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Kalium · 15 Quellen ausgewertet

Magnesium und Kalium: Wann ist die Kombination sinnvoll?

Magnesium und Kalium werden oft im Doppelpack verkauft, gegen Herzstolpern, Krämpfe oder schlechten Schlaf. Gut begründet ist davon nur ein Teil, und bei manchen Medikamenten wird Kalium zum Risiko.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202615 QuellenLesezeit 9 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Magnesium und Kalium lassen sich zusammen einnehmen, eine schädliche Wechselwirkung zwischen beiden ist nicht bekannt. Sinnvoll ist das vor allem, wenn ein Mangel an beiden ärztlich festgestellt wurde, etwa unter Entwässerungsmitteln, denn ohne Magnesium hält der Körper Kalium schlechter. Gegen Herzstolpern zeigte eine Studie einen kleinen Effekt, bei Schlaf und Blutzucker ist der Nutzen unklar. Unter ACE-Hemmern, Sartanen oder kaliumsparenden Mitteln gehört Kalium nur in ärztliche Hand.

Auf dieser Seite 6 Abschnitte
  1. Wofür nimmt man Magnesium und Kalium zusammen?
  2. Kann man Kalium und Magnesium zusammen einnehmen?
  3. Helfen Kalium und Magnesium bei Herzrhythmusstörungen?
  4. Wie wirken Magnesium und Kalium auf Schlaf und Blutzucker?
  5. Helfen Kalium und Magnesium gegen Nierensteine?
  6. Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Kalium?

Im Regal der Drogerie stehen sie oft nebeneinander, die Brausetabletten und Pulversticks mit Magnesium und Kalium in einer Packung. Auf den ersten Blick wirkt das logisch, denn Magnesium und Kalium im Körper arbeiten in Muskeln und Nerven Hand in Hand, und beide gehen über die Nieren verloren. Das klingt nach Teamarbeit. Doch zusammen zu arbeiten heißt nicht, zusammen besser zu wirken. Für die meisten Versprechen auf diesen Packungen gibt es kaum Studien, für eine Sache dagegen eine ziemlich klare biologische Erklärung. Und eine Warnung gilt für jede Kombination mit Kalium, egal wie harmlos sie aussieht.

Wofür nimmt man Magnesium und Kalium zusammen?

Sinnvoll ist die Kombination vor allem, wenn beide Mineralstoffe gleichzeitig fehlen, und das kommt häufiger vor, als man denkt. Bestimmte Entwässerungsmittel gegen Bluthochdruck oder Herzschwäche schwemmen beides aus. Wird in solchen Fällen nur Kalium ersetzt, kann der Erfolg ausbleiben, und der Grund dafür liegt in der Niere.1

Wie gut eine gemeinsame Gabe funktioniert, hat eine texanische Studie mit gesunden Freiwilligen geprüft. Sie nahmen drei Wochen lang ein Entwässerungsmittel, bis ihr Kalium sank, und bekamen dann entweder Kaliumchlorid oder eine Verbindung aus Kalium, Magnesium und Citrat.2 Beide hoben das Kalium gleich gut. Nur die Kombination hob auch das Magnesium. Ob Kaliumpräparate einen Mangel durch Entwässerungsmittel zuverlässig ausgleichen, ist trotzdem unklar, weil die kontrollierten Studien dazu sehr klein sind.4 Die Behandlung gehört deshalb in ärztliche Hand, zumal ein Kaliummangel erst im Blutbild sicher zu erkennen ist.

So wurde gemessen
  • Salzvergleich: 60 Freiwillige unter 50 mg Hydrochlorothiazid; danach 3 Wochen Kalium-Magnesium-Citrat (42 mmol Kalium, 21 mmol Magnesium) oder 42 mmol Kaliumchlorid. Kalium in beiden Gruppen von etwa 3,4 auf 3,8 mmol/l; Magnesium nur mit dem Citrat um 0,11 bis 0,12 mmol/l gestiegen.2
  • Placebostudie: 16 Menschen mit Bluthochdruck und Kalium unter 3,5 mmol/l unter Entwässerungsmitteln, je 6 Wochen 60 mmol Kaliumchlorid oder Placebo; Kalium +0,56 mmol/l, ein Test gegen Placebo steht nicht in der Zusammenfassung.4

Braucht der Körper Magnesium, um Kalium zu halten?

Ja, ohne ausreichend Magnesium verliert die Niere mehr Kalium, als sie sollte. Das erklärt eine Übersichtsarbeit aus Dallas mit einem Mechanismus in den Nierenzellen.1 Dort sitzen kleine Kanäle, durch die Kalium in den Urin gelangt, und Magnesium wirkt in diesen Zellen wie eine Bremse. Fehlt es, öffnen sich die Kanäle weiter, und mehr Kalium geht verloren. Deshalb lässt sich ein Kaliummangel bei gleichzeitigem Magnesiummangel oft kaum beheben, solange nur Kalium gegeben wird.

Allerdings betont dieselbe Arbeit, dass Magnesiummangel allein nicht zwangsläufig zu wenig Kalium führt. Meist braucht es einen zweiten Auslöser, etwa ein Entwässerungsmittel oder hohe Spiegel des Hormons Aldosteron.1 Für den Alltag heißt das: Wer gesund ist und normal isst, braucht dafür kein zusätzliches Magnesium. Wer dagegen wegen eines niedrigen Kaliumwerts behandelt wird, sollte das Magnesium mitbestimmen lassen. Dieselbe Reihenfolge gilt, wenn Magnesium mit anderen Stoffen kombiniert wird: erst den Mangel klären, dann gezielt ergänzen.

Kann man Kalium und Magnesium zusammen einnehmen?

Gegenseitig stören sich die beiden Mineralstoffe nach heutigem Wissen nicht. In den Studien mit kombinierten Präparaten, etwa gegen Nierensteine oder Herzstolpern, traten keine Probleme auf, die sich auf das Zusammenspiel zurückführen ließen.25 Die Grenzen setzt vielmehr jeder Stoff für sich. Für Kalium empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 500 Milligramm je Tagesdosis, also etwa so viel wie in einer großen Banane.3

Das klingt wenig, hat aber einen Grund. Das Institut nennt Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes, Herzerkrankungen und Ältere als Risikogruppen, bei denen sich zu viel Kalium im Blut anstauen kann.3 Für alle anderen ist eine Kombination in diesen Mengen unproblematisch, zumal der Kalium-Tagesbedarf ohnehin vor allem über das Essen gedeckt wird. Wichtiger ist dann, nicht mehrere kaliumhaltige Produkte gleichzeitig zu nehmen, etwa einen Stick, eine Brausetablette und dazu Salzersatz in der Küche. Welche Kaliumtabletten und Formen sich für wen eignen, hängt zudem davon ab, wie gut sie der Magen verträgt.

Helfen Kalium und Magnesium bei Herzrhythmusstörungen?

Bei harmlosen Extraschlägen des Herzens zeigte eine Studie einen kleinen Effekt, bei ernsten Rhythmusstörungen ist das eine Sache der Kardiologie. Die wichtigste Untersuchung stammt aus Freiburg. Mehr als 200 Menschen mit sehr häufigen Extraschlägen der Herzkammern schluckten über drei Wochen entweder beide Mineralstoffe oder ein Scheinpräparat, ohne zu wissen, was sie bekamen.5 Mit der Kombination gingen die Extraschläge stärker zurück als mit dem Scheinpräparat. Ihre Beschwerden blieben aber gleich.

Dabei ist die Studie fast dreißig Jahre alt und lief nur drei Wochen. Hinzu kommt, dass sie nur die Kombination prüfte, sodass offen bleibt, welcher der beiden Stoffe den Unterschied machte. Für Menschen mit eingepflanztem Defibrillator gibt es zwar eine große neue Studie aus Dänemark, in der ein bewusst hoch gehaltener Kaliumwert schwere Ereignisse seltener machte.6 Ob das wirklich an Kalium lag, ist trotzdem unklar, denn ein Scheinpräparat gab es nicht, und viele bekamen statt oder neben den Tabletten ein Medikament, das Kalium im Körper hält.

Gerade beim Herzen hat Kalium eine Kehrseite. Zu viel davon im Blut stört den Takt. Ob Kaliumpräparate Herzrhythmusstörungen auslösen, ist ungeklärt. Ältere Fallberichte beschreiben zwei Herzstillstände nach Kalium zum Einnehmen bei Herzkranken mit gesunden Nieren, und einer der beiden starb.7 In einer Studie mit 1.690 Patienten nach Bypass-Operation traten mit großzügiger Kaliumgabe dagegen nicht mehr Rhythmusstörungen auf als mit zurückhaltender.15 Das galt aber für Klinikpatienten, teils mit Infusion. Bei einer Herzerkrankung oder unter herzwirksamen Mitteln wie Digitalis gehören Präparate deshalb nur in ärztlich kontrollierte Behandlung.

So wurde gemessen
  • Freiburger Studie: 232 Personen mit mehr als 720 Extraschlägen der Herzkammer in 24 Stunden, täglich 6 mmol Magnesium und 12 mmol Kalium als Aspartat oder Placebo, 3 Wochen, doppelblind. Extraschläge −17,4 % gegenüber −7,4 % unter Placebo; wiederholte Rhythmusstörungen und Beschwerden unverändert.5
  • Defibrillator-Studie: 1.200 Personen mit Kalium bis 4,3 mmol/l, Ziel 4,5 bis 5,0 mmol/l mit Kaliumtabletten und/oder einem kaliumsparenden Medikament plus Ernährungsberatung, offen, im Median rund 40 Monate. Schwere Ereignisse bei 136 gegenüber 175 Personen.6
  • Fallberichte: zwei Herzkranke ohne Nierenversagen, Herzstillstand nach Kalium zum Einnehmen, einer tödlich bei 8,1 mmol/l.7

Notfall

Muskelschwäche, Lähmungsgefühl, starkes Herzstolpern oder Ohnmacht nach der Einnahme von Kalium: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Wie wirken Magnesium und Kalium auf Schlaf und Blutzucker?

Ob die beiden Schlaf oder Blutzucker verbessern, ist unklar, denn es gibt nur eine einzige Studie. Sie stammt aus Lahore in Pakistan, wo Menschen mit Diabetes und Schlafproblemen zwei Monate lang Tabletten mit Magnesium, Kalium, beidem oder einem Scheinpräparat bekamen.8 Die Forschenden sprechen von einem Erfolg. Im Volltext unterschieden sich die vier Gruppen am Ende aber nicht sicher darin, wie schwer die Schlaflosigkeit war, und einen direkten Vergleich der Kaliumgruppe mit dem Scheinpräparat berichtet die Arbeit nicht.

Hinzu kommt eine Schwäche im Aufbau. Die Studie war nur einfach verblindet, sodass zumindest das Studienteam wusste, wer was bekam. Auch die Kaliummenge war winzig. Eine spätere Auswertung derselben Studie fand, dass sich der Nüchternblutzucker in allen Gruppen mit einem Präparat veränderte und die Insulinwirkung vor allem mit der Kombination besser wurde.9 Mehr als erste Hinweise sind das nicht, denn verglichen wurden dort vor allem Werte vor und nach der Behandlung innerhalb derselben Gruppe, und dabei verändert sich vieles, auch ohne dass ein Präparat irgendetwas dazu beiträgt. Bei Diabetes und schlechtem Schlaf lohnt sich deshalb eher ein Gespräch in der Praxis als ein Griff ins Drogerieregal.

So wurde gemessen
  • Schlaf: 320 Personen mit Diabetes und Schlaflosigkeit, 290 beendeten die Studie; vier Gruppen, Kalium als 2 × 250 mg Kaliumchlorid (etwa 260 mg Kalium) am Tag, 2 Monate, einfach verblindet. Schweregrad der Schlaflosigkeit nach Studienende laut Volltext über alle Gruppen nicht verschieden (p = 0,233); kein Test Kalium gegen Placebo.8
  • Blutzucker: dieselbe Studie; Nüchternzucker in allen Präparategruppen verändert, Insulinresistenz (HOMA-IR) in der Kombinationsgruppe von 3,01 auf 2,54 gesunken; überwiegend Vorher-nachher-Vergleiche.9

Helfen Kalium und Magnesium gegen Nierensteine?

Bei wiederkehrenden Calciumsteinen senkt Kaliumcitrat das Risiko für neue Steine wahrscheinlich deutlich, und die Kombination mit Magnesium wurde dafür ebenfalls geprüft. In einer amerikanischen Studie nahmen Menschen, die immer wieder Steine bekamen, bis zu drei Jahre lang Kalium-Magnesium-Citrat oder ein Scheinpräparat.10 Das Ergebnis war deutlich. Mit dem Präparat bildete nur etwa jeder Achte neue Steine, mit dem Scheinpräparat fast zwei von drei. Als Wirkprinzip gilt dabei vor allem das Citrat, das die Steinbildung im Urin bremst.

Die Auswertung mehrerer solcher Studien bestätigt das Bild für Citratsalze insgesamt.11 Allerdings rebellierte bei manchen der Magen. Dazu kommt ein wichtiger Unterschied zu Produkten aus der Drogerie. Geprüft wurden ärztlich verordnete Mengen, die weit über dem liegen, was Nahrungsergänzungsmittel enthalten dürfen. Wer zu Nierensteinen neigt, sollte die Behandlung deshalb mit der Urologie besprechen, statt auf eigene Faust Sticks zu kombinieren.

So wurde gemessen
  • Kombinationsstudie: 64 Personen mit wiederkehrenden Calciumoxalat-Steinen, täglich 42 mmol Kalium, 21 mmol Magnesium und 63 mmol Citrat oder Placebo, bis 3 Jahre, doppelblind. Neue Steine bei 12,9 % gegenüber 63,6 %.10
  • Sammelauswertung: 7 Studien mit 324 Erwachsenen, Kaliumcitrat und verwandte Citratsalze; neue Steine RR 0,26; Abbrüche wegen Nebenwirkungen RR 4,45.11

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Kalium?

Kritisch sind vor allem Blutdruckmittel, die Kalium im Körper zurückhalten: ACE-Hemmer, Sartane und kaliumsparende Entwässerungsmittel wie Spironolacton. Sie bremsen die Ausscheidung über die Niere. Kommt dann zusätzliches Kalium hinzu, steigt der Blutwert, im schlimmsten Fall bis zu einem Punkt, an dem das Herz nicht mehr regelmäßig schlagen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt deshalb den Rat wieder, unter diesen Mitteln keine Kaliumpräparate zu nehmen.3

Wie oft es dabei tatsächlich zu einem zu hohen Wert kommt, ist ungeklärt, weil genau diese Menschen aus den meisten Studien ausgeschlossen werden. Eine Studie ohne Vergleichsgruppe gab 191 Nierenkranken, die meist ACE-Hemmer oder Sartane nahmen, zwei Wochen lang Kaliumchlorid. Ihr Kalium stieg im Mittel von 4,3 auf 4,7 mmol/l, bei etwa jedem Neunten über die Grenze.12 Für Gesunde ohne solche Mittel sagt das wenig.

Einen Eindruck gibt eine Studie mit Nierenkranken, von denen die meisten solche Blutdruckmittel nahmen. Schon nach zwei Wochen mit Kaliumchlorid stieg der Wert bei jedem Neunten zu hoch.12 Fallberichte sind drastischer. Eine Auswertung von 44 Fällen mit extrem hohem Kalium durch Essen oder Präparate fand auch Betroffene mit gesunden Nieren, und einige von ihnen starben.13 Umgekehrt senken andere Entwässerungsmittel das Kalium, sodass dort eher ein Mangel droht. In beiden Fällen gehört der Kaliumwert regelmäßig kontrolliert, und was bei zu viel Kalium im Blut passiert, sollte jede Person kennen, die solche Mittel nimmt.

So wurde gemessen
  • Nierenkranke: 191 Personen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung, 83 % unter ACE-Hemmern oder Sartanen, 2 Wochen 40 mmol Kaliumchlorid ohne Kontrollgruppe. Kalium von 4,3 auf 4,7 mmol/l; 11 % mit zu hohem Wert (im Mittel 5,9 mmol/l).12
  • Fallberichte: 35 Berichte mit 44 Fällen, Kalium im Mittel 8,2 mmol/l; 17 Betroffene mit gesunden Nieren, drei davon starben.13

Sicherheitshinweis

Unter ACE-Hemmern, Sartanen, kaliumsparenden Entwässerungsmitteln oder Digitalis sowie bei Nierenerkrankung, Diabetes oder Herzschwäche Kaliumpräparate, kaliumhaltige Sticks und Salzersatz nur nach ärztlicher Rücksprache und mit Kontrolle des Kaliumwerts verwenden.

Kalium und Salzersatz: Was ist zu beachten?

Salzersatz enthält meist einen großen Anteil Kaliumchlorid und zählt deshalb wie ein Kaliumpräparat. Für Menschen ohne Nierenerkrankung hat das einen Vorteil, denn mit Ersatzsalz statt Kochsalz sinkt der Blutdruck im Mittel um knapp fünf Punkte, und gefährlich hohe Kaliumwerte traten in den großen Studien nicht häufiger auf.14 Dieselbe Auswertung betont aber, dass Menschen mit Nierenerkrankung und anderen Risiken ausgeschlossen waren. In Fallberichten führte Salzersatz trotzdem immer wieder zu extrem hohen Werten, teils sogar bei gesunden Nieren.13 Vorsicht bleibt also angebracht.

Wer kaliumsparende Blutdruckmittel nimmt, sollte Salzersatz deshalb wie eine zusätzliche Kaliumtablette behandeln und vorher mit der Praxis sprechen. Das gilt erst recht mit zusätzlichen Sticks. Salzersatz und andere Elektrolytprodukte sind ein eigenes Thema, das über Kalium hinausgeht. Für die Kombination mit Medikamenten gilt aber dieselbe Regel wie für jedes Kaliumpräparat.

So wurde gemessen
  • Salzersatz: Blutdruck in 20 Studien mit 21.414 Erwachsenen, oberer Wert −4,76 mmHg; zu hohes Kalium in 5 Studien mit 22.849 Erwachsenen, +4 Fälle je 100.000 (nicht sicher verschieden); alle Studien schlossen Risikopersonen aus.14
  • Fallberichte: Salzersatz in 12 der 44 Fälle als Auslöser genannt.13

Häufige Fragen

Was ist Kalium-Magnesium-Citrat?

Eine Verbindung, die Kalium, Magnesium und Citrat in einem Präparat liefert. In Studien glich sie einen Kaliummangel unter Entwässerungsmitteln so gut aus wie Kaliumchlorid und hob zusätzlich das Magnesium im Blut.2 Gegen wiederkehrende Nierensteine wurde sie als ärztliche Behandlung geprüft.10

Sind Magnesium-Kalium-Sticks sinnvoll?

Für Gesunde, die abwechslungsreich essen, gibt es keinen belegten Grund dafür. Wer sie trotzdem nutzt, sollte auf die Kaliummenge achten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt höchstens 500 mg je Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels.3

Helfen Kalium und Magnesium gegen Wadenkrämpfe?

Für Kalium gibt es dazu keine kontrollierte Studie. Ob Magnesium gegen Krämpfe hilft, ist eine eigene Frage, die bei Magnesium gegen Wadenkrämpfe behandelt wird.

Wann nimmt man Magnesium und Kalium am besten ein?

Eine Uhrzeit, zu der die Kombination besser wirkt, ist nicht bekannt. Kaliumtabletten gehören aufrecht und mit reichlich Wasser zu einer Mahlzeit geschluckt, nie im Liegen, damit sie nicht in der Speiseröhre steckenbleiben.

Darf man Kalium und Magnesium bei Bluthochdruck nehmen?

Kaliumpräparate senken bei Bluthochdruck im Mittel den Blutdruck etwas. Viele Blutdruckmittel halten aber Kalium im Körper zurück, deshalb ist vor der Einnahme eine Rücksprache mit der behandelnden Praxis nötig.

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Alle 15 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Huang & Kuo 2007, J Am Soc NephrolÜbersichtsarbeit zum Zusammenhang von Magnesium- und KaliummangelMagnesiummangel verstärkt Kaliumverluste über die Niere und macht einen Kaliummangel schwer behandelbarReview
2Wuermser et al. 2000, Kidney Int60 Freiwillige unter Hydrochlorothiazid, Kalium-Magnesium-Citrat gegen Kaliumchlorid, 3 Wochenbeide Präparate hoben das Kalium gleich stark; nur das Citrat hob auch das MagnesiumRCT (Salzvergleich)
3BfR 2021, Bundesinstitut für RisikobewertungHöchstmengenvorschläge für Kaliumhöchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis; unter ACE-Hemmern, Sartanen und kaliumsparenden Diuretika keine KaliumpräparateBehördeninformation
4Kaplan et al. 1985, N Engl J Med16 Menschen mit Bluthochdruck und niedrigem Kalium unter Entwässerungsmitteln, CrossoverKaliumchlorid hob das Blut-Kalium um gut 0,5 mmol/lRCT (Crossover)
5Zehender et al. 1997, J Am Coll Cardiol232 Menschen mit häufigen Extraschlägen der Herzkammer, doppelblind, 3 WochenExtraschläge mit Magnesium plus Kalium stärker zurückgegangen als mit Placebo; Beschwerden unverändertRCT (Kombination)
6Jøns et al. 2025 (POTCAST), N Engl J Med1.200 Herzkranke mit eingepflanztem Defibrillator, offene Studie, rund 3 JahreStrategie mit hochnormalem Kalium: etwa ein Viertel weniger schwere Ereignisse; Tabletten nicht getrennt ausgewertetRCT (offen, Kombinationsstrategie)
7Hultgren et al. 1975, Am J MedFallberichte, zwei Herzkranke ohne NierenversagenHerzstillstand nach Kalium zum Einnehmen, ein Fall tödlichFallbericht
8Khalid et al. 2024, Front EndocrinolMenschen mit Diabetes und Schlaflosigkeit, Pakistan, vier Gruppen, 2 Monate, einfach verblindetSchweregrad der Schlaflosigkeit am Ende zwischen den Gruppen nicht sicher verschieden; kein direkter Vergleich Kalium gegen PlaceboRCT (einfach verblindet)
9Khalid et al. 2026, J Investig Meddieselbe Studie, Auswertung von Blutzucker und InsulinwirkungNüchternzucker in allen Präparategruppen verändert; Insulinwirkung vor allem mit der Kombination verbessertRCT (Nachauswertung)
10Ettinger et al. 1997, J Urol64 Menschen mit wiederkehrenden Calciumoxalat-Steinen, doppelblind, bis 3 Jahreneue Steine bei 12,9 % mit Kalium-Magnesium-Citrat gegenüber 63,6 % mit PlaceboRCT (Kombination)
11Phillips et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev7 Studien, 324 Erwachsene mit Calciumsteinen, Citratsalzeneue Steine auf etwa ein Viertel gesenkt; mehr Abbrüche wegen MagenbeschwerdenCochrane-Review
12Gritter et al. 2022, J Am Soc Nephrol191 Menschen mit fortgeschrittener Nierenerkrankung, meist unter ACE-Hemmern oder Sartanen, 2 Wochen Kaliumchlorid, ohne KontrollgruppeKalium stieg im Mittel von 4,3 auf 4,7 mmol/l; 11 % mit zu hohem WertStudienphase ohne Kontrolle
13Te Dorsthorst et al. 2019, Eur J Clin Nutr35 Fallberichte mit 44 Fällen von zu hohem Kalium durch Ernährung oder PräparateKalium im Mittel 8,2 mmol/l; Salzersatz in 12 Fällen Auslöser; 17 Betroffene mit gesunden Nieren, drei davon starbenAuswertung von Fallberichten
14Brand et al. 2022, Cochrane Database Syst Revkaliumhaltiger Salzersatz gegen Kochsalz; Blutdruck 20 Studien, zu hohes Kalium 5 Studienoberer Blutdruckwert knapp 5 mmHg niedriger; zu hohes Kalium nicht häufiger, Risikopersonen ausgeschlossenCochrane-Review
15O'Brien et al. 2024 (TIGHT K), JAMA1.690 Patienten nach Bypass-Operation, großzügige gegen zurückhaltende Kaliumgabe (Tabletten oder Infusion), offenRhythmusstörungen außer Vorhofflimmern ohne Unterschied; Vorhofflimmern 26,2 gegenüber 27,8 %RCT

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