Die kurze Antwort
Vitamin C verkürzt Erkältungen bei Dauereinnahme wahrscheinlich etwas, vorbeugen hilft es im Alltag nur minimal, bei extremer körperlicher Belastung aber wahrscheinlich deutlich. Gut belegt sind kleine Senkungen von Blutdruck und Harnsäure. Ob es erst bei Beschwerden genommen etwas bringt, ist unklar. Infusionen sind eine eigene Klinikfrage mit ernsten Warnzeichen. Den Bedarf von rund 100 mg am Tag decken Obst und Gemüse meist von selbst.
Im Februar, wenn im Büro jeder Zweite schnieft, stehen auf vielen Schreibtischen Brausetabletten. Vitamin C ist das bekannteste Hausmittel gegen Erkältungen, und sein Ruf geht weit darüber hinaus: Es soll die Haut verjüngen, als Antioxidans vor Krebs und Herzinfarkt schützen und als Infusion gegen Erschöpfung helfen. Kaum ein Vitamin wurde so oft und so gründlich in Studien geprüft, mit Zehntausenden Teilnehmenden über Jahre hinweg, und gerade deshalb lässt sich ziemlich genau sagen, welche dieser Hoffnungen tragen und welche nicht.
Dabei zieht sich eine Unterscheidung durch fast alles, was folgt. Ob Vitamin C als Tablette geschluckt, als Infusion in die Vene gegeben oder als Creme auf die Haut aufgetragen wird, macht einen gewaltigen Unterschied, denn der Darm lässt nur begrenzte Mengen durch, während eine Infusion ein Vielfaches erreicht.12 Wer Studien zu Vitamin C liest, sollte deshalb immer zuerst fragen, auf welchem Weg es in den Körper kam.
Was ist Vitamin C, und wofür braucht der Körper es?
Vitamin C ist ein Vitamin, das der Mensch nicht selbst herstellen kann, anders als die meisten Tiere.3 Gebraucht wird es vor allem, um Kollagen zu bilden, das Gerüsteiweiß von Haut, Blutgefäßen, Knochen und Zahnfleisch. Fehlt es über lange Zeit, werden die feinen Gefäße brüchig, und es entsteht Skorbut, die alte Krankheit der Seefahrer.
Den Bedarf decken die meisten nebenbei. Die Fachgesellschaften empfehlen Frauen 95 und Männern 110 mg am Tag, und im Mittel nehmen Erwachsene etwas mehr auf.45 Dazu genügen eine Paprika oder zwei Kiwis. Zugleich hat der Körper eine eingebaute Bremse, denn ab etwa 200 mg am Tag ist das Blut nahezu gesättigt, und der Überschuss landet im Urin.1 Welche Vitamin-C-reichen Lebensmittel am meisten liefern, überrascht viele: Die Orange liegt nur im Mittelfeld.


Wofür ist Vitamin C gut? Die Wirkung im Studiencheck
Vitamin C wirkt bei einigen Messwerten belegt, bei den großen Versprechen kaum. Für die folgende Übersicht haben wir 50 Wirkungen und 12 Sicherheitsfragen erfasst, die am Menschen und im Vergleich mit einer Kontrollgruppe geprüft wurden. Ein Klick öffnet die Begründung. Zehn dieser Wirkungen betreffen Infusionen in der Klinik und drei die Anwendung auf der Haut, und beide stehen getrennt von den Tabletten.
Blutdruck senkengut belegt29 Studien (Juraschek 2012); 20 Studien, 890 Pers. (Lbban 2023); 8 Studien, 614 Pers. (Guan 2020); 28 Studien, 1.574 Pers. mit Typ-2-Diabetes (Mason 2021)oberer Wert −3,84 mmHg, unterer −1,48 mmHg
Erwachsene, gesund oder mit Bluthochdruck bzw. Diabetes; meist um 500 mg täglich über einige Wochen
Ergebnisse: oberer Wert −3,84 mmHg (95 % KI −5,29 bis −2,38), unterer −1,48 mmHg (−2,86 bis −0,10) (Juraschek 2012); oberer Wert −3,0 mmHg (−4,7 bis −1,3), bei Bluthochdruck −3,2, bei Diabetes −4,6 mmHg (Lbban 2023); bei Bluthochdruck oben −4,09, unten −2,30 mmHg (Guan 2020); Typ-2-Diabetes oben −6,27 mmHg (Mason 2021); Umbrella-Review: oben etwa −3,7 mmHg, unten insgesamt kein Effekt, Vertrauenswürdigkeit niedrig (Kosari 2026)
Vitamin C senkt den oberen Blutdruckwert, das ist gut belegt: Vier Meta-Analysen mit bis zu 29 Studien kommen übereinstimmend auf im Mittel etwa 3 bis 4 mmHg weniger, bei Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes etwas mehr. Der Effekt ist klein, der untere Wert sinkt weniger sicher, und die Studien dauerten meist nur wenige Wochen. Weniger Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind damit nicht gezeigt (eigene Zeile); Vitamin C ersetzt keine Blutdruckbehandlung. 21, 20, 22, 24, 23
Harnsäure im Blut senkengut belegt16 RCTs, 1.013 Pers. (Liu 2021); 13 RCTs, 556 Pers. (Juraschek 2011)Harnsäure signifikant gesenkt
Erwachsene ohne Dialyse, meist gesund, Ausgangswerte überwiegend im Normbereich; median 500 mg Vitamin C täglich über etwa einen Monat
Ergebnisse: Harnsäure signifikant gesenkt (Liu 2021); −0,35 mg/dl (95 % KI −0,66 bis −0,03), I² = 77 % (Juraschek 2011); 600 mg/Tag senkte die Harnsäure bei erhöhten Werten in einer Placebo-Crossover-Studie (Enderle 2026); Gegenbefund: bei Gichtpatienten mit 500 mg/Tag nur −0,23 mg/dl, klinisch unbedeutend (Stamp 2013)
Vitamin C senkt die Harnsäure im Blut, das ist gut belegt: Zwei Meta-Analysen mit 16 und 13 kontrollierten Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, im Mittel um etwa 0,35 mg/dl, in placebokontrollierten Studien etwas stärker. Die Senkung ist klein; bei Gicht mit deutlich erhöhten Werten war sie in einer Studie ohne praktische Bedeutung, und Vitamin C ersetzt keine Gichtbehandlung. 25, 26, 96, 27
Seltener erkälten durch tägliches Vitamin Cwahrscheinlich24 Studien, 10.961 Pers. (Abioye 2021); 24 Studienvergleiche, 10.708 Pers. (Hemilä 2013, Cochrane, Allgemeinbevölkerung)akute Atemwegsinfekte bei Erwachsenen RR 0,96
Allgemeinbevölkerung (Erwachsene und Kinder), regelmäßige Einnahme von mindestens 0,2 g pro Tag über Wochen bis Monate; Menschen unter starker körperlicher Belastung stehen in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: akute Atemwegsinfekte bei Erwachsenen RR 0,96 (95 % KI 0,93 bis 0,99) (Abioye 2021); Erkältungsrisiko in der Allgemeinbevölkerung RR 0,97 (0,94 bis 1,00), Grenzfall (Hemilä 2013); Atemwegsinfekte RR 0,94 (0,87 bis 1,01), nicht signifikant (Keya 2022)
Wer täglich Vitamin C nimmt, erkältet sich wahrscheinlich etwas seltener, der Unterschied ist aber sehr klein: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 24 Studien und fast 11.000 Erwachsenen fand 4 % weniger akute Atemwegsinfekte. Die Cochrane-Übersicht kam in der Allgemeinbevölkerung auf 3 % weniger Erkältungen, ein Grenzfall, und hält die routinemäßige Einnahme allein zur Vorbeugung nicht für gerechtfertigt. Menschen unter extremer körperlicher Belastung stehen in einer eigenen Zeile. 7, 6, 79, 10
Kürzere Erkältung durch regelmäßige Einnahmewahrscheinlich31 Studienvergleiche, 9.745 Erkältungsepisoden (Hemilä 2013, Cochrane)Erkältungsdauer bei Erwachsenen −8 %, bei Kindern −14 %
Allgemeinbevölkerung, Vitamin C täglich schon vor der Erkältung genommen (mindestens 0,2 g pro Tag); Einnahme erst bei Beginn der Beschwerden steht in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Erkältungsdauer bei Erwachsenen −8 % (95 % KI −3 bis −12 %), bei Kindern −14 % (−7 bis −21 %) (Hemilä 2013); Dauer akuter Atemwegsinfekte −9 % (−16 bis −2 %) (Abioye 2021); SMD −0,36 (−0,62 bis −0,09) (Keya 2022); große Einzelstudie mit 2.349 Pers. ohne signifikanten Effekt (Anderson 1974)
Wer regelmäßig Vitamin C nimmt, ist wahrscheinlich etwas kürzer erkältet: bei Erwachsenen im Mittel um etwa 8 %, bei Kindern um etwa 14 %; bei einer einwöchigen Erkältung ist das bei Erwachsenen etwa ein halber Tag. Drei Meta-Analysen stimmen darin überein, eine höhere Stufe verhindert aber eine große kanadische Studie mit über 2.300 Teilnehmenden (Anderson 1974), die keinen Effekt fand. Das gilt nur für die dauerhafte Einnahme schon vor der Erkältung; wer erst bei den ersten Beschwerden beginnt, steht in einer eigenen Zeile. 6, 7, 79, 10
- große Einzelstudie ohne Effekt (Anderson et al. 1974, n = 2349)
Seltener erkälten bei extremer körperlicher Belastungwahrscheinlich5 Studien, 598 Pers. (Hemilä 2013, Cochrane)Erkältungsrisiko RR 0,48, also etwa halbiert
Marathon- und Ultramarathonläufer, Skilangläufer und Soldaten bei Übungen in subarktischer Kälte; kurze Phasen schwerer körperlicher Belastung
Ergebnisse: Erkältungsrisiko RR 0,48 (95 % KI 0,35 bis 0,64), also etwa halbiert (Hemilä 2013); Infekte der oberen Atemwege nach Belastung RR 0,49 (0,34 bis 0,71) (Moreira 2007); Ultramarathon: Infektzeichen nach dem Rennen 33 % vs. 68 % (Peters 1993); Gegenbefund: jugendliche Leistungsschwimmer RR 1,01 (0,70 bis 1,46) (Constantini 2011)
Bei Menschen unter kurzer, extremer körperlicher Belastung senkt tägliches Vitamin C das Erkältungsrisiko wahrscheinlich deutlich: In fünf Placebo-Studien halbierte es sich. Das gilt für Marathonläufer, Skiläufer und Soldaten in großer Kälte, nicht für die Allgemeinbevölkerung. Die Studien sind klein und überwiegend älter; bei jugendlichen Leistungsschwimmern zeigte sich kein Effekt auf die Häufigkeit. 6, 80, 8, 9
Überleben bei Blutvergiftung (Sepsis) verbessernInfusionwahrscheinlich14 Studien, 1.958 Pers., Vitamin C allein (Cai 2026); 7 Studien, 1.378 Pers., Teilgruppe Vitamin C allein (Liang 2023)28-Tage-Sterblichkeit RR 0,70, Nutzen nur in Einzelzentrums-, nicht in …
Erwachsene mit Sepsis oder septischem Schock auf der Intensivstation; nur Infusion, meist 50 mg/kg alle 6 Stunden über 4 Tage; sagt nichts über Tabletten
Ergebnisse: 28-Tage-Sterblichkeit RR 0,70 (0,53 bis 0,93), Nutzen nur in Einzelzentrums-, nicht in Multizenterstudien, Evidenz niedrig (Cai 2026); Vitamin C allein OR 0,82 (0,66 bis 1,03), nicht signifikant (Liang 2023); Sepsis-Teilgruppe RR 0,74 (0,59 bis 0,91) (Xu 2023); LOVIT: Tod bis Tag 28 RR 1,17 (0,98 bis 1,40), Tod oder anhaltendes Organversagen RR 1,21 (1,04 bis 1,40) (Lamontagne 2022)
Vitamin-C-Infusionen senken die Sterblichkeit bei Sepsis nach der maßgeblichen Meta-Analyse von 14 Studien wahrscheinlich, um etwa ein Drittel. Der Nutzen zeigte sich aber nur in kleineren Einzelzentrums-Studien, nicht in den Multizenter-Studien; die größte verblindete Studie, LOVIT mit 872 Patienten, fand mehr Todesfälle oder anhaltendes Organversagen als mit Placebo (siehe Sicherheit). Das betrifft nur Infusionen auf der Intensivstation und sagt nichts über Tabletten. 48, 116, 117, 49, 106
Weniger Falten und Lichtschäden der Haut durch Vitamin-C-Creme oder -Serumauf der Hautunklarerste Hinweise7 Studien, 139 Pers. (Correia 2023, systematische Übersicht ohne Meta-Analyse)glattere, weniger faltige Haut, durch Gewebeproben gestützt
Erwachsene mit lichtgealterter Haut, Vitamin C auf die Haut aufgetragen (meist 5 bis 10 %), Halbseitenvergleich mit wirkstofffreier Grundlage
Ergebnisse: glattere, weniger faltige Haut, durch Gewebeproben gestützt; Feuchtigkeit gleich wie mit Grundlage (Correia 2023); 5-%-Creme über 6 Monate: Gesamtbefund und Hautrelief signifikant besser als Grundlage (Humbert 2003); 10-%-Serum über 12 Wochen: Lichtalterung an Wangen besser (p = 0,006) (Fitzpatrick 2002); alle Studien 2015 bis 2022 mit Kombinationsprodukten (Sanabria 2023)
Vitamin C auf der Haut verbesserte in kleinen Halbseitenstudien Falten und Lichtschäden stärker als dieselbe Creme ohne Wirkstoff; Gewebeproben zeigten mehr neues Kollagen. Die Studien sind klein, meist mit 10 bis 20 Teilnehmenden, und neuere Studien prüfen fast nur Mischprodukte. Erste Hinweise, eine Meta-Analyse fehlt. 39, 40, 97, 42
Bessere Eisenwerte durch Vitamin-C-reiches Obst zu den Mahlzeitenunklarwidersprüchlich15 RCTs, 1.381 Pers. (Nyakundi 2026)Serum-Ferritin +9,39 µg/l, Hämoglobin +1,34 g/l, jeweils mäßige Vertrauenswürdigkeit
Frauen von 15 bis 74 Jahren und Kinder; ganze Früchte oder Fruchtsäfte zu den Mahlzeiten, keine Vitamin-C-Tabletten
Ergebnisse: Serum-Ferritin +9,39 µg/l (7 Studien, 762 Pers.), Hämoglobin +1,34 g/l (12 Studien, 1.141 Pers.), jeweils mäßige Vertrauenswürdigkeit; Eisenaufnahme +3,36 %, nicht signifikant (3 Studien) (Nyakundi 2026)
Ob Vitamin-C-reiches Obst zu den Mahlzeiten die Eisenwerte verbessert, ist unklar. Eine Auswertung von 15 Studien fand etwas höhere Hämoglobin- und Ferritinwerte, die direkt gemessene Eisenaufnahme stieg aber nicht gesichert; alle Studien verglichen ohne Placebo, weil sich Obst nicht verblinden lässt. Geprüft wurden ganze Früchte und Säfte, nicht Vitamin C als Tablette. 46
- positive Studien nur ohne Placebo (offene Studien)
Alle 50 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Vitamin C in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Immunsystem & Infekte 13
4 wahrscheinlich · 7 unklar · 1 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Seltener erkälten durch tägliches Vitamin Cwahrscheinlich24 Studien, 10.961 Pers. (Abioye 2021); 24 Studienvergleiche, 10.708 Pers. (Hemilä 2013, Cochrane, Allgemeinbevölkerung)akute Atemwegsinfekte bei Erwachsenen RR 0,96
Allgemeinbevölkerung (Erwachsene und Kinder), regelmäßige Einnahme von mindestens 0,2 g pro Tag über Wochen bis Monate; Menschen unter starker körperlicher Belastung stehen in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: akute Atemwegsinfekte bei Erwachsenen RR 0,96 (95 % KI 0,93 bis 0,99) (Abioye 2021); Erkältungsrisiko in der Allgemeinbevölkerung RR 0,97 (0,94 bis 1,00), Grenzfall (Hemilä 2013); Atemwegsinfekte RR 0,94 (0,87 bis 1,01), nicht signifikant (Keya 2022)
Wer täglich Vitamin C nimmt, erkältet sich wahrscheinlich etwas seltener, der Unterschied ist aber sehr klein: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 24 Studien und fast 11.000 Erwachsenen fand 4 % weniger akute Atemwegsinfekte. Die Cochrane-Übersicht kam in der Allgemeinbevölkerung auf 3 % weniger Erkältungen, ein Grenzfall, und hält die routinemäßige Einnahme allein zur Vorbeugung nicht für gerechtfertigt. Menschen unter extremer körperlicher Belastung stehen in einer eigenen Zeile. 7, 6, 79, 10
Seltener erkälten bei extremer körperlicher Belastungwahrscheinlich5 Studien, 598 Pers. (Hemilä 2013, Cochrane)Erkältungsrisiko RR 0,48, also etwa halbiert
Marathon- und Ultramarathonläufer, Skilangläufer und Soldaten bei Übungen in subarktischer Kälte; kurze Phasen schwerer körperlicher Belastung
Ergebnisse: Erkältungsrisiko RR 0,48 (95 % KI 0,35 bis 0,64), also etwa halbiert (Hemilä 2013); Infekte der oberen Atemwege nach Belastung RR 0,49 (0,34 bis 0,71) (Moreira 2007); Ultramarathon: Infektzeichen nach dem Rennen 33 % vs. 68 % (Peters 1993); Gegenbefund: jugendliche Leistungsschwimmer RR 1,01 (0,70 bis 1,46) (Constantini 2011)
Bei Menschen unter kurzer, extremer körperlicher Belastung senkt tägliches Vitamin C das Erkältungsrisiko wahrscheinlich deutlich: In fünf Placebo-Studien halbierte es sich. Das gilt für Marathonläufer, Skiläufer und Soldaten in großer Kälte, nicht für die Allgemeinbevölkerung. Die Studien sind klein und überwiegend älter; bei jugendlichen Leistungsschwimmern zeigte sich kein Effekt auf die Häufigkeit. 6, 80, 8, 9
Kürzere Erkältung durch regelmäßige Einnahmewahrscheinlich31 Studienvergleiche, 9.745 Erkältungsepisoden (Hemilä 2013, Cochrane)Erkältungsdauer bei Erwachsenen −8 %, bei Kindern −14 %
Allgemeinbevölkerung, Vitamin C täglich schon vor der Erkältung genommen (mindestens 0,2 g pro Tag); Einnahme erst bei Beginn der Beschwerden steht in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Erkältungsdauer bei Erwachsenen −8 % (95 % KI −3 bis −12 %), bei Kindern −14 % (−7 bis −21 %) (Hemilä 2013); Dauer akuter Atemwegsinfekte −9 % (−16 bis −2 %) (Abioye 2021); SMD −0,36 (−0,62 bis −0,09) (Keya 2022); große Einzelstudie mit 2.349 Pers. ohne signifikanten Effekt (Anderson 1974)
Wer regelmäßig Vitamin C nimmt, ist wahrscheinlich etwas kürzer erkältet: bei Erwachsenen im Mittel um etwa 8 %, bei Kindern um etwa 14 %; bei einer einwöchigen Erkältung ist das bei Erwachsenen etwa ein halber Tag. Drei Meta-Analysen stimmen darin überein, eine höhere Stufe verhindert aber eine große kanadische Studie mit über 2.300 Teilnehmenden (Anderson 1974), die keinen Effekt fand. Das gilt nur für die dauerhafte Einnahme schon vor der Erkältung; wer erst bei den ersten Beschwerden beginnt, steht in einer eigenen Zeile. 6, 7, 79, 10
- große Einzelstudie ohne Effekt (Anderson et al. 1974, n = 2349)
Mildere Erkältung, vor allem weniger schwere Beschwerdenwahrscheinlich15 Vergleiche aus 10 Studien (Hemilä 2023)Schwere der Erkältung −15 %
Gesunde Menschen, mindestens 1 g Vitamin C pro Tag gegen Placebo, regelmäßig oder bei Beginn
Ergebnisse: Schwere der Erkältung −15 % (95 % KI 9 bis 21 %); in 5 direkten Vergleichen kürzere Dauer schwerer Beschwerden, kein Effekt auf leichte Beschwerden (Hemilä 2023); Cochrane: Schwere bei regelmäßiger Einnahme verringert, bei Einnahme erst ab Beginn kein einheitlicher Effekt (Hemilä 2013)
Vitamin C macht Erkältungen wahrscheinlich etwas milder: In zehn doppelblinden Studien verliefen sie unter mindestens 1 g täglich im Mittel um 15 % milder als unter Placebo. Der Unterschied zeigte sich vor allem bei den schweren Beschwerden, etwa Tagen im Haus, weniger bei leichten. Die Auswertung stammt von derselben Arbeitsgruppe wie die Cochrane-Übersicht und nutzt teils dieselben Studien. 11, 6, 79
Erkältung verkürzen, wenn man erst bei den ersten Beschwerden beginntunklarwidersprüchlich7 Studienvergleiche, 3.249 Erkältungsepisoden (Hemilä 2013, Cochrane); 10 offene Studien ohne Placebo (Ran 2020)kein einheitlicher Effekt auf Dauer oder Schwere
Erwachsene, Vitamin C erst ab Beginn der Erkältung (therapeutisch), ohne vorherige Dauereinnahme; Zusatzdosen zur Dauereinnahme in der Einordnung
Ergebnisse: kein einheitlicher Effekt auf Dauer oder Schwere (Hemilä 2013); ohne Placebo, zusätzlich zu Virusmitteln: Gesamtwirksamkeit RR 1,27 (95 % KI 1,08 bis 1,48), schnellere Besserung (Ran 2020)
Ob es hilft, erst bei den ersten Erkältungszeichen mit Vitamin C zu beginnen, ist unklar. In sieben placebokontrollierten Vergleichen der Cochrane-Übersicht zeigte sich kein einheitlicher Effekt auf Dauer oder Schwere. Eine Auswertung chinesischer Studien fand schnellere Besserung, dort wurde Vitamin C aber zusätzlich zu Virusmitteln und ohne Placebo gegeben. 6, 81
Lungenentzündung vorbeugenunklar2 Studien, 736 Pers. (Padhani 2020, Cochrane)Lungenentzündungen RR 0,46, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit
Militärrekruten, Internatsschüler und Kleinkinder; Gruppen mit hohem Erkrankungsrisiko und teils niedriger Vitamin-C-Zufuhr
Ergebnisse: Lungenentzündungen RR 0,46 (95 % KI 0,06 bis 3,61), sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit (Padhani 2020); in 3 älteren kontrollierten Studien mit 2.335 Pers. jeweils 80 % oder mehr weniger Fälle, nur eine davon randomisiert und placebokontrolliert (Hemilä 2013)
Ob Vitamin C Lungenentzündungen verhindert, ist unklar. Drei ältere Studien an Rekruten und Internatsschülern fanden deutlich weniger Fälle, nur eine davon war aber sauber randomisiert und verblindet. Die neuere Cochrane-Auswertung ist sehr unsicher; die Autoren halten die Belege für zu schwach, um Vitamin C zur Vorbeugung zu empfehlen. 13, 12
Lungenentzündung schneller ausheilen, zusätzlich zur Behandlungunklar5 Studien (Padhani 2020, Cochrane); 2 Studien, 197 Pers. (Hemilä 2013)einzelne Studien: Krankheitsdauer 3,4 vs
Patienten mit Lungenentzündung im Krankenhaus, Kinder und Ältere, Vitamin C als Tablette zusätzlich zur Standardtherapie; Infusionen gehören zu „Hochdosiert & Infusion“
Ergebnisse: einzelne Studien: Krankheitsdauer 3,4 vs. 4,5 Tage, schnellere Besserung der Sauerstoffsättigung; Vertrauenswürdigkeit sehr niedrig (Padhani 2020); bei älteren Patienten geringere Sterblichkeit nur bei den Schwerstkranken (Hemilä 2013); Sterblichkeit bei ambulant erworbener Lungenentzündung RR 0,51 (0,24 bis 1,09), nicht signifikant, Tabletten und Infusionen gemischt (Sharma 2024)
Ob Vitamin C als Tablette eine Lungenentzündung schneller abheilen lässt, ist unklar. Einzelne kleine Studien fanden etwas kürzere Krankheitsverläufe, die Cochrane-Übersicht bewertet die Belege aber als sehr unsicher. Eine neuere Auswertung fand keine gesichert geringere Sterblichkeit und mischt Tabletten mit Infusionen. 13, 12, 82
Milderer oder kürzerer COVID-19-Verlauf mit Vitamin-C-Tablettenunklar6 RCTs, 572 Pers., Tabletten und Infusionen (Rawat 2021); 1 offene RCT mit Tabletten, 214 Pers. (Thomas 2021)Sterblichkeit RR 0,73, kein Vorteil auch in der Teilgruppe mit Tabletten
Erwachsene mit COVID-19, Vitamin C geschluckt; die meisten COVID-Meta-Analysen werten überwiegend Infusionen im Krankenhaus aus, diese gehören zu „Hochdosiert & Infusion“
Ergebnisse: Sterblichkeit RR 0,73 (95 % KI 0,42 bis 1,27), kein Vorteil auch in der Teilgruppe mit Tabletten (Rawat 2021); ambulante Patienten: 50 % weniger Beschwerden nach 5,5 Tagen mit 8 g Vitamin C vs. 6,7 Tagen ohne, nicht signifikant (p = 0,45) (Thomas 2021)
Für Vitamin C als Tablette bei COVID-19 gibt es kaum eigene Studien. Eine Auswertung von sechs Studien fand weder insgesamt noch in der Teilgruppe mit Tabletten einen Vorteil. Eine amerikanische Studie mit 214 ambulanten Patienten und 8 g Vitamin C täglich wurde ohne Effekt abgebrochen; sie hatte keine Placebogruppe. 14, 15, 83
Weniger Atemwegsverengung bei körperlicher Anstrengungunklarerste Hinweise3 Studien, 40 Pers. (Hemilä 2013)Abfall der Einsekundenkapazität nach Belastung um 8,4 Prozentpunkte geringer, relativ …
Menschen mit belastungsbedingter Bronchokonstriktion, Vitamin C vor dem Sport
Ergebnisse: Abfall der Einsekundenkapazität nach Belastung um 8,4 Prozentpunkte geringer (95 % KI 4,6 bis 12), relativ −48 % (33 bis 64 %) (Hemilä 2013); Cochrane: einige Verbesserungen der Lungenfunktion, aber nur sehr kleine Studien, niedrige Vertrauenswürdigkeit (Milan 2013)
In drei kleinen Placebo-Studien mit zusammen 40 Teilnehmenden verengten sich die Atemwege nach dem Sport mit Vitamin C deutlich weniger. Die Studien sind sehr klein, die Cochrane-Übersicht stuft die Belege als wenig verlässlich ein. Das sind erste Hinweise, größere Studien fehlen. 17, 84
Bessere Lungenfunktion und weniger pfeifende Atmung bei Kindern rauchender Mütterunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 179 und 251 Schwangere (McEvoy 2014, 2023)pfeifende Atmung im 1
Schwangere Raucherinnen, 500 mg Vitamin C täglich ab der Schwangerschaftsmitte; gemessen bei ihren Kindern bis zum Alter von 5 Jahren; ersetzt nicht den Rauchstopp
Ergebnisse: pfeifende Atmung im 1. Lebensjahr 21 % vs. 40 %, RR 0,56 (95 % KI 0,33 bis 0,95), bessere Lungenfunktion bei Neugeborenen (McEvoy 2014); mit 5 Jahren FEF25–75 +17,2 %, pfeifende Atmung 28,3 % vs. 47,2 %, OR 0,41 (0,23 bis 0,74) (McEvoy 2023); mit 3 Monaten Hauptzielwert FEF75 nicht signifikant (McEvoy 2019)
Zwei amerikanische Placebo-Studien gaben schwangeren Raucherinnen täglich 500 mg Vitamin C. Ihre Kinder hatten eine etwas bessere Lungenfunktion und seltener pfeifende Atmung, bis ins Alter von fünf Jahren. Beide Studien stammen von derselben Arbeitsgruppe; der wichtigste Schutz für das Kind bleibt der Rauchstopp. 18, 86, 87, 88
Magenkeim Helicobacter pylori besser beseitigen, zusätzlich zur Antibiotika-TherapieunklarTeilgruppen Vitamin C allein: 702 Pers. (Caicedo Ochoa 2018), 3 RCTs (Li 2011); Kontrollen überwiegend ohne PlaceboEradikation mit Vitamin C allein OR 1,17, nicht signifikant
Patienten mit Helicobacter-Infektion, Vitamin C zusätzlich zur Eradikationstherapie; Kombinationen mit Vitamin E zählen nicht
Ergebnisse: Eradikation mit Vitamin C allein OR 1,17 (95 % KI 0,58 bis 2,31), nicht signifikant (Caicedo Ochoa 2018); RR 0,83 (p = 0,32), nicht signifikant (Li 2011); Vitamin C und C plus E zusammen RR 1,25 (Cai 2022)
Ob Vitamin C zusätzlich zu Antibiotika den Magenkeim Helicobacter pylori häufiger beseitigt, ist unklar. Zwei Meta-Analysen fanden für Vitamin C allein keinen Unterschied in der Heilungsrate, eine dritte, die Vitamin C mit Vitamin E zusammenrechnet, eine etwas höhere. Die Studien sind klein, methodisch überwiegend schwach und meist ohne Placebo. 19, 90, 91
Weniger Asthmabeschwerden und -anfällespricht dagegen9 Studien, 330 Pers. (Kaur 2009, Cochrane); aktualisierte Fassung 11 Studien, 419 Pers. (Milan 2013)Lungenfunktion ohne signifikanten Unterschied
Erwachsene und wenige Kinder mit Asthma, tägliche Einnahme zusätzlich zur üblichen Therapie; Atemwegsverengung bei Sport steht in einer eigenen Zeile
Ergebnisse: Lungenfunktion (FEV1) ohne signifikanten Unterschied (Kaur 2009); Lungenfunktion und Beschwerden ohne signifikanten Unterschied, Lebensqualität in einer Studie mit 201 Erwachsenen gleich, Asthmaanfälle nicht auswertbar (Milan 2013); 300 Erwachsene: kein Unterschied (Fogarty 2003)
Vitamin C verbessert die Lungenfunktion bei Asthma eher nicht. Die maßgebliche Cochrane-Auswertung mit neun Studien und 330 Teilnehmenden fand keinen Unterschied zu Placebo, ebenso eine britische Studie mit 300 Erwachsenen. Die aktualisierte Cochrane-Übersicht von 2013 fand auch bei Beschwerden und Lebensqualität keinen Vorteil; Daten zu Asthmaanfällen fehlen weitgehend. 16, 84, 85
Weniger Harnwegsinfekte in der Schwangerschaftnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 einfach verblindete Studie ohne Placebo, Teilnehmerzahl im Abstract nicht genannt (Ochoa-Brust 2007)ohne Placebo: Harnwegsinfekte 12,7 % vs
Schwangere in Mexiko, 100 mg Vitamin C täglich zusätzlich zu Eisen und Folsäure über 3 Monate, Vergleichsgruppe nur Eisen und Folsäure
Ergebnisse: ohne Placebo: Harnwegsinfekte 12,7 % vs. 29,1 %, OR 0,35 (95 % KI 0,13 bis 0,91) (Ochoa-Brust 2007)
In placebokontrollierten Studien ist nicht untersucht, ob Vitamin C Harnwegsinfekten in der Schwangerschaft vorbeugt. Es gibt nur eine mexikanische Studie ohne Placebo: Schwangere, die zusätzlich zu Eisen und Folsäure 100 mg Vitamin C nahmen, hatten seltener Harnwegsinfekte (12,7 % gegenüber 29,1 %). Ohne Placebovergleich und ohne Wiederholung lässt sich daraus keine Wirkung ableiten; Beschwerden beim Wasserlassen in der Schwangerschaft gehören ärztlich abgeklärt. 89
Haut, Eisenaufnahme & Stoffwechsel 13
1 gut belegt · 2 wahrscheinlich · 7 unklar · 2 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Harnsäure im Blut senkengut belegt16 RCTs, 1.013 Pers. (Liu 2021); 13 RCTs, 556 Pers. (Juraschek 2011)Harnsäure signifikant gesenkt
Erwachsene ohne Dialyse, meist gesund, Ausgangswerte überwiegend im Normbereich; median 500 mg Vitamin C täglich über etwa einen Monat
Ergebnisse: Harnsäure signifikant gesenkt (Liu 2021); −0,35 mg/dl (95 % KI −0,66 bis −0,03), I² = 77 % (Juraschek 2011); 600 mg/Tag senkte die Harnsäure bei erhöhten Werten in einer Placebo-Crossover-Studie (Enderle 2026); Gegenbefund: bei Gichtpatienten mit 500 mg/Tag nur −0,23 mg/dl, klinisch unbedeutend (Stamp 2013)
Vitamin C senkt die Harnsäure im Blut, das ist gut belegt: Zwei Meta-Analysen mit 16 und 13 kontrollierten Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, im Mittel um etwa 0,35 mg/dl, in placebokontrollierten Studien etwas stärker. Die Senkung ist klein; bei Gicht mit deutlich erhöhten Werten war sie in einer Studie ohne praktische Bedeutung, und Vitamin C ersetzt keine Gichtbehandlung. 25, 26, 96, 27
Nüchternblutzucker bei Typ-2-Diabetes senkenwahrscheinlich22 Studien, 1.447 Pers. (Nosratabadi 2023); Teilgruppe Typ-2-Diabetes (Ashor 2017); 28 Studien, 1.574 Pers. (Mason 2021)Nüchternzucker, Nüchterninsulin und HbA1c signifikant gesenkt, stärker bei mindestens …
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, Vitamin C allein, meist 500 bis 1.000 mg täglich über wenige Wochen bis Monate; der Langzeitwert HbA1c zählt nicht, weil Vitamin C ihn unabhängig vom Blutzucker senken kann
Ergebnisse: Nüchternzucker, Nüchterninsulin und HbA1c signifikant gesenkt, stärker bei mindestens 12 Wochen und ≥ 1.000 mg/Tag (Nosratabadi 2023); Nüchternzucker −0,44 mmol/l (95 % KI −0,81 bis −0,07) in der Diabetes-Teilgruppe, über alle Erwachsenen kein Effekt (Ashor 2017); Nüchternzucker nicht unter den bedeutsam veränderten Werten, HbA1c −0,54 Prozentpunkte bei sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit (Mason 2021)
Bei Typ-2-Diabetes senkt Vitamin C den Nüchternblutzucker wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse von 22 Studien fand niedrigere Nüchternzucker- und Insulinwerte, vor allem bei mindestens 1.000 mg täglich über zwölf Wochen oder länger; eine weitere Auswertung kam auf im Mittel 0,44 mmol/l (etwa 8 mg/dl) weniger. Die Studien sind meist kurz und klein, und die größte Auswertung mit 28 Studien nennt den Nüchternzucker nicht unter den bedeutsam veränderten Werten. Bei Menschen ohne Diabetes zeigte sich kein Effekt; Vitamin C ersetzt keine Diabetesbehandlung. 29, 30, 23, 92
LDL-Cholesterin senkenwahrscheinlich13 Studien bei erhöhtem Cholesterin (McRae 2008); RCTs mit Erwachsenen allgemein, Studienzahl im Abstract nicht genannt (Ashor 2016)bei erhöhtem Cholesterin LDL −7,9 mg/dl, Triglyceride −20,1 mg/dl
Erwachsene, gesund oder mit erhöhten Blutfetten; die maßgebliche Auswertung betrifft Menschen mit erhöhtem Cholesterin; Typ-2-Diabetes eigene Zeile, Dialyse in der Einordnung
Ergebnisse: bei erhöhtem Cholesterin LDL −7,9 mg/dl (95 % KI −12,3 bis −3,5), Triglyceride −20,1 mg/dl (McRae 2008); Erwachsene allgemein keine signifikante Änderung, LDL −0,32 mmol/l (−0,57 bis −0,07) nur bei Gesunden (Ashor 2016); bei Dialyse LDL −24,81 mg/dl (−44,28 bis −5,33) (de Oliveira 2025)
Vitamin C senkt das LDL-Cholesterin wahrscheinlich leicht, vor allem bei erhöhten Ausgangswerten: Die maßgebliche Meta-Analyse von 13 Studien bei Menschen mit erhöhtem Cholesterin fand im Mittel 7,9 mg/dl weniger LDL. Eine Auswertung über Erwachsene allgemein sah insgesamt keine gesicherte Änderung, nur bei Gesunden ein etwas niedrigeres LDL. Die Senkung ist klein und ersetzt keine Behandlung erhöhter Blutfette. 31, 94, 95
Bessere Eisenwerte durch Vitamin-C-reiches Obst zu den Mahlzeitenunklarwidersprüchlich15 RCTs, 1.381 Pers. (Nyakundi 2026)Serum-Ferritin +9,39 µg/l, Hämoglobin +1,34 g/l, jeweils mäßige Vertrauenswürdigkeit
Frauen von 15 bis 74 Jahren und Kinder; ganze Früchte oder Fruchtsäfte zu den Mahlzeiten, keine Vitamin-C-Tabletten
Ergebnisse: Serum-Ferritin +9,39 µg/l (7 Studien, 762 Pers.), Hämoglobin +1,34 g/l (12 Studien, 1.141 Pers.), jeweils mäßige Vertrauenswürdigkeit; Eisenaufnahme +3,36 %, nicht signifikant (3 Studien) (Nyakundi 2026)
Ob Vitamin-C-reiches Obst zu den Mahlzeiten die Eisenwerte verbessert, ist unklar. Eine Auswertung von 15 Studien fand etwas höhere Hämoglobin- und Ferritinwerte, die direkt gemessene Eisenaufnahme stieg aber nicht gesichert; alle Studien verglichen ohne Placebo, weil sich Obst nicht verblinden lässt. Geprüft wurden ganze Früchte und Säfte, nicht Vitamin C als Tablette. 46
- positive Studien nur ohne Placebo (offene Studien)
Typ-2-Diabetes vorbeugenunklar1 Placebo-RCT, 8.171 Frauen, davon 6.574 ohne Diabetes (Song 2009)neue Diabetesfälle RR 0,89, nicht signifikant
Frauen ab 40 Jahren mit Herz-Kreislauf-Erkrankung oder mindestens drei Risikofaktoren, 500 mg Vitamin C täglich über rund 9 Jahre
Ergebnisse: neue Diabetesfälle RR 0,89 (95 % KI 0,78 bis 1,02), nicht signifikant (Song 2009); Meta-Analyse: zu Vitamin-C-Tabletten nur wenige RCT-Daten (Lampousi 2024)
Ob Vitamin-C-Tabletten Typ-2-Diabetes verhindern, ist unklar. Die einzige große Studie mit über 6.500 Frauen fand nach neun Jahren 11 % weniger neue Fälle, der Unterschied war aber nicht gesichert. Beobachtungsstudien sehen bei ausreichender Zufuhr über die Nahrung ein geringeres Risiko; das lässt sich nicht auf Tabletten übertragen. 33, 93
Gicht vorbeugenunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 14.641 Männer (Juraschek 2022)neue Gichtdiagnosen 8,0 vs
Männliche Ärzte, im Mittel 64 Jahre, 500 mg Vitamin C täglich über bis zu 10 Jahre; nachträgliche Auswertung
Ergebnisse: neue Gichtdiagnosen 8,0 vs. 9,1 pro 1.000 Personenjahre, HR 0,88 (95 % KI 0,77 bis 0,99) (Juraschek 2022)
In einer großen amerikanischen Studie mit über 14.000 Ärzten wurde unter täglich 500 mg Vitamin C über bis zu zehn Jahre etwas seltener Gicht festgestellt als unter Placebo, im Mittel 12 % seltener. Die Gicht wurde nur selbst berichtet und erst nachträglich ausgewertet; der Vertrauensbereich reicht knapp an keinen Unterschied heran. Das Ergebnis muss in einer eigens dafür geplanten Studie bestätigt werden. 28
Druckgeschwüre (Dekubitus) schneller heilenunklar1 verblindete RCT, 88 Pers. (ter Riet 1995)Wundverschluss HR 0,78, Heilungsrate 0,21 vs
Pflegeheimbewohner und Krankenhauspatienten mit Druckgeschwüren, 500 mg Vitamin C zweimal täglich zusätzlich zur Wundbehandlung
Ergebnisse: Wundverschluss HR 0,78 (90 % Bereich 0,44 bis 1,39), Heilungsrate 0,21 vs. 0,27 cm²/Woche, kein Vorteil (ter Riet 1995); Cochrane: Wirkung von Vitamin C sehr unsicher (Langer 2024)
Druckgeschwüre heilten in der einzigen größeren Studie mit Vitamin C nicht schneller als mit einer sehr niedrigen Vergleichsdosis von 10 mg. Die Cochrane-Übersicht zu Ernährung bei Druckgeschwüren hält die Wirkung von Vitamin C für sehr unsicher. 44, 99
Weniger Falten und Lichtschäden der Haut durch Vitamin-C-Creme oder -Serumauf der Hautunklarerste Hinweise7 Studien, 139 Pers. (Correia 2023, systematische Übersicht ohne Meta-Analyse)glattere, weniger faltige Haut, durch Gewebeproben gestützt
Erwachsene mit lichtgealterter Haut, Vitamin C auf die Haut aufgetragen (meist 5 bis 10 %), Halbseitenvergleich mit wirkstofffreier Grundlage
Ergebnisse: glattere, weniger faltige Haut, durch Gewebeproben gestützt; Feuchtigkeit gleich wie mit Grundlage (Correia 2023); 5-%-Creme über 6 Monate: Gesamtbefund und Hautrelief signifikant besser als Grundlage (Humbert 2003); 10-%-Serum über 12 Wochen: Lichtalterung an Wangen besser (p = 0,006) (Fitzpatrick 2002); alle Studien 2015 bis 2022 mit Kombinationsprodukten (Sanabria 2023)
Vitamin C auf der Haut verbesserte in kleinen Halbseitenstudien Falten und Lichtschäden stärker als dieselbe Creme ohne Wirkstoff; Gewebeproben zeigten mehr neues Kollagen. Die Studien sind klein, meist mit 10 bis 20 Teilnehmenden, und neuere Studien prüfen fast nur Mischprodukte. Erste Hinweise, eine Meta-Analyse fehlt. 39, 40, 97, 42
Pigmentflecken (Melasma) mit Vitamin-C-Creme aufhellenauf der Hautunklar7 Studien, 139 Pers. zu Melasma und Lichtalterung (Correia 2023); 1 RCT, 16 Pers. gegen Hydrochinon (Espinal-Perez 2004)objektiv gemessene Aufhellung signifikant
Frauen mit Melasma, Vitamin C auf die Haut aufgetragen, verglichen mit Hydrochinon oder wirkstofffreier Grundlage
Ergebnisse: objektiv gemessene Aufhellung signifikant (Correia 2023); gute bis sehr gute Besserung 62,5 % mit 5 % Ascorbinsäure vs. 93 % mit 4 % Hydrochinon, farbmetrisch kein Unterschied; Nebenwirkungen 6,2 % vs. 68,7 % (Espinal-Perez 2004)
Vitamin C auf der Haut hellte Pigmentflecken in kleinen Studien etwas auf. Im direkten Vergleich wirkte das übliche Bleichmittel Hydrochinon nach Einschätzung der Patientinnen besser, Vitamin C war aber deutlich besser verträglich. Die Belege beruhen auf wenigen, sehr kleinen Studien. 39, 41
Weniger Hautblutungen und dünne Haut im Alter (Bateman-Purpura) durch Vitamin-C-Cremeauf der Hautunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 18 Pers. (Humbert 2018)kleinere Blutungsflächen, dickere Lederhaut und bessere Elastizität auf der …
Menschen über 60 Jahre mit Bateman-Purpura an Unterarm oder Bein, 5-%-Creme zweimal täglich, Halbseitenvergleich mit Placebo
Ergebnisse: kleinere Blutungsflächen, dickere Lederhaut und bessere Elastizität auf der Vitamin-C-Seite (Humbert 2018)
In einer kleinen Studie mit 18 älteren Menschen wurden die typischen Hautblutungen der dünnen Altershaut nach zwölf Wochen Vitamin-C-Creme kleiner, die Haut dicker. Verglichen wurde mit Placebo-Creme am anderen Arm oder Bein. Weitere Studien gibt es nicht. 98
Eisenmangel-Anämie mit Eisentabletten schneller beheben, wenn Vitamin C dazukommtspricht dagegen7 Studien, 905 Pers. (Loganathan 2023); größte Einzelstudie 440 Pers. (Li 2020)Hämoglobin SMD 0,11, Ferritin nicht signifikant
Menschen mit Eisenmangel-Anämie, Eisentabletten plus Vitamin C (oder Eisenascorbat) gegen Eisentabletten allein
Ergebnisse: Hämoglobin SMD 0,11 (95 % KI −0,05 bis 0,28), Ferritin nicht signifikant; mit Eisenascorbat Hämoglobin SMD 0,44 (−0,30 bis 1,26) (Loganathan 2023); Hämoglobin-Anstieg nach 2 Wochen 2,00 vs. 1,84 g/dl, Unterschied 0,16 (−0,03 bis 0,35), Ferritin nach 8 Wochen ohne Unterschied (Li 2020)
Wer wegen Eisenmangel-Anämie Eisentabletten nimmt, profitiert nach den bisherigen Studien nicht zusätzlich von Vitamin-C-Tabletten. Die größte Studie mit 440 Patientinnen und Patienten fand mit und ohne Vitamin C den gleichen Anstieg des Hämoglobins und der Eisenspeicher. Eine Meta-Analyse von sieben Studien kam zum gleichen Ergebnis, bewertet die Belege aber als wenig verlässlich. 63, 47
LDL-Cholesterin bei Typ-2-Diabetes senkenErwachsene mit Typ-2-Diabetes, Vitamin C alleinspricht dagegen15 Studien, 872 Pers. (Namkhah 2021); 36 Studien zu Vitamin C, E und C+E (Aragón-Vela 2026)LDL und HDL unverändert, Triglyceride −16,48 mg/dl, Gesamtcholesterin −13,00 mg/dl
Ergebnisse: LDL und HDL unverändert, Triglyceride −16,48 mg/dl (95 % KI −31,89 bis −1,08), Gesamtcholesterin −13,00 mg/dl (−23,10 bis −2,91) (Namkhah 2021); LDL über alle Vitamine SMD −0,33, Teilgruppe Vitamin C gesenkt (P = 0,028, Studienzahl nicht angegeben) (Aragón-Vela 2026); Cholesterin und Triglyceride ohne bedeutsame Änderung (Mason 2021)
Bei Typ-2-Diabetes senkt Vitamin C das LDL-Cholesterin eher nicht: Die maßgebliche Meta-Analyse von 15 Studien mit 872 Teilnehmenden fand kein verändertes LDL, nur etwas niedrigere Triglyceride und Gesamtcholesterin. Eine neuere Auswertung sah in der Teilgruppe Vitamin C ein niedrigeres LDL, nennt dafür aber keine Studienzahl; die größte Auswertung mit 28 Studien fand bei den Blutfetten keine bedeutsame Änderung. 32, 92, 23, 94
Weniger Falten und straffere Haut durch Vitamin-C-Tablettennicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Vitamin C alleinnicht mit Vitamin C allein untersucht
Erwachsene mit Hautalterung; geprüft wurden nur Kombinationen, etwa mit Kollagen, nicht Vitamin C allein
Ergebnisse: nicht mit Vitamin C allein untersucht; Kombination aus 5 g Kollagen und 80 mg Vitamin C verbesserte Hautdichte und Falten, nicht Elastizität und Feuchtigkeit (Žmitek 2024)
Ob Vitamin-C-Tabletten die Haut jünger aussehen lassen, hat bisher keine Placebo-Studie mit Vitamin C allein geprüft. Es gibt Studien mit Kombinationspräparaten, etwa Kollagen mit Vitamin C; welcher Bestandteil wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. 43
Herz, Gefäße & Sonstiges 13
1 gut belegt · 9 unklar · 3 spricht dagegen
Blutdruck senkengut belegt29 Studien (Juraschek 2012); 20 Studien, 890 Pers. (Lbban 2023); 8 Studien, 614 Pers. (Guan 2020); 28 Studien, 1.574 Pers. mit Typ-2-Diabetes (Mason 2021)oberer Wert −3,84 mmHg, unterer −1,48 mmHg
Erwachsene, gesund oder mit Bluthochdruck bzw. Diabetes; meist um 500 mg täglich über einige Wochen
Ergebnisse: oberer Wert −3,84 mmHg (95 % KI −5,29 bis −2,38), unterer −1,48 mmHg (−2,86 bis −0,10) (Juraschek 2012); oberer Wert −3,0 mmHg (−4,7 bis −1,3), bei Bluthochdruck −3,2, bei Diabetes −4,6 mmHg (Lbban 2023); bei Bluthochdruck oben −4,09, unten −2,30 mmHg (Guan 2020); Typ-2-Diabetes oben −6,27 mmHg (Mason 2021); Umbrella-Review: oben etwa −3,7 mmHg, unten insgesamt kein Effekt, Vertrauenswürdigkeit niedrig (Kosari 2026)
Vitamin C senkt den oberen Blutdruckwert, das ist gut belegt: Vier Meta-Analysen mit bis zu 29 Studien kommen übereinstimmend auf im Mittel etwa 3 bis 4 mmHg weniger, bei Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes etwas mehr. Der Effekt ist klein, der untere Wert sinkt weniger sicher, und die Studien dauerten meist nur wenige Wochen. Weniger Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind damit nicht gezeigt (eigene Zeile); Vitamin C ersetzt keine Blutdruckbehandlung. 21, 20, 22, 24, 23
Gefäßfunktion verbessern (Gefäßinnenwand, Endothel)unklarwidersprüchlich44 Studien, Tabletten und Infusionen zusammen (Ashor 2014); placebokontrollierte Tablettenstudien mit 20 bis 46 Pers.Endothelfunktion SMD 0,50, oral und intravenös zusammengerechnet
Erwachsene, gesund oder mit Arteriosklerose, Diabetes, Herzschwäche; Studien teils mit Tabletten, teils mit Infusion
Ergebnisse: Endothelfunktion SMD 0,50 (95 % KI 0,34 bis 0,66), oral und intravenös zusammengerechnet (Ashor 2014); Tabletten: bei koronarer Herzkrankheit Gefäßerweiterung nach 30 Tagen 9,0 vs. 6,6 % zu Beginn, unter Placebo unverändert (Gokce 1999); bei Bluthochdruck (Duffy 2001), Typ-2-Diabetes (Darko 2002), Älteren (Singh 2002) und Rauchern (Raitakari 2000) kein anhaltender Effekt
Ob Vitamin-C-Tabletten die Funktion der Gefäßinnenwand verbessern, ist unklar, die Studien widersprechen sich. Eine Meta-Analyse mit 44 Studien fand eine mittlere Verbesserung, rechnet aber Tabletten mit Infusionen zusammen; von den placebokontrollierten Tablettenstudien war eine bei koronarer Herzkrankheit positiv, mehrere bei Bluthochdruck, Diabetes, Älteren und Rauchern fanden nach Wochen der Einnahme keine anhaltende Besserung. Es handelt sich ohnehin um einen Messwert, nicht um weniger Herzinfarkte. 100, 101, 102, 103, 104
Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod vorbeugenunklarEreignisdaten mit Vitamin C allein nur aus 1 Studie, 14.641 Pers. (PHS II; Al-Khudairy 2017); 8.171 Frauen im faktoriellen Design (WACS)schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,99, Herzinfarkt HR 1,04, Schlaganfall HR 0,89, …
gesunde Erwachsene und Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko; fast nur eine große Studie an Männern ab 50
Ergebnisse: schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,99 (0,89 bis 1,10), Herzinfarkt HR 1,04 (0,87 bis 1,24), Schlaganfall HR 0,89 (0,74 bis 1,07), Herz-Kreislauf-Tod HR 1,02 (0,85 bis 1,22) (Al-Khudairy 2017 bzw. Physicians' Health Study II, 500 mg/Tag über 8 Jahre)
Ob Vitamin C Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herztod vorbeugt, ist offen, einen Schutz zeigen die Studien nicht. In der einzigen großen Langzeitstudie mit Vitamin C allein nahmen über 14.000 Männer ab 50 acht Jahre lang 500 mg täglich oder Placebo; die Ereignisse waren in beiden Gruppen gleich häufig, ebenso in einer Studie mit über 8.000 Frauen mit hohem Risiko. Weil die Daten fast nur aus dieser einen Männerstudie stammen, die ein Vitamin-Hersteller mitfinanzierte, reicht das nicht für ein abschließendes Urteil. 35, 34, 105
Länger leben (Gesamtsterblichkeit senken)unklar29 Studien, rund 66.000 Pers., Vitamin C allein oder kombiniert (Bjelakovic 2012); 1 Studie mit Vitamin C allein, 14.641 Pers. (PHS II)Vitamin C allein oder kombiniert RR 1,02
Erwachsene, gesund oder mit stabilen Erkrankungen; Tabletten, teils mit anderen Vitaminen kombiniert
Ergebnisse: Vitamin C allein oder kombiniert RR 1,02 (0,98 bis 1,07) (Bjelakovic 2012); PHS II: Gesamtsterblichkeit HR 1,07 (0,97 bis 1,18) (Sesso 2008); Tabletten und Infusionen bei Schwerkranken gemischt: RR 0,87 (0,78 bis 0,97), durch sequentielle Analyse nicht bestätigt (Xu 2023)
Ob Vitamin-C-Tabletten das Leben verlängern, ist offen, einen Vorteil zeigen die großen Studien nicht. In der Physicians' Health Study II mit über 14.000 Männern war die Sterblichkeit nach acht Jahren mit und ohne Vitamin C gleich, ebenso in der Cochrane-Auswertung von 29 Studien, die Vitamin C allein und in Kombination mit anderen Antioxidantien zusammenrechnet. Eine Meta-Analyse mit etwas weniger Todesfällen mischt Tabletten mit Infusionen bei Schwerkranken und sagt über Tabletten im Alltag nichts; Infusionen stehen im Abschnitt Hochdosiert & Infusion. 36, 34, 106
Vorhofflimmern nach einer Herzoperation vorbeugenunklar15 Studien, 2.050 Pers. (Hemilä 2017)US-Studien RR 1,04, Studien außerhalb der USA RR 0,56, Krankenhausaufenthalt dort −12,6 %
Patienten vor und nach Bypass- oder Klappenoperation; Studien teils mit Infusion, teils mit Tabletten, oft beides
Ergebnisse: US-Studien RR 1,04 (0,86 bis 1,27), Studien außerhalb der USA RR 0,56 (0,47 bis 0,67), Krankenhausaufenthalt dort −12,6 % (Hemilä 2017); OR 0,47 (0,36 bis 0,62), Evidenz moderat (Hu 2017); OR 0,44 (0,32 bis 0,61), auch Vergleiche ohne Placebo (Baker 2016)
Mehrere Meta-Analysen finden nach Herzoperationen unter Vitamin C etwa halb so oft Vorhofflimmern. Die Ergebnisse unterscheiden sich aber stark nach Land: In den fünf Studien aus den USA zeigte sich kein Effekt, der Nutzen stammt aus Studien außerhalb der USA. Die Studien kombinierten oft Infusion vor und Tabletten nach der Operation, sodass sich die Wirkung keiner Darreichung allein zuordnen lässt. 37, 107, 108
Nierenschäden durch Röntgen-Kontrastmittel vorbeugenunklarerste Hinweise9 Studien, 1.536 Pers., Tabletten und Infusion gemischt (Sadat 2013); 19 Studien (Xu 2018, Vitamine gesamt); Tabletten-RCT 231 Pers. (Spargias 2004)kontrastmittelbedingtes Nierenversagen RR 0,67, Kontrolle Placebo oder andere Mittel
Patienten bei Herzkatheter-Untersuchung; Vitamin C als Tablette oder Infusion zusätzlich zu Kochsalzlösung
Ergebnisse: kontrastmittelbedingtes Nierenversagen RR 0,67 (0,47 bis 0,97), Kontrolle Placebo oder andere Mittel (Sadat 2013); Vitamin C plus Kochsalz gegen Kochsalz RR 0,63 (0,49 bis 0,82), gegen N-Acetylcystein kein Unterschied (Xu 2018); Tabletten: 9 vs. 20 %, OR 0,38 (Spargias 2004); kein Unterschied in zwei kleineren Placebo-Studien (Boscheri 2007, Dvoršak 2013)
Ob Vitamin C Nierenschäden durch Röntgen-Kontrastmittel vorbeugt, ist unklar. Zwei Meta-Analysen fanden etwa ein Drittel weniger Fälle, mischen aber Tabletten mit Infusionen und Placebo mit anderen Vergleichsmitteln; eine Placebo-Studie mit Tabletten und 231 Patienten war positiv, zwei kleinere fanden keinen Unterschied. Ob harte Folgen wie Dialyse verhindert werden, ist nicht gezeigt. 38, 109, 110, 111, 112
Grauem Star (Katarakt) vorbeugenErwachsene ab 35 bzw. Männer ab 50 Jahrenunklar1 Studie mit Vitamin C allein, 11.545 Pers. (Christen 2010); 9 Studien, 117.272 Pers. (Mathew 2012, Antioxidantien gesamt)Katarakt unter 500 mg Vitamin C/Tag HR 1,02 nach 8 Jahren
Ergebnisse: Katarakt unter 500 mg Vitamin C/Tag HR 1,02 (0,91 bis 1,14) nach 8 Jahren (Christen 2010); keine Wirkung antioxidativer Vitamine auf Katarakt oder Katarakt-OP (Mathew 2012)
Ob Vitamin C dem Grauen Star vorbeugt, ist offen, einen Schutz zeigen die Studien nicht. In der einzigen großen Placebo-Studie mit Vitamin C allein, der Physicians' Health Study II, bekamen Männer mit 500 mg täglich über acht Jahre genauso oft eine Katarakt wie mit Placebo. Der Cochrane-Review rechnet Vitamin C mit anderen Antioxidantien zusammen, eine zweite unabhängige Studie mit Vitamin C allein fehlt. 56, 113
Krebs vorbeugenunklar2 Groß-RCTs, 14.641 und 7.627 Pers. (PHS II, WACS)Krebs gesamt HR 1,02, Prostatakrebs HR 1,03 nach Ø 10,3 Jahren
gesunde Männer ab 50 und Frauen mit Herz-Kreislauf-Risiko, 500 mg täglich
Ergebnisse: Krebs gesamt HR 1,02 (0,94 bis 1,10), Prostatakrebs HR 1,03 (0,93 bis 1,15) nach Ø 10,3 Jahren (Wang 2014); Frauen: Krebs RR 1,11 (0,95 bis 1,30), Krebstod RR 1,28 (0,95 bis 1,73) (Lin 2009)
Ob Vitamin C Krebs vorbeugt, ist offen, einen Schutz zeigen die Studien nicht: Zwei große Langzeitstudien mit zusammen über 22.000 Teilnehmenden fanden mit 500 mg täglich nicht weniger Krebserkrankungen und nicht weniger Krebstodesfälle als ohne Vitamin C, weder bei Männern noch bei Frauen. Eine Meta-Analyse, die Vitamin C allein auswertet, gibt es nicht. Zur Krebsbehandlung mit Infusionen siehe Abschnitt Hochdosiert & Infusion. 57, 58
Chronischem Schmerzsyndrom (CRPS) nach Knochenbruch oder Operation an Arm und Bein vorbeugenunklarwidersprüchlich8 Studien (Seth 2022; Ranjbar Moghaddam 2024)CRPS OR 0,33
Patienten mit Handgelenk-, Fuß- oder Sprunggelenkbruch bzw. -operation; 500 mg bis 1 g täglich über etwa 6 Wochen
Ergebnisse: CRPS OR 0,33 (0,17 bis 0,63) (Seth 2022); gepoolter Effekt nicht signifikant (Ranjbar Moghaddam 2024); Handgelenkbruch 3 Studien, 890 Pers.: RR 0,45 (0,18 bis 1,13), nicht signifikant, Evidenz niedrig (Evaniew 2015)
Ob Vitamin C nach einem Knochenbruch dem schwer behandelbaren Schmerzsyndrom CRPS vorbeugt, ist widersprüchlich. Eine Meta-Analyse fand etwa ein Drittel so viele Fälle, eine neuere mit ebenfalls acht Studien keinen gesicherten Unterschied, und für den Handgelenkbruch war der Effekt nicht signifikant. Die Diagnosekriterien unterschieden sich zwischen den Studien stark. 61, 60, 114
Müdigkeit verringern, geistige Frische steigernunklar2 kleine RCTs, 46 und 28 Pers.Aufmerksamkeit und Arbeitsvertiefung besser, Müdigkeit Tendenz mit 2 × 500 mg/Tag über …
gesunde junge Erwachsene mit niedrigem Vitamin-C-Spiegel; Infusion siehe Hochdosiert & Infusion
Ergebnisse: Aufmerksamkeit (p = 0,03) und Arbeitsvertiefung (p = 0,03) besser, Müdigkeit Tendenz (p = 0,06) mit 2 × 500 mg/Tag über 4 Wochen (Sim 2022); körperliche Aktivität +39,6 % (−4,5 bis 83,7; p = 0,10) mit 1 g/Tag über 8 Wochen (Johnston 2014)
Zwei kleine Studien an jungen Erwachsenen mit niedrigem Vitamin-C-Spiegel deuten an, dass Vitamin C Aufmerksamkeit und Antrieb etwas verbessern kann; die Müdigkeit selbst nahm aber nicht gesichert ab. Beide Studien schlossen nur Menschen mit niedrigem Spiegel ein, ein Effekt ist also nur bei Mangel gezeigt; für Menschen mit ausreichender Versorgung fehlen Daten. 62, 115
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Stimmung aufhellen, depressive Beschwerden lindernErwachsene mit und ohne Depressionspricht dagegen10 Studien, 836 Pers. (Yosaee 2021)Stimmung insgesamt g = 0,09
Ergebnisse: Stimmung insgesamt g = 0,09 (−0,15 bis 0,33; p = 0,465); Teilgruppe ohne Antidepressiva g = −0,18 (−0,35 bis −0,01) (Yosaee 2021)
In einer Meta-Analyse mit zehn Studien besserte Vitamin C die Stimmung insgesamt nicht. Nur in einer Teilgruppe von Menschen mit leichten depressiven Beschwerden ohne Antidepressiva zeigte sich ein kleiner Effekt, den die Autoren selbst als vorläufig bezeichnen. 54
Muskelkater und Kraftverlust nach dem Sport verringerngesunde, meist junge Sportler nach einer einzelnen Belastungspricht dagegen18 Studien, 313 Pers. (Righi 2020)kein Effekt auf Muskelkater, Muskelkraft, CK, CRP, Cortisol
Ergebnisse: kein Effekt auf Muskelkater, Muskelkraft, CK, CRP, Cortisol; Lipidperoxidation direkt danach SMD −0,49 (−0,89 bis −0,09), IL-6 nach 2 h SMD −0,76 (Righi 2020)
Vitamin C senkt nach dem Sport zwar Messwerte für oxidativen Stress und Entzündung im Blut, Muskelkater und Kraftverlust waren in der Meta-Analyse mit 18 Studien aber nicht geringer. Für Sportler zählen diese spürbaren Endpunkte; die Laborwerte haben keine erkennbare Folge. Zur Frage, ob Vitamin C den Trainingseffekt bremst, siehe Sicherheit. 55
Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) und Frühgeburt vorbeugenSchwangere; Vitamin C allein oder zusammen mit Vitamin Espricht dagegen16 Studien, 21.956 Pers. (Rumbold 2015, Präeklampsie)Präeklampsie RR 0,92
Ergebnisse: Präeklampsie RR 0,92 (0,80 bis 1,05); Frühgeburt RR 0,99 (0,90 bis 1,10); Wachstumsverzögerung RR 0,98; Plazentaablösung RR 0,64 (0,44 bis 0,92) (Rumbold 2015)
Vitamin C beugt einer Präeklampsie, einer Frühgeburt oder einem zu geringen Wachstum des Kindes nicht vor; der Cochrane-Review mit über 20.000 Schwangeren findet dafür hochwertige Belege. Seltener war nur die Ablösung der Plazenta. In den meisten großen Studien wurde Vitamin C zusammen mit Vitamin E gegeben. 59
Hochdosiert & Infusion 11
2 wahrscheinlich · 8 unklar · 1 spricht dagegen
Überleben bei Blutvergiftung (Sepsis) verbessernInfusionwahrscheinlich14 Studien, 1.958 Pers., Vitamin C allein (Cai 2026); 7 Studien, 1.378 Pers., Teilgruppe Vitamin C allein (Liang 2023)28-Tage-Sterblichkeit RR 0,70, Nutzen nur in Einzelzentrums-, nicht in …
Erwachsene mit Sepsis oder septischem Schock auf der Intensivstation; nur Infusion, meist 50 mg/kg alle 6 Stunden über 4 Tage; sagt nichts über Tabletten
Ergebnisse: 28-Tage-Sterblichkeit RR 0,70 (0,53 bis 0,93), Nutzen nur in Einzelzentrums-, nicht in Multizenterstudien, Evidenz niedrig (Cai 2026); Vitamin C allein OR 0,82 (0,66 bis 1,03), nicht signifikant (Liang 2023); Sepsis-Teilgruppe RR 0,74 (0,59 bis 0,91) (Xu 2023); LOVIT: Tod bis Tag 28 RR 1,17 (0,98 bis 1,40), Tod oder anhaltendes Organversagen RR 1,21 (1,04 bis 1,40) (Lamontagne 2022)
Vitamin-C-Infusionen senken die Sterblichkeit bei Sepsis nach der maßgeblichen Meta-Analyse von 14 Studien wahrscheinlich, um etwa ein Drittel. Der Nutzen zeigte sich aber nur in kleineren Einzelzentrums-Studien, nicht in den Multizenter-Studien; die größte verblindete Studie, LOVIT mit 872 Patienten, fand mehr Todesfälle oder anhaltendes Organversagen als mit Placebo (siehe Sicherheit). Das betrifft nur Infusionen auf der Intensivstation und sagt nichts über Tabletten. 48, 116, 117, 49, 106
Organversagen bei Sepsis und Lungenversagen (ARDS) mildernInfusionErwachsene mit Sepsis, teils mit akutem Lungenversagen; nur Infusionwahrscheinlich9 Studien, 1.669 Pers., Vitamin C allein (Cai 2026); CITRIS-ALI 167 Pers.; LOVIT 872 Pers.SOFA-Score −1,04 Punkte, sehr uneinheitliche Studien, Vasopressordauer SMD −0,42
Ergebnisse: SOFA-Score −1,04 Punkte (−1,83 bis −0,25), sehr uneinheitliche Studien (I² 90 %), Vasopressordauer SMD −0,42 (Cai 2026); Vitamin C allein −0,66 Punkte (−1,83 bis 0,50), nicht signifikant (Liang 2023); CITRIS-ALI: SOFA-Änderung Differenz −0,10 (−1,23 bis 1,03; p = 0,86) (Fowler 2019); LOVIT: anhaltendes Organversagen 9,1 vs. 6,9 %, RR 1,30 (0,83 bis 2,05)
Vitamin-C-Infusionen mildern das Organversagen bei Sepsis nach der maßgeblichen Meta-Analyse wahrscheinlich etwas: Der Organversagen-Score sank im Mittel um einen Punkt, die Ergebnisse der einzelnen Studien gehen aber weit auseinander. Die beiden großen verblindeten Studien bestätigen das nicht: CITRIS-ALI fand bei Sepsis mit Lungenversagen keinen Unterschied, LOVIT eher mehr anhaltendes Organversagen. Das gilt nur für Infusionen auf der Intensivstation. 48, 116, 118, 49
Fortgeschrittenen Krebs mit hoch dosierten Tabletten behandelnunklar2 placebokontrollierte RCTs, 123 und 100 Pers. (Mayo Clinic)kein Unterschied bei Beschwerden, Allgemeinzustand und Überleben, Überlebenskurven …
fortgeschrittener Krebs, 10 g Vitamin C täglich als Tabletten bzw. Pulver
Ergebnisse: kein Unterschied bei Beschwerden, Allgemeinzustand und Überleben, Überlebenskurven deckungsgleich (Creagan 1979); kein Vorteil bei Zeit bis zum Fortschreiten und Überleben, kein Ansprechen (Moertel 1985)
Zwei placebokontrollierte Studien der Mayo Clinic gaben Menschen mit fortgeschrittenem Krebs 10 g Vitamin C täglich als Tablette oder Pulver und fanden weder längeres Überleben noch weniger Beschwerden. Mehr als diese zwei kleinen, älteren Studien gibt es nicht, die Frage bleibt deshalb offen. Hohe Dosen zum Schlucken erreichen im Blut nicht annähernd die Spiegel einer Infusion; diese Ergebnisse sagen daher nichts über Infusionen. 126, 127
Überleben schwerkranker Intensivpatienten verbessern (alle Diagnosen)Infusionunklarwidersprüchlich16 Studien, 2.130 Pers. (Lee 2023)Gesamtsterblichkeit RR 0,73, GRADE niedrig
kritisch kranke Erwachsene, Sepsis und andere Ursachen; Vitamin-C-Infusion allein
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,73 (0,60 bis 0,89), GRADE niedrig; stärker bei hoher Grundsterblichkeit RR 0,65 vs. 0,89 (Lee 2023)
Eine Meta-Analyse aller Infusionsstudien auf der Intensivstation fand etwa ein Viertel weniger Todesfälle, bewertete die Sicherheit dieses Ergebnisses wegen Verzerrungsrisiko und widersprüchlicher Einzelstudien aber als niedrig. Die größte Einzelstudie (LOVIT) zeigte bei Sepsis eher Schaden; neuere große Studien bei COVID-19 und Verbrennungen ebenfalls keinen Nutzen. 119
Überleben und Verlauf bei schweren Verbrennungen verbessernInfusionunklar1 RCT, 238 Pers. (VICTORY 2026); 1 kleine Studie ohne Placebo, 37 Pers. (Tanaka 2000)Tod oder anhaltendes Organversagen 40,8 vs
Erwachsene mit Verbrennungen ab 20 bis 30 % der Körperoberfläche; nur Infusion
Ergebnisse: Tod oder anhaltendes Organversagen 40,8 vs. 29,7 %, RR 1,28 (0,99 bis 1,65; p = 0,06); 28-Tage-Sterblichkeit 15,0 vs. 7,6 %, RR 1,96 (1,32 bis 2,90) (Stoppe 2026); Infusionsvolumen 3,0 vs. 5,5 mL/kg je % Verbrennung, ohne Placebo (Tanaka 2000)
Einen Nutzen von Vitamin-C-Infusionen bei schweren Verbrennungen zeigen die Studien bisher nicht; die Frage ist offen, weil nur zwei Studien vorliegen. Eine kleine japanische Studie ohne Placebo hatte einen geringeren Flüssigkeitsbedarf gezeigt. Die große internationale VICTORY-Studie wurde 2026 vorzeitig beendet: Mit Vitamin C ging es den Patienten nicht besser, und nach 28 Tagen waren doppelt so viele gestorben wie mit Placebo (siehe Sicherheit). 51, 121
Überleben bei Krebs verlängern (Infusion zusätzlich zur Chemotherapie)Infusionunklar8 Studien inkl. Beobachtungsstudien, 2.722 Pers. (Qu 2025); größte RCT 442 Pers. (VITALITY 2022)mittleres Überleben 1,83-fach, geringer in RCTs als in Kohortenstudien
Erwachsene mit fortgeschrittenem Krebs; Infusionen von 1 g/kg bzw. 75 g mehrmals pro Woche; sagt nichts über Tabletten
Ergebnisse: mittleres Überleben 1,83-fach (1,40 bis 2,40), geringer in RCTs als in Kohortenstudien (Qu 2025); Darmkrebs: progressionsfreies Überleben 8,6 vs. 8,3 Monate, HR 0,86 (0,70 bis 1,05), Gesamtüberleben gleich (Wang 2022); Bauchspeicheldrüsenkrebs 36 Pers.: 16 vs. 8,3 Monate, HR 0,46 (Bodeker 2024); Prostatakrebs 47 Pers.: 15,2 vs. 29,5 Monate, HR 1,98 (0,85 bis 4,58), wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen (Paller 2024)
Ob Vitamin-C-Infusionen zusätzlich zur Chemotherapie das Leben verlängern, ist offen. Eine Meta-Analyse mit vielen Beobachtungsstudien fand ein längeres Überleben, die größte randomisierte Studie bei Darmkrebs mit 442 Patienten aber keinen Vorteil. Eine kleine Studie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs war positiv, die einzige placebokontrollierte Studie bei Prostatakrebs wurde ohne Nutzen abgebrochen. 122, 52, 123, 124
Lebensqualität und Chemotherapie-Nebenwirkungen bei Krebs verbessernInfusionKrebspatienten unter Chemotherapie; InfusionunklarSystematischer Review, 37 Studien, davon 2 RCTs (Fritz 2014); 1 placebokontrollierte RCT, 47 Pers. (Paller 2024)Hinweise auf bessere Lebensqualität und weniger Müdigkeit, Übelkeit, Schlafstörungen …
Ergebnisse: Hinweise auf bessere Lebensqualität und weniger Müdigkeit, Übelkeit, Schlafstörungen vor allem aus unkontrollierten Studien (Fritz 2014); Lebensqualität (FACT-P) kein Unterschied (Paller 2024); Lebensqualität nicht verschlechtert (Bodeker 2024)
Dass Vitamin-C-Infusionen die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern oder Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern, beruht überwiegend auf Studien ohne Vergleichsgruppe. Die einzige placebokontrollierte Studie fand keinen Unterschied in der Lebensqualität. 125, 124, 123
Müdigkeit und Erschöpfung lindern (Infusion)Infusionunklarerste Hinweise1 RCT, 141 Pers. (Suh 2012); Review 9 Studien, 720 Pers., davon 4 kontrolliert (Vollbracht 2021)Müdigkeitswert 2 h und 1 Tag nach 10 g Infusion niedriger als mit Kochsalz, nur bei …
gesunde Büroangestellte (10 g einmalig) sowie Patienten mit Krebs- oder Infekt-Erschöpfung; nur Infusion
Ergebnisse: Müdigkeitswert 2 h und 1 Tag nach 10 g Infusion niedriger als mit Kochsalz (p = 0,004), nur bei niedrigem Ausgangsspiegel (Suh 2012); 3 von 4 kontrollierten Studien mit weniger Müdigkeit (Vollbracht 2021)
Eine koreanische Studie fand bei Büroangestellten einen Tag lang weniger Müdigkeit nach einer einzigen Infusion mit 10 g Vitamin C, allerdings nur bei denen mit niedrigem Vitamin-C-Spiegel; ein Effekt ist damit nur bei Mangel gezeigt. Ein Review zu Erschöpfung bei Krebs und nach Infekten zählt drei von vier kontrollierten Studien als positiv, die übrigen Daten stammen aus Studien ohne Vergleichsgruppe; die Erstautorin arbeitet bei einem Hersteller von Vitamin-C-Infusionen. 53, 128
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Schmerzen und Schmerzmittelbedarf nach Operationen verringernInfusionunklarerste HinweiseTeilgruppe Infusion, 4 Studien (Hung 2020); 37 Studien, 2.747 Pers., Tabletten und Infusion gemischt (Suter 2022); Einzel-RCTs mit 40 bis 100 Pers.Morphin in 24 h −6,74 mg, signifikant nur in der Infusions-Teilgruppe, nicht oral
Erwachsene bei Operationen außerhalb des Herzens; Wirkung vor allem bei Infusion, nicht bei Tabletten
Ergebnisse: Morphin in 24 h −6,74 mg (−9,63 bis −3,84), signifikant nur in der Infusions-Teilgruppe, nicht oral (Hung 2020); kleine Senkung von Schmerz und Morphinbedarf bis 48 h, Liegedauer unverändert, Evidenz moderat bis sehr niedrig (Suter 2022); Hüftprothese: Einsparung unter der klinisch bedeutsamen Grenze von 10 mg Morphin (Han 2024); Darmoperation: weniger Morphin nur in den ersten 2 Stunden (Jeon 2016)
Ob Vitamin-C-Infusionen rund um eine Operation den Schmerzmittelbedarf senken, ist unklar, es gibt erste Hinweise: In einer Meta-Analyse sank der Morphinverbrauch am ersten Tag in der Teilgruppe mit Infusion um knapp 7 mg, mit Tabletten nicht. Die größere Auswertung mit 37 Studien fand eine kleine Senkung, mischt aber Tabletten und Infusionen; neuere Einzelstudien fanden Einsparungen, die teils unter der klinisch bedeutsamen Grenze lagen. 129, 130, 131, 132
Nervenschmerzen nach Gürtelrose lindernInfusionPatienten mit Post-Zoster-Neuralgie; drei Infusionen in einer Wocheunklarerste Hinweise1 RCT, 41 Pers. (Chen 2009)Spontanschmerz −3,1 vs
Ergebnisse: Spontanschmerz −3,1 vs. −0,85 Punkte auf der 10er-Skala bis Tag 7 (p < 0,001); Berührungsschmerz unverändert (Chen 2009)
In einer kleinen placebokontrollierten Studie aus Taiwan linderten drei Vitamin-C-Infusionen den anhaltenden Nervenschmerz nach einer Gürtelrose deutlich, den Schmerz bei Berührung aber nicht. Eine Bestätigung durch größere Studien fehlt. 133
Verlauf von COVID-19 im Krankenhaus verbessern (Infusion)Infusionspricht dagegen2 harmonisierte RCTs, 2.590 Pers. (LOVIT-COVID/REMAP-CAP 2023); 7 Studien (Ao 2022)Intensivpatienten: organunterstützungsfreie Tage OR 0,88, Wahrscheinlichkeit für …
hospitalisierte Erwachsene mit COVID-19, schwer und nicht schwer krank; nur Infusion
Ergebnisse: Intensivpatienten: organunterstützungsfreie Tage OR 0,88 (0,73 bis 1,06), Wahrscheinlichkeit für Schaden 91,4 %; nicht Schwerkranke OR 0,80 (0,60 bis 1,01), Schaden 97,1 %; Abbruch wegen Schaden und Aussichtslosigkeit (2023); Schweregrad OR 0,70 (0,45 bis 1,07), Sterblichkeit OR 0,64 (0,41 bis 1,00), nicht signifikant (Ao 2022)
Vitamin-C-Infusionen verbessern den Verlauf von COVID-19 im Krankenhaus nicht. Zwei große, gemeinsam ausgewertete Studien mit fast 2.600 Patienten wurden abgebrochen, weil sich kein Nutzen, sondern eher ein Nachteil abzeichnete; eine Meta-Analyse kleinerer Studien fand ebenfalls keine gesicherte Wirkung. 50, 120
Nur zwei Wirkungen erreichen die höchste Einstufung, nämlich die Senkung von Blutdruck und Harnsäure, und beide fallen klein aus. Bei der Erkältung, dem bekanntesten Versprechen, ist das Bild wahrscheinlich positiv, aber bescheiden. Dagegen zeigen die ganz großen Langzeitstudien keinen Schutz vor Herzinfarkt, Krebs oder frühem Tod.
Hilft Vitamin C bei Erkältung?
Bei Erkältungen hilft Vitamin C wahrscheinlich etwas, aber weniger, als sein Ruf verspricht. Die wichtigste Quelle ist die Cochrane-Auswertung, eine besonders gründliche Zusammenfassung vieler Studien, die der finnische Forscher Harri Hemilä über Jahrzehnte gepflegt hat.6 Sie trennt drei Fragen. Die Antworten fallen sehr verschieden aus.
Erstens geht es um die Vorbeugung. Wer täglich Vitamin C nimmt, erkältet sich wahrscheinlich etwas seltener, doch der Unterschied ist winzig. In einer Auswertung von 24 Placebo-Studien mit fast 11.000 Erwachsenen traten Atemwegsinfekte um etwa 4 Prozent seltener auf.7 Für die Allgemeinbevölkerung hält die Cochrane-Gruppe die tägliche Einnahme allein zur Vorbeugung deshalb nicht für gerechtfertigt. Anders ist es bei extremer Belastung. Bei Marathonläufern, Skilangläufern und Soldaten in subarktischer Kälte halbierte sich das Erkältungsrisiko wahrscheinlich.6 In einer südafrikanischen Studie hatte nach einem Ultramarathon ein Drittel der Läufer mit Vitamin C Infektzeichen, mit Placebo waren es zwei Drittel.8 Allerdings blieben jugendliche Leistungsschwimmer in einer anderen Studie nicht gesünder.9
Zweitens geht es um die Dauer. Bei regelmäßiger Einnahme schon vor der Erkältung dauerte sie wahrscheinlich etwas kürzer, bei Erwachsenen um etwa 8 Prozent, bei Kindern um 14 Prozent.6 Bei einer einwöchigen Erkältung ist das gut ein halber Tag, also wenig. Dazu kommt, dass eine große kanadische Studie mit Tausenden Erwachsenen keinen gesicherten Unterschied fand,10 und deshalb ist dieser Befund nicht höher eingestuft. Mildere Verläufe zeigten sich vor allem bei Mengen ab einem Gramm täglich.11
Drittens der Beginn bei den ersten Beschwerden, also genau das, was die meisten tun. Hier ist der Nutzen unklar, denn in sieben Placebo-Vergleichen zeigte sich kein einheitlicher Effekt.6 Wer Vitamin C wegen Erkältungen nimmt, müsste es also dauerhaft tun, und die Frage, welche Mengen dafür in Studien verwendet wurden, beantwortet der Beitrag zur Dosierung von Vitamin C.
So wurde gemessen
- Vorbeugung, Allgemeinbevölkerung: 24 Placebo-Studien mit 10.961 Erwachsenen, Atemwegsinfekte RR 0,96 (0,93 bis 0,99);7 Cochrane, 24 Vergleiche mit 10.708 Personen, RR 0,97 (0,94 bis 1,00).6
- Vorbeugung bei extremer Belastung: 5 Studien mit 598 Personen, RR 0,48 (0,35 bis 0,64);6 Ultramarathon 33 gegenüber 68 %;8 Gegenbefund bei 39 jugendlichen Schwimmern.9
- Dauer bei Dauereinnahme: 31 Vergleiche mit 9.745 Episoden, Erwachsene −8 %, Kinder −14 %;6 Gegenbefund 2.349 Erwachsene ohne gesicherten Effekt.10 Schwere: 10 Studien mit mindestens 1 g täglich, −15 %.11
- Beginn bei Beschwerden: 7 Vergleiche mit 3.249 Episoden, kein einheitlicher Effekt.6

Lunge, Asthma und andere Infekte: Was ist belegt?
Über die Erkältung hinaus ist der Nutzen meist unklar oder spricht dagegen. Ob Vitamin C Lungenentzündungen verhindert, ist unklar, denn die älteren positiven Studien an Rekruten und Internatsschülern waren meist nicht sauber verblindet, und die neuere Cochrane-Auswertung hält die Daten für sehr unsicher.1213 Auch als Tablette bei COVID-19 zeigte sich in den wenigen Studien kein Vorteil.1415
Menschen mit Asthma half Vitamin C eher nicht, ihre Lungenwerte blieben gleich.16 Erste Hinweise gibt es nur bei Atemwegen, die sich beim Sport verengen, aus drei sehr kleinen Studien.17 Auffällig ist ein Befund aus der Schwangerschaft. Als schwangere Raucherinnen täglich 500 mg bekamen, hatten ihre Kinder mit fünf Jahren eine etwas bessere Lungenfunktion und seltener pfeifende Atmung.18 Den Rauchstopp ersetzt das nicht. Und beim Magenkeim Helicobacter half Vitamin C zusätzlich zur Antibiotika-Behandlung nicht sicher.19
So wurde gemessen
- Lungenentzündung: Cochrane, Vorbeugung in 2 Studien mit 736 Personen, sehr unsicher;13 ältere Studien mit 2.335 Personen, nur eine sauber randomisiert.12
- COVID-19 mit Tabletten: 6 Studien mit 572 Patienten, Sterblichkeit nicht gesichert geringer;14 214 ambulante Patienten mit 8 g täglich, ohne Effekt.15
- Asthma: 9 Studien mit 330 Personen ohne Unterschied;16 Belastungsasthma: 3 Studien mit 40 Personen.17 Kinder rauchender Mütter: 251 Schwangere, pfeifende Atmung mit fünf Jahren 28 gegenüber 47 %.18
Blutdruck und Harnsäure: Was senkt Vitamin C?
Vitamin C senkt den Blutdruck, und das ist gut belegt, auch wenn der Effekt klein ist. Mehrere große Auswertungen kommen übereinstimmend auf im Mittel etwa 3 bis 4 mmHg weniger beim oberen Wert, meist mit rund 500 mg täglich über einige Wochen.2021 Bei Bluthochdruck und Diabetes fiel die Senkung etwas stärker aus.2223 Der untere Wert sank dagegen weniger sicher, und weil die meisten Studien nur einige Wochen dauerten, weiß niemand genau, ob der Effekt über Jahre anhält und ob er sich je in weniger Herzinfarkten niederschlägt.24
Ebenso gut belegt ist eine kleine Senkung der Harnsäure im Blut. Zwei Auswertungen fanden übereinstimmend niedrigere Werte, im Mittel um gut 0,3 mg/dl.2526 Bei Menschen mit Gicht und deutlich erhöhten Werten reichte das in einer Studie allerdings nicht für einen spürbaren Effekt.27 Dazu passt, dass in einer großen Ärztestudie unter Vitamin C etwas seltener Gicht auftrat, allerdings nur in einer nachträglichen Auswertung, sodass dieser Nutzen unklar bleibt.28
Beide Effekte sind echt, aber klein. Ein Blutdruckmittel oder eine Gichtbehandlung ersetzt Vitamin C nicht, und weniger Herzinfarkte oder Schlaganfälle sind damit nicht gezeigt.
So wurde gemessen
- Blutdruck: 29 Studien, Median 500 mg über 8 Wochen, oben −3,8, unten −1,5 mmHg;20 20 Studien mit 890 Personen, oben −3,0 mmHg;21 8 Studien bei Bluthochdruck, oben −4,1, unten −2,3 mmHg;22 28 Studien bei Typ-2-Diabetes, oben −6,3 mmHg;23 Übersicht über 6 Meta-Analysen, unten insgesamt nicht gesenkt, Vertrauenswürdigkeit niedrig.24
- Harnsäure: 16 Studien mit 1.013 Personen;25 13 Studien mit 556 Personen, −0,35 mg/dl.26 Gicht: 40 Patienten, −0,23 mg/dl, ohne Placebo;27 14.641 Männer, neue Gicht HR 0,88.28
Blutzucker, Cholesterin und Herz: Was bringt Vitamin C?
Bei Blutzucker und Cholesterin senkt Vitamin C die Werte wahrscheinlich leicht, das Herz schützt es nach den großen Studien nicht erkennbar. Bei Typ-2-Diabetes sank der Nüchternblutzucker in einer großen Auswertung, vor allem mit mindestens einem Gramm täglich über drei Monate.29 Bei Menschen ohne Diabetes zeigte sich das nicht.30 Das LDL-Cholesterin sank bei erhöhten Ausgangswerten wahrscheinlich etwas,31 bei Typ-2-Diabetes dagegen eher nicht.32 Ob Vitamin C einem Diabetes vorbeugt, ist unklar, weil die einzige große Studie mit Frauen keinen gesicherten Unterschied fand.33
Doch bei Herzinfarkt und Schlaganfall wird es ernüchternd. In der Physicians' Health Study II nahmen über 14.000 amerikanische Ärzte acht Jahre lang 500 mg täglich oder ein Scheinpräparat. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle waren in beiden Gruppen gleich häufig.34 Die Studie hat ein Vitaminhersteller mitfinanziert, und weil fast alle Daten zu diesen Endpunkten aus ihr stammen, ist die Frage offen.35 Auch die Sterblichkeit sank nicht.36
Zwei Klinikfragen sind offen. Nach Herzoperationen trat Vorhofflimmern in Studien außerhalb der USA seltener auf, in den amerikanischen Studien nicht, sodass der Nutzen unklar ist.37 Ähnlich widersprüchlich ist es bei Nierenschäden durch Röntgen-Kontrastmittel.38
So wurde gemessen
- Blutzucker bei Typ-2-Diabetes: 22 Studien mit 1.447 Personen, Nüchternzucker gesunken, stärker ab 1.000 mg und 12 Wochen;29 ohne Diabetes kein Effekt.30 Diabetes-Vorbeugung: 6.574 Frauen, RR 0,89 (0,78 bis 1,02).33
- LDL: 13 Studien bei erhöhtem Cholesterin, −7,9 mg/dl;31 Typ-2-Diabetes, 15 Studien mit 872 Personen, unverändert.32
- Herz und Sterblichkeit: 14.641 Männer, schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,99;34 Cochrane mit Ereignisdaten fast nur aus dieser Studie;35 Sterblichkeit in 29 Studien RR 1,02.36
- Vorhofflimmern: 15 Studien, außerhalb der USA RR 0,56, in den USA RR 1,04;37 Kontrastmittel: 9 Studien, RR 0,67, Vergleichsgruppen gemischt.38
Vitamin C für die Haut: Was zeigen Creme und Tablette?
Für die Haut gibt es erste Hinweise, aber nur für Cremes und Seren, nicht für Tabletten. Auf die Haut aufgetragen, besserte Vitamin C in kleinen Studien Falten und Lichtschäden stärker als dieselbe Creme ohne Wirkstoff.3940 Auch Pigmentflecken hellten etwas auf, allerdings weniger als mit dem üblichen Bleichmittel.41 Die Studien sind allerdings klein, oft mit nur zehn bis zwanzig Teilnehmenden, und neuere Arbeiten testen fast nur Mischprodukte mit weiteren Wirkstoffen, sodass der Nutzen von Vitamin C allein unklar bleibt.42
Ob Vitamin-C-Tabletten die Haut jünger aussehen lassen, ist nicht untersucht. Es gibt nur Studien mit Kombinationen, etwa mit Kollagen, bei denen sich der Anteil des Vitamins nicht ablesen lässt.43 Dazu beweisen Vorher-nachher-Bilder ohne Vergleichsgruppe wenig. Und Druckgeschwüre heilten in der einzigen größeren Studie mit Vitamin C nicht schneller.44 Welche Form für welchen Zweck taugt, erklärt der Beitrag über Vitamin-C-Pulver, Tabletten, liposomale Formen und Seren.

Eisenaufnahme: Hilft Vitamin C beim Eisen?
Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus einer Mahlzeit messbar, ob das die Eisenwerte verbessert, ist aber unklar. In Aufnahmeversuchen hebt es die Bremse auf, die Stoffe wie Phytat aus Getreide auf pflanzliches Eisen ausüben.45 Eine Auswertung von 15 Studien mit Frauen und Kindern fand mit Vitamin-C-reichem Obst zu den Mahlzeiten etwas höhere Eisenwerte. Weil diese Studien ohne Scheinpräparat auskommen mussten, sind die Ergebnisse aber weniger verlässlich.46
Damit nicht zu verwechseln sind Eisentabletten, denen zusätzliches Vitamin C eher nichts bringt. In der größten Studie mit 440 Menschen mit Eisenmangel-Blutarmut stiegen die Werte mit und ohne Vitamin C gleich gut.47 Mehr zu Eisen selbst steht im Überblick über Eisen und seine Wirkung.
Infusionen bei Sepsis, Verbrennungen und Krebs: Was gilt in der Klinik?
Infusionen sind eine eigene Behandlung mit eigenen Ergebnissen, und die sind ernüchternd. Bei einer Blutvergiftung senkt hoch dosiertes Vitamin C in die Vene die Sterblichkeit nach einer Auswertung von 14 Studien wahrscheinlich etwas.48 Doch dieser Vorteil stammt fast nur aus kleineren Studien an einzelnen Kliniken, während die großen, an vielen Orten gleichzeitig durchgeführten Studien ihn nicht bestätigten. In der größten verblindeten Studie, LOVIT, waren nach vier Wochen unter Vitamin C 44,5 gegenüber 38,5 Prozent gestorben oder dauerhaft auf Organunterstützung angewiesen.49
Ob die Infusionen Schwerkranken schaden, ist damit ungeklärt, die Warnzeichen reichen aber über die Sepsis hinaus. Bei COVID-19 im Krankenhaus wurden zwei große Studien abgebrochen, weil sich eher ein Nachteil zeigte.50 Bei schweren Verbrennungen starben in der VICTORY-Studie nach vier Wochen 15 gegenüber 8 Prozent der Patienten, mit Vitamin C gegenüber Placebo.51 Ob Infusionen Krebspatienten länger leben lassen, ist offen, denn die größte randomisierte Studie fand keinen Vorteil.52 Gegen Müdigkeit half eine Infusion nur Menschen mit niedrigem Spiegel.53 Das alles betrifft Infusionen, nicht Tabletten, die solche Spiegel nie erreichen.2
So wurde gemessen
- Sepsis: 14 Studien mit 1.958 Patienten, Sterblichkeit nach 28 Tagen RR 0,70, nur in Einzelzentrums-Studien;48 LOVIT, Tod oder anhaltendes Organversagen RR 1,21 (1,04 bis 1,40).49
- COVID-19: 2.590 Patienten, Wahrscheinlichkeit für Schaden 91 bzw. 97 %;50 Verbrennungen: 238 Patienten, Sterblichkeit 15,0 gegenüber 7,6 %.51
- Krebs: 442 Patienten mit Darmkrebs, Gesamtüberleben 20,7 gegenüber 19,7 Monate;52 Müdigkeit: 141 Büroangestellte, nur bei niedrigem Spiegel.53

Psyche, Sport, Augen und Schwangerschaft: Was gibt es sonst?
Bei den übrigen Hoffnungen spricht die Studienlage meist dagegen oder ist offen. Die Stimmung besserte sich in einer Auswertung von zehn Studien eher nicht,54 und Muskelkater nach dem Sport fiel mit Vitamin C eher nicht geringer aus.55 Ob es vor Grauem Star schützt, ist offen, denn in der großen Ärztestudie traten Katarakte gleich häufig auf.56 Auch beim Krebs ist die Frage offen, zwei große Langzeitstudien fanden keinen Schutz.5758
In der Schwangerschaft beugt Vitamin C einer Schwangerschaftsvergiftung eher nicht vor, wie ein Cochrane-Review mit über 20.000 Frauen zeigt.59 Unklar ist, ob es nach einem Knochenbruch an Hand oder Fuß einem chronischen Schmerzsyndrom vorbeugt, denn zwei Auswertungen kamen zu gegensätzlichen Ergebnissen.6061 Bei Müdigkeit ohne Mangel ist ein Nutzen nicht gezeigt.62
Unsere Einordnung
Vitamin C ist ein lebenswichtiges Vitamin, aber kein Allheilmittel. Gut belegt sind kleine Senkungen von Blutdruck und Harnsäure, bei Erkältungen hilft die Dauereinnahme wahrscheinlich ein wenig, bei extremer Belastung mehr. Vor Herzinfarkt, Krebs oder frühem Tod schützt es nach den großen Studien nicht erkennbar, und Infusionen sind eine Klinikfrage mit ernsten Warnzeichen.
Welche Versprechen über Vitamin C halten nicht?
Mehrere verbreitete Annahmen gehen weiter, als die Studien tragen. Dabei wird meist verwechselt, was eine Dauereinnahme leistet, was eine Einnahme erst bei Beschwerden bringt und was nur für Infusionen gilt.
| Behauptung | Was die Studien zeigen | Unser Urteil |
|---|---|---|
| „Vitamin C verhindert Erkältungen.“ | Im Alltag nur minimal seltener, bei extremer Belastung etwa halb so oft.76 | wahrscheinlich, aber winzig |
| „Bei den ersten Anzeichen hilft eine hohe Dosis.“ | In Placebo-Studien kein einheitlicher Effekt.6 | unklar |
| „Vitamin C schützt vor Krebs.“ | Zwei große Langzeitstudien ohne Schutz.5758 | offen, kein Schutz gezeigt |
| „Vitamin C macht Eisentabletten wirksamer.“ | Blutwerte mit und ohne Vitamin C gleich.4763 | spricht dagegen |
| „Vitamin C hellt die Stimmung auf.“ | Zehn Studien ohne Besserung.54 | spricht dagegen |
| „Liposomales Vitamin C wirkt besser.“ | Etwas höhere Blutspiegel, eine Wirkung nie geprüft.64 | nicht untersucht |
Wer Vitamin C wegen einer dieser Hoffnungen in großen Mengen nimmt, riskiert eher Bauchgrummeln als einen Gewinn.
Ist Vitamin C sicher, und wann wird es gefährlich?
Für Gesunde ist Vitamin C in üblichen Mengen sicher, bei großen Mengen gibt es aber echte Risiken. Die typische Folge von mehreren Gramm auf einmal ist Durchfall, weil nicht aufgenommenes Vitamin C Wasser in den Darm zieht.65 Wie häufig das bei üblichen Mengen vorkommt, ist ungeklärt. Die EU-Lebensmittelbehörde hält zusätzlich etwa 1 g am Tag für unbedenklich.66
Das wichtigste Risiko betrifft die Nieren. Ein Teil des Vitamin C wird zu Oxalat abgebaut, dem Hauptbestandteil der meisten Nierensteine, und in Studien stieg das Oxalat im Urin unter Präparaten an.67 Ob daraus mehr Steine werden, ist in kontrollierten Studien nicht untersucht, und fehlende Studien sind keine Entwarnung. Große Beobachtungsstudien sehen bei Männern mit mindestens 1 g täglich aus Präparaten etwas häufiger Nierensteine, bei Frauen nicht.68 Bei sehr hohen Mengen und kranken Nieren beschreiben Fallberichte zudem Oxalatablagerungen im Nierengewebe bis zur Dialyse.69
Für bestimmte Gruppen sind weitere Risiken ungeklärt. Bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit kann Vitamin C die Eisenaufnahme zusätzlich steigern, ob das eine Eisenüberladung verstärkt, hat aber keine Studie geprüft, es gibt nur einen Fallbericht.70 Bei Menschen mit dem angeborenen Enzymmangel G6PD beschreiben 14 Fallberichte nach großen Mengen, meist Infusionen, einen Zerfall der roten Blutkörperchen.71 In der Schwangerschaft fand eine Auswertung bei der Kombination mit Vitamin E am Termin häufiger einen Blasensprung, allerdings nur als relativen Wert ohne absolute Zahlen, die größte Auswertung mit 17 Studien dagegen keinen Unterschied.7273 Und große Mengen verfälschen manche Blutzuckermessgeräte und den chemischen Stuhlbluttest.7475
Eine Sorge hat sich dagegen nicht bestätigt. Dass Vitamin C den Trainingserfolg bremst, fand eine Auswertung von 18 Studien nicht, ein Schaden wurde nicht gefunden.76 Für Infusionen bei Schwerkranken gibt es dagegen Warnzeichen aus den großen Studien zu Sepsis und Verbrennungen.4951
Notfall
Dunkler Urin, Gelbfärbung von Haut oder Augen, plötzliche Schwäche oder kaum noch Urin nach einer Vitamin-C-Infusion: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Magen-Darm: US-Höchstmenge von 2 g aus Durchfall abgeleitet;65 EFSA ohne Höchstmenge, zusätzlich rund 1 g unbedenklich.66
- Nieren: 9 Studien, Oxalat im Urin gegenüber Placebo höher;67 Männer mit mindestens 1 g aus Präparaten HR 1,19;68 Fallbericht mit Dialysepflicht.69
- Weitere Gruppen: Fallbericht bei unerkannter Hämochromatose;70 14 Fallberichte mit Hämolyse;71 Vitamin C plus E, Blasensprung am Termin RR 1,73,72 17 Studien ohne Unterschied;73 Blutzuckergeräte bis 200 mg/dl zu hoch;74 falsch negativer Stuhltest.75
- Training: 18 Studien ohne Abschwächung.76
Akutes Nierenversagen durch Oxalatkristalle bei Infusionenungeklärtkeine kontrollierte Studie mit diesem Endpunkt; Fallberichte; Scoping-Review 74 Studien, 2.801 Pers. (Yanase 2020)
Ergebnisse: 5 Fälle von Oxalat-Nephropathie unter hoch dosierten Infusionen, in 9 Doppelblindstudien kein einheitliches Mehr an Nebenwirkungen (Yanase 2020); LOVIT: schweres akutes Nierenversagen ähnlich häufig wie unter Placebo (Lamontagne 2022)
In Fallberichten lösten hoch dosierte Vitamin-C-Infusionen ein akutes Nierenversagen aus, weil sich Oxalatkristalle in den Nierenkanälchen ablagerten, zum Teil mit tödlichem Ausgang. In den placebokontrollierten Studien war das nicht häufiger, sie schlossen aber meist Menschen mit Nierenschwäche aus. Ein Zusammenhang liegt in den Einzelfällen nahe; wie häufig es vorkommt, ist ungeklärt. 136, 49
Was tun? Vor hoch dosierten Infusionen die Nierenwerte bestimmen lassen; bei Nierenerkrankung, Nierensteinen oder Dialyse nur nach ärztlicher Abwägung. Deutlich weniger Urin oder Flankenschmerzen nach einer Infusion: umgehend ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Nierenschwäche oder Dialyse (meist ausgeschlossen), wiederholte Infusionen außerhalb von Studien, etwa in Praxen
- In einem Fallbericht trat nach einer einzigen Infusion von 45 g Vitamin C bei einer Patientin mit Amyloidose und nephrotischem Syndrom ein akutes Nierenversagen mit ausgedehnten Oxalatablagerungen auf; sie verstarb. Lawton et al. 1985
- In einem Fallbericht entwickelte eine Patientin mit Lupus nach Vitamin-C-Infusionen eine akute Oxalat-Nephropathie. Cossey et al. 2013
- In einem Fallbericht wurde eine 74-jährige Krebspatientin, die alternativmedizinisch sechs Wochen lang wöchentlich 100 g Vitamin C als Infusion bekam, dauerhaft dialysepflichtig. Roy et al. 2023
- Eine Übersicht über 74 Studien mit hoch dosierten Infusionen (ab 6 g täglich) zählte fünf Fälle von Oxalat-Nephropathie, fünf von erhöhtem Natrium im Blut und einen Nierenstein. Yanase et al. 2020
Nierenschaden durch Oxalatkristalle bei sehr hohen Tablettendosenungeklärtkeine kontrollierte Studie; Fallberichte
Ergebnisse: keine kontrollierten Daten; Einzelfälle bei Bauchfelldialyse (bis 4 g/Tag über Jahre), nach Magenbypass und bei Bauchspeicheldrüsenschwäche bis zur Dialysepflicht
Ob hohe Vitamin-C-Dosen zum Schlucken die Niere schädigen, ist ungeklärt: Kontrollierte Studien gibt es nicht, aber Fallberichte über Oxalatablagerungen in der Niere bis zur Dialysepflicht. Betroffen waren fast immer Menschen mit Vorerkrankungen wie Nierenschwäche, Dialyse oder einem Magenbypass, der die Oxalataufnahme erhöht. Bei Gesunden mit üblichen Dosen ist das nicht beschrieben.
Was tun? Bei Nierenerkrankung, Dialyse oder nach Magen-Darm-Operationen keine hoch dosierten Vitamin-C-Präparate ohne ärztliche Rücksprache. Deutlich weniger Urin, Wassereinlagerungen oder Flankenschmerzen unter hoch dosiertem Vitamin C: Präparat absetzen und umgehend ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Nierenschwäche, Dialyse oder nach Magenbypass
- In einem Fallbericht entwickelte eine 76-jährige Patientin unter Bauchfelldialyse, die jahrelang bis zu 4 g Vitamin C täglich eingenommen hatte, Oxalatablagerungen in Augen und Gelenken. D'Costa et al. 2019
- In einem Fallbericht trug hoch dosiertes Vitamin C zur Vorbeugung gegen COVID-19 bei einem Patienten mit Magenbypass zu einer Oxalat-Nephropathie bei. Kafi et al. 2023
- In einem Fallbericht wurde ein Mann in den frühen 80ern mit hoch dosierten Vitamin-C-Präparaten und einer Schwäche der Bauchspeicheldrüse wegen akuter Oxalat-Nephropathie dialysepflichtig. Fijen et al. 2019
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Zerfall roter Blutkörperchen (Hämolyse) bei G6PD-Mangelungeklärtkeine kontrollierte Studie (Betroffene ausgeschlossen); Fallberichte
Ergebnisse: 14 Fallberichte mit Hämolyse, 71 % mit G6PD-Mangel, Dosis 1 bis 200 g/Tag, 57 % als Infusion, Hälfte mit Komplikationen wie Nierenversagen, ein Todesfall (Juneja 2022); 3 Fälle bei G6PD-Mangel unter Infusionen (Yanase 2020)
Bei Menschen mit dem angeborenen Enzymmangel G6PD kann viel Vitamin C die roten Blutkörperchen zerfallen lassen. In den veröffentlichten Fällen geschah das meist nach Infusionen mit vielen Gramm und innerhalb von drei Tagen, teils mit Nierenversagen; wie häufig es vorkommt, ist ungeklärt, weil Betroffene aus den kontrollierten Studien ausgeschlossen werden. Große Krebsstudien prüfen deshalb den G6PD-Status vor Behandlungsbeginn. 52
Was tun? Vor hoch dosierten Vitamin-C-Infusionen den G6PD-Status bestimmen lassen, besonders bei Herkunft aus dem Mittelmeerraum, Afrika oder Asien; bei bekanntem G6PD-Mangel keine Infusionen. Dunkler Urin, Gelbfärbung von Haut oder Augen oder plötzliche Schwäche nach einer Infusion: sofort ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit G6PD-Mangel (aus Studien ausgeschlossen), Tablettendosen über 1 g bei G6PD-Mangel
- Eine Auswertung von 14 Fallberichten beschreibt Hämolysen nach 1 bis 200 g Vitamin C täglich, meist bei G6PD-Mangel, der den Betroffenen oft vorher nicht bekannt war; ein Patient starb. Juneja et al. 2022
- In einem Fallbericht entwickelte ein 27-jähriger Mann mit G6PD-Mangel nach einer hoch dosierten Vitamin-C-Infusion eine schwere Hämolyse mit Gelbsucht. Wu et al. 2018
- Ein früher Fallbericht beschreibt eine Hämolyse durch Ascorbinsäure bei G6PD-Mangel (Brief ohne Abstract). Mehta et al. 1990
- Eine Übersicht über Studien mit hoch dosierten Infusionen zählte drei Hämolysen bei Patienten mit G6PD-Mangel. Yanase et al. 2020
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Eisenüberladung fördernungeklärtkeine kontrollierte Studie bei Eisenüberladung; kleine Studien bei Gesunden bzw. Eisenmangel; Fallbericht
Ergebnisse: 1.500 mg/Tag über 5,5 Wochen bei Frauen mit Eisenmangel: Eisenaufnahme 38 vs. 27 %, Ferritin unverändert (Hunt 1990); über eine ganze Ernährung kaum Einfluss auf die Eisenaufnahme (Cook 2001)
Vitamin C verbessert die Aufnahme von Eisen aus pflanzlicher Nahrung. Ob das bei Menschen mit Hämochromatose, deren Körper ohnehin zu viel Eisen aufnimmt, die Überladung verstärkt, ist ungeklärt: Kontrollierte Studien fehlen, es gibt einen Fallbericht über ein rasch fortschreitendes Herzversagen unter großen Vitamin-C-Mengen. Bei Kindern mit Thalassämie und Vitamin-C-Mangel sanken die Eisenwerte unter 100 mg täglich zusätzlich zur Eisen-Ausleitung sogar, diese Studie hatte aber keine Placebogruppe. 137, 138, 139
Was tun? Bei Hämochromatose oder anderer Eisenüberladung keine Vitamin-C-Präparate zu den Mahlzeiten ohne ärztliche Rücksprache.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Hämochromatose, Menschen mit Thalassämie oder anderer Eisenüberladung ohne ärztliche Begleitung
- In einem Fallbericht starb ein junger Mann, der ein Jahr lang große Mengen Vitamin C eingenommen hatte, an einer rasch fortschreitenden Herzmuskelschwäche; erst bei der Obduktion wurde eine Hämochromatose festgestellt. Die Autoren halten eine Beschleunigung durch Vitamin C für möglich. McLaran et al. 1982
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen bei hohen Dosenungeklärtkeine Meta-Analyse; 1 RCT mit Bauchschmerzen als Nebenwirkung, 1.877 Pers. (Rumbold 2015); Behördenbewertungen
Ergebnisse: Schwangere: selbst berichtete Bauchschmerzen RR 1,66 (1,16 bis 2,37), 1 Studie, Vitamin C allein oder kombiniert (Rumbold 2015)
Sehr hohe Einzeldosen Vitamin C können Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen auslösen, weil nicht aufgenommenes Vitamin C Wasser in den Darm zieht. Behörden nennen dies als wichtigste Nebenwirkung hoher Dosen, das US-amerikanische Institute of Medicine leitete daraus seine Höchstmenge von 2 g täglich ab; die Beschwerden verschwinden, wenn die Dosis sinkt. Wie häufig sie bei üblichen Dosen auftreten, ist ungeklärt, weil Studien sie selten systematisch erfasst haben; in einer großen Schwangerschaftsstudie mit Vitamin C plus E berichteten Frauen häufiger über Bauchschmerzen. 59
Was tun? Bei Durchfall oder Bauchschmerzen die Dosis senken oder auf mehrere kleine Gaben über den Tag verteilen; 1 g täglich zusätzlich genügt für fast alle Zwecke.
Nicht untersucht bei: Kinder, Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
- Die EFSA legte für Vitamin C keine tolerierbare Höchstmenge fest; zusätzliche Mengen von etwa 1 g täglich gelten als unbedenklich, bei höheren Dosen sind akute Magen-Darm-Beschwerden möglich. EFSA 2004
- Das US-amerikanische Institute of Medicine setzte die Höchstmenge für Erwachsene auf 2 g täglich und begründete das mit osmotischem Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden. Institute of Medicine 2000
Vorzeitiger Blasensprung in der Schwangerschaftungeklärt17 Studien, 21.567 Schwangere (Pereira 2025); 2 Studien mit Vitamin C plus E, 3.070 Schwangere (Conde-Agudelo 2011); 29 Studien, 24.300 Schwangere (Rumbold 2015)
Ergebnisse: Blasensprung vor dem Termin RR 1,04 (0,63 bis 1,71), Frühgeburt RR 1,04 (0,96 bis 1,14), Neugeborenentod RR 0,77 (0,55 bis 1,08) (Pereira 2025); mit Vitamin C plus E Blasensprung am Termin RR 1,73 (1,34 bis 2,23), vor dem Termin RR 1,30 (0,93 bis 1,80) (Conde-Agudelo 2011); Vitamin C allein: Blasensprung vor dem Termin RR 0,66 (0,48 bis 0,91) (Rumbold 2015), vor oder am Termin RR 0,57 (0,39 bis 0,81), nicht in allen Sensitivitätsanalysen robust (Pejcic 2024); Totgeburt RR 1,15 (0,89 bis 1,49) (Rumbold 2015)
Ob Vitamin C in der Schwangerschaft das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung erhöht, ist ungeklärt. Die maßgebliche Auswertung mit 17 Studien und über 21.000 Schwangeren fand keinen Unterschied; eine Meta-Analyse der Kombination Vitamin C plus Vitamin E fand aber den Blasensprung am Termin um etwa drei Viertel häufiger. Mit Vitamin C allein trat ein vorzeitiger Blasensprung in einzelnen, nicht durchweg robusten Auswertungen sogar seltener auf; Totgeburten und Todesfälle bei Neugeborenen waren nicht häufiger. 73, 72, 59, 143
Was tun? In der Schwangerschaft genügt der Bedarf aus Obst und Gemüse oder einem Schwangerschaftspräparat; hoch dosierte Einzelpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache, Kombinationen mit hoch dosiertem Vitamin E meiden.
Nicht untersucht bei: Dosen über 1 g täglich in der Schwangerschaft
- Meta-Analyse zeigt einen Schaden (Conde-Agudelo et al. 2011)
Schlechterer Verlauf bei Schwerkranken durch hoch dosierte Infusionenungeklärt3 große RCTs (LOVIT 872, LOVIT-COVID/REMAP-CAP 2.590, VICTORY 238 Pers.); Meta-Analysen mit Gegenbefund
Ergebnisse: Sepsis: Tod oder Organversagen RR 1,21 (1,04 bis 1,40) (LOVIT); COVID-19: Schadenswahrscheinlichkeit 91,4 bzw. 97,1 % (2023); Verbrennungen: 28-Tage-Sterblichkeit RR 1,96 (1,32 bis 2,90) (VICTORY); Nebenwirkungen OR 1,98 (1,06 bis 3,68) (Liang 2023); in 9 Doppelblindstudien kein einheitliches Mehr an Schaden (Yanase 2020)
Ob hoch dosierte Vitamin-C-Infusionen Schwerkranken schaden, ist ungeklärt, es gibt aber deutliche Warnzeichen: Drei große, verblindete Studien fanden keinen Nutzen, sondern mehr Todesfälle oder Organversagen bei Sepsis (LOVIT) und Verbrennungen (VICTORY) und eine hohe Schadenswahrscheinlichkeit bei COVID-19. Die Meta-Analysen werten nur die Sterblichkeit aus und zeigen dort keinen Schaden; die großen Studien maßen genauer, ob Patienten starben oder dauerhaft auf Organunterstützung angewiesen blieben. Warum Vitamin C hier schaden könnte, ist nicht geklärt. 49, 51, 50, 116, 136, 48, 119
Was tun? Hoch dosierte Vitamin-C-Infusionen bei Sepsis, COVID-19 oder Verbrennungen nur innerhalb von Studien; wer Infusionen außerhalb eines Krankenhauses erwägt, sollte Nieren- und G6PD-Status vorher prüfen lassen.
Nicht untersucht bei: Infusionen bei Gesunden in Praxen (keine kontrollierten Langzeitdaten)
- genauere Messung zeigt einen Schaden (Lamontagne et al. 2022 (LOVIT))
Trainingseffekt von Ausdauer- und Krafttraining abschwächenkein Schaden gefunden18 Studien (Clifford 2020, Vitamin C und/oder E)
Ergebnisse: VO2max SMD −0,14 (−0,43 bis 0,15), Ausdauerleistung SMD −0,01, Magermasse SMD −0,07, Kraft nicht signifikant (Clifford 2020); 14 Männer mit 1 g/Tag: Ausdauer signifikant schlechter (p = 0,014) (Gomez-Cabrera 2008); Vitamin C + E: Mitochondrien-Marker gebremst, VO2max gleich (Paulsen 2014)
Eine kleine Studie hatte gezeigt, dass 1 g Vitamin C täglich die Anpassung der Muskulatur an Ausdauertraining bremst. In der Meta-Analyse von 18 Studien schwächten Vitamin C und E aber weder die Zunahme der Ausdauerleistungsfähigkeit noch den Muskel- und Kraftzuwachs ab. Messbar gebremst wurden nur einzelne zelluläre Marker in der Muskulatur. 76, 141, 142
Was tun? Wer gezielt für Leistung trainiert, braucht keine hoch dosierten Antioxidantien; eine Gefahr für den Trainingserfolg ist mit üblichen Dosen nicht gezeigt.
Nicht untersucht bei: Vitamin C allein in größeren Studien (meist mit Vitamin E kombiniert), Leistungssportler über mehrere Monate
Nierensteine (Kalziumoxalat) fördernnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Nierensteinen als Endpunkt; 9 Interventionsstudien zum Urin-Oxalat (Farkouh 2026); Kohortenstudien als Hinweis
Ergebnisse: Urin-Oxalat gegenüber Placebo +6,45 mg/24 h (p < 0,001), Citrat und Kalzium unverändert (Farkouh 2026); 2 g/Tag: Oxalat +20 % bei Gesunden, +33 % bei Steinbildnern (Traxer 2003); 2 g/Tag erhöhte Oxalat und Steinrisiko-Index bei 40 % der Teilnehmenden (Massey 2005)
Ob Vitamin-C-Präparate Nierensteine verursachen, ist in kontrollierten Studien nicht untersucht: Keine Placebo-Studie hat neu auftretende Steine gezählt. Ein Teil des Vitamin C wird im Körper zu Oxalat abgebaut, dem Hauptbestandteil der meisten Nierensteine, und in Placebo-Studien steigt das Oxalat im Urin unter Präparaten messbar an, bei Menschen mit früheren Steinen etwas stärker. Große Beobachtungsstudien fanden bei Männern mit Präparaten ab etwa 1 g täglich etwas häufiger Nierensteine, bei Frauen nicht; fehlende Studien sind keine Entwarnung. 67, 134, 135
Was tun? Wer schon Nierensteine hatte, sollte Vitamin C nicht über 1 g täglich ergänzen und das ärztlich besprechen; reichlich trinken. Aus Obst und Gemüse ist kein Risiko bekannt.
Nicht untersucht bei: placebokontrollierte Studien mit Nierensteinen als Endpunkt, Menschen mit Nierenerkrankung
- In drei großen US-Kohorten mit über 197.000 Teilnehmenden hatten Männer mit 1.000 mg Vitamin C aus Präparaten oder mehr täglich etwas häufiger Nierensteine (HR 1,19), Frauen nicht; Vitamin C aus der Nahrung hing bei keinem Geschlecht mit Steinen zusammen. Ferraro et al. 2016
- In einer Kohorte von 45.619 Männern über 14 Jahre hatten Männer mit 1.000 mg Vitamin C oder mehr täglich häufiger Nierensteine als Männer unter 90 mg (RR 1,41). Taylor et al. 2004
- In einer schwedischen Kohorte von Männern traten Nierensteine bei Einnahme von Vitamin-C-Präparaten häufiger auf (Forschungsbrief ohne Abstract, Zahlen im Volltext). Thomas et al. 2013
- Eine Meta-Analyse von vier Beobachtungsstudien fand unter Vitamin-C-Präparaten ein höheres Nierensteinrisiko bei Männern, nicht bei Frauen. Jiang et al. 2019
Höhere Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei Frauen mit Diabetesnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie in dieser Gruppe; 1 Kohortenstudie, 1.923 Pers. (Lee 2004)
Ergebnisse: Herz-Kreislauf-Sterblichkeit im höchsten Fünftel der Vitamin-C-Zufuhr RR 1,84, Schlaganfall RR 2,57; nur Vitamin C aus Präparaten zeigte den Zusammenhang, ohne Diabetes kein Zusammenhang (Lee 2004)
In einer US-Kohorte starben Frauen mit Diabetes nach den Wechseljahren, die viel Vitamin C aus Präparaten nahmen, häufiger an Herz-Kreislauf-Krankheiten; bei Frauen ohne Diabetes und bei Vitamin C aus der Nahrung zeigte sich das nicht. Eine Beobachtungsstudie kann Ursache und Wirkung nicht trennen; in kontrollierten Studien ist die Frage nicht untersucht, fehlende Studien sind aber keine Entwarnung.
Was tun? Wer Diabetes hat, sollte hoch dosierte Vitamin-C-Präparate nicht ohne Grund dauerhaft nehmen und das ärztlich besprechen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Diabetes in Langzeitstudien mit Herz-Kreislauf-Ereignissen
- In der Iowa Women's Health Study war bei 1.923 Frauen mit Diabetes eine hohe Vitamin-C-Zufuhr aus Präparaten mit höherer Herz-Kreislauf-Sterblichkeit verbunden. Lee et al. 2004
Falsch hohe Blutzuckerwerte auf MessgerätenLaboreffekt, kein Schadenkeine kontrollierte Studie; Beobachtungsstudien mit Messvergleichen, Fallberichte
Ergebnisse: Verbrennungspatienten unter 66 mg/kg/h: Messgerät 10 bis 200 mg/dl zu hoch, nicht vorhersagbar (Sartor 2015); Sepsis mit 1,5 g: nur 81,3 % der Messungen innerhalb der ISO-Grenzen, mittlere Abweichung 8,9 mg/dl (Smith 2018)
Vitamin C stört die Messchemie mancher Blutzuckermessgeräte und lässt den Wert zu hoch erscheinen, bei Infusionen um bis zu 200 mg/dl. Der Effekt selbst ist harmlos, gefährlich wird er, wenn deshalb Insulin gegeben wird, obwohl der tatsächliche Zucker normal oder niedrig ist; wie oft das vorkommt, ist ungeklärt, kontrollierte Studien gibt es nicht. Laborbestimmungen aus Blutproben sind meist nicht betroffen. 74, 140
Was tun? Während und nach Vitamin-C-Infusionen den Blutzucker im Labor bestimmen lassen statt am Fingerstick-Gerät; wer Insulin spritzt, sollte Infusionen nur nach ärztlicher Rücksprache bekommen. Zittern, Schweißausbruch oder Verwirrtheit trotz hoher Anzeige am Messgerät: sofort Traubenzucker nehmen und den Blutzucker im Labor prüfen lassen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Diabetes, die hohe Tablettendosen nehmen und selbst messen, kontinuierliche Glukosesensoren
- Eine Übersicht über Studien mit hoch dosierten Infusionen zählte zwei Fälle von Fehlmessungen am Blutzuckermessgerät. Yanase et al. 2020
- In einem Fallbericht zeigte das Messgerät bei einem Dialysepatienten ohne Diabetes nach hoch dosierten Vitamin-C-Infusionen noch sechs Tage nach dem Absetzen einen falsch hohen Blutzucker. Lachance et al. 2021
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Falsch negativer Test auf verstecktes Blut im StuhlLaboreffekt, kein Schadenkeine kontrollierte Studie; Fallbericht mit Laborversuch
Ergebnisse: Stuhlbluttests unter Vitamin C wiederholt negativ, nach Absetzen stark positiv; Hemmung im Laborversuch bestätigt (Jaffe 1975)
Ob Vitamin C Stuhlbluttests im Alltag häufig verfälscht, ist ungeklärt, kontrollierte Studien gibt es nicht. In einem Fallbericht mit Laborbestätigung fiel der chemische Stuhlbluttest (Guajak-Test) unter Vitamin C trotz Blutung mehrfach negativ aus und nach dem Absetzen stark positiv. Der Effekt selbst ist harmlos, kann aber eine Darmblutung oder Darmkrebs übersehen lassen.
Was tun? Vor einem Stuhlbluttest die Vitamin-C-Einnahme angeben und nach Anleitung des Tests pausieren.
Nicht untersucht bei: immunologische Stuhltests (FIT), die heute meist verwendet werden
- In einem Fallbericht waren die Stuhlbluttests einer Patientin mit unklarer Blutarmut unter Vitamin C mehrfach negativ und nach dem Absetzen stark positiv. Jaffe et al. 1975
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)

Vitamin C einnehmen: Wie viel, wann und in welcher Form?
Für die Versorgung gilt zuerst Obst und Gemüse, dann bei Bedarf eine kleine Menge. Denn fast alle Vorteile in den Studien betreffen entweder eine dauerhafte Einnahme oder Menschen unter besonderer Belastung, und für beides reichen Mengen weit unter dem, was viele Präparate enthalten.
Wie viel Vitamin C am Tag?
Erwachsene brauchen 95 bis 110 mg am Tag, Rauchende etwa die Hälfte mehr.4 Mehr als etwa 200 mg kommen im Blut kaum noch an.1 Wer mehr nimmt, verteilt es besser auf zwei Portionen.
Höher lagen die Mengen in den Erkältungsstudien, in denen als Dauereinnahme mindestens 200 mg täglich und für mildere Verläufe meist ein Gramm verwendet wurden, während das Bundesinstitut für Risikobewertung für Nahrungsergänzungen höchstens 250 mg pro Tagesdosis vorschlägt.6115 Wer sich an den Studien orientieren möchte, bleibt also bei Mengen, die die Behörde für ein einzelnes Präparat schon für zu hoch hält. Das muss jeder selbst abwägen.
Welche Form ist die beste?
Eine klar überlegene Form gibt es nicht. Pulver, Tabletten und Kapseln enthalten meist Ascorbinsäure, und natürliches Vitamin C aus Acerola wirkt im Körper genauso.77 Liposomales Vitamin C führte in kurzen Studien zu etwas höheren Blutspiegeln, ob das einen Nutzen hat, ist nicht geprüft.64 Gepufferte Formen vertragen säureempfindliche Menschen besser.78
Brauchen Kinder Vitamin C extra?
Kinder brauchen meist kein Präparat, denn ihr Bedarf liegt je nach Alter bei 20 bis 85 mg am Tag.4 Ein Apfel trägt dazu wenig bei, eine halbe Paprika oder eine Kiwi dagegen viel. In den Erkältungsstudien verkürzte die Dauereinnahme die Dauer bei Kindern etwas deutlicher als bei Erwachsenen.6 Hoch dosierte Präparate gehören trotzdem nicht ohne Rücksprache in den Kinderalltag, weil für sie Daten zur Verträglichkeit fehlen.
Unsere Einordnung
Für die meisten genügt Vitamin C aus Obst und Gemüse. Wer Erkältungen vorbeugen will, braucht eine Dauereinnahme, und der Gewinn ist klein, außer bei extremer körperlicher Belastung. Große Mengen bringen nach den Studien wenig zusätzlich und können bei kranken Nieren, früheren Nierensteinen, dem Enzymmangel G6PD oder einer Eisenspeicherkrankheit schaden.
Häufige Fragen
Was ist Vitamin C?
Vitamin C, chemisch Ascorbinsäure, ist ein wasserlösliches Vitamin, das der Mensch anders als die meisten Tiere nicht selbst herstellen kann.3 Der Körper braucht es unter anderem, um das Gerüsteiweiß Kollagen für Haut, Gefäße und Knochen zu bilden.
Brauchen Kinder Vitamin-C-Präparate?
In der Regel nicht. Kinder brauchen je nach Alter 20 bis 85 mg am Tag, was etwas Obst und Gemüse liefert.4 In den Erkältungsstudien verkürzte die Dauereinnahme die Erkältung bei Kindern etwas stärker als bei Erwachsenen.6
Schützt Vitamin C als Antioxidans vor Krankheiten?
In großen Langzeitstudien nicht erkennbar. Männer und Frauen mit täglich 500 mg bekamen über acht bis zehn Jahre nicht seltener Herzinfarkte, Krebs oder Grauen Star als mit einem Scheinpräparat.345756
Ist natürliches Vitamin C besser als synthetisches?
Nein. In Vergleichsstudien am Menschen lagen die Spiegel im Blut mit beiden gleich hoch.77 Obst und Gemüse bringen aber zusätzlich Ballaststoffe und andere Pflanzenstoffe mit.
Hilft Vitamin C bei Asthma?
Eher nicht. In der Cochrane-Auswertung von neun Studien verbesserte sich die Lungenfunktion nicht.16 Nur bei Atemwegen, die sich beim Sport verengen, gibt es erste Hinweise aus drei sehr kleinen Studien.17
Was zeigen Vorher-nachher-Bilder bei Vitamin C für die Haut?
Wenig, solange eine Vergleichsgruppe fehlt. In kontrollierten Studien besserte eine Vitamin-C-Creme Falten und Lichtschäden in kleinen Gruppen etwas stärker als dieselbe Creme ohne Wirkstoff, der Nutzen gilt aber als unklar.3940 Für Tabletten gibt es dazu keine Studien mit Vitamin C allein.43
Mehr zu Vitamin C






So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 143 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Levine et al. 1996, Proc Natl Acad Sci U S A | 7 gesunde Männer, monatelang in der Klinik, Vitamin C in steigenden Mengen | Blut ab 200 mg nahezu gesättigt; ab 500 mg pro Portion sinkt die Aufnahme, Rest im Urin | Aufnahmestudie |
| 2 | Padayatty et al. 2004, Ann Intern Med | 17 gesunde Freiwillige, Messung nach Tabletten und Infusionen | Infusion erreicht ein Vielfaches der Blutspiegel einer Tablette | Aufnahmestudie |
| 3 | Hirschmann & Raugi 1999, J Am Acad Dermatol | Übersicht über Skorbut bei Erwachsenen | erstes Zeichen Müdigkeit nach vielen Wochen; Hautblutungen, Zahnfleisch, Gelenkschmerzen; rasche Besserung mit Vitamin C | Übersichtsarbeit |
| 4 | DGE 2015, Deutsche Gesellschaft für Ernährung | Referenzwerte für die Vitamin-C-Zufuhr | Männer 110, Frauen 95 mg täglich; Rauchende 155 bzw. 135 mg; Schwangere 105, Stillende 125 mg | Referenzwerte |
| 5 | BfR 2021, Bundesinstitut für Risikobewertung | Höchstmengenvorschlag für Vitamin C in Nahrungsergänzungsmitteln | 250 mg pro Tagesdosis; übliche Zufuhr in Deutschland im Median gut 120 mg | Behördengutachten |
| 6 | Hemilä & Chalker 2013, Cochrane Database Syst Rev | Placebo-Studien zu Vitamin C und Erkältung, Dauereinnahme und Beginn bei Beschwerden | Allgemeinbevölkerung kaum seltener erkältet, bei extremer Belastung etwa halb so oft; Dauer bei Dauereinnahme etwas kürzer; Beginn bei Beschwerden ohne einheitlichen Effekt | Cochrane-Review |
| 7 | Abioye et al. 2021, BMJ Glob Health | 24 Placebo-Studien mit fast 11.000 Erwachsenen zu akuten Atemwegsinfekten | Infekte um 4 % seltener, Dauer um 9 % kürzer | Meta-Analyse |
| 8 | Peters et al. 1993, Am J Clin Nutr | Ultramarathonläufer, 600 mg täglich oder Placebo vor einem Rennen | Infektzeichen nach dem Rennen bei 33 gegenüber 68 % | RCT |
| 9 | Constantini et al. 2011, Eur J Pediatr | 39 jugendliche Leistungsschwimmer, 1 g täglich über drei Wintermonate | Infekte nicht seltener | RCT |
| 10 | Anderson et al. 1974, Can Med Assoc J | 2.349 kanadische Erwachsene, ein Winter lang verschiedene Vitamin-C-Mengen oder Placebo | Häufigkeit und Dauer der Winterinfekte ohne gesicherten Unterschied | RCT |
| 11 | Hemilä & Chalker 2023, BMC Public Health | 10 doppelblinde Placebo-Studien, mindestens 1 g täglich | Erkältungen im Mittel 15 % milder, vor allem bei schweren Beschwerden | Meta-Analyse |
| 12 | Hemilä & Louhiala 2013, Cochrane Database Syst Rev | ältere kontrollierte Studien mit Rekruten, Internatsschülern und Klinikpatienten | deutlich weniger Lungenentzündungen, nur eine Studie sauber verblindet | Cochrane-Review |
| 13 | Padhani et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 7 Studien zu Vitamin C bei Lungenentzündung, Vorbeugung und Behandlung | Wirkung bei Vorbeugung und Behandlung sehr unsicher | Cochrane-Review |
| 14 | Rawat et al. 2021, Diabetes Metab Syndr | 6 Studien mit 572 COVID-19-Patienten, Infusionen und Tabletten | Sterblichkeit nicht gesichert geringer, auch nicht mit Tabletten | Meta-Analyse |
| 15 | Thomas et al. 2021, JAMA Netw Open | 214 ambulante Erwachsene mit COVID-19, 8 g täglich oder übliche Versorgung, ohne Placebo | Beschwerden nicht schneller abgeklungen, Studie vorzeitig beendet | RCT (ohne Placebo) |
| 16 | Kaur et al. 2009, Cochrane Database Syst Rev | 9 Placebo-Studien mit 330 Menschen mit Asthma | Lungenfunktion ohne Unterschied | Cochrane-Review |
| 17 | Hemilä 2013, BMJ Open | 3 kleine Placebo-Studien mit 40 Menschen, deren Atemwege sich beim Sport verengen | Verengung nach Belastung etwa halbiert | Meta-Analyse |
| 18 | McEvoy et al. 2023, JAMA Pediatr | 251 rauchende Schwangere, 500 mg täglich oder Placebo, Kinder mit fünf Jahren untersucht | bessere Lungenfunktion, pfeifende Atmung 28 gegenüber 47 % | RCT |
| 19 | Caicedo Ochoa et al. 2018, Med Clin (Barc) | Studien zu Vitamin C zusätzlich zur Helicobacter-Therapie | Keim mit Vitamin C allein nicht häufiger beseitigt | Meta-Analyse |
| 20 | Juraschek et al. 2012, Am J Clin Nutr | 29 Studien, meist 500 mg täglich über acht Wochen | oberer Wert knapp 4 mmHg, unterer gut 1 mmHg niedriger | Meta-Analyse |
| 21 | Lbban et al. 2023, Int J Food Sci Nutr | 20 Studien mit 890 Erwachsenen, Vitamin C allein, meist rund 750 mg über sechs Wochen | oberer Blutdruckwert um 3 mmHg niedriger, bei Diabetes um knapp 5 | Meta-Analyse |
| 22 | Guan et al. 2020, Medicine (Baltimore) | 8 Studien mit 614 Menschen mit Bluthochdruck | oberer Wert um 4, unterer um 2 mmHg niedriger | Meta-Analyse |
| 23 | Mason et al. 2021, Diabetes Care | 28 Studien mit 1.574 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes | oberer Blutdruckwert um gut 6 mmHg niedriger; Nüchternzucker und Blutfette nicht bedeutsam verändert | Meta-Analyse |
| 24 | Kosari et al. 2026, Food Funct | Übersicht über 6 Meta-Analysen mit Neuberechnung | oberer Wert sinkt, unterer insgesamt nicht; Vertrauenswürdigkeit niedrig | Umbrella-Review |
| 25 | Liu et al. 2021, Complement Ther Med | 16 Studien mit gut 1.000 Erwachsenen | Harnsäure im Blut gesunken | Meta-Analyse |
| 26 | Juraschek et al. 2011, Arthritis Care Res (Hoboken) | 13 Studien mit 556 Erwachsenen, meist 500 mg über einen Monat | Harnsäure um gut 0,3 mg/dl niedriger | Meta-Analyse |
| 27 | Stamp et al. 2013, Arthritis Rheum | 40 Menschen mit Gicht, 500 mg Vitamin C oder Allopurinol, acht Wochen | Senkung mit Vitamin C klein und ohne praktische Bedeutung | RCT (ohne Placebo) |
| 28 | Juraschek et al. 2022, Am J Clin Nutr | 14.641 US-Ärzte, 500 mg täglich oder Placebo bis zu zehn Jahre, nachträgliche Auswertung | Gicht etwas seltener festgestellt | RCT |
| 29 | Nosratabadi et al. 2023, Diabetes Metab Syndr | 22 Studien mit 1.447 Menschen mit Typ-2-Diabetes | Nüchternzucker und Insulin gesunken, stärker ab 1.000 mg und zwölf Wochen | Meta-Analyse |
| 30 | Ashor et al. 2017, Eur J Clin Nutr | 22 Studien mit Erwachsenen mit und ohne Diabetes | Nüchternzucker nur bei Typ-2-Diabetes gesunken | Meta-Analyse |
| 31 | McRae 2008, J Chiropr Med | 13 Studien mit Menschen mit erhöhtem Cholesterin, mindestens 500 mg täglich | LDL-Cholesterin um knapp 8 mg/dl niedriger | Meta-Analyse |
| 32 | Namkhah et al. 2021, Pharmacol Res | 15 Studien mit 872 Menschen mit Typ-2-Diabetes | LDL-Cholesterin unverändert | Meta-Analyse |
| 33 | Song et al. 2009, Am J Clin Nutr | 6.574 Frauen ohne Diabetes mit hohem Herzrisiko, 500 mg täglich oder Placebo, rund neun Jahre | neue Diabetesfälle nicht gesichert seltener | RCT |
| 34 | Sesso et al. 2008 (Physicians' Health Study II), JAMA | 14.641 US-Ärzte ab 50, 500 mg täglich oder Placebo, acht Jahre; mit Zuschuss eines Vitaminherstellers | Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle gleich häufig | RCT |
| 35 | Al-Khudairy et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev | 8 Studien mit Vitamin C allein zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen | Ereignisdaten fast nur aus einer großen Männerstudie, kein Schutz erkennbar | Cochrane-Review |
| 36 | Bjelakovic et al. 2012, Cochrane Database Syst Rev | 29 Studien mit Vitamin C allein oder mit anderen Antioxidantien | Sterblichkeit unverändert | Cochrane-Review |
| 37 | Hemilä & Suonsyrjä 2017, BMC Cardiovasc Disord | 15 Studien mit gut 2.000 Patienten, meist nach Herzoperation | Vorhofflimmern außerhalb der USA seltener, in US-Studien nicht | Meta-Analyse |
| 38 | Sadat et al. 2013, J Am Coll Cardiol | 9 Studien mit 1.536 Patienten bei Herzkatheter, Tabletten oder Infusion | Nierenschäden durch Kontrastmittel etwa ein Drittel seltener, Vergleichsgruppen gemischt | Meta-Analyse |
| 39 | Correia & Magina 2023, J Cosmet Dermatol | 7 kontrollierte Studien mit 139 Personen, Vitamin C auf der Haut | glattere Haut und aufgehellte Flecken; Studien klein | Systematische Übersicht |
| 40 | Humbert et al. 2003, Exp Dermatol | Frauen mit lichtgealterter Haut, 5-%-Creme gegen Grundlage, sechs Monate | Hautbild auf der Vitamin-C-Seite besser | RCT |
| 41 | Espinal-Perez et al. 2004, Int J Dermatol | 16 Frauen mit Pigmentflecken, Vitamin C auf einer, Hydrochinon auf der anderen Gesichtshälfte | Hydrochinon nach Einschätzung besser, Vitamin C viel besser verträglich | RCT |
| 42 | Sanabria et al. 2023, J Drugs Dermatol | 7 neuere Studien zu Vitamin C auf der Haut | fast nur Mischprodukte, Wirkung von Vitamin C allein nicht abgrenzbar | Systematische Übersicht |
| 43 | Žmitek et al. 2024, Nutrients | 87 Frauen von 40 bis 65, Kollagen plus 80 mg Vitamin C oder Placebo, 16 Wochen | Hautdichte und Falten besser; Anteil des Vitamin C nicht ablesbar | RCT (Kombination) |
| 44 | ter Riet et al. 1995, J Clin Epidemiol | 88 Menschen mit Druckgeschwüren, 2 × 500 mg oder 2 × 10 mg täglich | Wunden nicht schneller verheilt | RCT |
| 45 | Hallberg et al. 1989, Am J Clin Nutr | Aufnahmestudien mit markiertem Eisen in Brötchen mit und ohne Phytat | Phytat bremst die Aufnahme stark, Ascorbinsäure wirkt dem entgegen | Aufnahmestudie |
| 46 | Nyakundi et al. 2026, Am J Clin Nutr | 15 Studien mit 1.381 Frauen und Kindern, Vitamin-C-reiche Früchte oder Säfte zu den Mahlzeiten | Hämoglobin und Ferritin etwas höher, Eisenaufnahme nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 47 | Li et al. 2020, JAMA Netw Open | 440 Erwachsene mit Eisenmangelanämie, Eisentabletten mit oder ohne 200 mg Vitamin C, drei Monate | Hämoglobin und Eisenspeicher gleich gut gestiegen | RCT |
| 48 | Cai et al. 2026, Front Nutr | 14 Studien mit 1.958 Sepsis-Patienten, Vitamin-C-Infusion allein | Sterblichkeit nach 28 Tagen um rund 30 % niedriger, nur in Einzelzentrums-Studien | Meta-Analyse |
| 49 | Lamontagne et al. 2022 (LOVIT), N Engl J Med | 872 Erwachsene mit Sepsis und kreislaufstützenden Mitteln, Infusion oder Placebo über vier Tage | Tod oder anhaltendes Organversagen nach 28 Tagen 44,5 gegenüber 38,5 % (191 von 429 gegenüber 167 von 434) | RCT |
| 50 | LOVIT-COVID und REMAP-CAP Investigators 2023, JAMA | 2.590 Klinikpatienten mit COVID-19, Infusion oder Kontrolle | kein Nutzen, hohe Wahrscheinlichkeit für Schaden, vorzeitig beendet | RCT |
| 51 | Stoppe et al. 2026 (VICTORY), JAMA | 238 Erwachsene mit schweren Verbrennungen in 24 Kliniken, Infusion oder Placebo | nach 28 Tagen 15 gegenüber 8 % verstorben, vorzeitig beendet | RCT |
| 52 | Wang et al. 2022 (VITALITY), Clin Cancer Res | 442 Patienten mit gestreutem Darmkrebs, Chemotherapie mit oder ohne hoch dosierte Infusion | Überleben nicht länger; nur Teilnehmende mit normalem G6PD-Wert | RCT |
| 53 | Suh et al. 2012, Nutr J | 141 Büroangestellte, eine Infusion mit 10 g oder Kochsalz | Müdigkeit einen Tag lang geringer, nur bei niedrigem Ausgangsspiegel | RCT |
| 54 | Yosaee et al. 2021, Gen Hosp Psychiatry | 10 Studien mit 836 Erwachsenen | Stimmung insgesamt nicht besser | Meta-Analyse |
| 55 | Righi et al. 2020, Eur J Nutr | 18 Placebo-Studien mit 313 gesunden, meist jungen Menschen nach einer Belastung | Muskelkater und Kraftverlust unverändert | Meta-Analyse |
| 56 | Christen et al. 2010, Arch Ophthalmol | 11.545 US-Ärzte ab 50, 500 mg täglich oder Placebo, acht Jahre | Grauer Star gleich häufig | RCT |
| 57 | Wang et al. 2014, Am J Clin Nutr | 14.641 US-Ärzte ab 50, 500 mg täglich oder Placebo, im Mittel zehn Jahre beobachtet | Krebs insgesamt gleich häufig | RCT |
| 58 | Lin et al. 2009, J Natl Cancer Inst | 7.627 Frauen ohne Krebs, 500 mg täglich oder Placebo, gut neun Jahre | Krebs und Krebstod nicht seltener | RCT |
| 59 | Rumbold et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 29 Studien mit 24.300 Schwangeren, Vitamin C allein oder mit Vitamin E | Präeklampsie und Frühgeburt nicht seltener; Bauchschmerzen in einer Studie häufiger | Cochrane-Review |
| 60 | Seth et al. 2022, J Foot Ankle Surg | 8 Placebo-Studien nach Bruch oder Operation an Hand und Fuß | chronisches Schmerzsyndrom seltener | Meta-Analyse |
| 61 | Ranjbar Moghaddam et al. 2024, Int J Orthop Trauma Nurs | 8 Studien mit orthopädischen Patienten | kein gesicherter Unterschied | Meta-Analyse |
| 62 | Sim et al. 2022, Eur J Nutr | 46 gesunde 20- bis 39-Jährige mit niedrigem Vitamin-C-Spiegel, 1 g täglich oder Placebo, vier Wochen | Aufmerksamkeit besser, Müdigkeit nicht gesichert geringer | RCT |
| 63 | Loganathan et al. 2023, Clin Nutr ESPEN | 7 Studien mit 905 Menschen mit Eisenmangelanämie, Eisen mit oder ohne Vitamin C | Hämoglobin nicht gesichert stärker gestiegen | Meta-Analyse |
| 64 | Carr 2025, Basic Clin Pharmacol Toxicol | 10 Studien zu liposomalem gegenüber herkömmlichem Vitamin C | Blutspiegel meist höher, Wirkung auf die Gesundheit nicht geprüft | Übersichtsarbeit |
| 65 | Institute of Medicine 2000, National Academies Press | Bewertung der US-Akademie zu Vitamin C | Höchstmenge 2 g täglich wegen Durchfall | Behördengutachten |
| 66 | EFSA 2004, EFSA J | Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde zur Höchstmenge | keine Höchstmenge festgelegt; zusätzlich etwa 1 g täglich unbedenklich, darüber Magen-Darm-Beschwerden möglich | Behördengutachten |
| 67 | Farkouh et al. 2026, J Endourol | 9 Studien mit 24-Stunden-Urin bei Gesunden und Steinbildnern | Oxalat im Urin mit Vitamin C gestiegen | Meta-Analyse |
| 68 | Ferraro et al. 2016, Am J Kidney Dis | drei US-Kohorten mit über 197.000 Menschen | Männer mit mindestens 1 g aus Präparaten etwas häufiger mit Nierensteinen, Frauen nicht | Beobachtungsstudie |
| 69 | Fijen et al. 2019, BMJ Case Rep | Fallbericht: älterer Mann mit Schwäche der Bauchspeicheldrüse und hoch dosierten Präparaten | dialysepflichtiger Oxalat-Nierenschaden | Fallbericht |
| 70 | McLaran et al. 1982, Aust N Z J Med | Fallbericht: junger Mann, ein Jahr lang große Mengen Vitamin C | tödliche Herzmuskelschwäche bei unerkannter Hämochromatose | Fallbericht |
| 71 | Juneja et al. 2022, Indian J Crit Care Med | 14 Fallberichte zu Hämolyse unter Vitamin C | meist G6PD-Mangel, oft vorher unbekannt; ein Todesfall | Übersicht von Fallberichten |
| 72 | Conde-Agudelo et al. 2011, Am J Obstet Gynecol | Placebo-Studien mit Vitamin C plus E in der Schwangerschaft | Blasensprung am Termin um etwa drei Viertel häufiger | Meta-Analyse |
| 73 | Pereira et al. 2025, Rev Bras Ginecol Obstet | 17 Placebo-Studien mit 21.567 Schwangeren, Vitamin C allein oder mit E | vorzeitiger Blasensprung nicht häufiger | Meta-Analyse |
| 74 | Sartor et al. 2015, J Burn Care Res | 7 Verbrennungspatienten unter Infusion, Messgerät gegen Labor | Messgerät um 10 bis 200 mg/dl zu hoch | Beobachtungsstudie |
| 75 | Jaffe et al. 1975, Ann Intern Med | Fallbericht mit Laborversuch: Patientin mit unklarer Blutarmut | chemischer Stuhlbluttest unter Vitamin C mehrfach negativ, danach positiv | Fallbericht |
| 76 | Clifford et al. 2020, Crit Rev Food Sci Nutr | 18 Studien mit Ausdauer- oder Krafttraining, Vitamin C und/oder E | Trainingserfolg nicht abgeschwächt | Meta-Analyse |
| 77 | Carr & Vissers 2013, Nutrients | Übersicht über Vergleiche von synthetischem und natürlichem Vitamin C | beim Menschen keine Unterschiede im Spiegel | Übersichtsarbeit |
| 78 | Gruenwald et al. 2006, Adv Ther | 50 säureempfindliche Gesunde, je drei Tage 1 g gepuffertes Calciumascorbat oder Ascorbinsäure | Magenbeschwerden seltener mit der gepufferten Form | Crossover-Studie |
| 79 | Keya et al. 2022, Curr Rev Clin Exp Pharmacol | 10 placebokontrollierte Studien zu Atemwegsinfekten | Erkrankungsrisiko RR 0,94 (95 % KI 0,87 bis 1,01), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 80 | Moreira et al. 2007, Eur J Clin Nutr | Sportler; 3 Studien zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten nach Belastung, darunter 2 mit Vitamin C | Infekte der oberen Atemwege mit Vitamin C RR 0,49 (95 % KI 0,34 bis 0,71) gegenüber Placebo | Meta-Analyse |
| 81 | Ran et al. 2020, Biomed Res Int | 10 chinesische RCTs, Vitamin C zusätzlich zu Virusmitteln gegen Virusmittel allein, ohne Placebo | Gesamtwirksamkeit RR 1,27 (95 % KI 1,08 bis 1,48); schnellere Besserung; ohne Placebo, Kombination mit Arzneimitteln | Meta-Analyse (ohne Placebo, zählt nicht) |
| 82 | Sharma et al. 2024, Sci Rep | 6 RCTs, Erwachsene mit ambulant erworbener Lungenentzündung einschließlich COVID-19; Tabletten und Infusionen gemischt | Sterblichkeit RR 0,51 (95 % KI 0,24 bis 1,09), nicht signifikant; Krankenhausdauer uneinheitlich | Meta-Analyse (gemischte Darreichung) |
| 83 | Zhou et al. 2025, BMC Infect Dis | 13 Studien, 12.062 Patienten mit COVID-19, überwiegend im Krankenhaus, Darreichung gemischt | Kurzzeitsterblichkeit RR 0,92 (95 % KI 0,72 bis 1,17), Krankenhaussterblichkeit RR 1,05 (0,95 bis 1,16), nicht signifikant | Meta-Analyse (gemischte Darreichung) |
| 84 | Milan et al. 2013, Cochrane Database Syst Rev | 11 RCTs, 419 Personen, überwiegend Erwachsene mit Asthma (aktualisierte Fassung) | Lebensqualität kein Unterschied (1 Studie, 201 Erwachsene, niedrige Vertrauenswürdigkeit); Lungenfunktion und Beschwerden kein signifikanter Unterschied | Cochrane-Übersicht (Aktualisierung) |
| 85 | Fogarty et al. 2003, Clin Exp Allergy | 300 Erwachsene mit Asthma, drei Gruppen: Vitamin C, Magnesium oder Placebo | Lungenfunktion ohne Unterschied zu Placebo | RCT (größte Einzelstudie) |
| 86 | McEvoy et al. 2014, JAMA | 179 schwangere Raucherinnen, 500 mg/Tag gegen Placebo, 159 Neugeborene untersucht | bessere Lungenfunktion beim Neugeborenen; pfeifende Atmung bis 1 Jahr 21 % vs. 40 %, RR 0,56 (95 % KI 0,33 bis 0,95); Lungenfunktion mit 1 Jahr ohne Unterschied | RCT |
| 87 | McEvoy et al. 2019, Am J Respir Crit Care Med | 251 schwangere Raucherinnen, 500 mg/Tag gegen Placebo, Säuglinge mit 3 Monaten | Hauptzielwert FEF75 nicht signifikant (p = 0,10); FEF50 und FEF25–75 signifikant höher | RCT (Hauptzielwert verfehlt) |
| 88 | Murphy et al. 2025, J Hum Nutr Diet | 12 Beobachtungsstudien und 6 RCTs zu Vitamin A, C und E in der Schwangerschaft und Atemwegsgesundheit der Kinder | 2 RCTs mit 500 mg Vitamin C bei Raucherinnen: weniger pfeifende Atmung mit 12 Monaten und 5 Jahren; Zufuhr über die Nahrung ohne Zusammenhang | Systematische Übersicht |
| 89 | Ochoa-Brust et al. 2007, Acta Obstet Gynecol Scand | Schwangere, Eisen + Folsäure + 100 mg Vitamin C gegen Eisen + Folsäure, 3 Monate, monatliche Urinkultur, einfach verblindet | Harnwegsinfekte 12,7 % vs. 29,1 % (p = 0,03), OR 0,35 (95 % KI 0,13 bis 0,91) | RCT (ohne Placebo) |
| 90 | Li et al. 2011, Br J Nutr | 6 RCTs, davon 3 mit Vitamin C allein zusätzlich zur Eradikationstherapie, überwiegend niedrige Qualität | Eradikationsrate mit Vitamin C allein RR 0,83 (p = 0,32), nicht signifikant | Meta-Analyse (Teilgruppe Vitamin C allein) |
| 91 | Cai et al. 2022, Front Nutr | Meta-Analyse zu Vitaminen bei Helicobacter-Therapie; Vitamin C allein und mit Vitamin E zusammen ausgewertet (10 Schätzwerte) | Eradikation (ITT) RR 1,25 für Vitamin C bzw. C plus E zusätzlich zur Therapie | Meta-Analyse (Vitamin C und C plus E zusammen) |
| 92 | Aragón-Vela et al. 2026, Nutr Rev | 52 RCTs, 1.425 Personen mit Typ-2-Diabetes, Vitamin C, Vitamin E oder beide | Wirkung auf Blutzucker-Werte bei Vitamin C, E und C+E vergleichbar; Zahlen für Vitamin C allein im Abstract nicht genannt | Meta-Analyse (gemischt C/E) |
| 93 | Lampousi et al. 2024, Adv Nutr | 25 Beobachtungsstudien und 15 RCTs zu Vitamin C, E und Beta-Carotin und Typ-2-Diabetes | Nahrungszufuhr von etwa 70 mg/Tag mit geringerem Risiko verbunden (RR 0,76, Beobachtung); Daten zu Vitamin-C-Tabletten in RCTs begrenzt | Meta-Analyse (überwiegend Beobachtung) |
| 94 | Ashor et al. 2016, Clin Nutr | RCTs mit Erwachsenen, Vitamin C mindestens 2 Wochen | insgesamt keine signifikante Änderung; LDL −0,32 mmol/l (95 % KI −0,57 bis −0,07) bei Gesunden; stärkere Senkung bei höheren Ausgangswerten | Meta-Analyse (Gegenbefund insgesamt) |
| 95 | de Oliveira et al. 2025, Nutr Res | 12 Studien (8 RCTs, 4 nicht randomisiert), 549 Erwachsene an der Dialyse; Blutfette in 6 Studien | LDL −24,81 mg/dl (95 % KI −44,28 bis −5,33), I² = 79 % | Meta-Analyse (Dialyse, andere Personengruppe) |
| 96 | Enderle et al. 2026, Eur J Nutr | 40 Erwachsene mit erhöhter Harnsäure, Getränk mit 600 mg Vitamin C täglich gegen Placebo-Getränk, doppelblindes Crossover, 2 Wochen | Harnsäure unter Vitamin C gesunken, Ausscheidung im Urin unverändert | RCT (Placebo-Crossover) |
| 97 | Fitzpatrick & Rostan 2002, Dermatol Surg | 10 Personen, 10 % Ascorbinsäure plus 7 % Ascorbylderivat gegen Grundlage, Halbseitenvergleich, 12 Wochen | Lichtalterung an Wangen (p = 0,006) und um den Mund (p = 0,01) besser; mehr Kollagen-mRNA in Biopsien | RCT |
| 98 | Humbert et al. 2018, J Eur Acad Dermatol Venereol | 18 Personen über 60 Jahre mit Bateman-Purpura, 5 % Vitamin C zweimal täglich gegen Placebo, Halbseitenvergleich, doppelblind, 12 Wochen | Blutungsflächen verringert, Dicke der Lederhaut erhöht, Elastizität verbessert | RCT |
| 99 | Langer et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 33 RCTs, 7.920 Personen, Ernährungsmaßnahmen bei Druckgeschwüren; Vitamin C eine davon | Wirkung von Vitamin C auf die Heilung sehr unsicher | Cochrane-Übersicht |
| 100 | Ashor et al. 2014, Atherosclerosis | 44 RCTs, Erwachsene, Vitamin C allein, oral, intravenös oder in die Arterie; keine eigene Zahl für Tabletten | SMD 0,50 (0,34 bis 0,66; p < 0,001); laut Autoren kein Unterschied nach Verabreichungsweg | Meta-Analyse (Tabletten und Infusion gemischt) |
| 101 | Gokce et al. 1999, Circulation | 46 Patienten mit koronarer Herzkrankheit, 500 mg/Tag oder Placebo über 30 Tage | flussvermittelte Gefäßerweiterung 6,6 % → 9,0 %, unter Placebo unverändert | RCT (positiv) |
| 102 | Duffy et al. 2001, Am J Physiol Heart Circ Physiol | 39 Patienten mit Bluthochdruck, einmalig 2 g und danach täglich oder Placebo | keine Wirkung auf die flussvermittelte Gefäßerweiterung | RCT (Gegenbefund) |
| 103 | Darko et al. 2002, Clin Sci (Lond) | 35 Menschen mit Typ-2-Diabetes, 1,5 g/Tag oder Placebo, 3 Wochen | Endothelfunktion, Blutdruck und oxidativer Stress unverändert | RCT (Gegenbefund) |
| 104 | Raitakari et al. 2000, J Am Coll Cardiol | 20 Raucher, 2 g einmalig und danach 1 g/Tag oder Placebo über 8 Wochen | kurzfristige Verbesserung nach der ersten Dosis, keine anhaltende Wirkung | RCT (Gegenbefund) |
| 105 | Cook et al. 2007 (WACS), Arch Intern Med | 8.171 Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung oder mehreren Risikofaktoren, 500 mg Vitamin C/Tag im faktoriellen Design mit Vitamin E und Beta-Carotin | Herz-Kreislauf-Ereignisse einschließlich Gefäßeingriffen RR 1,02 (0,92 bis 1,13) | RCT (Frauen, Gegenbefund) |
| 106 | Xu et al. 2023, Nutrients | 44 RCTs, 26.540 Personen, Tabletten und Infusionen gemischt, darunter Sepsis-, COVID- und Operationspatienten | Gesamtsterblichkeit RR 0,87 (0,78 bis 0,97), durch sequentielle Analyse nicht bestätigt | Meta-Analyse (gemischte Darreichung, Schwerkranke) |
| 107 | Hu et al. 2017, Int J Surg | 8 RCTs, 1.060 Herz-OP-Patienten, gegen Placebo | Vorhofflimmern OR 0,47 (0,36 bis 0,62), Evidenz moderat; kein Effekt auf Liegedauer | Meta-Analyse |
| 108 | Baker & Coleman 2016, Am J Health Syst Pharm | 11 Studien, Bypass-Patienten, Infusion und Tabletten, Placebo oder keine Behandlung | OR 0,44 (0,32 bis 0,61); deutliche Heterogenität | Meta-Analyse (gemischte Kontrollen) |
| 109 | Xu et al. 2018, Am J Cardiovasc Drugs | 19 Studien zu Vitamin C und E, Darreichung je Studie nicht ausgewiesen | Vitamin C plus Kochsalz RR 0,63 (0,49 bis 0,82); gegen N-Acetylcystein RR 0,90 (0,47 bis 1,71) | Meta-Analyse |
| 110 | Spargias et al. 2004, Circulation | 231 Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bei Herzkatheter, 3 g vor und 2 × 2 g nach der Untersuchung als Tablette oder Placebo | Kontrastmittel-Nephropathie 9 % vs. 20 %, OR 0,38 | RCT (Tabletten, positiv) |
| 111 | Boscheri et al. 2007, Clin Nephrol | 143 Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, 1 g Vitamin C oder Placebo | kein Unterschied in der Häufigkeit der Kontrastmittel-Nephropathie | RCT (Gegenbefund) |
| 112 | Dvoršak et al. 2013, Ther Apher Dial | 81 Patienten mit chronischer Nierenerkrankung bei Koronarangiografie, Vitamin C oder Placebo | kein Unterschied in der Häufigkeit der Kontrastmittel-Nephropathie | RCT (Gegenbefund) |
| 113 | Mathew et al. 2012, Cochrane Database Syst Rev | 9 RCTs, 117.272 Personen, Beta-Carotin, Vitamin C und/oder E | kein Effekt auf Katarakt, Katarakt-OP oder Fortschreiten | Cochrane-Review (Sammel-Arbeit) |
| 114 | Evaniew et al. 2015, J Orthop Trauma | 3 RCTs, 890 Patienten mit Speichenbruch | RR 0,45 (0,18 bis 1,13), I² = 70 %, GRADE niedrig | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 115 | Johnston et al. 2014, Nutrients | 28 junge Männer mit Plasmaspiegel < 45 µmol/L, 1 g/Tag oder Placebo, 8 Wochen | Aktivitäts-Score +39,6 % (−4,5 bis 83,7; p = 0,10), nicht signifikant | RCT (klein) |
| 116 | Liang et al. 2023, Crit Care | 18 RCTs, 3.364 Patienten, Vitamin C allein oder mit Thiamin/Hydrocortison; Teilgruppe Vitamin C allein 7 Studien, 1.378 Patienten | Kurzzeitsterblichkeit gesamt OR 0,89 (0,77 bis 1,04), Vitamin C allein OR 0,82 (0,66 bis 1,03); mehr Nebenwirkungen OR 1,98 (1,06 bis 3,68) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 117 | Zeng et al. 2023, Medicine (Baltimore) | 8 RCTs, 1.394 Patienten, Vitamin-C-Infusion allein | geringere Sterblichkeit bei Sepsis, nicht bei septischem Schock | Meta-Analyse |
| 118 | Fowler et al. 2019 (CITRIS-ALI), JAMA | 167 Patienten mit Sepsis und ARDS, 50 mg/kg alle 6 h über 96 h oder Placebo | SOFA-Änderung Differenz −0,10 (−1,23 bis 1,03; p = 0,86); CRP und Thrombomodulin unverändert | RCT (Gegenbefund) |
| 119 | Lee et al. 2023, Ann Intensive Care | 16 RCTs, 2.130 kritisch kranke Erwachsene, Vitamin-C-Infusion allein, inkl. LOVIT | RR 0,73 (0,60 bis 0,89; p = 0,002), I² = 42 %, GRADE niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 120 | Ao et al. 2022, Nutr Clin Pract | 7 Studien, COVID-19, Infusion gegen Placebo oder Standardbehandlung | Schweregrad OR 0,70 (0,45 bis 1,07); Sterblichkeit OR 0,64 (0,41 bis 1,00), Grenzfall | Meta-Analyse |
| 121 | Tanaka et al. 2000, Arch Surg | 37 Patienten mit > 30 % Verbrennungen, 66 mg/kg/h über 24 h oder keine Infusion | weniger Infusionsvolumen und Ödem, kürzere Beatmung; Kontrolle ohne Placebo | RCT (ohne Placebo) |
| 122 | Qu et al. 2025, Int J Vitam Nutr Res | 8 Studien (RCTs und Kohorten), 2.722 Erwachsene mit Krebs, 2,5 g/Tag bis 1,5 g/kg/Tag | Überlebensverhältnis 1,83 (1,40 bis 2,40); progressionsfrei 1,80 (0,95 bis 3,41); in RCTs geringer | Meta-Analyse (mit Beobachtungsstudien) |
| 123 | Bodeker et al. 2024, Redox Biol | 36 Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs, 75 g 3×/Woche plus Chemotherapie gegen Chemotherapie | Gesamtüberleben 16 vs. 8,3 Monate, HR 0,46 (90 % KI 0,23 bis 0,92) | RCT (klein, ohne Placebo) |
| 124 | Paller et al. 2024, Cancer Res Commun | 47 Männer mit metastasiertem Prostatakrebs, 1 g/kg plus Docetaxel gegen Placebo plus Docetaxel | PSA-Ansprechen 41 vs. 33 % (p = 0,44); Gesamtüberleben HR 1,98 (0,85 bis 4,58); abgebrochen | RCT (placebokontrolliert, Gegenbefund) |
| 125 | Fritz et al. 2014, Integr Cancer Ther | 37 Studien: 2 RCTs, 15 unkontrollierte Studien, 6 Beobachtungsstudien, 14 Fallberichte | mögliche Verbesserung von Lebensqualität und Chemotherapie-Nebenwirkungen; Evidenz vorläufig, nicht schlüssig | Systematischer Review (überwiegend unkontrolliert) |
| 126 | Creagan et al. 1979, N Engl J Med | 150 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs (123 auswertbar), 10 g/Tag oder Placebo | keine Unterschiede bei Symptomen, Leistungsstatus, Appetit, Gewicht, Überleben (Median etwa 7 Wochen) | RCT (placebokontrolliert) |
| 127 | Moertel et al. 1985, N Engl J Med | 100 Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs ohne Chemotherapie, 10 g/Tag oder Placebo | kein Vorteil bei Progression und Überleben; kein objektives Ansprechen | RCT (placebokontrolliert) |
| 128 | Vollbracht & Kraft 2021, Nutrients | Systematischer Review, 9 Studien, 720 Teilnehmende, 4 kontrolliert | 3 von 4 kontrollierten Studien mit signifikant weniger Müdigkeit | Systematischer Review (ohne Meta-Analyse, Herstellerbezug) |
| 129 | Hung et al. 2020, Nutrients | 7 RCTs gegen Placebo/Kontrolle, davon die Mehrzahl mit Infusion | Morphin −6,74 mg in 24 h; signifikant nur intravenös, nicht oral | Meta-Analyse (Teilgruppe Infusion, maßgeblich) |
| 130 | Suter et al. 2022, Br J Anaesth | 37 RCTs, 2.747 Patienten, Operationen außerhalb des Herzens, Infusion oder Tabletten | kleine Senkung von Schmerz und kumulativem Morphin bis 48 h; Liegedauer und Sterblichkeit unverändert | Meta-Analyse (meiste Studien, gemischte Darreichung) |
| 131 | Han et al. 2024, J Orthop Surg Res | 100 Patienten mit Hüftprothese, einmalige Infusion oder Placebo | weniger Morphinverbrauch, Einsparung unter der klinisch bedeutsamen Mindestdifferenz von 10 mg | RCT |
| 132 | Jeon et al. 2016, Pain Res Manag | 97 Patienten mit laparoskopischer Darmoperation, hoch dosierte Infusion oder Placebo | weniger Morphin nur in den ersten 2 Stunden, danach kein Unterschied | RCT (Gegenbefund) |
| 133 | Chen et al. 2009, Clin J Pain | 41 Patienten mit Post-Zoster-Neuralgie, Infusion an Tag 1, 3, 5 oder Kochsalz | Spontanschmerz −3,1 vs. −0,85 (p < 0,001); Berührungsschmerz kein Effekt | RCT (klein) |
| 134 | Traxer et al. 2003, J Urol | 12 Gesunde, 12 Kalziumoxalat-Steinbildner, 2 × 1 g/Tag oder Placebo, je 6 Tage, Stoffwechseldiät | Urin-Oxalat 34,7 vs. 28,5 mg (Gesunde), 41,0 vs. 30,5 mg (Steinbildner); Übersättigung erhöht | RCT (Crossover, Placebo) |
| 135 | Massey et al. 2005, J Nutr | 29 Steinbildner, 19 Gesunde, 2 × 1 g/Tag oder kein Vitamin C, je 6 Tage, Crossover | bei 40 % mehr Urin-Oxalat und höherer Steinrisiko-Index | RCT (Crossover, ohne Placebo) |
| 136 | Yanase et al. 2020, Crit Care Med | Scoping-Review, 74 Studien, 2.801 Personen mit ≥ 6 g/Tag intravenös, darunter 9 Doppelblind-RCTs (2.310 Pers.) | kein einheitlicher Hinweis auf mehr Schaden als Placebo; Einzelfälle von Oxalat-Nephropathie, Hypernatriämie, Hämolyse, Messfehlern | Scoping-Review |
| 137 | Hunt et al. 1990, Am J Clin Nutr | 11 Frauen mit entleerten Eisenspeichern, 3 × 500 mg/Tag oder Placebo zu den Mahlzeiten, 5,5 Wochen | Eisenaufnahme 38 vs. 27 %; Hämoglobin und Serumeisen besser, Ferritin und Transferrinsättigung unverändert | RCT (klein) |
| 138 | Cook & Reddy 2001, Am J Clin Nutr | 12 Personen, drei Ernährungsphasen mit 51 bis 247 mg Vitamin C/Tag | keine signifikant unterschiedliche Eisenaufnahme zwischen den Phasen | Kontrollierte Ernährungsstudie (ohne Placebo) |
| 139 | Elalfy et al. 2016, Eur J Haematol | 180 Kinder und Jugendliche mit β-Thalassämie major und Vitamin-C-Mangel unter Eisenausleitung, 100 mg/Tag oder kein Vitamin C, offen, 1 Jahr | Ferritin, Transferrinsättigung und Lebereisen gesunken, keine Nebenwirkungen | RCT (ohne Placebo, andere Richtung) |
| 140 | Smith et al. 2018, Pharmacotherapy | 5 Sepsis-Patienten, 1,5 g intravenös, 16 Messpaare | 81,3 % innerhalb ISO 15197 (gefordert 95 %); mittlere Differenz 8,9 mg/dl | Beobachtungsstudie (Messvergleich) |
| 141 | Gomez-Cabrera et al. 2008, Am J Clin Nutr | 14 Männer (27 bis 36 Jahre), 8 Wochen Training, 1 g Vitamin C/Tag bei 5 von ihnen | Ausdauerkapazität beeinträchtigt (p = 0,014); geringere Mitochondrien-Neubildung | RCT (sehr klein, Schadenssignal) |
| 142 | Paulsen et al. 2014, J Physiol | 54 junge Erwachsene, 1 g Vitamin C + 235 mg Vitamin E oder Placebo, 11 Wochen Ausdauertraining | VO2max +8 % in beiden Gruppen; Mitochondrien-Marker nur unter Placebo gestiegen | RCT (Kombination) |
| 143 | Pejcic et al. 2024, Balkan Med J | 7 Studien zur Wirksamkeit von Vitamin-C-Präparaten gegen vorzeitigen Blasensprung | Blasensprung vor oder am Termin RR 0,57 (0,39 bis 0,81), vor dem Termin RR 0,67 (0,45 bis 0,99); nicht in allen Sensitivitätsanalysen robust | Meta-Analyse (Vitamin C allein) |
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