Die kurze Antwort
Babys sollen in Deutschland ab der Geburt täglich 400 bis 500 IE Vitamin D bekommen, gestillt oder mit Flaschennahrung, bis zum zweiten erlebten Frühsommer. Muttermilch enthält kaum Vitamin D, und direkte Sonne ist für Babyhaut tabu. Die Gabe soll Rachitis vorbeugen. Gesunde Kinder über zwei Jahren brauchen nach deutschen Kinderärzten meist kein Präparat.
Auf dieser Seite 8 Abschnitte
- Warum brauchen Babys Vitamin-D-Tropfen oder -Tabletten?
- Ab wann bekommen Neugeborene Vitamin D, und wie lange?
- Vitamin D für Kinder: Welche Dosierung ist richtig?
- Woran erkennt man einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern?
- Schützt Vitamin D Kinder vor Infekten?
- Macht Vitamin D Knochen und Zähne von Kindern stärker?
- Hilft Vitamin D bei ADHS oder Autismus?
- Wie gefährlich ist eine Vitamin-D-Überdosierung beim Baby?
Ein Löffel, ein Schluck Milch, eine winzige Tablette: Für viele Eltern gehört das in den ersten Monaten zum täglichen Ritual. Woher es kommt, ist schnell erklärt, denn beim Vitamin D sind Babys auf Hilfe angewiesen. Weniger bekannt ist etwas anderes. Für vieles, was Vitamin D bei Kindern sonst noch können soll, gibt es nur dünne Belege.
Warum brauchen Babys Vitamin-D-Tropfen oder -Tabletten?
Babys brauchen die Ergänzung, weil sie auf natürlichem Weg kaum Vitamin D bekommen. Muttermilch enthält nur Spuren davon.1 Und die Quelle der Erwachsenen fällt weg, denn Babyhaut soll nicht in die direkte Sonne, weil sich ihr eigener Schutz erst entwickelt.2 Ohne Ergänzung droht bei einem schweren, langen Mangel Rachitis. Dabei härten die Knochen nicht richtig aus und verbiegen sich unter Belastung.2
Dass die tägliche Gabe Rachitis verhindert, gilt seit Jahrzehnten als gesichert, und Fachgesellschaften weltweit empfehlen sie.4 Doch moderne Studien mit Scheinpräparat gibt es dazu kaum, denn kaum jemand will Babys diesen Schutz vorenthalten. Was die vorhandenen Studien sicher zeigen, ist vor allem eines: Babys mit 400 IE täglich sind seltener unterversorgt. Ob dadurch auch weniger Rachitis auftrat, ließ sich mit den wenigen Daten nicht klären.3
Deshalb steht die Vorbeugung in der Bewertung formal als unklar. Das betrifft die Beweislage, nicht den Sinn der Empfehlung. Die Tablette bleibt eine bewährte Vorsorge, auch wenn sie dafür nie eine große neue Studie bestehen musste.
Reicht es, wenn die stillende Mutter Vitamin D nimmt?
Das funktioniert nur mit sehr hohen Mengen, und die sind in Deutschland nicht üblich. In Studien nahmen Mütter viertausend IE am Tag oder mehr, und ihre gestillten Babys kamen so auf ähnliche Werte wie mit der Tablette.3 Ähnlich war es in Bangladesch, wo Mütter in Schwangerschaft und Stillzeit eine hohe Wochendosis bekamen. Ihre Babys zeigten danach seltener Anzeichen von Rachitis im Blut.5 Trotzdem setzt Deutschland beim Kind an.1 Was Vitamin D in der Schwangerschaft für Geburtsgewicht oder Frühgeburten bedeutet, ordnet die Vitamin-D-Hauptseite ein.
So wurde gemessen
- Gabe ans Baby: Cochrane-Review mit 19 Studien und 2.837 Mutter-Kind-Paaren; 400 IE täglich senkten den Anteil mit Blutwert unter 50 nmol/l (RR 0,57), Daten zu Rachitis und Knochen sehr unsicher.3
- Gabe an die Mutter: 28.000 IE pro Woche in Schwangerschaft und Stillzeit; Rachitis im Blutbild bei 1,3 gegenüber 7,8 % der Babys.5
Ab wann bekommen Neugeborene Vitamin D, und wie lange?
Die Gabe beginnt ab der Geburt und läuft bis zum zweiten erlebten Frühsommer, je nach Geburtsmonat also etwa zwölf bis achtzehn Monate.1 Üblich sind 400 bis 500 IE am Tag.1 Das gilt für gestillte Babys genauso wie für Babys mit Flaschennahrung, während die Klinik für sehr kleine Frühgeborene eine höhere Dosis festlegt.1 Danach übernimmt im Sommer die eigene Haut den größten Teil, wie bei Erwachsenen.2 Doch im Winter reicht die Sonne für Vitamin D in Deutschland dafür nicht aus.
Vitamin D mit oder ohne Fluorid fürs Baby?
Bis zum ersten Zahn gibt es Vitamin D mit Fluorid, danach haben Eltern die Wahl. So lautet seit 2021 die gemeinsame Empfehlung von Kinder- und Zahnärzten in Deutschland.6 Ab dem ersten Zahn gibt es zwei Wege: Entweder geht es mit der Kombitablette weiter, oder das Kind bekommt Vitamin D ohne Fluorid und dazu Zahnpasta mit Fluorid. Beides zusammen sollte es nicht sein.6
Eine Ausnahme betrifft Wasser mit viel Fluorid. Wird damit die Flaschennahrung angerührt, empfiehlt sich Vitamin D ohne Fluorid,6 und den Fluoridgehalt nennt das örtliche Wasserwerk. Dabei hat die Fluoridfrage mit Vitamin D selbst nichts zu tun, sie betrifft nur die Zähne.
Tabletten oder Tropfen, und wie gibt man sie?
Tabletten haben einen Vorteil, denn sie sind verlässlicher dosiert als Tropfen, weshalb das Netzwerk Gesund ins Leben zu ihnen rät.1 Bei Tropfen oder Öl kommt es dagegen auf das genaue Abmessen an, weil die Produkte unterschiedlich stark sind. Mehr dazu steht bei Vitamin-D-Tropfen oder Tabletten.
Wie die Tablette am besten ins Baby kommt, hat niemand untersucht. Ob sie aufgelöst auf dem Löffel oder auf andere Weise gegeben wird, ist ebenso offen wie die Frage, ob morgens oder abends der bessere Zeitpunkt ist. Das spricht für eine feste Tageszeit, weil die Gabe dann seltener vergessen wird. Bei der Handhabung helfen Beipackzettel und Kinderarztpraxis.
Vitamin D vergessen oder doppelt gegeben, was tun?
Panik ist in beiden Fällen unnötig. Der Körper speichert Vitamin D, sodass ein vergessener Tag keine Lücke reißt.2 Am nächsten Tag geht es normal weiter.
Auch eine einzelne doppelte Gabe ist nach der Studienlage kein Notfall, denn Babys und Kleinkinder vertrugen in kontrollierten Studien deutlich höhere Tagesmengen, ohne dass schwere Nebenwirkungen häufiger wurden.8 Dazu passt die Tageshöchstmenge der europäischen Lebensmittelbehörde, die für die ersten Lebensmonate bei 1.000 IE liegt.7 Zum Problem wird es erst, wenn über Wochen ein Vielfaches gegeben wird.
Vitamin D für Kinder: Welche Dosierung ist richtig?
Nach dem zweiten Sommer brauchen gesunde Kinder meist keine Tablette mehr, so sehen es die deutschen Kinderärzte. Ihre Fachgesellschaft rät bei gesunden Kindern über zwei Jahren von einer festen Gabe ab, und zwar ausdrücklich selbst dann, wenn ein Bluttest einen niedrigen Wert zeigt.12 Anders ist es bei Kindern mit Risiken, etwa mit Krankheiten, die die Aufnahme von Calcium oder Vitamin D stören.
Die Endocrine Society urteilt großzügiger. Diese Fachgesellschaft aus den USA schlägt Vitamin D für Kinder und Jugendliche bis achtzehn vor, gegen Rachitis und möglicherweise gegen Infekte, nennt aber keine optimale Dosis.14
Wird ergänzt, gibt es eine klare Obergrenze. Bis zum Alter von zehn Jahren nennt die europäische Behörde zweitausend IE am Tag als Höchstmenge, ab elf Jahren sind es viertausend, jeweils aus allen Quellen.13 Dabei gilt ohne jede Sonne bereits deutlich weniger als ausreichend, nämlich achthundert IE.2 Soll ein zehnjähriges Kind im Winter doch etwas bekommen, ist diese Menge ein vernünftiger Rahmen. Wie Erwachsene dosieren, steht unter wie viel Vitamin D am Tag.
Vitamin D mit K2 für Kinder?
Dazu gibt es keine Studien an Kindern. Damit ist für diese Altersgruppe weder ein Nutzen gezeigt noch ein Bedarf. Was Studien bei Erwachsenen zur Frage Vitamin D und K2 finden, lässt sich nicht einfach auf Kinder übertragen.
Woran erkennt man einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern?
Meist erkennt man ihn gar nicht, denn ein Mangel macht lange keine eindeutigen Zeichen. Erst ein schwerer, langer Mangel führt zu Rachitis mit weichen, verformbaren Knochen.2 Müdigkeit oder Infektanfälligkeit werden zwar oft genannt, sind aber unspezifisch und nicht sicher auf Vitamin D zurückzuführen.2
Selten ist ein niedriger Wert trotzdem nicht. Etwa jedes achte Kind in Deutschland liegt unter der Grenze, ab der ein Mangel droht.2 Bei Verdacht sollte deshalb ein Bluttest beim Kinderarzt Klarheit bringen, nicht ein Selbstversuch mit hohen Dosen, der im schlimmsten Fall selbst zum Problem wird. Was die Werte bedeuten, erklärt die Seite zum Vitamin-D-Blutwert, typische Ursachen stehen unter Vitamin-D-Mangel.
Schützt Vitamin D Kinder vor Infekten?
Bei Kindern ab einem Jahr schützt Vitamin D wahrscheinlich ein wenig. Die größte Auswertung zur Frage fasste über vierzig Studien zusammen, und bei Kindern von eins bis fünfzehn Jahren traten Atemwegsinfekte mit Vitamin D seltener auf, etwa um ein Viertel.15 Bei Babys unter einem Jahr und bei Erwachsenen zeigte sich dagegen kein sicherer Schutz.15
Einheitlich ist das Bild allerdings nicht. Eine neuere Auswertung, die nur Studien mit Kindern einschloss, fand insgesamt keinen sicheren Effekt, wohl aber in den Studien, in denen die Kinder täglich eine niedrige Dosis bekamen.16 In der größten Einzelstudie bekamen fast neuntausend Schulkinder in der Mongolei drei Jahre lang eine hohe Wochendosis, und Klinikaufnahmen wegen Atemwegsinfekten wurden dadurch kaum seltener.17 In Toronto wiederum schützten zweitausend IE täglich nicht besser als vierhundert.18
Zur Mittelohrentzündung gibt es nur eine kleine italienische Studie mit Kindern, die immer wieder erkrankten. Mit Vitamin D hatten etwas weniger von ihnen eine neue Entzündung.19 Das reicht nicht für ein Urteil, die Frage bleibt offen.
Unsere Einordnung
Eine kleine tägliche Menge im Winter kann Kindern helfen, etwas seltener erkältet zu sein. Hohe Dosen bringen nicht mehr, und ein zuverlässiger Schutz vor Infekten ist Vitamin D nicht.
So wurde gemessen
- Alle Altersgruppen: 40 Studien, 61.589 Teilnehmende; Kinder von 1 bis 15 Jahren OR 0,74 (0,60–0,92; 16 Studien, 11.944 Kinder), unter 1 Jahr OR 0,95 (0,82–1,10); insgesamt OR 0,94 (0,88–1,00), nicht signifikant.15
- Nur Kinder: 17 Studien, 18.372 Kinder; RR 0,82 (0,64–1,06), bei täglich bis 1.000 IE RR 0,42 (0,27–0,66).16
- Mongolei: 14.000 IE pro Woche, 3 Jahre; Klinikaufnahmen 29 gegenüber 34 Kinder.17
- Toronto: 703 Kinder, 2.000 gegen 400 IE täglich im Winter; 1,05 gegenüber 1,03 laborbestätigte Infekte pro Kind.18
- Mittelohr: 116 Kinder, 1.000 IE täglich über 4 Monate; mindestens eine Entzündung bei 26 gegenüber 38 Kindern.19
Macht Vitamin D Knochen und Zähne von Kindern stärker?
Bei gesunden Kindern stärkt Vitamin D die Knochen kaum. Forschende werteten dazu die Daten von fast eineinhalbtausend Kindern und Jugendlichen aus, und nur an der Hüfte wurden die Knochen mit Vitamin D eine Spur dichter als ohne.20 Das galt auch bei niedrigem Ausgangswert. In der Mongolei brachen sich Schulkinder mit Vitamin D genauso oft etwas wie ohne,21 und auch auf die Körpergröße kleiner Kinder ließ sich kein sicherer Effekt nachweisen.22
Bei den Zähnen ist es noch unsicherer. Eine Auswertung fand mit Vitamin D rund halb so viel neue Karies. Doch fast alle Studien darin sind sehr alt, und vieles spricht dafür, dass ungünstige Ergebnisse nie veröffentlicht wurden.23 Zur Vorbeugung empfehlen Kinder- und Zahnärzte Fluorid, nicht Vitamin D.6
Hilft Vitamin D bei ADHS oder Autismus?
Bei ADHS hilft Vitamin D wahrscheinlich ein wenig, bei Autismus eher nicht. Eine Auswertung von fünf Studien fand bei Kindern mit ADHS unter Vitamin D spürbar weniger Beschwerden.24 In einer älteren Auswertung bekamen die Kinder Vitamin D zusätzlich zu ihrem Medikament, und auch dort besserten sich die Werte etwas, allerdings in kleinen Studien von niedriger Qualität.25 Dagegen sahen die deutschen Kinderärzte 2019 keinen relevanten Effekt.12
Anders bei Autismus. Dort zeigte dieselbe neue Auswertung keine Verbesserung der Kernbeschwerden.24 Ein Ersatz für die Behandlung ist Vitamin D in keinem der beiden Fälle, und eine Ergänzung sollte vorher mit der Praxis besprochen werden, die das Kind ohnehin behandelt.
So wurde gemessen
- Neue Auswertung: 22 Studien zu Vitaminen bei Autismus und ADHS, davon je 5 zu Vitamin D; ADHS SMD 0,77 (0,20–1,35), Autismus SMD 0,12 (−0,42 bis 0,66), nicht signifikant.24
- Ältere Auswertung: 4 Studien, 256 Kinder, Vitamin D zusätzlich zu Methylphenidat; kleine Verbesserung, Evidenz niedrig bis sehr niedrig.25
Wie gefährlich ist eine Vitamin-D-Überdosierung beim Baby?
Ob höhere Mengen Babys schaden, ist ungeklärt: In üblicher Menge ist Vitamin D für sie gut verträglich, bei Dosierfehlern über Wochen aber nicht. Ein Baby bekam durch einen Fehler bei der Abgabe anderthalb Monate lang 6.000 IE täglich statt 400 IE, und sein Calcium stieg, bis es sich nach dem Absetzen erholte.9 Ein Kleinkind bekam monatelang ein zu starkes Mittel aus dem Internet, danach blieb Kalk in den Nieren zurück.10 In acht Studien mit über 4.600 Kindern bekamen Babys und Kleinkinder dagegen ein Vielfaches der üblichen Menge, ohne dass schwere Nebenwirkungen dadurch häufiger wurden,8 doch für seltene Schäden waren diese Studien zu klein.
Selten reagieren Babys mit einer erblichen Abbaustörung schon auf eine einmalige hohe Stoßgabe heftig.11 Deshalb ist die tägliche kleine Tablette sicherer als große Einzeldosen. Bei Trinkschwäche, häufigem Erbrechen oder fehlender Gewichtszunahme unter Vitamin D sollte das Kind ärztlich untersucht werden. Mehr dazu steht bei Vitamin-D-Überdosierung.
So wurde gemessen
- Hohe Dosen in Studien: 32 Studien mit 8.400 Kindern von 0 bis 6 Jahren, 1.200 bis 10.000 IE täglich oder Stoßgaben; schwere Nebenwirkungen RR 1,01 (0,73–1,39; 8 Studien, 4.612 Kinder), erhöhtes Calcium RR 1,18 (0,72–1,93).8
- Fälle: 45 Tage 6.000 statt 400 IE täglich9; 7 Monate das 25-Fache der empfohlenen Menge.10
Häufige Fragen
Vitamin-D-Öl oder Tablette fürs Baby?
Beides liefert Vitamin D. Das Netzwerk Gesund ins Leben rät zu Tabletten, weil sie verlässlicher dosiert sind als Tropfen. Bei Öl oder Tropfen sollte die Menge genau nach Anleitung abgemessen werden.
Vitamin D beim Baby nicht gegeben: Was sagen Erfahrungen und Studien?
Nicht jedes Kind wird ohne die Tablette krank, aber das Risiko für einen Mangel und für Rachitis steigt, weil Muttermilch kaum Vitamin D enthält und Babys nicht in die direkte Sonne sollen. Einzelne gute Erfahrungen sagen über dieses Risiko nichts aus.
Brauchen Babys mit Flaschennahrung auch Vitamin D?
Ja. Die Empfehlung gilt in Deutschland für alle Säuglinge. Säuglingsnahrung enthält zwar vorgeschriebene Mengen Vitamin D, die tägliche Tablette wird trotzdem zusätzlich gegeben.
Brauchen ältere Kinder Vitamin-D-Tropfen?
Gesunde Kinder über zwei Jahren nach deutscher Kinderärzte-Empfehlung meist nicht, auch nicht im Winter. Bei Krankheiten, die die Aufnahme stören, oder sehr wenig Zeit im Freien sollte das die Kinderarztpraxis entscheiden.
Wie viele Tropfen Vitamin D am Tag braucht ein Baby?
Das hängt vom Produkt ab, denn Tropfen sind unterschiedlich konzentriert. Maßgeblich ist die Menge von 400 bis 500 IE am Tag, die Zahl der Tropfen steht in der Packungsbeilage.
Hat Vitamin D beim Baby Nebenwirkungen?
In üblicher Menge sind keine bekannt. In Studien vertrugen Babys und Kleinkinder auch deutlich höhere Mengen ohne mehr schwere Nebenwirkungen. Gefährlich wird es bei wochenlanger Überdosierung, etwa durch Dosierfehler.
Brauchen Frühgeborene mehr Vitamin D?
Sehr kleine Frühgeborene unter 1.500 g bekommen nach den deutschen Empfehlungen höhere Mengen, 800 bis 1.000 IE am Tag. Die Dosis legt die Kinderklinik fest.
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Alle Themen zu Vitamin D
Alle 25 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Netzwerk Gesund ins Leben 2024, Bundeszentrum für Ernährung, Fachinformation (Stand 30.01.2024) | Empfehlung des bundesweiten Netzwerks für die Ernährung im ersten Lebensjahr | 400–500 IE täglich ab Geburt bis zum 2. erlebten Frühsommer; Tabletten verlässlicher dosiert als Tropfen; Muttermilch 0,073 µg je 100 ml; Frühgeborene unter 1.500 g 800–1.000 IE | Behördenempfehlung |
| 2 | BfR 2025, Bundesinstitut für Risikobewertung, FAQ Vitamin D (30.12.2025) | Behördeninformation | Säuglinge Risikogruppe (wenig Vitamin D in Muttermilch, keine direkte Sonne); Rachitis bei schwerem Mangel; 13 % der Kinder und Jugendlichen unter 30 nmol/l; Vitamin D wird im Körper gespeichert | Behördeninformation |
| 3 | Tan et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 19 Studien, 2.837 Mutter-Kind-Paare, gestillte Reifgeborene | 400 IE/Tag an Säuglinge: Unterversorgung seltener (RR 0,57), Rachitis und Knochen sehr unsicher; hohe Dosen an die Mutter (≥ 4.000 IE) ergaben ähnliche Werte beim Kind | Cochrane-Review |
| 4 | Munns et al. 2016, J Clin Endocrinol Metab | Globaler Konsens von 11 Fachgesellschaften | Rachitis gilt als vermeidbar; Vorbeugung durch Ergänzung und Anreicherung empfohlen | Leitlinie (Konsens) |
| 5 | Lautatzis et al. 2024, Pediatrics | 1 RCT, 1.300 Schwangere in Bangladesch, 790 Säuglinge untersucht | 28.000 IE/Woche an die Mutter in Schwangerschaft und Stillzeit: Rachitis im Blutbild 1,3 vs. 7,8 % (RR 0,16) | RCT (Nachauswertung) |
| 6 | Berg et al. 2021, Monatsschr Kinderheilkd | Gemeinsame Empfehlung von Kinder- und Zahnmedizin im Netzwerk Gesund ins Leben | bis zum ersten Zahn Kombination aus Vitamin D und 0,25 mg Fluorid; danach Tablette mit Fluorid oder fluoridhaltige Zahnpasta, nicht beides | Handlungsempfehlung |
| 7 | EFSA NDA Panel 2018, EFSA Journal | Behördengutachten zu Säuglingen | Tageshöchstmenge 25 µg (1.000 IE) bis 6 Monate, 35 µg (1.400 IE) von 6 bis 12 Monaten | Behördengutachten |
| 8 | Brustad et al. 2022, JAMA Netw Open | 32 RCTs mit 8.400 Kindern von 0 bis 6 Jahren; Meta-Analyse 8 Studien, 4.612 Kinder | hohe Dosen (1.200–10.000 IE/Tag) ohne mehr schwere Nebenwirkungen (RR 1,01) oder erhöhtes Calcium (RR 1,18) | Meta-Analyse |
| 9 | Sudarsan et al. 2025, BMJ Case Rep | Fallbericht, 1 Säugling | 45 Tage 6.000 statt 400 IE täglich durch Abgabefehler; erhöhtes Calcium, Besserung nach Absetzen | Fallbericht |
| 10 | Pizzini et al. 2024, Front Pediatr | Fallbericht, Mädchen mit 22 Monaten | 7 Monate das 25-Fache der empfohlenen Menge aus einem online gekauften Präparat; Kalkablagerungen in den Nieren | Fallbericht |
| 11 | Schlingmann et al. 2011, N Engl J Med | Säuglinge mit idiopathischer infantiler Hyperkalzämie | Erbliche Störung des Vitamin-D-Abbaus (CYP24A1); schwere Hyperkalzämie nach Prophylaxe-Stoßgabe | Fallserie mit Genanalyse |
| 12 | Reinehr et al. 2019, Mol Cell Pediatr | Stellungnahme der Ernährungskommission der DGKJ und der DGKED | keine routinemäßige Vitamin-D-Gabe für gesunde Kinder über 2 Jahren, auch bei Werten unter Referenz; kein relevanter Effekt auf ADHS | Stellungnahme |
| 13 | EFSA NDA Panel 2023, EFSA Journal | Behördengutachten | Tageshöchstmenge 50 µg (2.000 IE) für 1 bis 10 Jahre, 100 µg (4.000 IE) ab 11 Jahren | Behördengutachten |
| 14 | Demay et al. 2024, J Clin Endocrinol Metab | Leitlinie der Endocrine Society | schlägt Vitamin D für 1- bis 18-Jährige vor, gegen Rachitis und möglicherweise Atemwegsinfekte; optimale Dosis unklar | Leitlinie |
| 15 | Jolliffe et al. 2025, Lancet Diabetes Endocrinol | 40 RCTs, 61.589 Teilnehmende; Teilgruppe 1 bis 15 Jahre: 16 Studien, 11.944 Kinder | Kinder 1–15 Jahre OR 0,74 (0,60–0,92); unter 1 Jahr OR 0,95 (0,82–1,10); insgesamt OR 0,94 (0,88–1,00) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 16 | Wang et al. 2025, BMC Pediatr | 17 RCTs, 18.372 Kinder | Infekte insgesamt RR 0,82 (0,64–1,06); täglich bis 1.000 IE RR 0,42 (0,27–0,66); höhere Dosen ohne Effekt | Meta-Analyse |
| 17 | Ganmaa et al. 2020, N Engl J Med | 1 RCT, 8.851 Schulkinder in der Mongolei, 14.000 IE/Woche, 3 Jahre | Klinikaufnahme wegen Atemwegsinfekt 29 vs. 34 Kinder (RR 0,86; 0,52–1,40) | Große RCT |
| 18 | Aglipay et al. 2017, JAMA | 1 RCT, 703 Kinder von 1 bis 5 Jahren in Toronto, 2.000 vs. 400 IE/Tag im Winter | laborbestätigte Infekte 1,05 vs. 1,03 pro Kind | RCT (Dosisvergleich) |
| 19 | Marchisio et al. 2013, Pediatr Infect Dis J | 116 Kinder mit wiederkehrender Mittelohrentzündung, 1.000 IE täglich vs. Placebo, 4 Monate | mindestens eine Entzündung 26 vs. 38 Kinder | RCT |
| 20 | Wu et al. 2023, Am J Clin Nutr | Einzeldaten von 1.439 Kindern und Jugendlichen aus 9 RCTs | nur Hüfte +6,8 mg/cm², sonst kein Effekt, auch nicht bei niedrigem Ausgangswert | Einzeldaten-Meta-Analyse |
| 21 | Ganmaa et al. 2024, Lancet Diabetes Endocrinol | 1 RCT, 8.851 Schulkinder in Ulaanbaatar, 14.000 IE/Woche, 3 Jahre | Knochenbrüche 6,4 vs. 6,1 % (RR 1,10; 0,93–1,29) | Große RCT |
| 22 | Huey et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 75 Studien, 12.122 Kinder unter 5 Jahren | Körperlänge +0,66 cm (−0,37 bis 1,68; 3 Studien), nicht gesichert | Cochrane-Review |
| 23 | Hujoel 2013, Nutr Rev | 24 kontrollierte Studien, 2.827 Kinder, 22 davon aus der Zeit vor modernen Studienstandards | neue Karies RR 0,53 (0,43–0,65); Hinweise auf unveröffentlichte Negativergebnisse, niedrige Sicherheit | Meta-Analyse |
| 24 | Shen et al. 2025, Neuropsychiatr Dis Treat | 22 Studien zu Vitaminen bei Autismus und ADHS; je 5 zu Vitamin D | ADHS SMD 0,77 (0,20–1,35); Autismus SMD 0,12 (−0,42 bis 0,66) | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 25 | Gan et al. 2019, J Child Adolesc Psychopharmacol | 4 RCTs, 256 Kinder mit ADHS, Vitamin D zusätzlich zu Methylphenidat | kleine Verbesserung der ADHS-Werte; Evidenz niedrig bis sehr niedrig | Meta-Analyse |
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