Die kurze Antwort
Vitamin D hilft vor allem bei Mangel oder bestehender Krankheit. Gut belegt sind Vorteile bei Depression als Zusatz zur Behandlung, bei Neurodermitis und bei Bluthochdruck mit Mangel. Die Knochendichte steigt wahrscheinlich ein wenig, Brüche verhindert Vitamin D allein aber nicht. Vor Erkältungen, Krebs und Herzinfarkt schützt es nicht. In üblichen Mengen ist es gut verträglich.
Im November steht die Sonne mittags so tief, dass die Schatten auf dem Gehweg länger sind als die Menschen, die sie werfen. Für die Haut ist dieses schräge Licht fast wertlos, denn auf der Höhe von Berlin bildet sie von Oktober bis März praktisch kein Vitamin D mehr. Das ergaben Messungen im kanadischen Edmonton, das ähnlich weit im Norden liegt.1 Über den Winter zehrt der Körper deshalb von dem, was er im Sommer eingelagert hat. Bei vielen reicht dieser Vorrat nicht. In einer bundesweiten Untersuchung lag mehr als die Hälfte der Erwachsenen unter der üblichen Schwelle für eine gute Versorgung.2
Dabei wurde kaum ein Vitamin so gründlich geprüft. In den größten Studien schluckten Zehntausende Menschen über Jahre entweder Vitamin D oder ein Scheinpräparat (Placebo), ohne zu wissen, was in ihrer Kapsel steckte,3 und was dabei herauskam, ist nüchterner, als Werbung und Ratgeber vermuten lassen. An einigen Stellen fallen die Ergebnisse aber überraschend gut aus, und zwar oft dort, wo kaum jemand hinschaut.
Was ist Vitamin D, und welche Wirkung hat es im Körper?
Genau genommen ist Vitamin D eher eine Hormonvorstufe als ein gewöhnliches Vitamin, denn den größten Teil stellt der Körper selbst her. Trifft die UVB-Strahlung der Sonne auf die Haut, entsteht aus einer Vorstufe des Cholesterins das eigentliche Vitamin.4 Danach wandeln Leber und Nieren es in seine wirksame Form um. Diese sorgt vor allem dafür, dass der Darm genug Calcium aus der Nahrung aufnimmt, den wichtigsten Baustoff der Knochen.
Wie viel die Haut bildet, hängt allerdings von mehr ab als vom Wetter. Dunkle Haut, ein hohes Alter und Sonnencreme bremsen die Bildung, und durch Fensterglas kommt das nötige Licht gar nicht erst hindurch.4 Auch über das Essen kommt wenig dazu, weil kaum ein natürliches Lebensmittel viel Vitamin D enthält.5 Was der Körper nicht gleich braucht, lagert er im Fettgewebe ein. Das hat eine Kehrseite. Eine Überdosis kann deshalb noch Monate nach dem Absetzen nachwirken.6
Fehlt Vitamin D lange und stark, werden die Knochen weich, bei Kindern als Rachitis, bei Erwachsenen als Knochenerweichung (Osteomalazie). Beides lässt sich mit Vitamin D verhindern.7 Doch alles, was darüber hinaus versprochen wird, muss sich erst in Studien beweisen. Ob die eigenen Vorräte über den Winter reichen, lässt sich übrigens nicht am Befinden ablesen, sondern nur am Vitamin-D-Wert im Blut.
So wurde gemessen
- Sonne und Breitengrad: Forschende legten Hautproben und eine Vitamin-D-Vorstufe an wolkenlosen Tagen ins Sonnenlicht. In Boston (42° Nord) entstand von November bis Februar nichts, in Edmonton (52° Nord) von Oktober bis März nichts. Auf 34° und 18° Nord bildete sich auch mitten im Winter Vitamin D.1
- Versorgung in Deutschland: Das Robert Koch-Institut maß 2008 bis 2011 den Blutwert bei 6.995 Erwachsenen. Im Mittel lag er bei 45,6 nmol/l; 61,6 % hatten weniger als 50 nmol/l, 30,2 % weniger als 30 nmol/l. Im Winter kam ein Viertel nicht über 30 nmol/l.2

Wofür ist Vitamin D gut, und was bewirkt es wirklich?
Die Antwort fällt bescheiden aus. Vitamin D hilft vor allem bei Mangel oder bestehender Krankheit, während Gesunde mit ordentlichem Spiegel in den großen Studien wenig gewinnen. Wir haben 136 Wirkungen erfasst, die am Menschen mit Vergleichsgruppe geprüft wurden, und ein Klick auf eine Zeile öffnet jeweils die Begründung.
Diagnostizierte Depression linderngut belegt20 Studien (Wang L 2025); 18 Studien, 1.980 Pers. (Srifuengfung 2023)Depressionswerte SMD −0,36
Erwachsene mit ärztlich festgestellter Depression, meist zusätzlich zur üblichen Behandlung
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,36 (95 % KI −0,52 bis −0,20) (Wang L 2025, 20 Studien); SMD −0,49 (−0,75 bis −0,23), bei Erwachsenen −0,70, bei Kindern und Jugendlichen kein Effekt (Srifuengfung 2023); SMD −0,98 (Liu 2026, 15 Studien); SMD −0,15 (Wang R 2024, 18 Studien)
Bei Menschen mit diagnostizierter Depression lindert Vitamin D zusätzlich zur üblichen Behandlung die Beschwerden; neun Meta-Analysen, die größte mit 20 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt ist im Mittel mäßig, schwankt zwischen den Auswertungen aber stark, und die Studien sind meist klein. Bei Kindern und Jugendlichen mit Depression zeigte sich kein Nutzen, und Vitamin D ersetzt keine Depressionsbehandlung. 21, 22, 262, 263
Höheres GeburtsgewichtSchwangere; mittleres Gewicht des Neugeborenengut belegt40 Studien, 9.954 Pers. (Yang 2025)Geburtsgewicht +53 g
Ergebnisse: Geburtsgewicht +53 g (95 % KI 16 bis 90; Yang 2025); +75 g (23 bis 128; Bi 2018); +114 g in 9 Studien (Gallo 2020); Gegenbefund: +37 g (−10 bis 84), nicht signifikant (Liu 2022)
Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft Vitamin D nahmen, wiegen bei der Geburt etwas mehr. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 40 Studien und fast 10.000 Schwangeren kommt auf im Mittel gut 50 Gramm, frühere Auswertungen auf 75 bis 114 Gramm. Das ist ein kleiner Unterschied, eine Auswertung mit 42 Studien fand ihn nicht gesichert, und die große Studie aus Bangladesch zeigte keinen Einfluss auf das Wachstum im ersten Lebensjahr. 44, 321, 45, 319, 43
Neurodermitis linderngut belegt11 Studien, 686 Pers. (Nielsen 2024)Schweregrad SMD −0,41, I² 58 %
Kinder und Erwachsene mit bestehender Neurodermitis (atopische Dermatitis)
Ergebnisse: Schweregrad (SCORAD/EASI) SMD −0,41 (95 % KI −0,67 bis −0,16), I² 58 % (Nielsen 2024, 11 Studien); bei Kindern ebenfalls signifikant gesenkt (Li 2022, 8 Studien; Hidayati 2022)
Bei bestehender Neurodermitis lindert Vitamin D die Beschwerden nach übereinstimmendem Ergebnis von vier Meta-Analysen; die größte mit elf Studien fand einen mäßigen Rückgang des Schweregrads. Die Studien sind klein und kurz, und die Ergebnisse streuen. Vitamin D ist eine mögliche Ergänzung, keine Behandlung der Neurodermitis. 40, 178, 191
Blutdruck senken bei Bluthochdruck und Vitamin-D-MangelErwachsene mit Bluthochdruck und niedrigem 25(OH)Dgut belegt11 Studien (Serra 2024)systolischer Blutdruck signifikant gesenkt, diastolischer nicht
Ergebnisse: systolischer Blutdruck signifikant gesenkt, diastolischer nicht (Serra 2024, 11 Studien); Untergruppe Bluthochdruck mit Mangel systolisch −6,58 mmHg (95 % KI −8,72 bis −4,44), diastolisch −3,07 mmHg (He 2019, 5 Studien); in der Einzeldaten-Analyse von Beveridge 2015 keine Untergruppe mit besserem Ansprechen
Bei Menschen, die Bluthochdruck und zugleich einen Vitamin-D-Mangel haben, senkt Vitamin D den oberen Blutdruckwert nach zwei übereinstimmenden Meta-Analysen. In der Untergruppe einer Auswertung waren es gut 6 mmHg, die maßgebliche Analyse mit elf Studien nennt im Abstract keine Größe und fand beim unteren Wert keinen Effekt. Die Studien sind meist klein, und eine Einzeldaten-Auswertung fand keine Personengruppe, die besonders gut ansprach. Bei Menschen ohne Mangel gilt das nicht, und Blutdruckmedikamente ersetzt Vitamin D nicht. 31, 32, 34
Knochendichte erhöhenErwachsene, meist Frauen nach der Menopause und Älterewahrscheinlich39 Studien (Kazemian 2023)Schenkelhals SMD 0,25
Ergebnisse: Schenkelhals SMD 0,25 (Kazemian 2023, 39 Studien, nur D3); Schenkelhals +0,8 % (95 % KI 0,2–1,4), andere Messstellen ohne Effekt (Reid 2014, 23 Studien, 4.082 Pers.); an keiner Stelle klinisch relevante Unterschiede, −0,16 % bis +0,76 % (Bolland 2018); DO-HEALTH mit 2.000 IE täglich an Schenkelhals und Wirbelsäule ohne Nutzen (Kistler-Fischbacher 2024, 1.493 Pers.)
Vitamin D allein erhöht die Knochendichte am Schenkelhals wahrscheinlich ein wenig: Zwei Meta-Analysen mit 23 und 39 Studien fanden dort übereinstimmend einen kleinen Zuwachs von unter einem Prozent, an Wirbelsäule und Hüfte insgesamt dagegen kaum etwas. Höher eingestuft ist das nicht, weil die große Schweizer DO-HEALTH-Studie mit fast 1.500 Älteren über drei Jahre mit 2.000 IE täglich keinen Nutzen am Schenkelhals fand. Am Unterarm sank die Knochendichte in einer Auswertung sogar leicht, und ob der kleine Zuwachs Brüche verhindert, ist nicht gezeigt. 11, 61, 10, 12, 86, 87, 88
- große Einzelstudie ohne Effekt (Kistler-Fischbacher et al. 2024 (DO-HEALTH), n = 1493)
Weniger Atemwegsinfekte bei täglicher Einnahmetägliche Gabe, meist 400 bis 1.000 IE; Kinder und Erwachsenewahrscheinlich21 Studien, 21.552 Pers. (Jolliffe 2025, tägliche Gabe)tägliche Gabe signifikant weniger Atemwegsinfekte
Ergebnisse: tägliche Gabe signifikant weniger Atemwegsinfekte (Jolliffe 2025, 21 Studien); OR 0,78 (95 % KI 0,65–0,94), mit 400 bis 1.000 IE OR 0,70 (Jolliffe 2021); RR 0,92 (0,85–0,99) (Wang 2024, 23 Studien); tägliche oder wöchentliche Gabe OR 0,81 (0,72–0,91; Martineau 2017); große Einzelstudie mit 2.259 Pers. ohne Effekt (Rees 2013)
Wer Vitamin D täglich in üblicher Menge nimmt, hat wahrscheinlich etwas seltener Atemwegsinfekte. Fünf Meta-Analysen, die größte mit 23 Studien, kommen übereinstimmend auf einen kleinen Vorteil, am deutlichsten bei starkem Mangel. Höher eingestuft ist das nicht, weil eine große Placebo-Studie mit über 2.000 Teilnehmenden (Rees 2013) keinen Unterschied fand; auch CORONAVIT und eine kanadische Kinderstudie sahen keinen Vorteil. Ein Teil der Studien verglich zudem nur mit einer niedrigeren Vitamin-D-Dosis statt mit Placebo. 16, 17, 18, 129, 130, 131, 19
Migräne-Attacken verringernErwachsene mit Migräne, meist zusätzlich zur Behandlungwahrscheinlich6 Studien, 301 Pers. (Hu 2021)Attacken −2,74 pro Monat, Kopfschmerztage −1,56 pro Monat
Ergebnisse: Attacken −2,74 pro Monat (−3,82 bis −1,67), Kopfschmerztage −1,56 pro Monat; Schwere und Dauer n. s. (Hu 2021); 22 Studien zu Ergänzungsmitteln: Vitamin D Häufigkeit −1,69, Migränetage −2,41 (Talandashti 2025)
Bei Migräne verringert Vitamin D zusätzlich zur Behandlung wahrscheinlich die Zahl der Attacken und Kopfschmerztage pro Monat; die maßgebliche Meta-Analyse mit sechs Studien fand knapp drei Attacken weniger. Wie stark und wie lange eine Attacke ist, änderte sich dagegen nicht sicher. Die Auswertungen stützen sich weitgehend auf dieselben wenigen kleinen Studien, und eine Kopfschmerz-Auswertung innerhalb von VITAL fand keinen Unterschied. 25, 287, 288
Abnehmen und Körperfett verringernErwachsene, normalgewichtig bis adipös, mit oder ohne Diätspricht dagegen12 Studien (Oliveira 2024, metabolisches Syndrom); 26 Studien, 42.430 Pers. (Chandler 2015)Gewicht, Taillenumfang und Stoffwechselwerte ohne Effekt
Ergebnisse: Gewicht, Taillenumfang und Stoffwechselwerte ohne Effekt (Oliveira 2024, 12 Studien); Gewicht −0,05 kg, BMI −0,06, Fettmasse −0,43 kg, alle nicht signifikant (Chandler 2015); Gewicht −0,43 kg, nicht signifikant, BMI −0,32 und Taille −1,42 cm bei Übergewicht (Perna 2019)
Beim Abnehmen hilft Vitamin D nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit zwölf Studien bei Menschen mit metabolischem Syndrom und eine große Auswertung mit über 42.000 Teilnehmenden fanden keine Veränderung von Gewicht oder Fettmasse, und in einer einjährigen Diät-Studie verloren Frauen mit Vitamin D nicht mehr Gewicht als mit Placebo. Kleinere Auswertungen bei Übergewicht zeigen minimale Rückgänge von BMI und Taillenumfang. 54, 38, 240, 241, 242
Alle 136 untersuchten Wirkungen ansehennach Bereichen geordnet, mit Studien und Begründung der Stufe
Hier steht jede Wirkung, die bei Vitamin D in kontrollierten Studien am Menschen untersucht wurde. Jede Stufe entsteht nach festen Regeln aus zwei unabhängigen Recherchen derselben Studien; weichen sie voneinander ab, gilt die vorsichtigere Stufe. Studien mit Infusionen im Krankenhaus sind gekennzeichnet, denn sie sagen nichts darüber, was eine Tablette bewirkt.
Knochen & Muskeln 25
2 wahrscheinlich · 15 unklar · 7 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Knochendichte erhöhenErwachsene, meist Frauen nach der Menopause und Älterewahrscheinlich39 Studien (Kazemian 2023)Schenkelhals SMD 0,25
Ergebnisse: Schenkelhals SMD 0,25 (Kazemian 2023, 39 Studien, nur D3); Schenkelhals +0,8 % (95 % KI 0,2–1,4), andere Messstellen ohne Effekt (Reid 2014, 23 Studien, 4.082 Pers.); an keiner Stelle klinisch relevante Unterschiede, −0,16 % bis +0,76 % (Bolland 2018); DO-HEALTH mit 2.000 IE täglich an Schenkelhals und Wirbelsäule ohne Nutzen (Kistler-Fischbacher 2024, 1.493 Pers.)
Vitamin D allein erhöht die Knochendichte am Schenkelhals wahrscheinlich ein wenig: Zwei Meta-Analysen mit 23 und 39 Studien fanden dort übereinstimmend einen kleinen Zuwachs von unter einem Prozent, an Wirbelsäule und Hüfte insgesamt dagegen kaum etwas. Höher eingestuft ist das nicht, weil die große Schweizer DO-HEALTH-Studie mit fast 1.500 Älteren über drei Jahre mit 2.000 IE täglich keinen Nutzen am Schenkelhals fand. Am Unterarm sank die Knochendichte in einer Auswertung sogar leicht, und ob der kleine Zuwachs Brüche verhindert, ist nicht gezeigt. 11, 61, 10, 12, 86, 87, 88
- große Einzelstudie ohne Effekt (Kistler-Fischbacher et al. 2024 (DO-HEALTH), n = 1493)
Kniearthrose: Schmerzen und Beweglichkeit verbessernErwachsene mit Kniearthrosewahrscheinlich6 Studien (Wang 2023)WOMAC-Schmerz und -Funktion signifikant verbessert, kleiner Effekt
Ergebnisse: WOMAC-Schmerz und -Funktion signifikant verbessert, kleiner Effekt (Wang 2023, 6 Studien); WOMAC-Schmerz SMD −0,32 (95 % KI −0,63 bis −0,02) (Zhao 2021; Diao 2017); dagegen kein Effekt in den großen Einzelstudien (Jin 2016, Arden 2016, McAlindon 2013, VITAL-Kniestudie mit 1.398 Pers.)
Bei Kniearthrose lindert Vitamin D die Schmerzen wahrscheinlich ein wenig. Die maßgebliche Meta-Analyse mit sechs Studien und weitere Auswertungen kommen übereinstimmend auf eine kleine, knapp gesicherte Besserung von Schmerz und Beweglichkeit. Spürbar ist der Unterschied eher nicht: Die großen Einzelstudien aus Australien, Großbritannien und den USA und die Kniestudie innerhalb von VITAL mit fast 1.400 Teilnehmenden fanden für sich genommen keinen Unterschied zu Placebo. 113, 114, 115, 116, 117, 118, 119
Knochenbrüche insgesamt verhindern (Vitamin D mit Calcium)unklarwidersprüchlich15 Studien, 51.126 Pers. (Massé 2026)jeder Bruch RR 0,91, hohe Evidenzqualität, absolut laut Autoren aber kaum relevant
Ältere Erwachsene; Nutzen vor allem in Pflegeheimen, bei selbstständig Lebenden kaum
Ergebnisse: jeder Bruch RR 0,91 (95 % KI 0,84–0,99), hohe Evidenzqualität, absolut laut Autoren aber kaum relevant; ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko RR 0,96 (0,91–1,01, Volltext) (Massé 2026); RR 0,94 in 6 großen RCTs (Yao 2019); bei selbstständig Lebenden kein Effekt (Zhao 2017)
Ob Vitamin D zusammen mit Calcium Knochenbrüchen spürbar vorbeugt, ist unklar. Rechnerisch senkt die Kombination das Bruchrisiko um rund 6 bis 9 Prozent, doch die Autorinnen und Autoren der neuesten Meta-Analyse mit 15 Studien werten diesen Effekt ausdrücklich als absolut zu klein, um klinisch ins Gewicht zu fallen; ohne die Studien mit hohem Verzerrungsrisiko war er nicht mehr gesichert. Der Nutzen stammt vor allem aus Pflegeheimen, bei selbstständig lebenden Älteren fanden mehrere Auswertungen und die große WHI-Studie keinen Effekt. 9, 62, 67, 68, 14, 15, 69
Hüftbrüche verhindern (Vitamin D mit Calcium)Ältere Erwachsene; Nutzen vor allem bei Heimbewohnernunklarwidersprüchlich9 Studien, 49.909 Pers. (Massé 2026)Hüftbruch RR 0,84, hohe Evidenzqualität
Ergebnisse: Hüftbruch RR 0,84 (95 % KI 0,74–0,96), hohe Evidenzqualität; ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko RR 0,88 (0,75–1,05) (Massé 2026, Volltext); RR 0,84 in 9 Studien (Avenell 2014); RR 0,84 in 6 großen RCTs (Yao 2019); etwa 1 Hüftbruch weniger pro 1.000 selbstständig Lebende pro Jahr, 9 weniger pro 1.000 Heimbewohner (Avenell 2014)
Ob Vitamin D mit Calcium Hüftbrüche in nennenswertem Umfang verhindert, ist unklar. Rechnerisch sinkt das Risiko in mehreren Meta-Analysen um etwa 16 Prozent, die Autorinnen und Autoren der neuesten Auswertung mit 9 Studien halten den absoluten Nutzen aber für klein bis nicht vorhanden: Bei selbstständig lebenden Älteren geht es um etwa einen Hüftbruch weniger pro 1.000 Personen und Jahr. Ohne die französische Pflegeheimstudie und die Studien mit hohem Verzerrungsrisiko war der Effekt nicht mehr gesichert, und die große WHI-Studie fand keinen Unterschied. 9, 63, 62, 67, 68, 72, 73
Ermüdungsbrüche bei starker körperlicher Belastung verhindernjunge Rekrutinnen in der Grundausbildung, Vitamin D mit Calciumunklarerste Hinweise1 RCT, 5.201 Pers. (Lappe 2008)Ermüdungsbrüche 5,3 % gegenüber 6,6 % mit 800 IE Vitamin D plus 2.000 mg Calcium
Ergebnisse: Ermüdungsbrüche 5,3 % gegenüber 6,6 % (−20 %) mit 800 IE Vitamin D plus 2.000 mg Calcium (Lappe 2008)
In einer großen Studie mit über 5.000 Rekrutinnen der US-Marine traten unter Vitamin D plus Calcium während der Grundausbildung rund 20 Prozent weniger Ermüdungsbrüche auf. Es gibt dazu nur diese eine Placebo-Studie, und sie prüfte die Kombination, nicht Vitamin D allein. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlt eine zweite Placebo-Studie, auch zu Vitamin D allein. Dass Betroffene niedrigere Vitamin-D-Werte haben, zeigen bisher nur Beobachtungsstudien. 74, 75
Stürze im Alter verhindern (Vitamin D mit Calcium)Ältere Erwachseneunklarwidersprüchlich10 Studien, 11.068 Pers. (Massé 2026)Sturzrisiko RR 0,92, Grenzfall, moderate Evidenzqualität
Ergebnisse: Sturzrisiko RR 0,92 (95 % KI 0,84–1,00), Grenzfall, moderate Evidenzqualität (Massé 2026, Volltext); dagegen RR 0,88 (0,80–0,97) in 10 RCTs (Ling 2021) und RR 0,88 in der Untergruppe mit Calcium (Thanapluetiwong 2020)
Ob Vitamin D zusammen mit Calcium Stürze verhindert, ist offen. Zwei ältere Meta-Analysen fanden etwa 12 Prozent weniger Stürze, in der neuesten Auswertung mit gleich vielen Studien berührte das Konfidenzintervall dagegen den Wert ohne Effekt (RR 0,92; 0,84 bis 1,00). Ein Vorteil wäre damit, wenn überhaupt, klein. 9, 76, 81
Stürze bei Pflegeheimbewohnern verhindernPflegeheimbewohner mit niedrigen Vitamin-D-Wertenunklar6 Studien, 5.186 Pers. (Dyer 2025, Cochrane, mit und ohne Calcium)Anteil Gestürzter RR 0,99, Zahl der Stürze RaR 0,63
Ergebnisse: Anteil Gestürzter RR 0,99 (95 % KI 0,90–1,08), Zahl der Stürze RaR 0,63 (0,46–0,86; 5 Studien) (Dyer 2025, Vitamin D mit oder ohne Calcium bzw. in Multivitaminen); zuvor RR 0,92 (0,76–1,12) und RaR 0,72 (0,55–0,95) in 4 Studien (Cameron 2018)
Ob Vitamin D Stürze im Pflegeheim verhindert, ist offen. Nach der aktuellen Cochrane-Auswertung mit sechs Studien kam es unter Vitamin D wahrscheinlich zu weniger Stürzen insgesamt, der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner, die überhaupt stürzten, blieb aber gleich. Die Bewohner hatten niedrige Vitamin-D-Werte, und die Studien gaben Vitamin D teils zusammen mit Calcium oder in Multivitaminen, eine Auswertung für Vitamin D allein fehlt. 82, 83
Stürze bei Vitamin-D-Mangel verhindernÄltere mit Ausgangswert unter 50 nmol/L; nur UntergruppenunklarUntergruppen in Meta-Analysen (Ling 2021, Tan 2024)Ausgangswert unter 50 nmol/L RR 0,77
Ergebnisse: Ausgangswert unter 50 nmol/L RR 0,77 (95 % KI 0,61–0,98) (Ling 2021); 800–1.000 IE täglich bei höchstens 50 nmol/L RR 0,69 (Tan 2024); in VITAL und STURDY kein Nutzen bei niedrigem Ausgangswert
Ob Vitamin D bei Älteren mit Mangel Stürze verhindert, ist offen. Untergruppen mehrerer Meta-Analysen deuten bei einem Ausgangswert unter 50 nmol/L auf weniger Stürze hin. In der großen VITAL-Studie und in der STURDY-Studie, die gezielt Ältere mit niedrigen Werten aufnahm, gab es aber keinen Vorteil; Untergruppen-Ergebnisse gelten als Hinweis, nicht als Nachweis. 76, 84, 85, 80
Muskelmasse im Alter erhöhenÄltere Erwachsene ohne Trainingsprogrammunklar2 Studien (Prokopidis 2022)Arm- und Beinmuskelmasse +0,06 kg/m², nicht signifikant
Ergebnisse: Arm- und Beinmuskelmasse +0,06 kg/m² (95 % KI −0,32 bis 0,44), nicht signifikant (Prokopidis 2022, 2 Studien); Muskelmasse SMD 0,05, nicht signifikant (Widajanti 2024, mit und ohne Calcium); Muskelmasse SMD 0,058 (p = 0,52) (Beaudart 2014); VITAL ohne Effekt auf Magermasse (Chou 2021)
Einen Muskelaufbau durch Vitamin D allein hat keine Auswertung gefunden; als unklar gilt die Frage, weil nur zwei Studien die Arm- und Beinmuskelmasse ohne zusätzliches Calcium gemessen haben. Auch die größeren Meta-Analysen, die Studien mit und ohne Calcium zusammenrechnen, und die Körperzusammensetzungs-Studie innerhalb von VITAL fanden keinen Unterschied zu Placebo, auch nicht bei niedrigen Ausgangswerten. 90, 91, 13, 95, 96
Gehfähigkeit und Gleichgewicht im Alter verbessernÄltere; Tests wie Aufstehen-und-Gehen (TUG) und SPPBunklarwidersprüchlich19 Studien, 5.223 Pers. (Bislev 2021)Aufsteh-und-Geh-Test +0,15 s länger, also etwas schlechter
Ergebnisse: Aufsteh-und-Geh-Test +0,15 s länger (95 % KI 0,03–0,26), also etwas schlechter (Bislev 2021); SPPB −0,23 Punkte (−0,40 bis −0,06) (Prokopidis 2022); VITAL mit 1.054 Pers. ohne Unterschied (Chou 2024); früher TUG −0,19 SMD (Muir 2011)
Ob Vitamin D Gehfähigkeit und Gleichgewicht im Alter beeinflusst, ist unklar, ein Nutzen ist aber nicht zu erkennen. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 19 Studien brauchten die Teilnehmenden unter Vitamin D für den Aufstehen-und-Gehen-Test sogar minimal länger, um Sekundenbruchteile; eine ältere Meta-Analyse aus 2011 hatte dagegen eine kleine Verbesserung gesehen. Die großen Studien VITAL und DO-HEALTH fanden keinen Unterschied zu Placebo. 13, 90, 97, 98, 99, 100
Kraftzuwachs beim Training verstärkenErwachsene, viele Ältere, mit Kraft- oder Ausdauertrainingunklarerste Hinweise3 Studien, 266 Pers. (Antoniak & Greig 2017)Beinkraft bei Älteren mit Krafttraining stärker gestiegen als mit Training allein
Ergebnisse: Beinkraft bei Älteren mit Krafttraining stärker gestiegen als mit Training allein (Antoniak 2017, 3 Studien, 266 Pers.); Kniestrecker +4,36 kg (p = 0,039), Beinpresse und fettfreie Masse ohne Effekt (Kazeminasab 2025, 28 Studien)
Ob Vitamin D den Trainingseffekt verstärkt, ist unklar. Eine kleine Meta-Analyse mit drei Studien bei Älteren fand einen etwas größeren Zuwachs an Beinkraft als mit Training allein, bei Mobilität und Gehtests gab es keinen Zusatznutzen. Die größte Auswertung mit 28 Studien sah nur bei einer von mehreren Kraftmessungen einen kleinen Zusatzgewinn, bei Beinpresse und Muskelmasse dagegen keinen. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Studien mit einheitlicher Kraftmessung. 101, 102
Kraft und Schnellkraft bei Sportlern steigernLeistungs- und Freizeitsportlerunklarwidersprüchlich4 Studien (Sist 2023)Beinkraft nicht signifikant verbessert
Ergebnisse: Beinkraft (1RM) nicht signifikant verbessert (Sist 2023, 4 Studien); Quadrizeps SMD 0,57 (0,04–1,11) in 2 Studien, Gesamtkraft SMD 0,18 (−0,02 bis 0,37) nicht signifikant (Han 2024); Beinkraft SMD 0,55 in 3 Studien (Zhang 2019)
Ob Vitamin D bei Sportlern die Beinkraft steigert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse fand über vier kleine Studien keinen gesicherten Effekt auf die Maximalkraft, zwei andere Auswertungen mit nur zwei bis drei Studien dagegen einen Vorteil bei der Oberschenkel- bzw. Beinkraft. Auf die Gesamtkraft und die Sprungkraft wirkte Vitamin D in keiner Auswertung gesichert. 103, 104, 105, 106
Erholung der Muskeln nach Belastung beschleunigenSportlich Aktive; Muskelschadensmarker im Blutunklarerste Hinweise2 kleine Placebo-Studien, 48 Pers. (Owens 2015, Barker 2013)4.000 IE täglich: Kraft 48 Stunden und 7 Tage nach der Belastung besser erholt
Ergebnisse: 4.000 IE täglich: Kraft 48 Stunden und 7 Tage nach der Belastung besser erholt (Owens 2015, 20 Männer mit niedrigem Ausgangswert); Kraft 24 Stunden danach etwa 8 % besser erholt, Muskelkater unverändert (Barker 2013, 28 Pers.); Muskelschadensmarker in einer Meta-Analyse ohne eindeutige Wirkung (Bello 2021)
Ob Vitamin D die Erholung nach intensiver Belastung beschleunigt, ist offen. Zwei sehr kleine Placebo-Studien mit zusammen 48 Teilnehmenden fanden, dass die Muskelkraft nach einem gezielt muskelschädigenden Training schneller zurückkam, den Muskelkater aber nicht linderte. Eine Meta-Analyse zu Blutwerten für Muskelschäden konnte keinen Effekt ableiten. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Placebo-Studien. 107, 108, 109
Gelenk- und Muskelschmerzen unter Aromatasehemmern lindernFrauen mit Brustkrebs unter Hormontherapie mit Aromatasehemmernunklarerste Hinweise3 RCTs, 60 bis 160 Pers. (Rastelli 2011, Shapiro 2016, Khan 2017)Hauptendpunkt nicht erreicht, 37 % gegenüber 51 % mit Beschwerdezunahme
Ergebnisse: Hauptendpunkt nicht erreicht, 37 % gegenüber 51 % mit Beschwerdezunahme (p = 0,069) (Khan 2017); 4.000 IE nicht besser als 600 IE (Shapiro 2016); 50.000 IE wöchentlich besser als Placebo (Rastelli 2011, 60 Pers.)
Ob Vitamin D die typischen Gelenk- und Muskelbeschwerden unter Aromatasehemmern lindert, ist offen. Eine kleine Placebo-Studie mit 60 Frauen fand weniger Schmerzen, eine größere mit 160 Frauen verfehlte ihr Hauptziel knapp, und 4.000 IE täglich waren nicht besser als 600 IE. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Placebo-Studien und eine Meta-Analyse. 120, 121, 122
Muskelbeschwerden unter Statinen verhindernErwachsene, die neu mit einem Cholesterinsenker (Statin) beginnenunklar1 RCT, 2.083 Pers. (Hlatky 2023)Muskelbeschwerden 31 % gegenüber 31 %
Ergebnisse: Muskelbeschwerden 31 % gegenüber 31 % (OR 0,97; 95 % KI 0,80–1,18); Abbruch der Statin-Therapie OR 1,04 (Hlatky 2023)
Ob Vitamin D Muskelbeschwerden unter Statinen verhindert, ist nicht abschließend geklärt; einen Schutz zeigte die einzige große Studie nicht. In der VITAL-Studie berichteten von über 2.000 neuen Statin-Anwendern unter Vitamin D genauso viele über Muskelschmerzen wie unter Placebo, auch bei niedrigem Ausgangswert, und genauso viele brachen die Therapie ab. Weitere Placebo-Studien dieser Größe fehlen. 123
Chronische Kreuzschmerzen lindernErwachsene mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenunklar10 Studien, 1.008 Pers. (Lee 2024, einschließlich aktiver Vitamin-D-Formen)Schmerz SMD −0,13, nicht signifikant, auch bei niedrigem Ausgangswert
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,13 (95 % KI −0,26 bis 0,00), nicht signifikant, auch bei niedrigem Ausgangswert (Lee 2024); ein Wert nur für Vitamin D3/D2 fehlt
Ob Vitamin D chronische Kreuzschmerzen lindert, ist unklar, ein Nutzen zeigte sich aber nicht. Die einzige größere Meta-Analyse fand über zehn Studien keinen gesicherten Unterschied zu Placebo, auch nicht bei niedrigem Ausgangswert oder längerer Einnahme. Sie rechnet allerdings Studien mit arzneilich aktiven Vitamin-D-Formen mit ein, eine saubere Auswertung nur für normales Vitamin D fehlt. 124
Schmerzen bei Fibromyalgie lindernErwachsene mit Fibromyalgie oder chronischen Ganzkörperschmerzenunklarwidersprüchlich4 Studien (Ilari 2025)Schmerz SMD −0,85 in 4 Studien
Ergebnisse: Schmerz SMD −0,85 (95 % KI −1,54 bis −0,17) in 4 Studien (Ilari 2025); VAS-Schmerz −0,60 (−1,38 bis 0,17), nicht signifikant, aber Fibromyalgie-Fragebogen FIQ −7,82 Punkte (Qu 2022, 5 Studien, 315 Pers.); VAS um 0,46 Punkte niedriger (Yong 2017, 4 Studien)
Ob Vitamin D Fibromyalgie-Schmerzen lindert, ist unklar. Zwei Meta-Analysen mit je vier kleinen Studien fanden weniger Schmerzen als mit Placebo, die Auswertung mit den meisten Studien (fünf, 315 Teilnehmende) dagegen keinen gesicherten Unterschied beim Schmerzwert, nur bei der Belastung im Fibromyalgie-Fragebogen. Alle Studien sind klein, ein Teil schloss auch Menschen mit Ganzkörperschmerzen ohne Fibromyalgie-Diagnose ein. 125, 126, 127
Knochenbrüche insgesamt verhindern (Vitamin D allein)spricht dagegen36 Studien, 92.045 Pers. (Massé 2026)Bruchrisiko RR 1,00, hohe Evidenzqualität
Erwachsene, meist ab 50 bzw. 60 Jahren, überwiegend selbstständig lebend
Ergebnisse: Bruchrisiko RR 1,00 (95 % KI 0,95–1,06), hohe Evidenzqualität (Massé 2026); RR 1,00 in 36 Studien mit 44.790 Pers. (Bolland 2018); RR 1,06 in 11 großen RCTs (Yao 2019); VITAL mit 2.000 IE täglich HR 0,98 (LeBoff 2022)
Vitamin D allein senkt das Risiko für Knochenbrüche nicht. Die größte Meta-Analyse mit 36 Studien und über 92.000 Teilnehmenden fand mit hoher Sicherheit keinen Unterschied zu Placebo, ebenso frühere Auswertungen und die großen Einzelstudien VITAL (2.000 IE täglich) und D-Health (60.000 IE monatlich). Untersucht wurden vor allem ältere Menschen ohne ausgeprägten Mangel; für Menschen mit schwerem Mangel lässt sich daraus wenig ableiten. 9, 61, 62, 63, 64, 65, 66
Hüftbrüche verhindern (Vitamin D allein)Ältere Erwachsenespricht dagegen20 Studien, 36.655 Pers. (Bolland 2018)Hüftbruch RR 1,11, nicht signifikant
Ergebnisse: Hüftbruch RR 1,11 (95 % KI 0,97–1,26), nicht signifikant (Bolland 2018); RR 1,13 (1,00–1,27), hohe Evidenzqualität (Massé 2026, Volltext); RR 1,12 in 11 Studien (Avenell 2014); bei gesunden älteren Frauen RR 1,34 (de Souza 2024)
Vitamin D allein beugt Hüftbrüchen nicht vor. In allen großen Meta-Analysen lag das Risiko sogar leicht über dem unter Placebo, gesichert war dieser Anstieg aber nicht. Eine Auswertung bei gesunden über 60-Jährigen fand bei Frauen mehr Hüftbrüche (RR 1,34), vor allem in Studien mit hohen Intervallgaben ohne Calcium. 61, 9, 63, 68, 70, 71
Stürze im Alter verhindern (Vitamin D allein)Ältere Erwachsene, überwiegend selbstständig lebendspricht dagegen32 Studien, 65.234 Pers. (Massé 2026)Sturzrisiko RR 1,01, hohe Evidenzqualität
Ergebnisse: Sturzrisiko RR 1,01 (95 % KI 0,98–1,04), hohe Evidenzqualität (Massé 2026, Volltext); RR 0,97 in 37 Studien (Bolland 2018); RR 1,00 in 21 RCTs (Ling 2021); dagegen RR 0,87 mit mindestens 700 IE täglich in 38 RCTs (Wei 2022)
Vitamin D allein verhindert bei älteren, überwiegend selbstständig lebenden Menschen keine Stürze. Die größte und neueste Meta-Analyse mit 32 Studien fand mit hoher Sicherheit keinen Unterschied, ebenso die großen Studien VITAL, D-Health und die finnische FIND-Studie. Ältere und kleinere Auswertungen berichteten bei Tagesdosen von 700 bis 1.000 IE weniger Stürze; diese Unterschiede lassen sich in den neueren, größeren Studien nicht bestätigen. 9, 61, 76, 77, 78, 79, 80
Knochendichte erhöhen (Vitamin D mit Calcium)Frauen nach der Menopausespricht dagegen11 Studien, 43.869 Pers. (Cong & Zhang 2025)Becken SMD 0,20
Ergebnisse: Becken SMD 0,20 (95 % KI 0,05–0,35); Wirbelsäule, Schenkelhals und Hüfte gesamt ohne Effekt (Cong 2025); Hüfte +1,06 % gegenüber Placebo (Jackson 2006)
Vitamin D zusammen mit Calcium erhöht die Knochendichte am Schenkelhals nach heutigem Stand nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 11 Studien bei Frauen mit Osteoporose stieg die Dichte nur am Becken, nicht an Schenkelhals, Wirbelsäule oder Hüfte insgesamt; in der großen WHI-Studie lag die Hüft-Knochendichte um rund ein Prozent höher. Auf das Bruchrisiko wirkte sich das in diesen Auswertungen nicht aus. 89, 15
Muskelkraft im Alter steigernErwachsene, meist Ältere, ohne Trainingsprogrammspricht dagegen54 Studien, 8.747 Pers. (Bislev 2021)keine Verbesserung der Kraft an Hand, Arm oder Bein
Ergebnisse: keine Verbesserung der Kraft an Hand, Arm oder Bein; Kniebeugekraft −3,3 N (95 % KI −6,63 bis −0,03) (Bislev 2021); Handkraft −0,07 kg, nicht signifikant (Prokopidis 2022); früher SMD 0,17 für die Gesamtkraft (Beaudart 2014)
Vitamin D macht ältere Menschen nicht kräftiger. Die größte Meta-Analyse mit 54 Placebo-Studien fand an keiner Muskelgruppe einen Vorteil, bei der Kniebeugekraft sogar einen kleinen Nachteil, auch in den Studien mit niedrigen Ausgangswerten. Eine ältere Auswertung hatte noch einen kleinen Kraftgewinn berechnet, vor allem bei Werten unter 30 nmol/L. Nur sehr kleine Studien bei schwerem Mangel unter 25 nmol/L zeigten einen deutlichen Effekt. 13, 90, 91, 92, 93, 94
Chronische Schmerzen allgemein lindernspricht dagegen14 Studien, 2.978 Pers. (Wu 2016)Schmerzwert am Studienende MD −0,06, nicht signifikant
Erwachsene mit verschiedenen chronischen Schmerzen (Rücken, Gelenke, Ganzkörper)
Ergebnisse: Schmerzwert am Studienende MD −0,06 (95 % KI −0,44 bis 0,33), nicht signifikant (Wu 2016, 14 Studien); nur bei der Veränderung des Schmerzwerts MD −0,57 (−1,00 bis −0,15; 8 Studien); Cochrane: kein einheitlicher Nutzen (Straube 2015); unspezifische Muskel-Skelett-Schmerzen SMD 0,004 (Gaikwad 2017)
Vitamin D lindert chronische Schmerzen nach heutigem Stand nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse lag der Schmerzwert am Studienende über 14 Studien nicht niedriger als mit Placebo; nur bei der Veränderung des Schmerzwerts zeigte eine kleinere Teilauswertung einen Vorteil von gut einem halben Punkt auf einer Zehnerskala. Die Cochrane-Übersicht sah über verschiedene Schmerzerkrankungen kein einheitliches Muster, und bei unspezifischen Muskel- und Knochenschmerzen fand sich kein Effekt. 110, 111, 112
Kniearthrose: Knorpelabbau bremsenErwachsene mit Kniearthrose; MRT oder Röntgenspricht dagegen6 Studien, 1.599 Pers. (Zhao 2021)Knorpelvolumen SMD 0,12, Gelenkspalt SMD −0,10, nicht signifikant
Ergebnisse: Knorpelvolumen SMD 0,12 (95 % KI −0,05 bis 0,29), Gelenkspalt SMD −0,10, nicht signifikant (Zhao 2021); Gelenkspalt-Verschmälerung über 3 Jahre ohne Unterschied (Arden 2016); Wang 2023 meldet dagegen einen Effekt aufs Knorpelvolumen
Vitamin D bremst den Knorpelabbau bei Kniearthrose nicht. Die großen Placebo-Studien fanden weder beim Knorpelvolumen im MRT noch bei der Verschmälerung des Gelenkspalts im Röntgen einen Unterschied, und die meisten Meta-Analysen bestätigen das. Eine Auswertung von 2023 berichtet einen Effekt aufs Knorpelvolumen, ohne Zahlen im Abstract. 114, 115, 113, 116, 117
Knochenerweichung (Osteomalazie) bei Erwachsenen vorbeugennicht untersuchtkeine kontrollierte Studie zum Endpunkt Osteomalazie gefundennicht in kontrollierten Studien untersucht
Erwachsene mit Mangel; keine kontrollierten Studien zum Krankheitsendpunkt gefunden
Ergebnisse: nicht in kontrollierten Studien untersucht; Leitlinie empfiehlt Vorbeugung (Munns 2016)
In kontrollierten Studien ist nicht untersucht, ob Vitamin D bei Erwachsenen einer Knochenerweichung vorbeugt; Placebo-Studien wären bei nachgewiesenem Mangel ethisch kaum vertretbar. Dass ein schwerer Vitamin-D-Mangel eine Osteomalazie verursacht und Vitamin D sie verhindert, gilt trotzdem als gesichertes medizinisches Grundwissen. Die Einordnung beruht auf Leitlinien und Fallserien. 7
Immunsystem & Infekte 27
1 gut belegt · 7 wahrscheinlich · 10 unklar · 8 spricht dagegen · 1 nicht untersucht
Neurodermitis linderngut belegt11 Studien, 686 Pers. (Nielsen 2024)Schweregrad SMD −0,41, I² 58 %
Kinder und Erwachsene mit bestehender Neurodermitis (atopische Dermatitis)
Ergebnisse: Schweregrad (SCORAD/EASI) SMD −0,41 (95 % KI −0,67 bis −0,16), I² 58 % (Nielsen 2024, 11 Studien); bei Kindern ebenfalls signifikant gesenkt (Li 2022, 8 Studien; Hidayati 2022)
Bei bestehender Neurodermitis lindert Vitamin D die Beschwerden nach übereinstimmendem Ergebnis von vier Meta-Analysen; die größte mit elf Studien fand einen mäßigen Rückgang des Schweregrads. Die Studien sind klein und kurz, und die Ergebnisse streuen. Vitamin D ist eine mögliche Ergänzung, keine Behandlung der Neurodermitis. 40, 178, 191
Weniger Atemwegsinfekte bei täglicher Einnahmetägliche Gabe, meist 400 bis 1.000 IE; Kinder und Erwachsenewahrscheinlich21 Studien, 21.552 Pers. (Jolliffe 2025, tägliche Gabe)tägliche Gabe signifikant weniger Atemwegsinfekte
Ergebnisse: tägliche Gabe signifikant weniger Atemwegsinfekte (Jolliffe 2025, 21 Studien); OR 0,78 (95 % KI 0,65–0,94), mit 400 bis 1.000 IE OR 0,70 (Jolliffe 2021); RR 0,92 (0,85–0,99) (Wang 2024, 23 Studien); tägliche oder wöchentliche Gabe OR 0,81 (0,72–0,91; Martineau 2017); große Einzelstudie mit 2.259 Pers. ohne Effekt (Rees 2013)
Wer Vitamin D täglich in üblicher Menge nimmt, hat wahrscheinlich etwas seltener Atemwegsinfekte. Fünf Meta-Analysen, die größte mit 23 Studien, kommen übereinstimmend auf einen kleinen Vorteil, am deutlichsten bei starkem Mangel. Höher eingestuft ist das nicht, weil eine große Placebo-Studie mit über 2.000 Teilnehmenden (Rees 2013) keinen Unterschied fand; auch CORONAVIT und eine kanadische Kinderstudie sahen keinen Vorteil. Ein Teil der Studien verglich zudem nur mit einer niedrigeren Vitamin-D-Dosis statt mit Placebo. 16, 17, 18, 129, 130, 131, 19
Seltener Grippe (Influenza)Vorbeugung, überwiegend Kinder und Erwachsene ohne Vorerkrankungwahrscheinlich10 Studien, 4.859 Pers. (Zhu 2021)Influenza RR 0,78
Ergebnisse: Influenza RR 0,78 (95 % KI 0,64 bis 0,95; Zhu 2021); Schulkinder mit 1.200 IE täglich: Influenza A 10,8 % vs. 18,6 % (RR 0,58; Urashima 2010); höhere vs. niedrigere Dosis bei Kindern: Influenza A OR 0,39 (Fang 2023)
Mehrere Studien deuten an, dass Vitamin D die Zahl der Grippefälle etwas senkt, eine Meta-Analyse aus zehn Studien fand rund ein Fünftel weniger Erkrankungen. Die Datenbasis ist aber deutlich kleiner als bei den Atemwegsinfekten insgesamt, wo die großen Studien keinen Schutz zeigen. Die Grippeimpfung ersetzt Vitamin D nicht. 20, 133, 134
Seltener an COVID-19 erkrankenVorbeugung bei Gesundenwahrscheinlich7 Studien (Sartini 2024, RCT-Teilanalyse)COVID-19 in RCTs OR 0,40
Ergebnisse: COVID-19 in RCTs OR 0,40 (95 % KI 0,22–0,75; Sartini 2024, 7 Studien, davon 5 an Gesundheitspersonal); dagegen 800 IE/Tag OR 1,39 (0,98–1,97) und 3.200 IE/Tag OR 1,13 (0,78–1,63) in CORONAVIT mit 6.200 Pers. (Jolliffe 2022, ohne Placebo); kein signifikanter Effekt (Hosseini 2022)
Vitamin D senkt das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, nach der maßgeblichen Meta-Analyse wahrscheinlich: Über sieben randomisierte Studien, überwiegend mit Gesundheitspersonal, erkrankten mit Vitamin D deutlich weniger Menschen. Die Studien sind aber klein, und einige verglichen nur mit einer niedrigeren Dosis. Die größte Einzelstudie, CORONAVIT mit 6.200 Erwachsenen, fand ohne Placebo-Vergleich keinen Schutz. 136, 129, 137
Seltener Intensivstation bei COVID-19Patientinnen und Patienten mit COVID-19, meist im Krankenhauswahrscheinlich13 Studien (Sobczak & Pawliczak 2024)Intensivaufnahme RR 0,73
Ergebnisse: Intensivaufnahme RR 0,73 (95 % KI 0,57–0,95; Sobczak 2024, 13 RCTs); in RCTs OR 0,55 (0,37–0,79) (Sartini 2024); große Studien OR 0,88 (0,62–1,24), nach Korrektur für Veröffentlichungsverzerrung OR 0,80 (0,40–1,61) (Autier 2025)
Vitamin D3 senkt bei COVID-19-Kranken wahrscheinlich das Risiko, auf die Intensivstation zu müssen. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 13 randomisierten Studien fand rund ein Viertel weniger Intensivaufnahmen, weitere Auswertungen bestätigen die Richtung. Der Vorteil stammt aber vor allem aus kleinen Studien: In den größeren war er nicht gesichert, und eine einzelne hohe Dosis bei der Klinikaufnahme half in einer sorgfältigen Placebo-Studie nicht. 138, 139, 128, 140
Geringere Krankheitsaktivität bei Lupus (SLE)systemischer Lupus erythematodes, zusätzlich zur Therapiewahrscheinlich10 Studien, 847 Pers. (Lu 2026)Krankheitsaktivität SMD −0,54, Komplement C3 und C4 verbessert, Müdigkeit nicht …
Ergebnisse: Krankheitsaktivität SMD −0,54 (p < 0,001), Komplement C3 und C4 verbessert, Müdigkeit nicht signifikant (Lu 2026); SLEDAI −1 Punkt (−2 bis −0,43; El Kababi 2025)
Bei Lupus sank die Krankheitsaktivität mit Vitamin D in zwei Meta-Analysen etwas, auch einige Blutwerte der Entzündung besserten sich. Die Studien sind klein, und manche Laborwerte und die Müdigkeit änderten sich nicht. Vitamin D ist hier eine mögliche Ergänzung, keine Behandlung. 169, 170
Weniger schwere Asthma-AnfälleKinder und Erwachsene mit Asthma, zusätzlich zur Asthma-Therapiewahrscheinlich12 Studien, 1.295 Pers. (Niu 2024)weniger Asthma-Anfälle, auch solche mit nötiger Kortison-Behandlung
Ergebnisse: weniger Asthma-Anfälle, auch solche mit nötiger Kortison-Behandlung (Niu 2024, 12 Studien, 1.295 Pers.); Anfälle RR 0,70 (95 % KI 0,59–0,83) bei mittelschwerem bis schwerem Asthma (Chen 2021, 12 Studien); bei Kindern RR 0,62 (0,44–0,87) (Fedora 2024, 10 Studien); dagegen Cochrane: Anteil mit Anfall unter Kortison-Behandlung OR 1,04 (0,81–1,34) (Williamson 2023, 14 Studien); Lung VITAL: kein Unterschied (Gold 2025, 1.654 Pers. mit Asthma)
Bei Asthma verringert Vitamin D zusätzlich zur üblichen Therapie wahrscheinlich die Zahl schwerer Anfälle. Die maßgebliche neue Meta-Analyse mit 12 Studien und zwei weitere Auswertungen, eine davon nur mit Kindern, fanden weniger Anfälle als mit Placebo. Ganz einheitlich ist das Bild nicht: Die Cochrane-Auswertung von 2023 mit 14 Studien und die Asthma-Teilgruppe der großen VITAL-Studie sahen keinen Unterschied. Vitamin D ersetzt keine Asthma-Medikamente. 173, 174, 175, 176, 177, 178, 179
Weniger Verschlechterungen bei COPDErwachsene mit COPD; Nutzen vor allem bei starkem Mangelwahrscheinlich25 Studien, 2.670 Pers. (Li 2020)Verschlechterungen seltener
Ergebnisse: Verschlechterungen seltener (Li 2020, 25 Studien, 2.670 Pers.); akute Verschlechterungen RR 0,40 (95 % KI 0,28–0,59) (Yang 2022, 15 Studien); Cochrane (nur doppelblinde Placebo-Studien): Rate RR 0,98 (0,86–1,11), hohe Vertrauenswürdigkeit (Williamson 2024, 5 Studien, 980 Pers.); Einzeldaten: nur unter 25 nmol/L aIRR 0,55 (0,36–0,84) (Jolliffe 2019); Lung VITAL 0,27 vs. 0,25 pro Jahr (RR 1,10; 0,93–1,29) (Gold 2025)
Bei COPD verringert Vitamin D akute Verschlechterungen wahrscheinlich, aber vor allem bei Menschen mit starkem Mangel. Zwei große Meta-Analysen mit 25 und 15 Studien, überwiegend aus China, fanden deutlich weniger Verschlechterungen; die Auswertung der Einzeldaten zeigte den Nutzen nur bei Ausgangswerten unter 25 nmol/L. Höher eingestuft ist das nicht, weil die Lungen-Teilstudie von VITAL mit fast 2.000 Menschen mit COPD keinen Unterschied fand, ebenso die Cochrane-Auswertung der streng verblindeten Placebo-Studien. Bei COPD lohnt es sich, einen Mangel ärztlich prüfen zu lassen. 180, 181, 182, 183, 179
- große Einzelstudie ohne Effekt (Gold et al. 2025 (Lung VITAL, COPD-Teilgruppe), n = 1977)
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Weniger akute Atemwegsinfekteunklarwidersprüchlich40 Studien, 61.589 Pers. (Jolliffe 2025)Risiko für mindestens einen Atemwegsinfekt OR 0,94, nicht mehr signifikant
alle Altersgruppen, Vorbeugung über Wochen bis Jahre; alle Dosierschemata zusammen
Ergebnisse: Risiko für mindestens einen Atemwegsinfekt OR 0,94 (95 % KI 0,88 bis 1,00; p = 0,057), nicht mehr signifikant (Jolliffe 2025); zuvor OR 0,92 (0,86 bis 0,99) in 37 Studien (Jolliffe 2021); in großen Studien ab 248 Pers. OR 0,98 (0,94 bis 1,03; Autier 2025)
Ob Vitamin D vor Erkältungen, Bronchitis und anderen Atemwegsinfekten schützt, ist unklar; ein Vorteil wäre allenfalls klein. Die neueste und größte Auswertung mit über 61.000 Teilnehmenden findet keinen gesicherten Schutz mehr, frühere Auswertungen hatten einen kleinen Vorteil von wenigen Prozent gesehen. Kleine Studien zeigen deutlich bessere Ergebnisse als große, was auf Veröffentlichungsverzerrung hindeutet, und große Einzelstudien wie D-Health und ViDA fanden keinen Unterschied. 16, 17, 18, 128
Geringere Sterblichkeit bei COVID-19Erkrankte, überwiegend im Krankenhausunklar19 RCTs, 2.495 Pers. (Kow 2024); keine Auswertung nur mit Vitamin D3/D2Sterblichkeit OR 0,72
Ergebnisse: Sterblichkeit OR 0,72 (0,53 bis 0,98; Kow 2024); OR 1,16 (0,84 bis 1,59) in 14 RCTs (Mirghani 2024); in RCTs OR 0,80 (0,61 bis 1,04; Sartini 2024)
Ob Vitamin D die Sterblichkeit bei COVID-19 senkt, ist offen. Eine Meta-Analyse fand ein um gut ein Viertel geringeres Sterberisiko, zwei andere Auswertungen fanden keinen gesicherten Unterschied. Mehrere Auswertungen rechnen eine Studie mit dem arzneilich aktiven Calcitriol mit ein, und die Studien unterscheiden sich stark in Dosis und Zeitpunkt der Gabe. 141, 142, 139, 140
Vor Tuberkulose schützenunklar4 Studien (Liu 2025, aktive Tuberkulose)Ansteckung OR 0,95, aktive Tuberkulose OR 0,77
Ansteckung und Ausbruch, vor allem Schulkinder mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel in Risikogebieten
Ergebnisse: Ansteckung OR 0,95 (0,79 bis 1,14), aktive Tuberkulose OR 0,77 (0,56 bis 1,05; Liu 2025); positiver Test nach 3 Jahren 3,6 % vs. 3,3 % (Ganmaa 2020)
Ob Vitamin D vor einer Erkrankung an Tuberkulose schützt, ist unklar, gezeigt ist es nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse waren aktive Tuberkulosen über vier Studien nicht gesichert seltener, und Ansteckungen traten genauso häufig auf. Zwei große Placebo-Studien mit Schulkindern in der Mongolei und in Südafrika, die fast alle einen Mangel hatten, fanden nach drei Jahren keine selteneren Ansteckungen. 143, 144, 145
Seltener Autoimmunerkrankungenunklar3 Placebo-Studien (Low 2024); größte 25.871 Pers. (VITAL)neue Autoimmunerkrankung 123 vs
Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren, 2.000 IE täglich (VITAL); u. a. rheumatoide Arthritis, Schilddrüse, Schuppenflechte
Ergebnisse: neue Autoimmunerkrankung 123 vs. 155 Fälle (HR 0,78; 95 % KI 0,61–0,99; p = 0,05, Grenzfall) nach 5,3 Jahren (Hahn 2022); zwei Jahre nach Studienende HR 0,98 (0,83–1,17; Costenbader 2024); Placebo-Studien zusammen RR 0,92 (0,68–1,25), nicht signifikant (Low 2024)
Ob Vitamin D vor Autoimmunerkrankungen schützt, ist offen. In der großen VITAL-Studie erkrankten Ältere mit täglich 2.000 IE über fünf Jahre etwas seltener neu, das Ergebnis lag genau an der Signifikanzgrenze; zwei Jahre nach dem Absetzen war kein Unterschied mehr zu sehen. Die Placebo-Studien zusammengerechnet zeigten keinen gesicherten Schutz. 149, 150, 151
Weniger Krankheitsaktivität im Frühstadium der MSunklar2 Placebo-Studien, 602 Pers. (D-Lay MS, PoNS)erster weiterer Schub HR 0,69, nicht signifikant
nach erstem MS-typischem Ereignis (klinisch isoliertes Syndrom), Vitamin D allein
Ergebnisse: erster weiterer Schub HR 0,69 (95 % KI 0,42–1,16), nicht signifikant; nur zusammengesetzte Krankheitsaktivität (Schub oder MRT) HR 0,66 (0,50–0,87) (Thouvenot 2025); Übergang in MS mit 1.000/5.000/10.000 IE täglich HR 0,87/1,37/1,28, alle nicht signifikant (Butzkueven 2024)
Ob Vitamin D nach einem ersten MS-typischen Ereignis den Übergang in eine gesicherte MS bzw. einen weiteren Schub verhindert, ist unklar. In den bisher zwei Placebo-Studien mit zusammen rund 600 Personen traten Schübe nicht gesichert seltener auf, auch nicht mit sehr hohen Tagesdosen; für ein klares „eher nicht“ sind zwei Studien zu wenig. Die französische Studie mit 100.000 IE alle zwei Wochen fand nur weniger neue Herde im MRT; diese Dosis liegt weit über üblichen Mengen und gehört in ärztliche Hand. 156, 157, 158
Insulinbedarf bei neu entdecktem Typ-1-Diabetes senkenKinder und Jugendliche kurz nach der Diagnose, zusätzlich zu Insulinunklar12 Studien, 485 Pers. (Fan 2025, alle mit Typ-1-Diabetes)täglicher Insulinbedarf −0,44, HbA1c nicht verändert
Ergebnisse: täglicher Insulinbedarf −0,44 (−0,82 bis −0,06), HbA1c nicht verändert (−1,60; −3,78 bis 0,57); C-Peptid verändert (−2,54), schwer zu deuten (Fan 2025)
Ob Vitamin D bei frischem Typ-1-Diabetes den Blutzucker verbessert, ist unklar. In einer Meta-Analyse mit überwiegend Kindern und Jugendlichen ging zwar der Insulinbedarf etwas zurück, der Langzeitzucker HbA1c verbesserte sich aber nicht. Die Studien sind klein und sehr unterschiedlich, die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse ist niedrig bis sehr niedrig. 160, 161
Weniger Schübe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosaunklarwidersprüchlich17 Studien, 1.127 Pers. (Guo 2021); Schübe in 7 Studien, 458 Pers. (Valvano 2024)Schubrate RR 0,59, nicht signifikant
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, vor allem Morbus Crohn in Remission; zu Colitis ulcerosa wenig Daten
Ergebnisse: Schubrate RR 0,59 (95 % KI 0,19–1,86), nicht signifikant (Guo 2021); Schübe RR 0,64 (0,46–0,89), bei Morbus Crohn in Remission RR 0,47 (0,27–0,82) (Valvano 2024); RR 0,57 (0,34–0,96; 3 Studien, 310 Pers.; Wallace 2023)
Ob Vitamin D Schübe bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verhindert, ist unklar. Zwei kleinere Meta-Analysen fanden seltener Schübe, am deutlichsten bei Morbus Crohn in einer ruhigen Phase; die Auswertung mit den meisten Studien sah dagegen keinen gesicherten Unterschied. Die Studien sind klein, die Vertrauenswürdigkeit ist niedrig, und nach einer Darmoperation verhinderte Vitamin D das Wiederauftreten des Morbus Crohn nicht. 162, 163, 164, 165, 166
Lungenentzündung bei Kleinkindern vorbeugenKinder unter 5 Jahren, überwiegend in Ländern mit niedrigem Einkommenunklar2 Studien, 3.134 Kinder (Yakoob 2016, Cochrane)röntgenbestätigte Lungenentzündung RR 1,06
Ergebnisse: röntgenbestätigte Lungenentzündung RR 1,06 (95 % KI 0,89–1,26) (Yakoob 2016); größte Studie (Afghanistan, 3.046 Kinder): keine selteneren Lungenentzündungen, mehr wiederholte Lungenentzündungen (Manaseki-Holland 2012)
Ob Vitamin D Lungenentzündungen bei Kleinkindern vorbeugt, ist unklar, ein Schutz zeigte sich bisher nicht. Die Cochrane-Auswertung umfasst nur zwei Studien; in der größten mit über 3.000 Kleinkindern in Afghanistan, die alle drei Monate eine hohe Dosis bekamen, traten Lungenentzündungen nicht seltener auf, wiederholte sogar häufiger. Weitere große Placebo-Studien fehlen. 187, 188
Seltener MittelohrentzündungKinder mit wiederkehrender Mittelohrentzündungunklarwidersprüchlich2 Studien (Carboo 2024)mindestens eine Mittelohrentzündung 26 vs
Ergebnisse: mindestens eine Mittelohrentzündung 26 vs. 38 Kinder (p = 0,03) mit 1.000 IE täglich (Marchisio 2013); bei gesunden Kindern unter 5 Jahren kein Effekt (Carboo 2024)
Ob Vitamin D Mittelohrentzündungen vorbeugt, ist unklar. In einer kleinen italienischen Studie hatten Kinder, die immer wieder Mittelohrentzündungen bekamen, mit täglich 1.000 IE seltener eine neue; bei gesunden Kleinkindern zeigte eine Meta-Analyse aus zwei Studien keinen Schutz. Für eine sichere Aussage fehlen größere Studien. 135, 189
Schuppenflechte (Psoriasis) lindernEinnahme als Tablette, nicht Vitamin-D-Salbenunklarwidersprüchlich4 Studien, 333 Pers. (Dai 2023)PASI, Lebensqualität und CRP ohne signifikanten Effekt
Ergebnisse: PASI, Lebensqualität und CRP ohne signifikanten Effekt (Dai 2023); PASI nach 6 Monaten MD −0,92, nach strengerer Korrektur nicht signifikant (Theodoridis 2021); eine kleine Studie mit 60.000 IE alle zwei Wochen positiv (Disphanurat 2019, 45 Pers.)
Ob Vitamin D als Tablette die Schuppenflechte bessert, ist unklar. Die Meta-Analysen mit drei bis vier kleinen Studien fanden keinen gesicherten Effekt auf den Schweregrad, ein kleiner Vorteil verschwand nach strengerer Auswertung; nur eine kleine Studie mit hoher Dosis war positiv. Vitamin-D-Abkömmlinge als Salbe sind eine eigene, etablierte Behandlung und hier nicht gemeint. 41, 190
Weniger Atemwegsinfekte durch seltene hohe EinzeldosenStoßdosen, z. B. 60.000 IE monatlich oder größere Einmalgabenspricht dagegen12 Studien, 27.248 Pers. (Jolliffe 2025, monatliche bis dreimonatliche Gaben)monatliche bis dreimonatliche Stoßdosen ohne signifikanten Schutz
Ergebnisse: monatliche bis dreimonatliche Stoßdosen ohne signifikanten Schutz (Jolliffe 2025, 12 Studien); mit mindestens einer Stoßdosis OR 0,97 (95 % KI 0,86–1,10; Martineau 2017); 60.000 IE monatlich über bis zu 5 Jahre OR 0,98 (0,93–1,02; Pham 2021)
Hohe Vitamin-D-Dosen in großen Abständen schützen nicht vor Atemwegsinfekten. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit 12 Studien und über 27.000 Teilnehmenden war das Infektrisiko mit monatlichen bis dreimonatlichen Stoßdosen nicht geringer als mit Placebo, ebenso in früheren Auswertungen. Die größte Einzelstudie mit über 15.000 älteren Erwachsenen und monatlich 60.000 IE fand allenfalls etwas kürzere Beschwerden. 16, 18, 132
Seltener erkältet (Infekte der oberen Atemwege)Schnupfen, Halsentzündung; Kinder und Erwachsenespricht dagegen32 Studien, 43.978 Pers. (Jolliffe 2025, obere Atemwege)Infekte der oberen Atemwege nicht signifikant seltener
Ergebnisse: Infekte der oberen Atemwege nicht signifikant seltener (Jolliffe 2025, 32 Studien); ebenso ohne Effekt in Wang 2024 (17 Studien), Cho 2022 (24 Studien) und Martineau 2017 (19 Studien); bei Kleinkindern OR 0,83 (95 % KI 0,62–1,10; Carboo 2024)
Vitamin D schützt nicht erkennbar vor gewöhnlichen Erkältungen. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 32 Studien und fast 44.000 Teilnehmenden fand keine selteneren Infekte der oberen Atemwege, ebenso drei weitere große Auswertungen. Auch bei Kleinkindern brachte Vitamin D in den vorhandenen Studien keinen gesicherten Vorteil. 16, 131, 135, 130, 132
Schnellere Heilung bei Tuberkulosezusätzlich zu Antibiotika bei Lungentuberkulosespricht dagegen12 Studien (Goyal 2022)kein Unterschied bei Zeit und Anteil bis zum negativen Kultur- und Ausstrichbefund, …
Ergebnisse: kein Unterschied bei Zeit und Anteil bis zum negativen Kultur- und Ausstrichbefund, Sterblichkeit und Nebenwirkungen (Goyal 2022, 12 RCTs); Zeit bis zum negativen Kulturbefund HR 1,06 (95 % KI 0,91–1,23) (Jolliffe 2019, Einzeldaten); Anteil negativer Kulturen nach 8 Wochen RR 1,02 (Tang 2020)
Als Zusatz zur Antibiotika-Behandlung beschleunigt Vitamin D die Heilung der Lungentuberkulose nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit zwölf Placebo-Studien fand bei keinem Heilungsmaß einen Unterschied, die Bakterien verschwanden nicht schneller aus dem Auswurf. Ein Hinweis auf Nutzen bei resistenter Tuberkulose beruht auf wenigen Personen. 146, 147, 148
Weniger Schübe bei Multipler Sklerosezusätzlich zur MS-Therapie bei schubförmiger MSspricht dagegen22 Studien (Li 2026)jährliche Schubrate insgesamt nicht signifikant gesenkt, nur in der Untergruppe mit …
Ergebnisse: jährliche Schubrate insgesamt nicht signifikant gesenkt, nur in der Untergruppe mit hoher Dosis (Li 2026, 22 Studien); MD −0,03 (95 % KI −0,08 bis 0,02; Mahler 2024); −0,05 (−0,17 bis 0,07; Jagannath 2018, Cochrane); Netzwerk-Analyse mit 32 Studien: langfristig Schubrisiko RR 0,80 (Zhuang 2026)
Vitamin D senkt die Zahl der MS-Schübe nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 22 Studien fand insgesamt keine geringere Schubrate, ebenso die Cochrane-Auswertung und weitere Analysen. Hinweise auf weniger Schübe bei hoher Dosis und langer Einnahme stammen nur aus Untergruppen. Vitamin D ersetzt keine MS-Therapie. 152, 153, 154, 155
Geringere Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritiszusätzlich zur Rheuma-Therapiespricht dagegen11 Studien, 3.049 Pers. (Al-Saoodi 2024)DAS28 und CRP insgesamt nicht verändert
Ergebnisse: DAS28 und CRP insgesamt nicht verändert; DAS28-CRP −0,58 (−0,86 bis −0,31), Schmerz-Skala −1,30 (Al-Saoodi 2024); Rückfälle Risikodifferenz −0,10 (−0,21 bis 0,00), nicht signifikant (Franco 2017)
Vitamin D senkt die Krankheitsaktivität bei rheumatoider Arthritis nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit elf Studien fand beim Aktivitätswert DAS28 und bei den Entzündungswerten insgesamt keinen Unterschied; nur in Teilanalysen sanken Schmerz und eine Variante des Aktivitätswerts etwas. Die Studien sind sehr unterschiedlich. 167, 168
Weniger Schilddrüsen-Antikörper bei HashimotoErwachsene mit Hashimoto-Thyreoiditis; gemessen am TSH-Wertspricht dagegen6 Studien, 258 Pers. (Jiang 2022)TSH, fT3 und fT4 nicht verändert
Ergebnisse: TSH, fT3 und fT4 nicht verändert; TPO-Antikörper WMD −158 (95 % KI −302 bis −14) (Jiang 2022); TPO-Antikörper SMD −1,08, TSH SMD −0,17 (−0,30 bis 0,03), nicht signifikant (Tang 2023, mit Calcitriol-Studien)
Vitamin D verbessert bei Hashimoto die Schilddrüsenfunktion nach heutigem Stand nicht. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit sechs Studien blieben TSH und die Schilddrüsenhormone unverändert, gesunken sind nur die Schilddrüsen-Antikörper. Antikörperwerte sind ein Laborbefund und sagen allein wenig über den Verlauf der Erkrankung. 171, 172
Weniger Beschwerden bei Heuschnupfenallergische Rhinitisspricht dagegen5 Studien (Kawada 2025)Beschwerden SMD −2,69, nicht signifikant, sehr hohe Heterogenität
Ergebnisse: Beschwerden SMD −2,69 (−6,20 bis 0,82), nicht signifikant, sehr hohe Heterogenität; ohne Kortison-Spray SMD −0,56 (−0,90 bis −0,23; Kawada 2025); bei Kindern Symptom-Medikamenten-Score 43,7 vs. 57,8 (Li 2022)
Vitamin D lindert Heuschnupfen nach heutigem Stand nicht gesichert. Die maßgebliche Meta-Analyse aus fünf kleinen Studien fand insgesamt keinen Unterschied bei den Nasenbeschwerden; nur in der Teilgruppe ohne Kortison-Spray gingen sie zurück. Die Ergebnisse der Studien unterscheiden sich sehr stark. 184, 178
Lungenentzündung bei Kleinkindern schneller heilenspricht dagegen5 Studien, 1.188 Pers. (Das 2023)Zeit bis zur Besserung MD −1,28 Stunden, moderate Vertrauenswürdigkeit
Kinder unter 5 Jahren mit Lungenentzündung, zusätzlich zum Antibiotikum
Ergebnisse: Zeit bis zur Besserung MD −1,28 Stunden (95 % KI −5,47 bis 2,91), moderate Vertrauenswürdigkeit (Das 2023, Cochrane, 5 Studien, 1.188 Kinder)
Bei Kleinkindern mit Lungenentzündung verkürzt Vitamin D zusätzlich zum Antibiotikum die Krankheit nicht. Die aktuelle Cochrane-Auswertung mit fünf Studien und fast 1.200 Kindern fand bei der Zeit bis zur Besserung praktisch keinen Unterschied; Studien mit Zweifeln an der Datenintegrität wurden dafür aussortiert. Ob sich die Liegedauer im Krankenhaus ändert, ist unklar. 185, 186
Typ-1-Diabetes bei Kindern vorbeugenVitamin D im Säuglings- und Kleinkindalternicht untersuchtnur 5 Beobachtungsstudien, keine RCTs (Zipitis 2008)Kinder mit Vitamin-D-Gabe im Säuglingsalter erkrankten seltener, nur Beobachtungsdaten
Ergebnisse: Kinder mit Vitamin-D-Gabe im Säuglingsalter erkrankten seltener (OR 0,71; 0,60 bis 0,84), nur Beobachtungsdaten
Kinder, die als Säuglinge Vitamin D bekamen, erkrankten in Beobachtungsstudien seltener an Typ-1-Diabetes. Kontrollierte Studien dazu gibt es nicht, deshalb lässt sich nicht sagen, ob Vitamin D die Ursache ist. Die übliche Vitamin-D-Gabe im ersten Lebensjahr dient dem Knochenschutz. 159
Herz, Stoffwechsel & Krebs 29
2 gut belegt · 5 wahrscheinlich · 11 unklar · 11 spricht dagegen
Blutdruck senken bei Bluthochdruck und Vitamin-D-MangelErwachsene mit Bluthochdruck und niedrigem 25(OH)Dgut belegt11 Studien (Serra 2024)systolischer Blutdruck signifikant gesenkt, diastolischer nicht
Ergebnisse: systolischer Blutdruck signifikant gesenkt, diastolischer nicht (Serra 2024, 11 Studien); Untergruppe Bluthochdruck mit Mangel systolisch −6,58 mmHg (95 % KI −8,72 bis −4,44), diastolisch −3,07 mmHg (He 2019, 5 Studien); in der Einzeldaten-Analyse von Beveridge 2015 keine Untergruppe mit besserem Ansprechen
Bei Menschen, die Bluthochdruck und zugleich einen Vitamin-D-Mangel haben, senkt Vitamin D den oberen Blutdruckwert nach zwei übereinstimmenden Meta-Analysen. In der Untergruppe einer Auswertung waren es gut 6 mmHg, die maßgebliche Analyse mit elf Studien nennt im Abstract keine Größe und fand beim unteren Wert keinen Effekt. Die Studien sind meist klein, und eine Einzeldaten-Auswertung fand keine Personengruppe, die besonders gut ansprach. Bei Menschen ohne Mangel gilt das nicht, und Blutdruckmedikamente ersetzt Vitamin D nicht. 31, 32, 34
Langzeitblutzucker (HbA1c) bei Typ-2-Diabetes senkengut belegt45 Studien (Afraie 2024); 46 Studien, 4.313 Pers. (Farahmand 2023)HbA1c SMD −0,15
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, zusätzlich zur Behandlung; deutlicher bei Mangel und schlechter Einstellung
Ergebnisse: HbA1c SMD −0,15 (Afraie 2024, 45 Studien); HbA1c −0,30 Prozentpunkte (95 % KI −0,43 bis −0,18), Nüchternzucker −0,49 mmol/l (Chen 2024, 39 Studien); HbA1c −0,20 Prozentpunkte (−0,29 bis −0,11) (Farahmand 2023); ältere Meta-Analysen ohne HbA1c-Effekt (Krul-Poel 2017, Li 2018)
Bei Typ-2-Diabetes senkt Vitamin D zusätzlich zur Behandlung den Langzeitzucker HbA1c ein wenig; fünf Meta-Analysen, die größten mit 45 und 46 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt ist klein, im Mittel 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte, und am deutlichsten bei Mangel oder schlecht eingestelltem Diabetes. Die Studien unterscheiden sich stark, ältere Auswertungen sahen keinen Effekt, und Diabetes-Medikamente ersetzt Vitamin D nicht. 235, 36, 35, 236, 237, 219
Blutdruck senkenErwachsene mit normalem oder erhöhtem Blutdruck, Allgemeinbevölkerungwahrscheinlich45 Studien (Abumweis 2026)systolischer Blutdruck −2,79 mmHg gegenüber Placebo, vor allem ab 55 Jahren
Ergebnisse: systolischer Blutdruck −2,79 mmHg (95 % KI −4,65 bis −0,94) gegenüber Placebo, vor allem ab 55 Jahren (Abumweis 2026, 45 Studien); dagegen systolisch 0,0 mmHg in einer Einzeldaten-Auswertung (Beveridge 2015, 46 Studien) und −0,00 mmHg (Zhang 2020, 27 Studien); DO-HEALTH systolisch −0,8 mmHg, nicht signifikant
Vitamin D senkt den oberen Blutdruckwert wahrscheinlich ein wenig. Die neueste und maßgebliche Meta-Analyse mit 45 Placebo-Studien kommt auf knapp 3 mmHg, vor allem bei über 55-Jährigen; die Autorinnen und Autoren halten die klinische Bedeutung selbst für unsicher. Frühere große Auswertungen, darunter eine mit Einzeldaten von über 3.000 Teilnehmenden, und die DO-HEALTH-Studie bei über 70-Jährigen fanden keinen Unterschied. Blutdrucksenkende Medikamente ersetzt Vitamin D nicht. 33, 34, 218, 219, 100, 220
LDL- und Gesamtcholesterin senkenErwachsene, gemischte Gruppen; Studien meist unter 6 Monatenwahrscheinlich45 Studien (Abumweis 2026)LDL −0,136 mmol/l, etwa −5 mg/dl
Ergebnisse: LDL −0,136 mmol/l (95 % KI −0,215 bis −0,056), etwa −5 mg/dl (Abumweis 2026, 45 Studien); LDL SMD −0,12, Gesamtcholesterin SMD −0,17 (Dibaba 2019, 41 Studien); dagegen LDL +3,23 mg/dl (Wang 2012); D2d mit 2.423 Pers.: keine Unterschiede bei den Herz-Kreislauf-Risikofaktoren (Desouza 2022)
Vitamin D senkt das LDL-Cholesterin wahrscheinlich geringfügig; vier Meta-Analysen, die größte mit 45 Studien, kommen auf eine kleine Senkung von etwa 5 mg/dl. Höher eingestuft ist das nicht, weil die große amerikanische D2d-Studie mit über 2.400 Menschen mit Prädiabetes keine Veränderung der Risikofaktoren fand; eine ältere Meta-Analyse sah sogar einen leichten LDL-Anstieg. Klinisch ist ein so kleiner Effekt kaum bedeutsam, cholesterinsenkende Medikamente ersetzt Vitamin D nicht. 33, 221, 222, 219, 223, 224
- große Einzelstudie ohne Effekt (Desouza et al. 2022 (D2d), n = 2423)
Typ-2-Diabetes vorbeugen bei Prädiabeteswahrscheinlich8 Studien, 4.896 Pers. (Zhang 2020)neuer Diabetes RR 0,89, Rückkehr zu Normalwerten RR 1,48
Erwachsene mit Prädiabetes (Vorstufe), nicht nach Vitamin-D-Mangel ausgewählt
Ergebnisse: neuer Diabetes RR 0,89 (95 % KI 0,80–0,99), Rückkehr zu Normalwerten RR 1,48 (Zhang 2020, 8 Studien); HR 0,85 (0,75–0,96), 3,3 Prozentpunkte weniger in 3 Jahren (Pittas 2023, Einzeldaten); RR 0,90 (Sim 2024); D2d allein HR 0,88, nicht signifikant
Bei Menschen mit Prädiabetes senkt Vitamin D das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, in mehreren Meta-Analysen um etwa 10 bis 15 Prozent; zugleich normalisiert sich der Blutzucker häufiger. Die größte Einzelstudie D2d mit 4.000 IE täglich verfehlte für sich allein knapp die Signifikanz, und die Meta-Analysen stützen sich weitgehend auf dieselben wenigen Studien. Ein Nebenbefund deutet auf mehr Nutzen bei sehr hohen Blutwerten hin; das ist aber kein randomisierter Vergleich. 37, 227, 228, 229, 230, 231
Insulinresistenz verringernwahrscheinlich39 Studien, 2.982 Pers. (Chen 2024, HOMA-IR bei Typ-2-Diabetes)HOMA-IR −0,39
Erwachsene mit oder mit Risiko für Insulinresistenz (Prädiabetes, Übergewicht, Typ-2-Diabetes)
Ergebnisse: HOMA-IR −0,39 (95 % KI −0,64 bis −0,14) (Chen 2024, 39 Studien); HOMA-IR auch in Farahmand 2023 (46 Studien) und Li 2018 gesenkt; mit genaueren Messverfahren (Clamp u. a.) Insulinempfindlichkeit SMD −0,01 (−0,12 bis 0,10), kein Effekt (Pramono 2020, 18 Studien)
Der aus Nüchternwerten berechnete Insulinresistenz-Index HOMA-IR sinkt mit Vitamin D wahrscheinlich etwas; die maßgebliche Meta-Analyse mit 39 Studien bei Typ-2-Diabetes und weitere Auswertungen zeigen das übereinstimmend. Mit genaueren Methoden wie der Clamp-Technik gemessen, verbesserte sich die Insulinempfindlichkeit in 18 Studien dagegen nicht. Ob der Effekt mehr ist als eine Verschiebung im Rechenwert, bleibt deshalb offen. 36, 35, 238, 239, 231
Gefäßfunktion und Gefäßsteifigkeit verbessernwahrscheinlich9 Studien, 909 Pers. (Chen 2020)Pulswellengeschwindigkeit SMD −0,29, deutlicher ab 2.000 IE täglich und ab 4 Monaten
Erwachsene mit Vitamin-D-Mangel, gesund oder mit Risikofaktoren; gemessen an der Gefäßsteifigkeit
Ergebnisse: Pulswellengeschwindigkeit SMD −0,29 (95 % KI −0,51 bis −0,06), deutlicher ab 2.000 IE täglich und ab 4 Monaten (Chen 2020, nur Menschen mit Mangel); dagegen Pulswellengeschwindigkeit 0,00 m/s und Gefäßerweiterung +0,37 % in einer Einzeldaten-Auswertung (Beveridge 2018); ohne Effekt auch Rodríguez 2016 und Upala 2016
Bei Menschen mit Vitamin-D-Mangel werden die Gefäße unter Vitamin D wahrscheinlich etwas weniger steif; die maßgebliche Meta-Analyse mit neun Studien fand eine kleine Verbesserung, am deutlichsten bei mindestens 2.000 IE täglich über mehrere Monate. Der Effekt ist nur bei Mangel gezeigt: Auswertungen ohne diese Auswahl, darunter eine mit Einzeldaten, fanden keinen Unterschied. Ob sich das in weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse übersetzt, ist nach den großen Endpunktstudien fraglich. 260, 261
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Länger leben (Gesamtsterblichkeit senken)überwiegend ältere Erwachsene ohne ausgewählten Mangel; Vorbeugungunklarwidersprüchlich52 Studien, 75.454 Pers. (Zhang 2019)Gesamtsterblichkeit RR 0,98, nicht signifikant
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 0,98, nicht signifikant (Zhang 2019); OR 0,95, knapp signifikant (Ruiz-García 2023); RR 0,97 bzw. nur Vitamin D3 RR 0,94 (Bjelakovic 2014); D-Health HR 1,04 und VITAL HR 0,99, beide ohne Effekt
Ob Vitamin D das Leben verlängert, beantworten die Meta-Analysen nicht einheitlich: Zwei große Auswertungen finden eine sehr kleine, gerade noch signifikante Senkung der Sterblichkeit um etwa 3 bis 5 Prozent, die bislang größte BMJ-Analyse mit 52 Studien dagegen keinen Effekt. Die beiden größten Einzelstudien, VITAL (2.000 IE täglich) und D-Health (60.000 IE monatlich), fanden ebenfalls keinen Unterschied. Fast alle Teilnehmenden waren nicht gezielt nach Mangel ausgewählt; für Menschen mit echtem Mangel ist die Frage offen. 39, 192, 193, 194, 3, 195
Seltener an Krebs sterbenErwachsene ohne Krebs bei Studienbeginn, überwiegend über 60 Jahreunklarwidersprüchlich30 Studien, 18.808 Pers. (Goulão 2018)Krebstod RR 0,88, nicht signifikant
Ergebnisse: Krebstod RR 0,88 (95 % KI 0,70–1,09), nicht signifikant (Goulão 2018, 30 Studien); RR 0,94 (0,86–1,02), nur bei täglicher Gabe RR 0,88 (0,78–0,98) (Kuznia 2023); RR 0,87 (0,79–0,96) (Keum 2019); D-Health HR 1,15, VITAL HR 0,83, beide nicht signifikant
Ob Vitamin D Krebstodesfälle verhindert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 30 Studien und die neueste Einzeldaten-Auswertung fanden insgesamt keinen gesicherten Unterschied, mehrere andere Auswertungen dagegen etwa 12 bis 16 Prozent weniger Krebstodesfälle. Der mögliche Vorteil zeigt sich nur bei täglicher Einnahme; Studien mit großen Monats- oder Jahresdosen wie D-Health zeigen keinen Nutzen. 29, 30, 196, 197, 198, 199, 200, 194, 3
Seltener metastasierter oder tödlicher Krebsunklarerste Hinweise1 RCT, 25.871 Pers. (Chandler 2020, VITAL-Nebenauswertung)metastasierter oder tödlicher Krebs HR 0,83
Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren ohne Krebs; Nebenauswertung einer Studie
Ergebnisse: metastasierter oder tödlicher Krebs HR 0,83 (1,7 vs. 2,1 %); bei Normalgewicht HR 0,62, bei Übergewicht und Adipositas kein Effekt (Chandler 2020)
Ob Vitamin D vor fortgeschrittenem Krebs schützt, ist offen. In einer nachträglich festgelegten Auswertung der VITAL-Studie entwickelten Menschen mit täglich 2.000 IE seltener einen metastasierten oder tödlichen Krebs, der Vorteil beschränkte sich aber auf Normalgewichtige. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Der Befund stammt aus nur einer Studie und einer Nebenauswertung, es fehlen Placebo-Studien, die fortgeschrittenen Krebs von vornherein als Hauptziel prüfen. 205
Prostatakrebs vorbeugenunklar2 Mega-RCTs (VITAL 25.871 Pers., D-Health 21.308 Pers.); keine Vorbeugungs-Meta-AnalyseProstatakrebs HR 0,88, nicht signifikant
Männer ab 50 Jahren ohne Krebs; Behandlung bei bestehendem Krebs siehe Quelle Shahvazi
Ergebnisse: Prostatakrebs HR 0,88, nicht signifikant (VITAL); D-Health ohne Effekt; bei bestehendem Prostatakrebs PSA und Sterblichkeit unverändert (Shahvazi 2019)
Ob Vitamin D Prostatakrebs vorbeugt, ist unklar; ein Schutz zeigte sich nicht. Eigene Meta-Analysen dazu gibt es nicht, nur die beiden größten Studien werteten Prostatakrebs gesondert aus: In VITAL lag das Risiko nicht signifikant niedriger, in D-Health gab es keinen Unterschied. Bei Männern mit bereits bestehendem Prostatakrebs veränderte Vitamin D in kontrollierten Studien weder den PSA-Wert noch die Sterblichkeit. 3, 202, 210
Triglyceride senkenunklarwidersprüchlich41 Studien, 3.434 Pers. (Dibaba 2019)Triglyceride SMD −0,12, nicht signifikant, ohne Ausreißerstudie −0,15
Erwachsene, gemischte Gruppen; deutlicher bei Übergewicht und hohen Ausgangswerten
Ergebnisse: Triglyceride SMD −0,12 (95 % KI −0,25 bis 0,01), nicht signifikant, ohne Ausreißerstudie −0,15 (Dibaba 2019, 41 Studien); −4,63 mg/dl in einer Übersicht über 25 Meta-Analysen (Radkhah 2023); bei übergewichtigen Frauen −6,13 mg/dl (Hu 2025, 13 Studien); bei metabolischem Syndrom −12,64 mg/dl (Wang 2026, 7 Studien)
Ob Vitamin D die Triglyceride senkt, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 41 Studien fand nur nach Ausschluss einer Ausreißerstudie einen gesicherten Rückgang, kleinere Auswertungen bei Übergewicht oder metabolischem Syndrom berichten Senkungen um wenige mg/dl. Selbst wo ein Effekt auftrat, war er klein. 221, 225, 226, 223, 222
Fettleber (NAFLD) bessernErwachsene mit nicht-alkoholischer Fettleberunklarwidersprüchlich3 Studien, 411 Pers. (Martinekova 2025, Leberfett per Elastografie)Leberfett MD −23,5 dB/m, nicht signifikant
Ergebnisse: Leberfett (CAP) MD −23,5 dB/m (95 % KI −81,7 bis 34,7), nicht signifikant (Martinekova 2025, 3 Studien); 1.000 IE täglich über 12 Monate: CAP −49,5 dB/m gegenüber Placebo (Lukenda Zanko 2020, 311 Pers.); Leberfett im MRT unverändert (Barchetta 2016, 65 Pers.); Leberwerte ALT und AST in mehreren Meta-Analysen leicht gesenkt bis unverändert
Ob Vitamin D eine Fettleber bessert, ist unklar. Die maßgebliche Meta-Analyse fand über drei Studien keinen gesicherten Rückgang des Leberfetts, während eine einzelne kroatische Placebo-Studie mit 311 Teilnehmenden einen deutlichen Rückgang maß und eine kleinere italienische Studie im MRT keinen. Die Leberwerte im Blut sanken in einigen Auswertungen leicht, in anderen nicht. 243, 244, 245, 246, 247, 248
Nierenfunktion erhaltenErwachsene mit Typ-2-Diabetes bzw. mit chronischer Nierenerkrankungunklar1 Placebo-Studie, 1.312 Pers. mit Typ-2-Diabetes (VITAL-DKD); Meta-Analysen nur mit aktiven Formen gemischteGFR-Verlust über 5 Jahre −12,3 vs
Ergebnisse: eGFR-Verlust über 5 Jahre −12,3 vs. −13,1 ml/min, Unterschied 0,9 ml/min, nicht signifikant (de Boer 2019); Nierenendpunkte bei CKD unsicher (Yeung 2023)
Ob Vitamin D den Rückgang der Nierenfunktion bremst, ist unklar; gezeigt ist es nicht. In der fünfjährigen VITAL-Nebenstudie mit über 1.300 Menschen mit Typ-2-Diabetes sank die Filtrationsrate unter Vitamin D genauso wie unter Placebo. Die Meta-Analysen bei chronischer Nierenerkrankung rechnen aktive, verschreibungspflichtige Vitamin-D-Formen mit ein und bewerten die Wirkung auf die Nieren als unsicher. 249, 250
Sterblichkeit bei chronischer Nierenerkrankung senkenunklar128 Studien, 11.270 Pers. (Yeung 2023, einschließlich aktiver Vitamin-D-Formen)Gesamtsterblichkeit RR 1,04
Erwachsene mit CKD Stadium 3–5 inkl. Dialyse; Studien teils mit aktiven Vitamin-D-Präparaten (verschreibungspflichtig), nicht nur Vitamin D3
Ergebnisse: Gesamtsterblichkeit RR 1,04 (Yeung 2023); Herz-Kreislauf-Tod RR 0,73, unsicher; Knochenbrüche RR 0,68, unsicher; Kalzium im Blut erhöht
Ob einfaches Vitamin D bei chronischer Nierenerkrankung die Sterblichkeit senkt, ist unklar. Die größte Meta-Analyse mit 128 Studien fand keinen Unterschied bei der Sterblichkeit, rechnet aber einfaches Vitamin D mit arzneilich aktiven, verschreibungspflichtigen Formen zusammen; eine Auswertung nur für Vitamin D3 oder D2 fehlt. Gesenkt wird das Parathormon, der Calciumspiegel steigt. 250
Herzschwäche (Herzinsuffizienz) bessernErwachsene mit chronischer Herzinsuffizienz, zusätzlich zur Behandlungunklar1 Placebo-Studie zur Sterblichkeit, 400 Pers. (EVITA); Meta-Analyse ohne Studienzahl (Wang 2019)Sterblichkeit 19,6 vs
Ergebnisse: Sterblichkeit 19,6 vs. 17,9 %, HR 1,09 (95 % KI 0,69–1,71), mehr Herzunterstützungssysteme (HR 1,96) (EVITA, Zittermann 2017); Sterblichkeit RR 1,11 (0,79–1,57), nicht signifikant (Wang 2019); Auswurfleistung +0,74 Prozentpunkte, nicht signifikant (Chen 2023)
Ob Vitamin D bei Herzschwäche das Überleben beeinflusst, ist unklar; ein Vorteil zeigte sich bisher nicht. Die dreijährige EVITA-Studie mit 400 Patientinnen und Patienten und 4.000 IE täglich fand keinen Überlebensvorteil, dafür häufiger den Bedarf an mechanischen Herzunterstützungssystemen, und auch eine Meta-Analyse sah keine geringere Sterblichkeit. Für ein klares Urteil fehlen weitere große Placebo-Studien. 251, 252, 253, 254
Vorhofflimmern vorbeugenErwachsene ab 50 Jahren ohne Herzerkrankungunklar1 RCT, 25.119 Pers. (Albert 2021, VITAL-AF); FIND-AF ohne Ergebniszahlen im Abstract (Virtanen 2023)neues Vorhofflimmern 3,7 vs
Ergebnisse: neues Vorhofflimmern 3,7 vs. 3,4 %, HR 1,09, nicht signifikant (VITAL-AF); FIND-AF ohne im Abstract berichtete Zahlen
Ob Vitamin D Vorhofflimmern vorbeugt, ist unklar; ein Schutz zeigte sich nicht. In der VITAL-Studie mit über 25.000 Teilnehmenden und 2.000 IE täglich trat die Rhythmusstörung über gut fünf Jahre genauso häufig auf wie unter Placebo. Weitere ausgewertete Placebo-Studien fehlen; die finnische FIND-AF-Auswertung nennt in ihrer Zusammenfassung keine Ergebnisse. 255, 256
Vorhofflimmern nach Bypass-Operation vorbeugenunklarerste Hinweise4 Studien, 694 Pers. (Nisa 2026)Vorhofflimmern nach der Bypass-Operation RR 0,55, Krankenhausaufenthalt nicht kürzer
Patienten vor einer Bypass-Operation, kurzfristige Gabe vor dem Eingriff
Ergebnisse: Vorhofflimmern nach der Bypass-Operation RR 0,55 (95 % KI 0,40–0,76), Krankenhausaufenthalt nicht kürzer (Nisa 2026, 4 Studien); RR 0,55 (Ashraf 2025) und RR 0,60 (Hameed 2023) aus denselben Studien
Ob Vitamin D vor einer Bypass-Operation Vorhofflimmern danach verhindert, ist unklar. Mehrere Meta-Analysen berichten etwa halb so viele Fälle, sie beruhen aber alle auf denselben drei bis vier kleinen Studien mit zusammen unter 700 Patientinnen und Patienten, und fast nur Menschen mit Vitamin-D-Mangel wurden untersucht. Der Krankenhausaufenthalt verkürzte sich nicht. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Studien, auch mit Menschen ohne Mangel. Das betrifft eine ärztlich begleitete Situation und sagt nichts über Vorbeugung im Alltag. 257, 258, 259
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Krebs vorbeugen (Neuerkrankungen insgesamt)Erwachsene ohne Krebs, meist über 50 Jahrespricht dagegen30 Studien, 18.808 Pers. (Goulão 2018)Krebsneuerkrankungen RR 1,03, mit Nachbeobachtung RR 1,02
Ergebnisse: Krebsneuerkrankungen RR 1,03 (95 % KI 0,91–1,15), mit Nachbeobachtung RR 1,02 (Goulão 2018, 30 Studien); RR 1,00 (Bjelakovic 2014), RR 0,99 (Keum 2022), RR 0,98 (Keum 2019); VITAL HR 0,96, D-Health HR 1,02, ViDA HR 1,01
Auf die Zahl neuer Krebserkrankungen hat Vitamin D keinen erkennbaren Einfluss. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 30 Studien fand auch mit Langzeit-Nachbeobachtung keinen Unterschied, unabhängig von Ausgangswert und Dosis, und alle weiteren großen Auswertungen und Einzelstudien stimmen damit überein. Das gilt für tägliche Gaben (VITAL, 2.000 IE) wie für monatliche Stoßdosen (D-Health, ViDA). 29, 201, 197, 196, 3, 202, 203, 204
Darmkrebs vorbeugenErwachsene ohne Darmkrebs, meist über 50 Jahrespricht dagegen9 Studien, 71.386 Pers. (Emmanouilidou 2022)Darmkrebs RR 1,06, nicht signifikant
Ergebnisse: Darmkrebs RR 1,06, nicht signifikant (Emmanouilidou 2022); VITAL HR 1,09 (0,73–1,62)
Obwohl Beobachtungsstudien bei höheren Vitamin-D-Werten weniger Darmkrebs zeigen, verhinderte die Einnahme in Placebo-Studien keinen Darmkrebs. Die Meta-Analyse von neun Studien mit über 71.000 Menschen fand keinen Effekt, ebenso VITAL und D-Health. Ob Menschen mit schwerem Mangel profitieren, ist nicht untersucht. 8, 3, 202
Darmpolypen (Adenome) verhindernnach Polypenentfernung oder in der Allgemeinbevölkerungspricht dagegen9 Studien, 71.386 Pers. (Emmanouilidou 2022)Darmpolypen RR 1,00, fortgeschrittene Adenome und serratierte Polypen ohne Effekt
Ergebnisse: Darmpolypen (Adenome) RR 1,00 (p = 0,91), fortgeschrittene Adenome und serratierte Polypen ohne Effekt (Emmanouilidou 2022, 9 Studien); erneute Adenome RR 0,99 mit 1.000 IE täglich (Baron 2015); Adenome OR 1,08 und serratierte Polypen OR 1,02 in VITAL (Song 2021)
Die Vorstufen von Darmkrebs wurden in zwei großen Studien gezielt untersucht. Bei Menschen, denen bereits Polypen entfernt worden waren, verhinderte Vitamin D3 neue Polypen nicht, auch nicht zusammen mit Kalzium. In der VITAL-Bevölkerung zeigte sich ebenfalls kein Unterschied; nur bei niedrigem Ausgangswert deutete sich ein möglicher Vorteil an, der nicht gesichert ist. 8, 206, 207
Brustkrebs vorbeugenFrauen, überwiegend nach den Wechseljahrenspricht dagegen7 Studien, 19.137 Pers. (Li 2021)Brustkrebs RR 1,04, nicht signifikant
Ergebnisse: Brustkrebs RR 1,04, nicht signifikant (Li 2021); Vitamin D allein RR 1,04, mit Kalzium RR 0,99 (Zhou 2020); VITAL HR 1,02
Zwei Meta-Analysen von Placebo-Studien fanden kein geringeres Brustkrebsrisiko unter Vitamin D, weder allein noch zusammen mit Kalzium. Auch die Brustdichte in der Mammografie veränderte sich nicht. VITAL und D-Health bestätigen das. Der Schutz, den Beobachtungsstudien nahelegen, ist in kontrollierten Studien nicht erkennbar. 208, 209, 3
Überleben bei bestehender Krebserkrankung verbessernspricht dagegen7 Studien, 7.528 Pers. (Kuznia 2023, Einzeldaten von Teilnehmenden mit Krebs)Gesamtüberleben der Teilnehmenden mit Krebs nicht signifikant verbessert
Menschen mit Krebs, vor allem Verdauungstrakt und Darm; zusätzlich zur Therapie
Ergebnisse: Gesamtüberleben der Teilnehmenden mit Krebs nicht signifikant verbessert (Kuznia 2023, 7 Studien); 5-Jahres-Gesamtüberleben HR 0,95 bei Krebs des Verdauungstrakts (AMATERASU 2019); ungünstige Darmkrebsverläufe HR 0,70 in kleinen Studien (Vaughan-Shaw 2020)
Vitamin D verlängert das Überleben bei bestehender Krebserkrankung nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Einzeldaten-Auswertung von sieben großen Placebo-Studien fand bei Teilnehmenden, die an Krebs erkrankt waren, kein gesichert längeres Überleben, und auch die größte Studie bei Krebs des Verdauungstrakts (AMATERASU) zeigte keinen Vorteil. Eine Meta-Analyse kleiner Darmkrebsstudien fand weniger Rückfälle oder Todesfälle; das betrifft aber nicht das Gesamtüberleben. 30, 211, 212
Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Ereignisse vorbeugenErwachsene, meist über 60 Jahre, ohne ausgewählten Mangelspricht dagegen29 Studien, über 134.000 Pers. (Rasouli 2023)Herz-Kreislauf-Erkrankungen RR 0,99
Ergebnisse: Herz-Kreislauf-Erkrankungen RR 0,99 (95 % KI 0,95–1,03) (Rasouli 2023, 29 RCTs); schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 1,00 (Barbarawi 2019); HR 0,96, nicht signifikant (Cheng 2025, 5 Großstudien); VITAL HR 0,97, ViDA HR 1,02, D-Health HR 0,91 (0,81–1,01)
Vitamin D senkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 29 Studien und über 134.000 Teilnehmenden fand keinen Unterschied zu Placebo, ebenso frühere große Auswertungen, unabhängig von Ausgangswert, Dosis und Einnahmeart. Auch die Großstudien VITAL, ViDA und D-Health zeigten keinen gesicherten Effekt. 28, 3, 213, 214, 192, 215, 216
Herzinfarkt vorbeugenErwachsene, meist über 60 Jahrespricht dagegen36 Studien (Mattumpuram 2024)Herzinfarkt RR 0,98
Ergebnisse: Herzinfarkt RR 0,98 (95 % KI 0,91–1,06) (Mattumpuram 2024, 36 Studien); RR 1,00 (Barbarawi 2019); HR 0,88, nicht signifikant (Cheng 2025); D-Health HR 0,81 (0,67–0,98); VITAL HR 0,96
Vitamin D beugt Herzinfarkten nach heutigem Stand nicht vor. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 36 Placebo-Studien fand keinen Unterschied, ebenso die große Auswertung von 2019 und die VITAL-Studie. Nur in der australischen D-Health-Studie traten als Nebenergebnis rund ein Fünftel weniger Herzinfarkte auf, und eine Auswertung der Großstudien lag knapp an der Signifikanzgrenze. 217, 215, 216, 213, 3
Schlaganfall vorbeugenErwachsene, meist über 60 Jahrespricht dagegen36 Studien (Mattumpuram 2024)Schlaganfall RR 1,03
Ergebnisse: Schlaganfall RR 1,03 (95 % KI 0,95–1,11) (Mattumpuram 2024, 36 Studien); RR 1,06 (0,98–1,15) (Barbarawi 2019); VITAL HR 0,95; D-Health HR 0,99
Auf Schlaganfälle hat Vitamin D keinen erkennbaren Einfluss. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 36 Placebo-Studien fand keinen Unterschied, ebenso alle weiteren großen Auswertungen und die Großstudien VITAL und D-Health. 217, 215, 213, 3, 216
Seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterbenErwachsene, meist über 60 Jahrespricht dagegen36 Studien (Mattumpuram 2024)Herz-Kreislauf-Sterblichkeit RR 1,01
Ergebnisse: Herz-Kreislauf-Sterblichkeit RR 1,01 (95 % KI 0,94–1,08) (Mattumpuram 2024, 36 Studien); RR 0,98 (Zhang 2019); RR 0,98 (Barbarawi 2019); D-Health HR 0,96; VITAL HR 1,11
Herz-Kreislauf-Todesfälle werden durch Vitamin D nicht seltener. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 36 Placebo-Studien fand keinen Unterschied, ebenso zwei frühere große Auswertungen und die Großstudien VITAL und D-Health. 217, 39, 215, 194, 3
Typ-2-Diabetes vorbeugen ohne Prädiabetesältere Erwachsene der Allgemeinbevölkerungspricht dagegen3 Placebo-Studien, 42.337 Pers. (VITAL, D-Health, FIND)neuer Typ-2-Diabetes HR 0,91 in VITAL
Ergebnisse: neuer Typ-2-Diabetes HR 0,91 (95 % KI 0,76–1,09) in VITAL (Tobias 2025); HR 0,97 (0,84–1,12) mit 60.000 IE monatlich in D-Health (Duarte Romero 2026); HR 0,86 (0,58–1,29) in FIND (Virtanen 2025); niedrig dosierte Studien RR 1,02 (Barbarawi 2020)
In der Allgemeinbevölkerung ohne Prädiabetes verhindert Vitamin D keinen Typ-2-Diabetes. Drei große Placebo-Studien mit zusammen über 42.000 älteren Erwachsenen, VITAL aus den USA, D-Health aus Australien und FIND aus Finnland, fanden kein gesichert geringeres Risiko, auch die Blutzuckerwerte blieben gleich. Ältere Studien mit niedrigeren Dosen zeigten ebenfalls keinen Effekt. 232, 230, 233, 234
Abnehmen und Körperfett verringernErwachsene, normalgewichtig bis adipös, mit oder ohne Diätspricht dagegen12 Studien (Oliveira 2024, metabolisches Syndrom); 26 Studien, 42.430 Pers. (Chandler 2015)Gewicht, Taillenumfang und Stoffwechselwerte ohne Effekt
Ergebnisse: Gewicht, Taillenumfang und Stoffwechselwerte ohne Effekt (Oliveira 2024, 12 Studien); Gewicht −0,05 kg, BMI −0,06, Fettmasse −0,43 kg, alle nicht signifikant (Chandler 2015); Gewicht −0,43 kg, nicht signifikant, BMI −0,32 und Taille −1,42 cm bei Übergewicht (Perna 2019)
Beim Abnehmen hilft Vitamin D nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit zwölf Studien bei Menschen mit metabolischem Syndrom und eine große Auswertung mit über 42.000 Teilnehmenden fanden keine Veränderung von Gewicht oder Fettmasse, und in einer einjährigen Diät-Studie verloren Frauen mit Vitamin D nicht mehr Gewicht als mit Placebo. Kleinere Auswertungen bei Übergewicht zeigen minimale Rückgänge von BMI und Taillenumfang. 54, 38, 240, 241, 242
Gehirn, Psyche & Sonstiges 32
2 gut belegt · 6 wahrscheinlich · 16 unklar · 5 spricht dagegen · 3 nicht untersucht
Diagnostizierte Depression linderngut belegt20 Studien (Wang L 2025); 18 Studien, 1.980 Pers. (Srifuengfung 2023)Depressionswerte SMD −0,36
Erwachsene mit ärztlich festgestellter Depression, meist zusätzlich zur üblichen Behandlung
Ergebnisse: Depressionswerte SMD −0,36 (95 % KI −0,52 bis −0,20) (Wang L 2025, 20 Studien); SMD −0,49 (−0,75 bis −0,23), bei Erwachsenen −0,70, bei Kindern und Jugendlichen kein Effekt (Srifuengfung 2023); SMD −0,98 (Liu 2026, 15 Studien); SMD −0,15 (Wang R 2024, 18 Studien)
Bei Menschen mit diagnostizierter Depression lindert Vitamin D zusätzlich zur üblichen Behandlung die Beschwerden; neun Meta-Analysen, die größte mit 20 Studien, kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Der Effekt ist im Mittel mäßig, schwankt zwischen den Auswertungen aber stark, und die Studien sind meist klein. Bei Kindern und Jugendlichen mit Depression zeigte sich kein Nutzen, und Vitamin D ersetzt keine Depressionsbehandlung. 21, 22, 262, 263
Regelschmerzen linderngut belegt11 Studien, 687 Pers. (Lin 2024)Schmerz MD −1,64 Punkte, I² 79 %, Sicherheit mittel
junge Frauen mit primärer Dysmenorrhö, meist hohe Einzel- oder Wochendosen
Ergebnisse: Schmerz MD −1,64 Punkte (−2,27 bis −1,00), I² 79 %, Sicherheit mittel; nur bei primärer, nicht bei sekundärer Dysmenorrhö (Lin 2024); SMD −1,40 (−2,08 bis −0,73), bei > 50.000 IE/Woche (Chen 2023)
Regelschmerzen ohne zugrunde liegende Erkrankung lassen mit Vitamin D nach; zwei Meta-Analysen mit 11 und 8 Studien kommen übereinstimmend auf einen Rückgang um gut eineinhalb Punkte auf einer Zehn-Punkte-Skala, bei mittlerer Sicherheit. Bei Schmerzen durch Endometriose half Vitamin D nicht. Die Studien nutzten meist sehr hohe Einzel- oder Wochendosen, die ärztlich begleitet werden sollten, und ihre Ergebnisse streuen stark. 60, 296, 297
Depressive Verstimmung verringernwahrscheinlich41 Studien, 53.235 Pers. (Mikola 2023)Hedges' g −0,32, I² 88 %, GRADE sehr niedrig
Erwachsene aus Allgemeinbevölkerung und Patientengruppen, mit und ohne Depression
Ergebnisse: Hedges' g −0,32 (−0,41 bis −0,23), I² 88 %, GRADE sehr niedrig (Mikola 2023); 31 RCTs, 24.189 Pers.: SMD −0,32 je 1.000 IE/Tag, in Studien über 52 Wochen kein Effekt (+0,14) (Ghaemi 2024)
Über viele Studien zusammengerechnet gehen depressive Beschwerden mit Vitamin D wahrscheinlich leicht zurück, vor allem bei Menschen mit bereits vorhandenen Beschwerden und in Studien bis etwa sechs Monate; zwei Meta-Analysen mit 41 und 31 Studien zeigen das übereinstimmend. Höher eingestuft ist das nicht, weil die große VITAL-DEP-Studie mit über 18.000 Erwachsenen über fünf Jahre keinen Unterschied in der Stimmung fand, ebenso D-Health. Die Ergebnisse streuen sehr stark, und die Gutachter der größten Auswertung bewerten die Sicherheit als sehr niedrig. 24, 264, 265, 23
- große Einzelstudie ohne Effekt (Okereke et al. 2020 (VITAL-DEP), n = 18353)
Schlafqualität verbessernErwachsene, überwiegend mit Schlafproblemen oder niedrigem Spiegelwahrscheinlich5 Studien (Mirzaei-Azandaryani 2022)Pittsburgh-Schlafindex −1,32 Punkte, hohe Heterogenität
Ergebnisse: Pittsburgh-Schlafindex −1,32 Punkte (95 % KI −2,55 bis −0,09), hohe Heterogenität (Mirzaei-Azandaryani 2022, 5 Studien); −2,33 (−3,09 bis −1,57) in 3 Studien (Abboud 2022); SMD −0,45 (Yan 2020, 4 Studien); Schlafdauer, Schläfrigkeit, Restless Legs uneinheitlich
Die selbst eingeschätzte Schlafqualität verbessert sich mit Vitamin D wahrscheinlich etwas; die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf Studien und mehrere kleinere Auswertungen fanden übereinstimmend bessere Werte im Pittsburgh-Fragebogen. Die Zahl der gepoolten Studien ist aber klein, und viele Teilnehmende hatten Schlafprobleme oder einen niedrigen Spiegel. Für Schlafdauer, Tagesmüdigkeit und Schlafstörungen wie Restless Legs sind die Ergebnisse uneinheitlich. 276, 277, 278
Denkleistung erhalten oder verbessernüberwiegend ältere Erwachsene ohne Demenzwahrscheinlich24 Studien, 7.557 Pers. (Chen WY 2024)globale Kognition g 0,13, einzelne Bereiche ohne Effekt, stärker bei Mangel
Ergebnisse: globale Kognition g 0,13 (p = 0,008), einzelne Bereiche ohne Effekt, stärker bei Mangel (g 0,48) (Chen WY 2024, 24 Studien, 7.557 Pers.); Ältere SMD 0,66 (0,02–1,30) (Behrouzi 2026, 9 Studien); VITAL-Cog, 4.218 Pers.: jährlicher Abbau MD 0,01, nicht signifikant (Kang 2021); DO-HEALTH, 2.157 Pers.: MoCA ohne Effekt (Bischoff-Ferrari 2020)
Vitamin D hat wahrscheinlich einen sehr kleinen Vorteil für die allgemeine Denkleistung, vor allem bei Menschen mit Mangel; zwei Meta-Analysen mit 24 und 9 Studien zeigen das übereinstimmend, einzelne Bereiche wie Gedächtnis blieben unverändert. Höher eingestuft ist das nicht, weil die große VITAL-Cog-Studie mit über 4.200 Älteren keinen Unterschied im geistigen Abbau fand; auch D-Health und DO-HEALTH mit überwiegend gut versorgten Älteren sahen nach zwei bis drei Jahren keinen Effekt. 26, 27, 100, 279, 280
- große Einzelstudie ohne Effekt (Kang et al. 2021 (VITAL-Cog), n = 4218)
Migräne-Attacken verringernErwachsene mit Migräne, meist zusätzlich zur Behandlungwahrscheinlich6 Studien, 301 Pers. (Hu 2021)Attacken −2,74 pro Monat, Kopfschmerztage −1,56 pro Monat
Ergebnisse: Attacken −2,74 pro Monat (−3,82 bis −1,67), Kopfschmerztage −1,56 pro Monat; Schwere und Dauer n. s. (Hu 2021); 22 Studien zu Ergänzungsmitteln: Vitamin D Häufigkeit −1,69, Migränetage −2,41 (Talandashti 2025)
Bei Migräne verringert Vitamin D zusätzlich zur Behandlung wahrscheinlich die Zahl der Attacken und Kopfschmerztage pro Monat; die maßgebliche Meta-Analyse mit sechs Studien fand knapp drei Attacken weniger. Wie stark und wie lange eine Attacke ist, änderte sich dagegen nicht sicher. Die Auswertungen stützen sich weitgehend auf dieselben wenigen kleinen Studien, und eine Kopfschmerz-Auswertung innerhalb von VITAL fand keinen Unterschied. 25, 287, 288
Prämenstruelle Beschwerden (PMS) lindernFrauen mit PMS, meist mit niedrigem Spiegelwahrscheinlich5 Studien, 436 Pers. (Zainab 2026)PMS-Gesamtwert SMD −0,78, körperliche Beschwerden −1,00, Stimmung −0,78
Ergebnisse: PMS-Gesamtwert SMD −0,78 (95 % KI −1,30 bis −0,26), körperliche Beschwerden −1,00, Stimmung −0,78; Angst, Heißhunger, Wassereinlagerung nicht signifikant; Sicherheit sehr niedrig (Zainab 2026, 5 Studien)
In fünf Studien wurden prämenstruelle Beschwerden mit Vitamin D insgesamt milder, besonders körperliche Beschwerden und gedrückte Stimmung. Angst und Wassereinlagerungen änderten sich nicht. Die Studien sind klein und unterschiedlich, die Sicherheit der Aussage gilt als sehr niedrig. 295
Eisprung und Schwangerschaft bei PCOS fördernFrauen mit polyzystischem Ovarsyndrom, oft mit Kinderwunschbehandlungwahrscheinlich18 Studien, 1.691 Pers. (Yang 2023)Schwangerschaftsrate RR 1,44, Eisprungrate RR 1,42, frühe Fehlgeburt RR 0,44
Ergebnisse: Schwangerschaftsrate RR 1,44 (95 % KI 1,28–1,62), Eisprungrate RR 1,42 (1,14–1,78), frühe Fehlgeburt RR 0,44 (Yang 2023, 18 Studien zur Schwangerschaft)
Bei Frauen mit PCOS erhöht Vitamin D wahrscheinlich die Chance auf eine Schwangerschaft: In der maßgeblichen Meta-Analyse kam es in 18 Studien häufiger zum Eisprung und zur Schwangerschaft, frühe Fehlgeburten waren seltener. Viele Studien stammen aus chinesischen Datenbanken und sind von begrenzter Qualität, teils lief Vitamin D zusammen mit Calcium oder Metformin. Lebendgeburten wurden kaum ausgewertet. 304
Wochenbettdepression vorbeugenSchwangere, Einnahme während der Schwangerschaftunklarerste Hinweise2 Studien (Nababan 2026)EPDS-Wert 4 Wochen nach Geburt −2,70 Punkte, GRADE niedrig, aus nur 2 RCTs
Ergebnisse: EPDS-Wert 4 Wochen nach Geburt −2,70 Punkte (−3,68 bis −1,71), GRADE niedrig, aus nur 2 RCTs (Nababan 2026)
Nur zwei kleine Studien haben geprüft, ob Vitamin D in der Schwangerschaft depressiven Beschwerden nach der Geburt vorbeugt; beide berichten niedrigere Werte. Eine systematische Übersicht hält die Studien für zu klein für feste Schlüsse, die Beobachtungsdaten sind widersprüchlich. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Placebo-Studien. 48, 269
Winterdepression lindernErwachsene mit saisonalen Stimmungstiefsunklar1 kleiner Placebo-RCT, 34 Pers. (Frandsen 2014)SIGH-SAD nach 12 Wochen kein Unterschied zu Placebo
Ergebnisse: SIGH-SAD nach 12 Wochen kein Unterschied zu Placebo (p = 0,7); beide Gruppen verbesserten sich gleichermaßen zum Frühjahr hin
Ob Vitamin D gegen Winterdepression hilft, ist unklar. Die einzige Placebo-Studie mit 34 Beschäftigten im Gesundheitswesen fand nach drei Monaten mit 2.800 IE täglich keinen Unterschied, beide Gruppen fühlten sich zum Frühling hin besser. Die Studie war zu klein, um einen Effekt sicher auszuschließen. 270
Müdigkeit bei Vitamin-D-Mangel verringernsonst gesunde Erwachsene mit Erschöpfung und 25(OH)D unter 20 µg/Lunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 120 Pers. (Nowak 2016)Erschöpfungsskala FAS −3,3 vs
Ergebnisse: Erschöpfungsskala FAS −3,3 vs. −0,8 Punkte nach 4 Wochen (p = 0,01); Besserung bei 72 % vs. 50 % (OR 2,63)
Ob Vitamin D Müdigkeit ohne Grunderkrankung verringert, ist noch unklar. In einer Studie mit 120 jungen Erwachsenen mit Erschöpfung und Mangel verringerte eine einmalige hohe Dosis die Erschöpfung nach vier Wochen deutlicher als Placebo, eine weitere kleine Studie mit Frauen um die Wechseljahre ebenfalls. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Gezeigt ist das nur bei Mangel, es fehlen größere Studien, auch mit Menschen ohne Mangel. 59
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Erschöpfung bei Multipler Sklerose verringernErwachsene mit MSunklar4 Studien (López-Muñoz 2023, ohne Alfacalcidol-Studie)ohne die Studie mit dem Arzneistoff Alfacalcidol Erschöpfung SMD −0,05, nicht signifikant
Ergebnisse: ohne die Studie mit dem Arzneistoff Alfacalcidol Erschöpfung SMD −0,05 (95 % KI −0,33 bis 0,24), nicht signifikant (López-Muñoz 2023, Volltext); mit dieser Studie −0,18 (−0,36 bis −0,01); 20.000 IE wöchentlich ohne Effekt auf Erschöpfung (Kampman 2012)
Ob Vitamin D die Erschöpfung bei Multipler Sklerose verringert, ist unklar. Rechnerisch fand die maßgebliche Meta-Analyse einen kleinen Vorteil, der aber fast ganz auf einer Studie mit dem verschreibungspflichtigen Vitamin-D-Abkömmling Alfacalcidol beruht; ohne sie war über vier Studien kein Unterschied zu erkennen. Weitere Placebo-Studien sind klein, die Autoren empfehlen die Einnahme nur unter ärztlicher Aufsicht. 273, 274
Erschöpfung nach COVID-19 (Long COVID) verringernErwachsene mit Post-COVID-Syndromunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 80 Pers. (Charoenporn 2024)Chalder-Erschöpfungsskala −3,5, Angst −2,0, Kognitionstest +2,1
Ergebnisse: Chalder-Erschöpfungsskala −3,5 (p = 0,024), Angst −2,0, Kognitionstest +2,1; Schlaf, Depression, Entzündungswerte ohne Unterschied
Ob Vitamin D Erschöpfung nach COVID-19 lindert, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie mit 80 Menschen mit Post-COVID-Beschwerden gingen Erschöpfung und Angst mit hoch dosiertem Vitamin D über acht Wochen stärker zurück als mit Placebo; Schlaf, Stimmung und Entzündungswerte blieben gleich. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlt eine Bestätigung durch weitere, größere Placebo-Studien. 275
Demenz vorbeugen (Vitamin D allein)ältere Erwachsene ohne Demenzunklar1 Placebo-Studie, 2.492 Pers. (FIND, Lönnroos 2025)Demenz 18 vs
Ergebnisse: Demenz 18 vs. 14 vs. 13 Fälle; mit 1.600 IE HR 0,77 (95 % KI 0,38–1,55), mit 3.200 IE HR 0,72 (0,35–1,48), beide nicht signifikant (Lönnroos 2025)
Ob Vitamin D allein einer Demenz vorbeugt, ist offen. Die einzige Placebo-Studie mit Demenz-Diagnosen als Ziel, die finnische FIND-Studie mit fast 2.500 Älteren, fand über rund vier Jahre mit 1.600 oder 3.200 IE täglich keine gesichert selteneren Erkrankungen. Die Teilnehmenden waren meist gut versorgt, und mit insgesamt 45 Fällen war die Studie für diese Frage zu klein. 281
Demenz vorbeugen (Vitamin D mit Calcium)unklar1 Placebo-Studie, 4.143 Frauen (WHI, Rossom 2012)Demenz HR 1,11, leichte kognitive Störung HR 0,95, beide nicht signifikant
Frauen ab 65 Jahren ohne Demenz; 400 IE Vitamin D plus 1.000 mg Calcium
Ergebnisse: Demenz HR 1,11 (95 % KI 0,71–1,74), leichte kognitive Störung HR 0,95 (0,72–1,25), beide nicht signifikant (Rossom 2012); Cochrane-Auswertung beruht auf derselben Studie (Rutjes 2018)
Ob Vitamin D zusammen mit Calcium einer Demenz vorbeugt, ist unklar, ein Schutz zeigte sich nicht. Es gibt dazu nur eine Placebo-Studie: In der amerikanischen WHI-Studie erkrankten über 4.000 ältere Frauen mit täglich 400 IE Vitamin D plus Calcium über knapp acht Jahre nicht seltener an Demenz oder leichten Gedächtnisstörungen. Die Dosis war niedrig, weitere Studien fehlen. 282, 283
Denkleistung bei Alzheimer verbessernältere Menschen mit Alzheimer-Demenzunklarerste Hinweise1 Placebo-RCT, 210 Pers. (Jia 2019)Gesamt-IQ und mehrere Untertests nach 12 Monaten besser als Placebo
Ergebnisse: Gesamt-IQ und mehrere Untertests (Information, Rechnen, Zahlenspanne) nach 12 Monaten besser als Placebo; Amyloid-Blutmarker gesenkt
Ob Vitamin D die Denkleistung bei Alzheimer verbessert, ist unklar. Eine chinesische Studie mit 210 Menschen mit Alzheimer berichtet nach einem Jahr mit 800 IE täglich bessere Werte in mehreren Denktests als mit Placebo, eine Netzwerk-Auswertung vieler Nährstoffe fand für Vitamin D keinen Effekt. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen weitere Placebo-Studien bei Menschen mit Alzheimer. 284
Anfälle bei schwer behandelbarer Epilepsie verringernzusätzlich zu Antiepileptikaunklar4 Studien, 183 Pers. (Alrabadi 2026)Anfallshäufigkeit −8,3 pro Monat
Ergebnisse: Anfallshäufigkeit −8,3 pro Monat (−13,4 bis −3,3)
Ob Vitamin D Anfälle bei Epilepsie verringert, ist unklar. Eine Meta-Analyse aus vier kleinen Studien bei schwer behandelbarer Epilepsie berichtet weniger Anfälle, nicht alle Studien waren aber placebokontrolliert; zwei neuere Placebo-Studien mit 200 und 74 Teilnehmenden fanden keinen Unterschied. 285
Schizophrenie-Beschwerden verringernErwachsene, zusätzlich zu AntipsychotikaunklarwidersprüchlichNetzwerk-Meta-Analyse, 17 RCTs zu 4 Nährstoffen, 1.165 Pers. (Xu 2022)Vitamin D nicht signifikant schlechter als N-Acetylcystein
Ergebnisse: Vitamin D nicht signifikant schlechter als N-Acetylcystein (PANSS MD −5,2; −10,9 bis 0,5); kein Abstract-Wert für Vitamin D gegen Placebo
Ob Vitamin D Schizophrenie-Beschwerden verringert, ist unklar. Als Zusatz zu Medikamenten wurde es nur in wenigen kleinen Studien geprüft: Eine Studie bei Mangel fand eine Besserung, eine andere unter Clozapin keinen Unterschied. Eine Netzwerk-Analyse von Nahrungsergänzungen nennt im Abstract keinen eigenen Effekt gegenüber Placebo. 286
Akne verbessernleichte bis mittlere Akne, zusätzlich zur äußerlichen Behandlungunklar1 kleiner Placebo-RCT, 44 Pers. (Ruikchuchit 2024)Besserung unter Benzoylperoxid in beiden Gruppen gleich
Ergebnisse: Besserung unter Benzoylperoxid in beiden Gruppen gleich; weniger Rückfälle entzündlicher Pickel 4 Wochen nach Ende (p = 0,048)
Ob Vitamin D Akne bessert, ist unklar. In der einzigen Placebo-Studie mit 44 Teilnehmenden besserte sich die Akne unter der üblichen Creme in beiden Gruppen gleich; mit Vitamin D kamen danach etwas weniger entzündliche Pickel zurück. Menschen mit Akne haben im Schnitt niedrigere Vitamin-D-Spiegel, das zeigen aber nur Beobachtungsstudien. 42, 291
Endometriose-Schmerzen lindernFrauen und junge Frauen mit Endometrioseunklarwidersprüchlich2 Studien (Pan 2025); dazu 4 kleine Placebo-Studien, 214 Pers.Beckenschmerz SMD 0,32, Regelschmerz −0,12, nicht signifikant
Ergebnisse: Beckenschmerz SMD 0,32 (95 % KI −0,10 bis 0,75), Regelschmerz −0,12, nicht signifikant (Pan 2025, 2 Studien); Schmerzrückgang wie unter Placebo (Nodler 2020); Beckenschmerz signifikant geringer in einer iranischen Studie mit 60 Frauen (Mehdizadehkashi 2021)
Ob Vitamin D Endometriose-Schmerzen lindert, ist unklar. Alle Meta-Analysen poolen dieselben zwei kleinen Studien und fanden keinen Unterschied zu Placebo; in einer davon gingen die Schmerzen mit Vitamin D und mit Placebo gleich stark zurück. Eine weitere kleine Studie mit 60 Frauen berichtet dagegen weniger Beckenschmerzen, eine neuere mit 66 Frauen keinen Unterschied. 298, 299, 300, 301
Wechseljahresbeschwerden lindern (Vitamin D mit Calcium)Frauen nach der Menopause; 400 IE Vitamin D plus 1.000 mg Calciumunklar1 Placebo-Studie, 34.157 Frauen, 5,7 Jahre (WHI, LeBlanc 2015)Zahl der Wechseljahresbeschwerden ohne Unterschied, ebenso Schlafstörungen, …
Ergebnisse: Zahl der Wechseljahresbeschwerden ohne Unterschied (p = 0,70), ebenso Schlafstörungen, Wohlbefinden und Energie (LeBlanc 2015)
Ob Vitamin D mit Calcium Wechseljahresbeschwerden lindert, ist unklar, ein Nutzen zeigte sich nicht. In der großen amerikanischen WHI-Studie hatten über 34.000 Frauen mit täglich 400 IE Vitamin D plus Calcium über fast sechs Jahre nicht weniger Beschwerden als mit Placebo, auch Schlaf und Energie blieben gleich. Es ist die einzige Studie dazu, und die Dosis war niedrig. 303
Schwangerschaftschance bei Kinderwunschbehandlung erhöhenunfruchtbare Frauen, meist mit Vitamin-D-Mangel, IVFunklar5 RCTs (Zhou 2022); 9 RCTs + 3 Kohorten, 2.352 Pers. (Meng 2023)Klinische Schwangerschaft RR 1,34, n
Ergebnisse: Klinische Schwangerschaft RR 1,34 (0,81 bis 2,24), n. s.; nur biochemische Schwangerschaft RR 1,53 (Zhou 2022); klinische Schwangerschaft OR 1,70 (1,24 bis 2,34), gemischt mit Kohorten (Meng 2023); gegenüber Placebo kein Effekt von Ergänzungsmitteln (Michaelsen 2026)
Ob Vitamin D die Chance auf eine Schwangerschaft bei künstlicher Befruchtung erhöht, ist unklar. Eine Auswertung reiner Placebo-Studien fand keinen Vorteil bei der klinischen Schwangerschaft; ein positives Ergebnis stammt aus einer Analyse, die auch Beobachtungsstudien einschließt. Lebendgeburten wurden kaum untersucht. 306, 307, 308
Erektionsstörungen vorbeugen oder bessernMänner von 60 bis 84 Jahrenunklar1 Mega-RCT, 8.920 Männer, 3 Jahre (Duarte Romero 2024, D-Health)Erektionsstörung 58,8 % vs
Ergebnisse: Erektionsstörung 58,8 % vs. 59,0 %, Prävalenzverhältnis 1,00 (0,97 bis 1,03)
Ob Vitamin D Erektionsstörungen vorbeugt oder bessert, ist unklar, ein Nutzen zeigte sich nicht. In der einzigen großen Placebo-Studie, der australischen D-Health-Studie, hatten knapp 9.000 ältere Männer nach drei Jahren mit monatlich 60.000 IE genauso häufig Erektionsstörungen wie mit Placebo, auch in keiner Untergruppe zeigte sich ein Vorteil. Weitere Placebo-Studien gibt es nicht. 315
Zahnfleischtaschen bei Parodontitis verringernzusätzlich zur Zahnreinigung durch die Praxisunklarerste Hinweise2 Placebo-RCTs, 387 Pers. (Gao 2020; Perić 2020)Taschentiefe und Attachmentverlust leicht, aber signifikant besser, klinisch kaum relevant
Ergebnisse: Taschentiefe und Attachmentverlust leicht, aber signifikant besser (z. B. −1,1 vs. −1,0 mm), klinisch kaum relevant (Gao 2020); Pilotstudie mit 27 Pers. ohne signifikanten Unterschied (Perić 2020)
Ob Vitamin D bei Parodontitis spürbar hilft, ist unklar. Als Zusatz zur Behandlung verbesserte es in einer Studie mit 360 Patientinnen und Patienten die Zahnfleischtaschen nur um Zehntelmillimeter, was die Autoren selbst als klinisch kaum bedeutsam einstufen; eine kleine Studie fand keinen Unterschied. Ein Nutzen wird vor allem bei Mangel vermutet. Das sind erste Hinweise, weitere Studien nötig: Es fehlen größere Placebo-Studien, vor allem bei Menschen mit Mangel. 316, 317
Depression vorbeugenErwachsene ab 50 Jahren ohne aktuelle Depressionspricht dagegen3 Placebo-Studien, 37.457 Pers. (VITAL-DEP, D-Health, FIND)neue oder wiederkehrende Depression HR 0,97 mit 2.000 IE täglich
Ergebnisse: neue oder wiederkehrende Depression HR 0,97 (95 % KI 0,87–1,09) mit 2.000 IE täglich (Okereke 2020, VITAL-DEP); Beginn von Antidepressiva HR 1,04 (0,96–1,12) mit 60.000 IE monatlich (Rahman 2022, D-Health); Major Depression mit 1.600 IE HR 0,78 und mit 3.200 IE HR 0,57, nicht signifikant (Ahl 2025, FIND)
Vitamin D beugt Depressionen bei Erwachsenen ohne Depression nicht vor. Drei große Placebo-Studien aus den USA, Australien und Finnland mit zusammen über 37.000 Menschen fanden über mehrere Jahre keine selteneren Depressionen, auch die Stimmungswerte entwickelten sich gleich. Nur in der finnischen Studie zeigte sich in der verlängerten Nachbeobachtung ein Grenzfall-Hinweis auf weniger Erkrankungen mit der höheren Dosis. 23, 266, 267, 268
Angst verringernErwachsene mit oder ohne Angststörung oder Depressionspricht dagegen7 Studien, 641 Pers. (Ghaemi 2024)Angstwerte ohne signifikanten Unterschied zu Placebo, Evidenzqualität niedrig
Ergebnisse: Angstwerte ohne signifikanten Unterschied zu Placebo, Evidenzqualität niedrig (Ghaemi 2024, 7 Studien, 641 Pers.); einzelne kleine Studien bei Depression positiv: HAMA −2,2 Punkte (Zhu 2020), GAD-7 −1,8 Punkte (Lee 2026, teilrandomisiert)
Vitamin D verringert Angstbeschwerden nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse fand über sieben Placebo-Studien keinen Unterschied bei den Angstwerten. Zwei kleinere Studien an Menschen mit Depression und niedrigem Spiegel berichten etwas geringere Angstwerte, eine davon war nur teilweise randomisiert. 264, 271, 272
Männliche Hormone und Haarwuchs bei PCOS senkenFrauen mit polyzystischem Ovarsyndromspricht dagegen5 Studien (Zhang B 2023, Haarwuchs-Score)Haarwuchs-Score mF-G MD 0,04, ohne Effekt
Ergebnisse: Haarwuchs-Score mF-G MD 0,04 (95 % KI −0,79 bis 0,86), ohne Effekt (Zhang B 2023, 5 Studien); Gesamttestosteron leicht gesenkt, MD −0,17 (−0,29 bis −0,05), SHBG unverändert
Den vermehrten Haarwuchs bei PCOS verringert Vitamin D nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse fand über fünf Studien beim Haarwuchs-Score keinen Unterschied zu Placebo. Gesunken ist nur der Testosteronwert im Blut, und zwar leicht; ob diese Laborveränderung im Alltag spürbar ist, ist offen. 305
Spermienqualität verbessernunfruchtbare Männerspricht dagegen6 Studien, 945 Pers. (Jiao 2025)Beweglichkeit SMD 0,82, Gesamtzahl SMD 1,04
Ergebnisse: Beweglichkeit SMD 0,82 (0,00 bis 1,64), Gesamtzahl SMD 1,04 (Jiao 2025); 8 RCTs + 3 Beobachtungsstudien: kleine Verbesserungen, keine Wirkung auf Schwangerschaft oder Geburt (Zhang 2026); Samenqualität unverändert (Blomberg Jensen 2018)
Vitamin D verbessert die Spermienbeweglichkeit nach heutigem Stand nicht gesichert. In der maßgeblichen Meta-Analyse mit sechs Studien lag der Unterschied genau an der Signifikanzgrenze, und eine Auswertung nur strenger Placebo-Studien fand keinen Effekt. Die größte und sorgfältigste Einzelstudie mit 330 Männern sah keine bessere Samenqualität, und mehr Schwangerschaften oder Geburten ließen sich insgesamt nicht nachweisen. 309, 310, 311, 312
Testosteron bei Männern erhöhenerwachsene Männerspricht dagegen8 Studien (Hosseini Marnani 2019)Gesamttestosteron MD 0,20 nmol/L, auch in Untergruppen kein Effekt
Ergebnisse: Gesamttestosteron MD 0,20 nmol/L (95 % KI −0,20 bis 0,60), auch in Untergruppen kein Effekt (Hosseini Marnani 2019, 8 Studien); MD 0,47 nmol/L (−0,50 bis 1,44), SHBG und freies Testosteron unverändert (Paez-Allendes 2026)
Vitamin D erhöht das Testosteron bei Männern nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit acht Placebo-Studien und eine neuere Auswertung fanden keinen messbaren Anstieg, auch nicht beim freien, wirksamen Testosteron. Das galt auch für Männer mit niedrigem Ausgangswert oder Mangel. 313, 314
Tinnitus lindernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie in PubMed; 1 Studie ohne Placebo, 101 Pers. (Shen 2025)Hörsturz mit Mangel: Tinnitus-Belastung THI −27,5 vs
Ohrgeräusche bei Hörsturz oder Morbus Menière, zusätzlich zur Behandlung
Ergebnisse: Hörsturz mit Mangel: Tinnitus-Belastung THI −27,5 vs. −13,9 nach 3 Monaten, Vergleichsgruppe ohne Placebo (Shen 2025)
Ob Vitamin D Tinnitus lindert, ist nicht untersucht: Eine in PubMed erfasste Placebo-Studie gibt es nicht. Nach einem Hörsturz besserte sich der Tinnitus bei Menschen mit Mangel mit zusätzlichem Vitamin D in einer Studie ohne Placebo stärker als mit der Standardbehandlung allein; ohne Placebo lässt sich ein Erwartungseffekt nicht ausschließen. Menschen mit Tinnitus haben im Schnitt niedrigere Vitamin-D-Werte, das zeigen aber nur Beobachtungsstudien. 289, 290
- Effekt nur bei Mangel gezeigt
Haarausfall verringernnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 Vergleichsstudie gegen Minoxidil, 45 Pers. (Hassan 2022)Vitamin D allein ohne signifikante Besserung bei weiblichem Haarausfall, nur in …
diffuser Haarausfall (telogenes Effluvium) und erblich bedingter Haarausfall bei Frauen
Ergebnisse: Vitamin D allein ohne signifikante Besserung bei weiblichem Haarausfall, nur in Kombination mit Minoxidil (Hassan 2022); 82,5 % Besserung bei diffusem Haarausfall ohne Kontrollgruppe (Sattar 2021)
Ob Vitamin D gegen Haarausfall hilft, ist nicht untersucht: Eine Studie mit Placebo- oder unbehandelter Vergleichsgruppe gibt es nicht. Menschen mit Haarausfall haben zwar häufig niedrige Vitamin-D-Werte, doch bei erblich bedingtem Haarausfall von Frauen verbesserte Vitamin D allein das Haarbild in einer Vergleichsstudie gegen Minoxidil nicht. Die Besserung bei diffusem Haarausfall in einer Studie ohne Vergleichsgruppe lässt sich nicht von der natürlichen Erholung trennen. 292, 293, 294
Wechseljahresbeschwerden lindern (Vitamin D allein)Frauen nach der Menopausenicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Gesamtwert der BeschwerdenGesamtwert der Wechseljahresbeschwerden mit Vitamin D allein nicht untersucht
Ergebnisse: Gesamtwert der Wechseljahresbeschwerden mit Vitamin D allein nicht untersucht; Einzelbeschwerde Scheidentrockenheit: kein Unterschied zu Placebo nach 12 Wochen (Kamronrithisorn 2020)
Ob Vitamin D allein Wechseljahresbeschwerden insgesamt lindert, ist nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit einem Gesamtwert der Beschwerden gibt es nicht. Eine kleinere Studie prüfte nur die Scheidentrockenheit und fand mit hoch dosiertem Vitamin D keinen Unterschied. Zur Kombination mit Calcium siehe die eigene Zeile. 302
Schwangerschaft & Kinder 23
1 gut belegt · 3 wahrscheinlich · 8 unklar · 7 spricht dagegen · 4 nicht untersucht
Höheres GeburtsgewichtSchwangere; mittleres Gewicht des Neugeborenengut belegt40 Studien, 9.954 Pers. (Yang 2025)Geburtsgewicht +53 g
Ergebnisse: Geburtsgewicht +53 g (95 % KI 16 bis 90; Yang 2025); +75 g (23 bis 128; Bi 2018); +114 g in 9 Studien (Gallo 2020); Gegenbefund: +37 g (−10 bis 84), nicht signifikant (Liu 2022)
Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft Vitamin D nahmen, wiegen bei der Geburt etwas mehr. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 40 Studien und fast 10.000 Schwangeren kommt auf im Mittel gut 50 Gramm, frühere Auswertungen auf 75 bis 114 Gramm. Das ist ein kleiner Unterschied, eine Auswertung mit 42 Studien fand ihn nicht gesichert, und die große Studie aus Bangladesch zeigte keinen Einfluss auf das Wachstum im ersten Lebensjahr. 44, 321, 45, 319, 43
Seltener SchwangerschaftsdiabetesSchwangere ohne Diabetes; Vorbeugung, nicht Behandlungwahrscheinlich12 Studien, 1.992 Pers. (Yang 2025)Risiko RR 0,65
Ergebnisse: Risiko RR 0,65 (95 % KI 0,49 bis 0,86; Yang 2025); nach Vertrauenswürdigkeitsprüfung 1 Studie mit 165 Frauen, RR 0,53 (0,03 bis 8,28), sehr unsicher (Palacios 2024); mit Calcium und Mikronährstoffen RR 0,42 (0,10 bis 1,73), 1 Studie (Palacios 2024)
Vitamin D in der Schwangerschaft senkt das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes wahrscheinlich; in der maßgeblichen Meta-Analyse mit zwölf Studien und knapp 2.000 Schwangeren trat er um gut ein Drittel seltener auf. Die zugrunde liegenden Studien sind meist klein, und nach der strengen Vertrauenswürdigkeitsprüfung des Cochrane-Reviews blieb nur eine einzige kleine Studie mit sehr unsicherem Ergebnis übrig. Eine ärztliche Vorsorge in der Schwangerschaft ersetzt das nicht. 44, 47, 320
Weniger Atemwegsinfekte bei KindernSäuglinge, Kinder und Jugendliche; Gabe direkt an das Kindwahrscheinlich16 Studien, 11.944 Kinder (Jolliffe 2025, Alter 1 bis 15 Jahre)Kinder von 1 bis 15 Jahren signifikant seltener mit Atemwegsinfekt
Ergebnisse: Kinder von 1 bis 15 Jahren signifikant seltener mit Atemwegsinfekt (Jolliffe 2025, 16 Studien); OR 0,71 (95 % KI 0,57–0,90) in 15 Studien (Jolliffe 2021); dagegen RR 0,82 (0,64–1,06), nicht signifikant, nur bei täglich bis 1.000 IE RR 0,42 (Wang 2025, 11 Studien); Mongolei: Klinikaufnahmen wegen Atemwegsinfekt RR 0,86 (0,52–1,40; Ganmaa 2020)
Bei Kindern von 1 bis 15 Jahren senkt Vitamin D das Risiko für Atemwegsinfekte wahrscheinlich etwas; die maßgebliche Meta-Analyse mit 16 Studien und knapp 12.000 Kindern und ihre Vorgängerin kommen zu diesem Ergebnis. Eine Auswertung nur mit Kinderstudien fand insgesamt keinen gesicherten Effekt, allenfalls bei täglicher niedriger Dosis, und große Einzelstudien in der Mongolei und in Kanada zeigten keinen Schutz. Bei Säuglingen unter einem Jahr war kein Vorteil zu sehen. 16, 17, 336, 144, 130, 337
ADHS-Beschwerden bei Kindern verringernKinder und Jugendliche mit ADHS, meist zusätzlich zu Methylphenidatwahrscheinlich5 Studien (Shen 2025); 4 Studien, 256 Kinder (Gan 2019)ADHS-Beschwerden SMD 0,77 zugunsten von Vitamin D
Ergebnisse: ADHS-Beschwerden SMD 0,77 zugunsten von Vitamin D (Shen 2025, 5 Studien); kleine signifikante Verbesserung von Gesamtwert, Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität, Oppositionsverhalten unverändert, Evidenz niedrig bis sehr niedrig (Gan 2019, 4 Studien)
Bei Kindern mit ADHS verringert Vitamin D zusätzlich zur üblichen Behandlung die Beschwerden wahrscheinlich etwas; die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf Studien und eine frühere Auswertung mit vier Studien kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis. Die Studien sind klein und von niedriger Qualität, und fast alle prüften Vitamin D nur als Ergänzung zu Methylphenidat. Ein Ersatz für die ADHS-Behandlung ist Vitamin D nicht. 353, 354
Seltener Tod des Kindes vor oder kurz nach der Geburtunklarkein gemeinsamer Schätzer; Totgeburt 21 Studien, Neugeborenentod 5 Studien (Yang 2025)Totgeburt und Neugeborenentod getrennt jeweils nicht signifikant seltener
Schwangere; Totgeburt und Tod in den ersten Lebenswochen zusammengefasst
Ergebnisse: Totgeburt und Neugeborenentod getrennt jeweils nicht signifikant seltener (Yang 2025); zusammengefasst RR 0,69 (95 % KI 0,48–0,99) (Liu 2022); RR 0,72 (0,47–1,11), nur bei bis zu 2.000 IE täglich RR 0,35 (Bi 2018)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft Totgeburten und Todesfälle kurz nach der Geburt verhindert, ist unklar. Die neueste große Meta-Analyse fand weder bei Totgeburten noch beim Tod in den ersten Lebenswochen einen gesicherten Unterschied, eine ältere Auswertung zusammengefasst knapp ein Drittel weniger Todesfälle, eine weitere dieselbe Richtung ohne gesichertes Ergebnis. Die Ereignisse sind selten, deshalb hängen die Zahlen an wenigen Fällen. 44, 45, 321, 320
Rachitis bei Säuglingen und Kleinkindern vorbeugenunklar3 Studien, 536 Säuglinge (Tan 2020, Gabe an stillende Mütter); 1 Placebo-Studie, 3.046 Kinder (Crowe 2021)Gabe an stillende Mütter: Röntgen-Rachitis RR 0,76, nicht signifikant, biochemische …
Säuglinge und Kleinkinder (Gabe an das Kind oder an die stillende Mutter); Studien vor allem in Ländern mit hohem Rachitisrisiko
Ergebnisse: Gabe an stillende Mütter: Röntgen-Rachitis RR 0,76 (95 % KI 0,18–3,31), nicht signifikant, biochemische Rachitis RR 0,06 (0,01–0,44) (Tan 2020); Afghanistan, 100.000 IE alle 3 Monate: Rachitis 5,3 vs. 5,5 % (OR 0,96; 0,48–1,92) (Crowe 2021); Türkei, Vitamin D gegenüber keiner Gabe RR 0,04 (0–0,71) (Lerch 2007); Mütter mit 28.000 IE wöchentlich in Schwangerschaft und Stillzeit: biochemische Rachitis RR 0,16 (Lautatzis 2024)
Dass Vitamin D Rachitis verhindert, ist seit Jahrzehnten medizinisches Grundwissen, und Fachgesellschaften empfehlen die Gabe an Säuglinge weltweit. Nach moderner Studienlage gilt die Frage trotzdem als unklar, weil es kaum Placebo-Studien gibt: Bei Gabe an stillende Mütter war die im Röntgen sichtbare Rachitis nicht gesichert seltener, nur die im Blut erkennbare; in einer großen Studie mit mangelernährten Kleinkindern in Afghanistan mit Gaben alle drei Monate trat Rachitis nicht seltener auf, dort spielte vermutlich Calciummangel mit. Eine ältere türkische Studie ohne Placebo fand dagegen fast keine Rachitis mehr. 322, 323, 324, 325, 7, 5
Weniger Knochenbrüche bei KindernSchulkinder von 6 bis 13 Jahren mit verbreitetem Mangel (Mongolei)unklar2 Placebo-Studien, 9.861 Kinder (Ganmaa 2024, Middelkoop 2024)mindestens ein Bruch in 3 Jahren 6,4 vs
Ergebnisse: mindestens ein Bruch in 3 Jahren 6,4 vs. 6,1 %, RR 1,10 (95 % KI 0,93–1,29) (Ganmaa 2024, Mongolei); Kapstadt mit 10.000 IE wöchentlich: Brüche selten und ohne Unterschied (Middelkoop 2024)
Ob Vitamin D Knochenbrüche bei Kindern verhindert, ist unklar, ein Schutz zeigte sich nicht. In der größten Studie bekamen fast 9.000 Schulkinder in der Mongolei, 95 Prozent davon mit Mangel, drei Jahre lang wöchentlich 14.000 IE oder Placebo; Brüche waren in beiden Gruppen gleich häufig. Eine südafrikanische Studie mit gut 1.500 Kindern fand ebenfalls keinen Unterschied, dort waren Brüche aber selten. 326, 327
Höhere Knochendichte beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Knochen des Kindes im Alter von 3 bis 7 Jahrenunklar3 Studien, 1.351 Kinder (Moon 2023)Ganzkörper-Mineralgehalt mit 4 bis 6 Jahren +0,07 SD, nicht signifikant
Ergebnisse: Ganzkörper-Mineralgehalt mit 4 bis 6 Jahren +0,07 SD (95 % KI −0,04 bis 0,19), nicht signifikant; Knochendichte +0,16 SD (0,05–0,27) (Moon 2023); Bangladesch mit 4 Jahren ohne Unterschied (O'Callaghan 2022); mit 6 bis 7 Jahren +0,15 SD Mineralgehalt in einer Nachauswertung (Moon 2024)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft die Knochen des Kindes stärkt, ist offen. Beim Knochenmineralgehalt im Vorschulalter fand die Meta-Analyse über drei Studien keinen gesicherten Unterschied, bei der Knochendichte einen kleinen Vorteil. Eine Studie aus Bangladesch sah mit vier Jahren keinen Effekt, eine britische Nachauswertung im Grundschulalter dagegen etwas höhere Werte. 328, 329, 330, 331
Besseres Längenwachstum bei KindernKinder unter 5 Jahren sowie Gabe in Schwangerschaft und Stillzeitunklarwidersprüchlich3 Studien (Peng 2025, Längen-z-Wert); größte Einzelstudie 3.046 Kinder (Crowe 2021)Längen-z-Wert ohne Effekt
Ergebnisse: Längen-z-Wert ohne Effekt (Peng 2025, 12 Studien mit 6.340 Kindern, Länge 3 Studien); Länge +0,66 cm (95 % KI −0,37 bis 1,68), nicht signifikant (Huey 2020); Längen-z-Wert mit 1 Jahr +0,29 (Ma 2021, 2 Studien); große Studien in Bangladesch und Afghanistan ohne Effekt (Roth 2018, Crowe 2021), in Indien bei untergewichtigen Neugeborenen besser (Kumar 2011)
Ob Vitamin D Kinder besser wachsen lässt, ist nicht geklärt. Die maßgebliche Meta-Analyse und der Cochrane-Review fanden bei der Körperlänge keinen gesicherten Unterschied, ebenso die großen Studien aus Bangladesch und Afghanistan. Nur einzelne Studien, etwa bei untergewichtigen Neugeborenen in Indien, sahen ein etwas besseres Längenwachstum. 332, 323, 333, 334, 335, 43
Seltener Neurodermitis beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Neurodermitis bzw. Ekzem beim Kindunklar4 Studien (Shen 2025)Ekzem RR 0,95
Ergebnisse: Ekzem RR 0,95 (95 % KI 0,83–1,10) (Shen 2025, 4 Studien); RR 0,95 (0,83–1,10) (Li 2025); in der Schwangerschaft RR 0,95 (0,80–1,13) (Luo 2022); MAVIDOS: Ekzem mit 12 Monaten OR 0,55, mit 24 und 48 Monaten nicht mehr signifikant (El-Heis 2022)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft Neurodermitis beim Kind vorbeugt, ist unklar, ein Schutz zeigte sich nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit vier Studien fand keinen Unterschied, ebenso weitere Auswertungen. Eine britische Studie sah im ersten Lebensjahr etwas weniger Ekzeme, der Unterschied war mit zwei und vier Jahren verschwunden. 338, 339, 348, 342, 349
Seltener Allergien beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; allergische Erkrankungen des Kindes insgesamtunklar3 Studien (Shen 2025)allergische Erkrankungen RR 0,95
Ergebnisse: allergische Erkrankungen RR 0,95 (95 % KI 0,85–1,06) (Shen 2025); RR 0,94 (0,84–1,05) (Li 2025); Einzelformen wie Asthma, Ekzem, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergie ohne Effekt (Luo 2022)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft Allergien beim Kind vorbeugt, ist unklar, ein Schutz zeigte sich nicht. Zwei Meta-Analysen mit je drei Studien fanden bei allergischen Erkrankungen insgesamt keinen Unterschied, und auch einzelne Formen wie Heuschnupfen oder Nahrungsmittelallergien traten nicht seltener auf. Die Zahl der Studien ist für ein sicheres Urteil klein. 338, 339, 348
Karies bei Kindern vorbeugenKinder; überwiegend Studien aus den 1920er bis 1950er Jahrenunklar24 kontrollierte Studien, 2.827 Kinder, meist ohne moderne Methodik (Hujoel 2013)Karies-Rate RR 0,53, starke Heterogenität und Publikationsverzerrung
Ergebnisse: Karies-Rate RR 0,53 (0,43 bis 0,65), starke Heterogenität und Publikationsverzerrung; Einnahme in der Schwangerschaft: kein Effekt auf Karies der Kinder (Nørrisgaard 2019)
Ob Vitamin D bei Kindern Karies verhindert, ist unklar. Alte Studien berichten rund halb so viel Karies, doch 22 der 24 Studien entsprechen nicht heutigen Standards, und es gibt deutliche Hinweise, dass negative Ergebnisse nicht veröffentlicht wurden. Moderne Placebo-Studien mit Gabe direkt an das Kind fehlen. 352, 346
Seltener Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)Schwangere; Vitamin D allein gegen Placebo oder niedrige Dosisspricht dagegen6 Studien, 1.483 Pers. (Yang 2025)Präeklampsie RR 0,81, nicht signifikant
Ergebnisse: Präeklampsie RR 0,81 (95 % KI 0,43–1,53), nicht signifikant (Yang 2025, 6 Studien); nach Vertrauenswürdigkeitsprüfung 1 Studie mit 165 Frauen, RR 0,53 (0,21–1,33), sehr unsicher (Palacios 2024); ohne solche Prüfung RR 0,55 (0,43–0,71) (Moghib 2024) und OR 0,37 (Fogacci 2020)
Nach den vertrauenswürdig geprüften Studien senkt Vitamin D in der Schwangerschaft das Präeklampsie-Risiko nicht gesichert. Ältere Meta-Analysen mit vielen kleinen Studien fanden zwar deutlich seltener eine Präeklampsie, sie zählen aber nicht, weil neuere Auswertungen die Studien auf ihre Vertrauenswürdigkeit geprüft haben: Der Cochrane-Review von 2024 sortierte zwei Drittel der früheren Studien aus, danach blieb zur Präeklampsie nur eine kleine Studie ohne gesicherten Effekt. Auch die maßgebliche Auswertung mit sechs Studien fand keinen Unterschied. 44, 47, 46, 318, 319, 320
Seltener FrühgeburtSchwangere; Geburt vor der 37. Wochespricht dagegen18 Studien, 8.446 Pers. (Yang 2025)Frühgeburt nicht seltener
Ergebnisse: Frühgeburt nicht seltener (Yang 2025, 18 Studien, 8.446 Pers.); RR 0,93 (95 % KI 0,79–1,09) (Liu 2022); RR 0,76 (0,25–2,33), 3 Studien (Palacios 2024); Gegenbefund RR 0,70 (0,51–0,96) (Moghib 2024)
Die meisten großen Auswertungen finden keinen Einfluss von Vitamin D auf die Zahl der Frühgeburten, darunter die beiden Meta-Analysen mit den meisten Studien. Nur eine Meta-Analyse mit vielen kleineren Studien sah ein um 30 Prozent geringeres Risiko. Auch eine große, sorgfältige Studie aus Bangladesch mit 1.300 Schwangeren fand keinen Unterschied bei den Geburtsergebnissen. 44, 45, 47, 46, 43
Seltener zu kleine oder zu leichte Neugeborenespricht dagegen13 Studien, 5.044 Pers. (Yang 2025)niedriges Geburtsgewicht nicht seltener
Schwangere; niedriges Geburtsgewicht (unter 2.500 g) und zu klein für das Schwangerschaftsalter
Ergebnisse: niedriges Geburtsgewicht nicht seltener (Yang 2025, 13 Studien); RR 0,90 (95 % KI 0,66–1,24) (Liu 2022); RR 0,65 (0,42–1,02; Moghib 2024); RR 0,69 (0,44–1,08), 3 Studien (Palacios 2024)
Vitamin D in der Schwangerschaft verringert den Anteil zu leichter Neugeborener nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit 13 Studien fand keinen Unterschied, und auch die übrigen Auswertungen erreichten trotz günstiger Richtung kein gesichertes Ergebnis. Bei zu kleinen Kindern für das Schwangerschaftsalter fand eine ältere Meta-Analyse einen knapp gesicherten Vorteil, die neueste Auswertung nicht. 44, 45, 46, 321, 47
Weniger Atemwegsinfekte beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Infekte beim Kind in den ersten Lebensjahrenspricht dagegen7 Studien (Shen 2025)Atemwegsinfekte RR 1,04
Ergebnisse: Atemwegsinfekte RR 1,04 (95 % KI 0,99–1,09) (Shen 2025, 7 Studien); RR 1,02 (0,97–1,07) (Li 2025); Infektrate IRR 1,01 (0,98–1,03), kein Unterschied nach Spiegel der Mutter (Jolliffe 2025, 4 Studien)
Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Vitamin D nahmen, hatten später nicht seltener Atemwegsinfekte. Drei Meta-Analysen kommen übereinstimmend zu diesem Ergebnis, auch bei Müttern mit niedrigem Ausgangsspiegel zeigte sich kein Vorteil. 338, 339, 340
Seltener Asthma oder Giemen beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Asthma beim Kindspricht dagegen6 Studien, 2.898 Mutter-Kind-Paare (Tareke 2020)Asthma beim Kind RR 0,89, nicht signifikant
Ergebnisse: Asthma beim Kind RR 0,89 (95 % KI 0,69–1,15), nicht signifikant (Tareke 2020, 6 Studien); RR 0,94 (0,67–1,31) (Shen 2025); ebenso Li 2025; Asthma oder Giemen bis 3 Jahre aOR 0,74 (0,57–0,96) in der gemeinsamen Auswertung zweier Studien (Wolsk 2017)
Vitamin D in der Schwangerschaft senkt das Asthma-Risiko des Kindes nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit sechs Studien und knapp 2.900 Mutter-Kind-Paaren fand keinen gesicherten Unterschied, ebenso zwei neuere Auswertungen. Für Giemen in den ersten drei Lebensjahren zeigte die gemeinsame Auswertung zweier großer Studien aus Boston und Kopenhagen einen Vorteil; spätere Vorteile beim Asthma stammen nur aus nachträglichen Teilgruppen-Auswertungen. 341, 338, 339, 342, 343, 344, 345
Knochendichte bei Kindern und Jugendlichen erhöhengesunde Kinder und Jugendliche, überwiegend Mädchen nach der Pubertätspricht dagegen9 Studien, 1.439 Pers. (Wu 2023)Hüfte +6,8 mg/cm², an allen anderen Stellen kein Effekt
Ergebnisse: Hüfte +6,8 mg/cm² (95 % KI 0,7–12,9), an allen anderen Stellen kein Effekt; unabhängig vom Ausgangswert (Wu 2023); Lendenwirbelsäule SMD 0,15 (−0,01 bis 0,31), nicht signifikant (Winzenberg 2011)
Bei gesunden Kindern und Jugendlichen verbessert Vitamin D die Knochendichte kaum. Die Auswertung der Einzeldaten aus neun Studien fand nur an der Hüfte einen sehr kleinen Zuwachs und keinen Unterschied zwischen Kindern mit und ohne niedrigen Ausgangswert; klinisch wichtige Vorteile halten die Autoren für unwahrscheinlich. Für Kinder mit Rachitis oder sehr schwerem Mangel gilt das ausdrücklich nicht. 350, 351
Autismus-Kernsymptome verbessernKinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störungspricht dagegen5 Studien (Shen 2025)Autismus-Kernsymptome nicht signifikant gebessert, Vitamin D wirkte vor allem bei ADHS
Ergebnisse: Autismus-Kernsymptome nicht signifikant gebessert, Vitamin D wirkte vor allem bei ADHS (Shen 2025, 5 Studien); nur stereotypes Verhalten MD −1,39, übrige Kernsymptome nicht signifikant (Zhang 2023); nur Hyperaktivität MD −3,20 (Li 2022)
Vitamin D verbessert die Kernsymptome von Autismus nach heutigem Stand nicht. Die maßgebliche Meta-Analyse mit fünf Studien fand keinen gesicherten Effekt auf den Gesamtwert, zwei kleinere Auswertungen sahen jeweils nur in einem Teilbereich einen kleinen Vorteil, einmal bei stereotypem Verhalten, einmal bei Hyperaktivität. Soziale Interaktion und Kommunikation verbesserten sich nicht. 353, 355, 356
Seltener Zahnschmelzdefekte beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Schmelzdefekte an Milch- und bleibenden Zähnennicht untersuchtkeine Studie mit Schmelzdefekten als Studienziel; 1 nachträgliche Auswertung, 496 Kinder (Nørrisgaard 2019)bleibende Zähne 15,1 vs
Ergebnisse: bleibende Zähne 15,1 vs. 27,5 % (OR 0,47; 95 % KI 0,27 bis 0,81); Milchzähne 8,6 vs. 15,9 % (OR 0,50; 0,28 bis 0,87; Nørrisgaard 2019)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft Zahnschmelzdefekten beim Kind vorbeugt, ist nicht eigens untersucht. Die einzigen Daten stammen aus einer nachträglichen Auswertung einer dänischen Studie, die eigentlich Asthma untersuchte: Kinder von Müttern mit zusätzlich 2.400 IE täglich hatten mit sechs Jahren etwa halb so oft Schmelzdefekte. Ein solcher Zufallsbefund muss erst in einer gezielten Studie bestätigt werden. 346
Seltener ADHS beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; ADHS-Diagnose beim Kindnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 Dosisvergleich, 496 Kinder (Aagaard 2024)nicht gegen Placebo untersucht
Ergebnisse: nicht gegen Placebo untersucht; 2.800 vs. 400 IE täglich ab der 24. Woche ohne Einfluss auf ADHS mit 10 Jahren (Aagaard 2024)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft ADHS beim Kind vorbeugt, ist nicht untersucht: Eine Studie mit Placebo-Gruppe gibt es nicht. Die einzige randomisierte Studie, aus Dänemark, verglich nur eine hohe mit der üblichen Dosis und fand bis zum zehnten Lebensjahr keinen Unterschied. Dass Kinder von Müttern mit höherem Vitamin-D-Spiegel seltener ADHS haben, zeigen nur Beobachtungsstudien. 347
Seltener Autismus beim Kind nach Einnahme in der SchwangerschaftSchwangere; Autismus-Diagnose beim Kindnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 1 Dosisvergleich, 496 Kinder (Aagaard 2024)nicht gegen Placebo untersucht
Ergebnisse: nicht gegen Placebo untersucht; 2.800 vs. 400 IE täglich ab der 24. Woche ohne Einfluss auf Autismus mit 10 Jahren, nur 12 Fälle (Aagaard 2024)
Ob Vitamin D in der Schwangerschaft Autismus beim Kind vorbeugt, ist nicht untersucht: Eine Studie mit Placebo-Gruppe gibt es nicht. Die einzige randomisierte Studie, aus Dänemark, verglich nur eine hohe mit der üblichen Dosis und fand bei insgesamt zwölf Fällen keinen Unterschied. Dass Kinder von Müttern mit höherem Vitamin-D-Spiegel seltener Autismus haben, zeigen nur Beobachtungsstudien. 347
Ernährungsbedingte Rachitis behandelnnicht untersuchtkeine Placebo-Studie; 4 Vergleichsstudien mit Calcium, 286 Kinder (Chibuzor 2020)Calcium allein heilte besser als Vitamin D allein, Vitamin D plus Calcium besser als …
Kinder von 6 Monaten bis 14 Jahren in Indien und Nigeria; Vergleich mit Calcium, kein Placebo
Ergebnisse: Calcium allein heilte besser als Vitamin D allein (RR 3,26), Vitamin D plus Calcium besser als Vitamin D allein (RR 3,06), jeweils 1 Studie, geringe Evidenzqualität (Chibuzor 2020)
Ob Vitamin D eine bestehende Rachitis besser heilt als keine Behandlung, ist in Placebo-Studien nicht untersucht, und solche Studien wären ethisch kaum vertretbar. Es gibt nur wenige kleine Studien, die Vitamin D mit Calcium vergleichen: In Studien aus Nigeria, wo die Rachitis oft durch Calciummangel entsteht, heilte Calcium allein oder Vitamin D zusammen mit Calcium besser als Vitamin D allein. Eine Rachitis gehört in ärztliche Behandlung. 357
Woher kommen dann die vielen Hoffnungen? Meist stammen sie aus Beobachtungsstudien, die etwa zeigen, dass Menschen mit hohem Vitamin-D-Spiegel seltener Darmkrebs bekommen. Ob das Vitamin der Grund ist, verraten solche Studien allerdings nicht. Dabei liegt eine Erklärung nahe, die genau andersherum funktioniert: Wer krank ist, kommt seltener nach draußen. Klären lässt sich das nur mit Studien, in denen der Zufall entscheidet, wer Vitamin D bekommt und wer nicht, und beim Darmkrebs verschwand der Zusammenhang dort vollständig.8
Stärkt Vitamin D die Knochen, auch zusammen mit Calcium?
Ein wenig schon, doch vor Knochenbrüchen schützt Vitamin D allein nicht. Das zeigt die bislang größte Auswertung, in der über 90.000 Menschen, die meisten davon im höheren Alter, in Dutzenden Studien Vitamin D oder ein Scheinpräparat nahmen. Gebrochen haben sie sich danach gleich oft, und gestürzt sind sie auch nicht seltener.9
Die Knochendichte steigt zwar, aber kaum. Am Oberschenkelhals fanden zwei große Auswertungen ein Plus von weniger als einem Prozent, während sich an Wirbelsäule und Hüfte fast nichts tat.1011 Eine große Schweizer Studie mit älteren Menschen sah selbst diesen kleinen Zuwachs nach drei Jahren nicht.12 Deshalb stufen wir den Effekt als wahrscheinlich ein, nicht als belegt. Auch kräftiger machte Vitamin D nicht. In mehr als fünfzig Studien mit Älteren wuchs die Muskelkraft nicht.13
Mit Calcium sieht die Rechnung etwas besser aus. Brüche wurden um einige Prozent seltener. Doch die Autoren der neuesten Auswertung halten das selbst für zu wenig, um im Alltag zu zählen.9 Hinzu kommt, dass der Vorteil vor allem aus Pflegeheimen stammt, während er sich bei Älteren, die allein zu Hause zurechtkommen, nicht fand.14 Dazu hat die Kombination ihren Preis, denn mit ihr bilden sich etwas häufiger Nierensteine.15 Den Bruchschutz durch Vitamin D zusammen mit Calcium werten wir deshalb als unklar.
Für die Knochen zählt also vor allem, einen echten Mangel zu vermeiden. Wer bereits ausreichend versorgt ist, macht seine Knochen mit zusätzlichen Tabletten nicht stabiler.
So wurde gemessen
- Brüche und Stürze: Die BMJ-Auswertung von 2026 umfasst 36 Studien mit 92.045 Personen nur mit Vitamin D. Das Risiko für einen Bruch lag bei RR 1,00 (95 % KI 0,95–1,06), bei hoher Vertrauenswürdigkeit; für Stürze (32 Studien) bei RR 1,01. Mit Calcium (15 Studien, 51.126 Personen) RR 0,91 (0,84–0,99); nach Ausschluss der Studien mit hohem Verzerrungsrisiko 0,96 (0,91–1,01).9
- Knochendichte: 23 Studien, 4.082 Personen, Schenkelhals +0,8 % (0,2 bis 1,4).10 39 Studien mit Vitamin D3: Schenkelhals SMD 0,25, Unterarm sogar −0,16.11 DO-HEALTH: 1.493 Menschen ab 70 Jahren, 2.000 IE täglich über drei Jahre, ohne Nutzen.12
- Muskelkraft: 54 Placebo-Studien mit 8.747 Personen; am Kniestrecker sogar ein kleiner Nachteil (−3,3 N).13
- Calcium: In 7 von 11 Meta-Analysen senkte die Kombination Brüche, der Nutzen hing vermutlich an Heimbewohnern.14 WHI: 36.282 Frauen, 1.000 mg Calcium plus 400 IE täglich, sieben Jahre, Nierensteine HR 1,17.15

Stärkt Vitamin D das Immunsystem gegen Erkältung und Infekte?
Vor gewöhnlichen Erkältungen schützt Vitamin D nicht erkennbar. Die neueste Auswertung umfasst über dreißig Studien mit fast 44.000 Menschen, und Schnupfen und Halsweh kamen in dieser riesigen Gruppe mit Vitamin D genauso oft vor wie ohne.16 Auch wenn man alle Atemwegsinfekte zusammenrechnet, also Bronchitis und Lungenentzündung eingeschlossen, bleibt kein sicherer Schutz übrig.
Etwas besser sieht es nur bei täglicher Einnahme aus. Hier kamen mehrere Auswertungen übereinstimmend auf einen kleinen Vorteil, am deutlichsten bei Menschen mit starkem Mangel.1718 Wir stufen das als wahrscheinlich ein, aber nicht als gut belegt. Denn eine große Studie steht dagegen. Darin schluckten über 2.000 Erwachsene täglich Vitamin D oder ein Scheinpräparat, und ihre Winterinfekte wurden dadurch nicht seltener.19
Große Einzeldosen im Abstand von Wochen oder Monaten halfen dagegen gar nicht.16 Bei der echten Grippe deuten zehn Studien auf rund ein Fünftel weniger Fälle hin, allerdings auf einer viel schmaleren Grundlage.20 Eine Grippeimpfung ersetzt das nicht. Wer Vitamin D für die Abwehr nimmt, sollte also keine Wunder erwarten und eine kleine Menge täglich den seltenen großen Portionen vorziehen, die in den Studien nichts brachten.
So wurde gemessen
- Erkältung: 32 Studien mit 43.978 Personen zu Infekten der oberen Atemwege, kein gesicherter Unterschied. Über alle Atemwegsinfekte (46 Studien) OR 0,94 (0,88 bis 1,00); Gaben im Abstand von einem bis drei Monaten (12 Studien, 27.248 Personen) ohne Schutz.16
- Tägliche Gabe: 19 Studien, OR 0,78 (0,65 bis 0,94), mit 400 bis 1.000 IE täglich OR 0,70.17 Einzeldaten von 10.933 Personen: bei Ausgangswerten unter 25 nmol/l OR 0,30.18
- Gegenbefund: 2.259 Erwachsene von 45 bis 75 Jahren, 1.000 IE täglich gegen Placebo.19
- Grippe: 10 Studien, 4.859 Personen, RR 0,78 (0,64 bis 0,95).20
Hilft Vitamin D bei Depression, Migräne und für das Gehirn?
Bei einer ärztlich festgestellten Depression lindert Vitamin D die Beschwerden als Zusatz zur Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommen neun Auswertungen, von denen die größte zwanzig Studien umfasst.21 Wie stark der Effekt ist, schwankt allerdings beträchtlich, und die meisten Studien sind klein. Kindern und Jugendlichen half es nicht.22
Vorbeugen lässt sich einer Depression damit ebenfalls nicht. Die eindrücklichste Studie dazu lief in den USA, wo gut 18.000 Erwachsene ab fünfzig über fünf Jahre täglich Vitamin D oder ein Scheinpräparat nahmen, ohne zu wissen, welches von beiden. Am Ende waren in beiden Gruppen gleich viele erkrankt, und auch die Stimmung unterschied sich nicht.23 Für eine leicht gedrückte Stimmung zeigen Sammelauswertungen trotzdem einen kleinen Vorteil, den wir wegen dieser großen Studie nur als wahrscheinlich werten.24
Ähnlich gemischt fällt das Bild jenseits der Stimmung aus. Bei Migräne half Vitamin D als Zusatz zur Behandlung, denn in sechs kleinen Studien kamen knapp drei Attacken pro Monat weniger vor.25 Dabei wurden die einzelnen Anfälle aber nicht sicher kürzer oder schwächer. Für das Denken bleibt allenfalls ein sehr kleiner Vorteil, vor allem bei Mangel, und in einer großen Studie mit über 4.000 Älteren ließ der geistige Abbau nicht nach.2627
Eine Depressionsbehandlung ersetzt Vitamin D also nicht. Ob hinter Niedergeschlagenheit ein Vitamin-D-Mangel steckt, sollte per Bluttest geklärt werden, nicht per Selbstversuch. Denn am Befinden allein lässt sich ein Mangel nicht erkennen.
So wurde gemessen
- Depression: 20 Studien, SMD −0,36 (−0,52 bis −0,20).21 18 Studien mit 1.980 Personen: SMD −0,49, bei Erwachsenen −0,70, bei Kindern und Jugendlichen kein Effekt.22
- Vorbeugung: VITAL-DEP mit 18.353 Personen ab 50 Jahren, 2.000 IE täglich über 5,3 Jahre; neue oder wiederkehrende Depression HR 0,97 (0,87 bis 1,09).23
- Gedrückte Stimmung: 41 Studien mit 53.235 Erwachsenen, g −0,32; die Gutachter stufen die Vertrauenswürdigkeit als sehr niedrig ein.24
- Migräne: 6 Studien, 301 Personen, −2,74 Attacken pro Monat.25
- Denkleistung: 24 Studien mit 7.557 Personen, g 0,13, bei Mangel 0,48.26 VITAL-Cog mit 4.218 Menschen ab 60: kein Unterschied im jährlichen Abbau.27
Schützt Vitamin D Herz und Gefäße, und hilft es gegen Krebs oder Diabetes?
Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs verhindert Vitamin D nicht. Für Herz und Kreislauf ist das an über 130.000 Menschen geprüft worden, ohne Unterschied zum Scheinpräparat,28 und neue Krebserkrankungen traten in dreißig Studien genauso häufig auf.29 Offen ist nur, ob täglich genommenes Vitamin D Todesfälle durch Krebs etwas seltener macht. Hier widersprechen sich die Auswertungen.30
Beim Blutdruck kommt es darauf an, bei wem gemessen wird. Haben Menschen Bluthochdruck und zugleich einen Mangel, sinkt der obere Wert, in einem Teil der Studien um gut sechs mmHg.3132 Ohne diese Auswahl bleibt allenfalls ein kleiner Effekt, den mehrere große Auswertungen gar nicht fanden.3334
Ähnlich verhält es sich beim Blutzucker. Bei Typ-2-Diabetes sinkt der Langzeitwert etwas, im Mittel um zwei bis drei Zehntel Prozentpunkte.3536 Das ist gut belegt, aber wenig. Bei einer Vorstufe des Diabetes erkranken mit Vitamin D wahrscheinlich etwa ein Zehntel weniger Menschen an der eigentlichen Krankheit.37
Beim Abnehmen hilft Vitamin D dagegen nicht, denn Gewicht und Körperfett blieben in Studien mit über 40.000 Teilnehmenden gleich.38 Auch länger leben Menschen mit Vitamin D nach den großen Studien nicht sicher.39 Damit ist das Vitamin kein Schutzschild für Herz und Stoffwechsel. Bei Bluthochdruck oder Diabetes kann es aber sinnvoll sein, einen Mangel ärztlich auszuschließen, wobei Vitamin D die Medikamente nicht ersetzt.
So wurde gemessen
- Herz und Kreislauf: 29 Studien mit über 134.000 Erwachsenen, RR 0,99 (0,95 bis 1,03).28
- Krebs: 30 Studien mit 18.808 Erwachsenen, Neuerkrankungen RR 1,03, Krebstod RR 0,88 (0,70 bis 1,09).29 Auswertung von 14 Studien: tägliche Gabe RR 0,88 (0,78 bis 0,98), Stoßdosen RR 1,07.30 Darmkrebs: 9 Studien, 71.386 Personen, RR 1,06.8
- Blutdruck: 11 Studien mit Bluthochdruck und Mangel, oberer Wert gesenkt, unterer nicht.31 Teilgruppe aus 5 Studien: −6,58 / −3,07 mmHg.32 45 Placebo-Studien insgesamt: −2,79 mmHg.33 Einzeldaten von 3.092 Personen: 0,0 mmHg.34
- Blutzucker: 46 Studien, HbA1c −0,20 Prozentpunkte35; 39 Studien, −0,30.36 Vorstufe des Diabetes: 8 Studien, 4.896 Personen, RR 0,89 (0,80 bis 0,99).37
- Gewicht und Sterblichkeit: 26 Studien mit 42.430 Erwachsenen, Gewicht −0,05 kg.38 52 Studien mit 75.454 Personen, Gesamtsterblichkeit RR 0,98 (0,95 bis 1,02).39
Welche Wirkung hat Vitamin D auf die Haut?
Bei Neurodermitis gehen die Beschwerden mit Vitamin D zurück, bei Schuppenflechte und Akne ist das nicht gezeigt. Für die Neurodermitis kommen vier Auswertungen zum selben Ergebnis, und die größte bündelt elf Studien mit Kindern und Erwachsenen, in denen der Schweregrad im Mittel mäßig sank.40 Allerdings waren diese Studien klein und kurz.
Bei Schuppenflechte fanden die Auswertungen keinen sicheren Effekt der Tablette.41 Nicht gemeint sind dabei Salben mit Abkömmlingen von Vitamin D, die als eigene, etablierte Behandlung gelten. Zu Akne gibt es nur eine einzige Studie mit Scheinpräparat und 44 Teilnehmenden, in der die Pickel unter der üblichen Creme in beiden Gruppen gleich gut abheilten.42 So kann Vitamin D bei Neurodermitis einen Versuch wert sein, abgesprochen mit der Hautärztin oder dem Hautarzt.
So wurde gemessen
- Neurodermitis: 11 Studien, 686 Personen, Schweregrad (SCORAD oder EASI) SMD −0,41 (−0,67 bis −0,16).40
- Schuppenflechte: 4 Studien, 333 Personen, Schweregrad PASI ohne gesicherten Effekt.41
- Akne: 44 Personen mit niedrigem Spiegel, 12 Wochen lang 40.000 IE Vitamin D2 pro Woche oder Placebo zur Benzoylperoxid-Creme; danach etwas weniger Rückfälle.42
Unsere Einordnung
Vitamin D ist kein Allzweckmittel. Für Gesunde ohne Mangel bleibt der Nutzen in den großen Studien klein oder null. Das gilt für Knochen, Herz und Krebs ebenso wie für Erkältungen. Wo es hilft, etwa bei Depression, Neurodermitis oder Bluthochdruck mit Mangel, ist es eine Ergänzung zur Behandlung, kein Ersatz.
Vitamin D in der Schwangerschaft: Was ist belegt?
Belegt ist ein etwas höheres Gewicht der Neugeborenen. Frühgeburten und Präeklampsie, die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung, verhindert Vitamin D nach heutigem Stand dagegen nicht. Wie verzwickt die Lage ist, zeigt schon die sorgfältigste Einzelstudie, die in Bangladesch lief. Dort bekamen 1.300 Schwangere jede Woche Vitamin D in unterschiedlicher Höhe oder ein Scheinpräparat, und bei den Maßen der Babys und ihrem Wachstum bis zum ersten Geburtstag fand sich danach kein Unterschied.43
Zusammengenommen sehen die vielen kleineren Studien dann doch einen Effekt. Eine Auswertung bündelt vierzig Studien mit fast 10.000 Schwangeren, und die Kinder wogen bei der Geburt gut 50 Gramm mehr, etwa so viel wie ein Hühnerei.44 Das reicht für die Stufe „gut belegt“, ist für das einzelne Kind aber wenig. Zu leichte Neugeborene wurden auch nicht seltener.44
Bei Frühgeburten fanden die beiden Auswertungen mit den meisten Studien keinen Einfluss,4445 und nur eine kam auf knapp ein Drittel weniger.46 Am lehrreichsten ist die Präeklampsie. Ältere Auswertungen versprachen hier deutlich weniger Fälle. Danach nahm sich die Cochrane-Gruppe die Studien genau vor und sortierte zwei Drittel aus, weil es Zweifel an ihren Daten gab, und übrig blieb zu dieser Frage eine einzige kleine Studie, ohne sicheren Effekt.47 Weil auch eine neuere Auswertung von sechs Studien keinen Unterschied fand, werten wir das als „spricht dagegen“.44
Günstiger sieht es beim Schwangerschaftsdiabetes aus, der in zwölf Studien um gut ein Drittel seltener auftrat.44 Höher als „wahrscheinlich“ stufen wir das dennoch nicht ein, denn die Studien sind klein, und nach der strengen Cochrane-Prüfung blieb auch hier nur eine übrig.47 Für einen Schutz vor Depression nach der Geburt gibt es erste Hinweise, aber erst aus zwei kleinen Studien.48
Trotzdem schlägt die US-Fachgesellschaft Endocrine Society Schwangeren Vitamin D vor, weil es mehrere Risiken senken könnte.5 Die Menge sollte mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abgesprochen werden, und als Obergrenze nennt die EU-Behörde EFSA auch für Schwangere dieselben 4.000 IE am Tag wie für andere Erwachsene.49 Nach der Geburt beginnt ein eigenes Kapitel, denn für Vitamin-D-Tropfen fürs Baby gibt es feste Empfehlungen.
So wurde gemessen
- Geburtsgewicht: 40 Studien mit 9.954 Teilnehmenden, +53 g (16 bis 90).44 Gegenbefund: 42 Studien mit 11.082 Schwangeren, +37 g, nicht gesichert.45 Bangladesch: 1.300 Schwangere, 4.200 bis 28.000 IE pro Woche gegen Placebo.43
- Frühgeburt: 18 Studien mit 8.446 Schwangeren ohne Effekt44; RR 0,93 (0,79 bis 1,09)45; Gegenbefund RR 0,70 (0,51 bis 0,96).46
- Präeklampsie: 6 Studien mit 1.483 Schwangeren, RR 0,81 (0,43 bis 1,53).44 Cochrane 2024: 20 von 30 früheren Studien ausgeschlossen; die verbliebene Studie mit 165 Frauen ergab RR 0,53 (0,21 bis 1,33), sehr unsicher.47
- Schwangerschaftsdiabetes: 12 Studien mit 1.992 Schwangeren, RR 0,65 (0,49 bis 0,86).44
- Wochenbett: 2 Studien, Depressionsskala EPDS vier Wochen nach der Geburt −2,70 Punkte, Sicherheit niedrig.48

Ist Vitamin D sicher, und ab wann ist es zu viel?
In üblichen Mengen ist Vitamin D gut verträglich. Über sechzig Langzeitstudien hinweg hatten Menschen mit Vitamin D nicht mehr Beschwerden als mit Scheinpräparat, auch keine Magenprobleme.50 Die Risiken, die es gibt, betreffen fast alle den Calciumhaushalt.
Ein zu hoher Calciumwert im Blut ist bei monatelanger Einnahme hoher Mengen ein wahrscheinlicher Schaden. In zehn Studien mit Tagesmengen nahe der Obergrenze traf das etwa 4 von 1.000 Menschen zusätzlich, meist leicht und vorübergehend.51 Die große VITAL-Studie, in der Zehntausende Menschen gut fünf Jahre lang täglich 2.000 IE nahmen, fand dagegen keine Häufung.3 Menschen mit Nierenerkrankung, Sarkoidose oder früher erhöhtem Calcium waren in diesen Studien allerdings meist ausgeschlossen.
Ob Vitamin D allein Nierensteine fördert, ist ungeklärt: In den Studien führte es nicht zu zusätzlichen Steinen, es gibt aber Fallberichte.52 Zusammen mit Calcium sind Nierensteine dagegen ein belegter Schaden. In der amerikanischen Frauenstudie WHI mit über 36.000 Frauen nach den Wechseljahren, die sieben Jahre lang Calcium mit etwas Vitamin D oder ein Scheinpräparat nahmen, bekamen mit der Kombination 449 gegenüber 381 Frauen ohne sie einen Nierenstein, also etwa drei zusätzliche unter tausend.15
Ob sehr große Einzeldosen schaden, ist ungeklärt, doch hier gibt es ein Warnsignal. In Australien bekamen mehr als zweitausend Frauen ab siebzig einmal im Jahr 500.000 IE Vitamin D, und danach zählten die Forschenden 171 Knochenbrüche gegenüber 135 mit Placebo, dazu mehr Stürze, vor allem in den ersten Wochen.53 Deshalb raten Leitlinien Älteren zur täglichen Einnahme statt zu seltenen Stoßdosen.5
Wie oft Vitamin D zu einer echten Vergiftung führt, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien gibt es dazu nicht, nur Fallberichte. Eine solche Vergiftung entsteht nicht durch eine Tablette zu viel, sondern erst durch Mengen weit über der Obergrenze, die über Wochen genommen werden; meist stecken verwechselte Dosierungen, falsche Verordnungen oder fehlerhaft hergestellte Präparate dahinter.6 Typische Anzeichen einer Vitamin-D-Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, großer Durst und Austrocknung. Kommt unter hoch dosiertem Vitamin D Verwirrtheit dazu, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Als Obergrenze für Erwachsene gelten 4.000 IE (100 µg) am Tag, alle Präparate zusammengerechnet.49 Bei Nierenkrankheiten, Sarkoidose oder Entwässerungstabletten vom Thiazid-Typ sollte Vitamin D nur nach ärztlicher Rücksprache genommen werden, weil dort schon weniger als die Obergrenze den Calciumwert treiben kann.
So wurde gemessen
- Nebenwirkungen: 62 Studien mit 19.389 Personen über mindestens ein halbes Jahr, alle Nebenwirkungen RR 0,97 (0,92 bis 1,02), Magen-Darm RR 1,01.50
- Calcium im Blut: 37 Studien, RR 1,54 (1,09 bis 2,18).52 Bei 3.200 bis 4.000 IE täglich: 10 Studien, RR 2,21, rund 4 zusätzliche Fälle je 1.000 Personen.51 VITAL: 25.871 Personen, 2.000 IE täglich über 5,3 Jahre, nicht häufiger.3
- Nierensteine: Vitamin D allein, 9 Studien, RR 0,66 (0,41 bis 1,09).52 Mit Calcium (WHI): 36.282 Frauen, sieben Jahre, HR 1,17.15
- Jahresdosis: 2.256 Frauen ab 70, 500.000 IE einmal jährlich; Stürze RR 1,15, Brüche RR 1,26, Stürze in den ersten drei Monaten RR 1,31.53
- Vergiftung: 13 Artikel mit Fallberichten, Blutwerte von 150 bis 1.220 ng/ml.6
Mehr Nierensteine bei Vitamin D zusammen mit CalciumSchaden belegt4 Studien, 42.876 Pers. (Bjelakovic 2014, Cochrane); dominiert von der WHI-Studie mit 36.282 Frauen
Ergebnisse: Nierensteine RR 1,17 (95 % KI 1,02–1,34), 4 Studien mit 42.876 Pers. (Bjelakovic 2014, Sterblichkeits-Review); RR 1,17 (1,03–1,34), moderate Evidenzqualität (Bjelakovic 2014, Krebs-Review); +0,33 Prozentpunkte (Kahwati 2018); WHI: HR 1,17 (1,02–1,34), 449 vs. 381 Frauen in 7 Jahren (Jackson 2006)
Vitamin D zusammen mit Calcium erhöht das Risiko für Nierensteine; Meta-Analysen mit über 42.000 Teilnehmenden kommen übereinstimmend auf ein um etwa 17 Prozent höheres Risiko. Das Ergebnis stammt fast ganz aus der amerikanischen Frauenstudie WHI, in der Frauen sieben Jahre lang täglich 1.000 mg Calcium und 400 IE Vitamin D nahmen; absolut sind es etwa drei zusätzliche Steine pro 1.000 Personen. Ob Vitamin D, Calcium oder beides verantwortlich ist, lässt sich nicht trennen, Vitamin D allein erhöht das Steinrisiko in den Studien nicht. 193, 201, 72, 15, 362, 363
Was tun? Calciumpräparate nur bei nachgewiesenem Bedarf zusätzlich zu Vitamin D nehmen; Calcium möglichst über die Ernährung decken, besonders bei früheren Nierensteinen.
Nicht untersucht bei: Männer, Calcium plus höhere Vitamin-D-Mengen über Jahre, Menschen mit früheren Nierensteinen
Zu hoher Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie)Schaden wahrscheinlich37 Studien (Malihi 2016)
Ergebnisse: Risiko RR 1,54 (95 % KI 1,09 bis 2,18; Malihi 2016, 37 Studien); bei 3.200 bis 4.000 IE/Tag RR 2,21 (1,26 bis 3,87), 10 Studien, etwa 4 zusätzliche Fälle pro 1.000 Personen (Zittermann 2023); ab 2.800 IE/Tag über 1 Jahr RR 1,93 (1,00 bis 3,73), knapp nicht signifikant (Malihi 2019); 2.000 IE täglich über 5 Jahre nicht häufiger als unter Placebo (VITAL, Manson 2019); 10.000 IE/Tag: leichte Hyperkalzämie bei 9 % gegenüber 0 % unter 400 IE (Billington 2020)
Langfristig eingenommenes Vitamin D erhöht wahrscheinlich das Risiko, dass der Calciumspiegel im Blut über den Normbereich steigt; zwei Meta-Analysen mit 37 und 10 Studien zeigen das übereinstimmend. Nicht als belegt eingestuft ist das, weil die große VITAL-Studie mit über 25.000 Teilnehmenden und 2.000 IE täglich keine häufigeren Hyperkalzämien fand, ebenso D-Health. Absolut betrifft es wenige Menschen, bei 3.200 bis 4.000 IE täglich etwa vier zusätzliche von 1.000, meist mit leichten, vorübergehenden Erhöhungen; schwere Hyperkalzämien mit Beschwerden kommen fast nur bei Überdosierung vor. 52, 51, 358, 359, 3
Was tun? Bei täglichen Mengen über 4.000 IE (100 µg) oder bei Nierenerkrankung den Calciumwert im Blut ärztlich kontrollieren lassen; Durst, häufiges Wasserlassen, Übelkeit oder Verwirrtheit unter Vitamin D abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Nierenerkrankung (Ausschlusskriterium vieler Studien), Menschen mit Nebenschilddrüsenüberfunktion, Sarkoidose oder früherer Hyperkalzämie (meist ausgeschlossen), Schwangerschaft bei hoher Dosis (kaum Daten)
- Eine Übersicht über 13 Fallberichte zur Vitamin-D-Vergiftung beschreibt Calciumwerte von 11,1 bis 23,1 mg/dl, meist mit Erbrechen, Austrocknung, Schmerzen und Appetitlosigkeit; Ursachen waren Herstellungsfehler, Überdosierung durch Betroffene oder Verordnende und Kombinationen davon. Galior et al. 2018
- große Einzelstudie ohne Effekt (Manson et al. 2019 (VITAL), n = 25871)
Zu viel Calcium im Urin (Hyperkalziurie)Schaden wahrscheinlich14 Studien (Malihi 2016)
Ergebnisse: Risiko RR 1,64 (95 % KI 1,06 bis 2,53; Malihi 2016); ab 2.800 IE/Tag über 1 Jahr RR 1,93 (0,83 bis 4,46), nur 3 Studien, 276 Pers., nicht signifikant (Malihi 2019); bei 3.200 bis 4.000 IE/Tag kein signifikanter Unterschied (Zittermann 2023); 400 / 4.000 / 10.000 IE/Tag: 17 / 22 / 31 % (p = 0,01; Billington 2020)
Unter Vitamin D wird häufiger zu viel Calcium mit dem Urin ausgeschieden; die größte Meta-Analyse zeigt ein um gut die Hälfte höheres Risiko, kleinere Auswertungen fanden keinen gesicherten Unterschied. In einer dreijährigen Studie stieg der Anteil mit erhöhten Urinwerten mit der Dosis von 17 auf 31 Prozent, allerdings war der Befund auch unter niedriger Dosis häufig. Die EFSA stützt ihre Tagesobergrenze auf genau diesen Befund, weil er früher auftritt als ein erhöhter Blutwert. 52, 358, 51, 359
Was tun? Wer schon Nierensteine hatte oder zusätzlich Calcium einnimmt, sollte höhere Vitamin-D-Mengen nur mit ärztlicher Kontrolle von Blut- und Urincalcium nehmen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit früheren Nierensteinen (meist ausgeschlossen), Nierenerkrankung, gleichzeitige Einnahme von Calciumpräparaten in hoher Menge (wenige getrennte Daten)
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit wählt die anhaltende Hyperkalziurie als entscheidenden Endpunkt für die Tagesobergrenze, weil sie ein früheres Zeichen für zu viel Vitamin D sein kann als die Hyperkalzämie; aus zwei RCTs leitet sie eine niedrigste schädliche Menge von 250 µg (10.000 IE) pro Tag ab. EFSA NDA Panel 2023
Mehr Nierensteineungeklärt9 Studien (Malihi 2016); dazu Fallberichte
Ergebnisse: Nierensteine RR 0,66 (95 % KI 0,41 bis 1,09; Malihi 2016); RR 1,26 (0,35 bis 4,58), 5 Studien ab 2.800 IE/Tag (Malihi 2019); bei 3.200 bis 4.000 IE/Tag kein Unterschied (Zittermann 2023); 100.000 IE monatlich: HR 0,90 (0,66 bis 1,23; Malihi 2019, ViDA); 60.000 IE monatlich: kein Unterschied (Waterhouse 2021, D-Health)
Ob Vitamin D allein Nierensteine fördert, ist ungeklärt. In den kontrollierten Studien führte es nicht zu mehr Nierensteinen, weder in den Meta-Analysen noch in großen Studien mit monatlich hohen Dosen. Es gibt aber Fallberichte, und die Studien sind zu klein für seltene Schäden; zudem schlossen sie meist Menschen aus, die schon einmal Steine hatten. Anders sieht es aus, wenn Vitamin D zusammen mit Calcium genommen wird (eigene Zeile). 52, 358, 51, 360, 361, 249
Was tun? Wer schon Nierensteine hatte, sollte Vitamin D nur nach ärztlicher Rücksprache und nicht in hoher Dosis nehmen; ausreichend trinken.
Nicht untersucht bei: Menschen mit früheren Nierensteinen, Nierenerkrankung, Einnahme über mehr als 5 Jahre
- In einem Fallbericht lösten Vitamin-D-Präparate bei einer dafür empfindlichen Person Hyperkalzämie, Nierensteine und erhöhte Vitamin-D-Werte aus. Haridas et al. 2020
- Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht)
Schäden bei täglich 80 bis 100 µg (3.200 bis 4.000 IE) über Monateungeklärt4 Studien (Zittermann 2023, Stürze); 1 große Placebo-Studie, 2.495 Pers. (FIND)
Ergebnisse: Stürze RR 1,25 (95 % KI 1,01–1,55), 4 Studien mit teils niedrig dosierter Kontrolle; Krankenhausaufnahmen RR 1,16; Hyperkalzämie RR 2,21 (Zittermann 2023); dagegen 1.600 oder 3.200 IE täglich über 5 Jahre: Sturz- und Sturzverletzungsrisiko wie unter Placebo (Rikkonen 2026, FIND); STURDY: schwere Stürze mit höheren Dosen häufiger als mit 200 IE (Appel 2021); 4.000 IE täglich über 3 Jahre ohne mehr Nebenwirkungen (Johnson 2022)
Ob Tagesmengen von 3.200 bis 4.000 IE über Monate das Sturzrisiko erhöhen, ist ungeklärt. Eine Meta-Analyse fand über vier Studien etwas mehr Stürze und etwas mehr Krankenhausaufnahmen, die Kontrollgruppen bekamen dort aber teils kleine Vitamin-D-Mengen statt Placebo; die große finnische FIND-Studie mit 3.200 IE täglich über fünf Jahre sah keinen Unterschied. Häufiger ist unter solchen Mengen vor allem ein leicht erhöhter Calciumwert. Behörden in Europa halten bis 100 µg täglich für Erwachsene für unbedenklich, empfehlen für Nahrungsergänzungsmittel aber deutlich weniger. 51, 364, 85, 84, 365
Was tun? Ohne ärztliche Begleitung nicht dauerhaft mehr als 100 µg (4.000 IE) täglich aus allen Präparaten zusammen nehmen; für die tägliche Ergänzung reichen nach Empfehlung des BfR 20 µg (800 IE).
Nicht untersucht bei: Einnahme über mehr als 5 Jahre, Kinder und Jugendliche bei diesen Mengen, Nierenerkrankung
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legt die tolerierbare Tageshöchstmenge für Erwachsene, Schwangere, Stillende und Jugendliche von 11 bis 17 Jahren auf 100 µg (4.000 IE) fest, für Kinder von 1 bis 10 Jahren auf 50 µg (2.000 IE); abgeleitet aus einer niedrigsten schädlichen Menge von 250 µg pro Tag mit Sicherheitsfaktor 2,5. Europäer überschreiten sie nach ihrer Einschätzung nur bei regelmäßiger Einnahme hoch dosierter Präparate. EFSA NDA Panel 2023
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt in seiner Stellungnahme vom 22. Februar 2024 (Nr. 007/2024) für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 20 µg (800 IE) Vitamin D pro Tagesverzehrempfehlung für Jugendliche und Erwachsene; die Menge berücksichtigt die Aufnahme aus Lebensmitteln und mögliche Mehrfacheinnahme. BfR 2024
Mehr Stürze und Knochenbrüche nach sehr hohen Einzeldosenungeklärt11 Studien (Myung & Cho 2023, Brüche) ohne Unterschied; die Leitlinie der Endocrine Society warnt vor mehr Stürzen (Shah 2024)
Ergebnisse: Knochenbrüche RR 0,99 (95 % KI 0,87–1,14), Stürze RR 1,03 (0,98–1,09) (Myung & Cho 2023, 11 Studien); Brüche RR 0,95 und Stürze RR 1,02 (0,98–1,05), nicht signifikant (Tao 2024); dagegen 500.000 IE einmal jährlich: Brüche RR 1,26 (1,00–1,59), Stürze RR 1,15 (Sanders 2010); 60.000 IE monatlich bis 5 Jahre: Brüche HR 0,94 (0,84–1,06) (Waterhouse 2023)
Ob seltene sehr hohe Vitamin-D-Gaben zu mehr Stürzen und Knochenbrüchen führen, ist ungeklärt: In den Meta-Analysen war das Bruchrisiko über elf Studien gleich wie unter Placebo, auch Stürze waren nicht gesichert häufiger. Einzelne Studien zeigen aber ein Warnsignal: Nach 500.000 IE einmal im Jahr stürzten ältere Frauen häufiger und brachen sich häufiger Knochen, vor allem in den Wochen direkt nach der Gabe, und 300.000 IE jährlich per Spritze gingen mit mehr Hüftbrüchen einher. Leitlinien raten älteren Menschen deshalb zu täglicher Einnahme statt großer Einzeldosen. 366, 367, 368, 53, 369, 370, 371, 65, 361, 372, 66
Was tun? Vitamin D möglichst täglich oder wöchentlich in üblicher Menge einnehmen statt in seltenen sehr großen Einzeldosen; Stoßdosen nur auf ärztliche Anordnung.
Nicht untersucht bei: jüngere Erwachsene, Stoßtherapie bei schwerem Mangel unter ärztlicher Kontrolle (andere Fragestellung)
- Die systematische Übersicht zur Leitlinie der Endocrine Society kommt zu dem Schluss, dass hoch dosiertes Vitamin D in großen Abständen im Vergleich zu niedrigerer täglicher Gabe Stürze vermehren kann; die Leitlinie empfiehlt Menschen über 50 die tägliche Einnahme (Demay 2024, PMID 38828931). Shah et al. 2024
- Behördenwarnung (Shah et al. 2024)
Mehr Hüftbrüche nach jährlicher Vitamin-D-Spritzeungeklärt1 RCT, 9.440 Pers. (Smith 2007)
Ergebnisse: Hüftbrüche HR 1,49 (95 % KI 1,02 bis 2,18; p = 0,04); alle Brüche HR 1,09 (0,93 bis 1,28); Stürze HR 0,98 (0,93 bis 1,04; Smith 2007)
Ob eine jährliche Vitamin-D-Spritze Hüftbrüche fördert, ist ungeklärt. In einer britischen Studie mit über 9.000 älteren Menschen führte sie nicht zu weniger Brüchen, Hüftbrüche waren sogar etwas häufiger. Es handelt sich um eine einzelne Studie mit einer heute unüblichen Form, Vitamin D2 als Spritze in den Muskel; für Tabletten in üblicher Dosis sagt das nichts aus. 369
Was tun? Sehr hohe Einmaldosen als Spritze sind zur Bruchvorbeugung nicht sinnvoll; die Gabe gehört in ärztliche Hand.
Nicht untersucht bei: Vitamin D3 als Spritze, jüngere Menschen
Nierenfunktion verschlechternungeklärt2 große Placebo-Studien, 2.166 und 1.312 Pers. (D2d, VITAL-DKD); Meta-Analysen nur mit aktiven Formen gemischt
Ergebnisse: Prädiabetes, 4.000 IE täglich: eGFR −1,0 mL/min/1,73 m² (95 % KI −1,4 bis −0,6) gegenüber Placebo, Verschlechterung der Nierengesundheit nach KDIGO HR 0,89 (0,52–1,52) (Kim 2021, D2d); Typ-2-Diabetes, 2.000 IE täglich: eGFR-Unterschied +0,9 (−0,7 bis 2,5) nach 5 Jahren (de Boer 2019); Kreatinin auch bei 10.000 IE täglich unverändert (Billington 2020)
Ob Vitamin D die Nierenfunktion verschlechtert, ist ungeklärt; ein bedeutsamer Schaden zeigte sich nicht. In der amerikanischen D2d-Studie mit über 2.000 Menschen mit Prädiabetes sank die Filterleistung unter 4.000 IE täglich minimal stärker als unter Placebo, um einen Milliliter pro Minute, was die Autoren nicht als bedeutsam werten; in der VITAL-Teilstudie mit Typ-2-Diabetes gab es keinen Unterschied. Unsicher ist die Lage bei bestehender Nierenerkrankung, wo der Calciumspiegel unter Vitamin-D-Therapie steigt. 373, 249, 359, 250
Was tun? Bei Nierenerkrankung Vitamin D nur nach ärztlicher Absprache und mit Kontrolle von Calcium und Nierenwerten einnehmen.
Nicht untersucht bei: fortgeschrittene Nierenerkrankung mit reinem Vitamin D3 oder D2 (meist aktive Formen untersucht), Einnahme über mehr als 5 Jahre, Kinder
- In einem Fallbericht führte eine Vitamin-D-Vergiftung zu Hyperkalzämie und eingeschränkter Nierenfunktion. Guerra et al. 2016
- In einem ungarischen Fallbericht wird eine Nierenschädigung durch Vitamin-D3-Vergiftung als seltene Ursache beschrieben. Hutkai et al. 2023
Gefäßverkalkung oder steifere Arterienungeklärt2 kleine RCTs mit Verkalkungsmessung (Billington 2020 mit 302 Pers., Samaan 2019 bei Nierenkranken)
Ergebnisse: Verkalkung der Unterschenkelarterien über 3 Jahre mit 400, 4.000 oder 10.000 IE täglich gleich, keine neuen Verkalkungen (Billington 2020); Nierenkranke: Fortschreiten des Koronarkalks nicht verschieden (Samaan 2019); Gefäßsteifigkeit 0,00 m/s und Gefäßfunktion unverändert (Beveridge 2018)
Ob Vitamin D in üblicher oder hoher Dosis die Gefäße verkalken lässt, ist ungeklärt, ein Schaden zeigte sich bisher nicht. Direkte Messungen der Verkalkung gibt es nur aus zwei kleinen Studien: Bei Erwachsenen ohne Mangel schritt die Verkalkung der Beinarterien auch mit 10.000 IE täglich über drei Jahre nicht schneller fort, bei Nierenkranken der Koronarkalk ebenfalls nicht. Gefäßverkalkungen sind vor allem als Folge schwerer Vitamin-D-Vergiftungen mit lange erhöhtem Calcium bekannt. 374, 375, 376, 261
Was tun? Bei Nierenerkrankung oder bekannter Gefäßverkalkung keine hohen Dosen ohne ärztliche Kontrolle von Calcium und Phosphat.
Nicht untersucht bei: Tagesdosen über 5.000 IE über Jahre, fortgeschrittene Nierenerkrankung mit Vitamin D3 oder D2 allein (nur kleine Studien), Kombination mit Vitamin K (kaum kontrollierte Daten zur Verkalkung)
Vitamin-D-Vergiftung durch Überdosierung oder fehlerhafte Präparateungeklärtkeine kontrollierte Studie, aber Fallberichte und Fallserien
Ergebnisse: Fallberichte: Vitamin-D-Spiegel 150 bis 1.220 ng/ml, Calcium 11,1 bis 23,1 mg/dl (Galior 2018); Präparate mit über 1.000-fach (Araki 2011) bzw. etwa 4.000-fach (Kara 2014) höherem Gehalt als angegeben; Normalisierung des Spiegels dauerte bis etwa 1 Jahr (Araki 2011)
Wie häufig Vitamin D zu einer Vergiftung führt, ist ungeklärt: Es gibt keine kontrollierten Studien, aber Fallberichte über Vergiftungen durch Überdosierung. Eine echte Vitamin-D-Vergiftung entsteht nicht durch übliche Mengen, sondern durch Einnahmen weit über der Tagesobergrenze über Wochen bis Monate: durch Verwechslung der Dosis, falsche Verordnung oder Präparate, die durch Herstellungsfehler ein Vielfaches des angegebenen Gehalts enthielten. Typisch sind ein stark erhöhter Calciumspiegel mit Übelkeit, Erbrechen, Durst, Austrocknung und Nierenschäden. Weil Vitamin D im Fettgewebe gespeichert wird, kann die Erhöhung nach dem Absetzen noch Monate anhalten. 6
Was tun? Die Tagesmenge auf dem Etikett und die Summe aller Präparate prüfen, Tropfen genau dosieren, Wochen- und Monatsdosen nicht mit Tagesdosen verwechseln; bei Übelkeit, starkem Durst oder Verwirrtheit unter hoch dosiertem Vitamin D ärztlich den Calciumwert prüfen lassen und die Einnahme angeben.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien zu Einnahmen über 10.000 IE täglich über Jahre
- In zwei Fallberichten nahmen Erwachsene wegen Herstellungs- und Etikettierungsfehlern zweier Nahrungsergänzungsmittel mehr als das 1.000-Fache der empfohlenen Tagesmenge ein und bekamen eine schwere Hyperkalzämie; die Einnahme wurde erst auf wiederholte Nachfrage berichtet, die Spiegel normalisierten sich nach etwa einem Jahr ohne bleibende Schäden. Araki et al. 2011
- In einem Leserbrief wird eine Vitamin-D-Vergiftung durch ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel beschrieben. Koutkia et al. 2001
- Sieben Kinder von 0,7 bis 4,2 Jahren erkrankten an einer Vitamin-D-Vergiftung durch ein fehlerhaft hergestelltes Fischölpräparat mit etwa 4.000-fachem Vitamin-D-Gehalt (geschätzt 266.000 bis 800.000 IE täglich); alle erholten sich unter Klinikbehandlung. Kara et al. 2014
- In einem Fallbericht trat eine akute Vitamin-D-Vergiftung vermutlich durch ein fehlerhaft hergestelltes Multivitaminpräparat auf. Anık et al. 2013
- Eine Übersicht über 13 Fallberichte beschreibt Vergiftungen mit Vitamin-D-Spiegeln von 150 bis 1.220 ng/ml; Ursachen waren Herstellungsfehler, Überdosierung durch Betroffene oder Verordnende und Kombinationen davon. Galior et al. 2018
- In einem Fallbericht entwickelte eine dafür empfindliche Person unter Vitamin-D-Präparaten Hyperkalzämie, Nierensteine und eine Hypervitaminose D. Haridas et al. 2020
- keine kontrollierte Studie, aber Fallberichte/Meldedaten (fallbericht)
Schäden bei Säuglingen und Kleinkindern durch hohe Dosenungeklärt8 Studien, 4.612 Pers. (Brustad 2022); dazu Fallberichte
Ergebnisse: schwere Nebenwirkungen RR 1,01 (95 % KI 0,73 bis 1,39), 8 Studien; Hyperkalzämie RR 1,18 (0,72 bis 1,93), 726 Kinder (Brustad 2022); Kinder unter 5: Hyperkalzämie RR 0,82 (0,35 bis 1,90), Hyperkalziurie RR 2,03 (0,28 bis 14,67), je 2 Studien (Huey 2020)
Ob höhere Vitamin-D-Mengen Säuglingen und Kleinkindern schaden, ist ungeklärt. In kontrollierten Studien vertrugen sie auch höhere Mengen ohne mehr schwere Nebenwirkungen oder erhöhte Calciumwerte, doch die Studien sind zu klein für seltene Schäden, und es gibt Fallberichte: Außerhalb von Studien kommt es immer wieder zu Vergiftungen, meist durch Dosierfehler, falsch ausgegebene Präparate oder hoch dosierte Mittel aus dem Internet; Folgen können Kalkablagerungen in den Nieren sein. Zudem reagieren Kinder mit einer seltenen erblichen Abbaustörung (CYP24A1) schon auf übliche Prophylaxe-Stoßgaben mit schwerer Hyperkalzämie. 377, 334
Was tun? Säuglingen nur die empfohlene Menge geben (meist 400 bis 500 IE täglich), Tropfen genau abmessen, keine zusätzlichen Präparate ohne Rücksprache und Vitamin-D-Gehalt der Säuglingsnahrung mitrechnen; bei Trinkschwäche, Erbrechen oder Gedeihstörung unter Vitamin D kinderärztlich abklären lassen.
Nicht untersucht bei: Frühgeborene, Kinder mit erblichen Störungen des Vitamin-D-Abbaus, Dauergabe über 2.000 IE/Tag über mehrere Jahre
- Bei Säuglingen mit sogenannter idiopathischer infantiler Hyperkalzämie fanden sich Mutationen im Vitamin-D-abbauenden Enzym CYP24A1, auch bei sonst gesund wirkenden Säuglingen, die nach einer Prophylaxe-Stoßgabe Vitamin D eine schwere Hyperkalzämie entwickelten. Schlingmann et al. 2011
- Ein 22 Monate altes Mädchen bekam sieben Monate lang das 25-Fache der empfohlenen Menge aus einem online gekauften Nahrungsergänzungsmittel und entwickelte Kalkablagerungen in den Nieren (Nephrokalzinose), die auch nach einem Jahr bestehen blieben. Pizzini et al. 2024
- Bei einem vier Monate alten gestillten Mädchen führte eine Vitamin-D-Vergiftung zu Hyperkalzämie und Nephrokalzinose; die Autoren halten sie mit klaren Dosieranweisungen für vermeidbar. Al-Kandari et al. 2021
- Ein Säugling erhielt durch eine Abweichung zwischen Verordnung und Abgabe 45 Tage lang 6.000 IE täglich statt 400 IE und entwickelte erhöhte Calciumwerte; nach Absetzen und Flüssigkeitsgabe besserte sich der Zustand innerhalb von 48 Stunden. Sudarsan et al. 2025
- Sieben Kleinkinder erkrankten durch ein fehlerhaft hergestelltes Fischölpräparat mit etwa 4.000-fachem Vitamin-D-Gehalt an einer Vergiftung. Kara et al. 2014
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legt die Tageshöchstmenge für Säuglinge bis 6 Monate auf 25 µg (1.000 IE) und für 6 bis 12 Monate auf 35 µg (1.400 IE) fest; Säuglingsnahrung mit hohem Vitamin-D-Gehalt kann bis zum 4. Monat allein schon an diese Grenze reichen. EFSA NDA Panel 2018
- Fallberichte/Behördenhinweise (fallbericht)
Zu hoher Calciumspiegel zusammen mit Thiazid-Entwässerungsmittelnungeklärt1 Placebo-Studie, 84 Pers. unter Hydrochlorothiazid (Chandler 2014, Nachauswertung)
Ergebnisse: unter Hydrochlorothiazid und bis 4.000 IE täglich über 3 Monate Calcium leicht höher (+0,2 mg/dl), nur 1 Fall von Hyperkalzämie, ohne Gruppenvergleich (Chandler 2014); Fallberichte und Beobachtungsstudien: Hyperkalzämie bei Älteren und Nierenkranken beschrieben (Robien 2013)
Ob Vitamin D zusammen mit Thiazid-Entwässerungsmitteln wie Hydrochlorothiazid zu einem gefährlich hohen Calciumspiegel führt, ist ungeklärt. Thiazide verringern die Calciumausscheidung über die Niere; in einer Nachauswertung einer Placebo-Studie mit 84 Thiazid-Anwendern stieg der Calciumwert unter bis zu 4.000 IE täglich leicht, eine Hyperkalzämie trat nur einmal auf. Beschrieben sind Fälle vor allem bei älteren Menschen, bei eingeschränkter Nierenfunktion und wenn zusätzlich Calcium genommen wird. 378, 379
Was tun? Wer ein Thiazid-Entwässerungsmittel nimmt, sollte Vitamin D und besonders Calcium nur nach ärztlicher Absprache ergänzen und den Calciumwert regelmäßig kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: kontrollierte Studien zur Kombination, übliche Vitamin-D-Mengen ohne Calcium
- Eine systematische Übersicht über 109 Arbeiten zu Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Vitamin D kommt zu dem Schluss, dass Thiazide zusammen mit Calcium und Vitamin D bei Älteren oder bei eingeschränkter Nierenfunktion oder Nebenschilddrüsenüberfunktion eine Hyperkalzämie verursachen können; die Studienqualität war überwiegend niedrig. Robien et al. 2013
- In einem französischen Bericht über zwei ältere Frauen trat nach der Kombination von Vitamin D und Thiazid-Entwässerungsmitteln eine Hyperkalzämie mit Beschwerden auf. Boulard et al. 1994
Zu hoher Calciumspiegel bei Sarkoidose und anderen Granulom-Erkrankungenungeklärt1 kleine RCT, 27 Pers. (Bolland 2013); sonst Beobachtung und Fallberichte
Ergebnisse: mittleres Calcium in Blut und Urin unverändert, aber 1 von 13 behandelten Personen mit deutlicher Hyperkalzämie nach 6 Wochen (Bolland 2013); Beobachtung: Hyperkalzämie bei 42,3 % mit gegenüber 18,3 % ohne Vitamin-D-Verordnung (Sodhi 2016)
Wie riskant Vitamin D bei Sarkoidose ist, ist in Studien ungeklärt, ein Risiko ist aber gut begründet: Die entzündlichen Knötchen bilden selbst aktives Vitamin D, deshalb kann zusätzliches Vitamin D den Calciumspiegel stark erhöhen, auch wenn der übliche Laborwert niedrig ist. In der einzigen kleinen Placebo-Studie blieb der Mittelwert gleich, eine von 13 behandelten Personen bekam aber eine deutliche Hyperkalzämie. In einer Beobachtungsstudie war ein zu hoher Calciumwert unter Vitamin D mehr als doppelt so häufig. 381, 382
Was tun? Bei Sarkoidose oder anderen Granulom-Erkrankungen Vitamin D nur nach ärztlicher Prüfung, möglichst mit Bestimmung von Calcium und aktivem Vitamin D (1,25-Dihydroxy-Vitamin D), und mit Kontrollen einnehmen.
Nicht untersucht bei: aktive Sarkoidose mit erhöhtem Calcium (ausgeschlossen), Einnahme über mehr als 1 Jahr, Tuberkulose und andere Granulom-Erkrankungen
- Ein junger Mann mit Granulomen nach selbst gespritztem Paraffinöl bekam nach einer einmaligen Vitamin-D-Gabe wegen niedrigen Vitamin-D-Werts eine verstärkte Hyperkalzämie, Nierensteine und eine verschlechterte Nierenfunktion. Theilade et al. 2025
- In einem Fallbericht wird eine schwere, durch aktives Vitamin D vermittelte Hyperkalzämie bei einer Granulom-Erkrankung beschrieben. Zhang et al. 2012
Nebenwirkungen insgesamt häufiger als Placebokein Schaden gefunden62 Studien, 19.389 Pers. (Malihi 2017)
Ergebnisse: alle Nebenwirkungen RR 0,97 (95 % KI 0,92 bis 1,02); Magen-Darm-Beschwerden RR 1,01 (0,87 bis 1,17); Hautbeschwerden RR 1,33 (0,82 bis 2,15); Studienabbrüche RR 1,03 (0,96 bis 1,09), aber RR 1,16 (1,02 bis 1,33), wenn beide Gruppen Calcium bekamen (Malihi 2017); schwere Nebenwirkungen OR 0,96 (0,90 bis 1,04), 38 Studien (Jolliffe 2025)
Über viele Langzeitstudien gerechnet treten unter Vitamin D nicht mehr Nebenwirkungen auf als unter Placebo, auch Magen-Darm-Beschwerden nicht, und schwere Nebenwirkungen sind ebenso häufig. Die bekannten Risiken betreffen fast ausschließlich den Calciumhaushalt und hängen von Dosis und Vorerkrankungen ab. Wenn zusätzlich Calcium gegeben wurde, brachen etwas mehr Menschen die Einnahme ab. 50, 16, 365
Was tun? In üblicher Dosis ist Vitamin D gut verträglich; bei Vorerkrankungen von Niere oder Nebenschilddrüse, Sarkoidose oder Einnahme von Thiaziden oder Digitalis vorher ärztlich abklären.
Nicht untersucht bei: Schwangerschaft bei Dosen über 4.000 IE täglich, Nierenerkrankung, Sarkoidose, Nebenschilddrüsenüberfunktion (meist ausgeschlossen)
Geringere Knochendichte bei sehr hoher Tagesdosisnicht untersuchtkeine Placebo-Studie mit Schenkelhals-Messung; 1 Dosisvergleich gegen 400 IE, 311 Pers. (Burt 2019)
Ergebnisse: gegen Placebo nicht untersucht; Knochendichte am Unterarm nach 3 Jahren −3,9 mg/cm³ (4.000 IE) und −7,5 mg/cm³ (10.000 IE) gegenüber 400 IE, Knochenfestigkeit ohne Unterschied (Burt 2019, HR-pQCT, keine Schenkelhals-DXA)
Ob sehr hohe Tagesmengen die Knochendichte am Schenkelhals senken, ist nicht untersucht: Eine Placebo-Studie mit dieser Messung gibt es nicht. In einer kanadischen Studie mit gesunden Erwachsenen ohne Mangel verloren diejenigen, die 4.000 oder 10.000 IE täglich nahmen, am Unterarm etwas mehr Knochendichte als mit 400 IE; die errechnete Knochenfestigkeit unterschied sich nicht. Eine Bestätigung fehlt. 87
Was tun? Hohe Tagesdosen bringen den Knochen ohne Mangel keinen Vorteil; zur Knochengesundheit genügen übliche Mengen.
Nicht untersucht bei: Menschen mit Vitamin-D-Mangel bei diesen Dosen über Jahre, Knochenbrüche als Endpunkt bei Tagesdosen über 4.000 IE
Herzrhythmusstörungen zusammen mit Digitalis (Digoxin, Digitoxin)nicht untersuchtkeine kontrollierte Studie zu klinischen Folgen; 1 kleine Studie zur Aufnahme von Digoxin
Ergebnisse: 1.000 IE/Tag änderten Aufnahme und Blutspiegel von Digoxin nicht (Verhältnis 1,02 bis 1,06), Calcium stieg leicht von 9,32 auf 9,68 mg/dl (Kota 2012)
Digitalis-Präparate wirken stärker und werden gefährlicher, wenn der Calciumspiegel im Blut steigt. Vitamin D selbst verändert die Aufnahme von Digoxin nach einer kleinen Studie nicht, kann aber den Calciumwert anheben; entscheidend ist deshalb, dass keine Hyperkalzämie entsteht. Studien zu Rhythmusstörungen unter der Kombination gibt es nicht. 380
Was tun? Unter Digitalis-Therapie Vitamin D nur in üblicher Menge und nach ärztlicher Absprache nehmen; bei höheren Dosen den Calciumwert kontrollieren lassen.
Nicht untersucht bei: Herzkranke unter Digitalis mit Vitamin D in höherer Dosis, Digitoxin

Mythen-Check: Welche Versprechen halten Studien nicht stand?
Die meisten Versprechen rund um Vitamin D gehen weiter, als die Studien reichen. Einige halten sich hartnäckig, obwohl gute Studien sie längst geprüft haben, und die bekanntesten stehen hier im Vergleich mit dem, was tatsächlich herauskam.
| Behauptung | Was die Studien zeigen | Unser Urteil |
|---|---|---|
| „Vitamin D macht schlank.“ | Gewicht und Körperfett blieben gleich.3854 | spricht dagegen |
| „Vitamin D schützt vor Erkältungen.“ | Infekte von Nase und Rachen kamen genauso oft.16 | spricht dagegen |
| „Eine große Stoßdosis wirkt wie viele kleine.“ | Seltene hohe Dosen schützten nicht vor Infekten.16 Nach einer Jahresdosis stürzten ältere Frauen sogar häufiger.53 | spricht dagegen |
| „Vitamin D beugt Krebs und Herzinfarkt vor.“ | In großen Studien erkrankten gleich viele.2928 | spricht dagegen |
| „Vitamin D macht im Alter kräftiger.“ | In über fünfzig Studien wuchs die Kraft nicht.13 | spricht dagegen |
| „Haarausfall kommt vom Vitamin-D-Mangel.“ | Eine Studie mit Vergleichsgruppe gibt es nicht. | nicht untersucht |
Wer Vitamin D wegen einer dieser Hoffnungen nimmt, bezahlt also für eine Wirkung, die in den Studien nicht auftaucht.
Vitamin D als Supplement: Welche Präparate, welche Dosis?
Als Nahrungsergänzung genügt eine kleine Menge, täglich zu einer Mahlzeit. Teure Kombipräparate und hohe Stoßdosen haben in Studien keinen Zusatznutzen gezeigt, und wo die Forschung schweigt, sagen wir das in den folgenden Abschnitten auch.
Wie viel Vitamin D am Tag?
Für Gesunde reichen kleine Tagesmengen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 800 IE pro Tagesportion vor,55 und auf Dauer nicht überschritten werden sollten 4.000 IE aus allen Quellen zusammen.49 Mehr bringt Gesunden nach den großen Studien nichts.
Die Endocrine Society rät Erwachsenen unter 75 sogar ausdrücklich davon ab, zur Vorbeugung mehr als die empfohlenen Mengen zu nehmen.5 Wie viel Vitamin D am Tag es sein sollte, hängt deshalb an Alter, Sonne und Blutwert. Mit dem Wunsch nach mehr Wirkung hat die richtige Vitamin-D-Dosis dagegen wenig zu tun.

Wann und wie sollte man Vitamin D einnehmen?
Am besten wird Vitamin D zu einer Mahlzeit genommen, die etwas Fett enthält. Das zeigt eine Studie mit älteren Menschen, bei denen der Gehalt im Blut nach einem Frühstück mit Fett um rund ein Drittel stärker stieg als nach einem fettfreien.56 Ob morgens oder abends besser ist, haben Studien kaum verglichen. Wichtiger ist die Regelmäßigkeit, also täglich oder wöchentlich statt in seltenen Riesenportionen, und für Menschen über 50 empfiehlt die Endocrine Society sogar ausdrücklich die tägliche Einnahme.5

Tropfen, Tabletten oder D3: Welches Präparat ist das beste?
Die Darreichung zählt weniger als die Art, denn Vitamin D3 hebt den Blutwert stärker als D2. Das zeigen Vergleichsstudien mit über tausend Gesunden, wobei der Abstand bei kleinen Tagesmengen geringer ausfiel.57 Ob Vitamin-D-Tropfen oder Tabletten, ist bei gleicher Menge zweitrangig. Viele Präparate mischen Vitamin D außerdem mit K2 oder Magnesium, doch dass die Mischung mehr bringt, hat keine Studie gezeigt.
Den meisten genügt deshalb ein Präparat ohne Zusätze. Wer Tropfen nimmt, sollte sie genau zählen, weil die Menge pro Tropfen von Produkt zu Produkt schwankt.

Wo ist Vitamin D drin, und wirkt die Sonne durchs Fenster?
Nennenswert Vitamin D liefert vor allem fetter Fisch, ansonsten ist kaum ein natürliches Lebensmittel reich daran.5 Die Haut bleibt deshalb die wichtigste Quelle. Das gilt allerdings nur im Freien. Fensterglas hält die nötige UVB-Strahlung zurück, sodass hinter der Scheibe kein Vitamin D entsteht.4 Dazu fällt die Sonne im Winter auf unserer Breite ohnehin aus.1 Im Sommer lohnt sich also Zeit im Freien, während im Winter ohne Fisch kaum nennenswerte Mengen zusammenkommen.

Vitamin-D-Selbsttest: Wann lohnt sich ein Bluttest?
Für Gesunde ohne besonderen Grund ist ein Routinetest nicht nötig. Die Endocrine Society fand keine Studie, die einen Nutzen solcher Tests zeigt, und rät deshalb davon ab.5 Sinnvoll wird eine Messung erst, wenn ärztlich ein Mangel vermutet wird.
Als ausreichend gilt ein Blutwert ab 50 nmol/l, das sind 20 ng/ml, und höhere Werte brachten in den Auswertungen keinen verlässlichen Zusatznutzen.58 Selbsttests für zu Hause messen denselben Wert aus einem Tropfen Fingerblut. Wie zuverlässig sie sind, hat allerdings keine Studie in unserer Auswertung geprüft. Beim Ergebnis lohnt vor allem ein Blick auf die Einheit, denn dieselbe Zahl bedeutet in ng/ml etwas ganz anderes als in nmol/l.

Unsere Einordnung
Vitamin D lohnt sich vor allem dort, wo die Sonne fehlt: im Winter, im Alter, bei dunkler Haut oder wenig Zeit im Freien. Dann genügt eine kleine Menge täglich, am besten zu einer Mahlzeit. Hohe Dosen ohne ärztlichen Grund bringen keinen Vorteil und erhöhen das Risiko für einen zu hohen Calciumwert.
Häufige Fragen
Was sind Vitamin-D-Bomben?
So werden Lebensmittel mit besonders viel Vitamin D genannt. Gemeint ist vor allem fetter Fisch. Obst und Gemüse gehören nicht dazu, und insgesamt kommt über das Essen wenig zusammen, weil kaum ein natürliches Lebensmittel viel Vitamin D enthält.5
Was ist ein Vitamin-D-Komplex?
Meist ein Präparat, das Vitamin D mit Vitamin K2, Magnesium oder Calcium kombiniert. Einen Zusatznutzen der Mischung hat keine Studie belegt. Zusammen mit Calcium bildeten sich in einer großen Studie sogar etwas häufiger Nierensteine.15
Was ist der Unterschied zwischen Vitamin D und D3?
Vitamin D ist der Oberbegriff. D3 ist die Form, die auch die Haut im Sonnenlicht bildet.4 Daneben gibt es Vitamin D2. In Vergleichsstudien hob D3 den Blutwert stärker.57
Hilft Vitamin D gegen Müdigkeit?
Das ist unklar: Es gibt erste Hinweise, aber zu wenige und zu kleine Studien. In einer Studie mit 120 jungen Erwachsenen, die müde waren und einen Mangel hatten, ließ die Erschöpfung nach einer einmaligen hohen Dosis stärker nach als mit Scheinpräparat.59 Ohne Mangel ist ein Nutzen nicht gezeigt, und anhaltende Müdigkeit sollte ärztlich abgeklärt werden.
Hilft Vitamin D bei Regelschmerzen?
In Studien ja: Bei Regelschmerzen ohne zugrunde liegende Krankheit sank der Schmerz auf einer Zehnerskala um gut eineinhalb Punkte.60 Die Studien nutzten aber oft sehr hohe Einzel- oder Wochendosen, die ärztlich begleitet werden sollten. Bei Endometriose half Vitamin D nicht.
Mehr zu Vitamin D









So bewerten wir
Jede Stufe folgt festen Regeln, die für alle Inhaltsstoffe gleich sind. Zwei Recherchen erheben die Studienlage unabhängig voneinander; weichen sie ab, gilt die vorsichtigere Stufe.
| Stufe | Wann wir sie vergeben |
|---|---|
| gut belegt | Mindestens zwei Meta-Analysen kontrollierter Studien sind sich einig, die größte umfasst 10 oder mehr Studien, und keine vergleichbar große widerspricht. Oder eine sehr große Meta-Analyse mit über 5.000 Teilnehmenden in guter Qualität. |
| wahrscheinlich | Die maßgebliche Meta-Analyse (mindestens 5 Studien) ist positiv, aber nicht mehrfach unabhängig bestätigt. |
| unklar | Nur einzelne oder kleine Studien, oder die Ergebnisse widersprechen sich. |
| spricht dagegen | Die maßgebliche Meta-Analyse oder mehrere Placebo-Studien mit zusammen mindestens 300 Personen finden keinen Unterschied zu Placebo. |
| nicht untersucht | Es gibt keine placebokontrollierte Studie am Menschen, nur Beobachtungs-, Tier- oder Laborstudien. |
Begrenzungen: Kleine Studienbasis (unter 500 Teilnehmende), eine abratende Leitlinie oder überwiegend von Herstellern bezahlte Studien begrenzen die Stufe nach oben. Gezählt wird der klinisch wichtigste Messwert, zum Beispiel der Langzeitblutzucker HbA1c vor dem Nüchternzucker. Studien mit Infusionen gelten nie für Tabletten.
Alle 382 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Webb et al. 1988, J Clin Endocrinol Metab | Hautproben und Vitamin-D-Vorstufe im Sonnenlicht von Boston (42° N) und Edmonton (52° N) | keine Bildung in Boston von November bis Februar, in Edmonton von Oktober bis März; weiter südlich auch im Winter | Laborstudie |
| 2 | Rabenberg et al. 2015, BMC Public Health | DEGS1 des Robert Koch-Instituts, 6.995 Erwachsene in Deutschland, 2008 bis 2011 | Mittelwert 45,6 nmol/l; 61,6 % unter 50, 30,2 % unter 30 nmol/l; im Winter ein Viertel unter 30 nmol/l | Bevölkerungsstudie |
| 3 | Manson et al. 2019 (VITAL), N Engl J Med | 25.871 Erwachsene in den USA, 2.000 IE täglich gegen Placebo, 5,3 Jahre | keine Senkung von Krebs oder Herz-Kreislauf-Ereignissen; erhöhtes Calcium nicht häufiger | RCT (größte Einzelstudie) |
| 4 | Holick 1995, Am J Clin Nutr | Übersichtsarbeit zur Vitamin-D-Bildung in der Haut | UVB bildet Vitamin D3 aus 7-Dehydrocholesterol; Pigment, Alter und Sonnencreme bremsen; Fensterglas lässt kein UVB durch | Übersichtsarbeit |
| 5 | Demay et al. 2024, J Clin Endocrinol Metab | Leitlinie der Endocrine Society auf Basis von Placebo-Studien | Vitamin D vorgeschlagen für 1- bis 18-Jährige, ab 75, in der Schwangerschaft und bei Prädiabetes; keine Mengen über dem Bedarf für Gesunde unter 75; über 50 täglich statt Stoßdosen; keine Routinetests; natürliche Quellen selten | Leitlinie |
| 6 | Galior et al. 2018, Nutrients | Übersicht über 13 Artikel mit Fallberichten zur Vitamin-D-Vergiftung | Spiegel 150 bis 1.220 ng/ml; Ursachen Herstellungsfehler, Überdosierung durch Betroffene oder Verordnende | Übersicht über Fallberichte |
| 7 | Munns et al. 2016, J Clin Endocrinol Metab | internationaler Konsens von Fachgesellschaften zur ernährungsbedingten Rachitis | Rachitis und Osteomalazie gelten als vermeidbar | Leitlinie |
| 8 | Emmanouilidou et al. 2022, Pharmacol Ther | 9 Placebo-RCTs, 71.386 Personen | Darmkrebs RR 1,06, nicht gesichert; Darmpolypen unverändert | Meta-Analyse |
| 9 | Massé et al. 2026, BMJ | 69 RCTs, 153.902 Erwachsene; Vitamin D allein 36 Studien, mit Calcium 15 Studien | allein: Brüche RR 1,00, Stürze RR 1,01; mit Calcium Brüche RR 0,91, laut Autoren absolut kaum relevant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 10 | Reid et al. 2014, Lancet | 23 Studien, 4.082 Personen, überwiegend Frauen um 59 Jahre | Schenkelhals +0,8 %, an allen anderen Messstellen kein Effekt | Meta-Analyse |
| 11 | Kazemian et al. 2023, Nutr Rev | 39 Studien mit Vitamin D3 bei Erwachsenen | Schenkelhals und Wirbelsäule leicht höher, Hüfte gesamt unverändert, Unterarm niedriger | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 12 | Kistler-Fischbacher et al. 2024 (DO-HEALTH), J Bone Miner Res | 1.493 gesunde Menschen ab 70 in Europa, 2.000 IE täglich, 3 Jahre | kein Nutzen für die Knochendichte an Wirbelsäule und Schenkelhals | RCT (große Einzelstudie) |
| 13 | Bislev et al. 2021, J Bone Miner Res | 54 Placebo-RCTs, 8.747 Personen | keine Kraftzunahme an Hand, Arm oder Bein; am Kniestrecker leicht schlechter | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 14 | Chakhtoura et al. 2022, J Clin Endocrinol Metab | Übersicht über Meta-Analysen zu Calcium plus Vitamin D | Brüche in 7 von 11 Auswertungen seltener, bei selbstständig Lebenden nicht; Nutzen vermutlich aus Pflegeheimen | Übersicht über Meta-Analysen |
| 15 | Jackson et al. 2006 (WHI), N Engl J Med | 36.282 Frauen nach den Wechseljahren, 1.000 mg Calcium plus 400 IE täglich, 7 Jahre | Brüche nicht sicher seltener; Nierensteine HR 1,17 | RCT (größte Einzelstudie) |
| 16 | Jolliffe et al. 2025, Lancet Diabetes Endocrinol | Placebo-RCTs aller Altersgruppen; obere Atemwege 32 Studien mit 43.978 Personen | Erkältungen nicht seltener; alle Atemwegsinfekte OR 0,94; Stoßdosen ohne Schutz | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 17 | Jolliffe et al. 2021, Lancet Diabetes Endocrinol | Teil mit 19 RCTs und täglicher Gabe | tägliche Gabe OR 0,78; mit 400 bis 1.000 IE OR 0,70 | Meta-Analyse |
| 18 | Martineau et al. 2017, BMJ | 25 RCTs, Einzeldaten von 10.933 Personen | täglich oder wöchentlich OR 0,81; bei Werten unter 25 nmol/l OR 0,30; Stoßdosen ohne Effekt | Meta-Analyse (Einzeldaten) |
| 19 | Rees et al. 2013, Clin Infect Dis | 2.259 Erwachsene von 45 bis 75 Jahren, 1.000 IE täglich | Atemwegsinfekte nicht seltener als mit Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 20 | Zhu et al. 2021, Front Nutr | 10 RCTs, 4.859 Personen | Influenza RR 0,78 | Meta-Analyse |
| 21 | Wang L et al. 2025, Front Psychiatry | 20 RCTs mit Menschen mit Depression | Depressionswerte SMD −0,36, mäßige Besserung | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 22 | Srifuengfung et al. 2023, Nutrition | 18 RCTs, 1.980 Personen mit Depression | Erwachsene SMD −0,70; Kinder und Jugendliche ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 23 | Okereke et al. 2020 (VITAL-DEP), JAMA | 18.353 Erwachsene ab 50, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | neue oder wiederkehrende Depression HR 0,97; Stimmung unverändert | RCT (große Einzelstudie) |
| 24 | Mikola et al. 2023, Crit Rev Food Sci Nutr | 41 Placebo-RCTs, 53.235 Erwachsene | depressive Beschwerden g −0,32; Vertrauenswürdigkeit sehr niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 25 | Hu et al. 2021, Am J Emerg Med | 6 RCTs, 301 Menschen mit Migräne | −2,74 Attacken pro Monat; Dauer und Stärke nicht sicher verändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 26 | Chen et al. 2024, Neuropsychol Rev | 24 RCTs, 7.557 Personen, im Mittel 65 Jahre | globale Denkleistung g 0,13, bei Mangel 0,48; einzelne Bereiche unverändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 27 | Kang et al. 2021 (VITAL-Cog), Sci Rep | 4.218 Menschen ab 60, 2.000 IE täglich, 2 bis 3 Jahre | geistiger Abbau nicht gebremst | RCT (Gegenbefund) |
| 28 | Rasouli et al. 2023, J Res Health Sci | 29 RCTs, über 134.000 Erwachsene | Herz-Kreislauf-Erkrankungen RR 0,99 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 29 | Goulão et al. 2018, Am J Clin Nutr | 30 RCTs, 18.808 Erwachsene, Vitamin D allein | Krebsneuerkrankungen RR 1,03; Krebstod RR 0,88, nicht gesichert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 30 | Kuznia et al. 2023, Ageing Res Rev | 14 Placebo-RCTs, 104.727 Personen, teils Einzeldaten | Krebstod insgesamt RR 0,94; täglich RR 0,88, Stoßdosen RR 1,07 | Meta-Analyse (Einzeldaten) |
| 31 | Serra et al. 2024, J Hypertens | 11 RCTs, Bluthochdruck mit Vitamin-D-Mangel | oberer Blutdruckwert gesenkt, unterer nicht | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 32 | He & Hao 2019, Medicine (Baltimore) | 17 RCTs, 1.687 Erwachsene mit Mangel; Teilgruppe Bluthochdruck 5 Studien | bei Bluthochdruck −6,58 / −3,07 mmHg | Meta-Analyse |
| 33 | Abumweis et al. 2026, Asia Pac J Clin Nutr | 45 Placebo-RCTs zu Herz-Kreislauf-Risikofaktoren | oberer Blutdruckwert −2,79 mmHg; klinische Bedeutung laut Autoren unsicher | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 34 | Beveridge et al. 2015, JAMA Intern Med | 46 Placebo-RCTs, 4.541 Personen, Einzeldaten von 3.092 | Blutdruck unverändert, keine Gruppe mit besserem Ansprechen | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 35 | Farahmand et al. 2023, BMC Endocr Disord | 46 RCTs, 4.313 Menschen mit Typ-2-Diabetes | HbA1c −0,20 Prozentpunkte | Meta-Analyse |
| 36 | Chen et al. 2024, Diabetes Obes Metab | 39 RCTs, 2.982 Menschen mit Typ-2-Diabetes | HbA1c −0,30 Prozentpunkte, stärker bei Mangel | Meta-Analyse |
| 37 | Zhang et al. 2020, Diabetes Care | 8 RCTs, 4.896 Menschen mit Prädiabetes | neuer Diabetes RR 0,89 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 38 | Chandler et al. 2015, Nutr Rev | 26 RCTs, 42.430 Erwachsene | Gewicht −0,05 kg, Fettmasse −0,43 kg, beides nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 39 | Zhang et al. 2019, BMJ | 52 RCTs, 75.454 Personen | Gesamtsterblichkeit RR 0,98, nicht gesichert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 40 | Nielsen et al. 2024, Nutrients | 11 RCTs, 686 Kinder und Erwachsene mit Neurodermitis | Schweregrad SMD −0,41 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 41 | Dai et al. 2023, PLoS One | 4 RCTs, 333 Menschen mit Schuppenflechte | Schweregrad und Lebensqualität ohne gesicherten Effekt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 42 | Ruikchuchit et al. 2024, Int J Womens Dermatol | 44 Menschen mit Akne und niedrigem Spiegel, Vitamin D2 oder Placebo zur Creme, 12 Wochen | Besserung in beiden Gruppen gleich; danach etwas weniger Rückfälle | RCT |
| 43 | Roth et al. 2018, N Engl J Med | 1.300 Schwangere in Bangladesch, wöchentlich 4.200 bis 28.000 IE oder Placebo | Geburtsmaße und Wachstum im ersten Jahr ohne Unterschied | RCT (große Einzelstudie) |
| 44 | Yang et al. 2025, Nutr Rev | 66 RCTs, 17.276 Schwangere | Geburtsgewicht +53 g; Schwangerschaftsdiabetes RR 0,65; Präeklampsie, Frühgeburt und zu leichte Neugeborene unverändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 45 | Liu et al. 2022, Clin Nutr | 42 RCTs, 11.082 Schwangere | Frühgeburt RR 0,93; Geburtsgewicht +37 g, nicht gesichert | Meta-Analyse |
| 46 | Moghib et al. 2024, BMC Pregnancy Childbirth | 33 RCTs, 10.613 Schwangere | Frühgeburt RR 0,70 | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 47 | Palacios et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 8 vertrauenswürdige Studien, 2.313 Schwangere; 20 von 30 früheren Studien ausgeschlossen | Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes je nur 1 Studie, Ergebnis sehr unsicher | Cochrane-Review |
| 48 | Nababan et al. 2026, Trends Psychiatry Psychother | 2 RCTs zur Einnahme in der Schwangerschaft | Depressionswert nach der Geburt −2,70 Punkte, Sicherheit niedrig | Meta-Analyse |
| 49 | EFSA NDA Panel 2023, EFSA J | Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zur Tageshöchstmenge | 100 µg (4.000 IE) pro Tag für Erwachsene, Schwangere und Stillende, 50 µg für 1- bis 10-Jährige | Behördengutachten |
| 50 | Malihi et al. 2017, Nutr Rev | 128 RCTs über mindestens 24 Wochen; Nebenwirkungen in 62 Studien mit 19.389 Personen | Nebenwirkungen RR 0,97, Magen-Darm RR 1,01 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 51 | Zittermann et al. 2023, Eur J Nutr | 22 RCTs, 12.952 Personen, 3.200 bis 4.000 IE täglich über mindestens 6 Monate | erhöhtes Calcium RR 2,21, etwa 4 zusätzliche Fälle je 1.000 | Meta-Analyse |
| 52 | Malihi et al. 2016, Am J Clin Nutr | 48 RCTs, 19.833 Personen, mindestens 24 Wochen | erhöhtes Calcium im Blut RR 1,54; Nierensteine RR 0,66, nicht häufiger | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 53 | Sanders et al. 2010, JAMA | 2.256 Frauen ab 70 in Australien, 500.000 IE einmal im Jahr, 3 bis 5 Jahre | Stürze RR 1,15, Brüche RR 1,26; vor allem in den ersten Monaten nach der Gabe | RCT (Schaden) |
| 54 | Oliveira et al. 2024, J Steroid Biochem Mol Biol | 12 RCTs, Erwachsene mit metabolischem Syndrom | Gewicht und Taillenumfang unverändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 55 | BfR 2024, Stellungnahme Nr. 007/2024 | Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln | höchstens 20 µg (800 IE) pro Tagesportion für Jugendliche und Erwachsene | Behördenempfehlung |
| 56 | Dawson-Hughes et al. 2015, J Acad Nutr Diet | 50 gesunde Ältere, einmalig 50.000 IE zu fettfreiem oder fetthaltigem Frühstück | Spitzenwert im Blut mit Fett 32 % höher; Art des Fetts ohne Einfluss | RCT |
| 57 | Balachandar et al. 2021, Nutrients | 24 Vergleichsstudien, 1.277 gesunde Teilnehmende | Blutwert mit D3 im Mittel 15,7 nmol/l höher als mit D2; Abstand kleiner bei niedriger Dosis | Meta-Analyse |
| 58 | Ross et al. 2011, J Clin Endocrinol Metab | Bericht des US-amerikanischen Institute of Medicine | ab 20 ng/ml (50 nmol/l) für mindestens 97,5 % der Bevölkerung ausreichend; höhere Werte ohne verlässlichen Zusatznutzen | Behördenbericht |
| 59 | Nowak et al. 2016, Medicine (Baltimore) | 120 müde junge Erwachsene mit Mangel, einmalig 100.000 IE oder Placebo | Erschöpfung nach 4 Wochen stärker gesunken | RCT |
| 60 | Lin et al. 2024, Nutrients | 11 RCTs, 687 Frauen mit Regelschmerzen | Schmerz −1,64 Punkte auf einer Zehnerskala; bei Endometriose kein Effekt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 61 | Bolland et al. 2018, Lancet Diabetes Endocrinol | 81 RCTs, 53.537 Erwachsene; Gesamtbrüche 36 Studien, 44.790 Pers. | Gesamtbrüche RR 1,00 (0,93–1,07); auch bei Dosen über 800 IE/Tag kein Effekt | Meta-Analyse |
| 62 | Yao et al. 2019, JAMA Netw Open | 11 RCTs mit Vitamin D allein, 34.243 Pers., je ≥ 500 Teilnehmende | jeder Bruch RR 1,06 (0,98–1,14), nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 63 | Avenell et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | Frauen nach der Menopause und ältere Männer; Vitamin D allein 15 Studien, 28.271 Pers. | neue Brüche RR 1,03 (0,96–1,11), hohe Evidenzqualität | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 64 | LeBoff et al. 2022, N Engl J Med | VITAL: 25.871 gesunde Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | Gesamtbrüche HR 0,98 (0,89–1,08); auch bei niedrigem Ausgangswert kein Effekt | RCT (größte Einzelstudie) |
| 65 | Waterhouse et al. 2023, Lancet Diabetes Endocrinol | D-Health: 20.326 Erwachsene von 60 bis 84 Jahren, 60.000 IE monatlich, 5 Jahre | Gesamtbrüche HR 0,94 (0,84–1,06), nicht signifikant | RCT |
| 66 | Trivedi et al. 2003, BMJ | 2.686 Ältere von 65 bis 85 Jahren, 100.000 IE alle vier Monate, 5 Jahre | erster Bruch RR 0,78 (0,61–0,99); typische Osteoporose-Brüche RR 0,67 | RCT (Gegenbefund) |
| 67 | Weaver et al. 2016, Osteoporos Int | 8 Studien, 30.970 Pers., Selbstständige und Heimbewohner | Gesamtbrüche RR 0,85 (0,73–0,98) | Meta-Analyse |
| 68 | Zhao et al. 2017, JAMA | 33 RCTs, 51.145 selbstständig lebende Erwachsene über 50 | Calcium plus Vitamin D ohne Effekt auf Gesamt-, Wirbel- und andere Brüche | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 69 | Grant et al. 2005, Lancet | RECORD: 5.292 Ältere nach einem Bruch, 800 IE und/oder 1.000 mg Calcium | keine Senkung neuer Brüche, weder mit Vitamin D, Calcium noch Kombination | RCT (Gegenbefund) |
| 70 | de Souza et al. 2024, J Gen Intern Med | 7 RCTs, 71.899 gesunde Personen ab 60 Jahren | Gesamtbrüche RR 1,03 (0,93–1,14); Hüftbrüche bei Frauen RR 1,34 (1,06–1,70) | Meta-Analyse (Hinweis auf Schaden) |
| 71 | Bischoff-Ferrari et al. 2012, N Engl J Med | gepoolte Einzeldaten aus 11 Studien, 31.022 Pers. ab 65 Jahren | nach Zuteilung Hüftbruch HR 0,90 (0,80–1,01), nicht signifikant; nur bei tatsächlicher Einnahme ab etwa 800 IE täglich HR 0,70 (nicht mehr randomisierter Vergleich) | Gepoolte Analyse (Gegenbefund) |
| 72 | Kahwati et al. 2018, JAMA | Evidenzbericht für die US-Präventionsbehörde, 11 RCTs, 51.419 selbstständig Lebende ab 50 | Vitamin D mit Calcium ohne Effekt auf Hüftbrüche; mehr Nierensteine (+0,33 Prozentpunkte) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 73 | Chapuy et al. 1992, N Engl J Med | 3.270 gehfähige Frauen, im Mittel 84 Jahre, 800 IE plus 1,2 g Calcium täglich, 18 Monate | Hüftbrüche −43 % (p = 0,043), andere Brüche außerhalb der Wirbelsäule −32 % gegenüber Placebo | RCT (Positivstudie, Hochbetagte) |
| 74 | Lappe et al. 2008, J Bone Miner Res | 5.201 Rekrutinnen der US-Marine, 800 IE Vitamin D plus 2.000 mg Calcium täglich, 8 Wochen | Ermüdungsbrüche 5,3 % gegenüber 6,6 % (−20 %, p = 0,0026) | RCT (maßgeblich) |
| 75 | Moraes et al. 2026, Am J Sports Med | 15 Beobachtungsstudien, 4.183 Sportler und Soldaten | Betroffene mit Ermüdungsbruch hatten niedrigere Vitamin-D-Werte (−5,82 nmol/L); bei Sportlern und Frauen kein gesicherter Unterschied | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 76 | Ling et al. 2021, Clin Nutr | Vitamin D allein 21 RCTs, 51.984 Ältere | RR 1,00 (0,95–1,05) | Meta-Analyse |
| 77 | Torres-Lopez et al. 2025, J Clin Med | 10 RCTs, 23.211 selbstständig lebende Personen ab 65 | OR 0,99 (0,95–1,03); in keiner Dosis- oder Dauer-Untergruppe ein Effekt | Meta-Analyse |
| 78 | Wei et al. 2022, Front Endocrinol | 38 RCTs, 61.350 Ältere, mit und ohne Calcium | mit mindestens 700 IE täglich RR 0,87 (0,79–0,96); unter 700 IE kein Effekt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 79 | Bischoff-Ferrari et al. 2009, BMJ | 8 RCTs, 2.426 Ältere | 700–1.000 IE täglich RR 0,81 (0,71–0,92); niedrigere Dosen ohne Effekt | Meta-Analyse (ältere Positivauswertung) |
| 80 | LeBoff et al. 2020, J Clin Endocrinol Metab | VITAL: 25.871 Erwachsene, 2.000 IE täglich, 5 Jahre | zwei oder mehr Stürze OR 0,97 (0,90–1,05); auch unter 50 nmol/L kein Effekt | RCT (größte Einzelstudie) |
| 81 | Thanapluetiwong et al. 2020, Medicine | 47 RCTs, 58.424 Pers., mit und ohne Calcium | insgesamt RR 0,95 (0,91–0,98); nur mit Calcium RR 0,88 (0,82–0,95), ohne Calcium kein Effekt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 82 | Dyer et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane-Update, Pflegeheime und Langzeitpflege; Vitamin D mit oder ohne Calcium bzw. in Multivitaminen: 6 Studien, 5.186 Pers. | Anteil Gestürzter RR 0,99 (0,90–1,08); Zahl der Stürze RaR 0,63 (0,46–0,86); jeweils moderate Evidenzqualität | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 83 | Cameron et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | Pflegeheimbewohner mit niedrigen Vitamin-D-Werten, 4 Studien, 4.512 Pers. | Sturzrate RaR 0,72 (0,55–0,95); Sturzrisiko RR 0,92 (0,76–1,12); moderate Evidenzqualität | Meta-Analyse (Cochrane, maßgeblich) |
| 84 | Tan et al. 2024, BMC Geriatr | Netzwerk-Meta-Analyse, 35 RCTs, 58.937 Ältere | 800–1.000 IE täglich bei höchstens 50 nmol/L RR 0,69 (0,52–0,86); über 50 nmol/L kein Effekt | Netzwerk-Meta-Analyse (Untergruppe) |
| 85 | Appel et al. 2021, Ann Intern Med | STURDY: 688 Personen ab 70 mit erhöhtem Sturzrisiko und 25–72,5 nmol/L; Kontrolle 200 IE | 1.000 IE und mehr verhinderten keine Stürze (HR 0,94; 0,76–1,15) | RCT (Gegenbefund, Kontrolle ohne Placebo) |
| 86 | LeBoff et al. 2020, J Bone Miner Res | VITAL-Knochenstudie: 771 Personen ab 50 bzw. 55 Jahren, 2.000 IE täglich, 2 Jahre | keine Änderung der Knochendichte an Wirbelsäule, Schenkelhals, Hüfte oder Ganzkörper | RCT |
| 87 | Burt et al. 2019, JAMA | 311 gesunde Erwachsene von 55 bis 70 Jahren, 400, 4.000 oder 10.000 IE täglich, 3 Jahre | Unterarm-Knochendichte mit 4.000 IE −3,9 und mit 10.000 IE −7,5 mg HA/cm³ gegenüber 400 IE; Knochenfestigkeit unverändert | RCT (Hinweis auf Schaden bei hohen Dosen, ohne Placebo) |
| 88 | Macdonald et al. 2018, J Bone Miner Res | 305 Frauen nach der Menopause, 400 oder 1.000 IE oder Placebo, 1 Jahr; Nachauswertung | Nutzen an Wirbelsäule und Hüfte nur bei Ausgangswert bis 30 nmol/L | RCT-Nachauswertung (nur bei Mangel) |
| 89 | Cong & Zhang 2025, BMC Musculoskelet Disord | 11 RCTs, 43.869 Frauen nach der Menopause mit Osteoporose | Becken SMD 0,20 (0,05–0,35); Wirbelsäule, Schenkelhals, Hüfte gesamt ohne Effekt; Bruchrisiko RR 0,98 (0,89–1,07) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 90 | Prokopidis et al. 2022, J Cachexia Sarcopenia Muscle | 10 RCTs, selbstständig lebende Erwachsene über 50, Vitamin D allein | Handkraft −0,07 kg (−0,70 bis 0,55); Gesamtkraft SMD −0,01 | Meta-Analyse |
| 91 | Widajanti et al. 2024, Can Geriatr J | 35 Studien, 6.628 Ältere | Handkraft nicht verbessert (p = 0,26) | Meta-Analyse |
| 92 | Beaudart et al. 2014, J Clin Endocrinol Metab | 30 RCTs, 5.615 Pers., im Mittel 61 Jahre, mit und ohne Calcium | Gesamtkraft SMD 0,17 (p = 0,02); ab 65 Jahren SMD 0,25; stärker bei unter 30 nmol/L | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 93 | Stockton et al. 2011, Osteoporos Int | 17 RCTs, 5.072 Erwachsene | bei über 25 nmol/L kein Effekt auf Hand- und Beinkraft; 2 kleine Studien mit unter 25 nmol/L: Hüftkraft SMD 3,52 | Meta-Analyse |
| 94 | Houston et al. 2023, Am J Clin Nutr | 136 wenig leistungsfähige Ältere von 65 bis 89 Jahren mit 18 bis unter 30 ng/mL, 2.000 IE täglich, 12 Monate | keine Unterschiede bei Beinkraft, Beinleistung, Handkraft und Muskelfasern | RCT |
| 95 | Matsuyama et al. 2026, Arch Gerontol Geriatr | 7 RCTs, Ältere ab 60 | Muskelindex, Magermasse und Handkraft nicht erhöht | Meta-Analyse |
| 96 | Chou et al. 2021, J Clin Endocrinol Metab | VITAL-Teilstudie: 771 Personen ab 50 bzw. 55 Jahren, 2.000 IE täglich, 2 Jahre | keine Effekte auf Fett- und Magermasse | RCT |
| 97 | Rosendahl-Riise et al. 2017, J Hum Nutr Diet | 15 Studien, 2.866 selbstständig lebende Personen über 65; TUG 5 Studien | TUG +0,3 s (0,1–0,5), also etwas schlechter; Handkraft +0,2 kg, nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 98 | Muir & Montero-Odasso 2011, J Am Geriatr Soc | 13 RCTs, Ältere ab 60 ohne Trainingsprogramm | Körperschwankung SMD −0,20, TUG SMD −0,19 (−0,35 bis −0,02), also besser | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 99 | Chou et al. 2024, J Clin Endocrinol Metab | VITAL-Teilstudie: 1.054 Personen ab 50 bzw. 55 Jahren, 2.000 IE täglich, 2 Jahre | keine Unterschiede bei Handkraft, Gehgeschwindigkeit, SPPB und TUG | RCT |
| 100 | Bischoff-Ferrari et al. 2020, JAMA | DO-HEALTH: 2.157 Personen ab 70 Jahren, 2.000 IE täglich, 3 Jahre | kein Effekt auf SPPB und auf Brüche außerhalb der Wirbelsäule | RCT |
| 101 | Antoniak & Greig 2017, BMJ Open | 7 Studien, 792 Ältere ab 65 mit Krafttraining | Beinkraft stärker gestiegen als mit Training allein; SPPB und TUG ohne Zusatznutzen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 102 | Kazeminasab et al. 2025, Nutr Rev | 28 Studien, 1.675 Erwachsene, Vitamin D plus Training gegenüber Training allein | Kniestrecker +4,36 kg; Beinpresse, fettfreie Masse, Fettmasse ohne Effekt; Handkraft bei Älteren und höheren Dosen verbessert | Meta-Analyse |
| 103 | Sist et al. 2023, Front Nutr | 11 RCTs, 436 Sportler; Maximalkraft (1RM) und Sprungtest | kein signifikanter Effekt auf Maximalkraft und Schnellkraft | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 104 | Han et al. 2024, Front Nutr | 10 RCTs, 354 Sportler, Vitamin D3 | Gesamtkraft SMD 0,18 (−0,02 bis 0,37; p = 0,08); Quadrizeps SMD 0,57 (0,04–1,11) | Meta-Analyse |
| 105 | Zhang et al. 2019, PLoS One | 8 RCTs, 284 Sportler | Gesamtkraft SMD 0,05 (−0,39 bis 0,48); Beinkraft SMD 0,55; Sprungkraft ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 106 | Tomlinson et al. 2015, J Sci Med Sport | 7 Studien (6 RCTs), 310 gesunde junge Erwachsene von 18 bis 40 | Arm- und Beinkraft je SMD 0,32, signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund, Nicht-Sportler) |
| 107 | Owens et al. 2015, Am J Physiol Endocrinol Metab | 20 Männer mit niedrigem Vitamin-D-Wert, 4.000 IE täglich oder Placebo über 6 Wochen, danach muskelschädigende Belastung | Erholung der Maximalkraft nach 48 Stunden und 7 Tagen besser als mit Placebo | RCT |
| 108 | Barker et al. 2013, Nutr Metab (Lond) | 28 aktive Erwachsene, 4.000 IE täglich oder Placebo über 35 Tage, danach muskelschädigende Belastung | Kraft nach 24 Stunden etwa 8 % besser erholt; Muskelkater unverändert | RCT |
| 109 | Bello et al. 2021, Nutrients | 6 Studien zu Muskelschaden nach Belastung | Wirkung auf die Erholung nicht belegbar | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 110 | Wu et al. 2016, Pain Physician | 19 RCTs, 3.436 Pers. | Änderung des Schmerzwerts MD −0,57 (−1,00 bis −0,15; 8 Studien); Endwert MD −0,06 (−0,44 bis 0,33; 14 Studien); stärker bei bestehenden Schmerzen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 111 | Straube et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 10 Studien, 811 Erwachsene mit chronischen Schmerzen | kein einheitliches Muster eines Nutzens gegenüber Placebo; großer Nutzen unwahrscheinlich | Meta-Analyse (Cochrane, Gegenbefund) |
| 112 | Gaikwad et al. 2017, Clin Rheumatol | 3 RCTs, chronische unspezifische Muskel-Skelett-Schmerzen | Schmerz SMD 0,004 (−0,248 bis 0,256) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 113 | Wang et al. 2023, Front Med | 8 RCTs, 3.077 Pers. mit Kniearthrose | WOMAC-Schmerz und -Funktion sowie Schmerzskala signifikant verbessert; Steifigkeit nicht | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 114 | Zhao et al. 2021, Aging Clin Exp Res | 6 Arbeiten, 1.599 Pers. | WOMAC-Schmerz SMD −0,32 (−0,63 bis −0,02), Funktion SMD −0,34 | Meta-Analyse |
| 115 | Diao et al. 2017, Clin Biochem | 4 RCTs, 1.130 Pers. | Schmerz SMD −0,32 (−0,63 bis −0,02); Autoren: klinisch wohl nicht bedeutsam | Meta-Analyse |
| 116 | Jin et al. 2016, JAMA | 413 Pers. mit Kniearthrose und niedrigem Vitamin-D-Wert, 50.000 IE monatlich, 2 Jahre | kein Unterschied bei WOMAC-Schmerz | RCT (Gegenbefund) |
| 117 | Arden et al. 2016, Osteoarthritis Cartilage | 474 Pers. über 50 mit Kniearthrose, 800 IE täglich, 3 Jahre | kein Unterschied bei Schmerz, Steifigkeit und Funktion | RCT (Gegenbefund) |
| 118 | McAlindon et al. 2013, JAMA | 146 Pers. mit Kniearthrose, 2.000 IE täglich mit Dosisanpassung, 2 Jahre | Knieschmerz in beiden Gruppen gleich stark gesunken | RCT (Gegenbefund) |
| 119 | MacFarlane et al. 2020, Arthritis Rheumatol | VITAL-Teilgruppe: 1.398 Erwachsene mit chronischen Knieschmerzen, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | WOMAC-Schmerz, -Funktion und -Steifigkeit ohne Unterschied | RCT (Gegenbefund) |
| 120 | Khan et al. 2017, Breast Cancer Res Treat | 160 Frauen mit Brustkrebs unter Letrozol, 30.000 IE pro Woche oder Placebo, 24 Wochen | Beschwerdezunahme 37 % gegenüber 51 % (p = 0,069), Hauptendpunkt nicht erreicht; mit anderem Schmerzfragebogen 39 % gegenüber 56 % (nachträglich) | RCT (maßgeblich) |
| 121 | Shapiro et al. 2016, Breast Cancer Res Treat | 113 Frauen unter Aromatasehemmern, 4.000 IE oder 600 IE täglich, 6 Monate | kein Unterschied bei den Beschwerden | RCT (Gegenbefund, ohne Placebo) |
| 122 | Rastelli et al. 2011, Breast Cancer Res Treat | 60 Frauen unter Anastrozol, 50.000 IE Vitamin D2 wöchentlich, dann monatlich, oder Placebo | nach 2 Monaten weniger Schmerzen in mehreren Fragebögen; stärker bei 10–19 ng/mL | RCT (Positivstudie) |
| 123 | Hlatky et al. 2023, JAMA Cardiol | VITAL: 2.083 Teilnehmende, die ein Statin neu begannen, 2.000 IE täglich, 4,8 Jahre | Muskelbeschwerden OR 0,97 (0,80–1,18); Statin-Abbruch OR 1,04; unabhängig vom Ausgangswert | RCT (maßgeblich) |
| 124 | Lee et al. 2024, In Vivo | 10 RCTs, Erwachsene mit chronischen Kreuzschmerzen | SMD −0,130 (−0,260 bis 0,000), I² 0 %; Langzeit und aktive Formen ebenfalls n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 125 | Ilari et al. 2025, Nutrients | 7 Studien, je 4 in den Meta-Analysen, Pers. mit Fibromyalgie | Schmerz SMD −0,85 (−1,54 bis −0,17); FIQ SMD −0,87 (−1,56 bis −0,20) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 126 | Yong et al. 2017, Clin Rheumatol | 4 RCTs, 287 Pers. mit chronischen Ganzkörperschmerzen oder Fibromyalgie | VAS signifikant niedriger, MD 0,46 (0,09 bis 0,89), I² 48 % | Meta-Analyse |
| 127 | Qu et al. 2022, Expert Rev Clin Pharmacol | 5 RCTs, 315 Erwachsene mit Fibromyalgie | Fibromyalgie-Fragebogen FIQ −7,82 (−12,05 bis −3,59); VAS-Schmerz −0,60 (−1,38 bis 0,17), nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 128 | Autier et al. 2025, PLoS One | 37 RCTs aus Jolliffe 2021, getrennt nach Studiengröße | kleine Studien OR 0,69 (0,57 bis 0,83), große Studien OR 0,98 (0,94 bis 1,03); nach Korrektur für Veröffentlichungsverzerrung OR 0,96 (0,88 bis 1,05) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 129 | Jolliffe et al. 2022 (CORONAVIT), BMJ | 6.200 Erwachsene in Großbritannien; bei niedrigem Spiegel 800 oder 3.200 IE täglich für 6 Monate, offen ohne Placebo | Atemwegsinfekt OR 1,26 (0,96 bis 1,66) bzw. 1,09 (0,82 bis 1,46), kein Schutz | RCT (Gegenbefund) |
| 130 | Aglipay et al. 2017, JAMA | 703 Kinder von 1 bis 5 Jahren, 2.000 vs. 400 IE täglich im Winter | laborbestätigte Infekte 1,05 vs. 1,03 pro Kind; RR 0,97 (0,80 bis 1,16) | RCT (Gegenbefund) |
| 131 | Wang et al. 2024, Nutr J | 43 RCTs, 49.320 Pers.; Untergruppe tägliche Gabe 23 Studien | insgesamt RR 0,99 (0,97–1,01); tägliche Gabe RR 0,92 (0,85–0,99), am günstigsten 400 bis 1.200 IE täglich | Meta-Analyse |
| 132 | Pham et al. 2021 (D-Health), Lancet Diabetes Endocrinol | 15.373 Erwachsene von 60 bis 84 Jahren, 60.000 IE monatlich über bis zu 5 Jahre | kein geringeres Infektrisiko (OR 0,98; 0,93 bis 1,02); Tagebuchdaten: Beschwerdedauer leicht kürzer, klinisch wohl unbedeutend | RCT |
| 133 | Urashima et al. 2010, Am J Clin Nutr | 334 Schulkinder in Japan, 1.200 IE täglich vs. Placebo im Winter | Influenza A 18/167 vs. 31/167 (RR 0,58; 0,34 bis 0,99) | RCT |
| 134 | Fang et al. 2023, Front Nutr | 8 RCTs mit gesunden Kindern und Jugendlichen | Atemwegsinfekte insgesamt OR 0,98 (0,90 bis 1,08); Influenza A mit höherer vs. niedrigerer Dosis OR 0,39 (0,26 bis 0,59) | Meta-Analyse |
| 135 | Carboo et al. 2024, Nutr Rev | 7 RCTs, 5.748 gesunde Kinder unter 5 Jahren, mehr als 400 IE | obere Atemwegsinfekte OR 0,83 (0,62 bis 1,10); Grippe/Erkältung, Husten und Fieber mit täglich über 1.000 IE seltener; kein Effekt auf Mittelohrentzündung, Bronchitis, Klinikaufnahmen | Meta-Analyse |
| 136 | Sartini et al. 2024, Nutrients | 16 Publikationen, RCTs und Beobachtungsstudien | Erkrankung in RCTs OR 0,40 (0,22 bis 0,75) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 137 | Hosseini et al. 2022, Nutrients | 5 Studien zur Vorbeugung (1 RCT, 4 nicht randomisiert) | kein signifikanter Effekt auf das Ansteckungsrisiko | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 138 | Sobczak & Pawliczak 2024, Nutrients | 13 RCTs mit Vitamin D3 | Intensivaufnahme RR 0,73 (0,57 bis 0,95) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 139 | Sartini et al. 2024, Nutrients | 21 RCTs und 8 Beobachtungsstudien mit COVID-19-Kranken | Intensivaufnahme in RCTs OR 0,55 (0,37 bis 0,79); Intubation OR 0,50 (0,27 bis 0,92); Liegedauer −0,62 Tage, nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 140 | Murai et al. 2021, JAMA | 240 mittel bis schwer Erkrankte im Krankenhaus, einmalig 200.000 IE | Liegedauer je 7 Tage; Intensivaufnahme 16,0 % vs. 21,2 %, nicht signifikant | RCT (Gegenbefund) |
| 141 | Kow et al. 2024, Inflammopharmacology | 19 RCTs, 2.495 Erwachsene mit COVID-19 | Sterblichkeit OR 0,72 (0,53 bis 0,98); bei schwerem Verlauf OR 0,57 (0,35 bis 0,92) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 142 | Mirghani & Begum 2024, J Res Med Sci | 14 RCTs mit mittel bis schwer Erkrankten | Sterblichkeit OR 1,16 (0,84 bis 1,59); auch bei Mangel kein Unterschied | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 143 | Liu et al. 2025, Biomol Biomed | 6 RCTs, 15.677 Personen ohne aktive Tuberkulose | Ansteckung OR 0,95 (0,79 bis 1,14); aktive Tuberkulose OR 0,77 (0,56 bis 1,05); Vertrauenswürdigkeit moderat | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 144 | Ganmaa et al. 2020, N Engl J Med | 8.851 Schulkinder in der Mongolei, 14.000 IE wöchentlich über 3 Jahre | positiver Tuberkulose-Test 3,6 % vs. 3,3 % (RR 1,10; 0,87 bis 1,38); aktive Tuberkulose RR 0,87 (0,49 bis 1,55) | RCT |
| 145 | Middelkoop et al. 2023 (ViDiKids), Int J Infect Dis | 1.682 Schulkinder in Kapstadt, 10.000 IE wöchentlich über 3 Jahre | positiver Test 11,4 % vs. 13,0 % (OR 0,86; 0,62 bis 1,19) | RCT |
| 146 | Goyal et al. 2022, Expert Rev Anti Infect Ther | 12 RCTs, Erwachsene mit Lungentuberkulose unter Standardtherapie | kein Unterschied bei Zeit und Rate der Kultur- und Ausstrichumwandlung, Sterblichkeit und Nebenwirkungen | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 147 | Jolliffe et al. 2019, Eur Respir J | 8 RCTs, 1.850 Personen mit Lungentuberkulose, Einzeldaten | Zeit bis Kulturumwandlung HR 1,06 (0,91 bis 1,23); bei multiresistenter Tuberkulose HR 13,44 (2,96 bis 60,90); Ausstrich HR 1,15 | Meta-Analyse |
| 148 | Meng et al. 2025, Infection | 26 RCTs, 19.586 Personen (Vorbeugung und Behandlung) | keine Unterschiede bei Ausstrich- und Kulturumwandlung; Tuberkulose-Score nach 8 Wochen −0,39 und nach 12 Wochen −0,53 | Meta-Analyse |
| 149 | Low et al. 2024, Br J Nutr | kontrollierte Studien zu Vitamin D und Autoimmunerkrankungen; getrennte Auswertung von 3 Placebo-Studien | Placebo-Studien RR 0,92 (0,68–1,25); alle Vergleiche RR 0,99 (0,81–1,20); Untergruppe 600 bis 800 IE täglich RR 0,55 | Meta-Analyse (Gegenbefund, maßgeblich) |
| 150 | Hahn et al. 2022 (VITAL), BMJ | 25.871 Erwachsene ab 50 bzw. 55 Jahren, 2.000 IE täglich, median 5,3 Jahre | bestätigte Autoimmunerkrankung 123 vs. 155 (HR 0,78; 0,61 bis 0,99; p = 0,05) | RCT |
| 151 | Costenbader et al. 2024, Arthritis Rheumatol | 21.592 VITAL-Teilnehmende, 2 Jahre Nachbeobachtung | nach 7 Jahren HR 0,98 (0,83 bis 1,17); mit nachträglich bestätigten Fällen in der Studienzeit HR 0,85 (0,70 bis 1,04) | RCT-Nachbeobachtung (Gegenbefund) |
| 152 | Li et al. 2026, Front Immunol | 22 Interventionsstudien zur Einnahme | insgesamt keine signifikante Senkung der Schubrate; in der Untergruppe mit hoher Dosis signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 153 | Mahler et al. 2024, Mult Scler Relat Disord | 9 RCTs, 867 Personen, mindestens 1.000 IE täglich | Schubrate MD −0,03 (−0,08 bis 0,02); EDSS unverändert; neue T2-Herde −0,59, nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 154 | Jagannath et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 12 RCTs, 933 Personen mit MS | keine Wirkung auf Schubrate nach 52 Wochen (−0,05; −0,17 bis 0,07), EDSS und MRT-Herde; Vertrauenswürdigkeit sehr niedrig | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 155 | Zhuang et al. 2026, Clin Nutr | Netzwerk-Meta-Analyse, 32 RCTs, 2.254 Personen | langfristig Schubrisiko RR 0,80, EDSS −0,22; hohe Dosis über lange Zeit Schübe RR 0,76 (0,59 bis 0,98) | Meta-Analyse |
| 156 | Thouvenot et al. 2025 (D-Lay MS), JAMA | 316 unbehandelte Personen mit klinisch isoliertem Syndrom, 100.000 IE alle 2 Wochen über 24 Monate | Krankheitsaktivität HR 0,66 (0,50 bis 0,87); neue Herde HR 0,61; Schübe HR 0,69 (0,42 bis 1,16), nicht signifikant | RCT (maßgeblich) |
| 157 | Butzkueven et al. 2024 (PoNS), Brain | 204 Personen mit klinisch isoliertem Syndrom, 1.000, 5.000 oder 10.000 IE täglich vs. Placebo, 48 Wochen | Übergang in MS HR 0,87 (0,50 bis 1,50), 1,37 (0,82 bis 2,29), 1,28 (0,76 bis 2,14); kein Effekt | RCT (Gegenbefund) |
| 158 | Hupperts et al. 2019 (SOLAR), Neurology | 229 Personen mit schubförmiger MS unter Interferon, 14.007 IE täglich, 48 Wochen | keine Krankheitsaktivität 36,3 % vs. 35,3 % (OR 0,93); aktive MRT-Herde seltener (IRR 0,68; 0,52 bis 0,89) | RCT |
| 159 | Zipitis & Akobeng 2008, Arch Dis Child | 4 Fall-Kontroll-Studien und 1 Kohortenstudie, keine RCTs gefunden | OR 0,71 (0,60 bis 0,84) für Typ-1-Diabetes nach Vitamin-D-Gabe in der Kindheit | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 160 | Fan et al. 2025, Diabetol Metab Syndr | 12 RCTs, 485 Personen mit Typ-1-Diabetes, überwiegend Kinder | Insulinbedarf −0,44 (−0,82 bis −0,06); HbA1c nicht signifikant; C-Peptid −2,54 (−4,97 bis −0,11) bei sehr hoher Heterogenität; Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 161 | Gregoriou et al. 2017, Rev Diabet Stud | 7 RCTs, 287 Personen mit neu entdecktem Typ-1-Diabetes, Cholecalciferol, Alfacalcidol oder Calcitriol | positive Effekte auf Insulinbedarf und C-Peptid mit Alfacalcidol und Cholecalciferol, keine mit Calcitriol | Systematische Übersicht |
| 162 | Guo et al. 2021, Food Funct | 17 Studien, 1.127 Personen, orale Gabe | Schubrate RR 0,59 (0,19 bis 1,86) und Krankheitsaktivität nicht signifikant; CRP leicht gesenkt | Meta-Analyse (Gegenbefund, maßgeblich) |
| 163 | Wallace et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 22 RCTs, 1.874 Personen mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa | Schübe vs. Placebo RR 0,57 (0,34 bis 0,96; 3 Studien, 310 Pers.), Vertrauenswürdigkeit niedrig; Lebensqualität und Ansprechen unklar | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 164 | Valvano et al. 2024, Inflamm Bowel Dis | 12 RCTs; Schübe in 7 Studien mit 458 Personen | Schübe RR 0,64 (0,46 bis 0,89); Morbus Crohn in Remission RR 0,47 (0,27 bis 0,82); Colitis ulcerosa nur 2 Studien | Meta-Analyse |
| 165 | de Bruyn et al. 2021, Clin Gastroenterol Hepatol | 143 Personen mit Morbus Crohn nach Darmoperation, 25.000 IE wöchentlich, 26 Wochen | endoskopisches Wiederauftreten 58 % vs. 66 %, klinisch 18,1 % vs. 18,3 %, beides nicht signifikant | RCT (Gegenbefund) |
| 166 | Jørgensen et al. 2010, Aliment Pharmacol Ther | 94 Personen mit Morbus Crohn in Remission, 1.200 IE täglich, 12 Monate | Schübe 13 % vs. 29 % (p = 0,06) | RCT |
| 167 | Al-Saoodi et al. 2024, Nutr Rev | 11 RCTs, 3.049 Personen mit rheumatoider Arthritis | CRP, BSG, DAS28 und HAQ nicht signifikant verändert; Schmerz (VAS) −1,30, DAS28-CRP −0,58; hohe Heterogenität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 168 | Franco et al. 2017, Medicine (Baltimore) | 5 RCTs zu rheumatoider Arthritis (9 RCTs zu Rheuma insgesamt) | Rückfälle −0,10 (−0,21 bis 0,00; p = 0,05); Schmerz und DAS28 nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 169 | Lu et al. 2026, Autoimmun Rev | 10 RCTs, 847 Personen mit SLE | Krankheitsaktivität SMD −0,54; C3 und C4 verbessert; BSG, Müdigkeit und Anti-dsDNA-Spiegel nicht signifikant | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 170 | El Kababi et al. 2025, Nutrients | 21 Studien, 3.177 Erwachsene mit SLE | SLEDAI −1 (−2 bis −0,43; p = 0,002); 12 Studien positiv, 9 ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 171 | Jiang et al. 2022, J Clin Pharm Ther | 6 Studien, 258 Personen mit Hashimoto | TPO-Ak WMD −158 (−302 bis −14); TSH, fT3, fT4 und TG-Ak nicht verändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 172 | Tang et al. 2023, Medicine (Baltimore) | 12 Studien, 862 Personen mit Hashimoto | TPO-Ak SMD −1,08, TG-Ak SMD −1,00; fT3 und fT4 erhöht | Meta-Analyse |
| 173 | Niu et al. 2024, Technol Health Care | 12 RCTs, 1.295 Kinder und Erwachsene mit Asthma | weniger Asthma-Anfälle, einschließlich Anfällen mit nötiger Kortison-Behandlung und mit Notaufnahme oder Klinik; Lungenfunktion verbessert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 174 | Chen et al. 2021, Nutr Res | 12 RCTs, 1.543 Kinder und Erwachsene mit mittelschwerem bis schwerem Asthma unter Kortison | Anfallsrisiko RR 0,70 (0,59–0,83); Asthma-Kontrolle unverändert | Meta-Analyse |
| 175 | Fedora et al. 2024, Ann Med | 10 RCTs, 1.243 Kinder mit Asthma | Asthma-Anfälle RR 0,62 (0,44–0,87) | Meta-Analyse |
| 176 | Williamson et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | 20 RCTs; Hauptanalyse 14 Studien, 1.778 Kinder und Erwachsene | OR 1,04 (0,81 bis 1,34); Anfallsrate 0,86 (0,62 bis 1,19); keine Untergruppe mit Effekt; hohe Vertrauenswürdigkeit | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 177 | Jolliffe et al. 2017, Lancet Respir Med | 7 RCTs, 955 Personen, Einzeldaten | Anfallsrate aIRR 0,74 (0,56 bis 0,97); Anteil mit Anfall nicht verändert; bei Ausgangswert unter 25 nmol/L aIRR 0,33 | Meta-Analyse (älter, positiv) |
| 178 | Li et al. 2022, Nutrients | RCTs mit Kindern mit Asthma (32 RCTs zu allergischen Erkrankungen) | Asthma-Anfälle RR 0,84 (0,65 bis 1,08); bei Ausgangswert unter 10 ng/mL RR 0,48 (0,28 bis 0,83) | Meta-Analyse |
| 179 | Gold et al. 2025, J Nutr | Lung VITAL: Teilgruppe der VITAL-Studie, 1.654 Erwachsene mit Asthma, 2.000 IE täglich | kein geringeres Risiko für Asthma-Anfälle | RCT (Gegenbefund) |
| 180 | Li et al. 2020, Ann Palliat Med | 25 Studien, 2.670 Erwachsene mit COPD, einschließlich chinesischer Datenbanken | akute Verschlechterungen seltener, Lungenfunktion und Gehstrecke verbessert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 181 | Yang et al. 2022, Comput Math Methods Med | 15 Studien, 1.598 Erwachsene mit COPD | akute Verschlechterungen RR 0,40 (0,28–0,59); Lungenfunktion verbessert | Meta-Analyse |
| 182 | Jolliffe et al. 2019, Thorax | 4 RCTs, 560 Personen mit COPD; Einzeldaten von 469 | insgesamt aIRR 0,94 (0,78 bis 1,13); unter 25 nmol/L aIRR 0,55 (0,36 bis 0,84); Wechselwirkung p = 0,015 | Meta-Analyse (Einzeldaten) |
| 183 | Williamson et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane: 10 doppelblinde Placebo-Studien, 1.372 Erwachsene; Verschlechterungsrate 5 Studien, 980 Pers. | Rate der Verschlechterungen RR 0,98 (0,86–1,11), hohe Vertrauenswürdigkeit; schwerer Mangel kaum vertreten | Meta-Analyse (Cochrane, Gegenbefund) |
| 184 | Kawada et al. 2025, Medicina (Kaunas) | 5 RCTs mit allergischer Rhinitis | SMD −2,69 (−6,20 bis 0,82; I² = 98 %); ohne Kortison SMD −0,56 (−0,90 bis −0,23) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 185 | Das et al. 2023, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane-Update: 7 RCTs, 1.601 Kinder unter 5 Jahren mit Lungenentzündung; Zeit bis zur Besserung 5 Studien, 1.188 Kinder | Zeit bis zur Besserung MD −1,28 Stunden (−5,47 bis 2,91), moderate Vertrauenswürdigkeit; Studien mit Integritätsmängeln ausgeschlossen | Meta-Analyse (Cochrane, maßgeblich) |
| 186 | Das et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | 7 RCTs, 1.529 Kinder unter 5 Jahren mit Lungenentzündung | Zeit bis zur Besserung, Fieberdauer, Liegedauer und Sterblichkeit nicht verändert; Vertrauenswürdigkeit niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 187 | Yakoob et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 4 RCTs, 3.198 Kinder unter 5 Jahren | röntgenbestätigte Lungenentzündung RR 1,06 (0,89 bis 1,26); wiederholte Lungenentzündung in einer Studie RR 1,69 (1,28 bis 2,21) | Meta-Analyse (Cochrane, maßgeblich) |
| 188 | Manaseki-Holland et al. 2012, Lancet | 3.046 Kinder von 1 bis 11 Monaten in Kabul, 100.000 IE alle 3 Monate über 18 Monate | erste Lungenentzündung nicht seltener als mit Placebo; wiederholte röntgenbestätigte Lungenentzündung häufiger | RCT (größte Einzelstudie) |
| 189 | Marchisio et al. 2013, Pediatr Infect Dis J | 116 Kinder mit wiederkehrender Mittelohrentzündung, 1.000 IE täglich vs. Placebo, 4 Monate | mindestens eine Episode 26 vs. 38 Kinder (p = 0,03) | RCT |
| 190 | Theodoridis et al. 2021, Nutrition | 4 RCTs, 3 in der Meta-Analyse, orales Vitamin D gegen Placebo | PASI MD −0,92 (−1,72 bis −0,11); nach Hartung-Knapp-Korrektur −0,92 (−2,21 bis 0,38), n. s. | Meta-Analyse |
| 191 | Kim et al. 2016, Nutrition | 4 RCTs zu Vitamin D bei Neurodermitis | SCORAD-Schweregrad signifikant gesenkt | Meta-Analyse |
| 192 | Ruiz-García et al. 2023, Nutrients | 80 RCTs, 82.210 Personen mit Vitamin D und 80.921 Kontrollen, Nachbeobachtung > 1 Jahr | Gesamtsterblichkeit OR 0,95 (95 % KI 0,91–0,99); keine Senkung bei Herz-Kreislauf-Ereignissen oder -Sterblichkeit; in Studien niedriger Qualität kein Zusammenhang | Meta-Analyse |
| 193 | Bjelakovic et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | 56 RCTs, 95.286 Personen, meist ältere Frauen | Sterblichkeit RR 0,97 (95 % KI 0,94–0,99); nur Vitamin D3 senkte sie (RR 0,94; 38 Studien), D2, Alfacalcidol und Calcitriol nicht; Risiko für Verzerrung durch Studienabbrüche | Cochrane-Review |
| 194 | Neale et al. 2022 (D-Health), Lancet Diabetes Endocrinol | 21.315 Personen 60–84 Jahre in Australien, 60.000 IE Vitamin D3 monatlich, 5 Jahre | Gesamtsterblichkeit HR 1,04 (95 % KI 0,93–1,18); Krebssterblichkeit HR 1,15 (0,96–1,39), nicht signifikant | RCT (Gegenbefund) |
| 195 | Jayedi et al. 2023, Am J Clin Nutr | 6 RCTs, 7.316 Personen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes | Gesamtsterblichkeit RR 0,96 (95 % KI 0,79–1,16), nicht signifikant; niedrige Vertrauenswürdigkeit | Meta-Analyse (Diabetes) |
| 196 | Keum et al. 2019, Ann Oncol | 5 RCTs, 1.591 Krebstodesfälle, 3–10 Jahre | Krebssterblichkeit RR 0,87 (95 % KI 0,79–0,96), vor allem bei täglicher Gabe | Meta-Analyse |
| 197 | Keum et al. 2022, Br J Cancer | 6 RCTs zur Krebssterblichkeit | insgesamt RR 0,92 (95 % KI 0,82–1,03), nicht signifikant; tägliche Gabe RR 0,87 (0,78–0,96), Stoßdosen ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 198 | Guo et al. 2023, Crit Rev Food Sci Nutr | 26 RCTs, Trial-Sequential-Analyse | Krebssterblichkeit RR 0,88 (95 % KI 0,80–0,96); Krebsneuerkrankungen RR 0,98, nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 199 | Zhang et al. 2022, Cancers (Basel) | 12 RCTs, 72.669 Personen, nur Vitamin D allein ohne Kalzium | Krebssterblichkeit RR 0,96 (95 % KI 0,80–1,16), nicht signifikant; Lungenkrebssterblichkeit RR 0,63 (0,45–0,90) | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 200 | Cheema et al. 2022, Heliyon | 13 RCTs | Krebssterblichkeit RR 0,93 (95 % KI 0,84–1,03), nicht signifikant; hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 201 | Bjelakovic et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | 18 RCTs, 50.623 Personen, meist ältere Frauen, im Mittel 6 Jahre | Krebsneuerkrankungen RR 1,00 (95 % KI 0,94–1,06); Trial-Sequential-Analyse: ein möglicher Effekt wäre kleiner als 5 % | Cochrane-Review |
| 202 | Neale et al. 2025 (D-Health), J Steroid Biochem Mol Biol | 21.308 Personen 60–85 Jahre, 60.000 IE monatlich, bis 5 Jahre | Krebsneuerkrankungen HR 1,02 (95 % KI 0,95–1,10); auch Prostata, Brust, Darm, Lunge, Melanom einzeln ohne Effekt | RCT (Mega-Studie) |
| 203 | Scragg et al. 2018 (ViDA), JAMA Oncol | 5.108 Personen 50–84 Jahre in Neuseeland, 100.000 IE monatlich, 3,3 Jahre | Krebs HR 1,01 (95 % KI 0,81–1,25) | RCT (Monatsdosis) |
| 204 | Bischoff-Ferrari et al. 2022 (DO-HEALTH), Front Aging | 2.157 gesunde Personen ab 70 Jahren in Europa, 2.000 IE täglich, 3 Jahre, explorative Auswertung | invasiver Krebs mit Vitamin D3 allein HR 0,76 (95 % KI 0,49–1,18), nicht signifikant; Kombination mit Omega-3 und Kraftübungen HR 0,39 (0,18–0,85), nur 81 Krebsfälle | RCT (explorativ) |
| 205 | Chandler et al. 2020 (VITAL), JAMA Netw Open | 25.871 Personen, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre; Sekundäranalyse | fortgeschrittener Krebs HR 0,83 (95 % KI 0,69–0,99); BMI < 25: HR 0,62 (0,45–0,86), BMI 25–30: HR 0,89, BMI ≥ 30: HR 1,05 | RCT-Nebenauswertung (maßgeblich) |
| 206 | Baron et al. 2015, N Engl J Med | Personen nach Entfernung von Darmadenomen, 1.000 IE Vitamin D3 täglich und/oder 1.200 mg Kalzium, 3–5 Jahre | erneute Adenome RR 0,99 (95 % KI 0,89–1,09) mit vs. ohne Vitamin D; fortgeschrittene Adenome ähnlich | RCT |
| 207 | Song et al. 2021 (VITAL), Clin Gastroenterol Hepatol | 25.871 Personen, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | Adenome OR 1,08 (95 % KI 0,92–1,27), serratierte Polypen OR 1,02 (0,82–1,26); bei 25(OH)D < 30 ng/ml Adenome OR 0,82 (0,60–1,13) | RCT |
| 208 | Li et al. 2021, Front Nutr | 7 Placebo-RCTs, 19.137 Frauen | Brustkrebs RR 1,04 (95 % KI 0,84–1,28); auch Bayes-Analyse nicht signifikant; Brustdichte unverändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 209 | Zhou et al. 2020, Breast Cancer Res Treat | 8 RCTs, 72.275 Personen, Median 967 IE täglich | Vitamin D allein RR 1,04 (95 % KI 0,85–1,29); mit Kalzium RR 0,99 (0,91–1,07); eine Senkung um 30 % oder mehr ist ausgeschlossen | Meta-Analyse |
| 210 | Shahvazi et al. 2019, Horm Metab Res | 22 Studien bei Männern mit Prostatakrebs, davon 6 RCTs | in den kontrollierten Studien PSA-Veränderung, PSA-Ansprechen und Sterblichkeit (RR 1,05; 95 % KI 0,81–1,36) ohne Unterschied zu Placebo | Meta-Analyse (Krebspatienten) |
| 211 | Urashima et al. 2019 (AMATERASU), JAMA | 417 Personen mit Krebs von Speiseröhre bis Enddarm, Stadium I–III, 2.000 IE täglich nach Operation | 5-Jahres-rückfallfreies Überleben 77 vs. 69 %, HR 0,76 (95 % KI 0,50–1,14), nicht signifikant; Gesamtüberleben HR 0,95; Vorteil nur bei Ausgangswert 20–40 ng/ml (HR 0,46) | RCT (Gegenbefund) |
| 212 | Vaughan-Shaw et al. 2020, Br J Cancer | 7 RCTs mit 957 Darmkrebsfällen, davon 5 in der Meta-Analyse (815 Pers.) | ungünstige Darmkrebsverläufe HR 0,70 (95 % KI 0,48–0,93); bei Darmkrebspatienten progressionsfreies Überleben HR 0,65 (0,36–0,94) | Meta-Analyse |
| 213 | Thompson et al. 2023 (D-Health), BMJ | 21.302 Personen 60–84 Jahre, 60.000 IE monatlich, 5 Jahre | schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,91 (95 % KI 0,81–1,01); 5,8 Ereignisse weniger pro 1.000 Personen, mit Null vereinbar | RCT (Mega-Studie, Trend) |
| 214 | Scragg et al. 2017 (ViDA), JAMA Cardiol | 5.108 Personen 50–84 Jahre, 100.000 IE monatlich, 3,3 Jahre | Herz-Kreislauf-Erkrankungen HR 1,02 (95 % KI 0,87–1,20); auch bei Mangel und bei Nebenzielen wie Herzinsuffizienz kein Effekt | RCT (Gegenbefund) |
| 215 | Barbarawi et al. 2019, JAMA Cardiol | 21 RCTs, 83.291 Personen, mittleres Alter 66 Jahre | schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse RR 1,00 (95 % KI 0,95–1,06); Herzinfarkt RR 1,00, Schlaganfall RR 1,06, Herz-Kreislauf-Tod RR 0,98, alle nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 216 | Cheng et al. 2025, Br J Nutr | 5 RCTs | schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse HR 0,96 (p = 0,77); Herzinfarkt HR 0,88 (0,77–1,01), nicht signifikant; Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Tod ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 217 | Mattumpuram et al. 2024, Curr Probl Cardiol | 36 Placebo-RCTs zu Herz-Kreislauf-Endpunkten, Erwachsene | Herzinfarkt RR 0,98 (0,91–1,06); Herz-Kreislauf-Sterblichkeit RR 1,01; Schlaganfall RR 1,03 | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 218 | Zhang et al. 2020, Prev Chronic Dis | 27 RCTs, 3.810 Personen (dazu 11 Kohortenstudien) | systolisch −0,00 mmHg (95 % KI −0,71 bis 0,71), diastolisch 0,19 mmHg (−0,29 bis 0,67) | Meta-Analyse |
| 219 | Swart et al. 2018, Am J Clin Nutr | Einzeldaten aus 12 RCTs, 2.994 Personen, 25(OH)D zentral nachgemessen | kein Effekt auf den Blutdruck, auch nicht in Untergruppen nach Vitamin-D-Spiegel | Meta-Analyse mit Einzeldaten |
| 220 | Mirhosseini et al. 2018, Front Cardiovasc Med | 81 RCTs zu Herz-Kreislauf-Risikofaktoren | systolisch SMD −0,10, diastolisch SMD −0,07, knapp signifikant und sehr klein | Meta-Analyse (Gegenbefund, sehr kleiner Effekt) |
| 221 | Dibaba 2019, Nutr Rev | 41 Placebo-RCTs, 3.434 Personen, 76 % der Studien kürzer als 6 Monate | Gesamtcholesterin SMD −0,17 (95 % KI −0,28 bis −0,06), LDL SMD −0,12 (−0,23 bis −0,01), HDL ohne Effekt; stärker bei Mangel | Meta-Analyse |
| 222 | Wang et al. 2012, Lipids Health Dis | 12 RCTs, 1.346 Personen | LDL +3,23 mg/dl (95 % KI 0,55 bis 5,90); Gesamtcholesterin, HDL und Triglyceride ohne Effekt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 223 | Radkhah et al. 2023, Adv Nutr | Umbrella-Review aus 25 Meta-Analysen | Gesamtcholesterin SMD −0,17; in mg/dl gerechnet nur Triglyceride signifikant gesenkt, LDL nicht | Umbrella-Review |
| 224 | Desouza et al. 2022, J Diabetes Complications | D2d: 2.423 Erwachsene mit Prädiabetes, 4.000 IE täglich | keine signifikanten Unterschiede bei einzelnen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren; schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht seltener | RCT (große Einzelstudie ohne Effekt) |
| 225 | Hu et al. 2025, Nutr Rev | 13 Studien, übergewichtige oder adipöse Frauen | Triglyceride −6,13 mg/dl (−8,99 bis −3,28), Gesamtcholesterin −4,45 mg/dl | Meta-Analyse |
| 226 | Wang et al. 2026, PeerJ | 7 RCTs, Erwachsene mit metabolischem Syndrom | Triglyceride −12,64 mg/dl (−21,23 bis −4,04); Gesamt- und LDL-Cholesterin ohne Unterschied | Meta-Analyse |
| 227 | Pittas et al. 2023, Ann Intern Med | Einzeldaten aus 3 RCTs (Tromsø, D2d, DPVD), 4.190 Personen mit Prädiabetes, 3 Jahre | neuer Diabetes HR 0,85 (95 % KI 0,75–0,96), absolute Senkung 3,3 % in 3 Jahren; Rückkehr zu normaler Glukoseregulation RR 1,30 (1,16–1,46); keine Unterschiede bei Nierensteinen, Hyperkalzämie oder Todesfällen | Meta-Analyse mit Einzeldaten |
| 228 | Sim et al. 2024, Exp Ther Med | 11 RCTs, 5.221 Personen mit Prädiabetes | Fortschreiten zu Typ-2-Diabetes RR 0,90 (95 % KI 0,81–0,99); Rückkehr zu Normalwerten RR 1,24 (1,08–1,43) | Meta-Analyse |
| 229 | Pittas et al. 2019 (D2d), N Engl J Med | 2.423 Personen mit Prädiabetes, 4.000 IE Vitamin D3 täglich, 2,5 Jahre | neuer Diabetes HR 0,88 (95 % KI 0,75–1,04; p = 0,12), nicht signifikant; Nebenwirkungen gleich häufig | RCT (Mega-Studie, knapp verfehlt) |
| 230 | Barbarawi et al. 2020, J Clin Endocrinol Metab | 9 RCTs, 43.559 Personen | insgesamt RR 0,96, nicht signifikant; bei ≥ 1.000 IE täglich (alle Studien bei Prädiabetes) RR 0,88 (0,79–0,99) | Meta-Analyse |
| 231 | Pieńkowska et al. 2023, Nutrients | 8 RCTs der letzten 10 Jahre bei Prädiabetes, systematische Übersicht | 7 von 8 Studien ohne Senkung von Insulinresistenz oder Diabetesrisiko; Studiendesigns zu unterschiedlich für eine klare Aussage | Systematische Übersicht (Gegenbefund) |
| 232 | Tobias et al. 2025 (VITAL-T2D), Nat Commun | 22.220 Erwachsene ohne Diabetes, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | neuer Typ-2-Diabetes HR 0,91 (95 % KI 0,76–1,09); keine Wirkung auf Blutzuckerwerte nach 2 Jahren; Meta-Analyse von 4 Studien mit ≥ 1.000 IE HR 0,89 (0,80–0,99) | RCT (maßgeblich) |
| 233 | Duarte Romero et al. 2026, Nutrients | D-Health: 17.846 ältere Erwachsene in Australien, 60.000 IE monatlich, im Mittel 4,6 Jahre | neuer Typ-2-Diabetes HR 0,97 (0,84–1,12); Bluthochdruck und hohes Cholesterin ebenfalls unverändert | RCT |
| 234 | Virtanen et al. 2025, Diabetologia | FIND: 2.271 gesunde Ältere in Finnland ohne hohes Diabetesrisiko, 1.600 oder 3.200 IE täglich, 4,2 Jahre | neuer Typ-2-Diabetes HR 0,86 (0,58–1,29), nicht signifikant | RCT |
| 235 | Afraie et al. 2024, J Diabetes Res | Meta-Analyse von RCTs bei Typ-2-Diabetes; HbA1c 45 Studien | HbA1c SMD −0,15, Nüchternzucker SMD −0,28, LDL leicht gesenkt; hohe Heterogenität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 236 | Krul-Poel et al. 2017, Eur J Endocrinol | 23 RCTs, 1.797 Personen mit Typ-2-Diabetes | kein signifikanter Effekt auf HbA1c (19 Studien); Nüchternzucker nur bei HbA1c ≥ 8 % gesenkt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 237 | Li et al. 2018, Nutrients | 20 RCTs, 2.703 Personen mit Typ-2-Diabetes | kein Effekt auf HbA1c und Nüchternzucker insgesamt; nur HOMA-IR gesenkt | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 238 | Mirhosseini et al. 2018, J Endocr Soc | 28 RCTs, 3.848 Personen mit Prädiabetes, Übergewicht oder Adipositas | HOMA-IR −0,39 (95 % KI −0,68 bis −0,11); HbA1c −0,48 %, Nüchternzucker −0,46 mmol/l | Meta-Analyse |
| 239 | Pramono et al. 2020, Diabetes Care | 18 RCTs, 612 Personen mit Vitamin D und 608 mit Placebo, mit oder mit Risiko für Insulinresistenz | Insulinempfindlichkeit SMD −0,01 (95 % KI −0,12 bis 0,10), kein Effekt | Meta-Analyse (genaue Messung) |
| 240 | Perna 2019, Medicina (Kaunas) | 11 RCTs, 947 Personen mit Übergewicht oder Adipositas | Gewicht −0,43 kg (95 % KI −1,05 bis 0,19), nicht signifikant; BMI −0,32 kg/m², Taille −1,42 cm | Meta-Analyse |
| 241 | Musazadeh et al. 2022, Front Nutr | Umbrella-Review aus 14 Meta-Analysen | Gewicht −0,16 kg und Fettmasse ohne Effekt; BMI −0,11 kg/m², Taille −0,79 cm | Umbrella-Review |
| 242 | Mason et al. 2014, Am J Clin Nutr | 218 übergewichtige Frauen 50–75 Jahre mit niedrigem 25(OH)D, Diät und Sport, 2.000 IE täglich, 12 Monate | Gewichtsverlust −7,1 vs. −7,4 kg, Körperfett und Taille ohne Unterschied zu Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 243 | Martinekova et al. 2025, Nutr Rev | 46 RCTs, 4.084 Personen mit chronischer Lebererkrankung; Leberfett (CAP) 3 Studien | Leberfett CAP −23,50 dB/m (−81,72 bis 34,72), nicht signifikant; ALT, AST, GGT und Triglyceride leicht gesenkt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 244 | Lukenda Zanko et al. 2020, Diabetes Obes Metab | 311 Erwachsene mit Fettleber, 1.000 IE täglich oder Placebo, 12 Monate | Leberfett CAP −49,5 dB/m und Lebersteifigkeit −0,72 kPa gegenüber Placebo | RCT (Positivstudie) |
| 245 | Barchetta et al. 2016, BMC Med | 65 Personen mit Typ-2-Diabetes und Fettleber, hohe Dosis, 24 Wochen | Leberfettanteil, Leberwerte und Fibrosemarker ohne Unterschied zu Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 246 | Wei et al. 2020, Int J Endocrinol Metab | 8 RCTs, 624 Personen mit Fettleber | ALT (WMD −0,05) und AST (−0,48) unverändert; Blutzucker, HOMA, Insulin und Blutfette ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 247 | Guo et al. 2020, Food Funct | 10 RCTs, 544 Personen mit Fettleber | Nüchternzucker, Insulin und HOMA-IR gesenkt; ALT nur grenzwertig (SMD −0,18; 95 % KI −0,39 bis 0,04), AST und Cholesterin ohne Effekt | Meta-Analyse (Teilbefund positiv) |
| 248 | Li et al. 2023, Clin Exp Hepatol | RCTs der letzten 5 Jahre bei Fettleber | LDL gesenkt; Leberwerte (ALT, AST, GGT), Blutzucker und HOMA-IR unverändert | Meta-Analyse |
| 249 | de Boer et al. 2019 (VITAL), JAMA | 1.312 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, 2.000 IE täglich, 5 Jahre | eGFR-Veränderung −12,3 vs. −13,1 ml/min/1,73 m², Unterschied 0,9 (95 % KI −0,7 bis 2,5) | RCT (maßgeblich) |
| 250 | Yeung et al. 2023, Am J Kidney Dis | 128 RCTs, 11.270 Erwachsene mit CKD Stadium 3–5 inkl. Dialyse; alle Vitamin-D-Formen inkl. aktiver Präparate | Effekte auf Nieren- und Herz-Kreislauf-Endpunkte unsicher; Parathormon gesenkt, Kalzium erhöht | Meta-Analyse |
| 251 | Zittermann et al. 2017 (EVITA), Eur Heart J | 400 Personen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz und 25(OH)D < 75 nmol/l, 4.000 IE täglich, 3 Jahre | Sterblichkeit 19,6 vs. 17,9 %, HR 1,09 (95 % KI 0,69–1,71); Herzunterstützungssystem häufiger nötig (HR 1,96; 1,04–3,66) | RCT (Gegenbefund) |
| 252 | Wang et al. 2019, Scand Cardiovasc J | RCTs bei chronischer Herzinsuffizienz | Sterblichkeit RR 1,11 (95 % KI 0,79–1,57), LVEF, NT-proBNP und 6-Minuten-Gehtest unverändert; Lebensqualität und CRP verbessert | Meta-Analyse |
| 253 | Chen et al. 2023, Rev Cardiovasc Med | 10 RCTs, 1.099 Personen mit Herzinsuffizienz | LVEF +0,74 (95 % KI −0,29 bis 1,76), linksventrikulärer Durchmesser und BNP ohne Effekt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 254 | Zhao et al. 2018, BMJ Open | 7 RCTs, 465 Personen mit Herzinsuffizienz | LVEF +4,18 Prozentpunkte (95 % KI 0,36 bis 7,99), Herzdurchmesser −2,31 mm | Meta-Analyse (Gegenbefund, positiv) |
| 255 | Albert et al. 2021 (VITAL-AF), JAMA | 25.119 Erwachsene ab 50 Jahren ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung, 2.000 IE täglich, 5,3 Jahre | Vorhofflimmern 469 vs. 431 Fälle, HR 1,09 (95 % KI 0,96–1,25) | RCT (maßgeblich) |
| 256 | Virtanen et al. 2023 (FIND-AF), Am Heart J | gesunde Männer und Frauen der Finnish Vitamin D Trial, 1.600 oder 3.200 IE täglich, 5 Jahre; nachträgliche Auswertung | Abstract beschreibt nur die Fragestellung; Ergebnisse im Abstract nicht berichtet, daher hier keine Zahlen | RCT (nachträgliche Auswertung) |
| 257 | Nisa et al. 2026, Minerva Cardiol Angiol | 4 RCTs, 694 Patientinnen und Patienten mit Bypass-Operation | Vorhofflimmern nach der Operation RR 0,55 (0,40–0,76); Krankenhausaufenthalt nicht signifikant kürzer | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 258 | Ashraf et al. 2025, Ann Med Surg (Lond) | 4 RCTs, 694 Patienten mit Bypass-Operation | postoperatives Vorhofflimmern RR 0,55 (95 % KI 0,40–0,76), Krankenhausaufenthalt ohne signifikante Verkürzung | Meta-Analyse |
| 259 | Hameed et al. 2023, J Cardiol | 3 RCTs, 448 Patienten mit Bypass-Operation | postoperatives Vorhofflimmern RR 0,60 (95 % KI 0,40–0,90); Intensivaufenthalt kürzer | Meta-Analyse |
| 260 | Chen et al. 2020, J Steroid Biochem Mol Biol | 9 Placebo-RCTs, 909 Erwachsene mit Vitamin-D-Mangel | Pulswellengeschwindigkeit SMD −0,29 (95 % KI −0,51 bis −0,06), deutlicher ab 2.000 IE täglich und ≥ 4 Monaten | Meta-Analyse (Teilbefund positiv, maßgeblich) |
| 261 | Beveridge et al. 2018, J Am Heart Assoc | 31 Placebo-RCTs, 2.751 Personen; Einzeldaten aus 24 Studien | FMD +0,37 % (95 % KI −0,23 bis 0,97), Pulswellengeschwindigkeit 0,00 m/s (−0,36 bis 0,37); Mikrogefäßfunktion nur auf Studienebene leicht verbessert | Meta-Analyse mit Einzeldaten |
| 262 | Liu et al. 2026, Front Nutr | 15 RCTs, 962 Pers. mit diagnostizierter Depression | SMD −0,98 (−1,28 bis −0,68), I² 79 %; stärkste Wirkung um 5.000 IE/Tag | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 263 | Wang et al. 2024, J Affect Disord | 18 RCTs, Erwachsene mit primärer Depression | SMD −0,15 (−0,26 bis −0,04); nur bei 25(OH)D > 50 nmol/L signifikant (−0,38), darunter kein Effekt | Meta-Analyse (kleinerer Effekt) |
| 264 | Ghaemi et al. 2024, Psychol Med | 31 RCTs, 24.189 Erwachsene | SMD −0,32 je 1.000 IE/Tag (GRADE mittel); stärker bei vorhandenen Beschwerden (−0,57); 24–52 Wochen −0,13 (n. s.), > 52 Wochen +0,14 (n. s.) | Meta-Analyse (Dosis-Wirkung) |
| 265 | Cheng et al. 2020, Depress Anxiety | 25 RCTs, 7.534 Pers., negative Gefühle (Depression, Angst) | g −0,50 (−0,85 bis −0,15), I² 97,7 %; Effekt bei schwerer Depression und bei 25(OH)D ≤ 50 nmol/L | Meta-Analyse |
| 266 | Vyas et al. 2023, J Clin Psychiatry | 720 VITAL-Teilnehmende, 2 Jahre, 11 % mit unterschwelliger Depression, 61 % mit Risikofaktor | Neue Major Depression bei unterschwelliger Depression RR 0,36 (0,06 bis 1,28), bei Risikofaktor RR 0,63 (0,25 bis 1,53), beide n. s.; PHQ-9 ohne Unterschied | RCT (Teilstudie Hochrisiko) |
| 267 | Rahman et al. 2022, Int J Geriatr Psychiatry | D-Health: 16.670 Ältere in Australien, 60.000 IE monatlich, 5 Jahre | Beginn von Antidepressiva HR 1,04 (0,96–1,12); Depressionswert PHQ-9 MD 0,02, klinisch relevante Depression OR 0,99 | RCT |
| 268 | Ahl et al. 2025, Clin Nutr | FIND: 2.434 Ältere in Finnland, 1.600 oder 3.200 IE täglich, 5 Jahre | Major Depression HR 0,78 (0,35–1,71) bzw. 0,57 (0,24–1,35), nicht signifikant; in verlängerter Nachbeobachtung Grenzfall | RCT |
| 269 | Gould et al. 2022, Nutrients | 2 RCTs, 18 Beobachtungsstudien | beide RCTs positiv, aber zu klein; Beobachtungsstudien widersprüchlich; Evidenz nicht schlüssig | Systematischer Review |
| 270 | Frandsen et al. 2014, BMC Res Notes | 34 Beschäftigte mit saisonalen Beschwerden, 70 µg/Tag gegen Placebo, 12 Wochen | kein Unterschied bei SIGH-SAD und WHO-5; Studie nach eigener Angabe zu klein | RCT |
| 271 | Zhu et al. 2020, Brain Behav | Patientinnen und Patienten mit Depression und niedrigem 25(OH)D, 6 Monate, Kontrollgruppe | HAMA β −2,24 (−3,82 bis −0,65); Depressionswerte unverändert | RCT |
| 272 | Lee et al. 2026, Eur J Nutr | 108 Pers. von 10 bis 24 J. mit Depression und Mangel, 4.800 IE/Tag, 8 Wochen, teilrandomisiert | Depression kein Unterschied; Angst (GAD-7) B −1,78 (−3,35 bis −0,32) | RCT (teilrandomisiert) |
| 273 | López-Muñoz et al. 2023, Nutrients | 5 RCTs, 345 Pers. mit MS (271 Frauen, 25 bis 41 J.) | Erschöpfung −0,18 (−0,36 bis −0,01), I² 0 % | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 274 | Kampman et al. 2012, Mult Scler | 68 Erwachsene mit MS, 20.000 IE wöchentlich oder Placebo über 96 Wochen, beide Gruppen mit Calcium | Erschöpfung ohne signifikanten Unterschied zu Placebo | RCT |
| 275 | Charoenporn et al. 2024, Psychiatry Clin Neurosci | 80 Pers. mit Post-COVID-Syndrom, 60.000 IE/Woche gegen Placebo, 8 Wochen | CFQ −3,5 (p = 0,024), DASS-Angst −2,0 (p = 0,011), ACE +2,1; PSQI, DASS-Depression, IL-6, CRP ohne Unterschied | RCT |
| 276 | Mirzaei-Azandaryani et al. 2022, Nutr Health | 5 Studien | PSQI MD −1,32 (−2,55 bis −0,09), hohe Heterogenität | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 277 | Abboud et al. 2022, Nutrients | 19 Studien (13 RCTs), davon 3 RCTs in der Meta-Analyse | PSQI MD −2,33 (−3,09 bis −1,57), I² 0 %, Sicherheit mittel; übrige Schlafendpunkte uneinheitlich | Meta-Analyse |
| 278 | Yan et al. 2020, Food Sci Nutr | Interventions- und Beobachtungsstudien zu Schlafstörungen | PSQI mit Vitamin D niedriger, SMD −0,45 (−0,76 bis −0,13) | Meta-Analyse |
| 279 | Behrouzi et al. 2026, Nutr Rev | 9 RCTs, Erwachsene ab 60 J., nur Vitamin D3 | globale Kognition SMD 0,66 (0,02 bis 1,30); Exekutivfunktion, Aufmerksamkeit, Tempo n. s. | Meta-Analyse (Ältere) |
| 280 | Montero-Odasso et al. 2023, JAMA Netw Open | 175 Pers. von 65 bis 84 J. mit leichter kognitiver Störung, 10.000 IE 3×/Woche, 20 Wochen | kein Effekt von Vitamin D auf ADAS-Cog-13 | RCT (Gegenbefund) |
| 281 | Lönnroos et al. 2025, J Gerontol A Biol Sci Med Sci | 2.492 Pers., mittleres Alter 68 J. (FIND), 1.600 oder 3.200 IE/Tag gegen Placebo, im Mittel 4,2 Jahre | Demenz 18 vs. 14 vs. 13 Fälle; HR 0,77 (0,38 bis 1,55) und 0,72 (0,35 bis 1,48), n. s. | RCT (größte Einzelstudie) |
| 282 | Rutjes et al. 2018, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane: 28 Studien zu Vitaminen und Mineralstoffen bei geistig Gesunden; Vitamin D mit Calcium und Demenz nur 1 Studie (WHI) | kein Hinweis auf Schutz vor Demenz; Evidenz niedrig bis moderat, nur eine Studie | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 283 | Rossom et al. 2012, J Am Geriatr Soc | 4.143 Frauen ab 65 J. (WHI), 400 IE + 1.000 mg Kalzium, 7,8 Jahre | Demenz HR 1,11 (0,71 bis 1,74), leichte kognitive Störung HR 0,95 (0,72 bis 1,25) | RCT |
| 284 | Jia et al. 2019, J Neurol Neurosurg Psychiatry | 210 Pers. mit Alzheimer, 800 IE/Tag gegen Placebo, 12 Monate | Gesamt-IQ signifikant gestiegen (p < 0,001), mehrere Untertests verbessert; Aβ-Marker gesenkt | RCT |
| 285 | Alrabadi et al. 2026, Epileptic Disord | 11 Studien, davon 4 mit 183 Pers. in der Meta-Analyse der Einnahme | Anfälle MD −8,31 pro Monat (−13,38 bis −3,25) | Meta-Analyse |
| 286 | Xu et al. 2022, Psychiatry Res | 17 RCTs, 1.165 Erwachsene mit Schizophrenie (Folsäure/B12, Vitamin D, NAC, Omega-3) | NAC vs. Vitamin D PANSS MD −5,2 (−10,9 bis 0,5); NAC am wirksamsten | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 287 | Zhang et al. 2021, Clin Neuropharmacol | 5 RCTs, Vitamin D gegen Placebo | Kopfschmerztage SMD −0,53; Attacken −1,09; Schwere −0,55; MIDAS −0,76 | Meta-Analyse |
| 288 | Talandashti et al. 2025, Neurol Sci | 22 RCTs zu verschiedenen Ergänzungsmitteln bei Migräne | Vitamin D: Häufigkeit MD −1,69, Migränetage/Monat −2,41 | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse |
| 289 | Shen et al. 2025, Head Face Med | 101 Pers. mit Hörsturz und Mangel, Standardtherapie mit oder ohne 1.500–2.000 IE/Tag für 10 Tage, ohne Placebo | Tinnitus-Besserung 83 % vs. 71 %; THI-Abnahme nach 3 Monaten 27,5 vs. 13,9 | RCT ohne Placebo |
| 290 | Nocini et al. 2023, Diagnostics (Basel) | 3 Fall-Kontroll-Studien, 468 Pers. | Vitamin D bei Tinnitus um 6,2 ng/mL (22 %) niedriger | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 291 | Wang et al. 2021, J Cosmet Dermatol | Fall-Kontroll-Studien und RCTs zu Akne | 25(OH)D bei Akne niedriger (SMD −7,66 ng/mL); Einnahmeeffekt ohne Zahlen im Abstract | Meta-Analyse (überwiegend Beobachtung) |
| 292 | Hassan et al. 2022, J Cosmet Dermatol | 45 Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall, Vitamin D, Minoxidil oder beides | Vitamin D allein ohne signifikante Besserung (Ludwig-Skala, Dermatoskopie); Kombination besser als Minoxidil allein | Vergleichsstudie ohne Placebo |
| 293 | Sattar et al. 2021, J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo) | 40 Frauen mit diffusem Haarausfall, 200.000 IE alle 2 Wochen, 3 Monate, ohne Kontrollgruppe | Besserung bei 82,5 % | Studie ohne Kontrollgruppe |
| 294 | Chen et al. 2024, J Cosmet Dermatol | 23 Beobachtungsstudien, 3.374 Pers. mit nicht vernarbendem Haarausfall, 7.296 Kontrollen | 25(OH)D um 7,3 ng/mL niedriger; Mangel OR 3,11 | Meta-Analyse von Beobachtungsstudien |
| 295 | Zainab et al. 2026, J Clin Med | 5 RCTs, 436 Frauen mit PMS | Gesamtwert SMD −0,78 (−1,30 bis −0,26), I² 58 %; körperlich −1,00; Depression −0,78; Angst, Heißhunger, Wassereinlagerung n. s.; GRADE sehr niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 296 | Chen et al. 2023, Nutrients | 8 RCTs, 695 Pers. mit primärer Dysmenorrhö | Schmerz SMD −1,404 (−2,078 bis −0,731); Wirkung bei Wochendosis > 50.000 IE | Meta-Analyse |
| 297 | Amzajerdi et al. 2023, BMC Womens Health | 84 Studentinnen mit Regelschmerzen und Mangel, einmalig 300.000 IE gegen Placebo | Schmerz (VAS, VMS) in zwei Zyklen geringer, weniger Schmerzmittel; Blutungsmenge unverändert | RCT |
| 298 | Pan et al. 2025, Ann Med Surg (Lond) | 9 RCTs, 562 Frauen mit Endometriose (Vitamin C, E, D) | Vitamin D: Beckenschmerz SMD 0,32 (−0,10 bis 0,75), Dysmenorrhö −0,12 (−0,51 bis 0,28), n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 299 | Nodler et al. 2020, Am J Clin Nutr | 69 Frauen von 12 bis 25 J. mit Endometriose, 2.000 IE/Tag, Fischöl oder Placebo, 6 Monate | Schmerz mit Vitamin D 7,0 → 5,5, mit Placebo 6,0 → 4,4; kein Unterschied zu Placebo | RCT |
| 300 | Mehdizadehkashi et al. 2021, Gynecol Endocrinol | 60 Frauen mit Endometriose, Vitamin D oder Placebo über 12 Wochen | Beckenschmerz signifikant stärker gesunken als mit Placebo | RCT (Positivstudie) |
| 301 | Shabani et al. 2026, Sci Rep | 66 Frauen mit Endometriose, zusätzlich zu Dienogest | kein signifikanter Unterschied beim Schmerz gegenüber Placebo | RCT |
| 302 | Kamronrithisorn et al. 2020, Nutrients | 80 Frauen nach der Menopause mit Scheidentrockenheit, 40.000 IE Vitamin D2/Woche oder Placebo, 12 Wochen | Zellreifung, pH und Beschwerden gegenüber Placebo ohne signifikanten Unterschied | RCT |
| 303 | LeBlanc et al. 2015, Maturitas | 34.157 Frauen nach der Menopause (WHI), 400 IE + 1.000 mg Kalzium oder Placebo, im Mittel 5,7 Jahre | Zahl der Beschwerden (p = 0,70), Schlafstörung, emotionales Wohlbefinden, Energie ohne Unterschied | RCT (größte Einzelstudie, maßgeblich) |
| 304 | Yang et al. 2023, Front Endocrinol (Lausanne) | 20 RCTs, 1.961 Frauen mit PCOS | Schwangerschaft RR 1,44 (1,28 bis 1,62); Eisprung RR 1,42 (1,14 bis 1,78); frühe Fehlgeburt RR 0,44 (0,30 bis 0,66); Studienqualität begrenzt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 305 | Zhang et al. 2023, Heliyon | 13 RCTs, 840 Frauen mit PCOS | Testosteron MD −0,17 (−0,29 bis −0,05); Gesamtcholesterin −12,0; SHBG und mF-G n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 306 | Zhou et al. 2022, Front Endocrinol (Lausanne) | 5 RCTs, unfruchtbare Frauen mit Mangel, IVF | klinische Schwangerschaft RR 1,34 (0,81 bis 2,24), n. s.; biochemische RR 1,53 (1,06 bis 2,20); Embryoqualität, Fehlgeburt n. s. | Meta-Analyse (nur RCTs, maßgeblich) |
| 307 | Meng et al. 2023, Reprod Biol Endocrinol | 9 RCTs (1.677) + 3 Kohortenstudien (675) | klinische Schwangerschaft OR 1,70 (1,24 bis 2,34), I² 63 %; Einnistung, Fehlgeburt n. s. | Meta-Analyse (gemischt) |
| 308 | Michaelsen et al. 2026, Nutrients | 20 Placebo- und 20 unverblindete Studien zu Ergänzungsmitteln bei unfruchtbaren Frauen | gegen Placebo kein Effekt auf Schwangerschaft; Vitamin D nur in der Analyse mit unverblindeten Studien als Hypothese | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 309 | Jiao et al. 2025, Arch Esp Urol | 6 RCTs, 945 unfruchtbare Männer, Vitamin D3 | Beweglichkeit SMD 0,82 (0,00 bis 1,64); Gesamtzahl SMD 1,04 (0,11 bis 2,19); Testosteron n. s. | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 310 | Michaelsen et al. 2025, Nutrients | nur Placebo-RCTs ab 12 Wochen zu Ergänzungsmitteln bei Männern; Vitamin D progressive Beweglichkeit 4 Studien | progressive Beweglichkeit MD 0,55 % (−4,00 bis 5,10), nicht signifikant | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 311 | Zhang et al. 2026, PeerJ | 11 Studien (8 RCTs, 3 Beobachtungsstudien), 1.168 unfruchtbare Männer | kleine signifikante Verbesserungen bei Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Testosteron; keine Wirkung auf Schwangerschaft oder Lebendgeburt | Meta-Analyse |
| 312 | Blomberg Jensen et al. 2018, J Clin Endocrinol Metab | 330 unfruchtbare Männer mit 25(OH)D ≤ 50 nmol/L, 300.000 IE + 1.400 IE/Tag + Kalzium, 150 Tage, dreifach verblindet | Samenqualität unverändert; spontane Schwangerschaften 7,3 % vs. 2,4 % (n. s.); Untergruppe Oligozoospermie mehr Lebendgeburten | RCT (größte Einzelstudie, Gegenbefund) |
| 313 | Hosseini Marnani et al. 2019, Andrologia | 8 RCTs, 10 Effektgrößen, Männer ab 18 J. | TT MD 0,20 (−0,20 bis 0,60); SHBG n. s.; auch in Untergruppen kein Effekt | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 314 | Paez-Allendes et al. 2026, Nutrients | 27 Studien, 11 RCT-Vergleiche für Gesamttestosteron, erwachsene Männer | TT MD 0,47 nmol/L (−0,50 bis 1,44); SHBG, FAI, freies und bioaktives Testosteron n. s. | Meta-Analyse |
| 315 | Duarte Romero et al. 2024, Clin Nutr ESPEN | 8.920 Männer von 60 bis 84 J. (D-Health), 60.000 IE/Monat gegen Placebo, 3 Jahre | Erektionsstörung 58,8 % vs. 59,0 %, PR 1,00 (0,97 bis 1,03) | RCT (maßgeblich) |
| 316 | Gao et al. 2020, J Periodontal Res | 360 Pers. mit mittlerer bis schwerer Parodontitis nach Behandlung, 2.000 oder 1.000 IE/Tag gegen Placebo, 3 Monate | Attachmentverlust tiefe Taschen −1,1 vs. −1,0 mm, signifikant, aber klinisch kaum relevant | RCT (maßgeblich) |
| 317 | Perić et al. 2020, Nutrients | 27 Pers. mit Parodontitis und Mangel, 25.000 IE/Woche gegen Placebo, 6 Monate | kein signifikanter Unterschied, Trend zu geringerer Taschentiefe | RCT (Pilotstudie) |
| 318 | Fogacci et al. 2020, Clin Nutr | 27 RCTs, 4.777 Schwangere | Präeklampsie OR 0,37 (95 % KI 0,26 bis 0,52); stärker bei Beginn bis zur 20. Woche; höhere Dosis, niedrigeres Risiko | Meta-Analyse |
| 319 | Gallo et al. 2020, J Acad Nutr Diet | 20 RCTs (Erstsuche), Schwangere | kein Effekt auf Präeklampsie | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 320 | Lin et al. 2026, BMC Pregnancy Childbirth | Umbrella-Auswertung von 35 Meta-Analysen mit 188.370 Teilnehmenden | Präeklampsie RR 0,62 (95 % KI 0,56 bis 0,69) | Umbrella-Review (Sammel-Arbeit, zählt nicht) |
| 321 | Bi et al. 2018, JAMA Pediatr | 24 RCTs, 5.405 Teilnehmende | Geburtsgewicht +75,38 g (95 % KI 22,88 bis 127,88); auch Gewicht mit 3 bis 12 Monaten höher | Meta-Analyse |
| 322 | Tan et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 19 Studien, 2.837 Mutter-Kind-Paare, gestillte Reifgeborene | 400 IE/Tag an Säuglinge: Vitamin-D-Unterversorgung seltener (RR 0,57), Rachitis und Knochenmineral sehr unsicher; Gabe an Stillende: biochemische Rachitis RR 0,06 (0,01 bis 0,44; 2 Studien) | Cochrane-Review (maßgeblich) |
| 323 | Crowe et al. 2021, Pediatrics | 3.046 Kinder von 1 bis 11 Monaten in Kabul, 100.000 IE alle 3 Monate oder Placebo, 18 Monate | Rachitis 5,3 % gegenüber 5,5 % (OR 0,96; 0,48–1,92); kein Effekt aufs Wachstum | RCT (Gegenbefund, Intervallgabe) |
| 324 | Lerch & Meissner 2007, Cochrane Database Syst Rev | 4 Studien, etwa 1.700 Kinder, 9 Monate bis 2 Jahre; teils ohne Placebo | Türkei bis 3 Jahre RR 0,04 (0–0,71); China mit Calcium und Beratung RR 0,76 (0,61–0,95); in Frankreich und bei älteren Kindern in China keine Rachitis in beiden Gruppen | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 325 | Lautatzis et al. 2024, Pediatrics | 1 RCT, 1.300 Schwangere in Bangladesch, 790 Säuglinge untersucht | biochemische Rachitis bei Gabe in Schwangerschaft und Stillzeit 1,3 vs. 7,8 % unter Placebo (RR 0,16; 0,03 bis 0,72); Gabe nur in der Schwangerschaft nicht signifikant | RCT (Nachauswertung) |
| 326 | Ganmaa et al. 2024, Lancet Diabetes Endocrinol | 1 RCT, 8.851 Schulkinder in Ulaanbaatar, 14.000 IE/Woche, 3 Jahre | Brüche 6,4 vs. 6,1 % (RR 1,10; 0,93 bis 1,29); Nebenwirkungen nicht häufiger | Große RCT (maßgeblich) |
| 327 | Middelkoop et al. 2024, J Bone Miner Res | ViDiKids: 1.513 Schulkinder von 6 bis 11 Jahren in Kapstadt, 10.000 IE wöchentlich oder Placebo, 3 Jahre | Knochenbrüche selten (7 vs. 10 Kinder) und ohne Unterschied zu Placebo | RCT |
| 328 | Moon et al. 2023, Osteoporos Int | 5 RCTs, 3.250 Schwangere; Meta-Analyse mit 3 Studien, 1.358 Kindern | Knochendichte mit 4 bis 6 Jahren +0,16 SD (0,05 bis 0,27); Mineralgehalt +0,07 SD (−0,04 bis 0,19); Neugeborene ohne Unterschied | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 329 | O'Callaghan et al. 2022, Am J Clin Nutr | MDIG: Kinder von Schwangeren in Bangladesch, Vitamin D oder Placebo in der Schwangerschaft; 642 Kinder mit 4 Jahren untersucht | Ganzkörper-Mineralgehalt des Kindes ohne Unterschied zu Placebo | RCT |
| 330 | Cooper et al. 2016, Lancet Diabetes Endocrinol | 1 RCT (MAVIDOS), 1.134 Schwangere, 1.000 IE/Tag ab der 14. Woche | Ganzkörper-Mineralgehalt der Neugeborenen 61,6 vs. 60,5 g (p = 0,21), kein Unterschied | RCT (Gegenbefund) |
| 331 | Moon et al. 2024, Am J Clin Nutr | Nachuntersuchung von 454 Kindern mit 6 bis 7 Jahren (MAVIDOS) | Knochendichte +0,18 SD (0,06 bis 0,31), Mineralgehalt +0,15 SD (0,04 bis 0,26); explorative Nachauswertung | RCT (Nachauswertung) |
| 332 | Peng et al. 2025, Transl Pediatr | 12 RCTs, 6.340 Kinder; Vitamin D3 allein und Längen-z-Wert 3 Studien | Vitamin D3 allein ohne Effekt auf Längen-z-Wert und Gewicht-für-Länge; nur Gewicht-für-Alter leicht verbessert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 333 | Kumar et al. 2011, BMJ | 2.079 untergewichtige Neugeborene in Indien, Vitamin D wöchentlich oder Placebo über 6 Monate | Längen-z-Wert nach 6 Monaten signifikant besser | RCT (Positivstudie) |
| 334 | Huey et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 75 Studien, 12.122 Kinder unter 5 Jahren; 31 Studien gegen Placebo oder nichts | Länge +0,66 cm (−0,37 bis 1,68; 3 Studien); Längen-z-Wert +0,11 (1 Studie); Wachstumsrückstand RR 0,90 (0,80 bis 1,01) | Cochrane-Review |
| 335 | Ma et al. 2021, Nutrients | 11 RCTs, 3.960 Teilnehmende, Gabe in Schwangerschaft oder Säuglingsalter | Längen-z-Wert mit 1 Jahr +0,29 (0,03 bis 0,54); BMI mit 3 bis 6 Jahren −0,19 kg/m²; Knochen-, Muskel- und Fettmasse unverändert | Meta-Analyse |
| 336 | Wang et al. 2025, BMC Pediatr | 17 RCTs, 18.372 Kinder | Infekte RR 0,82 (0,64 bis 1,06); täglich ≤ 1.000 IE RR 0,42 (0,27 bis 0,66); höhere Dosen ohne Effekt; schwere Nebenwirkungen RR 0,83 (0,71 bis 0,96) | Meta-Analyse |
| 337 | Camargo et al. 2012, Pediatrics | 1 Cluster-RCT, 247 Schulkinder mit schwerem Mangel in der Mongolei, 300 IE/Tag in Milch | Infekte 0,45 vs. 0,80 (Rate Ratio 0,52; 0,31 bis 0,89) | RCT (positiv) |
| 338 | Shen et al. 2025, BMC Pediatr | 7 RCTs | Atemwegsinfekte RR 1,04 (0,99 bis 1,09) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 339 | Li et al. 2025, World Allergy Organ J | 7 RCTs, 3.958 Mutter-Kind-Paare | Atemwegsinfekte RR 1,018 (0,965 bis 1,074); moderate Evidenzqualität | Meta-Analyse |
| 340 | Jolliffe et al. 2025, EClinicalMedicine | 4 doppelblinde RCTs, 3.678 Teilnehmende | IRR 1,01 (0,98 bis 1,03; p = 0,66); moderate Vertrauenswürdigkeit; keine Wirkungsänderung nach Ausgangsspiegel | Meta-Analyse |
| 341 | Tareke et al. 2020, World Allergy Organ J | 6 RCTs, 2.898 Mutter-Kind-Paare | Asthma beim Kind RR 0,89 (0,69–1,15), nicht signifikant; Atemwegsprobleme insgesamt ohne Unterschied | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 342 | Patchen et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev | höhere vs. Standarddosis in Schwangerschaft/Stillzeit: 3 RCTs, 1.439 Personen | pfeifende Atmung RR 0,79 (0,64 bis 0,98), moderate Vertrauenswürdigkeit; Asthma RR 0,81 (0,63 bis 1,04) | Meta-Analyse (Cochrane) |
| 343 | Wolsk et al. 2017, PLoS One | 2 RCTs (VDAART, COPSAC2010), 1.387 Schwangere, 2.400 bzw. 4.000 IE/Tag zusätzlich | Asthma oder wiederkehrendes Giemen bis 3 Jahre aOR 0,74 (0,57 bis 0,96) | Gemeinsame Auswertung zweier RCTs (Gegenbefund) |
| 344 | Litonjua et al. 2016 (VDAART), JAMA | 806 Kinder von Schwangeren mit erhöhtem Asthmarisiko, 4.400 vs. 400 IE täglich | Asthma oder wiederholtes Pfeifen 24,3 % vs. 30,4 % (HR 0,8; 0,6 bis 1,0; p = 0,051) | RCT |
| 345 | Weiss et al. 2024, J Allergy Clin Immunol | Übersicht über 15 Jahre VDAART | primäre Auswertung nicht signifikant; nachträgliche, nach Ausgangsspiegel geschichtete Auswertungen zeigen weniger Asthma mit 3 und 6 Jahren | RCT-Übersicht (Nachauswertungen) |
| 346 | Nørrisgaard et al. 2019, JAMA Pediatr | 1 RCT (COPSAC2010), 623 Schwangere, 2.400 IE/Tag oder Placebo zusätzlich zu 400 IE; 496 Kinder untersucht | Schmelzdefekte bleibende Zähne OR 0,47 (0,27 bis 0,81), Milchzähne OR 0,50 (0,28 bis 0,87); nachträgliche Auswertung | RCT (Nachauswertung) |
| 347 | Aagaard et al. 2024, Am J Clin Nutr | COPSAC2010: Schwangere in Dänemark, 2.800 vs. 400 IE täglich ab der 24. Woche; 496 Kinder mit 10 Jahren untersucht | hohe Dosis ohne Einfluss auf das ADHS-Risiko; höherer Ausgangsspiegel der Mutter nur beobachtend mit weniger ADHS | RCT (Dosisvergleich, ohne Placebo) |
| 348 | Luo et al. 2022, Chin Med J | 7 RCTs in Schwangerschaft oder Säuglingsalter | Ekzem in der Schwangerschaft RR 0,95 (0,80 bis 1,13), bei Säuglingen RR 0,84 (0,64 bis 1,11) | Meta-Analyse |
| 349 | El-Heis et al. 2022 (MAVIDOS), Br J Dermatol | Schwangere mit 1.000 IE täglich vs. Placebo; Kinder mit 12, 24 und 48 Monaten untersucht (635 bis 449) | Ekzem mit 12 Monaten OR 0,55 (0,32 bis 0,97); mit 24 Monaten OR 0,76 und 48 Monaten OR 0,75, nicht signifikant | RCT |
| 350 | Wu et al. 2023, Am J Clin Nutr | 11 RCTs, Einzeldaten aus 9 RCTs mit 1.439 Kindern und Jugendlichen von 1 bis 19 Jahren, 86 % Mädchen | Hüfte +6,8 mg/cm² (0,7–12,9), sonst kein Effekt; hohe Evidenzqualität | Meta-Analyse mit Einzeldaten (maßgeblich) |
| 351 | Winzenberg et al. 2011, BMJ | 6 Studien, 884 gesunde Kinder und Jugendliche | kein Effekt an Ganzkörper, Hüfte, Unterarm; Lendenwirbelsäule SMD 0,15 (−0,01 bis 0,31) | Meta-Analyse |
| 352 | Hujoel 2013, Nutr Rev | 24 kontrollierte Studien, 2.827 Kinder; 22 vor modernem Studiendesign | RR 0,53 (0,43 bis 0,65); starke Heterogenität, Publikationsverzerrung (p < 0,001); Sicherheit niedrig | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 353 | Shen et al. 2025, Neuropsychiatr Dis Treat | Vitamin-Studien bei ASS und ADHS | Vitamin D bei ADHS-Beschwerden wirksamer als bei Autismus (ohne Zahlen im Abstract) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 354 | Gan et al. 2019, J Child Adolesc Psychopharmacol | 4 RCTs, 256 Kinder mit ADHS, Vitamin D zusätzlich zu Methylphenidat | kleine, signifikante Verbesserung bei Gesamtwert, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Verhalten; GRADE niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse |
| 355 | Zhang et al. 2023, Clin Psychopharmacol Neurosci | 8 RCTs, 266 Kinder mit ASS, 6 in der Meta-Analyse | Stereotypie MD −1,39 (−2,7 bis −0,07); SRS und CARS Trend (p = 0,05); ABC ohne Unterschied | Meta-Analyse |
| 356 | Li et al. 2022, Nutr Neurosci | 5 RCTs, 349 Kinder mit ASS, 3 in der Meta-Analyse | Hyperaktivität MD −3,20 (−6,06 bis −0,34); Kernsymptome n. s. | Meta-Analyse |
| 357 | Chibuzor et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 4 RCTs, 286 Kinder in Indien und Nigeria, 12–24 Wochen | Calcium allein gegenüber Vitamin D allein: Heilung RR 3,26 (1,59–6,69); Vitamin D plus Calcium gegenüber Vitamin D allein: RR 3,06 (1,49–6,29) | Meta-Analyse (Cochrane, maßgeblich) |
| 358 | Malihi et al. 2019, J Steroid Biochem Mol Biol | 32 RCTs mit ≥ 2.800 IE/Tag über mindestens 1 Jahr; Hyperkalzämie: 10 Studien, 2.598 Personen | Hyperkalzämie RR 1,93 (1,00 bis 3,73; p = 0,05), Grenzfall | Meta-Analyse (Gegenbefund, Grenzfall) |
| 359 | Billington et al. 2020, J Clin Endocrinol Metab | 1 RCT, 373 gesunde Erwachsene von 55 bis 70 Jahren, 400, 4.000 oder 10.000 IE/Tag, 3 Jahre | leichte Hyperkalzämie 0 / 3 / 9 % (p = 0,002), alle bei Kontrolle normal; mittlerer Calciumwert unverändert | RCT (Dosisvergleich) |
| 360 | Malihi et al. 2019 (ViDA), Am J Clin Nutr | 1 RCT, 5.110 Erwachsene in Neuseeland, 100.000 IE monatlich, im Median 3,3 Jahre | Nierensteine 76 vs. 82 (HR 0,90; 0,66 bis 1,23); Klinikaufnahmen wegen Steinen 7 vs. 11 | Große RCT |
| 361 | Waterhouse et al. 2021 (D-Health), J Cachexia Sarcopenia Muscle | 1 RCT, 21.315 Erwachsene von 60 bis 84 Jahren, 60.000 IE monatlich bis 5 Jahre | Hyperkalzämie und Nierensteine nicht unterschiedlich häufig | Große RCT |
| 362 | Wallace et al. 2011, Am J Clin Nutr | Auswertung derselben Studie (WHI), 36.282 Frauen | Steine bei 449 vs. 381 Frauen (HR 1,17); kein Zusammenhang mit der Calciumaufnahme zu Studienbeginn | RCT (Nachauswertung) |
| 363 | Gallagher et al. 2014, Menopause | 1 RCT, 163 Frauen von 57 bis 90 Jahren, 400 bis 4.800 IE Vitamin D plus Calcium auf 1.200 mg/Tag, 1 Jahr | Hyperkalzämie bei 8,8 %, Hyperkalziurie bei 30,6 %, ohne Bezug zur Vitamin-D-Dosis und gleich häufig unter Placebo | RCT |
| 364 | Rikkonen et al. 2026, J Am Geriatr Soc | FIND: 2.495 gesunde Ältere in Finnland, 1.600 oder 3.200 IE täglich oder Placebo, 5 Jahre | Sturzrisiko (55 %) und Sturzverletzungen (11 %) in allen drei Gruppen gleich | RCT (große Einzelstudie) |
| 365 | Johnson et al. 2022, Eur J Clin Nutr | 1 RCT (D2d), 2.423 Menschen mit Prädiabetes, 4.000 IE/Tag, 3 Jahre | Nebenwirkungen IRR 0,94 (0,90 bis 0,98); schwere Nebenwirkungen IRR 0,96 (0,81 bis 1,14); Nierensteine, Hyperkalzämie, Hyperkalziurie nicht häufiger | Große RCT (Gegenbefund) |
| 366 | Myung & Cho 2023, Osteoporos Int | 15 RCTs mit Einmal- oder Intervall-Hochdosen; Stürze 11 RCTs | RR 1,03 (0,98–1,09); nur Vitamin D3 RR 1,06 (0,99–1,15; p = 0,051) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 367 | Tao et al. 2024, Biomol Biomed | 14 RCTs, Ältere mit monatlichen oder selteneren hohen Vitamin-D3-Gaben | Stürze RR 1,02 (0,98–1,05), Brüche RR 0,95, Sterblichkeit RR 0,95 (0,87–1,04), jeweils nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 368 | Zheng et al. 2015, PLoS One | 9 RCTs mit hoch dosiertem, seltenem Vitamin D bei Älteren | Stürze RR 1,02 (0,96 bis 1,08); Hüftbrüche RR 1,17 (0,97 bis 1,41); nicht vertebrale Brüche RR 1,06 (0,91 bis 1,22); Sterblichkeit RR 1,04 | Meta-Analyse |
| 369 | Smith et al. 2007, Rheumatology | 9.440 Personen ab 75 Jahren, 300.000 IE Vitamin D2 jährlich per Spritze in den Muskel | erster Bruch HR 1,09 (0,93–1,28); Hüftbruch HR 1,49 (1,02–2,18) | RCT (Spritze, Schaden) |
| 370 | Bischoff-Ferrari et al. 2016, JAMA Intern Med | 1 RCT, 200 Menschen ab 70 Jahren mit früherem Sturz, monatlich 24.000 IE, 60.000 IE oder 24.000 IE plus Calcifediol, 1 Jahr | Stürze 66,9 % (60.000 IE) und 66,1 % (mit Calcifediol) vs. 47,9 % (24.000 IE; p = 0,048); keine bessere Beinfunktion | RCT (Dosisvergleich, Schaden) |
| 371 | Ginde et al. 2017, J Am Geriatr Soc | 107 Pflegeheimbewohner, 100.000 IE monatlich gegenüber Standarddosis | Stürze 1,47 gegenüber 0,63 pro Personenjahr (IRR 2,33; 1,49–3,63) | RCT (Schaden) |
| 372 | Khaw et al. 2017, Lancet Diabetes Endocrinol | ViDA: 5.110 Erwachsene von 50 bis 84 Jahren, 100.000 IE monatlich, im Mittel 3,4 Jahre | Stürze HR 0,99 (0,92–1,07) | RCT |
| 373 | Kim et al. 2021, Clin J Am Soc Nephrol | D2d: 2.166 Erwachsene mit Prädiabetes, 4.000 IE täglich oder Placebo, im Mittel 2,9 Jahre | eGFR −1,0 mL/min/1,73 m² (−1,4 bis −0,6) gegenüber Placebo, laut Autoren nicht bedeutsam; Nieren-Risikoklasse (KDIGO) HR 0,89 (0,52–1,52) | RCT |
| 374 | Billington et al. 2020, Osteoporos Int | 302 gesunde Erwachsene von 55 bis 70 Jahren ohne Mangel, 400, 4.000 oder 10.000 IE täglich, 3 Jahre | Verkalkung der Unterschenkelarterien schritt in allen Gruppen gleich fort (p = 0,645); keine neuen Verkalkungen | RCT (Dosisvergleich) |
| 375 | Samaan et al. 2019, J Ren Nutr | 80 Menschen mit Nierenerkrankung Stadium 3 bis 4; randomisierter Teil mit Placebo bei Unterversorgung, 18 Monate | Fortschreiten des Koronarkalks zwischen Vitamin D und Placebo nicht verschieden (p = 0,92); Nierenfunktion unverändert | RCT (Nierenkranke) |
| 376 | Manson et al. 2010, Menopause | Teilstudie der WHI, 754 Frauen von 50 bis 59 Jahren, 1.000 mg Calcium plus 400 IE Vitamin D3, im Mittel 7 Jahre | Koronarkalk-Score 91,6 vs. 100,5 (p = 0,74); OR für Kalk > 0: 0,92 (0,64 bis 1,34) | RCT (Kombination mit Calcium) |
| 377 | Brustad et al. 2022, JAMA Netw Open | 32 RCTs, 8.400 Kinder von 0 bis 6 Jahren, 1.200 bis 10.000 IE/Tag oder Stoßgaben bis 600.000 IE; Meta-Analyse 8 Studien, 4.612 Kinder | schwere Nebenwirkungen RR 1,01 (0,73 bis 1,39); Hyperkalzämie RR 1,18 (0,72 bis 1,93; 726 Kinder) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 378 | Robien et al. 2013, Nutr Clin Pract | systematische Übersicht, 109 Arbeiten zu Arzneimittel-Vitamin-D-Wechselwirkungen, überwiegend niedrige Studienqualität | Thiazide plus Calcium und Vitamin D können bei Älteren, eingeschränkter Nierenfunktion oder Nebenschilddrüsenüberfunktion eine Hyperkalzämie verursachen | Systematische Übersicht |
| 379 | Chandler et al. 2014, Am J Med | Nachauswertung eines Placebo-RCT mit Vitamin D3 bis 4.000 IE täglich über 3 Monate; 84 Erwachsene unter Hydrochlorothiazid | Calcium um 0,2 mg/dl höher als ohne Thiazid; 1 Fall von Hyperkalzämie; kein Gruppenvergleich berichtet | RCT (Nachauswertung) |
| 380 | Kota et al. 2012, Fundam Clin Pharmacol | 8 gesunde Männer, Digoxin vor und nach Vitamin D3 1.000 IE/Tag, ohne Placebo | Digoxin-Blutspiegel unverändert (AUC-Verhältnis 1,02 bis 1,06); Calcium 9,32 auf 9,68 mg/dl (p = 0,028) | Pilotstudie ohne Placebo |
| 381 | Bolland et al. 2013, BMJ Open | 1 RCT, 27 Menschen mit Sarkoidose, normalem Calcium und Unterversorgung, 50.000 IE wöchentlich für 4 Wochen, dann monatlich, 12 Monate | Calcium in Blut und Urin im Mittel unverändert; 1 Fall deutlicher Hyperkalzämie nach 6 Wochen; kein Nutzen für die Knochen | RCT (maßgeblich) |
| 382 | Sodhi & Aldrich 2016, Am J Med Sci | Beobachtung, 196 Menschen mit Sarkoidose mit und 196 ohne Vitamin-D-Verordnung | Hyperkalzämie 42,3 vs. 18,3 % (p < 0,0001); mittel- bis hochgradig 12,8 vs. 3,6 %; aktives Vitamin D nur bei 23 % vorher gemessen | Beobachtungsstudie |
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