Die kurze Antwort
Mariendistel-Extrakt senkt die Leberwerte bei Fettleber gut belegt, aber nur um rund 5 bis 7 Einheiten pro Liter; die Cochrane-Übersicht wertet die Gewissheit als sehr niedrig, und ein Nutzen für die Leber selbst ist nicht gezeigt. Bei Zirrhose, Hepatitis C und beim Abnehmen spricht die Studienlage eher dagegen. LDL-Cholesterin und Triglyceride sinken wahrscheinlich etwas. Die EU erkennt nur eine traditionelle Anwendung an.
Im Regal stehen sie neben Artischocke und Löwenzahn: Kapseln mit Mariendistel, die die Leber stärken, entgiften oder beim Abnehmen helfen sollen. Kaum ein Pflanzenmittel genießt einen so guten Ruf für ein einzelnes Organ, und kaum eines wurde so oft und von so vielen Gruppen auf der ganzen Welt geprüft. Dutzende Studien mit Tausenden Menschen liegen vor, vor allem mit Fettleber, Zirrhose und Hepatitis. Das Ergebnis ist ernüchternd. Leer ist es nicht. Ein Effekt auf die Leberwerte lässt sich gut belegen, doch er ist klein, und ob die Leber selbst davon profitiert, hat bisher keine Studie gezeigt.
Dieser Abstand zwischen Laborwert und Gesundheit zieht sich durch die ganze Geschichte. Denn ein Wert, der um ein paar Einheiten sinkt, ist noch keine Leber, die weniger vernarbt oder länger arbeitet.
Was ist Mariendistel, und was steckt drin?
Mariendistel ist eine Distel aus dem Mittelmeerraum, botanisch Silybum marianum, deren Früchte man meist Samen nennt. Aus ihnen wird ein Extrakt gewonnen, der auf einen festen Gehalt an Silymarin eingestellt ist, einem Gemisch von Pflanzenstoffen mit dem Hauptstoff Silibinin. Fast alle Studien prüften genau diesen Extrakt, meist mit 420 bis 600 mg Silymarin am Tag. Tee, Samen oder Öl kamen darin so gut wie nie vor, und das ist für alles Weitere wichtig.
Wie gut das Silymarin im Körper ankommt, ist eine Frage für sich, denn Darm und Leber machen die Stoffe rasch unwirksam und scheiden einen großen Teil gleich wieder aus.1 Dazu passt das Urteil der EU-Behörde für Arzneimittel (EMA), die Mariendistel bewertet hat und keine gesicherte Wirkung anerkennt. Sie lässt nur eine traditionelle Anwendung gelten, bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leber, nachdem ernste Krankheiten ärztlich ausgeschlossen sind.2
Mariendistel Wirkung: Wofür ist sie gut?
Gut belegt ist nur eine Wirkung, und auch die ist klein: Bei Fettleber sinken die Leberwerte etwas. Für diesen Überblick haben wir 44 mögliche Wirkungen und neun mögliche Risiken erfasst, von der Leber über Cholesterin bis zu Akne und Spielsucht. Wahrscheinlich ist ein Nutzen bei fünf weiteren, darunter LDL-Cholesterin und Triglyceride. Bei 28 Fragen ist die Lage unklar, bei vier spricht sie eher dagegen, und sechs wurden nie mit einem Scheinpräparat (Placebo) verglichen. Jede Zeile der Übersicht lässt sich anklicken und zeigt die Begründung.
Auffällig ist, wie viele Studien und Auswertungen aus dem Iran und aus China stammen, oft klein und mit kurzen Laufzeiten. Viele Sammelauswertungen (Meta-Analysen) rechnen zudem Studien ohne Placebo mit, deren Ergebnisse sich leichter verzerren. Das erklärt, warum sich die Auswertungen so oft widersprechen.
Leberwerte (ALT, AST) bei Fettleber senkengut belegt13 Studien (Shahsavari 2025, Teilgruppe Fettleber); 6 RCTs, 409 Pers. (Cochrane Wang 2025, Silymarin allein gegen Placebo/keine Behandlung); 9 Studien, 820 Pers. (Malik 2024)ALT SMD −0,85 bei Fettleber, 13 Studien
Erwachsene mit nicht alkoholbedingter Fettleber (NAFLD/MASLD), auch mit Leberentzündung (NASH/MASH); Silymarin-Extrakt allein, 4 bis 48 Wochen; Kombinationen mit Diät oder anderen Mitteln getrennt ausgewiesen
Ergebnisse: ALT SMD −0,85 bei Fettleber, 13 Studien (Shahsavari 2025); ALT MD −7,21 U/l (−10,62 bis −3,80), Evidenz sehr niedrig (Cochrane Wang 2025); ALT MD −6,44 U/l, AST MD −6,99 U/l, 5 Placebo-RCTs, 423 Pers. (Huang 2024); ALT MD −17,12, AST MD −12,56, 9 Studien (Malik 2024); ALT WMD −4,81 U/l (−9,50 bis −0,11), 3 RCTs (Yang 2022); ALT SMD −0,59, 3 Studien, von den Autoren als klinisch kaum bedeutsam eingeordnet (de Avelar 2017); nicht signifikant in der Silymarin-Teilgruppe von Zhang 2025 (SMD −0,64; −1,55 bis 0,26) und im paarweisen Vergleich von Zhou 2021 (6 RCTs, 465 Pers.)
Dass Silymarin die Leberwerte ALT und AST bei Fettleber senkt, ist gut belegt: Fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Die Senkung ist aber klein, im Mittel um rund 5 bis 7 Einheiten pro Liter; der Cochrane-Review stuft die Gewissheit als sehr niedrig ein, und eine Auswertung hält den Unterschied für klinisch kaum bedeutsam. Ob die niedrigeren Werte auch weniger Leberschäden bedeuten, hat keine Studie gezeigt. 4, 3, 8, 50, 6, 5, 27, 51, 52, 7
Fettgehalt der Leber bei Fettleber senkenwahrscheinlich26 RCTs, 2.375 Pers. (Li 2024, Studienzahl für diesen Messwert nicht genannt); 2 RCTs, 177 Pers. (Cochrane Wang 2025, Gewebeprobe)Leberverfettung in der Gewebeprobe häufiger gebessert OR 3,25
Erwachsene mit NAFLD/MASLD; Ultraschallgrad, Fettleber-Index oder Gewebeprobe
Ergebnisse: Leberverfettung in der Gewebeprobe häufiger gebessert OR 3,25 (1,80 bis 5,87) (Li 2024); Fettleberrate gesenkt RR 2,03 (1,03 bis 4,00), 3 Studien mit Kombinationen (Zhang 2025); Verfettung in der Gewebeprobe nicht signifikant gebessert, 2 Placebo-RCTs (Cochrane Wang 2025); Leberfett (CAP) unverändert (Jin 2024, 83 Pers.)
Silymarin verringert das Fett in der Leber bei Fettleber wahrscheinlich etwas: Die größte Meta-Analyse fand in Gewebeproben deutlich häufiger eine Besserung. Die Studienzahl für diesen Messwert ist dort aber nicht genannt, und der Cochrane-Review sowie eine Placebo-Studie mit genauer Messung des Leberfetts sahen keinen sicheren Unterschied. 8, 4, 7, 9
LDL-Cholesterin senkenwahrscheinlich33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für LDL nicht im Abstract)LDL WMD −17,13 mg/dl, Gesamtcholesterin −13,97 mg/dl
Erwachsene mit Diabetes, Fettleber oder erhöhten Blutfetten; Silymarin allein, Kombinationen mit Berberin ausgeschlossen
Ergebnisse: LDL WMD −17,13 mg/dl (−25,63 bis −8,63), Gesamtcholesterin −13,97 mg/dl (Mohammadi 2024); LDL −10,53 mg/dl (−19,12 bis −1,94), Gesamtcholesterin −17,46 mg/dl (Soleymani 2022); LDL SMD −1,30 (Xiao 2020); LDL und Gesamtcholesterin nur in Kombination mit anderen Mitteln gesenkt, nicht mit Silymarin allein (Mohammadi 2019, 10 Studien); Typ-2-Diabetes: keine Wirkung auf die Blutfette (Voroneanu 2016); NAFLD: LDL SMD −0,81 (Li 2024), LDL nicht signifikant (Malik 2024)
Silymarin senkt das LDL-Cholesterin wahrscheinlich etwas, im Mittel um 10 bis 17 mg/dl; drei Meta-Analysen kommen zu diesem Ergebnis. Eine ältere Auswertung sah den Effekt allerdings nur, wenn Silymarin mit anderen Mitteln kombiniert war, und eine Diabetes-Meta-Analyse fand keinen Einfluss auf die Blutfette. Die Studien sind klein und sehr unterschiedlich. 25, 26, 28, 70, 76
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Leberwerte bei alkoholbedingter Lebererkrankung verbessernwahrscheinlich11 RCTs, 438 Pers. (Wang 2025, ALT); 3 RCTs, 125 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, Teilgruppe Alkohol)ALT SMD −1,16, AST SMD −1,56, GGT SMD −1,48, Bilirubin SMD −1,14
Erwachsene mit alkoholbedingter Lebererkrankung (Fettleber, Hepatitis, Zirrhose); Silibinin-Kapseln, meist chinesische Studien mit Standardtherapie in der Vergleichsgruppe
Ergebnisse: ALT SMD −1,16 (−1,84 bis −0,47), AST SMD −1,56, GGT SMD −1,48, Bilirubin SMD −1,14; Gerinnung (PT) unverändert (Wang 2025); ALT MD −9,29 U/l, nur im Fixed-Effect-Modell (Rambaldi 2007); kein signifikanter Effekt auf AST und ALT bei alkoholbedingter Zirrhose, 3 Studien (Shahsavari 2025, Untergruppe); AST gesenkt, ALP nicht (Saller 2008)
Silymarin verbessert die Leberwerte bei alkoholbedingter Lebererkrankung wahrscheinlich: Zwei Meta-Analysen finden niedrigere ALT-Werte. Die maßgebliche Auswertung beruht aber auf weniger als 500 Teilnehmenden und verglich meist mit anderen Lebermitteln statt mit Placebo; eine kleine Untergruppe in einer Sammel-Auswertung sah keinen Effekt. Auf das Überleben wirkt sich das nach den großen Studien nicht aus. 12, 3, 56
- maßgebliche Meta-Analyse < 500 Teilnehmende
Triglyceride im Blut senkenErwachsene mit Diabetes, Fettleber oder erhöhten Blutfettenwahrscheinlich33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Triglyceride nicht im Abstract)Triglyceride WMD −26,22 mg/dl
Ergebnisse: Triglyceride WMD −26,22 mg/dl (−40,32 bis −12,12) (Mohammadi 2024); −25,70 mg/dl (Soleymani 2022); −22,55 mg/dl (Mohammadi 2019); SMD −0,37 (Xiao 2020); NAFLD SMD −0,62 (Li 2024); Typ-2-Diabetes unverändert (Hadi 2018, Voroneanu 2016)
Silymarin senkt die Triglyceride im Blut wahrscheinlich etwas, im Mittel um gut 20 mg/dl; drei Meta-Analysen kommen zu diesem Ergebnis. Zwei Auswertungen nur bei Typ-2-Diabetes sahen dagegen keinen Unterschied, und die Belege stammen aus kleinen, sehr unterschiedlichen Studien. 25, 26, 29, 8
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Körpergewicht und BMI senkenspricht dagegen33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Gewicht nicht im Abstract)BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert
Erwachsene mit Diabetes, Fettleber oder Übergewicht; Gewicht nur Nebenendpunkt der Stoffwechselstudien
Ergebnisse: BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert (Mohammadi 2024); BMI nicht signifikant (Soleymani 2022, 11 Studien; Malik 2024, 9 Studien, p = 0,1); offene RCT bei Typ-2-Diabetes: Gewichtsabnahme nach Adjustierung nicht verschieden (Ferdowsi 2024); BMI unverändert (Jin 2024)
Silymarin hilft nach den vorliegenden Studien eher nicht beim Abnehmen. Mehrere Meta-Analysen fanden keine Änderung von Gewicht oder BMI; eigene Studien zum Abnehmen gibt es nicht, das Gewicht wurde nur nebenbei erfasst. 25, 26, 27, 30
Sterblichkeit bei Leberzirrhose senkenspricht dagegen18 RCTs, 1.088 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, alkoholbedingte und virale Lebererkrankungen); 2 große RCTs mit 170 und 200 Pers.Gesamtsterblichkeit RR 0,78, Komplikationen RR 0,95, Gewebebefund unverändert
Erwachsene mit überwiegend alkoholbedingter Leberzirrhose, teils Hepatitis B/C; standardisierter Extrakt 420 bis 450 mg Silymarin täglich über 2 bis 4 Jahre
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,78 (0,53 bis 1,15), Komplikationen RR 0,95, Gewebebefund unverändert; leberbedingte Todesfälle RR 0,50 (0,29 bis 0,88), in hochwertigen Studien nicht signifikant RR 0,57 (0,28 bis 1,19) (Rambaldi 2007); Sterblichkeit OR 0,8 (0,5 bis 1,5) (Jacobs 2002); Zirrhose: 16,1 vs. 20,5 % gestorben (n. s.), leberbedingt 10,0 vs. 17,3 % (p = 0,01) (Saller 2008); 4-Jahres-Überleben 58 vs. 39 % (p = 0,036) (Ferenci 1989); kein Unterschied im Überleben, 15 vs. 14 Todesfälle (Parés 1998)
Silymarin senkt die Sterblichkeit bei Leberzirrhose eher nicht. Eine frühe österreichische Studie fand ein längeres Überleben, die größere spanische Studie mit 200 Menschen mit alkoholbedingter Zirrhose sah keinen Unterschied. Der Cochrane-Review fand insgesamt keine geringere Sterblichkeit; weniger leberbedingte Todesfälle zeigten sich nur, wenn auch methodisch schwache Studien mitgerechnet wurden. 16, 56, 13, 15, 14, 57
Leberwerte und Viruslast bei chronischer Hepatitis C verbessernspricht dagegen5 RCTs, 389 Pers. (Yang 2014); größte Einzelstudie 154 Pers. (Fried 2012)orale Gabe: Viruslast und ALT wie unter Placebo, Lebensqualität gleich
Erwachsene mit chronischer Hepatitis C, Silymarin-Tabletten bis 2.100 mg täglich; Infusionen eigene Zeile
Ergebnisse: orale Gabe: Viruslast (p = 0,19) und ALT (p = 0,45) wie unter Placebo, Lebensqualität gleich (Yang 2014); ALT-Normalisierung 4,0 % bzw. 3,8 % vs. 3,8 % unter Placebo, Viruslast und Lebensqualität unverändert bei 1.260 oder 2.100 mg/Tag über 24 Wochen (Fried 2012); 12 Monate: ALT, Viruslast und Fibrosemarker wie unter Multivitamin (Tanamly 2004); keine Wirkung auf Viruslast und ALT (Gordon 2006)
Silymarin-Tabletten helfen bei chronischer Hepatitis C eher nicht: Weder Leberwerte noch Viruslast besserten sich. Das zeigt vor allem eine US-Studie mit 154 Patientinnen und Patienten, die selbst mit dem Drei- bis Fünffachen der üblichen Dosis keinen Unterschied zu Placebo fand. Die Krankheit wird heute mit sehr wirksamen antiviralen Medikamenten behandelt. 58, 17, 49, 59
Alle 44 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Mariendistel in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Leber & Fettleber 14
1 gut belegt · 2 wahrscheinlich · 7 unklar · 3 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Leberwerte (ALT, AST) bei Fettleber senkengut belegt13 Studien (Shahsavari 2025, Teilgruppe Fettleber); 6 RCTs, 409 Pers. (Cochrane Wang 2025, Silymarin allein gegen Placebo/keine Behandlung); 9 Studien, 820 Pers. (Malik 2024)ALT SMD −0,85 bei Fettleber, 13 Studien
Erwachsene mit nicht alkoholbedingter Fettleber (NAFLD/MASLD), auch mit Leberentzündung (NASH/MASH); Silymarin-Extrakt allein, 4 bis 48 Wochen; Kombinationen mit Diät oder anderen Mitteln getrennt ausgewiesen
Ergebnisse: ALT SMD −0,85 bei Fettleber, 13 Studien (Shahsavari 2025); ALT MD −7,21 U/l (−10,62 bis −3,80), Evidenz sehr niedrig (Cochrane Wang 2025); ALT MD −6,44 U/l, AST MD −6,99 U/l, 5 Placebo-RCTs, 423 Pers. (Huang 2024); ALT MD −17,12, AST MD −12,56, 9 Studien (Malik 2024); ALT WMD −4,81 U/l (−9,50 bis −0,11), 3 RCTs (Yang 2022); ALT SMD −0,59, 3 Studien, von den Autoren als klinisch kaum bedeutsam eingeordnet (de Avelar 2017); nicht signifikant in der Silymarin-Teilgruppe von Zhang 2025 (SMD −0,64; −1,55 bis 0,26) und im paarweisen Vergleich von Zhou 2021 (6 RCTs, 465 Pers.)
Dass Silymarin die Leberwerte ALT und AST bei Fettleber senkt, ist gut belegt: Fünf Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Die Senkung ist aber klein, im Mittel um rund 5 bis 7 Einheiten pro Liter; der Cochrane-Review stuft die Gewissheit als sehr niedrig ein, und eine Auswertung hält den Unterschied für klinisch kaum bedeutsam. Ob die niedrigeren Werte auch weniger Leberschäden bedeuten, hat keine Studie gezeigt. 4, 3, 8, 50, 6, 5, 27, 51, 52, 7
Fettgehalt der Leber bei Fettleber senkenwahrscheinlich26 RCTs, 2.375 Pers. (Li 2024, Studienzahl für diesen Messwert nicht genannt); 2 RCTs, 177 Pers. (Cochrane Wang 2025, Gewebeprobe)Leberverfettung in der Gewebeprobe häufiger gebessert OR 3,25
Erwachsene mit NAFLD/MASLD; Ultraschallgrad, Fettleber-Index oder Gewebeprobe
Ergebnisse: Leberverfettung in der Gewebeprobe häufiger gebessert OR 3,25 (1,80 bis 5,87) (Li 2024); Fettleberrate gesenkt RR 2,03 (1,03 bis 4,00), 3 Studien mit Kombinationen (Zhang 2025); Verfettung in der Gewebeprobe nicht signifikant gebessert, 2 Placebo-RCTs (Cochrane Wang 2025); Leberfett (CAP) unverändert (Jin 2024, 83 Pers.)
Silymarin verringert das Fett in der Leber bei Fettleber wahrscheinlich etwas: Die größte Meta-Analyse fand in Gewebeproben deutlich häufiger eine Besserung. Die Studienzahl für diesen Messwert ist dort aber nicht genannt, und der Cochrane-Review sowie eine Placebo-Studie mit genauer Messung des Leberfetts sahen keinen sicheren Unterschied. 8, 4, 7, 9
Leberwerte bei alkoholbedingter Lebererkrankung verbessernwahrscheinlich11 RCTs, 438 Pers. (Wang 2025, ALT); 3 RCTs, 125 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, Teilgruppe Alkohol)ALT SMD −1,16, AST SMD −1,56, GGT SMD −1,48, Bilirubin SMD −1,14
Erwachsene mit alkoholbedingter Lebererkrankung (Fettleber, Hepatitis, Zirrhose); Silibinin-Kapseln, meist chinesische Studien mit Standardtherapie in der Vergleichsgruppe
Ergebnisse: ALT SMD −1,16 (−1,84 bis −0,47), AST SMD −1,56, GGT SMD −1,48, Bilirubin SMD −1,14; Gerinnung (PT) unverändert (Wang 2025); ALT MD −9,29 U/l, nur im Fixed-Effect-Modell (Rambaldi 2007); kein signifikanter Effekt auf AST und ALT bei alkoholbedingter Zirrhose, 3 Studien (Shahsavari 2025, Untergruppe); AST gesenkt, ALP nicht (Saller 2008)
Silymarin verbessert die Leberwerte bei alkoholbedingter Lebererkrankung wahrscheinlich: Zwei Meta-Analysen finden niedrigere ALT-Werte. Die maßgebliche Auswertung beruht aber auf weniger als 500 Teilnehmenden und verglich meist mit anderen Lebermitteln statt mit Placebo; eine kleine Untergruppe in einer Sammel-Auswertung sah keinen Effekt. Auf das Überleben wirkt sich das nach den großen Studien nicht aus. 12, 3, 56
- maßgebliche Meta-Analyse < 500 Teilnehmende
Vernarbung (Fibrose) der Leber bei Fettleber bremsen oder zurückbildenunklarwidersprüchlichkeine Meta-Analyse zur Fibrose allein; 3 Placebo-RCTs mit 78 bis 99 Pers.Fibrose in der Gewebeprobe um mindestens 1 Stufe gebessert 22,4 vs
Erwachsene mit Fettleberentzündung (NASH/MASH) oder MASLD; Silymarin-Extrakt 420 bis 2.100 mg täglich über 24 bis 48 Wochen; Messung per Gewebeprobe oder Lebersteifigkeit (Elastographie)
Ergebnisse: Fibrose in der Gewebeprobe um mindestens 1 Stufe gebessert 22,4 vs. 6,0 % (p = 0,023), Lebersteifigkeit um mindestens 30 % gesunken 24,2 vs. 2,3 %; Hauptziel (NAS-Score) verfehlt 32,7 vs. 26,0 % (Wah Kheong 2017, 99 Pers., 2.100 mg/Tag, 48 Wochen); kein Nutzen, Fibrose unter Placebo am stärksten gebessert (Navarro 2019, 78 Pers.); Lebersteifigkeit −0,21 vs. +0,41 kPa (p = 0,015) bei 103 mg/Tag über 24 Wochen (Jin 2024, 83 Pers.); Netzwerk-Meta-Analyse: Silymarin bei Lebersteifigkeit nicht signifikant (Chen Liang 2026)
Ob Silymarin die Vernarbung der Leber bei Fettleber aufhält, ist offen. Die größte Placebo-Studie mit Gewebeproben fand nach einem Jahr häufiger eine Besserung der Fibrose, verfehlte aber ihr Hauptziel; eine zweite Studie mit Gewebeproben sah keinen Nutzen. Eine kleinere Studie fand eine etwas geringere Lebersteifigkeit. 10, 11, 9, 53
Leberwerte und Leberbefund bei Fettleber mit Silibinin-Phospholipid-Komplex verbessernunklar4 RCTs, 309 Pers. (Cochrane Wang 2025, Komplex gegen Placebo); 1 Placebo-RCT mit 179 Pers. (Loguercio 2012)Komplex gegen Placebo: ALT MD −1,10 U/l, AST MD 0,84, GGT MD −1,21, alle nicht …
Erwachsene mit NAFLD; Silibinin an Phosphatidylcholin gebunden, meist zusammen mit Vitamin E (Kombinationspräparat); besser aufnehmbar als einfacher Extrakt
Ergebnisse: Komplex gegen Placebo: ALT MD −1,10 U/l (−8,12 bis 5,92), AST MD 0,84 (−1,03 bis 2,71), GGT MD −1,21 (−6,76 bis 4,35), alle nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig (Wang 2025); Leberwerte, HOMA und Gewebebefund nur in der Gruppe mit Komplex gebessert, 138 Pers. ausgewertet, Vergleich innerhalb der Gruppen (Loguercio 2012)
Ob die besser aufnehmbaren Silibinin-Phospholipid-Komplexe die Leberwerte bei Fettleber senken, ist unklar. Der Cochrane-Review fand gegenüber Placebo keine gesicherte Senkung; eine italienische Studie über ein Jahr berichtete Besserungen nur in der Komplex-Gruppe, verglich aber vor allem jede Gruppe mit sich selbst, und das Präparat enthielt zusätzlich Vitamin E. 4, 54
Leberwerte und Fibrosemarker bei chronischer Hepatitis B verbessernunklar12 Studien (Wei 2013), Personenzahl nicht im AbstractSilymarin allein so wirksam wie antivirale oder andere Lebermittel
Erwachsene mit chronischer Hepatitis B, Silymarin meist zusätzlich zu antiviralen oder anderen Lebermitteln (chinesische Studien)
Ergebnisse: Silymarin allein so wirksam wie antivirale oder andere Lebermittel; zusätzlich gegeben senkte es Leberwerte, Fibrosemarker und Entzündungsbotenstoffe gegenüber den Mitteln allein; Daten zu begrenzt für eine Empfehlung (Wei 2013)
Ob Silymarin bei Hepatitis B hilft, ist unklar. Die einzige Meta-Analyse fasst überwiegend chinesische Studien zusammen, in denen Silymarin zusätzlich zu anderen Mitteln gegeben wurde, und hält die Daten selbst für zu begrenzt. 19
Leberschäden durch Tuberkulose-Medikamente verhindernunklarwidersprüchlich5 RCTs, 1.198 Pers. (Tao 2019)Leberschaden nach 4 Wochen RR 0,33, ALT SMD −0,15, AST SMD −0,14, Nebenwirkungen OR 1,09
Erwachsene, die eine Tuberkulose-Behandlung beginnen; Silymarin vorbeugend ab Therapiebeginn
Ergebnisse: Leberschaden nach 4 Wochen RR 0,33 (0,15 bis 0,75), ALT SMD −0,15, AST SMD −0,14, Nebenwirkungen OR 1,09 (Tao 2019); Netzwerk-Meta-Analyse: Silymarin OR 0,68 (0,084 bis 4,6), nicht signifikant (Singh 2020); größte Einzelstudie (370 Pers., Kontrolle Vitamin C): kein Schutz, mögliche Leberschädigung RR 1,23 (0,94 bis 1,54), bei strengerer Definition 1,76 (1,14 bis 2,56) (Zhang 2016); 3,7 vs. 32,1 % Leberschaden (Luangchosiri 2015, 55 Pers.)
Ob Silymarin Leberschäden durch Tuberkulose-Medikamente verhindert, ist offen. Eine Meta-Analyse fand nach vier Wochen ein Drittel des Risikos, eine Netzwerk-Analyse sah keinen gesicherten Schutz. Die größte Einzelstudie mit 370 Menschen fand keinen Nutzen, bei strenger Definition sogar mehr Leberschäden. 22, 60, 23, 61, 62
Leberschäden durch Chemotherapie verringernunklarwidersprüchlichkeine Meta-Analyse; 4 Placebo-RCTs mit 50 bis 105 Pers.Kinder mit Leukämie: Tag 28 kein Unterschied, Tag 56 AST niedriger, ALT Trend
Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie und Frauen mit Brustkrebs unter Chemotherapie (Doxorubicin-haltige Schemata); Silymarin 140 bis 420 mg täglich
Ergebnisse: Kinder mit Leukämie: Tag 28 kein Unterschied, Tag 56 AST niedriger (p = 0,05), ALT Trend (p = 0,07) (Ladas 2010, 50 Kinder); Brustkrebs: Fettlebergrad im Ultraschall niedriger, AST und ALP zeitweise niedriger (Fatemi Shandiz 2025, 50 Pers.); Ultraschall-Trend (p = 0,083), Leberwerte und Elastographie gleich (Moezian 2022); ALP und Bilirubin günstiger, Nierenwerte gleich (Erfanian 2024, 100 Pers.)
Ob Silymarin die Leber unter Chemotherapie schützt, ist offen. Mehrere kleine Placebo-Studien bei Brustkrebs und bei Kindern mit Leukämie fanden teils etwas bessere Leberwerte oder Ultraschallbefunde, teils keinen Unterschied. In einer Laboruntersuchung schwächte Mariendistel die Wirkung der Leukämie-Medikamente nicht ab; vor einer Einnahme während der Chemotherapie gehört trotzdem das Gespräch mit dem Behandlungsteam. 24, 63, 64, 65
Anstieg der Leberwerte durch andere Medikamente verhindernunklarwidersprüchlichkeine Meta-Analyse; Einzelstudien mit 55 bis 74 Pers.Isotretinoin: AST und ALT am Ende niedriger als unter Placebo
Akne-Behandlung mit Isotretinoin, Multiple Sklerose mit Interferon beta, Kinder mit Antiepileptika; je eine kleine Studie, bei der Festlegung ggf. aufteilen
Ergebnisse: Isotretinoin: AST und ALT am Ende niedriger als unter Placebo (Mirnezami 2020, 74 Pers.); Interferon beta bei MS: Leberwerte niedriger als unter Placebo (Abbasirad 2021); Antiepileptika bei Kindern: Folsäure senkte die Leberwerte stärker als Silymarin, ohne Placebo (Asgarshirazi 2017, 55 Kinder)
Ob Silymarin den Anstieg der Leberwerte unter anderen Medikamenten verhindert, ist unklar. Einzelne kleine Studien deuten das etwa beim Akne-Mittel Isotretinoin an; wer Medikamente mit Leberrisiko nimmt, bespricht Kontrollen und Zusatzmittel mit der behandelnden Praxis. 66, 67, 68
Hepatitis-C-Viren mit Silibinin-Infusionen zurückdrängenInfusionunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 14 Pers. (Mariño 2013)Viruslast nach mindestens 14 Tagen −2,31 vs
Erwachsene mit Hepatitis C vor und nach Lebertransplantation oder ohne Ansprechen auf Interferon; reines Silibinin als Infusion im Krankenhaus; sagt nichts über Tabletten oder Kapseln
Ergebnisse: Viruslast nach mindestens 14 Tagen −2,31 vs. −0,30 log10 (p = 0,016); nach Transplantation dauerhaft niedriger (p = 0,002) (Mariño 2013)
Ob Silibinin-Infusionen Hepatitis-C-Viren dauerhaft zurückdrängen, ist offen. Eine sehr kleine Studie um die Lebertransplantation fand mit hochdosiertem reinem Silibinin als Infusion deutlich weniger Viren im Blut. Das ist eine Krankenhausbehandlung und lässt sich nicht auf Mariendistel-Kapseln übertragen, die in Studien keine Wirkung auf das Virus hatten. 18, 58
Leberwerte bei Lebererkrankungen verschiedener Ursache senkenspricht dagegen14 Placebo-RCTs (Jacobs 2002, maßgeblich); 6 RCTs, 365 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, ALT); 55 Studien, 3.313 Pers. (Shahsavari 2025, Sammel-Auswertung)ALT, AST und Albumin nicht verschieden von Placebo, ALT −9 IU/l nur grenzwertig und in …
Erwachsene mit Fettleber, Virushepatitis, alkoholbedingter oder medikamentenbedingter Leberschädigung zusammengerechnet; Sammel-Auswertung, einzelne Ursachen eigene Zeilen
Ergebnisse: ALT, AST und Albumin nicht verschieden von Placebo, ALT −9 IU/l nur grenzwertig (p = 0,05) und in hochwertigen Studien nicht mehr (Jacobs 2002); ALT im Random-Effects-Modell −3,96 U/l (−12,59 bis 4,68), nicht signifikant (Rambaldi 2007); ALT SMD −0,91, AST SMD −0,67, getragen von Fettleber und Virushepatitis, nicht bei alkohol- oder medikamentenbedingter Schädigung (Shahsavari 2025); ALT −0,26, AST −0,53 IU/ml, von den Autoren als klinisch nicht relevant eingeordnet (de Avelar 2017); ALT, AST, ALP gesenkt (Mohammadi 2024, 41 RCTs, gemischte Gruppen)
Über alle Lebererkrankungen hinweg senkt Silymarin die Leberwerte eher nicht verlässlich. Die Meta-Analyse nur aus Placebo-Studien und der Cochrane-Review fanden keinen gesicherten Unterschied; neuere Sammel-Auswertungen sehen eine Senkung, die aber vor allem aus Fettleber-Studien stammt und bei alkohol- oder medikamentenbedingten Schäden fehlt. Für die Fettleber allein steht das Ergebnis in einer eigenen Zeile. 13, 16, 3, 55, 6
Sterblichkeit bei Leberzirrhose senkenspricht dagegen18 RCTs, 1.088 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, alkoholbedingte und virale Lebererkrankungen); 2 große RCTs mit 170 und 200 Pers.Gesamtsterblichkeit RR 0,78, Komplikationen RR 0,95, Gewebebefund unverändert
Erwachsene mit überwiegend alkoholbedingter Leberzirrhose, teils Hepatitis B/C; standardisierter Extrakt 420 bis 450 mg Silymarin täglich über 2 bis 4 Jahre
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,78 (0,53 bis 1,15), Komplikationen RR 0,95, Gewebebefund unverändert; leberbedingte Todesfälle RR 0,50 (0,29 bis 0,88), in hochwertigen Studien nicht signifikant RR 0,57 (0,28 bis 1,19) (Rambaldi 2007); Sterblichkeit OR 0,8 (0,5 bis 1,5) (Jacobs 2002); Zirrhose: 16,1 vs. 20,5 % gestorben (n. s.), leberbedingt 10,0 vs. 17,3 % (p = 0,01) (Saller 2008); 4-Jahres-Überleben 58 vs. 39 % (p = 0,036) (Ferenci 1989); kein Unterschied im Überleben, 15 vs. 14 Todesfälle (Parés 1998)
Silymarin senkt die Sterblichkeit bei Leberzirrhose eher nicht. Eine frühe österreichische Studie fand ein längeres Überleben, die größere spanische Studie mit 200 Menschen mit alkoholbedingter Zirrhose sah keinen Unterschied. Der Cochrane-Review fand insgesamt keine geringere Sterblichkeit; weniger leberbedingte Todesfälle zeigten sich nur, wenn auch methodisch schwache Studien mitgerechnet wurden. 16, 56, 13, 15, 14, 57
Leberwerte und Viruslast bei chronischer Hepatitis C verbessernspricht dagegen5 RCTs, 389 Pers. (Yang 2014); größte Einzelstudie 154 Pers. (Fried 2012)orale Gabe: Viruslast und ALT wie unter Placebo, Lebensqualität gleich
Erwachsene mit chronischer Hepatitis C, Silymarin-Tabletten bis 2.100 mg täglich; Infusionen eigene Zeile
Ergebnisse: orale Gabe: Viruslast (p = 0,19) und ALT (p = 0,45) wie unter Placebo, Lebensqualität gleich (Yang 2014); ALT-Normalisierung 4,0 % bzw. 3,8 % vs. 3,8 % unter Placebo, Viruslast und Lebensqualität unverändert bei 1.260 oder 2.100 mg/Tag über 24 Wochen (Fried 2012); 12 Monate: ALT, Viruslast und Fibrosemarker wie unter Multivitamin (Tanamly 2004); keine Wirkung auf Viruslast und ALT (Gordon 2006)
Silymarin-Tabletten helfen bei chronischer Hepatitis C eher nicht: Weder Leberwerte noch Viruslast besserten sich. Das zeigt vor allem eine US-Studie mit 154 Patientinnen und Patienten, die selbst mit dem Drei- bis Fünffachen der üblichen Dosis keinen Unterschied zu Placebo fand. Die Krankheit wird heute mit sehr wirksamen antiviralen Medikamenten behandelt. 58, 17, 49, 59
Überleben nach Knollenblätterpilz-Vergiftung verbessernInfusionnicht untersuchtkeine randomisierte Studie; Auswertung von 877 Fällen aus 131 Veröffentlichungen (Tan 2022)Überleben mit Silibinin 90 % gegenüber 59 % nur mit unterstützender Behandlung
Vergiftung mit amanitinhaltigen Pilzen; Silibinin als Infusion im Krankenhaus, Notfallbehandlung; sagt nichts über Kapseln, die bei Vergiftung kein Ersatz für die Klinik sind
Ergebnisse: Überleben mit Silibinin 90 % (OR 6,40; 3,14 bis 13,04) gegenüber 59 % nur mit unterstützender Behandlung; bei nachgewiesenen Vergiftungen kein statistischer Unterschied (Tan 2022); Sterblichkeit trotz jahrzehntelangem Einsatz um 10 %, keine hochwertige RCT (Horowitz 2022)
In kontrollierten Studien ist Silibinin bei Knollenblätterpilz-Vergiftung nicht untersucht; Kliniken setzen es dennoch als Infusion ein. Fallsammlungen zeigen ein besseres Überleben, bei nachgewiesener Vergiftung war der Unterschied aber nicht gesichert. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. 21, 20, 56
Blutzucker, Blutfette & Gewicht 7
2 wahrscheinlich · 4 unklar · 1 spricht dagegen
LDL-Cholesterin senkenwahrscheinlich33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für LDL nicht im Abstract)LDL WMD −17,13 mg/dl, Gesamtcholesterin −13,97 mg/dl
Erwachsene mit Diabetes, Fettleber oder erhöhten Blutfetten; Silymarin allein, Kombinationen mit Berberin ausgeschlossen
Ergebnisse: LDL WMD −17,13 mg/dl (−25,63 bis −8,63), Gesamtcholesterin −13,97 mg/dl (Mohammadi 2024); LDL −10,53 mg/dl (−19,12 bis −1,94), Gesamtcholesterin −17,46 mg/dl (Soleymani 2022); LDL SMD −1,30 (Xiao 2020); LDL und Gesamtcholesterin nur in Kombination mit anderen Mitteln gesenkt, nicht mit Silymarin allein (Mohammadi 2019, 10 Studien); Typ-2-Diabetes: keine Wirkung auf die Blutfette (Voroneanu 2016); NAFLD: LDL SMD −0,81 (Li 2024), LDL nicht signifikant (Malik 2024)
Silymarin senkt das LDL-Cholesterin wahrscheinlich etwas, im Mittel um 10 bis 17 mg/dl; drei Meta-Analysen kommen zu diesem Ergebnis. Eine ältere Auswertung sah den Effekt allerdings nur, wenn Silymarin mit anderen Mitteln kombiniert war, und eine Diabetes-Meta-Analyse fand keinen Einfluss auf die Blutfette. Die Studien sind klein und sehr unterschiedlich. 25, 26, 28, 70, 76
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Triglyceride im Blut senkenErwachsene mit Diabetes, Fettleber oder erhöhten Blutfettenwahrscheinlich33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Triglyceride nicht im Abstract)Triglyceride WMD −26,22 mg/dl
Ergebnisse: Triglyceride WMD −26,22 mg/dl (−40,32 bis −12,12) (Mohammadi 2024); −25,70 mg/dl (Soleymani 2022); −22,55 mg/dl (Mohammadi 2019); SMD −0,37 (Xiao 2020); NAFLD SMD −0,62 (Li 2024); Typ-2-Diabetes unverändert (Hadi 2018, Voroneanu 2016)
Silymarin senkt die Triglyceride im Blut wahrscheinlich etwas, im Mittel um gut 20 mg/dl; drei Meta-Analysen kommen zu diesem Ergebnis. Zwei Auswertungen nur bei Typ-2-Diabetes sahen dagegen keinen Unterschied, und die Belege stammen aus kleinen, sehr unterschiedlichen Studien. 25, 26, 29, 8
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Langzeitzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes senkenunklarwidersprüchlich11 Studien (Soleymani 2022, HbA1c nicht signifikant); 7 Studien (Hadi 2018); 4 RCTs, 204 Pers. (Voroneanu 2016, HbA1c); 14 Studien, 957 Pers. (Mohammadi 2024, HbA1c, mit Berberin-Kombinationen)HbA1c −1,25 %, nicht signifikant, Nüchternzucker −17,96 mg/dl
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Silymarin-Extrakt zusätzlich zu Diabetesmitteln, 6 Wochen bis 4 Monate; maßgeblich HbA1c, Nüchternzucker in der Einordnung
Ergebnisse: HbA1c −1,25 % (−2,34 bis 0,16), nicht signifikant, Nüchternzucker −17,96 mg/dl (Soleymani 2022); HbA1c WMD −0,85 Prozentpunkte (−1,27 bis −0,43), Nüchternzucker −21,68 mg/dl, Gewissheit sehr niedrig, Berberin-Kombinationen eingerechnet (Mohammadi 2024); HbA1c −1,07 (−1,73 bis −0,40), Nüchternzucker −26,86 mg/dl (Voroneanu 2016); HbA1c gesenkt (Hadi 2018); HbA1c SMD −1,88, 16 Studien, 1.358 Pers. (Xiao 2020); Netzwerk-MA: HbA1c, Nüchternzucker, HOMA-IR gesenkt (Miao 2025); offene RCT mit 48 Pers. über 12 Wochen: HbA1c und Nüchternzucker unverändert (Ferdowsi 2024)
Ob Silymarin den Langzeitzucker bei Typ-2-Diabetes senkt, ist unklar. Mehrere Meta-Analysen finden niedrigere Werte, eine weitere mit 11 Studien aber keinen gesicherten Unterschied; die Studien sind klein, stammen fast alle aus Iran und weichen stark voneinander ab, und eine neuere Studie über 12 Wochen sah keine Änderung. Silymarin ersetzt keine Diabetesbehandlung. 25, 26, 69, 29, 70, 71, 72, 30, 73
Insulinresistenz verringernunklarwidersprüchlich6 Studien, 673 Pers. (Yin 2025)HOMA-IR WMD −2,29, Nüchterninsulin −2,56, nicht signifikant
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Fettleber oder Diabetes bei alkoholbedingter Zirrhose; HOMA-IR, Nüchterninsulin
Ergebnisse: HOMA-IR WMD −2,29 (−4,55 bis −0,03; p = 0,047), Nüchterninsulin −2,56 (−7,60 bis 2,48), nicht signifikant; Besserung bei Typ-2-Diabetes und Zirrhose mit Diabetes, nicht bei Fettleber (Yin 2025); HOMA-IR SMD −0,37 (−0,77 bis 0,04) bei Fettleber (Li 2024); offene Studie bei Zirrhose mit Diabetes: weniger Insulinbedarf über 12 Monate (Velussi 1997)
Ob Silymarin die Insulinresistenz verringert, ist unklar. Die neueste Meta-Analyse fand eine knapp signifikante Besserung des HOMA-Werts, aber keine Änderung des Insulinspiegels; die Autoren werten die Belege selbst als begrenzt. Bei Fettleber zeigte sich kein Effekt. 74, 8, 75
Blutdruck senkenunklar33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Blutdruck nicht im Abstract)diastolischer Blutdruck WMD −1,25 mmHg, systolischer nicht signifikant
Erwachsene mit Diabetes, Fettleber oder kardiometabolischen Risikofaktoren; Blutdruck nur Nebenendpunkt
Ergebnisse: diastolischer Blutdruck WMD −1,25 mmHg (−2,25 bis −0,26), systolischer nicht signifikant (Mohammadi 2024); Blutdruck unverändert (Jin 2024, 83 Pers.)
Ob Silymarin den Blutdruck senkt, ist unklar. Eine Meta-Analyse fand beim unteren Wert eine minimale Senkung um gut 1 mmHg, beim oberen Wert keinen Unterschied; eine Placebo-Studie sah keine Veränderung. 25, 9
Eiweißverlust im Urin und Nierenverschlechterung bei Diabetes bremsenunklarkeine Meta-Analyse; 2 Placebo-RCTs mit 60 und 102 Pers.Albumin-Kreatinin-Quotient MD −347 mg/g nach 3 Monaten
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und Eiweiß im Urin, zusätzlich zu ACE-Hemmern bzw. Sartanen; 3-mal 140 mg Silymarin
Ergebnisse: Albumin-Kreatinin-Quotient MD −347 mg/g (−690 bis −4) nach 3 Monaten (Fallahzadeh 2012, 60 Pers.); kein Unterschied bei Tod, Halbierung der Nierenfunktion oder Dialyse HR 0,62 (0,3 bis 1,2), Eiweiß im Urin unverändert, weniger Krankenhausaufenthalte (Voroneanu 2017, 102 Pers.)
Ob Silymarin die Nieren bei Diabetes schützt, ist offen. Eine kleine Studie fand nach drei Monaten weniger Eiweiß im Urin, eine größere und längere Studie sah weder beim Eiweiß noch bei der Nierenfunktion einen Unterschied. 77, 78
Körpergewicht und BMI senkenspricht dagegen33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Gewicht nicht im Abstract)BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert
Erwachsene mit Diabetes, Fettleber oder Übergewicht; Gewicht nur Nebenendpunkt der Stoffwechselstudien
Ergebnisse: BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert (Mohammadi 2024); BMI nicht signifikant (Soleymani 2022, 11 Studien; Malik 2024, 9 Studien, p = 0,1); offene RCT bei Typ-2-Diabetes: Gewichtsabnahme nach Adjustierung nicht verschieden (Ferdowsi 2024); BMI unverändert (Jin 2024)
Silymarin hilft nach den vorliegenden Studien eher nicht beim Abnehmen. Mehrere Meta-Analysen fanden keine Änderung von Gewicht oder BMI; eigene Studien zum Abnehmen gibt es nicht, das Gewicht wurde nur nebenbei erfasst. 25, 26, 27, 30
Haut, Hormone & Sonstiges 23
1 wahrscheinlich · 17 unklar · 5 nicht untersucht
Entzündungs- und Oxidationswerte im Blut senkenwahrscheinlich15 RCTs (Bahari 2024), Personenzahl nicht im AbstractCRP WMD −0,50 mg/l, MDA −1,19 nmol/ml, IL-6 −0,44 pg/ml
Erwachsene, vor allem mit Diabetes und Thalassämie; Laborwerte CRP, IL-6, MDA ohne eigene klinische Bedeutung
Ergebnisse: CRP WMD −0,50 mg/l (−0,95 bis −0,04), MDA −1,19 nmol/ml, IL-6 −0,44 pg/ml; IL-10, TAC, GSH unverändert (Bahari 2024); CRP SMD −0,63 (Xiao 2020); CRP nicht signifikant (Mohammadi 2024); Gesunde: CRP unverändert nach 14 Tagen (Vidimce 2021)
Silymarin senkt einige Entzündungs- und Oxidationswerte im Blut wahrscheinlich leicht, vor allem bei Diabetes. Ob das gesundheitlich etwas bedeutet, zeigen diese Laborwerte allein nicht; eine größere Auswertung sah beim CRP keinen Unterschied. 31, 25, 98
Milchmenge beim Stillen erhöhenunklarerste Hinweisekeine Meta-Analyse möglich (Cochrane Foong 2020); 1 Placebo-RCT mit 50 Frauen (Di Pierro 2008)Milchmenge +85,9 % vs
Stillende nach termingerechter Geburt; mikronisiertes Silymarin 420 mg täglich über 63 Tage; Studie mit Frühgeborenen-Müttern nutzte eine Kombination mit Geißraute (Galega) und Phosphatidylserin
Ergebnisse: Milchmenge +85,9 % vs. +32,1 % unter Placebo nach 63 Tagen (Di Pierro 2008); Kombination mit Galega bei Frühgeborenen-Müttern: 200 vs. 115 ml/Tag (Zecca 2016, 100 Frauen), MD 105 ml am Tag 7, niedrige Evidenz (Cragg 2026); Cochrane: Milchmenge für pflanzliche Mittel wegen I² 99 % nicht zusammenfassbar, sehr niedrige Evidenz (Foong 2020)
Ob Mariendistel die Milchmenge erhöht, ist unklar. Eine einzelne Studie mit 50 Frauen fand einen deutlichen Anstieg, die Cochrane-Übersicht konnte die Studien zu pflanzlichen Milchbildungsmitteln aber nicht zusammenrechnen und stuft die Evidenz als sehr niedrig ein. Die europäische Arzneimittelbehörde rät von Mariendistel in der Stillzeit ab, weil die Sicherheit nicht belegt ist. 34, 35, 79, 80, 81
Hitzewallungen in den Wechseljahren lindernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 80 Frauen (Saberi 2020)Hitzewallungen von 4,3 auf 1,3 pro Tag, Stärke von 5,3 auf 1,6, signifikant besser als …
Frauen in den Wechseljahren mit Hitzewallungen; Mariendistel-Extrakt 400 mg täglich über 12 Wochen
Ergebnisse: Hitzewallungen von 4,3 auf 1,3 pro Tag, Stärke von 5,3 auf 1,6, signifikant besser als Placebo (p < 0,001); Greene-Skala gebessert (Saberi 2020)
Eine einzelne iranische Placebo-Studie mit 80 Frauen fand deutlich weniger und schwächere Hitzewallungen unter Mariendistel-Extrakt. Bestätigende Studien fehlen, die Wirkung ist deshalb offen. 33
Beschwerden beim Wasserlassen bei gutartiger Prostatavergrößerung lindernunklarerste Hinweisekeine Meta-Analyse; 1 RCT mit 80 Männern (Valipour 2024), 1 Placebo-RCT mit Selen-Kombination, 55 Männer (Vostalova 2013)Silymarin allein senkte den IPSS-Beschwerdewert, Restharn und Prostatavolumen
Männer ab 50 mit gutartiger Prostatavergrößerung; Silymarin 480 mg täglich über 3 Monate, teils mit Vitamin D; Kombination mit Selen getrennt ausgewiesen
Ergebnisse: Silymarin allein senkte den IPSS-Beschwerdewert, Restharn und Prostatavolumen; PSA unverändert (Valipour 2024); Selen plus 570 mg Silymarin: IPSS, Harnfluss, Restharn und PSA besser als Placebo (Vostalova 2013, Kombination)
Ob Silymarin bei vergrößerter Prostata hilft, ist unklar. Zwei kleine Studien deuten an, dass es Beschwerden beim Wasserlassen lindern könnte; eine davon prüfte eine Kombination mit Selen. Neue Beschwerden beim Wasserlassen gehören ärztlich abgeklärt. 42, 82
PSA-Wert bei Prostatakrebs senkenunklarNetzwerk-Meta-Analyse, 28 Studien, 1.566 Pers., 16 Pflanzenextrakte (Huang 2024)Silibinin mit Selen höchster Rang für PSA-Senkung, Silibinin allein höchster Rang für …
Männer mit Prostatakrebs; Silibinin allein oder mit Selen; nur Laborwerte (PSA, IGF-1), keine Krankheitsverläufe
Ergebnisse: Silibinin mit Selen höchster Rang für PSA-Senkung (SUCRA 74 %), Silibinin allein höchster Rang für IGF-1 (84,6 %); Effektgrößen nicht im Abstract (Huang 2024)
Ob Mariendistel bei Prostatakrebs etwas bewirkt, ist unklar. Eine Netzwerk-Auswertung vieler Pflanzenextrakte setzte Silibinin bei PSA und IGF-1 auf vordere Ränge, nennt aber keine Effektgrößen; Studien zu Fortschreiten oder Überleben fehlen. 83
Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) zusätzlich zur Lichttherapie bessernunklar1 Placebo-RCT mit 34 Pers. (Jowkar 2020)VASI-Wert in beiden Gruppen gesunken, unter Silymarin stärker
Pers. mit Vitiligo unter Schmalband-UVB-Lichttherapie; Silymarin-Kapseln oder Placebo zusätzlich
Ergebnisse: VASI-Wert in beiden Gruppen gesunken, unter Silymarin stärker (Jowkar 2020)
Ob Silymarin bei Vitiligo hilft, ist unklar. In einer sehr kleinen Studie besserte sich die Weißfleckenkrankheit unter Lichttherapie mit zusätzlichem Silymarin etwas stärker als mit Placebo. 86
Entzündung der Mundschleimhaut bei Bestrahlung verhindernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 27 Pers. (Elyasi 2016); Meta-Analyse nicht möglich (Raza 2022)Schweregrad der Mukositis in Woche 1 bis 6 niedriger, späteres Auftreten
Pers. mit Kopf-Hals-Krebs unter Strahlentherapie; Silymarin-Tabletten 420 mg täglich über 6 Wochen
Ergebnisse: Schweregrad der Mukositis in Woche 1 bis 6 niedriger, späteres Auftreten (Elyasi 2016); nur eine Silymarin-Studie, keine Meta-Analyse (Raza 2022)
Ob Silymarin die Mundschleimhaut bei Bestrahlung schützt, ist unklar. Eine sehr kleine Placebo-Studie fand eine mildere Entzündung unter Silymarin-Tabletten, weitere Studien fehlen. 91, 92
Nierenschäden durch Medikamente (Cisplatin, Vancomycin) verhindernunklarwidersprüchlich7 Studien in der Meta-Analyse (Frounchi 2025, Kreatinin); 3 Placebo-RCTs mit 60 bis 66 Pers.Kreatinin Hedges g −1,23, I² 93 %, signifikant bei medikamentenbedingtem akutem …
Erwachsene unter Cisplatin-Chemotherapie oder dem Antibiotikum Vancomycin; Silymarin-Tabletten oder Nano-Silymarin vorbeugend
Ergebnisse: Kreatinin Hedges g −1,23 (−2,02 bis −0,43), I² 93 %, signifikant bei medikamentenbedingtem akutem Nierenschaden, nicht bei chronischer Nierenerkrankung (Frounchi 2025); Cisplatin: akuter Nierenschaden und Elektrolytverluste nicht verschieden (Shahbazi 2015); Vancomycin: weniger Nierenschäden (Karimian 2025, 66 Pers.; Soleimani 2026, 60 Pers., Nano-Formulierung)
Ob Silymarin die Nieren vor schädigenden Medikamenten schützt, ist offen. Zwei kleine Studien mit dem Antibiotikum Vancomycin fanden weniger Nierenschäden, eine Studie mit dem Krebsmittel Cisplatin keinen Schutz. Die Meta-Analyse der wenigen Studien ist sehr uneinheitlich. 93, 94, 95, 96
Eisenüberladung bei Thalassämie zusätzlich zu Eisenentzugsmitteln senkenunklarwidersprüchlich8 Studien, 477 Pers. (Darvishi-Khezri 2021)Ferritin WMD −1,79, I² 96 %
Kinder und Erwachsene mit transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie, Silymarin zusätzlich zu Chelatbildnern
Ergebnisse: Ferritin WMD −1,79 (−2,86 bis −0,72), I² 96 %; Lebereisen 2 Studien, 106 Pers., WMD 0,74 (−1,62 bis 3,10), nicht signifikant; Fazit der Autoren: kein Beleg für weniger Eisenlast (Darvishi-Khezri 2021)
Ob Silymarin bei Thalassämie die Eisenlast senkt, ist unklar. In einer Meta-Analyse sank zwar der Ferritinwert, aber nicht das Eisen in der Leber; die Autoren sehen keinen Beleg für eine geringere Eisenlast. 97
Zwanghaftes Haareausreißen (Trichotillomanie) verringernunklar1 Placebo-RCT mit 20 Pers. (Grant 2019)Hauptendpunkt nicht verschieden von Placebo
Kinder und Erwachsene mit Trichotillomanie; 300 bis 600 mg täglich, Crossover je 6 Wochen
Ergebnisse: Hauptendpunkt (NIMH-Schweregrad) nicht verschieden von Placebo; einzelne Nebenendpunkte gebessert (Grant 2019)
Ob Mariendistel gegen zwanghaftes Haareausreißen hilft, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie mit 20 Teilnehmenden verfehlte sie das Hauptziel. 39
Glücksspielsucht bessernunklar1 Placebo-RCT mit 43 Pers. (Grant 2024)PG-YBOCS −56 % unter Silymarin vs
Erwachsene mit Spielsucht; Silymarin 300 bis 600 mg täglich über 8 Wochen
Ergebnisse: PG-YBOCS −56 % unter Silymarin vs. −57 % unter Placebo, kein Unterschied in allen Endpunkten (Grant 2024)
Ob Silymarin bei Glücksspielsucht hilft, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie war es nicht besser als Placebo, beide Gruppen besserten sich gleich stark. 40
Verlauf der Alzheimer-Demenz zusätzlich zur Behandlung verbessernunklar1 Placebo-RCT mit 33 Pers. (Navabi 2024)MMSE von 10,4 auf 13,4 Punkte unter Silymarin, MDA gesenkt
Pers. mit Alzheimer-Demenz, 3-mal 150 mg Silymarin zusätzlich zur üblichen Behandlung, 3 Monate, einfach verblindet
Ergebnisse: MMSE von 10,4 auf 13,4 Punkte unter Silymarin (Vergleich vor/nach), MDA gesenkt; Gruppenvergleich nicht im Abstract (Navabi 2024)
Ob Silymarin bei Alzheimer hilft, ist unklar. Eine sehr kleine, nur einfach verblindete Studie berichtet bessere Gedächtniswerte unter zusätzlichem Silymarin, nennt aber vor allem den Vorher-nachher-Vergleich. 100
Beschwerden bei allergischem Schnupfen lindernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 94 randomisiert, 60 ausgewertet (Bakhshaee 2011)SNOT-20 in beiden Gruppen gebessert, unter Silymarin stärker
Erwachsene mit allergischer Rhinitis, Silymarin oder Placebo zusätzlich zu Antihistaminika, 1 Monat
Ergebnisse: SNOT-20 in beiden Gruppen gebessert, unter Silymarin stärker (p < 0,001); Eosinophile und Botenstoffe unverändert, IgE gestiegen (Bakhshaee 2011)
Ob Silymarin bei Heuschnupfen hilft, ist unklar. Eine Placebo-Studie fand eine stärkere Besserung der Nasenbeschwerden mit zusätzlichem Silymarin, ein Drittel der Teilnehmenden fiel aber heraus; Bestätigungen fehlen. 43
Schmerzen und Zystengröße bei Endometriose verringernunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT mit 70 Frauen (Mirzaei 2022)Zystenvolumen, IL-6 und Schmerzen gesunken
Frauen mit Endometriose-Zysten (Endometriom), 140 mg Silymarin 2-mal täglich über 12 Wochen
Ergebnisse: Zystenvolumen (p = 0,04), IL-6 (p = 0,002) und Schmerzen (p < 0,001) gesunken; Lebensqualität und Sexualfunktion unverändert (Mirzaei 2022)
Ob Silymarin bei Endometriose hilft, ist unklar. Eine iranische Placebo-Studie mit 70 Frauen fand weniger Schmerzen und etwas kleinere Zysten, aber keine bessere Lebensqualität; Bestätigungen fehlen. 36
Verlauf von COVID-19 bei Krankenhauspatienten verbessernunklar1 Placebo-RCT mit 50 Pers. (Aryan 2022)Zeit bis zum Abklingen der Beschwerden, Laborwerte und Liegedauer nicht verschieden
Erwachsene im Krankenhaus mit COVID-19, Nano-Silymarin 3-mal 70 mg über 2 Wochen
Ergebnisse: Zeit bis zum Abklingen der Beschwerden, Laborwerte und Liegedauer nicht verschieden; ALT gesunken (Aryan 2022)
Ob Silymarin bei COVID-19 hilft, ist unklar. In einer kleinen Placebo-Studie im Krankenhaus veränderte es den Verlauf nicht. 44
Pigmentflecken (Melasma) mit Silymarin-Creme aufhellenauf der HautErwachsene mit Melasma; Silymarin-Cremeunklarerste Hinweisekeine Meta-Analyse; 1 RCT mit 96 Pers. (Altaei 2012)deutliche Aufhellung und kleinere Flecken mit Silymarin-Creme, dosisabhängig
Ergebnisse: deutliche Aufhellung und kleinere Flecken mit Silymarin-Creme, dosisabhängig; keine Nebenwirkungen (Altaei 2012); Halbseitenvergleich mit 2 % Hydrochinon, 23 Pers.: Helligkeit +14,6 vs. +12,8 % (n. s.), mMASI −7,1 % (n. s.) vs. −18,0 % (p = 0,02), weniger Nebenwirkungen (Wattanakrai 2022)
Ob Silymarin-Creme Melasma-Flecken aufhellt, ist unklar. Eine Studie fand eine deutliche Aufhellung, die Darstellung ist allerdings auffallend positiv; im Halbseitenvergleich wirkte die übliche Hydrochinon-Creme etwas besser, Silymarin wurde besser vertragen. Unabhängige Placebo-Studien fehlen. 38, 85
Hand-Fuß-Syndrom unter Chemotherapie mit Silymarin-Gel verhindernauf der Hautunklarerste HinweiseNetzwerk-Meta-Analyse, 19 RCTs, 2.192 Pers. (Baskarane 2026); 1 Placebo-RCT mit 40 Pers. (Elyasi 2017)Hand-Fuß-Syndrom ab Grad 2 OR 0,08 gegenüber Placebo, jeder Grad nicht signifikant
Pers. mit Krebs unter Capecitabin; Gel mit 1 % Silymarin an Handflächen und Fußsohlen ab Therapiebeginn
Ergebnisse: Hand-Fuß-Syndrom ab Grad 2 OR 0,08 (0,01 bis 0,71) gegenüber Placebo, jeder Grad nicht signifikant (Baskarane 2026); Schweregrad nach 9 Wochen niedriger, späteres Auftreten (Elyasi 2017)
Ob ein Silymarin-Gel das Hand-Fuß-Syndrom unter dem Krebsmittel Capecitabin verringert, ist unklar. Eine kleine Placebo-Studie fand das, und eine Netzwerk-Analyse setzt es deshalb weit oben, betont aber, dass eine größere Studie zur Bestätigung fehlt. Vor der Anwendung gehört das Gespräch mit dem Behandlungsteam. 87, 88
Hautentzündung durch Bestrahlung mit Silymarin-Gel verhindernauf der HautFrauen mit Brustkrebs unter Strahlentherapie; Gel mit 1 % Silymarinunklarerste HinweiseNetzwerk-Meta-Analyse, 18 RCTs, 2.177 Pers., Pflanzenmittel (Li 2025); 1 Placebo-RCT mit 40 Frauen (Karbasforooshan 2019)Strahlendermatitis ab Grad 2 RR 0,05 gegenüber Standardpflege, ab Grad 3 kein Mittel …
Ergebnisse: Strahlendermatitis ab Grad 2 RR 0,05 (0,00 bis 0,87) gegenüber Standardpflege, ab Grad 3 kein Mittel überlegen (Li 2025); Schweregrad ab Woche 3 niedriger (Karbasforooshan 2019)
Ob ein Silymarin-Gel Hautreaktionen bei Bestrahlung mildert, ist unklar. Eine kleine Placebo-Studie bei Brustbestrahlung fand das, und in einer Netzwerk-Analyse schnitt es unter den Pflanzenmitteln am besten ab; die Grundlage ist aber schmal. 89, 90
Akne bessernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 RCT mit 60 Pers. gegen Doxycyclin (Shie Morteza 2019)Silymarin allein nach GAGS nicht verschieden von Doxycyclin, nach ASI schwächer
Jugendliche und Erwachsene mit Akne; Silymarin-Kapseln im Vergleich mit dem Antibiotikum Doxycyclin, ohne Placebo; Creme eigene Zeile
Ergebnisse: Silymarin allein nach GAGS nicht verschieden von Doxycyclin (p = 0,260), nach ASI schwächer (p = 0,021); Kombination nicht signifikant besser als Doxycyclin allein (Shie Morteza 2019)
Mariendistel-Kapseln gegen Akne sind nicht untersucht: Es gibt keinen Vergleich mit Placebo. In einer kleinen Vergleichsstudie wirkten sie schwächer als das Antibiotikum Doxycyclin, und zusätzlich gegeben verbesserten sie dessen Wirkung nicht signifikant. 37
Zwangsstörung bessernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 RCT mit 35 Pers. gegen Fluoxetin (Sayyah 2010)kein Unterschied zu Fluoxetin 30 mg nach 8 Wochen
Erwachsene mit Zwangsstörung; Extrakt 600 mg täglich im Vergleich mit Fluoxetin, ohne Placebo
Ergebnisse: kein Unterschied zu Fluoxetin 30 mg nach 8 Wochen (Sayyah 2010); in einer Meta-Analyse nur 1 Silymarin-Studie, einzeln nicht besser als Placebo (Kishi 2022)
Gegen Placebo ist Mariendistel bei Zwangsstörung nicht untersucht. In einer kleinen Studie mit 35 Teilnehmenden schnitt sie gegen das Antidepressivum Fluoxetin nicht schlechter ab, was ohne Placebo-Vergleich wenig aussagt; eine Zwangsstörung gehört in fachärztliche Behandlung. 41, 99
Beschwerden bei rheumatoider Arthritis zusätzlich zur Basistherapie lindernnicht untersucht1 kontrollierte Pilotstudie mit 122 Pers., Kontrolle ohne Placebo (Zugravu 2024)weniger druckschmerzhafte und geschwollene Gelenke, kürzere Morgensteifigkeit, …
Erwachsene mit aktiver rheumatoider Arthritis unter Basistherapie (DMARD); Silymarin 300 mg täglich über 8 Wochen; Kontrollgruppe ohne Placebo
Ergebnisse: weniger druckschmerzhafte und geschwollene Gelenke, kürzere Morgensteifigkeit, geringere Krankheitsaktivität, weniger Müdigkeit (Zugravu 2024)
Gegen Placebo ist Silymarin bei rheumatoider Arthritis nicht untersucht. Eine Pilotstudie fand weniger Beschwerden mit zusätzlichem Silymarin, die Vergleichsgruppe bekam aber kein Placebo. 101
Kniearthrose-Beschwerden lindernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 RCT mit 220 Pers. gegen Schmerzmittel (Hussain 2009)IL-1α, IL-8, C3 und C4 unter Silymarin 300 mg/Tag nach 8 Wochen gesunken
Pers. mit Kniearthrose; Vergleich mit den Schmerzmitteln Piroxicam und Meloxicam, ohne Placebo
Ergebnisse: IL-1α, IL-8, C3 und C4 unter Silymarin 300 mg/Tag nach 8 Wochen gesunken (Vergleich vor/nach); Schmerzen oder Beweglichkeit nicht im Abstract berichtet (Hussain 2009)
Bei Kniearthrose gibt es nur eine Vergleichsstudie mit Schmerzmitteln, die Entzündungswerte im Blut maß, aber keine Beschwerden. Ob Mariendistel Arthrose-Beschwerden lindert, ist nicht untersucht. 102
Akne mit Silymarin-Creme bessernauf der Hautnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 Halbseiten-Studie mit 30 Pers. (Atallah 2024)Akne auf beiden Gesichtshälften gebessert, kein Unterschied zum Salicylsäure-Peeling
Leichte bis mittelschwere Akne; Creme mit 1,4 % Silymarin im Halbseitenvergleich mit Salicylsäure-Peeling
Ergebnisse: Akne auf beiden Gesichtshälften gebessert, kein Unterschied zum Salicylsäure-Peeling; keine Nebenwirkungen der Creme (Atallah 2024)
Ob eine Silymarin-Creme gegen Akne wirkt, ist nicht untersucht, denn ein Vergleich mit wirkstofffreier Creme fehlt. In einer kleinen Studie wirkte sie ähnlich wie ein Salicylsäure-Peeling. 84
Ist Mariendistel gut für die Leber?
Dass der Extrakt die Leberwerte bei Fettleber senkt, ist gut belegt, aber der Effekt ist klein. Gemessen wurde vor allem ALT, ein Enzym, das ins Blut gelangt, wenn Leberzellen leiden, und das deshalb bei fast jeder Blutprobe zur Leber mitbestimmt wird. Fünf Sammelauswertungen kommen übereinstimmend zum selben Schluss.3 Doch im Mittel sank ALT nur um rund 5 bis 7 Einheiten pro Liter (U/l).45 Dazu wertet die Cochrane-Übersicht die Gewissheit dieses Ergebnisses als sehr niedrig, und die Autoren einer weiteren Auswertung halten den Unterschied für klinisch kaum bedeutsam, also im Alltag kaum spürbar.6
Genau hier liegt der Haken. Ein niedrigerer Leberwert ist nur ein Hinweis, ob es der Leber besser geht, kein Beweis. Ob unter Mariendistel aber weniger Narben entstehen, ob seltener eine Zirrhose folgt oder ob Menschen länger leben, hat keine Studie gezeigt. Wer erhöhte Leberwerte hat, braucht deshalb zuerst eine Diagnose. Und eine Auswertung fand die Werte vor allem dann gesenkt, wenn zugleich Ernährung und Bewegung umgestellt wurden.7
So wurde gemessen
- Cochrane-Übersicht (17 randomisierte Studien, 2.069 Erwachsene mit Fettleber): Silymarin allein gegen Placebo oder keine Behandlung senkte ALT um 7,2 U/l (10,6 bis 3,8 U/l; 6 Studien, 409 Personen), Gewissheit sehr niedrig.4
- Auswertung mehrerer Pflanzenstoffe: ALT um 6,4 U/l und AST um 7,0 U/l niedriger, 5 Placebo-Studien.5 Größte Sammelarbeit: ALT bei Fettleber deutlich gesenkt, Teilgruppe mit 13 Studien.3
- Einordnung: 3 Studien mit 264 Personen, SMD −0,59, von den Autoren als klinisch nicht relevant bewertet.6
Hilft Mariendistel bei Fettleber?
Beim Fett in der Leber selbst ist ein Nutzen wahrscheinlich, aber nicht sicher. Die größte Auswertung mit 26 Studien fand in Gewebeproben deutlich öfter eine Besserung der Verfettung.8 Wie viele Studien genau dazu beitrugen, nennt sie aber nicht, und die Cochrane-Übersicht sah in zwei Placebo-Studien mit Gewebeproben keinen klaren Unterschied.4 Auch eine Studie, die das Leberfett genau per Ultraschall maß, fand keine Änderung.9 Das dämpft die Freude.
Ob Mariendistel die Vernarbung (Fibrose) der Leber aufhält, ist offen. Dabei gab die größte Studie mit Gewebeproben, eine Arbeit aus Malaysia, Menschen mit entzündeter Fettleber ein Jahr lang 2.100 mg am Tag. Danach zeigte sich häufiger weniger Narbengewebe, doch ihr eigentliches Ziel, eine Besserung der Entzündung, verfehlte die Studie.10 Eine zweite Studie aus den USA sah dagegen gar keinen Nutzen, die Narben besserten sich dort unter Placebo am meisten.11 Zu besser aufnehmbaren Formen wie dem Mariendistel-Komplex ist die Lage ebenfalls unklar.
So wurde gemessen
- Leberfett: 26 Studien mit 2.375 Personen, Besserung der Verfettung in der Gewebeprobe gut dreimal so wahrscheinlich (OR 3,25);8 Cochrane: 2 Placebo-Studien mit 177 Personen, kein gesicherter Unterschied;4 83 Personen, 24 Wochen, Leberfett (CAP) unverändert.9
- Fibrose: 99 Personen, 48 Wochen, Fibrose gebessert bei 22 gegenüber 6 %, Hauptziel verfehlt (33 gegenüber 26 %);10 78 Personen, 48 Wochen, kein Vorteil.11
Kann Mariendistel die Leber entgiften?
Entgiften ist kein Ziel, das eine Studie gemessen hat, und eine gesunde Leber braucht dafür keine Hilfe. Untersucht wurde stattdessen, ob sich die Leberwerte bei verschiedenen Krankheiten bessern. Bei Schäden durch Alkohol ist das wahrscheinlich, denn zwei Auswertungen fanden niedrigere Werte.12 Die wichtigste beruht aber auf weniger als 500 Menschen, und verglichen wurde dort meist mit anderen Lebermitteln statt mit Placebo.
Über alle Lebererkrankungen zusammen spricht die Studienlage eher dagegen, dass die Leberwerte verlässlich sinken. Eine Auswertung nur aus Placebo-Studien fand keinen gesicherten Unterschied,13 und neuere Sammelarbeiten sehen eine Senkung vor allem dort, wo Studien zur Fettleber mitgezählt sind. Wer nach einem Abend mit viel Alkohol die Leber „reinigen“ will, findet in den Studien keinen Grund dafür.
So wurde gemessen
Hilft Mariendistel bei Zirrhose und Hepatitis?
Bei der Zirrhose, der vernarbten Leber, spricht die Studienlage eher dagegen, dass Mariendistel Leben verlängert. Eine frühe Studie aus Österreich hatte noch ein längeres Überleben gefunden, dabei aber Abbrecher ausgeschlossen.14 Dagegen folgte die größere Studie aus Spanien 200 Menschen mit Zirrhose durch Alkohol über zwei Jahre, und am Ende waren in beiden Gruppen fast gleich viele gestorben.15 Auch die Cochrane-Übersicht fand insgesamt keine geringere Sterblichkeit.16 Das wiegt schwer.
Ähnlich klar ist das Bild bei Hepatitis C: Tabletten helfen hier eher nicht. In der größten Studie bekamen 154 Menschen in den USA ein halbes Jahr lang bis zum Fünffachen der üblichen Menge, und weder Leberwerte noch Viren besserten sich stärker als mit Placebo.17 Etwas ganz anderes sind Infusionen mit reinem Silibinin, die in einer winzigen Studie um eine Lebertransplantation die Viren drückten.18 Das ist Klinik. Auf Kapseln lässt es sich nicht übertragen, zumal Hepatitis C heute mit sehr wirksamen Mitteln gegen das Virus behandelt wird. Bei Hepatitis B ist die Lage unklar, die einzige Auswertung hält ihre Daten selbst für zu dünn.19
So wurde gemessen
- Cochrane-Übersicht: 18 randomisierte Studien mit 1.088 Personen mit Leberleiden durch Alkohol oder Viren; Sterblichkeit RR 0,78 (0,53 bis 1,15), nicht gesichert; weniger Tote durch die Leber nur, wenn schwache Studien mitzählen.16
- Spanien: 200 Personen, 450 mg täglich über 2 Jahre, 15 gegenüber 14 Todesfälle.15 Österreich: 170 Personen, 420 mg täglich, Überleben nach 4 Jahren 58 gegenüber 39 %, Abbrecher nicht ausgewertet.14
- Hepatitis C: 154 Personen, 1.260 oder 2.100 mg täglich über 24 Wochen, Zielwert bei ALT in jeder Gruppe nur bei 2 Personen erreicht.17 Infusion: 14 Personen vor und nach Transplantation.18
Hilft Mariendistel bei einer Knollenblätterpilz-Vergiftung?
In kontrollierten Studien ist das nicht untersucht, obwohl Kliniken reines Silibinin seit Jahrzehnten als Infusion geben. Die Vergiftung ist selten, und eine hochwertige Studie mit Zufallszuteilung gibt es bis heute nicht.20 Eine Sammlung von 877 Fällen aus der Literatur fand mit Silibinin zwar ein besseres Überleben, bei sicher nachgewiesener Vergiftung war der Unterschied aber nicht mehr gesichert.21 Trotz dieser Behandlung sterben weiterhin etwa zehn von hundert Vergifteten.20
Mit Kapseln hat das nichts zu tun. Denn bei der Infusion handelt es sich um Notfallmedizin im Krankenhaus, und eine Kapsel ersetzt bei einer Pilzvergiftung keine Minute davon.
Notfall
Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Schützt Mariendistel die Leber bei Medikamenten und Chemotherapie?
Ob Mariendistel die Leber vor belastenden Medikamenten schützt, ist offen, die Studien widersprechen sich. Am besten untersucht sind dabei Mittel gegen Tuberkulose, und eine Auswertung von fünf Studien fand nach vier Wochen nur ein Drittel so viele Leberschäden wie unter Placebo.22 Doch die größte Einzelstudie aus China mit 370 Menschen sah keinen Schutz: Mögliche Leberschäden traten mit der Pflanze bei 43,7 gegenüber 35,8 Prozent auf, und nach strenger Zählung lag der Anteil gesichert höher.23
Bei der Chemotherapie ist es ähnlich. Auch kleine Studien bei Brustkrebs und bei Kindern mit Leukämie fanden teils etwas bessere Leberwerte, teils keinen Unterschied.24 Vor jeder Einnahme während einer Krebsbehandlung gehört das Gespräch mit dem Behandlungsteam, denn Pflanzenstoffe können in den Abbau anderer Mittel eingreifen. Bei Nieren, die durch Medikamente belastet sind, ist die Lage ebenso unklar.
So wurde gemessen
Hat Mariendistel eine Wirkung beim Abnehmen?
Beim Abnehmen hilft Mariendistel eher nicht, auch wenn genau das oft versprochen wird. Eigene Studien zum Abnehmen gibt es nicht. Stattdessen wurde das Gewicht nur nebenbei erfasst, in Studien zu Diabetes, Fettleber und Blutfetten. Dort zeigte die größte Auswertung mit 33 Studien keine Änderung von Gewicht oder BMI.25 Zwei weitere Auswertungen fanden ebenfalls nichts.2627
Woher kommt dann der Ruf? Vermutlich aus der Fettleber, denn wer dort Gewicht verliert, verbessert seine Werte deutlich, und Mariendistel wird oft zusammen mit einer Diät empfohlen, sodass sich beides im Kopf leicht vermischt. Eine Auswertung fand die Leberwerte nur dort gesenkt, wo Mariendistel mit Diät oder mehr Bewegung kombiniert war.7 Der Erfolg gehört dann eher der Diät. Die Kapsel fährt nur mit. Umgekehrt trat in den Studien aber auch keine Gewichtszunahme durch Mariendistel auf.
So wurde gemessen
Senkt Mariendistel Cholesterin und Blutfette?
LDL-Cholesterin und Triglyceride sinken wahrscheinlich etwas. Drei Auswertungen kommen zu diesem Ergebnis, im Mittel um 10 bis 17 mg/dl beim LDL, dem ungünstigen Cholesterin.2526 Dabei sind Mischungen mit Berberin, einem anderen Pflanzenstoff, nicht mitgezählt, weil sich ihr Effekt nicht der Mariendistel zuschreiben lässt. Für ein „gut belegt“ reicht das nicht, weil die Auswertungen nicht für jeden Blutwert getrennt angeben, wie viele Studien ihn gemessen haben. Ganz einig sind sich die Studien zudem nicht, denn eine ältere Auswertung sah beim LDL nur dann eine Senkung, wenn Mariendistel mit anderen Mitteln kombiniert war.28
Auch bei den Triglyceriden, den Fetten im Blut, fanden die großen Auswertungen eine Senkung um gut 20 mg/dl,25 zwei kleinere nur mit Diabetes dagegen keine.29 Das ist ein Laborwert, kein Schutz vor dem Herzinfarkt, denn ob weniger Menschen einen bekommen, hat keine Studie geprüft. Gegen hohes Cholesterin bleiben Ernährung, Bewegung und, wo nötig, Medikamente der belegte Weg.
So wurde gemessen
Blutzucker, Blutdruck und Entzündungswerte
Beim Blutzucker ist die Wirkung unklar, die Studien widersprechen sich. Gemessen wurde vor allem der Langzeitzucker, der zeigt, wie hoch der Zucker über Wochen im Schnitt lag. Einige Auswertungen finden ihn gesenkt, eine mit elf Studien aber nicht,26 und eine neuere Studie über drei Monate sah keine Änderung.30 Fast alle Studien stammen aus dem Iran, sind klein und laufen nur Wochen. Eine Diabetesbehandlung ersetzt das nicht. Bei der Insulinresistenz, dem Blutdruck und den Nieren bei Diabetes ist die Lage ebenso unklar.
Etwas klarer ist das Bild bei Entzündungen. Die Entzündungswerte im Blut sinken wahrscheinlich leicht, vor allem bei Diabetes: Eine Auswertung von 15 Studien fand den gängigen Wert CRP etwas niedriger.31 Was das für die Gesundheit heißt, zeigt dieser Laborwert allein aber nicht, und eine größere Auswertung sah beim CRP keinen Unterschied.25
So wurde gemessen
Mariendistel für Frauen: Wirkung auf Hormone, Wechseljahre und Stillen
Bei Frauen gibt es nur einzelne kleine Studien, die Lage ist unklar. Zu Hormonwerten wie Östrogen fanden wir keine Studie am Menschen, obwohl das oft gesucht wird, und bekannt ist nur, dass einige Stoffe der Pflanze im Verdacht stehen, ähnlich wie Östrogen zu wirken.32 Immerhin fand in den Wechseljahren eine Studie aus dem Iran mit 80 Frauen deutlich weniger Hitzewallungen mit Mariendistel als mit Placebo.33 Bestätigt hat das bisher niemand.
Beim Stillen soll die Pflanze mehr Milch bringen. Eine Studie mit 50 Frauen fand das, wurde aber vom Hersteller des Präparats durchgeführt,34 und die Cochrane-Übersicht konnte die Studien zu pflanzlichen Mitteln für die Milch gar nicht erst zusammenrechnen.35 Hinzu kommt, dass die EMA Mariendistel in der Stillzeit nicht empfiehlt, weil die Sicherheit für das Kind nicht belegt ist.2 Bei Endometriose, einer schmerzhaften Krankheit der Gebärmutterschleimhaut, fand eine kleine Studie weniger Schmerzen,36 doch auch dieser Befund wartet noch auf eine Bestätigung.
Welche weiteren Wirkungen hat Mariendistel?
Für Haut, Psyche und viele weitere Leiden gibt es höchstens erste Hinweise aus einzelnen Studien. Bei Akne wurden Kapseln nie mit Placebo verglichen, und gegen das Antibiotikum Doxycyclin schnitten sie schwächer ab.37 Cremes und Gele sind eine eigene Sache. Bei Pigmentflecken, der Haut unter Bestrahlung und dem Hand-Fuß-Syndrom unter einem Krebsmittel gibt es kleine Studien mit ersten Erfolgen, bei Pigmentflecken war eine übliche Creme aber etwas besser.38
Nüchtern fällt auch die Bilanz bei der Psyche aus. Gerade bei zwanghaftem Haareausreißen und bei Spielsucht war Mariendistel in je einer Placebo-Studie nicht besser als das Scheinpräparat.3940 In der Studie zur Spielsucht besserten sich beide Gruppen um mehr als die Hälfte, was zeigt, wie viel allein die Erwartung und die Zuwendung in einer Studie bewirken, und warum Erfahrungsberichte ohne Vergleichsgruppe so wenig aussagen. Für Zwangsstörungen gibt es nur einen Vergleich mit einem Antidepressivum ohne Placebo, sodass die Wirkung dort nicht untersucht ist.41
Ähnlich sieht es bei Prostata, Gelenken und Heuschnupfen aus. Für die vergrößerte Prostata deuten zwei kleine Studien weniger Beschwerden beim Wasserlassen an, eine davon mit Selen gemischt.42 Eine Studie zum Heuschnupfen, aus der ein Drittel der Teilnehmenden ausstieg, fand etwas mildere Beschwerden.43 Bei Arthrose und Rheuma fehlt ein Vergleich mit Placebo ganz, und bei Covid im Krankenhaus änderte sich der Verlauf nicht.44
Unsere Einordnung
Mariendistel senkt die Leberwerte bei Fettleber gut belegt, aber so wenig, dass es im Alltag kaum zählt, und ein Nutzen für die Leber selbst ist nicht gezeigt. Bei Zirrhose, Hepatitis C und beim Abnehmen spricht die Studienlage eher dagegen. Bei LDL-Cholesterin und Triglyceriden ist ein kleiner Effekt wahrscheinlich.
Welche Versprechen über Mariendistel halten nicht?
Drei verbreitete Versprechen gehen klar über die Studien hinaus. Das erste ist das Entgiften. Keine Studie hat es gemessen, und die gesunde Leber erledigt diese Arbeit ohne Hilfe. Das zweite ist der Schutz vor Leberzirrhose. Gerade dort fanden die großen Studien kein längeres Leben.1516
Das dritte ist das Abnehmen, das vor allem Mischungen mit Artischocke, Löwenzahn oder Berberin versprechen. Mariendistel allein veränderte das Gewicht in keiner großen Auswertung,25 und die Mischungen selbst wurden nicht geprüft. Natürlich heißt zudem nicht harmlos. Bei einer Allergie gegen Korbblütler nennt die EMA allergische Reaktionen bis hin zum allergischen Schock; wie oft sie vorkommen, ist ungeklärt.2
Ist Mariendistel sicher?
Für Erwachsene ist Mariendistel nach den Studien gut verträglich: Nebenwirkungen waren nicht häufiger als unter Placebo, es wurde also kein Schaden gefunden.16 Das gilt selbst für das Fünffache der üblichen Menge über ein halbes Jahr.17 Dabei treten am ehesten leichte Beschwerden an Magen und Darm oder Kopfweh auf.2 Gewicht und Blutdruck stiegen in den Studien nicht.
Es gibt aber klare Grenzen. So rät die EMA ab bei einer Allergie gegen Korbblütler wie Ambrosia, Arnika oder Kamille. Auch für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt sie die Pflanze nicht, weil dort Daten fehlen.2 Ungeklärt sind auch die Wechselwirkungen von Mariendistel mit anderen Medikamenten. Zwar blieben die Abbauwege in der Leber meist unberührt, doch die Spiegel des Blutdrucksenkers Losartan und des Betablockers Talinolol veränderten sich,4546 und ein Fallbericht beschreibt einen Mann unter dem Blutverdünner Warfarin, dessen Gerinnungswert von 2,6 auf 4,1 stieg.47
Warnzeichen
Bei gelber Haut, gelben Augen, dunklem Urin oder hellem Stuhl ist sofort ärztliche Abklärung nötig. Bei Atemnot, Schwellungen von Gesicht oder Zunge oder Kreislaufproblemen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Nebenwirkungen: 13 randomisierte Studien mit 915 Personen, Risiko 0,83-mal so hoch wie unter Placebo, keine schweren Ereignisse;16 2.100 mg täglich über 24 Wochen wie Placebo.17
- Wechselwirkungen: 12 gesunde Männer, Losartan-Umwandlung gebremst;45 18 gesunde Männer, Talinolol-Menge im Blut um 36 % höher;46 Einzelfall, INR von 2,6 auf 4,1 unter Warfarin.47
Allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock auslösenungeklärtkeine kontrollierte Studie zu Allergien; Behördenangabe (EMA 2018) und 2 Fallberichte
Ergebnisse: in den Placebo-Studien keine gehäuften Allergien berichtet; EMA: Gegenanzeige bei Korbblütler-Allergie, allergische Reaktionen bis zur Anaphylaxie möglich; Fallberichte: Anaphylaxie nach Mariendistelsamen (Planas-Vinos 2025), bullöses Pemphigoid (Gamissans 2022)
Ob und wie häufig Mariendistel Allergien auslöst, ist ungeklärt; kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Die europäische Arzneimittelbehörde nennt Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Asthma und allergischen Schock mit unbekannter Häufigkeit und rät bei Allergie gegen Korbblütler von der Einnahme ab. Einzelne Fallberichte beschreiben einen allergischen Schock nach Mariendistelsamen und eine blasenbildende Hauterkrankung.
Was tun? Bei Allergie gegen Korbblütler wie Ambrosia, Arnika oder Kamille keine Mariendistel einnehmen. Bei Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Zunge oder Kreislaufproblemen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Menschen mit bekannter Korbblütler-Allergie (in Studien nicht gezielt untersucht)
- Gegenanzeige: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Als Nebenwirkungen werden allergische Reaktionen wie Hautentzündung, Nesselsucht, Ausschlag, Juckreiz, Anaphylaxie und Asthma genannt, Häufigkeit unbekannt. EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
- Ein Fallbericht beschreibt einen allergischen Schock nach dem Verzehr von Mariendistelsamen (kein Abstract, Angabe nach Titel). Planas-Vinos et al. 2025
- Ein Fallbericht beschreibt ein bullöses Pemphigoid, eine blasenbildende Hauterkrankung, das durch Mariendistel ausgelöst worden sein soll (kein Abstract, Angabe nach Titel). Gamissans et al. 2022
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Wirkung anderer Medikamente verändern (Wechselwirkungen)ungeklärtkeine Meta-Analyse zu Silymarin allgemein; 6 Pharmakokinetik-Studien mit 6 bis 18 Pers., davon 2 mit erhöhten Arzneispiegeln (Losartan, Talinolol); systematischer Review (Tvrdý 2021)
Ergebnisse: kein Einfluss auf CYP1A2, CYP2C9, CYP2D6 und CYP3A4 (Kawaguchi-Suzuki 2014, 9 Pers.); Midazolam (CYP3A) unverändert (Gurley 2006); Digoxin (P-Glykoprotein) nicht signifikant verändert, p = 0,06 (Gurley 2006); Irinotecan unverändert (van Erp 2005); Losartan-Spiegel erhöht und Umwandlung in den Wirkstoff gehemmt (Han 2009, 12 Pers.); Talinolol (P-Glykoprotein) AUC +36 % gegenüber Placebo (Han 2009, 18 Pers.); Indinavir-AUC unverändert, 3 Studien (Mills 2005); Fallbericht: INR unter Warfarin von 2,6 auf 4,1 (Lash 2020)
Ob Mariendistel die Wirkung anderer Medikamente verändert, ist ungeklärt. In kleinen Studien mit Freiwilligen blieben die wichtigsten Abbauwege in der Leber meist unverändert, doch die Spiegel des Blutdruckmittels Losartan und des Betablockers Talinolol stiegen, und ein Fallbericht beschreibt eine stärkere Blutverdünnung unter Warfarin. Die europäische Arzneimittelbehörde nennt keine bekannten Wechselwirkungen. 103, 104, 105, 106, 45, 46, 1
Was tun? Wer Blutverdünner, Blutdruckmittel wie Losartan, Betablocker wie Talinolol oder Medikamente mit enger Dosierungsspanne nimmt, bespricht Mariendistel vorher mit Arztpraxis oder Apotheke; unter Warfarin oder Phenprocoumon nach Beginn den INR-Wert kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 14 Tage zusammen mit Medikamenten (Pharmakokinetik-Studien kurz), Blutverdünner wie Warfarin oder Phenprocoumon (nur Fallbericht), hoch bioverfügbare Formen (Phospholipid-Komplexe, Nano-Formulierungen)
- Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht berichtet („None reported“). EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
- In einem Fallbericht stieg bei einem Mann in den Dreißigern unter Warfarin der INR-Wert von 2,64 auf 4,12, nachdem er ein „Leberreinigungs“-Präparat mit 200 mg Mariendistel begonnen hatte; nach dem Absetzen normalisierte er sich. Lash et al. 2020
- Eine Übersichtsarbeit beschreibt kaum Wechselwirkungen und keinen größeren Einfluss auf Cytochrom-P450-Enzyme, rät aber zu Vorsicht bei Medikamenten mit enger therapeutischer Breite. Soleimani et al. 2019
Schaden für das Kind in Schwangerschaft oder Stillzeitungeklärtkeine Studie in der Schwangerschaft; 2 kleine Placebo-RCTs zur Milchbildung mit je 50 Müttern, Wirkungen beim Kind nicht gezielt erfasst
Ergebnisse: keine Nebenwirkungen bei Müttern und Säuglingen, Silymarin in der Muttermilch nicht nachweisbar (Peila 2015, 50 Mütter Frühgeborener); keine Nebenwirkungen bei den Müttern (Di Pierro 2008); Kombination mit Galega ohne Nebenwirkungen (Zecca 2016, zählt nicht); EMA: Sicherheit nicht belegt, Anwendung nicht empfohlen; Fortpflanzungsgiftigkeit nicht untersucht
Ob Mariendistel in Schwangerschaft oder Stillzeit schadet, ist ungeklärt. In zwei kleinen Placebo-Studien zur Milchbildung wurden keine Nebenwirkungen bei Müttern und Säuglingen berichtet, die Kinder wurden aber kaum gezielt beobachtet; in der Schwangerschaft gibt es keine Studie. Die europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit mangels Daten nicht. 107, 34, 80
Was tun? In Schwangerschaft und Stillzeit Mariendistel nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen; bei zu wenig Milch zuerst eine Stillberatung oder Hebamme hinzuziehen.
Nicht untersucht bei: Schwangerschaft (keine kontrollierte Studie), gestillte Säuglinge (keine gezielte Erfassung von Wirkungen beim Kind)
- Die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit ist nicht belegt; mangels ausreichender Daten wird die Anwendung nicht empfohlen. Daten zur Fruchtbarkeit und Untersuchungen zur Fortpflanzungsgiftigkeit fehlen. EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichenungeklärtkeine Meta-Analyse; 1 Placebo-RCT mit 50 Kindern (Ladas 2010)
Ergebnisse: Nebenwirkungen, Toxizität und Infektionen nicht häufiger als unter Placebo, 28 Tage (Ladas 2010); keine Nebenwirkungen bei 55 Kindern unter Antiepileptika, ohne Placebo (Asgarshirazi 2017); EMA: Anwendung unter 18 Jahren nicht empfohlen
Ob Mariendistel bei Kindern Nebenwirkungen macht, ist ungeklärt. In einer kleinen Placebo-Studie mit krebskranken Kindern traten nicht mehr Nebenwirkungen auf, größere Daten fehlen. Die europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt die Anwendung unter 18 Jahren nicht. 24, 68
Was tun? Kindern und Jugendlichen Mariendistel nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis geben.
Nicht untersucht bei: gesunde Kinder und Jugendliche, Einnahme über mehr als 2 Monate bei Kindern
- Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird mangels ausreichender Daten nicht empfohlen. EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
Blutdruck erhöhenungeklärt3 Studien, 150 Pers. (Mohammadi 2024, systolischer Blutdruck, Gewissheit sehr niedrig); 1 Placebo-RCT mit 83 Pers. (Jin 2024)
Ergebnisse: systolischer Blutdruck WMD −1,23 mmHg (−2,70 bis 0,23), nicht signifikant, diastolischer −1,25 mmHg (−2,25 bis −0,26) (Mohammadi 2024); Blutdruck unverändert nach 24 Wochen (Jin 2024)
Ob Mariendistel den Blutdruck erhöht, ist ungeklärt, weil nur wenige kleine Studien ihn gemessen haben. Einen Anstieg zeigte keine davon: Eine Meta-Analyse aus 3 Studien fand den oberen Wert unverändert und den unteren sogar minimal niedriger. 25, 9
Was tun? Wer Bluthochdruck mit Losartan behandelt, bespricht Mariendistel vorher mit der Arztpraxis (siehe Wechselwirkungen).
Nicht untersucht bei: Menschen mit schwer einstellbarem Bluthochdruck
Leber schädigenungeklärtkeine Meta-Analyse zu Leberschäden als Nebenwirkung; 1 RCT mit 370 Pers. mit Schadenssignal (Zhang 2016)
Ergebnisse: Tuberkulose-Therapie: mögliche Leberschädigung RR 1,23 (0,94 bis 1,54), bei strenger Definition 1,76 (1,14 bis 2,56) gegenüber Vitamin C (Zhang 2016); in Placebo-Studien sonst eher niedrigere Leberwerte (siehe Gruppe Leber); WHO-Meldedaten Asien: Mariendistel in 1,5 % der schweren Verdachtsmeldungen zu traditionellen Mitteln, häufigste Meldungen dort Leberwerterhöhungen (N 2025, WHO-VigiBase)
Ob Mariendistel selbst die Leber schädigen kann, ist ungeklärt. In den meisten Studien sanken die Leberwerte eher, eine chinesische Studie unter Tuberkulose-Medikamenten fand bei strenger Definition aber häufiger Leberschäden als in der Vergleichsgruppe. In Meldedaten taucht Mariendistel vereinzelt unter den Verdachtsfällen auf. 23
Was tun? Mariendistel ersetzt keine ärztliche Abklärung erhöhter Leberwerte. Bei Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin oder hellem Stuhl die Einnahme beenden und sofort ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Kombinationspräparate zur „Leberreinigung“ mit vielen weiteren Pflanzen, Menschen mit Autoimmunhepatitis oder schwerer Leberschädigung ohne ärztliche Betreuung
- In 713 schweren Verdachtsmeldungen zu traditionellen Mitteln aus Asien (WHO-Datenbank 2016 bis 2021) wurde Mariendistel in 1,5 % als Verdachtsmittel genannt; die häufigsten Reaktionen insgesamt waren Leberwerterhöhungen, Erbrechen und Hautreaktionen. Ein Zusammenhang ist damit nicht bewiesen. N et al. 2025 (WHO-VigiBase)
- Bei Gelbsucht oder Verfärbung von Urin oder Stuhl ist sofort ein Arzt aufzusuchen; die Anwendung zur Unterstützung der Leberfunktion setzt voraus, dass ernste Erkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden. EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
- keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus))
Blutgerinnsel (Thrombose) begünstigenungeklärtkeine kontrollierte Studie zu Thrombosen; 1 Fallbericht (Lindner 2025)
Ergebnisse: Fallbericht: tiefe Beinvenenthrombose ohne andere erkennbare Ursache unter Mariendistel, Zusammenhang als möglich eingeschätzt (Lindner 2025)
Ob Mariendistel Thrombosen begünstigt, ist ungeklärt; kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Ein einzelner Fallbericht beschreibt eine Beinvenenthrombose bei einem 41-jährigen Mann, die das Behandlungsteam für möglicherweise mit Mariendistel verbunden hielt; ein Zusammenhang ist damit nicht bewiesen.
Was tun? Wer schon einmal eine Thrombose hatte, bespricht Mariendistel vorher ärztlich. Bei einseitig geschwollenem, schmerzendem Bein oder plötzlicher Atemnot ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Nicht untersucht bei: Menschen mit früherer Thrombose oder Gerinnungsstörung, Frauen, die hormonell verhüten oder Hormone nehmen
- Ein Fallbericht beschreibt eine tiefe Beinvenenthrombose bei einem 41-jährigen Mann ohne erkennbare andere Ursache während der Einnahme von Mariendistel; das Team hielt einen Zusammenhang für möglich und verweist auf die östrogenähnliche Wirkung. Lindner et al. 2025
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerz auslösenkein Schaden gefunden13 RCTs, 915 Pers. (Cochrane Rambaldi 2007, Placebo oder keine Behandlung, maßgeblich); 4 RCTs, 282 Pers. (Cochrane Wang 2025, nicht schwere Nebenwirkungen); 4 RCTs, 1.077 Pers. (Tao 2019)
Ergebnisse: nicht schwere Nebenwirkungen RR 1,29 (0,88 bis 1,89), schwere Peto-OR 1,55 (0,26 bis 9,28), Evidenz niedrig bis sehr niedrig (Wang 2025); Nebenwirkungen RR 0,83 (0,46 bis 1,50), schwere 0/456 vs. 0/459 (Rambaldi 2007); OR 1,09 (0,86 bis 1,39) unter Tuberkulose-Therapie (Tao 2019); Fettleber, Silymarin allein oder kombiniert gegen Diät, Medikamente oder Placebo: Anteil mit Nebenwirkungen RR 1,98 (1,11 bis 3,54), meist Magen-Darm-Beschwerden (Zhang 2025); 2.100 mg/Tag über 24 Wochen wie Placebo (Fried 2012); 48 Wochen ohne Unterschied (Wah Kheong 2017)
In den Placebo-Studien wurde kein Schaden gefunden: Nebenwirkungen waren unter Mariendistel-Extrakt nicht häufiger als unter Placebo, auch in hohen Dosen über Monate. Eine Meta-Analyse bei Fettleber, die auch Vergleiche mit Diät oder anderen Mitteln mitrechnet, fand mehr Menschen mit meist leichten Magen-Darm-Beschwerden. Die europäische Arzneimittelbehörde nennt leichte Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Kopfschmerz mit unbekannter Häufigkeit. 4, 7, 16, 22, 13, 17
Was tun? Mit der Dosis der Packungsangabe beginnen; bei anhaltenden Magen-Darm-Beschwerden absetzen. Treten Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin oder heller Stuhl auf, sofort ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 4 Jahre, Gesunde, die Mariendistel ohne Erkrankung vorbeugend nehmen (Studien fast nur mit Kranken), Kombinationsprodukte zur „Leberreinigung“ mit vielen weiteren Pflanzen
- Die EU-Monographie (EMA/HMPC/294187/2013) nennt leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Magenverstimmung, Magenreizung und Durchfall sowie Kopfschmerz; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Eine Überdosierung wurde nicht berichtet; Untersuchungen zu Erbgut-, Krebs- und Fortpflanzungsgiftigkeit fehlen. EMA/HMPC 2018 (Monographie Silybum marianum fructus)
- Eine Übersichtsarbeit beschreibt Silymarin in üblichen Dosen als sicher und auch mit 700 mg dreimal täglich über 24 Wochen als gut verträglich, mit gelegentlich Übelkeit und Durchfall. Soleimani et al. 2019
Gewichtszunahme auslösenkein Schaden gefunden33 Studien, 1.943 Pers. (Mohammadi 2024, Zahl für Gewicht nicht im Abstract)
Ergebnisse: Körpergewicht und BMI nicht signifikant verändert (Mohammadi 2024); BMI nicht signifikant (Soleymani 2022; Malik 2024); kein Gewichtsanstieg über 12 Monate mit Silibinin-Komplex (Loguercio 2012)
In den Studien wurde kein Schaden gefunden: Menschen unter Silymarin nahmen nicht mehr zu als unter Placebo oder Vergleichsbehandlung. Mehrere Meta-Analysen fanden keine Änderung von Gewicht oder BMI. 25, 26, 27, 54
Was tun? Eine Gewichtszunahme unter Mariendistel ist nach den Studien nicht zu erwarten; bei unerklärter Zunahme andere Ursachen ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Normalgewichtige Gesunde, Einnahme über mehr als ein Jahr

Mariendistel einnehmen: Kapseln, Tee oder Komplex?
Geprüft wurde fast nur der eingestellte Extrakt in Kapseln oder Tabletten. Für Mariendistel-Tee, Samen und Öl gibt es keine Studien mit Kranken, und Mischungen mit Artischocke und Löwenzahn hat niemand untersucht. Besser aufnehmbare Formen bringen zwar mehr Silibinin ins Blut, doch ob sie die Leber stärker entlasten, ist unklar.4 Hinzu kommt ein Problem der Qualität: In einer Prüfung von 26 Präparaten wich der Gehalt an Silymarin oft stark von der Angabe ab.48 Ein Blick aufs Etikett lohnt sich deshalb.

Wie viel Mariendistel am Tag?
In den Studien bekamen die Teilnehmenden meist 420 bis 600 mg Silymarin am Tag, oft auf drei Portionen verteilt.1415 Manche gingen bis 2.100 mg und fanden keine zusätzlichen Beschwerden, aber auch keinen zusätzlichen Nutzen.1710 Eine Menge mit gesicherter Wirkung lässt sich daraus nicht ableiten. Das ist unbefriedigend für alle, die zum ersten Mal vor dem Regal stehen und zwischen Kapseln mit ganz unterschiedlichen Angaben wählen, doch die Studien geben schlicht nicht mehr her. Für Minderjährige ist keine Menge geprüft, und auch bei Erwachsenen schwankte die Mariendistel-Dosierung von Studie zu Studie stark.
Unsere Einordnung
Wer Mariendistel bei Fettleber ausprobieren möchte, sollte keine Heilung erwarten: Die Leberwerte sinken etwas, mehr ist nicht gezeigt, und Ernährung und Bewegung bleiben die Grundlage. Wichtig sind ein Extrakt mit angegebenem Gehalt an Silymarin, eine ärztliche Diagnose vorab und Rücksprache, wenn Blutverdünner oder Blutdrucksenker im Spiel sind.
Häufige Fragen
Wie erkennt man die Mariendistel, und gibt es Verwechslungsgefahr?
Wer die Distel in der Natur sammeln möchte, sollte sie mit einem Bestimmungsbuch sicher bestimmen. Für Präparate spielt eine Verwechslung kaum eine Rolle, denn Tee, Pulver und Extrakte stammen nach der EU-Monographie aus den getrockneten Früchten,2 und entscheidend ist dort der angegebene Gehalt an Silymarin.
Was sagen Erfahrungsberichte über Mariendistel?
Viele berichten, sie fühlten sich mit Mariendistel besser. Das kann auch an der Erwartung liegen. In einer Studie mit Hepatitis-C-Kranken in Ägypten besserte sich das Wohlbefinden mit Mariendistel genauso wie mit einem Multivitamin, Leberwerte und Viren blieben gleich.49
Kann Mariendistel Leberwerte normalisieren?
Dafür gibt es keinen Beleg. Bei Fettleber sanken die Werte im Mittel nur um wenige Einheiten, und in der größten Studie bei Hepatitis C erreichten unter Mariendistel nicht mehr Menschen normale Werte als unter Placebo.17 Erhöhte Leberwerte gehören ärztlich abgeklärt.
Hat Mariendistel eine psychische Wirkung?
Belegt ist keine. Bei zwanghaftem Haareausreißen und bei Spielsucht war sie in je einer Placebo-Studie nicht besser als das Scheinpräparat,3940 und bei Zwangsstörungen fehlt ein Vergleich mit Placebo.41
Wirkt Mariendistel auf Östrogen und andere Hormone?
Studien am Menschen zu Östrogen oder anderen Hormonwerten gibt es nicht. Bekannt ist nur, dass einige Stoffe der Pflanze im Verdacht stehen, ähnlich wie Östrogen zu wirken.32
Mehr zu Mariendistel


So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 107 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Tvrdý et al. 2021, Med Res Rev | systematischer Review zur Pharmakokinetik und zu Wechselwirkungen der Silymarin-Flavonolignane | Flavonolignane werden schlecht aufgenommen; die im Labor hemmenden Konzentrationen sind meist zu hoch, um im Körper relevant zu sein; die meisten Studien am Menschen fanden keine Wechselwirkungen | Systematischer Review |
| 2 | EMA/HMPC 2018, Europäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel | EU-Monographie zu Mariendistelfrüchten (EMA/HMPC/294187/2013), Fassung 2018 | nur traditionelle Anwendung (Verdauungsbeschwerden, Unterstützung der Leberfunktion nach ärztlichem Ausschluss ernster Erkrankungen); nicht unter 18 Jahren, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; Gegenanzeige Korbblütler-Allergie; bei Gelbsucht oder verfärbtem Urin/Stuhl sofort zum Arzt | Behördenmonographie |
| 3 | Shahsavari et al. 2025, BMC Complement Med Ther | 55 randomisierte Studien mit Leberschädigung verschiedener Ursache, Teilgruppe Fettleber 13 Studien | ALT bei Fettleber SMD −0,85, signifikant gesenkt | Meta-Analyse (maßgeblich, Teilgruppe) |
| 4 | Wang et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev | 17 RCTs, 2.069 Erwachsene mit MASLD, 4 bis 48 Wochen, GRADE | Silymarin allein gegen Placebo/keine Behandlung: ALT MD −7,21 U/l (−10,62 bis −3,80; 6 RCTs, 409 Pers.), sehr niedrige Evidenz; Silibinin-Komplex gegen Placebo ALT, AST, GGT nicht signifikant; gegen andere Mittel kein Unterschied; Nutzen und Schaden unklar | Cochrane-Review (Gewissheit sehr niedrig) |
| 5 | Huang et al. 2024, Food Sci Nutr | 27 RCTs, 1.691 Pers. mit MASLD (Curcumin, Resveratrol, Silymarin) | Silymarin ALT MD −6,44 U/l (−10,03 bis −2,85), AST MD −6,99 U/l (−8,56 bis −5,42) | Meta-Analyse (mehrere Stoffe) |
| 6 | de Avelar et al. 2017, World J Gastroenterol | Teilgruppe Silymarin allein, 3 Studien, 264 Pers. mit NAFLD | ALT SMD −0,59, signifikant, von den Autoren als klinisch nicht relevant eingeordnet | Meta-Analyse (Einordnung) |
| 7 | Zhang et al. 2025, Asia Pac J Clin Nutr | 25 Studien, 2.283 Pers. mit NAFLD, Silymarin allein oder kombiniert | ALT nur in Kombination mit Diät oder Lebensstil signifikant gesenkt; LDL durch Silymarin allein SMD −0,25; mehr Nebenwirkungen RR 1,98 (1,11 bis 3,54) | Meta-Analyse (Kombinationen) |
| 8 | Li et al. 2024, Ann Hepatol | 26 RCTs, 2.375 Pers. mit NAFLD/NASH | ALT SMD −12,39, AST SMD −10,97 (unplausibel hohe Werte); Leberverfettung in der Gewebeprobe häufiger gebessert OR 3,25 (1,80 bis 5,87) | Meta-Analyse (größte Studienzahl) |
| 9 | Jin et al. 2024, Lipids Health Dis | 83 Pers. mit MASLD, 103,2 mg Silymarin/Tag oder Placebo, 24 Wochen | Lebersteifigkeit −0,21 vs. +0,41 kPa (p = 0,015), GGT gesenkt; Leberfett (CAP), Transaminasen, APRI, FIB-4 unverändert | Placebo-RCT (Elastographie) |
| 10 | Wah Kheong et al. 2017, Clin Gastroenterol Hepatol | 99 Erwachsene mit NASH (Gewebeprobe), 700 mg Silymarin 3-mal täglich oder Placebo, 48 Wochen, Malaysia | NAS-Senkung um mindestens 30 % 32,7 vs. 26,0 % (p = 0,467); Fibrose gebessert 22,4 vs. 6,0 % (p = 0,023); Lebersteifigkeit 24,2 vs. 2,3 % (p = 0,002); Nebenwirkungen nicht häufiger | Placebo-RCT (Gewebeprobe) |
| 11 | Navarro et al. 2019, PLoS One | 78 Erwachsene mit NASH ohne Zirrhose, standardisierter Extrakt 420 oder 700 mg 3-mal täglich oder Placebo, 48 Wochen, USA | NAS-Besserung um mindestens 2 Punkte 15 % bzw. 19 % vs. 12 % (p = 0,79); Fibrose unter Placebo am stärksten gebessert, nicht signifikant | Placebo-RCT (Gegenbefund) |
| 12 | Wang et al. 2025, Front Pharmacol | 15 RCTs, 1.221 Pat. mit alkoholbedingter Lebererkrankung (ALT: 11 RCTs, 438 Pers.), Silibinin-Kapseln meist zusätzlich zur Standardtherapie, Kontrolle fast immer andere Lebermittel | ALT SMD −1,16 (−1,84 bis −0,47), AST SMD −1,56, GGT SMD −1,48, Bilirubin SMD −1,14, Triglyceride SMD −1,29, PT SMD −0,01 (n. s.); nur leichte Magen-Darm-Beschwerden und Schlaflosigkeit | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 13 | Jacobs et al. 2002, Am J Med | 14 placebokontrollierte RCTs, Lebererkrankte | keine Unterschiede bei ALT, AST, Albumin, Gerinnung; ALT −9 IU/l nur bei chronischer Lebererkrankung (p = 0,05), in hochwertigen Studien nicht mehr | Meta-Analyse (maßgeblich, nur Placebo) |
| 14 | Ferenci et al. 1989, J Hepatol | 170 Pat. mit Zirrhose (91 alkoholbedingt), 420 mg Silymarin/Tag oder Placebo, im Mittel 41 Monate | 4-Jahres-Überleben 58 vs. 39 % (p = 0,036), Vorteil bei alkoholbedingter Zirrhose und Child A; Abbrecher ausgeschlossen | Placebo-RCT |
| 15 | Parés et al. 1998, J Hepatol | 200 Pat. mit alkoholbedingter Zirrhose, 450 mg Silymarin/Tag oder Placebo, 2 Jahre | Überleben gleich (15 vs. 14 Todesfälle), kein Einfluss auf den Verlauf, keine relevanten Nebenwirkungen | Placebo-RCT (größte, Gegenbefund) |
| 16 | Rambaldi et al. 2007, Cochrane Database Syst Rev | alkohol- und virusbedingte Lebererkrankung, ALT in 6 RCTs, 365 Pers. | ALT im Random-Effects-Modell −3,96 U/l (−12,59 bis 4,68), nicht signifikant; in hochwertigen Studien kein Effekt | Cochrane-Review |
| 17 | Fried et al. 2012, JAMA | 154 Pers. mit chronischer Hepatitis C nach erfolgloser Interferon-Therapie, 420 oder 700 mg 3-mal täglich oder Placebo, 24 Wochen | ALT-Ziel bei je 2 Pers. pro Gruppe (3,8 bis 4,0 %, p ≥ 0,99); ALT, Viruslast und Lebensqualität nicht verschieden; Nebenwirkungen wie Placebo | Placebo-RCT (größte) |
| 18 | Mariño et al. 2013, J Hepatol | 14 Pat. mit Hepatitis C auf der Warteliste zur Lebertransplantation, Silibinin-Infusion (11) oder Placebo (3), bis 21 Tage vor und 7 Tage nach der Transplantation | Viruslast −2,31 vs. −0,30 log10 (p = 0,016); nach Transplantation signifikant niedriger (p = 0,002); gut verträglich | Placebo-RCT (Infusion) |
| 19 | Wei et al. 2013, Eur J Clin Microbiol Infect Dis | 12 randomisierte Studien, chronische Hepatitis B, Silymarin allein oder kombiniert | Kombination mit Antiviralia senkte Transaminasen, Fibrosemarker, TGF-β1, TNF-α, IL-6; Daten zu begrenzt, um Nutzen oder Schaden auszuschließen | Meta-Analyse (Kombinationen) |
| 20 | Horowitz et al. 2022, Clin Toxicol (Phila) | Kommentar zur Datenlage | Sterblichkeit seit Jahrzehnten um 10 %; keine hochwertige randomisierte Studie | Übersicht |
| 21 | Tan et al. 2022, Clin Toxicol (Phila) | 131 Veröffentlichungen, 877 Fälle von Amanitin-Vergiftung | Überleben mit Silibinin 90 % (OR 6,40), mit Penicillin 89 %, nur unterstützend 59 %; in nachgewiesenen Fällen nicht signifikant | Fallsammlung |
| 22 | Tao et al. 2019, Can J Gastroenterol Hepatol | 5 RCTs, 1.198 Pat. (585 Silymarin, 613 Placebo) | Leberschaden Woche 4 RR 0,33 (0,15 bis 0,75); ALT SMD −0,15, AST SMD −0,14, ALP SMD −0,12; Nebenwirkungen OR 1,09 (0,86 bis 1,39) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 23 | Zhang et al. 2016, J Gastroenterol Hepatol | 370 Tuberkulose-Pat. in China, Mariendistel-Kapsel oder Vitamin C | kein Schutz; mögliche Leberschädigung 43,7 vs. 35,8 %, RR 1,23 (0,94 bis 1,54); strengere Definition RR 1,76 (1,14 bis 2,56) | RCT (größte, Gegenbefund) |
| 24 | Ladas et al. 2010, Cancer | 50 Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie und Leberschädigung, Mariendistel oder Placebo, 28 Tage | Tag 28 ALT, AST, Bilirubin unverändert; Tag 56 AST niedriger (p = 0,05), ALT-Trend (p = 0,07); keine Abschwächung der Chemotherapie im Labor | Placebo-RCT (Kinder) |
| 25 | Mohammadi et al. 2024, Antioxidants (Basel) | 33 kontrollierte Studien, 1.943 Pers. | BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 26 | Soleymani et al. 2022, Phytother Res | 11 klinische Studien | BMI nicht signifikant verändert | Meta-Analyse |
| 27 | Malik et al. 2024, Can Liver J | 9 klinische Studien, MASLD | ALT MD −17,12, AST MD −12,56, Triglyceride gesenkt; GGT, Cholesterin, LDL, HOMA-IR und BMI nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 28 | Mohammadi et al. 2019, Phytother Res | 10 klinische Studien, Erwachsene | Gesamtcholesterin −25,45 und LDL −28,25 mg/dl nur in Kombination mit anderen Behandlungen, nicht mit Silymarin allein; HDL +4,82, Triglyceride −22,55 mg/dl | Meta-Analyse (Gegenbefund für Silymarin allein) |
| 29 | Hadi et al. 2018, Complement Ther Med | 7 Studien (8 Veröffentlichungen), Typ-2-Diabetes | Nüchternzucker, HbA1c, Insulin, LDL und MDA gesenkt, HDL erhöht; Gesamtcholesterin und Triglyceride unverändert | Meta-Analyse |
| 30 | Ferdowsi et al. 2024, Phytother Res | 48 Pers. mit Typ-2-Diabetes, 3-mal 140 mg plus Diät oder nur Diät, offen, 12 Wochen | Nüchternzucker (p = 0,789), HbA1c (p = 0,719) und Blutfette nicht verschieden | offene RCT (Gegenbefund) |
| 31 | Bahari et al. 2024, Inflammopharmacology | 15 RCTs, Erwachsene | CRP −0,50 mg/l, MDA −1,19 nmol/ml, IL-6 −0,44 pg/ml; IL-10, TAC, GSH n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 32 | Lindner et al. 2025, JACC Case Rep | 1 Mann, 41 Jahre, ohne erkennbare andere Ursache | tiefe Beinvenenthrombose während der Einnahme von Mariendistel; Zusammenhang vom Behandlungsteam für möglich gehalten | Fallbericht |
| 33 | Saberi et al. 2020, Phytother Res | 80 Frauen mit Hitzewallungen, Extrakt 400 mg/Tag oder Placebo, 12 Wochen | Häufigkeit 4,32 → 1,31/Tag, Stärke 5,25 → 1,62, besser als Placebo (p < 0,001) | Placebo-RCT |
| 34 | Di Pierro et al. 2008, Acta Biomed | 50 Stillende, 420 mg/Tag oder Placebo, 63 Tage | keine Nebenwirkungen, keine Abbrüche | Placebo-RCT (Stillzeit) |
| 35 | Foong et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 41 RCTs, 3.005 Mütter, Milchbildungsmittel bei termingerecht Geborenen | Milchmenge für pflanzliche Mittel (u. a. Silymarin, 13 Studien, 962 Pers.) wegen Heterogenität nicht zusammenfassbar; sehr niedrige Evidenz | Cochrane-Review (Sammel-Arbeit) |
| 36 | Mirzaei et al. 2022, Sci Rep | 70 Frauen mit Endometriose, 140 mg 2-mal täglich oder Placebo, 12 Wochen | Endometriom-Volumen, IL-6 und Schmerzen gesunken; Lebensqualität n. s. | Placebo-RCT |
| 37 | Shie Morteza et al. 2019, Dermatol Ther | 60 Pers. mit Akne, Silymarin, Doxycyclin oder beides (je 20) | Silymarin vs. Doxycyclin: GAGS p = 0,260, ASI schwächer (p = 0,021); Kombination vs. Doxycyclin n. s. | RCT (ohne Placebo) |
| 38 | Wattanakrai et al. 2022, J Drugs Dermatol | 25 Pers. mit Melasma (23 beendet), Silymarin-Creme auf einer, 2 % Hydrochinon auf der anderen Gesichtshälfte, 3 Monate, doppelblind | Helligkeit kein Unterschied (p = 0,715); mMASI nur unter Hydrochinon signifikant gesunken; mehr Nebenwirkungen unter Hydrochinon | RCT (gegen Hydrochinon) |
| 39 | Grant et al. 2019, J Clin Psychopharmacol | 20 Pers. mit Trichotillomanie (16 Erwachsene), Mariendistel 150 bis 300 mg 2-mal täglich oder Placebo, Crossover | Hauptendpunkt n. s.; Zeit des Ausreißens und CGI teilweise gebessert | Placebo-RCT (negativ) |
| 40 | Grant et al. 2024, Clin Neuropharmacol | 43 Erwachsene mit Glücksspielstörung, 150 bis 300 mg 2-mal täglich oder Placebo, 8 Wochen | kein Unterschied zu Placebo; starke Placebo-Wirkung (−57 %) | Placebo-RCT (negativ) |
| 41 | Sayyah et al. 2010, Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry | 35 Erwachsene mit Zwangsstörung, Extrakt 600 mg/Tag oder Fluoxetin 30 mg/Tag, 8 Wochen, doppelblind | kein signifikanter Unterschied in Wirkung und Nebenwirkungen | RCT (gegen Medikament) |
| 42 | Valipour et al. 2024, Urologia | 80 Männer (50 bis 80 Jahre) mit BPH, Untergruppen nach Vitamin-D-Spiegel, Silymarin 480 mg/Tag, Vitamin D oder beides, 3 Monate | Silymarin allein senkte IPSS, Reizsymptome, Obstruktion und Restharn, reduzierte das Prostatavolumen; PSA unverändert | RCT (doppelblind) |
| 43 | Bakhshaee et al. 2011, Otolaryngol Head Neck Surg | 94 Pat. mit allergischer Rhinitis (60 beendet), Silymarin oder Placebo plus Antihistaminikum, 1 Monat | Symptomschwere stärker gebessert (p < 0,001); Laborwerte n. s. | Placebo-RCT |
| 44 | Aryan et al. 2022, Phytother Res | 50 Krankenhauspat. mit COVID-19, Nano-Silymarin oder Placebo, 2 Wochen | Symptomdauer, Laborwerte, Liegedauer n. s. (p > 0,05); ALT gesunken (p < 0,001) | Placebo-RCT |
| 45 | Han et al. 2009, Eur J Clin Pharmacol | 12 gesunde Männer mit bekanntem CYP2C9-Genotyp, 3-mal 140 mg, 14 Tage, Crossover | Losartan-AUC bei CYP2C9*1/*1 erhöht, Wirkmetabolit E-3174 in beiden Gruppen vermindert | Pharmakokinetik-Studie (Losartan) |
| 46 | Han et al. 2009, Xenobiotica | 18 gesunde Männer, Silymarin 420 mg/Tag oder Placebo, Crossover, Betablocker Talinolol | Talinolol-AUC +36 %, Höchstspiegel signifikant höher (Hemmung von P-Glykoprotein) | Pharmakokinetik-Studie (Placebo-Crossover) |
| 47 | Lash et al. 2020, J Clin Pharm Ther | 1 Mann in den Dreißigern unter Warfarin, „Leberreinigungs“-Präparat mit 200 mg Mariendistel | INR stieg von 2,64 auf 4,12 und normalisierte sich nach dem Absetzen | Fallbericht |
| 48 | Fenclova et al. 2019, Sci Rep | 26 Mariendistel-Nahrungsergänzungen aus den USA und Tschechien, gekauft 2016 bis 2017, Laboranalyse | Silymarin-Gehalt stark schwankend und oft abweichend von der Angabe, auch zwischen Chargen; Schimmelpilzgifte, Pestizide und Keime nachgewiesen | Produktanalyse |
| 49 | Tanamly et al. 2004, Dig Liver Dis | 177 Dorfbewohner in Ägypten mit chronischer Hepatitis C, Silymarin oder Multivitamin, 12 Monate | ALT, Viruslast, Fibrosemarker und Ultraschall nicht verschieden; Wohlbefinden in beiden Gruppen gebessert | RCT (Vergleich mit Multivitamin) |
| 50 | Yang et al. 2022, Front Immunol | Polyphenole bei NAFLD, Silymarin-Teilauswertung 3 Placebo-RCTs, 224 Pers. | ALT WMD −4,81 U/l (−9,50 bis −0,11) | Meta-Analyse (mehrere Stoffe) |
| 51 | Kalopitas et al. 2021, Nutrition | 8 placebokontrollierte RCTs, NAFLD | Transaminasen stärker gesenkt als unter Placebo, unabhängig vom Gewichtsverlust; Studienqualität bemängelt | Meta-Analyse (nur Placebo) |
| 52 | Zhong et al. 2017, Medicine (Baltimore) | 8 RCTs, 587 Pers. mit NAFLD | AST MD −6,57 U/l (−10,03 bis −3,12), ALT MD −9,16 U/l (−16,24 bis −2,08) | Meta-Analyse (älter) |
| 53 | Chen Liang et al. 2026, Gastro Hep Adv | 131 RCTs, 9.191 Pers. mit MASLD/MASH, viele Pflanzenmittel (Netzwerk-Meta-Analyse) | Lebersteifigkeit nur mit Curcumin und Granatapfel signifikant gesenkt; Silymarin hoher Rang, aber nicht signifikant | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 54 | Loguercio et al. 2012, Free Radic Biol Med | 179 Pers. mit NAFLD (Gewebeprobe), Silibinin-Phosphatidylcholin plus Vitamin E oder Placebo, 12 Monate, 138 ausgewertet | Leberwerte, HOMA und Gewebebefund nur unter dem Komplex gebessert; Gewicht nicht gestiegen; Nebenwirkungen Durchfall, Geschmacksstörung, Juckreiz | Placebo-RCT (Kombinationspräparat) |
| 55 | Mohammadi et al. 2024, Phytother Res | 41 RCTs, Leber- und Nierenwerte verschiedener Gruppen | ALP, ALT, AST und Kreatinin gesenkt, Glutathion erhöht; GGT, MDA, Bilirubin, Albumin, Harnstoff nicht signifikant | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 56 | Saller et al. 2008, Forsch Komplementmed | 19 doppel- oder einfach verblindete Studien | Zirrhose (meist alkoholbedingt): Sterblichkeit 16,1 vs. 20,5 % (n. s.), leberbedingte Sterblichkeit 10,0 vs. 17,3 % (p = 0,01); keine Wirkung bei Hepatitis C | Meta-Analyse |
| 57 | Fathalah et al. 2017, J Interferon Cytokine Res | 62 Pat. mit dekompensierter Zirrhose durch Hepatitis C, 1.050 vs. 420 mg/Tag, 12 Wochen | nur die hohe Dosis senkte Leberwerte und verbesserte Albumin, Bilirubin, INR und Child-Score; kein Placebo | Dosisvergleich (ohne Placebo) |
| 58 | Yang et al. 2014, Biomed Res Int | 5 RCTs, 222 mit Silymarin (oral oder Infusion), 167 mit Placebo | Viruslast gesamt p = 0,09; oral: Viruslast p = 0,19, ALT p = 0,45, Lebensqualität gleich; gut verträglich | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 59 | Gordon et al. 2006, J Gastroenterol Hepatol | 24 Pers. (17 beendet), 600 oder 1.200 mg/Tag oder Placebo, Crossover, je 12 Wochen | Viruslast, ALT und Lebensqualität nicht verschieden von Placebo | Placebo-RCT |
| 60 | Singh et al. 2020, Expert Rev Clin Pharmacol | 7 Studien in der Netzwerk-Meta-Analyse (4 mit Silymarin/Silibinin) | Silymarin OR 0,68 (0,084 bis 4,6), nicht signifikant; nur N-Acetylcystein schützte | Netzwerk-Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 61 | Luangchosiri et al. 2015, BMC Complement Altern Med | 55 Tuberkulose-Pat., Silymarin oder Placebo, 4 Wochen | Leberschaden 3,7 vs. 32,1 %; ALT Woche 4 nicht verschieden (p = 0,455) | Placebo-RCT |
| 62 | Niu et al. 2021, Pharmacol Res | 22 RCTs zu Vorbeugung und Behandlung medikamentenbedingter Leberschäden, 8 mit Silymarin | geprüfte Mittel mit begrenzter Wirksamkeit, gute Verträglichkeit; Studien sehr unterschiedlich | Systematischer Review (alle Medikamente) |
| 63 | Fatemi Shandiz et al. 2025, J Oncol Pharm Pract | 50 Frauen mit Brustkrebs unter Doxorubicin, 140 mg 3-mal täglich oder Placebo, 63 Tage | Fettlebergrad im Ultraschall unter Placebo höher; AST und ALP nach 6 Wochen niedriger | Placebo-RCT |
| 64 | Moezian et al. 2022, J Oncol Pharm Pract | Frauen mit Brustkrebs unter AC-T-Chemotherapie, Silymarin oder Placebo, 1 Monat | Ultraschall-Trend zugunsten Silymarin (p = 0,083); Elastographie und Leberwerte nicht verschieden | Placebo-RCT |
| 65 | Erfanian et al. 2024, BMC Complement Med Ther | 105 Frauen mit Brustkrebs unter Chemotherapie (100 beendet), 140 mg/Tag oder Placebo, 6 Wochen | ALP und Bilirubin signifikant beeinflusst, Harnstoff und Kreatinin nicht | Placebo-RCT |
| 66 | Mirnezami et al. 2020, Dermatol Ther | 74 Akne-Pat. unter Isotretinoin, 140 mg/Tag oder Placebo, 30 Tage | AST und ALT am Studienende signifikant niedriger als unter Placebo | Placebo-RCT (Isotretinoin) |
| 67 | Abbasirad et al. 2021, Int Immunopharmacol | MS-Pat. unter Interferon beta, Silymarin oder Placebo | Leberwerte in der Silymarin-Gruppe signifikant niedriger | Placebo-RCT (MS) |
| 68 | Asgarshirazi et al. 2017, Hepatobiliary Pancreat Dis Int | 55 Kinder mit Antiepileptika-bedingtem Leberschaden, Silymarin oder Folsäure, offen | beide senkten die Leberwerte, Folsäure stärker | RCT (ohne Placebo) |
| 69 | Xiao et al. 2020, Medicine (Baltimore) | 16 Studien, 1.358 Pers. mit Störungen des Zucker- oder Fettstoffwechsels | Nüchternzucker SMD −1,27, HOMA-IR SMD −0,41, HbA1c SMD −1,88; Leber- und Nierenwerte unverändert | Meta-Analyse |
| 70 | Voroneanu et al. 2016, J Diabetes Res | 5 RCTs, 270 Pers. mit Typ-2-Diabetes | Nüchternzucker −26,86 mg/dl, HbA1c −1,07 (−1,73 bis −0,40); Blutfette unverändert; geringe Evidenzqualität | Meta-Analyse (nur RCTs) |
| 71 | Miao et al. 2025, Phytother Res | 17 Studien, 1.337 Pers. mit Typ-2-Diabetes (Curcumin, Resveratrol, Silymarin, Berberin) | Silymarin senkte Nüchternzucker, HOMA-IR und HbA1c gegenüber Placebo signifikant | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 72 | Huseini et al. 2006, Phytother Res | 51 Pers. mit Typ-2-Diabetes, 200 mg 3-mal täglich oder Placebo, 4 Monate | HbA1c, Nüchternzucker, Gesamtcholesterin, LDL, Triglyceride, AST und ALT gesenkt | Placebo-RCT |
| 73 | Ebrahimpour-Koujan et al. 2018, Phytomedicine | 40 Pers. mit Typ-2-Diabetes, 140 mg 3-mal täglich oder Placebo, 45 Tage | Nüchternzucker −11 %, Insulin −14 %, HOMA-IR −26 %, Triglyceride −24 % gegenüber Placebo; HDL +7 % | Placebo-RCT |
| 74 | Yin et al. 2025, Diabetes Res Clin Pract | 6 RCTs, 673 Pers. (Iran, Ägypten, Italien), mindestens 4 Wochen | HOMA-IR WMD −2,29 (−4,55 bis −0,03), Nüchterninsulin n. s., QUICKI n. s.; Wirkung nur bei Typ-2-Diabetes und Diabetes mit Zirrhose | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 75 | Velussi et al. 1997, J Hepatol | 60 insulinpflichtige Diabetiker mit alkoholbedingter Zirrhose, 600 mg/Tag plus Standardtherapie oder nur Standardtherapie, offen, 12 Monate | Nüchternzucker, HbA1c, Nüchterninsulin und Insulinbedarf gesunken | offene kontrollierte Studie |
| 76 | Osadnik et al. 2022, Pharmacol Res | 131 Studien, 13.062 Pers., 10 Nahrungsergänzungen gegen Placebo (Netzwerk) | alle außer Policosanol senkten LDL stärker als Placebo; am stärksten Bergamotte und Rotschimmelreis | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 77 | Fallahzadeh et al. 2012, Am J Kidney Dis | 60 Pers. mit Typ-2-Diabetes und Makroalbuminurie unter RAS-Hemmern, 3-mal 140 mg oder Placebo, 3 Monate | UACR-Änderung MD −347 mg/g (−690 bis −4); TNF-α und MDA gesenkt | Placebo-RCT |
| 78 | Voroneanu et al. 2017, Int Urol Nephrol | 102 Pers. mit Typ-2-Diabetes und Proteinurie unter RAS-Hemmern, Silymarin oder Placebo | Hauptendpunkt HR 0,62 (0,3 bis 1,2; p = 0,15), Nierenendpunkt HR 0,56 (n. s.), Proteinurie unverändert; Krankenhausaufenthalte seltener (0,61) | Placebo-RCT (größte, Gegenbefund) |
| 79 | Cragg et al. 2026, Eur J Clin Nutr | 10 RCTs, Mütter von Frühgeborenen, je ein Pflanzenmittel | Silymarin mit Phosphatidylserin und Galega: Milchmenge Tag 7 MD 105 ml (27 bis 183), niedrige Evidenz | Systematischer Review (Kombination) |
| 80 | Zecca et al. 2016, Eur J Clin Nutr | 100 Mütter von Frühgeborenen (27 bis 32 Wochen), Kombination oder Placebo, Tag 3 bis 28 | Milchmenge 200 vs. 115 ml/Tag (p < 0,0001); keine Nebenwirkungen | Placebo-RCT (Kombinationspräparat) |
| 81 | Mortel & Mehta 2013, J Hum Lact | 6 Studien zu pflanzlichen Milchbildungsmitteln | keine Empfehlung möglich, Studien klein und methodisch schwach | Systematischer Review |
| 82 | Vostalova et al. 2013, Phytomedicine | 55 Männer mit BPH, 240 µg Selen plus 570 mg Silymarin/Tag oder Placebo, 6 Monate | IPSS, Harnfluss, Restharn und PSA signifikant besser; Testosteron unverändert | Placebo-RCT (Kombination mit Selen) |
| 83 | Huang et al. 2024, Phytomedicine | 28 Studien, 1.566 Männer mit Prostatakrebs, 16 Naturextrakte, Netzwerk-Meta-Analyse | Silibinin plus Selen bester Rang für PSA (SUCRA 74 %), Silibinin allein für IGF-1 (84,6 %) und IGFBP-3 (67,7 %) | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 84 | Atallah et al. 2024, J Cutan Med Surg | 30 Pers. mit Akne, Halbseitenvergleich, 3 Monate, nicht randomisiert (quasi-experimentell) | GAGS auf beiden Seiten gesunken, Unterschied nicht signifikant | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 85 | Altaei 2012, BMC Dermatol | 96 Erwachsene mit Melasma, drei Gruppen (Silymarin-Creme in zwei Stärken, Vergleich), 4 Wochen; zusätzlich Tierversuch | signifikante Aufhellung und Flächenverkleinerung mit Silymarin, dosisabhängig; keine Nebenwirkungen | RCT |
| 86 | Jowkar et al. 2020, J Dermatolog Treat | 34 Pers. mit Vitiligo, UVB plus Silymarin oder UVB plus Placebo | VASI in beiden Gruppen gesunken, mit Silymarin stärker | Placebo-RCT |
| 87 | Baskarane et al. 2026, JAMA Dermatol | 19 RCTs, 17 mit 2.192 Krebspat. in der Hauptanalyse, Netzwerk-Meta-Analyse zur Vorbeugung | Silymarin äußerlich OR 0,08 (0,01 bis 0,71) für Grad ≥ 2; jeder Grad n. s.; Bestätigung in größerer Studie nötig | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 88 | Elyasi et al. 2017, Phytother Res | 40 Pat. mit Magen-Darm-Krebs unter Capecitabin, Silymarin-Gel 1 % oder Placebo, 9 Wochen | WHO-Schweregrad nach 9 Wochen niedriger (p < 0,05), Auftreten verzögert | Placebo-RCT |
| 89 | Li et al. 2025, Front Oncol | 18 RCTs, 2.177 Frauen mit Brustkrebs, Pflanzenmittel zur Vorbeugung, Netzwerk-Meta-Analyse | Silymarin bester Rang (SUCRA 0,934), Grad ≥ 2 RR 0,05 (0,00 bis 0,87); Grad ≥ 3 kein Mittel besser als Standard | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 90 | Karbasforooshan et al. 2019, Phytother Res | 40 Frauen nach Brustentfernung unter Bestrahlung, Silymarin-Gel 1 % oder Placebo, 5 Wochen | RTOG- und CTCAE-Werte ab Woche 3 niedriger (p < 0,05), Auftreten verzögert | Placebo-RCT |
| 91 | Elyasi et al. 2016, Phytother Res | 27 Pat. mit Kopf-Hals-Krebs, 420 mg/Tag oder Placebo ab Bestrahlungsbeginn, 6 Wochen | WHO- und CTCAE-Mukositisgrad Woche 1 bis 6 niedriger (p < 0,05) | Placebo-RCT |
| 92 | Raza et al. 2022, Support Care Cancer | 13 RCTs, 650 Pat. mit Kopf-Hals-Krebs, Antioxidantien | nur eine Studie zu Silymarin, keine Meta-Analyse möglich; niedrige Evidenzqualität | Systematischer Review |
| 93 | Frounchi et al. 2025, Biochemistry (Mosc) | 10 klinische Studien, 7 in der Meta-Analyse (Kreatinin) | Kreatinin g −1,23 (−2,02 bis −0,43); medikamentenbedingter Nierenschaden p = 0,003, chronische Nierenerkrankung n. s.; 280 mg/Tag unwirksam | Meta-Analyse |
| 94 | Shahbazi et al. 2015, Phytother Res | Pat. unter Cisplatin, 420 mg/Tag oder Placebo über 3 Zyklen | akuter Nierenschaden und Magnesium-/Kaliumverlust nicht verschieden | Placebo-RCT (Gegenbefund) |
| 95 | Karimian et al. 2025, Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol | 66 Pat. unter Vancomycin (34 Silymarin, 32 Placebo), 3-mal 140 mg | weniger Vancomycin-Nierenschäden (p < 0,05), weniger akute Tubulusschädigung an Tag 5 und 7 | Placebo-RCT |
| 96 | Soleimani et al. 2026, Naunyn Schmiedebergs Arch Pharmacol | 60 Pat. unter Vancomycin, Nano-Silymarin 70 mg 2-mal täglich oder Placebo, bis 14 Tage | akuter Nierenschaden seltener (p < 0,001), Kreatinin nur an Tag 10 niedriger | Placebo-RCT (Nano-Formulierung) |
| 97 | Darvishi-Khezri et al. 2021, Expert Rev Clin Pharmacol | RCTs bei transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie, Silymarin plus Chelatbildner gegen Chelatbildner allein | Ferritin WMD −1,79 (8 Studien, 477 Pers.); Lebereisen n. s. (2 Studien, 106 Pers.); kein Beleg für Wirksamkeit | Meta-Analyse |
| 98 | Vidimce et al. 2021, Clin Pharmacol Drug Dev | 17 gesunde Männer, 3-mal 140 mg oder Placebo, Crossover, je 14 Tage | Bilirubin, Cholesterin, Triglyceride, CRP und antioxidative Kapazität unverändert | Placebo-RCT (Gesunde) |
| 99 | Kishi et al. 2022, Transl Psychiatry | 17 Placebo-RCTs, 629 Pers., Zwangsspektrum, mitochondriale Modulatoren (Silymarin 1 Studie) | einzeln nur N-Acetylcystein und Lithium besser als Placebo | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 100 | Navabi et al. 2024, Nutr Neurosci | 33 Pers. mit Alzheimer, Silymarin oder Placebo zusätzlich, 3 Monate, einfach verblindet | MMSE 10,39 → 13,37 (p < 0,001) unter Silymarin; Katalase und MDA gesunken | Placebo-RCT (einfach verblindet) |
| 101 | Zugravu et al. 2024, Medicina (Kaunas) | 122 Pat. mit aktiver RA unter DMARD, Silymarin 300 mg/Tag oder keine Zusatzgabe, 8 Wochen | Gelenkbefund, Schmerzen, Krankheitsaktivität, Behinderung, Müdigkeit, Depression und Angst gebessert | kontrollierte Pilotstudie (ohne Placebo) |
| 102 | Hussain et al. 2009, Saudi Med J | 220 Pat. mit schmerzhafter Kniearthrose, 5 Gruppen: Silymarin 300 mg/Tag, Piroxicam, Meloxicam oder Kombinationen, 8 Wochen, doppelblind | Silymarin senkte IL-1α, IL-8, C3 und C4 gegenüber Ausgangswert; klinische Endpunkte nicht berichtet | Vergleichsstudie (ohne Placebo) |
| 103 | Kawaguchi-Suzuki et al. 2014, Drug Metab Dispos | 9 gesunde Freiwillige, standardisierter Extrakt 3-mal täglich, 14 Tage, Cocktail aus 4 Testmedikamenten | kein signifikanter Einfluss auf CYP1A2, CYP2C9, CYP2D6 oder CYP3A4/5 | Pharmakokinetik-Studie (vorher/nachher) |
| 104 | Gurley et al. 2006, J Clin Pharmacol | gesunde Freiwillige, 900 mg Extrakt/Tag, 14 Tage, Kontrollen Rifampicin und Clarithromycin | Midazolam-Kinetik unverändert, kein klinisch relevanter Effekt auf CYP3A | Pharmakokinetik-Studie |
| 105 | Gurley et al. 2006, Drug Metab Dispos | 16 gesunde Freiwillige, 900 mg/Tag, 14 Tage, Digoxin | Digoxin-Kinetik nicht signifikant verändert (AUC p = 0,06) | Pharmakokinetik-Studie (P-Glykoprotein) |
| 106 | van Erp et al. 2005, Clin Cancer Res | 6 Krebspat. unter Irinotecan, 3-mal 200 mg, 14 Tage | Irinotecan-Clearance unverändert (p = 0,16); Silibinin-Spiegel zu niedrig für CYP3A4/UGT1A1-Effekte | Pharmakokinetik-Studie (Krebsmittel) |
| 107 | Peila et al. 2015, Pediatr Med Chir | 50 Mütter von Frühgeborenen (unter 32 Wochen), mikronisiertes Silymarin oder Placebo | keine Nebenwirkungen bei Müttern und Säuglingen; Silymarin in der Muttermilch nicht nachweisbar | Placebo-RCT (Stillzeit) |
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