Die kurze Antwort
Fast alle Studien prüften Kapseln oder Tabletten mit einem Extrakt aus den Früchten, der auf Silymarin eingestellt ist, meist mit 420 bis 600 mg Silymarin am Tag. Für Tee, Samen, Öl und Mischungen mit Artischocke und Löwenzahn gibt es keine Studien mit Kranken. Ob der besser aufnehmbare Phospholipid-Komplex mehr bringt, ist unklar. Wann am Tag man Mariendistel nimmt, wurde nie verglichen.
Auf dieser Seite 8 Abschnitte
- Was bringen Mariendistel-Kapseln mit Extrakt?
- Was ist Silymarin, und wie wirkt es?
- Was ist ein Mariendistel-Komplex?
- Welche Wirkung hat Mariendistel mit Artischocke und Löwenzahn?
- Wirkt Mariendistel-Tee genauso wie Kapseln?
- Welche Mariendistel-Kapseln sind die besten?
- Wie viel Silymarin pro Tag wurde in Studien eingenommen?
- Wann Mariendistel einnehmen: abends, vor oder nach dem Essen?
Wer im Regal nach Mariendistel greift, steht vor einer erstaunlichen Auswahl. Es gibt Kapseln und Tabletten mit Extrakt, losen Tee, ganze und gemahlene Samen, ein Öl, Tropfen und vor allem Mischungen, die als „Leber-Komplex“ zusammen mit Artischocke und Löwenzahn verkauft werden. Für die Studien spielte fast nur eine dieser Formen eine Rolle. Wer wissen will, was Mariendistel kann, muss deshalb zuerst klären, was genau in der Packung steckt, und genau daran hapert es oft.
Was bringen Mariendistel-Kapseln mit Extrakt?
Kapseln mit Extrakt sind die einzige Form, die gut erforscht ist. Fast alle Studien verwendeten einen Auszug aus den Früchten, die man meist Samen nennt, und dieser Auszug ist auf einen festen Gehalt an Silymarin eingestellt, oft 70 bis 80 Prozent. Am besten untersucht ist die Fettleber. Dort senkt der Extrakt die Leberwerte nach fünf Sammelauswertungen wahrscheinlich, allerdings nur um wenige Einheiten, und die Cochrane-Übersicht stuft die Gewissheit dieses Ergebnisses als sehr niedrig ein.1 Ob die Leber selbst davon profitiert, also weniger vernarbt, hat keine Studie gezeigt.
Alle Befunde zur Wirkung von Mariendistel auf die Leber, auf Cholesterin oder Gewicht gelten dabei nur für den eingestellten Extrakt in den geprüften Mengen. Sie lassen sich nicht einfach auf Tee, Samen oder Mischungen übertragen, die unbekannt viel Silymarin enthalten. Ebenso wenig lässt sich übertragen, was Kliniken mit reinem Silibinin als Infusion tun, etwa bei einer Vergiftung mit dem Knollenblätterpilz. Das ist Notfallmedizin und hat mit Kapseln nichts zu tun.
So wurde gemessen
- Cochrane-Übersicht bei Fettleber: 17 randomisierte Studien mit 2.069 Erwachsenen; Silymarin allein gegen Placebo oder keine Behandlung senkte ALT um 7,2 U/l (6 Studien, 409 Personen), Gewissheit sehr niedrig.1
- Die Studien verwendeten fast immer standardisierte Trockenextrakte aus den Früchten, meist 420 bis 600 mg Silymarin am Tag.12
Was ist Silymarin, und wie wirkt es?
Silymarin ist ein Gemisch von Pflanzenstoffen aus den Früchten, und es ist der Grund, warum die Mariendistel überhaupt als Lebermittel gilt. Sein wichtigster Teil heißt Silibinin (auch Silybin). Im Labor zeigen diese Stoffe viele Wirkungen auf Zellen und Enzyme, doch im Körper kommt davon wenig an. Eine große Übersicht erklärt das mit zwei Hürden.3 Darm und Leber hängen sofort andere Moleküle an die Stoffe und machen sie so unwirksam, und ein großer Teil wird gleich wieder in den Darm oder mit der Galle ausgeschieden.
Dass die Wirkung in Studien klein ausfällt, überrascht vor diesem Hintergrund kaum. Über die Nieren verlässt nur ein kleiner Teil der Menge den Körper, was zeigt, wie wenig überhaupt ins Blut gelangt.3 Genau hier setzen Hersteller mit neuen Formen an, die besser aufgenommen werden sollen. Ob das in der Leber mehr bewirkt, ist eine andere Frage.
So wurde gemessen
- Systematische Übersicht zur Aufnahme der Silymarin-Stoffe: rasche Kopplung in Darmzellen und Leber, Rücktransport in den Darm und Ausscheidung über die Galle; nur 1 bis 5 % der Dosis über die Nieren.3
Was ist ein Mariendistel-Komplex?
Hinter dem Wort Komplex stecken zwei ganz verschiedene Dinge. Im engeren Sinn ist ein Silibinin-Phospholipid-Komplex gemeint, bei dem der Hauptstoff an einen Baustein der Zellhüllen gebunden ist. So gelangt er vermutlich leichter durch die Darmwand. In einer kleinen Studie mit gesunden Freiwilligen lag der Spiegel im Blut nach dem Komplex zu jedem Zeitpunkt höher als nach normalem Silymarin,4 und eine neuere Studie kam zum selben Ergebnis.5 An dieser Studie waren allerdings Angestellte des Herstellers beteiligt.
Mehr im Blut heißt aber nicht mehr Nutzen. Ob der Komplex die Leberwerte bei Fettleber senkt, ist unklar: Die Cochrane-Übersicht fand gegenüber einem Scheinpräparat (Placebo) keinen gesicherten Unterschied.1 Eine Studie aus Italien sah über ein Jahr zwar Besserungen, doch das Präparat enthielt zusätzlich Vitamin E, und verglichen wurde vor allem jede Gruppe mit sich selbst.6 Im Handel meint Komplex dagegen oft etwas anderes, nämlich eine Mischung mit weiteren Pflanzen.
So wurde gemessen
- Aufnahme: 9 gesunde Freiwillige, Einzeldosis Komplex oder Silymarin mit gleicher Menge Silibinin, Spiegel mit dem Komplex durchweg höher.4 23 gesunde Freiwillige, Einzeldosis im Wechsel, Spiegel nach dem Komplex höher; klinischer Nutzen nicht geprüft.5
- Wirkung bei Fettleber: 4 randomisierte Studien mit 309 Personen, ALT gegenüber Placebo um 1,1 U/l niedriger (nicht gesichert), Gewissheit sehr niedrig.1 Italien: 179 Personen, Komplex mit Vitamin E oder Placebo über 12 Monate, 138 ausgewertet.6
Welche Wirkung hat Mariendistel mit Artischocke und Löwenzahn?
Für Mischungen aus Mariendistel, Artischocke und Löwenzahn gibt es keine einzige Studie mit Kranken, die wir finden konnten. Die Kombination folgt einer einfachen Werbelogik: Alle drei Pflanzen gelten als gut für Leber und Galle, also müssten sie zusammen noch besser sein. Geprüft hat das niemand. Und wo sich drei Pflanzen eine Kapsel teilen, bleibt für jede weniger Platz, was die Angabe zum Silymarin auf der Packung umso wichtiger macht.
Riskant werden Mischungen vor allem, wenn sie viele Zutaten haben. Ein Fallbericht beschreibt einen Mann, der das Mittel Warfarin zur Blutverdünnung nahm und ein Präparat zur „Leberreinigung“ mit Mariendistel begann. Danach stieg sein Gerinnungswert von 2,6 auf 4,1.7 Welche Zutat das auslöste, ließ sich nicht klären. Wer Medikamente nimmt, sollte bei solchen Mischungen deshalb die bekannten Wechselwirkungen von Mariendistel im Blick behalten.
Wirkt Mariendistel-Tee genauso wie Kapseln?
Dass Tee so wirkt wie Kapseln, ist durch keine Studie gedeckt. Alle Ergebnisse zur Leber stammen aus eingestelltem Extrakt, und wie viel Silymarin in einer Tasse landet, hat keine der hier ausgewerteten Studien gemessen. Die EU-Behörde für Arzneimittel (EMA) führt Tee trotzdem als eine der Formen, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden genutzt werden.8 Das ist eine Anerkennung langer Erfahrung. Ein Wirknachweis ist es nicht.
Für die Anwendung heißt das: Wer gern einen bitteren Tee nach dem Essen trinkt, kann das tun, sollte aber keine Wirkung erwarten, wie sie die Studien mit Kapseln fanden. Auch wer mit Tee die Leber entgiften möchte, findet dafür keine Studie. Bei Leberbeschwerden ist Tee ohnehin kein Ersatz für eine ärztliche Abklärung.
Samen, Pulver, Öl und Tropfen
Auch für ganze oder gemahlene Samen, das Öl daraus, Tropfen und Säfte fehlen Studien zur Wirkung. Die EMA nennt gemahlene Früchte zwar ebenfalls als traditionelle Form,8 doch geprüft wurden sie in Studien mit Kranken nicht. Für ganze Samen gibt es zudem einen Fallbericht über einen allergischen Schock nach dem Essen,9 und bei einer Allergie gegen Korbblütler gilt die Warnung für jede Form. Wer zu solchen Formen greift, kauft vor allem ein Lebensmittel.
Welche Mariendistel-Kapseln sind die besten?
Die besten Kapseln sind die, bei denen klar ist, was drin ist, und genau das ist seltener, als man denkt. Forschende aus Prag kauften 26 Präparate in den USA und in Tschechien und prüften sie im Labor.10 Der Gehalt an Silymarin schwankte stark, wich oft von der Angabe auf der Packung ab und unterschied sich sogar zwischen Chargen desselben Produkts. In allen Proben fanden sie zudem Gifte von Schimmelpilzen und Reste von Pestiziden, dazu viele Keime.
Die Autoren halten es für möglich, dass solche Mängel auch erklären, warum Studien zu Mariendistel so widersprüchlich ausfallen. Für den Kauf folgt daraus, dass die Menge an Silymarin in Milligramm auf der Packung stehen sollte, nicht nur das Gewicht des Pflanzenpulvers. Arzneimittel müssen ihre Qualität vor der Zulassung belegen, Nahrungsergänzungsmittel nicht.
So wurde gemessen
- Produktanalyse: 26 Nahrungsergänzungen mit Mariendistel, gekauft 2016 und 2017; Silymarin-Gehalt per Hochleistungs-Flüssigchromatographie, dazu Schimmelpilzgifte, Pflanzengifte, Pestizide und Keime.10
Wie viel Silymarin pro Tag wurde in Studien eingenommen?
In den meisten Studien bekamen die Teilnehmenden 420 bis 600 mg Silymarin am Tag, oft verteilt auf drei Portionen. Bei Zirrhose liefen solche Mengen über zwei bis vier Jahre.1112 Manche Studien gingen deutlich höher. Bei Fettleber und bei Hepatitis C nahmen Menschen bis zu 2.100 mg am Tag, über ein halbes oder ganzes Jahr, und vertrugen das ebenso gut wie Placebo.213
Bringt mehr also mehr? Danach sieht es nicht aus. In der Studie zu Hepatitis C half die hohe Menge so wenig wie die niedrigere,13 und in der Fettleber-Studie mit 2.100 mg verfehlte der Extrakt sein Hauptziel.2 Eine Menge mit gesicherter Wirkung gibt es deshalb nicht. Was sich sagen lässt, ist eine Spanne, die gut vertragen wurde und in den meisten positiven Studien zum Einsatz kam.
So wurde gemessen
- Zirrhose: 170 Personen, 420 mg Silymarin täglich, im Mittel 41 Monate;11 200 Personen mit alkoholbedingter Zirrhose, 450 mg täglich über 2 Jahre.12
- Fettleber: 99 Personen, 700 mg dreimal täglich (2.100 mg) oder Placebo über 48 Wochen, Nebenwirkungen nicht häufiger.2
- Hepatitis C: 154 Personen, 420 oder 700 mg dreimal täglich (1.260 oder 2.100 mg) oder Placebo über 24 Wochen, kein Unterschied in Wirkung und Nebenwirkungen.13
Wann Mariendistel einnehmen: abends, vor oder nach dem Essen?
Ob morgens, abends, vor oder nach dem Essen besser ist, hat keine Studie verglichen. Die meisten Studien verteilten die Tagesmenge auf drei Portionen, und dafür gibt es einen guten Grund. Der Körper baut Silibinin rasch ab, sein Spiegel im Blut halbiert sich meist in weniger als vier Stunden.4 Wer die Menge verteilt, hält ihn gleichmäßiger.
Ob die Einnahme zum Essen die Aufnahme verbessert, ist für Silymarin nicht untersucht. Bei empfindlichem Magen liegt es nahe, sie zu einer Mahlzeit zu nehmen, denn Beschwerden an Magen und Darm sind die häufigste Klage.8 Für eine Einnahme am Abend gibt es weder einen belegten Vorteil noch einen Nachteil.
Wie lange kann man Mariendistel einnehmen?
Die längsten Studien liefen bis zu vier Jahre ohne mehr Beschwerden als unter Placebo.14 Das betraf Menschen mit Zirrhose, die unter ärztlicher Kontrolle standen. Für eine längere Einnahme und für Gesunde, die Mariendistel ohne Erkrankung nehmen, fehlen Daten. Hinzu kommt, dass sich ein Nutzen bei vielen Fragen nicht gezeigt hat, sodass eine Dauereinnahme auf Verdacht wenig Sinn ergibt. Bei längerer Einnahme lohnt es sich, die Nebenwirkungen von Mariendistel und die Gruppen zu kennen, für die sie nicht passt.
Unsere Einordnung
Wer Mariendistel ausprobieren will, sollte zu einem Extrakt greifen, dessen Gehalt an Silymarin in Milligramm angegeben ist; die Studien nutzten meist 420 bis 600 mg am Tag. Tee, Samen und Mischungen mit Artischocke und Löwenzahn sind nicht geprüft. Ob teure, besser aufnehmbare Formen mehr bringen, ist unklar.
Häufige Fragen
Mariendistel Kapseln oder Tabletten: Was ist besser?
Direkt verglichen hat das keine Studie. Entscheidend ist, wie viel Silymarin ein Präparat liefert, und das sollte auf der Packung in Milligramm stehen, nicht nur als Menge an Pflanzenpulver.
Ist hochdosierte Mariendistel besser?
Dafür gibt es keinen Beleg. In einer großen Studie bei Hepatitis C half die drei- bis fünffache Menge nicht besser als Placebo, wurde aber ebenso gut vertragen.13
Was ist von Mariendistel-Tropfen oder Saft zu halten?
Für Tropfen und Saft gibt es keine Studie, und wie viel Silymarin sie enthalten, ist meist unklar. Alle Ergebnisse zur Leber stammen aus Kapseln oder Tabletten mit eingestelltem Extrakt.
Ist die Einnahme vor oder nach dem Essen besser?
Verglichen hat das keine Studie, und ob eine Mahlzeit die Aufnahme von Silymarin verbessert, ist nicht untersucht. Bei empfindlichem Magen liegt die Einnahme zum Essen nahe, weil Beschwerden an Magen und Darm die häufigste Klage sind.8
Weiterlesen


Alle Themen zu Mariendistel
Alle 14 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Wang et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev | 17 RCTs, 2.069 Erwachsene mit MASLD, 4 bis 48 Wochen, GRADE | Silymarin allein gegen Placebo/keine Behandlung: ALT MD −7,21 U/l (−10,62 bis −3,80; 6 RCTs, 409 Pers.), sehr niedrige Evidenz; Silibinin-Komplex gegen Placebo ALT, AST, GGT nicht signifikant; gegen andere Mittel kein Unterschied; Nutzen und Schaden unklar | Cochrane-Review (Gewissheit sehr niedrig) |
| 2 | Wah Kheong et al. 2017, Clin Gastroenterol Hepatol | 99 Erwachsene mit NASH (Gewebeprobe), 700 mg Silymarin 3-mal täglich oder Placebo, 48 Wochen, Malaysia | NAS-Senkung um mindestens 30 % 32,7 vs. 26,0 % (p = 0,467); Fibrose gebessert 22,4 vs. 6,0 % (p = 0,023); Lebersteifigkeit 24,2 vs. 2,3 % (p = 0,002); Nebenwirkungen nicht häufiger | Placebo-RCT (Gewebeprobe) |
| 3 | Tvrdý et al. 2021, Med Res Rev | systematischer Review zur Pharmakokinetik und zu Wechselwirkungen der Silymarin-Flavonolignane | Flavonolignane werden schlecht aufgenommen; die im Labor hemmenden Konzentrationen sind meist zu hoch, um im Körper relevant zu sein; die meisten Studien am Menschen fanden keine Wechselwirkungen | Systematischer Review |
| 4 | Barzaghi et al. 1990, Eur J Drug Metab Pharmacokinet | 9 gesunde Freiwillige, Einzeldosis Silibinin-Phosphatidylcholin-Komplex oder Silymarin; danach 8 Tage Komplex | Spiegel mit Komplex zu allen Zeitpunkten höher; Halbwertszeit meist unter 4 Stunden; unter 3 % im Urin | Pharmakokinetik-Studie |
| 5 | Méndez-Sánchez et al. 2019, BMC Pharmacol Toxicol | 23 gesunde Freiwillige, Einzeldosis Silibinin-Phosphatidylcholin-Komplex oder herkömmliche Silymarin-Tablette, Crossover | Silibinin-Spiegel im Blut nach dem Komplex höher; klinischer Nutzen nicht geprüft; Mitautoren beim Hersteller angestellt | Pharmakokinetik-Studie |
| 6 | Loguercio et al. 2012, Free Radic Biol Med | 179 Pers. mit NAFLD (Gewebeprobe), Silibinin-Phosphatidylcholin plus Vitamin E oder Placebo, 12 Monate, 138 ausgewertet | Leberwerte, HOMA und Gewebebefund nur unter dem Komplex gebessert; Gewicht nicht gestiegen; Nebenwirkungen Durchfall, Geschmacksstörung, Juckreiz | Placebo-RCT (Kombinationspräparat) |
| 7 | Lash et al. 2020, J Clin Pharm Ther | 1 Mann in den Dreißigern unter Warfarin, „Leberreinigungs“-Präparat mit 200 mg Mariendistel | INR stieg von 2,64 auf 4,12 und normalisierte sich nach dem Absetzen | Fallbericht |
| 8 | EMA/HMPC 2018, Europäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel | EU-Monographie zu Mariendistelfrüchten (EMA/HMPC/294187/2013), Fassung 2018 | nur traditionelle Anwendung (Verdauungsbeschwerden, Unterstützung der Leberfunktion nach ärztlichem Ausschluss ernster Erkrankungen); nicht unter 18 Jahren, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; Gegenanzeige Korbblütler-Allergie; bei Gelbsucht oder verfärbtem Urin/Stuhl sofort zum Arzt | Behördenmonographie |
| 9 | Planas-Vinos et al. 2025, J Investig Allergol Clin Immunol | Fallbericht (nur Titel verfügbar) | allergischer Schock nach dem Verzehr von Mariendistelsamen | Fallbericht (nur Titel) |
| 10 | Fenclova et al. 2019, Sci Rep | 26 Mariendistel-Nahrungsergänzungen aus den USA und Tschechien, gekauft 2016 bis 2017, Laboranalyse | Silymarin-Gehalt stark schwankend und oft abweichend von der Angabe, auch zwischen Chargen; Schimmelpilzgifte, Pestizide und Keime nachgewiesen | Produktanalyse |
| 11 | Ferenci et al. 1989, J Hepatol | 170 Pat. mit Zirrhose (91 alkoholbedingt), 420 mg Silymarin/Tag oder Placebo, im Mittel 41 Monate | 4-Jahres-Überleben 58 vs. 39 % (p = 0,036), Vorteil bei alkoholbedingter Zirrhose und Child A; Abbrecher ausgeschlossen | Placebo-RCT |
| 12 | Parés et al. 1998, J Hepatol | 200 Pat. mit alkoholbedingter Zirrhose, 450 mg Silymarin/Tag oder Placebo, 2 Jahre | Überleben gleich (15 vs. 14 Todesfälle), kein Einfluss auf den Verlauf, keine relevanten Nebenwirkungen | Placebo-RCT (größte, Gegenbefund) |
| 13 | Fried et al. 2012, JAMA | 154 Pers. mit chronischer Hepatitis C nach erfolgloser Interferon-Therapie, 420 oder 700 mg 3-mal täglich oder Placebo, 24 Wochen | ALT-Ziel bei je 2 Pers. pro Gruppe (3,8 bis 4,0 %, p ≥ 0,99); ALT, Viruslast und Lebensqualität nicht verschieden; Nebenwirkungen wie Placebo | Placebo-RCT (größte) |
| 14 | Rambaldi et al. 2007, Cochrane Database Syst Rev | alkohol- und virusbedingte Lebererkrankung, ALT in 6 RCTs, 365 Pers. | ALT im Random-Effects-Modell −3,96 U/l (−12,59 bis 4,68), nicht signifikant; in hochwertigen Studien kein Effekt | Cochrane-Review |
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