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Omega-3 · 26 Quellen ausgewertet

Omega-3-Fettsäuren für Kinder: sinnvoll oder überflüssig?

Fischöl-Gummibärchen, Tropfen mit Orangengeschmack, Kapseln mit einem Gehirn auf der Packung: Omega-3 soll Kinder klüger und ruhiger machen. Die Studien sind deutlich nüchterner.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202626 QuellenLesezeit 9 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Für gesunde Kinder ist ein Nutzen von Omega-3-Präparaten nicht belegt. Am besten untersucht sind Babys: Bekommen sie die Fettsäure DHA, sehen sie im ersten Jahr etwas schärfer, und Frühgeborene entwickeln sich wahrscheinlich etwas besser. Bei ADHS, Autismus und beim Lernen fanden sorgfältige Studien keinen klaren Vorteil. Eine belegte Tagesmenge für Kinder gibt es nicht.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Ist Omega-3 für Kinder sinnvoll?
  2. Omega-3 fürs Baby: Was bringt DHA in den ersten Monaten?
  3. Hilft Omega-3 Kindern mit ADHS?
  4. Lernen Kinder mit Omega-3 besser lesen?
  5. Schützt Omega-3 Kinder vor Asthma und Allergien?
  6. Wie viel Omega-3 brauchen Kinder am Tag?
  7. Öl, Tropfen, Kapseln, Fischöl oder Algenöl: Welches Omega-3 für Kinder?

Im Regal stehen sie gleich neben den Vitaminbonbons: Fischöl-Gummibärchen, Tropfen mit Orangengeschmack und Kapseln, auf deren Packung ein kleines Gehirn abgebildet ist. Die Botschaft ist klar. Omega-3 soll Kinder klüger, ruhiger und gesünder machen. Tatsächlich ist die Forschung dazu umfangreich, doch sie fällt deutlich nüchterner aus als die Werbung. Bei Babys gibt es echte Befunde, während bei Schulkindern nach genauer Prüfung wenig übrig bleibt.

Ist Omega-3 für Kinder sinnvoll?

Für die meisten gesunden Kinder hat sich kein Nutzen von Präparaten gezeigt, und die wenigen echten Befunde betreffen fast alle Babys. Bekommen Säuglinge die Fettsäure DHA, etwa über die Flaschenmilch, sehen sie im ersten Lebensjahr etwas schärfer,1 und früh geborene Babys entwickeln sich damit wahrscheinlich auch etwas besser.2

Bei älteren Kindern sieht es anders aus. Weder bei ADHS noch beim Lernen und beim Gedächtnis fanden große, sorgfältige Studien einen klaren Vorteil,34 und ob Omega-3 Asthma vorbeugt, ist offen. Immerhin ist es in üblichen Mengen nach heutigem Wissen nicht gefährlich. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält bis zu 1 g DHA am Tag auch für Kinder für unbedenklich.5

Ein Präparat ist für gesunde Kinder deshalb kein Muss. Fisch und manche Öle zählen ohnehin zu den besten Omega-3-Lebensmitteln. Und auch die Wirkung von Omega-3 ist vor allem bei Erwachsenen für Herz und Blutfette erforscht, kaum dagegen bei Kindern.

Unsere Einordnung

DHA für Babys ist beim Sehen gut belegt und bei der Entwicklung von Frühgeborenen wahrscheinlich hilfreich. Für Schulkinder fehlt ein belegter Nutzen, bei ADHS, Autismus und beim Lesen ebenso wie bei der Stimmung.

Omega-3 fürs Baby: Was bringt DHA in den ersten Monaten?

Nirgends sind die Befunde so stark wie in den ersten Lebensmonaten, denn Babys sehen mit DHA etwas schärfer. Früh geborene Babys entwickeln sich damit wahrscheinlich auch etwas besser. Getestet wurde allerdings fast immer DHA in der Flaschenmilch oder als Gabe in der Klinik, nicht ein Mittel aus dem Laden, wie es Eltern in der Drogerie kaufen können.

Sieht ein Baby mit DHA besser?

Ein wenig schon, und dieser Effekt ist bei Kindern als einziger gut belegt. Die Idee dahinter ist einfach. Die Netzhaut im Auge enthält viel DHA, weshalb Forschende früh prüften, ob zusätzliches DHA die Sehschärfe verbessert. Tatsächlich fand eine Auswertung von 24 Studien einen kleinen, aber klaren Vorteil, und zwar bei Früh- wie bei Reifgeborenen.1 Das galt allerdings nur, wenn die Babys DHA selbst bekamen. Nahm lediglich die Mutter DHA, war der Unterschied nicht sicher.

Vorsichtiger urteilt die Cochrane-Gruppe, ein freies Netz von Fachleuten, die Studien nach festen Regeln auswerten. In ihren Daten hing der Vorteil stark davon ab, wie gemessen wurde. Mit Hirnströmen zeigte er sich, mit Sehkarten dagegen nicht.6 Ob der kleine Unterschied später im Leben noch zählt, weiß bis heute niemand.

So wurde gemessen
  • Sehschärfe wurde in logMAR gemessen, ein kleinerer Wert ist besser. Über 24 Studien lag er mit DHA um 0,063 niedriger; bei Frühgeborenen und bei Reifgeborenen jeweils um 0,08. Bekam nur die Mutter DHA, betrug der Unterschied 0,02 und war nicht gesichert.1
  • Cochrane, reife Säuglinge: Messung über Hirnströme (VEP) mit zwölf Monaten 0,15 logMAR besser (3 Studien, 244 Kinder); mit Teller-Sehkarten kein Unterschied (3 Studien, 256 Kinder). Evidenzqualität niedrig.6

Macht DHA Babys und Kinder klüger?

Bei Frühchen und bei Babys mit Flaschenmilch gibt es wahrscheinlich einen kleinen Vorsprung, wie Tests zur Entwicklung im zweiten Lebensjahr zeigen. So fand die neueste Auswertung bei Frühchen gut vier Punkte mehr, bei reifen Babys gut zwei.2 Auch der spätere IQ lag bei reifen Babys etwas höher. Allerdings wichen die einzelnen Studien stark voneinander ab.

Am greifbarsten wird das in einer australischen Studie mit sehr früh geborenen Kindern, die alle vor Woche 29 der Schwangerschaft zur Welt gekommen waren. Dabei bekam ein Teil von ihnen bis Woche 36 zusätzlich DHA.7 Mit fünf Jahren lag ihr IQ im Mittel um dreieinhalb Punkte höher. Andere Tests derselben Kinder passten allerdings nur zum Teil dazu.

Hinzu kommt, dass die Cochrane-Fachleute weder bei reifen Babys noch bei Frühchen einen sicheren Vorteil sehen.68 Darum gilt der Effekt als wahrscheinlich und nicht als sicher. Gestillte Babys bekommen DHA ohnehin über die Muttermilch.9 Anders sieht es aus, wenn die Mutter in der Schwangerschaft DHA nimmt, denn dann schneiden die Kinder später in Tests eher nicht besser ab, wie eine Auswertung von 19 Studien zu Omega-3 in der Schwangerschaft zeigt.10

Für Eltern folgt daraus vor allem eines. Die Versorgung von Frühchen regelt die Klinik, und für eigene Mittel fürs Baby geben diese Studien nichts her, weil dort Flaschenmilch und Gaben in der Klinik getestet wurden.

So wurde gemessen
  • Neueste Auswertung: Bayley-Entwicklungsindex bei Frühgeborenen +4,16 Punkte, bei Reifgeborenen +2,28; IQ bei Reifgeborenen +2,91. Die Einzelstudien wichen stark voneinander ab.2
  • Cochrane, reife Säuglinge: 15 Studien mit 1.889 Babys; Entwicklungsindex mit 18 Monaten +0,06, auch mit 3, 6 und 9 Jahren kein Vorteil.6
  • Cochrane, Frühgeborene: 17 Studien mit 2.260 Kindern; mit 18 Monaten +2,40, nicht gesichert.8
  • Australische Studie (N3RO): 480 Kinder, 60 mg DHA pro kg Körpergewicht und Tag; IQ mit fünf Jahren 95,4 gegenüber 91,9.7

Hilft Omega-3 Kindern mit ADHS?

Kaum eine Frage zu Kindern ist so gründlich erforscht, und trotzdem bleibt sie nach unseren Regeln unklar, denn ein spürbarer Nutzen hat sich nicht gezeigt. Dazu hat die Cochrane-Gruppe 37 Studien gebündelt.3 Ihr Fazit, gestützt auf Daten von hoher Sicherheit, lautet, dass die Kapseln weder die Unruhe noch die Unaufmerksamkeit ändern. Beschwerden traten dabei nicht öfter auf als mit einem Scheinpräparat (Placebo).

Ganz geschlossen ist die Akte trotzdem nicht. Andere Auswertungen fanden sehr kleine Verbesserungen, die sich aber nur im Urteil der Eltern zeigten und nicht in dem der Lehrkräfte.11 Eine weitere Auswertung sah einen Vorteil nur bei Kindern, die Omega-3 mindestens vier Monate lang nahmen.12 Das ist ein Hinweis, aber noch kein Beleg.

Bei Schulkindern hielt kaum ein guter Befund einer zweiten, größeren Prüfung stand.

Klar ist damit vor allem eines: Omega-3 ersetzt keine Behandlung der ADHS. Wer zusätzlich einen Versuch wagen möchte, sollte ihn vorher mit der Ärztin oder dem Arzt des Kindes besprechen.

So wurde gemessen
  • Cochrane: Gesamtbeschwerden laut Eltern in 16 Studien mit 1.166 Kindern, SMD −0,08 (−0,24 bis 0,07), hohe Evidenzqualität. Nebenwirkungen RR 1,02.3
  • Eltern gegen Lehrkräfte: SMD −0,17 im Elternurteil, −0,06 im Lehrerurteil (nicht signifikant).11
  • Dauer: über alle 22 Studien SMD −0,16 (nicht signifikant), bei mindestens vier Monaten SMD −0,35.12

Hilft Omega-3 bei Autismus?

Bei den Kernbeschwerden des Autismus spricht die Studienlage dagegen. Eine Auswertung von 13 Studien fand keinen Effekt auf das Miteinander mit anderen, gemessen mit einem üblichen Fragebogen für Eltern.13 Zwar sah eine neuere Auswertung kleine Vorteile bei Reizbarkeit und Sprache, doch bei Rückzug oder sich wiederholendem Verhalten half Omega-3 nicht.14 Weil die Studien zudem klein und kurz sind, sollten Eltern keine Änderung der Symptome erwarten.

Lernen Kinder mit Omega-3 besser lesen?

Ob Omega-3 beim Lesen hilft, ist unklar, denn die Ergebnisse widersprechen sich. Am bekanntesten ist die britische DOLAB-Studie, in der Grundschulkinder täglich 600 mg DHA oder ein Scheinpräparat bekamen.15 Doch insgesamt lasen sie danach nicht besser. Nur die schwächsten Leser lagen etwas vorn.

Genau diesen Hinweis wollten die Forscher prüfen und wiederholten den Test gezielt mit 376 schwachen Lesern, also genau mit den Kindern, bei denen sich in der ersten Studie ein Vorteil angedeutet hatte. Diesmal blieb jeder klare Unterschied aus.16 Auch sonst sieht es mager aus, denn eine Auswertung von 29 Studien fand keine besseren Werte in Tests zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Denken.4 Als Lernhilfe vor Prüfungen oder bei einer Leseschwäche lohnt sich Omega-3 nach heutigem Stand also nicht.

Hilft Omega-3 bei Depression oder Schlafproblemen von Kindern?

Bei einer Depression spricht die Studienlage dagegen, beim Schlaf ist sie unklar, mit einem möglichen kleinen Vorteil. So fand die Cochrane-Gruppe bei Kindern und Jugendlichen mit Depression in fünf kleinen Studien keinen Nutzen.17 Die größte Einzelstudie begleitete über zweihundert junge Menschen bis 25 Jahre, die alle eine Psychotherapie bekamen, und darüber hinaus brachten die Kapseln nichts.18

Etwas anders sieht es beim Schlaf aus. Kinder mit starken Schlafproblemen schliefen in wenigen kleinen Studien etwas besser, bei gesunden Kindern änderte sich dagegen nichts.19 Eine Depression gehört in fachliche Hände. Omega-3 ersetzt diese Behandlung nicht.

Schützt Omega-3 Kinder vor Asthma und Allergien?

Ob Omega-3 Kinder vor Asthma schützt, ist bisher offen. Meist geht es dabei nicht um Kapseln fürs Kind, sondern um Fischöl, das die Mutter in der Schwangerschaft nimmt. Die bekannteste Studie stammt aus Dänemark, wo Schwangere ab Woche 24 täglich 2,4 g Fischöl oder Olivenöl nahmen.20

Von ihren Kindern hatte später etwa ein Sechstel anhaltend pfeifende Atmung oder Asthma, in der Olivenöl-Gruppe dagegen knapp ein Viertel.20 Am stärksten war der Unterschied bei Müttern, die zu Beginn wenig Omega-3 im Blut hatten, denn bei ihren Kindern halbierte sich die Häufigkeit von Asthma ungefähr.20 Über alle Studien hinweg bestätigt sich das aber nicht sicher. Die größte Auswertung fand keinen klaren Schutz, nur bei hohen Mengen ab 1,2 g am Tag.21

Ähnlich ist das Bild bei Allergien. In den ersten drei Lebensjahren hatten Kinder in einzelnen Auswertungen etwas seltener eine Allergie, danach war der Unterschied verschwunden.22 In der australischen DOMInO-Studie waren mit sechs Jahren sogar in beiden Gruppen gleich viele Kinder allergisch.23 Wenn Allergien oder Asthma in der Familie vorkommen, lässt sich das Thema in der Frauenarztpraxis ansprechen, auch wenn Omega-3 kein sicherer Schutz fürs Kind ist.

So wurde gemessen
  • Dänische Studie (COPSAC2010): 736 Schwangere, 695 Kinder ausgewertet. Anhaltend pfeifende Atmung oder Asthma 16,9 gegenüber 23,7 %; bei Müttern im untersten Drittel der Ausgangswerte 17,5 gegenüber 34,1 %.20
  • Größte Auswertung: 8 Studien mit 3.037 Mutter-Kind-Paaren, RR 0,93 (0,82 bis 1,04); ab 1.200 mg am Tag RR 0,69.21
  • Allergien: nachgewiesene Allergie mit ein bis drei Jahren RR 0,66, danach RR 0,86 (nicht gesichert).22 DOMInO mit sechs Jahren: 31,5 gegenüber 31,5 %.23

Wie viel Omega-3 brauchen Kinder am Tag?

Eine belegte Tagesmenge für Kinder gibt es nicht, nur eine Obergrenze für sichere Mengen. Für Schwangere und Stillende raten Fachgesellschaften zu mindestens 200 mg DHA am Tag, doch für Kinder ab einem halben Jahr fehlen laut denselben Fachleuten die Daten für eine Zahl.9

Nach oben gibt es eine Grenze. Bis 1 g DHA am Tag aus Präparaten hält die EFSA für alle Altersgruppen für unbedenklich, auch für Säuglinge und Kinder.5 In der britischen Lesestudie etwa bekamen Grundschulkinder 600 mg DHA.15 Einen Nutzen belegt das aber nicht.

Auch die Werte für Erwachsene, etwa zur Omega-3-Dosierung am Tag, lassen sich nicht einfach auf Kinder übertragen. Ebenso wenig sind bei Kindern klare Zeichen für einen Omega-3-Mangel beschrieben. Wird trotzdem ein Präparat gegeben, ist es ratsam, bei der Menge auf dem Etikett zu bleiben.

Öl, Tropfen, Kapseln, Fischöl oder Algenöl: Welches Omega-3 für Kinder?

Vergleichsstudien zu den Formen gibt es nicht, und deshalb zählt für Kinder vor allem das Praktische. Fischöl und Algenöl liefern beide DHA, wobei Algenöl die Wahl für vegane Familien ist. Die Unterschiede zwischen Fischöl, Algenöl und Kapseln betreffen vor allem Herkunft und Reinheit. Hinzu kommt, dass kleine Kinder Kapseln oft nicht schlucken können, während sich Öl und Tropfen ins Essen mischen lassen.

Gerade bei Produkten mit Fruchtgeschmack lohnt ein genauer Blick. In einer Prüfung in den USA waren gut zwei Drittel der Mittel mit Aroma zu stark oxidiert, also ranzig, ohne Aroma dagegen etwa jedes achte.24 Das Aroma überdeckt schlicht den ranzigen Geruch.

Ob Lebertran Kindern in üblicher Menge schadet, ist ungeklärt, weil Studien mit Vergleichsgruppe fehlen. Er wird aus Fischleber gewonnen und kann viel Vitamin A enthalten. Für Kinder setzt die EFSA die Obergrenze für dieses Vitamin je nach Alter bei 600 bis 2.600 µg am Tag an.25 Kommt noch ein Multivitamin hinzu, das ebenfalls Vitamin A enthält, ist diese Grenze schneller erreicht, als viele Eltern denken.

Sicherheitshinweis

Lebertran enthält oft viel Vitamin A. Bei Kindern sollte die Menge auf dem Etikett mit allen anderen Mitteln zusammengezählt werden.

Bleibt die Frage der Verträglichkeit. Am häufigsten führt Omega-3 bei Kindern zu Bauchweh und Durchfall. In einer Studie aus Schweden hatten neun Kinder mit Omega-3 solche Beschwerden, mit Scheinpräparat dagegen nur zwei.26 Auch bei Erwachsenen gehören Aufstoßen und Fischgeschmack zu den häufigsten Nebenwirkungen von Omega-3. Für Kinder empfiehlt sich deshalb ein Öl ohne Aroma, auf dem der DHA-Gehalt klar angegeben ist.

Häufige Fragen

Woran erkennt man einen Omega-3-Mangel bei Kindern?

Eindeutige Anzeichen, an denen Eltern einen Mangel erkennen könnten, sind nicht belegt. Müdigkeit, trockene Haut oder Konzentrationsprobleme haben viele andere Ursachen. Ob ein Bluttest sinnvoll ist, sollte die Kinderarztpraxis entscheiden.

Ab welchem Alter Omega-3 für Kinder, ab 1 oder ab 2 Jahren?

Ein Startalter für Präparate lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Babys bekommen DHA über Muttermilch oder Säuglingsnahrung. Für Präparate ab dem ersten oder zweiten Geburtstag fehlt eine Studiengrundlage.

Sind Omega-3-Gummibärchen für Kinder sinnvoll?

Dazu gibt es keine Studien. Aromatisierte Omega-3-Präparate waren in einer Marktanalyse deutlich häufiger ranzig als solche ohne Aroma.24 Süße Formen gehören außerdem außer Reichweite, damit sie nicht wie Süßigkeiten gegessen werden.

Brauchen vegan ernährte Kinder Omega-3 aus Algenöl?

Studien speziell zu vegan ernährten Kindern liegen dazu nicht vor. Algenöl liefert DHA ohne Fisch. Ob ein Präparat nötig ist, sollte die Kinderarztpraxis mit Blick auf die gesamte Ernährung beurteilen.

Hilft Omega-3 Kindern bei Konzentrationsproblemen?

In Studien mit Schulkindern wurden Gedächtnis und Aufmerksamkeit nicht besser.4 Auch bei ADHS ist ein spürbarer Nutzen nicht belegt.

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Alle 26 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Shulkin et al. 2018, J Nutr38 RCTs, 5.541 Teilnehmende; Sehschärfe: 24 StudienSehschärfe −0,063 logMAR (besser); Früh- und Reifgeborene je −0,08, Gabe an Mütter −0,02 (nicht signifikant)Meta-Analyse
2Liu et al. 2025, Matern Child Nutr47 Artikel; 33 Studien an Säuglingen, 14 an MütternFrühgeborene MDI +4,16; Reifgeborene MDI +2,28, IQ +2,91, stark uneinheitlichMeta-Analyse
3Gillies et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev37 RCTs, über 2.374 Kinder und Jugendliche mit ADHSGesamtbeschwerden laut Eltern SMD −0,08 (−0,24 bis 0,07), hohe Evidenzqualität; Nebenwirkungen RR 1,02Cochrane-Review
4Emery et al. 2020, Neurosci Biobehav Rev29 RCTs, 4.247 Kinder und Jugendlichekein Haupteffekt auf kognitive Testleistungen; Vorteile nur für EPA-reiche Präparate in UntergruppenMeta-Analyse
5EFSA 2026, EFSA JBewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheitkein UL festlegbar; sichere Aufnahme von 1 g/Tag DHA aus Präparaten für alle Gruppen, auch Säuglinge, Kinder, SchwangereBehördengutachten
6Jasani et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev15 RCTs, 1.889 reif geborene SäuglingeMDI mit 18 Monaten +0,06; keine Vorteile mit 3, 6, 9 Jahren; Sehschärfe nur per VEP besser, mit Sehkarten nichtCochrane-Review
7Gould et al. 2022, N Engl J Med1 RCT (N3RO), 480 Kinder, geboren vor der 29. WocheIQ mit 5 Jahren 95,4 vs. 91,9 (+3,45); Nebenwerte stützten das überwiegend nichtRCT
8Moon et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev17 RCTs, 2.260 FrühgeboreneMDI mit 18 Monaten +2,40 (−0,33 bis 5,12), nicht gesichert; niedrige EvidenzqualitätCochrane-Review
9Koletzko et al. 2008, J Perinat MedKonsensus internationaler Fachgesellschaften der Perinatal- und KindermedizinSchwangere und Stillende mindestens 200 mg DHA/Tag; Stillen liefert DHA; nach dem 6. Monat keine Daten für eine MengenempfehlungKonsensus-Empfehlung
10Xie et al. 2026, Dev Psychobiol21 RCTs, 19 in der Meta-Analyse, DHA in der Schwangerschaftkein Vorteil bei Aufmerksamkeit, Motorik, Intelligenz, Sprache, exekutiven Funktionen; Geburtsgewicht +72,51 gMeta-Analyse
11Händel et al. 2021, Nutrients31 RCTs, 1.755 Patienten mit ADHSElternurteil SMD −0,17 (−0,32 bis −0,02), Lehrerurteil SMD −0,06 (−0,31 bis 0,19); Autoren: kein NutzenMeta-Analyse
12Liu et al. 2023, J Clin Psychiatry22 RCTs, 1.789 Teilnehmende mit ADHSKernbeschwerden SMD −0,16 (nicht signifikant); ab 4 Monaten Dauer SMD −0,35Meta-Analyse
13de Andrade Wobido et al. 2022, Nutr Neurosci13 kontrollierte Studien, Kinder und Jugendliche mit AutismusSocial Responsiveness Scale SMD 0,08 (−0,23 bis 0,39); Unterbereiche ohne gesicherten EffektMeta-Analyse
14Sánchez-García et al. 2026, Nutrients12 RCTs, Kinder mit AutismusReizbarkeit g −0,287, Kommunikation g −0,213; Rückzug, Stereotypien, Hyperaktivität nicht signifikantMeta-Analyse
15Richardson et al. 2012, PLoS One1 RCT (DOLAB I), 362 Kinder 7 bis 9 Jahre, 600 mg DHAkein Effekt auf Lesen insgesamt; Vorteile nur bei Kindern ≤ 20. PerzentileRCT
16Montgomery et al. 2018, PLoS One1 RCT (DOLAB II), 376 schwache Leser 7 bis 9 Jahre, 600 mg DHA, 16 Wochenkeine konsistenten Unterschiede bei Lesen, Arbeitsgedächtnis, VerhaltenRCT (Wiederholungsstudie)
17Campisi et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev5 Placebo-RCTs, Kinder und Jugendliche mit DepressionSMD −0,34 (−0,85 bis 0,17), sehr niedrige Evidenz; Remission OR 1,11Cochrane-Review
18Amminger et al. 2024, Biol Psychiatry1 RCT, 233 junge Menschen 15 bis 25 Jahre mit Major Depression, zusätzlich zu PsychotherapieUnterschied 0,2 Punkte (−1,1 bis 1,5; p = 0,75)RCT
19Dai et al. 2021, Nutr RevMeta-Analyse, Teilauswertung KinderSchlafstörungs-Gesamtwert −1,81 bei Kindern mit Schlafproblemen; bei gesunden Kindern kein EffektMeta-Analyse (Teilauswertung)
20Bisgaard et al. 2016, N Engl J Med1 RCT (COPSAC2010), 736 Schwangere, 695 Kinder, 2,4 g Fischöl ab der 24. Wocheanhaltend pfeifende Atmung oder Asthma 16,9 vs. 23,7 %; niedrigster Ausgangsspiegel 17,5 vs. 34,1 %Groß-RCT
21Jia et al. 2022, BMC Pediatr8 RCTs, 3.037 Mutter-Kind-PaareAsthma/pfeifende Atmung RR 0,93 (0,82 bis 1,04); ab 1.200 mg/Tag RR 0,69Meta-Analyse
22Gunaratne et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev8 RCTs, 3.366 Frauen, 3.175 KinderIgE-Allergie mit 12 bis 36 Monaten RR 0,66, danach RR 0,86 (nicht gesichert)Cochrane-Review
23Best et al. 2016, PediatricsDOMInO-Nachuntersuchung, 706 Kinder mit Allergien in der Familie, 6 JahreIgE-Allergie 31,5 vs. 31,5 %RCT-Nachuntersuchung
24Hands et al. 2024, J Diet Suppl72 Omega-3-Präparate aus den USA, 2014 bis 2020TOTOX-Grenzwert überschritten: 68 % der aromatisierten, 13 % der nicht aromatisierten ProdukteProduktanalyse
25EFSA 2024, EFSA JBewertung der Europäischen Behörde für LebensmittelsicherheitHöchstmenge vorgeformtes Vitamin A 3.000 µg RE/Tag für Erwachsene, 600 bis 2.600 µg für Kinder und JugendlicheBehördengutachten
26Johnson et al. 2017, J Child Psychol Psychiatry1 RCT, 154 Schulkinder 9 bis 10 Jahre, Omega-3/6, 3 MonateMagen-Darm-Beschwerden bei 9 vs. 2 KindernRCT

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