Die kurze Antwort
Kaliumtabletten wirken vor allem auf den Blutdruck, allerdings in Mengen, die nur Arzneimittel enthalten. Für Nahrungsergänzung rät das BfR zu höchstens 500 mg je Tagesdosis. Ob Kaliumcitrat den Blutdruck stärker senkt als Kaliumchlorid, ist unklar. Bei Tabletten zählt vor allem die Verträglichkeit: Feste Retardtabletten reizten in alten Studien Magen und Speiseröhre öfter als gelöstes Kalium.
Auf dieser Seite 5 Abschnitte
Im Regal liegen sie dicht beieinander: die Brausetablette im Röhrchen, das Pulver im Beutel, die Kapsel in der Dose. In der Apotheke gibt es dazu Retardtabletten, die ihr Kalium langsam abgeben, und auf manchem Etikett steht Chlorid, auf anderem Citrat. Die Unterschiede klingen nach Chemie, doch für den Alltag zählt vor allem eine Frage. Wie gut verträgt der Körper die Form, in der das Kalium ankommt? Genau darauf geben ausgerechnet Studien aus den Achtzigerjahren die genauesten Antworten.
Was bringen Kalium Tabletten?
Kaliumtabletten können den Blutdruck senken, aber nur in Arzneimittelmengen. Bei Menschen mit Bluthochdruck sank der obere Wert in Placebo-Studien um gut vier Punkte, und das ist gut belegt.2 Getestet wurde allerdings fast immer Kaliumchlorid in Mengen von über einem Gramm am Tag, oft deutlich mehr. Für Herzinfarkt und Schlaganfall fehlen bei Kalium dagegen kontrollierte Studien mit Präparaten.
Für Gesunde, die ohnehin genug Kalium über Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte bekommen, fehlt ein belegter Zusatznutzen niedrig dosierter Präparate. Dabei liefert den Großteil ohnehin das Essen, und welche Lebensmittel mit Kalium viel davon enthalten, unterscheidet sich stark. Anders liegt der Fall bei einem echten Mangel, etwa durch Entwässerungstabletten. Damit wird Kalium zum Medikament.
So wurde gemessen
- Blutdruck: 23 placebokontrollierte Studien mit 1.213 Menschen mit Bluthochdruck, mindestens 4 Wochen; oberer Wert −4,25 mmHg, unterer −2,53 mmHg.2 Getestete Mengen meist 30 bis 140 mmol Kalium pro Tag, also rund 1.200 bis 5.500 mg.
Arzneimittel oder Nahrungsergänzung?
Die Grenze zwischen beiden zieht vor allem die Menge. Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis vor.1 Das ist ein Bruchteil dessen, was in den Blutdruckstudien steckte, und zugleich der Grund, warum sich deren Ergebnisse nicht auf die Kapsel aus der Drogerie übertragen lassen.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Kalium steckt auch in Salzersatz und in Zusatzstoffen, viele Menschen nehmen mehr als ein Präparat, und eine nachlassende Nierenfunktion bleibt oft unbemerkt. Das BfR nennt deshalb Nierenkranke, Menschen mit Diabetes oder Herzleiden und Ältere als Risikogruppen.1 Wer ACE-Hemmer, Sartane oder kaliumsparende Entwässerungsmittel nimmt, sollte Kaliumpräparate nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden, denn dann kann das Kalium zu hoch steigen, bis das Herz aus dem Takt gerät.
Kaliumchlorid oder Kaliumcitrat: Welches Kalium ist das beste?
Ob Citrat oder Bicarbonat den Blutdruck stärker senken als Kaliumchlorid, ist unklar, und ein bester Typ ist nicht belegt. Dabei klingt die Idee einleuchtend. In Obst und Gemüse kommt Kalium nicht als Chlorid vor, sondern zusammen mit Säureresten wie Citrat, die im Körper basisch wirken, und dem Chlorid wird nachgesagt, es könnte den Blutdruck eher treiben.
Doch die direkten Vergleiche bestätigen das nicht. In einer britischen Studie nahmen junge Freiwillige sechs Wochen lang Citrat, Chlorid oder ein Scheinpräparat, und beide Salze senkten den Blutdruck fast gleich stark.3 Drei weitere kleine Vergleiche, in denen dieselben Menschen nacheinander beide Formen schluckten, fanden ebenfalls keinen Unterschied.456 Zwei Studien sahen eine Senkung nur mit Citrat, haben die Salze aber nie direkt gegeneinander getestet und umfassten jeweils nur etwa zwei Dutzend Menschen oder weniger.78 Zudem fehlt eine Auswertung, die alle diese Studien bündelt.
Auch beim Ausgleich eines Kaliummangels lagen beide Formen gleichauf. Unter einem Entwässerungsmittel hoben Kaliumchlorid und ein Citrat, das Kalium und Magnesium zusammen liefert, den Blutwert gleich stark an.9 Für die Wahl zählt deshalb eher, wofür das Kalium gedacht ist, und das zeigt sich vor allem beim Citrat.
So wurde gemessen
- Placebo-Vergleich: 85 Freiwillige, 30 mmol Kalium täglich, 6 Wochen; Citrat −6,69/−4,26 mmHg, Chlorid −5,24/−4,30 mmHg gegenüber Placebo, zwischen den Salzen kein Unterschied.3
- Direkte Vergleiche: 14 Menschen mit Bluthochdruck, je eine Woche 96 mmol, Unterschied systolisch 1,6 mmHg;4 42 Personen, Chlorid gegen Bicarbonat, je 4 Wochen;5 24 Personen, Chlorid gegen basische Salze.6 Jeweils kein Unterschied.
- Ohne direkten Salztest: 25 Menschen mit Bluthochdruck, nur Citrat gegenüber Placebo gesenkt;7 11 Personen, 90 mmol, nur Citrat senkte den 24-Stunden-Wert.8
- Kaliummangel: 60 Freiwillige unter Hydrochlorothiazid, 42 mmol Kalium als Chlorid oder als Kalium-Magnesium-Citrat, 3 Wochen; Blut-Kalium in beiden Gruppen von etwa 3,4 auf 3,8 mmol/l.9
Kaliumcitrat: Nierensteine und Magen
Kaliumcitrat hat eine Aufgabe, die Chlorid nicht erfüllen kann, denn es beugt wiederkehrenden Calciumsteinen in der Niere wahrscheinlich vor. In einer Cochrane-Auswertung bildeten sich unter Citratsalzen nur etwa ein Viertel so oft neue Steine wie ohne.10 Das gilt allerdings für eine ärztliche Behandlung in Arzneimittelmenge und nicht für niedrig dosierte Nahrungsergänzung.
Ob Kaliumcitrat in dieser Menge Magen-Darm-Beschwerden auslöst, ist ungeklärt. In derselben Auswertung lag die Zahl der Abbrüche wegen Nebenwirkungen unter Citrat statistisch gesichert höher, meist wegen Beschwerden im Oberbauch, doch wie viele Menschen je Gruppe betroffen waren, nennt die Zusammenfassung nicht. Magen-Darm-Beschwerden insgesamt waren dagegen nicht gesichert erhöht.10 Das gilt für Citrat in Arzneimittelmenge über Monate. Zu Nahrungsergänzungen fehlen Daten. Bei anhaltenden Beschwerden hilft es oft, Citrat zu den Mahlzeiten und auf mehrere Portionen verteilt einzunehmen oder die Form zu wechseln. Dass Citrat die Knochen stärkt, ist dagegen eher nicht zu erwarten, denn die Knochendichte blieb in einer Auswertung von 14 Studien gleich.11
So wurde gemessen
- Nierensteine: 7 Studien mit 324 Erwachsenen mit Calciumsteinen; neue Steine RR 0,26 (0,10 bis 0,68).10
- Verträglichkeit: 4 Studien mit 271 Personen, etwa 30 bis 60 mmol Citrat; Abbrüche wegen Nebenwirkungen RR 4,45 (1,28 bis 15,50), Magen-Darm-Nebenwirkungen RR 2,55 (0,71 bis 9,16), nicht signifikant.10
- Knochen: 14 Studien mit Kaliumcitrat oder -bicarbonat; Knochendichte unverändert, Calcium im Urin gesenkt.11
Was ist von Kaliumsalz als Kochsalzersatz zu halten?
Salzersatz besteht großenteils aus Kaliumchlorid und ist damit eine unterschätzte Kaliumquelle. Wer damit kräftig würzt, nimmt leicht mehr Kalium auf als mit einer Tablette, und das blieb nicht immer folgenlos. In einer Sammlung von 44 Fällen mit stark erhöhtem Blutkalium waren Salzersatz und Präparate bei Menschen mit gesunden Nieren die häufigste Ursache, und drei von ihnen starben.12 Zwei weitere Berichte beschreiben Herzstillstände nach Salzersatz und nach einem kaliumhaltigen Muskelaufbaupräparat.13
Wie viel Salzersatz für den Blutdruck bringt, ist eine eigene Frage, die große Studien mit kaliumreichem Speisesalz untersucht haben. Für Menschen mit Nierenleiden oder kaliumsparenden Medikamenten gilt jedenfalls dieselbe Vorsicht wie bei Tabletten, zumal Salzersatz und Kaliumpräparate sich addieren.
So wurde gemessen
Wie schonend sind Kaliumtabletten für Magen und Speiseröhre?
Ob Kaliumchlorid-Tabletten die Magenschleimhaut schädigen, ist ungeklärt. Die Form macht aber einen Unterschied. In einer Spiegelungsstudie mit gesunden Männern hatten nach zwei Wochen 14 von 30 mit Wachsmatrix-Tablette kleine oberflächliche Wunden im Magen, unter Scheinpräparat einer von 30.14 Zwei weitere Placebostudien fanden dagegen keinen sicheren Unterschied.1718 Die Befunde betreffen ältere Retardtabletten in Arzneimittelmenge über ein bis zwei Wochen, und die meisten Wunden verursachten keine Beschwerden.
Dabei hat die Sorge einen handfesten Grund. Kaliumchlorid reizt die Schleimhaut, wenn es konzentriert an einer Stelle liegen bleibt, und genau das kann bei einer festen Tablette passieren, die sich langsam auflöst.
Die genaueste Studie dazu stammt aus den USA. Dort lebten 120 gesunde Männer gut zwei Wochen auf einer Versuchsstation und schluckten Kaliumchlorid in drei Formen oder ein Scheinpräparat, dazu ein Mittel, das die Magenentleerung bremst. Danach wurden ihre Mägen gespiegelt. Die kleinen Wunden, sogenannte Erosionen, häuften sich bei der Wachsmatrix-Tablette, also einer Retardtablette, aus der das Kalium langsam austritt.14 Das sieht deutlich aus, doch einen Test genau dieser Gruppe gegen Placebo berichtet die Studie nicht. Gesichert war nur, dass mikroverkapselte Präparate besser abschnitten als die Wachsmatrix.
Das Gesamtbild bleibt gemischt. Eine kleine dänische Studie fand mit der Wachsmatrix zwar ebenfalls einen schlechteren Spiegelungsbefund als mit dem Scheinpräparat,16 doch alle diese Studien sind alt, und heutige Präparate wurden so nie geprüft.
Ernster sind seltene Fälle weiter unten im Darm. Ärzte in Stockholm fanden 22 Dünndarmgeschwüre, die sie auf Retardtabletten zurückführten, oft mit Verengung oder Durchbruch, und ein Teil der Betroffenen starb. Solche Fälle sind selten. Die Ärzte schätzten die Häufigkeit auf etwa drei Fälle je 100.000 Jahre Einnahme.19 In Frankreich führte eine Serie solcher Geschwüre unter magensaftresistenten Tabletten dazu, dass diese Form vom Markt verschwand.20 Bluterbrechen oder schwarzer, teerartiger Stuhl unter Kalium: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Spiegelungsstudie: 120 gesunde Männer, 60 mmol Kaliumchlorid täglich, 2 Wochen, mit Glycopyrrolat. Erosionen: Wachsmatrix 14 von 30, Pulver in Flüssigkeit 7 von 30, Mikrokapsel 2 von 30, Placebo 1 von 30. Getestet nur Mikrokapsel gegen Wachsmatrix (p < 0,01) und Mikrokapsel gegen Placebo (nicht signifikant).14
- Weitere Studien: 16 Freiwillige, je 9 Tage, Befund mit Wachsmatrix schlechter als Placebo (p < 0,05), Blut im Stuhl gleich;16 90 bzw. 30 Freiwillige ohne signifikanten Unterschied zu Placebo.1718
- Dünndarm: 22 Fälle in Stockholm, geschätzt 3 je 100.000 Anwendungsjahre, 27 % Todesfälle;19 11 Fälle in Nancy, danach landesweite Erhebung.20
- Behörde: Die britische Expertengruppe EVM hält geringe Schleimhautschäden durch bestimmte Präparate schon unter 3.700 mg Kalium täglich für möglich.1
Kalium und die Speiseröhre
Ob Kaliumtabletten die Speiseröhre verletzen, ist ungeklärt, weil es nur Einzelfälle gibt. Kontrollierte Studien fehlen, und wie oft es vorkommt, lässt sich deshalb nicht beziffern. Ein Patient auf einer Herzstation schluckte Retardtabletten im Liegen und entwickelte ein Geschwür mit anschließender Verengung, die aufgedehnt werden musste.21 In einem anderen Fall fraß sich ein Geschwür durch feste Kaliumchlorid-Tabletten bis in eine Schlagader der Bronchien, und der Patient starb.22
Das Muster ist in beiden Fällen ähnlich: Die Tablette bleibt hängen und gibt ihr Kalium an einer einzigen Stelle ab. Gefährdet sind deshalb vor allem Menschen, die im Liegen oder kurz vor dem Schlafen schlucken, ältere Menschen, deren Speiseröhre sich langsamer entleert, und alle, die mit Schluckstörungen kämpfen. Daher gehören Tabletten aufrecht geschluckt. Ein großes Glas Wasser hilft, und kurz vor dem Hinlegen ist der falsche Moment. Schmerzen beim Schlucken sollten ärztlich abgeklärt werden.
Brausetabletten, Pulver oder Kapseln: Was ist besser verträglich?
Gelöstes Kalium war in den alten Studien am schonendsten für die Schleimhaut. In einer Sammlung von acht kurzen Versuchen mit gesunden Männern hinterließ flüssiges Kaliumchlorid überhaupt keine Wunden, Mikrokapseln nur wenige und Wachsmatrix-Tabletten die meisten.15 Langsamer Darm verschlimmerte die Schäden, ein Hinweis darauf, dass die Verweildauer an der Schleimhaut entscheidet.
Brausetabletten und Pulver werden vor dem Trinken in Wasser aufgelöst und kommen damit der Lösung, die in den Versuchen am besten abschnitt, von allen heutigen Formen am nächsten. Das spricht für sie, wenn Schlucken schwerfällt oder der Darm träge ist. Ganz ohne Reiz sind sie trotzdem nicht. Mit aufgelöstem Pulver hatten in der großen Spiegelungsstudie 7 von 30 Männern Erosionen, unter Scheinpräparat einer von 30, getestet wurde dieser Unterschied aber nicht.14 Zudem wurden heutige Kapseln und Brausetabletten aus der Nahrungsergänzung nie mit Spiegelungen geprüft, sodass jede Aussage über sie eine Übertragung bleibt.
Daraus ergibt sich für die Praxis eine einfache Reihenfolge. Gelöst ist schonender als fest, und feste Tabletten vertragen sich besser zu einer Mahlzeit mit reichlich Wasser. Wie viel davon überhaupt sinnvoll ist, hängt davon ab, wieviel Kalium pro Tag schon über das Essen kommt. Bei einem nachgewiesenen Kaliummangel entscheidet ohnehin die Ärztin oder der Arzt über Form und Menge.
So wurde gemessen
- Sammelbericht: 8 kontrollierte Versuche von 1 bis 2 Wochen mit 225 gesunden Männern. Wachsmatrix: Erosionen 43 %, Geschwüre 11 %; Mikrokapsel 10,5 % bzw. 1,2 %; Lösung 0 %. Schwerere Befunde bei verlangsamter Darmbewegung, Beschwerden passten nicht zum Spiegelungsbefund.15
- Pulver: 7 von 30 Männern mit Erosionen gegenüber 1 von 30 unter Placebo, statistisch nicht gegeneinander getestet.14
Unsere Einordnung
Ein bestes Kalium gibt es nicht: Chlorid und Citrat senkten den Blutdruck in direkten Vergleichen gleich stark, Citrat hat seinen Platz bei Nierensteinen. Bei der Form zählt die Verträglichkeit, und gelöstes Kalium ist schonender als feste Retardtabletten.
Häufige Fragen
Sind Kalium-Kapseln besser als Tabletten?
Das lässt sich für heutige Kapseln nicht sagen, weil sie nicht verglichen wurden. In alten Spiegelungsstudien schnitten mikroverkapselte Kaliumchlorid-Präparate besser ab als feste Wachsmatrix-Tabletten, gelöstes Kalium am besten.15
Ist ein Kalium-Supplement sinnvoll?
Für Gesunde, die genug Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte essen, ist kein Nutzen eines niedrig dosierten Präparats belegt. Die Blutdruckwirkung wurde mit Arzneimittelmengen gezeigt, weit über den 500 mg, die das BfR für eine Tagesdosis Nahrungsergänzung vorschlägt.12
Was ist Kaliumchlorid?
Kaliumchlorid ist die Verbindung von Kalium mit Chlorid, chemisch dem Kochsalz verwandt. Es ist die Form, die in den meisten Blutdruckstudien und in Kalium-Arzneimitteln steckt, und auch die Grundlage vieler Salzersatzmittel.
Wie nimmt man Kaliumpulver ein?
Pulver wird in Wasser gelöst getrunken. In einer Spiegelungsstudie reizte aufgelöstes Pulver die Magenschleimhaut seltener als Wachsmatrix-Tabletten, aber häufiger als ein Scheinpräparat.14
Was ist eine Kalium-Retardtablette?
Eine Tablette, die ihr Kalium langsam abgibt, meist aus einem Wachsgerüst. Das soll den Magen schonen, doch in alten Spiegelungsstudien hinterließ gerade diese Form häufiger kleine Wunden als gelöstes Kalium.1415
Weiterlesen




Alle Themen zu Kalium
Alle 22 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | BfR 2021, Bundesinstitut für Risikobewertung | Höchstmengenvorschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung | höchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels; Risikogruppen Nierenkranke, Diabetes, Herzkranke, Ältere; laut EVM geringe Schleimhautschäden durch bestimmte Präparate schon unter 3.700 mg/Tag | Behördengutachten |
| 2 | Poorolajal et al. 2017, PLoS One | 23 placebokontrollierte RCTs, 1.213 Personen mit Bluthochdruck | systolisch −4,25 mmHg, diastolisch −2,53 mmHg gegenüber Placebo | Meta-Analyse |
| 3 | Braschi & Naismith 2008, Br J Nutr | 85 überwiegend junge Freiwillige mit normalem Blutdruck, 30 mmol Citrat oder Chlorid gegen Placebo, 6 Wochen | Citrat −6,69/−4,26 mmHg, Chlorid −5,24/−4,30 mmHg; kein Unterschied zwischen den Salzen | RCT |
| 4 | He et al. 2005, Hypertension | 14 Menschen mit Bluthochdruck, je 1 Woche 96 mmol Chlorid oder Citrat | kein Unterschied zwischen den Salzen (systolisch 1,6 mmHg) | RCT (Crossover) |
| 5 | He et al. 2010, Hypertension | 42 Personen mit leicht erhöhtem, unbehandeltem Blutdruck, Chlorid, Bicarbonat und Placebo je 4 Wochen | Praxisblutdruck mit beiden Salzen gleich | RCT (Crossover) |
| 6 | Mullen & O'Connor 1990, J Hum Hypertens | 24 Personen, Chlorid gegen basische Kaliumsalze | kein Unterschied zwischen den Salzen | RCT |
| 7 | Overlack et al. 1995, Dtsch Med Wochenschr | 25 Menschen mit Bluthochdruck, Citrat, Chlorid und Placebo | nur Citrat gegenüber Placebo gesenkt; Salze nicht direkt verglichen | RCT (Crossover) |
| 8 | Conen et al. 2016, J Diabetes Complications | 11 Personen mit gestörter Zuckerverwertung, 90 mmol Chlorid oder Citrat gegen Placebo, je 2 Wochen | nur Citrat senkte den 24-Stunden-Blutdruck; Salze nicht direkt verglichen | RCT (Pilot) |
| 9 | Wuermser et al. 2000, Kidney Int | 60 Freiwillige unter einem Entwässerungsmittel, Kalium-Magnesium-Citrat oder Kaliumchlorid mit je 42 mmol Kalium, 3 Wochen | Blut-Kalium mit beiden Salzen von etwa 3,4 auf 3,8 mmol/l | RCT (Salzvergleich) |
| 10 | Phillips et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev | 7 RCTs mit Citratsalzen bei wiederkehrenden Calciumsteinen; 4 Studien mit Angaben zu Nebenwirkungen | neue Steine RR 0,26; Abbrüche wegen Nebenwirkungen RR 4,45; Magen-Darm-Nebenwirkungen RR 2,55, nicht signifikant | Cochrane-Review |
| 11 | Lambert et al. 2015, Osteoporos Int | 14 Studien mit Kaliumcitrat oder -bicarbonat | Knochendichte unverändert, Calcium im Urin und ein Abbau-Marker gesenkt | Meta-Analyse |
| 12 | Te Dorsthorst et al. 2019, Eur J Clin Nutr | 35 Fallberichte mit 44 Fällen von Hyperkaliämie durch Nahrung oder Präparate | bei gesunden Nieren vor allem Salzersatz oder Präparate als Ursache; 3 Todesfälle | Auswertung von Fallberichten |
| 13 | John et al. 2011, Am J Emerg Med | 2 Fälle | Herzstillstand durch Hyperkaliämie nach Salzersatz bzw. Muskelaufbaupräparat, beide wiederbelebt | Fallbericht |
| 14 | Sinar et al. 1986, Clin Ther | 120 gesunde Männer, 60 mmol Kaliumchlorid in drei Formen oder Placebo, 2 Wochen, mit einem Mittel, das die Magenentleerung bremst | Erosionen: Wachsmatrix 14/30, Pulver 7/30, Mikrokapsel 2/30, Placebo 1/30 | RCT (placebokontrolliert) |
| 15 | McMahon et al. 1984, Clin Pharmacol Ther | 8 kontrollierte Kurzzeitversuche, 225 gesunde Männer | Wachsmatrix: Erosionen 43 %, Geschwüre 11 %; Lösung 0 %; Mikrokapsel 10,5 % bzw. 1,2 % | Kontrollierte Studien (Sammelbericht) |
| 16 | Lech et al. 1987, J Clin Pharmacol | 16 Freiwillige, drei Kaliumchlorid-Präparate und Placebo je 9 Tage | Spiegelungsbefund mit Wachsmatrix schlechter als mit Placebo; Blut im Stuhl gleich | RCT (Crossover) |
| 17 | Alsop et al. 1984, J Clin Pharmacol | 90 gesunde Freiwillige, fünf Kaliumchlorid-Präparate gegen Placebo | kein gesicherter Unterschied zu Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 18 | Kendall et al. 1985, Clin Pharmacol Ther | 30 gesunde Freiwillige, Retardpräparate gegen Placebo | kein gesicherter Unterschied zu Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 19 | Leijonmarck & Räf 1985, Acta Chir Scand | 22 Dünndarmgeschwüre an Stockholmer Kliniken | etwa 3 Fälle je 100.000 Anwendungsjahre von Retardtabletten; 27 % der Betroffenen starben | Fallserie |
| 20 | Grosdidier et al. 1989, Chirurgie | 11 Dünndarmgeschwüre unter magensaftresistenten Kaliumchlorid-Tabletten, Nancy | landesweite Erhebung, Darreichungsform danach nicht mehr verwendet | Fallserie |
| 21 | Lambert & Newman 1980, Am J Gastroenterol | 1 Patient auf einer Herzstation | Geschwür und Verengung der Speiseröhre nach Retardtabletten im Liegen; Aufdehnung nötig | Fallbericht |
| 22 | Henry et al. 1983, Pediatr Cardiol | 1 Fall | tödliches Geschwür von Speiseröhre bis in eine Bronchialarterie durch feste Kaliumchlorid-Tabletten | Fallbericht |
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Keine Werbung, keine Kauflinks, keine Produktempfehlungen.
