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Probiotika · 45 Quellen ausgewertet

Probiotika für Kinder und Babys: Wann sind sie sinnvoll?

Pulver gegen Durchfall, Tropfen gegen Koliken, Kapseln für die Abwehr: Für Kinder gibt es Probiotika in jeder Form. Was die Studien hergeben, hängt fast immer vom einzelnen Stamm ab.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202645 QuellenLesezeit 10 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Für Kinder sind Probiotika nur in bestimmten Situationen sinnvoll, und dann zählt der genaue Stamm. Gut belegt ist, dass das Bakterium LGG akuten Durchfall im Mittel um knapp einen Tag verkürzt. Ob die Hefe Saccharomyces boulardii das ähnlich gut kann, ist unklar, weil die größte Auswertung dazu von einer Beraterin des Herstellers mitverfasst wurde. Bei Koliken gestillter Babys helfen Probiotika wahrscheinlich. Bei chronischer Verstopfung helfen sie eher nicht. Frühgeborene erhalten sie nur in der Klinik, wo sie die Darmentzündung NEC wahrscheinlich seltener machen.

Auf dieser Seite 8 Abschnitte
  1. Sind Probiotika für Kinder sinnvoll?
  2. Helfen Probiotika bei Durchfall bei Kindern?
  3. Probiotika fürs Baby: Helfen sie bei Koliken und viel Schreien?
  4. Helfen Probiotika Kindern bei Verstopfung?
  5. Probiotika in Schwangerschaft und Stillzeit: Schützen sie das Kind vor Neurodermitis?
  6. Beugen Probiotika Karies bei Kindern vor?
  7. Warum bekommen Frühgeborene Probiotika?
  8. Ab welchem Alter dürfen Kinder Probiotika bekommen, und lieber als Tropfen oder Kapseln?

Es ist zwei Uhr nachts, das Kind hat sich zum dritten Mal übergeben, und der Durchfall will nicht aufhören. Am Morgen empfiehlt die Apotheke ein Pulver mit Milchsäurebakterien, daneben stehen Tropfen gegen Koliken. Dass „Probiotika“ dabei wie ein einziges Mittel klingt, ist das erste Missverständnis. Denn hinter dem Wort stehen viele verschiedene Bakterien und Hefen, und was ein Stamm kann, verrät wenig über den nächsten.

Sind Probiotika für Kinder sinnvoll?

Sinnvoll sind Probiotika für Kinder nur in wenigen, klar umrissenen Situationen, und dann zählt der genaue Stamm. Die europäische Fachgesellschaft der Kinder-Gastroenterologen hat ihre Empfehlungen deshalb bewusst eng gefasst. Sie nennt nur Stämme, die in mindestens zwei Studien mit Vergleichsgruppe geprüft wurden, und nur für Anlässe wie akuten Durchfall, Durchfall unter Antibiotika, Koliken oder Frühgeborene in der Klinik. Von Präparaten ohne belegten Nutzen rät sie dagegen ausdrücklich ab.1

Genau hier liegt die Schwierigkeit vieler Studienauswertungen. Sie rechnen oft Dutzende verschiedene Präparate zusammen, und kommt dabei ein Vorteil heraus, ist er höchstens wahrscheinlich. Welches Produkt ihn verursacht hat, lässt sich nämlich nicht sagen. Gut belegt ist bei Kindern bislang nur ein Befund. Das Milchsäurebakterium Lactobacillus rhamnosus GG, kurz LGG, verkürzt akuten Durchfall. Für die Hefe Saccharomyces boulardii ist das unklar.

Anlass Was Studien zeigen
Akuter Durchfall, Mischungen verschiedener Stämme wahrscheinlich etwas kürzer
Akuter Durchfall, nur LGG gut belegt, im Mittel knapp ein Tag kürzer
Akuter Durchfall, nur S. boulardii unklar, Daten herstellernah
Durchfall unter Antibiotika wahrscheinlich seltener
Koliken bei gestillten Säuglingen wahrscheinlich weniger Schreien
Koliken vorbeugen unklar
Chronische Verstopfung eher nicht
Neurodermitis vorbeugen wahrscheinlich etwas seltener
Asthma vorbeugen eher nicht
Nahrungsmittelallergie vorbeugen unklar
Karies vorbeugen wahrscheinlich etwas seltener
Frühgeborene in der Klinik: Darmentzündung NEC wahrscheinlich seltener

Helfen Probiotika bei Durchfall bei Kindern?

Bei einem Magen-Darm-Infekt verkürzen Probiotika den Durchfall wahrscheinlich ein wenig, mehr lässt sich über die ganze Gruppe nicht sagen. Die größte Auswertung bündelt 67 Studien mit fast 12.000 Kindern. Sie findet eine kürzere Durchfalldauer, stuft die Qualität ihrer Daten aber selbst als gering ein.2 Hinzu kommt, dass sie ganz unterschiedliche Präparate zusammenrechnet, sodass sich die Wirkung keinem bestimmten Produkt zuordnen lässt.

Wie empfindlich dieses Ergebnis ist, zeigt die Cochrane-Übersicht, eine besonders strenge Form der Studienauswertung. Als sie nur die methodisch sauberen Studien betrachtete, schrumpfte der Vorteil auf wenige Stunden und war nicht mehr sicher.3 Das ist ein Warnsignal. Noch deutlicher wurden zwei große Studien aus Notaufnahmen in den USA und in Kanada. Dort bekamen fast 1.900 Kleinkinder mit Magen-Darm-Infekt fünf Tage lang ein Probiotikum oder ein Scheinpräparat, doch am Ende dauerte der Durchfall in beiden Gruppen praktisch gleich lang.45

So wurde gemessen
  • Größte Auswertung: Kinder bis zehn Jahre aus 67 randomisierten Studien, zusammen 11.830; Durchfall kürzer, Datenqualität von den Autoren als gering bewertet.2
  • Cochrane 2020: Die Hauptanalyse beschränkt sich auf sechs Studien mit geringem Verzerrungsrisiko und 3.058 Teilnehmenden. Dauer im Mittel 8,6 Stunden kürzer, Spanne von 29 Stunden kürzer bis 12 Stunden länger; Durchfall über 48 Stunden gleich häufig (RR 1,00).3
  • USA (2018): 971 Kinder zwischen drei Monaten und vier Jahren, LGG über fünf Tage. Mittelschwerer bis schwerer Verlauf bei 11,8 gegenüber 12,6 %, Durchfall im Median rund 50 Stunden in beiden Gruppen.4
  • Kanada (2018): 886 Kinder zwischen drei und 48 Monaten, Mischung aus L. rhamnosus R0011 und L. helveticus R0052. Mittelschwerer bis schwerer Verlauf bei 26,1 gegenüber 24,7 %.5

Wann zum Arzt

Probiotika ersetzen beim Durchfall nicht das Wichtigste, die Flüssigkeit. Trinkt ein Kind kaum noch, wirkt es apathisch oder ungewöhnlich schläfrig, oder ist Blut im Stuhl, dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Saccharomyces boulardii und LGG: Welche Probiotika helfen Kindern bei Durchfall?

Beim Bakterium LGG ist die Verkürzung des Durchfalls gut belegt, bei der Hefe Saccharomyces boulardii dagegen unklar, und beides gilt nur für diese Stämme. Beim LGG lag der Gewinn bei knapp einem Tag, in europäischen Studien sogar etwas höher.89 Das ist für Eltern ein spürbarer Unterschied.

Bei der Hefe sehen die Ergebnisse auf den ersten Blick ähnlich aus. In einer Auswertung von 23 Studien endete der Durchfall im Mittel gut einen Tag früher, und auch das Krankenhaus konnten die Kinder etwas eher verlassen.6 Die größte Auswertung, 57 Studien mit fast 5.800 Kindern aus China, fand ebenfalls einen kürzeren Durchfall, wenn die Hefe zusätzlich zu einem Tonmineral gegeben wurde.44 Doch eine ihrer beiden Autorinnen berät den Hersteller und hält für ihn bezahlte Vorträge, sodass der Vorteil nicht unabhängig gesichert ist. Dazu passt, dass die Autoren der ersten Auswertung die Qualität ihrer Daten als sehr gering einstufen, denn nur eine einzige ihrer Studien war ausreichend verblindet.6

Ganz so glatt ist das Bild trotzdem nicht. Die Einzelstudien zu beiden Stämmen sind oft klein, und ihre Ergebnisse streuen stark.6 Beim LGG fällt etwas anderes auf: Der Vorteil zeigte sich vor allem in Studien aus der Zeit vor der Impfung gegen Rotaviren, während er in teilweise geimpften Gruppen nicht mehr sicher war.10 Dazu passt, dass die große Studie aus den USA mit LGG keinen Unterschied fand.4

Die europäische Leitlinie zum Magen-Darm-Infekt bei Kindern nennt beide Stämme als wirksame Zusatzmaßnahme. An die erste Stelle stellt sie aber die Flüssigkeit, am besten als Trinklösung aus der Apotheke, und sie rät, weiter zu stillen und das Kind ohne besondere Diät normal essen zu lassen.11 Das Probiotikum ist also eine Ergänzung, keine Behandlung. Wer dennoch eines geben möchte, sollte auf genau einen dieser beiden Stämme achten.

So wurde gemessen
  • Saccharomyces boulardii: 23 Studien mit 3.450 Kindern, Vergleich mit Placebo oder ohne Behandlung; Durchfall 1,06 Tage kürzer, Klinikaufenthalt 0,85 Tage kürzer. Ergebnisse stark streuend, Datenqualität sehr gering, nur eine Studie ausreichend verblindet.6 Ältere Auswertung mit 22 Studien: ebenfalls kürzere Dauer.7 Größte Auswertung: 57 Studien aus China mit 5.767 Kindern, Hefe zusätzlich zum Tonmineral Smektit gegen Smektit allein; Heilung häufiger (RR 1,45), Durchfall kürzer; Mitautorin Beraterin und bezahlte Referentin des Herstellers.44
  • LGG: 15 Studien mit 3.820 Kindern, Durchfall 0,85 Tage kürzer, in Europa ausgeprägter8; 19 Studien mit gleicher Richtung.9 Nach Impfstatus getrennt: vor Einführung der Rotavirus-Impfung 23,8 Stunden kürzer, in zwei Studien mit 1.072 teilweise geimpften Kindern ohne sicheren Effekt.10

Brauchen Kinder bei Antibiotika Probiotika?

Bekommt ein Kind Antibiotika, tritt Durchfall mit Probiotika wahrscheinlich deutlich seltener auf. In der Cochrane-Auswertung von 33 Studien sank der Anteil der betroffenen Kinder um mehr als die Hälfte, vor allem bei hohen Mengen.12 Auch diese Auswertung rechnet allerdings viele Präparate zusammen. Ob und welche Probiotika nach Antibiotika sinnvoll sind, hängt deshalb wieder vom Stamm ab. Am besten untersucht sind auch hier die Hefe und LGG.

Probiotika fürs Baby: Helfen sie bei Koliken und viel Schreien?

Bei Säuglingen mit Koliken verkürzen Probiotika das tägliche Schreien wahrscheinlich, aber nur bei gestillten Kindern. Untersucht wurde fast immer derselbe Stamm, Limosilactobacillus reuteri DSM 17938. Für ihn fand die jüngste Auswertung von elf Studien mit gut 550 Säuglingen deutlich mehr Kinder, deren Schreien nachließ.13 Aussagekräftiger ist eine Auswertung, welche die Rohdaten von vier gut verblindeten Studien zusammenführte. Nach drei Wochen schrien gestillte Babys mit dem Probiotikum knapp eine halbe Stunde weniger am Tag. Bei Flaschenkindern zeigte sich dagegen kein Unterschied.14

Allerdings werfen mehrere Auswertungen diesen Stamm mit anderen Präparaten in einen Topf. Deshalb lässt sich der Effekt keinem bestimmten Produkt sicher zuordnen. Dazu passt ein Gegenbefund aus Melbourne, wo 167 Säuglinge aus der Allgemeinbevölkerung untersucht wurden, gestillte wie Flaschenkinder. Nach einem Monat schrien und quengelten die Kinder mit dem Probiotikum sogar länger als ohne.15

Dazu kommt ein Herstellerbezug: An einer der größeren Auswertungen wirkten zwei Autoren mit, die eine Probiotika-Firma mitgegründet haben.16 Das macht die Ergebnisse nicht falsch. Für Eltern bleibt ein vorsichtiger Schluss: Bei einem gestillten Schreibaby ist ein Versuch mit genau diesem Stamm vertretbar, aber erst nachdem die Kinderarztpraxis andere Ursachen ausgeschlossen hat.

So wurde gemessen
  • Jüngste Auswertung: elf Placebo-Studien, 555 Säuglinge, ausschließlich L. reuteri DSM 17938; Chance auf Besserung deutlich höher (OR 6,98), Schreidauer kürzer.13
  • Rohdaten-Auswertung: vier doppelblinde Studien, 345 Säuglinge; an Tag 21 gut 25 Minuten weniger Schreien und Quengeln, klarer Vorteil bei Gestillten, bei Flaschenkindern nicht gesichert.14
  • Gegenbefund: 167 Säuglinge unter drei Monaten; nach einem Monat 49 Minuten mehr Schreien und Quengeln als mit Placebo.15
  • Interessen: Auswertung von 16 Studien mit 1.319 Säuglingen; zwei Autoren sind Mitgründer und Anteilseigner eines Probiotika-Herstellers.16

Lassen sich Koliken vorbeugen?

Ob Probiotika Koliken von vornherein verhindern, ist noch unklar, die Daten widersprechen sich. In der Cochrane-Auswertung bekamen gesunde Säuglinge mit Probiotika nicht sicher seltener Koliken. Dafür schrien sie im Schnitt etwas kürzer.17 Zwei neuere Studien zeigen in verschiedene Richtungen. Nahmen Mütter in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft einen Reuteri-Stamm, traten Koliken bei ihren Babys seltener auf,18 während LGG ab den ersten Lebenstagen in einer anderen Studie nichts änderte.19

Helfen Probiotika Kindern bei Verstopfung?

Bei chronischer Verstopfung spricht die Studienlage eher dagegen, dass Probiotika helfen. Die Cochrane-Auswertung fand im Vergleich mit einem Scheinpräparat nicht mehr Behandlungserfolge, auch nicht zusätzlich zu einem Abführmittel.20 Für den Reuteri-Stamm, der bei Koliken am besten untersucht ist, fiel eine eigene Auswertung ebenso ernüchternd aus.21 Die Studien sind zwar klein, doch sie zeigen alle in dieselbe Richtung. Bei Erwachsenen sieht das etwas freundlicher aus, wie die Studien zu Probiotika für den Darm zeigen.

So wurde gemessen
  • Cochrane 2022: 14 Studien mit 1.127 Kindern; gegen Placebo vier Studien mit 313 Kindern, Behandlungserfolg RR 1,29 (Spanne 0,73 bis 2,26), Datenqualität gering. Zusätzlich zum Abführmittel keine Änderung der Stuhlhäufigkeit.20
  • Nur L. reuteri DSM 17938: fünf Studien, 276 Kinder; Behandlungserfolg nicht sicher höher.21

Probiotika in Schwangerschaft und Stillzeit: Schützen sie das Kind vor Neurodermitis?

Nehmen Mütter ab der Schwangerschaft Probiotika, erkranken ihre Kinder wahrscheinlich etwas seltener an Neurodermitis. Eine Auswertung von 18 Studien mit über 4.000 Teilnehmenden fand diesen Effekt.22 Am deutlichsten war er, wenn erst die Mutter und nach der Geburt auch das Baby behandelt wurde. Eine Gabe nur vor oder nur nach der Geburt brachte dagegen keinen sicheren Vorteil.23 Für die späte Schwangerschaft und die Stillzeit kam eine dritte Auswertung zum selben Schluss.24

Allerdings sind auch das zusammengerechnete Ergebnisse vieler Stämme, meist Milchsäurebakterien und Bifidobakterien. Dabei ist der Schutz für keinen einzelnen Stamm gesichert. Ausgerechnet das gut untersuchte LGG zeigte allein keinen Effekt.25 Bekommt nur das Baby Probiotika, sinkt das Risiko in den ersten zwei Lebensjahren um gut ein Zehntel. Das ist wenig. Doch in den methodisch besten Studien war auch das nicht mehr sicher.26 Eine neuere Sammelauswertung, die zusätzlich Präbiotika einschloss, fand gar keinen Unterschied.27

So wurde gemessen
  • Gabe ab der Schwangerschaft: 18 Studien, 4.356 Teilnehmende, Neurodermitis beim Kind seltener.22 Getrennt nach Zeitpunkt: vor und nach der Geburt OR 0,67, nur vorher oder nur nachher ohne sicheren Effekt.23 Späte Schwangerschaft und Stillzeit, 19 Studien: seltener Ekzem, mittlere Datenqualität.24
  • Nur LGG: fünf Studien, 889 Kinder, kein sicherer Schutz.25
  • Gabe nur an Säuglinge: Cochrane, 18 Studien mit 3.494 Kindern, Ekzem bis zum zweiten Geburtstag RR 0,87; in vier Studien mit geringem Verzerrungsrisiko (892 Kinder) RR 0,86, nicht gesichert.26 Sammelauswertung mit 10.195 Säuglingen, teils mit Präbiotika: RR 0,94, nicht gesichert.27

Schützen Probiotika vor Asthma und Nahrungsmittelallergien?

Vor Asthma schützen Probiotika nach heutigem Stand eher nicht. In 19 Studien mit über 5.000 Kindern trat Asthma oder pfeifende Atmung mit Probiotika nicht seltener auf.28 Allerdings wurden viele Kinder nur bis ins Kleinkindalter beobachtet, in dem sich Asthma noch schwer feststellen lässt. Ob Probiotika Nahrungsmittelallergien vorbeugen, ist offen. Die maßgebliche Auswertung fand keinen Schutz,29 eine neuere sah ein etwas geringeres Risiko, wenn Mutter und Kind Probiotika bekamen,30 und die Cochrane-Auswertung zur Gabe nur an Säuglinge fand wiederum nichts.26

Sind Probiotika in der Schwangerschaft sicher?

Für Milchsäurebakterien und Bifidobakterien fand eine Auswertung keine Hinweise auf Schäden in der Schwangerschaft. In elf Studien mit gut 1.500 Schwangeren änderte sich weder die Zahl der Kaiserschnitte noch das Geburtsgewicht, und Fehlbildungen wurden nicht berichtet.31 Zur Hefe Saccharomyces boulardii gab es dagegen keine einzige Studie mit Schwangeren. Weil die Auswertung zudem älter ist, lohnt sich vor der Einnahme ein Gespräch in der Frauenarztpraxis.

Beugen Probiotika Karies bei Kindern vor?

Bei Kindern beugen Probiotika Karies wahrscheinlich ein wenig vor. In der neuesten Auswertung von zwölf Studien mit rund 2.300 Kindern bekam etwa ein Fünftel weniger Kinder neue Löcher in den Zähnen, meist nach Probiotika in Milch, Lutschtabletten oder Tropfen.32 Eine noch größere Auswertung stützt den Befund.33 Dagegen fand eine weitere bei der Zahl kariöser Zähne keinen sicheren Unterschied.34 Auch hier sind viele Stämme zusammengerechnet. Das Zähneputzen mit Fluorid ersetzen Probiotika ohnehin nicht.

So wurde gemessen
  • Neueste Auswertung: zwölf Studien mit rund 2.300 Kindern, neue Karies RR 0,80, mittlere Datenqualität; sechs Studien mit Erwachsenen ohne sicheren Effekt.32
  • Größte Auswertung: 43 Studien mit Kindern, Karies seltener (SMD −0,32).33
  • Gegenbefund: 19 Studien mit 2.622 Kindern und Jugendlichen, Zahl kariöser Zähne nicht sicher verringert.34

Warum bekommen Frühgeborene Probiotika?

Bei sehr unreifen Frühgeborenen senken Probiotika das Risiko einer gefürchteten Darmentzündung wahrscheinlich etwa um die Hälfte. Diese nekrotisierende Enterokolitis, kurz NEC, lässt Teile des Darms absterben und gehört zu den schwersten Komplikationen auf Frühgeborenen-Stationen. In der Cochrane-Auswertung von 57 Studien mit fast 11.000 Frühgeborenen traf die Erkrankung mit Probiotika rund halb so viele Kinder. Das ist ein großer Effekt. Auch die Sterblichkeit lag wahrscheinlich etwas niedriger, denn auf 50 behandelte Kinder kam rechnerisch ein Todesfall weniger.35

Mehr als „wahrscheinlich“ ist trotzdem nicht drin, und dafür gibt es drei Gründe. Die größte Einzelstudie, eine Untersuchung in England mit über 1.300 Frühgeborenen, fand mit ihrem Bifidobakterien-Stamm weder weniger NEC noch weniger Todesfälle.36 Außerdem zeigte sich bei den kleinsten Kindern unter 1.000 Gramm kein Effekt. Gerade sie sind aber am stärksten gefährdet.35 Und weil die Studien ganz unterschiedliche Präparate verwenden, lässt sich der Schutz keinem bestimmten Produkt zuordnen.

Bei der späten Blutvergiftung, die Frühgeborene nach den ersten Lebenstagen bedroht, fällt der Nutzen kleiner aus. Eine Auswertung von 57 Studien fand einen Schutz.37 Die Cochrane-Autoren rechnen dagegen nur mit wenig oder keinem Effekt, und die beiden größten Einzelstudien mit jeweils mehr als 1.000 Frühgeborenen sahen überhaupt keinen Unterschied.353638 Über die Gabe entscheidet deshalb das Team der Neugeborenen-Intensivstation.

So wurde gemessen
  • Cochrane 2023: NEC in 57 Studien mit 10.918 Frühgeborenen RR 0,54 (eine NEC weniger auf 33 behandelte Kinder, Datenqualität gering); bei extrem Frühgeborenen oder unter 1.000 g in zehn Studien mit 1.836 Kindern RR 0,92, nicht gesichert. Sterblichkeit in 54 Studien mit 10.484 Kindern RR 0,77. Späte Infektion in 49 Studien mit 9.876 Kindern RR 0,89, von den Autoren als wenig oder kein Effekt eingeordnet.35
  • Späte Sepsis: 57 Studien mit 12.749 Frühgeborenen, seltener.37
  • Größte Einzelstudie (England): 1.310 Frühgeborene, Bifidobacterium breve BBG-001. NEC 9 gegenüber 10 %, Tod 8 gegenüber 9 %, Sepsis 11 gegenüber 12 %, jeweils kein sicherer Unterschied.36
  • Zweitgrößte Einzelstudie: 1.099 sehr unreife Frühgeborene, Mischung aus drei Stämmen; späte Sepsis nicht sicher seltener.38

Kann das Probiotikum selbst eine Blutvergiftung auslösen?

Ob der verabreichte Keim bei Frühgeborenen selbst eine Sepsis auslöst, ist ungeklärt, weil Auswertungen diese Fälle nicht zählen. Außerhalb der Studien sind solche Infektionen beschrieben. Eine systematische Sammlung fand 32 Frühgeborene, bei denen der verabreichte Stamm im Blut oder im Nervenwasser auftauchte. Zwei der Kinder starben.39 In der großen Studie aus England mit 1.310 Frühgeborenen traten dagegen keine Schäden durch das Probiotikum auf.36 Bemerkenswert war dort etwas anderes: Mehr als ein Drittel der Kinder aus der Vergleichsgruppe trug den Probiotika-Keim ebenfalls im Darm. Der Keim blieb also nicht bei den Kindern, die ihn bekamen.

Ähnliches beschreibt eine Fallserie aus einer chinesischen Kinderherzchirurgie: Unter gut 16.000 operierten Kindern, von denen rund 5.000 Probiotika erhielten, fand sich der Keim bei sechs Kindern im Blut, und drei von ihnen hatten selbst gar keine Probiotika bekommen. Die Autoren vermuten eine Übertragung über den Venenkatheter; alle sechs wurden mit Antibiotika wieder keimfrei.45

In einem anderen Fall war das Probiotika-Pulver selbst mit einem Schimmelpilz verunreinigt, den die Ärzte später im entfernten Darmstück des schwer erkrankten Kindes wiederfanden.40 Deshalb verlangen die europäischen Kinder-Gastroenterologen für Frühgeborene Präparate mit geprüfter Qualität, Stämme ohne übertragbare Antibiotika-Resistenzen und ein Labor vor Ort, das eine Probiotika-Sepsis rasch erkennen kann.41

Sicherheitshinweis

Frühgeborene sollten Probiotika nur in der Klinik erhalten, wo das Team geprüfte Präparate einsetzt und die Kinder überwacht. Bekommt ein Säugling unter Probiotika Fieber, trinkt er schlecht oder wirkt er ungewöhnlich schlapp, dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Ab welchem Alter dürfen Kinder Probiotika bekommen, und lieber als Tropfen oder Kapseln?

Eine feste Altersgrenze lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Die Untersuchungen zum Durchfall schlossen schon Babys ab drei Monaten ein, die zu Koliken junge Säuglinge.414 Entscheidend ist also weniger das Alter als der Anlass. Für eine tägliche Einnahme bei gesunden Kindern spricht die Fachgesellschaft keine Empfehlung aus.1

Ob Tropfen, Pulver oder Kapseln besser wirken, hat bisher niemand direkt verglichen. Für Babys und Kleinkinder kommen ohnehin nur Tropfen oder Pulver infrage, und wichtiger als die Form ist, dass genau der untersuchte Stamm in ausreichender Menge enthalten ist. Darauf ist nicht immer Verlass: Von 16 untersuchten Präparaten mit Bifidobakterien entsprach nur eines in allen Proben dem Etikett.42 Das ist ernüchternd.

Bei Kindern mit schwerer Grunderkrankung, Immunschwäche oder einem Venenkatheter gehört die Entscheidung in ärztliche Hand, weil gerade dann die Nebenwirkungen von Probiotika ernst werden können. Und Joghurt oder Kefir? Sie sind gute Lebensmittel, doch die Bakterien darin sind selten die Stämme aus den Studien, wie der Blick auf Probiotika in Lebensmitteln zeigt.

Unser Fazit

Für gesunde Kinder gibt es keinen belegten Grund für Probiotika. Bei akutem Durchfall verkürzen zwei bestimmte Stämme die Beschwerden um knapp einen Tag, ohne Trinken und Pflege zu ersetzen. Frühgeborene bekommen Probiotika nur in der Klinik, wo Nutzen und seltene Risiken überwacht werden.

Häufige Fragen

Brauchen gesunde Kinder Probiotika für den Darm?

Dafür gibt es keine belegte Grundlage. Die europäische Fachgesellschaft der Kinder-Gastroenterologen nennt Probiotika nur für bestimmte Anlässe wie akuten Durchfall, Antibiotika oder Koliken, und dann mit genau benannten Stämmen.1

Probiotika für Kinder ab 1, 2 oder 3 Jahren: Gibt es Unterschiede?

Eine Altersgrenze lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Studien zum Durchfall schlossen schon Babys ab drei Monaten ein.4 Wichtiger als das Alter ist, ob der Stamm für den Anlass untersucht wurde und ob sich das Präparat für das Kind einnehmen lässt.

Ist probiotischer Joghurt für Kinder eine Alternative?

Für gewöhnlichen Joghurt fehlen dazu Studien. In einer kleinen Studie mit Kindern unter Antibiotika hatten diejenigen, die einen Joghurt mit drei zugesetzten Stämmen aßen, seltener Durchfall als Kinder mit einem erhitzten Joghurt ohne lebende Keime.43

Darf man einem Säugling Probiotika ohne ärztlichen Rat geben?

In den Durchfallstudien mit Kindern traten keine schweren Nebenwirkungen auf.3 Bei Frühgeborenen, schwer kranken oder immungeschwächten Kindern gehört die Entscheidung aber in ärztliche Hand, weil der eingenommene Keim in seltenen Fällen ins Blut gelangen kann.39

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Probiotika in Lebensmitteln: Was Joghurt, Kefir und Sauerkraut wirklich liefernJoghurt mit lebenden Kulturen, rohes Sauerkraut, Kombucha in der Glasflasche: Sie gelten als natürliche Probiotika. Lebende Bakterien stecken aber nur in einem Teil davon, und ihr Nutzen ist selten geprüft.
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Alle 45 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Szajewska et al. 2023, J Pediatr Gastroenterol NutrPositionspapier der europäischen Kinder-Gastroenterologen (ESPGHAN)Empfehlungen nur für bestimmte Stämme mit mindestens zwei RCTs; Probiotika ohne belegten Nutzen nicht empfohlenPositionspapier
2Minaz et al. 2024, J Glob Health67 RCTs, 11.830 Kinder mit DurchfallDurchfall kürzer, geringe Evidenzqualität; viele Stämme gepooltMeta-Analyse
3Collinson et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev82 RCTs, 12.127 Pers.; Hauptanalyse 6 RCTs mit geringem VerzerrungsrisikoDauer −8,64 h, nicht sicher; Durchfall ≥ 48 h RR 1,00; keine schweren NebenwirkungenCochrane-Review (Gegenbefund)
4Schnadower et al. 2018, N Engl J Med1 RCT, 971 Kinder, Notaufnahmen USA, LGGkein Unterschied bei Schwere und DauerGroße RCT (kein Effekt)
5Freedman et al. 2018, N Engl J Med1 RCT, 886 Kinder, Notaufnahmen Kanada, Zwei-Stamm-Mischungkein Unterschied bei Schwere und DauerGroße RCT (kein Effekt)
6Szajewska et al. 2020, Aliment Pharmacol Ther29 RCTs, nur Saccharomyces boulardii; Dauer 23 RCTs, 3.450 KinderDurchfall −1,06 Tage, Klinikaufenthalt −0,85 Tage; nur 1 Studie ausreichend verblindetMeta-Analyse (ein Stamm)
7Feizizadeh et al. 2014, Pediatrics22 RCTs, nur Saccharomyces boulardiiDurchfall kürzerMeta-Analyse (ein Stamm)
8Szajewska et al. 2019, Aliment Pharmacol Ther18 RCTs, nur LGG; Dauer 15 RCTs, 3.820 KinderDurchfall −0,85 Tage, in Europa stärkerMeta-Analyse (ein Stamm)
9Li et al. 2019, World J Gastroenterol19 RCTs, nur LGGDurchfall kürzerMeta-Analyse (ein Stamm)
10Lo Vecchio et al. 2022, Benef Microbes15 RCTs, 3.465 Kinder, nach Rotavirus-Impfstatus getrenntvor der Impfung −23,8 h; teilgeimpfte Gruppen ohne sicheren EffektMeta-Analyse (Teil-Gegenbefund)
11Guarino et al. 2014, J Pediatr Gastroenterol NutrLeitlinie ESPGHAN/ESPID zum akuten Magen-Darm-Infekt bei KindernTrinklösung als wichtigste Behandlung; LGG oder S. boulardii als wirksame ZusatzmaßnahmenLeitlinie
12Guo et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev33 RCTs, 6.352 Kinder unter AntibiotikaDurchfall 8 vs. 19 % (RR 0,45), vor allem bei hoher DosisCochrane-Review
13Bianchi et al. 2026, Nutrition11 Placebo-RCTs, 555 Säuglinge mit Koliken, L. reuteri DSM 17938Ansprechen OR 6,98; Schreidauer kürzerMeta-Analyse (ein Stamm)
14Sung et al. 2018, PediatricsEinzeldaten von 4 doppelblinden RCTs, 345 SäuglingeTag 21: −25,4 min; Nutzen bei gestillten, nicht bei FlaschenkindernMeta-Analyse (Einzeldaten)
15Sung et al. 2014, BMJ1 RCT, 167 Säuglinge unter 3 Monaten, Melbournenach 1 Monat 49 min mehr Schreien und Quengeln als unter PlaceboRCT (Gegenbefund)
16Skonieczna-Żydecka et al. 2020, J Clin Med16 Studien, 1.319 Säuglinge mit KolikenSchreidauer kürzer; zwei Autoren Mitgründer und Anteilseigner eines Probiotika-HerstellersMeta-Analyse (Herstellerbezug)
17Ong et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev6 Placebo-RCTs, 1.886 gesunde Säuglingeneue Koliken RR 0,46, nicht sicher; Schreidauer −32,6 minCochrane-Review
18Pourmirzaiee et al. 2020, Eur J Pediatr1 Placebo-RCT, 175 Säuglinge; L. reuteri an SchwangereKoliken seltenerRCT
19Cabana et al. 2019, J Pediatr Gastroenterol Nutr1 Placebo-RCT, 184 Säuglinge, LGG ab den ersten LebenstagenKoliken nicht seltenerRCT (Gegenbefund)
20Wallace et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev14 RCTs, 1.127 Kinder mit Verstopfung; gegen Placebo 4 RCTs, 313 KinderBehandlungserfolg RR 1,29, nicht sicher; mit Abführmittel kein VorteilCochrane-Review
21Quatrale et al. 2026, J Pediatr Gastroenterol Nutr5 RCTs, 276 Kinder, L. reuteri DSM 17938Behandlungserfolg nicht sicher verbessertMeta-Analyse (ein Stamm)
22Kuang et al. 2020, Br J Nutr18 RCTs mit Probiotika in der Schwangerschaft, 4.356 TeilnehmendeNeurodermitis beim Kind seltenerMeta-Analyse
23Li et al. 2019, Am J Clin DermatolVorbeugung, Teilgruppen nach Zeitpunkt der Gabevor und nach der Geburt OR 0,67; nur vor oder nur nach der Geburt nicht sicherMeta-Analyse
24Garcia-Larsen et al. 2018, PLoS Med19 Studien, späte Schwangerschaft und StillzeitEkzem beim Kind seltener, mittlere EvidenzqualitätMeta-Analyse
25Szajewska & Horvath 2018, Nutrients5 RCTs, 889 Kinder, nur LGGkein sicherer Schutz vor EkzemMeta-Analyse (ein Stamm, Gegenbefund)
26Wang et al. 2025, Cochrane Database Syst RevProbiotika an Säuglinge; Ekzem 18 Studien, 3.494 KinderEkzem RR 0,87; geringes Verzerrungsrisiko RR 0,86, nicht sicher; Nahrungsmittelallergie RR 1,12Cochrane-Review
27Wei et al. 2026, J Int Med Res18 RCTs, 10.195 Säuglinge, teils mit PräbiotikaRR 0,94, nicht sicherMeta-Analyse (Gegenbefund)
28Wei et al. 2020, J Asthma19 RCTs, 5.157 KinderAsthma oder Giemen nicht seltenerMeta-Analyse
29Kong et al. 2014, Chin Med Sci J10 RCTs, 2.701 KinderNahrungsmittelallergie nicht sicher seltenerMeta-Analyse
30Jiang et al. 2025, Nutr RevTeilgruppe Schwangerschaft plus Säuglingszeit, 5 StudienRR 0,79; Gabe nur in der Schwangerschaft ohne EffektMeta-Analyse
31Dugoua et al. 2009, J Obstet Gynaecol Can11 RCTs, 1.505 Schwangere, Lactobacillus und/oder BifidobacteriumKaiserschnitt, Geburtsgewicht, Schwangerschaftsdauer unverändert; keine Fehlbildungen gemeldet; zu S. boulardii keine StudienMeta-Analyse (Sicherheit)
32Lu et al. 2026, BMC Oral HealthKinder 12 RCTs, rund 2.300; Erwachsene 6 RCTsneue Karies bei Kindern RR 0,80; bei Erwachsenen kein sicherer EffektMeta-Analyse
33Shi et al. 2023, Crit Rev Food Sci Nutr43 Studien mit KindernKaries seltener (SMD −0,32)Meta-Analyse
34Mayta-Tovalino et al. 2024, Int Dent J19 Studien, 2.622 Kinder und JugendlicheZahl kariöser Zähne nicht sicher verringertMeta-Analyse (Gegenbefund)
35Sharif et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev60 RCTs, 11.156 FrühgeboreneNEC RR 0,54; Tod RR 0,77; späte Infektion RR 0,89; extrem Frühgeborene ohne sicheren EffektCochrane-Review
36Costeloe et al. 2016 (PiPS), Lancet1 RCT, 1.310 Frühgeborene aus 24 Kliniken in England, ein Bifidobakterien-StammNEC, Tod und Sepsis nicht seltener; keine Schäden durch das Probiotikum; 37 % der Placebokinder besiedeltGroße RCT (Gegenbefund)
37Batta et al. 2023, Pediatr Resspäte Sepsis 57 RCTs, 12.749 Frühgeborenespäte Sepsis seltenerMeta-Analyse
38Jacobs et al. 2013 (ProPrems), Pediatrics1 RCT, 1.099 sehr unreife Frühgeborene, Drei-Stamm-Mischungspäte Sepsis nicht sicher seltenerGroße RCT (Gegenbefund)
39Kulkarni et al. 2022, Eur J Pediatrsystematische Fallsammlung, 16 Berichte32 Frühgeborene mit dem verabreichten Stamm in Blut oder Nervenwasser, 25 genetisch bestätigt, 2 TodesfälleFallsammlung
40Bizzarro et al. 2021, Pediatr Infect Dis J1 Frühgeborenes aus der 29. WocheSchimmelpilz Rhizopus im Probiotika-Pulver und im Darm des KindesFallbericht
41van den Akker et al. 2020, J Pediatr Gastroenterol NutrPositionspapier ESPGHAN zu Frühgeborenengeprüfte Qualität, Stämme ohne übertragbare Resistenzgene, Nachweis einer Probiotika-Sepsis vor OrtPositionspapier
42Lewis et al. 2016, Pediatr Res16 Probiotika-Produkte mit Bifidobakteriennur 1 entsprach in allen Proben dem Etikett; Schwankungen zwischen Kapseln und ChargenProduktanalyse
43Fox et al. 2015, BMJ Open1 RCT, 72 Kinder von 1 bis 12 Jahren unter Antibiotika, 200 g Joghurt pro Tagschwerer Durchfall 0 vs. 6 Kinder gegenüber erhitztem JoghurtRCT (Lebensmittel)
44Li & McFarland 2026, Front Pediatr57 RCTs aus China, 5.767 Kinder mit akutem Magen-Darm-Infekt, Saccharomyces boulardii zusätzlich zu SmektitHeilung häufiger, Durchfall kürzer; Mitautorin berät den HerstellerMeta-Analyse (maßgeblich, herstellernah)
45Wang et al. 2026, Emerg Infect DisFallserie, 16.436 Kinder nach Herzoperation, davon 5.034 mit Probiotika6 Kinder mit dem Probiotika-Keim im Blut, 3 davon ohne eigene EinnahmeFallserie

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