Die kurze Antwort
Omega-3 senkt wahrscheinlich die Blutfette und etwas den Blutdruck. Vor Herzinfarkten schützen übliche Fischölkapseln nach großen Studien aber nicht sicher, die Daten sprechen eher dagegen. Ein Arzneimittel aus reinem EPA senkte Herzereignisse, sagt aber nichts über Kapseln. Bei Depression hilft Fischöl als Zusatz wahrscheinlich etwas, beim Abnehmen nicht. Häufigste Nebenwirkung ist Aufstoßen, bei höheren Mengen steigt das Risiko für Vorhofflimmern.
Morgens zwischen Kaffee und Zähneputzen eine goldgelbe Kapsel: Für viele gehört Fischöl so selbstverständlich zum Tag wie der Wetterbericht im Radio. Dahinter steht ein altes Versprechen, das zuerst dem Herzen galt und sich längst auf Gehirn, Gelenke und Haut ausgedehnt hat. Inzwischen haben große Studien dieses Versprechen geprüft, manche mit Zehntausenden Menschen und über viele Jahre hinweg. Das Ergebnis fällt nüchterner aus, als die Packungen vermuten lassen, und an einigen Stellen überrascht es trotzdem positiv.
Kaum eine Nahrungsergänzung ist so gründlich erforscht wie diese. Gerade deshalb lässt sich heute recht genau sagen, welche Hoffnungen den Test bestanden haben und welche nicht. Dazu ist inzwischen gut bekannt, wo die Risiken liegen und für wen sie besonders zählen.
Was sind Omega-3-Fettsäuren, und was bewirken sie im Körper?
Omega-3-Fettsäuren sind Fette, die der Körper braucht, aber kaum selbst bildet, und die er deshalb mit der Nahrung aufnehmen muss. Für die Forschung zählen drei von ihnen. Die pflanzliche Form ALA steckt in Leinöl, Walnüssen und Rapsöl, während EPA und DHA vor allem aus fettem Seefisch und aus Algen stammen. Das ist mehr als eine Frage der Herkunft, denn aus ALA baut der Körper nur wenig EPA und so gut wie kein DHA.1
Was EPA und DHA im Körper tun, erklärt die großen Erwartungen. Beide sitzen in der Hülle jeder Zelle, DHA besonders reichlich im Gehirn und in der Netzhaut des Auges. Aus EPA wiederum entstehen Botenstoffe, die bei Entzündungen und bei der Blutgerinnung mitmischen. Daraus erwuchs die Hoffnung auf weniger Entzündung, ein gesünderes Herz und ein wacheres Gehirn. Dabei wurde sie in fast allen Studien mit einer Mischung aus EPA und DHA geprüft, meist in Form von Fischöl.
Welche Omega-3-Lebensmittel viel davon liefern, ist sehr verschieden. Hering und Lachs bringen die fertigen Fettsäuren mit, Leinöl dagegen nur die Vorstufe, die der Körper kaum umwandelt. Deshalb zählt für die eigene Versorgung die Menge EPA und DHA, nicht die Menge Öl auf dem Teller.

Wofür ist Omega-3 gut, und welche Vorteile sind belegt?
Omega-3 hilft bei Blutfetten und einigen Beschwerden, weniger beim Herzen, als lange erhofft wurde. Für diesen Überblick haben wir 97 Wirkungen erfasst, die am Menschen und im Vergleich mit einer Kontrollgruppe geprüft wurden, und jede Zeile der Übersicht lässt sich anklicken, um die Begründung für die jeweilige Einstufung zu öffnen.
Leichte kognitive Störung besserngut belegt12 Studien, 1.124 Pers. (Yang 2024)globale Kognition SMD 0,51, Sprachflüssigkeit, Exekutivfunktion und Depression ohne …
ältere Menschen mit leichter kognitiver Störung (Vorstufe einer Demenz)
Ergebnisse: globale Kognition SMD 0,51 (0,12 bis 0,91), Sprachflüssigkeit, Exekutivfunktion und Depression ohne Unterschied (Yang 2024); 7 RCTs, 434 Pers.: WMD 0,85 (0,04 bis 1,67; p = 0,04) (Zhang 2020)
Bei leichter kognitiver Störung verbessert Omega-3 die geistige Gesamtleistung nach zwei übereinstimmenden Meta-Analysen: Die maßgebliche mit 12 Studien und 1.124 Teilnehmenden fand einen mittelgroßen Vorteil gegenüber Placebo, eine zweite mit sieben Studien ein ähnliches Ergebnis. Einzelne Bereiche wie Sprachflüssigkeit oder Planen besserten sich nicht. Ob das den Übergang in eine Demenz verzögert, ist nicht untersucht. 21, 22
Herz-Kreislauf-Tod (kardiovaskuläre Sterblichkeit) senkengemischt Primär- und Sekundärpräventionwahrscheinlich20 Studien, 63.030 Pers. (Kotwal 2012)Gefäßtod RR 0,86
Ergebnisse: Gefäßtod RR 0,86 (0,75 bis 0,99) (Kotwal 2012); Herz-Kreislauf-Tod RR 0,92 (0,86 bis 0,99) (Abdelhamid 2020); EPA+DHA RR 0,94 (0,89 bis 0,99), reines EPA 0,82 (Khan 2021); VITAL HR 0,96 (0,76 bis 1,21) und ORIGIN 0,98 (0,87 bis 1,10), beide nicht signifikant
Gepoolt über viele Studien sterben unter Omega-3 wahrscheinlich etwas weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Ursachen, je nach Auswertung 6 bis 14 Prozent; das zeigen die maßgebliche Meta-Analyse mit 20 Studien und mehrere weitere übereinstimmend. Als gut belegt gilt das nicht, weil die große VITAL-Studie mit 25.871 Teilnehmenden keinen Unterschied fand, ebenso ORIGIN. Absolut ist der Effekt klein, mit reinem EPA fällt er stärker aus als mit Fischöl-Mischungen. 8, 9, 7, 66, 16, 2
- große Einzelstudie ohne Effekt (Manson 2019 (VITAL), n = 25871)
Blutdruck senkenwahrscheinlich70 Studien (Miller 2014)insgesamt −1,5/−1,0 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,5/−3,1 mmHg
Erwachsene; am deutlichsten bei unbehandeltem Bluthochdruck und Älteren; günstigste Dosis 2 bis 3 g EPA+DHA
Ergebnisse: insgesamt −1,5/−1,0 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,5/−3,1 mmHg (Miller 2014); oberer Wert −2,6 mmHg bei 2 bis 3 g/Tag (Zhang 2022, Dosis-Wirkungs-Auswertung); Cochrane mit Studien ab 1 Jahr: wenig oder keine Wirkung (Abdelhamid 2020)
Omega-3 senkt den Blutdruck wahrscheinlich leicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 70 Studien kommt im Mittel auf 1,5 mmHg weniger beim oberen Wert, bei unbehandeltem Bluthochdruck auf 4,5 mmHg; eine Dosis-Auswertung sieht die stärkste Wirkung bei 2 bis 3 g am Tag. Die Cochrane-Auswertung, die nur Studien ab einem Jahr Dauer einschloss, fand dagegen kaum einen Effekt. 14, 15, 67, 9
Triglyceride (Blutfette) senkenwahrscheinlich21 Studien, 1.491 Pers. (Chen 2026)Triglyceride −16,95 mg/dl
Erwachsene, gesund oder mit erhöhten Blutfetten; Effekt steigt mit der Dosis, am größten bei hohen Ausgangswerten und ab 2 g/Tag
Ergebnisse: Triglyceride −16,95 mg/dl (−23,25 bis −10,66) (Chen 2026); −0,37 mmol/l, dosisabhängig (AbuMweis 2018); etwa −15 %, hohe Vertrauenswürdigkeit (Abdelhamid 2020); mit steigender Dosis annähernd linear stärker (Wang 2023); 1 g/Tag über 6 Jahre −14,5 mg/dl (ORIGIN)
Omega-3 senkt die Triglyceride wahrscheinlich, und alle großen Auswertungen gehen in dieselbe Richtung: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 21 Studien kommt auf rund 17 mg/dl weniger, die Cochrane-Auswertung auf etwa 15 Prozent. Der Effekt wächst mit der Dosis und ist bei hohen Ausgangswerten am größten. Eine niedrigere Triglycerid-Zahl hat in den großen Studien mit Fischöl-Mischungen aber nicht zu weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen geführt. 13, 67, 9, 68, 16
Diagnostizierte Depression lindernwahrscheinlich36 Studien (Kong 2025)Depressionswerte SMD −0,26, Ansprechen RR 0,99 und Remission RR 1,17 nicht besser als …
Erwachsene mit ärztlich festgestellter Depression, meist zusätzlich zu Antidepressiva; EPA-reiche und DHA-reiche Präparate siehe eigene Zeilen
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,26 (−0,41 bis −0,11), Ansprechen RR 0,99 und Remission RR 1,17 nicht besser als Placebo, deutliche Heterogenität und Publikationsbias (Kong 2025); 33 Studien, 1.848 Pers.: SMD −0,40 (−0,64 bis −0,16), entspricht etwa 2,5 Punkten auf der Hamilton-Skala, Evidenz sehr niedrig (Appleton 2021, Cochrane); ältere Analyse mit 13 Studien nach Korrektur für Publikationsbias ohne Effekt (Bloch 2012)
Bei diagnostizierter Depression sinken die Depressionswerte mit Omega-3 wahrscheinlich etwas stärker als mit Placebo; die maßgebliche Meta-Analyse mit 36 Studien und die Cochrane-Auswertung kommen übereinstimmend zu einem kleinen Vorteil. Mehr Menschen wurden dadurch aber nicht gesund, die Studien streuen stark, und kleine Studien zeigen größere Effekte. Eine internationale Fachgesellschaft empfiehlt Omega-3 als Ergänzung zu Antidepressiva, nicht als alleinige Behandlung. 17, 95, 19, 96, 97, 98, 18
Hautbefall bei Schuppenflechte bessernErwachsene mit Psoriasiswahrscheinlich10 Studien, 560 Pers. (Clark 2019)PASI −1,58
Ergebnisse: PASI −1,58 (95 % KI −2,24 bis −0,92; Clark 2019); als alleinige Behandlung kein Effekt auf PASI (p = 0,47), zusätzlich zur Standardtherapie PASI −3,92 (Chen 2020); in drei auswertbaren Studien PASI −0,28 (−1,74 bis 1,19) (Yang 2019)
Bei Schuppenflechte bessert Omega-3 den Hautbefall wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit zehn Studien fand einen kleinen Rückgang im PASI-Wert sowie weniger Rötung und Schuppung. Eine weitere Auswertung zeigt, dass Fischöl allein kaum hilft, zusammen mit der üblichen Behandlung aber zusätzlichen Nutzen bringen kann; eine dritte mit nur drei auswertbaren Studien sah keinen Effekt. 25, 26, 190
Weniger Schmerzen bei ArthroseErwachsene mit Arthrose, meist im Kniewahrscheinlich9 Studien, 2.070 Pers. (Deng 2023)Schmerz SMD −0,29, Gelenkfunktion SMD −0,21
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,29 (95 % KI −0,47 bis −0,11), Gelenkfunktion SMD −0,21 (Deng 2023); bei Arthrose SMD −0,17 (−0,57 bis 0,24), nicht signifikant (Senftleber 2017); VITAL: kein Unterschied im Knieschmerz über 5 Jahre bei 1.398 Pers.; Krillöl 2 g/Tag ohne Vorteil (−0,3 Punkte auf 0–100)
Omega-3 lindert Arthroseschmerzen wahrscheinlich ein wenig: Die maßgebliche Meta-Analyse mit neun Studien und 2.070 Teilnehmenden fand einen kleinen Vorteil bei Schmerz und Gelenkfunktion. Ganz einheitlich ist das Bild nicht, denn eine ältere Auswertung und mehrere Einzelstudien sahen keinen Unterschied, darunter fast 1.400 Menschen mit Knieschmerzen in der VITAL-Studie und die sorgfältigste Krillöl-Studie. Der Effekt ist klein. 32, 162, 33, 170, 171
Abnehmen (Körpergewicht senken)Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, mit oder ohne Diätspricht dagegen21 Studien (Du 2015)Körpergewicht SMD −0,07 und BMI unverändert
Ergebnisse: Körpergewicht SMD −0,07 (−0,21 bis 0,07) und BMI unverändert (Du 2015); Gewicht ±0,00 kg (−0,42 bis 0,43) (Zhang 2017)
Beim Abnehmen hilft Omega-3 nicht: Zwei Meta-Analysen mit übergewichtigen Erwachsenen fanden weder beim Gewicht noch beim BMI einen Unterschied zu Placebo, auch nicht in Kombination mit Diät und Bewegung. 35, 36
Alle 97 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Omega-3 in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Herz, Gefäße & Stoffwechsel 24
9 wahrscheinlich · 6 unklar · 9 spricht dagegen
Herz-Kreislauf-Tod (kardiovaskuläre Sterblichkeit) senkengemischt Primär- und Sekundärpräventionwahrscheinlich20 Studien, 63.030 Pers. (Kotwal 2012)Gefäßtod RR 0,86
Ergebnisse: Gefäßtod RR 0,86 (0,75 bis 0,99) (Kotwal 2012); Herz-Kreislauf-Tod RR 0,92 (0,86 bis 0,99) (Abdelhamid 2020); EPA+DHA RR 0,94 (0,89 bis 0,99), reines EPA 0,82 (Khan 2021); VITAL HR 0,96 (0,76 bis 1,21) und ORIGIN 0,98 (0,87 bis 1,10), beide nicht signifikant
Gepoolt über viele Studien sterben unter Omega-3 wahrscheinlich etwas weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Ursachen, je nach Auswertung 6 bis 14 Prozent; das zeigen die maßgebliche Meta-Analyse mit 20 Studien und mehrere weitere übereinstimmend. Als gut belegt gilt das nicht, weil die große VITAL-Studie mit 25.871 Teilnehmenden keinen Unterschied fand, ebenso ORIGIN. Absolut ist der Effekt klein, mit reinem EPA fällt er stärker aus als mit Fischöl-Mischungen. 8, 9, 7, 66, 16, 2
- große Einzelstudie ohne Effekt (Manson 2019 (VITAL), n = 25871)
Triglyceride (Blutfette) senkenwahrscheinlich21 Studien, 1.491 Pers. (Chen 2026)Triglyceride −16,95 mg/dl
Erwachsene, gesund oder mit erhöhten Blutfetten; Effekt steigt mit der Dosis, am größten bei hohen Ausgangswerten und ab 2 g/Tag
Ergebnisse: Triglyceride −16,95 mg/dl (−23,25 bis −10,66) (Chen 2026); −0,37 mmol/l, dosisabhängig (AbuMweis 2018); etwa −15 %, hohe Vertrauenswürdigkeit (Abdelhamid 2020); mit steigender Dosis annähernd linear stärker (Wang 2023); 1 g/Tag über 6 Jahre −14,5 mg/dl (ORIGIN)
Omega-3 senkt die Triglyceride wahrscheinlich, und alle großen Auswertungen gehen in dieselbe Richtung: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 21 Studien kommt auf rund 17 mg/dl weniger, die Cochrane-Auswertung auf etwa 15 Prozent. Der Effekt wächst mit der Dosis und ist bei hohen Ausgangswerten am größten. Eine niedrigere Triglycerid-Zahl hat in den großen Studien mit Fischöl-Mischungen aber nicht zu weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen geführt. 13, 67, 9, 68, 16
HDL-Cholesterin erhöhenErwachsene, verschiedene Gruppenwahrscheinlich46 Studien, 4.991 Pers. mit Typ-2-Diabetes (Xiao 2022); 22 Studien, 1.914 Pers. (Chen 2026)HDL +0,05 mmol/l bei Typ-2-Diabetes
Ergebnisse: HDL +0,05 mmol/l (0,02 bis 0,08) bei Typ-2-Diabetes (Xiao 2022); +1,55 mg/dl (0,69 bis 2,42) (Chen 2026); +0,04 mmol/l (AbuMweis 2018); in der Cochrane-Auswertung und in ORIGIN (12.536 Pers.) unverändert
Das HDL-Cholesterin steigt unter Omega-3 wahrscheinlich ein wenig, um etwa 0,04 bis 0,05 mmol/l, was praktisch kaum ins Gewicht fällt. Als gut belegt gilt das nicht, weil die große ORIGIN-Studie mit 12.536 Teilnehmenden über sechs Jahre keine Änderung der Blutfette außer den Triglyceriden fand; auch die Cochrane-Auswertung mit Studien ab einem Jahr Dauer sah keinen Effekt. 69, 67, 9, 13, 16
- große Einzelstudie ohne Effekt (Bosch 2012 (ORIGIN), n = 12536)
Blutdruck senkenwahrscheinlich70 Studien (Miller 2014)insgesamt −1,5/−1,0 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,5/−3,1 mmHg
Erwachsene; am deutlichsten bei unbehandeltem Bluthochdruck und Älteren; günstigste Dosis 2 bis 3 g EPA+DHA
Ergebnisse: insgesamt −1,5/−1,0 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,5/−3,1 mmHg (Miller 2014); oberer Wert −2,6 mmHg bei 2 bis 3 g/Tag (Zhang 2022, Dosis-Wirkungs-Auswertung); Cochrane mit Studien ab 1 Jahr: wenig oder keine Wirkung (Abdelhamid 2020)
Omega-3 senkt den Blutdruck wahrscheinlich leicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 70 Studien kommt im Mittel auf 1,5 mmHg weniger beim oberen Wert, bei unbehandeltem Bluthochdruck auf 4,5 mmHg; eine Dosis-Auswertung sieht die stärkste Wirkung bei 2 bis 3 g am Tag. Die Cochrane-Auswertung, die nur Studien ab einem Jahr Dauer einschloss, fand dagegen kaum einen Effekt. 14, 15, 67, 9
Ruhepuls senkenwahrscheinlich30 Studien (Mozaffarian 2005)Puls −1,6 Schläge/min, bei Ausgangspuls ab 69 −2,5 Schläge/min
Erwachsene; am deutlichsten bei höherem Ausgangspuls und Einnahme ab 12 Wochen
Ergebnisse: Puls −1,6 Schläge/min, bei Ausgangspuls ab 69 −2,5 Schläge/min (Mozaffarian 2005); −1,37 Schläge/min (AbuMweis 2018)
Fischöl senkt den Ruhepuls wahrscheinlich leicht, um etwa 1,5 Schläge pro Minute, bei höherem Ausgangspuls und längerer Einnahme um rund 2,5. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 30 doppelblinden Studien und eine größere Sammelauswertung zeigen das übereinstimmend. Für das Herz-Kreislauf-Risiko ist das ein Messwert, kein Nachweis eines klinischen Nutzens. 70, 67
Vorhofflimmern nach Herzoperation vorbeugenwahrscheinlich14 Studien, 3.570 Pers. (Wang 2018)Vorhofflimmern nach OP RR 0,84
Patienten vor geplanter Herzoperation; Aufsättigung mit 8 bis 10 g vorher, danach 2 g/Tag
Ergebnisse: Vorhofflimmern nach OP RR 0,84 (0,73 bis 0,98); nur gegenüber üblicher Versorgung, nicht gegenüber Placebo-Öl, und nur nach Bypass-OP (Wang 2018); OR 0,78 (0,68 bis 0,90), 19 Studien (Langlois 2017); OPERA 30,0 % vs. 30,7 %, OR 0,96 (0,77 bis 1,20)
Rund um eine Herzoperation senkt Omega-3 das Risiko für Vorhofflimmern wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 14 Studien kommt auf 16 Prozent weniger Fälle. Der Vorteil zeigte sich aber nur im Vergleich mit üblicher Versorgung und nach Bypass-Operationen, nicht gegenüber einem Placebo-Öl. Die größte Einzelstudie, OPERA mit über 1.500 Patienten, fand keinerlei Unterschied. 71, 72, 73
Bauchumfang verringernErwachsene mit Übergewicht oder Adipositaswahrscheinlich7 Studien (Zhang 2017)Taillenumfang −0,53 cm
Ergebnisse: Taillenumfang −0,53 cm (Zhang 2017); SMD −0,23 nur in Kombination mit Lebensstil-Maßnahmen, Taille-Hüft-Verhältnis SMD −0,52 (Du 2015)
Omega-3 verringert den Bauchumfang bei Übergewicht wahrscheinlich ein wenig, im Mittel aber nur um einen halben Zentimeter. Das zeigt die maßgebliche Meta-Analyse mit sieben Studien; eine zweite Auswertung sah den Effekt nur in Kombination mit Diät und Bewegung. Die Studien sind klein, und das Körpergewicht selbst sinkt nicht. 36, 35
Entzündungswert CRP senkenErwachsene, verschiedene Gruppen; bei Übergewicht ohne Effektwahrscheinlich96 Studien (Khabir 2026)CRP, TNF-α und IL-6 gesenkt, vor allem bei Vorerkrankung, am beständigsten bei 1 bis 3 …
Ergebnisse: CRP, TNF-α und IL-6 gesenkt, vor allem bei Vorerkrankung, am beständigsten bei 1 bis 3 g/Tag (Khabir 2026); CRP −0,34 mg/l (AbuMweis 2018); −0,27 mg/l (Xie 2024); VITAL-DKD bei Typ-2-Diabetes über 5 Jahre: hsCRP unverändert (Limonte 2021)
Omega-3 senkt den Entzündungswert CRP wahrscheinlich etwas, im Mittel um etwa 0,3 mg/l; die maßgebliche Meta-Analyse über 96 Studien fand das vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen. Als gut belegt gilt der Effekt trotzdem nicht, weil eine große Placebo-Studie bei 1.312 Menschen mit Typ-2-Diabetes (VITAL-DKD) über fünf Jahre keine Änderung des CRP fand. Ein niedrigerer Laborwert ist zudem kein Beleg für weniger Krankheiten. 84, 67, 85, 86, 87, 88
- große Einzelstudie ohne Effekt (Limonte 2021 (VITAL-DKD), n = 1312)
Langzeitzucker HbA1c bei Typ-2-Diabetes senkenwahrscheinlich46 Studien, 4.991 Pers. (Xiao 2022)HbA1c −0,19 Prozentpunkte
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes; Omega-3 zusätzlich zur üblichen Behandlung
Ergebnisse: HbA1c −0,19 Prozentpunkte (95 % KI −0,31 bis −0,06) (Xiao 2022); ES −0,27 (−0,48 bis −0,06) in 45 Studien mit 2.674 Pers. (O'Mahoney 2018); in kleineren Auswertungen kein Unterschied (Hartweg 2008, 23 Studien; Gao 2020, 12 Studien)
Bei Typ-2-Diabetes senkt Omega-3 den Langzeitzucker HbA1c wahrscheinlich, aber nur geringfügig: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 46 Studien und knapp 5.000 Teilnehmenden kommt auf 0,19 Prozentpunkte, eine zweite mit 45 Studien auf einen ähnlich kleinen Wert. Zwei kleinere Auswertungen sahen keinen Unterschied. Für „gut belegt“ fehlt eine Auswertung, die ihre Studienzahl genau für den HbA1c angibt; die großen zählen ihre Studien nur gemeinsam über mehrere Blutzuckerwerte. Die früher geäußerte Sorge, Fischöl verschlechtere den Blutzucker, hat sich nicht bestätigt; eine Diabetesbehandlung ersetzt es nicht. 69, 89, 90, 91
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Herz-Kreislauf-Ereignisse mit hochdosiertem Fischöl (EPA+DHA ab 2 g) vorbeugenunklar2 Placebo-Studien (STRENGTH 13.078 Pers., Nilsen 2001 300 Pers.); keine eigene Meta-Analyse ab 2 gSTRENGTH: kombinierter Endpunkt 12,0 % vs
Hochrisiko-Patienten mit Statin, erhöhten Triglyceriden und niedrigem HDL; 4 g EPA+DHA als Carbonsäure-Präparat
Ergebnisse: STRENGTH: kombinierter Endpunkt 12,0 % vs. 12,2 %, HR 0,99 (0,90 bis 1,09), vorzeitig wegen Aussichtslosigkeit abgebrochen; Magen-Darm-Beschwerden 24,7 % vs. 14,7 %; Studien über 1 g EPA+DHA: RR 1,02 (0,83 bis 1,25) (Dong 2024, 2 Studien)
Ob hochdosiertes Fischöl ab 2 g EPA und DHA am Tag Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindert, ist unklar, weil es nur zwei Placebo-Studien und keine eigene Meta-Analyse dazu gibt. Die große STRENGTH-Studie mit über 13.000 Hochrisiko-Patienten und 4 g am Tag wurde vorzeitig abgebrochen, weil kein Nutzen gegenüber Maisöl zu erwarten war; die zweite, kleine Studie fand ebenfalls keinen Unterschied. Das unterscheidet die Mischung vom verschreibungspflichtigen reinen EPA. 12, 6, 9, 5, 59
Herz-Kreislauf-Ereignisse mit reinem EPA (Icosapent-Ethyl, verschreibungspflichtiges Arzneimittel) senkenunklarerste Hinweise1 Placebo-Studie, 8.179 Pers. (REDUCE-IT); dazu 2 offene Studien ohne Placebo (JELIS 18.645, RESPECT-EPA 2.506 Pers.)REDUCE-IT: kombinierter Endpunkt 17,2 % vs
Patienten mit Herzkrankheit oder Diabetes plus Risikofaktoren, unter Statin, mit erhöhten Triglyceriden; verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit 1,8 bis 4 g gereinigtem EPA, kein Nahrungsergänzungsmittel
Ergebnisse: REDUCE-IT: kombinierter Endpunkt 17,2 % vs. 22,0 %, HR 0,75 (0,68 bis 0,83), Herztod HR 0,80 (0,66 bis 0,98); JELIS: schwere koronare Ereignisse −19 % (p = 0,011); RESPECT-EPA: HR 0,79 (0,62 bis 1,00), nicht signifikant; reines EPA gepoolt RR 0,79 (0,73 bis 0,85), 2 Studien (Dong 2024)
Reines, hochgereinigtes EPA ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, kein Nahrungsergänzungsmittel; diese Bewertung sagt nichts über Fischöl- oder Algenölkapseln aus. Die einzige große Placebo-Studie, REDUCE-IT mit 8.179 Hochrisiko-Patienten unter Statin, fand ein Viertel weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse; sie wurde vom Hersteller finanziert, und unter ihrem Mineralöl-Placebo stiegen LDL und Entzündungswerte an. Die beiden japanischen Studien waren offen und ohne Placebo, eine davon knapp nicht signifikant. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlt eine zweite große Placebo-Studie, unabhängig vom Hersteller und mit einem neutralen Placebo, deshalb bleibt die Frage unklar; dazu kommt mehr Vorhofflimmern. 10, 11, 60, 61, 5, 7, 62
Verlauf bei Herzschwäche verbessern (Sterblichkeit, Krankenhausaufnahmen)unklar1 Placebo-RCT, 6.975 Pers. (GISSI-HF); Meta-Analyse mit 5 Studien (Dwiputra 2024)GISSI-HF: Tod 27 % vs
Patienten mit bestehender chronischer Herzschwäche (NYHA II bis IV), meist 1 g/Tag
Ergebnisse: GISSI-HF: Tod 27 % vs. 29 %, HR 0,91 (0,833 bis 0,998), NNT 56 über 3,9 Jahre; Meta-Analyse: Herztod OR 0,94 (0,84 bis 1,05), Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche OR 0,94 (0,88 bis 1,02), beide nicht signifikant; Pumpfunktion besser bei 2 bis 4 g über mind. 1 Jahr (Tseng 2025)
Die große italienische GISSI-HF-Studie fand bei Menschen mit Herzschwäche unter 1 g am Tag eine kleine, gerade noch signifikante Senkung der Sterblichkeit. Eine Meta-Analyse mehrerer Studien konnte bei Herztod und Krankenhausaufnahmen keinen gesicherten Vorteil bestätigen. Hinweise auf eine bessere Pumpfunktion stammen aus kleineren Studien mit 2 bis 4 g über mindestens ein Jahr. 75, 76, 77
Herzschwäche vorbeugen (erste Krankenhausaufnahme)Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungunklar12 Studien, 81.364 Pers. (Barbarawi 2021); 19 Studien, 116.498 Pers. (Qi 2023)erste Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche nicht gesenkt, wiederholte Aufnahmen gesenkt
Ergebnisse: erste Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche nicht gesenkt, wiederholte Aufnahmen gesenkt (Barbarawi 2021, ohne Zahlen im Abstract); Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche HR 0,97 (0,91 bis 1,04) (Qi 2023)
Ob Omega-3 einer Herzschwäche vorbeugt, ist unklar, denn keine Meta-Analyse hat genau diese Frage eigens ausgewertet. In den Sammelauswertungen war die erste Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche nicht seltener als mit Placebo; seltener waren nur wiederholte Aufenthalte bei Menschen, die schon einmal deswegen behandelt worden waren. 78, 65
Fettleber (nicht alkoholisch) verbessernErwachsene mit nicht alkoholischer Fettlebererkrankungunklarwidersprüchlich11 Studien (Guo 2018)Leberfett −5,11 %, knapp nicht signifikant
Ergebnisse: Leberfett −5,11 % (−10,24 bis 0,02), knapp nicht signifikant (p = 0,051); Leberwerte ALT −7,5 U/l und AST −7,1 U/l (Guo 2018); Leberfett häufiger verringert RR 1,52 (Lee 2020); im MRT kein Unterschied (Kim 2025, Lee 2020)
Ob Omega-3 eine Fettleber bessert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 11 Studien fand nur eine knapp nicht signifikante Abnahme des Leberfetts, wohl aber bessere Leberwerte. Andere Auswertungen sahen das Leberfett vor allem im Ultraschall öfter zurückgehen, bei genauer Messung im MRT dagegen nicht; Entzündung und Vernarbung der Leber besserten sich nach bisherigen Daten nicht. 81, 82, 83
Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod zusammen vorbeugenunklarwidersprüchlich20 Studien, 63.030 Pers. (Kotwal 2012)kombinierter Endpunkt RR 0,96
Erwachsene mit oder ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung; Fischöl-Mischungen aus EPA und DHA, reines EPA siehe eigene Zeile
Ergebnisse: kombinierter Endpunkt RR 0,96 (0,90 bis 1,03) (Kotwal 2012); RR 0,96 (0,92 bis 1,01), 43 Studien (Abdelhamid 2020, Cochrane); EPA+DHA-Teilgruppe MACE RR 0,99 (0,95 bis 1,02) (Khan 2021); verschreibungspflichtige EPA+DHA-Präparate RR 0,92 (0,86 bis 0,99), 6 Studien (Dong 2024); VITAL HR 0,92 (0,80 bis 1,06), ASCEND 0,97 (0,87 bis 1,08), STRENGTH 0,99 (0,90 bis 1,09)
Ob Fischöl aus EPA und DHA das Gesamtrisiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod senkt, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 20 Studien und über 63.000 Teilnehmenden fand keinen Unterschied, ebenso die Cochrane-Auswertung und die großen Einzelstudien VITAL, ASCEND und STRENGTH. Eine neuere Auswertung von sechs Studien mit verschreibungspflichtigen EPA-DHA-Präparaten sah dagegen eine knapp günstige Wirkung, und bei Dialysepatienten senkte Fischöl die Ereignisse deutlich (PISCES). 8, 9, 7, 5, 2, 3, 12, 92
Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod zusammen vorbeugen (ohne Herzkrankheit)spricht dagegen3 Placebo-Studien, 53.864 Pers. (VITAL, ASCEND, Risk and Prevention)VITAL HR 0,92, ASCEND RR 0,97, Risk and Prevention HR 0,97, alle nicht signifikant
Erwachsene ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, auch mit Diabetes oder mehreren Risikofaktoren; Fischöl-Mischung aus EPA und DHA, meist 1 g am Tag
Ergebnisse: VITAL HR 0,92 (0,80 bis 1,06), ASCEND RR 0,97 (0,87 bis 1,08), Risk and Prevention HR 0,97 (0,88 bis 1,08), alle nicht signifikant; Teilgruppe Primärprävention RR 0,91 (0,83 bis 1,00), nicht signifikant (Dong 2024, 3 Studien)
Drei große Placebo-Studien mit zusammen fast 54.000 Menschen ohne bekannte Herzkrankheit fanden mit etwa 1 g Fischöl am Tag keinen Schutz vor dem Gesamtbündel aus Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod, weder in der Allgemeinbevölkerung (VITAL) noch bei Diabetes (ASCEND) oder mehreren Risikofaktoren. Auch eine Meta-Analyse der Teilgruppe ohne Herzkrankheit blieb knapp ohne gesicherten Effekt. Einzelne Bestandteile wie der Herzinfarkt sind in eigenen Zeilen bewertet. 2, 3, 55, 5, 9
Erneute Herz-Kreislauf-Ereignisse nach Herzinfarkt oder bei Herzkrankheit verhindern (Fischöl-Mischung)spricht dagegen25 Studien, 25.578 Pers. (Shayan 2026)MACE mit EPA+DHA nach einem Herz-Kreislauf-Ereignis nicht gesenkt, Vorhofflimmern …
Menschen nach Herzinfarkt oder mit koronarer Herzkrankheit; Mischung aus EPA und DHA, 1 bis 1,8 g/Tag; reines EPA siehe eigene Zeile
Ergebnisse: MACE mit EPA+DHA nach einem Herz-Kreislauf-Ereignis nicht gesenkt (p = 0,40), Vorhofflimmern ebenfalls nicht (Shayan 2026); schwere Gefäßereignisse RR 0,97 (0,93 bis 1,01) (Aung 2018); OMEMI HR 1,08 (0,82 bis 1,41); einzig GISSI-Prevenzione (1999, offen) −10 % beim kombinierten Endpunkt
Nach einem Herzinfarkt oder bei bekannter Herzkrankheit verhindert eine Fischöl-Mischung aus EPA und DHA erneute Herz-Kreislauf-Ereignisse nach den heutigen Studien nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse von 2026 mit 25 Studien und über 25.000 Patienten fand keinen Unterschied, ebenso eine Auswertung der zehn größten Studien und die norwegische OMEMI-Studie. Nur die frühe, offene italienische GISSI-Studie von 1999 sah einen Vorteil, damals noch ohne die heutige Standardbehandlung mit Statinen. 4, 56, 57, 58
Herzinfarkt vorbeugenspricht dagegen7 Studien, 68.053 Pers. (Dong 2024, Teilgruppe EPA+DHA)EPA+DHA-Präparate: Herzinfarkt RR 0,88, nicht signifikant
gemischt Primär- und Sekundärprävention; Fischöl-Mischung und reines EPA zusammen ausgewertet
Ergebnisse: EPA+DHA-Präparate: Herzinfarkt RR 0,88 (0,76 bis 1,02), nicht signifikant (Dong 2024); nicht tödlicher Herzinfarkt EPA+DHA RR 0,92 (0,85 bis 1,00), reines EPA 0,72 (Khan 2021); alle Präparate zusammen RR 0,87 (0,80 bis 0,96) (Bernasconi 2021); VITAL Herzinfarkt gesamt HR 0,72 (0,59 bis 0,90) als Nebenzielgröße
Für Fischöl-Mischungen aus EPA und DHA spricht die Studienlage eher gegen einen Schutz vor Herzinfarkt: Die maßgebliche Auswertung dieser Präparate mit sieben Studien und über 68.000 Teilnehmenden fand keinen gesicherten Unterschied. Meta-Analysen, die reines EPA mitrechnen, kommen auf 8 bis 13 Prozent weniger Herzinfarkte, der Vorteil hängt aber vor allem am Arzneimittel. In der VITAL-Studie gab es zwar weniger Herzinfarkte, das war jedoch nur eine Nebenzielgröße. 5, 7, 6, 63, 56, 2
Schlaganfall vorbeugenErwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungspricht dagegen18 Studien (Xu 2022)Schlaganfall RR 1,00, Hirninfarkt und Hirnblutung ebenfalls unverändert
Ergebnisse: Schlaganfall RR 1,00 (0,93 bis 1,07), Hirninfarkt und Hirnblutung ebenfalls unverändert (Xu 2022); RR 1,02 (0,94 bis 1,12), 31 Studien (Abdelhamid 2020); VITAL HR 1,04 (0,83 bis 1,31)
Auf Schlaganfälle hat Omega-3 in den Studien keinen Einfluss: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 18 Studien liegt genau bei null, ebenso die Cochrane-Auswertung mit über 138.000 Teilnehmenden. Auch die große VITAL-Studie in der Allgemeinbevölkerung fand keinen Unterschied. 64, 9, 65, 2
Länger leben (Gesamtsterblichkeit senken)Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungspricht dagegen20 Studien, 63.030 Pers. (Kotwal 2012)Tod jeder Ursache RR 0,95
Ergebnisse: Tod jeder Ursache RR 0,95 (0,86 bis 1,04) (Kotwal 2012); RR 0,97 (0,93 bis 1,01), 45 Studien, hohe Vertrauenswürdigkeit (Abdelhamid 2020); VITAL HR 1,02, ASCEND 0,95, beide nicht signifikant
Ein längeres Leben bringt Omega-3 nach den Studien nicht: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 20 Studien und über 63.000 Teilnehmenden fand keinen Unterschied in der Sterblichkeit, ebenso die Cochrane-Auswertung von 45 Studien und die großen Einzelstudien. Eine mögliche Ausnahme ist eine kleine Senkung bei bereits bestehender Herzschwäche (siehe dort). 8, 9, 2, 3
Gefährliche Herzrhythmusstörungen der Herzkammer verhindernPatienten mit implantiertem Defibrillator (ICD)spricht dagegen3 Studien, 1.148 Pers. (Brouwer 2009)Kammerflimmern/-tachykardie oder Tod RR 0,90, nicht signifikant
Ergebnisse: Kammerflimmern/-tachykardie oder Tod RR 0,90 (0,67 bis 1,22), nicht signifikant; Zeit bis zur ersten ICD-Auslösung gleich
Ob Fischöl lebensgefährliche Rhythmusstörungen der Herzkammer verhindert, wurde bei Menschen mit eingesetztem Defibrillator geprüft, weil dieser jede Episode aufzeichnet. Die drei Studien zusammen fanden keinen schützenden Effekt. 74
Gefäßfunktion und Gefäßsteifigkeit verbessernMenschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 0,3 bis 4,7 g/Tagspricht dagegen20 Studien, 1.208 Pers. (Norouzzadeh 2026)Pulswellengeschwindigkeit unverändert
Ergebnisse: Pulswellengeschwindigkeit (Gefäßsteifigkeit) unverändert; Augmentationsindex und gefäßvermittelte Erweiterung verbessert (Effektgröße im Abstract nicht beziffert)
Die Gefäße werden durch Omega-3 nach den bisherigen Studien eher nicht elastischer: In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 20 Studien änderte sich das wichtigste Maß der Gefäßsteifigkeit, die Pulswellengeschwindigkeit, nicht. Zwei andere Messgrößen der Gefäßfunktion verbesserten sich etwas. Es handelt sich um Labormessungen in kleineren Studien, nicht um Krankheitsereignisse. 79
Typ-2-Diabetes vorbeugenErwachsene mit und ohne erhöhtes Diabetesrisikospricht dagegen17 Studien, 58.643 Pers. (Brown 2019)Diabetes-Diagnose RR 1,00
Ergebnisse: Diabetes-Diagnose RR 1,00 (0,85 bis 1,17); Hinweis auf ungünstige Wirkung über 4,4 g/Tag
Die umfassendste Auswertung zum Thema, mit 83 Studien über mindestens ein halbes Jahr, fand keinerlei Schutz vor Typ-2-Diabetes: Unter Omega-3 erkrankten genauso viele wie unter Placebo. Bei sehr hohen Dosen über 4,4 g am Tag gab es sogar Hinweise auf eine ungünstige Wirkung. 80
Abnehmen (Körpergewicht senken)Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas, mit oder ohne Diätspricht dagegen21 Studien (Du 2015)Körpergewicht SMD −0,07 und BMI unverändert
Ergebnisse: Körpergewicht SMD −0,07 (−0,21 bis 0,07) und BMI unverändert (Du 2015); Gewicht ±0,00 kg (−0,42 bis 0,43) (Zhang 2017)
Beim Abnehmen hilft Omega-3 nicht: Zwei Meta-Analysen mit übergewichtigen Erwachsenen fanden weder beim Gewicht noch beim BMI einen Unterschied zu Placebo, auch nicht in Kombination mit Diät und Bewegung. 35, 36
Gehirn & Psyche 29
1 gut belegt · 5 wahrscheinlich · 15 unklar · 8 spricht dagegen
Leichte kognitive Störung besserngut belegt12 Studien, 1.124 Pers. (Yang 2024)globale Kognition SMD 0,51, Sprachflüssigkeit, Exekutivfunktion und Depression ohne …
ältere Menschen mit leichter kognitiver Störung (Vorstufe einer Demenz)
Ergebnisse: globale Kognition SMD 0,51 (0,12 bis 0,91), Sprachflüssigkeit, Exekutivfunktion und Depression ohne Unterschied (Yang 2024); 7 RCTs, 434 Pers.: WMD 0,85 (0,04 bis 1,67; p = 0,04) (Zhang 2020)
Bei leichter kognitiver Störung verbessert Omega-3 die geistige Gesamtleistung nach zwei übereinstimmenden Meta-Analysen: Die maßgebliche mit 12 Studien und 1.124 Teilnehmenden fand einen mittelgroßen Vorteil gegenüber Placebo, eine zweite mit sieben Studien ein ähnliches Ergebnis. Einzelne Bereiche wie Sprachflüssigkeit oder Planen besserten sich nicht. Ob das den Übergang in eine Demenz verzögert, ist nicht untersucht. 21, 22
Diagnostizierte Depression lindernwahrscheinlich36 Studien (Kong 2025)Depressionswerte SMD −0,26, Ansprechen RR 0,99 und Remission RR 1,17 nicht besser als …
Erwachsene mit ärztlich festgestellter Depression, meist zusätzlich zu Antidepressiva; EPA-reiche und DHA-reiche Präparate siehe eigene Zeilen
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,26 (−0,41 bis −0,11), Ansprechen RR 0,99 und Remission RR 1,17 nicht besser als Placebo, deutliche Heterogenität und Publikationsbias (Kong 2025); 33 Studien, 1.848 Pers.: SMD −0,40 (−0,64 bis −0,16), entspricht etwa 2,5 Punkten auf der Hamilton-Skala, Evidenz sehr niedrig (Appleton 2021, Cochrane); ältere Analyse mit 13 Studien nach Korrektur für Publikationsbias ohne Effekt (Bloch 2012)
Bei diagnostizierter Depression sinken die Depressionswerte mit Omega-3 wahrscheinlich etwas stärker als mit Placebo; die maßgebliche Meta-Analyse mit 36 Studien und die Cochrane-Auswertung kommen übereinstimmend zu einem kleinen Vorteil. Mehr Menschen wurden dadurch aber nicht gesund, die Studien streuen stark, und kleine Studien zeigen größere Effekte. Eine internationale Fachgesellschaft empfiehlt Omega-3 als Ergänzung zu Antidepressiva, nicht als alleinige Behandlung. 17, 95, 19, 96, 97, 98, 18
Depressive Verstimmung ohne Diagnose verringernwahrscheinlich8 Studien (Grosso 2014)ohne Diagnose SMD 0,22 zugunsten Omega-3
Erwachsene mit depressiven Beschwerden, aber ohne diagnostizierte Depression, und Gesunde
Ergebnisse: ohne Diagnose SMD 0,22 (0,01 bis 0,43) zugunsten Omega-3 (Grosso 2014); leichte bis mittlere Beschwerden und Gesunde ohne signifikanten Effekt (Martins 2009); ältere Menschen ohne Depression g 0,12 (−0,05 bis 0,29), n. s. (Bae 2018); gemischte Analyse mit und ohne Diagnose, 20 Studien, 5.836 Pers.: SMD −0,34 (−0,55 bis −0,12), I² 86 % (Wolters 2021)
Bei Menschen ohne Depressionsdiagnose verringert Omega-3 depressive Verstimmungen wahrscheinlich ein wenig. Die maßgebliche Meta-Analyse fand in acht Studien einen kleinen Vorteil gegenüber Placebo, gemischte Auswertungen über Menschen mit und ohne Diagnose ebenfalls. Der Effekt ist knapp, zwei andere Analysen sahen bei leichten Beschwerden oder bei Gesunden keinen Unterschied, und in der großen VITAL-Studie mit über 18.000 Teilnehmenden blieben die Stimmungswerte gleich. 103, 100, 104, 105, 20
Depression in der Schwangerschaft lindern oder vorbeugenwahrscheinlich8 Placebo-RCTs, 638 Pers. (Zhang 2020)depressive Beschwerden signifikant gebessert, in der Schwangerschaft wie nach der …
Frauen mit depressiven Beschwerden in der Schwangerschaft oder nach der Geburt; Omega-3 als alleinige Behandlung
Ergebnisse: depressive Beschwerden signifikant gebessert, in der Schwangerschaft wie nach der Geburt, vor allem mit EPA:DHA ab 1,5 und bei leichter bis mittlerer Depression; Nebenwirkungen wie Placebo (Zhang 2020); Behandlung perinatal SMD −0,14 (−0,55 bis 0,27), n. s. (Suradom 2021)
Bei Frauen mit depressiven Beschwerden in der Schwangerschaft oder nach der Geburt bessert Omega-3 die Beschwerden wahrscheinlich etwas. Die maßgebliche Meta-Analyse mit acht Placebo-Studien und 638 Frauen fand einen Vorteil, vor allem mit EPA-reichen Präparaten und bei leichter bis mittlerer Depression. Eine kleinere Auswertung sah keinen gesicherten Unterschied; eine ärztliche Behandlung ersetzt Omega-3 nicht. 113, 94, 114
Depressive Phasen bei bipolarer Störung lindernErwachsene mit bipolarer Störung, zusätzlich zur üblichen Behandlungwahrscheinlich5 Studien, 291 Pers. (Sarris 2012)bipolare Depression g 0,34 zugunsten Omega-3, I² 30 %
Ergebnisse: bipolare Depression g 0,34 zugunsten Omega-3 (p = 0,029), I² 30 %; kleinere Studien mit größeren Effekten (Sarris 2012); Cochrane: nur 1 auswertbare Studie mit 75 Pers., Depressionswert −3,93 Punkte (Montgomery 2008)
Als Ergänzung zur üblichen Behandlung besserte Omega-3 die depressiven Beschwerden bei bipolarer Störung in einer Meta-Analyse mäßig. Diese ruht auf fünf kleinen Studien mit zusammen 291 Menschen, und die kleinsten Studien zeigten die größten Effekte. Eine Fachgesellschaft gibt deshalb nur eine schwache Empfehlung. 122, 123, 18
Aggressives und antisoziales Verhalten verringernwahrscheinlich28 Studien, 3.918 Pers. (Raine & Brodrick 2024)Aggression g 0,16 bis 0,28 je nach Auswertungseinheit, im Mittel 0,22, kein …
Kinder und Erwachsene aus Allgemeinbevölkerung, Klinik und Strafvollzug
Ergebnisse: Aggression g 0,16 bis 0,28 je nach Auswertungseinheit, im Mittel 0,22, kein Publikationsbias (Raine 2024); antisoziales Verhalten, 25 RCTs, 2.889 Pers.: g 0,13 (p < 0,001) (Raine 2026); gemischte Analyse mit Beobachtungsstudien SMD 0,20 bis 0,24 (Gajos 2016)
Über viele Studien hinweg ging aggressives Verhalten mit Omega-3 leicht zurück, bei Kindern wie Erwachsenen und in verschiedenen Umfeldern. Der Effekt ist klein. Beide großen Meta-Analysen stammen von derselben Forschergruppe, und die Effekte hingen davon ab, wer das Verhalten bewertete. 135, 136, 137
Depression lindern mit EPA-reichem Omega-3unklarTeilauswertungen: 15 Studien mit EPA-reichen Präparaten, 6 mit reinem EPA (Liao 2019); 10 RCTs, 1.426 Pers. (Kelaiditis 2023)EPA-Anteil ab 60 %: SMD −0,36, I² 86 %
Präparate mit mindestens etwa 60 % EPA am Omega-3-Gehalt, Erwachsene mit depressiven Beschwerden oder Depression
Ergebnisse: EPA-Anteil ab 60 %: SMD −0,36 (−0,68 bis −0,05), I² 86 % (Kelaiditis 2023); EPA-reich knapp an der Signifikanzgrenze (p = 0,05), reines EPA −0,50 (Liao 2019); 13 Studien mit über 50 % EPA SMD −0,45, kleiner in größeren und besseren Studien (Martins 2009)
Ob EPA-reiches Omega-3 eine Depression lindert, ist unklar. Mehrere Meta-Analysen sehen den Vorteil fast nur bei Präparaten, in denen EPA überwiegt, doch das sind nachträgliche Teilauswertungen, keine eigens dafür geplanten Vergleiche. Die größte davon lag nur knapp an der Signifikanzgrenze, die Studien streuen stark, und sehr hohe EPA-Dosen über 2 g am Tag schnitten nicht besser ab. 99, 19, 100
Depression lindern mit DHA-reichem Omega-3Präparate aus reinem DHA oder mit überwiegend DHAunklar4 Studien mit über 50 % DHA, 3 mit reinem DHA (Martins 2009)reines DHA SMD 0,00
Ergebnisse: reines DHA SMD 0,00 (−0,33 bis 0,33); > 50 % DHA SMD 0,14 (−0,20 bis 0,48), beide nicht signifikant (Martins 2009); DHA-pure und DHA-major ohne Nutzen (Liao 2019)
Ob DHA-reiche Präparate eine Depression lindern, ist unklar, weil es dazu nur wenige kleine Studien gibt. In den Teilauswertungen zweier Meta-Analysen senkten Präparate, in denen DHA überwiegt, die Depressionswerte nicht stärker als Placebo, und auch zwei Placebo-Studien mit 47 und 196 Teilnehmenden fanden keinen Unterschied. Wo Omega-3 bei Depression überhaupt wirkte, war es meist EPA-reich (siehe eigene Zeile). 100, 19, 101, 102
Depression im Alter lindernältere Menschen mit depressiven Beschwerden oder Depressionunklar6 Studien, 4.605 Pers. über 65 J. (Bae 2018), Teilgruppe mit DepressionTeilgruppe mit Depression g −0,94
Ergebnisse: Teilgruppe mit Depression g −0,94 (−1,37 bis −0,50); Gesunde ohne Effekt (Bae 2018); Teilgruppe Omega-3 bei Älteren mit Depression SMD −0,14 (−0,27 bis −0,02) (Gong 2025); bei Demenz oder leichter kognitiver Störung gesamt n. s. (Chang 2024)
Ob Omega-3 eine Depression im Alter lindert, ist unklar. Keine Meta-Analyse hat eigens ältere Menschen mit Depression untersucht; Vorteile zeigten sich nur in Teilauswertungen mit wenigen Studien, einmal groß, einmal klein. Bei älteren Menschen ohne Depression und bei Demenzkranken fand sich kein Effekt. 104, 108, 101
Angst verringernErwachsene, mit und ohne Angststörung oder andere Erkrankungunklarwidersprüchlich31 Studien, Depression und Angst (Deane 2021); 23 Studien, 2.189 Pers. (Bafkar 2024)Angstbeschwerden über mindestens 6 Monate SMD 0,15, von den Autoren als kaum oder keine …
Ergebnisse: Angstbeschwerden über mindestens 6 Monate SMD 0,15 (0,05 bis 0,26), von den Autoren als kaum oder keine Wirkung gewertet (Deane 2021); je 1 g/Tag SMD −0,70 (−1,17 bis −0,22), GRADE niedrig, unter 2 g/Tag kein Effekt (Bafkar 2024); 19 Studien: g 0,37 (0,08 bis 0,67), nur ab 2 g/Tag und bei Erkrankten (Su 2018)
Ob Omega-3 Angst verringert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 31 längeren Studien fand nur einen sehr kleinen Unterschied, den die Autoren selbst als klinisch unbedeutend werten. Zwei andere Auswertungen sahen einen Rückgang der Angstbeschwerden, aber nur bei Tagesdosen um 2 g und eher bei Menschen mit einer Erkrankung; ihre Evidenzqualität ist niedrig. 106, 115, 116
Stress und Stresshormon Cortisol senkengesunde Erwachsene mit Alltags- oder Arbeitsstress, Laborstress-Testsunklarnur einzelne Placebo-RCTs, größte mit 138 Pers. (Madison 2021); keine Meta-Analysewahrgenommener Stress nach 12 Wochen EPA 2,2 g/Tag unverändert
Ergebnisse: wahrgenommener Stress nach 12 Wochen EPA 2,2 g/Tag unverändert (p = 0,30; Bradbury 2017); Stimmung, Denkleistung und Cortisol nach Laborstress ohne Unterschied (Giles 2015); 2,5 g/Tag: 19 % niedrigeres Cortisol während eines Laborstresstests (Madison 2021)
Ob Omega-3 bei Stress hilft, ist nicht geklärt. In zwei Placebo-Studien mit gestressten oder gesunden jungen Erwachsenen änderte sich das Stressempfinden nicht. Eine Studie mit Menschen mittleren Alters fand während eines Stresstests etwas niedrigere Cortisolwerte; das ist ein Laborwert, kein Maß für das Befinden. 52, 117, 118
Posttraumatischer Belastungsstörung vorbeugenErwachsene kurz nach einem schweren Unfall oder Traumaunklar1 Placebo-RCT, 110 Pers. (Matsuoka 2015); Übersicht über 3 RCTs (Capple 2025)PTBS-Schwere nach 3 Monaten ohne Unterschied, PTBS bei 11,1 % mit DHA gegen 5,5 % mit …
Ergebnisse: PTBS-Schwere nach 3 Monaten ohne Unterschied (CAPS 10,8 gegen 9,2; p = 0,57), PTBS bei 11,1 % mit DHA gegen 5,5 % mit Placebo (Matsuoka 2015); keine der drei RCTs zeigte einen vorbeugenden Effekt (Capple 2025)
Ob Omega-3 nach einem Trauma einer Posttraumatischen Belastungsstörung vorbeugt, ist unklar, weil es nur wenige kleine Studien gibt. In der größten mit 110 Unfallverletzten verhinderte DHA-reiches Fischöl keine Erkrankung, in der Fischölgruppe erkrankten sogar etwas mehr Menschen. Eine systematische Übersicht fand insgesamt drei Placebo-Studien, alle ohne vorbeugenden Effekt. 119, 120, 121
Beschwerden bei Schizophrenie lindernunklar16 Studien, 1.435 Pers. (Lin 2025)Schizophrenie SMD −0,12, nicht signifikant
Menschen mit Schizophrenie oder anderer Psychose, zusätzlich zu Antipsychotika
Ergebnisse: Schizophrenie SMD −0,12 (−0,27 bis 0,02), nicht signifikant (Lin 2025); alle Psychosestadien g −0,26 (−0,55 bis 0,03), n. s. (Rossier 2024); 20 RCTs, 1.494 Pers.: signifikante Besserung der Gesamt- und Positivsymptome, nicht der Negativsymptome (Goh 2021)
Ob Omega-3 bei Schizophrenie hilft, ist umstritten. Die neueste und eine weitere aktuelle Meta-Analyse fanden keinen signifikanten Vorteil, eine etwas größere ältere dagegen schon, vor allem bei schwer Erkrankten und EPA über 1 g am Tag. Leitlinien empfehlen Omega-3 bei Schizophrenie nicht. 125, 126, 127, 18
Psychose bei hohem Risiko vorbeugenunklarwidersprüchlich2 Studien (Minichino 2025)NEURAPRO: Übergang in Psychose nach 12 Monaten 11,5 % gegen 11,2 %
Jugendliche und junge Erwachsene mit Vorzeichen einer Psychose (Ultra-High-Risk)
Ergebnisse: NEURAPRO: Übergang in Psychose nach 12 Monaten 11,5 % gegen 11,2 % (HR 1,1; McGorry 2017); PURPOSE: kein Unterschied über 2 Jahre (Winter-van Rossum 2025); NAYAB: Übergang 17,3 % mit gegen 10,4 % ohne Omega-3, RR 1,67 (0,95 bis 2,92) (Qurashi 2024); frühe Wiener Studie: 4,9 % gegen 27,5 % (Amminger 2010); Hochrisiko-Gruppe SMD −0,07, n. s. (Lin 2025)
Ob Fischöl bei jungen Menschen mit Vorzeichen einer Psychose den Ausbruch verhindert, ist unklar, die neueren Studien sprechen aber dagegen. Eine kleine Wiener Studie hatte 2010 deutlich weniger Erkrankungen gezeigt; drei größere Folgestudien in mehreren Ländern konnten das nicht bestätigen, in einer erkrankten mit Omega-3 sogar tendenziell mehr. Eine Meta-Analyse mit genug Studien für ein klares Urteil gibt es nicht. 128, 129, 130, 131, 125, 132, 133
Beschwerden bei Borderline-Persönlichkeitsstörung lindernunklarerste Hinweise4 Studien, 137 Pers. (Karaszewska 2021)Gesamtschwere SDM 0,54 zugunsten Omega-3, I² 0 %
Jugendliche und Erwachsene mit Borderline-Störung oder entsprechendem Verhalten
Ergebnisse: Gesamtschwere SDM 0,54 (0,17 bis 0,91) zugunsten Omega-3, I² 0 %; Gefühlsschwankungen 0,74, Impulsivität 0,45; Wahrnehmungsverzerrungen n. s. (Karaszewska 2021)
Bei Borderline-Störung gingen Gefühlsschwankungen und impulsives Verhalten mit Omega-3 in einer Meta-Analyse deutlich zurück. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Die Auswertung umfasst nur vier kleine Studien mit zusammen 137 Menschen, größere und längere Placebo-Studien fehlen, deshalb bleibt die Frage unklar. 134
Geistige Leistungsfähigkeit im Alter erhaltenErwachsene ab etwa 40 bis 60 Jahren ohne Demenzunklarwidersprüchlich24 Studien, 9.660 Pers. (Suh 2024); 13 RCTs, 14.851 Pers. für MMSE (Brainard 2020)kein gesicherter Effekt, nur Trend bei Exekutivfunktionen
Ergebnisse: kein gesicherter Effekt, nur Trend bei Exekutivfunktionen (Suh 2024); MMSE-Unterschied 0,10 Punkte (0,03 bis 0,16) von 30, von den Autoren als kaum oder kein Effekt gewertet (Brainard 2020); 25 Studien: globale Kognition g 0,02 (−0,12 bis 0,15), n. s. (Alex 2020); MAPT mit 1.680 Pers. und DO-HEALTH mit 2.157 Pers. ohne Effekt
Ob Omega-3 die geistige Leistungsfähigkeit im Alter erhält, ist unklar, ein spürbarer Nutzen zeigt sich aber nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 24 Studien fand keinen gesicherten Effekt; eine andere über 13 Studien mit fast 15.000 Teilnehmenden kam zwar auf einen statistisch gesicherten, aber winzigen Unterschied von einem Zehntelpunkt auf einem 30-Punkte-Test, den die Autoren selbst als bedeutungslos werten. Große mehrjährige Studien wie MAPT und DO-HEALTH blieben ohne Effekt. 138, 23, 139, 140, 141
Gedächtnis bei leichten Gedächtnisklagen verbessernunklarwidersprüchlich24 Studien, 9.660 Pers. (Suh 2024); 25 RCTs (Alex 2020), Teilauswertung Gedächtniskein gesicherter Effekt auf das Gedächtnis, nur ansteigender Trend bei …
ältere Erwachsene ohne Demenz, teils mit subjektiven Gedächtnisproblemen
Ergebnisse: kein gesicherter Effekt auf das Gedächtnis, nur ansteigender Trend bei Exekutivfunktionen in den ersten 12 Monaten (Suh 2024); Gedächtnis g 0,31 (p = 0,003) bei sonst fehlendem Effekt auf die Gesamtkognition (Alex 2020); episodisches Gedächtnis bei leichten Gedächtnisklagen verbessert, herstellerfinanzierte Analyse (Yurko-Mauro 2015); MAPT ohne Unterschied
Ob Omega-3 das Gedächtnis älterer Menschen verbessert, ist offen. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 24 Studien und fast 10.000 Teilnehmenden fand keinen gesicherten Effekt, zwei andere Auswertungen sahen einen kleinen Vorteil, vor allem bei leichten Gedächtnisklagen. Eine davon wurde von einem Hersteller durchgeführt, und in großen Langzeitstudien zeigte sich kein Unterschied. 138, 139, 142, 140
Denkleistung bei jungen, gesunden Erwachsenen verbesserngesunde Erwachsene von etwa 18 bis 50 JahrenunklarwidersprüchlichPlacebo-RCTs mit 176 bis 310 Pers.; Meta-Analyse über 24 Studien gemischter Gruppen (Cooper 2015)EPA-reiches Öl verbesserte Genauigkeit und Tempo, DHA-reiches nicht, 310 Pers.
Ergebnisse: EPA-reiches Öl verbesserte Genauigkeit und Tempo, DHA-reiches nicht, 310 Pers. (Patan 2021); DHA verbesserte Reaktionszeiten, 176 Pers. (Stonehouse 2013); kein Effekt bei 193 Pers. von 20 bis 80 J. (Maltais 2022); in 24 Studien mit Gesunden und Kindern mit ADHS keine Verbesserung (Cooper 2015)
Bei jungen, gesunden Erwachsenen sind die Ergebnisse uneinheitlich. Zwei Studien fanden kleine Verbesserungen bei Reaktionszeit oder Testgenauigkeit, einmal mit EPA-reichem, einmal mit DHA-reichem Öl, andere Studien fanden keinen Unterschied. Eine Meta-Analyse über Gesunde aller Altersgruppen sah keinen Effekt. 143, 144, 145, 146
Alzheimer-Demenz verlangsamenMenschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenzunklar3 RCTs, 566 Pers. (Burckhardt 2016, Cochrane)Kognition ADAS-cog SMD −0,02, Alltagsfähigkeit −0,02, Demenzschwere CDR 0,00, jeweils …
Ergebnisse: Kognition ADAS-cog SMD −0,02 (−0,19 bis 0,15), Alltagsfähigkeit −0,02, Demenzschwere CDR 0,00, jeweils hohe Evidenz (Burckhardt 2016); DHA 2 g/Tag über 18 Monate bei 402 Pers. ohne Effekt auf Kognition, Funktion oder Hirnschwund (Quinn 2010)
Bei bestehender Alzheimer-Demenz hat Omega-3 in den bisherigen Studien den Abbau nicht verlangsamt, für ein klares Urteil ist die Datenlage aber zu schmal. Die Cochrane-Analyse fand in nur drei gut gemachten Studien keinen Unterschied in Gedächtnis, Alltagsfähigkeit oder Schwere der Demenz, und die größte Einzelstudie mit 402 Erkrankten zeigte auch beim Hirnvolumen keinen Effekt. Eine neuere Analyse mit positivem Ergebnis mischt Kombinationspräparate und Beobachtungsstudien. 24, 149, 150
Schlaf verbessernErwachsene, mit und ohne Schlafproblemeunklarwidersprüchlich12 kontrollierte Studien über alle Altersgruppen (Dai 2021); einzelne Placebo-RCTs mit 50 bis 355 Pers.Erwachsene: kein Effekt auf Schlafdauer, Einschlafzeit, Schlafeffizienz, Schlafqualität …
Ergebnisse: Erwachsene: kein Effekt auf Schlafdauer, Einschlafzeit, Schlafeffizienz, Schlafqualität oder Schlaflosigkeit (Dai 2021); Frauen in den Wechseljahren, 355 Pers.: Schlaf nicht besser (Cohen 2014); Depression, 50 Pers.: Schlafstörungen stärker gebessert als mit Placebo (Jahangard 2018)
Ob Omega-3 den Schlaf von Erwachsenen verbessert, ist unklar. Eine Meta-Analyse über kontrollierte Studien fand bei Erwachsenen keinen Vorteil bei Schlafdauer, Einschlafzeit oder Schlafqualität, ebenso eine Studie mit 355 Frauen in den Wechseljahren; eine kleine Studie bei Depression sah dagegen besseren Schlaf. Die Studien sind wenige, klein und messen Verschiedenes. 153, 154, 155, 156
Schlafprobleme bei Kindern verringernunklarwenige kontrollierte Studien in Teilauswertungen (Dai 2021)Kinder mit Schlafproblemen: Gesamtwert Schlafstörungen −1,81
Säuglinge und Kinder, vor allem mit klinisch auffälligen Schlafproblemen
Ergebnisse: Kinder mit Schlafproblemen: Gesamtwert Schlafstörungen −1,81 (−3,38 bis −0,23); gesunde Kinder ohne Effekt auf Dauer, Einschlafzeit und Effizienz; Säuglinge: weniger aktiver Schlaf (−8,4 %) (Dai 2021)
Bei Kindern mit ausgeprägten Schlafproblemen ging der Wert für Schlafstörungen mit Omega-3 etwas zurück, bei gesunden Kindern änderte sich nichts. Die Ergebnisse stammen aus wenigen kleinen Studien innerhalb einer Meta-Analyse. 153
Wochenbettdepression lindern oder vorbeugenspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 2.459 Pers.; größte mit 2.399 Schwangeren (Makrides 2010)starke depressive Beschwerden in den ersten 6 Monaten nach der Geburt 9,7 % vs
Schwangere und Wöchnerinnen ohne bestehende Depression; Einnahme in der Schwangerschaft oder nach der Geburt
Ergebnisse: starke depressive Beschwerden in den ersten 6 Monaten nach der Geburt 9,7 % vs. 11,2 %, RR 0,85 (0,70 bis 1,02), nicht signifikant (Makrides 2010); Wochenbettdepression RR 0,99 (0,56 bis 1,77), 2 Studien, 2.431 Pers. (Middleton 2018); Vorbeugung perinatal SMD −0,03, n. s. (Suradom 2021)
Einer Wochenbettdepression beugt Omega-3 nach den Studien nicht vor. In der großen australischen DOMInO-Studie mit 2.399 Schwangeren hatten Frauen mit DHA-reichem Fischöl nach der Geburt nicht seltener starke depressive Beschwerden als mit Placebo, und die Cochrane-Auswertung fand ebenfalls keinen Unterschied. Zur Behandlung bereits bestehender Beschwerden siehe die eigene Zeile. 93, 94, 42
Depression vorbeugenspricht dagegen31 Studien, 41.470 Pers. (Deane 2021)Risiko depressiver Beschwerden RR 1,01, mittlere Evidenz
Erwachsene ohne aktuelle Depression, vor allem ab 50 Jahren (VITAL-DEP)
Ergebnisse: Risiko depressiver Beschwerden RR 1,01 (0,92 bis 1,10), mittlere Evidenz (Deane 2021); VITAL-DEP 1 g/Tag über 5,3 Jahre: Depressionsrisiko HR 1,13 (1,01 bis 1,26), also leicht höher als mit Placebo, Stimmungswert ohne Unterschied (Okereke 2021); kein Schutz bei Älteren mit Vorstufe oder Risikofaktoren (Vyas 2023)
Omega-3 schützt nach den bisherigen Studien nicht vor einer Depression. In der größten Studie mit über 18.000 Erwachsenen ab 50 Jahren traten über gut fünf Jahre mit Fischöl sogar etwas mehr Depressionen auf als mit Placebo, während sich die Stimmungswerte nicht unterschieden. Eine Meta-Analyse über 31 Studien mit mehr als 41.000 Teilnehmenden fand ebenfalls keinen vorbeugenden Effekt. 106, 20, 107, 97
Depression bei Kindern und Jugendlichen lindernspricht dagegen5 Studien, 185 Pers. (Campisi 2024)Selbstberichtete Depression SMD −0,34, nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre mit diagnostizierter Depression
Ergebnisse: Selbstberichtete Depression SMD −0,34 (−0,85 bis 0,17), nicht signifikant, Evidenz sehr niedrig; Remission OR 1,11 (0,45 bis 2,75) (Campisi 2024); 15- bis 25-Jährige: Unterschied 0,2 Punkte (−1,1 bis 1,5; p = 0,75) (Amminger 2024)
Bei Kindern und Jugendlichen mit Depression spricht die Studienlage gegen einen Nutzen. Die maßgebliche Cochrane-Analyse fand in fünf kleinen Studien keinen signifikanten Unterschied zu Placebo, und die größte Einzelstudie mit 233 jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren zeigte praktisch keinen Unterschied. Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ähnlich selten. 109, 110
Depression bei Herzkrankheit lindernMenschen mit koronarer Herzkrankheit und Depression oder Angstspricht dagegen6 Studien, 2.570 Pers. (Gui 2024)Depression SMD 0,09, Angst SMD 0,07, beide nicht signifikant, obwohl der …
Ergebnisse: Depression SMD 0,09 (−0,07 bis 0,26), Angst SMD 0,07 (−0,17 bis 0,32), beide nicht signifikant, obwohl der Omega-3-Spiegel im Blut stieg (Gui 2024); zusätzlich zu Sertralin kein Vorteil (Chambergo-Michilot 2021)
Bei Menschen mit Herzkrankheit und Depression besserte Omega-3 weder die Depression noch die Angst. Der Omega-3-Gehalt im Blut stieg dabei messbar, die Einnahme hat also funktioniert. Auch als Zusatz zu einem Antidepressivum zeigte sich in dieser Gruppe kein Nutzen. 111, 112
Manische Phasen bei bipolarer Störung lindernErwachsene mit bipolarer Störung, zusätzlich zur üblichen Behandlungspricht dagegen5 Studien, 291 Pers. (Sarris 2012)Manie g 0,20, nicht signifikant
Ergebnisse: Manie g 0,20 (p = 0,099), nicht signifikant (Sarris 2012); 4 Studien, 126 Pers.: SMD 0,22 (−0,21 bis 0,65), n. s. (Kraguljac 2009); einzige auswertbare Cochrane-Studie ohne Effekt auf Manie (Montgomery 2008)
Auf manische Beschwerden hatte Omega-3 in allen Auswertungen keinen nachweisbaren Einfluss. Die Daten stammen allerdings aus wenigen kleinen Studien. 122, 124
Demenz vorbeugenErwachsene ohne Demenz, meist ab 60 Jahrenspricht dagegen6 Studien, 33.496 Pers. (Brainard 2020)neue neurokognitive Erkrankung RR 0,98
Ergebnisse: neue neurokognitive Erkrankung RR 0,98 (0,87 bis 1,10); neue kognitive Beeinträchtigung RR 0,99 (0,92 bis 1,06), 5 RCTs, 33.296 Pers.; jeweils mittlere Evidenz (Brainard 2020); Beobachtungsstudien zur Ernährung: etwa 20 % geringeres Risiko (Wei 2023)
In Studien mit über 33.000 Teilnehmenden erkrankten Menschen mit Omega-3-Kapseln genauso häufig an Demenz oder einer kognitiven Beeinträchtigung wie mit Placebo. Dass fischreiche Ernährung in Beobachtungsstudien mit weniger Demenz einhergeht, lässt sich mit Kapseln also nicht nachstellen; dort spielen vermutlich andere Lebensumstände mit. 23, 147, 148
Bewegungsstörungen bei Chorea Huntington lindernErwachsene mit Huntington-Krankheit, hochgereinigtes Ethyl-EPAspricht dagegen3 Placebo-RCTs, 741 Pers.; größte mit 316 Pers. (TREND-HD 2008)nach 6 Monaten kein Effekt auf irgendeine Skala
Ergebnisse: nach 6 Monaten kein Effekt auf irgendeine Skala; nach 12 Monaten in 2 Studien Motorik-Wert −2,72 (−4,76 bis −0,68), eine davon mit offener Phase (Morsy 2019); TREND-HD: kein Unterschied in Motorik, Funktion und Kognition nach 6 Monaten
Bei Chorea Huntington besserte hochgereinigtes Ethyl-EPA die Bewegungsstörungen nicht: Drei Placebo-Studien mit zusammen 741 Erkrankten fanden keinen Unterschied, auch die größte mit 316 Teilnehmenden nach sechs Monaten weder bei Bewegungen noch im Alltag oder beim Denken. Ein kleiner Vorteil nach zwölf Monaten stammt aus zwei Studien, von denen eine ab der Hälfte nicht mehr verblindet war. 151, 152
Migräneanfällen vorbeugenErwachsene mit episodischer oder chronischer Migränespricht dagegen5 Studien (Maghsoumi-Norouzabad 2018)Häufigkeit WMD −0,20 und Stärke n
Ergebnisse: Häufigkeit WMD −0,20 (−0,67 bis 0,27) und Stärke n. s., Dauer −3,44 h aus 2 RCTs (Maghsoumi-Norouzabad 2018); kein Migränewert signifikant gesenkt (Talandashti 2025); VITAL-Teilstudie mit 1.032 Pers.: Häufigkeit und Stärke wie mit Placebo (Rist 2021); gemischte Fettsäure-Studien SMD −1,91 (García-Pérez-de-Sevilla 2025)
Migräneanfällen beugt Omega-3 nach den Studien eher nicht vor. Die maßgebliche Meta-Analyse fand keine selteneren oder schwächeren Anfälle, nur etwas kürzere, und in einer Teilstudie der großen VITAL-Studie mit 1.032 Migränekranken änderte sich weder Häufigkeit noch Stärke. Auswertungen mit großen Effekten mischen Omega-3 mit Ernährungsumstellung oder anderen Fettsäuren oder vergleichen indirekt über ein Netzwerk vieler Behandlungen. 157, 158, 159, 160, 161
Gelenke, Augen, Haut & Sonstiges 27
1 gut belegt · 6 wahrscheinlich · 16 unklar · 2 spricht dagegen · 2 nicht untersucht
Linderung von trockenen AugenErwachsene mit Syndrom des trockenen Auges unterschiedlicher Ursachegut belegt18 Studien, 4.246 Pers. (Wang 2023)Beschwerden Hedges' g −1,05, Tränenfilm, Schirmer-Test und Osmolarität ebenfalls …
Ergebnisse: Beschwerden Hedges' g −1,05 (p < 0,001), Tränenfilm, Schirmer-Test und Osmolarität ebenfalls besser, stark heterogen (Wang 2023); SDM 0,97 (0,55 bis 1,38) (Giannaccare 2019); DREAM mit 535 Pers.: Unterschied −1,9 Punkte (−5,0 bis 1,1), nicht signifikant; Cochrane: MD −2,47 (−5,14 bis 0,19) in 4 Studien
Bei trockenen Augen gehen die Beschwerden mit Omega-3 zurück; mehrere Meta-Analysen finden das übereinstimmend, die maßgebliche mit 18 Studien und über 4.000 Teilnehmenden. Die Ergebnisse schwanken aber stark zwischen Ländern und Studien. Die größte Einzelstudie, DREAM mit 535 Teilnehmenden, fand mit 3 g täglich über ein Jahr keinen Vorteil gegenüber Olivenöl, und eine Cochrane-Auswertung weniger Studien sah ebenfalls kaum Unterschied. 27, 176, 177, 28, 178, 179
Weniger Schmerzen bei ArthroseErwachsene mit Arthrose, meist im Kniewahrscheinlich9 Studien, 2.070 Pers. (Deng 2023)Schmerz SMD −0,29, Gelenkfunktion SMD −0,21
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,29 (95 % KI −0,47 bis −0,11), Gelenkfunktion SMD −0,21 (Deng 2023); bei Arthrose SMD −0,17 (−0,57 bis 0,24), nicht signifikant (Senftleber 2017); VITAL: kein Unterschied im Knieschmerz über 5 Jahre bei 1.398 Pers.; Krillöl 2 g/Tag ohne Vorteil (−0,3 Punkte auf 0–100)
Omega-3 lindert Arthroseschmerzen wahrscheinlich ein wenig: Die maßgebliche Meta-Analyse mit neun Studien und 2.070 Teilnehmenden fand einen kleinen Vorteil bei Schmerz und Gelenkfunktion. Ganz einheitlich ist das Bild nicht, denn eine ältere Auswertung und mehrere Einzelstudien sahen keinen Unterschied, darunter fast 1.400 Menschen mit Knieschmerzen in der VITAL-Studie und die sorgfältigste Krillöl-Studie. Der Effekt ist klein. 32, 162, 33, 170, 171
Geringere Krankheitsaktivität bei Lupuswahrscheinlich5 Studien, 274 Pers. (Duarte-García 2020)Krankheitsaktivität SMD −0,33, entspricht etwa −0,9 Punkten im SLEDAI
Erwachsene mit systemischem Lupus erythematodes, ≤ 3 g Omega-3 am Tag zusätzlich zur Therapie
Ergebnisse: Krankheitsaktivität SMD −0,33 (95 % KI −0,57 bis −0,09), entspricht etwa −0,9 Punkten im SLEDAI
Bei Lupus senkt Omega-3 zusätzlich zur Behandlung die Krankheitsaktivität wahrscheinlich leicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf kleinen Studien und 274 Teilnehmenden fand knapp einen Punkt weniger auf der üblichen Aktivitätsskala; die Vertrauenswürdigkeit bewerten die Autoren als niedrig. 175
Hautbefall bei Schuppenflechte bessernErwachsene mit Psoriasiswahrscheinlich10 Studien, 560 Pers. (Clark 2019)PASI −1,58
Ergebnisse: PASI −1,58 (95 % KI −2,24 bis −0,92; Clark 2019); als alleinige Behandlung kein Effekt auf PASI (p = 0,47), zusätzlich zur Standardtherapie PASI −3,92 (Chen 2020); in drei auswertbaren Studien PASI −0,28 (−1,74 bis 1,19) (Yang 2019)
Bei Schuppenflechte bessert Omega-3 den Hautbefall wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit zehn Studien fand einen kleinen Rückgang im PASI-Wert sowie weniger Rötung und Schuppung. Eine weitere Auswertung zeigt, dass Fischöl allein kaum hilft, zusammen mit der üblichen Behandlung aber zusätzlichen Nutzen bringen kann; eine dritte mit nur drei auswertbaren Studien sah keinen Effekt. 25, 26, 190
Weniger Regelschmerzenjunge Frauen mit primärer Dysmenorrhoewahrscheinlich8 Studien (Snipe 2024)Schmerzstärke d −1,02 bei 300 bis 1.800 mg/Tag über 2 bis 3 Monate, weniger Schmerzmittel
Ergebnisse: Schmerzstärke d −1,02 (95 % KI −1,53 bis −0,51) bei 300 bis 1.800 mg/Tag über 2 bis 3 Monate, weniger Schmerzmittel (Snipe 2024); SMD −1,08 (−1,87 bis −0,28), Wirkung bei höheren Dosen und älteren Frauen geringer (Mohammadi 2022)
Omega-3 lindert Regelschmerzen wahrscheinlich: Die maßgebliche Meta-Analyse mit acht Studien fand einen großen Rückgang der Schmerzstärke, und viele Frauen brauchten weniger Schmerzmittel. Die Studien sind aber klein, stammen überwiegend aus einem Land und sind methodisch nur mittelmäßig; die Cochrane-Übersicht bewertet die Evidenz für Fischöl allein als sehr begrenzt. 193, 194, 195, 196
Mehr Kraft und Beweglichkeit im Altergesunde ältere Erwachsene, mit oder ohne Trainingwahrscheinlich9 Studien (Cornish 2022)Beinkraft SMD 0,54, Aufstehtest +1,93 Wiederholungen, Armkraft und Gehen nicht verbessert
Ergebnisse: Beinkraft SMD 0,54 (95 % KI 0,33 bis 0,75), Aufstehtest +1,93 Wiederholungen, Armkraft und Gehen nicht verbessert (Cornish 2022); Kraft insgesamt SMD 0,12 (0,006 bis 0,24) (Santo André 2023); Griffkraft SMD 0,61 (−0,05 bis 1,27), nicht signifikant (Timraz 2023)
Ältere Menschen hatten mit Omega-3 in mehreren Auswertungen etwas mehr Kraft in den Beinen und schnitten beim Aufstehen vom Stuhl besser ab. Bei Armkraft, Griffkraft und Gehgeschwindigkeit fand sich kein gesicherter Vorteil. Über alle Altersgruppen hinweg ist der Kraftgewinn sehr klein. 37, 204, 206
Weniger Muskelkater nach dem Traininggesunde Erwachsene nach ungewohnter, exzentrischer Belastungwahrscheinlich41 Studien (Li 2026); 12 Studien, 301 Pers. (Lv 2020)Muskelkater, IL-6, TNF-α und Kreatinkinase mäßig verringert, SMD −0,4 bis −0,7
Ergebnisse: Muskelkater, IL-6, TNF-α und Kreatinkinase mäßig verringert, SMD −0,4 bis −0,7 (Li 2026); 9 Placebo-Studien g −0,75 (−1,14 bis −0,36) (Yaghoobi 2026); nach 2 Tagen −0,93 Punkte auf einer 10er-Skala, unter der klinisch spürbaren Schwelle von 1,4 (Lv 2020)
Nach ungewohnter Belastung haben Menschen mit Omega-3 wahrscheinlich weniger Muskelkater; zwei Meta-Analysen, die maßgebliche mit 41 Studien, finden einen Vorteil. Für „gut belegt“ reicht das nicht: Die große Auswertung zählt ihre Studien nur gemeinsam über Muskelkater, Entzündungs- und Muskelwerte, und eine Auswertung genau zum Muskelkater mit 12 Studien fand nur einen Unterschied, den ihre Autoren als klinisch unbedeutend werten. Groß ist der Unterschied nicht: Im Mittel liegt er bei knapp einem Punkt auf einer Zehnerskala, etwas unter der Schwelle, die als deutlich spürbar gilt. Kraft und Beweglichkeit erholten sich nicht in allen Auswertungen schneller. 38, 39, 207
- Studienzahl nur als Gesamtzahl über mehrere Messwerte – für ‚gut belegt‘ fehlt eine messwertgenaue Meta-Analyse
Weniger Gelenkschmerzen bei rheumatoider Arthritisunklarwidersprüchlich23 Placebo-Studien (Gkiouras 2024); 22 Studien mit Schmerzdaten (Senftleber 2017)nur placebokontrollierte Studien: Schmerz SMD −0,16, druckschmerzhafte Gelenke SMD …
Erwachsene mit rheumatoider Arthritis, zusätzlich zur üblichen Behandlung, meist 2,7 g EPA+DHA am Tag oder mehr über mindestens 3 Monate
Ergebnisse: nur placebokontrollierte Studien: Schmerz SMD −0,16 (−0,40 bis 0,09), druckschmerzhafte Gelenke SMD −0,20, beide nicht signifikant (Gkiouras 2024); Schmerz SMD −0,21 (−0,42 bis −0,004) (Senftleber 2017); SMD −0,42 in 16 Studien (Xie 2025); Morgensteifigkeit SMD −0,43 (Goldberg 2007)
Ob Fischöl bei rheumatoider Arthritis die Gelenkschmerzen lindert, ist unklar. Mehrere Meta-Analysen fanden etwas weniger Schmerzen und kürzere Morgensteifigkeit, viele der Studien sind aber alt und klein. Die maßgebliche neue Auswertung, die nur placebokontrollierte Studien einschloss, sah nur noch einen nicht gesicherten Trend und bewertete die Vertrauenswürdigkeit als niedrig bis sehr niedrig. 34, 162, 163, 164, 165
Weniger Schmerzmittel bei rheumatoider Arthritisunklarwidersprüchlich23 Placebo-Studien (Gkiouras 2024); 10 Studien, 370 Pers. (Lee 2012)NSAR-Verbrauch nur placebokontrollierter Studien SMD −0,22, nicht signifikant
Erwachsene mit rheumatoider Arthritis; gemeint sind vor allem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)
Ergebnisse: NSAR-Verbrauch nur placebokontrollierter Studien SMD −0,22 (−0,90 bis 0,46), nicht signifikant (Gkiouras 2024); SMD −0,52 (−0,92 bis −0,12) (Lee 2012); SMD −0,40 (Goldberg 2007); 39 % vs. 10 % konnten NSAR um mehr als 30 % senken (Galarraga 2008)
Ob Menschen mit rheumatoider Arthritis mit Fischöl weniger Schmerzmittel brauchen, ist unklar. Ältere Meta-Analysen und einzelne Studien fanden, dass sie entzündungshemmende Schmerzmittel häufiger reduzieren konnten. Die maßgebliche neue Auswertung mit nur placebokontrollierten Studien sah diesen Vorteil nicht mehr und hält frühere Befunde für verzerrt, weil Fischöl am Geschmack erkennbar ist und die Verblindung oft nicht hielt. 34, 166, 163, 167, 168
Weniger Beschwerden bei Psoriasis-ArthritisErwachsene mit Psoriasis-Arthritis, 3 g Omega-3 am Tag über 24 Wochenunklarkeine Meta-Analyse; 1 RCT, 145 Pers. (Kristensen 2018)Krankheitsaktivität und Gelenkzahlen nicht signifikant besser als mit Olivenöl
Ergebnisse: Krankheitsaktivität und Gelenkzahlen nicht signifikant besser als mit Olivenöl; Verbrauch von NSAR und Paracetamol signifikant geringer (p = 0,04)
Bei Psoriasis-Arthritis gibt es nur eine größere placebokontrollierte Studie. Krankheitsaktivität, Gelenke und Hautbefall besserten sich mit Omega-3 nicht stärker als mit Olivenöl. Die Teilnehmenden nahmen aber weniger Schmerzmittel ein. 169
Weniger Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmernunklar1 RCT, 249 ausgewertete Frauen (Hershman 2015)Schmerzwert nach 12 Wochen −1,74 mit Omega-3 vs
Frauen mit frühem Brustkrebs unter Aromatasehemmer-Therapie, 3,3 g Omega-3 am Tag
Ergebnisse: Schmerzwert nach 12 Wochen −1,74 mit Omega-3 vs. −1,49 mit Placebo, kein signifikanter Unterschied (p = 0,58)
Ob Omega-3 Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern lindert, ist unklar, weil es nur eine placebokontrollierte Studie gibt. In dieser Studie mit 249 Frauen besserten sich die Beschwerden mit Omega-3 deutlich, mit dem Placebo-Öl aber genauso; ein eigener Effekt von Omega-3 war nicht nachweisbar. 172
Autoimmunerkrankungen vorbeugenunklar1 Mega-RCT, 25.871 Pers. (VITAL; Hahn 2022)neue Autoimmunerkrankungen nach 5,3 Jahren HR 0,85, nicht signifikant
gesunde Erwachsene ab 50 (Männer) bzw. 55 Jahren (Frauen), 1 g Omega-3 am Tag (VITAL)
Ergebnisse: neue Autoimmunerkrankungen nach 5,3 Jahren HR 0,85 (95 % KI 0,67 bis 1,08), nicht signifikant (Hahn 2022); nach 2 weiteren Beobachtungsjahren HR 0,83 (0,70 bis 0,99) (Costenbader 2024)
In der großen VITAL-Studie erkrankten unter Omega-3 etwas weniger Menschen neu an einer Autoimmunerkrankung wie rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte oder Schilddrüsenentzündung; während der Studienzeit war der Unterschied von 15 % aber nicht gesichert. Erst mit zwei weiteren Jahren Nachbeobachtung wurde er knapp signifikant. Das ist ein Hinweis, aber noch kein Nachweis, zumal es die einzige Studie dieser Art ist. 173, 174
Trockenen Augen vorbeugengesunde Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, 1 g Omega-3 am Tag (VITAL)unklar1 Mega-RCT, 23.523 Pers. (Christen 2022)neu diagnostiziertes trockenes Auge 2,0 % vs
Ergebnisse: neu diagnostiziertes trockenes Auge 2,0 % vs. 2,0 %, HR 0,97 (95 % KI 0,81 bis 1,16)
Ob Omega-3 trockenen Augen vorbeugt, ist unklar, weil es dazu nur eine Studie gibt. In dieser großen VITAL-Teilstudie bekamen Menschen mit Omega-3 über gut fünf Jahre genauso oft die Diagnose trockenes Auge wie mit Placebo, und auch starke Beschwerden traten nicht seltener auf. 180
Fortschreiten der Makuladegeneration bremsenunklar2 Studien, 2.343 Pers. (Lawrenson & Evans 2015)Fortschreiten zur späten Makuladegeneration HR 0,97
Menschen von 50 bis 85 Jahren mit mittlerer altersbedingter Makuladegeneration, zusätzlich zur AREDS-Rezeptur
Ergebnisse: Fortschreiten zur späten Makuladegeneration HR 0,97 (98,7 % KI 0,82 bis 1,16; AREDS2); zusammengefasst HR 0,96 (0,84 bis 1,10; Lawrenson 2015); nach 10 Jahren HR 1,01 (0,93 bis 1,09)
Ob Omega-3 das Fortschreiten der Makuladegeneration bremst, gilt als ungeklärt, weil es nur zwei Studien gibt; beide fanden aber keinen Nutzen. In der großen AREDS2-Studie schritt die Erkrankung mit 1 g Omega-3 täglich zusätzlich zu den Augenvitaminen nach fünf Jahren genauso oft fort wie mit Placebo, und auch nach zehn Jahren zeigte sich kein Unterschied. Die Cochrane-Übersicht bewertet dieses Ergebnis als hoch vertrauenswürdig. 181, 182, 183
Asthma-Beschwerden lindernKinder und Erwachsene mit bestehendem Asthmaunklar10 RCTs ohne Zusammenfassung (Reisman 2006); 1 RCT, 98 Pers. (Lang 2019)Ergebnisse uneinheitlich, kaum signifikante Effekte
Ergebnisse: Ergebnisse uneinheitlich, kaum signifikante Effekte (Reisman 2006); Asthmakontrolle bei übergewichtigen Jugendlichen nach 6 Monaten nicht besser (p = 0,58; Lang 2019)
Ob Omega-3 bestehendes Asthma bessert, lässt sich aus den bisherigen Studien nicht sagen. Eine systematische Übersicht fand in zehn Studien ein widersprüchliches Bild und so wenige verwertbare Daten, dass eine Zusammenfassung nicht möglich war. Eine neuere Studie mit übergewichtigen jungen Menschen mit schlecht kontrolliertem Asthma sah mit 4 g täglich keine bessere Asthmakontrolle und keine bessere Lungenfunktion. 184, 185
Rückfälle bei Morbus Crohn verhindernMenschen mit Morbus Crohn in Remissionunklarwidersprüchlich6 Studien, 1.039 Pers. (Lev-Tzion 2014)alle Studien Rückfall 39 % vs
Ergebnisse: alle Studien Rückfall 39 % vs. 47 %, RR 0,77 (95 % KI 0,61 bis 0,98), sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit; in den beiden großen, guten Studien RR 0,88 (0,74 bis 1,05), nicht signifikant (Lev-Tzion 2014); mehr Durchfall (RR 1,36) (Turner 2011)
Ob Omega-3 Rückfälle bei Morbus Crohn verhindert, ist unklar. Die maßgebliche Cochrane-Auswertung von sechs Studien fand zwar etwas weniger Rückfälle, die Autoren halten den Effekt aber für klinisch unbedeutend und unsicher: In den beiden großen, sorgfältigen EPIC-Studien mit über 700 Teilnehmenden war kein Vorteil mehr nachweisbar. Omega-3 verursachte eher häufiger Durchfall und Magenbeschwerden. 186, 187
Rückfälle bei Colitis ulcerosa verhindernMenschen mit Colitis ulcerosa in Remissionunklar3 Studien, 138 Pers. (Turner 2011)Rückfallrate RR 1,02
Ergebnisse: Rückfallrate RR 1,02 (95 % KI 0,51 bis 2,03); über alle entzündlichen Darmerkrankungen RR 0,85 (0,72 bis 1,01; Ajabnoor 2021)
Ob Omega-3 Rückfällen bei Colitis ulcerosa vorbeugt, ist unklar, weil es dazu nur drei kleine Studien mit zusammen 138 Teilnehmenden gibt. In ihnen traten Rückfälle mit Omega-3 genauso häufig auf wie ohne. Auch eine breitere Auswertung über alle chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen fand höchstens einen kleinen, nicht gesicherten Vorteil. 188, 189
Neurodermitis-Beschwerden lindernMenschen mit bestehender atopischer Dermatitisunklar2 kleine Fischöl-Studien im Cochrane-Review (Bath-Hextall 2012)möglicherweise kleiner Nutzen in zwei kleinen Studien
Ergebnisse: möglicherweise kleiner Nutzen in zwei kleinen Studien; keine überzeugende Evidenz
Zur Behandlung bestehender Neurodermitis mit Fischöl gibt es nur zwei kleine Studien. Sie deuten einen bescheidenen Nutzen an, untersuchten aber viele Endpunkte. Die Cochrane-Übersicht sieht keine überzeugende Evidenz und fordert eine große, vorab registrierte Studie. 31
Höhere Schwangerschaftsrate bei FrauenFrauen mit Kinderwunsch, mit oder ohne künstliche Befruchtungunklar6 Studien mit 1.789 Frauen in Kinderwunschbehandlung, 4 Studien mit 2.607 Frauen ohne (Trop-Steinberg 2024)Schwangerschaften OR 1,74 und 1,36, sehr heterogen, Ernährung und Präparate gemischt
Ergebnisse: Schwangerschaften OR 1,74 (Kinderwunschbehandlung) und 1,36 (natürlich), sehr heterogen (I² > 68 %), Ernährung und Präparate gemischt (Trop-Steinberg 2024)
Eine Meta-Analyse fand bei höherer Omega-3-Zufuhr mehr Schwangerschaften, sowohl mit als auch ohne künstliche Befruchtung. Sie mischte aber Präparate mit Ernährungsänderungen, und die Ergebnisse der Studien weichen stark voneinander ab. Eine Kohortenstudie sah bei Frauen mit Omega-3-Präparat höhere Empfängnischancen, kann Ursache und Wirkung aber nicht trennen. 197, 198
Bessere SpermienqualitätMänner mit unerfülltem Kinderwunschunklar3 Studien (Michaelsen 2025)Beweglichkeit der Spermien verbessert, Konzentration nicht
Ergebnisse: Beweglichkeit der Spermien verbessert, Konzentration nicht (Hosseini 2019); in der neuesten und strengsten Auswertung keine Verbesserung der Spermienwerte und keine Wirkung auf Schwangerschaften (Michaelsen 2025)
Frühere Auswertungen weniger kleiner Studien fanden mit Omega-3 beweglichere Spermien und teils mehr Spermien. Die neueste Meta-Analyse, die nur placebokontrollierte Studien über mindestens zwölf Wochen einschloss, sah für Omega-3 keine Verbesserung der Spermienwerte. Ob dadurch mehr Schwangerschaften entstehen, wurde für Omega-3 nicht gezeigt. 199, 200, 201, 202
Mehr Muskelmasse im Altergesunde ältere Erwachsene, mit oder ohne Trainingunklarwidersprüchlich16 Studien (Tseng 2023, Netzwerk-Meta-Analyse); 10 Studien zur Magermasse (Cornish 2022)keine Dosis von Omega-3 steigerte die Muskelmasse signifikant
Ergebnisse: keine Dosis von Omega-3 steigerte die Muskelmasse signifikant (Tseng 2023); Magermasse SMD 0,09 (−0,10 bis 0,28) (Cornish 2022); +0,33 kg (0,05 bis 0,62) in 6 Studien, nicht stabil (Huang 2020)
Ob Omega-3 im Alter Muskelmasse aufbaut, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 16 Studien fand bei keiner Dosis mehr Muskelmasse, ebenso eine zweite Auswertung bei der Magermasse. Nur eine kleinere ältere Analyse mit sechs Studien sah einen Zuwachs von etwa einem Drittel Kilogramm, der beim Weglassen einzelner Studien nicht stabil blieb. 203, 37, 204, 205
Bessere Sportleistunggesunde, trainierte oder sportlich aktive Erwachseneunklar4 Placebo-Studien, 132 Pers. (Wang 2026); 14 Studien zur Muskelfunktion (Santo André 2023)Ausdauer bei trainierten Sportlern SMD 0,18, nicht signifikant
Ergebnisse: Ausdauer bei trainierten Sportlern SMD 0,18 (−0,08 bis 0,44), nicht signifikant (Wang 2026); Muskelfunktion SMD 0,03 (−0,09 bis 0,15), Kraft SMD 0,12 (Santo André 2023); VO2max mit Calanus-Öl über 6 Monate unverändert (Tauschek 2022)
Ob Omega-3 die Ausdauer verbessert, ist unklar, Belege dafür gibt es kaum. Die maßgebliche Auswertung fand bei trainierten Sportlern in vier kleinen Placebo-Studien keinen gesicherten Vorteil, und auch Muskelfunktion und Leistungstests verbesserten sich in einer größeren Meta-Analyse nicht. Die Studien sind klein und befassen sich eher mit Erholung und Entzündungswerten. 208, 204, 209
Knochenbrüchen vorbeugenunklar1 Mega-RCT, 25.871 Pers. (VITAL; LeBoff 2026)alle Brüche HR 1,02, Hüftbrüche HR 0,89
gesunde Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, nicht nach niedriger Knochendichte ausgewählt
Ergebnisse: alle Brüche HR 1,02 (95 % KI 0,92 bis 1,13), Hüftbrüche HR 0,89 (0,61 bis 1,30)
Ob Omega-3 Knochenbrüchen vorbeugt, ist unklar, weil es dazu nur eine Studie gibt, diese aber eine sehr große: In der VITAL-Studie mit fast 26.000 Teilnehmenden brachen sich Menschen mit 1 g Omega-3 täglich über gut fünf Jahre genauso oft Knochen wie mit Placebo, bei allen Brüchen zusammen wie bei Hüftbrüchen. Eine Meta-Analyse randomisierter Studien gibt es nicht. 212
Krebs vorbeugenErwachsene ohne Krebs, meist mittleren und höheren Altersspricht dagegen27 Studien, 113.557 Pers. (Hanson 2020)Krebsdiagnosen RR 1,02, Krebstod RR 0,97
Ergebnisse: Krebsdiagnosen RR 1,02 (95 % KI 0,98 bis 1,07), Krebstod RR 0,97 (0,90 bis 1,06) (Hanson 2020); VITAL: HR 1,03 (0,93 bis 1,13)
Omega-3-Präparate senken das Krebsrisiko nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 27 Studien und über 113.000 Teilnehmenden traten Krebserkrankungen und Krebstodesfälle mit und ohne Omega-3 gleich häufig auf, mit hoher Vertrauenswürdigkeit. Die große VITAL-Studie bestätigt das mit 1 g täglich über gut fünf Jahre. 40, 2
Höhere KnochendichteErwachsene, vor allem Frauen nach den Wechseljahren und Älterespricht dagegen19 Studien, 2.546 Pers. (Gao 2023)keine signifikante Wirkung auf Knochendichte oder Knochenmarker
Ergebnisse: keine signifikante Wirkung auf Knochendichte oder Knochenmarker (Gao 2023); in VITAL Ganzkörper-Knochendichte +0,03 % vs. −0,41 %, an Wirbelsäule und Hüfte kein Effekt (LeBoff 2026)
Omega-3 verbessert die Knochendichte nicht nennenswert. Die umfassendste Meta-Analyse aus 19 Studien fand weder bei der Knochendichte noch bei den Knochenumbau-Markern einen Effekt. In der VITAL-Teilstudie zeigte sich nur am ganzen Körper ein winziger Unterschied, an Wirbelsäule und Hüfte keiner. 210, 211, 212
Weniger Akne-PickelJugendliche und Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer Aknenicht untersuchtkeine placebokontrollierte Studie; 1 kleiner RCT ohne Placebo, 45 Pers. (Jung 2014)entzündliche und nicht entzündliche Läsionen nach 10 Wochen mit 2 g EPA+DHA signifikant …
Ergebnisse: entzündliche und nicht entzündliche Läsionen nach 10 Wochen mit 2 g EPA+DHA signifikant zurückgegangen (Jung 2014)
Ob Omega-3 gegen Akne hilft, ist nicht untersucht: Es gibt keine einzige placebokontrollierte Studie. In einer kleinen koreanischen Studie gingen Pickel mit 2 g Omega-3 täglich über zehn Wochen zurück, die Vergleichsgruppe erhielt aber kein Präparat. Eine Übersicht über Nahrungsergänzungen bei Akne nennt Omega-3 als möglicherweise hilfreich, betont aber die kleinen Studien. 30, 191
Weniger Haarausfallnicht untersuchtkeine Studie mit Omega-3 allein; 1 RCT mit Kombinationspräparat ohne Placebo, 120 Pers.mit Omega-3/6 plus Antioxidantien nach 6 Monaten höhere Haardichte auf Fotos gegenüber …
Frauen mit Haarausfall; untersucht nur Kombinationspräparate mit Omega-6 und Antioxidantien
Ergebnisse: mit Omega-3/6 plus Antioxidantien nach 6 Monaten höhere Haardichte auf Fotos (p < 0,001) gegenüber unbehandelter Kontrolle (Le Floc'h 2015)
Ob Omega-3 allein gegen Haarausfall hilft, wurde nicht untersucht. Die einzige Studie testete ein Kombinationspräparat aus Omega-3, Omega-6 und Antioxidantien gegen eine Gruppe ohne Behandlung, nicht gegen Placebo. Welcher Bestandteil wirkt, lässt sich daraus nicht ablesen. 29, 192
Schwangerschaft & Kinder 17
2 gut belegt · 5 wahrscheinlich · 6 unklar · 4 spricht dagegen
Häufiger übertragene Schwangerschaft (über 42 Wochen)Schwangere; möglicher Nachteilgut belegt6 Studien, 5.141 Pers. (Middleton 2018)Schwangerschaft über 42 Wochen 1,6 vs
Ergebnisse: Schwangerschaft über 42 Wochen 1,6 vs. 2,6 %, RR 1,61 (95 % KI 1,11 bis 2,33; mittlere Evidenzqualität; Middleton 2018); Einleitung wegen Übertragung RR 0,82 (0,22 bis 2,98), unklar (Middleton 2018); in ORIP kein Unterschied bei Eingriffen wegen Übertragung über 41 Wochen (Makrides 2019)
Omega-3 in der Schwangerschaft führt häufiger zu einer übertragenen Schwangerschaft über die 42. Woche hinaus: Im Cochrane-Review mit sechs Studien und über 5.000 Frauen geschah das bei 2,6 statt 1,6 Prozent, bei mittlerer Evidenzqualität. Das ist die Kehrseite davon, dass Omega-3 die Schwangerschaft etwas verlängert. Ob deshalb häufiger eingeleitet werden muss, ist unklar; die große ORIP-Studie, in der Omega-3 nur bis zur 34. Woche gegeben wurde, fand dabei keinen Unterschied. 42, 216
Bessere Sehschärfe bei SäuglingenGabe an Mütter, Früh- oder Reifgeborene; gemessen im 1. Lebensjahrgut belegt24 Studien (Shulkin 2018)Sehschärfe −0,063 logMAR, Frühgeborene −0,08, Reifgeborene −0,08, Mütter −0,02, nicht …
Ergebnisse: Sehschärfe −0,063 logMAR (−0,084 bis −0,041; besser), Frühgeborene −0,08, Reifgeborene −0,08, Mütter −0,02 (−0,04 bis 0,00), nicht signifikant (Shulkin 2018); reife Säuglinge: VEP-Sehschärfe −0,15 logMAR (3 Studien), mit Sehkarten kein Unterschied (3 Studien), niedrige Evidenzqualität (Jasani 2017); Frühgeborene: meist keine Unterschiede (Moon 2016); Stillzeit SMD 0,33 (−0,04 bis 0,71), 1 Studie (Delgado-Noguera 2015)
Säuglinge, die selbst DHA bekommen, sehen im ersten Lebensjahr etwas schärfer; zwei Meta-Analysen finden das übereinstimmend, die maßgebliche mit 24 Studien. Der Unterschied ist klein und hängt vom Messverfahren ab: Mit Hirnstrommessungen ist er deutlich, mit Sehkarten kaum. Bei Gabe an die Mutter war der Effekt nicht gesichert, und ob der Vorteil später noch eine Rolle spielt, ist offen. 53, 227, 228, 223
Seltener Frühgeburt (vor der 37. Woche)Schwangere; Fischöl oder DHA gegen Placebo oder kein Omega-3wahrscheinlich27 Vergleiche, 15.510 Schwangere (Abdelrahman 2023)Frühgeburt 13,4 vs
Ergebnisse: Frühgeburt 13,4 vs. 11,9 %, RR 0,89 (95 % KI 0,81 bis 0,97; hohe Evidenzqualität; Middleton 2018); RR 0,86 (0,77 bis 0,95) in 27 Vergleichen mit 15.510 Frauen (Abdelrahman 2023); OR 0,83 (0,75 bis 0,93) in 23 Studien (Saei Ghare Naz 2026); Gegenbefund: RR 0,89 (0,82 bis 0,97) in 37 Studien, nach Sensitivitätsanalyse nur noch RR 0,92 (0,83 bis 1,01), nicht signifikant (Serra 2021)
Omega-3 in der Schwangerschaft senkt das Frühgeburtsrisiko wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 27 Vergleichen und über 15.000 Schwangeren kommt auf 14 Prozent weniger Frühgeburten, der Cochrane-Review mit hoher Evidenzqualität auf 11 Prozent. Eine Auswertung nur placebokontrollierter Studien verlor den Effekt allerdings, sobald schwächere Studien herausgenommen wurden. Der Nutzen scheint vor allem Frauen mit niedrigem Omega-3-Spiegel zu betreffen. 213, 42, 214, 215, 216
Seltener frühe Frühgeburt (vor der 34. Woche)Schwangere; die gefährlichere Form der Frühgeburtwahrscheinlich21 Studien, 10.802 Schwangere (Chen 2016)frühe Frühgeburt RR 0,78
Ergebnisse: frühe Frühgeburt RR 0,78 (0,64 bis 0,95) (Chen 2016); 4,6 vs. 2,7 %, RR 0,58 (0,44 bis 0,77), hohe Evidenzqualität (Middleton 2018, Cochrane); RR 0,77 (0,63 bis 0,95) (Abdelrahman 2023); nach Sensitivitätsanalyse RR 0,82 (0,61 bis 1,09) (Serra 2021); ORIP mit 5.544 Schwangeren RR 1,13 (0,79 bis 1,63) (Makrides 2019)
Omega-3 in der Schwangerschaft senkt das Risiko für die besonders folgenreichen Frühgeburten vor der 34. Woche wahrscheinlich: Sechs Meta-Analysen kommen übereinstimmend auf 20 bis 40 Prozent weniger Fälle, die maßgebliche mit 21 Studien und über 10.000 Schwangeren. Als gut belegt gilt das trotzdem nicht, weil die große australische ORIP-Studie mit 5.544 Schwangeren, die genau diese Frage beantworten sollte, keinen Unterschied fand; die Frauen dort hatten im Schnitt schon ausreichend Omega-3. In einer US-Studie half eine höhere DHA-Dosis vor allem Frauen mit niedrigem Ausgangswert. 217, 42, 213, 215, 216, 218
Seltener Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)Schwangerewahrscheinlich24 Studien, 21.919 Pers. (Abdelrahman 2023)RR 0,84, nicht signifikant, niedrige Evidenzqualität
Ergebnisse: RR 0,84 (95 % KI 0,69 bis 1,01), nicht signifikant, niedrige Evidenzqualität (Middleton 2018); RR 0,84 (0,74 bis 0,96) (Abdelrahman 2023); RR 0,63 (0,41 bis 0,95), schwere Präeklampsie RR 0,45 (0,24 bis 0,83), 16 Studien mit 16.237 Pers. (Rajati 2024)
Omega-3 in der Schwangerschaft senkt das Risiko einer Präeklampsie wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 24 Vergleichen und fast 22.000 Frauen kommt auf 16 Prozent weniger Fälle, eine weitere auch auf seltenere schwere Verläufe. Der Cochrane-Review von 2018 fand denselben Schätzwert, dort aber knapp nicht gesichert und mit niedriger Evidenzqualität. 213, 221, 42
Bessere geistige Entwicklung reifgeborener Säuglinge durch DHA in der Säuglingsnahrungreif geborene, nicht gestillte Säuglinge; DHA meist mit Arachidonsäurewahrscheinlich21 Studien (Liu 2025)reife Säuglinge: MDI +2,28, IQ +2,91, I² etwa 70 %
Ergebnisse: reife Säuglinge: MDI +2,28 (0,27 bis 4,29), IQ +2,91 (0,24 bis 5,57), I² etwa 70 % (Liu 2025); MDI mit 18 Monaten +0,06 (−2,01 bis 2,14), keine Vorteile mit 3, 6 und 9 Jahren (Jasani 2017, Cochrane); MDI +0,91, Hinweis auf Publikationsverzerrung (Shulkin 2018)
DHA in der Säuglingsnahrung verbessert die geistige Entwicklung reifgeborener Babys wahrscheinlich ein wenig: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 21 Studien kommt auf gut zwei Punkte mehr im Entwicklungsindex und knapp drei IQ-Punkte, bei stark uneinheitlichen Studien. Der Cochrane-Review fand dagegen keinen Vorteil, auch nicht in Nachuntersuchungen bis zum neunten Lebensjahr. Muttermilch enthält DHA von Natur aus. 222, 227, 53
Bessere geistige Entwicklung von Frühgeborenen durch DHAFrühgeborene; DHA über Flaschennahrung oder als Emulsionwahrscheinlich12 Studien (Liu 2025)Entwicklungsindex +4,16 bei Frühgeborenen
Ergebnisse: Entwicklungsindex (MDI) +4,16 (1,40 bis 6,93) bei Frühgeborenen (Liu 2025); +3,33 (0,72 bis 5,93) (Shulkin 2018); Cochrane mit 18 Monaten +2,40 (−0,33 bis 5,12), nicht signifikant (Moon 2016); IQ mit 5 Jahren +3,45 (0,38 bis 6,53) bei Geburt vor der 29. Woche (Gould 2022)
Bei Frühgeborenen verbessert DHA die geistige Entwicklung wahrscheinlich etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit zwölf Studien fand einen um gut vier Punkte höheren Entwicklungsindex, eine weitere ein ähnliches Ergebnis, und sehr früh geborene Kinder hatten in einer australischen Studie mit fünf Jahren einen um 3,5 Punkte höheren IQ. Der Cochrane-Review fand dagegen keinen gesicherten Unterschied. Die DHA-Versorgung Frühgeborener ist Sache der Kinderklinik, nicht der Selbstmedikation. 222, 228, 53, 229
Seltener zu niedriges Geburtsgewicht (unter 2.500 g)Schwangereunklarwidersprüchlich14 Vergleiche, 8.449 Kinder (Abdelrahman 2023)niedriges Geburtsgewicht RR 0,88, knapp nicht signifikant
Ergebnisse: niedriges Geburtsgewicht RR 0,88 (0,78 bis 1,00; p = 0,05), knapp nicht signifikant (Abdelrahman 2023); RR 0,90 (0,82 bis 0,99) (Middleton 2018, Cochrane); nur DHA: OR 0,53 (0,33 bis 0,86), stark heterogen (Bilgundi 2024); zu klein für das Schwangerschaftsalter RR 1,01 (Middleton 2018)
Ob Omega-3 in der Schwangerschaft ein zu niedriges Geburtsgewicht verhindert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 14 Vergleichen lag mit 12 Prozent weniger Fällen knapp an der Signifikanzgrenze, der Cochrane-Review fand etwa 10 Prozent weniger, eine weitere Auswertung keinen Unterschied. Ein möglicher Vorteil hinge eng daran, dass weniger Kinder zu früh geboren werden; für Kinder, die im Mutterleib zu klein bleiben, zeigte sich kein Unterschied. 213, 42, 219, 220
Seltener Asthma und pfeifende Atmung beim Kindunklarwidersprüchlich10 Studien, 3.676 Kinder (Wu & Li 2022)Asthma oder pfeifende Atmung OR 0,91, nicht signifikant
Einnahme in der Schwangerschaft (meist letztes Drittel), mit oder ohne Fortsetzung in der Stillzeit
Ergebnisse: Asthma oder pfeifende Atmung OR 0,91 (0,72 bis 1,14), nicht signifikant; Asthma allein OR 0,56 (0,35 bis 0,91); ab 1.200 mg/Tag OR 0,65 (0,48 bis 0,87) (Wu & Li 2022); RR 0,93 (0,82 bis 1,04) (Jia 2022); RR 0,62 (0,34 bis 0,91) (Bärebring 2022); RR 0,81 (0,66 bis 0,99) (Lin 2020); COPSAC: 16,9 vs. 23,7 %, HR 0,69 (0,49 bis 0,97) (Bisgaard 2016)
Ob Omega-3 in der Schwangerschaft Asthma beim Kind vorbeugt, ist offen. Die maßgebliche Meta-Analyse mit zehn Studien fand insgesamt keinen gesicherten Schutz vor Asthma oder pfeifender Atmung, wohl aber in Teilauswertungen für Asthma allein und für hohe Dosen ab 1,2 g täglich. Die dänische COPSAC-Studie mit 2,4 g im letzten Schwangerschaftsdrittel sah rund ein Drittel weniger Fälle, andere Meta-Analysen sind uneinheitlich. 230, 231, 232, 233, 234, 235, 236
Seltener Allergien und Neurodermitis beim Kindunklarwidersprüchlich8 Studien, 3.366 Frauen (Gunaratne 2015, Cochrane); IgE-Allergie nach dem 3. Lebensjahr nur 1 StudieIgE-vermittelte Allergie mit 1 bis 3 Jahren RR 0,66, nach dem 3
Einnahme durch Schwangere und/oder Stillende; IgE-vermittelte Allergien des Kindes (Ekzem, Nahrungsmittelallergie, Heuschnupfen)
Ergebnisse: IgE-vermittelte Allergie mit 1 bis 3 Jahren RR 0,66 (0,44 bis 0,98; 2 Studien), nach dem 3. Lebensjahr RR 0,86 (0,61 bis 1,20); ärztlich oder elterlich berichtete Allergie RR 0,96 (0,84 bis 1,09); kein Effekt auf Heuschnupfen (Gunaratne 2015); Ekzem RR 1,09 (0,82 bis 1,46) (Jia 2023); DOMInO mit 6 Jahren: IgE-Allergie 31,5 vs. 31,5 %, RR 1,04 (0,82 bis 1,33) (Best 2016)
Ob Omega-3 in Schwangerschaft oder Stillzeit Allergien beim Kind vorbeugt, ist unklar. In den ersten Lebensjahren zeigten Kinder von Müttern mit Omega-3 in einzelnen Auswertungen etwas seltener Allergien, vor allem eine Sensibilisierung gegen Hühnerei. Der Effekt hält aber nicht an: Nach dem dritten Lebensjahr und in der großen DOMInO-Studie mit sechs Jahren gab es keinen Unterschied mehr, und Neurodermitis und Heuschnupfen traten nicht seltener auf. 237, 238, 232, 239, 236
ADHS-Beschwerden bei Kindern lindernKinder und Jugendliche mit ADHS; Gabe an das Kindunklarwidersprüchlich22 Studien, 1.789 Pers. (Liu 2023)Kernbeschwerden SMD −0,16, nicht signifikant, ab 4 Monaten Dauer SMD −0,35
Ergebnisse: Kernbeschwerden SMD −0,16 (−0,34 bis 0,01), nicht signifikant, ab 4 Monaten Dauer SMD −0,35 (Liu 2023); Gesamtbeschwerden laut Eltern SMD −0,08 (−0,24 bis 0,07), 16 Studien, hohe Evidenzqualität (Gillies 2023, Cochrane); Eltern SMD −0,17 (−0,32 bis −0,02), Lehrer SMD −0,06 (−0,31 bis 0,19) (Händel 2021)
Ob Omega-3 die Beschwerden bei ADHS lindert, ist unklar, ein spürbarer Nutzen zeigt sich aber nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 22 Studien fand keinen gesicherten Unterschied, und der Cochrane-Review von 2023 sieht mit hoher Sicherheit keinen Effekt auf Unaufmerksamkeit oder Hyperaktivität. Andere Auswertungen kommen auf sehr kleine Vorteile, die nur in Elternurteilen auftauchen, nicht bei Lehrkräften; ein Hinweis auf Nutzen bei Einnahme über mindestens vier Monate ist nur eine Teilgruppen-Beobachtung. 240, 54, 241, 143
Seltener ADHS oder Autismus beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftEinnahme durch Schwangere; Nachuntersuchung der Kinderunklar2 RCT-Nachuntersuchungen (COPSAC2010 mit 10 Jahren, DOMInO mit 7 Jahren)ADHS OR 0,79, Autismus OR 0,56, beides nicht signifikant
Ergebnisse: ADHS OR 0,79 (p = 0,37), Autismus OR 0,56 (p = 0,42), beides nicht signifikant (Rosenberg 2026); schlechtere Werte im ADHS-Index und bei exekutiven Funktionen laut Eltern (Gould 2021)
Ob Omega-3 in der Schwangerschaft ADHS oder Autismus beim Kind vorbeugt, wurde bisher nur in Nachuntersuchungen zweier großer Studien geprüft. Die dänische COPSAC-Studie fand mit zehn Jahren keine gesicherte Senkung, die australische DOMInO-Studie mit sieben Jahren in Elternfragebögen sogar etwas mehr ADHS-typische Auffälligkeiten unter DHA. Ein Schutz ist damit nicht belegt. 242, 225
Besser lesen und lernen bei Schulkinderngesunde Schulkinder, teils mit Leseschwäche; Gabe an das Kindunklar2 Placebo-RCTs, 738 Kinder (DOLAB I und II); keine Meta-Analyse zum Lesenkein Haupteffekt auf kognitive Testleistungen in 8 Bereichen, nur EPA-reiche Präparate …
Ergebnisse: kein Haupteffekt auf kognitive Testleistungen in 8 Bereichen, nur EPA-reiche Präparate in Untergruppen besser (Emery 2020); keine Verbesserung kognitiver Leistungen in 24 Studien (Cooper 2015); DOLAB I: kein Effekt auf Lesen in der Gesamtgruppe, nur bei Kindern ≤ 20. Perzentile (Richardson 2012); DOLAB II mit 376 Kindern: keine Wiederholung des Effekts (Montgomery 2018); Schweden, 154 Kinder: schnelleres phonologisches Dekodieren (Johnson 2017); Leseschwäche: keine Daten zu Lese- und Rechentests (Tan 2016)
Ob Omega-3 Schulkindern beim Lesen hilft, ist unklar, die Studien sprechen aber eher dagegen. Es gibt nur zwei größere Placebo-Studien zum Lesen: Die britische DOLAB-Studie sah Vorteile nur bei besonders schwachen Lesern, die gezielte Wiederholungsstudie mit 376 Kindern konnte das nicht bestätigen. Zwei Meta-Analysen mit zusammen über 50 Studien fanden auch keine besseren Leistungen in anderen Denktests. 248, 143, 249, 250, 251, 252, 253, 254, 255
Häufiger sehr große BabysSchwangere; möglicher Nachteilspricht dagegen6 Studien, 3.722 Pers. (Middleton 2018)zu groß für das Schwangerschaftsalter RR 1,15, nicht signifikant
Ergebnisse: zu groß für das Schwangerschaftsalter RR 1,15 (95 % KI 0,97 bis 1,36), nicht signifikant (Middleton 2018); sehr groß für das Schwangerschaftsalter RR 1,30 (1,02 bis 1,65) (Makrides 2019)
Ein Schaden durch häufiger zu große Babys ließ sich nicht nachweisen: In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung mit sechs Studien kamen unter Omega-3 nicht signifikant mehr Kinder zur Welt, die für ihr Schwangerschaftsalter zu groß waren. Ganz entwarnt ist die Frage nicht, denn in der großen ORIP-Studie gab es signifikant mehr sehr große Babys über der 97. Perzentile, ein strengeres Maß. Ob das gesundheitliche Folgen hat, ist nicht untersucht. 42, 216
Seltener Tod des Kindes rund um die GeburtSchwangere; Totgeburt und Tod in der ersten Lebenswochespricht dagegen10 Studien, 7.416 Pers. (Middleton 2018)62 von 3.715 vs
Ergebnisse: 62 von 3.715 vs. 83 von 3.701 Kindern, RR 0,75 (95 % KI 0,54 bis 1,03), nicht signifikant, mittlere Evidenzqualität; Aufnahme auf die Neugeborenen-Intensivstation RR 0,92 (0,83 bis 1,03) (Middleton 2018)
Ein Schutz vor dem Tod des Kindes rund um die Geburt ist nicht nachgewiesen. In der maßgeblichen Cochrane-Auswertung mit zehn Studien und über 7.000 Kindern starben unter Omega-3 zwar etwas weniger Kinder kurz vor oder nach der Geburt, der Unterschied war aber nicht gesichert, ebenso bei den Aufnahmen auf die Neugeborenen-Intensivstation. Weil solche Ereignisse selten sind, ist ein kleiner Effekt damit nicht ganz ausgeschlossen. 42
Bessere geistige Entwicklung und Intelligenz des Kindes nach Einnahme in Schwangerschaft oder StillzeitEinnahme durch Schwangere oder Stillende; gemessen am Kindspricht dagegen19 Studien (Xie 2026)kein Vorteil bei irgendeinem Entwicklungswert, auch nicht in Teilgruppen
Ergebnisse: kein Vorteil bei irgendeinem Entwicklungswert, auch nicht in Teilgruppen; Geburtsgewicht +72,5 g (Xie 2026); keine Wirkung auf kognitive Werte in 11 Studien (Lehner 2021); Stillzeit: Intelligenz SMD 0,00 (−0,36 bis 0,36) (Delgado-Noguera 2015); DOMInO: Kognitionswert +0,01 (−1,36 bis 1,37) mit 18 Monaten (Makrides 2010)
Dass Omega-3 in Schwangerschaft oder Stillzeit Kinder klüger macht, bestätigen die kontrollierten Studien nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 19 Studien fand bei keinem Entwicklungswert einen Vorteil, ebenso mehrere ältere Auswertungen und die große DOMInO-Studie mit 2.399 Frauen; dort schnitten die Kinder mit sieben Jahren in Elternfragebögen zum Verhalten sogar etwas schlechter ab. Einzelne Befunde zur Sprachentwicklung sind günstig, aber nicht einheitlich. 41, 222, 223, 220, 224, 42, 93, 225, 226
Autismus-Beschwerden bei Kindern lindernKinder mit Autismus-Spektrum-Störung; Gabe an das Kindspricht dagegen13 Studien (de Andrade Wobido 2022)Kernbeschwerden im SRS-Gesamtwert SMD 0,08, Hyperaktivität, Reizbarkeit, Stereotypien …
Ergebnisse: Kernbeschwerden im SRS-Gesamtwert SMD 0,08 (−0,23 bis 0,39), Hyperaktivität, Reizbarkeit, Stereotypien und Sozialverhalten n. s., nur ABC-Gesamtwert minimal besser (de Andrade Wobido 2022); 5 RCTs mit 183 Kindern ohne Effekt (Horvath 2017); Reizbarkeit g −0,29 und Kommunikation g −0,21 in 12 Studien (Sánchez-García 2026)
Auf die Kernbeschwerden von Autismus wirkt Omega-3 nach den Studien eher nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 13 Studien fand im Gesamtwert der Kernbeschwerden keinen Unterschied, ebenso eine ältere Auswertung. Eine neue Analyse berichtet kleine Verbesserungen bei Reizbarkeit und Kommunikation, nicht aber bei Rückzug, Stereotypien oder Hyperaktivität; die Studien sind klein und kurz. 243, 244, 245, 246, 247
Omega-3 und das Herz: Schützt Fischöl vor Herzinfarkt?
Übliche Fischölkapseln verhindern Herzinfarkte nicht sicher, und gerade die großen Studien zeigen das deutlich. In der amerikanischen VITAL-Studie schluckten fast 26.000 Erwachsene ohne Herzkrankheit gut fünf Jahre lang täglich ein Gramm Fischöl oder ein Scheinpräparat (Placebo).2 Doch am Ende kamen Herzinfarkt, Schlaganfall und Herztod zusammengenommen in beiden Gruppen ähnlich oft vor. Zwar gab es in der Fischölgruppe weniger Herzinfarkte, doch das war nur eine Nebenfrage der Studie, und solche Nebenbefunde gelten in der Forschung als Hinweis, nicht als Beweis.
Bei Diabetes sah es nicht anders aus. In der britischen ASCEND-Studie nahmen über 15.000 Menschen mit Diabetes sieben Jahre lang Fischöl, ohne dass Herz und Gefäße davon profitierten.3 Auch wer schon einen Herzinfarkt hinter sich hat oder an einer bekannten Herzkrankheit leidet, wird durch die Mischung aus EPA und DHA nicht vor weiteren Ereignissen geschützt. Das ist das Ergebnis einer neuen Auswertung von 25 Studien.4
Für den Herzinfarkt allein spricht die Studienlage eher dagegen. Die maßgebliche Auswertung der Fischöl-Mischungen fand in sieben Studien keinen sicheren Unterschied.5 Größere Sammelauswertungen kommen zwar auf etwas weniger Infarkte,6 doch sie rechnen reines EPA mit ein, und erst wenn beide Präparate getrennt betrachtet werden, zeigt sich, dass der Vorteil vor allem in diesem Arzneimittel steckt.7
Etwas freundlicher fällt das Bild beim Herztod aus. Über viele Studien gerechnet, starben mit Fischöl wahrscheinlich etwas weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Leiden.89 Als gut belegt gilt das trotzdem nicht, denn ausgerechnet die große VITAL-Studie fand hier keinen Unterschied.2 Dazu passt, dass die Teilnehmenden mit Fischöl insgesamt nicht länger lebten.9
Woher stammt dann der gute Ruf? Zu einem guten Teil aus einer einzigen großen Studie namens REDUCE-IT, in der über 8.000 Menschen mit hohem Risiko, die bereits ein Statin gegen erhöhtes Cholesterin nahmen, vier Gramm hochgereinigtes EPA am Tag bekamen. Diese Gruppe erlitt rund ein Viertel weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse als die Vergleichsgruppe.10
Dieses reine EPA ist allerdings ein Arzneimittel auf Rezept und sagt nichts über Kapseln aus dem Supermarkt aus. Selbst sein Ergebnis ist umstritten. Denn bezahlt hat die Studie der Hersteller, und als Scheinpräparat diente ein Mineralöl, unter dem Cholesterin und Entzündungswerte anstiegen.1011 Wie viel vom Vorsprung auf dieses Mineralöl zurückgeht, ist bis heute offen. Umso deutlicher fiel der Gegenversuch aus: Eine Mischung aus EPA und DHA in derselben hohen Menge scheiterte in der STRENGTH-Studie mit über 13.000 Menschen, die abgebrochen wurde, weil kein Nutzen mehr zu erwarten war.12
Für den Alltag folgt daraus eine klare Grenze, denn Fischölkapseln ersetzen weder Blutdrucksenker noch Statine. Wer verordnete Herzmedikamente nimmt, sollte sie deshalb nicht zugunsten von Fischöl absetzen.
So wurde gemessen
- VITAL: 25.871 Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren ohne Herzerkrankung, 1 g Fischöl täglich gegen Placebo, im Median 5,3 Jahre. Kombinierter Endpunkt aus Herzinfarkt, Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Tod HR 0,92 (95 % KI 0,80 bis 1,06). Herzinfarkt allein HR 0,72 (0,59 bis 0,90), aber nur als Nebenzielgröße; Herz-Kreislauf-Tod HR 0,96 (0,76 bis 1,21).2
- ASCEND: 15.480 Menschen mit Diabetes ohne Gefäßerkrankung, 1 g täglich über 7,4 Jahre; schwere Gefäßereignisse 8,9 gegen 9,2 %, RR 0,97 (0,87 bis 1,08).3
- Nach Herzinfarkt oder bei Herzkrankheit: 25 RCTs mit 25.578 Patienten, nur EPA+DHA; schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse unverändert (p = 0,40).4
- Herzinfarkt: EPA+DHA-Präparate in 7 Studien mit 68.053 Personen, RR 0,88 (0,76 bis 1,02).5 Mit reinem EPA gerechnet über 40 Studien RR 0,87 (0,80 bis 0,96).6 Nicht tödlicher Herzinfarkt getrennt nach Präparat: reines EPA RR 0,72, EPA+DHA RR 0,92 (0,85 bis 1,00).7
- Herztod: 20 RCTs mit 63.030 Personen, Gefäßtod RR 0,86 (0,75 bis 0,99).8 Cochrane: Herz-Kreislauf-Tod RR 0,92 (0,86 bis 0,99); Tod jeder Ursache RR 0,97 (0,93 bis 1,01) in 45 Studien.9
- REDUCE-IT: 8.179 Patienten unter Statin mit erhöhten Triglyceriden, 4 g Icosapent-Ethyl täglich, 4,9 Jahre; primärer Endpunkt 17,2 gegen 22,0 %, HR 0,75 (0,68 bis 0,83).10 Unter dem Mineralöl-Placebo stiegen LDL um 10,9 % und CRP um 21,9 %.11
- STRENGTH: 13.078 Hochrisiko-Patienten, 4 g EPA+DHA gegen Maisöl, HR 0,99 (0,90 bis 1,09), vorzeitig beendet.12
Senkt Omega-3 Blutdruck und Cholesterin?
Die Blutfette sinken wahrscheinlich, der Blutdruck ein wenig, so lässt sich die Studienlage zusammenfassen. Dabei geht es vor allem um die Triglyceride, die häufigste Fettart im Blut. In der maßgeblichen Auswertung von 21 Studien lagen sie mit Fischöl um rund 17 mg/dl niedriger als ohne,13 und je höher die Menge war, desto stärker fielen sie.9
Beim Blutdruck ist der Effekt deutlich kleiner. Im Mittel sank der obere Wert um anderthalb Punkte, bei unbehandeltem Bluthochdruck immerhin um gut vier.14 Am stärksten wirkten zwei bis drei Gramm am Tag.15 Allerdings fanden Studien, die mindestens ein Jahr liefen, kaum noch einen Unterschied.9
Und das Cholesterin? Das „gute“ HDL steigt wahrscheinlich minimal, was im Alltag kaum ins Gewicht fällt.13 Selbst das gilt nicht als gut belegt, weil eine große Studie mit über 12.000 Menschen keine Änderung fand.16 Das „schlechte“ LDL dagegen senkt Fischöl nicht.9
So kann Fischöl bei erhöhten Triglyceriden die Laborwerte verbessern. Ob das auch dem Herzen nützt, ist eine andere Frage, und genau hier enttäuschen die großen Studien mit Kapseln. Erhöhte Blutfette gehören deshalb in ärztliche Hand, wo Fischöl höchstens ein Baustein unter mehreren sein kann.
So wurde gemessen
- Triglyceride: 21 Studien mit 1.491 Personen, −16,95 mg/dl (95 % KI −23,25 bis −10,66).13 Cochrane mit Studien ab 12 Monaten: rund −15 %, mit der Dosis zunehmend.9
- Blutdruck: 70 RCTs, oberer und unterer Wert −1,52 und −0,99 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,51 und −3,05 mmHg.14 Dosis-Wirkungs-Analyse aus 71 RCTs: bei 2 bis 3 g täglich etwa −2,6 mmHg systolisch.15
- HDL: +1,55 mg/dl in 22 Studien.13 ORIGIN: 12.536 Personen mit gestörtem Zuckerstoffwechsel, 1 g täglich über gut 6 Jahre; nur die Triglyceride sanken (−14,5 mg/dl).16
Wirkung auf die Psyche: Hilft Omega-3 bei Depressionen?
Als Zusatz zur Behandlung hilft Omega-3 wahrscheinlich etwas, einer Depression vorbeugen kann es dagegen nicht. Bei Menschen mit ärztlich festgestellter Depression gingen die Beschwerden in 36 Studien mit Fischöl etwas stärker zurück als mit Placebo.17 Mehr Menschen wurden dadurch allerdings nicht gesund. Hinzu kommt ein Warnzeichen: Kleine Studien fanden auffällig größere Effekte als große, was darauf hindeutet, dass enttäuschende Ergebnisse seltener veröffentlicht wurden.
Daraus zieht eine internationale Fachgesellschaft eine vorsichtige Konsequenz. Sie empfiehlt Omega-3 als Ergänzung zu Antidepressiva, nicht als Ersatz.18 Eine Auswertung legt nahe, dass vor allem Öl mit viel EPA hilft,19 doch ob dieser Unterschied zwischen den Präparaten wirklich besteht, ist offen.
Ganz anders fällt die Antwort aus, wenn es um Vorbeugung geht. In der VITAL-Studie nahmen über 18.000 Erwachsene ab 50 gut fünf Jahre lang Fischöl oder Placebo, ohne dass sich ihre Stimmung am Ende unterschied. Dabei traten mit Fischöl sogar etwas mehr Depressionen auf.20
Deshalb gehört eine Depression in ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Dort lässt sich Fischöl als Zusatz besprechen, ein Ersatz für Therapie oder Medikamente ist es aber nicht.
So wurde gemessen
- Diagnostizierte Depression: 36 RCTs, Depressionswerte SMD −0,26 (−0,41 bis −0,11); Ansprechen (RR 0,99) und Remission (RR 1,17) nicht signifikant; deutliche Heterogenität und Hinweise auf Publikationsbias.17
- EPA-reiche Präparate: 26 doppelblinde RCTs mit 2.160 Personen, Nutzen nur bei EPA-reichen Ölen.19
- Leitlinie der Fachgesellschaften WFSBP und CANMAT, 31 Fachleute aus 15 Ländern: Omega-3 als Zusatztherapie empfohlen, als alleinige Behandlung nicht.18
- Vorbeugung (VITAL-DEP): 18.353 Erwachsene ab 50 Jahren, 1 g täglich, 5,3 Jahre; Depression oder relevante Beschwerden HR 1,13 (1,01 bis 1,26), Stimmungswert PHQ-8 ohne Unterschied.20
Wirkung aufs Gehirn: Bleibt das Gedächtnis fitter?
Bei leichter kognitiver Störung ist ein Nutzen gut belegt, bei gesunden Älteren zeigt sich dagegen kaum einer. Gemeint ist eine Vorstufe der Demenz, bei der Gedächtnis und Denken spürbar nachlassen, während die Betroffenen ihren Alltag noch gut bewältigen. In zwölf Studien mit älteren Menschen in dieser Lage schnitten die Teilnehmenden mit Fischöl in Denktests besser ab als mit Placebo,21 und eine zweite Auswertung kam zum selben Ergebnis.22 Ob sich damit eine Demenz hinauszögern lässt, hat allerdings noch niemand untersucht.
Anders sieht es bei gesunden Älteren aus. In Studien mit fast 15.000 Teilnehmenden blieb der Vorsprung im Gedächtnistest winzig, gerade ein Zehntelpunkt auf einer Skala bis 30, und ob das überhaupt etwas bedeutet, ist unklar.23 Einer Demenz beugten die Kapseln jedenfalls nicht vor, denn mit und ohne Fischöl erkrankten gleich viele.23 Auch bei einer bestehenden Alzheimer-Krankheit bremste Fischöl den geistigen Abbau in den bisherigen Studien nicht.24
Wenn das Gedächtnis nachlässt, sollte deshalb zuerst ärztlich nach der Ursache gesucht werden, und erst wenn die Diagnose dann leichte kognitive Störung lautet, kann Fischöl ein sinnvolles Thema für das Gespräch in der Praxis sein.
So wurde gemessen
- Leichte kognitive Störung: 12 Studien mit 1.124 Personen, globale Kognition SMD 0,51 (0,12 bis 0,91); Sprachflüssigkeit und Planen unverändert.21 7 RCTs mit 434 Personen: WMD 0,85 (0,04 bis 1,67).22
- Gesunde Ältere: MMSE in 13 RCTs mit 14.851 Personen, Unterschied 0,10 Punkte (0,03 bis 0,16); neue Demenz in 6 RCTs mit 33.496 Personen RR 0,98 (0,87 bis 1,10).23
- Alzheimer: 3 Placebo-RCTs, ADAS-cog SMD −0,02 (−0,19 bis 0,15), hohe Vertrauenswürdigkeit.24
Was bringt Omega-3 für Haut, Haare und Augen?
Bei trockenen Augen ist ein Nutzen gut belegt, bei Schuppenflechte wahrscheinlich, während Haare und Pickel mit Placebo gar nicht untersucht sind. Bei der Schuppenflechte bessert sich der Hautbefall mit Fischöl ein wenig, Rötung und Schuppen gehen zurück.25 Doch allein hilft es dabei kaum. Erst zusätzlich zur üblichen Behandlung brachte es in einer zweiten Auswertung einen kleinen Mehrwert.26
Überraschend gut schneiden die trockenen Augen ab. Mehrere Auswertungen fanden übereinstimmend weniger Beschwerden, die größte davon mit über 4.000 Teilnehmenden, und auch messbare Werte wie die Stabilität des Tränenfilms verbesserten sich.27 Allerdings schwanken die Ergebnisse von Studie zu Studie stark, und ausgerechnet die größte Einzelstudie mit über 500 Betroffenen sah nach einem Jahr keinen Vorteil gegenüber Olivenöl.28
Für schöne Haut und volles Haar fehlen dagegen die Belege. Gegen Haarausfall wurde Omega-3 nie allein geprüft, sondern nur als Teil eines Mischpräparats, und auch das ohne Scheinpräparat.29 Auch zur Akne gibt es keine einzige Studie mit Placebo,30 und bei Neurodermitis schließlich deuten zwei kleine Studien einen bescheidenen Nutzen an, doch ob er sich bestätigt, ist offen.31
Bei Schuppenflechte oder trockenen Augen kann sich ein Versuch neben der üblichen Behandlung also lohnen. Das geschieht am besten in Absprache mit der Haut- oder Augenarztpraxis, die dann auch den Verlauf beurteilen kann.
So wurde gemessen
- Schuppenflechte: 10 Studien mit 560 Personen, PASI −1,58 (−2,24 bis −0,92).25 18 RCTs mit 927 Personen: allein ohne Effekt, mit Standardtherapie PASI −3,92.26
- Trockenes Auge: 19 RCTs mit 4.246 Personen, Beschwerden Hedges' g −1,05.27 DREAM: 535 Personen, 3 g EPA+DHA gegen Olivenöl über 12 Monate, Unterschied −1,9 Punkte im Fragebogen (−5,0 bis 1,1).28
- Haare: 120 Frauen, Kombination aus Omega-3, Omega-6 und Antioxidantien gegen keine Einnahme, 6 Monate.29 Akne: 45 Personen, 2 g EPA+DHA gegen Kontrolle ohne Präparat, 10 Wochen.30
- Neurodermitis: Cochrane-Review mit 2 kleinen Fischöl-Studien, keine überzeugende Evidenz.31
Hilft Omega-3 bei Gelenkschmerzen?
Bei Arthrose hilft Omega-3 wahrscheinlich ein wenig, bei Rheuma ist die Frage offen. Arthrose bezeichnet den Verschleiß eines Gelenks, meist im Knie. In neun Studien mit gut 2.000 Menschen hatten die Teilnehmenden mit Fischöl etwas weniger Schmerzen und konnten das Gelenk etwas besser bewegen.32 Der Effekt ist allerdings klein. Zudem sehen ihn nicht alle Studien, denn in VITAL unterschied sich der Knieschmerz von fast 1.400 Menschen nach gut fünf Jahren nicht.33
Anders liegt der Fall bei der rheumatoiden Arthritis, der entzündlichen Gelenkkrankheit, für die ältere Auswertungen noch weniger Schmerzen fanden. Eine neue Auswertung, die nur Studien mit Placebo einschloss, sah davon bloß noch einen unsicheren Trend.34 Das hat einen naheliegenden Grund. Fischöl schmeckt man heraus, und so wussten viele Teilnehmende, welches Präparat sie bekamen, was ihre Angaben zum Schmerz verzerren kann.34
Deshalb ersetzt Fischöl keine Rheumatherapie. Bei Arthrose kann es einen Versuch wert sein, große Erwartungen sind aber nicht angebracht.
So wurde gemessen
- Arthrose: 9 RCTs mit 2.070 Personen, Schmerz SMD −0,29 (−0,47 bis −0,11), Funktion SMD −0,21.32 VITAL: 1.398 Personen mit chronischem Knieschmerz, 1 g täglich, 5,3 Jahre, WOMAC-Werte unverändert.33
- Rheumatoide Arthritis: 23 Placebo-RCTs, Schmerz SMD −0,16 (−0,40 bis 0,09), Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig; frühere Befunde möglicherweise durch schwache Verblindung verzerrt.34
Abnehmen und Muskelaufbau: Was bringt Omega-3 beim Sport?
Beim Abnehmen hilft Fischöl nicht, gegen Muskelkater dagegen schon ein wenig. Zwei Auswertungen haben das bei Übergewicht geprüft, und in beiden nahmen die Teilnehmenden mit Fischöl nicht mehr ab als mit Placebo, auch nicht zusammen mit Diät und Sport.3536 Der Bauchumfang schrumpfte wahrscheinlich ein wenig, im Mittel um einen halben Zentimeter.36 Umgekehrt macht Fischöl aber auch nicht dick, denn das Gewicht blieb in diesen Studien gleich.
Für die Muskeln ist das Bild gemischt. Mehr Muskelmasse brachte Fischöl auch im Alter nicht sicher, die Beinkraft älterer Menschen nahm aber wahrscheinlich etwas zu.37 Der Muskelkater nach ungewohnt hartem Training fällt dagegen wahrscheinlich schwächer aus.38 Dieser Unterschied beträgt allerdings nur knapp einen Punkt auf einer Zehnerskala und dürfte im Alltag kaum zu spüren sein.39
Beim Abnehmen zählen also weiterhin Essen und Bewegung, und eine Kapsel ändert daran nichts.
So wurde gemessen
- Gewicht: 21 Placebo-RCTs bei Übergewicht, Gewicht SMD −0,07 (−0,21 bis 0,07).35 11 RCTs mit 617 Personen: Gewicht ±0,00 kg; Taillenumfang in 7 Studien −0,53 cm.36
- Ältere: 16 Studien mit 2.438 Personen ab 55 Jahren, Beinkraft SMD 0,54 (0,33 bis 0,75), Magermasse SMD 0,09 (−0,10 bis 0,28).37
- Muskelkater: 41 RCTs, SMD −0,4 bis −0,7.38 12 RCTs mit 301 Personen: −0,93 Punkte auf einer 10er-Skala, unter der Schwelle, die als klinisch spürbar gilt.39
Unsere Einordnung
Omega-3 ist kein Herzschutz aus der Kapsel. Es senkt die Blutfette und den Blutdruck ein wenig. Bei einigen Beschwerden hilft es wahrscheinlich, von der Depression als Zusatz bis zu trockenen Augen. Die großen Versprechen für Herz, Gedächtnis und Gewicht haben die großen Studien nicht bestätigt.
Welche Annahmen über Omega-3 halten nicht?
Drei verbreitete Annahmen halten den Studien nicht stand. Die erste lautet, Fischöl schütze vor Krebs. Doch in fast 50 Studien mit über 100.000 Teilnehmenden war Krebs mit und ohne Fischöl gleich häufig.40 Auch der umgekehrte Verdacht, es fördere Prostatakrebs, bestätigt sich eher nicht, denn ein kleines Plus ließ sich dort weder sichern noch ausschließen.40
Die zweite Annahme besagt, Omega-3 in der Schwangerschaft mache Kinder klüger. Doch die maßgebliche Auswertung mit 19 Studien fand bei keinem Entwicklungstest einen Vorteil.41 Einen guten Grund für Omega-3 in der Schwangerschaft gibt es trotzdem, denn Frühgeburten werden damit wahrscheinlich etwas seltener.42
Die dritte Annahme hält sich am hartnäckigsten. Sie lautet: Viel hilft viel. Dabei gab die STRENGTH-Studie vier Gramm am Tag und wurde ohne Nutzen abgebrochen.12 Was mit der Menge steigt, ist dagegen das Risiko für Vorhofflimmern.43 Sinnvoll ist Fischöl also für das, was belegt ist, und nicht als Rundumschutz.
Ist Omega-3 sicher?
Für gesunde Erwachsene ist Omega-3 in üblicher Menge gut verträglich, allerdings mit zwei Einschränkungen. Die häufigsten Omega-3-Nebenwirkungen sind harmlos, aber lästig: Aufstoßen mit Fischgeschmack und etwas öfter Durchfall.44 Zudem verschwindet beides nach dem Absetzen wieder.
Die erste Einschränkung betrifft ausgerechnet das Herz, denn Vorhofflimmern, eine Rhythmusstörung, bei der das Herz unregelmäßig schlägt, ist ein wahrscheinlicher Schaden von Fischöl. In acht großen Herzstudien mit über 83.000 Menschen traf es 4,0 Prozent mit Fischöl gegenüber 3,3 Prozent ohne.45 Je mehr die Teilnehmenden nahmen, desto öfter trat es auf, am deutlichsten bei mehr als einem Gramm am Tag.43 Fast alle von ihnen waren älter als fünfzig, für junge, herzgesunde Menschen fehlen Daten.
Die zweite Einschränkung betrifft die Blutgerinnung: Leichte Blutungen sind ein wahrscheinlicher Schaden, schwere dagegen nicht. Weil Fischöl die Blutplättchen leicht hemmt, kam es in 90 Studien leichter zu Blutungen; wie viele Menschen das betraf, nennt die Auswertung nicht in absoluten Zahlen.44 In der größten Auswertung mit über 120.000 Menschen zeigte sich bei Blutungen im Gehirn oder im Magen-Darm-Trakt dagegen kein Unterschied.46 Dazu passt die Einschätzung der EU-Lebensmittelbehörde EFSA, die für Erwachsene bis zu 5 g EPA und DHA am Tag als unbedenklich einstuft.47
Ob Fischöl darüber hinaus schwere Nebenwirkungen verursacht, ist streng genommen ungeklärt, ein Warnsignal gibt es aber nicht. Die Cochrane-Auswertung mit 86 Studien sah wenig oder keinen Effekt, nennt dafür aber kaum eigene Zahlen,9 und in der VITAL-Studie mit über 25.000 Menschen, die gut fünf Jahre lang ein Gramm am Tag nahmen, kamen schwere Probleme so selten vor wie mit Placebo.2
Bei Herzrhythmusstörungen, vor Operationen und zusammen mit Blutverdünnern sollte Fischöl daher vorher ärztlich besprochen werden, weil genau dort die beiden Einschränkungen ins Gewicht fallen. Wenn unter der Einnahme neues Herzstolpern auftritt, ist ebenfalls eine ärztliche Abklärung ratsam.
So wurde gemessen
- Vorhofflimmern: 7 RCTs mit 81.210 Personen, HR 1,25 (1,07 bis 1,46); über 1 g täglich HR 1,49, bis 1 g HR 1,12.43 8 RCTs mit 83.112 Personen: 4,0 gegen 3,3 %.45
- Blutungen und Verdauung: 90 RCTs, Blutungsneigung OR 1,26, Durchfall OR 1,26, Fischgeschmack OR 3,48.44 11 RCTs mit 120.643 Personen: Blutungen insgesamt RR 1,09 (0,91 bis 1,31), Hirn- und Magen-Darm-Blutungen unverändert.46
- Schwere Nebenwirkungen: Cochrane mit 86 RCTs, wenig oder kein Effekt.9 VITAL ohne Häufung bei 1 g täglich.2 EFSA 2012: bis etwa 5 g EPA+DHA täglich ohne Sicherheitsbedenken für Erwachsene.47
Vorhofflimmern auslösenSchaden wahrscheinlich6 Studien (Gencer 2021, ohne REDUCE-IT)
Ergebnisse: Vorhofflimmern ohne die Studie mit reinem EPA HR 1,23 (1,02 bis 1,49); alle 7 Studien HR 1,25 (1,07 bis 1,46), über 1 g/Tag HR 1,49, bis 1 g/Tag HR 1,12; je 1 g mehr HR 1,11 (Gencer 2021); 4,0 vs. 3,3 %, RR 1,24 (Jia 2021); nur bei hohem Risiko und über 1,5 g/Tag OR 1,43 (Abuknesha 2026); VITAL-Rhythm mit 1 g/Tag: 3,7 vs. 3,4 %, HR 1,09 (0,96 bis 1,24), nicht signifikant
Omega-3 erhöht das Risiko für Vorhofflimmern wahrscheinlich, umso stärker, je höher die Dosis: Die maßgebliche Meta-Analyse der großen Herzstudien fand es auch ohne die Studie mit reinem EPA um gut ein Fünftel häufiger, bei über 1 g täglich um etwa die Hälfte. Absolut ist der Unterschied klein, in einer Auswertung traf es 4,0 statt 3,3 Prozent der Teilnehmenden. In der VITAL-Studie mit 1 g täglich bei über 25.000 Menschen war der Anstieg nicht gesichert, und die größte Meta-Analyse fand ihn nur bei hohem Herz-Kreislauf-Risiko und mehr als 1,5 g täglich. 43, 256, 45, 9, 257
Was tun? Wer Herzrhythmusstörungen hat oder ein hohes Herz-Kreislauf-Risiko, sollte Dosen über 1 g EPA+DHA täglich nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen; Herzstolpern oder unregelmäßigen Puls unter Einnahme ärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: jüngere, herzgesunde Menschen (fast alle Studien ab 50 Jahren), Menschen mit bekanntem Vorhofflimmern (meist ausgeschlossen)
Blutungen fördernSchaden wahrscheinlich22 Studien (Chang 2023)
Ergebnisse: Blutungsneigung OR 1,26 (1,03 bis 1,54; p = 0,025), auch mit verschreibungspflichtigen Präparaten (Chang 2023); schwere Blutungsformen nicht häufiger: Blutungen insgesamt RR 1,09 (0,91 bis 1,31), Hirn- und Magen-Darm-Blutungen unverändert, nur hoch dosiertes reines EPA relativ +50 % (Javaid 2024); Herz-OP mit 8 bis 10 g vorab: schwere Blutung OR 0,81 (0,53 bis 1,24) (Akintoye 2018); VITAL: keine Häufung bei 1 g/Tag über 5,3 Jahre
Omega-3 hemmt die Blutplättchen leicht und erhöht wahrscheinlich die Neigung zu Blutungen etwas: Die maßgebliche Meta-Analyse mit 22 Studien fand sie um etwa ein Viertel häufiger als unter Placebo. Schwere Blutungen wie Hirn- oder Magen-Darm-Blutungen kamen in der größten Auswertung mit über 120.000 Teilnehmenden aber nicht häufiger vor; ein Plus zeigte sich dort nur beim hoch dosierten reinen EPA, einem Arzneimittel. Bei Herzoperationen bluteten Patienten mit hoch dosiertem Fischöl nicht stärker. 44, 46, 258, 259, 2
Was tun? Ein Absetzen vor Operationen ist nach den Studien in der Regel nicht nötig; trotzdem die Einnahme vor Eingriffen angeben, besonders bei hoher Dosis.
Nicht untersucht bei: Menschen mit angeborenen Gerinnungsstörungen, Dosen über 4 g täglich über längere Zeit
Blutungen fördern bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnernungeklärtkeine placebokontrollierte Studie; 1 RCT ohne Placebo, 511 Pers. (Eritsland 1995); Teilauswertung (Javaid 2024); Fallberichte
Ergebnisse: Blutungsrisiko unabhängig von begleitenden Plättchenhemmern, Risikodifferenz −0,01 (−0,02 bis 0) (Javaid 2024); 4 g Fischöl mit ASS oder Warfarin über 9 Monate: keine zusätzlichen Blutungen (Eritsland 1995)
Ob Omega-3 zusammen mit Blutverdünnern zu mehr Blutungen führt, ist ungeklärt, denn placebokontrollierte Studien fehlen, es gibt aber Fallberichte. In einer großen Meta-Analyse hing das Blutungsrisiko nicht davon ab, ob Teilnehmende zusätzlich Plättchenhemmer wie ASS nahmen, und eine ältere Studie ohne Placebo mit 4 g Fischöl täglich zu ASS oder Warfarin fand keine zusätzlichen Blutungen. Die Fallberichte beschreiben schwere Blutungen bei älteren Menschen, die hohe Dosen Fischöl mit Warfarin kombinierten. 46, 260
Was tun? Wer Blutverdünner nimmt, sollte Fischöl nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, Dosisänderungen melden und bei Warfarin/Phenprocoumon die Gerinnungswerte (INR) nach Beginn kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: neue Gerinnungshemmer (z. B. Apixaban, Rivaroxaban) in eigenen Studien, ältere Menschen mit Sturzneigung, Dosen über 4 g täglich zusammen mit Blutverdünnern
- In einem Fallbericht erlitt eine ältere Person, die 6 g Omega-3 täglich zusammen mit ASS und Warfarin nahm, nach einem leichten Sturz eine Hirnblutung (subdurales Hämatom), die operiert werden musste. McClaskey & Michalets 2007
- In einem Fallbericht ließ sich bei einem älteren Patienten, der Warfarin und Fischöl nahm, die Gerinnungsstörung nach einer Kopfverletzung nicht rückgängig machen. Gross et al. 2017
- In einer rückblickenden Auswertung von 182 Herzpatienten mit hoch dosiertem Fischöl plus ASS und Clopidogrel traten über 33 Monate nicht mehr Blutungen auf als bei 182 Vergleichspatienten ohne Fischöl. Watson et al. 2009
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Wirkung von Medikamenten verändern (Wechselwirkungen)ungeklärtSystematischer Review: 65 RCTs, 2 kontrollierte Studien, 1 Beobachtungsstudie (Kanji 2012)
Ergebnisse: Evidenz zu Wechselwirkungen mit Herz-Kreislauf-Medikamenten insgesamt unzureichend (Kanji 2012); Warfarin: Zeit im Zielbereich und Blutungen bei 145 Fisch-/Krillöl-Nutzern nicht verändert (Pryce 2016, Beobachtung); Atorvastatin 40 mg plus 4 g Omega-3: pharmakokinetische Wechselwirkung, Spiegel der Fettsäuren deutlich niedriger (Kim 2022)
Gesicherte, klinisch bedeutsame Wechselwirkungen von Omega-3 mit Medikamenten sind nicht belegt; die Datenlage ist dafür aber auch dünn. Bei Warfarin fand eine Auswertung von 573 Patienten keine schlechtere Einstellung, in einem Fallbericht stieg der INR-Wert jedoch nach Verdopplung der Fischöldosis deutlich an. Mit Statinen gibt es eine messbare Wechselwirkung auf die Blutspiegel, deren Bedeutung unklar ist. Weil Omega-3 den Blutdruck leicht senkt, kann es die Wirkung von Blutdrucksenkern etwas verstärken. 261, 262
Was tun? Bei Einnahme von Gerinnungshemmern, Blutdrucksenkern oder anderen Dauermedikamenten Fischöl in der Medikamentenliste angeben; bei Warfarin/Phenprocoumon nach Beginn oder Dosisänderung den INR-Wert prüfen lassen.
Nicht untersucht bei: neue Gerinnungshemmer (DOAK), Immunsuppressiva und Chemotherapie
- In einem Fallbericht stieg bei einer 67-jährigen Frau unter Warfarin der INR-Wert von 2,8 auf 4,3, nachdem sie ihre Fischöldosis von 1.000 auf 2.000 mg täglich verdoppelt hatte; nach Reduktion sank er wieder. Buckley et al. 2004
- In einer rückblickenden Auswertung von 573 Warfarin-Patienten (145 mit Fisch- oder Krillöl) veränderte die Einnahme weder die Zeit im therapeutischen Bereich noch die Zahl der Blutungen. Pryce et al. 2016
Belastung mit Schadstoffen (Quecksilber, PCB, Dioxine)ungeklärtkeine kontrollierte Studie am Menschen; nur Produktanalysen und Behördenbewertungen; Behördenwarnung (EFSA 2018)
Ergebnisse: keine Studie mit Gesundheitsendpunkt; Produktanalysen: Quecksilber 0,023 bis 0,427 µg/kg in 36 Präparaten, in keinem über dem Grenzwert von 0,10 mg/kg (Brodziak-Dopierała 2023); PCB-Aufnahme aus 37 Präparaten 0,00078 bis 1,0 ng/kg/Tag, weit unter dem WHO-Wert von 20 ng/kg/Tag (Zhang 2024); UK 2000 bis 2002: 12 von 33 Präparaten hätten den späteren EU-Dioxin-Grenzwert überschritten (Fernandes 2006)
Ob Schadstoffe in Fischölkapseln der Gesundheit schaden, ist ungeklärt: Es gibt keine kontrollierten Studien, aber eine Behördenwarnung. Fische reichern Quecksilber, PCB und Dioxine an, deshalb können auch Fischöle belastet sein. Neuere Produktanalysen fanden Quecksilber und PCB nur in Mengen weit unter den Grenzwerten, denn Quecksilber reichert sich im Muskeleiweiß an, kaum im Öl, und gereinigte Öle enthalten wenig PCB. Ältere britische Messungen zeigten aber, dass ein Teil der damaligen Produkte heutige Dioxin-Grenzwerte überschritten hätte. Die EFSA hat ihre tolerierbare Aufnahme für Dioxine 2018 deutlich gesenkt, und viele Europäer liegen schon über die normale Ernährung darüber. 272, 273, 274, 275
Was tun? Gereinigte, auf Schadstoffe geprüfte Fischöle oder Algenöl wählen; Schwangere und Kinder sollten auf Lebertran und Haifischleberöl verzichten.
Nicht untersucht bei: Gesundheitsfolgen der Einnahme belasteter Präparate (keine Studie), Schwangerschaft und Kinder mit Blick auf Schadstoffe aus Präparaten
- Die EFSA senkte die tolerierbare wöchentliche Aufnahme für Dioxine und dioxinähnliche PCB auf 2 pg TEQ/kg Körpergewicht; viele Europäer liegen schon über die normale Ernährung darüber. EFSA 2018
- In einer britischen Untersuchung von 33 Fischölpräparaten (2000 bis 2002) hätten 12 den später eingeführten EU-Höchstgehalt für Dioxine von 2 ng/kg überschritten; die Belastung war gegenüber 1996 gesunken. Fernandes et al. 2006
- In 37 Fischölpräparaten vom japanischen Markt lag die geschätzte PCB-Aufnahme bei 0,00078 bis 1,0 ng/kg Körpergewicht täglich und damit weit unter dem WHO-Wert von 20 ng/kg. Zhang et al. 2024
- In 36 Präparaten vom polnischen Markt (Pflanzenöle, Lebertran, Haifischleberöl) lag der Quecksilbergehalt bei 0,023 bis 0,427 µg/kg, in keinem über dem Grenzwert; Lebertran enthielt im Mittel weniger Quecksilber als Pflanzenöle. Brodziak-Dopierała et al. 2023
- keine kontrollierte Studie, aber Behördenwarnung (EFSA 2018)
Schaden durch oxidiertes (ranziges) Ölungeklärt1 Placebo-RCT, 54 Pers. (Ottestad 2012)
Ergebnisse: 8 g/Tag oxidiertes Fischöl über 7 Wochen: keine Veränderung von Markern für oxidativen Stress, Fettoxidation oder Entzündung gegenüber frischem Fischöl (Ottestad 2012); Produktanalysen: 83 % über dem empfohlenen Peroxidwert (Neuseeland; Albert 2015); 68 % der aromatisierten und 13 % der nicht aromatisierten Präparate über dem TOTOX-Grenzwert (USA; Hands 2024); Gegenbefund: alle 10 geprüften Präparate innerhalb der Grenzwerte (Nichols 2016)
Mehrere Marktanalysen fanden in vielen Fischölkapseln Oxidationswerte über den empfohlenen Grenzen, aromatisierte Produkte schnitten deutlich schlechter ab, weil Aromen den Geruch überdecken. Ob ranziges Öl der Gesundheit schadet, ist kaum untersucht: In der einzigen kontrollierten Studie veränderten sieben Wochen mit oxidiertem Fischöl die Stress- und Entzündungsmarker nicht. Die EFSA knüpft ihre Unbedenklichkeitsbewertung ausdrücklich daran, dass die Öle oxidationsstabil sind. 276
Was tun? Kapseln kühl, dunkel und verschlossen lagern, flüssiges Öl nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und riechende oder bitter schmeckende Produkte nicht verwenden.
Nicht untersucht bei: Langzeiteinnahme oxidierter Öle (über 7 Wochen), Schwangerschaft und Kinder
- Von 32 Fischölpräparaten in Neuseeland überschritten 83 % den empfohlenen Peroxidwert und 50 % den TOTOX-Wert; nur 8 % erfüllten alle Empfehlungen, und die meisten enthielten weniger EPA und DHA als angegeben. Albert et al. 2015
- Von 72 Omega-3-Präparaten aus den USA (2014 bis 2020) überschritten 68 % der aromatisierten und 13 % der nicht aromatisierten Produkte den TOTOX-Grenzwert. Hands et al. 2024
- Zehn Fischölpräparate aus Australien und Neuseeland erfüllten bei Prüfung in akkreditierten Laboren alle den Peroxid-Grenzwert und ihre Gehaltsangaben; zwei aromatisierte Produkte störten den Anisidin-Test. Nichols et al. 2016
- Die EFSA hält bis 5 g EPA+DHA täglich für unbedenklich, ohne Einfluss auf die Lipidperoxidation, unter der Voraussetzung, dass die Oxidationsstabilität der Öle gewährleistet ist. EFSA 2012
Vitamin-A-Überdosierung durch Lebertranungeklärtkeine kontrollierte Studie zu Lebertran und Vitamin-A-Schäden; Behördenbewertung und Fallberichte
Ergebnisse: EFSA-Höchstmenge für vorgeformtes Vitamin A: 3.000 µg RE/Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer, 600 bis 2.600 µg für Kinder und Jugendliche; maßgeblich ist die fruchtschädigende Wirkung (EFSA 2024)
Lebertran wird aus Fischleber gewonnen und kann viel Vitamin A enthalten, normales Fischöl aus dem Fischkörper dagegen kaum. Zu viel vorgeformtes Vitamin A kann die Leber schädigen und in der Schwangerschaft das ungeborene Kind; die EFSA setzt die Obergrenze für Erwachsene deshalb bei 3.000 µg täglich an. Ob Lebertran in üblicher Menge schadet, ist ungeklärt, denn es gibt keine kontrollierten Studien, aber Fallberichte über Vitamin-A-Vergiftungen nach Fischleber, darunter eine Fehlgeburt. Wer zusätzlich Multivitaminpräparate nimmt oder häufig Leber isst, kommt schneller über die Grenze. 277, 278
Was tun? Bei Lebertran den Vitamin-A-Gehalt auf dem Etikett mit allen anderen Präparaten zusammenrechnen; Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch sollten statt Lebertran ein Fischöl oder Algenöl ohne Vitamin A wählen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien zur Sicherheit von Lebertran überhaupt, Kinder mit Lebertran plus Multivitamin
- Die EFSA behält die Höchstmenge für vorgeformtes Vitamin A von 3.000 µg RE täglich für Erwachsene bei, auch für Schwangere und Stillende, und rät Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch von Leberprodukten ab; maßgeblich ist die fruchtschädigende Wirkung. EFSA 2024
- Ein französisches Giftinformationszentrum beschreibt drei Vitamin-A-Vergiftungen nach dem Verzehr von Fischleber mit Kopfschmerzen, Erbrechen und Hautschälung; bei einer 36-jährigen Schwangeren endete die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt. Schmitt et al. 2020
- In der norwegischen HUNT-Studie mit 17.528 Erwachsenen war die tägliche Einnahme von Lebertran, der damals viel Vitamin A enthielt, mit häufigerem neu auftretendem Asthma verbunden (OR 1,62); die Autoren vermuten das Vitamin A als Ursache. Mai et al. 2012
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Schwere Nebenwirkungen bei üblicher bis hoher Dosisungeklärt86 Studien, 162.796 Pers. (Abdelhamid 2020); 90 Studien (Chang 2023)
Ergebnisse: wenig oder kein Effekt auf schwere Nebenwirkungen (Abdelhamid 2020); keine eindeutig auf Omega-3 zurückzuführenden schweren Nebenwirkungen (Chang 2023; Chang 2018); keine Häufung schwerer Nebenwirkungen bei 1 g/Tag über 5,3 Jahre (Manson 2019); Laborwerte unter verschreibungspflichtigen Präparaten: ALT und Harnstoff leicht höher, Hämoglobin leicht niedriger (Chang 2018)
Ob Omega-3 schwere Nebenwirkungen verursacht, gilt formal als ungeklärt, weil die großen Auswertungen dazu keine Vergleichszahlen nennen; ein Warnsignal gibt es aber nicht. Die Cochrane-Auswertung mit 86 Studien sieht wenig oder keinen Effekt, zwei Sicherheits-Meta-Analysen fanden keine eindeutig auf Omega-3 zurückzuführenden schweren Ereignisse, und in der VITAL-Studie mit fast 26.000 Teilnehmenden traten sie nicht häufiger auf. Die EFSA hält bis zu 5 g EPA und DHA täglich für Erwachsene für unbedenklich; Vorhofflimmern und Magen-Darm-Beschwerden stehen in eigenen Zeilen. 9, 44, 269, 2
Was tun? Ohne ärztliche Begleitung nicht mehr als 5 g EPA+DHA täglich aus allen Präparaten zusammen nehmen; bei Herzrhythmusstörungen schon über 1 g ärztlich abklären.
Nicht untersucht bei: Dosen über 5 g täglich über Jahre, Leber- und Nierenerkrankung
- Die EFSA konnte keine Höchstmenge festlegen; bis etwa 5 g EPA+DHA täglich (EPA allein bis 1,8 g, DHA allein bis etwa 1 g) sieht sie für Erwachsene keine Sicherheitsbedenken: kein Mehr an spontanen Blutungen, keine Wirkung auf Blutzucker, Immunsystem oder Fettoxidation. EFSA 2012
Prostatakrebs fördernkein Schaden gefunden7 Studien, 38.525 Männer (Hanson 2020)
Ergebnisse: Prostatakrebs in Studien mit Präparaten RR 1,10 (0,97 bis 1,24), nicht signifikant, 1.021 Diagnosen (Hanson 2020); Beobachtung: höchste vs. niedrigste Blutwerte HR 1,43 (1,09 bis 1,88) (Brasky 2013); Meta-Analyse von Beobachtungsstudien ohne Zusammenhang, RR 1,00 bzw. 1,07 (Alexander 2015)
Ein erhöhtes Prostatakrebs-Risiko durch Omega-3-Präparate ist in den Studien nicht nachgewiesen: In der maßgeblichen Auswertung von sieben Placebo-Studien mit über 38.000 Männern lag es zwar etwa 10 Prozent höher, der Unterschied war aber nicht gesichert. Die Sorge stammt aus einer großen Beobachtungsstudie, in der Männer mit den höchsten Omega-3-Blutwerten häufiger erkrankten; eine Zusammenfassung vieler Beobachtungsstudien fand dagegen keinen Zusammenhang. 40, 279, 280
Was tun? Männer mit Prostatakrebs oder erhöhtem Risiko sollten die Einnahme ärztlich besprechen; aus den Placebo-Studien ergibt sich kein gesicherter Grund zum Verzicht.
Nicht untersucht bei: Männer mit bekanntem Prostatakrebs oder hohem familiärem Risiko, Einnahme über deutlich mehr als 5 Jahre
Magen-Darm-Beschwerden, Aufstoßen und Fischgeschmackharmlos3 Meta-Analysen einig, größte mit 43 Studien (Chang 2023); dazu 3 Studien bei Dialyse (Tam 2018) und 6 Studien zusätzlich zu Statinen (Choi 2018)
Ergebnisse: Durchfall OR 1,257 (p = 0,010), Geschmacksstörung (Fischgeschmack) OR 3,478 (p < 0,001) (Chang 2023); verschreibungspflichtige Präparate: mehr Fischgeschmack (p = 0,011), Hautveränderungen (p < 0,001), mit EPA+DHA-Kombination mehr Aufstoßen (p = 0,010) und Übelkeit (p = 0,044) (Chang 2018); Schwangere: mehr leichte Magen-Darm-Beschwerden (Makrides 2019); Kinder: Bauchschmerzen/Durchfall 9 vs. 2 (Johnson 2017); Dialyse: leichte Magen-Darm-Beschwerden wie Blähgefühl, Blähungen oder Fischgeschmack häufiger, Risikodifferenz 0,25 (0,07 bis 0,43; 3 Studien, 65 Pers.; Tam 2018); zusätzlich zu Statinen mehr Magen-Darm-Nebenwirkungen (6 Studien; Choi 2018)
Dieser Schaden ist belegt, wenn auch harmlos: Omega-3 verursacht etwas häufiger Verdauungsbeschwerden. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 43 Studien trat Durchfall um ein Viertel häufiger auf als unter Placebo, ein Fischgeschmack im Mund rund dreieinhalbmal so oft; zwei kleinere Meta-Analysen mit Dialysepatienten und mit Menschen, die zusätzlich Statine nahmen, fanden ebenfalls mehr Magen-Darm-Beschwerden. Sammelauswertungen großer Herzstudien sahen dagegen keine Häufung von Magen-Darm-Nebenwirkungen insgesamt. Die Beschwerden sind lästig, aber nicht gefährlich, und verschwinden nach dem Absetzen. 44, 269, 216, 270, 271
Was tun? Kapseln zu einer Mahlzeit nehmen und die Tagesdosis aufteilen; bei anhaltenden Beschwerden die Dosis senken.
Nicht untersucht bei: Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (als Nebenwirkung)
LDL-Cholesterin erhöhenLaboreffekt, kein Schadenohne signifikanten Anstieg: 34 Studien (Chang 2023), 16 Studien gegen Maisöl (Safaei 2024); mit Anstieg unter reinem DHA: 11 Studien (Bernstein 2012), weitere DHA-Auswertungen (Wei 2011, Zhang 2021)
Ergebnisse: kein signifikanter LDL-Anstieg in 34 Studien (Chang 2023) und gegen Maisöl in 16 Studien (Safaei 2024); DHA aus Algenöl LDL +0,23 mmol/L (0,16 bis 0,30; 11 Studien, 485 Pers.; Bernstein 2012); reines DHA gegen Placebo LDL +7,23 mg/dL (3,98 bis 10,5), EPA ohne Anstieg (Wei 2011); DHA +0,26 mmol/L, EPA −0,13 mmol/L (Zhang 2021); EPA+DHA-Präparate LDL +0,15 mmol/L in einer Sammelauswertung (AbuMweis 2018); EFSA: etwa +3 % bei 2 bis 6 g EPA+DHA
Ob Omega-3 das LDL-Cholesterin erhöht, ist ungeklärt, die Auswertungen widersprechen sich: In 34 Placebo-Studien stieg das LDL unter Omega-3 nicht signifikant, ebenso wenig in 16 Studien gegen Maisöl. Reines DHA hob das LDL in mehreren eigenen Auswertungen aber um wenige mg/dL an, in 11 Studien mit DHA aus Algenöl um 0,23 mmol/L, während EPA allein es nicht erhöht. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA wertet einen Anstieg von rund 3 Prozent als vermutlich ohne Folgen für das Herz. Senken kann man ein erhöhtes LDL mit Fischöl jedenfalls nicht. 44, 263, 264, 67, 265, 266, 9, 68, 267, 268
Was tun? Wer wegen hoher LDL-Werte behandelt wird, sollte bei Blutkontrollen die Omega-3-Einnahme angeben; EPA-betonte Präparate verändern das LDL kaum.
Nicht untersucht bei: Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie, Folgen des LDL-Anstiegs auf Herzinfarkte (keine Studie mit diesem Endpunkt)
- Die EFSA stellt fest, dass 2 bis 6 g EPA+DHA bzw. 2 bis 4 g DHA täglich das LDL-Cholesterin um etwa 3 % erhöhen, was das Herz-Kreislauf-Risiko vermutlich nicht beeinflusst; EPA bis 4 g täglich verändert das LDL nicht. EFSA 2012

Omega-3 als Supplement: Einnahme, Dosis und die richtige Form
Als Supplement ist Omega-3 unkompliziert, solange die Menge EPA und DHA stimmt. Die meisten großen Studien gaben ein Gramm Fischöl am Tag,23 und auf diese Menge beziehen sich auch viele der Ergebnisse weiter oben. Wo Studien zu einer Praxisfrage fehlen, sagen wir das in den folgenden Abschnitten ausdrücklich.
Kapsel, Öl oder Algenöl: Welche Form ist sinnvoll?
Entscheidend ist der Gehalt an EPA und DHA, nicht die Quelle. Fischöl liefert beide Fettsäuren. Algenöl enthält je nach Sorte DHA oder beides und kommt dabei ganz ohne Fisch aus. Leinöl dagegen liefert nur ALA, aus dem der Körper kaum DHA macht.1 Kapsel und flüssiges Öl wurden nie direkt miteinander verglichen, sodass vor allem die Menge pro Tag zählt.
Wichtiger als die Form ist die Frische. In einer Marktanalyse aus den USA waren gut zwei Drittel der Präparate mit Aroma zu stark oxidiert, also ranzig, ohne Aroma dagegen nur etwa jedes achte.48 Welche Omega-3-Kapseln gut sind, hängt deshalb weniger an Fisch oder Alge als an Gehalt, Frische und Reinheit. Damit das Öl frisch bleibt, sollte die Packung kühl, dunkel und gut verschlossen stehen.

Wie viel Omega-3 am Tag?
Eine für alle belegte Tagesmenge gibt es nicht. Die passende Menge hängt vom Ziel ab. Die großen Herzstudien gaben meist ein Gramm am Tag, während die Blutfette mit höheren Mengen stärker sinken und beim Blutdruck der günstigste Bereich bei zwei bis drei Gramm lag.15 Allerdings steigt mit der Menge auch das Risiko für Vorhofflimmern.43 Die Frage, wie viel Omega-3 am Tag sinnvoll ist, lässt sich deshalb nur mit Blick auf dieses Ziel beantworten, und größere Mengen sollten ärztlich begleitet werden.

Wann und wie sollte man Omega-3 einnehmen?
Am besten wird Omega-3 zu einer Mahlzeit genommen, die etwas Fett enthält, denn so gelangen die Fettsäuren besser ins Blut.49 Ob morgens oder abends, machte in einer kleinen Studie für den Blutwert dagegen keinen Unterschied.50 Wichtiger als die Uhrzeit ist Geduld. Bis sich EPA in den roten Blutkörperchen eingependelt hat, dauert es nämlich etwa ein halbes Jahr.51 Die Frage, wann man Omega-3 einnehmen sollte, tritt deshalb hinter die Regelmäßigkeit zurück, denn in der kleinen Studie stieg der Omega-3-Wert im Blut morgens wie abends gleich stark an.

Woran erkennt man einen Omega-3-Mangel?
Eine belegte Liste typischer Mangelsymptome gibt es nicht. Trockene Haut, Müdigkeit oder Stimmungstiefs werden zwar oft als Zeichen genannt, haben aber so viele mögliche Ursachen, dass sie über die Versorgung mit Omega-3 wenig verraten. Messen lässt sich die Versorgung dagegen mit dem Omega-3-Index, also dem Anteil von EPA und DHA in den roten Blutkörperchen. Dieser Wert stieg in einer Studie mit täglich gut zwei Gramm EPA innerhalb von drei Monaten deutlich an.52 Bei Verdacht auf einen Mangel ist ein Bluttest deshalb aussagekräftiger als ein Selbstversuch.

Brauchen Kinder und Schwangere Omega-3?
Bei Babys ist ein kleiner Nutzen gut belegt, bei älteren Kindern kaum einer. Säuglinge, die DHA bekommen, sehen im ersten Lebensjahr etwas schärfer.53 Bei ADHS dagegen fand der Cochrane-Review keinen spürbaren Effekt.54 Ob Omega-3 für Kinder sinnvoll ist, hängt also stark vom Alter ab. In der Schwangerschaft wiederum werden Frühgeburten wahrscheinlich etwas seltener, klüger werden die Kinder dadurch aber nicht.4241


Unsere Einordnung
Fischöl kann sich lohnen: bei erhöhten Triglyceriden, bei leichter kognitiver Störung, als Zusatz bei Depression und bei trockenen Augen. Am besten geschieht das nach ärztlicher Rücksprache. Als Herzschutz für Gesunde haben übliche Kapseln in großen Studien enttäuscht. Bei Rhythmusstörungen, Blutverdünnern und hohen Mengen ist Vorsicht geboten.
Häufige Fragen
Welche Benefits von Omega-3 sind wirklich belegt?
Gut belegt sind weniger Beschwerden bei trockenen Augen und bessere Denkleistung bei leichter kognitiver Störung. Wahrscheinlich sinken außerdem Triglyceride und Blutdruck etwas, und nach ungewohnter Belastung fällt der Muskelkater schwächer aus. Vor Herzinfarkt, Demenz und Krebs schützen übliche Kapseln nach großen Studien nicht.
Omega-3 flüssig oder als Kapsel: Was ist besser?
Für die Wirkung zählt die Menge EPA und DHA, nicht die Form. Direkte Vergleichsstudien zwischen Öl und Kapsel gibt es nicht. Flüssiges Öl sollte nach dem Öffnen im Kühlschrank stehen, weil es leicht ranzig wird.
Ist Omega-3 aus der Apotheke besser?
Dazu gibt es keine Studien. Entscheidend sind Gehalt an EPA und DHA, Frische und Reinheit, egal wo gekauft. Eine Ausnahme ist reines EPA: Dieses Arzneimittel gibt es nur auf Rezept, und nur dafür liegt die große positive Herzstudie vor.
Kann man Omega-3 und Vitamin D zusammen einnehmen?
Nach den Studien spricht nichts dagegen. In der großen VITAL-Studie bekam ein Teil der Teilnehmenden Fischöl und Vitamin D gleichzeitig.2 Dass die Kombination mehr bringt als jedes Mittel allein, ist nicht belegt.
Enthält Schwarzkümmelöl Omega-3?
Kaum. Wie andere Pflanzenöle liefert es kein EPA und kein DHA, also nicht die Fettsäuren, die in den Studien geprüft wurden. Studien zu Schwarzkümmelöl als Omega-3-Quelle gibt es nicht. EPA und DHA liefern fetter Seefisch, Fischöl oder Algenöl.
Gilt das alles auch für Omega-3 für Hunde?
Nein, darüber sagt diese Seite nichts. Alle hier ausgewerteten Studien liefen mit Menschen. Ob ein Hund Fischöl braucht und wie viel, sollte die Tierarztpraxis beurteilen.
Wie schnell wirkt Omega-3?
Das hängt vom Ziel ab. Der Spiegel in den roten Blutkörperchen pendelt sich nach etwa einem halben Jahr ein.51 Die Studien zu Blutfetten, Stimmung oder Gelenken liefen meist über mehrere Monate.
Mehr zu Omega-3








So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 280 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Burdge et al. 2002, Br J Nutr | 6 junge Männer, markiertes ALA mit einer Mahlzeit, 21 Tage verfolgt | ALA wurde zu EPA und DPA umgebaut, neu gebildetes DHA war nicht nachweisbar | Stoffwechselstudie |
| 2 | Manson et al. 2019 (VITAL), N Engl J Med | 25.871 Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren ohne Herzkrankheit, 1 g Fischöl/Tag, 5,3 Jahre | schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,92 (0,80 bis 1,06), nicht signifikant; Herzinfarkt gesamt HR 0,72 (0,59 bis 0,90) als Nebenzielgröße | RCT (Mega-Studie, Primärprävention, maßgeblich) |
| 3 | ASCEND Study Collaborative Group 2018, N Engl J Med | 15.480 Personen mit Diabetes ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, 1 g/Tag, 7,4 Jahre | schwere Gefäßereignisse 8,9 % vs. 9,2 %, RR 0,97 (0,87 bis 1,08), nicht signifikant | RCT (Mega-Studie, Diabetes) |
| 4 | Shayan et al. 2026, Pharmacol Res Perspect | 25 RCTs, 25.578 Patienten mit bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung oder vor einer Herzoperation, nur EPA+DHA | MACE nicht signifikant verändert (p = 0,40); Vorhofflimmern einschließlich nach OP nicht signifikant gesenkt (p = 0,19) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 5 | Dong et al. 2024, Nutr J | verschreibungspflichtige Omega-3-Präparate; Teilgruppe Primärprävention, 3 Studien, 43.246 Pers. | Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 0,91 (0,83 bis 1,00), nicht signifikant; MACE RR 0,89 (0,80 bis 1,00) | Meta-Analyse |
| 6 | Bernasconi et al. 2021, Mayo Clin Proc | 40 Studien, 135.267 Personen, Meta-Regression nach Dosis | Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 0,95 (0,90 bis 1,00), nicht signifikant; Effekt auf Ereignisse und Herzinfarkt dosisabhängig | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 7 | Khan et al. 2021, EClinicalMedicine | 38 RCTs, 149.051 Personen, getrennt nach reinem EPA und EPA+DHA | Herztod EPA allein RR 0,82 (0,68 bis 0,99) vs. EPA+DHA 0,94 (0,89 bis 0,99); nicht tödlicher Herzinfarkt 0,72 vs. 0,92; unter EPA allein mehr Blutungen (RR 1,49) und Vorhofflimmern (RR 1,35) | Meta-Analyse |
| 8 | Kotwal et al. 2012, Circ Cardiovasc Qual Outcomes | 20 RCTs, 63.030 Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung | Gefäßtod RR 0,86 (0,75 bis 0,99); kombinierte Ereignisse und Gesamtsterblichkeit nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 9 | Abdelhamid et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 86 RCTs, 162.796 Personen, mind. 12 Monate, Primär- und Sekundärprävention; Herz-Kreislauf-Ereignisse in 43 RCTs mit 140.482 Personen | Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 0,96 (0,92 bis 1,01), hohe Vertrauenswürdigkeit; kein Unterschied nach Dosis oder Dauer | Cochrane-Meta-Analyse |
| 10 | Bhatt et al. 2019 (REDUCE-IT), N Engl J Med | 8.179 Patienten mit Statin, Triglyceride 135 bis 499 mg/dl, 70,7 % Sekundärprävention; 4 g Icosapent-Ethyl/Tag, 4,9 Jahre | Primärer Endpunkt HR 0,75 (0,68 bis 0,83); Herztod 4,3 % vs. 5,2 %, HR 0,80; Krankenhausaufnahme wegen Vorhofflimmern 3,1 % vs. 2,1 %; schwere Blutungen 2,7 % vs. 2,1 % (p = 0,06) | RCT (Mega-Studie, maßgeblich) |
| 11 | Ridker et al. 2022, Circulation | Biomarker-Auswertung aus REDUCE-IT, Icosapent-Ethyl gegen Mineralöl | unter Mineralöl stiegen CRP (+21,9 %), IL-6, oxidiertes LDL und LDL (+10,9 %) an, unter EPA kaum Änderung; Bedeutung für das Gesamtergebnis laut Autoren unsicher | RCT-Auswertung (Placebo-Frage) |
| 12 | Nicholls et al. 2020 (STRENGTH), JAMA | 13.078 Patienten mit hohem Risiko, Statin, Triglyceride im Median 240 mg/dl; 4 g/Tag EPA+DHA als Carbonsäure gegen Maisöl | HR 0,99 (0,90 bis 1,09), nicht signifikant; abgebrochen wegen geringer Erfolgsaussicht; mehr Magen-Darm-Nebenwirkungen | RCT (Mega-Studie, maßgeblich) |
| 13 | Chen et al. 2026, Nutr Metab Cardiovasc Dis | 24 RCTs, 2.043 Erwachsene verschiedener Gruppen; Triglyceride in 21 Studien, 1.491 Pers. | Triglyceride −16,95 mg/dl (−23,25 bis −10,66); HDL +1,55 mg/dl | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 14 | Miller et al. 2014, Am J Hypertens | 70 RCTs | −1,52/−0,99 mmHg; bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,51/−3,05 mmHg; bei normalem Blutdruck −1,25/−0,62 mmHg | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 15 | Zhang et al. 2022, J Am Heart Assoc | 71 RCTs, 4.973 Erwachsene, mittlere Dosis 2,8 g EPA+DHA/Tag | bei 2 g/Tag −2,61/−1,64 mmHg, bei 3 g/Tag −2,61/−1,80 mmHg; J-förmiger Verlauf; stärker und annähernd linear bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Älteren | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse |
| 16 | ORIGIN Trial Investigators 2012, N Engl J Med | 12.536 Personen mit gestörtem Blutzucker, 1 g/Tag, 6,2 Jahre | Herztod 9,1 % vs. 9,3 %, HR 0,98 (0,87 bis 1,10) | RCT (Gegenbefund) |
| 17 | Kong et al. 2025, J Affect Disord | 36 RCTs bei Depression | SMD −0,26 (−0,41 bis −0,11); Ansprechen RR 0,99 und Remission RR 1,17 nicht signifikant; deutliche Heterogenität und Publikationsbias | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 18 | Sarris et al. 2022, World J Biol Psychiatry | Leitlinie WFSBP/CANMAT, 31 Fachleute aus 15 Ländern | Omega-3 als Zusatz zur Depressionsbehandlung empfohlen (+++), als alleinige Behandlung nicht (+/−) | Leitlinie |
| 19 | Liao et al. 2019, Transl Psychiatry | 26 doppelblinde Placebo-RCTs, 2.160 Pers. | SMD −0,28 (p = 0,004); Nutzen nur bei EPA-reichen Präparaten | Meta-Analyse |
| 20 | Okereke et al. 2021 (VITAL-DEP), JAMA | 18.353 Erwachsene ab 50 Jahren ohne relevante depressive Beschwerden, 1 g Omega-3 oder Placebo, 5,3 Jahre | Stimmungswert PHQ-8 ohne Unterschied (0,03 Punkte; p = 0,19) | RCT (Mega-Studie, Gegenbefund) |
| 21 | Yang et al. 2024, J Alzheimers Dis | 12 Studien, 1.124 ältere Menschen mit leichter kognitiver Störung | globale Kognition SMD 0,51 (0,12 bis 0,91; p = 0,01); Sprachflüssigkeit, Exekutivfunktion, Depression n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 22 | Zhang et al. 2020, Eur J Clin Nutr | 7 RCTs, 434 Pers. mit leichter kognitiver Störung | WMD 0,85 (0,04 bis 1,67; p = 0,04) | Meta-Analyse |
| 23 | Brainard et al. 2020, J Am Med Dir Assoc | 38 RCTs, 49.757 Erwachsene, Dauer ≥ 24 Wochen; MMSE in 13 RCTs, 14.851 Pers. | MMSE MD 0,10 (0,03 bis 0,16), I² 0 %, mittlere Evidenz; Schluss: Omega-3 schützt Ältere nicht vor geistigem Abbau | Meta-Analyse |
| 24 | Burckhardt et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 3 Placebo-RCTs, 632 Pers. mit leichter bis mittlerer Alzheimer-Demenz, 6 bis 18 Monate | ADAS-cog SMD −0,02 (−0,19 bis 0,15; 566 Pers.); MMSE MD 0,18; Alltag −0,02; CDR-SB 0,00; hohe Evidenz | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 25 | Clark et al. 2019, Clin Rheumatol | 10 Studien, 560 Personen | PASI −1,58 (−2,24 bis −0,92), weniger Rötung und Schuppung | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 26 | Chen et al. 2020, Nutr Rev | 18 RCTs, 927 Personen mit Psoriasis | allein kein Effekt auf PASI, Fläche oder Juckreiz; mit Standardtherapie PASI −3,92 (−6,15 bis −1,69) | Meta-Analyse |
| 27 | Wang et al. 2023, J Clin Med | 19 RCTs, 4.246 Personen | Beschwerden Hedges' g −1,05 (p < 0,001); Tränenfilm, Schirmer-Test und Osmolarität ebenfalls besser; stark heterogen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 28 | DREAM Research Group (Asbell et al.) 2018, N Engl J Med | 535 Personen mit mittlerem bis schwerem trockenem Auge, 3 g EPA+DHA oder Olivenöl, 12 Monate | OSDI-Beschwerdewert −1,9 Punkte Unterschied (−5,0 bis 1,1; p = 0,21); Anfärbung, Tränenfilm-Aufrisszeit und Schirmer-Test nicht verschieden | RCT (größte Einzelstudie, Gegenbefund) |
| 29 | Le Floc'h et al. 2015, J Cosmet Dermatol | 120 gesunde Frauen mit Haarausfall, Kombination aus Omega-3, Omega-6 und Antioxidantien oder keine Einnahme, 6 Monate | Haardichte auf Fotos stärker verbessert (p < 0,001), weniger Haare in der Ruhephase | RCT ohne Placebo (Kombinationspräparat) |
| 30 | Jung et al. 2014, Acta Derm Venereol | 45 Personen mit leichter bis mittlerer Akne, 2 g EPA+DHA, Borretschöl oder Kontrolle, 10 Wochen | entzündliche und nicht entzündliche Läsionen mit Omega-3 signifikant verringert, weniger Entzündung in Gewebeproben | RCT ohne Placebo |
| 31 | Bath-Hextall et al. 2012, Cochrane Database Syst Rev | 11 Studien, 596 Personen mit verschiedenen Nahrungsergänzungen; 2 Studien mit Fischöl gegen Oliven- oder Maisöl | zwei kleine Fischöl-Studien mit möglichem bescheidenem Nutzen; keine überzeugende Evidenz für Nahrungsergänzungen bei Neurodermitis | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 32 | Deng et al. 2023, J Orthop Surg Res | 9 RCTs, 2.070 Personen mit Arthrose | Schmerz SMD −0,29 (−0,47 bis −0,11), Gelenkfunktion SMD −0,21 (−0,34 bis −0,07); Heterogenität I² = 60 % | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 33 | MacFarlane et al. 2020, Arthritis Rheumatol | 1.398 VITAL-Teilnehmende mit chronischen Knieschmerzen, 1 g Omega-3 am Tag, im Mittel 5,3 Jahre | WOMAC-Schmerz, -Funktion und -Steifigkeit nicht verschieden von Placebo | Mega-RCT (Gegenbefund) |
| 34 | Gkiouras et al. 2024, Crit Rev Food Sci Nutr | 23 placebokontrollierte RCTs bei rheumatoider Arthritis | Schmerz SMD −0,16 (−0,40 bis 0,09), druckschmerzhafte Gelenke SMD −0,20 (−0,46 bis 0,05), beide nicht signifikant; Vertrauenswürdigkeit meist niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 35 | Du et al. 2015, PLoS One | 21 placebokontrollierte RCTs bei Übergewicht/Adipositas | Gewicht SMD −0,07 (−0,21 bis 0,07), BMI SMD −0,09, beide nicht signifikant, auch mit Lebensstil-Maßnahmen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 36 | Zhang et al. 2017, J Nutr Health Aging | 11 RCTs, 617 Personen mit Übergewicht/Adipositas | Gewichtsabnahme WMD 0,00 (−0,42 bis 0,43), BMI unverändert | Meta-Analyse |
| 37 | Cornish et al. 2022, Nutrients | 16 Studien, 1.660 Frauen und 778 Männer ab 55 Jahren, mit oder ohne Krafttraining | Magermasse SMD 0,09 (−0,10 bis 0,28), kein Effekt | Meta-Analyse |
| 38 | Li et al. 2026, FASEB J | 41 RCTs zu Sport und Erholung | IL-6, TNF-α, Kreatinkinase und Muskelkater mäßig verringert (SMD −0,4 bis −0,7) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 39 | Lv et al. 2020, Biomed Res Int | 12 RCTs, 145 Behandelte und 156 Kontrollen | Muskelkater MD −0,93 (−1,44 bis −0,42) auf 10er-Skala, unter klinischer Relevanzschwelle; Kraft und Beweglichkeit nicht verbessert | Meta-Analyse |
| 40 | Hanson et al. 2020, Br J Cancer | 47 RCTs, 108.194 Teilnehmende (Teilauswertung Prostatakrebs) | mehr langkettiges Omega-3 erhöht das Prostatakrebsrisiko möglicherweise leicht (RR 1,10; 0,97 bis 1,24; NNTH 334) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 41 | Xie et al. 2026, Dev Psychobiol | 19 RCTs zu DHA in der Schwangerschaft, Kinder der Allgemeinbevölkerung | kein signifikanter Vorteil bei Kognition, Sprache, Motorik oder Gedächtnis, auch nicht in Teilgruppen; Geburtsgewicht +72,5 g (37,6 bis 107,5) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 42 | Middleton et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 70 RCTs, 19.927 Schwangere; Frühgeburt: 26 RCTs, 10.304 Pers. | Frühgeburt < 37 Wochen RR 0,89 (95 % KI 0,81 bis 0,97), hohe Evidenzqualität; Schwangerschaft im Mittel 1,67 Tage länger | Cochrane-Review |
| 43 | Gencer et al. 2021, Circulation | 7 RCTs, 81.210 Personen, mittlere Laufzeit 4,9 Jahre | Vorhofflimmern HR 1,25 (1,07 bis 1,46); > 1 g/Tag HR 1,49 (1,04 bis 2,15); ≤ 1 g/Tag HR 1,12 (1,03 bis 1,22); pro 1 g/Tag HR 1,11 (1,06 bis 1,15) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 44 | Chang et al. 2023, Adv Nutr | 90 RCTs, alle Formen von EPA/DHA | Blutungsneigung OR 1,260 (p = 0,025); keine eindeutig auf Omega-3 zurückzuführenden schweren Nebenwirkungen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 45 | Jia et al. 2021, Cardiovasc Drugs Ther | 8 RCTs, 83.112 Personen | 4,0 vs. 3,3 %, RR 1,24 (1,11 bis 1,38); ≤ 1 g RR 1,12 (1,04 bis 1,21); > 1 g RR 1,51 (1,26 bis 1,80); kein Mehr an Schlaganfällen (RR 1,04) | Meta-Analyse |
| 46 | Javaid et al. 2024, J Am Heart Assoc | 11 RCTs, 120.643 Personen | Blutungen RR 1,09 (0,91 bis 1,31; p = 0,34); Hirnblutung, Blutschlaganfall, Magen-Darm-Blutung nicht häufiger; hoch dosiertes reines EPA relativ +50 %, absolut +0,6 %; Risiko abhängig von EPA-Dosis, nicht von Plättchenhemmern | Meta-Analyse (Gegenbefund, schwere Blutungen) |
| 47 | EFSA NDA Panel 2012, EFSA J | Behördengutachten zur Sicherheit von EPA, DHA und DPA | keine Höchstmenge festlegbar; bis etwa 5 g EPA+DHA täglich für Erwachsene ohne Sicherheitsbedenken | Behördengutachten |
| 48 | Hands et al. 2024, J Diet Suppl | 72 Omega-3-Präparate aus den USA, 2014 bis 2020 | TOTOX-Grenze bei 68 % der aromatisierten und 13 % der nicht aromatisierten Produkte überschritten | Produktanalyse |
| 49 | Lawson & Hughes 1988, Biochem Biophys Res Commun | Männliche Freiwillige, Fischöl zu einer fettreichen Mahlzeit (44 g Fett) im Vergleich zu früheren Messungen mit 8 g Fett | EPA aus Triglycerid-Fischöl zu 90 statt 69 % aufgenommen, DHA unverändert; aus Ethylestern dreifache Aufnahme auf rund 60 % | Aufnahmestudie |
| 50 | Konishi et al. 2021, Nutrition | 20 gesunde Erwachsene in Japan, Fischöl-Würstchen morgens oder abends, 8 Wochen; Studie eines Fischverarbeiters | Omega-3 im Blut in beiden Gruppen gleich gestiegen; Triglyceride nur bei Einnahme morgens gesunken | Kleine Pilotstudie |
| 51 | Katan et al. 1997, J Lipid Res | 58 Männer, 0, 3, 6 oder 9 g Fischöl täglich, 12 Monate, Nachbeobachtung | EPA in roten Blutkörperchen mit Halbwertszeit von 28 Tagen eingebaut, stabil nach 180 Tagen | Kontrollierte Studie |
| 52 | Bradbury et al. 2017, Front Pharmacol | 90 Erwachsene mit chronischem Arbeitsstress, 2,2 g EPA + 0,44 g DHA täglich gegen Placebo, 12 Wochen | Perceived Stress Scale ohne Unterschied (p = 0,30), obwohl der Omega-3-Index von 5,2 auf 8,9 % stieg | RCT (Gegenbefund) |
| 53 | Shulkin et al. 2018, J Nutr | 38 RCTs, 5.541 Teilnehmende (Mütter, Früh- und Reifgeborene) | alle Gruppen zusammen: MDI +0,91 (0,005 bis 1,81), PDI +1,06 (0,10 bis 2,03), IQ +0,20 (−1,56 bis 1,96); Hinweis auf Publikationsverzerrung beim MDI | Meta-Analyse |
| 54 | Gillies et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 37 RCTs, über 2.374 Kinder und Jugendliche mit ADHS | Gesamtbeschwerden laut Eltern SMD −0,08 (−0,24 bis 0,07), hohe Evidenzqualität; Nebenwirkungen RR 1,02 (0,69 bis 1,52) | Cochrane-Review |
| 55 | Risk and Prevention Study Collaborative Group 2013, N Engl J Med | 12.513 Personen mit mehreren Risikofaktoren oder Gefäßerkrankung, aber ohne Herzinfarkt, 1 g/Tag, 5 Jahre | Herztod oder Krankenhausaufnahme aus Herz-Kreislauf-Gründen HR 0,97 (0,88 bis 1,08), nicht signifikant | RCT (Gegenbefund) |
| 56 | Aung et al. 2018, JAMA Cardiol | 10 RCTs mit je mind. 500 Personen und mind. 1 Jahr, 77.917 Hochrisiko-Personen, EPA 226 bis 1.800 mg/Tag | schwere Gefäßereignisse RR 0,97 (0,93 bis 1,01); koronarer Tod RR 0,93 (99 % KI 0,83 bis 1,03); kein Effekt in Untergruppen, auch nicht bei früherer koronarer Herzkrankheit, Diabetes oder Statin-Einnahme | Meta-Analyse |
| 57 | Kalstad et al. 2021 (OMEMI), Circulation | 1.027 Patienten von 70 bis 82 Jahren 2 bis 8 Wochen nach Herzinfarkt, 1,8 g EPA+DHA/Tag gegen Maisöl, 2 Jahre | kombinierter Endpunkt 21,4 % vs. 20,0 %, HR 1,08 (0,82 bis 1,41), nicht signifikant; neues Vorhofflimmern 7,2 % vs. 4,0 % (HR 1,84, p = 0,06) | RCT (Gegenbefund) |
| 58 | GISSI-Prevenzione Investigators 1999, Lancet | 11.324 Patienten nach kürzlichem Herzinfarkt, 1 g n-3-Fettsäuren/Tag, 3,5 Jahre, ohne Placebo | Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen −10 % (95 % KI 1 bis 18 %); Herztod −17 % (3 bis 29 %) | RCT (frühe positive Studie, offen) |
| 59 | Nilsen et al. 2001, Am J Clin Nutr | 300 Patienten nach Herzinfarkt, hochdosiertes Omega-3 oder Maisöl | mindestens ein Herzereignis 28 % vs. 24 %, kein signifikanter Unterschied; Triglyceride gesenkt | RCT |
| 60 | Yokoyama et al. 2007 (JELIS), Lancet | 18.645 Japaner mit erhöhtem Cholesterin, 1,8 g EPA plus Statin gegen Statin allein, offen, 4,6 Jahre | schwere koronare Ereignisse 2,8 % vs. 3,5 %, −19 % (p = 0,011); Herztod nicht verändert; ohne Herzkrankheit −18 %, nicht signifikant | RCT (offen, ohne Placebo) |
| 61 | Miyauchi et al. 2024 (RESPECT-EPA), Circulation | 2.506 Japaner mit stabiler koronarer Herzkrankheit und niedrigem EPA-Spiegel, 1,8 g Icosapent-Ethyl, offen, 5 Jahre | Primärer Endpunkt 9,1 % vs. 12,6 %, HR 0,79 (0,62 bis 1,00), p = 0,055; koronare Ereignisse HR 0,73 (0,55 bis 0,97); neues Vorhofflimmern 3,1 % vs. 1,6 % | RCT (offen, knapp nicht signifikant) |
| 62 | Huang et al. 2023, Adv Nutr | 8 RCTs, 57.754 Personen mit Diabetes | Herz-Kreislauf-Erkrankungen RR 0,93 (0,90 bis 0,97); signifikant nur mit EPA allein (RR 0,81), nicht mit EPA+DHA | Meta-Analyse (Diabetes) |
| 63 | Hu et al. 2019, J Am Heart Assoc | 13 RCTs, 127.477 Personen, Fischöl-Präparate, im Mittel 5 Jahre | ohne REDUCE-IT: Herzinfarkt RR 0,92 (0,86 bis 0,99), koronare Herzkrankheit gesamt RR 0,95 | Meta-Analyse |
| 64 | Xu et al. 2022, Nutr Hosp | 18 RCTs, Erwachsene mit und ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung | Schlaganfall RR 1,00 (0,93 bis 1,07); Hirninfarkt RR 0,99, Hirnblutung RR 1,25 (0,94 bis 1,66), beide nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 65 | Qi et al. 2023, Rev Cardiovasc Med | 19 RCTs, 116.498 Personen | Schlaganfall HR 1,00 (0,91 bis 1,10) | Meta-Analyse |
| 66 | Markozannes et al. 2022, Clin Nutr | 19 doppelblinde RCTs mit mind. 1 Jahr, 97.709 Personen | kein signifikanter Zusammenhang mit Herztod, Gesamtsterblichkeit, Herzinfarkt oder Schlaganfall, außer Herztod bei 2 Kapseln/Tag (RR 0,55) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 67 | AbuMweis et al. 2018, J Hum Nutr Diet | 171 placebokontrollierte, verblindete Studien mit EPA+DHA-Präparaten | Triglyceride −0,368 mmol/l (95 % KI −0,427 bis −0,309), dosisabhängig | Meta-Analyse |
| 68 | Wang et al. 2023, J Am Heart Assoc | 90 RCTs, 72.598 Personen, Dosis-Wirkungs-Analyse | annähernd lineare Senkung von Triglyceriden und Nicht-HDL-Cholesterin mit steigender Dosis, besonders bei erhöhten Blutfetten und Übergewicht ab über 2 g/Tag | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse |
| 69 | Xiao et al. 2022, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids | 46 RCTs, 4.991 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes | HDL +0,05 mmol/l (0,02 bis 0,08); Triglyceride und Gesamtcholesterin gesenkt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 70 | Mozaffarian et al. 2005, Circulation | 30 randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studien, 0,81 bis 15 g/Tag | −1,6 Schläge/min (0,6 bis 2,5); bei Ausgangspuls ab 69 −2,5, darunter kein Effekt; bei mind. 12 Wochen −2,5 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 71 | Wang et al. 2018, J Interv Card Electrophysiol | 14 RCTs, 3.570 Patienten mit Herzoperation | Vorhofflimmern nach OP RR 0,84 (0,73 bis 0,98); kein Effekt gegenüber Placebo-Ölen und bei anderen Herzoperationen als Bypass | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 72 | Mozaffarian et al. 2012 (OPERA), JAMA | 1.516 Patienten vor Herzoperation in 28 Zentren; 8 bis 10 g vorab, danach 2 g/Tag bis zur Entlassung | OR 0,96 (0,77 bis 1,20), kein Unterschied in allen Nebenzielgrößen; keine erhöhte Blutungsneigung | RCT (größte Studie, Gegenbefund) |
| 73 | Langlois et al. 2017, Clin Nutr | 19 RCTs, 4.335 Patienten mit Herzoperation, Gabe auch per Infusion | Vorhofflimmern nach OP OR 0,78 (0,68 bis 0,90); Krankenhausaufenthalt 1,4 Tage kürzer; starke Unterschiede zwischen den Studien | Meta-Analyse |
| 74 | Brouwer et al. 2009, Eur Heart J | 3 RCTs, 1.148 Patienten mit ICD; gepoolte Einzeldaten aus 2 Studien (722 Personen) | RR 0,90 (0,67 bis 1,22); Untergruppe mit koronarer Herzkrankheit 0,79 (0,60 bis 1,06); Zeit bis zur ICD-Auslösung gleich (p = 0,79) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 75 | Tavazzi et al. 2008 (GISSI-HF), Lancet | 6.975 Patienten mit chronischer Herzschwäche, 1 g/Tag gegen Placebo, 3,9 Jahre | Tod HR 0,91 (95,5 % KI 0,833 bis 0,998); Tod oder Krankenhausaufnahme HR 0,92 (99 % KI 0,849 bis 0,999); NNT 56 für einen verhinderten Todesfall | RCT (maßgeblich) |
| 76 | Dwiputra et al. 2024, J Lipid Atheroscler | 5 Studien bei Herzschwäche | Herztod OR 0,94 (0,84 bis 1,05), Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche OR 0,94 (0,88 bis 1,02), beide nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 77 | Tseng et al. 2025, Adv Nutr | Netzwerk-Meta-Analyse, 14 RCTs, 9.075 Patienten mit Herzschwäche | 2.000 bis 4.000 mg/Tag über mind. 1 Jahr verbesserten Auswurfleistung und Sauerstoffaufnahme; niedrigere oder kürzere Gaben nicht; Gesamtsterblichkeit unverändert | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 78 | Barbarawi et al. 2021, Contemp Clin Trials | 12 RCTs, 81.364 Personen | erste Krankenhausaufnahme wegen Herzschwäche und Herztod nicht gesenkt; wiederholte Krankenhausaufnahmen signifikant gesenkt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 79 | Norouzzadeh et al. 2026, J Am Nutr Assoc | 20 RCTs, 1.208 Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, mind. 4 Wochen | keine Wirkung auf die Pulswellengeschwindigkeit; Augmentationsindex verbessert; Endothelfunktion mit EPA/DHA stärker verbessert als mit ALA; Vertrauenswürdigkeit mittel bis niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 80 | Brown et al. 2019, BMJ | 83 RCTs mit mind. 24 Wochen, vor allem Omega-3-Präparate; Diabetes-Diagnose bei 58.643 Personen | RR 1,00 (0,85 bis 1,17); bei über 4,4 g/Tag Hinweis auf negative Effekte | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 81 | Guo et al. 2018, Clin Nutr | 11 RCTs mit Erwachsenen mit nicht alkoholischer Fettleber (dazu 10 Fall-Kontroll-Studien) | Leberfett −5,11 % (−10,24 bis 0,02), p = 0,051; ALT −7,53 U/l, AST −7,10 U/l, Triglyceride −36 mg/dl | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 82 | Lee et al. 2020, Nutrients | 22 RCTs, 1.366 Personen | Leberfett-Reduktion RR 1,52 (1,09 bis 2,13); Triglyceride −28,6 mg/dl, HDL +3,6 mg/dl, BMI −0,46 | Meta-Analyse |
| 83 | Kim et al. 2025, Clin Nutr | 20 RCTs, 1.615 Erwachsene | GGT −5,38 U/l, Verfettung im Ultraschall OR 3,83 (1,03 bis 14,27), Publikationsbias; AST, ALT, MRT-Leberfett, Steifigkeit und Histologie unverändert; mehr Nebenwirkungen insgesamt | Meta-Analyse (neueste) |
| 84 | Khabir et al. 2026, Crit Rev Food Sci Nutr | 96 klinische Studien zu EPA+DHA, gesunde und erkrankte Erwachsene | CRP, TNF-α und IL-6 gesenkt, besonders bei Vorerkrankungen; am beständigsten bei 1 bis 3 g/Tag | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 85 | Xie et al. 2024, Cardiovasc Res | 53 RCTs zu Lipidsenkern mit je über 100 Personen, darunter Omega-3 | Omega-3: CRP −0,27 mg/l (−0,52 bis −0,01) | Meta-Analyse |
| 86 | Kavyani et al. 2022, Int Immunopharmacol | Umbrella-Analyse von 32 Meta-Analysen, Erwachsene | CRP ES −0,40 (−0,56 bis −0,24), TNF-α −0,23, IL-6 −0,22; Heterogenität 89,5 % | Umbrella-Meta-Analyse |
| 87 | Amlashi et al. 2025, Inflammopharmacology | 40 RCTs bei kardiometabolischen Erkrankungen | CRP-Senkung bei Herzkrankheit, Metabolischem Syndrom und Bluthochdruck bis etwa 1.200 mg/Tag; bei Übergewicht/Adipositas keine signifikante Senkung | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse (Teil-Gegenbefund) |
| 88 | Limonte et al. 2021 (VITAL-DKD), Diabetologia | 1.312 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 1 g Omega-3 oder Placebo über 5 Jahre | hsCRP, IL-6 und NT-proBNP gegenüber Placebo nicht verändert | RCT (große Studie, Gegenbefund) |
| 89 | O'Mahoney et al. 2018, Cardiovasc Diabetol | 45 RCTs, 2.674 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes | HbA1c ES −0,27 (−0,48 bis −0,06); Triglyceride und LDL gesenkt; andere Zuckerwerte unverändert | Meta-Analyse |
| 90 | Hartweg et al. 2008, Cochrane Database Syst Rev | 23 RCTs, 1.075 Menschen mit Typ-2-Diabetes, im Mittel 3,5 g/Tag, 8,9 Wochen | keine signifikante Veränderung von HbA1c, Nüchternzucker, Nüchterninsulin; LDL +0,11 mmol/L (0,00 bis 0,22) | Cochrane-Review (Typ-2-Diabetes) |
| 91 | Gao et al. 2020, Lipids Health Dis | 12 RCTs, Typ-2-Diabetes | Nüchternzucker SMD 0,13 (−0,03 bis 0,28); HbA1c, Insulin und HOMA-IR unverändert | Meta-Analyse |
| 92 | Lok et al. 2026 (PISCES), N Engl J Med | 1.228 Dialysepatienten, Fischöl oder Placebo, 3,5 Jahre | schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,57 (0,47 bis 0,70) | RCT (Sondergruppe Dialyse) |
| 93 | Makrides et al. 2010 (DOMInO), JAMA | 2.399 Schwangere ohne Auswahl nach Depression, DHA-reiches Fischöl oder Pflanzenöl ab der zweiten Schwangerschaftshälfte | starke depressive Beschwerden nach der Geburt 9,67 % vs. 11,19 %, RR 0,85 (0,70 bis 1,02), nicht signifikant | RCT (maßgeblich) |
| 94 | Suradom et al. 2021, Nord J Psychiatry | 11 Placebo-RCTs in der Meta-Analyse, 920 Frauen perinatal | SMD −0,05 (−0,20 bis 0,10); Vorbeugung −0,03, Behandlung −0,14, jeweils n. s.; kein Zusammenhang mit der Dosis | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 95 | Appleton et al. 2021, Cochrane Database Syst Rev | 35 RCTs bei Erwachsenen mit Depression; 34 gegen Placebo mit 1.924 Pers. | SMD −0,40 (−0,64 bis −0,16; 33 Studien, 1.848 Pers.), Evidenz sehr niedrig, vermutlich zugunsten von Omega-3 verzerrt; Remission, Ansprechen und Lebensqualität nicht signifikant | Cochrane-Meta-Analyse |
| 96 | Mocking et al. 2016, Transl Psychiatry | 13 Placebo-RCTs, 1.233 Erwachsene mit klinisch gesicherter Major Depression | SMD 0,40 (0,11 bis 0,68) zugunsten Omega-3, I² 73 %; stärker bei höherer EPA-Dosis und bei Einnahme von Antidepressiva, schwächer in neueren Studien | Meta-Analyse |
| 97 | Norouziasl et al. 2024, Br J Nutr | 67 RCTs bei Erwachsenen mit und ohne Depression (Dosis-Wirkungs-Analyse) | je 1 g/Tag Besserung der Beschwerden (mittlere Evidenz), U-förmig mit größtem Effekt bei 1,5 g/Tag; Remission +19 je 100 Behandelte (niedrige Evidenz) | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 98 | Bloch & Hannestad 2012, Mol Psychiatry | 13 Placebo-RCTs, 731 Pers. mit Major Depression | SMD 0,11 (−0,04 bis 0,26), nicht signifikant; nach Korrektur für Publikationsbias 0,01 | Meta-Analyse (Gegenbefund, älter) |
| 99 | Kelaiditis et al. 2023, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids | 10 RCTs, 1.426 Erwachsene mit Angst und/oder Depression | EPA ≥ 60 %: SMD −0,36 (−0,68 bis −0,05), I² 86 %; EPA 1 bis < 2 g/Tag −0,43; ≥ 2 g/Tag −0,20 (n. s.); Hinweis auf Publikationsbias | Meta-Analyse (Teilgruppe) |
| 100 | Martins 2009, J Am Coll Nutr | 28 Placebo-RCTs; 13 mit > 50 % EPA, 8 mit reinem Ethyl-EPA | > 50 % EPA SMD −0,45 (−0,75 bis −0,14); reines EPA −0,40 (−0,65 bis −0,14); Effekt kleiner in größeren und besseren Studien | Meta-Analyse |
| 101 | Chang et al. 2024, Healthcare (Basel) | 5 RCTs, 517 Pers. mit Demenz oder leichter kognitiver Störung | gesamt kein signifikanter Effekt auf Depressionswerte (p = 0,14); Teilgruppe DHA SMD −0,25 (p = 0,039) | Meta-Analyse (Gegenbefund, andere Gruppe) |
| 102 | Mischoulon et al. 2015, J Clin Psychiatry | 196 Erwachsene mit Major Depression, EPA-reiches oder DHA-reiches Öl oder Placebo, 8 Wochen | weder DHA-reiches noch EPA-reiches Öl besser als Placebo; Ansprechen und Remission in allen Gruppen ähnlich | RCT |
| 103 | Grosso et al. 2014, PLoS One | 11 RCTs mit diagnostizierter Depression, 8 mit depressiven Beschwerden ohne Diagnose | ohne Diagnose 0,22 SD (0,01 bis 0,43); mit Diagnose 0,56 SD; bei Gesunden kein Nutzen | Meta-Analyse, Teilgruppe (maßgeblich) |
| 104 | Bae et al. 2018, Nutr Res | 6 Studien, 4.605 Pers. über 65 Jahre | psychisch gesunde Ältere g 0,12 (−0,05 bis 0,29), n. s. | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 105 | Wolters et al. 2021, Nutrients | 25 RCTs, 7.682 Pers. mit und ohne Depression; Meta-Analyse über 20 Studien, 5.836 Pers. | SMD −0,34 (−0,55 bis −0,12), I² 86 %, Publikationsbias möglich; Vorteile in den Teilgruppen ohne und mit leichter Depression | Meta-Analyse (gemischte Gruppen) |
| 106 | Deane et al. 2021, Br J Psychiatry | 31 RCTs mit langkettigem Omega-3, 41.470 Erwachsene, Dauer ≥ 24 Wochen | Risiko depressiver Beschwerden RR 1,01 (0,92 bis 1,10), I² 0 %, mittlere Evidenz; unabhängig von Dosis und Dauer | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 107 | Vyas et al. 2023, J Clin Psychiatry | 720 VITAL-Teilnehmende, Teilgruppen mit unterschwelliger Depression oder Risikofaktoren, 2 Jahre | unterschwellige Depression RR 0,85 (0,25 bis 2,92); mit Risikofaktor RR 1,08 (0,46 bis 2,71); PHQ-9 ohne Unterschied | RCT (Teilauswertung) |
| 108 | Gong et al. 2025, Transl Psychiatry | 31 RCTs zu entzündungshemmenden Maßnahmen bei Älteren | Teilgruppe Omega-3 SMD −0,14 (−0,27 bis −0,02; p = 0,03) | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit, Teilgruppe) |
| 109 | Campisi et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 5 Placebo-RCTs, 228 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre mit Depression, 10 bis 16 Wochen | SMD −0,34 (−0,85 bis 0,17; 185 Pers.), sehr niedrige Evidenz; Remission OR 1,11; keine schweren Nebenwirkungen | Cochrane-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 110 | Amminger et al. 2024, Biol Psychiatry | 233 junge Menschen von 15 bis 25 Jahren mit Major Depression, 840 mg EPA + 560 mg DHA zusätzlich zu Psychotherapie, 12 Wochen | Änderung des Depressionswerts −5,8 gegen −5,6 mit Placebo, Unterschied 0,2 (−1,1 bis 1,5; p = 0,75) | RCT (größte Einzelstudie, Gegenbefund) |
| 111 | Gui et al. 2024, Front Psychiatry | 6 RCTs, 2.570 Pers. mit koronarer Herzkrankheit und Angst oder Depression | Depression SMD 0,09 (−0,07 bis 0,26), Angst 0,07 (−0,17 bis 0,32), n. s.; Omega-3-Index erhöht | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 112 | Chambergo-Michilot et al. 2021, Psychiatry Res | 4 RCTs, Omega-3 zusätzlich zu Sertralin, Erwachsene mit Depression | keine Verbesserung von Depression oder Angst; Teilgruppe Herzkrankheit SMD −0,17 (−0,41 bis 0,07); sehr niedrige Evidenz | Meta-Analyse |
| 113 | Zhang et al. 2020, Transl Psychiatry | 8 Placebo-RCTs, 638 Frauen mit depressiven Beschwerden in Schwangerschaft oder Wochenbett | signifikante Besserung, stärker bei EPA:DHA ≥ 1,5 und leichter bis mittlerer Depression; Nebenwirkungen wie Placebo | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 114 | Mocking et al. 2020, J Clin Psychiatry | 18 RCTs, 4.052 Frauen; Teilgruppe Schwangerschaft | Schwangerschaft SDM −0,07; nicht depressive Frauen −0,07; Empfehlung gegen Verordnung in der Schwangerschaft | Meta-Analyse, Teilgruppe (Gegenbefund) |
| 115 | Bafkar et al. 2024, BMC Psychiatry | 23 RCTs, 2.189 Erwachsene | je 1 g/Tag SMD −0,70 (−1,17 bis −0,22), GRADE niedrig; bei 2 g/Tag −0,93 (−1,85 bis −0,01); unter 2 g/Tag kein Effekt; Nebenwirkungen OR 1,20 n. s. | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 116 | Su et al. 2018, JAMA Netw Open | 19 Studien, 2.240 Pers., mit und ohne Placebo-Kontrolle | g 0,37 (0,08 bis 0,67) zugunsten Omega-3; nur bei ≥ 2 g/Tag und in Gruppen mit klinischer Diagnose signifikant | Meta-Analyse |
| 117 | Giles et al. 2015, Pharmacol Biochem Behav | 72 gesunde junge Erwachsene, 2,8 g Fischöl täglich gegen Olivenöl, 35 Tage, Laborstress | keine Effekte auf Stimmung, Denkleistung, Cortisol oder IL-1β; nur Ärger und Verwirrung stiegen unter Stress weniger an | RCT |
| 118 | Madison et al. 2021, Mol Psychiatry | 138 übergewichtige Erwachsene mittleren Alters, 1,25 oder 2,5 g/Tag gegen Placebo, 4 Monate, Trier-Stresstest | Cortisol über den Test gesamt niedriger (p = 0,03), mit 2,5 g/Tag 19 % niedriger als Placebo | RCT (größte Einzelstudie) |
| 119 | Matsuoka et al. 2015, J Clin Psychiatry | 110 schwer verletzte Unfallopfer auf der Intensivstation, 1.470 mg DHA + 147 mg EPA täglich gegen Placebo, 12 Wochen | CAPS-Gesamtwert 10,78 gegen 9,22 (p = 0,57); PTBS 11,1 % gegen 5,5 % | RCT (maßgeblich) |
| 120 | Capple et al. 2025, Mil Med | systematische Übersicht, 3 RCTs am Menschen und 3 Tierstudien | die RCTs zeigten keinen signifikanten Effekt auf das Auftreten von PTBS-Beschwerden | Systematischer Review |
| 121 | Astill Wright et al. 2019, Transl Psychiatry | 19 RCTs zur frühen medikamentösen Vorbeugung von PTBS, darunter Fischöl | Fischöl (1.470 mg DHA/147 mg EPA und 224 mg DHA/22,4 mg EPA) ohne signifikanten Effekt | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 122 | Sarris et al. 2012, J Clin Psychiatry | 5 gepoolte Datensätze, 291 Pers. mit bipolarer Störung | bipolare Depression g 0,34 (p = 0,029), I² 30 %; Manie g 0,20 (p = 0,099), n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 123 | Montgomery & Richardson 2008, Cochrane Database Syst Rev | 5 Studien, davon 1 auswertbar mit 75 Pers. | Depressionswert WMD −3,93 (−7,00 bis −0,86); Manie −2,81 (−7,68 bis 1,90), n. s. | Cochrane-Review |
| 124 | Kraguljac et al. 2009, Psychopharmacol Bull | 13 RCTs zu affektiven Störungen; Manie 4 Studien, 126 Pers. | Manie SMD 0,22 (−0,21 bis 0,65; p = 0,31); Depression −0,47 (p = 0,07) | Meta-Analyse |
| 125 | Lin et al. 2025, BMC Psychiatry | 16 Placebo-RCTs, 1.435 Pers. mit Schizophrenie oder hohem Psychoserisiko | Schizophrenie SMD −0,123 (−0,267 bis 0,021; p = 0,095); einzelne Teilgruppen (erste Episode, > 24 Wochen) positiv | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 126 | Goh et al. 2021, J Psychopharmacol | 20 doppelblinde RCTs, 1.494 Pers. mit Schizophrenie | Besserung der Gesamt- und Positivsymptome, nicht der Negativsymptome; v. a. bei schwer Erkrankten und EPA > 1 g/Tag | Meta-Analyse (Gegenbefund, positiv) |
| 127 | Rossier et al. 2024, Eur Psychiatry | doppelblinde Placebo-RCTs bei hohem Risiko, erster Episode und Schizophrenie | gesamt g −0,26 (−0,55 bis 0,03; p = 0,08); Schizophrenie −0,17 (p = 0,10) | Meta-Analyse |
| 128 | McGorry et al. 2017, JAMA Psychiatry | NEURAPRO: 304 junge Menschen mit hohem Psychoserisiko, 1,4 g/Tag gegen Placebo, plus Psychotherapie, 6 Monate | Übergang nach 6 Monaten 6,7 % gegen 5,1 %, nach 12 Monaten 11,5 % gegen 11,2 %; HR 1,1 (0,55 bis 2,23) | RCT (größte Einzelstudie) |
| 129 | Qurashi et al. 2024, Brain Behav Immun | NAYAB: 326 Menschen mit Risikozustand in Pakistan, Omega-3 und/oder Minocyclin gegen Placebo, 6 Monate | Übergang in Psychose 17,3 % mit Omega-3 gegen 10,4 %, RR 1,67 (0,95 bis 2,92; p = 0,07); Beschwerden bei Nichterkrankten etwas geringer | RCT (Gegenbefund) |
| 130 | Winter-van Rossum et al. 2025, Schizophr Bull | PURPOSE: 135 Jugendliche von 13 bis 20 Jahren mit hohem Risiko, 6 Monate, 16 Zentren in Europa und Israel | kein Unterschied in der Übergangsrate über 2 Jahre und in der Schwere der Beschwerden | RCT |
| 131 | Amminger et al. 2010, Arch Gen Psychiatry | 81 junge Menschen von 13 bis 25 Jahren mit hohem Risiko, 1,2 g/Tag gegen Placebo, 12 Wochen | Übergang nach 12 Monaten 4,9 % gegen 27,5 % (p = 0,007) | RCT (positiv, nicht repliziert) |
| 132 | Chen et al. 2024, Int J Neuropsychopharmacol | Netzwerk-Meta-Analyse, 21 Studien, 1.983 Pers. mit hohem Risiko, Suche bis Juli 2021 | Übergang mit Omega-3 seltener: OR 0,14 (0,03 bis 0,66) nach 12 Monaten, 0,16 (0,05 bis 0,54) nach ≥ 24 Monaten | Netzwerk-Meta-Analyse (Gegenbefund, älterer Suchstand) |
| 133 | Minichino et al. 2025, Mol Psychiatry | 24 RCTs, 3.236 Pers. mit hohem Psychoserisiko, verschiedene Maßnahmen inkl. Omega-3 | keine der untersuchten Maßnahmen mit anhaltendem, robustem Effekt auf Übergang, Beschwerden oder Funktion | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 134 | Karaszewska et al. 2021, J Clin Psychiatry | 4 RCTs (5 Publikationen), 137 Pers. mit Borderline-Störung | Gesamtschwere SDM 0,54 (0,17 bis 0,91; p = 0,004); Affekt 0,74; Impulsivität 0,45; kognitiv-perzeptive Beschwerden n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 135 | Raine et al. 2024, Aggress Violent Behav | 28 RCTs, 35 unabhängige Stichproben, 3.918 Pers. | g 0,16 (Stichproben), 0,20 (Studien), 0,28 (Labore), Mittel 0,22; kein Publikationsbias; reaktive und proaktive Aggression verringert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 136 | Raine et al. 2026, J Child Psychol Psychiatry | 25 RCTs, 2.889 Pers., antisoziales Verhalten | g 0,13 bzw. 0,14 (p < 0,001); zusammen mit Aggressionsdaten g 0,22 über 36 RCTs | Meta-Analyse |
| 137 | Gajos & Beaver 2016, Neurosci Biobehav Rev | 40 Studien, 7.173 Pers., Interventions- und Beobachtungsstudien, 73 Effektgrößen | Zwei-Gruppen-Vergleiche SMD 0,20 (fest) bzw. 0,24 (zufällig); Effekt abhängig von der Messmethode | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 138 | Suh et al. 2024, BMC Med | 24 RCTs, 9.660 Pers. ab 40 Jahren ohne Demenz (Dosis-Wirkung) | nur ansteigender Trend bei Exekutivfunktionen in den ersten 12 Monaten ab > 500 mg/Tag | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 139 | Alex et al. 2020, Nutr Rev | 25 RCTs bei Erwachsenen ohne Demenz, inkl. leichter kognitiver Störung | globale Kognition g 0,02 (−0,12 bis 0,15); Gedächtnis g 0,31 (p = 0,003) | Meta-Analyse |
| 140 | Andrieu et al. 2017, Lancet Neurol | MAPT: 1.680 Menschen ab 70 Jahren mit Gedächtnisklagen, 800 mg DHA + 225 mg EPA täglich, 3 Jahre | Omega-3 allein gegen Placebo 0,011 (−0,081 bis 0,103; p = 0,81) im kognitiven Gesamtwert | RCT (große Einzelstudie) |
| 141 | Bischoff-Ferrari et al. 2020, JAMA | DO-HEALTH: 2.157 Menschen ab 70 Jahren, 1 g Omega-3 täglich, 3 Jahre | kein Effekt auf den MoCA-Kognitionstest | RCT (große Einzelstudie) |
| 142 | Yurko-Mauro et al. 2015, PLoS One | RCTs bei gesunden Erwachsenen ab 18 Jahren, mit und ohne leichte Gedächtnisklagen; Autorin bei einem DHA-Hersteller | episodisches Gedächtnis bei Gedächtnisklagen signifikant verbessert; > 1 g/Tag DHA/EPA verbesserte episodisches Gedächtnis; Arbeits- und semantisches Gedächtnis ohne Gruppenunterschied | Meta-Analyse (herstellernah) |
| 143 | Cooper et al. 2015, J Psychopharmacol | 24 RCTs bei gesunden Erwachsenen und Schulkindern sowie Kindern mit ADHS | keine Verbesserung in irgendeinem Kognitionsmaß; nur bei niedrigem Omega-3-Status besseres Kurzzeitgedächtnis | Meta-Analyse (gemischte Gruppen) |
| 144 | Patan et al. 2021, Am J Clin Nutr | 310 gesunde Erwachsene von 25 bis 49 Jahren, EPA-reiches oder DHA-reiches Öl gegen Olivenöl, 26 Wochen | EPA-reich: globale Genauigkeit (p = 0,044) und Tempo (p = 0,003) besser als Placebo; DHA-reich ohne Vorteil | RCT (größte Einzelstudie) |
| 145 | Stonehouse et al. 2013, Am J Clin Nutr | 176 gesunde Erwachsene von 18 bis 45 Jahren mit niedriger DHA-Zufuhr, 1,16 g DHA/Tag, 6 Monate | Reaktionszeit episodisches Gedächtnis −0,18 SD, Arbeitsgedächtnis −0,36 SD; episodisches Gedächtnis nur bei Frauen besser | RCT |
| 146 | Maltais et al. 2022, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids | 193 gesunde Erwachsene von 20 bis 80 Jahren, 2,5 g/Tag, 6 Monate | keine Unterschiede in primären oder sekundären Kognitionsmaßen | RCT (Gegenbefund) |
| 147 | Sydenham et al. 2012, Cochrane Database Syst Rev | 3 RCTs, 4.080 kognitiv gesunde Menschen ab 60 Jahren | keine Studie untersuchte Demenzfälle; MMSE in 2 Studien, 3.221 Pers.: MD −0,07 (−0,25 bis 0,10) | Cochrane-Review |
| 148 | Wei et al. 2023, Am J Clin Nutr | 48 Kohortenstudien, 103.651 Pers., plus ADNI-Kohorte mit 1.135 Pers. | höhere Omega-3-Zufuhr mit Ernährung etwa 20 % geringeres Risiko für Demenz oder Abbau (DHA RR 0,82); nur Beobachtung | Beobachtungsstudien |
| 149 | Quinn et al. 2010, JAMA | 402 Pers. mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz, 2 g Algen-DHA täglich, 18 Monate | ADAS-cog +7,98 gegen +8,27 Punkte (p = 0,41); CDR-SB p = 0,68; Hirnschwund gleich | RCT (größte Einzelstudie) |
| 150 | Calderon Martinez et al. 2024, Neuropsychopharmacol Rep | 14 Studien, 2.766 Pers. mit Alzheimer; RCTs, Kohorten und Kombinationspräparat | CDR SMD −0,41 (−0,59 bis −0,23); MMSE, ADAS-cog und Alltagsfähigkeit ohne Unterschied | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 151 | Huntington Study Group 2008, Arch Neurol | TREND-HD: 316 Erwachsene mit Huntington, 2 g Ethyl-EPA täglich gegen Placebo, 6 Monate, danach offen | Total Motor Score 4 ohne Unterschied; Funktion, Kognition und Gesamteindruck ohne Unterschied | RCT (größte Einzelstudie, maßgeblich) |
| 152 | Morsy et al. 2019, Acta Neuropsychiatr | 5 Publikationen zu RCTs mit Ethyl-EPA bei Huntington | 6 Monate ohne Effekt; 12 Monate Total Motor Score MD −2,72 (−4,76 bis −0,68) aus 2 Studien | Meta-Analyse |
| 153 | Dai et al. 2021, Nutr Rev | 20 Studien: 12 kontrollierte Studien und 8 Längsschnittstudien, Säuglinge bis Erwachsene | Erwachsene ohne Effekt auf Dauer, Latenz, Effizienz, Qualität und Schlaflosigkeit | Meta-Analyse |
| 154 | Mei et al. 2025, Nutrients | 28 RCTs zu verschiedenen Nahrungsergänzungen und Schlaf | Nahrungsergänzungen gesamt mit kleinen Verbesserungen (PSQI −0,70); Omega-3 nur als eine von mehreren Gruppen genannt | Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 155 | Cohen et al. 2014, Menopause | 355 gesunde Frauen in und nach den Wechseljahren, 12 Wochen Omega-3 oder Placebo | selbst berichteter Schlaf und Stimmung nicht besser als mit Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 156 | Jahangard et al. 2018, J Psychiatr Res | 50 Erwachsene mit Major Depression, Omega-3 oder Placebo zusätzlich zur Medikation | Schlafstörungen und Depression stärker gebessert als mit Placebo | RCT |
| 157 | Maghsoumi-Norouzabad et al. 2018, Nutr Neurosci | 13 Studien gesichtet; Häufigkeit 5 RCTs, Dauer 2, Stärke 3 | Häufigkeit WMD −0,20 (−0,67 bis 0,27), Stärke SMD −0,59 (n. s.); Dauer −3,44 h (−5,70 bis −1,19) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 158 | Talandashti et al. 2025, Neurol Sci | 22 RCTs zu Nahrungsergänzungen bei Migräne (Dosis-Wirkung) | Omega-3 ohne signifikante Senkung von Häufigkeit, Dauer, Stärke oder Migränetagen | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 159 | Rist et al. 2021 (VITAL), Am J Med | 1.032 Erwachsene mit Migräne in der VITAL-Studie, 1 g Omega-3 oder Placebo | weniger Anfälle bei 67,8 % vs. 69,6 % (p = 0,82), geringere Stärke bei 64,5 % vs. 64,5 % | RCT (große Studie, Gegenbefund) |
| 160 | García-Pérez-de-Sevilla et al. 2025, Nutr Rev | 6 RCTs, 407 Pers. mit chronischer Migräne; Omega-3 mit oder ohne Omega-6-Einschränkung, 1 Studie Alpha-Liponsäure | Häufigkeit SMD −1,91 (−2,61 bis −1,21), Intensität −1,77, Dauer −0,77 | Meta-Analyse (gemischte Fettsäuren) |
| 161 | Tseng et al. 2024, Adv Nutr | Netzwerk-Meta-Analyse, 40 RCTs, 6.616 Pers., viele Vorbeugungsmittel | hohe EPA/DHA-Dosis gegen Placebo: Häufigkeit SMD −1,36 (−2,32 bis −0,39) | Netzwerk-Meta-Analyse (Sammel-Arbeit) |
| 162 | Senftleber et al. 2017, Nutrients | 42 randomisierte Studien bei Arthritis, 30 mit vollständigen Schmerzdaten, davon 22 bei rheumatoider Arthritis | Schmerz insgesamt SMD −0,24 (−0,42 bis −0,07); rheumatoide Arthritis SMD −0,21 (−0,42 bis −0,004), Evidenzqualität dort mittel | Meta-Analyse |
| 163 | Goldberg & Katz 2007, Pain | 17 RCTs bei rheumatoider Arthritis und entzündlichen Gelenkschmerzen, 3–4 Monate | vom Patienten angegebener Schmerz SMD −0,26 (−0,49 bis −0,03), Morgensteifigkeit SMD −0,43, schmerzhafte Gelenke SMD −0,29; ärztlich bewerteter Schmerz nicht verändert | Meta-Analyse |
| 164 | Wang et al. 2024, Clin Rheumatol | 18 RCTs, 1.018 Personen mit rheumatoider Arthritis | druckschmerzhafte Gelenke SMD −0,59 (−0,79 bis −0,39); Krankheitsaktivität (DAS28), CRP und Blutsenkung nicht signifikant verändert | Meta-Analyse |
| 165 | Xie et al. 2025, Front Med | 41 RCTs, 3.759 Personen mit chronischen Schmerzen verschiedener Ursache | Schmerzintensität insgesamt SMD −0,55 (−0,76 bis −0,34), sehr heterogen (I² = 87 %); signifikant bei rheumatoider Arthritis, nicht bei Arthrose | Meta-Analyse |
| 166 | Lee et al. 2012, Arch Med Res | 10 RCTs, 183 Behandelte und 187 Placebo-Kontrollen, ≥ 2,7 g/Tag über ≥ 3 Monate | NSAR-Verbrauch SMD −0,518 (−0,915 bis −0,121), keine Heterogenität; Gelenkzahlen, Morgensteifigkeit und Funktion nur als Trend | Meta-Analyse |
| 167 | Galarraga et al. 2008, Rheumatology | 97 Personen mit rheumatoider Arthritis, 10 g Lebertran (2,2 g Omega-3) oder Placebo, 9 Monate | NSAR-Bedarf um mehr als 30 % gesenkt: 39 % mit Lebertran vs. 10 % mit Placebo (p = 0,002); Krankheitsaktivität nicht verschieden | RCT |
| 168 | Proudman et al. 2015, Ann Rheum Dis | Personen mit rheumatoider Arthritis seit weniger als 12 Monaten, 5,5 g vs. 0,4 g EPA+DHA am Tag zusätzlich zu drei Basismedikamenten | Versagen der Dreifach-Basistherapie seltener (HR 0,28; 0,12 bis 0,63), Remission häufiger (HR 2,17); Methotrexat-Dosis und DAS28 nicht verschieden | RCT (Dosisvergleich) |
| 169 | Kristensen et al. 2018, Scand J Rheumatol | 145 Personen mit Psoriasis-Arthritis, 3 g Omega-3 oder 3 g Olivenöl am Tag, 24 Wochen | DAS28-CRP, Gelenkzahl, Enthesitis und PASI nicht signifikant verschieden; Verbrauch von NSAR und Paracetamol geringer (p = 0,04) | RCT (maßgeblich) |
| 170 | Laslett et al. 2024, JAMA | 262 Personen mit Kniearthrose, Schmerzen und Gelenkerguss, 2 g Krillöl oder Placebo, 24 Wochen | Knieschmerz −19,9 vs. −20,2 Punkte; Unterschied −0,3 (−6,9 bis 6,4), kein Effekt | RCT (Gegenbefund) |
| 171 | Stonehouse et al. 2022, Am J Clin Nutr | 235 Erwachsene mit leichter bis mittlerer Kniearthrose, 4 g Krillöl oder Placebo, 6 Monate | Knieschmerz −5,18 Punkte (0–100) stärker gebessert als mit Placebo (−10,0 bis −0,32); Steifigkeit und Funktion ebenfalls etwas besser | RCT |
| 172 | Hershman et al. 2015, J Clin Oncol | 249 Frauen mit frühem Brustkrebs und Gelenkschmerzen unter Aromatasehemmern, 3,3 g Omega-3 oder Soja-/Maisöl, 24 Wochen | Schmerz in beiden Gruppen um mehr als die Hälfte gebessert, kein Unterschied zwischen den Gruppen (p = 0,58) | RCT |
| 173 | Hahn et al. 2022, BMJ | 25.871 Erwachsene in den USA (VITAL), 1 g Omega-3 oder Placebo, median 5,3 Jahre | 130 vs. 148 bestätigte Autoimmunerkrankungen, HR 0,85 (0,67 bis 1,08; p = 0,19) | Mega-RCT (maßgeblich) |
| 174 | Costenbader et al. 2024, Arthritis Rheumatol | 21.592 VITAL-Teilnehmende, 2 Jahre Nachbeobachtung nach Studienende | nach 7 Jahren 234 vs. 280 Fälle, HR 0,83 (0,70 bis 0,99); mit nachträglich bestätigten Fällen im Studienzeitraum HR 0,87 (0,71 bis 1,06) | Nachbeobachtung des RCT |
| 175 | Duarte-García et al. 2020, Autoimmun Rev | 5 RCTs, 138 Behandelte und 136 Kontrollen, 12 bis 52 Wochen | SMD −0,33 (−0,57 bis −0,09), SLEDAI −0,9 Punkte (−1,6 bis −0,3); Vertrauenswürdigkeit niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 176 | Giannaccare et al. 2019, Cornea | 17 RCTs, 3.363 Personen | Beschwerden SDM 0,97 (0,55 bis 1,38) zugunsten von Omega-3; stärkere Verbesserung in Studien aus Indien | Meta-Analyse |
| 177 | Chen et al. 2026, BMC Ophthalmol | 27 RCTs, verschiedene Formen und Ursachen | kein Nutzen beim trockenen Auge durch Meibomdrüsen-Störung oder unklarer Ursache, Vorteile nur in Untergruppen (Bildschirmarbeit, Kontaktlinsen); Wirkung insgesamt nicht einheitlich | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 178 | Hussain et al. 2019, Ocul Surf | 43 DREAM-Teilnehmende nach 12 Monaten Omega-3, weiter Omega-3 oder Wechsel auf Placebo für 12 Monate | Absetzen verschlechterte die Beschwerden nicht (Unterschied −0,6 Punkte; −10,7 bis 9,5) | RCT (Absetzstudie) |
| 179 | Downie et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev | 34 RCTs, 4.314 Erwachsene; langkettiges Omega-3 vs. Placebo in 10 RCTs | Beschwerden MD −2,47 (−5,14 bis 0,19; 4 Studien, 677 Pers.), niedrige Vertrauenswürdigkeit; Schirmer-Test +0,68 mm (6 Studien, 1.704 Pers.), nicht klinisch bedeutsam | Cochrane-Review (Gegenbefund) |
| 180 | Christen et al. 2022, JAMA Ophthalmol | 23.523 Erwachsene ohne trockenes Auge (VITAL), 1 g Omega-3 oder Placebo, median 5,3 Jahre | 232 vs. 240 Diagnosen, HR 0,97 (0,81 bis 1,16); mit starken Beschwerden HR 0,97 (0,89 bis 1,06) | Mega-RCT |
| 181 | AREDS2 Research Group 2013, JAMA | 4.203 Personen mit erhöhtem Risiko, 350 mg DHA + 650 mg EPA oder Placebo, median 5 Jahre | Fortschreiten nach 5 Jahren 31 % mit Omega-3 vs. 31 % mit Placebo, HR 0,97 (0,82 bis 1,16) | RCT (maßgeblich) |
| 182 | Lawrenson & Evans 2015, Cochrane Database Syst Rev | 2 RCTs, 2.343 Personen mit Makuladegeneration | Fortschreiten HR 0,96 (0,84 bis 1,10), hohe Vertrauenswürdigkeit; kein Effekt auf Sehverlust | Cochrane-Review |
| 183 | Chew et al. 2022, JAMA Ophthalmol | 3.882 AREDS2-Teilnehmende, 10 Jahre | Omega-3 vs. kein Omega-3: HR 1,01 (0,93 bis 1,09) für späte Makuladegeneration | Langzeit-Nachbeobachtung |
| 184 | Reisman et al. 2006, BMC Complement Altern Med | 10 RCTs bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma | uneinheitliches Bild über alle Atemwegs-Endpunkte; Meta-Analyse wegen fehlender Daten nicht möglich; wenige signifikante Effekte | Systematische Übersicht (maßgeblich) |
| 185 | Lang et al. 2019, Ann Am Thorac Soc | 98 Personen von 12 bis 25 Jahren mit Übergewicht und unkontrolliertem Asthma, 4 g Omega-3 oder Sojaöl, 24 Wochen | Asthmakontrolle, Lungenfunktion (FEV1) und Exazerbationen nicht verschieden | RCT (Gegenbefund) |
| 186 | Lev-Tzion et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | 6 RCTs, 1.039 Personen mit Morbus Crohn in Remission | Rückfall nach 12 Monaten 39 % vs. 47 % (RR 0,77; 0,61 bis 0,98), Vertrauenswürdigkeit sehr niedrig; nur gute Studien: RR 0,88 (0,74 bis 1,05) | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 187 | Feagan et al. 2008, JAMA | zwei RCTs (EPIC-1 und -2), 738 Personen mit ruhendem Morbus Crohn, 4 g Omega-3 oder Placebo bis 58 Wochen | Rückfall nach 1 Jahr 31,6 % vs. 35,7 % (HR 0,82) und 47,8 % vs. 48,8 % (HR 0,90), beide nicht signifikant | RCT |
| 188 | Turner et al. 2007, Cochrane Database Syst Rev | 3 RCTs, 138 Personen mit Colitis ulcerosa in Remission | Rückfallrate RR 1,02 (0,51 bis 2,03), keine Heterogenität | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 189 | Ajabnoor et al. 2021, Eur J Nutr | 83 RCTs, 41.751 Personen, davon 13 Studien mit Darmerkrankten, ≥ 24 Wochen | Rückfall RR 0,85 (0,72 bis 1,01), neue Diagnose RR 1,10 (0,63 bis 1,92); wenig oder kein Effekt, niedrige Vertrauenswürdigkeit | Meta-Analyse |
| 190 | Yang et al. 2019, BMC Complement Altern Med | 13 RCTs, 625 Personen; 3 RCTs mit 337 Personen auswertbar | PASI −0,28 (−1,74 bis 1,19), kein signifikanter Effekt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 191 | Shields et al. 2023, JAMA Dermatol | 42 RCTs, 3.346 Personen mit verschiedenen Nahrungsergänzungen | möglicher Nutzen u. a. für Omega-3-Fettsäuren in Studien mittlerer oder guter Qualität; viele Studien klein | Systematische Übersicht |
| 192 | Zhou et al. 2025, Front Nutr | 19 RCTs, 1.658 Personen mit erblichem Haarausfall, 16 verschiedene Nahrungsergänzungen | Omega-3&6-Kombination nur in der ärztlichen Bewertung des Nachwachsens besser als Kontrolle; Haardichte für andere Mittel belegt | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 193 | Snipe et al. 2024, Nutr Diet | 12 Studien, 881 Frauen mit Regelschmerzen; Schmerz-Meta-Analyse aus 8 Studien | Schmerzstärke d −1,02 (−1,53 bis −0,51); weniger Schmerzmittel; überwiegend mittlere Studienqualität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 194 | Mohammadi et al. 2022, Eur J Clin Pharmacol | RCTs bei Frauen mit primärer Dysmenorrhoe | Schmerzstärke SMD −1,075 (−1,871 bis −0,279); Wirkung nimmt mit steigender Dosis und mit dem Alter ab | Meta-Analyse |
| 195 | Pattanittum et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 27 RCTs, 3.101 Frauen, verschiedene Nahrungsergänzungen; Fischöl in einer Studie mit 120 Frauen | für Fischöl nur sehr begrenzte Evidenz; gesamte Evidenz niedrige oder sehr niedrige Qualität | Cochrane-Review |
| 196 | Harel et al. 1996, Am J Obstet Gynecol | 42 Jugendliche mit Regelschmerzen, Fischöl (1,8 g EPA+DHA) und Placebo je 2 Monate | Beschwerdewert nach Fischöl von 69,9 auf 44,0 gesunken (p < 0,0004) | RCT |
| 197 | Trop-Steinberg et al. 2024, Heliyon | 6 Studien mit 1.789 Frauen in Kinderwunschbehandlung, 4 Studien mit 2.607 Frauen mit natürlicher Empfängnis; Präparate oder Ernährung | Schwangerschaft OR 1,74 bzw. 1,36, Befruchtungsrate OR 2,14 (alle p ≤ 0,01); hohe Heterogenität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 198 | Stanhiser et al. 2022, Hum Reprod | 900 Frauen von 30 bis 44 Jahren mit 2.510 Zyklen, Beobachtungsstudie | mit Omega-3-Präparat 1,51-fache Empfängniswahrscheinlichkeit (1,12 bis 2,04); nicht randomisiert | Kohortenstudie |
| 199 | Michaelsen et al. 2025, Nutrients | 50 placebokontrollierte RCTs zu Nahrungsergänzungen bei unfruchtbaren Männern, ≥ 12 Wochen | Omega-3 ohne Verbesserung der Spermienwerte; kein Mittel mit Wirkung auf Schwangerschaft oder Lebendgeburt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 200 | Hosseini et al. 2019, J Diet Suppl | 3 RCTs, 147 Behandelte und 143 Kontrollen | Spermienbeweglichkeit verbessert, Spermienkonzentration nicht verändert; hohe Heterogenität | Meta-Analyse |
| 201 | Salas-Huetos et al. 2018, Adv Nutr | 15 RCTs zu verschiedenen Nährstoffen in der Meta-Analyse | Omega-3: Spermienkonzentration +10,98 Mio./ml, Gesamtbeweglichkeit +7,55 %; kleine Studien, große Heterogenität | Meta-Analyse |
| 202 | Safarinejad 2011, Andrologia | 238 unfruchtbare Männer, 1,84 g EPA+DHA oder Placebo, 32 Wochen | Spermienzahl und -konzentration in der Omega-3-Gruppe signifikant gestiegen | RCT |
| 203 | Tseng et al. 2023, Ageing Res Rev | 16 RCTs, ältere Erwachsene bzw. Menschen mit Muskelschwund (Sarkopenie), verschiedene Dosen | keine Dosis steigerte Muskelmasse, Fettmasse oder Gewicht signifikant; über 2,5 g/Tag bessere Armkraft und Beinfunktion | Netzwerk-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 204 | Santo André et al. 2023, Adv Nutr | 14 Studien, 1.443 gesunde junge und ältere Erwachsene | Muskelmasse SMD 0,07 (−0,02 bis 0,17), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 205 | Huang et al. 2020, Nutrients | 10 Studien mit älteren Menschen | Muskelmasse +0,33 kg (0,05 bis 0,62); bei mehr als 2 g/Tag +0,67 kg | Meta-Analyse |
| 206 | Timraz et al. 2023, Nutrients | 5 RCTs, 488 ältere Erwachsene | Griffkraft SMD 0,61 (−0,05 bis 1,27), nicht signifikant, stark heterogen | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 207 | Yaghoobi et al. 2026, Nutrients | 9 placebokontrollierte Studien mit exzentrischer Belastung, gesunde junge bis mittelalte Erwachsene | Muskelkater g −0,75 (−1,14 bis −0,36), Kreatinkinase g −0,40, Kraft g 0,45 bei maximaler Beeinträchtigung | Meta-Analyse |
| 208 | Wang et al. 2026, Nutrients | 35 RCTs mit trainierten Sportlern, verschiedene Nahrungsergänzungen; Omega-3 und Ausdauer 4 Studien, 132 Pers. | Ausdauer SMD 0,18 (−0,08 bis 0,44), nicht signifikant; bei Erholungswerten bester Effekt aller Mittel | Netzwerk-Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 209 | Fernández-Lázaro et al. 2024, Nutrients | 13 kontrollierte Studien mit gesunden, körperlich aktiven Erwachsenen | keine eindeutige Evidenz zur Sportleistung; einzelne Entzündungs- und Muskelschadensmarker günstiger, Muskelkater uneinheitlich | Systematische Übersicht |
| 210 | Gao et al. 2023, Nutrients | 19 RCTs, 22 Vergleiche, 2.546 Erwachsene | keine signifikanten Effekte auf Knochendichte, Knochenumbau-Marker, Calcium oder Entzündung; kleine Zuwächse am Schenkelhals nur in Untergruppen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 211 | Abdelhamid et al. 2019, Calcif Tissue Int | 28 RCTs, 7.288 Personen, davon 23 mit Omega-3, ≥ 6 Monate | Lendenwirbel-Knochendichte +0,03 g/cm² (−0,02 bis 0,07), niedrige Vertrauenswürdigkeit; wenig oder kein Effekt auf Funktion und Knochenmasse | Meta-Analyse |
| 212 | LeBoff et al. 2026, J Bone Miner Res | 771 VITAL-Teilnehmende mit Knochendichtemessung, 1 g Omega-3 oder Placebo, 2 Jahre | Ganzkörper-Knochendichte +0,03 % vs. −0,41 % (p = 0,006); Wirbelsäule, Hüfte und Knochenfestigkeit unverändert | RCT |
| 213 | Abdelrahman et al. 2023, Arch Gynecol Obstet | 59 RCTs; Frühgeburt: 27 Vergleiche, 15.510 Frauen | Frühgeburt RR 0,86 (95 % KI 0,77 bis 0,95) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 214 | Saei Ghare Naz et al. 2026, Health Sci Rep | 23 Studien, 12.341 Frauen mit und 12.294 ohne Omega-3 | Frühgeburt OR 0,83 (95 % KI 0,75 bis 0,93); bei einigen Endpunkten ging die Signifikanz in Sensitivitätsanalysen verloren | Meta-Analyse |
| 215 | Serra et al. 2021, Nutrients | 37 placebokontrollierte RCTs | Frühgeburt RR 0,89 (0,82 bis 0,97); nach Sensitivitätsanalyse RR 0,92 (0,83 bis 1,01), nicht signifikant; Autoren: kein Effekt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 216 | Makrides et al. 2019, N Engl J Med | 1 RCT (ORIP), 5.486 Schwangerschaften, 900 mg Omega-3 täglich bis zur 34. Woche | frühe Frühgeburt 2,2 vs. 2,0 %, RR 1,13 (0,79 bis 1,63), kein Effekt | Groß-RCT (Gegenbefund) |
| 217 | Chen et al. 2016, J Matern Fetal Neonatal Med | 21 RCTs, 10.802 Schwangere | frühe Frühgeburt RR 0,78 (0,64 bis 0,95); Schwangerschaft 5,8 Tage länger; etwas höheres Geburtsgewicht | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 218 | Carlson et al. 2021, EClinicalMedicine | 1 RCT (ADORE), 1.100 Schwangere, 1.000 mg gegen 200 mg DHA (kein Placebo) | frühe Frühgeburt 1,7 vs. 2,4 % (Bayes-Wahrscheinlichkeit 0,81); bei niedrigem DHA-Ausgangswert 2,0 vs. 4,1 %; Kapseln vom Hersteller gestellt | RCT (Dosisvergleich) |
| 219 | Bilgundi et al. 2024, Nutr Res | 9 RCTs, 5.710 Schwangere, 450 bis 800 mg DHA täglich | Geburtsgewicht +101,71 g (57,36 bis 146,06); niedriges Geburtsgewicht OR 0,53 (0,33 bis 0,86), stark heterogen (I² = 72 %) | Meta-Analyse (nur DHA) |
| 220 | Lehner et al. 2021, Nutr Rev | 11 RCTs, Schwangere und Stillende | kein signifikanter Effekt auf das Geburtsgewicht | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 221 | Rajati et al. 2024, Clin Nutr ESPEN | 16 Studien, 8.004 Frauen mit und 8.233 ohne Omega-3/Fischöl | Präeklampsie RR 0,63 (0,41 bis 0,95); schwere Präeklampsie RR 0,45 (0,24 bis 0,83) | Meta-Analyse |
| 222 | Liu et al. 2025, Matern Child Nutr | 47 Artikel, 14 Studien an Müttern (Schwangerschaft/Stillzeit), 33 an Säuglingen | Untergruppe Mütter: Entwicklungsindex (MDI) nicht signifikant; Sprachwert +8,57 (5,09 bis 12,04); kognitiver Gesamtwert in keiner Untergruppe verbessert | Meta-Analyse |
| 223 | Gould et al. 2013, Am J Clin Nutr | 11 RCTs, 5.272 Teilnehmende, Schwangerschaft bzw. Schwangerschaft und Stillzeit | keine Unterschiede in Kognition, Sprache, Motorik; einzig +3,92 Punkte im Alter von 2 bis 5 Jahren aus 2 Studien mit hohem Verzerrungsrisiko | Meta-Analyse |
| 224 | Delgado-Noguera et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 8 RCTs, 1.567 stillende Frauen | Intelligenz SMD 0,00 (−0,36 bis 0,36); Sprache SMD −0,27 (−0,56 bis 0,02); nur Aufmerksamkeit mit 5 Jahren besser (1 Studie, 110 Kinder) | Cochrane-Review (Stillzeit) |
| 225 | Gould et al. 2021, Nutrients | DOMInO-Nachuntersuchung, 543 Kinder mit 7 Jahren | in Elternfragebögen schlechtere Werte für exekutive Funktionen, ADHS-Index und Verhaltensauffälligkeiten in der DHA-Gruppe | RCT-Nachuntersuchung (Gegenbefund) |
| 226 | Sass et al. 2021, Child Dev | COPSAC2010, 654 Kinder bis 6 Jahre, Fischöl im letzten Schwangerschaftsdrittel | bessere frühe Sprachentwicklung und weniger Belastung durch emotionale und Verhaltensprobleme; bei Jungen frühere grobmotorische Meilensteine | RCT-Nachuntersuchung |
| 227 | Jasani et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev | 15 RCTs, 1.889 reif geborene Säuglinge | MDI mit 18 Monaten +0,06 (−2,01 bis 2,14), PDI +0,69 (−0,78 bis 2,16); keine Vorteile in Nachuntersuchungen mit 3, 6 und 9 Jahren; niedrige Evidenzqualität | Cochrane-Review (Gegenbefund) |
| 228 | Moon et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 17 RCTs, 2.260 Frühgeborene (median 30. Woche, 1.300 g) | MDI 12 Monate +0,96 (−1,42 bis 3,34); 18 Monate +2,40 (−0,33 bis 5,12); niedrige Evidenzqualität | Cochrane-Review (Gegenbefund) |
| 229 | Gould et al. 2022, N Engl J Med | 1 RCT (N3RO), 480 Kinder, geboren vor der 29. Woche, 60 mg DHA/kg/Tag bis zur 36. Woche | IQ mit 5 Jahren 95,4 vs. 91,9, Unterschied +3,45 (0,38 bis 6,53); Nebenwerte stützten das Hauptergebnis überwiegend nicht | RCT |
| 230 | Wu & Li 2022, Front Pediatr | 10 RCTs, 3.676 Kinder von Müttern mit Fischöl in Schwangerschaft oder Stillzeit | Asthma oder pfeifende Atmung OR 0,91 (0,72 bis 1,14), nicht signifikant; Asthma allein OR 0,56 (0,35 bis 0,91); bei mindestens 1.200 mg/Tag OR 0,65 (0,48 bis 0,87) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 231 | Jia et al. 2022, BMC Pediatr | 8 RCTs, 3.037 Mutter-Kind-Paare | Asthma/pfeifende Atmung RR 0,93 (0,82 bis 1,04); allergisches Asthma RR 0,66 (0,24 bis 1,86); bei ≥ 1.200 mg/Tag RR 0,69 (0,55 bis 0,88) | Meta-Analyse |
| 232 | Bärebring et al. 2022, Food Nutr Res | 9 RCTs (6 Schwangerschaft, 2 Säuglingsalter, 1 beides) | Schwangerschaft: Asthma/pfeifende Atmung RR 0,62 (0,34 bis 0,91; I² = 67 %); Stillzeit/Säuglingsalter ohne Effekt; Evidenzstärke begrenzt | Meta-Analyse |
| 233 | Lin et al. 2020, J Matern Fetal Neonatal Med | 7 RCTs, 2.047 Kinder | Asthma/pfeifende Atmung RR 0,81 (0,66 bis 0,99); Asthma allein RR 0,89 (0,67 bis 1,17), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 234 | Bisgaard et al. 2016, N Engl J Med | 1 RCT (COPSAC2010), 736 Schwangere, 695 Kinder, 2,4 g Fischöl täglich ab der 24. Woche | anhaltend pfeifende Atmung oder Asthma 16,9 vs. 23,7 %, HR 0,69 (0,49 bis 0,97); niedrigstes Drittel EPA+DHA: 17,5 vs. 34,1 %, HR 0,46; weniger Infekte der unteren Atemwege (HR 0,75) | Groß-RCT |
| 235 | Cai et al. 2026, Asia Pac J Clin Nutr | 12 RCTs, 4.156 Teilnehmende, Gabe in Schwangerschaft oder früher Kindheit | Asthma/Giemen insgesamt OR 1,00 (0,84 bis 1,18); bei ≥ 1.200 mg/Tag OR 0,66 (0,46 bis 0,94) | Meta-Analyse (gemischte Gabezeiten) |
| 236 | Vahdaninia et al. 2019, Ann Allergy Asthma Immunol | 10 RCTs, 3.637 Kinder | kein Unterschied bei Asthma/Giemen und Neurodermitis; weniger Sensibilisierung gegen Ei und Erdnuss | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 237 | Gunaratne et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 8 RCTs, 3.366 Frauen, 3.175 Kinder | IgE-Allergie 12 bis 36 Monate RR 0,66 (0,44 bis 0,98), danach RR 0,86 (0,61 bis 1,20); jede berichtete Allergie RR 0,96 (0,84 bis 1,09); kein Effekt auf Heuschnupfen und Asthma; kein Mehr an Nachblutungen bei der Mutter | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 238 | Jia et al. 2023, Int Arch Allergy Immunol | 6 RCTs, 1.646 Mutter-Kind-Paare | Ekzem RR 1,09 (0,82 bis 1,46); IgE-assoziiertes Ekzem RR 0,67 (0,29 bis 1,57) | Meta-Analyse |
| 239 | Best et al. 2016, Pediatrics | DOMInO-Nachuntersuchung, 706 Kinder mit familiärer Allergiebelastung, 6 Jahre | IgE-vermittelte Allergie 31,5 vs. 31,5 %, RR 1,04 (0,82 bis 1,33); nur Sensibilisierung gegen Hausstaubmilbe seltener (RR 0,67) | RCT-Nachuntersuchung |
| 240 | Liu et al. 2023, J Clin Psychiatry | 22 RCTs, 1.789 Teilnehmende | Kernbeschwerden SMD −0,16 (−0,34 bis 0,01), nicht signifikant; ab 4 Monaten SMD −0,35 (−0,61 bis −0,09) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 241 | Händel et al. 2021, Nutrients | 31 RCTs, 1.755 Patienten | Kernbeschwerden laut Eltern SMD −0,17 (−0,32 bis −0,02; 23 Studien), laut Lehrern SMD −0,06 (−0,31 bis 0,19); Autoren: kein Nutzen, Evidenz fraglich | Meta-Analyse |
| 242 | Rosenberg et al. 2026, Transl Psychiatry | COPSAC2010, 700 Mutter-Kind-Paare, 2,4 g Fischöl täglich ab der 24. Woche, Kinder mit 10 Jahren | ADHS OR 0,79 (p = 0,37), Autismus OR 0,56 (p = 0,42), nicht signifikant | RCT-Nachuntersuchung |
| 243 | de Andrade Wobido et al. 2022, Nutr Neurosci | 13 RCTs, Kinder und Jugendliche mit Autismus, Omega-3 oder Omega-3/6 | SRS-Gesamtwert SMD 0,08 (−0,23 bis 0,39), Teilbereiche des ABC nicht signifikant; Nebenwirkungen mild und gleich verteilt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 244 | Sánchez-García et al. 2026, Nutrients | 12 RCTs (6 bis 12 je Bereich), Kinder mit Autismus | Reizbarkeit g −0,287 (−0,562 bis −0,013); Kommunikation g −0,213 (−0,363 bis −0,063); übrige Bereiche nicht signifikant | Meta-Analyse (neueste) |
| 245 | Horvath et al. 2017, J Nutr | 5 RCTs, 183 Kinder | keine Unterschiede bei den meisten Autismus-Skalen; Lethargie besser, externalisierendes Verhalten und soziale Fertigkeiten laut Eltern schlechter | Meta-Analyse |
| 246 | Mazahery et al. 2017, Nutrients | 4 RCTs, 107 Kinder | soziale Interaktion −1,96 (−3,5 bis −0,34), repetitive Verhaltensweisen −1,08 (−2,17 bis −0,01) | Meta-Analyse |
| 247 | Siafis et al. 2022, Mol Autism | 125 RCTs, 7.450 Kinder und Jugendliche (41 Medikamente, 17 Nahrungsergänzungen) | für Omega-3 nur ungenaue, nicht robuste Hinweise auf Besserung; Vertrauen niedrig bis sehr niedrig | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 248 | Emery et al. 2020, Neurosci Biobehav Rev | 29 RCTs, 4.247 Kinder und Jugendliche | kein Haupteffekt auf domänenspezifische kognitive Testleistungen; Vorteile nur für EPA-reiche Präparate in Untergruppen | Meta-Analyse (Kognition) |
| 249 | Tan et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 2 RCTs, 116 Kinder mit Lernstörung | keine Daten zu Lesen, Schreiben, Rechtschreibung oder Rechnen; Magen-Darm-Beschwerden RR 1,43 (0,25 bis 8,15); Evidenz unzureichend | Cochrane-Review (Lernstörung) |
| 250 | Montgomery et al. 2018, PLoS One | 1 RCT (DOLAB II), 376 Kinder 7 bis 9 Jahre, schwache Leser, 600 mg DHA, 16 Wochen | keine konsistenten Unterschiede bei Lesen, Arbeitsgedächtnis und Verhalten; Ergebnis von DOLAB I nicht wiederholt | RCT (Wiederholungsstudie, Gegenbefund) |
| 251 | Richardson et al. 2012, PLoS One | 1 RCT (DOLAB I), 362 Kinder 7 bis 9 Jahre, 600 mg DHA | kein Effekt auf Lesen in der Gesamtgruppe; Vorteile in der Untergruppe von 224 Kindern ≤ 20. Perzentile; weniger Verhaltensprobleme laut Eltern | RCT |
| 252 | Johnson et al. 2017, J Child Psychol Psychiatry | 1 RCT, 154 Schulkinder 9 bis 10 Jahre, Omega-3/6, 3 Monate | schnelleres phonologisches Dekodieren (Effektstärke 0,37 ITT) und visuelle Analyse (0,40); Magen-Darm-Beschwerden 9 vs. 2 Kinder | RCT |
| 253 | Kirby et al. 2010, Res Dev Disabil | 1 RCT, 450 Kinder 8 bis 10 Jahre, 16 Wochen | nur 3 signifikante Unterschiede bei vielen Tests, einer davon zugunsten von Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 254 | Parletta et al. 2013, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids | 1 RCT, 409 Kinder 3 bis 13 Jahre, australische indigene Gemeinden, 20 Schulwochen | kein Effekt auf Lesen und Rechtschreibung | RCT (Gegenbefund) |
| 255 | Brew et al. 2014, Eur J Clin Nutr | 1 RCT (CAPS), 239 Kinder, Fischöl vom Säuglingsalter bis 5 Jahre | keine Unterschiede in standardisierten Lese- und Rechentests in den Klassen 3 bis 9 | RCT (Langzeit, Gegenbefund) |
| 256 | Abuknesha et al. 2026, Circ Arrhythm Electrophysiol | 35 RCTs (37 Datensätze), 114.592 Personen ab 50 Jahren, mindestens 500 mg/Tag über mindestens 12 Monate | nur hohes Risiko und über 1,5 g/Tag: OR 1,43 (1,14 bis 1,79), absolute Differenz +0,8 %; hohes Risiko/niedrige Dosis OR 1,07, niedriges Risiko OR 1,06 bzw. 1,03, nicht signifikant | Meta-Analyse (größte, Teilgruppen) |
| 257 | Albert et al. 2021 (VITAL-Rhythm), JAMA | 25.119 Erwachsene ab 50 Jahren, 1 g EPA+DHA oder Placebo, 5,3 Jahre | neues Vorhofflimmern 3,7 % vs. 3,4 %, HR 1,09 (0,96 bis 1,24), nicht signifikant | RCT (Mega-Studie, Gegenbefund) |
| 258 | Begtrup et al. 2017, Dan Med J | 52 Publikationen (32 an Gesunden, 20 an operierten Patienten) | Fischöl hemmt die Plättchenaggregation, erhöht aber Blutungen und Transfusionen während oder nach Operationen nicht | Systematischer Review (Operationen) |
| 259 | Akintoye et al. 2018, Circ Cardiovasc Qual Outcomes | 1 RCT (OPERA), 1.516 Herz-OP-Patienten, 8 bis 10 g EPA+DHA über 2 bis 5 Tage vorab, danach 2 g/Tag | schwere Blutung OR 0,81 (0,53 bis 1,24); Bluttransfusionen 1,61 vs. 1,92 Einheiten (p < 0,001) | Groß-RCT (Operation) |
| 260 | Eritsland et al. 1995, Blood Coagul Fibrinolysis | 1 RCT, 511 Bypass-Patienten, 4 g Fischölkonzentrat täglich zu ASS oder Warfarin, 9 Monate | keine zusätzlichen Blutungsepisoden durch Fischöl; Blutungszeit unverändert | RCT ohne Placebo |
| 261 | Kanji et al. 2012, Syst Rev | 65 RCTs, 2 kontrollierte Studien, 1 Beobachtungsstudie zu Nahrungsergänzungen plus Herz-Kreislauf-Medikamenten | Evidenz für Nutzen- und Schadensendpunkte unzureichend; Omega-3 plus Statin senkte Triglyceride zusätzlich; Sicherheitsbedenken bleiben | Systematischer Review |
| 262 | Kim et al. 2022, Pharmaceuticals (Basel) | 1 Phase-1-Studie, 37 Gesunde, 4 g Omega-3 und 40 mg Atorvastatin | pharmakokinetische Wechselwirkung: Statin-Metabolit etwas höher, DHA- und EPA-Spiegel bei gemeinsamer Gabe deutlich niedriger | Wechselwirkungsstudie |
| 263 | Wei & Jacobson 2011, Curr Atheroscler Rep | Placebo-RCTs mit EPA (10), DHA (17) und direkte Vergleiche (6) | DHA LDL +7,23 mg/dL (3,98 bis 10,5); EPA senkte LDL nicht signifikant; DHA +4,63 mg/dL mehr als EPA; DHA HDL +4,49 mg/dL | Meta-Analyse (reines DHA) |
| 264 | Zhang et al. 2021, Clin Nutr | 33 RCTs mit reinem EPA oder DHA | DHA LDL +0,26 mmol/L (0,15 bis 0,38); EPA LDL −0,13 mmol/L (−0,25 bis −0,01) | Meta-Analyse (DHA und EPA getrennt) |
| 265 | Jacobson et al. 2012, J Clin Lipidol | 22 RCTs, davon 6 direkte EPA-DHA-Vergleiche | im direkten Vergleich LDL netto +3,3 % mit DHA; LDL-Anstieg in 71 % der DHA-Gruppen, in keiner EPA-Gruppe | Übersicht |
| 266 | Allaire et al. 2018, J Clin Endocrinol Metab | 1 Crossover-RCT (ComparED), 154 Personen, je 2,7 g EPA oder DHA, 10 Wochen | DHA gegenüber EPA LDL +3,3 %, größere LDL-Teilchen, weniger kleine LDL-Teilchen (−3,2 %) | RCT (Mechanismus) |
| 267 | Bernstein et al. 2012, J Nutr | 11 Placebo-RCTs, 485 Gesunde, DHA aus Algenöl (median 1,68 g/Tag) | LDL +0,23 mmol/L (0,16 bis 0,30); Triglyceride −0,20 mmol/L; HDL +0,07 mmol/L | Meta-Analyse (reines DHA) |
| 268 | Safaei et al. 2024, Syst Rev | 16 RCTs, Fischöl gegen Maisöl | LDL und Gesamtcholesterin nicht signifikant verändert; Triglyceride gesenkt, HDL erhöht | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 269 | Chang et al. 2018, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids | 21 RCTs, 24.460 Personen (verschreibungspflichtige Omega-3-Präparate) | mehr Fischgeschmack (p = 0,011) und Hautveränderungen (p < 0,001); EPA+DHA-Kombination: mehr Aufstoßen (p = 0,010) und Übelkeit (p = 0,044); keine eindeutigen schweren Nebenwirkungen | Meta-Analyse |
| 270 | Tam et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 5 Placebo-RCTs, 833 Dialysepatienten; Magen-Darm-Beschwerden aus 3 Studien, 65 Pers. | leichte Magen-Darm-Beschwerden (Blähgefühl, Blähungen, Fischgeschmack) häufiger, Risikodifferenz 0,25 (0,07 bis 0,43); niedrige Vertrauenswürdigkeit | Cochrane-Meta-Analyse (Dialyse) |
| 271 | Choi et al. 2018, Medicine (Baltimore) | 6 Studien, Statin plus Omega-3 gegen Statin allein | Nebenwirkungen insgesamt nicht häufiger; Magen-Darm-Nebenwirkungen häufiger mit Omega-3 | Meta-Analyse (zusätzlich zu Statinen) |
| 272 | EFSA 2018, EFSA J | Risikobewertung von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB in Futter- und Lebensmitteln | tolerierbare wöchentliche Aufnahme auf 2 pg TEQ/kg Körpergewicht gesenkt; viele Europäer liegen schon über die normale Ernährung darüber | Behördenbewertung |
| 273 | Fernandes et al. 2006, Food Addit Contam | 33 Fischölpräparate vom britischen Markt, 2000 bis 2002 | 12 von 33 Präparaten hätten den später eingeführten EU-Höchstgehalt für Dioxine von 2 ng/kg überschritten; Belastung gegenüber 1996 gesunken | Produktanalyse |
| 274 | Zhang et al. 2024, J Food Prot | 37 Fischölpräparate vom japanischen Markt | geschätzte PCB-Aufnahme 0,00078 bis 1,0 ng/kg Körpergewicht täglich, weit unter dem WHO-Wert von 20 ng/kg | Produktanalyse |
| 275 | Brodziak-Dopierała et al. 2023, Int J Environ Res Public Health | 36 Präparate vom polnischen Markt (Pflanzenöle, Lebertran, Haifischleberöl) | Quecksilber 0,023 bis 0,427 µg/kg, in keinem über dem Grenzwert | Produktanalyse |
| 276 | Ottestad et al. 2012, Br J Nutr | 1 RCT, 54 Gesunde, 8 g/Tag frisches oder oxidiertes Fischöl (je 1,6 g EPA+DHA) oder Sonnenblumenöl, 7 Wochen | keine Unterschiede bei 8-iso-PGF2α, 4-HHE, 4-HNE, CRP und antioxidativen Enzymen; Omega-3-Spiegel stiegen in beiden Fischölgruppen gleich | RCT (einzige kontrollierte Studie) |
| 277 | EFSA 2024, EFSA J | Neubewertung der tolerierbaren Höchstmenge für vorgeformtes Vitamin A | Höchstmenge 3.000 µg RE/Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender, 600 bis 2.600 µg für Kinder und Jugendliche; maßgeblich ist die fruchtschädigende Wirkung | Behördenbewertung |
| 278 | Schmitt et al. 2020, Wilderness Environ Med | 3 Vitamin-A-Vergiftungen nach Fischleber, französisches Giftinformationszentrum | Kopfschmerzen, Erbrechen, Hautschälung; bei einer Schwangeren Fehlgeburt | Fallserie |
| 279 | Brasky et al. 2013, J Natl Cancer Inst | 834 Männer mit Prostatakrebs und 1.393 Vergleichspersonen aus der SELECT-Studie, Blutwerte | höchstes vs. niedrigstes Viertel: Prostatakrebs gesamt HR 1,43 (1,09 bis 1,88), aggressiv HR 1,71 (1,00 bis 2,94) | Fall-Kohorten-Studie |
| 280 | Alexander et al. 2015, Nutr Cancer | 12 Ernährungs- und 9 Blutwert-Studien, 446.243 bzw. 14.897 Personen | kein Zusammenhang: Ernährung RR 1,00 (0,93 bis 1,09), Blutwerte RR 1,07 (0,94 bis 1,20) | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien (Gegenbefund) |
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