Die kurze Antwort
Für Erwachsene nennen die Behörden 600 bis 800 IE (15 bis 20 µg) Vitamin D am Tag, wenn die Haut kaum selbst Vitamin D bildet, etwa im Winter. Als Obergrenze auf Dauer gelten 4000 IE (100 µg) täglich aus allen Quellen zusammen. 20.000 IE sind eine Wochendosis, keine Tagesdosis. Seltene sehr große Einzeldosen bringen keinen Vorteil.
Auf dieser Seite 8 Abschnitte
- Wie viel Vitamin D am Tag? Tagesbedarf und Empfehlung von EFSA und DGE
- Wie rechnet man µg in IE um?
- Vitamin D 1000 oder 2000 IE: Was bringt welche Menge?
- Vitamin D 20.000 IE: Wie oft einnehmen?
- Vitamin D hochdosiert: Sind 5000 oder 10000 IE am Tag sinnvoll?
- Stoßtherapie: Bringen seltene hohe Einzeldosen etwas?
- Wie viel Vitamin D pro kg Körpergewicht?
- Vitamin-D-Dosierung im Winter und in der Schwangerschaft
Im Drogerieregal stehen kleine Fläschchen neben großen Dosen, und die Zahlen auf den Etiketten wachsen von Jahr zu Jahr: tausend Einheiten, fünftausend, zwanzigtausend. Mal steht µg darauf, mal IE. Manche Packung meint einen Tag, andere eine ganze Woche. Dabei ist recht gut untersucht, wie viel Vitamin D ein Mensch tatsächlich braucht, und die Antwort der Behörden fällt viel bescheidener aus, als das Regal vermuten lässt.
Wie viel Vitamin D am Tag? Tagesbedarf und Empfehlung von EFSA und DGE
Erwachsene brauchen 600 bis 800 IE am Tag, sofern die Haut kaum eigenes Vitamin D bildet. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Sonne fehlt. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA schätzt den Bedarf auf die untere dieser beiden Zahlen, und zwar für Erwachsene ebenso wie für Schwangere, Stillende und Kinder ab einem Jahr.1 Diese Rechnung setzt voraus, dass die Sonne kaum mithilft.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) setzt etwas höher an und nennt 20 µg für den Fall, dass die Haut gar nichts beiträgt.2 Mit normalem Essen ist diese Menge nicht zu schaffen. Zugleich betont die DGE, dass regelmäßige Zeit in der Sonne den Bedarf auch ganz ohne Präparat decken kann.
Für Präparate rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu höchstens dieser Menge pro Tag. Das hat zwei Gründe. Auch das Essen liefert etwas Vitamin D, und manche Menschen nehmen mehr als ein Mittel.3 Eine große Fachgesellschaft aus den USA, die Endocrine Society, sieht für Gesunde unter 75 Jahren ebenfalls keinen Grund für mehr.4
Damit ist der Wert der DGE für die tägliche Ergänzung ein vernünftiges Maß. Im Sommer, mit viel Zeit im Freien, ist sie oft gar nicht nötig.
So wurde gemessen
- EFSA: Bedarf (adäquate Zufuhr) 15 µg/Tag für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender sowie für Kinder von 1 bis 17 Jahren, 10 µg für Säuglinge von 7 bis 11 Monaten. Abgeleitet für Bedingungen mit minimaler Eigenbildung in der Haut und einen Zielwert von 50 nmol/l im Blut (Referenzwerte von 2016, zusammengefasst im Gutachten von 2023).1
- DGE 2012: 20 µg/Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wenn die Eigenbildung vollständig fehlt; 50 nmol/l und mehr gelten als Zeichen guter Versorgung.2
- BfR 2024: höchstens 20 µg (800 IE) Vitamin D pro Tagesverzehrempfehlung in Nahrungsergänzungsmitteln für Jugendliche und Erwachsene.3
- Endocrine Society 2024: rät gesunden Erwachsenen unter 75 von Mengen über den amerikanischen Referenzwerten ab; schlägt Vitamin D für 1- bis 18-Jährige, Menschen ab 75, Schwangere und bei Prädiabetes mit hohem Risiko vor.4
Wie rechnet man µg in IE um?
Die Umrechnung ist einfach, denn ein Mikrogramm entspricht 40 IE, und das gilt für beide Formen von Vitamin D.1 IE steht für Internationale Einheiten, auf englischen Packungen heißt es IU. Behörden rechnen in µg, während viele Hersteller beides aufdrucken.
| IE | µg | Einordnung |
|---|---|---|
| 400 IE | 10 µg | Bedarf von Babys ab dem siebten Monat (EFSA)1 |
| 600 IE | 15 µg | Bedarf Erwachsener ohne Sonne (EFSA)1 |
| 800 IE | 20 µg | Wert der DGE; Höchstmenge pro Tagesportion laut BfR23 |
| 1000 IE | 25 µg | etwas über dem Wert der DGE |
| 2000 IE | 50 µg | Obergrenze für Kinder von 1 bis 10 Jahren1 |
| 4000 IE | 100 µg | Obergrenze für Erwachsene und Jugendliche1 |
| 10.000 IE | 250 µg | kleinste Menge, bei der die EFSA Schäden sieht1 |
| 20.000 IE | 500 µg | als Wochendosis gedacht; täglich das Fünffache der Obergrenze |
Wer zwei Packungen vergleicht, rechnet am besten beide in IE um und achtet darauf, ob die Angabe für einen Tag oder für eine Woche gilt. Gerade daran scheitern viele Vergleiche. Eine Wochentablette sieht auf dem Etikett schnell bedrohlich aus, obwohl sie auf den Tag gerechnet eine ganz gewöhnliche Menge enthält.
Vitamin D 1000 oder 2000 IE: Was bringt welche Menge?
Beide Mengen sind für Erwachsene sicher, doch mehr Nutzen bringt die größere nicht von selbst. Wie stark der Blutwert auf eine Dosis reagiert, zeigt eine Studie aus Nebraska. Dort nahmen Männer einen ganzen Winter lang feste Mengen Vitamin D, und ihr Blutwert stieg im Gleichschritt mit der Dosis.5 Überraschend war etwas anderes. Den größten Teil ihres Winterbedarfs deckten die Männer aus Vorräten, die ihre Haut im Sommer angelegt hatte.
Ganz gleichmäßig geht es allerdings nicht nach oben. Daten aus einem kanadischen Gesundheitsprogramm zeigen, dass jede weitere Einheit umso weniger bewirkt, je mehr schon genommen wird.6 Der Körper sättigt sich gewissermaßen.
Gegen Erkältungen und andere Atemwegsinfekte hilft tägliches Vitamin D wahrscheinlich ein wenig. In einer Auswertung vieler Studien zeigte sich der Vorteil schon bei Mengen bis tausend Einheiten.7 Eine große amerikanische Studie mit gut zweitausend Erwachsenen fand mit genau dieser Tagesmenge allerdings keinen Schutz.8 Deshalb bleibt das Urteil bei „wahrscheinlich“.
Für Erwachsene sind zweitausend Einheiten noch weit von der Obergrenze entfernt, für Kinder zwischen einem und zehn Jahren ist diese Menge dagegen schon das Höchste.1 Den meisten Erwachsenen reicht die kleinere Menge. Die größere ist kein Fehler, ein Gewinn ist sie aber nur bei einem Mangel.
So wurde gemessen
- Nebraska (Omaha): 67 Männer, 0, 25, 125 oder 250 µg D3 täglich über rund 20 Wochen im Winter. Der Blutwert stieg um etwa 0,70 nmol/l je zusätzlichem µg, bei 25 µg (1000 IE) rechnerisch also um gut 17 nmol/l. Die Männer verbrauchten geschätzt 3000 bis 5000 IE am Tag, über 80 % davon aus Speichern vom Sommer.5
- Kanada: 22.214 Messungen von 17.614 Erwachsenen (Beobachtungsdaten). Zuwachs im Mittel 12,0 nmol/l je 1000 IE im Bereich bis 1000 IE täglich, nur noch 1,1 nmol/l je 1000 IE zwischen 15.000 und 20.000 IE.6
- Atemwegsinfekte: 19 Studien mit täglicher Gabe, OR 0,78 (0,65 bis 0,94); bei 400 bis 1000 IE täglich OR 0,70 (0,55 bis 0,89).7 Große Gegenstudie: 2.259 Erwachsene von 45 bis 75 Jahren, 1000 IE täglich, Winterinfekte RR 0,93 (0,79 bis 1,09).8
Unsere Einordnung
Für jeden Tag reichen die Mengen, die DGE und EFSA nennen. Mehr bringt ohne Mangel keinen belegten Nutzen.
Vitamin D 20.000 IE: Wie oft einnehmen?
Eine solche Tablette ist für einmal pro Woche gedacht und nicht für jeden Tag. Auf den Tag verteilt sind das knapp 2900 IE und damit weniger als die Obergrenze der EFSA. Täglich genommen wären es dagegen 500 µg. Das ist das Fünffache der Obergrenze und doppelt so viel wie die Menge, bei der die EFSA erste Schäden sieht.1
Bleibt die Frage, ob eine Wochendosis so gut wirkt wie eine Tagesdosis. Für den Blutwert gilt das fast. In einer Studie aus zehn Pflegeheimen bekamen die Bewohner dieselbe Gesamtmenge täglich, wöchentlich oder monatlich, und täglich und wöchentlich hoben den Wert beinahe gleich stark, während die Monatsdosis deutlich schwächer abschnitt.9 Die große Auswertung zu Atemwegsinfekten fasste tägliche und wöchentliche Gaben sogar zusammen, weil beide anders wirkten als Stoßdosen.10 Trotzdem rät die Endocrine Society Menschen über 50 zur täglichen Einnahme.4
Das größte Risiko der Wochendosis liegt im Alltag. Berichte über Vergiftungen nennen als Ursachen vor allem Fehler bei der Herstellung, eine zu hohe Einnahme und falsche Verordnungen.11 Wer eine Wochentablette nimmt, legt sich deshalb am besten auf einen festen Wochentag fest und schaut genau auf die Packung.
So wurde gemessen
- Pflegeheime: 338 Bewohner, im Mittel 84 Jahre, Ausgangswert 25,0 nmol/l. 600 IE täglich, 4200 IE wöchentlich, 18.000 IE monatlich oder Placebo über 4 Monate. Blutwert danach 69,9 (täglich), 67,2 (wöchentlich) und 53,1 nmol/l (monatlich).9
- Infekte: Einzeldaten aus 25 Studien; tägliche oder wöchentliche Gabe ohne Stoßdosis OR 0,81 (0,72 bis 0,91).10
- Vergiftungen: Übersicht über 13 Artikel mit Fallberichten, Blutwerte von 150 bis 1.220 ng/ml.11
Vitamin D hochdosiert: Sind 5000 oder 10000 IE am Tag sinnvoll?
Ohne ärztliche Begleitung sind solche Mengen nicht ratsam, denn beide liegen über der Grenze von 4000 IE. Diese Grenze hat die EFSA für Erwachsene, Jugendliche, Schwangere und Stillende festgelegt.1 Dafür nutzt sie ein frühes Warnzeichen, nämlich zu viel Calcium im Urin. Das trat in Studien gehäuft bei zehntausend Einheiten am Tag auf.1
Ein zu hoher Calciumwert im Blut ist bei hohen Mengen ein wahrscheinlicher Schaden, das zeigt am deutlichsten eine Studie aus Calgary. Gesunde Erwachsene ohne Mangel nahmen dort drei Jahre lang wenig, viel oder sehr viel Vitamin D. In der höchsten Gruppe mit 10.000 IE täglich hatten 9 Prozent gegenüber 0 Prozent in der niedrigsten zeitweise leicht erhöhtes Calcium im Blut, und bei der Kontrolle waren die Werte wieder normal.12
Dieselbe Studie vermaß auch die Knochen. Mit den hohen Dosen verloren die Teilnehmenden am Unterarm etwas mehr Knochendichte als mit wenig Vitamin D, ihre Knochen blieben aber gleich fest.13 Ob das schadet, ist nicht untersucht. Gegen ein Scheinpräparat (Placebo) wurde es nie geprüft.
Auch knapp unter der Grenze ist Vitamin D nicht ganz frei von Risiken. Eine Auswertung von gut zwanzig Studien mit Mengen knapp unter der Obergrenze fand dort bei etwa 4 von 1.000 Menschen zusätzlich erhöhte Calciumwerte, dazu etwas mehr Klinikaufenthalte, für die sie nur ein Verhältnis nennt.14 Die größte Einzelstudie mit genau der Obergrenze sah dagegen bei mehr als zweitausend Menschen über drei Jahre keine Nachteile.15
Ob hohe Tagesdosen Stürze fördern, ist ungeklärt. In einer amerikanischen Studie mit sturzgefährdeten Älteren gab es mit höheren Mengen häufiger schwere Stürze als mit sehr wenig Vitamin D. Zahlen je Gruppe nennt die Zusammenfassung aber nur als Verhältnis, und die Vergleichsgruppe bekam kein Scheinpräparat.16 Eine große finnische Studie mit 2.495 gesunden Älteren fand dagegen über fünf Jahre keinen Unterschied: Mit zwei verschiedenen Tagesmengen oder Scheinpräparat stürzten jeweils rund 55 von 100 Teilnehmenden.17 Die beiden Befunde widersprechen sich.
Mengen über der Grenze gehören damit in ärztliche Hand, und das Calcium sollte dabei kontrolliert werden. Eine echte Überdosierung von Vitamin D mit Zeichen einer Vergiftung ist allerdings etwas anderes. Dazu kommt es fast immer erst durch weit größere Mengen oder durch fehlerhafte Mittel.11
So wurde gemessen
- EFSA 2023: Höchstmenge 100 µg (4000 IE) für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender und für 11- bis 17-Jährige. Grundlage ist anhaltend zu viel Calcium im Urin (Hyperkalziurie) bei 250 µg/Tag in zwei RCTs, geteilt durch einen Sicherheitsfaktor von 2,5.1
- Calgary: 373 Erwachsene von 55 bis 70 Jahren, 400, 4000 oder 10.000 IE täglich, 3 Jahre. Leicht erhöhtes Calcium im Blut bei 0, 3 und 9 %, bei Wiederholung alle normal; zu viel Calcium im Urin bei 17, 22 und 31 %.12 Knochendichte am Unterarm (HR-pQCT) −1,2, −2,4 und −3,5 %; berechnete Knochenfestigkeit ohne Unterschied.13
- Knapp an der Grenze: 22 RCTs, 12.952 Personen, 3200 bis 4000 IE täglich, mindestens 6 Monate. Klinikaufnahmen RR 1,16 (1,01 bis 1,33), Stürze RR 1,25 (1,01 bis 1,55), erhöhtes Calcium RR 2,21, etwa 4 Fälle mehr je 1000 Personen; Nebenwirkungen oft unvollständig berichtet.14 D2d-Studie: 2.423 Menschen mit Prädiabetes, 4000 IE täglich über 3 Jahre, Nebenwirkungen nicht häufiger als mit Placebo.15
- Stürze: STURDY, 688 Ältere, 1000 bis 4000 IE gegen 200 IE; schwere Stürze HR 1,87 (1,03 bis 3,41).16 FIND, 2.495 Ältere, 1600 oder 3200 IE oder Placebo, 5 Jahre: Sturzrisiko in allen Gruppen gleich.17
Stoßtherapie: Bringen seltene hohe Einzeldosen etwas?
Zur Vorbeugung bringen seltene hohe Einzeldosen nichts, und einzelne Studien zeigen sogar Nachteile. Gegen Atemwegsinfekte halfen sie in den Studien nicht,10 und selbst in der größten Studie dazu, in der ältere Erwachsene in Australien fünf Jahre lang einmal im Monat eine hohe Dosis bekamen, waren Infekte danach genauso häufig wie mit einem Scheinpräparat.18 Die Daten sprechen also dagegen.
Ob seltene sehr hohe Gaben Stürze und Brüche fördern, ist ungeklärt, denn aus Australien kommt ein Warnsignal. Dort bekamen mehr als zweitausend Frauen ab siebzig einmal im Jahr eine sehr große Dosis, um Brüchen vorzubeugen, und hatten danach 171 Knochenbrüche gegenüber 135 mit Placebo; auch Stürze waren häufiger, am deutlichsten in den drei Monaten nach der Gabe.19 Über alle Studien mit seltenen hohen Dosen gesehen gab es dagegen weder weniger noch mehr Knochenbrüche.20
In Großbritannien bekamen Menschen ab 75 Jahren einmal jährlich eine Spritze mit Vitamin D2 in den Muskel, und das Risiko für Hüftbrüche lag dabei eher höher.21 Ob das an der Spritze lag, ist ebenfalls ungeklärt, und für Tabletten sagt dieser Einzelbefund mit einer heute unüblichen Form wenig.
Stoßdosen gehören deshalb nur auf ärztliche Anordnung, etwa wenn ein schwerer Vitamin-D-Mangel im Blut gemessen wurde und rasch ausgeglichen werden soll. Ansonsten gilt eine einfache Regel. Zur Vorbeugung ist es besser, Vitamin D jeden Tag oder jede Woche zu nehmen.
So wurde gemessen
- Infekte: Einzeldaten aus 25 Studien, Teilnehmende mit mindestens einer Stoßdosis OR 0,97 (0,86 bis 1,10).10 D-Health: 15.373 Erwachsene von 60 bis 84 Jahren, 60.000 IE monatlich bis zu 5 Jahre, OR 0,98 (0,93 bis 1,02).18
- Jahresdosis: 2.256 Frauen ab 70 Jahren, 500.000 IE einmal jährlich über 3 bis 5 Jahre. Stürze RR 1,15 (1,02 bis 1,30), Brüche RR 1,26 (1,00 bis 1,59), Stürze in den ersten 3 Monaten nach der Gabe RR 1,31.19
- Sammelauswertung: 11 RCTs mit Einmal- oder Intervall-Hochdosen, Brüche RR 0,99 (0,87 bis 1,14).20
- Spritze: 9.440 Menschen ab 75 Jahren, 300.000 IE Vitamin D2 jährlich in den Muskel, 3 Jahre; Hüftbrüche HR 1,49 (1,02 bis 2,18).21
Wie viel Vitamin D pro kg Körpergewicht?
Eine geprüfte Dosis pro Kilo gibt es nicht. Die Behörden nennen eine feste Menge für alle Erwachsenen, ganz gleich, wie viel sie wiegen.12 Bekannt ist allerdings, dass Menschen mit viel Körperfett bei gleicher Einnahme niedrigere Blutwerte haben. In den kanadischen Daten lag der Wert bei starkem Übergewicht deutlich unter dem von Normalgewichtigen, weshalb die Autoren zwei- bis dreimal so viel vorschlagen.6
Diese Daten stammen aber nur aus Beobachtung und nicht aus einer Studie mit Scheinpräparat. Auch die Endocrine Society rät bei viel Gewicht nicht dazu, den Wert routinemäßig zu messen.4 Statt selbst nach Gewicht zu rechnen, ist bei Verdacht auf einen Mangel ein Bluttest auf den Vitamin-D-Wert sinnvoller. Die Dosis legt dann am besten die Ärztin oder der Arzt fest.
So wurde gemessen
- Kanada: 17.614 Erwachsene, Einnahme von 0 bis 55.000 IE täglich. Bei Adipositas lag der Blutwert im Mittel 19,8 nmol/l, bei Übergewicht 8,0 nmol/l unter dem von Normalgewichtigen. Empfehlung der Autoren: zwei- bis dreifache Menge bei Adipositas, 1,5-fache bei Übergewicht.6
Vitamin-D-Dosierung im Winter und in der Schwangerschaft
Im Winter gelten die Werte ohne Sonne, und in der Schwangerschaft gelten dieselben Zahlen wie für andere Erwachsene. Die Empfehlungen von EFSA und DGE sind ohnehin für den Fall berechnet, dass die Haut kaum Vitamin D bildet, und genau das ist typisch für die dunklen Monate.12 Ein Teil des Bedarfs kommt dann aus dem Speicher vom Sommer, wie die Studie aus Nebraska zeigte.5 Mit Vitamin D aus Lebensmitteln allein lässt sich die Lücke nach Einschätzung der DGE nicht schließen.2
Für Schwangere und Stillende nennt die EFSA denselben Bedarf und dieselbe Obergrenze wie für andere Erwachsene.1 Die Endocrine Society schlägt Vitamin D in der Schwangerschaft ausdrücklich vor, nennt aber keine beste Dosis. Das liegt auch daran, dass die Studien zu Vitamin D in der Schwangerschaft sehr unterschiedliche Mengen prüften.4
In der Schwangerschaft sollte die Menge deshalb mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Das gilt vor allem dann, wenn sie über dem Richtwert liegt.
Sicherheitshinweis
Bei kranken Nieren, früheren Nierensteinen oder Sarkoidose sollte Vitamin D nur nach Rücksprache mit der Arztpraxis genommen werden. Das gilt auch bei Tabletten zum Entwässern. Starker Durst, viel Wasserlassen, Übelkeit oder Verwirrtheit unter viel Vitamin D müssen ärztlich geklärt werden.
Häufige Fragen
Wie viel sind 1000 oder 2000 Einheiten Vitamin D in µg?
1000 Internationale Einheiten (IE) entsprechen 25 µg, 2000 IE entsprechen 50 µg. Die Umrechnung ist einfach: Ein Mikrogramm sind 40 IE.
Was bedeuten 20000 Einheiten Vitamin D?
20.000 IE sind 500 µg. Einmal pro Woche genommen, entspricht das knapp 2900 IE am Tag. Täglich genommen wäre es das Fünffache der europäischen Obergrenze.
Wie hoch ist der Tagesbedarf an Vitamin D?
Ohne Sonne auf der Haut schätzt die EFSA den Bedarf Erwachsener auf 15 µg (600 IE), die DGE auf 20 µg (800 IE). Im Sommer kann die Haut einen großen Teil davon selbst bilden.
Welche empfohlene Tagesdosis gilt für Nahrungsergänzungsmittel?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zu höchstens 20 µg (800 IE) pro Tagesportion für Jugendliche und Erwachsene. Dabei ist schon eingerechnet, dass auch Lebensmittel etwas Vitamin D liefern.
Gilt für ältere Erwachsene eine andere Vitamin-D-Dosierung?
Die Endocrine Society schlägt Menschen ab 75 Jahren Vitamin D vor, nennt aber keine feste Menge. Ab 50 rät sie zur täglichen Einnahme statt zu seltenen großen Dosen.
Lässt sich die richtige Vitamin-D-Dosis berechnen?
Nicht verlässlich. Auf dieselbe Menge reagiert der Blutwert bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich, etwa je nach Körpergewicht. Bei Verdacht auf einen Mangel ist ein Bluttest beim Arzt aussagekräftiger als jeder Rechner.
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Alle Themen zu Vitamin D
Alle 21 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | EFSA NDA Panel 2023, EFSA J | Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zur Tageshöchstmenge; fasst die Referenzwerte von 2016 zusammen | Bedarf Erwachsener 15 µg/Tag bei kaum Eigenbildung; Höchstmenge 100 µg (Erwachsene, Schwangere, Stillende, ab 11 J.), 50 µg (1 bis 10 J.); 1 µg = 40 IE | Behördengutachten |
| 2 | Deutsche Gesellschaft für Ernährung 2012, Ann Nutr Metab | Referenzwerte für Deutschland, Österreich und die Schweiz | 20 µg/Tag für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wenn die Haut kein Vitamin D bildet; Ziel 50 nmol/l im Blut | Referenzwert (Fachgesellschaft) |
| 3 | BfR 2024, Stellungnahme Nr. 007/2024 | Bundesinstitut für Risikobewertung, Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln | höchstens 20 µg (800 IE) pro Tagesportion für Jugendliche und Erwachsene | Behördenempfehlung |
| 4 | Demay et al. 2024, J Clin Endocrinol Metab | Leitlinie der Endocrine Society auf Basis von Placebo-Studien | keine Mengen über den Referenzwerten für Gesunde unter 75; Gabe vorgeschlagen ab 75, in der Schwangerschaft, bei Kindern; über 50 lieber täglich als selten hoch dosiert | Leitlinie |
| 5 | Heaney et al. 2003, Am J Clin Nutr | 67 Männer in Omaha, 0 bis 250 µg D3 täglich, rund 20 Wochen im Winter | Blutwert steigt um etwa 0,7 nmol/l je µg; Großteil des Winterbedarfs aus Sommervorräten | Dosisstudie |
| 6 | Ekwaru et al. 2014, PLoS One | 17.614 Erwachsene eines kanadischen Gesundheitsprogramms | Zuwachs je 1000 IE sinkt mit steigender Dosis; bei Adipositas im Mittel 19,8 nmol/l niedriger | Beobachtungsstudie |
| 7 | Jolliffe et al. 2021, Lancet Diabetes Endocrinol | Teil mit 19 Studien und täglicher Gabe | tägliche Gabe OR 0,78; 400 bis 1000 IE täglich OR 0,70 | Meta-Analyse |
| 8 | Rees et al. 2013, Clin Infect Dis | 2.259 Erwachsene von 45 bis 75 Jahren, 1000 IE D3 täglich | keine Abnahme der Atemwegsinfekte im Winter | Große RCT |
| 9 | Chel et al. 2008, Osteoporos Int | 338 Pflegeheimbewohner, gleiche Menge täglich, wöchentlich oder monatlich | täglich etwas besser als wöchentlich, monatlich am schwächsten | RCT (Dosierabstand) |
| 10 | Martineau et al. 2017, BMJ | 25 RCTs mit Einzeldaten von rund 11.000 Personen | tägliche oder wöchentliche Gabe senkt Infekte etwas, Stoßgaben nicht | Meta-Analyse (Einzeldaten) |
| 11 | Galior et al. 2018, Nutrients | Übersicht über 13 Artikel mit Fallberichten | Ursachen der Vergiftungen: Herstellungsfehler, zu hohe Einnahme, falsche Verordnung | Übersicht über Fallberichte |
| 12 | Billington et al. 2020, J Clin Endocrinol Metab | 373 Erwachsene von 55 bis 70 Jahren, 400, 4000 oder 10.000 IE täglich, 3 Jahre | leicht erhöhtes Calcium im Blut bei 0, 3 und 9 %, bei Kontrolle normal | RCT (Dosisvergleich) |
| 13 | Burt et al. 2019, JAMA | 311 gesunde Erwachsene von 55 bis 70 Jahren, 400, 4000 oder 10.000 IE täglich, 3 Jahre | mehr Verlust an Knochendichte am Unterarm mit den hohen Dosen; Festigkeit unverändert | RCT (Dosisvergleich) |
| 14 | Zittermann et al. 2023, Eur J Nutr | 22 RCTs, 12.952 Personen, 3200 bis 4000 IE täglich | etwas mehr Klinikaufnahmen und erhöhte Calciumwerte; Nebenwirkungen oft lückenhaft berichtet | Meta-Analyse |
| 15 | Johnson et al. 2022, Eur J Clin Nutr | 2.423 Menschen mit Prädiabetes, 4000 IE täglich, 3 Jahre | Nebenwirkungen nicht häufiger als mit Placebo | Große RCT |
| 16 | Appel et al. 2021 (STURDY), Ann Intern Med | 688 Ältere mit erhöhtem Sturzrisiko, 200 bis 4000 IE täglich | höhere Dosen nicht besser; schwere Stürze häufiger | RCT (ohne Placebo) |
| 17 | Rikkonen et al. 2026 (FIND), J Am Geriatr Soc | 2.495 Ältere in Finnland, 1600 oder 3200 IE täglich oder Placebo, 5 Jahre | Stürze in allen Gruppen gleich häufig | Große RCT |
| 18 | Pham et al. 2021 (D-Health), Lancet Diabetes Endocrinol | 15.373 Erwachsene von 60 bis 84 Jahren in Australien, 60.000 IE monatlich bis 5 Jahre | kein geringeres Infektrisiko | Große RCT |
| 19 | Sanders et al. 2010, JAMA | 2.256 Frauen ab 70 Jahren in Australien, 500.000 IE einmal jährlich | mehr Stürze und Brüche, vor allem kurz nach der Gabe | RCT (Schaden) |
| 20 | Myung & Cho 2023, Osteoporos Int | 11 RCTs mit Einmal- oder Intervall-Hochdosen | Knochenbrüche weder seltener noch häufiger | Meta-Analyse |
| 21 | Smith et al. 2007, Rheumatology (Oxford) | 9.440 Menschen ab 75 Jahren, 300.000 IE D2 jährlich in den Muskel | Hüftbrüche eher häufiger | RCT |
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