Die kurze Antwort
Für Gesunde sind Elektrolyte in üblicher Menge kaum riskant, Probleme entstehen meist durch die falsche Menge. Viel Salz erhöht den Blutdruck, das ist gut belegt. Kalium kann bei Nierenerkrankungen oder bestimmten Blutdruckmitteln gefährlich hoch steigen. Beim Ausdauersport droht Natriummangel, wenn zu viel getrunken wird, auch mit Sportgetränk. Gesüßte Getränke lassen im Alltag wahrscheinlich etwas zunehmen.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
- Welche Nebenwirkungen haben Elektrolyte?
- Für wen ist Kalium in Elektrolyten riskant?
- Erhöhen Elektrolyte den Blutdruck?
- Welche Symptome haben zu viele Elektrolyte?
- Wie gefährlich ist Natriummangel beim Ausdauersport?
- Was passiert, wenn eine Trinklösung falsch angerührt wird?
- Sind Elektrolyte gesund, und kann man sie jeden Tag nehmen?
Elektrolytpulver stehen in Drogerien zwischen Vitamintabletten und Proteinriegeln, und ihre Verpackungen versprechen vor allem eines: mehr Energie, bessere Versorgung, schnellere Erholung. Doch von Nebenwirkungen ist dort selten die Rede. Dabei bestehen diese Pulver aus Stoffen, die der Körper streng regelt, allen voran Natrium und Kalium. Zu wenig davon ist schädlich, zu viel aber auch. Welche Risiken die Studien tatsächlich zeigen, hängt deshalb stark davon ab, wer was in welcher Menge trinkt.
Welche Nebenwirkungen haben Elektrolyte?
Direkte Nebenwirkungen sind selten, die Risiken entstehen fast immer durch die falsche Menge. Wer gesund ist und ein Elektrolytgetränk bei Hitze, Sport oder Durchfall trinkt, hat nach heutigem Wissen wenig zu befürchten. Das ändert sich, wenn der Körper Salze nicht mehr gut ausscheiden kann oder wenn Menge und Situation nicht zusammenpassen.
Vier Konstellationen ziehen sich durch die Studien. Kalium kann sich bei Nierenerkrankungen und unter bestimmten Medikamenten im Blut anstauen, während zu viel Natrium bei allen Menschen auf Dauer den Blutdruck hebt, bei manchen mehr, bei anderen weniger. Umgekehrt kann bei langem Ausdauersport das Natrium im Blut zu tief sinken, wenn sehr viel getrunken wird. Und schließlich bringen gesüßte Getränke Zucker mit, der im Alltag eher schadet als nützt. Hinzu kommen Fehler beim Anrühren von Trinklösungen, die vor allem Babys treffen.
Für wen ist Kalium in Elektrolyten riskant?
Riskant ist Kalium vor allem bei Nierenerkrankungen und unter Medikamenten, die Kalium im Körper halten. Dazu zählen häufige Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und Sartane sowie kaliumsparende Entwässerungsmittel. Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Kalium rasch aus. Kranke Nieren schaffen das nicht mehr, und dann kann der Kaliumwert im Blut so weit steigen, dass das Herz aus dem Takt gerät. Das kommt selten vor, ist dann aber ein Notfall.
Ob kaliumhaltige Produkte den Wert im Blut zu hoch treiben, ist ungeklärt. Eine Sammlung von Fallberichten beschreibt 44 Menschen mit stark erhöhtem Kalium aus der Ernährung, darunter mehrere durch Salzersatz und drei Todesfälle bei gesunden Nieren.4 Bei fortgeschrittener Nierenerkrankung lag das Kalium nach zwei Wochen mit Kaliumtabletten bei jedem Neunten zu hoch, allerdings in einer Studie ohne Vergleichsgruppe.5 Ersatzsalz-Studien sahen dagegen keinen Unterschied. Die größte begleitete über zwanzigtausend ältere Menschen in chinesischen Dörfern knapp fünf Jahre lang, und auf tausend Personen und Jahr kamen dort 3,35 gegenüber 3,30 schwere Kalium-Zwischenfälle.2 Nur hatten genau die gefährdeten Menschen daran nicht teilgenommen, denn wer kranke Nieren hatte oder kaliumsparende Mittel nahm, war ausgeschlossen.1
Gesunden schadet Kalium in üblichen Mengen kaum. Bei den genannten Gruppen sieht das anders aus, zumal viele Pulver nennenswerte Mengen Kalium enthalten, Ersatzsalz und Kaliumtabletten ohnehin. Bei Nierenerkrankung, Herzschwäche oder Blutdruckmitteln wie ACE-Hemmern, Sartanen oder Spironolacton sollten solche Produkte nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle des Blutwerts verwendet werden.
So wurde gemessen
- Cochrane-Review zu Salzersatz: zu hohes Kalium in 5 Studien mit 22.849 Erwachsenen, Unterschied +4 Fälle je 100.000 (−47 bis 121); Kalium im Blut im Mittel +0,12 mmol/l. Alle Studien schlossen Risikopersonen aus.1
- SSaSS: 20.995 ältere Menschen mit Bluthochdruck oder früherem Schlaganfall, knapp 5 Jahre; schwere Hyperkaliämie-Ereignisse RR 1,04 (0,80 bis 1,37).2
- DECIDE-Salt: 1.612 Pflegeheimbewohner; häufiger erhöhte Laborwerte, keine klinischen Folgen.3
- Fallberichte: 35 Berichte mit 44 Fällen, Kalium im Mittel 8,2 mmol/l; Salzersatz in 12 Fällen; 17 Betroffene mit gesunden Nieren, 3 starben.4
- Nierenerkrankung: 191 Menschen mit stark eingeschränkter Nierenfunktion, meist unter Blutdruckmitteln, 40 mmol Kaliumchlorid täglich über 2 Wochen; 11 % mit zu hohem Kalium.5
Notfall
Bei plötzlicher Muskelschwäche, Lähmungsgefühl oder Herzstolpern nach kaliumhaltigen Produkten ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Erhöhen Elektrolyte den Blutdruck?
Dass viel Natrium den Blutdruck erhöht, ist ein belegter Schaden. Gezeigt wurde das andersherum. In der maßgeblichen Auswertung, 133 Studien mit über zwölftausend Personen, sank der obere Wert um gut vier Punkte bei täglich 130 mmol Natrium weniger.6 Bei normalem Blutdruck sank er in der Cochrane-Auswertung um gut einen Punkt, bei Bluthochdruck um knapp sechs.7 Bei starkem Schwitzen oder Durchfall gleicht eine Portion Elektrolyte einen echten Verlust aus; wer das Pulver dagegen täglich ins Wasser rührt, ohne viel zu schwitzen, erhöht schlicht seine Salzzufuhr. Die EU-Lebensmittelbehörde hält für Erwachsene 2 g Natrium am Tag für sicher und ausreichend, und diese Menge erreichen viele schon über das normale Essen.8
Genau umgekehrt wirkt kaliumhaltiges Ersatzsalz. Es senkt den Blutdruck, weil es einen Teil des Natriums in der Küche durch Kalium ersetzt, und gehört damit zu den wenigen Elektrolyten aus Lebensmitteln mit klar belegtem Nutzen. Für Elektrolytpulver, die beides zusätzlich liefern, gilt das nicht.
So wurde gemessen
- Salzreduktion: 133 Studien mit 12.197 Personen; bei im Mittel 130 mmol weniger Natrium am Tag sank der obere Blutdruckwert um 4,26 mmHg.6
- Cochrane-Review: normaler Blutdruck −1,14 mmHg (95 Studien, 5.982 Personen), Bluthochdruck −5,71 mmHg (88 Studien), hohe Evidenzqualität.7
- EFSA 2019: 2,0 g Natrium täglich für Erwachsene sicher und ausreichend, für Kinder 1,1 bis 2,0 g je nach Alter.8
Welche Symptome haben zu viele Elektrolyte?
Zu viele Elektrolyte machen sich oft lange gar nicht bemerkbar, und wenn doch, sind die Zeichen unspezifisch. Das gilt besonders für Salz, denn ein dauerhaft etwas zu hoher Konsum zeigt sich allenfalls am Blutdruck, den niemand spürt. Akute Überdosierungen sind selten. Denn bei Gesunden steuern Durst und Nieren gegen.
Ernst wird es erst bei den Extremen. Steigt das Kalium stark an, können Muskeln schwach werden, Arme und Beine sich gelähmt anfühlen und das Herz stolpern. Zu viel Natrium im Blut macht vor allem Babys auffällig schläfrig und schwer erweckbar, im schlimmsten Fall kommt es zu Krampfanfällen. Diese Zeichen gehören immer sofort in ärztliche Hände. Ob die Beschwerden wirklich von den Salzen kommen, zeigt nur eine Blutuntersuchung, und das gilt für ein Zuviel genauso wie für zu wenig Elektrolyte.
Wie gefährlich ist Natriummangel beim Ausdauersport?
Natriummangel im Blut ist bei langen Läufen und Triathlons nicht selten und in Einzelfällen ein Notfall. Beim Boston-Marathon hatte gut jeder achte untersuchte Läufer im Ziel zu niedrige Werte, einige wenige sogar kritisch niedrige.9 Dabei entschied nicht, was die Läuferinnen und Läufer tranken, sondern wie viel: Wer schwerer ins Ziel kam als beim Start, hatte das höchste Risiko.
Ob Sportgetränke oder Salztabletten das Risiko für diesen Natriummangel verändern, ist ungeklärt. In einer Laborstudie tranken dreizehn Läuferinnen vier Stunden lang einen Liter pro Stunde. Mit natriumreichem Getränk hatten danach 46 gegenüber 92 Prozent mit Wasser zu niedrige Werte, einen statistischen Test gab es allerdings nicht.12 Bei einem Hundert-Meilen-Lauf in den USA nahmen fast alle Finisher Salztabletten, und trotzdem hatten einige von ihnen am Ende zu niedrige Werte, weil sie unterwegs zu viel getrunken hatten.11 In der größten kontrollierten Studie, mit über 400 Teilnehmenden beim Ironman, unterschied sich das Natrium im Blut mit Salztabletten, Scheinpräparat oder ohne alles nicht.10 Das alles betrifft lange Ausdauerbelastungen mit viel Trinken. Für Kinder bei Wettkämpfen fehlen Studien.
Die Konsequenz ist unbequem einfach. So empfiehlt die internationale Konsensuskonferenz zu diesem Thema, bei langen Belastungen nach Durst zu trinken statt nach Plan.13 Salz im Getränk ersetzt diese Regel nicht, und auch die richtige Einnahme von Elektrolyten beim Sport ändert nichts daran, dass die Trinkmenge zählt.
So wurde gemessen
- Boston-Marathon 2002: 488 Läuferinnen und Läufer, Beobachtung; 13 % mit Natrium im Blut unter dem Normbereich, 0,6 % kritisch (höchstens 120 mmol/l). Wichtigster Risikofaktor: Gewichtszunahme während des Laufs, die Getränkeart spielte keine Rolle.9
- Ironman: 413 Teilnehmende, Salztabletten gegen Placebo gegen nichts; Natrium nach dem Rennen gleich.10
- Western States 161 km: 6,6 % der Finisher mit zu niedrigem Natrium, obwohl 93,9 % Salztabletten nahmen.11
- Laborstudie: 13 Läuferinnen, 4 Stunden, 1 Liter pro Stunde; leichter Natriummangel bei 46 % mit natriumreichem Getränk und 92 % mit Wasser, ohne statistischen Test.12
Notfall
Bei Kopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit nach langem Ausdauersport mit viel Trinken ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. Mehr Flüssigkeit verschlimmert die Lage.
Was passiert, wenn eine Trinklösung falsch angerührt wird?
Eine falsch angerührte Trinklösung kann den Salzhaushalt eines Babys aus dem Gleichgewicht bringen, in beide Richtungen. In kontrollierten Studien, in denen Fachpersonal die Lösung zubereitete, war zu viel Natrium im Blut mit Trinklösung nicht häufiger als mit Infusion, ein Schaden wurde dort nicht gefunden.14 Die Studien zeigen allerdings nur, was bei richtiger Zubereitung passiert.
Was bei Fehlern geschieht, zeigt eine Beobachtung aus Kairo. Unter hundert ausgetrockneten Säuglingen hatte etwa jeder sechste zu viel Natrium. Von diesen Kindern hatten 24 Prozent zu Hause eine Trinklösung bekommen, von den übrigen nur 5 Prozent, und richtig angewendet war sie in keinem Fall.15 Mal fehlte zusätzliches Wasser, mal lief die Gabe zu lange. Für Eltern heißt das vor allem: Pulver genau nach Packung anrühren, kein Salz dazugeben, Säuglinge weiter stillen. Umgekehrt kann eine zu stark verdünnte Lösung zu wenig Natrium liefern.
Ob schon die reguläre salzärmere Lösung bei Cholera zu Natriummangel führt, ist ungeklärt. Eine doppelblinde Studie mit 300 Erwachsenen mit schwerer Cholera verglich beide Lösungen direkt. Mit der salzärmeren rutschte das Natrium am ersten Tag bei rund 20 gegenüber 11 Prozent der Behandelten unter den Normbereich.20 Symptome hatte keiner der Betroffenen. Auch die Cochrane-Auswertung aller vier Studien zählte keinen einzigen Fall mit Beschwerden.16 Der Befund gilt für Cholera, die besonders viel Salz ausschwemmt, nicht für gewöhnlichen Durchfall.
Ein drittes Risiko betrifft den Darm. Dass Trinklösung bei Kindern eine vorübergehende Darmlähmung begünstigt, ist ein wahrscheinlicher Schaden. In der Cochrane-Auswertung von 17 Studien mit 1.811 Kindern kam rechnerisch auf 33 mit Trinklösung behandelte Kinder ein zusätzlicher Fall, gerechnet allerdings nur mit einem der beiden üblichen Modelle.17 In den vier Studien, die Todesfälle zählten, starben dagegen zwei Kinder mit Trinklösung und sechs mit Infusion.17 Die Autorinnen und Autoren der Vorgängerauswertung sehen darin eine Bestätigung der Leitlinien, die bei Austrocknung zuerst die Trinklösung empfehlen.14 Damit bleiben Elektrolyte bei Durchfall die erste Wahl vor dem Tropf.
So wurde gemessen
- Zu viel Natrium: 14 Studien mit Kindern, Trinklösung gegen Infusion, kein Unterschied.14
- Kairo: 100 ausgetrocknete Säuglinge; 17 % mit zu hohem Natrium; Trinklösung zu Hause bei 24 gegen 5 %, nie richtig angewendet.15
- Cholera: Natrium unter 130 mmol/l RR 1,67 (1,09 bis 2,57) in 4 Studien mit 465 Personen, keine Fälle mit Beschwerden.16
- Darmlähmung: 17 Studien; ein zusätzlicher Fall je 33 Kinder (20 bis 100), nur ein Rechenmodell.17
Sind Elektrolyte gesund, und kann man sie jeden Tag nehmen?
Gesund sind Elektrolyte dort, wo ein Verlust ausgeglichen wird, als tägliches Getränk ohne Bedarf dagegen nicht. Denn im Alltag ohne großen Schweißverlust liefert jede Portion vor allem zusätzliches Salz und oft Zucker. Viele Elektrolytgetränke sind gesüßt, und für zuckerhaltige Getränke ist recht gut untersucht, was sie bewirken.
Dass gesüßte Getränke im Alltag das Gewicht steigen lassen, ist ein wahrscheinlicher Schaden. In 16 Studien mit 1.343 Erwachsenen wogen diejenigen, die zuckerhaltige Getränke zusätzlich zur normalen Ernährung tranken, am Ende knapp ein Kilogramm mehr als die Vergleichsgruppen.18 Geprüft wurden dabei Süßgetränke allgemein, nicht einzelne Elektrolytprodukte. Der Zucker ist aber derselbe. Bei langen, schweißtreibenden Belastungen ist Zucker dagegen ein Treibstoff, kein Problem, für den Alltag liegen Elektrolyte ohne Zucker oder schlicht Wasser näher.
Für einige Gruppen fehlen Daten ganz, und fehlende Daten sind keine Entwarnung:
| Gruppe | Was fehlt |
|---|---|
| Nierenerkrankung | Langzeitstudien zu Kalium |
| Blutdruckmittel, die Kalium halten | meist aus Studien ausgeschlossen |
| Schwangerschaft, Kinder | keine Studien zu Kaliumprodukten |
| Kinder bei Ausdauerwettkämpfen | keine Studien zu Natriummangel |
| Neugeborene | keine Studien zu Trinklösungen |
Wo der Nutzen diese Risiken aufwiegt, ist vor allem bei Durchfall und langen Belastungen in der Hitze klar, wie die Studienlage zu Elektrolyten insgesamt zeigt.
So wurde gemessen
Unser Fazit
Für Gesunde sind Elektrolyte in passender Situation gut verträglich. Riskant werden sie durch die falsche Menge: Kalium bei kranken Nieren oder kaliumhaltenden Blutdruckmitteln, Salz bei täglichem Trinken ohne Bedarf, zu viel Flüssigkeit beim Ausdauersport. Trinklösungen für Babys sollten exakt angerührt werden.
Häufige Fragen
Kann man zu viele Elektrolyte nehmen?
Ja. Wer ohne Schweißverlust regelmäßig Elektrolytpulver trinkt, nimmt vor allem zusätzliches Salz auf, das den Blutdruck hebt.6 Bei kranken Nieren kann außerdem das Kalium gefährlich steigen.
Sind Elektrolyte schlecht für die Nieren?
Gesunden Nieren schaden übliche Mengen nach heutigem Wissen nicht, sie scheiden überschüssige Salze aus. Bei einer Nierenerkrankung ist das anders: Dann kann sich vor allem Kalium im Blut anstauen, deshalb gehören kaliumhaltige Produkte dann in ärztliche Absprache.
Darf man bei Bluthochdruck Elektrolyte trinken?
Bei echtem Bedarf, etwa bei Durchfall, ja. Als tägliches Getränk ist es bei Bluthochdruck keine gute Idee, weil jede Portion Natrium liefert. Wer Blutdruckmittel wie ACE-Hemmer oder Sartane nimmt, sollte zusätzlich auf den Kaliumgehalt achten und das ärztlich besprechen.
Sind Elektrolyte in der Schwangerschaft sicher?
Dazu gibt es keine Studien mit Elektrolytprodukten. Bei Durchfall oder starkem Erbrechen in der Schwangerschaft ist eine Trinklösung aus der Apotheke üblich, besser nach Rücksprache mit der Frauenarzt- oder Hausarztpraxis.
Weiterlesen




Alle Themen zu Elektrolyte
Alle 20 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Brand et al. 2022, Cochrane Database Syst Rev | 26 RCTs, 34.961 Erwachsene; Blutdruck: 20 RCTs, 21.414 Personen | systolisch −4,76 (−6,01 bis −3,50), diastolisch −2,43 (−3,50 bis −1,36), moderate Vertrauenswürdigkeit | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 2 | Neal et al. 2021 (SSaSS), N Engl J Med | 20.995 Personen aus 600 Dörfern, früherer Schlaganfall oder ab 60 Jahre mit Bluthochdruck, cluster-randomisiert, offen, 4,74 Jahre | Tod RR 0,88 (0,82 bis 0,95); auch weniger Schlaganfälle | RCT (Mega-Studie) |
| 3 | Yuan et al. 2023 (DECIDE-Salt), Nat Med | 1.612 Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen in China, cluster-randomisiert, offen | systolisch −7,1 mmHg mit Salzersatz | Groß-RCT |
| 4 | Te Dorsthorst et al. 2019, Eur J Clin Nutr | 35 Fallberichte mit 44 Fällen ernährungsbedingter Hyperkaliämie | Salzersatz in 12 Fällen als Ursache; 17 Betroffene mit gesunden Nieren, davon 3 gestorben | Auswertung von Fallberichten |
| 5 | Gritter et al. 2022, J Am Soc Nephrol | 191 Menschen mit chronischer Nierenerkrankung, 40 mmol Kaliumchlorid täglich über 2 Wochen, ohne Kontrollgruppe | Hyperkaliämie bei 11 % | Studie ohne Kontrollgruppe |
| 6 | Huang et al. 2020, BMJ | 133 Studien, 12.197 Personen, Salzreduktion vs. übliche Zufuhr | systolisch −4,26 mmHg bei 130 mmol/Tag weniger Natrium | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 7 | Graudal et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | Salzarme vs. salzreiche Kost; weiße Menschen mit normalem Blutdruck 95 Studien, 5.982 Pers.; mit Bluthochdruck 88 Studien | systolisch −1,14 mmHg (normaler Blutdruck) bzw. −5,71 mmHg (Bluthochdruck), hohe Evidenzqualität | Cochrane-Review |
| 8 | EFSA 2019, EFSA J | Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde zu Natrium | 2,0 g Natrium täglich für Erwachsene sicher und ausreichend; Kinder 1,1 bis 2,0 g | Behördengutachten |
| 9 | Almond et al. 2005, N Engl J Med | 488 Marathonläufer, Beobachtung | 13 % Hyponatriämie; Risiko durch Gewichtszunahme; Getränkeart ohne Einfluss | Beobachtungsstudie (groß) |
| 10 | Hew-Butler et al. 2006, Br J Sports Med | 413 Ironman-Triathleten, Salztabletten vs. Placebo vs. nichts | keine Unterschiede bei Zielzeit und Blut-Natrium | RCT (größte, Gegenbefund) |
| 11 | Hoffman & Stuempfle 2015, Med Sci Sports Exerc | Teilnehmende eines 161-km-Laufs, Beobachtung | Salzaufnahme bei Betroffenen und Nicht-Betroffenen gleich; Hauptursache Überwässerung | Beobachtungsstudie (zählt nicht) |
| 12 | Twerenbold et al. 2003, Br J Sports Med | 13 Ausdauersportlerinnen, 4-Stunden-Lauf, natriumreiches Getränk vs. Wasser | keine Leistungsunterschiede | Kontrollierte Studie (Crossover) |
| 13 | Hew-Butler et al. 2015, Br J Sports Med | Dritte internationale Konsensuskonferenz zur belastungsbedingten Hyponatriämie | Empfehlungen zu Vorbeugung, Erkennung und Behandlung; Trinken nach Durst | Konsensus-Empfehlung |
| 14 | Bellemare et al. 2004, BMC Med | 14 RCTs, Kinder mit Gastroenteritis und Austrocknung | Behandlungsversagen RD 3 % (0 bis 6) im Zufallseffekt-Modell, nicht signifikant; Vorversion der Cochrane-Auswertung | Meta-Analyse (Vorversion) |
| 15 | Cleary et al. 1981, J Pediatr | 100 ausgetrocknete Säuglinge, Kairo, Beobachtung | 17 % Hypernatriämie, gehäuft nach falsch angewendeter Trinklösung zu Hause | Beobachtungsstudie (Fehlanwendung) |
| 16 | Musekiwa & Volmink 2011, Cochrane Database Syst Rev | 7 RCTs, 718 Erwachsene und Kinder mit Cholera (Glukose-Trinklösung) | ungeplante Infusion kein signifikanter Unterschied | Cochrane-Review (maßgeblich, Vergleich) |
| 17 | Hartling et al. 2006, Cochrane Database Syst Rev | 17 RCTs, 1.811 Kinder mit akuter Gastroenteritis, Trinklösung vs. Infusion | Behandlungsversagen RD 4 % (1 bis 7), NNT 25; mit salzärmerer WHO-Lösung kein Unterschied; Autoren: keine klinisch bedeutsamen Unterschiede | Cochrane-Review (maßgeblich, Vergleich) |
| 18 | Nguyen et al. 2023, Am J Clin Nutr | Erwachsene 16 RCTs (1.343 Personen), Zugabe und Weglassen von Süßgetränken | Zugabe +0,83 kg (0,47 bis 1,19) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 19 | Malik et al. 2013, Am J Clin Nutr | Erwachsene 5 RCTs (292 Personen) | +0,85 kg (0,50 bis 1,20) | Meta-Analyse (Vorversion, gleiche Arbeitsgruppe) |
| 20 | Alam et al. 1999 (CHOICE), Lancet | 300 Erwachsene mit schwerer Cholera, salzärmere vs. Standard-Trinklösung, doppelblind | Natrium unter 130 mmol/l nach 24 h: 29 von 142 vs. 16 von 150, alle ohne Beschwerden | RCT (Vergleich) |
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Keine Werbung, keine Kauflinks, keine Produktempfehlungen.
