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Kalium · 18 Quellen ausgewertet

Wieviel Kalium pro Tag braucht der Körper?

Auf der Dose steht Milligramm, im Laborbericht Millimol, und die Fachgesellschaften rechnen in Gramm. Hinter den Zahlen steckt eine einfache Botschaft: Den Bedarf deckt fast immer das Essen.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202618 QuellenLesezeit 8 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Für Jugendliche ab 15 und Erwachsene nennen die Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Schätzwert von 4.000 mg Kalium pro Tag, die EU-Behörde EFSA 3.500 mg. Gemeint ist die Zufuhr über alles, was gegessen und getrunken wird. Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR höchstens 500 mg je Tagesdosis vor. Die Blutdruckstudien arbeiteten mit Arzneimittelmengen weit darüber.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Wie viel Kalium braucht man pro Tag?
  2. Wie hoch ist der Tagesbedarf an Kalium?
  3. Wie hoch dürfen Kaliumpräparate dosiert sein?
  4. Welche Dosis wurde in den Blutdruckstudien verwendet?
  5. Welche Dosen wurden für andere Wirkungen getestet?
  6. Wie viel Kalium am Tag ist zu viel?
  7. Wann sollte man Kalium einnehmen?

Auf der Dose steht „500 mg“, im Laborbericht ist von Millimol die Rede, und die Ernährungsgesellschaften rechnen in Gramm. Wer wissen will, wie viel Kalium der Körper am Tag braucht, stößt zuerst auf ein Durcheinander der Einheiten. Doch dahinter steckt eine erstaunlich klare Lage. Den Bedarf deckt bei den meisten Menschen das Essen. Dagegen haben die Mengen, mit denen Studien den Blutdruck senkten, mit einer Kapsel aus dem Supermarkt wenig zu tun. Genau dieser Abstand zwischen Bedarf, Präparat und Studiendosis zieht sich durch alle Fragen zur Dosierung.

Wie viel Kalium braucht man pro Tag?

Erwachsene sollten laut den Fachgesellschaften rund 4.000 mg Kalium am Tag aufnehmen, die europäische Behörde EFSA nennt 3.500 mg.1 Dabei sind beide Werte Schätzungen. Einen genau gemessenen Bedarf gibt es nicht, weil die Daten dafür fehlen, und deshalb leiten die Gremien ihre Zahlen aus dem Blutdruck und dem Schlaganfallrisiko in Bevölkerungsstudien ab.

Wie nah die Wirklichkeit an diesen Werten liegt, zeigt die Nationale Verzehrsstudie. Männer kamen dort im Mittel auf etwa dreieinhalb Gramm am Tag, Frauen auf rund drei Gramm.1 Das liegt etwas unter den Schätzwerten, aber nicht weit davon entfernt. Ein Mangel ist das nicht. Dabei liefern den größten Teil Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst und Nüsse, und welche Lebensmittel mit Kalium besonders viel enthalten, unterscheidet sich erheblich. Wer reichlich davon isst, erreicht die Werte meist ohne jedes Präparat.

So wurde gemessen
  • Schätzwerte: D-A-CH 2016 für Jugendliche ab 15 und Erwachsene 4.000 mg/Tag; EFSA 2016 adäquate Zufuhr 3.500 mg/Tag ab 15 Jahren, abgeleitet aus Zusammenhängen mit Blutdruck und Schlaganfallrisiko. Experimentell ermittelte Daten zum Kaliumbedarf liegen laut BfR nicht vor.1
  • Zufuhr in Deutschland (NVS II): Median Männer 3.374 bis 3.807 mg, Frauen 2.825 bis 3.254 mg pro Tag, je nach Alter.1

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Kalium?

Der Tagesbedarf an Kalium ist für Frauen und Männer gleich und wächst bei Kindern mit dem Alter. In der Schwangerschaft bleibt der Schätzwert unverändert, in der Stillzeit liegt er etwas höher.1 Dazu stellt die Tabelle die Werte beider Gremien nebeneinander, in Milligramm pro Tag.

Altersgruppe D-A-CH EFSA
4 bis unter 7 Jahre 1.300 1.100
7 bis unter 10 Jahre 2.000 1.800
10 bis unter 13 Jahre 2.900 2.700 (11 bis 14 Jahre)
13 bis unter 15 Jahre 3.600 2.700 (11 bis 14 Jahre)
15 bis unter 19 Jahre 4.000 3.500
Erwachsene 4.000 3.500
Schwangere 4.000 3.500
Stillende 4.400 4.000

Dass die beiden Spalten auseinanderliegen, zeigt vor allem, wie unsicher die Grundlage ist. Denn beide Gremien haben dieselben Studien gesehen und sind zu leicht verschiedenen Zahlen gekommen. Mehr Genauigkeit geben die Daten nicht her. Für den Alltag reicht deshalb die grobe Größenordnung von drei bis vier Gramm für Erwachsene.

Wie hoch dürfen Kaliumpräparate dosiert sein?

Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung höchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis vor.1 Das klingt wenig, gemessen am Tagesbedarf. Die Grenze soll aber nicht den Bedarf decken, sondern ein Zuviel verhindern.

Der Weg zu dieser Zahl ist bemerkenswert vorsichtig. Eine Obergrenze für die Gesamtzufuhr konnte die EFSA nicht festlegen, und bei Gesunden sind bis zu 3.000 mg zusätzlich am Tag keine Schäden bekannt.1 Davon zieht das BfR einen Puffer für Jugendliche ab, dann einen Anteil für Kalium aus Zusatzstoffen und Salzersatz, teilt den Rest zwischen Präparaten und angereicherten Lebensmitteln und halbiert das Ergebnis noch einmal, weil manche Menschen mehrere Präparate gleichzeitig nehmen. Übrig bleiben 500 mg. Damit reagiert das Amt auf eine konkrete Sorge. Viele Ältere, Menschen mit Diabetes oder Herzleiden haben eine geschwächte Niere, ohne es zu wissen, und gerade sie können Kalium schlecht ausscheiden.

Bei Gesunden steigt der Kaliumwert im Blut unter Präparaten nur wenig, im Mittel um gut ein Zehntel Millimol pro Liter.15 Auch die Nierenwerte blieben gleich. Im Laborbefund bleibt der Kalium-Blutwert bei Gesunden damit meist im Normbereich. Dagegen sind höher dosierte Präparate Arzneimittel, die nach ärztlicher Verordnung und mit Kontrolle des Blutwerts eingenommen werden. Dabei unterscheiden sich Kalium Tabletten als Brause, Pulver oder Retardform vor allem darin, wie gut Magen und Speiseröhre sie vertragen.

So wurde gemessen
  • Herleitung BfR: Orientierungswert 3.000 mg zusätzlich pro Tag für Erwachsene, für 15- bis 17-Jährige etwa 2.600 mg; davon 600 mg für technologische Zwecke reserviert; je 1.000 mg für Nahrungsergänzung und angereicherte Lebensmittel; Unsicherheitsfaktor 2 ergibt 500 mg je Tagesdosis.1
  • Blutwert und Niere: 20 Studien mit 1.216 Personen ohne Nierenleiden, 22 bis 140 mmol pro Tag über 2 bis 24 Wochen; Blut-Kalium +0,14 mmol/l, Kreatinin unverändert.15

Welche Dosis wurde in den Blutdruckstudien verwendet?

Die Blutdruckstudien verwendeten Kaliummengen weit über jeder Nahrungsergänzung, meist als Kaliumchlorid. Gerechnet wird in der Forschung in Millimol, und ein Millimol Kalium wiegt rund 39 Milligramm. So entsprechen 40 mmol gut anderthalb Gramm, ein Mehrfaches der 500 mg, die das BfR für eine Tagesdosis vorschlägt. Das ist eine Arzneimittelmenge.

Bei Bluthochdruck

Bei Bluthochdruck senken Kaliumpräparate den Blutdruck, und das ist gut belegt, allerdings in Arzneimitteldosis. Die Teilnehmenden der maßgeblichen Auswertung nahmen zwischen etwa 1.200 und 5.500 mg Kalium am Tag. Ihr oberer Wert sank im Mittel um gut vier Punkte.2 Das ist wenig, aber verlässlich.

Wie viel Kalium für wie viel Wirkung nötig ist, hat eine neuere Auswertung genauer betrachtet. Je 50 mmol mehr Kalium im Urin, also knapp zwei Gramm mehr Aufnahme, lag der obere Wert um gut fünf Punkte niedriger.3 Am deutlichsten wirkte Kalium bei Menschen, die viel Salz aßen und noch keine Blutdrucksenker nahmen.4 Wer bereits behandelt wird, kann deshalb weniger erwarten. Vor allem aber sollte die Einnahme dann mit der Praxis abgestimmt sein, weil manche Blutdruckmittel den Kaliumwert selbst anheben. Ob Kalium über den Blutdruck hinaus Herz und Gefäße schützt, ist eine andere Frage, und für Herzinfarkt und Schlaganfall fehlen bei Kalium kontrollierte Studien mit Präparaten.

So wurde gemessen
  • Maßgebliche Auswertung: 23 placebokontrollierte Studien mit 1.213 Menschen mit Bluthochdruck, mindestens 4 Wochen; oberer Wert −4,25 mmHg, unterer −2,53 mmHg. Dosen in diesen Studien etwa 30 bis 140 mmol pro Tag.2
  • Dosis-Wirkung: 6 Studien bei Bluthochdruck; je 50 mmol/Tag mehr Kalium im Urin systolisch −5,3 mmHg.3
  • Einflüsse: systolisch −4,48 mmHg insgesamt, stärker bei hoher Salzzufuhr, niedriger Ausgangszufuhr und ohne Blutdruckmittel.4

Bei normalem Blutdruck

Auch bei normalem Blutdruck sinkt der obere Wert mit Kaliumpräparaten wahrscheinlich etwas, doch der Effekt ist kleiner. In zwölf Placebo-Studien nahmen Menschen ohne Bluthochdruck etwa 940 bis 3.900 mg Kalium am Tag. Am Ende lag ihr oberer Wert gut zwei Punkte niedriger.5 Dabei schnitten auch die Studien mit bis zu 60 mmol am Tag ähnlich ab.6

Allerdings fand eine Dosis-Wirkungs-Rechnung mit vier Studien ohne Bluthochdruck keinen sicheren Unterschied.3 Für Menschen mit normalen Werten ist der Gewinn also klein, und eine bestimmte Dosis lässt sich daraus nicht ableiten.

So wurde gemessen
  • Maßgebliche Auswertung: 12 placebokontrollierte Studien mit 1.096 Personen ohne Bluthochdruck, 24 bis 100 mmol Kalium pro Tag; systolisch −2,10 mmHg, diastolisch kein gesicherter Unterschied.5
  • Nach Dosis und Dauer: bis 60 mmol/Tag −2,34 mmHg, Studien über einen Monat −2,80 mmHg.6
  • Dosis-Wirkung: 4 Studien ohne Bluthochdruck, je 50 mmol/Tag kein signifikanter Unterschied.3

Welche Dosen wurden für andere Wirkungen getestet?

Auch jenseits des Blutdrucks arbeiteten die Studien fast immer mit Arzneimittelmengen. Die Tabelle fasst zusammen, welche Menge pro Tag geprüft wurde und wie sicher die Wirkung ist. Eine Dosisempfehlung ist das nicht, sondern eine Übersicht darüber, was die Forschung tatsächlich getestet hat.

Wirkung Geprüfte Menge pro Tag Einordnung
Blutdruck bei Bluthochdruck etwa 30 bis 140 mmol (1.200 bis 5.500 mg)2 gut belegt
Blutdruck bei normalem Blutdruck 24 bis 100 mmol (940 bis 3.900 mg)5 wahrscheinlich
Weniger neue Nierensteine (Kaliumcitrat) um 55 mmol (rund 2.150 mg)7 wahrscheinlich
Kaliummangel durch Entwässerungsmittel 40 bis 60 mmol (1.560 bis 2.350 mg)89 unklar
Muskelkraft im Alter (Kaliumbicarbonat) im Median 81 bis 122 mmol (3.170 bis 4.770 mg)1112 unklar
Knochendichte (Citrat, Bicarbonat) 30 bis 60 mmol (1.170 bis 2.350 mg)10 eher nicht
Ruhepuls im Median 2.500 mg13 eher nicht

Besonders deutlich ist der Abstand bei den Nierensteinen. Kaliumcitrat beugt neuen Calciumsteinen wahrscheinlich vor, in einer Cochrane-Auswertung bildeten sich nur noch etwa ein Viertel so viele.7 Doch die Studienmenge lag beim Vierfachen dessen, was eine Tagesdosis Nahrungsergänzung enthalten sollte. Auch einen Mangel durch Entwässerungstabletten gleicht Kalium nicht verlässlich aus: In einer offenen Studie mit gut 1.500 mg am Tag sank das Kalium genauso wie ohne.9 Ein echter Kaliummangel gehört deshalb in ärztliche Behandlung, mit einer Menge, die sich nach dem Blutwert richtet.

Wie viel Kalium am Tag ist zu viel?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht, und einen Blutdruckanstieg durch hohe Dosen hat die Forschung nicht nachgewiesen, die Studien haben dabei keinen Schaden gefunden. Trotzdem gibt eine Auswertung zu denken, die nach dem Verlauf der Wirkung über viele Dosisstufen fragte. Bis zu einem Unterschied von etwa 30 mmol am Tag sank der Blutdruck deutlich, darüber wurde der Effekt schwächer, und bei Menschen, die bereits Blutdruckmittel nahmen, zeigte die Kurve oberhalb von etwa 80 mmol, gut drei Gramm zusätzlich, wieder nach oben.14

Damit gleicht die Kurve einem U, und das klingt beunruhigender, als es belegt ist. Die Autoren selbst nennen ihre Schätzung für hohe Mengen unpräzise, weil es nur wenige Studien mit so viel Kalium gibt, und ein gesicherter Anstieg ergab sich nicht. Dazu kommt, dass sich der Knick bei Menschen ohne Blutdruckmittel gar nicht zeigte. Für die Praxis folgt daraus trotzdem eine klare Linie, denn bei Bluthochdruck unter Medikamenten sollten hoch dosierte Kaliumpräparate nicht ohne ärztliche Rücksprache genommen werden.

Beim Herzen ist die Lage eine andere, denn ob Kaliumpräparate Herzrhythmusstörungen auslösen, ist ungeklärt. Fallberichte beschreiben Störungen der Herzfunktion bei sonst gesunden Erwachsenen, die 5.000 bis 7.000 mg Kalium täglich aus Präparaten nahmen.1 Bei Herzkranken reichte in einem alten Bericht schon eine einzelne größere Portion direkt nach einem Belastungstest für einen Herzstillstand.16 In einer Studie nach Bypass-Operationen traten mit großzügiger Kaliumgabe dagegen nicht mehr Rhythmusstörungen auf als mit zurückhaltender, allerdings bei Klinikpatienten und teils als Infusion.18 Für Menschen mit Nierenleiden oder kaliumsparenden Medikamenten liegt die Schwelle ohnehin viel tiefer, denn bei ihnen wird Kalium zu hoch schon bei Mengen, die Gesunde problemlos ausscheiden. Muskelschwäche, Lähmungsgefühl, Herzstolpern oder Ohnmacht nach der Einnahme: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

So wurde gemessen
  • Dosis-Wirkungs-Analyse: 32 Studien mit mindestens 4 Wochen, meist Bluthochdruck, 30 bis 140 mmol pro Tag. Senkung schwächer ab etwa 30 mmol/Tag Unterschied in der Kaliumausscheidung, Anstieg ab etwa 80 mmol/Tag nur bei medikamentös behandeltem Bluthochdruck (6 Studien). Die Autoren mahnen wegen weniger Studien mit hohen Mengen zur Vorsicht; der Anstieg war nicht signifikant.14
  • Fallberichte Herz: laut BfR, nach EFSA, Wirkungen auf die Herzfunktion bei sonst Gesunden nach 5.000 bis 7.000 mg/Tag aus Präparaten;1 zwei Herzkranke ohne Nierenschwäche mit Herzstillstand nach Kalium zum Einnehmen, einer davon nach 40 mmol direkt nach einem Belastungstest.16

Wann sollte man Kalium einnehmen?

Einen besten Zeitpunkt hat keine Studie ermittelt, entscheidend ist eher die Art der Einnahme. Allerdings teilten viele Studien die Tagesmenge auf mehrere Portionen auf. In einer großen Spiegelungsstudie etwa bekamen die Teilnehmenden ihr Kalium dreimal am Tag.17 Das hat einen praktischen Grund, denn kleinere Portionen belasten Magen und Speiseröhre weniger als eine große.

Daraus ergeben sich einige einfache Regeln. Kalium verträgt sich besser zu oder nach einer Mahlzeit, Tabletten gehören aufrecht und mit einem großen Glas Wasser geschluckt und nie kurz vor dem Hinlegen. Große Mengen auf einmal sind keine gute Idee. Wer Kalium wegen eines Mangels verordnet bekommt, sollte sich an das Schema der Ärztin oder des Arztes halten und den Blutwert kontrollieren lassen.

Unsere Einordnung

Den Tagesbedarf von drei bis vier Gramm deckt bei den meisten Menschen das Essen. Die Blutdruckwirkung ist gut belegt, aber mit Arzneimittelmengen weit über den 500 mg, die das BfR für eine Tagesdosis Nahrungsergänzung vorschlägt. Höhere Dosen gehören in ärztliche Hand, vor allem bei Nierenleiden und unter Blutdruckmitteln.

Häufige Fragen

Wie viel Kalium am Tag bei Bluthochdruck?

Einen eigenen Zufuhrwert für Menschen mit Bluthochdruck nennen die Fachgesellschaften nicht. In Studien senkten Präparate mit 1.200 bis 5.500 mg Kalium täglich den Blutdruck.2 Das sind Arzneimittelmengen, und weil manche Blutdruckmittel den Kaliumwert anheben, gehört eine solche Einnahme in ärztliche Hand.

Wie viele Milligramm sind 1 mmol Kalium?

Ein Millimol Kalium wiegt rund 39 mg. Die 60 mmol aus einer Studie zum Kaliummangel entsprechen also gut 2.300 mg.8

Brauchen Frauen weniger Kalium als Männer?

Nein, der Schätzwert ist für beide gleich: 4.000 mg nach den Fachgesellschaften, 3.500 mg nach der EFSA. In der Stillzeit liegen beide Werte höher.1 Tatsächlich nehmen Frauen in Deutschland im Mittel etwas weniger Kalium auf als Männer.1

Kann man über das Essen zu viel Kalium aufnehmen?

Bei gesunden Nieren kaum. Für Kalium aus normaler Nahrung sind bei Gesunden keine schädlichen Wirkungen beschrieben, weil die Nieren den Überschuss ausscheiden.1 Anders ist das bei eingeschränkter Nierenfunktion.

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Alle 18 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1BfR 2021, Bundesinstitut für RisikobewertungHöchstmengenvorschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung, mit Zufuhrreferenzwerten von D-A-CH und EFSAhöchstens 500 mg Kalium je Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels; Schätzwerte für Erwachsene 4.000 mg (D-A-CH) bzw. 3.500 mg (EFSA); kein UL ableitbar; bis 3.000 mg zusätzlich bei Gesunden keine Schäden bekanntBehördengutachten
2Poorolajal et al. 2017, PLoS One23 placebokontrollierte RCTs, 1.213 Personen mit Bluthochdruck, mindestens 4 Wochensystolisch −4,25 mmHg, diastolisch −2,53 mmHg gegenüber PlaceboMeta-Analyse
3Granal et al. 2025, Clin Kidney JDosis-Wirkungs-Analyse, 6 RCTs bei Bluthochdruck, 4 RCTs ohne Bluthochdruckje 50 mmol mehr Kalium im Urin: systolisch −5,3 mmHg bei Bluthochdruck; ohne Bluthochdruck kein gesicherter UnterschiedDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
4Filippini et al. 2017, Int J CardiolRCTs mit mindestens 4 Wochen bei Bluthochdrucksystolisch −4,48 mmHg; stärker bei hoher Salzzufuhr und ohne BlutdruckmittelMeta-Analyse
5Behers et al. 2023, Nutrients12 placebokontrollierte RCTs, 1.096 Personen ohne Bluthochdruck, 24 bis 100 mmol Kalium pro Tagsystolisch −2,10 mmHg; diastolisch nicht signifikantMeta-Analyse
6Behers et al. 2024, Nutrientsdieselben 12 Studien, nach Dosis und Dauer aufgeteiltbis 60 mmol/Tag −2,34 mmHg; über 1 Monat −2,80 mmHgMeta-Analyse (Neuauswertung)
7Phillips et al. 2015, Cochrane Database Syst Rev7 RCTs, 324 Erwachsene mit wiederkehrenden Calciumsteinen, Citratsalze in Arzneimitteldosisneue Steine RR 0,26 (0,10 bis 0,68)Cochrane-Review
8Kaplan et al. 1985, N Engl J Med16 Menschen mit Bluthochdruck und niedrigem Kalium durch Entwässerungsmittel, 60 mmol Kaliumchlorid gegen Placebo je 6 WochenBlut-Kalium +0,56 mmol/lRCT (Crossover)
9Zhang et al. 2018, J Hum Hypertens100 Menschen mit Bluthochdruck unter Indapamid, mit oder ohne 40 mmol Kaliumchlorid, 24 Wochen, offenKaliumabfall in beiden Gruppen gleichRCT (offen)
10Lambert et al. 2015, Osteoporos Int14 Studien mit Kaliumcitrat oder -bicarbonatKnochendichte unverändertMeta-Analyse
11Ceglia et al. 2026, Am J Clin Nutr128 gesunde Menschen ab 65, 81 mmol Kaliumbicarbonat gegen Placebo, 24 WochenMuskelleistung, Leistungsfähigkeit und Muskelmasse unverändertRCT
12Dawson-Hughes et al. 2015, J Bone Miner Res244 Menschen ab 50, Kaliumbicarbonat 1 oder 1,5 mmol/kg gegen Placebo, 3 MonateKraft und Funktion unverändertRCT
13Gijsbers et al. 2016, Nutr Metab Cardiovasc Dis22 placebokontrollierte RCTs, 1.086 gesunde Erwachsene, im Median 2,5 g Kalium pro TagHerzfrequenz unverändert, keine Dosis-WirkungMeta-Analyse
14Filippini et al. 2020, J Am Heart Assoc32 RCTs mit mindestens 4 Wochen, meist Bluthochdruck, 30 bis 140 mmol pro Tag; Teilgruppe mit Blutdruckmitteln 6 RCTsU-förmige Kurve: Senkung schwächer ab etwa 30 mmol/Tag Unterschied, Anstieg ab etwa 80 mmol/Tag nur unter Blutdruckmitteln; Schätzung laut Autoren unpräziseDosis-Wirkungs-Meta-Analyse
15Cappuccio et al. 2016, BMJ Open20 RCTs, 1.216 Personen mit gesunden Nieren, 22 bis 140 mmol pro Tag, 2 bis 24 WochenBlut-Kalium +0,14 mmol/l; Kreatinin unverändertMeta-Analyse
16Hultgren et al. 1975, Am J Med2 Herzkranke ohne NierenschwächeHerzstillstand nach Kalium zum Einnehmen, einmal tödlich, einmal nach 40 mmol direkt nach einem BelastungstestFallbericht
17Sinar et al. 1986, Clin Ther120 gesunde Männer, 60 mmol Kaliumchlorid täglich in drei Portionen, 2 WochenSchleimhautwunden je nach Form unterschiedlich häufigRCT
18O'Brien et al. 2024 (TIGHT K), JAMA1.690 Patienten nach Bypass-Operation, großzügige gegen zurückhaltende Kaliumgabe (Tabletten oder Infusion), offenRhythmusstörungen außer Vorhofflimmern ohne Unterschied; Vorhofflimmern 26,2 gegenüber 27,8 %RCT

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