Behandlungserfolg nicht signifikant verbessertMeta-Analyse (maßgeblich)
77Wallace et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev14 RCTs, 1.127 Kinder; Probiotika gegen Placebo beim Behandlungserfolg 4 RCTs, 313 KinderBehandlungserfolg RR 1,29 (95 % KI 0,73 bis 2,26); mit Abführmittel gegen Abführmittel allein Stuhlhäufigkeit MD −0,01Meta-Analyse
78Jin et al. 2018, Medicine (Baltimore)4 RCTs, 382 Kinder mit funktioneller VerstopfungBehandlungserfolg nicht signifikant verbessertMeta-Analyse
79Kaur et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev14 RCTs, 865 Pers.; gegen Placebo 9 RCTs, 594 Pers.; 7 Einzelstamm-, 7 Mischpräparat-StudienRemission RR 1,73 (95 % KI 1,19 bis 2,54), geringe Evidenzqualität; gegen 5-ASA kein UnterschiedMeta-Analyse (maßgeblich)
80Wang et al. 2024, Eur J Nutr13 RCTs, 930 Pers. mit Colitis ulcerosa (aktiv und in Remission)aktive Erkrankung: Remission OR 1,87 (95 % KI 0,98 bis 3,57; p = 0,06), nicht signifikantMeta-Analyse (Gegenbefund)
81Iheozor-Ejiofor et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev12 RCTs, 1.473 Pers.; gegen Placebo 4 RCTs, 361 Pers.Rückfall RR 0,87 (95 % KI 0,63 bis 1,18), sehr gering; gegen 5-ASA RR 1,01 (2 RCTs, 452 Pers.)Meta-Analyse (maßgeblich)
82Estevinho et al. 2024, United European Gastroenterol JÜbersicht und aktualisierte Meta-Analyse von RCTs bei chronisch-entzündlichen DarmerkrankungenRückfall gegen Placebo OR 0,29 (95 % KI 0,09 bis 0,96); einschließlich Vergleichen mit 5-ASA OR 0,65 (95 % KI 0,42 bis 1,01), nicht signifikantMeta-Analyse (Gegenbefund)
83Zheng et al. 2025, Curr Res Food Sci16 RCTs, 1.112 Pers. mit Morbus Crohn, Probiotika zusätzlich zur Standardbehandlungaktive Erkrankung: Remission RR 1,27, signifikant; Rückfall in Remission und endoskopisches Rezidiv nach Resektion nicht signifikantMeta-Analyse (maßgeblich)
84Limketkai et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev2 RCTs, 46 Erwachsene mit aktivem Morbus Crohn (L. rhamnosus GG bzw. Synbiotikum)Remission RR 1,06 (95 % KI 0,65 bis 1,71), sehr geringe EvidenzqualitätMeta-Analyse (Gegenbefund)
85Nguyen et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev15 RCTs, 547 Pers. (alle Behandlungen); Probiotika-Mischung bei chronischer Pouchitis 2 RCTs, 76 Pers.; Vorbeugung je 1 kleine RCTRemissionserhalt 34/40 gegenüber 1/36 (RR 20,24; 95 % KI 4,28 bis 95,81; gering); Vorbeugung 18/20 gegenüber 12/20 (RR 1,50; 95 % KI 1,02 bis 2,21; gering)Meta-Analyse (maßgeblich)
86Syal et al. 2025, Am J GastroenterolMeta-Analyse medikamentöser Behandlungen entzündlicher Pouch-Erkrankungen; Studienzahl im Abstract nicht genanntProbiotika: Vorbeugung RR 0,18, Rückfallvorbeugung RR 0,17, beide signifikantMeta-Analyse
87Xiao et al. 2023, Technol Health Care8 Studien zur Pouchitis-Vorbeugung nach Pouch-Operation, auch nicht randomisiertePouchitis RR 0,19 (95 % KI 0,12 bis 0,32); kurzfristig RR 0,12, langfristig RR 1,20 nicht signifikantMeta-Analyse (Teil-Gegenbefund)
88Tanashat et al. 2025, Clin Nutr ESPEN91 RCTs, 13.680 Pers.; Probiotika zusätzlich zur StandardtherapieAusrottung ITT OR 1,62 (95 % KI 1,41 bis 1,87), per Protokoll OR 1,60; weniger Bauchschmerz, Durchfall, Übelkeit, GeschmacksstörungMeta-Analyse (maßgeblich)
89Azam et al. 2025, Microbiologyopen14 placebokontrollierte RCTs, 2.054 Erwachsene, nur LactobacillusAusrottung RR 1,04, signifikant, hohe EvidenzqualitätMeta-Analyse (nur Placebo-Studien)
90Chang et al. 2026, J Dig DisErwachsene 15 RCTs, Kinder 3 RCTsAusrottung Erwachsene RR 1,07, Kinder RR 1,12; GRADE moderatMeta-Analyse
91Alnajjar et al. 2025, J Clin Med13 Studien zur Divertikelkrankheit; Rückfall in 2 RCTsRückfall RR 0,22, geringe EvidenzqualitätMeta-Analyse (maßgeblich)
92Tursi et al. 2013, Aliment Pharmacol Ther1 RCT mit vier Armen; Arme Lactobacillus paracasei und Placebo zusammen rund 105 Pers. mit Divertikelkrankheitakute Divertikulitis 1 gegenüber 6 FälleRCT
93Bianchi et al. 2026, Nutrition11 placebokontrollierte RCTs, 555 Säuglinge mit Koliken; nur L. reuteri DSM 17938Ansprechen OR 6,98 (95 % KI 2,26 bis 21,59); Schreidauer SMD −2,61Meta-Analyse (maßgeblich)
94Sung et al. 2018, PediatricsEinzeldaten-Meta-Analyse, 4 doppelblinde RCTs, 345 SäuglingeTag 21: −25,4 min (95 % KI −47,3 bis −3,5); Erfolg 1,7-fach; bei gestillten NNT 2,6, bei Flaschenkindern nicht signifikantMeta-Analyse (Einzeldaten)
95Vaz et al. 2024, Acta PaediatrRCTs mit Säuglingen unter 3 Monaten, 15 verschiedene Probiotika; Studienzahl im Abstract nicht genanntim Mittel −51 min Schreien pro Tag (p = 0,001); bei ausschließlich gestillten −74 minMeta-Analyse (über verschiedene Stämme gepoolt)
96Sung et al. 2014, BMJ1 RCT, 167 gestillte und Flaschen-Säuglinge mit Koliken aus der Allgemeinbevölkerungnach 1 Monat 49 min mehr Schreien/Quengeln als unter Placebo (95 % KI 8 bis 90 min), v. a. mehr Quengeln bei FlaschenkindernRCT (Gegenbefund)
97Ong et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev6 placebokontrollierte RCTs, 1.886 SäuglingeKolik-Neuerkrankung RR 0,46 (95 % KI 0,18 bis 1,19); Schreidauer −32,57 min (I² = 93 %); schwere Nebenwirkungen nicht verschiedenMeta-Analyse (maßgeblich)
98Pourmirzaiee et al. 2020, Eur J Pediatr1 Placebo-RCT, 175 Säuglinge; L. reuteri an Schwangere in den letzten 4 WochenSäuglingskoliken seltenerRCT
99Cabana et al. 2019, J Pediatr Gastroenterol Nutr1 Placebo-RCT, 184 Säuglinge, L. rhamnosus GG ab den ersten LebenstagenKoliken nicht seltenerRCT (Gegenbefund)
100Sharif et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev60 RCTs, 11.156 Frühgeborene; NEC 57 RCTs, 10.918 sehr unreife FrühgeboreneNEC RR 0,54 (95 % KI 0,46 bis 0,65), gering; extrem Frühgeborene RR 0,92 (95 % KI 0,69 bis 1,22)Meta-Analyse (maßgeblich)
101Batta et al. 2023, Pediatr Res67 RCTs, 14.606 Frühgeborene, Präparate mit Bifidobacterium infantisNEC signifikant seltenerMeta-Analyse
102Meena et al. 2021, Eur J PediatrKinder, nicht-antibiotische Vorbeugung von Harnwegsinfekten; Teilvergleich Probiotikum gegen PlaceboHarnwegsinfekte seltener, geringe EvidenzqualitätMeta-Analyse
103Gardella et al. 2026, J Low Genit Tract DisNetzwerk-Meta-Analyse zur Rückfallvorbeugung der bakteriellen Vaginose; Studienzahl im Abstract nicht genanntorale Probiotika (Konsolidierung) RR 0,45 (95 % KI 0,21 bis 0,96), gering; Langzeitvorbeugung insgesamt nur vaginale Probiotika signifikantNetzwerk-Meta-Analyse
104Chen et al. 2026, Am J Obstet Gynecol14 Studien, nicht schwangere Frauen; Einnahme und Vaginalanwendung gemischtmit Pilzmittel: kurzfristige klinische Heilung RR 1,41; kein langfristiger Nutzen; allein schlechter als PilzmittelMeta-Analyse
105Martinez et al. 2009, Lett Appl Microbiol1 Placebo-RCT, 55 Frauen; Fluconazol plus L. rhamnosus GR-1 und L. reuteri RC-14 zum Einnehmennach 4 Wochen weniger Beschwerden als mit Fluconazol plus PlaceboRCT
106Jacobs et al. 2013, Pediatrics1 RCT (ProPrems), 1.099 sehr unreife Frühgeborene, Mischung aus drei Stämmenspäte Sepsis nicht signifikant seltenerGroße RCT (Gegenbefund)
107Kuang et al. 2020, Br J Nutr18 RCTs mit Probiotika in der Schwangerschaft, 4.356 Teilnehmende (mehrere Endpunkte)Neurodermitis beim Kind signifikant seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
108Garcia-Larsen et al. 2018, PLoS Med19 Studien mit Probiotika in später Schwangerschaft und StillzeitEkzem beim Kind signifikant seltener; mittlere EvidenzqualitätMeta-Analyse
109Li et al. 2019, Am J Clin DermatolVorbeugung bei Säuglingen und Kindern, Teilgruppen nach Gabezeitpunktvor und nach der Geburt OR 0,67; nur vorgeburtlich oder nur nachgeburtlich nicht signifikantMeta-Analyse
110Husein-ElAhmed et al. 2023, J Dtsch Dermatol GesMeta-Analyse zu Vorbeugung und Behandlung bei Säuglingen; Studienzahl im Abstract nicht genanntNeurodermitis −22 %; Gabe an Schwangere und Stillende −49 %, an Schwangere und Säugling −27 %Meta-Analyse
111Wang et al. 2025, Cochrane Database Syst RevSäuglinge; Ekzem bis 2 Jahre 18 Studien, 3.494 KinderRR 0,87 (95 % KI 0,78 bis 0,97), gering; nur geringes Verzerrungsrisiko RR 0,86 (95 % KI 0,69 bis 1,07)Meta-Analyse (maßgeblich)
112Wei et al. 2026, J Int Med Res18 RCTs, 10.195 Säuglinge, Gabe nur im Säuglingsalter, teils mit PräbiotikaRR 0,94 (95 % KI 0,72 bis 1,25), nicht signifikantMeta-Analyse (Gegenbefund, Sammel-Arbeit)
113Husein-ElAhmed et al. 2023, Clin Exp Dermatol9 Arbeiten, Erwachsene mit NeurodermitisSCORAD −5,93 (95 % KI −8,43 bis −3,43); stammabhängig, L. fermentum ohne NutzenMeta-Analyse (Erwachsene)
114Kim et al. 2025, Asian Pac J Allergy Immunol25 RCTs, 1.382 Pers. mit NeurodermitisSCORAD SMD −4,0; unplausibel großer Effekt, nicht gewertetMeta-Analyse (nicht gewertet)
115Zajac et al. 2015, Int Forum Allergy RhinolGesamt-Symptomscore 4 RCTs, 533 Pers.Gesamt-Symptomscore nicht signifikant verändertMeta-Analyse
116Azad et al. 2013, BMJAsthma 9 RCTs, 3.257 KinderAsthma RR 0,99 (95 % KI 0,81 bis 1,21); Giemen RR 0,97Meta-Analyse
117Kong et al. 2014, Chin Med Sci J10 RCTs, 2.701 KinderNahrungsmittelallergie nicht signifikant seltenerMeta-Analyse (maßgeblich)
118Jiang et al. 2025, Nutr RevGabe in Schwangerschaft und/oder Säuglingsalter; Teilgruppe Schwangerschaft plus Säuglingszeit 5 StudienRR 0,79 (95 % KI 0,63 bis 0,99); nur Schwangerschaft ohne EffektMeta-Analyse
119Tam et al. 2026, East Asian Arch Psychiatry13 RCTs, 710 Pat. mit Major DepressionSMD 0,38 zugunsten Probiotika, I² = 42,8 %Meta-Analyse
120Liu et al. 2018, Depress Anxiety12 RCTs, 1.551 Pers.Angst nicht signifikant verringertMeta-Analyse (Gegenbefund)
121Koutnikova et al. 2019, BMJ OpenTeilgruppe Übergewicht 25 Studien; Autoren teils beim Hersteller angestelltÜbergewicht −0,94 kg; Adipositas kein EffektMeta-Analyse (Herstellerbezug)
122Liu et al. 2026, Front Public Health11 RCTs, 856 Erwachsene mit Übergewicht, überwiegend OstasienGewicht −0,52 kg (95 % KI −0,90 bis −0,13); BMI −0,22Meta-Analyse
123Li et al. 2023, J Transl MedHbA1c 23 RCTs, 1.466 Pat. mit Typ-2-DiabetesHbA1c SMD −0,421; größer bei BMI ≥ 30 und BifidobacteriumMeta-Analyse
124Colella et al. 2026, Endocr Metab Immune Disord Drug TargetsHbA1c 5 Studien, Pat. mit Typ-2-DiabetesHbA1c −0,42 (95 % KI −0,67 bis −0,17); Nüchternzucker −17,68Meta-Analyse
125Su et al. 2024, Altern Ther Health MedRCTs mit Menschen mit erhöhten Blutfetten und Gesunden; Studienzahl im Abstract nicht genanntLDL bei erhöhten Blutfetten −0,34, bei Gesunden −0,15, beide signifikantMeta-Analyse
126Mo et al. 2019, Med Clin (Barc)19 RCTs, 967 Pers. mit erhöhtem CholesterinBlutfette signifikant gesenktMeta-Analyse
127Khalesi et al. 2014, Hypertension9 RCTs, auch fermentierte Milchsystolisch −3,56 mmHg (95 % KI −6,46 bis −0,66), diastolisch −2,38 mmHg; stärker bei Ausgangswert ≥ 130/85 und ≥ 8 WochenMeta-Analyse (Sammel-Arbeit)
128Lewis-Mikhael et al. 2020, Pharmacol Res7 RCTs, 653 Pers., nur Lactobacillus plantarumBlutdruck nicht signifikant gesenktMeta-Analyse (eine Art, Gegenbefund)
129Qi et al. 2020, Lipids Health Dis23 RCTs, 2.037 Pers.Artikel zurückgezogen; nicht gewertetMeta-Analyse (zurückgezogen, nicht gewertet)
130Rong et al. 2023, J Gastroenterol Hepatol41 RCTs (18 Probiotika, 17 Synbiotika, 6 Präbiotika)Verfettung im Ultraschall, Lebersteifigkeit −0,61 kPa, Leberenzyme verbessertMeta-Analyse (Sammel-Arbeit)
131Shi et al. 2023, Crit Rev Food Sci Nutr43 Studien, KinderKaries SMD −0,32, signifikantMeta-Analyse (maßgeblich)
132Lu et al. 2026, BMC Oral HealthKinder 12 RCTs, rund 2.300; Erwachsene 6 RCTsKinder RR 0,80 (95 % KI 0,68 bis 0,95), moderat; Erwachsene nicht signifikantMeta-Analyse
133Mayta-Tovalino et al. 2024, Int Dent J19 Studien, 2.622 Kinder und JugendlicheZahl kariöser Zähne nicht signifikant verringert; geringe EvidenzqualitätMeta-Analyse (Gegenbefund)
134Twetman & Jørgensen 2021, Benef Microbes9 Studien, 2.363 KleinkinderRisikodifferenz −0,05 (−0,10 bis −0,00), Grenzfall; Karieszuwachs signifikant geringerMeta-Analyse
135Sharif et al. 2022, Crit Care Med65 RCTs, 8.483 Schwerkrankenur Infektionen jeder Ursache und Sterblichkeit ausgewertet (Sterblichkeit RR 0,95), nicht Infektionen mit dem Probiotika-KeimMeta-Analyse (anderer Endpunkt)
136Merenstein et al. 2021, Nutrients1 Placebo-RCT, gesunde Erwachsene unter Amoxicillin/Clavulansäure, Joghurt mit B. lactis BB-12 gegen Kontrolljoghurtweniger antibiotikabedingte Veränderungen der Stuhlflora und der kurzkettigen FettsäurenRCT (Gegenbefund)
137MacPherson et al. 2018, Sci Rep1 Placebo-RCT, 70 Gesunde unter Amoxicillin/Clavulansäure, L. rhamnosus R0011 + L. helveticus R0052Stuhlflora und Resistenzgene in beiden Gruppen eine Woche nach dem Antibiotikum wieder wie zu BeginnRCT
138Gao et al. 2023, Medicine (Baltimore)6 RCTs, schwere akute Pankreatitis, Probiotika mit früher SondenernährungSterblichkeit und Organversagen nicht signifikant verändertMeta-Analyse (Sammel-Arbeit)
139Didari et al. 2014, Expert Opin Drug Safsystematische Übersicht zur Sicherheit von Probiotika bei Mensch und Tier bis 2013wichtigste beobachtete Schäden Sepsis, Fungämie und Durchblutungsstörungen des Darms, vor allem bei Intensivpatienten, frisch Operierten und ImmungeschwächtenSystematische Übersicht
140Fernández-Carrocera et al. 2013, Arch Dis Child Fetal Neonatal Ed1 RCT, 150 Frühgeborene unter 1.500 g, Mehrstamm-Präparat gegen Kontrolle ohne Zusatzkein Lactobacillus oder Bifidobacterium in BlutkulturenRCT

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