Stoff, Wirkung oder Frage
Natrium, Kalium & Co. · 88 Studien und Übersichten ausgewertet

Elektrolyte

Gegen Durchfall, für den Sport, gegen Krämpfe und den Kater: Elektrolyte sollen vieles können. Hier steht, was davon in Studien hält, wo Wasser genauso gut ist und wann Salze schaden.

Elektrolyt-Getränk mit Pulver auf salbeigrünem Grund
Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202688 QuellenLesezeit 16 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Bei Durchfall mit Austrocknung wirkt eine Trinklösung bei Kindern so gut wie eine Infusion, die salzärmere WHO-Lösung ist wahrscheinlich die beste. Im Sport ist ein Nutzen über Wasser hinaus kaum belegt, nur zuckerhaltige Sportgetränke steigern bei Hitze wahrscheinlich etwas die Leistung; Krämpfe sind nicht untersucht. Kaliumhaltiger Salzersatz senkt den Blutdruck, das ist gut belegt. Kalium kann bei kranken Nieren gefährlich werden, zu viel Trinken im Sport führt zu Natriummangel.

An einem heißen Augusttag laufen die Getränkeautomaten am Sportplatz heiß, in der Apotheke wird nach Durchfallpulver für ein Kleinkind gefragt, und in der Drogerie stapeln sich bunte Sticks mit dem Versprechen „Hydration“. Hinter all dem steckt dasselbe Wort, Elektrolyte, und dieselbe Idee: Der Körper braucht Salze, und manchmal mehr als sonst. Das stimmt, nur längst nicht immer. Denn in kaum einem Bereich liegen ein großer medizinischer Erfolg und ein ziemlich leeres Werbeversprechen so dicht beieinander.

Die Studienlage ist dabei überraschend klar sortiert. Bei Durchfall gehören Trinklösungen zu den bestuntersuchten Behandlungen überhaupt, beim Sport wird es schnell dünn, und an einer unerwarteten Stelle, dem Salzstreuer, zeigen große Studien einen echten Nutzen. Dazu kommen Risiken, die vor allem dann auftreten, wenn Menge und Situation nicht zusammenpassen.

Was sind Elektrolyte, und was machen sie im Körper?

Elektrolyte sind Salze, die im Körperwasser gelöst und elektrisch geladen sind. Die wichtigsten heißen Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat. Gemeinsam bestimmen sie, wo im Körper wie viel Wasser bleibt, und sie tragen die elektrischen Signale, mit denen Nerven feuern, Muskeln sich zusammenziehen und das Herz im Takt schlägt.

Den Salzhaushalt regeln vor allem die Nieren, und zwar sehr genau. Wer viel Salz isst, scheidet mehr aus. Wer wenig isst, hält es zurück. Deshalb gerät das Gleichgewicht bei Gesunden selten ins Wanken. Erst wenn plötzlich viel verloren geht, etwa mit wässrigem Durchfall oder literweise Schweiß, oder wenn die Nieren nicht mehr gut arbeiten, wird es heikel.

Was Elektrolyte bewirken, hängt deshalb weniger vom Produkt ab als von der Situation. Ein Getränk mit Salzen kann ein ausgetrocknetes Kind vor dem Krankenhaus bewahren, einem gesunden Menschen am Schreibtisch aber bringt es vor allem zusätzliches Salz. Das gilt für Elektrolyte-Pulver, Tabletten und Getränke gleichermaßen. Die Form ändert wenig.

Wofür sind Elektrolyte gut? Die Wirkung im Studiencheck

Elektrolyte helfen vor allem dort, wo Salz und Wasser verloren gehen, und am klarsten bei Durchfall. Für diesen Überblick haben wir 30 Wirkungen und Risiken erfasst, die am Menschen in kontrollierten Studien geprüft wurden. Eine Besonderheit gilt für die Trinklösungen: Weil man Kindern mit Durchfall keine Behandlung vorenthalten darf, wurden sie meist mit einer Infusion oder einer anderen Lösung verglichen statt mit einem Scheinpräparat. Solche Vergleiche tragen in der Übersicht den Zusatz „(Vergleich)“, und die Einordnung „spricht dagegen“ heißt dort, dass beide Behandlungen gleich gut abschnitten.

Niedrigerer Blutdruck durch kaliumhaltigen Salzersatz statt Kochsalzgut belegt20 Studien, 21.414 Pers. (Brand 2022, Cochrane)systolisch −4,76 mmHg, moderate Vertrauenswürdigkeit

Erwachsene mit oder ohne Bluthochdruck, viele Studien aus China; Salzersatz (meist 25 bis 40 % des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid ersetzt) gegen normales Speisesalz; kein Getränk, sondern Speisesalz

Ergebnisse: systolisch −4,76 mmHg (95 % KI −6,01 bis −3,50), moderate Vertrauenswürdigkeit (Brand 2022); −4,61 mmHg, 19 Studien (Yin 2022); −4,7 mmHg, 21 Studien, 29.570 Pers. (Zhang 2026); −4,80 mmHg (Tsai 2022); 25 bis 40 % Kaliumchlorid: −4,39 bis −4,64 mmHg (Lai 2026, 34 Studien); Pflegeheime: −7,1 mmHg (DECIDE-Salt, 1.612 Pers.)

Wer normales Kochsalz durch ein kaliumhaltiges Ersatzsalz austauscht, senkt seinen Blutdruck im Mittel um knapp 5 mmHg; mehrere große Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt war in verschiedenen Gruppen ähnlich. Menschen mit Nierenerkrankung waren aus den Studien ausgeschlossen; für sie und bei Medikamenten, die Kalium im Körper halten, gilt der Hinweis zur Hyperkaliämie unter Sicherheit. 19, 20, 74, 75, 76, 22

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (8 Meta-Analysen einig, größte mit 23 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
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Weniger Infusionen mit der salz- und zuckerärmeren Trinklösung (reduzierte Osmolarität) statt der alten Standardlösung (Vergleich)wahrscheinlich8 Studien (Hahn 2002, Cochrane)ungeplante Infusion OR 0,59

Kinder, fast nur unter 5 Jahren, mit akutem Durchfall ohne Cholera; Vergleich Trinklösung mit reduzierter Osmolarität (höchstens 270 mOsm/l) gegen alte WHO-Standardlösung (mindestens 310 mOsm/l), kein Placebo

Ergebnisse: ungeplante Infusion OR 0,59 (0,45 bis 0,79) (Hahn 2002); OR 0,61 (0,47 bis 0,81), 9 Studien (Hahn 2001, Vorversion); neueste Auswertung: RR 0,77 (0,58 bis 1,02), 3 Studien, 1.258 Kinder, nicht signifikant, geringe Vertrauenswürdigkeit (Zubairi 2024)

Die heute von der WHO empfohlene Trinklösung mit weniger Salz und Zucker ist im Vergleich mit der alten Standardlösung wahrscheinlich besser: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung brauchten Kinder mit Durchfall damit seltener eine zusätzliche Infusion. In der neuesten, von der WHO beauftragten Meta-Analyse war der Vorteil bei den Infusionen nicht mehr gesichert, sie stützte sich für diesen Messwert aber nur auf drei Studien. 3, 38, 39

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Hahn et al. 2002, 8 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Bessere Ausdauerleistung bei Wärme durch Sportgetränk mit Zucker und Salzen (Kombination)wahrscheinlich15 Studien zur aeroben Ausdauer (Wang 2026)aerobe Ausdauer g = 0,45, Vorhersageintervall schließt null ein, Evidenzqualität niedrig

Sportler bei Belastung ab 22 °C; Kombination: Getränk mit Kohlenhydraten und Elektrolyten gegen Wasser oder kalorienfreies Placebo, der Effekt dürfte großteils vom Zucker stammen

Ergebnisse: aerobe Ausdauer g = 0,45 (0,26 bis 0,64), Vorhersageintervall schließt null ein, Evidenzqualität niedrig; alle Leistungsarten zusammen 21 Studien, 316 Pers., g = 0,37 (Wang 2026)

Sportgetränke mit Zucker und Salzen verbessern bei warmem Wetter wahrscheinlich die Ausdauerleistung etwas gegenüber Wasser oder Placebo. Die Studien testeten Zucker und Elektrolyte immer zusammen, sodass offen ist, wie viel davon auf das Salz zurückgeht; dass Kohlenhydrate allein die Ausdauer verbessern, ist bekannt. Die Studien waren klein, die Qualität der Evidenz niedrig. 9

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Wang et al. 2026, 15 Studien) positiv)Unsere Regeln
Weniger Todesfälle (sowie Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Ereignisse) durch Salzersatzwahrscheinlich5 Studien, 24.005 Pers. (Brand 2022, Cochrane), getragen von SSaSS (20.995 Pers.)Gesamtsterblichkeit RR 0,89

Erwachsene, überwiegend ältere mit Bluthochdruck oder früherem Schlaganfall, ländliches China (Hauptstudie SSaSS); Salzersatz mit 25 % Kaliumchlorid gegen normales Salz

Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,89 (0,83 bis 0,95) (Brand 2022); RR 0,89 (0,85 bis 0,94) (Yin 2022); HR 0,88 (Tsai 2022); SSaSS allein RR 0,88 (0,82 bis 0,95) (Neal 2021); Pflegeheime: HR 0,84 (0,63 bis 1,13), nicht signifikant (DECIDE-Salt, 1.612 Pers.); ohne SSaSS kein gesicherter Effekt mehr (Lai 2026)

Ein kaliumhaltiges Ersatzsalz senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung starben etwa 11 Prozent weniger Menschen als mit normalem Salz. Das Ergebnis beruht aber fast ganz auf einer sehr großen Studie in chinesischen Dörfern; die zweite große Studie, DECIDE-Salt in Pflegeheimen mit 1.612 Teilnehmenden, fand keinen gesicherten Unterschied, deshalb bleibt es bei dieser Stufe. Ob sich das auf Länder übertragen lässt, in denen das meiste Salz aus Fertigprodukten kommt, ist offen. 19, 21, 22, 20, 75, 76

Warum diese Stufe? Eine sehr große Meta-Analyse (über 5.000 Teilnehmende) in guter Qualität. (Meta-Analyse mit 24.005 Teilnehmenden, Evidenzqualität nr)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Yuan et al. 2023 (DECIDE-Salt), n = 1612)
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Nach schweißtreibendem Sport mehr Flüssigkeit im Körper behalten (Elektrolyt- bzw. Sportgetränk, Kombination)unklarwidersprüchlich5 kleine kontrollierte Studien, zusammen 75 Pers.; Übersicht mit 19 Studien ohne gepoolte Zahl (Borra 2025)mehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit Wasser bei Sportgetränk bzw

gesunde Erwachsene und Jugendliche nach sportbedingtem Flüssigkeitsverlust; Kombination: Sportgetränke mit Zucker und Salzen sowie Trinklösungen nach WHO-Art gegen Wasser

Ergebnisse: mehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit Wasser bei Sportgetränk bzw. Trinklösung (Ly 2023, 26 Pers.), Getränk mit Zucker und Salzen (Bell 2026, 8 Pers.), Trinklösung (Fan 2020, 9 Pers.) und Elektrolytwasser (Takamata 2026, 15 Pers.); kein gesicherter Unterschied: Rückhalt 37 vs. 35 % mit Wasser, p = 0,059 (Juett 2026, 17 Pers.)

Ob ein Sport- oder Elektrolytgetränk nach dem Training mehr Flüssigkeit im Körper hält als Wasser, ist unklar, weil die Studien widersprüchlich sind: Mehrere kleine Laborstudien fanden weniger Urinverlust mit salzhaltigen Getränken, eine andere keinen gesicherten Unterschied. Alle Studien waren sehr klein, und die Getränke enthielten meist Zucker und Salze zusammen. In zwei Studien hatten Mitautoren Verbindungen zu Getränkeherstellern. 49, 14, 15, 50, 51, 52, 53

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Austrocknung bei Magen-Darm-Infekt mit Trinklösung statt Infusion behandeln (Vergleich)spricht dagegen17 Studien, 1.811 Pers. (Hartling 2006, Cochrane)Behandlungsversagen mit Trinklösung 4 % häufiger, etwa jedes 25

Kinder bis 18 Jahre mit akuter Gastroenteritis und Austrocknung; Vergleich Trinklösung (auch per Magensonde) gegen Infusion, keine Placebostudie. Stufe 1 heißt hier: kein Unterschied zur Infusion

Ergebnisse: Behandlungsversagen mit Trinklösung 4 % häufiger (95 % KI 1 bis 7), etwa jedes 25. Kind brauchte doch eine Infusion; mit der salzärmeren WHO-Lösung kein Unterschied; Autoren: keine klinisch bedeutsamen Unterschiede zwischen Trinklösung und Infusion (Hartling 2006); Vorversion: 3 % (0 bis 6), nicht signifikant (Bellemare 2004, 14 Studien); Versagensrate der Trinklösung 4 % (Fonseca 2004, 16 Studien)

Bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt und Austrocknung wirkt eine Trinklösung im Vergleich mit einer Infusion praktisch gleich gut. Etwa eines von 25 Kindern kam mit der Trinklösung nicht aus und brauchte doch eine Infusion; die Autoren der Cochrane-Auswertung nennen diesen Unterschied aber klinisch unbedeutend, deshalb zählt er hier als kein Unterschied. Mit der heute empfohlenen salzärmeren Lösung war auch dieser kleine Abstand verschwunden. 1, 33, 2, 37

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Hartling et al. 2006, 17 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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Mehr Blutvolumen während langer Ausdauerbelastung durch Sportgetränk statt Wasser (Kombination)spricht dagegen28 Studien (Rowlands 2022)Plasmavolumen mit isotonem Getränk 1,3 Prozentpunkte stärker gesunken als mit Wasser, …

gesunde Ausdauersportler, kontinuierliche Belastung bis 3 Stunden; Kombination: Sportgetränke mit Zucker und Salzen (Natrium unter 50 mmol/l) gegen Wasser, maßgeblich das übliche isotone Getränk

Ergebnisse: Plasmavolumen mit isotonem Getränk 1,3 Prozentpunkte stärker gesunken als mit Wasser (90 % KI 0,0 bis 2,5), also kein Vorteil; hypotones Getränk gegen Wasser +1,1 Prozentpunkte (90 % KI 0,1 bis 2,0), nur 90-%-Intervall (Rowlands 2022)

Ein übliches isotones Sportgetränk erhielt das Blutvolumen während langer Belastung nicht besser als Wasser; die Studienlage spricht dagegen, dass es hier einen Vorteil bringt. Leicht verdünnte (hypotone) Getränke schnitten etwas besser ab, der Unterschied von gut einem Prozentpunkt war aber statistisch nicht gesichert. Der Erstautor erhielt früher Forschungsgeld von Getränkeherstellern, diese Arbeit selbst wurde nicht fremdfinanziert. 10

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Rowlands et al. 2022, 28 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
Weniger Muskelkrämpfe beim oder nach dem Sportnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie mit echten Krämpfennur die elektrisch ausgelöste Krampfschwelle gemessen: nach Trinklösung höher als nach …

gesunde Sportler bzw. krampfanfällige Personen; Elektrolytgetränk oder Trinklösung gegen Wasser bzw. Placebo; gezählt werden nur echte Krämpfe

Ergebnisse: nur die elektrisch ausgelöste Krampfschwelle gemessen: nach Trinklösung höher als nach Wasser (Lau 2019, Lau 2021, je 10 Pers.; Earp 2019, 9 Pers.); bei 3 Stunden Belastung in der Hitze trat in keiner Gruppe ein Krampf auf (Anastasiou 2009)

Ob Elektrolytgetränke echte Muskelkrämpfe beim Sport verhindern, ist nicht untersucht. Die vorhandenen kleinen Laborstudien maßen nur, wie leicht sich ein Krampf mit Stromreizen auslösen lässt; diese Schwelle stieg nach einer Trinklösung und sank nach reinem Wasser. Ob das im Training oder Wettkampf weniger Krämpfe bedeutet, wurde nicht geprüft. 16, 65, 66, 17

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir
Alle 23 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe

Hier steht jede Wirkung, die bei Elektrolyte in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.

23 untersuchte Wirkungen in 3 Bereichen · Bereich öffnen zum Anzeigen

Flüssigkeit, Durchfall & Kinder 8

1 wahrscheinlich · 3 unklar · 2 spricht dagegen · 2 nicht untersucht
Weniger Infusionen mit der salz- und zuckerärmeren Trinklösung (reduzierte Osmolarität) statt der alten Standardlösung (Vergleich)wahrscheinlich8 Studien (Hahn 2002, Cochrane)ungeplante Infusion OR 0,59

Kinder, fast nur unter 5 Jahren, mit akutem Durchfall ohne Cholera; Vergleich Trinklösung mit reduzierter Osmolarität (höchstens 270 mOsm/l) gegen alte WHO-Standardlösung (mindestens 310 mOsm/l), kein Placebo

Ergebnisse: ungeplante Infusion OR 0,59 (0,45 bis 0,79) (Hahn 2002); OR 0,61 (0,47 bis 0,81), 9 Studien (Hahn 2001, Vorversion); neueste Auswertung: RR 0,77 (0,58 bis 1,02), 3 Studien, 1.258 Kinder, nicht signifikant, geringe Vertrauenswürdigkeit (Zubairi 2024)

Die heute von der WHO empfohlene Trinklösung mit weniger Salz und Zucker ist im Vergleich mit der alten Standardlösung wahrscheinlich besser: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung brauchten Kinder mit Durchfall damit seltener eine zusätzliche Infusion. In der neuesten, von der WHO beauftragten Meta-Analyse war der Vorteil bei den Infusionen nicht mehr gesichert, sie stützte sich für diesen Messwert aber nur auf drei Studien. 3, 38, 39

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Hahn et al. 2002, 8 Studien) positiv)Unsere Regeln
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Weniger Infusionen mit Trinklösung auf Reis- oder Stärkebasis statt Glukose-Trinklösung (Vergleich)unklar4 Studien, 376 Pers. (Gregorio 2016, Cochrane)gegen salzärmere Glukose-Lösung: ungeplante Infusion RR 0,66, nicht signifikant, …

Kinder und Erwachsene mit akutem wässrigem Durchfall, mit und ohne Cholera; Vergleich Polymer-Trinklösung (meist Reis) gegen die heute empfohlene salzärmere Glukose-Trinklösung (höchstens 270 mOsm/l)

Ergebnisse: gegen salzärmere Glukose-Lösung: ungeplante Infusion RR 0,66 (0,43 bis 1,02), nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig; gegen alte Glukose-Lösung (mindestens 310 mOsm/l): RR 0,75 (0,57 bis 0,98), 19 Studien (Gregorio 2016); Vorversion mit beiden Glukose-Lösungen zusammen: 19 Studien, 2.235 Pers., weniger Infusionen (Gregorio 2009)

Ob Trinklösungen mit Reis- oder anderer Stärke statt Traubenzucker besser sind als die heute empfohlene Lösung, ist unklar: Im direkten Vergleich gab es nur vier kleine Studien, der Vorteil bei den Infusionen war nicht gesichert und die Evidenz sehr schwach. Gegenüber der alten, salzreicheren Standardlösung schnitten Reis-Lösungen besser ab. Eine Mitautorin war zeitweise bei einem Hersteller von Trinklösungen angestellt. 5, 42, 43

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Bessere Erholung bei leichtem Magen-Darm-Infekt durch Elektrolytlösung statt verdünntem Saft (Vergleich)unklar1 RCT, 647 Pers. (Freedman 2016)Behandlungsversagen 25,0 % mit Elektrolytlösung vs

Kinder von 6 bis 60 Monaten mit leichter Gastroenteritis und höchstens minimaler Austrocknung, Kanada; Vergleich fertige Elektrolyt-Erhaltungslösung gegen halb verdünnten Apfelsaft bzw. Lieblingsgetränk

Ergebnisse: Behandlungsversagen 25,0 % mit Elektrolytlösung vs. 16,7 % mit verdünntem Apfelsaft (p = 0,006 zugunsten Saft); Infusion 9,0 % vs. 2,5 % (Freedman 2016)

Bei Kleinkindern mit leichtem Magen-Darm-Infekt, die kaum ausgetrocknet waren, brachte eine fertige Elektrolytlösung in der einzigen Studie keinen Vorteil: Kinder, die verdünnten Apfelsaft und danach ihr Lieblingsgetränk bekamen, kamen sogar besser zurecht. Weil es nur diese eine Studie aus einem Land mit guter Versorgung gibt, ist der Vergleich unklar. Bei deutlicher Austrocknung bleibt die Trinklösung der Standard. 7

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Sichere Rehydrierung mangelernährter Kinder mit Spezial-Trinklösung (ReSoMal) statt WHO-Trinklösung (Vergleich)unklar2 kleine RCTs, 240 Pers. (Alam 2003, Kumar 2015); Übersicht ohne gepoolte Schätzung (Houston 2017)kein Unterschied bei Infusionsbedarf bzw

Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung und Durchfall; Vergleich der natriumärmeren, kaliumreicheren Speziallösung gegen WHO-Trinklösung

Ergebnisse: kein Unterschied bei Infusionsbedarf bzw. erfolgreicher Rehydrierung (Alam 2003, 130 Pers.; Kumar 2015, 110 Pers.); unter der Speziallösung mehr Hyponatriämie (Houston 2017); GASTROSAM (415 Pers.) berichtet kein Behandlungsversagen, Sterblichkeit 12 % vs. 9 %, nicht signifikant (Maitland 2026)

Für mangelernährte Kinder empfiehlt die WHO eine eigene, natriumärmere Trinklösung, doch ob sie besser ist als die normale WHO-Lösung, ist unklar: Zwei kleine Studien fanden beim Rehydrierungserfolg keinen Unterschied. Unter der Speziallösung sank das Blut-Natrium häufiger zu stark ab; eine neue große Studie aus Afrika berichtet vor allem Natriumwerte und Sterblichkeit ohne gesicherten Unterschied. 45, 46, 47, 48

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Austrocknung bei Magen-Darm-Infekt mit Trinklösung statt Infusion behandeln (Vergleich)spricht dagegen17 Studien, 1.811 Pers. (Hartling 2006, Cochrane)Behandlungsversagen mit Trinklösung 4 % häufiger, etwa jedes 25

Kinder bis 18 Jahre mit akuter Gastroenteritis und Austrocknung; Vergleich Trinklösung (auch per Magensonde) gegen Infusion, keine Placebostudie. Stufe 1 heißt hier: kein Unterschied zur Infusion

Ergebnisse: Behandlungsversagen mit Trinklösung 4 % häufiger (95 % KI 1 bis 7), etwa jedes 25. Kind brauchte doch eine Infusion; mit der salzärmeren WHO-Lösung kein Unterschied; Autoren: keine klinisch bedeutsamen Unterschiede zwischen Trinklösung und Infusion (Hartling 2006); Vorversion: 3 % (0 bis 6), nicht signifikant (Bellemare 2004, 14 Studien); Versagensrate der Trinklösung 4 % (Fonseca 2004, 16 Studien)

Bei Kindern mit Magen-Darm-Infekt und Austrocknung wirkt eine Trinklösung im Vergleich mit einer Infusion praktisch gleich gut. Etwa eines von 25 Kindern kam mit der Trinklösung nicht aus und brauchte doch eine Infusion; die Autoren der Cochrane-Auswertung nennen diesen Unterschied aber klinisch unbedeutend, deshalb zählt er hier als kein Unterschied. Mit der heute empfohlenen salzärmeren Lösung war auch dieser kleine Abstand verschwunden. 1, 33, 2, 37

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Hartling et al. 2006, 17 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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Cholera-Durchfall mit der salzärmeren Trinklösung (reduzierte Osmolarität) statt der Standardlösung behandeln (Vergleich)spricht dagegen7 Studien, 718 Pers. (Musekiwa 2011, Cochrane)ungeplante Infusion ohne signifikanten Unterschied

Erwachsene und Kinder mit Cholera; Vergleich Trinklösung mit höchstens 270 gegen mindestens 310 mOsm/l, kein Placebo. Stufe 1 heißt hier: kein Unterschied; zum Natrium siehe Sicherheit (hyponatriaemie-ors)

Ergebnisse: ungeplante Infusion ohne signifikanten Unterschied (Musekiwa 2011; ebenso Vorversion Murphy 2004); Erwachsene mit schwerer Cholera: Infusionsbedarf ähnlich (Alam 1999, 300 Pers.)

Bei Cholera bringt die salzärmere Trinklösung keinen Vorteil gegenüber der Standardlösung: Zusätzliche Infusionen waren in beiden Gruppen gleich oft nötig. Weil Cholera sehr viel Salz ausschwemmt, sank das Blut-Natrium mit der salzärmeren Lösung häufiger etwas ab, das steht unter Sicherheit. 4, 40, 41

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Musekiwa & Volmink 2011, 7 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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Schnellere Erholung bei Durchfall von Erwachsenen durch Elektrolytlösungnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 offene Studie, 80 Pers. (Caeiro 1999)Reisedurchfall, Loperamid in beiden Gruppen: Trinklösung ohne Vorteil bei der …

Erwachsene mit leichtem bis mäßigem Durchfall ohne schwere Austrocknung (virale Gastroenteritis, Reisedurchfall); Elektrolytlösung gegen freies Trinken, Cholera ausgenommen

Ergebnisse: Reisedurchfall, Loperamid in beiden Gruppen: Trinklösung (60 mmol/l Natrium) ohne Vorteil bei der Durchfallbesserung (Caeiro 1999); Vergleiche zwischen verschiedenen Elektrolytlösungen zählen hier nicht (Rao 2006)

Für Erwachsene mit gewöhnlichem Durchfall gibt es keine verblindete Studie, die eine Elektrolytlösung mit Wasser oder einem Scheinpräparat vergleicht. In einer kleinen offenen Studie mit Reisedurchfall brachte die Trinklösung zusätzlich zu einem Durchfallmittel keinen Vorteil. Für schweren, wässrigen Durchfall wie Cholera gilt das nicht. 8, 44

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Weniger Todesfälle durch Durchfall bei Kindernnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie; Schätzung aus Beobachtungs- und Programmdaten (Munos 2010)keine Studie mit Kontrollgruppe ohne Trinklösung

Kinder unter 5 Jahren in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen; Trinklösung gegen keine Trinklösung

Ergebnisse: keine Studie mit Kontrollgruppe ohne Trinklösung; Schätzung nach Expertenregeln: Trinklösung verhindert 93 % der Durchfall-Todesfälle (Munos 2010)

Studien, in denen Kinder mit Durchfall zufällig eine Trinklösung oder keine bekamen, gibt es nicht, und es darf sie aus ethischen Gründen nicht geben. Eine Übersichtsarbeit schätzt aus Beobachtungen und Expertenregeln, dass Trinklösungen bis zu 93 Prozent der Todesfälle durch Durchfall verhindern können. Die Stufe sagt deshalb nur, dass es keine Placebostudien gibt, nicht dass die Wirkung fraglich wäre. 6

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Sport & Hitze 7

1 wahrscheinlich · 4 unklar · 1 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Bessere Ausdauerleistung bei Wärme durch Sportgetränk mit Zucker und Salzen (Kombination)wahrscheinlich15 Studien zur aeroben Ausdauer (Wang 2026)aerobe Ausdauer g = 0,45, Vorhersageintervall schließt null ein, Evidenzqualität niedrig

Sportler bei Belastung ab 22 °C; Kombination: Getränk mit Kohlenhydraten und Elektrolyten gegen Wasser oder kalorienfreies Placebo, der Effekt dürfte großteils vom Zucker stammen

Ergebnisse: aerobe Ausdauer g = 0,45 (0,26 bis 0,64), Vorhersageintervall schließt null ein, Evidenzqualität niedrig; alle Leistungsarten zusammen 21 Studien, 316 Pers., g = 0,37 (Wang 2026)

Sportgetränke mit Zucker und Salzen verbessern bei warmem Wetter wahrscheinlich die Ausdauerleistung etwas gegenüber Wasser oder Placebo. Die Studien testeten Zucker und Elektrolyte immer zusammen, sodass offen ist, wie viel davon auf das Salz zurückgeht; dass Kohlenhydrate allein die Ausdauer verbessern, ist bekannt. Die Studien waren klein, die Qualität der Evidenz niedrig. 9

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Wang et al. 2026, 15 Studien) positiv)Unsere Regeln
Nach schweißtreibendem Sport mehr Flüssigkeit im Körper behalten (Elektrolyt- bzw. Sportgetränk, Kombination)unklarwidersprüchlich5 kleine kontrollierte Studien, zusammen 75 Pers.; Übersicht mit 19 Studien ohne gepoolte Zahl (Borra 2025)mehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit Wasser bei Sportgetränk bzw

gesunde Erwachsene und Jugendliche nach sportbedingtem Flüssigkeitsverlust; Kombination: Sportgetränke mit Zucker und Salzen sowie Trinklösungen nach WHO-Art gegen Wasser

Ergebnisse: mehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit Wasser bei Sportgetränk bzw. Trinklösung (Ly 2023, 26 Pers.), Getränk mit Zucker und Salzen (Bell 2026, 8 Pers.), Trinklösung (Fan 2020, 9 Pers.) und Elektrolytwasser (Takamata 2026, 15 Pers.); kein gesicherter Unterschied: Rückhalt 37 vs. 35 % mit Wasser, p = 0,059 (Juett 2026, 17 Pers.)

Ob ein Sport- oder Elektrolytgetränk nach dem Training mehr Flüssigkeit im Körper hält als Wasser, ist unklar, weil die Studien widersprüchlich sind: Mehrere kleine Laborstudien fanden weniger Urinverlust mit salzhaltigen Getränken, eine andere keinen gesicherten Unterschied. Alle Studien waren sehr klein, und die Getränke enthielten meist Zucker und Salze zusammen. In zwei Studien hatten Mitautoren Verbindungen zu Getränkeherstellern. 49, 14, 15, 50, 51, 52, 53

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Bessere Ausdauerleistung durch Salz bzw. Natrium während des Wettkampfsunklarwidersprüchlich5 kontrollierte Studien, zusammen 472 Pers.Ironman, im Mittel 3,6 g Natrium: Zielzeit wie mit Placebo

Ausdauersportler (Triathlon, Lauf, Rad), Salztabletten oder natriumreichere Getränke während der Belastung gegen Placebo bzw. Wasser

Ergebnisse: Ironman, im Mittel 3,6 g Natrium: Zielzeit wie mit Placebo (Hew-Butler 2006, 413 Pers.); Halb-Ironman, 113 mmol Natrium: Gesamtzeit kürzer (Del Coso 2016, 26 Pers.); kein Leistungsunterschied mit 1.800 mg Natrium (Earhart 2015, 11 Pers.), im 4-Stunden-Lauf (Twerenbold 2003, 13 Pers.) und beim Zeitfahren in kühler Umgebung (Cosgrove 2013, 9 Pers.)

Ob zusätzliches Salz während eines langen Wettkampfs schneller macht, ist unklar, weil die Studien widersprüchlich sind. Die größte Studie mit über 400 Ironman-Teilnehmenden fand keinen Unterschied in der Zielzeit gegenüber Placebo, eine kleine Studie beim Halb-Ironman dagegen eine etwas kürzere Gesamtzeit. Drei weitere kleine Studien sahen keinen Leistungsunterschied. 11, 12, 54, 55, 56

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Länger durchhalten bei Hitze durch salzreiches Getränk vor dem Sportunklarerste Hinweise6 kleine kontrollierte Studien, zusammen über 50 Pers.längere Zeit bis zur Erschöpfung bzw

trainierte Erwachsene bei Ausdauerbelastung ab etwa 30 °C; sehr salzreiches Getränk (etwa 160 mmol/l Natrium) bzw. Natrium vor der Belastung gegen natriumarmes Getränk oder Placebo

Ergebnisse: längere Zeit bis zur Erschöpfung bzw. besseres Zeitfahren mit salzreichem Getränk (Sims 2007b, 13 Pers.; Sims 2007a, 8 Pers.; Convit 2025, 12 Pers.; Morris 2015; Hamouti 2014, 10 Pers.); kein Effekt mit nur 2 ml/kg Salzlösung (Peikert 2014, 9 Pers.); Natrium- und Glycerin-Vorladen zusammen: g = 0,31 (McCubbin 2024, 10 Arbeiten)

In fünf kleinen Laborstudien hielten trainierte Sportler bei Hitze länger durch oder fuhren schneller, wenn sie vor der Belastung ein sehr salzreiches Getränk getrunken hatten; das sind erste Hinweise. Eine Studie mit nur einer kleinen Menge Salzlösung fand keinen Effekt. Die Getränke waren deutlich salziger als übliche Sportgetränke, und Studien im echten Wettkampf fehlen. 13, 57, 58, 59, 60, 61, 62

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →
Natriummangel im Blut beim Ausdauersport verhindernunklarwidersprüchlich5 kontrollierte Studien, zusammen 470 Pers.Ironman: Blut-Natrium nach dem Rennen wie mit Placebo

Ausdauer- und Ultraausdauersportler bei Belastungen über 2 Stunden; Salztabletten bzw. natriumhaltige Getränke gegen Placebo oder Wasser; zum Risiko des Zuviel-Trinkens siehe Sicherheit (hyponatriaemie-sport)

Ergebnisse: Ironman: Blut-Natrium nach dem Rennen wie mit Placebo (Hew-Butler 2006, 413 Pers.); Natrium-Abfall 2,5 vs. 6,2 mmol/l mit Wasser, Hyponatriämie 46 vs. 92 % (Twerenbold 2003, 13 Pers.); Blut-Natrium nach dem Halb-Ironman höher (Del Coso 2016, 26 Pers.); bessere Natriumbilanz mit persönlich bemessenem Natrium (McCubbin 2024, 9 Pers.); kein Unterschied (Cosgrove 2013, 9 Pers.)

Ob Salz während eines Wettkampfs vor Natriummangel im Blut schützt, ist unklar, weil die Studien widersprüchlich sind. Im echten Ironman mit Trinken nach Bedarf machten Salztabletten keinen Unterschied; wer aber viel trinkt, etwa einen Liter pro Stunde, verlor in kleinen Laborstudien mit natriumhaltigen Getränken weniger Natrium als mit Wasser. Ganz verhindern ließ sich der Abfall so nicht, entscheidend ist, nicht mehr zu trinken als man ausschwitzt. 11, 55, 12, 63, 56, 64

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Mehr Blutvolumen während langer Ausdauerbelastung durch Sportgetränk statt Wasser (Kombination)spricht dagegen28 Studien (Rowlands 2022)Plasmavolumen mit isotonem Getränk 1,3 Prozentpunkte stärker gesunken als mit Wasser, …

gesunde Ausdauersportler, kontinuierliche Belastung bis 3 Stunden; Kombination: Sportgetränke mit Zucker und Salzen (Natrium unter 50 mmol/l) gegen Wasser, maßgeblich das übliche isotone Getränk

Ergebnisse: Plasmavolumen mit isotonem Getränk 1,3 Prozentpunkte stärker gesunken als mit Wasser (90 % KI 0,0 bis 2,5), also kein Vorteil; hypotones Getränk gegen Wasser +1,1 Prozentpunkte (90 % KI 0,1 bis 2,0), nur 90-%-Intervall (Rowlands 2022)

Ein übliches isotones Sportgetränk erhielt das Blutvolumen während langer Belastung nicht besser als Wasser; die Studienlage spricht dagegen, dass es hier einen Vorteil bringt. Leicht verdünnte (hypotone) Getränke schnitten etwas besser ab, der Unterschied von gut einem Prozentpunkt war aber statistisch nicht gesichert. Der Erstautor erhielt früher Forschungsgeld von Getränkeherstellern, diese Arbeit selbst wurde nicht fremdfinanziert. 10

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Rowlands et al. 2022, 28 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
Weniger Muskelkrämpfe beim oder nach dem Sportnicht untersuchtkeine kontrollierte Studie mit echten Krämpfennur die elektrisch ausgelöste Krampfschwelle gemessen: nach Trinklösung höher als nach …

gesunde Sportler bzw. krampfanfällige Personen; Elektrolytgetränk oder Trinklösung gegen Wasser bzw. Placebo; gezählt werden nur echte Krämpfe

Ergebnisse: nur die elektrisch ausgelöste Krampfschwelle gemessen: nach Trinklösung höher als nach Wasser (Lau 2019, Lau 2021, je 10 Pers.; Earp 2019, 9 Pers.); bei 3 Stunden Belastung in der Hitze trat in keiner Gruppe ein Krampf auf (Anastasiou 2009)

Ob Elektrolytgetränke echte Muskelkrämpfe beim Sport verhindern, ist nicht untersucht. Die vorhandenen kleinen Laborstudien maßen nur, wie leicht sich ein Krampf mit Stromreizen auslösen lässt; diese Schwelle stieg nach einer Trinklösung und sank nach reinem Wasser. Ob das im Training oder Wettkampf weniger Krämpfe bedeutet, wurde nicht geprüft. 16, 65, 66, 17

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln

Herz, Blutdruck & Sonstiges 8

2 gut belegt · 2 wahrscheinlich · 2 unklar · 1 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Niedrigerer Blutdruck bei Bluthochdruck durch Kaliumgut belegt23 Studien, 1.213 Pers. (Poorolajal 2017)systolisch −4,25 mmHg gegenüber Placebo

Erwachsene mit primärem Bluthochdruck, mit oder ohne Blutdrucksenker; Kaliumpräparate (meist Kaliumchlorid, etwa 30 bis 140 mmol/Tag) gegen Placebo, mindestens 4 Wochen

Ergebnisse: systolisch −4,25 mmHg (95 % KI −5,96 bis −2,53) gegenüber Placebo (Poorolajal 2017); −4,48 mmHg (Filippini 2017); nur Unbehandelte −6,8 mmHg (Binia 2015, Autoren eines Lebensmittelkonzerns); Teilgruppe Bluthochdruck −8,2 mmHg (Cappuccio 1991, 412 Pers.); je 50 mmol/Tag mehr Kalium −5,3 mmHg (Granal 2025, 6 Studien); Cochrane mit 5 Studien, 425 Pers.: nicht signifikant (Dickinson 2006)

Kaliumpräparate senken bei Bluthochdruck den oberen Blutdruckwert im Mittel um etwa 4 mmHg; mehrere Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Am stärksten wirkte Kalium bei Menschen, die noch keine Blutdrucksenker nahmen. Nur eine kleinere Cochrane-Auswertung mit fünf Studien fand keinen gesicherten Effekt. Wer Nierenprobleme hat oder Mittel nimmt, die Kalium im Körper halten, sollte Kaliumpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen (siehe Sicherheit). 23, 67, 68, 69, 70, 71, 72

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 23 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Niedrigerer Blutdruck durch kaliumhaltigen Salzersatz statt Kochsalzgut belegt20 Studien, 21.414 Pers. (Brand 2022, Cochrane)systolisch −4,76 mmHg, moderate Vertrauenswürdigkeit

Erwachsene mit oder ohne Bluthochdruck, viele Studien aus China; Salzersatz (meist 25 bis 40 % des Natriumchlorids durch Kaliumchlorid ersetzt) gegen normales Speisesalz; kein Getränk, sondern Speisesalz

Ergebnisse: systolisch −4,76 mmHg (95 % KI −6,01 bis −3,50), moderate Vertrauenswürdigkeit (Brand 2022); −4,61 mmHg, 19 Studien (Yin 2022); −4,7 mmHg, 21 Studien, 29.570 Pers. (Zhang 2026); −4,80 mmHg (Tsai 2022); 25 bis 40 % Kaliumchlorid: −4,39 bis −4,64 mmHg (Lai 2026, 34 Studien); Pflegeheime: −7,1 mmHg (DECIDE-Salt, 1.612 Pers.)

Wer normales Kochsalz durch ein kaliumhaltiges Ersatzsalz austauscht, senkt seinen Blutdruck im Mittel um knapp 5 mmHg; mehrere große Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt war in verschiedenen Gruppen ähnlich. Menschen mit Nierenerkrankung waren aus den Studien ausgeschlossen; für sie und bei Medikamenten, die Kalium im Körper halten, gilt der Hinweis zur Hyperkaliämie unter Sicherheit. 19, 20, 74, 75, 76, 22

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (8 Meta-Analysen einig, größte mit 23 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →
Niedrigerer Blutdruck bei normalem Blutdruck durch Kaliumwahrscheinlich12 Studien, 1.096 Pers. (Behers 2023)systolisch −2,10 mmHg, starke Unterschiede zwischen den Studien, I² 83 %

Erwachsene der Allgemeinbevölkerung, überwiegend ohne Bluthochdruck; Kaliumpräparate gegen Placebo bzw. Kontrolle

Ergebnisse: systolisch −2,10 mmHg (95 % KI −3,81 bis −0,38), starke Unterschiede zwischen den Studien, I² 83 % (Behers 2023); je 50 mmol/Tag mehr Kalium −0,5 mmHg, nicht signifikant, 4 Studien (Granal 2025)

Auch bei Menschen ohne Bluthochdruck senkt Kalium den Blutdruck wahrscheinlich, aber nur wenig: Die maßgebliche Meta-Analyse mit zwölf Studien fand im Mittel gut 2 mmHg. Die Ergebnisse der einzelnen Studien gingen weit auseinander, und eine Dosis-Wirkungs-Auswertung mit vier Studien fand keinen gesicherten Effekt. 24, 73, 70

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Behers et al. 2023, 12 Studien) positiv)Unsere Regeln
Weniger Todesfälle (sowie Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Ereignisse) durch Salzersatzwahrscheinlich5 Studien, 24.005 Pers. (Brand 2022, Cochrane), getragen von SSaSS (20.995 Pers.)Gesamtsterblichkeit RR 0,89

Erwachsene, überwiegend ältere mit Bluthochdruck oder früherem Schlaganfall, ländliches China (Hauptstudie SSaSS); Salzersatz mit 25 % Kaliumchlorid gegen normales Salz

Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,89 (0,83 bis 0,95) (Brand 2022); RR 0,89 (0,85 bis 0,94) (Yin 2022); HR 0,88 (Tsai 2022); SSaSS allein RR 0,88 (0,82 bis 0,95) (Neal 2021); Pflegeheime: HR 0,84 (0,63 bis 1,13), nicht signifikant (DECIDE-Salt, 1.612 Pers.); ohne SSaSS kein gesicherter Effekt mehr (Lai 2026)

Ein kaliumhaltiges Ersatzsalz senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung starben etwa 11 Prozent weniger Menschen als mit normalem Salz. Das Ergebnis beruht aber fast ganz auf einer sehr großen Studie in chinesischen Dörfern; die zweite große Studie, DECIDE-Salt in Pflegeheimen mit 1.612 Teilnehmenden, fand keinen gesicherten Unterschied, deshalb bleibt es bei dieser Stufe. Ob sich das auf Länder übertragen lässt, in denen das meiste Salz aus Fertigprodukten kommt, ist offen. 19, 21, 22, 20, 75, 76

Warum diese Stufe? Eine sehr große Meta-Analyse (über 5.000 Teilnehmende) in guter Qualität. (Meta-Analyse mit 24.005 Teilnehmenden, Evidenzqualität nr)
  • große Einzelstudie ohne Effekt (Yuan et al. 2023 (DECIDE-Salt), n = 1612)
Unsere Regeln
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Weniger Schwindel und Ohnmacht beim Aufstehen durch mehr Salzunklar14 Studien, 391 Pers., teils ohne Kontrollgruppe (Loughlin 2020)Kipptisch: Zeit bis zur Beinahe-Ohnmacht +1,57 min, Evidenzqualität niedrig

Menschen mit orthostatischer Intoleranz (Blutdruckabfall beim Aufstehen, wiederkehrende Ohnmacht, POTS); Salztabletten bzw. salzreiche Kost, überwiegend sehr kurze und kleine Studien

Ergebnisse: Kipptisch: Zeit bis zur Beinahe-Ohnmacht +1,57 min (95 % KI 1,26 bis 1,88), Evidenzqualität niedrig (Loughlin 2020); Besserung 70 vs. 30 % mit Placebo, ohne Signifikanzangabe (El-Sayed 1996, 20 Pers.); Kinder, Salz und Wasser gegen übliche Behandlung ohne Placebo: Rückfälle 43,6 vs. 59,7 % (Wang 2021)

Mehr Salz ist eine übliche Empfehlung bei Kreislaufproblemen beim Aufstehen, doch ob es wirkt, ist unklar: In kleinen, kurzen Studien hielten Betroffene auf dem Kipptisch etwas länger durch, viele dieser Studien hatten aber keine Kontrollgruppe. Die einzige kleine Placebostudie nennt keinen statistischen Test, und zu Stürzen oder Langzeitfolgen gibt es keine Daten. Bei Bluthochdruck oder Herzschwäche gehört eine Salzerhöhung in ärztliche Hand. 25, 77, 78

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Weniger Muskelkrämpfe bei Leberzirrhose durch Schlucke salziger Gurkenlake (Kombination)unklar1 RCT, 82 Pers. (Tapper 2022)Krampfhäufigkeit nicht als eigener Vergleich berichtet

Erwachsene mit Leberzirrhose und häufigen Krämpfen; Kombination: Gurkenlake (Salz plus Essig) bei Krampfbeginn gegen Leitungswasser, kein reines Elektrolytprodukt

Ergebnisse: Krampfhäufigkeit nicht als eigener Vergleich berichtet; Krampfstärke (Skala 0 bis 10) −2,25 vs. −0,36 mit Wasser (p = 0,03); Anteil Krampftage mit geringer Stärke 46 vs. 35 % (p = 0,2) (Tapper 2022)

In einer Studie mit 82 Menschen mit Leberzirrhose linderten einige Schlucke Gurkenlake bei Krampfbeginn die Krampfstärke stärker als Leitungswasser. Ob die Krämpfe seltener wurden, hat die Studie nicht gesondert verglichen, deshalb ist die Wirkung auf die Krampfhäufigkeit unklar. Die Lake enthält neben Salz auch Essig; welcher Bestandteil wirkt, wurde nicht geprüft. 18

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Stärkere Knochen durch basische Kaliumsalzespricht dagegen14 Studien (Lambert 2015)Knochendichte ohne Effekt

Erwachsene, überwiegend ältere Frauen nach den Wechseljahren; Kaliumcitrat oder Kaliumbicarbonat gegen Placebo bzw. Kaliumchlorid, nicht das in Elektrolytprodukten übliche Kaliumchlorid

Ergebnisse: Knochendichte ohne Effekt; Calcium- und Säureausscheidung im Urin sowie Abbau-Marker gesenkt (Lambert 2015); einzelne Studie: Lendenwirbel-Knochendichte +1,7 % mit Kaliumcitrat (Jehle 2013, 201 Pers.); kein Effekt (Macdonald 2008, 276 Pers.)

Basische Kaliumsalze veränderten in der maßgeblichen Meta-Analyse die Knochendichte nicht, auch wenn sie die Calciumausscheidung im Urin und einen Laborwert für Knochenabbau senkten; die Daten sprechen dagegen, dass sie die Knochen messbar stärken. Eine einzelne Studie mit 201 Älteren fand eine leichte Zunahme. Studien zu Knochenbrüchen fehlen, und das in Elektrolytgetränken übliche Kaliumchlorid wurde hier gar nicht als Wirkstoff geprüft. 26, 80, 81

Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Lambert et al. 2015, 14 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
Weniger Salz- und Wasserverlust bei Kurzdarm oder Stoma mit hohem Ausflussnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 offene Crossover-Studie, 6 Pers. (Nightingale 1992)Natriumbilanz mit Glukose-Salz-Lösung +96 statt −16 mmol/Tag ohne Zusatz

Erwachsene mit Jejunostomie, Kurzdarm oder Stoma mit hohem Ausfluss; Glukose-Salz-Trinklösung (etwa 90 bis 120 mmol/l Natrium) gegen keine Lösung

Ergebnisse: Natriumbilanz mit Glukose-Salz-Lösung (120 mmol Natrium/Tag) +96 statt −16 mmol/Tag ohne Zusatz (p < 0,05); Salzkapseln als aktiver Vergleich +66 mmol (Nightingale 1992); Vergleiche zweier Trinklösungen zählen hier nicht (Culkin 2022)

Menschen mit sehr kurzem Dünndarm oder einem Stoma mit viel Ausfluss verlieren viel Salz und Wasser. Placebokontrollierte Studien dazu gibt es nicht; in einer kleinen offenen Studie mit sechs Betroffenen glich eine schluckweise getrunkene Glukose-Salz-Lösung den Natriumverlust aus. Welche Lösung passt und wie viel davon, gehört in die Hand des behandelnden Teams. 27, 79

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir

Elektrolyte bei Durchfall: Trinklösung statt Infusion?

Bei Kindern mit Austrocknung wirkt eine Trinklösung praktisch so gut wie eine Infusion, und die Studien sprechen klar dagegen, dass der Tropf mehr bringt. Die maßgebliche Cochrane-Auswertung, also die Zusammenfassung aller guten Vergleichsstudien, umfasst 17 Studien mit Kindern, die wegen eines Magen-Darm-Infekts ausgetrocknet waren.1 Etwa eines von 25 Kindern brauchte mit der Trinklösung am Ende doch eine Infusion, ein Abstand, den die Autoren klinisch unbedeutend nennen und der mit der heute empfohlenen Lösung verschwand. Schwere Komplikationen wie Krampfanfälle waren mit der Trinklösung sogar seltener.2

Auch die Lösungen selbst wurden verglichen. Die salz- und zuckerärmere Trinklösung, die die WHO heute empfiehlt, ist wahrscheinlich besser als die alte Standardlösung, denn Kinder brauchten damit seltener eine zusätzliche Infusion.3 Bei Cholera dagegen, die extrem viel Salz ausschwemmt, brachte die salzärmere Lösung keinen Vorteil.4 Trinklösungen auf Reisbasis schnitten gegenüber der heutigen Lösung nicht sicher besser ab.5

Wie viele Leben Trinklösungen retten, ist mit einem fairen Vergleich nicht untersucht, weil es unethisch wäre, Kindern die Lösung vorzuenthalten. Eine Schätzung aus Beobachtungsdaten kommt auf den größten Teil der Durchfall-Todesfälle bei kleinen Kindern.6 Anders bei leichten Infekten. In einer Studie mit fast 650 Kleinkindern kamen Kinder mit verdünntem Apfelsaft sogar besser zurecht als mit einer Elektrolytlösung, deshalb ist der Vorteil dort unklar.7 Für Erwachsene mit gewöhnlichem Durchfall ist der Nutzen nicht untersucht.8

Damit gehört die Trinklösung ins Haus, vor allem für Babys, Kleinkinder und Ältere. Kein anderes Einsatzgebiet ist so gut untersucht wie Elektrolyte bei Durchfall.

So wurde gemessen
  • Trinklösung gegen Infusion: 17 Studien mit 1.811 Kindern; Behandlungsversagen 4 Prozentpunkte häufiger (1 bis 7), mit salzärmerer Lösung kein Unterschied; Autoren: klinisch unbedeutend.1 16 Studien mit 1.545 Kindern: schwere Komplikationen mit Trinklösung seltener.2
  • Salzärmere gegen alte Lösung: ungeplante Infusion OR 0,59 (0,45 bis 0,79) in 8 Studien.3 Cholera: 7 Studien mit 718 Personen, Infusionen ohne Unterschied.4 Reis gegen salzärmere Glukose-Lösung: 4 Studien, RR 0,66 (0,43 bis 1,02).5
  • Sterblichkeit: keine Studie mit Kontrollgruppe ohne Trinklösung; geschätzt 93 % der Durchfall-Todesfälle vermeidbar.6
  • Leichter Infekt: 647 Kinder; Behandlungsversagen 16,7 % mit verdünntem Apfelsaft gegen 25,0 % mit Elektrolytlösung.7 Erwachsene: 80 Personen mit Reisedurchfall, offen, kein Zusatznutzen.8
Elektrolyte bei Durchfall: Was hilft Kindern und Erwachsenen?Der Magen-Darm-Infekt kommt nachts, und am Morgen stellt sich die Frage: Reicht Trinken, oder braucht es mehr? Die Antwort der Studien ist erstaunlich klar, zumindest für Kinder.
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Elektrolyte beim Sport und bei Hitze: Mehr als Wasser?

Beim Sport ist ein Nutzen über Wasser hinaus kaum belegt, mit einer Ausnahme bei Hitze. Sportgetränke mit Zucker und Salzen verbessern bei Belastungen in der Wärme wahrscheinlich etwas die Ausdauer, wie eine Auswertung von 21 Studien zeigt.9 Allerdings wurden Zucker und Salz immer zusammen getestet. Der größere Teil des Effekts dürfte vom Zucker stammen, der bei langen Belastungen als Treibstoff dient.

Für das Salz allein fällt die Bilanz mager aus. Das Blutvolumen hielt ein übliches isotones Sportgetränk während langer Belastung nicht besser als Wasser, die Daten sprechen eher gegen einen Vorteil.10 Ob Salztabletten im Wettkampf schneller machen, ist unklar: Beim Ironman mit über 400 Teilnehmenden machten sie keinen Unterschied, in einer kleinen Studie beim Halb-Ironman verkürzten sie die Zeit etwas.1112 Ebenso unklar ist Salz vor dem Start: In fünf kleinen Laborstudien hielten Sportler bei Hitze zwar länger durch, allerdings mit Getränken, die weit salziger waren als alles im Sportregal.13

Und nach dem Training? Ob ein Elektrolytgetränk mehr Flüssigkeit im Körper hält als Wasser, ist unklar, weil sich die kleinen Studien widersprechen.1415 Auch vor Natriummangel im Blut schützen Salztabletten nicht sicher, denn dieser entsteht vor allem durch zu viel Trinken.11 Für die meisten Freizeitsportler reichen deshalb Wasser und eine normale Mahlzeit. Bei der Einnahme von Elektrolyten zählt der Anlass, nicht die Uhrzeit.

So wurde gemessen
  • Sportgetränk bei Wärme: 21 Studien mit 316 Personen ab 22 °C; aerobe Ausdauer in 15 Studien g = 0,45 (0,26 bis 0,64), niedrige Evidenzqualität.9
  • Blutvolumen: 28 Studien, isotones Getränk gegen Wasser 1,3 Prozentpunkte zugunsten Wasser (90 % KI 0,0 bis 2,5).10
  • Salz im Wettkampf: Ironman, 413 Personen, Zielzeit und Natrium wie mit Placebo11; Halb-Ironman, 26 Personen, Gesamtzeit kürzer.12
  • Vorladen: 13 Radfahrerinnen bei 32 °C, 164 gegen 10 mmol/l Natrium; länger bis zur Erschöpfung.13
  • Nach dem Training: 26 Sportler, mehr Flüssigkeit behalten als mit Wasser14; 17 Personen, 37 gegen 35 %, nicht signifikant.15

Helfen Elektrolyte gegen Muskelkrämpfe?

Ob Elektrolyte Muskelkrämpfe beim Sport verhindern, ist nicht untersucht, obwohl es das wohl häufigste Kaufargument ist. Denn die vorhandenen Studien lösten Krämpfe im Labor mit Stromreizen aus und maßen, wie stark der Reiz sein musste. Nach einer Trinklösung lag diese Schwelle höher als nach Wasser.16 Ob das im Training weniger Krämpfe bedeutet, hat aber niemand geprüft, und in einer Studie mit drei Stunden Belastung in der Hitze trat in keiner Gruppe überhaupt ein Krampf auf.17

Etwas anders liegt der Fall bei Leberzirrhose. Dort linderten einige Schlucke salzige Gurkenlake die Stärke von Krämpfen besser als Leitungswasser, ob sie seltener wurden, ist aber unklar.18 Warum Krämpfe allein kein Zeichen für zu wenig Elektrolyte sind, gehört zu den wichtigsten Punkten dieses Themas.

So wurde gemessen
  • Krampfschwelle: 10 Männer, Bergablauf bei 35 bis 36 °C; elektrische Schwelle sank mit Wasser und stieg mit Trinklösung, echte Krämpfe nicht gezählt.16
  • Hitze: 13 Männer bei 30 °C, Elektrolytgetränk, Wasser oder Placebo; kein Krampf in irgendeiner Gruppe.17
  • Leberzirrhose: 82 Personen; Krampfstärke −2,25 gegen −0,36 Punkte mit Leitungswasser, Häufigkeit nicht getrennt verglichen.18
Zu wenig Elektrolyte: Welche Symptome sind typisch?Wadenkrampf, Schwindel, bleierne Müdigkeit: Schnell ist der Verdacht da, dem Körper fehlten Elektrolyte. Manchmal stimmt das, oft aber steckt etwas anderes dahinter.
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Blutdruck und Herz: Was bringen Kalium und Salzersatz?

An einer unerwarteten Stelle gibt es einen klaren Nutzen: Kaliumhaltiger Salzersatz senkt den Blutdruck, das ist gut belegt. In solchen Ersatzsalzen ist ein Teil des Kochsalzes durch Kaliumchlorid ersetzt, wer damit kocht, isst also weniger Natrium und mehr Kalium. Laut der maßgeblichen Cochrane-Auswertung mit über 20.000 Teilnehmenden sank der obere Blutdruckwert damit um knapp fünf Punkte.19 Für eine Maßnahme aus der Küche ist das viel. Weitere große Auswertungen kamen auf fast denselben Wert.20

Auch Todesfälle und Schlaganfälle werden mit Salzersatz wahrscheinlich seltener, in der Cochrane-Auswertung starben etwa elf Prozent weniger Menschen.19 Doch getragen wird das fast ganz von einer riesigen Studie in chinesischen Dörfern mit über 20.000 älteren Menschen, die auch seltener Schlaganfälle erlitten.21 Die zweite große Studie, in Pflegeheimen, fand bei der Sterblichkeit keinen gesicherten Unterschied, deshalb reicht es nicht für „gut belegt“.22

Kaliumpräparate allein senken den Blutdruck ebenfalls. Bei Bluthochdruck ist das gut belegt, im Mittel sinkt der obere Wert um gut vier Punkte.23 Bei normalem Blutdruck sinkt er wahrscheinlich um gut zwei.24 Der Haken liegt bei den Nieren. Denn wer kranke Nieren hat oder Blutdruckmittel nimmt, die Kalium im Körper halten, war aus diesen Studien meist ausgeschlossen. Für diese Menschen gehören Ersatzsalz und Kalium in ärztliche Absprache. Für alle anderen ist Salzersatz einer der wenigen Elektrolyte aus Lebensmitteln mit klar belegtem Nutzen.

So wurde gemessen
  • Salzersatz und Blutdruck: 20 Studien mit 21.414 Personen, oberer Wert −4,76 mmHg (−6,01 bis −3,50).19 Zweite Auswertung: −4,61 mmHg in 19 Studien.20
  • Sterblichkeit: 5 Studien mit 24.005 Personen, RR 0,89 (0,83 bis 0,95).19 SSaSS: 20.995 Personen, Tod RR 0,88 (0,82 bis 0,95).21 DECIDE-Salt: 1.612 Personen, HR 0,84 (0,63 bis 1,13).22
  • Kaliumpräparate: Bluthochdruck, 23 Studien mit 1.213 Personen, −4,25 mmHg (−5,96 bis −2,53)23; normaler Blutdruck, 12 Studien mit 1.096 Personen, −2,10 mmHg (−3,81 bis −0,38).24

Kreislauf, Knochen und Stoma: Was ist sonst untersucht?

Für einige weitere Einsatzgebiete ist die Lage unklar oder spricht gegen einen Nutzen. Das betrifft etwa Salz gegen Schwindel beim Aufstehen. Ob es wirkt, ist unklar. In kleinen Studien hielten Betroffene auf dem Kipptisch etwas länger durch, viele davon hatten aber keine Vergleichsgruppe.25

Basische Kaliumsalze wie Kaliumcitrat sollen die Knochen stärken, doch die Daten sprechen dagegen: In der maßgeblichen Auswertung von 14 Studien veränderte sich die Knochendichte nicht.26 Ein Sonderfall sind Menschen mit sehr kurzem Darm oder einem Stoma mit viel Ausfluss, die viel Salz und Wasser verlieren, und gerade für sie ist der Nutzen einer Trinklösung im Vergleich mit Placebo nicht untersucht. In einer kleinen offenen Studie mit sechs Betroffenen glich eine Glukose-Salz-Lösung den Natriumverlust aus.27 Welche Lösung passt, gehört hier in die Hand des behandelnden Teams.

So wurde gemessen
  • Kreislauf: 14 Studien mit 391 Personen, teils ohne Kontrollgruppe; Zeit bis zur Beinahe-Ohnmacht +1,57 Minuten (1,26 bis 1,88), niedrige Qualität.25
  • Knochen: 14 Studien zu Kaliumbicarbonat und -citrat; keine Wirkung auf die Knochendichte.26
  • Stoma: 6 Personen, offener Crossover; Natriumbilanz +96 mmol am Tag mit Lösung gegen −16 ohne Zusatz.27

Unsere Einordnung

Elektrolyte sind ein Werkzeug für bestimmte Lagen, kein Alltagsgetränk. Bei Durchfall mit Austrocknung wirkt eine Trinklösung so gut wie eine Infusion. Im Sport bringt Salz über Wasser hinaus wenig Belegtes, zuckerhaltige Getränke helfen bei Hitze wahrscheinlich etwas. Den klarsten Nutzen außerhalb des Durchfalls hat kaliumhaltiger Salzersatz für den Blutdruck.

Welche Versprechen über Elektrolyte halten nicht?

Drei verbreitete Versprechen halten den Studien nicht stand. Das erste lautet, Elektrolyte gehörten täglich ins Wasser, für mehr Energie und bessere Versorgung. Doch ohne Schweißverlust oder Durchfall liefert jede Portion vor allem zusätzliches Salz, und Natrium hebt auf Dauer den Blutdruck, das ist gut belegt.28 Gesüßte Varianten lassen bei täglichem Trinken das Gewicht wahrscheinlich etwas steigen.29

Das zweite Versprechen besagt, Krämpfe kämen von zu wenig Salz und ließen sich mit Elektrolyten verhindern. Genau das ist mit echten Krämpfen nicht untersucht, die Studien maßen nur eine elektrische Krampfschwelle im Labor.16 Das dritte lautet, Salztabletten schützten Ausdauersportler vor Natriummangel. In der großen Ironman-Studie machten sie keinen Unterschied, und ernster Natriummangel entsteht vor allem, wenn mehr getrunken als ausgeschwitzt wird.1130

Helfen Elektrolyte nach Alkohol und gegen Kater?

Dass Elektrolyte nach Alkohol einen Kater lindern, ist mit Studien nicht belegt. Die Idee klingt plausibel, denn Alkohol treibt die Nieren an, und am Morgen danach sind Mund und Kehle trocken. Eine Übersichtsarbeit kam jedoch zu dem Schluss, dass Austrocknung und Kater zwar oft zusammen auftreten, aber unabhängig voneinander entstehen.31 Mehr Wasser zu trinken, linderte den Kater in den ausgewerteten Daten nicht.

Kontrollierte Studien, die ein Elektrolytgetränk gegen einen Kater mit Wasser oder einem Scheinpräparat vergleichen, sind uns nicht bekannt. Daher spielt es keine belegte Rolle, ob Elektrolyte vor oder nach dem Alkohol getrunken werden. Wer nach einer langen Nacht auch noch Durchfall oder Erbrechen hat, verliert allerdings tatsächlich Salz, und dann kann eine Trinklösung sinnvoll sein. Gegen den Kater hilft vor allem eines: weniger Alkohol.

Sind Elektrolyte sicher?

Für Gesunde sind Elektrolyte in passender Situation sicher, Risiken entstehen vor allem durch die falsche Menge. Drei Lagen ziehen sich durch die Studien: Kalium bei kranken Nieren, Natriummangel beim langen Ausdauersport und Trinklösungen für Kinder. Die Studienlage ist dabei sehr verschieden.

Ob Kalium aus Pulvern, Ersatzsalz oder Tabletten zu überhöhten Blutwerten führt, ist ungeklärt. Fallberichte schildern 44 Menschen mit stark erhöhtem Kalium aus der Ernährung, zwölfmal ausgelöst durch Salzersatz, darunter drei Todesfälle bei gesunden Nieren.32 In den großen Salzersatz-Studien kamen dagegen rechnerisch nur 4 zusätzliche Fälle auf 100.000 Menschen, ein Unterschied im Bereich des Zufalls.19 Allerdings waren Menschen mit Nierenerkrankung und alle, die ACE-Hemmer, Sartane oder kaliumsparende Entwässerungsmittel nehmen, dort ausgeschlossen.19 Für sie gilt der Befund nicht.

Ob Sport- und Elektrolytgetränke beim langen Ausdauersport vor Natriummangel im Blut schützen, ist ebenfalls ungeklärt. Beim Boston-Marathon hatte gut jeder achte von 488 untersuchten Läuferinnen und Läufern im Ziel zu niedrige Werte. Das Getränk spielte keine Rolle.30 Auch beim Ironman mit 413 Teilnehmenden lag das Natrium im Blut mit Salztabletten, Scheinpräparat oder ohne Zusatz am Ende gleich.11 Gefährdet war vor allem, wer schwerer ins Ziel kam als beim Start, mit Wasser genauso wie mit Sportgetränk.30

Bei Trinklösungen zählt die Zubereitung. Richtig angerührt und unter Aufsicht führten sie in Studien nicht öfter zu überhöhtem Natrium als eine Infusion, ein Schaden wurde dort nicht gefunden.33 Zu Hause falsch angewendet, etwa zu konzentriert oder ohne zusätzliches Wasser, sah das anders aus: In Kairo hatten 24 Prozent der Säuglinge mit zu hohem Natrium vorher eine Trinklösung bekommen, von den übrigen nur 5 Prozent.34

Dass Trinklösung eine vorübergehende Darmlähmung begünstigt, ist ein wahrscheinlicher Schaden. Auf 33 Kinder, die in den Studien mit Trinklösung statt Infusion behandelt wurden, kam rechnerisch ein zusätzlicher Fall.1 Schwere Komplikationen wie Tod oder Krampfanfall waren mit Trinklösung dagegen seltener, wie eine zweite Auswertung von 16 Studien mit 1.545 Kindern aus elf Ländern ergab.2 Beides betrifft Kinder mit Magen-Darm-Infekt in der Klinik, für Erwachsene fehlen solche Vergleiche; ausführlicher behandeln das die Nebenwirkungen von Elektrolyten.

So wurde gemessen
  • Kalium: Salzersatz, 5 Studien mit 22.849 Personen, zu hohes Kalium +4 Fälle je 100.000 (−47 bis 121), Risikopersonen ausgeschlossen.19 35 Fallberichte mit 44 Fällen, Salzersatz in 12, 3 Todesfälle bei gesunden Nieren.32
  • Natriummangel im Sport: Boston-Marathon, 488 Personen, 13 % unter 135 mmol/l, Risikofaktor Gewichtszunahme.30
  • Trinklösung: zu viel Natrium nicht häufiger als mit Infusion33; Kairo, 100 Säuglinge, Fehlanwendung zu Hause34; Darmlähmung ein zusätzlicher Fall je 33 Kinder.1

Notfall

Bei Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit nach langem Ausdauersport mit viel Trinken, bei plötzlicher Muskelschwäche oder Herzstolpern nach kaliumhaltigen Produkten und bei einem Kind, das unter Trinklösung kaum noch wach wird, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Höherer Blutdruck durch viel Salz (Natrium)Schaden belegt133 Studien, 12.197 Pers. (Huang 2020)

Ergebnisse: Salzreduktion um im Mittel 130 mmol Natrium/Tag: systolisch −4,26 mmHg (Huang 2020); −4,18 mmHg bei 75 mmol/Tag weniger (He 2013, 34 Studien, 3.230 Pers.); normaler Blutdruck −1,14 mmHg (95 Studien, 5.982 Pers.), Bluthochdruck −5,71 mmHg (88 Studien), hohe Evidenzqualität (Graudal 2020); TOHP II: −1,2 mmHg nach 36 Monaten (2.382 Pers.)

Mehr Natrium erhöht den Blutdruck, das ist durch weit über hundert Studien zur Salzreduktion übereinstimmend belegt; der Effekt ist bei Bluthochdruck deutlich größer als bei normalem Blutdruck. Für Menschen, die regelmäßig Salztabletten oder salzreiche Elektrolytpulver ohne starkes Schwitzen nehmen, ist das eine zusätzliche Salzquelle. Die EFSA hält 2 g Natrium täglich für Erwachsene für sicher und ausreichend. 28, 84, 85, 86

Was tun? Salztabletten und salzreiche Elektrolytprodukte nur bei echtem Bedarf nehmen (starkes Schwitzen, Durchfall), nicht als tägliches Getränk; bei Bluthochdruck die Natriummenge pro Portion auf der Packung beachten und mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.

Nicht untersucht bei: Ausdauersportler mit großem Schweißverlust (Blutdruckwirkung zusätzlicher Natriumgaben)

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Die EFSA betrachtet 2,0 g Natrium täglich als sichere und ausreichende Zufuhr für Erwachsene, weil bei dieser Menge ein verringertes Herz-Kreislauf-Risiko hinreichend sicher ist; für Kinder gelten 1,1 bis 2,0 g je nach Alter. EFSA 2019
Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 133 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Darmlähmung (paralytischer Ileus) bei Trinklösung statt Infusion (Vergleich)Schaden wahrscheinlich17 Studien (Hartling 2006, Cochrane), Neuauflage von Bellemare 2004 (14 Studien)

Ergebnisse: Darmlähmung häufiger mit Trinklösung, NNT 33 (20 bis 100), nur im Modell mit festen Effekten berichtet (Hartling 2006); gleiches Ergebnis in der Vorversion (Bellemare 2004); Studienzahl für diesen Messwert nicht genannt

Unter Trinklösung trat bei Kindern im Vergleich mit einer Infusion wahrscheinlich etwas häufiger eine vorübergehende Darmlähmung auf, etwa bei einem von 33 Kindern mehr. Beide Fassungen derselben Cochrane-Übersicht zeigen das, sie zählen aber nur als ein Beleg, und gerechnet wurde nur mit einem der beiden üblichen Modelle. Schwere Komplikationen wie Krampfanfälle waren mit Trinklösung in einer anderen Auswertung insgesamt seltener. 1, 33, 2

Was tun? Bekommt ein Kind unter Trinklösung einen geblähten, harten Bauch, erbricht es wiederholt oder hat es keinen Stuhl mehr, ärztlich vorstellen; bei starken Bauchschmerzen mit grünlichem Erbrechen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Nicht untersucht bei: Erwachsene

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Hartling et al. 2006, 17 Studien) positiv)Unsere Regeln
Gewichtszunahme durch zuckerhaltige Sport- und Elektrolytgetränke (Kombination)Schaden wahrscheinlich16 Studien, 1.343 Pers. (Nguyen 2023), Neuauflage von Malik 2013

Ergebnisse: Erwachsene, zuckerhaltige Getränke zusätzlich: Gewicht +0,83 kg (0,47 bis 1,19) (Nguyen 2023); +0,85 kg (0,50 bis 1,20), 5 Studien, 292 Pers. (Malik 2013, Vorversion derselben Arbeitsgruppe)

Wer zuckerhaltige Getränke zusätzlich zu seiner normalen Ernährung trinkt, nimmt wahrscheinlich etwas zu, in den Studien knapp ein Kilogramm. Untersucht wurden Süßgetränke allgemein, nicht einzelne Elektrolytprodukte; das Risiko geht vom Zucker aus und betrifft gesüßte Sport- und Elektrolytgetränke, die im Alltag ohne großen Schweißverlust getrunken werden. Die beiden Meta-Analysen stammen von derselben Arbeitsgruppe und zählen als ein Beleg. 29, 87, 88

Was tun? Im Alltag Wasser trinken; zuckerhaltige Elektrolyt- oder Sportgetränke für lange, schweißtreibende Belastungen oder Durchfall aufheben und bei Übergewicht oder Diabetes zuckerfreie Varianten wählen.

Nicht untersucht bei: Elektrolytgetränke im Einzelnen (Studien zu Süßgetränken allgemein), Ausdauersportler mit hohem Energiebedarf

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Nguyen et al. 2023, 16 Studien) positiv)Unsere Regeln
Natriummangel im Blut (Hyponatriämie) beim Ausdauersport trotz Sport- bzw. Elektrolytgetränkungeklärt1 RCT, 413 Pers. (Hew-Butler 2006), dazu kleine Laborstudien

Ergebnisse: Ironman: Blut-Natrium mit Salztabletten, Placebo oder nichts gleich (Hew-Butler 2006); 4-Stunden-Lauf mit 1 l pro Stunde: Hyponatriämie bei 46 % mit natriumreichem Getränk und 92 % mit Wasser, ohne statistischen Test (Twerenbold 2003); Blut-Natrium mit Wasser niedriger als mit Sportgetränk (Vrijens 1999, Anastasiou 2009)

Keine kontrollierte Studie fand mit Sport- oder Elektrolytgetränken mehr Natriummangel im Blut als mit Wasser; ob sie sicher davor schützen, ist aber ungeklärt. Natriummangel ist bei langen Ausdauerbelastungen nicht selten, beim Boston-Marathon hatte gut jeder achte untersuchte Läufer zu niedrige Werte, in seltenen Fällen wird er lebensbedrohlich. Hauptursache ist, mehr zu trinken als man ausschwitzt, und das gilt für Sportgetränke genauso wie für Wasser. 11, 55, 82, 17, 30

Was tun? Bei langen Belastungen nach Durst trinken statt nach Plan und nicht schwerer ins Ziel kommen als beim Start; Salztabletten oder Sportgetränke ersetzen diese Regel nicht. Bei Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit nach langem Trinken ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112; nicht mit noch mehr Flüssigkeit behandeln.

Nicht untersucht bei: Kinder und Jugendliche bei Ausdauerwettkämpfen, Menschen mit Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Bei 488 Läuferinnen und Läufern des Boston-Marathons 2002 hatten 13 % am Ziel eine Hyponatriämie, 0,6 % eine kritische (höchstens 120 mmol/l); Risikofaktor war vor allem eine Gewichtszunahme während des Laufs, die Art des Getränks spielte keine Rolle. Almond et al. 2005
  • Die dritte internationale Konsensuskonferenz zur belastungsbedingten Hyponatriämie (Carlsbad 2015) gibt Empfehlungen zu Vorbeugung, Erkennung und Behandlung. Hew-Butler et al. 2015
  • Beim 161-km-Western-States-Lauf hatten 6,6 % der Finisher eine Hyponatriämie, obwohl 93,9 % Salztabletten nahmen; Betroffene unterschieden sich nicht in der Salzmenge, sondern durch Überwässerung. Hoffman & Stuempfle 2015
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Natriummangel im Blut durch die salzärmere Trinklösung (reduzierte Osmolarität) bei Cholera (Vergleich)ungeklärt4 Studien, 465 Pers. (Musekiwa 2011, Cochrane)

Ergebnisse: Blut-Natrium unter 130 mmol/l RR 1,67 (1,09 bis 2,57), unter 125 mmol/l RR 1,58 (0,62 bis 4,04), nicht signifikant, keine Fälle mit Beschwerden (Musekiwa 2011); Erwachsene 29/142 vs. 16/150, OR 2,1 (1,1 bis 4,1), alle ohne Beschwerden (Alam 1999); kein Unterschied (Pulungsih 2006, 176 Pers.)

Bei Cholera, die sehr viel Salz ausschwemmt, sank das Blut-Natrium mit der salzärmeren Trinklösung im Vergleich mit der Standardlösung häufiger unter den Normbereich; in den Studien blieb das ohne Beschwerden. Weil es nur vier Studien mit zusammen 465 Behandelten gibt und eine weitere keinen Unterschied fand, ist das Risiko ungeklärt. Bei Kindern mit gewöhnlichem Durchfall trat das nicht häufiger auf. 4, 40, 41, 83, 3, 45

Was tun? Bei schwerem, wässrigem Durchfall wie Cholera und bei mangelernährten Kindern gehört die Rehydrierung in ärztliche Hand, möglichst mit Kontrolle der Blutsalze; Trinklösungen nie stärker verdünnen als angegeben. Bei Krampfanfall oder Benommenheit ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Nicht untersucht bei: Säuglinge unter 1 Monat, mangelernährte Kinder in Afrika

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Zu viel Kalium im Blut (Hyperkaliämie) durch Kaliumpräparate oder kaliumhaltigen Salzersatzungeklärt5 Studien, 22.849 Pers. (Brand 2022, Cochrane)

Ergebnisse: Salzersatz: Hyperkaliämie +4 je 100.000 (−47 bis 121), kein Unterschied; Blut-Kalium +0,12 mmol/l (Brand 2022); schwere Hyperkaliämie-Ereignisse RR 1,04 (0,80 bis 1,37) (SSaSS, 20.995 Pers.); mehr Hyperkaliämie im Labor ohne klinische Folgen (DECIDE-Salt, 1.612 Pers.)

Bei Menschen ohne Nierenerkrankung waren gefährlich hohe Kaliumwerte mit Salzersatz in den großen Studien nicht häufiger als mit normalem Salz. Weil diese Studien genau die Menschen ausschlossen, für die Kalium riskant ist, und weil einzelne Fallberichte schwere, teils tödliche Verläufe beschreiben, ist das Risiko insgesamt ungeklärt. Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung stieg das Kalium in einer Studie ohne Kontrollgruppe schon nach zwei Wochen bei jedem Neunten zu hoch. 19, 21, 22, 76

Was tun? Bei Nierenerkrankung, Herzschwäche oder Einnahme von ACE-Hemmern, Sartanen, Spironolacton oder ähnlichen Mitteln Kaliumpräparate, kaliumreiche Elektrolytpulver und Salzersatz nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle des Kaliumwerts verwenden. Bei plötzlicher Muskelschwäche, Lähmungsgefühl oder Herzstolpern ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Nicht untersucht bei: Menschen mit chronischer Nierenerkrankung in Langzeitstudien, Menschen unter kaliumsparenden Entwässerungsmitteln, ACE-Hemmern oder Sartanen (meist ausgeschlossen), Kaliumpräparate allein (keine Meta-Analyse zur Hyperkaliämie), Schwangere und Kinder

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Eine Auswertung von 35 Fallberichten mit 44 Fällen ernährungsbedingter Hyperkaliämie (im Mittel 8,2 mmol/l) nennt Salzersatz in 12 Fällen als Ursache; bei 17 Betroffenen waren die Nieren gesund, drei von ihnen starben. Te Dorsthorst et al. 2019
  • Bei 191 Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (eGFR im Mittel 31), überwiegend unter RAS-Hemmern, führten 40 mmol Kaliumchlorid täglich über zwei Wochen bei 11 % zu einer Hyperkaliämie (im Mittel 5,9 mmol/l), vor allem bei Älteren und höherem Ausgangswert. Gritter et al. 2022
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Brand et al. 2022, 5 Studien) ohne Effekt)
  • Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht)
Unsere Regeln
Zu viel Natrium im Blut (Hypernatriämie) durch Trinklösung statt Infusion (Vergleich)kein Schaden gefunden14 Studien (Bellemare 2004); Hypernatriämie in 10 Studien, 1.062 Pers. (Hartling 2006)

Ergebnisse: kein Unterschied zur Infusion bei Hypernatriämie (Bellemare 2004; Hartling 2006, 10 Studien, 1.062 Kinder; Gavin 1996)

In kontrollierten Studien führte die Behandlung mit Trinklösung im Vergleich mit einer Infusion nicht häufiger zu einem zu hohen Natriumwert; ein Schaden wurde dort nicht gefunden. Ein Hinweis bleibt aber bestehen: In einer älteren Beobachtung aus Kairo hatten Säuglinge mit zu hohem Natrium häufiger zu Hause eine Trinklösung bekommen, die falsch angewendet worden war, etwa zu lange und ohne zusätzliches Wasser. Die Studien sagen deshalb nur etwas über richtig angerührte und überwachte Trinklösungen. 33, 1, 37, 34

Was tun? Trinklösungen genau nach Packungsangabe mit der richtigen Wassermenge anrühren, kein Salz zugeben und Säuglinge zusätzlich stillen oder Wasser geben; bei Unsicherheit oder anhaltendem Durchfall kinderärztlich vorstellen. Wird ein Kind unter der Behandlung sehr schläfrig, schwer erweckbar oder krampft es, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Nicht untersucht bei: falsch angerührte oder selbst gemischte Salz-Zucker-Lösungen, Neugeborene

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Unter 100 ausgetrockneten Säuglingen in Kairo hatten 17 % eine Hypernatriämie; betroffene Kinder hatten häufiger eine Trinklösung zu Hause bekommen (24 vs. 5 %), in keinem Fall richtig angewendet; Fehler waren zu lange Gabe und kein zusätzliches Wasser. Cleary et al. 1981
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (maßgebliche Meta-Analyse (Bellemare et al. 2004, 14 Studien) ohne Effekt)Unsere Regeln
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Elektrolyte im Alltag: Wann, wie viel und welche Form?

Im Alltag gilt eine einfache Regel: Elektrolyte ersetzen Verluste, sonst nichts. Wo Studien zu einer Praxisfrage fehlen, sagen wir das in den folgenden Abschnitten ausdrücklich.

Elektrolyte vor oder nach dem Sport?

Für die meisten reicht nach dem Sport Wasser zu einer Mahlzeit. Vorher braucht es nichts Besonderes. Ob ein Elektrolytgetränk nach dem Training mehr Flüssigkeit im Körper hält als Wasser, ist unklar,14 und Salz vor dem Start half nur in kleinen Laborstudien bei großer Hitze.13 Sinnvoll wird ein salzhaltiges Getränk bei langen, schweißtreibenden Belastungen, etwa ab mehreren Stunden oder bei großer Hitze. Eine Uhrzeit spielt dabei keine Rolle.

Wie viel Elektrolyte am Tag?

Eine feste Tagesmenge gibt es nicht, weil sich der Bedarf nach dem Verlust richtet. Bei Durchfall hängt die Menge Trinklösung an Alter, Gewicht und Stuhlgang, beim Sport daran, wie lange, wie heiß und wie salzig jemand schwitzt. Als grobe Orientierung hält die EU-Lebensmittelbehörde EFSA für Erwachsene 2 g Natrium am Tag für sicher und ausreichend,36 und diese Menge erreichen viele Menschen schon über Brot, Käse und Fertiggerichte. In den Sportstudien kamen dagegen teils mehrere Gramm Natrium während eines einzigen Ironman-Rennens zum Einsatz,11 doch das sind Mengen für Extremsituationen, nicht für den Alltag. Welche Mengen die Studien zu Durchfall, Hitze und Wettkampf genau verwendeten, zeigt der Artikel zur Einnahme von Elektrolyten.

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Pulver, Tabletten oder Getränk?

Entscheidend ist der Inhalt, nicht die Form. Für Durchfall gehört eine Trinklösung aus der Apotheke ins Haus, für lange Belastungen in der Hitze ein Getränk mit Natrium und etwas Zucker. Im Alltag sind zuckerfreie Varianten oder Wasser die bessere Wahl, denn zusätzliche Süßgetränke ließen das Gewicht in Studien wahrscheinlich etwas steigen.29 Bei kranken Nieren und kaliumhaltenden Blutdruckmitteln lohnt ein Blick auf den Kaliumgehalt.

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Elektrolyte selber machen und aus Lebensmitteln

Elektrolyte stecken in fast allem, was gegessen wird: Natrium in Salz, Brot und Käse, Kalium in Obst, Gemüse und Kartoffeln. Selbst gemischte Salz-Zucker-Lösungen sind möglich, aber fehleranfällig, und für Kinder mit Durchfall ist die fertige Trinklösung sicherer.34 Kokoswasser war nach dem Sport nicht besser als Wasser, fettarme Milch dagegen schon, allerdings bei schwacher Datenlage.35

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Woran erkennt man zu wenig Elektrolyte?

Ein Mangel lässt sich nur im Blut sicher feststellen, die typischen Zeichen sind unspezifisch. Austrocknung zeigt sich durch Durst, Schwindel und wenig Urin, Natriummangel durch Kopfschmerz, Übelkeit und Verwirrtheit. Echte Mängel entstehen vor allem bei Durchfall, unter Entwässerungstabletten und beim langen Ausdauersport mit zu viel Trinken, wie die Untersuchung beim Boston-Marathon zeigt.30

Unsere Einordnung

Elektrolyte lohnen sich bei Durchfall mit Austrocknung, und dort ist die salzärmere Trinklösung die beste Wahl. Für lange Belastungen in der Hitze kann ein Sportgetränk etwas bringen, gegen Krämpfe und Kater ist nichts belegt. Kaliumhaltiger Salzersatz senkt den Blutdruck. Bei kranken Nieren und Blutdruckmitteln ist Kalium Sache der Ärztin oder des Arztes, und im Sport zählt die Trinkmenge mehr als jedes Salz.

Häufige Fragen

Was sind Elektrolyte und wofür sind sie gut?

Elektrolyte sind im Körperwasser gelöste, elektrisch geladene Salze wie Natrium, Kalium und Chlorid; sie steuern den Wasserhaushalt und die Signale von Nerven und Muskeln. Ihr klarster Nutzen liegt bei Durchfall mit Austrocknung, wo eine Trinklösung Kindern so gut hilft wie eine Infusion.1

Darf man in der Schwangerschaft Elektrolyte nehmen?

Studien zu Elektrolytprodukten in der Schwangerschaft gibt es nicht. Bei Durchfall oder starkem Erbrechen ist eine Trinklösung aus der Apotheke üblich, besser nach Rücksprache mit der Frauenarzt- oder Hausarztpraxis; als tägliches Getränk ohne Anlass bringen Elektrolyte keinen belegten Vorteil.

Brauchen Senioren Elektrolyte?

Ältere Menschen spüren oft weniger Durst und trocknen bei Durchfall oder Hitze schneller aus; dann kann eine Trinklösung sinnvoll sein. Weil viele Ältere Blutdruckmittel nehmen oder schwächere Nieren haben, lohnt dabei ein Blick auf den Kaliumgehalt und eine Rücksprache mit der Hausarztpraxis.

Helfen Elektrolyte beim Abnehmen?

Nein, dafür gibt es keinen Beleg. Gesüßte Elektrolytgetränke können das Gewicht sogar leicht erhöhen, wenn sie zusätzlich zur normalen Ernährung getrunken werden, wie Studien zu Süßgetränken zeigen.29

Hat Bier Elektrolyte?

Bier enthält etwas Salz, ist aber kein Elektrolytgetränk. Ob es nach dem Sport Flüssigkeit so gut ersetzt wie Wasser, lässt sich nach einer Übersicht von Erste-Hilfe-Fachleuten wegen zu weniger Daten nicht sagen.35

Was sind Elektrolyte zum Trinken?

Damit sind Getränke gemeint, die gelöste Salze wie Natrium und Kalium liefern: Trinklösungen gegen Durchfall aus der Apotheke, Sportgetränke und Elektrolytpulver zum Auflösen. Sie unterscheiden sich vor allem im Verhältnis von Salz und Zucker.

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So bewerten wir

Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.

StufeWann wir sie vergeben
gut belegtMindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität.
wahrscheinlichDie maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt.
unklarNur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich.
spricht dagegenDie maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo.
nicht untersuchtEs gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien.

Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.

Alle 88 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Hartling et al. 2006, Cochrane Database Syst Rev17 RCTs, 1.811 Kinder mit akuter Gastroenteritis, Trinklösung vs. InfusionBehandlungsversagen RD 4 % (1 bis 7), NNT 25; mit salzärmerer WHO-Lösung kein Unterschied; Autoren: keine klinisch bedeutsamen UnterschiedeCochrane-Review (maßgeblich, Vergleich)
2Fonseca et al. 2004, Arch Pediatr Adolesc Med16 RCTs, 1.545 Kinder unter 15 Jahren, Trinklösung oder Magensonde vs. InfusionVersagensrate der Trinklösung 4,0 %; schwere Komplikationen mit Trinklösung seltenerMeta-Analyse (Vergleich)
3Hahn et al. 2002, Cochrane Database Syst RevRCTs, Kinder im Krankenhaus mit akutem Durchfall; ungeplante Infusion in 8 Studien auswertbarungeplante Infusion OR 0,59 (0,45 bis 0,79)Cochrane-Review (maßgeblich, Vergleich)
4Musekiwa & Volmink 2011, Cochrane Database Syst Rev7 RCTs, 718 Erwachsene und Kinder mit Cholera (Glukose-Trinklösung)ungeplante Infusion kein signifikanter UnterschiedCochrane-Review (maßgeblich, Vergleich)
5Gregorio et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev35 RCTs, 4.284 Personen; gegen salzärmere Glukose-Lösung 4 Studien, 376 Pers.gegen Lösung höchstens 270 mOsm/l: Infusion RR 0,66 (0,43 bis 1,02); gegen alte Lösung: RR 0,75 (0,57 bis 0,98); Evidenz niedrig bis sehr niedrigCochrane-Review (maßgeblich, Vergleich)
6Munos et al. 2010, Int J EpidemiolArbeiten zu Trinklösungen bei Kindern unter 5 Jahren, überwiegend Beobachtungs- und ProgrammdatenTrinklösung verhindert geschätzt 93 % der Durchfall-Todesfälle; Hausgetränke: Evidenz unzureichendSystematische Übersicht (überwiegend Beobachtungsdaten)
7Freedman et al. 2016, JAMA647 Kinder (6 bis 60 Monate) mit leichter Gastroenteritis, Notaufnahme Toronto, einfach verblindetBehandlungsversagen 16,7 % (Apfelsaft) vs. 25,0 % (Elektrolytlösung); Infusion 2,5 % vs. 9,0 %RCT (Vergleich)
8Caeiro et al. 1999, Clin Infect Dis80 Studierende mit Reisedurchfall in Mexiko, Loperamid mit oder ohne Trinklösung (60 mmol/l Natrium), offengleichwertige Besserung, kein Zusatznutzen der Trinklösung bei freiem TrinkenRCT (offen, ohne Placebo)
9Wang et al. 2026, Nutrients21 RCTs, 316 Personen, Belastung ab 22 °C; aerobe Ausdauer 15 Studienaerobe Ausdauer g = 0,45 (0,26 bis 0,64); gesamt g = 0,37; Vorhersageintervall schließt null einMeta-Analyse (maßgeblich, Kombination)
10Rowlands et al. 2022, Sports Med28 Studien mit 68 Getränke-Effekten, kontinuierliches Ausdauertraining bis 180 minisotones Getränk gegen Wasser 1,3 Prozentpunkte zugunsten Wasser (90 % KI 0,0 bis 2,5); hypoton +1,1 (0,1 bis 2,0)Meta-Analyse (maßgeblich)
11Hew-Butler et al. 2006, Br J Sports Med413 Ironman-Triathleten, Salztabletten vs. Placebo vs. nichtskeine Unterschiede bei Zielzeit und Blut-NatriumRCT (größte, Gegenbefund)
12Del Coso et al. 2016, Scand J Med Sci Sports26 Triathleten, Halb-Ironman, Salzkapseln (113 mmol Natrium) vs. PlaceboGesamtzeit kürzer; Blut-Natrium höherRCT
13Sims et al. 2007b, J Appl Physiol13 trainierte Radfahrerinnen, 32 °C, 164 vs. 10 mmol/l Natrium, doppelblinder Crossoverlängere Zeit bis zur ErschöpfungRCT (Crossover)
14Ly et al. 2023, Nutrients26 Sportler nach Belastung, handelsübliche Sportgetränke und Trinklösung vs. Wassermehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit Wasser; ein Autor mit Honoraren eines GetränkeherstellersRCT
15Juett et al. 2026, J Int Soc Sports Nutr17 Personen, Crossover, Fruchtsaft vs. Sportgetränk vs. Wasser nach BelastungRückhalt Sportgetränk 37 % vs. Wasser 35 % (p = 0,059), nicht signifikant; ein Koautor mit Forschungsmitteln eines GetränkekonzernsRCT (Crossover, Gegenbefund)
16Lau et al. 2021, J Int Soc Sports Nutr10 Männer, Bergablauf bei 35 bis 36 °C, Wasser vs. Trinklösung, Crossoverelektrische Krampfschwelle sank mit Wasser, stieg mit Trinklösung; echte Krämpfe nicht gezähltKontrollierte Studie (nur Ersatzwert)
17Anastasiou et al. 2009, J Athl Train13 Männer, 30 °C, Elektrolytgetränk vs. Wasser vs. Placebokein Krampf in irgendeiner Gruppe, Effekt nicht schätzbarRCT (Crossover)
18Tapper et al. 2022 (PICCLES), Am J Gastroenterol82 Patienten mit Zirrhose und mehr als 4 Krämpfen pro Monat, Gurkenlake vs. LeitungswasserKrampfstärke −2,25 vs. −0,36 (p = 0,03); Häufigkeit nicht getrennt verglichenRCT (Kombination)
19Brand et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev26 RCTs, 34.961 Erwachsene; Blutdruck: 20 RCTs, 21.414 Personensystolisch −4,76 (−6,01 bis −3,50), diastolisch −2,43 (−3,50 bis −1,36), moderate VertrauenswürdigkeitCochrane-Review (maßgeblich)
20Yin et al. 2022, Heart21 RCTs, 19 mit Blutdrucksystolisch −4,61 mmHg; Effekt in allen Untergruppen ähnlichMeta-Analyse
21Neal et al. 2021 (SSaSS), N Engl J Med20.995 Personen aus 600 Dörfern, früherer Schlaganfall oder ab 60 Jahre mit Bluthochdruck, cluster-randomisiert, offen, 4,74 JahreTod RR 0,88 (0,82 bis 0,95); auch weniger SchlaganfälleRCT (Mega-Studie)
22Yuan et al. 2023 (DECIDE-Salt), Nat Med1.612 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in China, cluster-randomisiert, offensystolisch −7,1 mmHg mit SalzersatzGroß-RCT
23Poorolajal et al. 2017, PLoS One23 RCTs, 1.213 Personen mit primärem Bluthochdruck, Kalium vs. Placebosystolisch −4,25 mmHg (−5,96 bis −2,53), diastolisch −2,53 (−4,05 bis −1,02)Meta-Analyse (maßgeblich)
24Behers et al. 2023, Nutrients12 RCTs, 1.096 Personen der überwiegend normotensiven Allgemeinbevölkerungsystolisch −2,10 mmHg (−3,81 bis −0,38), I² 83 %Meta-Analyse (maßgeblich)
25Loughlin et al. 2020, Am J Med14 Interventionsstudien, 391 Personen mit orthostatischer Intoleranz, teils ohne KontrollgruppeZeit bis zur Beinahe-Ohnmacht +1,57 min (1,26 bis 1,88); niedrige QualitätMeta-Analyse (maßgeblich)
26Lambert et al. 2015, Osteoporos Int14 Studien zu Kaliumbicarbonat und -citrat und Knochenstoffwechselkeine Wirkung auf die Knochendichte; Abbau-Marker und Calciumausscheidung gesenktMeta-Analyse (maßgeblich)
27Nightingale et al. 1992, Gut6 Patienten mit Jejunostomie, randomisierte Reihenfolge, offen, je 48 hNatriumbilanz: Lösung +96, Kapseln +66, ohne Zusatz −16 mmol/TagCrossover-Studie (offen)
28Huang et al. 2020, BMJ133 Studien, 12.197 Personen, Salzreduktion vs. übliche Zufuhrsystolisch −4,26 mmHg bei 130 mmol/Tag weniger NatriumMeta-Analyse (maßgeblich)
29Nguyen et al. 2023, Am J Clin NutrErwachsene 16 RCTs (1.343 Personen), Zugabe und Weglassen von SüßgetränkenZugabe +0,83 kg (0,47 bis 1,19)Meta-Analyse (maßgeblich)
30Almond et al. 2005, N Engl J Med488 Marathonläufer, Beobachtung13 % Hyponatriämie; Risiko durch Gewichtszunahme; Getränkeart ohne EinflussBeobachtungsstudie (groß)
31Mackus et al. 2024, AlcoholÜbersicht zu Kater, Durst und Wassertrinken (Umfragen und Studien)Austrocknung und Kater treten zusammen auf, hängen aber nicht voneinander ab; Wasser linderte den Kater nichtÜbersichtsarbeit
32Te Dorsthorst et al. 2019, Eur J Clin Nutr35 Fallberichte mit 44 Fällen ernährungsbedingter HyperkaliämieSalzersatz in 12 Fällen als Ursache; 17 Betroffene mit gesunden Nieren, davon 3 gestorbenAuswertung von Fallberichten
33Bellemare et al. 2004, BMC Med14 RCTs, Kinder mit Gastroenteritis und AustrocknungBehandlungsversagen RD 3 % (0 bis 6) im Zufallseffekt-Modell, nicht signifikant; Vorversion der Cochrane-AuswertungMeta-Analyse (Vorversion)
34Cleary et al. 1981, J Pediatr100 ausgetrocknete Säuglinge, Kairo, Beobachtung17 % Hypernatriämie, gehäuft nach falsch angewendeter Trinklösung zu HauseBeobachtungsstudie (Fehlanwendung)
35De Brier et al. 2025, J Athl Train11 Studien nach sportbedingter Austrocknung, Magermilch, Kokoswasser oder Bier gegen Wasser (Erste-Hilfe-Leitlinienarbeit)Magermilch besser als Wasser, frisches Kokoswasser ohne Unterschied, für Bier zu wenig Daten; Evidenz sehr niedrigSystematische Übersicht
36EFSA 2019, EFSA JGutachten der EU-Lebensmittelbehörde zu Natrium2,0 g Natrium täglich für Erwachsene sicher und ausreichend; Kinder 1,1 bis 2,0 gBehördengutachten
37Gavin et al. 1996, PediatricsRCTs in Industrieländern, Kinder mit GastroenteritisVersagensrate der Trinklösung insgesamt 3,6 %Meta-Analyse (älter)
38Hahn et al. 2001, BMJ15 RCTs, Kinder mit akutem Durchfall; Infusion in 9 Studienungeplante Infusion OR 0,61 (0,47 bis 0,81)Meta-Analyse (Vorversion)
39Zubairi et al. 2024, J Glob Health9 RCTs, Kinder bis 5 Jahre mit akutem und anhaltendem Durchfall; von der WHO beauftragtungeplante Infusion RR 0,77 (0,58 bis 1,02; 3 Studien, 1.258 Kinder), nicht signifikant, geringe VertrauenswürdigkeitMeta-Analyse (neueste, Gegenbefund)
40Murphy et al. 2004, Cochrane Database Syst Rev7 RCTs, 718 Personen mit Cholerakein Unterschied bei InfusionenCochrane-Review (Vorversion)
41Alam et al. 1999 (CHOICE), Lancet300 Erwachsene mit schwerer Cholera, Bangladesch, doppelblindInfusionsbedarf ähnlich; mehr Hyponatriämie ohne BeschwerdenRCT (Vergleich)
42Gregorio et al. 2009, Cochrane Database Syst RevRCTs, 2.235 Personen, Polymer- vs. Glukose-Lösungen beider Art zusammenweniger ungeplante Infusionen (19 Studien); alte und neue Glukose-Lösung zusammengerechnetCochrane-Review (Vorversion)
43Gore et al. 1992, BMJ13 RCTs, 1.367 Patienten mit Cholera oder akutem Durchfall, Reis- vs. alte WHO-Glukose-Lösungweniger Stuhl, vor allem bei CholeraMeta-Analyse (älter, nur gegen alte Lösung)
44Rao et al. 2006, JPEN75 Erwachsene mit viraler Gastroenteritis, fertige Elektrolytlösung vs. Sportgetränk vs. WHO-Lösung, doppelblindkein Unterschied bei Stuhl, Gewicht und Urin; niedriges Kalium hielt nur mit dem Sportgetränk anRCT (Vergleich zweier Lösungen, zählt nicht)
45Houston et al. 2017, Wellcome Open Res6 RCTs, Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung und Durchfall, Asienkeine gepoolte Schätzung; Hyponatriämie unter der Speziallösung in 2 StudienSystematische Übersicht ohne Meta-Analyse
46Alam et al. 2003, J Pediatr130 schwer mangelernährte Kinder mit Durchfall, Speziallösung vs. WHO-LösungInfusionsbedarf ohne signifikanten Unterschied; mehr Hyponatriämie unter der SpeziallösungRCT (Vergleich)
47Kumar et al. 2015, J Trop Pediatr110 mangelernährte Kinder, modifizierte Speziallösung vs. salzärmere WHO-Lösunggleich viele erfolgreich rehydriertRCT (Vergleich)
48Maitland et al. 2026 (GASTROSAM), Lancet Child Adolesc Health415 Kinder mit schwerer Mangelernährung und mittlerer bis schwerer Austrocknungkein Behandlungsversagen berichtet; Sterblichkeit 12 % vs. 9 %, nicht signifikantRCT (Vergleich, anderer Hauptwert)
49Borra et al. 2025, J Athl Train19 kontrollierte Studien, sportbedingte Austrocknung, Getränk mit Zucker und Salzen vs. Wasser (Erste-Hilfe-Leitlinienarbeit)möglicher Vorteil für viele Messwerte der Rehydrierung; keine gepoolte Effektzahl im AbstractSystematische Übersicht ohne gepoolte Zahl
50Bell et al. 2026, J Strength Cond Res8 Personen, Crossover, aromatisiertes Wasser vs. Kokoswasser vs. Getränk mit Zucker und Salzenmehr Flüssigkeit zurückgehalten als mit aromatisiertem WasserRCT (Crossover)
51Takamata et al. 2026, Nutrients15 Personen, Crossover, Elektrolytwasser (19 mmol/l Natrium, ohne Zucker) vs. Wasserbessere Flüssigkeitsbilanz; Mitautor aus der Marketingabteilung eines GetränkeherstellersKontrollierte Studie (Crossover, Herstellerbezug)
52Fan et al. 2020, Nutrients9 Personen, Crossover, Trinklösung vs. Wasser nach Belastungbessere Flüssigkeitsbilanz mit TrinklösungKontrollierte Studie (Crossover)
53Shirreffs et al. 1996, Med Sci Sports Exerc12 Männer, Getränk mit 23 oder 61 mmol/l Natriummehr Natrium, weniger Urin; Dosisvergleich, zählt nichtKontrollierte Laborstudie (Dosisvergleich)
54Earhart et al. 2015, J Sports Sci Med11 Ausdauersportler, 1.800 mg Natrium vs. Placebo, doppelblinder Crossoverkein Unterschied bei der LeistungRCT (Crossover, Gegenbefund)
55Twerenbold et al. 2003, Br J Sports Med13 Ausdauersportlerinnen, 4-Stunden-Lauf, natriumreiches Getränk vs. Wasserkeine LeistungsunterschiedeKontrollierte Studie (Crossover)
56Cosgrove & Black 2013, J Int Soc Sports Nutr9 Radfahrer, Zeitfahren in kühler Umgebung, Natrium vs. Placebokein Effekt auf die LeistungRCT (Crossover, Gegenbefund)
57Sims et al. 2007a, Med Sci Sports Exerc8 trainierte Läufer, 32 °C, 164 vs. 10 mmol/l Natrium, doppelblinder Crossoverlängere Zeit bis zur Erschöpfung, mehr PlasmavolumenRCT (Crossover)
58Convit et al. 2025, Int J Sport Nutr Exerc Metab12 Radfahrerinnen, 7,5 g/l Kochsalz vs. Placebo, Crossoverbessere Leistung ohne mehr Wärme- oder KreislaufbelastungRCT (Crossover)
59Morris et al. 2015, Int J Sport Nutr Exerc MetabRadfahrer, Natrium vor dem Training vs. Placebo, 30 °Cschnelleres Zeitfahren als mit PlaceboKontrollierte Studie (Crossover)
60Hamouti et al. 2014, Scand J Med Sci Sports10 Radfahrer, Natrium plus Wasser vs. Wasser, offenbessere Kreislauffunktion und LeistungKontrollierte Studie (offen)
61Peikert et al. 2014, J Athl Train9 Personen, kleine Menge Salzlösung bzw. Gurkenlake vor der Belastungkein Effekt auf die LeistungKontrollierte Studie (Gegenbefund, kleine Menge)
62McCubbin & Irwin 2024, Appl Physiol Nutr Metab10 Arbeiten, Vorladen mit Natrium oder Glycerin zusammengerechnetZeit bis zur Erschöpfung g = 0,31Meta-Analyse (Natrium und Glycerin gemischt)
63McCubbin et al. 2024, Int J Sports Physiol Perform9 Ausdauersportler, persönlich bemessener Natriumersatz vs. Placebo, Crossoverbessere Natrium- und FlüssigkeitsbilanzRCT (Crossover)
64Hoffman & Stuempfle 2015, Med Sci Sports ExercTeilnehmende eines 161-km-Laufs, BeobachtungSalzaufnahme bei Betroffenen und Nicht-Betroffenen gleich; Hauptursache ÜberwässerungBeobachtungsstudie (zählt nicht)
65Lau et al. 2019, BMJ Open Sport Exerc Med10 Männer, Wasser vs. Trinklösung nach Belastung in der Hitze, Crossoverelektrische Krampfschwelle nach Trinklösung höherKontrollierte Studie (nur Ersatzwert)
66Earp et al. 2019, Muscle Nerve9 krampfanfällige Personen, Elektrolytgetränk vs. PlaceboKrampfschwelle leicht höher, kein ausgelöster Krampf verhindertPlacebokontrollierte Studie (nur Ersatzwert)
67Filippini et al. 2017, Int J CardiolRCTs ab 4 Wochen, Menschen mit Bluthochdruck (Studienzahl nicht im Abstract)systolisch −4,48 mmHg; stärker bei viel Salz und ohne MedikamenteMeta-Analyse
68Binia et al. 2015, J HypertensRCTs, Teilgruppe unbehandelter Bluthochdrucksystolisch −6,8 mmHg; Autoren aus der Forschung eines LebensmittelkonzernsMeta-Analyse (Herstellerbezug)
69Cappuccio & MacGregor 1991, J HypertensRCTs, 586 Personen, davon 412 mit BluthochdruckTeilgruppe Bluthochdruck systolisch −8,2 mmHgMeta-Analyse (älter)
70Granal et al. 2025, Clin Kidney J10 RCTs 2000 bis 2024, davon 6 mit Bluthochdruck, Dosis-Wirkung über Urin-Kalium+50 mmol/Tag Kalium: systolisch −5,3 mmHg bei Bluthochdruck (p = 0,02)Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse
71Dickinson et al. 2006, Cochrane Database Syst Rev5 RCTs, 425 Personen mit erhöhtem Blutdruck, mindestens 8 WochenBlutdrucksenkung nicht signifikant; starke Unterschiede zwischen den StudienCochrane-Review (Gegenbefund, klein)
72Filippini et al. 2020, J Am Heart Assoc32 RCTs ab 4 Wochen, meist Bluthochdruck, 30 bis 140 mmol/TagU-förmiger Dosis-Wirkungs-Zusammenhang, sehr hohe Mengen ohne ZusatznutzenDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
73Behers et al. 2024, Nutrientsdieselben 12 Studien, nach Dosis und Dauer ausgewertetTeilgruppen nach Dosis und Dauer, keine neuen StudienMeta-Analyse (Neuauswertung derselben Studien)
74Zhang et al. 2026, JACC Asia21 RCTs, 29.570 Personen, verschiedene Einsatzortesystolisch etwa −4,7 mmHgMeta-Analyse (neueste)
75Tsai et al. 2022, J Clin Hypertens (Greenwich)23 RCTs, 32.073 Personensystolisch −4,80 mmHgMeta-Analyse
76Lai et al. 2026, BMC Med34 RCTs, 37.063 Erwachsene, Netzwerk-Meta-Analyse verschiedener Ersatzsalze25 bis 40 % Kaliumchlorid: systolisch −4,39 bis −4,64 mmHgNetzwerk-Meta-Analyse
77El-Sayed & Hainsworth 1996, Heart20 Personen mit ungeklärter Ohnmacht, 120 mmol Kochsalz/Tag vs. Placebomehr Plasmavolumen und bessere Kipptisch-Toleranz bei 70 vs. 30 %; keine SignifikanzangabePlacebokontrollierte Studie
78Wang et al. 2021, Front Pediatr5 RCTs, 412 Kinder mit vasovagaler Ohnmacht, Salz und Wasser gegen übliche Behandlung, ohne PlaceboOhnmacht-Rückfälle 43,6 vs. 59,7 % (4 Studien, p = 0,002)Meta-Analyse (Kinder, ohne Placebo)
79Culkin et al. 2022, J Hum Nutr Diet27 Patienten mit Stoma mit hohem Ausfluss, randomisierter Crossover, zwei TrinklösungenNatriumaufnahme 10 vs. −1 mmol (p = 0,01); die besser schmeckende Fertiglösung wurde bevorzugtRCT (Vergleich zweier Lösungen, zählt nicht)
80Jehle et al. 2013, J Clin Endocrinol Metab201 gesunde Ältere, Kaliumcitrat (60 mmol/Tag) vs. PlaceboLendenwirbel-Knochendichte +1,7 % (p < 0,001)RCT (Gegenbefund)
81Macdonald et al. 2008, Am J Clin Nutr276 Frauen nach den Wechseljahren, Kaliumcitrat vs. Placebokein Effekt auf den KnochenstoffwechselRCT
82Vrijens & Rehrer 1999, J Appl Physiol10 Ausdauersportler, 3 Stunden bei 34 °C, Wasser vs. SportgetränkNatrium-Abfall mit Wasser stärker; ein Fall von Hyponatriämie nur mit WasserKontrollierte Studie
83Pulungsih et al. 2006, J Health Popul Nutr176 Menschen mit Cholera, Standard- vs. salzärmere Lösungkein signifikanter Unterschied bei HyponatriämieRCT (Vergleich, Gegenbefund)
84Graudal et al. 2020, Cochrane Database Syst RevSalzarme vs. salzreiche Kost; weiße Menschen mit normalem Blutdruck 95 Studien, 5.982 Pers.; mit Bluthochdruck 88 Studiensystolisch −1,14 mmHg (normaler Blutdruck) bzw. −5,71 mmHg (Bluthochdruck), hohe EvidenzqualitätCochrane-Review
85He et al. 2013, BMJ34 RCTs ab 4 Wochen, 3.230 Personensystolisch −4,18 mmHg bei 75 mmol/Tag weniger NatriumMeta-Analyse
86TOHP Collaborative Research Group 1997 (TOHP II), Arch Intern Med2.382 Erwachsene mit hoch-normalem Blutdruck und Übergewicht, Natriumreduktion, 36 Monatesystolisch −1,2 mmHg (signifikant)Groß-RCT
87Malik et al. 2013, Am J Clin NutrErwachsene 5 RCTs (292 Personen)+0,85 kg (0,50 bis 1,20)Meta-Analyse (Vorversion, gleiche Arbeitsgruppe)
88Chiavaroli et al. 2023, Am J Clin Nutrkontrollierte Studien zu Zuckerquellen und KörperfettZugabe von Süßgetränken erhöhte das GewichtMeta-Analyse

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