Stoff, Wirkung oder Frage
Omega-3 · 26 Quellen ausgewertet

Wie viel Omega-3 am Tag ist sinnvoll?

Groß auf der Dose steht „1.000 mg“, klein auf der Rückseite eine ganz andere Zahl. Nur die kleine zählt, und bei Fischöl ist mehr nicht automatisch besser.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202626 QuellenLesezeit 9 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Für gesunde Erwachsene nennt die EU-Lebensmittelbehörde EFSA 250 bis 500 mg EPA und DHA zusammen pro Tag. Gezählt wird diese Menge, nicht das Gewicht der Kapsel. Höhere Dosen von zwei bis vier Gramm senken die Blutfette stärker, erhöhen aber das Risiko für Vorhofflimmern. Bis 5 g am Tag hält die EFSA Omega-3 für unbedenklich.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Wie viel Omega-3 am Tag?
  2. Wie hoch ist der Omega-3-Tagesbedarf?
  3. Wie viele Omega-3-Kapseln pro Tag?
  4. Welche Dosis wurde für Blutfette und Blutdruck untersucht?
  5. Omega-3 hochdosiert: sinnvoll oder riskant?
  6. Wie viel Omega-3 ist zu viel?
  7. Welche Omega-3-Dosierung wirkt entzündungshemmend?

Groß auf der Vorderseite der Dose steht die Zahl 1.000, klein auf der Rückseite eine ganz andere. Nur die kleine zählt. Genau sie nennt, wie viel EPA und DHA in der Kapsel steckt, also die beiden Fettsäuren, um die es in fast allen Studien geht. Wer nur die große Zahl liest, nimmt am Ende oft weniger als gedacht, manchmal aber auch viel mehr. Beides hat Folgen, denn bei Fischöl gilt nicht „viel hilft viel“: Die Blutfette sinken zwar mit der Menge, doch das Risiko für eine bestimmte Herzrhythmusstörung steigt mit. Was Omega-3 insgesamt bewirkt, hängt deshalb eng an der Dosis.

Wie viel Omega-3 am Tag?

Für gesunde Erwachsene genügen 250 bis 500 mg EPA und DHA am Tag. So fasst die europäische Lebensmittelbehörde EFSA die Empfehlungen zusammen, die sich in Europa auf die Herzgesundheit stützen.1 Damit sind beide Fettsäuren zusammen gemeint, und erreichen lässt sich diese Menge auch über Lebensmittel mit Omega-3, vor allem über fetten Seefisch.

Viele Studien gaben allerdings deutlich mehr. In der großen amerikanischen VITAL-Studie nahmen die Teilnehmenden eine Kapsel mit einem Gramm Fischöl am Tag,2 die 840 mg EPA und DHA lieferte.3 Zur Senkung erhöhter Blutfette empfiehlt die amerikanische Herzgesellschaft sogar zwei bis vier Gramm, dann aber als Behandlung unter ärztlicher Aufsicht.4 Daraus folgt: Für die Vorsorge reicht eine kleine tägliche Menge. Größere Mengen sind ein Fall für eine konkrete Diagnose und für die Arztpraxis.

Wie hoch ist der Omega-3-Tagesbedarf?

Einen genau gemessenen Bedarf gibt es nicht. Die Werte der EFSA sind Empfehlungen zur Vorsorge, die aus dem Herz-Kreislauf-Risiko abgeleitet wurden, und damit kein Grenzwert, unter dem bei einem Menschen sicher ein Mangel beginnt.1

Hinzu kommt, dass Menschen verschieden reagieren. In einer Studie aus den USA nahmen gesunde Erwachsene fünf Monate lang unterschiedliche Mengen, und der Omega-3-Index im Blut stieg umso stärker, je mehr sie nahmen. Wie stark, hing aber vor allem vom Körpergewicht ab, daneben vom Ausgangswert und vom Alter.5 Das heißt, ein schwerer Mensch braucht für denselben Blutwert mehr als ein leichter.

Genauer als jede Faustregel ist deshalb eine Messung des Index. Was der Wert über einen Omega-3-Mangel aussagt, ist allerdings eine eigene Frage.

So wurde gemessen
  • EFSA: Ernährungsempfehlungen für EPA und DHA zur Herz-Kreislauf-Vorsorge bei europäischen Erwachsenen zwischen 250 und 500 mg pro Tag.1
  • Dosis-Wirkungs-Studie: 115 gesunde Erwachsene, 0, 300, 600, 900 oder 1.800 mg EPA+DHA täglich, etwa 5 Monate, doppelblind. Die Dosis allein erklärte 68 % der Unterschiede im Index, umgerechnet auf das Körpergewicht 70 %; mit Ausgangswert, Alter, Geschlecht und Bewegung 78 %.5

Wie viele Omega-3-Kapseln pro Tag?

Die Zahl der Kapseln hängt vom Gehalt an EPA und DHA ab, nicht vom Gewicht der Kapsel. Denn gewöhnliches Fischöl besteht nur zu einem Teil aus diesen beiden Fettsäuren. In einer norwegischen Studie steckten in acht Gramm Fischöl 1,6 Gramm EPA und DHA, also etwa ein Fünftel.6 Der Rest ist anderes Fett. Konzentrate liefern weit mehr, wie die Kapsel aus der VITAL-Studie zeigt.3

Ziel pro Tag (EPA und DHA) gewöhnliches Fischöl, etwa ein Fünftel EPA und DHA Konzentrat wie in VITAL, 840 mg je Kapsel
250 bis 500 mg 2 bis 3 Kapseln à 1.000 mg 1 Kapsel
1 g 5 Kapseln à 1.000 mg 1 bis 2 Kapseln
2 bis 4 g 10 bis 20 Kapseln à 1.000 mg 3 bis 5 Kapseln

Die Tabelle ist ein Rechenbeispiel, denn ob die Angabe auf dem Etikett stimmt, ist eine zweite Frage. In Neuseeland enthielten die meisten Kapseln deutlich weniger EPA und DHA als angegeben.7 Dagegen fanden spätere Prüfungen dort und in Frankreich fast nur korrekte Etiketten.89 Dafür reichte die Verzehrempfehlung auf der Packung in Neuseeland oft nicht an die Mengen heran, die in Studien gewirkt hatten.8

Damit ist die Angabe für EPA und DHA pro Tagesportion maßgeblich. Wie viel davon schließlich im Körper ankommt, hängt auch von der Omega-3-Einnahme zum Essen ab.

So wurde gemessen
  • Norwegen: 54 Gesunde, 8 g Fischöl täglich mit 1,6 g EPA+DHA über 7 Wochen.6
  • VITAL: 1 g Fischöl täglich2 mit 460 mg EPA und 380 mg DHA.3
  • Neuseeland 2015: alle 32 Kapselpräparate des Markts; 69 % enthielten weniger als zwei Drittel der angegebenen Menge.7
  • Neuseeland 2020: 10 meistverkaufte Präparate; 90 % lagen innerhalb von 10 % der Angabe, nur 3 erreichten mit der höchsten empfohlenen Kapselzahl die in Studien wirksame Menge.8
  • Frankreich: 20 Präparate ohne Aroma; 2,5 % verfehlten ihre Gehaltsangabe.9

Welche Dosis wurde für Blutfette und Blutdruck untersucht?

Untersucht wurden meist zwei bis vier Gramm am Tag, deutlich mehr als zur Vorsorge empfohlen. Bei beiden Werten wirkt Fischöl wahrscheinlich, und bei beiden hängt das Ausmaß von der Menge ab.

Triglyceride

Die Blutfette sinken mit steigender Dosis. Eine Cochrane-Auswertung, die besonders streng nur lange Studien einschloss, fand im Mittel rund ein Siebtel weniger Triglyceride.10 Zudem zeigte eine Rechnung über 90 Studien, dass der Effekt mit jeder Dosisstufe gleichmäßig wächst und bei erhöhten Blutfetten ab etwa zwei Gramm am Tag deutlich sichtbar wird.11

Mit kleinen Mengen ist dagegen wenig zu erwarten. In einer Großstudie senkte ein Gramm am Tag die Triglyceride nur leicht.12 Bei leicht erhöhten Werten fand eine Studie mit bis zu zwei Gramm gar keine sichere Senkung.13 Ganz anders bei sehr hohen Werten, die mit vier Gramm um mindestens drei Zehntel sinken.4

Niedrigere Triglyceride sind allerdings zunächst nur ein Laborwert. Weniger Herzinfarkte folgten daraus in der großen Studie mit einer hoch dosierten Fischöl-Mischung nicht.14 Der Wert allein schützt nicht. Eine Behandlung erhöhter Blutfette gehört deshalb in ärztliche Hand.

So wurde gemessen
  • Cochrane: 86 RCTs mit mindestens 12 Monaten; Triglyceride rund −15 %, dosisabhängig.10
  • Dosis-Wirkungs-Analyse: 90 RCTs mit 72.598 Personen; annähernd lineare Senkung, besonders bei erhöhten Blutfetten ab über 2 g/Tag.11
  • ORIGIN: 12.536 Personen, 1 g/Tag über 6,2 Jahre; Triglyceride −14,5 mg/dl gegenüber Placebo.12
  • Dosisvergleich: 135 Erwachsene mit 100 bis 300 mg/dl, 0,5 bis 2 g über 20 Wochen; keine signifikante Senkung.13
  • American Heart Association: 4 g/Tag senken sehr hohe Triglyceride (ab 500 mg/dl) um mindestens 30 %.4

Blutdruck

Der Blutdruck sinkt wahrscheinlich ein wenig, am meisten mit zwei bis drei Gramm. In diesem Bereich fand eine Auswertung von über 70 Studien die günstigste Wirkung, und der obere Wert lag dabei um gut zweieinhalb Punkte niedriger.15 Das ist wenig. Bei Menschen, deren Bluthochdruck noch nicht mit Medikamenten behandelt wurde, war der Effekt in einer anderen Auswertung sogar etwa dreimal so groß wie im Durchschnitt.16 Dagegen fand die Cochrane-Auswertung mit langen Studien kaum eine Wirkung.10

Fischöl kann einen erhöhten Blutdruck also etwas senken, aber nicht behandeln. Bei Bluthochdruck gehört die Entscheidung in die Arztpraxis.

So wurde gemessen
  • Dosis-Wirkungs-Analyse: 71 RCTs mit 4.973 Erwachsenen; bei 2 g/Tag −2,61/−1,64 mmHg, bei 3 g/Tag −2,61/−1,80 mmHg; stärker bei Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten und Älteren.15
  • Auswertung von 70 RCTs: insgesamt −1,52/−0,99 mmHg, bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,51/−3,05 mmHg.16
  • Cochrane: wenig oder keine Wirkung auf den Blutdruck in Studien ab 12 Monaten.10

Omega-3 hochdosiert: sinnvoll oder riskant?

Hochdosiert heißt meist zwei Gramm EPA und DHA am Tag oder mehr. Ob das dem Herzen mehr nützt, ist unklar, das Risiko für Vorhofflimmern steigt aber.

Bringt eine hohe Dosis mehr für das Herz?

Ein Nutzen für das Herz ist unklar, denn der wichtigste Test ging leer aus. In der STRENGTH-Studie nahmen über 13.000 Menschen mit hohem Herzrisiko, die bereits einen Cholesterinsenker bekamen, täglich vier Gramm einer Mischung aus EPA und DHA oder ein Maisöl. Die Studie wurde vorzeitig beendet, weil kein Nutzen mehr zu erwarten war.14 Magen-Darm-Beschwerden waren mit Fischöl häufiger.

Anders verlief eine Großstudie mit einem Arzneimittel aus reinem EPA, das die Zahl der Herzereignisse senkte.17 Ob das wirklich am EPA lag, ist umstritten. Denn unter dem Vergleichsöl aus Mineralöl verschlechterten sich Blutwerte, was das Ergebnis geschönt haben könnte.18 Für frei verkäufliche Kapseln lässt sich daraus ohnehin nichts ableiten, und eine hohe Dosis auf eigene Faust lohnt sich für das Herz nach heutigem Stand nicht.

So wurde gemessen
  • STRENGTH: 13.078 Hochrisiko-Patienten unter Statin, 4 g EPA+DHA täglich gegen Maisöl. Herz-Kreislauf-Ereignisse 12,0 vs. 12,2 %, HR 0,99 (0,90 bis 1,09), vorzeitig abgebrochen; Magen-Darm-Beschwerden 24,7 vs. 14,7 %.14
  • REDUCE-IT: 8.179 Patienten, 4 g reines EPA als Arzneimittel, 4,9 Jahre; kombinierter Endpunkt HR 0,75.17 Unter dem Mineralöl-Vergleich stiegen CRP und LDL an.18

Steigt das Risiko für Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern, eine häufige Herzrhythmusstörung, die das Schlaganfallrisiko erhöht, ist bei Fischöl ein wahrscheinlicher Schaden, und er wächst mit der Dosis. In sieben großen Herzstudien mit Zehntausenden Menschen, die im Mittel fünf Jahre liefen, trat es mit Fischöl umso öfter auf, je mehr die Teilnehmenden nahmen; Zahlen je Gruppe nennt diese Auswertung nur als Verhältnis.19 In der VITAL-Studie mit über 25.000 Menschen und knapp einem Gramm am Tag bekamen dagegen 3,7 Prozent mit Fischöl gegenüber 3,4 Prozent mit Placebo neues Vorhofflimmern, ein Unterschied, der nicht gesichert war.3

Die bislang größte Auswertung sah ein gesichertes Plus nur bei Menschen mit hohem Herzrisiko, die über anderthalb Gramm täglich nahmen, dort bei etwa 8 von 1.000 Teilnehmenden zusätzlich; an ihr war allerdings ein Industrieverband beteiligt.20 Fast alle Teilnehmenden dieser Studien waren über 50.

Bei bekannten Herzrhythmusstörungen oder hohem Herzrisiko sollten Mengen über einem Gramm deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden. Auch Herzstolpern oder ein unregelmäßiger Puls unter Fischöl gehören ärztlich abgeklärt. Dagegen betreffen die übrigen Nebenwirkungen von Omega-3 vor allem den Magen.

So wurde gemessen
  • Gencer 2021: 7 RCTs mit 81.210 Personen, im Mittel 4,9 Jahre. Vorhofflimmern HR 1,25 (1,07 bis 1,46); über 1 g/Tag HR 1,49, bis 1 g/Tag HR 1,12; je 1 g mehr HR 1,11.19
  • Abuknesha 2026: 35 RCTs mit 114.592 Personen ab 50; signifikant nur bei hohem Risiko und über 1,5 g/Tag, OR 1,43, absolut +0,8 Prozentpunkte. Mitfinanziert vom Omega-3-Industrieverband GOED.20
  • VITAL-Rhythm: 25.119 Erwachsene ab 50, 840 mg/Tag über 5,3 Jahre; 3,7 vs. 3,4 %, HR 1,09 (0,96 bis 1,24), nicht signifikant.3

Wie viel Omega-3 ist zu viel?

Zu viel sind mehr als 5 g EPA und DHA am Tag. Bis zu dieser Menge sieht die EFSA für Erwachsene keine Sicherheitsbedenken, für EPA allein nennt sie 1,8 Gramm, für DHA allein etwa ein Gramm.1 Die Grenze für DHA allein hat sie kürzlich für alle Altersgruppen bestätigt.21

Eine Höchstmenge im strengen Sinn konnte die Behörde allerdings nicht festlegen, weil die Daten dafür nicht reichten, und so blieb es bei der Aussage, bis zu welcher Menge keine Bedenken bestehen. Bis 5 g fand sie keine Hinweise auf spontane Blutungen, gestörten Blutzucker oder ein geschwächtes Immunsystem. Nur das LDL-Cholesterin stieg bei mehreren Gramm am Tag leicht, um wenige Prozent.1

Ob hohe Mengen schwere Nebenwirkungen verursachen, ist streng genommen ungeklärt, denn genaue Zahlen dazu nennen die großen Auswertungen kaum, und gezielt untersucht wurde das selten.22 Ein Warnsignal gab es aber nicht, die Cochrane-Auswertung mit 86 Studien sah wenig oder keinen Effekt.10 Leichte Beschwerden wie Aufstoßen und Durchfall nahmen dagegen mit der Menge zu.

Die 5 g gelten für alle Präparate zusammen, also auch für angereicherte Lebensmittel. Wer Blutverdünner nimmt, sollte schon deutlich kleinere Mengen ärztlich besprechen.

So wurde gemessen
  • EFSA 2012: keine Höchstmenge ableitbar; bis etwa 5 g EPA+DHA kein Mehr an spontanen Blutungen, keine Wirkung auf Blutzucker, Immunfunktion oder Fettoxidation, sofern das Öl oxidationsstabil ist. EPA allein bis 1,8 g, DHA allein bis etwa 1 g unbedenklich. 2 bis 6 g EPA+DHA erhöhen LDL um etwa 3 %.1
  • EFSA 2026: 1 g DHA allein täglich bleibt die sichere Zufuhr für Säuglinge, Kinder, Erwachsene sowie Schwangere und Stillende.21
  • Schwere Nebenwirkungen: Cochrane mit 86 RCTs, wenig oder kein Effekt;10 90 RCTs ohne eindeutig auf Omega-3 zurückzuführende schwere Ereignisse.22

Welche Omega-3-Dosierung wirkt entzündungshemmend?

Eine belegte entzündungshemmende Dosis gibt es nicht. Dabei sinkt der Entzündungswert CRP im Blut mit Fischöl wahrscheinlich ein wenig, im Mittel um etwa ein Drittel Milligramm pro Liter.23 Eine große Studie über fünf Jahre fand bei Menschen mit Diabetes aber keinen Unterschied.24 Deshalb steht die Einstufung unter Vorbehalt.

Eine Auswertung bei Herz- und Stoffwechselerkrankungen sah die Senkung bis etwa 1.200 mg am Tag, bei Übergewicht dagegen nicht.25 Ein niedrigerer Laborwert heißt zudem nicht, dass Beschwerden nachlassen. Ob Fischöl etwa Gelenkschmerzen bei Rheuma lindert, ist unklar, denn die strengste Auswertung nur placebokontrollierter Studien fand keinen gesicherten Effekt.26 Bei entzündlichen Erkrankungen sollte Fischöl daher nicht als Ersatz für eine Behandlung dienen.

So wurde gemessen
  • CRP: 171 Placebo-Studien, CRP −0,34 mg/l.23 VITAL-DKD: 1.312 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 1 g/Tag über 5 Jahre, hsCRP und IL-6 nicht verändert.24
  • Kardiometabolische Erkrankungen: 40 RCTs; Senkung bei Herzkrankheit, Metabolischem Syndrom und Bluthochdruck bis etwa 1.200 mg/Tag, nicht bei Übergewicht.25
  • Rheumatoide Arthritis: 23 placebokontrollierte RCTs; Schmerz SMD −0,16 (−0,40 bis 0,09), nicht signifikant, Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig.26

Unsere Einordnung

Für die Vorsorge reichen 250 bis 500 mg EPA und DHA am Tag, und gezählt wird genau diese Zahl, nicht das Kapselgewicht. Hohe Dosen senken die Blutfette, bringen dem Herzen aber keinen gesicherten Vorteil und mehr Vorhofflimmern; sie gehören in ärztliche Hand.

Häufige Fragen

Sind 1.000 mg Omega-3 am Tag zu viel?

Für Gesunde nicht. Gemeint ist die Menge EPA und DHA, und 1 g liegt weit unter den 5 g, die die EFSA für unbedenklich hält.1 Bei Herzrhythmusstörungen sollte aber schon diese Menge ärztlich besprochen werden, weil das Risiko für Vorhofflimmern mit der Dosis steigt.

Gibt es einen Rechner für den Omega-3-Tagesbedarf?

Einen verlässlichen nicht. Wie stark der Blutwert auf eine Menge reagiert, hing in einer Studie vor allem vom Körpergewicht ab, außerdem vom Ausgangswert und vom Alter.5 Genauer als jede Formel ist ein Bluttest auf den Omega-3-Index.

Wie hoch darf Algenöl dosiert werden?

Auch hier zählt die Menge EPA und DHA. Enthält ein Algenöl fast nur DHA, gilt die EFSA-Grenze für DHA allein: rund 1 g am Tag.21

Gilt die Dosierung auch in der Schwangerschaft?

Für Schwangere und Kinder gibt es eigene Studien und Empfehlungen. Die EFSA hält 1 g DHA allein am Tag auch in Schwangerschaft und Stillzeit für unbedenklich.21

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Alle 26 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1EFSA 2012, EFSA JournalBewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu EPA, DHA und DPAEmpfehlungen für Erwachsene 250 bis 500 mg EPA+DHA; bis 5 g EPA+DHA, EPA allein bis 1,8 g und DHA allein bis etwa 1 g ohne Sicherheitsbedenken; LDL +3 % bei 2 bis 6 gBehördengutachten
2Manson et al. 2019 (VITAL), N Engl J Med25.871 Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, 1 g Omega-3 täglich, 5,3 JahreKeine Häufung von Blutungen oder anderen schweren NebenwirkungenGroß-RCT
3Albert et al. 2021 (VITAL-Rhythm), JAMA25.119 Erwachsene ab 50 ohne Herzkrankheit, 460 mg EPA plus 380 mg DHA täglich, 5,3 JahreVorhofflimmern 3,7 vs. 3,4 %, HR 1,09 (0,96 bis 1,24), nicht signifikantGroß-RCT
4Skulas-Ray et al. 2019, CirculationStellungnahme der American Heart Association2 bis 4 g/Tag zur Senkung erhöhter Triglyceride; 4 g/Tag senken sehr hohe Triglyceride um mindestens 30 %Fachgesellschaft
5Flock et al. 2013, J Am Heart Assoc115 gesunde Erwachsene, 0, 300, 600, 900 oder 1.800 mg EPA+DHA täglich, etwa 5 MonateIndex stieg dosisabhängig; Dosis pro kg Körpergewicht erklärte 70 % der Unterschiede, dazu Ausgangswert, Alter, Geschlecht und BewegungRCT (Dosis-Wirkung)
6Ottestad et al. 2012, Br J Nutr54 Gesunde, 8 g Fischöl täglich mit 1,6 g EPA+DHA, 7 WochenFrisches und oxidiertes Fischöl ohne Unterschied bei Stress- und EntzündungsmarkernRCT
7Albert et al. 2015, Sci RepAlle 32 Fischölkapsel-Präparate des neuseeländischen Markts69 % der Produkte enthielten weniger als zwei Drittel der angegebenen EPA- und DHA-MengeProduktanalyse
8Rucklidge & Shaw 2020, N Z Med J10 meistverkaufte Fischölpräparate in Neuseeland90 % innerhalb von 10 % der Etikettangabe; nur 3 von 10 erreichten mit der höchsten empfohlenen Kapselzahl die in Studien wirksame MengeProduktanalyse
9Pasini et al. 2022, Biomolecules20 Omega-3-Präparate ohne Aroma vom französischen MarktNur 2,5 % verfehlten ihre Gehaltsangabe; alle innerhalb der OxidationsgrenzwerteProduktanalyse
10Abdelhamid et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev86 RCTs, 162.796 Personen, 12 bis 88 Monate, 0,5 bis über 5 g/TagTriglyceride rund −15 %, dosisabhängig; wenig oder kein Effekt auf Blutdruck und schwere NebenwirkungenCochrane-Review
11Wang et al. 2023, J Am Heart Assoc90 RCTs, 72.598 Personen, Dosis-Wirkungs-AnalyseAnnähernd lineare Senkung der Triglyceride mit der Dosis, deutlicher ab über 2 g/Tag bei erhöhten BlutfettenDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
12ORIGIN Trial Investigators 2012, N Engl J Med12.536 Personen mit Diabetes oder Vorstufe, 1 g/Tag, 6,2 JahreTriglyceride −14,5 mg/dl stärker als mit PlaceboGroß-RCT
13Park & Harris 2009, J Med Food135 Erwachsene mit Triglyceriden von 100 bis 300 mg/dl, 0,5, 1 oder 2 g täglich oder Maisöl, 20 WochenKeine signifikante Senkung der Triglyceride in einer der DosisgruppenRCT (Gegenbefund)
14Nicholls et al. 2020 (STRENGTH), JAMA13.078 Hochrisiko-Patienten mit Statin, 4 g EPA+DHA täglich oder MaisölHerz-Kreislauf-Ereignisse 12,0 vs. 12,2 %, HR 0,99; vorzeitig abgebrochen; Magen-Darm-Beschwerden 24,7 vs. 14,7 %Groß-RCT
15Zhang et al. 2022, J Am Heart Assoc71 RCTs, 4.973 Erwachsene, mittlere Dosis 2,8 g EPA+DHA/TagBei 2 g/Tag −2,61/−1,64 mmHg, bei 3 g/Tag −2,61/−1,80 mmHg; stärker bei Bluthochdruck und ÄlterenDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
16Miller et al. 2014, Am J Hypertens70 RCTsInsgesamt −1,52/−0,99 mmHg; bei unbehandeltem Bluthochdruck −4,51/−3,05 mmHgMeta-Analyse
17Bhatt et al. 2019 (REDUCE-IT), N Engl J Med8.179 Patienten mit Statin und erhöhten Triglyceriden, 4 g reines EPA (Arzneimittel) täglich, 4,9 JahreKombinierter Herz-Kreislauf-Endpunkt HR 0,75; Klinikaufnahme wegen Vorhofflimmern 3,1 vs. 2,1 %Groß-RCT (Arzneimittel)
18Ridker et al. 2022, CirculationBiomarker-Auswertung aus REDUCE-ITUnter dem Mineralöl-Vergleichspräparat stiegen CRP und LDL an; Bedeutung für das Ergebnis unsicherRCT-Auswertung
19Gencer et al. 2021, Circulation7 RCTs, 81.210 Personen, mittlere Laufzeit 4,9 JahreVorhofflimmern HR 1,25; über 1 g/Tag HR 1,49, bis 1 g/Tag HR 1,12; je 1 g mehr HR 1,11Meta-Analyse
20Abuknesha et al. 2026, Circ Arrhythm Electrophysiol35 RCTs, 114.592 Personen ab 50 Jahren, mindestens 500 mg/Tag über mindestens 12 Monate; vom Omega-3-Industrieverband mitfinanziertSignifikant nur bei hohem Risiko und über 1,5 g/Tag: OR 1,43, absolut +0,8 %Meta-Analyse
21EFSA 2026, EFSA JournalNeubewertung der sicheren Zufuhr von DHA allein1 g DHA allein täglich bleibt sichere Zufuhr für alle Gruppen, auch Schwangere und StillendeBehördengutachten
22Chang et al. 2023, Adv Nutr90 RCTs mit EPA- und/oder DHA-PräparatenKeine eindeutig auf Omega-3 zurückzuführenden schweren Nebenwirkungen; leichte Beschwerden häufigerMeta-Analyse
23AbuMweis et al. 2018, J Hum Nutr Diet171 placebokontrollierte Studien mit EPA+DHA-PräparatenCRP −0,34 mg/lMeta-Analyse
24Limonte et al. 2021 (VITAL-DKD), Diabetologia1.312 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 1 g Omega-3 täglich oder Placebo, 5 JahreKein Unterschied bei hsCRP und IL-6 gegenüber PlaceboGroße RCT (Gegenbefund)
25Amlashi et al. 2025, Inflammopharmacology40 RCTs bei kardiometabolischen ErkrankungenCRP-Senkung bei Herzkrankheit, Metabolischem Syndrom und Bluthochdruck bis etwa 1.200 mg/Tag; bei Übergewicht keine SenkungDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
26Gkiouras et al. 2024, Crit Rev Food Sci Nutr23 placebokontrollierte RCTs bei rheumatoider ArthritisSchmerz und druckschmerzhafte Gelenke nicht signifikant verändert; Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrigMeta-Analyse

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