Stoff, Wirkung oder Frage
Schlafbeere · 139 Studien und Übersichten ausgewertet

Ashwagandha

Gegen Stress, für besseren Schlaf, für mehr Testosteron: Die Schlafbeere aus der indischen Heilkunde soll vieles können. Hier steht, was davon in Studien hält und wo die Risiken liegen.

Ashwagandha-Wurzel auf salbeigrünem Grund
Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 2026139 QuellenLesezeit 17 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Dass Ashwagandha den Cortisolwert senkt, gilt nach vielen Placebo-Studien als gut belegt. Angstgefühle und Stressempfinden sinken wahrscheinlich. Die Studien sind aber meist klein und oft vom Hersteller bezahlt. Das Testosteron von Männern steigt wahrscheinlich etwas. Für Schlaf, Gewicht und Blutdruck ist der Nutzen unklar. Seltene Leberschäden sind dokumentiert, Dänemark hat Ashwagandha verboten, und Schwangeren raten alle Behörden ab.

Die Wurzel kommt als Kapsel, als Pulver oder als Fruchtgummi und verspricht, was sich viele wünschen: weniger Stress, besseren Schlaf, mehr Gelassenheit. Ashwagandha gehört zu den Pflanzen, die in wenigen Jahren aus der indischen Heilkunde in die Drogerieregale gewandert sind, getragen von begeisterten Erfahrungsberichten in sozialen Netzwerken. Inzwischen gibt es dazu Dutzende Studien. Einige fallen tatsächlich positiv aus. Doch wer genauer hinsieht, stößt auf kleine Gruppen, kurze Laufzeiten und auffällig oft auf den Hersteller des geprüften Extrakts. Hinzu kommen Fallberichte über Leberschäden, die mehrere europäische Behörden zu Warnungen veranlasst haben und Dänemark sogar zu einem Verbot.1

Dieser Überblick trennt das eine vom anderen: was die Studien über den Nutzen zeigen, wie belastbar sie sind und wo die Risiken liegen. Dabei gilt für jede Wirkung derselbe Maßstab, und die Stufe ergibt sich aus festen Regeln, nicht aus dem Eindruck einzelner Studien. Das führt an einigen Stellen zu Einstufungen, die besser klingen, als die Daten im Einzelnen sind, und wo das so ist, steht es ausdrücklich dabei.

Was ist die Ashwagandha-Pflanze, und wie wirkt sie im Körper?

Ashwagandha ist die Wurzel einer Pflanze aus Indien, die botanisch Withania somnifera heißt und auf Deutsch Schlafbeere oder Winterkirsche genannt wird. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen, ist also entfernt mit Tomate und Kartoffel verwandt, und spielt im Ayurveda, der traditionellen indischen Heilkunde, seit Langem eine große Rolle. Als wirksam gelten vor allem die Withanolide, eine Gruppe von Pflanzenstoffen, auf deren Gehalt viele Extrakte eingestellt werden, und eine Auswertung von Hormonstudien deutet an, dass die Wirkung auf das Stresshormon Cortisol mit diesem Gehalt zunimmt.2

Wie genau die Wurzel im Menschen wirkt, weiß bis heute niemand. Die gängige Erklärung setzt bei der Stressachse an, jenem Zusammenspiel von Gehirn und Nebennieren, das bei Belastung Cortisol ausschüttet. Dazu kommen Befunde aus Labor- und Tierversuchen, nach denen Ashwagandha ähnlich wirkt wie Stoffe, die am Beruhigungssystem des Gehirns ansetzen,3 und das Immunsystem anregt.4 Diese Eigenschaften erklären die Hoffnungen, aber auch einen Teil der Risiken. Denn was das Immunsystem anregt oder Hormone verschiebt, kann bei manchen Erkrankungen schaden.

Hersteller bezeichnen Ashwagandha gern als Adaptogen, also als Mittel, das dem Körper helfen soll, sich an Belastungen anzupassen. Das klingt gut. Eine feste medizinische Bedeutung hat der Begriff allerdings nicht. Was zählt, sind deshalb Studien, genauer gesagt solche, in denen Menschen per Zufall Ashwagandha oder ein Scheinpräparat (Placebo) bekamen, ohne zu wissen, was in ihrer Kapsel steckte.

Wofür ist Ashwagandha gut, und was bringt es wirklich?

Ashwagandha hilft am ehesten bei Stress und Angst, für die meisten anderen Versprechen fehlen gute Belege. Für diese Übersicht haben wir 50 Wirkungen erfasst, von denen 45 am Menschen mit einer Vergleichsgruppe geprüft wurden. Ein Klick auf eine Zeile öffnet jeweils die Begründung für die Einstufung.

Stresshormon Cortisol senkengut belegt23 Studien, 1.706 Pers. zu Hormonen insgesamt (Fornalik 2026, Studienzahl für Cortisol nicht genannt); 7 Studien zum Cortisol (Albalawi 2025)Cortisol SMD −1,18

gestresste Erwachsene; Cortisol im Blut oder Speichel morgens; meist Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag oder Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg/Tag

Ergebnisse: Cortisol SMD −1,18 (p < 0,04; Fornalik 2026); −1,16 µg/dL (95 % KI −1,64 bis −0,69; Albalawi 2025); −2,58 µg/dL (−4,99 bis −0,16; Arumugam 2024)

Dass der morgendliche Cortisolwert mit Ashwagandha stärker sinkt als mit Placebo, ist gut belegt: Drei Meta-Analysen finden das übereinstimmend, die größte mit 23 Hormonstudien. Ob die Senkung spürbar ist, ist eine andere Frage, denn in einer der Auswertungen sank das Stressempfinden nicht gesichert. Was eine dauerhafte Senkung für die Nebennieren bedeutet, hat kaum eine Studie geprüft; viele Einzelstudien wurden von Extraktherstellern beliefert oder finanziert. 10, 2, 8, 14, 12, 13, 71

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 23 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Stressempfinden senkenwahrscheinlich12 Studien, 1.002 Pers. (Akhgarjand 2022, Angst und Stress zusammen); eine Auswertung mit 22 Studien meldet unplausibel große Effekte (Alsanie 2026)Stress SMD −1,75

gestresste, sonst gesunde Erwachsene von etwa 18 bis 65 Jahren; meist Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag, teils Extrakt aus Wurzel und Blatt 60 bis 500 mg/Tag, 4 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Stress SMD −1,75 (95 % KI −2,29 bis −1,22; I² 83 %; Belege schwach; Akhgarjand 2022); Stress-Fragebogen PSS −4,72 Punkte (−8,45 bis −0,99; Arumugam 2024); in 6 Studien dagegen kein gesicherter Effekt auf den PSS, SMD −0,36 (−1,19 bis 0,47; Albalawi 2025); Stress SMD −5,88 (95 % KI −8,15 bis −3,60), unplausibel groß (Alsanie 2026)

Dass gestresste Erwachsene mit Ashwagandha im Fragebogen weniger Stress angeben als mit Placebo, ist wahrscheinlich: Eine Meta-Analyse mit zwölf Studien findet das, eine zweite ebenso. Eine kleinere Auswertung von sechs Studien fand dagegen keinen gesicherten Unterschied, und die Werte schwanken stark zwischen den Studien. Eine größere Auswertung mit 22 Studien meldet so große Effekte, dass sie nicht glaubwürdig sind; fast alle positiven Einzelstudien wurden zudem von den Herstellern der jeweiligen Extrakte finanziert oder beliefert. 7, 8, 10, 9, 11, 68, 5, 69, 70, 6

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Akhgarjand et al. 2022, 12 Studien) positiv)Unsere Regeln
Testosteronspiegel bei Männern erhöhenwahrscheinlich7 Studien, 488 Pers. (Zhu 2026)Testosteron SMD 0,33

überwiegend gesunde Männer (teils gestresst, übergewichtig, mit Krafttraining oder geringer Libido); einzelne Studien mischen Männer und Frauen; meist Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich (5 % Withanolide), daneben Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg (35 % Withanolid-Glykoside); 8 bis 16 Wochen

Ergebnisse: Testosteron SMD 0,33 (95 % KI 0,13 bis 0,54; p = 0,001; Zhu 2026); bei Männern +57,4 ng/dl, bei Frauen kein Anstieg (Fornalik 2026, 23 Studien zu verschiedenen Hormonen); mehrere Einzelstudien ohne Unterschied zu Placebo (Lopresti 2019a, Thanawala 2026, Khanna 2026)

Zwei aktuelle Meta-Analysen finden bei Männern einen kleinen Anstieg des Testosterons gegenüber Placebo, im Mittel um gut 50 ng/dl. Die zugrunde liegenden Studien sind klein, stammen fast alle aus Indien und wurden überwiegend mit Extrakten durchgeführt, die der Hersteller lieferte oder finanzierte. Mehrere neuere Studien sahen zwar einen Anstieg in der Ashwagandha-Gruppe, aber keinen gesicherten Unterschied zur Placebogruppe; ob der Anstieg im Alltag spürbar ist, wurde kaum untersucht. 21, 2, 102, 64, 13, 103, 11, 69, 24, 23

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhu et al. 2026, 7 Studien) positiv)Unsere Regeln
Angstgefühle bei Stress lindernwahrscheinlich22 Studien (Alsanie 2026, Teilnehmerzahl nicht genannt); 12 Studien, 1.002 Pers. (Akhgarjand 2022, Angst und Stress zusammen)Angst SMD −6,87, für standardisierte Werte ungewöhnlich groß

gestresste oder ängstliche Erwachsene ohne gesicherte Diagnose; Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag oder Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg/Tag

Ergebnisse: Angst SMD −6,87 (95 % KI −8,77 bis −4,97), für standardisierte Werte ungewöhnlich groß (Alsanie 2026); Angst SMD −1,55 (95 % KI −2,37 bis −0,74; I² 94 %; Akhgarjand 2022); Hamilton-Angstskala −2,19 Punkte (−3,83 bis −0,55; Arumugam 2024)

Dass Angstgefühle bei gestressten Erwachsenen mit Ashwagandha stärker zurückgehen als mit Placebo, ist wahrscheinlich: Drei Meta-Analysen finden das übereinstimmend, auf der Hamilton-Skala im Mittel um gut zwei Punkte. Die größeren Auswertungen zählen ihre Studien allerdings nur gemeinsam über mehrere Messwerte wie Angst und Stress, eine größere Auswertung allein zur Angst fehlt. Die Größe des Effekts schwankt stark zwischen den Studien, einzelne neuere Studien fanden keinen Unterschied zur Placebogruppe, und die meisten positiven Studien wurden von Extraktherstellern finanziert oder beliefert. 7, 8, 9, 12, 72, 68

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 12 Studien, keine große widerspricht)
  • Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Unsere Regeln
Körpergewicht senken bei chronischem Stressunklarwidersprüchlich4 Studien, 191 Pers. (Zhu 2026, überwiegend Sportler); 2 positive Placebo-Studien mit Gestressten, 52 und 91 Pers.Körpergewicht ohne signifikanten Effekt

Erwachsene unter Stress oder mit Übergewicht; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich (8–24 Wochen) oder 500 mg/Tag

Ergebnisse: Körpergewicht ohne signifikanten Effekt (Zhu 2026); bei Gestressten Gewicht −8,46 vs. −2,41 kg nach 24 Wochen (Pakhale 2025) bzw. Verbesserung gegenüber Placebo (Choudhary 2017); bei Übergewichtigen mit Diätplan und bei Gesunden keine Gewichtsänderung (Ballesteros-Torres 2025, Verma 2021)

Ob Ashwagandha bei Stress beim Abnehmen hilft, ist unklar. Zwei indische Studien mit gestressten Erwachsenen meldeten eine Gewichtsabnahme, eine davon mit ungewöhnlich großem Unterschied von rund sechs Kilo; beide nutzten einen vom Hersteller gelieferten Extrakt. Die Auswertung von vier Studien fand keinen Effekt auf das Gewicht, und auch bei Übergewichtigen mit Diätplan änderte es sich nicht. 21, 42, 41, 43

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →
Besser schlafenunklarerste Hinweise4 Studien bei psychischen Erkrankungen (Marchi 2025); 5 Studien, 400 Pers. (Cheah 2021)Schlafqualität SMD −1,35 bei psychisch Erkrankten

Erwachsene mit und ohne Schlafstörung; Wurzelextrakt meist 600 mg/Tag, Wurzel-Blatt-Extrakt 120 mg/Tag; 6 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Schlafqualität SMD −1,35 (95 % KI −1,79 bis −0,91) bei psychisch Erkrankten (Marchi 2025); Schlaf insgesamt SMD −0,59 (−0,75 bis −0,42; I² 62 %; Cheah 2021), deutlicher bei Schlaflosigkeit, ab 600 mg/Tag und ab 8 Wochen

Ob Ashwagandha den Schlaf verbessert, ist noch unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Drei kleine Meta-Analysen mit jeweils nur vier oder fünf Studien finden etwas besseren Schlaf als mit Placebo, am deutlichsten bei Schlaflosigkeit und ab 600 mg täglich über mindestens acht Wochen. Für ein sicheres Urteil sind das zu wenige und zu kleine Studien, sie stammen überwiegend aus Indien, und das Prüfpräparat wurde meist vom Hersteller gestellt. 18, 15, 74, 20, 79, 80, 81

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Wechseljahresbeschwerden lindernunklarerste Hinweise4 Placebo-Studien, zusammen 353 Pers. (bei Pingali 2025 einschließlich Gruppen mit einem anderen Pflanzenextrakt); keine Meta-AnalyseMenopause Rating Scale signifikant stärker gesunken als mit Placebo

Frauen in der Perimenopause und nach der Menopause, 40 bis 65 Jahre; Wurzelextrakt 600 mg/Tag (8 bis 12 Wochen) oder Wurzel-Blatt-Extrakt 250 bis 500 mg/Tag (24 Wochen)

Ergebnisse: Menopause Rating Scale signifikant stärker gesunken als mit Placebo (p < 0,0001; Gopal 2021, Vani 2026); MRS −8,1 gegenüber −1,2 Punkte (p < 0,001; Obhrai 2026); MENQOL dosisabhängig gebessert (Pingali 2025); Östradiol gestiegen, FSH und LH gesunken (Gopal 2021, Vani 2026); weniger Hitzewallungen (Vani 2026)

Ob Ashwagandha Wechseljahresbeschwerden lindert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Vier kleine Placebo-Studien aus Indien berichten übereinstimmend, dass Hitzewallungen, Stimmungsbeschwerden und weitere Beschwerden unter Ashwagandha stärker zurückgingen als mit Placebo; zwei sahen zudem höhere Östradiol- und niedrigere FSH-Werte. Drei der vier nutzten aber Extrakte, die der Hersteller lieferte oder deren Studie er finanzierte, und größere, unabhängige Studien fehlen. 28, 108, 29, 109

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →
Blutdruck senkenunklar1 Studie bei Bluthochdruck (60 Pers.), sonst nur Sicherheitsmessungen bei Gesunden (20 bis 80 Pers.)bei Bluthochdruck nur günstiger Trend, ohne Zahlen in der Zusammenfassung

Gesunde sowie Menschen mit Bluthochdruck und Stress; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich

Ergebnisse: bei Bluthochdruck nur günstiger Trend, ohne Zahlen in der Zusammenfassung (Pattojoshi 2026); bei 80 Gesunden kein Unterschied im Blutdruck (Verma 2021); bei Krafttraining kein Unterschied der Kreislaufwerte (Ziegenfuss 2018); ohne Senkung unter Ashwagandha allein (Sandhu 2010); über 6 Monate bei Älteren ohne Unterschied (Vaidya 2026)

Ob Ashwagandha den Blutdruck senkt, ist unklar, weil es kaum untersucht ist. Die einzige Studie mit Menschen mit Bluthochdruck berichtet nur einen günstigen Trend ohne Zahlen. Bei Gesunden blieb der Blutdruck in mehreren Placebo-Studien unverändert. 39, 40, 37, 122

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir
Alle 50 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe

Hier steht jede Wirkung, die bei Ashwagandha in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.

50 untersuchte Wirkungen in 3 Bereichen · Bereich öffnen zum Anzeigen

Stress, Psyche & Schlaf 18

2 gut belegt · 6 wahrscheinlich · 9 unklar · 1 nicht untersucht
Stresshormon Cortisol senkengut belegt23 Studien, 1.706 Pers. zu Hormonen insgesamt (Fornalik 2026, Studienzahl für Cortisol nicht genannt); 7 Studien zum Cortisol (Albalawi 2025)Cortisol SMD −1,18

gestresste Erwachsene; Cortisol im Blut oder Speichel morgens; meist Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag oder Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg/Tag

Ergebnisse: Cortisol SMD −1,18 (p < 0,04; Fornalik 2026); −1,16 µg/dL (95 % KI −1,64 bis −0,69; Albalawi 2025); −2,58 µg/dL (−4,99 bis −0,16; Arumugam 2024)

Dass der morgendliche Cortisolwert mit Ashwagandha stärker sinkt als mit Placebo, ist gut belegt: Drei Meta-Analysen finden das übereinstimmend, die größte mit 23 Hormonstudien. Ob die Senkung spürbar ist, ist eine andere Frage, denn in einer der Auswertungen sank das Stressempfinden nicht gesichert. Was eine dauerhafte Senkung für die Nebennieren bedeutet, hat kaum eine Studie geprüft; viele Einzelstudien wurden von Extraktherstellern beliefert oder finanziert. 10, 2, 8, 14, 12, 13, 71

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (3 Meta-Analysen einig, größte mit 23 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Angststörung behandelngut belegt10 Studien zur Angst (Marchi 2025; insgesamt 14 Studien, 713 Pers. mit psychischen Erkrankungen)Angst SMD −1,62, ohne eine stark abweichende Studie −1,13, mit einer zweiten …

Erwachsene mit diagnostizierter Angststörung, meist generalisierte Angststörung, teils zusätzlich zu Antidepressiva; Dosis im Median 600 mg/Tag, Wurzel- oder Wurzel-Blatt-Extrakt

Ergebnisse: Angst SMD −1,62 (95 % KI −2,66 bis −0,57), ohne eine stark abweichende Studie −1,13 (−1,65 bis −0,60), mit einer zweiten Rechenmethode −1,23 (Marchi 2025); Hamilton-Angstskala −4,90 Punkte (−9,70 bis −0,17; Zhang 2022, Vergleichsauswertung vieler Mittel); −5,96 Punkte bei Angst und Schlafstörung (I² 98 %; Fatima 2024)

Dass Ashwagandha bei Menschen mit einer diagnostizierten Angststörung die Angstsymptome stärker lindert als Placebo, ist gut belegt: Mehrere Meta-Analysen finden das, und der Effekt hielt auch einer zweiten statistischen Prüfung stand. Die Studien sind allerdings klein und sehr uneinheitlich, ein Teil der Teilnehmenden nahm zusätzlich Antidepressiva. Eine internationale psychiatrische Leitlinie empfiehlt Ashwagandha bei Angststörungen vorläufig und möglichst begleitend; eine Behandlung ersetzt es nicht. 15, 73, 74, 16, 17, 75, 76

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 10 Studien, keine große widerspricht)Unsere Regeln
Stressempfinden senkenwahrscheinlich12 Studien, 1.002 Pers. (Akhgarjand 2022, Angst und Stress zusammen); eine Auswertung mit 22 Studien meldet unplausibel große Effekte (Alsanie 2026)Stress SMD −1,75

gestresste, sonst gesunde Erwachsene von etwa 18 bis 65 Jahren; meist Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag, teils Extrakt aus Wurzel und Blatt 60 bis 500 mg/Tag, 4 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Stress SMD −1,75 (95 % KI −2,29 bis −1,22; I² 83 %; Belege schwach; Akhgarjand 2022); Stress-Fragebogen PSS −4,72 Punkte (−8,45 bis −0,99; Arumugam 2024); in 6 Studien dagegen kein gesicherter Effekt auf den PSS, SMD −0,36 (−1,19 bis 0,47; Albalawi 2025); Stress SMD −5,88 (95 % KI −8,15 bis −3,60), unplausibel groß (Alsanie 2026)

Dass gestresste Erwachsene mit Ashwagandha im Fragebogen weniger Stress angeben als mit Placebo, ist wahrscheinlich: Eine Meta-Analyse mit zwölf Studien findet das, eine zweite ebenso. Eine kleinere Auswertung von sechs Studien fand dagegen keinen gesicherten Unterschied, und die Werte schwanken stark zwischen den Studien. Eine größere Auswertung mit 22 Studien meldet so große Effekte, dass sie nicht glaubwürdig sind; fast alle positiven Einzelstudien wurden zudem von den Herstellern der jeweiligen Extrakte finanziert oder beliefert. 7, 8, 10, 9, 11, 68, 5, 69, 70, 6

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Akhgarjand et al. 2022, 12 Studien) positiv)Unsere Regeln
Angstgefühle bei Stress lindernwahrscheinlich22 Studien (Alsanie 2026, Teilnehmerzahl nicht genannt); 12 Studien, 1.002 Pers. (Akhgarjand 2022, Angst und Stress zusammen)Angst SMD −6,87, für standardisierte Werte ungewöhnlich groß

gestresste oder ängstliche Erwachsene ohne gesicherte Diagnose; Wurzelextrakt 250 bis 600 mg/Tag oder Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg/Tag

Ergebnisse: Angst SMD −6,87 (95 % KI −8,77 bis −4,97), für standardisierte Werte ungewöhnlich groß (Alsanie 2026); Angst SMD −1,55 (95 % KI −2,37 bis −0,74; I² 94 %; Akhgarjand 2022); Hamilton-Angstskala −2,19 Punkte (−3,83 bis −0,55; Arumugam 2024)

Dass Angstgefühle bei gestressten Erwachsenen mit Ashwagandha stärker zurückgehen als mit Placebo, ist wahrscheinlich: Drei Meta-Analysen finden das übereinstimmend, auf der Hamilton-Skala im Mittel um gut zwei Punkte. Die größeren Auswertungen zählen ihre Studien allerdings nur gemeinsam über mehrere Messwerte wie Angst und Stress, eine größere Auswertung allein zur Angst fehlt. Die Größe des Effekts schwankt stark zwischen den Studien, einzelne neuere Studien fanden keinen Unterschied zur Placebogruppe, und die meisten positiven Studien wurden von Extraktherstellern finanziert oder beliefert. 7, 8, 9, 12, 72, 68

Warum diese Stufe? Mindestens zwei Meta-Analysen kommen zum selben Ergebnis, keine große widerspricht. (2 Meta-Analysen einig, größte mit 12 Studien, keine große widerspricht)
  • Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Unsere Regeln
Depressive Symptome lindernwahrscheinlich5 Studien bei psychischen Erkrankungen (Marchi 2025); eine Auswertung mit 22 Studien meldet unplausibel große Effekte (Alsanie 2026)Depression SMD −1,28 in 5 Studien, mit einer zweiten Rechenmethode nicht bestätigt

Erwachsene mit psychischen Erkrankungen oder leichten bis mäßigen depressiven Symptomen; keine Studie speziell bei schwerer Depression; Wurzelextrakt 500 bis 1.000 mg/Tag

Ergebnisse: Depression SMD −1,28 (95 % KI −2,40 bis −0,16) in 5 Studien, mit einer zweiten Rechenmethode nicht bestätigt (Marchi 2025); SMD −5,68 (−8,43 bis −2,94) bei Erwachsenen allgemein, unplausibel groß (Alsanie 2026)

Dass depressive Beschwerden mit Ashwagandha stärker zurückgehen als mit Placebo, ist wahrscheinlich: Eine Meta-Analyse mit fünf Studien bei Menschen mit psychischen Erkrankungen findet einen Vorteil, der allerdings einer zweiten, strengeren Berechnung nicht standhielt. Eine größere Auswertung mit 22 Studien meldet so große Effekte, dass sie nicht glaubwürdig sind. Die Daten stammen vor allem aus Stress- und Angststudien; eine Studie bei diagnostizierter schwerer Depression gibt es nicht, und eine Behandlung ersetzt Ashwagandha nicht. 15, 9, 77, 78, 69

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Marchi et al. 2025, 5 Studien) positiv)Unsere Regeln
Gedächtnis verbessernwahrscheinlich20 Studien, 1.249 Pers. über alle Messwerte (Zhu 2026); Studienzahl für das Gedächtnis nicht genanntGedächtnis SMD 0,52

Erwachsene, gesund, gestresst oder mit Gedächtnisbeschwerden, teils mit Erkrankungen; Wurzelextrakt 300 bis 600 mg/Tag, Wurzel-Blatt-Extrakt 225 bis 500 mg/Tag

Ergebnisse: Gedächtnis SMD 0,52 (95 % KI 0,27 bis 0,78; I² 30 %; Zhu 2026)

Eine aktuelle Meta-Analyse fand mit Ashwagandha bessere Ergebnisse in Gedächtnistests als mit Placebo, der Effekt ist mittelgroß und zwischen den Studien recht einheitlich. Die zugrunde liegenden Studien sind klein, mischen Gesunde, Gestresste und Kranke und messen Gedächtnis mit sehr unterschiedlichen Tests. Die meisten wurden von Herstellern finanziert oder mit deren Angestellten durchgeführt. 21, 83, 84, 85, 86, 87

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhu et al. 2026, 6 Studien) positiv)Unsere Regeln
Aufmerksamkeit und Reaktionstempo verbessernwahrscheinlich5 Studien, 327 Pers. (Zhu 2026)Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit SMD 0,29

Erwachsene, gesund oder gestresst, teils mit Erkrankungen; teils Einmalgabe, teils 2 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Aufmerksamkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit SMD 0,29 (95 % KI 0,07 bis 0,51; I² 0 %; Belege mäßig; Zhu 2026)

Ein kleiner Vorteil für Aufmerksamkeit und Reaktionstempo ist wahrscheinlich: Eine aktuelle Meta-Analyse mit fünf Studien und 327 Teilnehmenden fand bessere Testergebnisse als mit Placebo, die Studien waren sich dabei einig. Die einzelnen Studien sind aber klein und nutzten jeweils andere Tests. Die meisten wurden von Herstellern finanziert oder beliefert. 21, 89, 90, 85, 72

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhu et al. 2026, 5 Studien) positiv)Unsere Regeln
Planen und Umschalten (exekutive Funktionen) verbessernErwachsene, gesund oder mit Erkrankungenwahrscheinlich6 Studien, 366 Pers. (Zhu 2026)exekutive Funktion SMD −0,42

Ergebnisse: exekutive Funktion SMD −0,42 (95 % KI −0,70 bis −0,13; I² 38 %; kürzere Bearbeitungszeit = besser; Belege schwach; Zhu 2026)

Ein kleiner Vorteil beim Planen, Umschalten und Unterdrücken von Reaktionen ist wahrscheinlich: In einer aktuellen Meta-Analyse mit sechs Studien schnitten die Teilnehmenden mit Ashwagandha etwas besser ab als mit Placebo. Die Studien sind aber klein, nutzten sehr verschiedene Tests und Teilnehmergruppen, darunter eine Einmalgabe, und die Autoren halten die Belege für schwach. Eine Studie bei bipolarer Störung fand für fast alle Tests keinen Unterschied. 21, 32, 87

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhu et al. 2026, 6 Studien) positiv)Unsere Regeln
Besser schlafenunklarerste Hinweise4 Studien bei psychischen Erkrankungen (Marchi 2025); 5 Studien, 400 Pers. (Cheah 2021)Schlafqualität SMD −1,35 bei psychisch Erkrankten

Erwachsene mit und ohne Schlafstörung; Wurzelextrakt meist 600 mg/Tag, Wurzel-Blatt-Extrakt 120 mg/Tag; 6 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Schlafqualität SMD −1,35 (95 % KI −1,79 bis −0,91) bei psychisch Erkrankten (Marchi 2025); Schlaf insgesamt SMD −0,59 (−0,75 bis −0,42; I² 62 %; Cheah 2021), deutlicher bei Schlaflosigkeit, ab 600 mg/Tag und ab 8 Wochen

Ob Ashwagandha den Schlaf verbessert, ist noch unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Drei kleine Meta-Analysen mit jeweils nur vier oder fünf Studien finden etwas besseren Schlaf als mit Placebo, am deutlichsten bei Schlaflosigkeit und ab 600 mg täglich über mindestens acht Wochen. Für ein sicheres Urteil sind das zu wenige und zu kleine Studien, sie stammen überwiegend aus Indien, und das Prüfpräparat wurde meist vom Hersteller gestellt. 18, 15, 74, 20, 79, 80, 81

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Schlaflosigkeit (Insomnie) behandelnunklarerste Hinweise5 Studien, 400 Pers., darunter Menschen mit Schlaflosigkeit (Cheah 2021); einzelne Placebo-Studien mit 40 bis 60 Pers.Einschlafzeit nach 10 Wochen 29,0 vs

Erwachsene mit diagnostizierter Insomnie, teils mit Angst; Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 bis 10 Wochen

Ergebnisse: Einschlafzeit nach 10 Wochen 29,0 vs. 33,9 min mit Placebo (p = 0,019), Schlafeffizienz 83,5 vs. 79,7 % (Langade 2019); Effekt bei Menschen mit Schlaflosigkeit größer als bei Gesunden (Cheah 2021)

Ob Ashwagandha bei Schlaflosigkeit hilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Bei Menschen mit Schlaflosigkeit schliefen die Teilnehmenden mit Ashwagandha im Mittel etwa fünf Minuten schneller ein als mit Placebo, und ihre Schlafeffizienz stieg etwas stärker. Die Daten stammen aus wenigen kleinen Studien, überwiegend aus derselben indischen Arbeitsgruppe, die das Prüfpräparat vom Hersteller erhielt. Ein Vergleich mit üblichen Behandlungen wie Verhaltenstherapie fehlt. 18, 19, 82, 74

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Gedächtnis bei leichter kognitiver Störungunklarerste Hinweisekeine eigene Meta-Analyse; 2 Placebo-Studien mit 40 und 50 Pers.Wechsler-Gedächtnistests nach 8 Wochen in allen 8 Untertests besser als mit Placebo

Erwachsene mit leichter kognitiver Störung (Vorstufe einer möglichen Demenz); Wurzelextrakt 600 mg/Tag oder 250 mg/Tag eines anders standardisierten Extrakts

Ergebnisse: Wechsler-Gedächtnistests nach 8 Wochen in allen 8 Untertests besser als mit Placebo (p = 0,006 bis 0,042; Choudhary 2017); MoCA +14,8 % und MMSE +19,2 % nach 60 Tagen (Rai 2025)

Ob Ashwagandha bei leichter kognitiver Störung das Gedächtnis verbessert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Zwei kleine Studien mit 50 und 40 Teilnehmenden fanden bessere Gedächtniswerte als mit Placebo, doch sie waren kurz und verwendeten unterschiedliche Extrakte. Ob Ashwagandha das Fortschreiten zu einer Demenz beeinflusst, wurde nie untersucht. 32, 88

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Denkleistung bei bipolarer Störungunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 60 Pers. (Chengappa 2013)Arbeitsgedächtnis d = 0,51, Flanker-Reaktionszeit und soziale Wahrnehmung besser

Erwachsene mit bipolarer Störung in stabiler Phase, zusätzlich zur Dauermedikation; Extrakt 500 mg/Tag, 8 Wochen

Ergebnisse: Arbeitsgedächtnis (Zahlen rückwärts) d = 0,51 (95 % KI 0,25 bis 0,77), Flanker-Reaktionszeit und soziale Wahrnehmung besser; übrige Tests ohne Unterschied

Ob Ashwagandha bei bipolarer Störung die Denkleistung verbessert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Eine einzige Studie mit 60 Betroffenen fand in drei von vielen Denktests einen Vorteil, vor allem beim Arbeitsgedächtnis; die anderen Tests zeigten keinen Unterschied, Stimmung und Angst blieben stabil. Die Autoren selbst nennen das Ergebnis vorläufig, eine Wiederholung fehlt. 87, 91

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Konzentration und Gedächtnis bei Kindernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 85 Kinder (Saxena 2026)Verarbeitungsgeschwindigkeit besser

gesunde Kinder von 6 bis 12 Jahren mit von Eltern berichteten Konzentrationssorgen; Wurzelextrakt 300 mg/Tag als Fruchtgummi, 8 Wochen

Ergebnisse: Verarbeitungsgeschwindigkeit besser (p = 0,040); verzögerter Wortabruf d = 0,59, Stroop-Genauigkeit d = 0,61, Corsi-Blockspanne d = 0,66; Schlaf laut Eltern besser (p = 0,035)

Ob Ashwagandha Konzentration und Gedächtnis von Kindern verbessert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Eine einzelne Studie mit 85 Kindern fand nach acht Wochen in mehreren Konzentrations- und Gedächtnistests bessere Werte als mit Placebo. Zwölf Kinder schieden aber vorzeitig aus, die Studie wurde von einem Pharmaunternehmen gesponsert, und der Extrakt kam vom Hersteller; Langzeitdaten zur Sicherheit bei Kindern gibt es nicht. 92

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Müdigkeit und Erschöpfung verringernunklarwidersprüchlichkeine Meta-Analyse; 4 Placebo-Studien mit 31 bis 60 Pers.Chalder-Müdigkeitsskala besser als mit Placebo

Erwachsene mit Stress oder Müdigkeit, teils Sportler; Wurzelextrakt 400 bis 600 mg/Tag oder Wurzel-Blatt-Extrakt 21 bis 30 mg Wirkstoff

Ergebnisse: Chalder-Müdigkeitsskala besser als mit Placebo (p = 0,016; Smith 2023); kein Unterschied bei Männern von 40 bis 70 (Lopresti 2019), bei Sportlern nach 8 Tagen (Ferreira 2026) und mit 30 mg/Tag (Lopresti 2026)

Die Ergebnisse zur Müdigkeit widersprechen sich. Eine Studie mit übergewichtigen Erwachsenen mittleren Alters fand weniger Müdigkeit als mit Placebo, obwohl sich das Stressempfinden dort nicht unterschied. Drei weitere Studien, darunter eine mit älteren Männern und eine mit Handballern, fanden keinen Unterschied. Eine Meta-Analyse gibt es nicht. 11, 13, 6, 93, 85

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Symptome bei Schizophrenie lindernunklarwidersprüchlich2 Placebo-Studien, 66 und 47 Pers.; Vergleichsauswertung von 22 Mitteln mit 50 Studien (Fornaro 2025)PANSS gesamt d = 0,83, Negativsymptome d = 0,83, Positivsymptome nicht

Erwachsene mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung nach Verschlechterung, zusätzlich zu Antipsychotika; Extrakt 1.000 mg/Tag, 12 Wochen

Ergebnisse: PANSS gesamt d = 0,83, Negativsymptome d = 0,83, Positivsymptome nicht (Chengappa 2018); kein Unterschied in PANSS, CGI und Stress (Marder 2026); in der akuten Phase bei Studien mit geringem Verzerrungsrisiko SMD −0,71 (−1,21 bis −0,22; Fornaro 2025)

Ob Ashwagandha bei Schizophrenie hilft, ist unklar. Eine erste Studie mit 66 Patientinnen und Patienten fand, dass es zusätzlich zu Antipsychotika die Gesamt- und Negativsymptome deutlich stärker linderte als Placebo, Wahn und Halluzinationen aber nicht. Eine zweite, kleinere Studie aus dem Jahr 2026 konnte das nicht bestätigen; die Vergleichsauswertung, die Ashwagandha als vielversprechend einstufte, erschien vor dieser Gegenstudie. 94, 95, 96, 78

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Zwangsstörung lindernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 30 Pers. (Jahanbakhsh 2016)Y-BOCS im Median −8 vs

Erwachsene mit Zwangsstörung unter Antidepressiva (SSRI), Wurzelextrakt 120 mg/Tag zusätzlich, 6 Wochen

Ergebnisse: Y-BOCS im Median −8 vs. −2 Punkte mit Placebo (p < 0,001); Ausgangswerte ungleich (26 vs. 18 Punkte)

Ob Ashwagandha bei Zwangsstörungen hilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Nur eine kleine Studie mit 30 Patientinnen und Patienten liegt vor: Zusätzlich zu Antidepressiva sanken die Zwangssymptome mit Ashwagandha stärker als mit Placebo. Die Gruppe mit Ashwagandha startete allerdings mit deutlich schwereren Symptomen, was den Vergleich verzerren kann, und eine Übersichtsarbeit hält die Belege für vorläufig und schwach. 97, 98

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
ADHS-Symptome bei Kindern lindernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 58 Pers. (Naik 2026)ADHS-Bewertungsskala gesamt, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität nach 56 Tagen …

Kinder und Jugendliche mit leichter ADHS; Wurzelextrakt 300 mg/Tag als Fruchtgummi, 8 Wochen

Ergebnisse: ADHS-Bewertungsskala gesamt, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität nach 56 Tagen niedriger als mit Placebo (p < 0,001)

Ob Ashwagandha bei ADHS hilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Nur eine Studie mit 58 Kindern und Jugendlichen mit leichter ADHS liegt vor; sie fand nach acht Wochen deutlich geringere Symptomwerte als mit Placebo. Der Extrakt wurde vom Hersteller gestellt, eine unabhängige Wiederholung fehlt, und eine ältere Studie mit einer Kräutermischung lässt sich nicht auf Ashwagandha allein übertragen. 99, 100

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Burnout oder posttraumatische Belastungsstörungkeine kontrollierte Studie am Menschennicht untersuchtkeine kontrollierte Studie (Alyami 2026, Suche bis 31.08.2026)nicht untersucht

Ergebnisse: nicht untersucht

Für Burnout und posttraumatische Belastungsstörung gibt es keine einzige kontrollierte Studie mit Ashwagandha. Eine systematische Übersicht mit Suche bis Ende August 2026 fand nur Labor- und Tierdaten und nennt beide Erkrankungen ausdrücklich als offene Forschungslücke. 101

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln

Hormone, Fruchtbarkeit & Sexualität 11

1 wahrscheinlich · 8 unklar · 2 nicht untersucht
Testosteronspiegel bei Männern erhöhenwahrscheinlich7 Studien, 488 Pers. (Zhu 2026)Testosteron SMD 0,33

überwiegend gesunde Männer (teils gestresst, übergewichtig, mit Krafttraining oder geringer Libido); einzelne Studien mischen Männer und Frauen; meist Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich (5 % Withanolide), daneben Wurzel-Blatt-Extrakt 60 bis 240 mg (35 % Withanolid-Glykoside); 8 bis 16 Wochen

Ergebnisse: Testosteron SMD 0,33 (95 % KI 0,13 bis 0,54; p = 0,001; Zhu 2026); bei Männern +57,4 ng/dl, bei Frauen kein Anstieg (Fornalik 2026, 23 Studien zu verschiedenen Hormonen); mehrere Einzelstudien ohne Unterschied zu Placebo (Lopresti 2019a, Thanawala 2026, Khanna 2026)

Zwei aktuelle Meta-Analysen finden bei Männern einen kleinen Anstieg des Testosterons gegenüber Placebo, im Mittel um gut 50 ng/dl. Die zugrunde liegenden Studien sind klein, stammen fast alle aus Indien und wurden überwiegend mit Extrakten durchgeführt, die der Hersteller lieferte oder finanzierte. Mehrere neuere Studien sahen zwar einen Anstieg in der Ashwagandha-Gruppe, aber keinen gesicherten Unterschied zur Placebogruppe; ob der Anstieg im Alltag spürbar ist, wurde kaum untersucht. 21, 2, 102, 64, 13, 103, 11, 69, 24, 23

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Zhu et al. 2026, 7 Studien) positiv)Unsere Regeln
Testosteronspiegel bei Frauen verändernunklarTeilauswertung in 23 Studien, 1.706 Pers. (Fornalik 2026); Studienzahl für Frauen nicht angegeben; 4 Placebo-Studien mit getrennter Auswertung für FrauenTestosteron bei Frauen MD +5,09 ng/dl, nicht signifikant

gesunde Frauen, Frauen in den Wechseljahren und Sportlerinnen; Wurzelextrakt 240 bis 600 mg/Tag

Ergebnisse: Testosteron bei Frauen MD +5,09 ng/dl, nicht signifikant (Fornalik 2026); kein Unterschied zu Placebo bei Gopal 2021, Lopresti 2019a und Smith 2023; bei Thanawala 2026 (30 Frauen) stieg das Testosteron unter Placebo stärker als mit Ashwagandha (p = 0,021)

Ob Ashwagandha das Testosteron bei Frauen verändert, ist unklar. Eine Meta-Analyse und drei Placebo-Studien fanden keinen Unterschied, eine kleine Studie mit 30 Sportlerinnen dagegen einen geringeren Anstieg als mit Placebo. Die Studien mit Frauen sind wenige und klein, kaum eine ging dieser Frage gezielt nach, und mehrere wurden von Extraktherstellern finanziert. 2, 28, 69, 24, 11

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →
Spermienqualität verbessernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie bei Unfruchtbarkeit, 46 Pers. (Ambiye 2013); 2 Studien an gesunden MännernSpermienzahl von 9,6 auf 25,6 Mio/ml, Beweglichkeit von 18,6 auf 29,2 %

Männer mit zu wenigen Spermien (Oligospermie) oder ungeklärter Unfruchtbarkeit sowie gesunde Männer; Wurzelextrakt 600 bis 675 mg/Tag oder Wurzelpulver 5 g/Tag, 8 bis 12 Wochen

Ergebnisse: Spermienzahl von 9,6 auf 25,6 Mio/ml, Beweglichkeit von 18,6 auf 29,2 % (vorher-nachher, Placebo kaum verändert; Ambiye 2013); bei gesunden Männern Spermienkonzentration und Ejakulatmenge stärker gestiegen als mit Placebo (Mutha 2025, Khanna 2026); Meta-Analyse nur aus unkontrollierten Vorher-nachher-Studien (Durg 2018)

Ob Ashwagandha die Spermienqualität verbessert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. In einer kleinen Placebo-Studie mit unfruchtbaren Männern stiegen Spermienzahl, Ejakulatmenge und Beweglichkeit unter Ashwagandha deutlich, und zwei Studien an gesunden Männern fanden ebenfalls bessere Spermienwerte als mit Placebo. Alle drei nutzten allerdings denselben Extrakt eines Herstellers. Die übrigen Studien hatten keine Placebogruppe, sodass die einzige Meta-Analyse nur Vorher-nachher-Vergleiche zusammenrechnen konnte; ihre Autoren halten die Daten für zu begrenzt. 27, 104, 25, 23, 105, 106

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Lust und sexuelle Zufriedenheit bei Männern steigernunklarwidersprüchlich3 Placebo-Studien, 226 Pers.; keine Meta-AnalyseDISF-M-Gesamtwert signifikant verbessert

gesunde Männer mit geringer Lust oder sexueller Unzufriedenheit; Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 Wochen

Ergebnisse: DISF-M-Gesamtwert signifikant verbessert (p < 0,0001; Chauhan 2022); Lust (SDI-2) und Orgasmus- und Lust-Bereich im IIEF verbessert (p < 0,05; Mutha 2025); SDI-2, befriedigende sexuelle Erlebnisse und IIEF verbessert (p ≤ 0,001; Khanna 2026); sexuelles Wohlbefinden bei älteren Männern nicht verschieden von Placebo (Lopresti 2019b)

Drei kleine Placebo-Studien aus Indien berichten, dass Männer mit geringer Lust unter Ashwagandha mehr Verlangen und mehr befriedigende sexuelle Erlebnisse angaben. Alle drei nutzten denselben Extrakt, den der Hersteller lieferte. In einer australischen Studie an älteren, übergewichtigen Männern verbesserte sich das sexuelle Wohlbefinden dagegen nicht stärker als mit Placebo. Eine Meta-Analyse gibt es nicht. 103, 25, 23, 13

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Erektionsstörungen bessernunklar2 Placebo-Studien, 179 Pers., beide ohne Unterschied im Erektionswert; keine Meta-AnalyseIIEF-Verbesserung 12,6 % mit Ashwagandha gegenüber 19,1 % mit Placebo, kein Unterschied

Männer mit seelisch bedingter Erektionsstörung (Wurzelpulver, 60 Tage) oder gesunde Männer mit leicht eingeschränkter Erektion (Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 Wochen)

Ergebnisse: IIEF-Verbesserung 12,6 % mit Ashwagandha gegenüber 19,1 % mit Placebo, kein Unterschied (Mamidi 2011); Bereich Erektionsfunktion des IIEF nicht verschieden von Placebo (p = 0,498; Mutha 2025); IIEF gesamt verbessert (Khanna 2026)

Bei seelisch bedingten Erektionsstörungen wirkte Ashwagandha-Wurzelpulver in einer Placebo-Studie nicht besser als Placebo. Auch in einer neueren Studie mit gesunden Männern verbesserte sich zwar die Lust, der Erektionswert aber nicht stärker als mit Placebo. Eine weitere Studie meldet nur einen besseren Gesamtwert des Fragebogens, ohne die Erektion getrennt auszuweisen. 26, 25, 23

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Sexuelle Funktion und Lust bei Frauen verbessernunklarerste Hinweise2 Placebo-Studien, 130 Pers.; keine Meta-AnalyseFSFI von 14,2 auf 22,6 mit Ashwagandha gegenüber 14,2 auf 19,3 mit Placebo, alle …

gesunde Frauen von 18 bis 50 Jahren mit sexueller Funktionsstörung bzw. geringer Lust; Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich (5 % Withanolide), 8 Wochen

Ergebnisse: FSFI von 14,2 auf 22,6 mit Ashwagandha gegenüber 14,2 auf 19,3 mit Placebo (p < 0,0001), alle Teilbereiche verbessert (Ajgaonkar 2022); FSFI gesamt, Erregung, Feuchtigkeit, Orgasmus und Zufriedenheit stärker verbessert (p ≤ 0,004; Dongre 2015)

Ob Ashwagandha bei sexuellen Problemen von Frauen hilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Zwei kleine Placebo-Studien aus Indien berichten bei betroffenen Frauen bessere Werte für Lust, Erregung, Feuchtigkeit und Orgasmus sowie mehr befriedigende sexuelle Erlebnisse. Beide nutzten denselben Extrakt, und in einer übernahm der Hersteller nach eigenen Angaben einen Teil der Kosten; unabhängige Bestätigungen fehlen. 30, 107

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Wechseljahresbeschwerden lindernunklarerste Hinweise4 Placebo-Studien, zusammen 353 Pers. (bei Pingali 2025 einschließlich Gruppen mit einem anderen Pflanzenextrakt); keine Meta-AnalyseMenopause Rating Scale signifikant stärker gesunken als mit Placebo

Frauen in der Perimenopause und nach der Menopause, 40 bis 65 Jahre; Wurzelextrakt 600 mg/Tag (8 bis 12 Wochen) oder Wurzel-Blatt-Extrakt 250 bis 500 mg/Tag (24 Wochen)

Ergebnisse: Menopause Rating Scale signifikant stärker gesunken als mit Placebo (p < 0,0001; Gopal 2021, Vani 2026); MRS −8,1 gegenüber −1,2 Punkte (p < 0,001; Obhrai 2026); MENQOL dosisabhängig gebessert (Pingali 2025); Östradiol gestiegen, FSH und LH gesunken (Gopal 2021, Vani 2026); weniger Hitzewallungen (Vani 2026)

Ob Ashwagandha Wechseljahresbeschwerden lindert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Vier kleine Placebo-Studien aus Indien berichten übereinstimmend, dass Hitzewallungen, Stimmungsbeschwerden und weitere Beschwerden unter Ashwagandha stärker zurückgingen als mit Placebo; zwei sahen zudem höhere Östradiol- und niedrigere FSH-Werte. Drei der vier nutzten aber Extrakte, die der Hersteller lieferte oder deren Studie er finanzierte, und größere, unabhängige Studien fehlen. 28, 108, 29, 109

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
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Schilddrüsenwerte bei leichter Unterfunktion normalisierenunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 50 Pers. (Sharma 2018)TSH, T3 und T4 stärker verbessert als mit Placebo

Erwachsene von 18 bis 50 Jahren mit subklinischer Unterfunktion (TSH 4,5 bis 10 µIU/ml), ohne Medikamente; Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 Wochen

Ergebnisse: TSH (p < 0,001), T3 (p = 0,0031) und T4 (p = 0,0096) stärker verbessert als mit Placebo (Sharma 2018); über alle Studien hinweg TSH und T3 unverändert, T4 +0,61 µg/dl (p = 0,02; Fornalik 2026)

Ob Ashwagandha bei leichter Schilddrüsenunterfunktion hilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Nur eine kleine Placebo-Studie hat das gezielt geprüft: TSH sank, T3 und T4 stiegen in acht Wochen stärker als mit Placebo. Über alle Hormonstudien hinweg zeigt eine Meta-Analyse nur einen leichten Anstieg von T4, keine Veränderung von TSH und T3. Wer Schilddrüsenhormone nimmt oder zu einer Überfunktion neigt, sollte Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, da es T4 erhöhen kann. 58, 2, 91, 40

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
DHEA-Spiegel verändernunklarwidersprüchlich2 Placebo-Studien, 117 Pers., mit gegensätzlichem ErgebnisDHEA-S stärker gesunken als mit Placebo bei gestressten Erwachsenen

gestresste Erwachsene (Wurzel-Blatt-Extrakt 240 mg/Tag, 60 Tage) bzw. übergewichtige Männer von 40 bis 70 Jahren (21 mg Withanolid-Glykoside/Tag, 8 Wochen); gemessen als DHEA-S

Ergebnisse: DHEA-S stärker gesunken als mit Placebo bei gestressten Erwachsenen (p = 0,004; Lopresti 2019a); DHEA-S 18 % stärker gestiegen bei älteren Männern (p = 0,005; Lopresti 2019b)

Nur zwei Placebo-Studien haben DHEA gemessen, beide von derselben Arbeitsgruppe mit Extrakten desselben Herstellers, der sie auch finanzierte. Bei gestressten Erwachsenen sank DHEA-S zusammen mit dem Cortisol, bei älteren übergewichtigen Männern stieg es dagegen. Eine klare Richtung lässt sich daraus nicht ableiten. 69, 13

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Schwangerschaftschance bei Unfruchtbarkeit des Mannes erhöhenPaare mit Unfruchtbarkeit auf Seiten des Mannesnicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie mit Schwangerschaft als Messwertnur in unkontrollierten Studien berichtet: 14 % Schwangerschaften bei Männern mit …

Ergebnisse: nur in unkontrollierten Studien berichtet: 14 % Schwangerschaften bei Männern mit normalen Spermienwerten (Durg 2018)

Ob Ashwagandha die Chance auf eine Schwangerschaft erhöht, wurde nie mit Placebo verglichen. Die Studien messen fast nur Spermienwerte; eine Schwangerschaftsrate wird lediglich aus Vorher-nachher-Studien ohne Vergleichsgruppe berichtet. Bessere Spermienwerte bedeuten nicht automatisch mehr Schwangerschaften. 104

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
Beschwerden bei PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom) lindernFrauen mit PCOSnicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine veröffentlichte Placebo-Studienicht kontrolliert am Menschen untersucht

Ergebnisse: nicht kontrolliert am Menschen untersucht; Übersichtsarbeiten stützen sich auf Tierversuche und Übertragungen aus anderen Gruppen (Namysł 2026)

Zu Ashwagandha bei PCOS gibt es bisher keine veröffentlichte Placebo-Studie am Menschen. Die positiven Annahmen beruhen auf Tierversuchen und auf Studien mit anderen Gruppen, etwa zu Stress oder Wechseljahren. Eine neuere Übersicht hält Ashwagandha für einen Kandidaten, betont aber, dass kontrollierte Studien erst noch gemacht werden müssen. 31

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
Ausführlich im Artikel →

Sport, Körper & Stoffwechsel 21

1 wahrscheinlich · 18 unklar · 2 nicht untersucht
Nüchternblutzucker senkenwahrscheinlich11 Studien, 667 Pers. (Farrin 2026)Nüchternblutzucker −3,09 mg/dl gegenüber Placebo, Studien sehr uneinheitlich, Belege …

überwiegend gesunde oder gestresste Erwachsene, wenige Studien mit erhöhtem Blutzucker; verschiedene Wurzelextrakte und -pulver

Ergebnisse: Nüchternblutzucker −3,09 mg/dl (95 % KI −5,61 bis −0,58) gegenüber Placebo, Studien sehr uneinheitlich, Belege sehr schwach; kein Zusammenhang mit Dosis oder Dauer (Farrin 2026)

Ashwagandha senkt den Nüchternblutzucker wahrscheinlich leicht: Die aktuelle Auswertung von elf Placebo-Studien kommt auf gut 3 mg/dl weniger, also rund 0,2 mmol/l. Das ist wenig, die Studien unterscheiden sich stark, und die Autoren halten die Belege für sehr schwach. Ein früher gemeldeter Effekt wie bei einem Diabetesmittel stammt aus einer unkontrollierten Studie mit sechs Menschen und lässt sich so nicht bestätigen. 38, 119, 120

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Farrin et al. 2026, 11 Studien) positiv)Unsere Regeln
Muskelkraft steigern (meist zusammen mit Krafttraining)unklarerste HinweiseBeinkraft: 3 Studien mit Krafttraining, 161 Pers. (Lee & Heo 2026); Muskelkraft insgesamt: 4 Studien, 223 Pers. (Zhu 2026)Beinkraft SMD 0,52, nach strengerer Nachrechnung nicht mehr signifikant, alle 3 Studien …

gesunde, überwiegend junge Erwachsene, oft Männer mit Krafttraining; meist standardisierter Wurzelextrakt 300 mg 2× täglich oder 500–600 mg/Tag, 8–12 Wochen

Ergebnisse: Beinkraft SMD 0,52 (95 % KI 0,19 bis 0,86), nach strengerer Nachrechnung nicht mehr signifikant, alle 3 Studien vom Hersteller finanziert oder beliefert, Bankdrücken SMD 0,60 (Lee & Heo 2026); Muskelkraft insgesamt SMD 0,58 (0,12 bis 1,04), nur bei körperlich Aktiven signifikant (Zhu 2026); Kraft g 0,48 (−0,04 bis 1,01), nicht signifikant (Li 2026)

Ob Ashwagandha die Muskelkraft steigert, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Mehrere kleine Studien mit Krafttraining fanden unter Ashwagandha mehr Kraftzuwachs als unter einem Scheinpräparat, und zwei Auswertungen kommen auf einen mittleren Vorteil. Bei der Beinkraft hält dieser Vorteil einer strengeren Nachrechnung aber nicht stand, eine dritte Auswertung fand keinen sicheren Kraftgewinn, und alle Studien zur Beinkraft wurden von Extrakt-Herstellern finanziert oder beliefert. 36, 21, 33, 35, 64, 37, 110, 93

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Muskelmasse aufbauenunklar3 kleine Studien mit direkt gemessener Muskelmasse (38 bis 51 Pers.), keine Meta-Analyse dazu; Brustumfang in 2 Studien (Lee & Heo 2026)Magermasse per DEXA ohne Unterschied zwischen den Gruppen

gesunde Erwachsene mit Krafttraining oder Ausdauertraining; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich, 500 mg oder 600 mg/Tag, 8–12 Wochen

Ergebnisse: Magermasse per DEXA ohne Unterschied zwischen den Gruppen (Ziegenfuss 2018); Muskelmasse per Bioimpedanz ohne Unterschied bzw. nur als Trend (Charmas 2025, Raut 2024); Brustumfang SMD 0,86 (95 % KI 0,41 bis 1,31) aus 2 Studien, nach strengerer Nachrechnung zu ungenau, Belege sehr schwach (Lee & Heo 2026)

Ob Ashwagandha beim Muskelaufbau hilft, ist unklar. Die Studien mit positivem Ergebnis haben vor allem Brust- und Armumfang mit dem Maßband gemessen, was Fett und Wasser mitzählt. Drei kleine Studien, die die Muskelmasse direkt bestimmten, fanden keinen Unterschied zum Scheinpräparat. 37, 111, 112, 36, 64

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ausdauer und maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) verbessernunklarwidersprüchlich7 Studien, 226 Pers. (Bonilla 2021); VO2max allein: 4 Studien, 142 Pers. (Pérez-Gómez 2020); aerobe Ausdauer in 13 Studien mit 599 Pers. insgesamt (Li 2026)VO2max und Hämoglobin zusammen d 1,85 ohne eine stark abweichende Studie, mit ihr unsicher

gesunde Erwachsene und Sportler (u. a. Radfahrer, Teamsport); meist 500–600 mg Wurzelextrakt/Tag, 8–12 Wochen

Ergebnisse: VO2max und Hämoglobin zusammen d 1,85 ohne eine stark abweichende Studie (6 Studien), mit ihr unsicher (Bonilla 2021, Erstautor mit Interessenkonflikt durch einen Vertreiber); VO2max +3,00 ml/kg/min (0,18 bis 5,82), Studien sehr uneinheitlich (Pérez-Gómez 2020); aerobe Ausdauer g 0,54 (95 % KI 0,22 bis 0,85) (Li 2026)

Ob Ashwagandha die Ausdauer und die maximale Sauerstoffaufnahme verbessert, ist unklar. Drei Auswertungen kleiner Placebo-Studien kommen zwar übereinstimmend zu einem Vorteil, doch die wichtigste stützt sich überwiegend auf Studien, die Hersteller bezahlt oder mit Extrakt beliefert haben, und einer ihrer Autoren arbeitet für einen Vertreiber. Die Einzelstudien sind klein und unterscheiden sich stark, und bei Elite-Ringern und bei jungen Männern im Intervalltraining brachte Ashwagandha keinen Zusatznutzen über das Training hinaus. 35, 33, 34, 113, 24, 114

Warum diese Stufe? Die maßgebliche Meta-Analyse ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. (maßgebliche Meta-Analyse (Bonilla et al. 2021, 7 Studien) positiv)
  • maßgebliche Meta-Analyse überwiegend herstellerfinanziert (Bonilla et al. 2021)
Unsere Regeln
Erholung nach dem Training und Muskelkaterunklarwidersprüchlich5 kleine Placebo-Studien (30 bis 50 Pers.) mit Erholungs-Fragebogen; Bonilla 2021 rechnet Erholung nur zusammen mit Schlaf, Cortisol und Lebensqualität aussubjektive Erholung nach 28 Tagen besser als unter Placebo

Sportler und Trainierende; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich oder 600 mg/Tag, 8 Tage bis 12 Wochen; gemessen meist per Fragebogen, teils über Creatinkinase

Ergebnisse: subjektive Erholung (TQR) nach 28 Tagen besser als unter Placebo (Coope 2025); bei Sportlerinnen weniger Muskelkater (Coope 2026); nach 8 Tagen kein Unterschied bei Muskelkater, Ermüdung und Erholung (Ferreira 2026); Creatinkinase-Ergebnisse uneinheitlich berichtet (Wankhede 2015)

Ob Ashwagandha die Erholung nach dem Training verbessert, ist unklar. Zwei kleine Studien mit Sportlern berichten, dass sich die Teilnehmenden besser erholt fühlten, zwei andere fanden keinen Unterschied, darunter eine Studie mit Handballern nach acht Tagen. Gemessen wurde fast nur per Fragebogen, und eine Auswertung, die Erholung gezielt zusammenfasst, liegt nicht vor. 115, 116, 93, 117, 64

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Körperliche Fitness und Alltagsfunktion im Alterunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 46 Pers. von 60 bis 85 Jahren (Honnutagi 2026); dazu 1 kleine Studie mit jüngeren Gesunden (Raut 2024)Senior-Fitness-Test-Teilwerte nach 8 Wochen stärker verbessert als unter Placebo

gesunde Menschen ab 60 Jahren bzw. Erwachsene ohne Training; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich oder 250 mg 2× täglich, 8–9 Wochen

Ergebnisse: Senior-Fitness-Test-Teilwerte nach 8 Wochen stärker verbessert als unter Placebo (Honnutagi 2026); auf dem Fahrradergometer mehr Strecke (2,85 vs. 2,16 km), Griffkraft und Muskelmasse nur als Trend (Raut 2024)

Ob Ashwagandha älteren Menschen zu mehr Fitness verhilft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Bisher meldet eine einzige Placebo-Studie mit Menschen von 60 bis 85 Jahren bessere Werte im Senioren-Fitnesstest; das Prüfpräparat stellte der Geldgeber, ein Extrakt-Hersteller. Studien bei Menschen mit Muskelschwund im Alter (Sarkopenie) fehlen. 118, 112

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Körpergewicht senken bei chronischem Stressunklarwidersprüchlich4 Studien, 191 Pers. (Zhu 2026, überwiegend Sportler); 2 positive Placebo-Studien mit Gestressten, 52 und 91 Pers.Körpergewicht ohne signifikanten Effekt

Erwachsene unter Stress oder mit Übergewicht; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich (8–24 Wochen) oder 500 mg/Tag

Ergebnisse: Körpergewicht ohne signifikanten Effekt (Zhu 2026); bei Gestressten Gewicht −8,46 vs. −2,41 kg nach 24 Wochen (Pakhale 2025) bzw. Verbesserung gegenüber Placebo (Choudhary 2017); bei Übergewichtigen mit Diätplan und bei Gesunden keine Gewichtsänderung (Ballesteros-Torres 2025, Verma 2021)

Ob Ashwagandha bei Stress beim Abnehmen hilft, ist unklar. Zwei indische Studien mit gestressten Erwachsenen meldeten eine Gewichtsabnahme, eine davon mit ungewöhnlich großem Unterschied von rund sechs Kilo; beide nutzten einen vom Hersteller gelieferten Extrakt. Die Auswertung von vier Studien fand keinen Effekt auf das Gewicht, und auch bei Übergewichtigen mit Diätplan änderte es sich nicht. 21, 42, 41, 43

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Heißhunger und stressbedingtes Essverhalten verringernunklarerste Hinweise3 kleine Placebo-Studien (52, 60 und 91 Pers.), keine Meta-AnalyseHeißhunger-Fragebogen jeweils stärker verbessert als unter Placebo

gestresste Erwachsene und Studierende; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich oder 700 mg Vollspektrum-Wurzelextrakt/Tag, 30 Tage bis 24 Wochen

Ergebnisse: Heißhunger-Fragebogen (FCQ) jeweils stärker verbessert als unter Placebo (Choudhary 2017, O'Connor 2022, Pakhale 2025); Größe des Unterschieds in den Zusammenfassungen nicht beziffert

Ob Ashwagandha Heißhunger bei Stress dämpft, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Drei kleine Placebo-Studien mit gestressten Erwachsenen und Studierenden berichten weniger Heißhunger, gemessen mit Fragebögen. Wie groß der Unterschied war, nennen die Zusammenfassungen nicht, und zwei Studien stammen von derselben indischen Forschergruppe mit vom Hersteller geliefertem Extrakt. 81, 41, 42

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Körperfettanteil senkenunklarwidersprüchlich4 Studien, 191 Pers. (Zhu 2026); 3 Studien mit Krafttraining, 161 Pers. (Lee & Heo 2026); dazu 2 positive EinzelstudienKörperfettanteil ohne signifikanten Effekt

gesunde Erwachsene mit Training, Übergewichtige, Frauen nach den Wechseljahren; 500–600 mg Extrakt/Tag

Ergebnisse: Körperfettanteil ohne signifikanten Effekt (Zhu 2026); Körperfett SMD −0,32 (95 % KI −0,72 bis 0,08), nicht signifikant (Lee & Heo 2026); signifikant nur Wankhede 2015 (Bioimpedanz, Krafttraining) und Obhrai 2026 (DEXA, Frauen nach den Wechseljahren, −0,6 vs. +0,03 Prozentpunkte); ohne Unterschied u. a. Ziegenfuss 2018 (DEXA), Charmas 2025, Raut 2024

Ob Ashwagandha den Körperfettanteil senkt, ist unklar. Zwei Auswertungen mit je drei bis vier Studien fanden keinen sicheren Effekt, zwei Einzelstudien dagegen eine kleine Abnahme, bei jungen Männern mit Krafttraining und bei Frauen nach den Wechseljahren um wenige Zehntelprozent. Andere Studien, auch mit genauer Röntgen-Körperanalyse (DEXA), sahen keinen Unterschied. 36, 21, 64, 29, 37, 111

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Langzeitblutzucker (HbA1c) senkenErwachsene, gemischt mit und ohne erhöhten Blutzuckerunklar3 Studien (Farrin 2026)HbA1c −0,05 Prozentpunkte, ungenau und nicht schlüssig

Ergebnisse: HbA1c −0,05 Prozentpunkte (95 % KI −0,47 bis 0,36), ungenau und nicht schlüssig (Farrin 2026); bei Gesunden mit Übergewicht nach 12 Wochen niedriger, nach 24 Wochen kein Unterschied (Pakhale 2025)

Ob Ashwagandha den Langzeitblutzucker HbA1c senkt, ist unklar. Bisher lassen sich nur drei Placebo-Studien auswerten, und die gemeinsame Schätzung liegt praktisch bei null mit weitem Unsicherheitsbereich. Studien mit Menschen mit Diabetes, die HbA1c als Hauptziel messen, fehlen. 38, 42

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Cholesterin und Triglyceride senkenunklarwenige kleine Studien (38 bis 60 Pers.), keine Meta-Analyse speziell zu AshwagandhaTriglyceride und VLDL signifikant gesenkt, ohne Zahlen in der Zusammenfassung

Übergewichtige mit Diätplan, Menschen mit Bluthochdruck und Stress, junge gesunde Männer, Menschen mit Schizophrenie; 500–600 mg Extrakt/Tag

Ergebnisse: Triglyceride und VLDL signifikant gesenkt, ohne Zahlen in der Zusammenfassung (Ballesteros-Torres 2025); Triglyceride −13 % in der Ashwagandha-Gruppe (Pattojoshi 2026); keine Wirkung auf Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyceride bei jungen Männern (Charmas 2025)

Ob Ashwagandha die Blutfette verbessert, ist unklar. Beim LDL-Cholesterin fand keine Studie einen sicheren Unterschied zum Scheinpräparat. Einzelne kleine Studien melden niedrigere Triglyceride, vor allem bei Übergewichtigen und bei Menschen mit Bluthochdruck, bei gesunden jungen Männern änderte sich das Fettprofil dagegen nicht. 43, 39, 111, 121

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Blutdruck senkenunklar1 Studie bei Bluthochdruck (60 Pers.), sonst nur Sicherheitsmessungen bei Gesunden (20 bis 80 Pers.)bei Bluthochdruck nur günstiger Trend, ohne Zahlen in der Zusammenfassung

Gesunde sowie Menschen mit Bluthochdruck und Stress; 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich

Ergebnisse: bei Bluthochdruck nur günstiger Trend, ohne Zahlen in der Zusammenfassung (Pattojoshi 2026); bei 80 Gesunden kein Unterschied im Blutdruck (Verma 2021); bei Krafttraining kein Unterschied der Kreislaufwerte (Ziegenfuss 2018); ohne Senkung unter Ashwagandha allein (Sandhu 2010); über 6 Monate bei Älteren ohne Unterschied (Vaidya 2026)

Ob Ashwagandha den Blutdruck senkt, ist unklar, weil es kaum untersucht ist. Die einzige Studie mit Menschen mit Bluthochdruck berichtet nur einen günstigen Trend ohne Zahlen. Bei Gesunden blieb der Blutdruck in mehreren Placebo-Studien unverändert. 39, 40, 37, 122

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Entzündungswerte (CRP) im Blut senkenunklarwenige kleine Studien (40 bis 66 Pers.), keine Meta-AnalyseCRP sank stärker, aber nicht signifikant gegenüber Placebo

Gesunde, ältere Männer, Menschen mit Schizophrenie; standardisierte Wurzelextrakte, z. B. 200–250 mg 2× täglich, 60–180 Tage

Ergebnisse: CRP sank stärker, aber nicht signifikant gegenüber Placebo (Chengappa 2018, 66 Pers.); bei Gesunden nur abnehmender Trend von hs-CRP, IL-6 und TNF-alpha (Raut 2024); CRP −51 % innerhalb der Ashwagandha-Gruppe in einer herstellerfinanzierten Sicherheitsstudie (Vaidya 2026)

Ob Ashwagandha den Entzündungswert CRP senkt, ist unklar. In keiner Placebo-Studie sank er sicher stärker als unter dem Scheinpräparat; die Studien berichten nur Trends oder eine Abnahme innerhalb der Ashwagandha-Gruppe. Entzündungshemmende Eigenschaften sind vor allem aus Laborversuchen bekannt. 94, 112, 51, 123

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Knieschmerzen und Steifigkeit bei Arthrose lindernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie mit Ashwagandha allein, 60 Pers. (Ramakanth 2016); Vergleichsauswertung vieler Pflanzenextrakte mit 36 Studien, 3.285 Pers. (Yan 2025)WOMAC und Schmerz-VAS nach 12 Wochen deutlich stärker gesenkt als unter Placebo, …

Erwachsene mit Knieschmerzen bzw. Kniearthrose; wässriger Wurzel-Blatt-Extrakt 125 oder 250 mg 2× täglich, 12 Wochen; weitere Studien nur mit Kräutermischungen

Ergebnisse: WOMAC und Schmerz-VAS nach 12 Wochen deutlich stärker gesenkt als unter Placebo, dosisabhängig (Ramakanth 2016); in der Vergleichsauswertung Steifigkeit MD 4,16 (95 % KI 2,43 bis 5,90) gegenüber Placebo (Yan 2025)

Ob Ashwagandha bei Kniearthrose hilft, ist unklar: Es gibt erste Hinweise, aber nur eine Placebo-Studie mit Ashwagandha allein. Darin hatten 60 Menschen mit Knieschmerzen nach zwölf Wochen weniger Schmerzen und Steifigkeit, mit der höheren Dosis stärker; der Extrakt kam vom Hersteller. Eine große Vergleichsauswertung vieler Pflanzenextrakte stützt sich für Ashwagandha allein auf genau diese Studie, und weitere positive Studien testeten Mischungen, deren Ergebnis sich Ashwagandha nicht zuordnen lässt. 124, 125, 126

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Abwehrzellen und Antikörper im Blut erhöhenunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 24 Pers. (Tharakan 2021), dazu 1 unkontrollierte Studie mit 5 Pers.nach 30 Tagen Immunglobuline, Zytokine und T-, B- und NK-Zellen gestiegen, unter …

gesunde Erwachsene; 60 mg Wurzel-Blatt-Extrakt/Tag (30 Tage) bzw. Wurzelextrakt-Flüssigkeit; gemessen nur Laborwerte, keine Infekte

Ergebnisse: nach 30 Tagen Immunglobuline, Zytokine und T-, B- und NK-Zellen gestiegen, unter Placebo nicht (Tharakan 2021); CD4-Expression und NK-Zell-Aktivierung nach 96 Stunden erhöht, ohne Kontrollgruppe (Mikolai 2009)

Ob Ashwagandha die Abwehr stärkt, ist unklar, auch wenn es erste Hinweise gibt. Eine kleine Placebo-Studie mit 24 Gesunden fand nach 30 Tagen mehr natürliche Killerzellen und andere Abwehrzellen im Blut, mit einem vom Hersteller geschenkten Extrakt. Ob daraus ein besserer Schutz vor Infekten folgt, wurde nicht gemessen, und eine große Studie mit 1.200 Geimpften fand keinen Effekt auf die Antikörper. 129, 130, 131

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Begleittherapie bei Lungentuberkuloseunklar1 Placebo-Studie, 60 Pers. (Kumar 2018)Sputum-Konversion nach 8 Wochen 86,6 % vs

neu diagnostizierte Lungentuberkulose, Wurzelextrakt zusätzlich zur Standardtherapie (DOTS), 12 Wochen

Ergebnisse: Sputum-Konversion nach 8 Wochen 86,6 % vs. 76,6 %; CD4- und CD8-Zahlen gestiegen; erhöhte Leberwerte seltener (SGPT > 35 IU/l bei 33,3 % vs. 53,3 %) (Kumar 2018)

Ob Ashwagandha die Tuberkulose-Behandlung unterstützt, ist unklar. In einer kleinen indischen Placebo-Studie kam es zusätzlich zur Standardtherapie hinzu: Etwas mehr Behandelte waren nach acht Wochen nicht mehr ansteckend, Abwehrzellen stiegen, und die Leberwerte waren seltener erhöht. Ob der Unterschied beim Hauptergebnis gesichert ist, nennt die Zusammenfassung nicht, und eine Bestätigung fehlt. 134

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Lungenfunktion und Belastbarkeit bei COPD verbessernunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 150 Pers. in drei Gruppen (Singh 2022)Lungenfunktion, Lebensqualität und Belastbarkeit am stärksten in der Ashwagandha-Gruppe …

COPD Stadium GOLD 2 und 3, Wurzelkapseln zusätzlich zur Standardtherapie, 12 Wochen

Ergebnisse: Lungenfunktion, Lebensqualität und Belastbarkeit am stärksten in der Ashwagandha-Gruppe verbessert, Entzündung gesenkt; Größe der Effekte nicht beziffert (Singh 2022)

Ob Ashwagandha bei COPD hilft, ist unklar; erste Hinweise stammen aus einer einzigen Studie. Darin besserte sich die Lungenfunktion von Menschen mit COPD stärker, wenn Ashwagandha-Kapseln statt Scheinkapseln zur üblichen Behandlung kamen, und auch Lebensqualität und Belastbarkeit entwickelten sich günstiger. Wie groß die Effekte waren, nennt die Zusammenfassung nicht. 135

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Erschöpfung (Fatigue) unter Chemotherapie verringernunklar1 offene Vergleichsstudie ohne Zufallszuteilung, 100 Pers. (Biswal 2013)Erschöpfung in der Vergleichsgruppe ohne Ashwagandha höher

Frauen mit Brustkrebs unter Chemotherapie; Wurzelextrakt 2 g alle 8 Stunden (6 g/Tag) während der Chemotherapie; nur Studie ohne Placebo und ohne Zufallszuteilung

Ergebnisse: Erschöpfung in der Vergleichsgruppe ohne Ashwagandha höher (Piper Fatigue Scale p < 0,001, Schwartz-Skala p < 0,003); 7 von 18 Symptomskalen besser; 24-Monats-Überleben 72 vs. 56 %, nicht signifikant (Biswal 2013); eine Vergleichsauswertung vieler Mittel stützt sich für Ashwagandha allein auf diese Studie (Wang 2025)

Ob Ashwagandha die Erschöpfung während einer Chemotherapie lindert, ist unklar. Die Belege beruhen auf einer einzigen Studie mit 100 Brustkrebspatientinnen, die weder zufällig zugeteilt noch verblindet war: Frauen mit Ashwagandha gaben weniger Erschöpfung an. Weil alle wussten, wer was bekam, lässt sich ein Erwartungseffekt nicht ausschließen; Wechselwirkungen mit der Krebstherapie sind nicht untersucht. 136, 137

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Allgemeine Lebensqualität verbessernunklarerste Hinweise4 kleine Placebo-Studien (46 bis 91 Pers.), alle mit Herstellerbeteiligung; keine Meta-AnalyseWHOQOL-BREF-Gesamtwert 140,5 → 161,8 bei Älteren, signifikant besser als Placebo

gesunde Ältere, Sportler, gestresste Erwachsene; meist 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich, 8–24 Wochen; Lebensqualität fast immer nur Nebenziel

Ergebnisse: WHOQOL-BREF-Gesamtwert 140,5 → 161,8 bei Älteren, signifikant besser als Placebo (Kelgane 2020); OPQOL bei Älteren besser ab Woche 4 (Honnutagi 2026); SF-12 körperlich +5,23 vs. −1,91 und psychisch +7,72 vs. −4,66 (Thanawala 2026)

Ob Ashwagandha die Lebensqualität verbessert, ist unklar. Vier kleine Placebo-Studien melden Verbesserungen, bei Älteren ebenso wie bei Gestressten, und liefern damit erste Hinweise. Alle liefen aber mit Extrakten, die der Hersteller gestellt oder bezahlt hat, und erfassten Lebensqualität meist nur nebenbei; unabhängige Studien, die gezielt danach fragen, fehlen. 138, 118, 24, 42, 139

Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Rheumatoide Arthritis lindernnicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine kontrollierte Studie mit Ashwagandha allein; 1 unkontrollierte Pilotstudie, 86 Pers. (Kumar 2015)ACR20-Ansprechen bei 56,4 % ohne Vergleichsgruppe, gleichzeitig Anstieg des …

Erwachsene mit rheumatoider Arthritis; Ashwagandha-Pulver 5 g 2× täglich zusammen mit einem quecksilberhaltigen Ayurveda-Präparat bzw. Unani-Kräutermischung

Ergebnisse: ACR20-Ansprechen bei 56,4 % ohne Vergleichsgruppe, gleichzeitig Anstieg des Quecksilbers im Urin (Kumar 2015); eine Unani-Mischung mit Ashwagandha war Celecoxib nicht unterlegen (Ansari 2024)

Ob Ashwagandha bei rheumatoider Arthritis hilft, ist nicht untersucht, denn eine kontrollierte Studie mit Ashwagandha allein gibt es nicht. Die einzige Studie mit Ashwagandha-Pulver hatte keine Vergleichsgruppe und kombinierte es mit einem quecksilberhaltigen Präparat, danach stieg das Quecksilber im Urin. Eine andere Studie testete eine Kräutermischung gegen ein Schmerzmittel, nicht gegen Placebo. 127, 128

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
Ansteckung mit COVID-19 vorbeugennicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Ansteckung als Hauptziel; 1 offene Studie gegen Hydroxychloroquin, 400 Pers. (Kulkarni-Munshi 2025); Nebenbefund aus 1 Placebo-Studie nach Impfung, 1.200 Pers. (Chopra 2026)gegen Hydroxychloroquin: COVID-19 bei 5 vs

gesunde Geimpfte bzw. Beschäftigte im Gesundheitswesen; 500 mg Wurzelextrakt/Tag über 12 bis 24 Wochen; keine Placebo-Studie mit Ansteckung als Hauptziel

Ergebnisse: gegen Hydroxychloroquin: COVID-19 bei 5 vs. 2 Personen, Differenz 1,6 % (95 % KI −1,08 bis 4,33 %) (Kulkarni-Munshi 2025); nach Impfung PCR-bestätigte Durchbruchinfektionen 3,9 % insgesamt ohne Gruppenunterschied, rund 70 % hatten schon eine Infektion hinter sich (Chopra 2026)

Ob Ashwagandha vor einer Ansteckung mit COVID-19 schützt, ist nicht untersucht: Keine Placebo-Studie hatte das als Hauptziel. Die einzige Vorbeugestudie verglich Ashwagandha ohne Placebo-Gruppe mit Hydroxychloroquin, das selbst nicht schützt. In einer großen Placebo-Studie mit Geimpften, die vor allem die Verträglichkeit prüfte, steckten sich in beiden Gruppen ähnlich wenige an. 132, 133, 131

Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
gut belegtwahrscheinlichunklarspricht dagegennicht untersuchtSo bewerten wir

Bevor es um einzelne Wirkungen geht, lohnt ein Blick darauf, woher die Daten stammen, denn fast alle Studien liefen in Indien, die meisten mit einigen Dutzend Teilnehmenden und über acht bis zwölf Wochen. Sehr viele wurden vom Hersteller des geprüften Extrakts bezahlt oder beliefert, oder Angestellte des Herstellers schrieben mit.56 Das allein beweist noch nichts. Wenn aber fast alle positiven Ergebnisse aus derselben Richtung kommen und unabhängige Wiederholungen selten sind, verdienen auch gute Zahlen einen zweiten Blick.

Ashwagandha gegen Stress: Kann es Cortisol senken?

Das Stressempfinden gestresster Erwachsener sinkt mit Ashwagandha wahrscheinlich. Auch ihr Cortisolwert am Morgen sinkt stärker als mit einem Scheinpräparat. Beim Stressempfinden finden zwei Auswertungen vieler Studien einen Vorteil, darunter die maßgebliche mit zwölf Studien.78 In einer typischen Studie füllten die Teilnehmenden zu Beginn und am Ende einen Fragebogen aus, der wissen will, wie oft sie sich im vergangenen Monat überfordert oder gereizt fühlten. Mit Ashwagandha lag ihr Wert danach im Mittel knapp fünf Punkte niedriger als mit Placebo.8

Doch wie groß ist der Nutzen wirklich? Das lässt sich schwer sagen. Die größte Auswertung mit 22 Studien meldet Effekte, wie sie bei Fragebögen zu Stress und Stimmung praktisch nie vorkommen.9 Sie sind gut dreimal so groß wie in einer früheren Auswertung derselben Frage.7 Solche Werte wecken eher Zweifel an der Auswahl oder Berechnung als Vertrauen in eine besonders kräftige Wurzel. Deshalb zählt diese Auswertung bei uns nicht. Umgekehrt fand eine kleinere Auswertung von sechs Studien gar keinen sicheren Unterschied.10 Auch in einer Studie, in der Stress das Hauptziel war, sank er mit Ashwagandha nicht stärker als ohne.11

Je größer eine Auswertung die Wirkung ausweist, desto genauer lohnt der Blick auf die Studien dahinter.

Beim Cortisol sieht es ähnlich aus. Drei Auswertungen fanden übereinstimmend niedrigere Werte am Morgen, im Mittel um gut ein Mikrogramm pro Deziliter Blut.1028 Zwei Einzelstudien sahen allerdings keinen Unterschied zum Placebo.1213 Schwerer wiegt eine andere Lücke. Ein niedrigerer Laborwert ist noch kein besseres Befinden. Und ob eine dauerhafte Senkung die Nebennieren beeinflusst, hat keine Studie über längere Zeit geprüft.14 Zwei Fallberichte beschreiben allerdings eine Nebennierenschwäche.6263

Bei Dauerstress kann Ashwagandha nach heutigem Stand also etwas Erleichterung bringen, mehr aber nicht. Die Ursachen des Stresses beseitigt es nicht. Wer über Wochen erschöpft, gereizt oder schlaflos ist, sollte das ärztlich abklären lassen, statt es mit Kapseln zu überdecken.

So wurde gemessen
  • Stressempfinden: Zwölf Placebo-Studien mit gut 1.000 Erwachsenen ergaben SMD −1,75 (−2,29 bis −1,22), bei niedriger Vertrauenswürdigkeit.7 Neun Studien mit 558 Personen: auf der Perceived Stress Scale (PSS) −4,72 Punkte.8 22 Studien: SMD −5,88, ein für standardisierte Werte unplausibel hoher Betrag, der deshalb nicht zählt.9 Sechs Studien ohne gesicherten Effekt, SMD −0,36 (−1,19 bis 0,47).10
  • Einzelstudien: Übergewichtige zwischen 40 und 75 Jahren, 400 mg täglich über zwölf Wochen; PSS als Hauptziel ohne Vorteil (p = 0,867).11
  • Cortisol: Sieben Studien, −1,16 µg/dl (−1,64 bis −0,69)10; 23 Hormonstudien mit 1.706 Personen, SMD −1,182; neun Studien, −2,58 µg/dl.8 Ohne Vorteil: 90 Gestresste mit 125 mg täglich12 sowie 57 Männer, gemessen im Speichel.13

Ashwagandha-Wirkung auf die Psyche: Hilft es bei Angst und Depression?

Angstgefühle gehen mit Ashwagandha etwas stärker zurück als mit Placebo. Bei einer ärztlich festgestellten Angststörung gilt das nach unseren Regeln als gut belegt. Bei Angst unter Alltagsstress ist der Nutzen wahrscheinlich. Ein Nutzen bei depressiven Beschwerden ist ebenfalls nur wahrscheinlich. Bei gestressten Menschen ohne Diagnose fanden drei Auswertungen weniger Angst, auf der üblichen ärztlichen Angstskala im Mittel um gut zwei Punkte.87 Ihre Studienzahl gilt aber nur für mehrere Messwerte wie Angst und Stress zusammen. Eine größere Auswertung allein zur Angst fehlt. Auch bei einer ärztlich festgestellten Angststörung, meist der generalisierten Angststörung mit ständigem Sorgen, linderte Ashwagandha die Beschwerden stärker, und dieser Vorteil hielt in der maßgeblichen Auswertung auch einer zweiten, strengeren Berechnung stand.15

Eine internationale Leitlinie psychiatrischer Fachgesellschaften empfiehlt Ashwagandha bei Angststörungen deshalb vorläufig, und zwar möglichst begleitend zu einer regulären Behandlung.16 Die Studien dazu sind allerdings klein und sehr uneinheitlich. Zudem nahm ein Teil der Teilnehmenden Antidepressiva. In einer davon bekamen vierzig Menschen mit Angststörung, die bereits behandelt wurden, sechs Wochen lang zusätzlich Ashwagandha oder Placebo. Danach sanken ihre Angstwerte mit der Wurzel deutlich stärker.17

Bei Depressionen steht der Nutzen auf dünnerem Grund. Maßgeblich ist eine kleinere Auswertung mit fünf Studien, deren Vorteil in einer strengeren Zweitberechnung nicht mehr sicher war.15 Die große Auswertung mit den kaum glaubhaften Werten zählt auch hier nicht.9 Dazu stammen die Daten vor allem aus Studien zu Stress und Angst. Eine Studie mit Menschen, die an einer schweren Depression leiden, gibt es nicht.

Angststörungen und Depressionen gehören deshalb in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, und verordnete Medikamente sollten nie zugunsten von Ashwagandha abgesetzt werden. Als Ergänzung lässt sich die Wurzel dort besprechen, auch weil eine Wechselwirkung mit Beruhigungs- und Schlafmitteln nicht ausgeschlossen ist, doch einen Ersatz für Therapie oder Medikamente zeigen die Studien nicht.

So wurde gemessen
  • Angst bei Stress: Neun Studien, Hamilton-Angstskala −2,19 Punkte.8 Zwölf Studien, SMD −1,55, Vertrauenswürdigkeit niedrig.7
  • Angststörung: Zehn Studien, SMD −1,62; nach Herausnahme einer auffälligen Studie −1,13, in einer Bayes-Analyse bestätigt.15 40 Erwachsene mit generalisierter Angststörung unter Antidepressiva, zusätzlich 1 g täglich über sechs Wochen: −14 gegenüber −8 Punkten auf der Hamilton-Skala.17
  • Leitlinie: WFSBP und CANMAT stufen Ashwagandha bei Angststörungen als vorläufig empfehlenswert ein (++).16
  • Depression: Fünf Studien, SMD −1,28 (−2,40 bis −0,16), in der Bayes-Analyse nicht bestätigt.15 22 Studien, SMD −5,68, zählt wegen des unplausibel hohen Betrags nicht.9

Hilft Ashwagandha beim Schlafen?

Ob Ashwagandha den Schlaf verbessert, ist noch unklar, auch wenn der deutsche Name Schlafbeere anderes verspricht. Eine Auswertung von fünf Studien mit 400 Erwachsenen fand etwas besseren Schlaf als mit Placebo.18 Besonders klar zeigte sich der Effekt bei Menschen mit Schlafstörungen, bei mindestens 600 mg am Tag und nach acht Wochen oder mehr. Benommen machte die Wurzel dabei nicht. Morgens fühlten sich die Teilnehmenden sogar eher wacher. Das sind erste Hinweise, für ein sicheres Urteil aber zu wenige und zu kleine Studien.

Wie viel das im Alltag bedeutet, zeigt eine Studie mit sechzig Menschen, die an Schlaflosigkeit und Angst litten. Nach zehn Wochen schliefen sie mit Ashwagandha im Mittel etwa fünf Minuten schneller ein als mit Placebo.19 Das ist messbar, aber bescheiden. Dazu kommt, dass die Schlafstudien überwiegend aus Indien stammen, zum Teil von derselben Arbeitsgruppe, und das Prüfpräparat meist vom Hersteller kam.

Bei hartnäckigen Schlafproblemen ist deshalb eine ärztliche Abklärung der bessere erste Schritt. Ein Schlafmittel ist die Wurzel nach den Studien nicht, und zusammen mit echten Schlafmitteln oder Alkohol sollte sie wegen möglicher Wechselwirkungen nicht genommen werden. Vor dem Autofahren empfiehlt es sich, in den ersten Tagen zu beobachten, wie Ashwagandha wirkt.

So wurde gemessen
  • Auswertung: Fünf Placebo-Studien mit 400 Erwachsenen, Schlaf insgesamt SMD −0,59; ausgeprägter bei Insomnie, ab 600 mg täglich und ab acht Wochen.18
  • Größte Einzelstudie: 150 Gesunde mit wenig erholsamem Schlaf, 120 mg Wurzel-Blatt-Extrakt über sechs Wochen; selbst eingeschätzte Schlafqualität +72 gegenüber +29 %, vom Hersteller gefördert.20
  • Schlaflosigkeit: 60 Erwachsene mit Insomnie und Angst, 600 mg über zehn Wochen; Einschlafzeit 29,0 gegenüber 33,9 Minuten.19

Ashwagandha-Wirkung beim Mann: Steigt das Testosteron?

Das Testosteron steigt bei Männern wahrscheinlich ein wenig. Eine Auswertung von Hormonstudien kam bei Männern auf ein Plus von gut 50 ng/dl, bei Frauen dagegen auf keinen sicheren Anstieg.2 Auch eine zweite Auswertung von sieben Studien fand einen kleinen Vorteil.21 Die Werte blieben dabei im Normbereich.22

Das klingt eindeutiger, als es ist. Gestützt wird der Befund vor allem von kleinen Studien aus Indien, viele mit einem Extrakt, den der Hersteller lieferte. Mehrere neuere Studien sahen das Testosteron unter Ashwagandha zwar steigen, aber nicht stärker als unter Placebo.2324 Ob Männer den Anstieg überhaupt spüren, etwa an Kraft oder Lust, hat kaum eine Studie gezielt gefragt.

Bei Lust und Potenz ist ein Nutzen unklar. Drei kleine Studien berichten, dass Männer mit wenig Verlangen unter Ashwagandha mehr Lust angaben, doch alle drei nutzten denselben Extrakt desselben Herstellers.2523 Bei Erektionsstörungen schnitt die Wurzel in zwei Placebo-Studien nicht besser ab, und in einer davon verbesserten sich die Männer mit Kapseln voller Weizenmehl sogar etwas stärker.2625

Ähnlich steht es um die Fruchtbarkeit. In einer kleinen Placebo-Studie mit Männern, die zu wenige Spermien hatten, stieg deren Zahl unter Ashwagandha nach drei Monaten deutlich an.27 Ob dadurch mehr Paare ein Kind bekommen, wurde nie mit Placebo verglichen. Bei unerfülltem Kinderwunsch gehört die Abklärung deshalb in eine urologische Praxis, und bei hormonabhängigen Erkrankungen wie Prostatakrebs ist Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache ratsam.

So wurde gemessen
  • Testosteron: 23 Hormonstudien, bei Männern +57,4 ng/dl, bei Frauen ohne gesicherten Anstieg.2 Sieben Studien mit 488 Personen, SMD 0,33.21 Ohne Vorteil gegenüber Placebo: 76 gesunde Männer, +80,9 ng/dl (−50,2 bis 212,0)23; 83 Sportliche über 90 Tage.24
  • Lust und Erektion: 100 gesunde Männer, Lust und Orgasmus besser, Erektionsbereich des Fragebogens IIEF nicht.25 86 Männer mit seelisch bedingter Erektionsstörung, Wurzelpulver gegen Weizenmehl über 60 Tage: +12,6 gegenüber +19,1 %.26
  • Spermien: 46 Männer mit Oligospermie, 675 mg über 90 Tage; Spermienzahl von 9,6 auf 25,6 Millionen pro Milliliter, unter Placebo kaum Veränderung.27

Ashwagandha bei Frauen: Was ist für Wechseljahre und Lust belegt?

Für Frauen ist der Nutzen bislang unklar, es gibt erste Hinweise, aber nur wenige kleine Studien. Vier Placebo-Studien aus Indien berichten übereinstimmend, dass Hitzewallungen, Stimmungstiefs und andere Wechseljahresbeschwerden unter Ashwagandha stärker zurückgingen,2829 doch drei der vier nutzten Extrakte, die der Hersteller lieferte oder deren Studie er bezahlte. Eine Auswertung über alle Studien fehlt.

Bei Lust und Erregung sieht es ähnlich aus, denn auch hier gibt es nur zwei kleine Studien mit demselben Extrakt.30 Das Testosteron der Frauen veränderte sich in den Hormonstudien nicht,2 und für das PCO-Syndrom, eine häufige Hormonstörung mit unregelmäßigem Zyklus, gibt es noch keine einzige Placebo-Studie.31 So ist die Ashwagandha-Wirkung bei Frauen weit schlechter erforscht, als die vielen Angebote für Frauen nahelegen. Für Schwangere gelten zudem eigene Regeln, die im Abschnitt zur Sicherheit stehen.

So wurde gemessen
  • Wechseljahre: 100 Frauen in der Perimenopause, 600 mg täglich über acht Wochen, Beschwerdefragebogen deutlich stärker gebessert.28 66 Frauen nach der Menopause, 600 mg über zwölf Wochen: −8,1 gegenüber −1,2 Punkten auf der Menopause Rating Scale.29
  • Lust: 80 Frauen mit verminderter Lust, acht Wochen; Sexualfragebogen FSFI von 14,2 auf 22,6, mit Placebo von 14,2 auf 19,3.30
Ashwagandha bei Frauen: Wirkung, Wechseljahre und SchwangerschaftMehr Lust, weniger Hitzewallungen, ein ruhigerer Zyklus: Für Frauen wird Ashwagandha mit besonders vielen Versprechen beworben. Die Studien dazu sind wenige, klein und oft vom Hersteller begleitet.
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Macht Ashwagandha konzentrierter, ausdauernder oder stärker?

Für Gedächtnis und Aufmerksamkeit ist ein kleiner Vorteil wahrscheinlich. Ob Ausdauer, Muskelkraft und Muskelmasse profitieren, ist dagegen unklar. Eine aktuelle Auswertung von zwanzig Studien fand mit Ashwagandha bessere Ergebnisse in Gedächtnistests, beim Reaktionstempo und beim Planen und Umschalten zwischen Aufgaben.21 Das ist ein Anfang, aber kein Durchbruch. Die einzelnen Studien waren nämlich klein, mischten Gesunde, Gestresste und Kranke und nutzten jeweils andere Tests. Bei leichter kognitiver Störung, einer möglichen Vorstufe der Demenz, gibt es erste Hinweise aus nur zwei kleinen Studien, und ob die Wurzel eine Demenz hinauszögert, hat niemand geprüft.32

Bei der Ausdauer sieht es auf den ersten Blick besser aus, denn drei Auswertungen kleiner Studien kommen übereinstimmend zu einem Vorteil.333435 Die maximale Sauerstoffaufnahme, das gängige Maß für Fitness, stieg im Mittel um etwa drei Milliliter pro Kilo Körpergewicht und Minute.34 Doch die Auswertung, die bei uns den Ausschlag gibt, stützt sich überwiegend auf Studien, die Hersteller bezahlt oder mit Extrakt beliefert haben, und einer ihrer Autoren arbeitet für einen Vertreiber.35 Solange unabhängige Studien fehlen, bleibt deshalb unklar, ob der Vorteil trägt.

Bei der Kraft verschwand der Vorteil sogar, als Forschende strenger nachrechneten, und Studien, die die Muskelmasse direkt maßen, fanden keinen Unterschied zum Placebo.3637 Mehr Muskeln durch Ashwagandha sind also nicht gezeigt. Kraft entsteht weiterhin vor allem durch das Training selbst.

So wurde gemessen
  • Denkleistung: 20 Studien mit 1.249 Erwachsenen; Gedächtnis SMD 0,52, Aufmerksamkeit SMD 0,29 (fünf Studien, 327 Personen), exekutive Funktionen SMD −0,42 (kürzere Bearbeitungszeit).21 Leichte kognitive Störung: 50 Erwachsene, 600 mg über acht Wochen.32
  • Ausdauer: 13 Studien mit 599 Personen, aerobe Ausdauer g 0,54.33 VO2max +3,0 ml/kg/min aus vier Studien mit 142 Personen.34 Bayes-Auswertung mit einem Autor aus dem Vertrieb eines Ashwagandha-Produkts.35
  • Kraft und Muskeln: Beinkraft SMD 0,52, nach der strengeren HKSJ-Korrektur nicht mehr gesichert.36 38 Männer, zwölf Wochen Krafttraining; Magermasse per DEXA unverändert.37

Ashwagandha und Blutdruck, Blutzucker, Gewicht: Was ist dran?

Der Nüchternblutzucker sinkt wahrscheinlich ein wenig. Beim Blutdruck und beim Körpergewicht ist ein Nutzen dagegen unklar. Eine Auswertung von elf Studien kam auf gut 3 mg/dl weniger Zucker im nüchternen Blut, was im Alltag kaum ins Gewicht fällt.38 Dazu stufen die Autoren die Verlässlichkeit ihrer Daten selbst als sehr niedrig ein. Der Langzeitwert des Blutzuckers veränderte sich nicht. Wer Insulin oder andere Blutzuckersenker nimmt, sollte zu Beginn trotzdem häufiger messen, denn ob sich die Wirkungen addieren, ist nicht untersucht.

Zum Blutdruck gibt es erstaunlich wenig. Die einzige Studie mit Menschen, die an Bluthochdruck litten, berichtet nur einen günstigen Trend ohne genaue Zahlen,39 und bei Gesunden blieb der Blutdruck in mehreren Placebo-Studien gleich.40 Ein Ersatz für Blutdrucksenker ist Ashwagandha damit nicht.

Beim Gewicht gehen die Befunde weit auseinander. Zwei indische Studien mit gestressten Erwachsenen meldeten eine Abnahme, beide mit einem vom Hersteller gelieferten Extrakt.41 In einer davon betrug der Unterschied ungewöhnliche sechs Kilo in einem halben Jahr.42 Eine Auswertung von vier Studien fand dagegen keinen Effekt auf das Gewicht,21 und bei Übergewichtigen mit Diätplan änderte es sich ebenfalls nicht.43 Auch die verbreitete Sorge vor einer Gewichtszunahme durch Ashwagandha stützen diese Studien nicht, denn wo sich das Gewicht änderte, sank es.

So wurde gemessen
  • Blutzucker: Elf Placebo-Studien mit 667 Personen, Nüchternzucker −3,09 mg/dl (−5,61 bis −0,58), sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit; HbA1c in drei Studien −0,05 Prozentpunkte.38
  • Blutdruck: 60 Menschen mit Stress, Angst und Bluthochdruck über 60 Tage, nur Trend.39 80 Gesunde über acht Wochen, kein Unterschied.40
  • Gewicht: 91 ausgewertete Erwachsene über 24 Wochen, −8,46 gegenüber −2,41 kg.42 52 Gestresste über acht Wochen, Zahlen im Abstract nicht genannt.41 Vier Studien mit 191 Personen ohne Effekt.21 43 Übergewichtige mit Diätplan über 40 Tage, unverändert.43
Ashwagandha und Gewichtszunahme: Macht es dick oder schlank?Die einen fürchten ein paar Kilo mehr, die anderen hoffen auf weniger. Die Studien geben beiden Seiten wenig Futter, und das ist schon eine Antwort.
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Welche Wirkung hat Ashwagandha auf Haare und Haut?

Für Haare und Haut fehlt jeder Beleg aus kontrollierten Studien. In unserer Recherche fand sich keine einzige Studie mit Scheinpräparat, die Haarwachstum, Haarausfall oder das Hautbild gemessen hätte. Versprechen von kräftigerem Haar oder reinerer Haut beruhen also auf Tradition und Werbung. Daten gibt es dafür nicht. Umgekehrt stützt auch keine kontrollierte Studie die Sorge, die Wurzel lasse die Haare ausfallen. Fallen nach Beginn der Einnahme vermehrt Haare aus, lohnt es sich trotzdem, das wie andere mögliche Nebenwirkungen von Ashwagandha ärztlich abzuklären.

Unsere Einordnung

Ashwagandha senkt nach vielen Studien Stress, Angst und den Cortisolwert. Die Datenbasis ist aber schmaler, als die Stufe vermuten lässt: kleine Studien, viel Geld von Herstellern und eine große Auswertung mit kaum glaubhaften Werten. Beim Testosteron ist ein kleiner Anstieg wahrscheinlich. Für Schlaf, Gewicht, Muskeln, Haare und die Wechseljahre fehlen verlässliche Belege.

Welche Annahmen über Ashwagandha halten nicht?

Einige verbreitete Annahmen halten einer genauen Prüfung nicht stand. Manche davon klingen harmlos, führen aber zu falschen Erwartungen oder zu unterschätzten Risiken. Die bekanntesten stehen hier dem gegenüber, was Studien und Behörden tatsächlich sagen.

Behauptung Was Studien und Behörden zeigen Unser Urteil
„Pflanzlich heißt harmlos.“ Seltene, teils schwere Leberschäden sind beschrieben, Dänemark hat Ashwagandha verboten.441 stimmt nicht
„Ashwagandha ist ein Schlafmittel.“ Der Schlaf besserte sich in wenigen kleinen Studien etwas, sicher ist das nicht.18 unklar
„Weniger Cortisol heißt weniger Bauchfett.“ Das Cortisol sinkt, das Gewicht in einer Auswertung von vier Studien nicht.21 unklar
„Ashwagandha ist ein natürlicher Testosteron-Booster.“ Der Anstieg ist klein, die Werte bleiben im Normbereich.222 wahrscheinlich ein wenig
„Ashwagandha ist in Deutschland verboten.“ Ein Verbot gibt es nicht, das BfR rät bestimmten Gruppen aber ab.45 stimmt nicht

Am folgenreichsten ist der erste Irrtum, denn wer die Wurzel für harmlos hält, denkt bei gelben Augen oder starkem Juckreiz kaum an sie. Dabei hängt bei einem Leberschaden durch ein Mittel viel davon ab, dass es früh abgesetzt wird. Bei Arztbesuchen lohnt es sich deshalb, die Einnahme von Ashwagandha immer zu erwähnen.

Ist Ashwagandha gesund, und wie sicher ist es?

Ob Ashwagandha insgesamt Nebenwirkungen macht, ist ungeklärt: Die meisten Menschen vertrugen es in Studien gut, doch seltene, ernste Leberschäden sind dokumentiert. In der größten Studie mit rund tausend Erwachsenen über acht Wochen klagten mit Ashwagandha 5,2 gegenüber 7,8 Prozent mit Placebo über Beschwerden, meist über leichte Übelkeit, Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen.46 Nebenwirkungen und Studienabbrüche waren auch in einer Auswertung mit der Wurzel so häufig wie mit Placebo, und schwere Ereignisse kamen in den ausgewerteten Studien überhaupt nicht vor.15 Auch die übrigen Ashwagandha-Nebenwirkungen, von Magendrücken bis Schläfrigkeit, verliefen in den Studien meist leicht und gingen vorüber.47

Ein Freispruch ist das trotzdem nicht, denn diese Studien haben einen blinden Fleck. Sie dauerten meist acht Wochen, selten ein halbes Jahr, und schlossen Menschen mit Leber-, Herz- oder Schilddrüsenerkrankungen in der Regel aus. Seltene Schäden, die nur einzelne empfindliche Menschen treffen, können sie so nicht entdecken.22 Deshalb bewerten europäische Behörden die Lage deutlich zurückhaltender als die Studien selbst.

Am weitesten ging Dänemark. Dort ist Ashwagandha in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln seit 2023 verboten. Die dänische Risikobewertung sah mögliche Wirkungen auf Sexualhormone, Fortpflanzung, Schilddrüse und Immunsystem und konnte keine Menge festlegen, unterhalb derer kein Risiko besteht.148 Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen ab und allen anderen zur Zurückhaltung.45 Das niederländische Gesundheitsinstitut RIVM rät vorsorglich generell von Ashwagandha-Präparaten ab,49 und auf europäischer Ebene steht die Pflanze auf einer Liste von Stoffen, die vorrangig geprüft werden sollen.50

Schadet Ashwagandha der Leber?

Ob Ashwagandha der Leber schadet, ist ungeklärt, denn in Fallberichten trat ein Leberschaden auf, in Placebo-Studien nicht. Eine Übersicht aus dem Jahr 2026 zählt 25 veröffentlichte Fälle, meist mit Gelbsucht einige Wochen nach Beginn, und die meisten Betroffenen erholten sich nach dem Absetzen.44 Dagegen achteten sechs Placebo-Studien mit zusammen knapp 1.400 Teilnehmenden gezielt darauf, und über acht Wochen bis ein halbes Jahr traten weder Leberschäden auf, noch stiegen die Leberwerte.4651 Doch solche Studien sind zu klein und zu kurz, um einen Schaden zu entdecken, der nur einzelne, besonders empfindliche Menschen trifft.

Genau solche Fälle gibt es. In einer Fallserie aus Island und den USA bekamen fünf Menschen zwei bis zwölf Wochen nach Beginn der Einnahme eine Gelbsucht mit einem Gallestau in der Leber.52 Dazu kam quälender Juckreiz, der teils über Monate anhielt. Eine Frau in den USA brauchte nach einem akuten Leberversagen allerdings eine neue Leber.53 In Indien starben drei Menschen, deren Leber schon vorher krank war, obwohl ihre Präparate nachweislich nicht verunreinigt waren.54

Wie häufig das vorkommt, weiß niemand, und wer besonders empfindlich ist, lässt sich vorher nicht erkennen.49 Klar ist nur eines. Die schwersten Verläufe trafen Menschen, deren Leber schon vorgeschädigt war. Deshalb raten das BfR und die französische Behörde ANSES Menschen mit einer bestehenden oder früheren Lebererkrankung ausdrücklich von Ashwagandha ab.453

Warnzeichen an der Leber

Gelbe Haut oder gelbe Augen, dunkler Urin, heller Stuhl, starker Juckreiz oder anhaltende Übelkeit unter der Einnahme sind Warnzeichen für einen Leberschaden. Dann ist Ashwagandha sofort abzusetzen, und eine ärztliche Kontrolle der Leberwerte ist umgehend nötig.

So wurde gemessen
  • Placebo-Studien: Sechs Studien mit zusammen 1.382 Personen, Wurzelextrakt über acht Wochen bis sechs Monate; die größte mit 1.002 Personen und 600 mg täglich.46 Über sechs Monate: 40 Gesunde zwischen 50 und 70 Jahren.51 Systematische Übersicht: in neun Studien mit 1.578 Personen stabile Leberwerte.22
  • Fälle: Island und das US-Netzwerk DILIN, fünf Fälle, Beginn zwei bis zwölf Wochen nach dem Start, kein Leberversagen.52 25 Fälle aus 13 Veröffentlichungen, meist mit Gallestau-Muster, ein Fall mit Transplantation, drei Todesfälle bei Zirrhose.44 Acht Fälle aus Indien, davon drei Todesfälle bei vorbestehender Lebererkrankung.54
  • Referenz: Die Datenbank LiverTox der US-Gesundheitsbehörde NIH nennt in Therapiestudien keine Leberwert-Anstiege, aber beschriebene klinische Leberschäden.55

Ob Ashwagandha auch die Nieren schädigt, ist ebenfalls ungeklärt, denn bekannt sind nur zwei Einzelfälle, beide im Gefolge eines schweren Leberschadens und bisher nur als Kurzfassung auf Fachkongressen veröffentlicht. Nach einer Überdosierung brauchte eine Frau zwei Wochen lang die Dialyse, bis sich ihre Nieren erholten,65 und ein Mann war nach einer Leberentzündung unter Ashwagandha nach 50 Tagen noch immer darauf angewiesen.66 In fünf Placebo-Studien mit zusammen knapp 1.300 Teilnehmenden blieben die Nierenwerte dagegen unauffällig, auch wenn Nierenschäden dort nicht eigens gezählt wurden.46425167 Die Autoren des zweiten Falls sehen den Nierenschaden als Folge der kranken Leber, nicht als direkte Wirkung auf die Niere.66 Einzelheiten zu beiden Fällen stehen bei den Nebenwirkungen.

Darf man Ashwagandha in der Schwangerschaft nehmen?

Ob Ashwagandha in Schwangerschaft und Stillzeit schadet, ist ungeklärt, doch alle Behörden, die sich mit der Pflanze befasst haben, raten davon ab, weil Studien zur Sicherheit fehlen.45349 Der Verdacht stammt aus der Tradition, denn in der indischen Volksmedizin wurde die Wurzel auch als Abtreibungsmittel beschrieben.48 Eine aktuelle Übersicht hält die Belege für eine solche Wirkung zwar für dünn,56 doch die Tierversuche begannen erst nach der Einnistung und sagen über die ersten Wochen der Schwangerschaft nichts aus.49

Die einzige kontrollierte Studie mit Schwangeren begann erst im zweiten Drittel, hatte kein Placebo und zählte keine Fehlgeburten.57 Für die Stillzeit gibt es gar keine Daten. In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch empfiehlt es sich deshalb, auf Ashwagandha zu verzichten.

So wurde gemessen
  • Studie mit Schwangeren: 70 Frauen ab dem zweiten Drittel, offen und ohne Placebo, 600 mg Wurzelextrakt plus Eisen gegen Eisen allein über zwölf Wochen; keine Nebenwirkungen, der Ausgang der Schwangerschaften wurde nicht berichtet.57
  • Übersicht zur Fruchtschädigung: Belege für eine bedeutsame abtreibende Wirkung nicht schlüssig, historische Angaben teils ohne Prüfung weitergegeben.56

Was gilt bei Schilddrüse, Autoimmunerkrankung und Medikamenten?

Ob Ashwagandha eine Überfunktion der Schilddrüse auslöst oder mit Medikamenten wechselwirkt, ist ungeklärt, denn die Wurzel greift genau dort ein, wo sie Schaden anrichten könnte. Das zeigt sich vor allem an der Schilddrüse. Über viele Studien hinweg stieg das Schilddrüsenhormon Thyroxin leicht an,2 und bei einer leichten Unterfunktion normalisierten sich die Werte sogar.58 Eine Überfunktion hat keine Studie gezählt, mehrere Fallberichte beschreiben aber genau das, etwa bei einer jungen Frau aus den Niederlanden nach einer Dosissteigerung.59 Bei diesen Erkrankungen und Medikamenten ist Ashwagandha deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache ratsam.

Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder ungewollter Gewichtsverlust sind dann Warnzeichen, bei denen Ashwagandha abzusetzen und die Schilddrüse ärztlich zu prüfen ist. Schilddrüsenhormon-Tabletten dürfen nie durch die Wurzel ersetzt werden, wie es eine ältere Frau in den USA tat, die nach zwei Jahren mit Herzrasen ins Krankenhaus kam.60 Auch bei Hashimoto oder Knoten in der Schilddrüse wurde Ashwagandha nie gezielt geprüft.

Bei Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis ist die Lage noch dünner. Weil Ashwagandha das Immunsystem anregt, halten Fachleute eine Verschlechterung für denkbar, nachgesehen hat bisher aber niemand.4 Fehlende Daten sind hier keine Entwarnung. Für die wichtigsten Medikamente gilt Ähnliches:

Medikament Mögliches Problem Was bekannt ist
Schilddrüsenhormone, Mittel gegen Überfunktion Wirkung verstärkt oder abgeschwächt keine Studie, ein Fallbericht60
Beruhigungs- und Schlafmittel, Mittel gegen Epilepsie stärkere Dämpfung keine Studie, Labor- und Tierdaten, Behörde rät ab3
Medikamente gegen Abstoßung nach Transplantation Abstoßung des Organs ein Fallbericht mit Verlust der Spenderniere61
Insulin und andere Blutzuckersenker Unterzuckerung keine Studie, Zucker sinkt leicht,38 BfR rät zur Rücksprache45
Cortison, Erkrankungen der Nebenniere geschwächte Nebennieren keine Studie, zwei Fallberichte6263

Was dabei passieren kann, beschreibt ein Fall aus Kanada. Ein Mann, der nach einer Nierentransplantation Medikamente gegen die Abstoßung nahm, begann mit Ashwagandha. Zwei Wochen später stieß sein Körper die Spenderniere ab, obwohl der Spiegel seiner Medikamente stimmte.61 Bewiesen ist damit nichts. Nach einer Transplantation ist es trotzdem ratsam, ganz auf Ashwagandha zu verzichten, solange die Behandelnden nicht ausdrücklich zustimmen.

So wurde gemessen
  • Schilddrüse: 23 Hormonstudien, T4 +0,61 µg/dl, TSH und T3 unverändert.2 50 Erwachsene mit subklinischer Unterfunktion, 600 mg über acht Wochen: TSH gesunken, T3 und T4 gestiegen.58 Fallbericht: 32-jährige Frau, Thyreotoxikose nach Dosissteigerung, nach dem Absetzen abgeklungen.59 73-jährige Frau, Levothyroxin zwei Jahre lang durch Ashwagandha ersetzt.60
  • Transplantation: 69-Jähriger unter Tacrolimus, Mycophenolat und Prednison, akute Abstoßung zwei Wochen nach Beginn, Transplantatniere entfernt.61
  • Nebenniere: 37-jährige Frau mit stark erniedrigtem Natrium62; 55-jährige Frau nach über einem Jahr Einnahme, drei Monate nach dem Absetzen noch auf Hormonersatz angewiesen.63
Leberschaden auslösenungeklärt6 Placebo-Studien, zusammen 1.382 Pers., Leberschäden als Ereignis in beiden Gruppen berichtet; größte Studie 1.002 Pers. über 8 Wochen (Pakhale 2026); dazu 25 veröffentlichte Fälle (McIntyre 2026)

Ergebnisse: in allen 6 Placebo-Studien (Wurzelextrakt, 8 Wochen bis 6 Monate) kein Leberschaden in beiden Gruppen, Leberwerte (ALT, AST) unauffällig (Pakhale 2026, Pakhale 2025, Mutha 2025, Lopresti 2019, Verma 2021, Vaidya 2026); in 9 Studien mit 1.578 Pers. Leberwerte stabil, nicht zusammengerechnet (Coope 2026); Fallsammlungen: 25 Fälle aus 13 Veröffentlichungen, meist Gallestau-Muster mit Gelbsucht und Juckreiz nach Wochen der Einnahme, 1 Lebertransplantation, 3 Todesfälle bei vorbestehender Leberzirrhose (McIntyre 2026)

Ob Ashwagandha die Leber schädigt, ist ungeklärt. In sechs Placebo-Studien mit zusammen knapp 1.400 Teilnehmenden trat unter Ashwagandha kein Leberschaden auf, und die Leberwerte blieben unauffällig; für seltene Schäden, die nur einzelne empfindliche Menschen treffen, sind diese Studien aber zu klein und zu kurz. Solche Fälle sind gut dokumentiert: Fallberichte und Fallserien aus Europa, den USA, Indien und Japan beschreiben meist Gelbsucht und starken Juckreiz einige Wochen nach Beginn, die meisten Betroffenen erholten sich nach dem Absetzen, ein Fall endete mit einer Lebertransplantation, und bei Menschen mit vorgeschädigter Leber kam es zu Todesfällen. Wie häufig das vorkommt, ist unbekannt. Das deutsche BfR und die französische ANSES raten Menschen mit Lebererkrankungen von Ashwagandha ab, das niederländische RIVM rät vorsorglich generell davon ab, und Dänemark hat Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln verboten. 46, 22, 51, 25, 42, 40, 44, 55

Was tun? Bei bekannter oder früherer Lebererkrankung empfiehlt sich, auf Ashwagandha zu verzichten. Gelbe Haut oder gelbe Augen, dunkler Urin, heller Stuhl, starker Juckreiz oder anhaltende Übelkeit unter der Einnahme sind Warnzeichen: Dann Ashwagandha sofort absetzen und umgehend ärztlich die Leberwerte prüfen lassen.

Nicht untersucht bei: Lebererkrankung, Fettleber oder Zirrhose (in Fallserien mit schweren Verläufen), Einnahme länger als 6 Monate mit Placebo-Vergleich, Präparate aus Blättern oder ganzer Pflanze (Studien fast nur mit Wurzelextrakt), Kombinationspräparate mit weiteren Pflanzen

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einer Fallserie aus Island und dem US-Netzwerk für arzneimittelbedingte Leberschäden (DILIN) entwickelten fünf Menschen 2 bis 12 Wochen nach Beginn einer Ashwagandha-Einnahme eine Gelbsucht mit Gallestau-Muster; Juckreiz und erhöhtes Bilirubin hielten 5 bis 20 Wochen an, kein Leberversagen, Leberwerte bei vier Betroffenen nach 1 bis 5 Monaten normal. Vier nahmen weitere Nahrungsergänzungen. Björnsson et al. 2020
  • In einer Fallserie aus mehreren indischen Zentren wurden 8 Leberschäden nach reinen Ashwagandha-Präparaten beschrieben; fünf Betroffene hatten eine vorbestehende chronische Lebererkrankung, drei davon entwickelten ein akut-auf-chronisches Leberversagen und starben. Die Laboranalyse der Präparate fand keine Verunreinigungen. Philips et al. 2023
  • In einem Fallbericht aus den USA entwickelte eine 41-jährige Frau nach der Einnahme eines Ashwagandha-Präparats ein akutes Leberversagen und erhielt eine Lebertransplantation (Angaben aus der Übersicht von Bokan 2023). Suryawanshi et al. 2023
  • In zwei Fallberichten aus Bosnien-Herzegowina wurde ein Leberschaden nach 45 Tagen bzw. 6 Monaten Ashwagandha-Kapseln (450 mg dreimal täglich) mit dem Bewertungsverfahren RUCAM als „wahrscheinlich“ durch Ashwagandha verursacht eingestuft; nach dem Absetzen besserten sich beide. Bokan et al. 2023
  • In einem Fallbericht aus Großbritannien bekam eine 39-jährige Frau nach einem frei verkäuflichen Ashwagandha-Präparat eine Gelbsucht mit akuter Leberentzündung; andere Ursachen wurden ausgeschlossen. Ireland et al. 2021
  • In einem Fallbericht aus Deutschland trat bei einer 65-jährigen Frau zwei Wochen nach Beginn der Einnahme eine Gelbsucht auf; sie erholte sich innerhalb von fünf Monaten nach dem Absetzen ohne spezielle Behandlung. Tóth et al. 2023
  • … und 10 weitere
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (6 Placebo-Studien mit zusammen 1382 Personen ohne Effekt)
  • Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht, pharmakovigilanz)
Unsere Regeln
akute Nierenschädigung auslösenungeklärt5 Placebo-Studien mit zusammen 1.283 Pers. ohne Nierenschaden, akute Nierenschädigung dort nicht eigens gezählt (u. a. Pakhale 2026, Pakhale 2025, Vaidya 2026, West 2026); dazu 2 Fallbeschreibungen in Kongress-Kurzfassungen

Ergebnisse: in den Placebo-Studien Nierenwerte im Mittel unverändert, akute Nierenschädigung dort nicht als Ereignis ausgewertet (Pakhale 2026, Pakhale 2025, Vaidya 2026, West 2026; ebenso in der Übersicht Coope 2026); in 2 Kongress-Kurzfassungen dialysepflichtige akute Nierenschädigung jeweils im Zusammenhang mit einem schweren Ashwagandha-Leberschaden: akute Tubulusschädigung nach Überdosierung, 2 Wochen Dialyse (Natarajan 2023); Gallensäure-Nephropathie, 50 Tage Dialyse (Carpin 2025)

Ob Ashwagandha die Niere schädigen kann, ist ungeklärt: In den Placebo-Studien blieben die Nierenwerte im Mittel unauffällig, eine akute Nierenschädigung wurde dort aber nicht als eigenes Ereignis ausgewertet, und die Studien waren dafür zu klein und zu kurz. Zwei Fallbeschreibungen, bisher nur als Kurzfassung auf Fachkongressen veröffentlicht, schildern jeweils eine schwere, dialysepflichtige Nierenschädigung im zeitlichen Zusammenhang mit einem schweren Ashwagandha-bedingten Leberschaden: Nach einer Überdosierung trat neben massiv erhöhten Leberwerten eine akute Tubulusschädigung auf, die zwei Wochen Dialyse erforderte, bis sich die Nierenfunktion normalisierte. Im zweiten Fall entwickelte sich bei einer entzündlichen Lebererkrankung mit hohem Bilirubin eine sogenannte Gallensäure-Nephropathie (Ablagerung von Gallesäure in den Nierentubuli), die 50 Tage Dialyse erforderte. Beide Fälle sprechen dafür, dass die Niere bei einem schweren Ashwagandha-Leberschaden zusätzlich mitgeschädigt werden kann, nicht für eine Nierenschädigung durch Ashwagandha ohne Leberbeteiligung. 46, 40, 51, 42, 67, 22

Was tun? Treten die Warnzeichen eines Leberschadens auf (siehe „Leberschaden auslösen“), empfiehlt sich zusätzlich, die Nierenwerte und die Urinmenge ärztlich prüfen zu lassen; stark verringerter oder dunkler Urin, Schwellungen oder zunehmende Müdigkeit sind weitere Warnzeichen, bei denen Ashwagandha sofort abzusetzen und ärztlich abzuklären ist.

Nicht untersucht bei: akute Nierenschädigung als eigens gezähltes Ereignis in Placebo-Studien (dort nur Mittelwerte der Nierenwerte), Nierenschädigung ohne begleitenden schweren Leberschaden, Menschen mit vorbestehender Nierenerkrankung, übliche empfohlene Dosierung ohne Überdosierung (Natarajan 2023 ausdrücklich eine Überdosierung)

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einer Kongress-Kurzfassung (ASN Kidney Week, J Am Soc Nephrol) wird der erste beschriebene Fall einer Nierenschädigung nach einer Ashwagandha-Überdosierung dargestellt. Es kam zu einem schweren Leberschaden (ALT/AST über 7.000 U/l); unter Behandlung mit N-Acetylcystein besserte sich die Leberfunktion, am zweiten Tag verschlechterte sich aber rasch die Nierenfunktion. Die Urinuntersuchung zeigte keine Blutbeimengung, aber deutliche Eiweißausscheidung; eine Nierenbiopsie ergab eine akute Tubulusschädigung. Vorübergehend war eine Hämodialyse nötig, nach zwei Wochen erholte sich die Nierenfunktion vollständig. Natarajan et al. 2023
  • In einer Kongress-Kurzfassung (ASN Kidney Week, J Am Soc Nephrol) wird ein Fall von Gallensäure-Nephropathie (Gallesäure-Zylinder in den Nierentubuli, "bile cast nephropathy") nach einem Leberschaden durch Ashwagandha beschrieben. Die Leberbiopsie zeigte eine akut-auf-chronische Leberentzündung mit mittelstarker entzündlicher Aktivität und periportaler Fibrose; die begleitende Nierenschädigung wird als Folge der Leberfunktionsstörung (hohes Bilirubin) eingeordnet. Der Patient benötigte 50 Tage Dialyse. Carpin et al. 2025
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (5 Placebo-Studien mit zusammen 1283 Personen ohne Effekt)
  • Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht)
Unsere Regeln
Schilddrüsenüberfunktion auslösenungeklärtkeine Meta-Analyse zur Überfunktion als Ereignis; 4 kleine Placebo-Studien (40 bis 80 Pers.); Mittelwerte aus 23 Studien, 1.706 Pers. (Fornalik 2026)

Ergebnisse: T4 +0,61 µg/dL (p = 0,02), TSH und T3 unverändert (Fornalik 2026); bei leichter Unterfunktion TSH gesenkt, T3 und T4 erhöht gegenüber Placebo (Sharma 2018, 50 Pers.); bei bipolarer Störung T4-Anstiege um 7 bis 24 % bei 3 Behandelten (Gannon 2014); bei Gesunden keine Veränderung (Verma 2021, Vaidya 2026)

Ob Ashwagandha eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen kann, ist ungeklärt. In zwei kleinen Placebo-Studien trat keine Überfunktion auf, und bei Gesunden blieben die Werte gleich; eine Auswertung von Placebo-Studien fand aber einen leichten Anstieg des Hormons T4, und bei leichter Unterfunktion normalisierten sich die Werte. In mehreren Fallberichten trat unter Ashwagandha eine Überfunktion auf und verschwand nach dem Absetzen. Mehrere europäische Behörden raten Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen deshalb ab. 2, 58, 91, 40

Was tun? Bei einer Schilddrüsenerkrankung empfiehlt sich Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle der Werte. Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder ungewollter Gewichtsverlust unter der Einnahme sind Warnzeichen: dann absetzen und die Schilddrüse ärztlich prüfen lassen.

Nicht untersucht bei: Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion oder Knoten in der Schilddrüse, Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis, Einnahme zusammen mit Schilddrüsenhormonen, Einnahme länger als 6 Monate

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einem Fallbericht aus den Niederlanden entwickelte eine gesunde 32-jährige Frau nach Dosissteigerung von Ashwagandha-Kapseln eine Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose), die nach dem Absetzen von selbst abklang. van der Hooft et al. 2005
  • In einem Fallbericht aus den USA bekam eine 73-jährige Frau, die ihr Schilddrüsenhormon abgesetzt und zwei Jahre lang stattdessen Ashwagandha genommen hatte, eine Überfunktion mit Herzrasen (supraventrikuläre Tachykardie); nach dem Absetzen normalisierte sich alles. Kamal et al. 2022
  • In einem Fallbericht aus Japan trat bei einem zuvor gesunden 47-jährigen Mann zwei Monate nach Beginn der Einnahme eine schmerzlose Schilddrüsenentzündung mit Überfunktion auf; nach dem Absetzen besserten sich Beschwerden und Werte. Hayashi et al. 2024
  • Das dänische Lebensmittelinstitut DTU hält es nach Tierversuchen und einzelnen Humanbefunden für möglich, dass Ashwagandha die Schilddrüsenhormone erhöht und so eine Überfunktion begünstigt; eine sichere Aufnahmemenge ließ sich nicht festlegen. DTU Fødevareinstituttet 2020
  • Die ANSES rät Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen von Ashwagandha-Präparaten ab, unter anderem wegen beschriebener Thyreotoxikosen. ANSES 2024
  • Das RIVM sieht in Tierversuchen und Humandaten Hinweise, dass Ashwagandha Schilddrüsenhormone verändern und eine Überfunktion auslösen kann. RIVM 2024
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Nebennierenfunktion unterdrückenungeklärtkeine kontrollierte Studie zur Nebennierenschwäche, aber 2 Fallberichte (Patel 2024, Javid 2026); Cortisol-Mittelwerte aus 23 Studien, 1.706 Pers. (Fornalik 2026)

Ergebnisse: Cortisol gesenkt, SMD −1,18 (p < 0,04; Fornalik 2026); Nebennierenschwäche nur in Fallberichten (Patel 2024, Javid 2026)

Ob Ashwagandha die Nebennierenfunktion unterdrücken kann, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien dazu fehlen, und keine Studie hat die Reaktion der Nebenniere getestet. Dabei ist die Senkung des Cortisolspiegels genau die Wirkung, mit der Ashwagandha bei Stress beworben wird. Zwei Fallberichte beschreiben eine echte Nebennierenschwäche: eine Frau mit bedrohlich niedrigem Natriumwert und eine weitere, deren Nebennierenfunktion nach über einem Jahr Einnahme auch Monate nach dem Absetzen noch nicht zurückgekehrt war. 2

Was tun? Unter Cortison-Behandlung oder bei einer Nebennierenerkrankung empfiehlt sich Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache. Anhaltende Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Salzhunger unter oder nach der Einnahme sind Warnzeichen: dann die Nebennierenfunktion ärztlich prüfen lassen.

Nicht untersucht bei: Menschen mit Nebennierenerkrankung oder unter Cortison-Behandlung, Einnahme länger als 6 Monate, Absetzen nach längerer Einnahme (Erholung der Nebenniere)

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einem Fallbericht aus Großbritannien kam eine 37-jährige Frau, die Ashwagandha genommen hatte, mit Übelkeit, Erbrechen und stark erniedrigtem Natrium (121 mmol/L) ins Krankenhaus; es fand sich eine Nebennierenschwäche (Cortisol 48 nmol/L), die mit Hormonersatz behandelt wurde. Patel et al. 2024
  • In einem Fallbericht wurde bei einer 55-jährigen Frau nach über einem Jahr mit etwa 950 mg Ashwagandha täglich eine Unterdrückung der Stresshormonachse mit Nebennierenschwäche festgestellt; drei Monate nach dem Absetzen brauchte sie weiter Hydrocortison. Javid et al. 2026
  • Das RIVM nennt die Unterdrückung der Nebennierenfunktion neben Leberschäden und Thyreotoxikose als mögliche Folge bei empfindlichen Menschen. RIVM 2024
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Unsere Regeln
Nebenwirkungen insgesamtungeklärtNebenwirkungsrate in 5 Studien, 287 Pers. (Marchi 2025); größte Einzelstudie 1.002 Pers. (Pakhale 2026); insgesamt 6 Placebo-Studien mit 1.331 Pers. ohne Unterschied

Ergebnisse: Nebenwirkungen insgesamt OR 0,99 (95 % KI 0,54 bis 1,82; 5 Studien), Studienabbrüche OR 0,81 (0,42 bis 1,58; 10 Studien), keine schweren Ereignisse (Marchi 2025); RR 0,67 (0,42 bis 1,06), Betroffene 5,2 vs. 7,8 % unter Placebo (Pakhale 2026); in 23 Studien keine schweren Nebenwirkungen, nicht zusammengerechnet (Coope 2026)

Ob Ashwagandha insgesamt häufiger Nebenwirkungen macht, ist ungeklärt: In den Placebo-Studien waren Nebenwirkungen und Studienabbrüche unter Ashwagandha so häufig wie unter dem Scheinpräparat, schwere Nebenwirkungen kamen nicht vor. Die einzige Meta-Analyse, die das zusammenrechnet, umfasst aber nur fünf Studien mit knapp 300 Teilnehmenden; das reicht nicht, um einen Schaden auszuschließen. In der größten Studie mit rund 1.000 Erwachsenen hatten unter Ashwagandha etwa 5 von 100 Teilnehmenden Beschwerden, unter Placebo knapp 8, meist leichte Übelkeit, Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen. Die Studien dauerten aber meist nur acht Wochen, wurden überwiegend in Indien und häufig mit Unterstützung von Extrakt-Herstellern durchgeführt, und seltene Schäden an Leber oder Schilddrüse, die aus Fallberichten bekannt sind, können sie nicht erfassen. Mehrere europäische Behörden raten deshalb zur Zurückhaltung; Dänemark hat Ashwagandha in Lebensmitteln verboten. 15, 46, 22, 47

Was tun? Neue Beschwerden nach Beginn der Einnahme sollten ernst genommen werden; dann ist es ratsam, die Einnahme zu pausieren. Bei Arztbesuchen und vor Blutuntersuchungen lohnt es sich, Ashwagandha zu erwähnen.

Nicht untersucht bei: Einnahme länger als 6 Monate mit Placebo-Vergleich, Menschen mit Leber-, Herz- oder Schilddrüsenerkrankung (meist ausgeschlossen), Kinder und Jugendliche (nur eine kleine Studie), Präparate aus Blättern oder ganzer Pflanze

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Bei der französischen Nutrivigilanz gingen bis September 2023 acht Meldungen zu Ashwagandha-Präparaten ein, vor allem Durchfall, Erbrechen, Schläfrigkeit und Hautreaktionen; die WHO-Datenbank VigiAccess enthielt 73 Meldungen, meist Magen-Darm-Beschwerden, Unwohlsein, Kopfschmerz, Gelbsucht, Angst und Juckreiz. ANSES 2024
  • Die dänische Lebensmittelbehörde hat den Verkauf von Ashwagandha in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln 2023 untersagt und stützt sich auf die Risikobewertung des DTU, die negative Wirkungen auf Sexualhormone, Fortpflanzung, Stoffwechsel, Immunsystem und Nervensystem sieht. Fødevarestyrelsen 2023
  • Das dänische Lebensmittelinstitut DTU kam am 15. Mai 2020 zu dem Schluss, dass sich auf Basis der Datenlage keine Aufnahmemenge der Wurzel oder ihrer Extrakte festlegen lässt, unter der kein Risiko schädlicher Wirkungen besteht. DTU Fødevareinstituttet 2020
  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (Mitteilung 039/2024 vom 10. September 2024) rät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankung von Ashwagandha ab und der übrigen Bevölkerung zur Zurückhaltung; Nebenwirkungen seien in Studien nicht systematisch erfasst worden, eine unbedenkliche Aufnahmemenge lasse sich nicht ableiten. BfR 2024
  • Die Arbeitsgruppe der Leiter der europäischen Lebensmittelbehörden zählt Ashwagandha zu 13 vorrangig zu prüfenden Stoffen in Nahrungsergänzungsmitteln, wegen möglicher Wirkungen auf Fortpflanzung, Schilddrüse, Immunsystem und Leber; eine gesundheitlich begründete Höchstmenge lasse sich nicht ableiten. HoA Working Group Food Supplements 2024
  • Die schwedische Lebensmittelbehörde nennt Ashwagandha als eines von 12 Nahrungsergänzungs-Bestandteilen, die derzeit auf EU-Ebene geprüft werden, und wartet diese Prüfung ab, ohne eine eigene Risikobewertung. Livsmedelsverket 2026
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Schläfrigkeit und Benommenheit verursachenungeklärt3 Placebo-Studien, zusammen 1.166 Pers., keine Meta-Analyse; größte Studie 1.002 Pers. (Pakhale 2026); dazu 1 Fallbericht (Anuththara 2025)

Ergebnisse: Schläfrigkeit bzw. Somnolenz 0 Fälle unter Ashwagandha vs. 3 unter Placebo (Pakhale 2026); 2 vs. 1 Fall über 24 Wochen (Pakhale 2025); kein Unterschied (Chandrasekhar 2012); bei Schizophrenie Schläfrigkeit häufiger als unter Placebo, ohne statistische Prüfung (Chengappa 2018); Wachheit nach dem Aufstehen eher verbessert (Cheah 2021, 5 Studien)

Ob Ashwagandha schläfrig macht, ist ungeklärt. In drei Placebo-Studien mit zusammen knapp 1.200 Teilnehmenden kam Schläfrigkeit unter Ashwagandha nicht häufiger vor als unter dem Scheinpräparat, in der größten Studie gar nicht, und in Schlafstudien fühlten sich die Teilnehmenden morgens eher wacher. Für seltene Reaktionen sind die Studien aber zu klein: Ein Fallbericht beschreibt einen Mann, der nach der Einnahme ungewöhnlich lange schlief und verwirrt war, bis die Beschwerden nach dem Absetzen verschwanden. Eine kleine Studie mit Schizophrenie-Kranken, die zusätzlich Psychopharmaka nahmen, nannte Schläfrigkeit häufiger. Gezielt untersucht wurde weder die Fahrtüchtigkeit noch die Kombination mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln. 46, 42, 94, 18

Was tun? Vor dem Autofahren oder Bedienen von Maschinen empfiehlt es sich, in den ersten Tagen zu beobachten, wie Ashwagandha wirkt; die Kombination mit Alkohol oder Schlafmitteln sollte unterbleiben.

Nicht untersucht bei: Fahrtüchtigkeit und Reaktionszeit, gleichzeitige Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln oder Alkohol, ältere Menschen mit Sturzrisiko

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einem Fallbericht aus Großbritannien zeigte ein 40-jähriger Mann nach Ashwagandha-Einnahme verlängerten Schlaf, auffälliges Verhalten im Schlaf, akute Verwirrtheit und Gedächtnislücken; nach dem Absetzen verschwanden die Beschwerden vollständig. Anuththara et al. 2025
  • In einem Fallbericht bekam ein 20-jähriger Mann nach abruptem Absetzen von Ashwagandha Herzrasen, Schlaflosigkeit und Angst; die Autoren vermuten ein Absetzphänomen, eine Rückkehr der ursprünglichen Angst ist aber möglich. Holzman et al. 2025
  • Die ANSES rät wegen der in klinischen Studien gesehenen Schläfrigkeit von Ashwagandha beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen ab. ANSES 2024
Warum diese Stufe? Die maßgeblichen Studien finden keinen Unterschied zu Placebo. (3 Placebo-Studien mit zusammen 1166 Personen ohne Effekt)
  • Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht)
Unsere Regeln
Schwangerschaft und Stillzeit gefährden (Fehlgeburt, Schäden beim Kind)ungeklärtkeine Placebo-Studie; 1 offene Vergleichsstudie im 2. Schwangerschaftsdrittel mit 70 Frauen (Ajgaonkar 2026); Behördenwarnungen (BfR 2024, RIVM 2024, ANSES 2024, DTU 2020)

Ergebnisse: in der einzigen kontrollierten Studie (offen, ohne Placebo, ab dem 2. Drittel, 12 Wochen) keine Nebenwirkungen und unveränderte Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte (Ajgaonkar 2026); Fehlgeburten und Folgen für das Kind nicht ausgewertet; Tierstudien erfassten die Frühschwangerschaft nicht (RIVM 2024)

Ob Ashwagandha in Schwangerschaft oder Stillzeit schadet, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien fehlen; Behörden warnen dennoch davor. Der Verdacht stammt aus der traditionellen Medizin, in der die Pflanze als Abtreibungsmittel beschrieben wird; laut WHO-Monografie wurde sie dafür verwendet, eine aktuelle Übersicht hält die Belege dafür allerdings für dünn. Tierstudien setzten erst nach der Einnistung ein und sagen über die Frühschwangerschaft nichts, und die einzige Studie mit Schwangeren begann im zweiten Drittel, hatte kein Placebo und zählte keine Fehlgeburten. Für die Stillzeit gibt es keine Daten. Alle europäischen Behörden, die Ashwagandha bewertet haben, raten Schwangeren und Stillenden ab. 57, 56

Was tun? In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kinderwunsch empfiehlt es sich, auf Ashwagandha zu verzichten.

Nicht untersucht bei: Frühschwangerschaft (erstes Schwangerschaftsdrittel), Stillzeit (keine Daten zum Übergang in die Muttermilch), Frauen mit Kinderwunsch

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Das DTU verweist auf Angaben, dass Frauen die Wurzel als Abtreibungsmittel verwendet haben; eine Menge, unterhalb derer keine abtreibende Wirkung auftritt, wurde nie bestimmt, und die WHO rät von der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ab. DTU Fødevareinstituttet 2020
  • Das BfR empfiehlt Schwangeren und Stillenden, keine Ashwagandha-Präparate einzunehmen, weil Daten zur Sicherheit fehlen; schon 2012 nannte es die überlieferte Verwendung als Abtreibungsmittel als Bedenken. BfR 2024
  • Das RIVM rät vorsorglich insbesondere Schwangeren von Ashwagandha ab; die verfügbaren Fortpflanzungsstudien an Tieren begannen erst am 5. Trächtigkeitstag und können ein Risiko in der Frühschwangerschaft nicht ausschließen. RIVM 2024
  • Die ANSES rät Schwangeren wegen möglicher Wirkungen auf Fruchtbarkeit und Entwicklung des Kindes sowie der traditionellen Verwendung als Abtreibungsmittel ab, Stillenden und unter 18-Jährigen aus Vorsicht wegen fehlender Daten. ANSES 2024
  • Das Expertengremium der polnischen Gesundheitsaufsicht (Beschluss 7/2020) lässt Ashwagandha-Wurzel in Nahrungsergänzungsmitteln für Erwachsene nur unter 3 g täglich und mit höchstens 10 mg Withanoliden je Tagesportion zu und verlangt den Warnhinweis, das Produkt nicht bei Kindern, Schwangeren und Stillenden zu verwenden (Angaben nach ANSES 2024). GIS Zespół ds. Suplementów Diety 2020
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (ANSES 2024, BfR 2024, DTU Fødevareinstituttet 2020, GIS Zespół ds. Suplementów Diety 2020, RIVM 2024)
Unsere Regeln
Wechselwirkung mit Schilddrüsenmedikamentenungeklärtkeine Studie zur gemeinsamen Einnahme, aber 1 Fallbericht (Kamal 2022)

Ergebnisse: keine Daten zur Kombination; Ashwagandha allein hebt T4 leicht an (Fornalik 2026) und senkte bei leichter Unterfunktion das TSH (Sharma 2018)

Ob Ashwagandha die Wirkung von Schilddrüsenmedikamenten verändert, ist ungeklärt; Studien zur gemeinsamen Einnahme fehlen, es gibt nur einen Fallbericht. Weil Ashwagandha die Schilddrüsenhormone leicht anheben kann, könnte es die Wirkung von Schilddrüsenhormon-Tabletten verstärken oder die von Medikamenten gegen eine Überfunktion abschwächen. In dem Fallbericht hatte eine Frau ihr Schilddrüsenhormon durch Ashwagandha ersetzt und bekam eine Überfunktion mit Herzrasen.

Was tun? Wer Schilddrüsenhormone oder Medikamente gegen eine Überfunktion nimmt, sollte Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle der Schilddrüsenwerte einnehmen und das Medikament nie eigenmächtig dadurch ersetzen.

Nicht untersucht bei: gemeinsame Einnahme mit Levothyroxin oder Thyreostatika

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einem Fallbericht entwickelte eine 73-jährige Frau, die ihr Levothyroxin abgesetzt und durch Ashwagandha ersetzt hatte, nach zwei Jahren eine Überfunktion mit Herzrasen. Kamal et al. 2022
  • Die ANSES führt mögliche Wechselwirkungen mit Thyreostatika und oralen Schilddrüsenhormonen auf und mahnt bei gleichzeitiger Einnahme zur größten Vorsicht. ANSES 2024
  • Das RIVM nennt nach einer Arzneimittel-Datenbank mögliche Wechselwirkungen von Ashwagandha mit Schilddrüsenhormonen. RIVM 2024
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Unsere Regeln
Wirkung von Beruhigungs- und Schlafmitteln verstärkenungeklärtkeine Studie am Menschen zur gemeinsamen Einnahme; Behördenwarnungen (ANSES 2024, polnisches Expertengremium 2020)

Ergebnisse: keine Humandaten; Hinweise auf GABA-ähnliche Wirkungen nur aus Labor- und Tierstudien (ANSES 2024)

Ob Ashwagandha die Wirkung von Beruhigungs- und Schlafmitteln beim Menschen verstärkt, ist ungeklärt, denn Studien dazu fehlen; Behörden warnen dennoch davor. In Labor- und Tierversuchen wirkt Ashwagandha ähnlich wie Stoffe, die am GABA-System angreifen, über das auch viele Beruhigungs- und Schlafmittel wirken. Die französische Behörde ANSES und das polnische Expertengremium raten deshalb von der gemeinsamen Einnahme ab.

Was tun? Zusammen mit Beruhigungs-, Schlaf- oder Antiepileptika-Medikamenten oder Alkohol sollte Ashwagandha nur nach ärztlicher Absprache genommen werden.

Nicht untersucht bei: gemeinsame Einnahme mit Benzodiazepinen, Z-Substanzen, Barbituraten oder Antiepileptika, gemeinsame Einnahme mit Alkohol

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Die ANSES rät Menschen, die Medikamente mit dämpfender Wirkung auf das Nervensystem nehmen, von Ashwagandha ab; nach der WHO-Monografie könne es die Wirkung von Barbituraten verstärken und die von Diazepam und Clonazepam abschwächen. ANSES 2024
  • Das polnische Expertengremium verlangt auf Ashwagandha-Produkten den Hinweis, sie nicht bei Einnahme von Beruhigungs-, Schlaf- oder Antiepileptika-Medikamenten zu verwenden (Angaben nach ANSES 2024). GIS Zespół ds. Suplementów Diety 2020
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (ANSES 2024, GIS Zespół ds. Suplementów Diety 2020)
Unsere Regeln
Wirkung von Immunsuppressiva abschwächenungeklärtkeine Studie am Menschen zur gemeinsamen Einnahme, aber 1 Fallbericht (Sriperumbuduri 2020)

Ergebnisse: keine Humandaten; ein Fallbericht einer Abstoßung nach Nierentransplantation (Sriperumbuduri 2020)

Ob Ashwagandha die Wirkung von Immunsuppressiva abschwächt, ist ungeklärt; Studien zur gemeinsamen Einnahme fehlen, es gibt nur einen Fallbericht. Weil Ashwagandha das Immunsystem anregen kann, könnte es Medikamente abschwächen, die nach einer Organtransplantation oder bei Autoimmunerkrankungen das Immunsystem bremsen. In dem Fallbericht kam es bei einem Nierentransplantierten zwei Wochen nach Beginn der Einnahme zu einer akuten Abstoßung, obwohl der Spiegel seines Immunsuppressivums im Zielbereich lag; die Niere musste entfernt werden.

Was tun? Nach einer Organtransplantation oder unter Immunsuppressiva ist es ratsam, auf Ashwagandha zu verzichten, solange die Behandelnden nicht ausdrücklich zustimmen.

Nicht untersucht bei: Organtransplantierte, Menschen unter Immunsuppression wegen Autoimmunerkrankung

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • In einem Fallbericht aus Kanada erlitt ein 69-jähriger Nierentransplantierter unter Tacrolimus, Mycophenolat und Prednison zwei Wochen nach Beginn einer Ashwagandha-Einnahme eine akute Abstoßung, die zur Entfernung der Transplantatniere führte; der Tacrolimus-Spiegel lag im Zielbereich. Sriperumbuduri et al. 2020
  • Das BfR sieht Hinweise auf Wechselwirkungen von Ashwagandha mit Immunsuppressiva, Blutzucker- und Blutdrucksenkern und empfiehlt bei solchen Medikamenten ärztliche Rücksprache. BfR 2024
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Unsere Regeln
Unterzuckerung zusammen mit Blutzuckersenkernungeklärtkeine Studie zur gemeinsamen Einnahme; Blutzucker-Meta-Analyse 11 Studien, 667 Pers. (Farrin 2026); Behördenwarnung (BfR 2024)

Ergebnisse: Nüchternzucker −3,09 mg/dL (95 % KI −5,61 bis −0,58), HbA1c unverändert (−0,05 %; −0,47 bis 0,36), Belege sehr schwach (Farrin 2026); Unterzuckerungen nicht ausgewertet

Ob Ashwagandha zusammen mit Diabetes-Medikamenten zu Unterzuckerungen führt, ist ungeklärt, denn Studien dazu fehlen; das deutsche BfR warnt dennoch vor der Kombination. Ashwagandha allein senkt den Nüchternblutzucker in Placebo-Studien nur geringfügig, um etwa 3 mg/dL, und Fallberichte zur Kombination gibt es nicht. Das BfR nennt sie als mögliche Wechselwirkung und rät bei Diabetes-Medikamenten zur ärztlichen Rücksprache. 38

Was tun? Wer Insulin oder andere Blutzuckersenker nimmt, sollte zu Beginn einer Ashwagandha-Einnahme den Blutzucker häufiger messen und die Einnahme ärztlich absprechen.

Nicht untersucht bei: gemeinsame Einnahme mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen, Menschen mit Typ-1-Diabetes

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Das BfR nennt Wechselwirkungen mit Antidiabetika als möglich und empfiehlt bei deren Einnahme ärztliche Rücksprache. BfR 2024
  • Das RIVM führt nach einer Arzneimittel-Datenbank mögliche Wechselwirkungen von Ashwagandha mit Antidiabetika auf. RIVM 2024
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)
  • keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (BfR 2024)
Unsere Regeln
Autoimmunerkrankungen verschlechternnicht untersuchtnur Beobachtungsstudienkeine kontrollierte Studie mit Autoimmunkranken zu Schüben

Ergebnisse: Ashwagandha gehört zu 15 Pflanzen mit der stärksten Belegsammlung für immunanregende Wirkungen (Weiner 2025); bei Gesunden leichte Veränderungen von T-Zell-Markern (Vaidya 2026)

Ashwagandha regt in Labor-, Tier- und einigen Humanstudien das Immunsystem an. Daraus leiten Fachleute ab, dass es Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Multiple Sklerose oder Hashimoto-Thyreoiditis verschlimmern könnte. Das ist nicht untersucht: Menschen mit Autoimmunerkrankungen wurden nie gezielt auf Schübe hin beobachtet. Fehlende Daten sind hier keine Entwarnung. 4, 51

Was tun? Bei einer Autoimmunerkrankung sollte Ashwagandha nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt genommen werden.

Nicht untersucht bei: Lupus, Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Hashimoto-Thyreoiditis und andere Autoimmunerkrankungen, autoimmune Hauterkrankungen

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Das DTU nennt Wirkungen verschiedener Ashwagandha-Extrakte auf das Immunsystem in Versuchen an Mäusen und Ratten als einen Grund, warum keine sichere Aufnahmemenge festgelegt werden kann. DTU Fødevareinstituttet 2020
  • Das BfR sieht Hinweise, dass Ashwagandha-Präparate das Immunsystem beeinflussen können. BfR 2024
Warum diese Stufe? Keine placebokontrollierte Studie am Menschen. (keine placebokontrollierte Studie am Menschen)Unsere Regeln
Magen-Darm-Beschwerden auslösenharmlos4 Placebo-Studien, zusammen 1.286 Pers., keine Meta-Analyse; größte Studie 1.002 Pers. (Pakhale 2026); 1 kleine Studie mit mehr Beschwerden, ohne statistische Prüfung (Chengappa 2018)

Ergebnisse: Übelkeit 2,0 vs. 3,2 %, Durchfall 0,6 vs. 0,4 %, Erbrechen 0,4 vs. 0 % unter Placebo, Magen-Darm-Ereignisse zusammen 17 vs. 19 (Pakhale 2026); Verdauungsbeschwerden 10 vs. 17 % (Smith 2023); kein Unterschied auch bei Pakhale 2025 und Chandrasekhar 2012; bei Schizophrenie Oberbauchbeschwerden und weicher Stuhl häufiger als unter Placebo, ohne statistische Prüfung (Chengappa 2018)

Ob Ashwagandha Magen-Darm-Beschwerden auslöst, ist ungeklärt. In vier Placebo-Studien mit zusammen knapp 1.300 Teilnehmenden traten sie unter Ashwagandha nicht häufiger auf als unter dem Scheinpräparat; in der größten Studie war Übelkeit sogar etwas seltener, 2 statt 3 von 100. Eine kleine Studie mit Schizophrenie-Kranken, die 1.000 mg täglich nahmen, nannte Oberbauchbeschwerden und weichen Stuhl aber häufiger, und eine Meta-Analyse, die alle Studien zusammenfasst, fehlt. Treten Beschwerden auf, sind sie meist leicht und gehen vorüber; in Übersichten gelten sie als die häufigste Nebenwirkung. 46, 71, 11, 94, 15

Was tun? Bei Magenbeschwerden lohnt es sich, Ashwagandha zu einer Mahlzeit zu nehmen oder die Menge zu senken; bei anhaltendem Durchfall oder Erbrechen ist es ratsam, die Einnahme zu beenden.

Nicht untersucht bei: Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen (Reizdarm, Magengeschwür), Einnahme länger als 6 Monate

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Das BfR zählt Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu den berichteten Akutfolgen der Einnahme von Ashwagandha-Präparaten. BfR 2024
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Testosteronspiegel erhöhenLaboreffekt, kein SchadenTeilauswertung für Männer aus 23 Studien, 1.706 Pers. (Fornalik 2026, Studienzahl für Männer nicht frei verfügbar); 7 Studien, 488 Pers., Männer und Frauen gemischt (Zhu 2026)

Ergebnisse: Testosteron bei Männern +57 ng/dl, bei Frauen kein Effekt, Östradiol unverändert (Fornalik 2026); SMD 0,33 über Männer und Frauen (Zhu 2026); Anstiege in mehreren kleinen Studien (Wankhede 2015, Lopresti 2019, Vaidya 2026: +15,7 % bei älteren Männern über 6 Monate); nur freies Testosteron erhöht (Smith 2023); Werte im Normbereich (Coope 2026)

Ob Ashwagandha den Testosteronspiegel anhebt, ist ungeklärt. Eine Auswertung von Placebo-Studien fand bei Männern im Mittel einen leichten Anstieg, bei Frauen keinen, und mehrere kleine Studien melden höhere Werte; eine Studie sah nur beim freien Testosteron einen Unterschied, und viele Studien liefen mit Herstellerbeteiligung. Die Werte blieben im Normbereich, ein gesundheitlicher Schaden ist daraus nicht abzuleiten. Die französische Behörde ANSES rät Menschen mit Überschuss an männlichen Hormonen, etwa beim PCO-Syndrom, trotzdem ab, weil das nicht untersucht ist. 2, 51, 21, 64, 11

Was tun? Bei hormonabhängigen Erkrankungen (z. B. PCO-Syndrom, Prostatakrebs) empfiehlt sich Ashwagandha nur nach ärztlicher Rücksprache; bei Hormonuntersuchungen lohnt es sich, die Einnahme anzugeben.

Nicht untersucht bei: Frauen mit PCO-Syndrom oder Hyperandrogenismus, Männer mit Prostataerkrankung oder hormonabhängigen Tumoren, Jugendliche

Hinweise aus Fallberichten und Behörden (kein Beweis für einen Zusammenhang)
  • Die ANSES rät Menschen mit Hyperandrogenismus (Überschuss an männlichen Hormonen) wegen möglicher Wirkungen auf Sexualhormone von Ashwagandha-Präparaten ab. ANSES 2024
Warum diese Stufe? Einzelne, kleine oder widersprüchliche Studien. (einzelne oder widersprüchliche Studien)Unsere Regeln
Ashwagandha Nebenwirkungen: Wie sicher ist die Schlafbeere?Die Studien zeichnen ein harmloses Bild, die Fallberichte ein ernstes. Was über Magen, Müdigkeit, Psyche, Leber, Schilddrüse und Wechselwirkungen bekannt ist, und für wen die Schlafbeere nicht infrage kommt.
9 Min. →

Ashwagandha als Nahrungsergänzung: Welche Form, welche Menge?

Gesicherte Regeln für die Einnahme gibt es kaum, weil Vergleichsstudien fehlen. Die meisten Studien gaben einen standardisierten Extrakt aus der Wurzel über acht bis zwölf Wochen, und nur auf diese Form lassen sich die Ergebnisse weiter oben übertragen. Eine Einnahme über mehr als ein halbes Jahr hat keine Placebo-Studie begleitet.5122

Kapseln, Pulver oder Tee: Welche Form wurde untersucht?

Untersucht wurden fast ausschließlich standardisierte Wurzelextrakte, meist in Kapseln. Solche Extrakte sind auf einen bestimmten Gehalt an Withanoliden eingestellt, häufig auf fünf Prozent,64 und daneben gab es einige Studien mit Extrakten aus Wurzel und Blatt. Reines Wurzelpulver wurde dagegen nur selten geprüft und schnitt in einer Studie zu Erektionsstörungen nicht besser ab als Placebo.26 Zu Tee und Tropfen fand unsere Recherche keine Studien, und Präparate aus Blättern oder der ganzen Pflanze sind bei der Sicherheit kaum geprüft. Welche Ashwagandha-Kapseln sinnvoll sind, hängt deshalb vor allem daran, ob sie einem geprüften Extrakt entsprechen, und weniger an der Darreichungsform.

Ashwagandha-Kapseln, Pulver oder Tee: Welche Form ist besser?Kapseln, graues Wurzelpulver, Teebeutel und Fruchtgummis stehen im Regal nebeneinander. Geprüft wurde in Studien fast immer nur eine Sache: ein konzentrierter Extrakt aus der Wurzel.
8 Min. →

Wie viel Ashwagandha am Tag, und wann?

Eine sichere Tagesmenge hat keine Behörde festgelegt, in den Studien lagen die Mengen meist zwischen 250 und 600 mg Wurzelextrakt. Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Nach Einschätzung des BfR und der dänischen Risikobewertung lässt sich selbst für Gesunde keine Menge angeben, unterhalb derer kein Risiko besteht.4548

Für Stress schnitten in einer Auswertung 300 bis 600 mg am Tag am besten ab.7 Beim Schlaf zeigte sich ein Vorteil dagegen eher ab 600 mg und nach mindestens acht Wochen.18 Und die Uhrzeit? Ob morgens oder abends besser ist, hat keine Studie verglichen. Die Frage, wie viel Ashwagandha am Tag sinnvoll ist, lässt sich daher nur grob aus den Studien ableiten, und für eine Einnahme über viele Monate fehlen die Daten.

Ashwagandha Dosierung: Wie viel und wann einnehmen?Auf der einen Dose steht eine Tagesmenge, die fünfmal so hoch ist wie auf der nächsten. Was die Studien über Menge, Uhrzeit und Dauer hergeben, und wo sie schweigen.
8 Min. →

Unser Fazit

Bei anhaltendem Stress oder leichter Angst kann ein Versuch mit einem geprüften Wurzelextrakt einen kleinen Nutzen bringen, am besten nach ärztlicher Rücksprache. Eine Behandlung ersetzt er nicht. Bei Leber-, Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit und zusammen mit vielen Medikamenten ist Verzicht der sicherere Weg. Bei Warnzeichen an der Leber gilt: sofort absetzen.

Häufige Fragen

Was bewirkt Ashwagandha?

Ashwagandha soll vor allem bei Stress helfen. In Studien gaben gestresste Erwachsene mit der Wurzel weniger Stress und Angst an, und ihr Cortisolwert sank. Viele weitere Versprechen, von besserem Schlaf bis zu mehr Muskeln, sind bislang nicht sicher belegt.

Ist Ashwagandha gesund?

In Studien wurde es meist gut vertragen, Nebenwirkungen waren nicht häufiger als mit einem Scheinpräparat. Allerdings sind seltene Leberschäden beschrieben, und das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankungen ab.45

Welche Vorteile hat Ashwagandha?

Gut belegt sind ein niedrigerer Cortisolwert und weniger Beschwerden bei einer ärztlich festgestellten Angststörung, allerdings auf Grundlage vieler kleiner, oft vom Hersteller bezahlter Studien. Wahrscheinlich kommen weniger Angst und Stress im Alltag, ein leichter Anstieg des Testosterons bei Männern und kleine Vorteile beim Gedächtnis hinzu. Ob die Ausdauer steigt, ist unklar, weil die Studien dazu überwiegend von Herstellern bezahlt wurden.

Welche Wirkung hat Ashwagandha beim Mann?

Das Testosteron steigt wahrscheinlich ein wenig, bleibt aber im Normbereich. Ob Lust und Fruchtbarkeit davon profitieren, ist unklar, und bei Erektionsstörungen schnitt die Wurzel in Studien nicht besser ab als ein Scheinpräparat.

Ist Ashwagandha in Deutschland verboten?

Nein, ein Verbot wie in Dänemark gibt es in Deutschland nicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät aber zur Zurückhaltung. In Dänemark ist der Verkauf in Nahrungsergänzungsmitteln seit 2023 untersagt.1

Mehr zu Ashwagandha

So bewerten wir

Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.

StufeWann wir sie vergeben
gut belegtMindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität.
wahrscheinlichDie maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt.
unklarNur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich.
spricht dagegenDie maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo.
nicht untersuchtEs gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien.

Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.

Alle 139 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Fødevarestyrelsen 2023, Dänische LebensmittelbehördeEntscheidung der dänischen LebensmittelbehördeVerkauf von Ashwagandha in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln seit 2023 untersagtBehördenentscheidung
2Fornalik et al. 2026, Planta Med23 Placebo-RCTs, 1.706 Personen, HormonwerteCortisol SMD −1,18; Testosteron bei Männern +57,4 ng/dl, bei Frauen ohne gesicherten Effekt; T4 +0,61 µg/dl, TSH und T3 unverändert; möglicher Zusammenhang mit dem Withanolid-GehaltMeta-Analyse (maßgeblich)
3ANSES 2024, Agence nationale de sécurité sanitaireStellungnahme der französischen Lebensmittelbehörderät Menschen mit Leber- oder Schilddrüsenerkrankung, Schwangeren und Menschen unter dämpfenden Medikamenten ab; GABA-ähnliche Wirkung in Labor- und TierstudienBehördenbewertung
4Weiner et al. 2025, Lupus Sci Medsystematische Übersicht, 469 Studien zu immunanregenden PflanzenAshwagandha unter den 15 Pflanzen mit der stärksten Belegsammlung für immunanregende Wirkungen; keine Daten zu KrankheitsschübenSystematische Übersicht
5McKinney et al. 2026, Trials186 stark gestresste Erwachsene, 3 Arme, 60 TageStress-Fragebogen mit Ashwagandha stärker gesunken als mit Placebo; zwei Autoren beim Hersteller beschäftigtRCT (größte Einzelstudie zu Stress)
6Lopresti et al. 2026, Adv Ther60 gestresste Erwachsene, Extrakt 30 mg/Tag, 28 TageStress knapp stärker gesunken, im Per-Protokoll-Datensatz nicht signifikant; vom Hersteller finanziert, fünf Autoren dort angestelltRCT
7Akhgarjand et al. 2022, Phytother Res12 RCTs, 1.002 Erwachsene von 25 bis 48 Jahren (Angst und Stress)Stress SMD −1,75, Angst SMD −1,55 gegenüber Placebo; günstigste Dosis für Stress 300 bis 600 mg/Tag; Vertrauenswürdigkeit niedrigMeta-Analyse
8Arumugam et al. 2024, Explore (NY)9 RCTs, 558 PersonenStress-Fragebogen PSS −4,72 Punkte, Hamilton-Angstskala −2,19 Punkte, Cortisol −2,58 µg/dl gegenüber PlaceboMeta-Analyse
9Alsanie et al. 2026, Complement Ther Med22 RCTs, ErwachseneStress SMD −5,88, Angst SMD −6,87, Depression SMD −5,68; für standardisierte Werte ungewöhnlich große EffekteMeta-Analyse (maßgeblich, Werte fragwürdig)
10Albalawi 2025, Nutr Health7 RCTs zum Cortisol, 6 RCTs zum Stressempfinden, ab 250 mg/TagCortisol −1,16 µg/dl; Stress-Fragebogen PSS SMD −0,36 (−1,19 bis 0,47), nicht signifikantMeta-Analyse (Gegenbefund Stress)
11Smith et al. 2023, J Psychopharmacolübergewichtige 40- bis 75-Jährige mit Stress und Müdigkeit, Wurzelextrakt 400 mg/Tag, 12 WochenStress als Hauptzielgröße nicht stärker gesunken als mit Placebo (p = 0,867); vom Extrakt-Lieferanten finanziertRCT (Gegenbefund)
12Mahadevan et al. 2025, Adv Ther90 leicht bis mäßig gestresste Erwachsene, Wurzelextrakt 125 mg/Tag, 84 Tagekein Unterschied beim Cortisol im Serum gegenüber Placebo; zwei Autoren beim Hersteller angestelltRCT (Gegenbefund Cortisol)
13Lopresti et al. 2019, Am J Mens Health57 übergewichtige Männer von 40 bis 70 Jahren, Wurzel-Blatt-Extrakt, 8 Wochen, Crossoverkein Unterschied beim Cortisol im Speichel gegenüber Placebo; vom Hersteller finanziertRCT (Gegenbefund Cortisol)
14Della Porta et al. 2023, Nutrients9 Studien mit gestressten Personen, 30 bis 112 TageCortisol sinkt; keine Studie prüfte Nebennierenfunktion oder LangzeitfolgenSystematische Übersicht
15Marchi et al. 2025, BJPsych Open14 RCTs, 713 Personen mit psychischen Erkrankungen, meist Angststörungen; Median 600 mg/Tag, 8 WochenAngst SMD −1,62, nach Ausreißer-Korrektur −1,13, in Bayes-Analyse bestätigt; Depression SMD −1,28 in 5 Studien, in Bayes-Analyse nicht bestätigt; Nebenwirkungen und Abbrüche wie unter PlaceboMeta-Analyse (maßgeblich)
16Sarris et al. 2022, World J Biol PsychiatryLeitlinie von WFSBP und CANMAT, 31 Fachleute aus 15 LändernAshwagandha bei Angststörungen vorläufig empfohlen, möglichst begleitend zur regulären BehandlungLeitlinie
17Fuladi et al. 2021, Curr Rev Clin Exp Pharmacol40 Erwachsene mit generalisierter Angststörung unter Antidepressiva, Wurzelextrakt 1 g/Tag zusätzlich, 6 WochenHamilton-Angstskala −14 gegenüber −8 Punkten mit PlaceboRCT
18Cheah et al. 2021, PLoS One5 Placebo-RCTs, 400 ErwachseneSchlaf insgesamt SMD −0,59; stärker bei Insomnie, ab 600 mg/Tag und ab 8 Wochen; Wachheit beim Aufstehen besserMeta-Analyse
19Langade et al. 2019, Cureus60 Erwachsene mit Insomnie und Angst, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 10 WochenEinschlafzeit 29,0 gegenüber 33,9 Minuten, Schlafeffizienz 83,5 gegenüber 79,7 %; Extrakt vom Hersteller gestelltRCT
20Deshpande et al. 2020, Sleep Med150 gesunde Erwachsene mit nicht erholsamem Schlaf, Wurzel-Blatt-Extrakt 120 mg/Tag, 6 WochenSchlafqualität selbst eingeschätzt +72 % gegenüber +29 %; vom Hersteller gefördertRCT (größte Einzelstudie Schlaf)
21Zhu et al. 2026, Front Pharmacol20 RCTs, 1.249 Erwachsene (Kognition, Kraft, Testosteron, Gewicht)Testosteron SMD 0,33 (7 Studien); Gedächtnis SMD 0,52; Aufmerksamkeit SMD 0,29; exekutive Funktion SMD −0,42; kein Effekt auf Körpergewicht und KörperfettMeta-Analyse (maßgeblich)
22Coope et al. 2026, Pharmaceuticals (Basel)systematische Übersicht, 23 RCTs, 2.317 gesunde Erwachsene, Wurzelextrakt bis 180 TageLeber-, Nieren-, Blut- und Hormonwerte im Normbereich, keine schweren Nebenwirkungen; nicht zusammengerechnet; Daten über 180 Tage fehlenSystematischer Review
23Khanna et al. 2026, Front Reprod Health76 gesunde Männer von 30 bis 50 Jahren, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenTestosteron +80,9 ng/dl, nicht signifikant; Lust und sexuelle Zufriedenheit stärker verbessert als mit PlaceboRCT
24Thanawala et al. 2026, Front Nutr83 sportlich aktive Männer und Frauen, Wurzelextrakt 300 mg/Tag, 90 TageTestosteron bei Männern ähnlich verändert wie mit Placebo; vom Hersteller finanziertRCT (Gegenbefund)
25Mutha et al. 2025, J Ayurveda Integr Med100 gesunde Männer von 30 bis 50 Jahren, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenLust und Orgasmus besser als mit Placebo, Erektionsbereich nicht; Extrakt vom HerstellerRCT
26Mamidi und Thakar 2011, Ayu86 Männer mit seelisch bedingter Erektionsstörung, Wurzelpulver gegen Weizenmehl-Placebo, 60 TageErektionsfragebogen +12,6 % mit Ashwagandha, +19,1 % mit Placebo; kein UnterschiedRCT (Gegenbefund)
27Ambiye et al. 2013, Evid Based Complement Alternat Med46 Männer mit zu wenigen Spermien, Wurzelextrakt 675 mg/Tag, 90 TageSpermienzahl von 9,6 auf 25,6 Mio./ml, Beweglichkeit von 18,6 auf 29,2 %; unter Placebo kaum VeränderungRCT
28Gopal et al. 2021, J Obstet Gynaecol Res100 Frauen in der Perimenopause, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenWechseljahresbeschwerden stärker gebessert als mit Placebo; Testosteron unverändertRCT
29Obhrai et al. 2026, Menopause66 Frauen nach der Menopause, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 12 WochenMenopause Rating Scale −8,1 gegenüber −1,2 Punkten mit PlaceboRCT
30Ajgaonkar et al. 2022, Cureus80 Frauen von 18 bis 50 Jahren mit verminderter Lust, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenFSFI 14,2 auf 22,6 gegenüber 14,2 auf 19,3 mit PlaceboRCT
31Namysł et al. 2026, CureusÜbersichtsarbeit zu Ashwagandha bei PCOS und prämenstruellem SyndromEvidenz überwiegend aus Tiermodellen; kontrollierte Studien am Menschen fehlenÜbersichtsarbeit
32Choudhary et al. 2017, J Diet Suppl50 Erwachsene mit leichter kognitiver Störung, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 WochenGedächtnis, Aufmerksamkeit und Verarbeitungstempo besser als mit PlaceboRCT
33Li et al. 2026, Nutrients13 RCTs, 599 Personen, vor allem junge Erwachsene und Sportleraerobe Ausdauer g 0,54; Kraft g 0,48, nicht signifikant; Autoren ohne InteressenkonflikteMeta-Analyse
34Pérez-Gómez et al. 2020, Nutrients4 gepoolte RCTs, 142 PersonenVO2max +3,00 ml/kg/min, hohe Heterogenität; Autoren ohne InteressenkonflikteMeta-Analyse
35Bonilla et al. 2021, J Funct Morphol Kinesiol13 Studien zu Kraft, Ausdauer und Erholung, Bayes-AnalyseAshwagandha wirksamer als Placebo; ein Autor arbeitet für einen Ashwagandha-VertreiberMeta-Analyse
36Lee & Heo 2026, Nutrients3 gepoolte Krafttrainings-RCTs, 161 gesunde Erwachsene, alle vom Hersteller finanziert oder beliefertBeinkraft SMD 0,52, nach strengerer Korrektur nicht signifikant; Körperfett ohne gesicherten EffektMeta-Analyse
37Ziegenfuss et al. 2018, Nutrients38 freizeitaktive Männer, Wurzel-Blatt-Extrakt 500 mg/Tag, 12 Wochen KrafttrainingMagermasse per DEXA ohne Unterschied zu Placebo; vom Extrakthersteller finanziertRCT
38Farrin et al. 2026, Diabetes Res Clin Pract11 Placebo-RCTs, 667 PersonenNüchternblutzucker −3,09 mg/dl; HbA1c −0,05 %, nicht signifikant; Vertrauenswürdigkeit sehr niedrigMeta-Analyse
39Pattojoshi et al. 2026, Stress60 Menschen mit Stress, Angst und Bluthochdruck, 300 mg Extrakt zweimal täglich, 60 TageBlutdruck nur günstiger Trend, Werte im Abstract nicht beziffertRCT
40Verma et al. 2021, Complement Ther Med80 Gesunde, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 WochenBlutdruck, Leberwerte, Blutbild, Nieren- und Schilddrüsenwerte unverändertRCT (Sicherheitsstudie)
41Choudhary et al. 2017, J Evid Based Complementary Altern Med52 Erwachsene unter chronischem Stress, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenGewicht, Heißhunger und Cortisol laut Autoren stärker verbessert als mit PlaceboRCT
42Pakhale et al. 2025, J Med Life100 Erwachsene, 91 ausgewertet, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 24 WochenGewicht −8,46 gegenüber −2,41 kg mit Placebo; Extrakt vom Hersteller gestelltRCT
43Ballesteros-Torres et al. 2025, Nutr Metab (Lond)43 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, 500 mg/Tag, 40 Tage, mit DiätplanGewicht, BMI und Taillenumfang ohne signifikante ÄnderungRCT (Gegenbefund)
44McIntyre et al. 2026, CureusÜbersicht über 13 Veröffentlichungen mit 25 Fällenmeist Gallestau mit Gelbsucht und Juckreiz nach Wochen; meist Erholung, 1 Lebertransplantation, 3 Todesfälle bei vorbestehender ZirrhoseÜbersicht über Fallberichte
45BfR 2024, Bundesinstitut für Risikobewertung, Mitteilung 039/2024Risikobewertung des Bundesinstituts für Risikobewertungrät Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Lebererkrankung ab, allen anderen zur Zurückhaltung; keine unbedenkliche Aufnahmemenge ableitbarBehördenbewertung
46Pakhale et al. 2026, Phytother Res1 RCT, 1.002 Erwachsene mit Stress und Angst, 600 mg Wurzelextrakt/Tag, 8 Wochen; vom Extrakt-Hersteller unterstütztBetroffene mit Nebenwirkungen 5,2 gegenüber 7,8 % unter Placebo; kein Leberschaden, Leberwerte unverändertRCT (größte Studie)
47Tandon & Yadav 2020, J EthnopharmacolÜbersicht über 30 Humanstudien mit Wurzelzubereitungenkeine schweren Nebenwirkungen; am häufigsten Schläfrigkeit, Oberbauchbeschwerden und weicher Stuhl, leicht und meist vorübergehendÜbersicht
48DTU Fødevareinstituttet 2020, Technical University of DenmarkRisikobewertung des dänischen Lebensmittelinstitutsmögliche Wirkungen auf Sexualhormone, Fortpflanzung, Schilddrüse und Immunsystem; keine sichere Aufnahmemenge festlegbar; überlieferte Verwendung als AbtreibungsmittelBehördenbewertung
49RIVM 2024, Rijksinstituut voor Volksgezondheid en MilieuRisikobewertung des niederländischen Gesundheitsinstitutsempfindliche Menschen können Leberschäden erleiden, wer empfindlich ist, ist unbekannt; Tierstudien erst ab dem 5. Trächtigkeitstag; rät vorsorglich von Ashwagandha-Präparaten abBehördenbewertung
50HoA Working Group Food Supplements 2024, Heads of European Food Safety AgenciesArbeitsgruppe der Leiter der europäischen LebensmittelbehördenAshwagandha unter 13 vorrangig zu prüfenden Stoffen in NahrungsergänzungsmittelnBehördenbericht
51Vaidya et al. 2026, Food Sci Nutr1 RCT, 40 gesunde Erwachsene von 50 bis 70 Jahren, 400 mg Wurzelextrakt/Tag, 180 TageLeber-, Nieren- und Blutfettwerte im NormbereichRCT (6 Monate)
52Björnsson et al. 2020, Liver IntFallserie aus Island und dem US-Netzwerk DILIN, 5 PersonenGelbsucht mit Gallestau 2 bis 12 Wochen nach Beginn, Juckreiz und erhöhtes Bilirubin 5 bis 20 Wochen, kein LeberversagenFallserie
53Suryawanshi et al. 2023, Am J TherFallbericht, 41-jährige Frau aus den USAakutes Leberversagen nach Ashwagandha, LebertransplantationFallbericht
54Philips et al. 2023, Hepatol CommunFallserie aus mehreren indischen Zentren, 8 Personen5 mit vorbestehender Lebererkrankung, 3 davon gestorben; Präparate ohne VerunreinigungenFallserie
55LiverTox 2024, LiverTox (NIDDK)Leberschaden-Datenbank der US-Gesundheitsbehörde NIHin Therapiestudien keine Leberwert-Anstiege, aber Fälle klinisch sichtbarer Leberschäden beschriebenReferenzdatenbank
56Tallon et al. 2026, Phytother Ressystematische und ethnobotanische Übersicht zu fruchtschädigender und abtreibender WirkungBelege für eine bedeutsame abtreibende Wirkung nicht schlüssig; historische Angaben teils ungeprüft übernommen; Studien zu Fruchtbarkeit und Entwicklung gefordertSystematische Übersicht
57Ajgaonkar et al. 2026, Front Glob Womens Healthoffene randomisierte Studie ohne Placebo, 70 Schwangere im 2. Drittel, 600 mg Wurzelextrakt plus Eisen gegen Eisen allein, 12 Wochenkeine Nebenwirkungen; Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte unverändert; Ausgang der Schwangerschaften nicht berichtetKontrollierte Studie ohne Placebo
58Sharma et al. 2018, J Altern Complement Med50 Erwachsene mit leichter Schilddrüsenunterfunktion, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 WochenTSH gesenkt, T3 und T4 erhöht gegenüber PlaceboRCT
59van der Hooft et al. 2005, Ned Tijdschr GeneeskdFallbericht, 32-jährige Frau aus den NiederlandenSchilddrüsenüberfunktion nach Dosissteigerung, nach Absetzen abgeklungenFallbericht
60Kamal et al. 2022, CureusFallbericht, 73-jährige Frau aus den USASchilddrüsenhormon durch Ashwagandha ersetzt, nach zwei Jahren Überfunktion mit HerzrasenFallbericht
61Sriperumbuduri et al. 2020, Kidney Int RepFallbericht, 69-jähriger Nierentransplantierter aus Kanadaakute Abstoßung zwei Wochen nach Beginn der Einnahme, Transplantatniere entfernt; Medikamentenspiegel im ZielbereichFallbericht
62Patel et al. 2024, Br J Hosp MedFallbericht, 37-jährige Frau aus GroßbritannienNebennierenschwäche mit stark erniedrigtem NatriumFallbericht
63Javid et al. 2026, Endocrinol Diabetes Metab Case RepFallbericht, 55-jährige Frau nach über einem Jahr EinnahmeNebennierenschwäche, drei Monate nach Absetzen weiter Hormonersatz nötigFallbericht
64Wankhede et al. 2015, J Int Soc Sports Nutr57 junge Männer mit Krafttraining, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich mit 5 % Withanoliden, 8 WochenTestosteron und Kraft stärker gestiegen als mit Placebo; Extrakt vom HerstellerRCT
65Natarajan et al. 2023, J Am Soc Nephrol (Kongress-Abstract)1 Frau, Überdosierung über eine Wocheschwerer Leberschaden mit akuter Schädigung der Nierenkanälchen, zwei Wochen Dialyse, danach normale NierenfunktionFallbericht (Kongress-Abstract)
66Carpin et al. 2025, J Am Soc Nephrol (Kongress-Abstract)1 Mann, vier Monate Ashwagandha, dazu regelmäßig AlkoholLeberschaden mit Ablagerung von Galle in den Nierenkanälchen, nach 50 Tagen weiter Dialyse; Autoren sehen die Niere als Folgeschaden der LeberFallbericht (Kongress-Abstract)
67West et al. 2026, J Med Life1 RCT, 141 gesunde Erwachsene mit Stress, drei Gruppen mit PlaceboNierenwerte ohne Unterschied zwischen den GruppenRCT
68Remenapp et al. 2022, J Ayurveda Integr Med60 gestresste Erwachsene, Extrakt aus Wurzel und Blatt 225 oder 400 mg/Tag, 30 TageStress, Angst und Depression in allen Gruppen gesunken, kein Unterschied zwischen den Gruppen; vom Hersteller des Extrakts finanziert (Volltext)RCT (Gegenbefund)
69Lopresti et al. 2019, Medicine (Baltimore)60 gestresste Erwachsene, Extrakt aus Wurzel und Blatt 240 mg/Tag, 60 TageAngst (HAM-A) signifikant gesenkt (p = 0,040), Depressions-Angst-Stress-Skala nur knapp nicht signifikant (p = 0,096); vom Hersteller finanziert (Volltext)RCT
70Salve et al. 2019, Cureus60 gestresste Erwachsene, Wurzelextrakt 250 oder 600 mg/Tag, 8 WochenPSS signifikant gesenkt mit 250 mg (p < 0,05) und 600 mg (p < 0,001); Extrakt vom Hersteller gestellt (Volltext)RCT
71Chandrasekhar et al. 2012, Indian J Psychol Med64 Erwachsene mit chronischem Stress, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 60 TageCortisol im Serum deutlich stärker gesunken als mit Placebo (p = 0,0006); Extrakt vom Hersteller gestellt (Volltext)RCT
72Majeed et al. 2023, Medicine (Baltimore)54 Erwachsene mit leichter bis mäßiger Belastung, Wurzelextrakt 500 mg mit Piperin, 60 TageStress- und Angstfragebogen (GAD-7) signifikant besser als mit Placebo; drei Autoren beim Hersteller angestelltRCT
73Zhang et al. 2022, Pharmacol Res29 RCTs zu 12 Heilpflanzen bei diagnostizierter oder unterschwelliger AngstAshwagandha Hamilton-Angstskala MD −4,90 (95 % KrI −9,70 bis −0,17); Studien sehr kleinNetzwerk-Meta-Analyse
74Fatima et al. 2024, Hum Psychopharmacol5 Placebo-RCTs, 254 Personen mit Angst und/oder SchlafstörungHamilton-Angstskala MD −5,96 (95 % KI −10,34 bis −1,59; I² 98 %)Meta-Analyse
75Mishra et al. 2024, Heliyon60 Erwachsene mit generalisierter Angststörung und hohem Cortisol, Wurzel-Blatt-Extrakt 60 oder 120 mg/Tag, 60 TageHamilton-Angstskala −59 % vs. +0,8 % mit Placebo (p < 0,0001); Extrakt und Placebo vom Hersteller gestellt, laut Autoren keine Fördermittel (Volltext)RCT
76Andrade et al. 2000, Indian J Psychiatry39 Personen mit Angststörung (ICD-10), ethanolischer Extrakt, 6 Wochennach 6 Wochen mehr Ansprecher (88 % vs. 50 %); zuvor nur statistische Trends; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT
77Majeed et al. 2024, J Integr Complement Med70 Erwachsene mit leichter bis mäßiger Depression und Angst, Wurzelextrakt 500 mg mit Piperin, 90 TageHamilton-Depressionsskala signifikant stärker verbessert als mit Placebo (p < 0,001); Erstautor-Einrichtung ist der Hersteller (PubMed-Affiliation)RCT
78Gannon et al. 2019, Ann Clin Psychiatry66 Menschen mit Schizophrenie, Extrakt 1.000 mg/Tag zusätzlich, 12 Wochen; ZweitauswertungDepressions-Einzelfrage d = 0,68 (95 % KI 0,16 bis 1,21) zugunsten Ashwagandha; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (Zweitauswertung)
79Movva et al. 2026, Clocks Sleep200 Erwachsene, 4 Arme (Wurzelextrakt 600 mg/Tag, Melatonin 3 mg, Kombination, Placebo), 8 WochenEinschlafzeit per Sensor mit Ashwagandha allein mäßig verbessert, ähnlich wie mit Melatonin, am stärksten mit der Kombination; Extrakt vom Hersteller gestellt, keine Fördermittel (Volltext)RCT
80Pérez-Piñero et al. 2024, Clocks Sleep52 Erwachsene mit Schlafproblemen, Milch mit 250 oder 600 mg Extrakt, 90 TageSchlafqualität auf der Analogskala besser als Kontrolle (p = 0,014), PSQI-Unterschiede zwischen den Gruppen nicht signifikant; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (gemischter Befund)
81O'Connor et al. 2022, J Med Food60 gesunde Studierende, Wurzelextrakt 700 mg/Tag, 30 Tageerholsamer Schlaf am Ende besser als mit Placebo (P < 0,05), Gesamtanalyse Zeit × Gruppe nicht signifikant; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT
82Langade et al. 2021, J Ethnopharmacol80 Erwachsene, davon 40 mit Insomnie, Wurzelextrakt, 8 Wochenbei Insomnie Einschlafzeit (p = 0,013), Angst, Wachheit beim Aufstehen und Schlafqualität besser als mit Placebo; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT
83Ng et al. 2020, Phytother Res5 Studien bei Älteren mit leichter kognitiver Störung, Schizophrenie oder bipolarer Störungfrühe Hinweise auf bessere Leistung in kognitiven Aufgaben; Studiengruppen sehr verschiedenSystematische Übersicht
84Gopukumar et al. 2021, Evid Based Complement Alternat Med130 gestresste, kognitiv gesunde Erwachsene, Wurzelextrakt 300 mg/Tag mit verzögerter Freisetzung, 90 TageErinnerung an Muster besser als mit Placebo (Gedächtniswert 12,9 vs. 10,1; Fehler 17,5 vs. 27,7); Mitautoren beim Hersteller angestelltRCT (größte Einzelstudie)
85Kale et al. 2026, J Psychoactive Drugs120 Erwachsene von 30 bis 75 Jahren mit Konzentrations- und Energieproblemen, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 Wochenepisodisches und Arbeitsgedächtnis stärker verbessert als mit Placebo (p < 0,05); vom Hersteller gefördert (PubMed-Grant)RCT
86Leonard et al. 2024, Nutrients59 gesunde junge Erwachsene, liposomaler Wurzel-Blatt-Extrakt 225 mg/Tag, einmalig und 30 Tageeinige Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests besser, mehrere Unterschiede zwischen den Gruppen; vom Hersteller finanziert (PubMed-Grant)RCT
87Chengappa et al. 2013, J Clin Psychiatry60 Menschen mit bipolarer Störung in stabiler Phase, Extrakt 500 mg/Tag zusätzlich, 8 WochenArbeitsgedächtnis (Zahlen rückwärts) besser, d = 0,51; alle übrigen Tests ohne Unterschied; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (überwiegend ohne Effekt)
88Rai et al. 2025, J Psychopharmacol40 Erwachsene mit leichter kognitiver Störung, Extrakt 250 mg/Tag, 60 Tage, PilotstudieMoCA, MMSE und Wechsler-Gedächtnis besser als mit Placebo; laut Autoren keine Interessenkonflikte, Geldgeber nicht genanntRCT (Pilotstudie)
89Pingali et al. 2014, Pharmacognosy Res20 gesunde Männer, Wurzel-Blatt-Extrakt 1.000 mg/Tag, je 14 Tage, CrossoverReaktionszeiten in fünf Tests besser als mit Placebo, Fingerklopf-Test unverändert; Prüfpräparat vom Hersteller gestellt (Volltext)RCT
90Xing et al. 2022, Int J Environ Res Public Health13 gesunde Erwachsene, Einmalgabe 400 mg Wurzel-Blatt-Extrakt, CrossoverDaueraufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis über 6 Stunden besser gehalten, Genauigkeit nicht; Autoren mit Industriehonoraren, Geldgeber im Abstract nicht genanntRCT (Einmalgabe)
91Gannon et al. 2014, J Ayurveda Integr MedSicherheitsauswertung derselben Studie, 10 von 60 Teilnehmenden mit auffälligen Schilddrüsenwertenalle 3 Behandelten mit Auffälligkeiten hatten steigende T4-Werte (+7 bis +24 %); Hinweis auf mögliche SchilddrüsenwirkungRCT (Sicherheitsauswertung)
92Saxena et al. 2026, Front Nutr85 Kinder von 6 bis 12 Jahren, 73 bis zum Ende, Wurzelextrakt 300 mg/Tag, 8 WochenVerarbeitungsgeschwindigkeit, Wortabruf, Stroop, Corsi und Wahlreaktion besser als mit Placebo; von einem Pharmaunternehmen gesponsert, Extrakt vom Hersteller (Volltext)RCT (maßgeblich)
93Ferreira et al. 2026, Nutr Health31 Handballspieler, Wurzelextrakt 600 mg/Tag, 8 TageMuskelkater, Müdigkeit und Erholung ohne nennenswerten Unterschied zu Placebo; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (Gegenbefund)
94Chengappa et al. 2018, J Clin Psychiatry66 Menschen mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung bei Verschlechterung, Extrakt 1.000 mg/Tag zusätzlich, 12 WochenPANSS gesamt, negativ und allgemein besser (d 0,83, 0,83, 0,76), positiv nicht; Stress d = 0,58; mehr Schläfrigkeit und Magenbeschwerden; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (maßgeblich)
95Marder et al. 2026, J Clin Psychopharmacol47 Menschen mit Schizophrenie nach kürzlicher Verschlechterung, Extrakt zusätzlich, 12 Wochenkeine stärkere Besserung in PANSS, CGI oder Stress als mit Placebo, keine Wirkung auf Entzündungswerte; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (Gegenbefund)
96Fornaro et al. 2025, Mol PsychiatryNetzwerk-Meta-Analyse, 50 Studien, 2.384 Personen, 22 Nahrungsergänzungen und PflanzenstoffeAshwagandha in der akuten Phase nur in der Auswertung mit geringem Verzerrungsrisiko besser als Placebo, SMD −0,71 (95 % KI −1,21 bis −0,22); Evidenzqualität niedrig bis sehr niedrigNetzwerk-Meta-Analyse
97Jahanbakhsh et al. 2016, Complement Ther Med30 Erwachsene mit Zwangsstörung unter SSRI, Wurzelextrakt 120 mg/Tag zusätzlich, 6 WochenY-BOCS −8 (−23 bis 0) vs. −2 (−4 bis 0) mit Placebo (p < 0,001); von der Universität gefördert (PubMed-Grant)RCT (maßgeblich)
98Ayati et al. 2020, Phytother Ressystematische Übersicht zu Heilpflanzen bei Zwangsstörungfür Ashwagandha nur vorläufige Evidenz geringer QualitätSystematische Übersicht
99Naik et al. 2026, J Med Life58 Kinder und Jugendliche mit leichter ADHS, Wurzelextrakt 300 mg/Tag, 56 TageADHS-RS-IV gesamt und beide Unterskalen besser als mit Placebo (p < 0,001), ebenso exekutive Funktionen, Schlaf und Angst; Extrakt vom Hersteller als Geschenk gestellt (Volltext)RCT (maßgeblich)
100Katz et al. 2010, J Atten Disord120 Kinder mit neu diagnostizierter ADHS, Kräutermischung, 4 Monate; in der Placebogruppe brachen 52 % abAufmerksamkeitstest TOVA besser als mit Placebo; Mischpräparat, Zusammensetzung im Abstract nicht genannt, sagt nichts über Ashwagandha alleinRCT (Mischpräparat)
101Alyami 2026, J Vis Expsystematische Übersicht, 14 Studien zu Ashwagandha, Suche bis 31.08.2026keine RCTs zu Burnout oder posttraumatischer Belastungsstörung; Evidenz nur präklinischSystematische Übersicht
102Morgado et al. 2024, Int J Impot Ressystematische Übersicht zu 27 sogenannten Testosteron-Boostern in 52 Studien, darunter 3 zu Withania somnifera; ohne ZusammenrechnungWithania somnifera bei gesunden Männern als „möglicherweise wirksam“ eingestuft; die meisten Booster erhöhen Testosteron nichtSystematische Übersicht
103Chauhan et al. 2022, Health Sci Rep50 Männer mit geringer Lust, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 WochenSerum-Testosteron signifikant stärker gestiegen als mit Placebo (p < 0,0001); Mitautoren erhielten Honorare eines Pharmaunternehmens, Extrakt und Placebo laut Volltext vom HerstellerRCT
104Durg et al. 2018, Phytomedicine4 Studien (5 Veröffentlichungen) an unfruchtbaren Männern, davon nur 1 RCT; Meta-Analyse nur der Beobachtungsstudiengegenüber Ausgangswert Spermienkonzentration +13,57 Mio/ml, Beweglichkeit +8,5 %, Ejakulatmenge +0,28 ml; Autoren: Daten zu begrenzt für belastbare AussagenMeta-Analyse ohne Kontrollgruppe
105Nasimi Doost Azgomi et al. 2018, Andrologia100 Männer mit ungeklärter Unfruchtbarkeit, Wurzelpulver 5 g/Tag gegen das Arzneimittel Pentoxifyllin, 90 Tage, ohne PlaceboSpermienzahl +12,5 %, progressive Beweglichkeit +21,4 % gegenüber Ausgangswert; kein Unterschied zu PentoxifyllinRCT gegen Arzneimittel, ohne Placebo
106Ahmad et al. 2010, Fertil Steril75 unfruchtbare Männer, Wurzelpulver, verglichen mit 75 gesunden fruchtbaren Männern ohne BehandlungSpermienzahl und Beweglichkeit verbessert, Testosteron und LH gestiegen, FSH und Prolaktin gesunken (vorher-nachher)Studie ohne Placebo
107Dongre et al. 2015, Biomed Res Int50 gesunde Frauen mit sexueller Funktionsstörung, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 8 Wochen, PilotstudieFSFI gesamt, Erregung, Feuchtigkeit (je p < 0,001), Orgasmus (p = 0,004), Zufriedenheit und erfolgreiche Begegnungen stärker verbessert als mit Placebo; Hersteller stellte laut Volltext den Extrakt und trug einen Teil der KostenRCT
108Vani et al. 2026, Front Reprod Health60 Frauen von 45 bis 55 Jahren mit Wechseljahresbeschwerden, Wurzelextrakt 300 mg zweimal täglich, 56 TageMRS gesamt und alle Bereiche stärker gesunken (p < 0,0001); weniger Hitzewallungen, Östradiol und Progesteron höher, FSH und LH niedriger (p < 0,001); keine Finanzierung, Extrakt laut Volltext vom HerstellerRCT
109Pingali et al. 2025, J Menopausal Med127 Frauen nach der Menopause in sechs Gruppen (Volltext), davon zwei mit wässrigem Wurzel-Blatt-Extrakt 250 oder 500 mg/Tag, 24 WochenMENQOL dosisabhängig stärker gesunken als mit Placebo (p < 0,0001); laut Volltext vom Extrakt-Hersteller finanziertRCT (mehrarmig)
110Verma et al. 2023, F1000Res80 aktive Frauen und Männer, 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich, 8 Wochen KrafttrainingBankdrücken und Beinpresse bei beiden Geschlechtern stärker verbessert als unter Placebo; Extrakt vom Hersteller gestellt (laut Volltext)RCT
111Charmas et al. 2025, Nutrients38 junge gesunde Männer, 600 mg Wurzelextrakt/Tag, 8 Wochen IntervalltrainingKörperzusammensetzung per Bioimpedanz ohne Unterschied zu Placebo; universitär finanziertRCT (Gegenbefund)
112Raut et al. 2024, Cureusgesunde Freiwillige, 250 mg Extrakt 2× täglich, 60 TageSkelettmuskelmasse per Bioimpedanz nur als Trend; Präparat vom Hersteller geliefertRCT
113Shenoy et al. 2012, J Ayurveda Integr Med40 Elite-Radfahrer, 500 mg wässriger Wurzelextrakt 2× täglich, 8 WochenVO2max und Zeit bis zur Erschöpfung nur in der Ashwagandha-Gruppe verbessert; Kapseln von einem staatlichen Ayurveda-Institut und einem Hersteller bezuschusst und bereitgestellt (laut Volltext)RCT
114Gierczuk et al. 2025, J Strength Cond ResNationalmannschafts-Ringer, 600 mg Extrakt/Tag, 8 Wochen Vorbereitungsphasespezielle Ausdauer und Reaktionszeit verbesserten sich in beiden Gruppen gleich; kein Zusatznutzen; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (Gegenbefund)
115Coope et al. 2025, Eur J Sport Sci30 Profifußballerinnen, 600 mg Wurzelextrakt/Tag, 28 Tagesubjektive Erholung (TQR) und Schlafqualität besser als unter Placebo; Extrakt von einem Supplement-Anbieter gestellt (laut Volltext)RCT
116Coope et al. 2026, Nutrients56 Teamsportler (28 Frauen, 28 Männer), 600 mg Wurzelextrakt/Tag, 42 Tage Saisonvorbereitungbei Frauen Muskelkater und Ermüdung im Verlauf gebessert, bei Männern nicht; Analyse nach Gruppen getrennt; Extrakt vom Hersteller gestellt, zwei Autoren mit Honoraren der Supplement-IndustrieRCT (Teilbefund)
117Tiwari et al. 2021, J Ethnopharmacol50 sportliche Erwachsene, 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich, 8 WochenErholungswert TQR und Erschöpfungsskalen besser als unter Placebo; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT
118Honnutagi et al. 2026, Phytother Res50 gesunde Menschen von 60 bis 85 Jahren, 300 mg Wurzelextrakt 2× täglich, 8 WochenLebensqualität und Senior-Fitness-Test-Teilwerte stärker verbessert als unter Placebo; Auftragsforschungsinstitut vom Extrakthersteller unterstützt, Prüfpräparat vom GeldgeberRCT (herstellerunterstützt)
119Durg et al. 2020, Phytother Res5 klinische Studien sowie Tier- und Zellstudien bei Diabetesdeutliche Effekte nur in Tierversuchen; die klinischen Daten reichen laut Autoren nicht für belastbare AussagenSystematische Übersicht
120Andallu & Radhika 2000, Indian J Exp Biol6 Personen mit leichtem Typ-2-Diabetes, Wurzelpulver, 30 Tage, ohne KontrollgruppeBlutzucker sank vergleichbar mit einem oralen Diabetesmittel; keine Placebo-Gruppe; Finanzierung nicht angegebenUnkontrollierte Studie
121Liu et al. 2026, J PsychopharmacolNetzwerk-Meta-Analyse, 102 RCTs, 7.278 Menschen mit Schizophrenie, viele WirkstoffeWithania somnifera unter den Mitteln mit verbessertem Fettprofil; Datenlage für Nahrungsergänzungen laut Autoren begrenzt und heterogenNetzwerk-Meta-Analyse (Sondergruppe)
122Sandhu et al. 2010, Int J Ayurveda Resgesunde junge Erwachsene, Ashwagandha bzw. Arjuna gegen Placebo; Vergleich Ashwagandha gegen Placebo mit 20 Pers.Blutdruck nur im Arjuna-Arm gesunken, nicht unter Ashwagandha alleinRCT (Gesunde)
123Gómez Afonso et al. 2023, Curr Nutr Rep10 Studien mit gesunden Erwachsenen, kontrolliert oder Vorher-Nachherüberwiegend weniger oxidativer Stress und Entzündung berichtet, ohne gepoolte Effektgröße; keine InteressenkonflikteSystematische Übersicht
124Ramakanth et al. 2016, J Ayurveda Integr Med60 Personen mit Knieschmerzen, 125 mg oder 250 mg wässriger Wurzel-Blatt-Extrakt 2× täglich, 12 WochenWOMAC, Knieschwellung und Schmerz-VAS signifikant stärker gesenkt als unter Placebo; Prüfpräparate und Placebo vom Extrakthersteller geliefert (laut Volltext)RCT (maßgeblich)
125Yan et al. 2025, Front PharmacolNetzwerk-Meta-Analyse, 36 RCTs, 3.285 Personen mit Kniearthrose, verschiedene PflanzenextrakteAshwagandha-Extrakt bei Steifigkeit MD 4,16 (2,43 bis 5,90) gegenüber Placebo; Zahl der Ashwagandha-Studien im Abstract nicht genannt; keine InteressenkonflikteNetzwerk-Meta-Analyse
126Chopra et al. 2004, J Clin Rheumatol90 Personen mit Kniearthrose, Mischpräparat mit Ashwagandha, Weihrauch, Ingwer und Kurkuma, 32 WochenSchmerz und WOMAC stärker verbessert als unter Placebo; Wirkung nicht Ashwagandha allein zuzuordnen; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT (Kombination)
127Kumar et al. 2015, Indian J Med Res86 Personen mit rheumatoider Arthritis, 78 ausgewertet, 3 Wochen Ashwagandha-Pulver, danach 4 Wochen Sidh Makardhwaj, ohne KontrollgruppeACR20 bei 56,4 %; erhöhte Quecksilberwerte im Urin; staatlich finanziert (CCRAS, laut Volltext)Unkontrollierte Pilotstudie
128Ansari et al. 2024, J Ethnopharmacol70 Personen mit rheumatoider Arthritis, Unani-Mischung mit Ingwer, Herbstzeitlose, Pfeffer und Ashwagandha vs. Celecoxib, 4 Wochenkein Unterschied zu Celecoxib bei DAS28-Ansprechen und Schmerz; kein Placebo, Kombinationspräparat; keine InteressenkonflikteRCT (Kombination, aktive Kontrolle)
129Tharakan et al. 2021, J Clin Medgesunde Erwachsene, 60 mg Extrakt/Tag, 30 Tage verblindet plus 30 Tage offene VerlängerungIgA, IgM, IgG, IFN-γ, IL-4 sowie T-, B- und NK-Zellen gestiegen, unter Placebo nicht; Extrakt und Placebo vom Hersteller geschenkt (laut Volltext)RCT (maßgeblich)
130Mikolai et al. 2009, J Altern Complement Med5 Personen, 6 ml Wurzelextrakt 2× täglich mit Milch, 96 Stunden, ohne KontrollgruppeCD4 auf T-Zellen und Aktivierung von NK-Zellen erhöht; Finanzierung im Abstract nicht angegebenUnkontrollierte Studie
131Chopra et al. 2026, Front Med (Lausanne)1.200 gesunde Geimpfte (18–70 Jahre, Indien), 500 mg wässriger Wurzelextrakt/Tag oder Placebo, 24 Wochen; staatlich finanziert (CCRAS)kein Effekt auf die Impf-Antikörper; natürliche Killerzellen nicht berichtetRCT (groß, Antikörper)
132Kulkarni-Munshi et al. 2025, J Ayurveda Integr Med400 Beschäftigte im Gesundheitswesen, offen randomisiert, Ashwagandha 500 mg/Tag 12 Wochen vs. Hydroxychloroquin5 vs. 2 Infektionen, Gleichwertigkeit statistisch festgestellt; Zytokinveränderungen nur gegenüber Ausgangswert; staatlich gesponsert (CSIR, laut Volltext)RCT (offen, aktive Kontrolle)
133Chopra et al. 2021, Complement Ther MedZwischenanalyse, 160 von 400 Beschäftigten im Gesundheitswesen, 8 Wochenbestätigte COVID-19-Symptome 1,3 % unter Ashwagandha vs. 3,7 % unter Hydroxychloroquin; offen, ohne Placebo; Studienleitung teils vom indischen AYUSH-Ministerium benannt bzw. dort tätigRCT (Zwischenanalyse)
134Kumar et al. 2018, Indian J Tuberc60 neu diagnostizierte Patienten mit Lungentuberkulose in zwei Gruppen, Wurzelextrakt zusätzlich zu DOTS, 12 WochenSputum-Konversion 86,6 vs. 76,6 %, CD4/CD8 deutlich gestiegen, seltener erhöhte Leberwerte; Finanzierung im Abstract nicht angegebenRCT
135Singh et al. 2022, Front Pharmacol150 Patienten mit COPD, Kontrolle, Placebo und Ashwagandha-Wurzelkapseln 2× täglich zusätzlich zur Therapie, 12 WochenLungenfunktion, Lebensqualität und Belastbarkeit am stärksten verbessert, oxidativer Stress nur unter Ashwagandha gesunken; keine kommerziellen InteressenkonflikteRCT
136Biswal et al. 2013, Integr Cancer Ther100 Frauen mit Brustkrebs, Chemotherapie mit oder ohne Wurzelextrakt, offen, nicht randomisiertweniger Fatigue und bessere Werte in 7 von 18 Symptomskalen; Überleben nicht signifikant verschieden; Finanzierung im Abstract nicht angegebenNicht randomisierte Studie (maßgeblich)
137Wang et al. 2025, Front PharmacolNetzwerk-Meta-Analyse, 18 Studien, 2.062 Brustkrebspatientinnen, 15 PflanzenstoffeWithania somnifera mit höchstem Rang für Lebensqualität (SMD 4,66) und weniger Fatigue; Zahl der Ashwagandha-Studien im Abstract nicht genannt, Effektgrößen unplausibel groß; keine InteressenkonflikteNetzwerk-Meta-Analyse (fragwürdig)
138Kelgane et al. 2020, Cureus50 Menschen von 65 bis 80 Jahren, 600 mg Wurzelextrakt/Tag, 12 WochenWHOQOL-BREF und Schlafqualität signifikant besser als unter Placebo; Extrakt vom Hersteller geschenkt (laut Volltext)RCT
139Choudhary et al. 2015, Ayu50 sportliche Erwachsene, Wurzelextrakt, 12 Wochenalle WHOQOL-Bereiche stärker verbessert als unter Placebo; keine externe Finanzierung angegeben, Markenextrakt eines Herstellers (laut Volltext)RCT

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