Die kurze Antwort
Dass Mariendistel dick macht, dafür gibt es keinen Hinweis: In Studien wurde kein Schaden gefunden, Gewicht und BMI blieben gleich. Auch Nebenwirkungen insgesamt waren nicht häufiger als unter Placebo, am ehesten treten leichte Magen-Darm-Beschwerden auf. Abgeraten wird bei Korbblütler-Allergie, unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Ungeklärt sind Wechselwirkungen, etwa mit dem Blutdruckmittel Losartan.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
- Macht Mariendistel dick?
- Welche Nebenwirkungen hat Mariendistel?
- Löst Mariendistel als Nebenwirkung Bluthochdruck aus?
- Kann Mariendistel der Leber schaden?
- Für wen ist Mariendistel nicht geeignet?
- Darf man Mariendistel in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
- Verträgt sich Mariendistel mit Medikamenten wie Blutverdünnern oder Blutdrucksenkern?
Wer „Mariendistel“ in eine Suchmaschine tippt, bekommt als einen der ersten Vorschläge das Wort „Gewichtszunahme“ zu sehen. Das wundert, denn die Pflanze wird gerade Menschen mit Fettleber empfohlen, die eher abnehmen wollen. Die Sorge lässt sich aber gut prüfen. In vielen Studien wurde nebenbei gewogen, und das gilt auch für die meisten anderen Ängste: Der Extrakt wurde in Dutzenden Studien mit Kranken getestet, teils über Jahre und in hoher Menge. Wo die Studien schweigen, hilft die EU-Behörde für Arzneimittel (EMA) weiter, die Mariendistel eigens bewertet hat.
Macht Mariendistel dick?
Nach allen Studien macht Mariendistel nicht dick: Es wurde kein Schaden gefunden. Wer den Extrakt nahm, legte nicht mehr zu als mit einem Scheinpräparat (Placebo) oder einer anderen Behandlung. Die größte Sammelauswertung (Meta-Analyse) fasste dazu 33 Studien mit fast 2.000 Menschen zusammen, die meisten mit Diabetes, Fettleber oder Übergewicht.1 Gewicht und BMI blieben dort gleich, und zwei weitere Auswertungen kamen beim BMI zum selben Schluss.23
Ein gutes Beispiel ist eine Studie aus Italien. Menschen mit Fettleber nahmen dort ein ganzes Jahr lang eine besonders gut aufnehmbare Form, und ihre Leberwerte wurden besser, ohne dass das Gewicht stieg.4 Wer trotzdem zunimmt, sollte also nach anderen Gründen suchen lassen, etwa nach Medikamenten, der Schilddrüse oder dem Essen. Beim Abnehmen hilft sie umgekehrt aber eher auch nicht, denn eine Wirkung von Mariendistel aufs Gewicht zeigte keine der großen Auswertungen.
So wurde gemessen
- Größte Auswertung: 33 kontrollierte Studien mit 1.943 Personen; Körpergewicht und BMI ohne gesicherten Unterschied zur Kontrolle.1
- Weitere Auswertungen: 11 Studien bei Stoffwechselstörungen und 9 Studien bei Fettleber, BMI jeweils unverändert.23
- Einzelstudie: 179 Menschen mit Fettleber, Silibinin-Phosphatidylcholin-Komplex mit Vitamin E oder Placebo über 12 Monate, kein Anstieg des Körpergewichts.4
Welche Nebenwirkungen hat Mariendistel?
In Placebo-Studien traten Beschwerden nicht häufiger auf, insgesamt wurde also kein Schaden gefunden. Das beste Ergebnis dazu liefert eine Übersicht des Cochrane-Netzwerks über Menschen mit kranker Leber durch Alkohol oder Viren. Dort zählten 13 Studien die Beschwerden mit.5 Mit dem Extrakt klagten nicht mehr Menschen als mit Placebo, und schwere Fälle gab es in keiner Gruppe. Eine neue Cochrane-Übersicht bei Fettleber sah ebenfalls keinen klaren Unterschied.6
Auch hohe Mengen änderten daran wenig. In einer großen Studie aus den USA schluckten Menschen mit Hepatitis C ein halbes Jahr lang bis zum Fünffachen der üblichen Menge, und ihre Beschwerden glichen denen der Placebo-Gruppe.7 Nur eine Auswertung bei Fettleber fand etwa doppelt so viele Menschen mit Beschwerden, meist an Magen und Darm.8 Dort wurde der Extrakt aber auch mit Diät oder anderen Mitteln verglichen. Das kann das Bild verzerren.
Was dann wirklich auftreten kann, nennt die EMA in ihrer Bewertung: leichte Beschwerden an Magen und Darm wie Übelkeit, ein trockener Mund oder Durchfall, dazu ab und zu Kopfweh, jeweils ohne bekannte Häufigkeit.9 Das passt zu den Studien, die meist mit einem Extrakt in der üblichen Mariendistel-Dosierung arbeiteten. Halten die Beschwerden an, ist es ratsam, die Einnahme zu beenden.
So wurde gemessen
- Cochrane-Übersicht zu Lebererkrankungen: Nebenwirkungen in 13 randomisierten Studien mit 915 Personen erfasst, Risiko unter Mariendistel 0,83-mal so hoch wie unter Placebo (0,46 bis 1,50), keine schweren Ereignisse.5
- Cochrane-Übersicht zur Fettleber: leichte Nebenwirkungen aus 4 Studien mit 282 Personen, Faktor 1,29 (0,88 bis 1,89), sehr niedrige bis niedrige Gewissheit.6
- Hohe Dosis: 154 Personen mit Hepatitis C, 1.260 oder 2.100 mg Silymarin täglich über 24 Wochen, Nebenwirkungen wie unter Placebo.7
- Gemischte Vergleiche: 25 Studien bei Fettleber, Anteil mit Nebenwirkungen 1,98-mal so hoch (1,11 bis 3,54), Kontrollen teils Diät oder andere Mittel.8
Gibt es bei Mariendistel eine Erstverschlimmerung?
Eine Erstverschlimmerung beschreibt keine der Studien, und auch die EMA nennt keine.9 Der Begriff stammt aus der Naturheilkunde und meint, dass Beschwerden am Anfang einer Kur kurz stärker werden, bevor sie abklingen und am Ende sogar besser sind als vorher, was sich bei Mariendistel aber nirgends belegen lässt. Diese Deutung ist riskant, denn wenn Bauchweh, Übelkeit oder Müdigkeit nach dem Start zunehmen, spricht das eher dafür, dass der Körper das Mittel nicht gut verträgt. Dann ist es ratsam, es abzusetzen. Gelbe Haut, gelbe Augen, dunkler Urin oder heller Stuhl sind ein Warnzeichen, keine Heilreaktion.
Löst Mariendistel als Nebenwirkung Bluthochdruck aus?
Ob Mariendistel den Blutdruck erhöht, ist ungeklärt, einen Anstieg hat aber keine Studie gemessen. Offen bleibt die Frage nur, weil der Druck bloß in wenigen kleinen Studien nebenbei erfasst wurde. Eine Auswertung von drei solchen Studien mit zusammen 150 Teilnehmenden fand den oberen Wert gleich und den unteren sogar minimal tiefer.1 In einer Placebo-Studie mit 83 Menschen mit Fettleber blieben beide Werte über ein halbes Jahr, wie sie waren.10 Ob die Pflanze den Druck umgekehrt senken kann, ist nach dem Überblick zu Mariendistel bei Blutzucker und Blutdruck ebenso unklar.
Woher kommt dann die Sorge um den Bluthochdruck? Belege dafür fanden wir nicht. Wichtiger für Menschen mit hohem Druck ist etwas anderes, nämlich eine mögliche Wechselwirkung mit dem Mittel Losartan. In einer kleinen Studie mit zwölf gesunden Männern bremste die Pflanze, wie gut der Körper Losartan in seinen Wirkstoff umbaut.11 Das ist ein Hinweis, kein Beweis. Wer Losartan nimmt, sollte Mariendistel deshalb vorher mit der Arztpraxis besprechen.
So wurde gemessen
Kann Mariendistel der Leber schaden?
Ob die Pflanze selbst der Leber schaden kann, ist ungeklärt, ein Warnsignal gibt es aber. Es stammt aus einer Studie aus China, in der 370 Menschen zu Beginn einer Behandlung gegen Tuberkulose Kapseln mit Mariendistel oder Vitamin C bekamen. Mögliche Leberschäden traten dort mit den Kapseln bei 43,7 gegenüber 35,8 Prozent auf, ein noch nicht gesicherter Unterschied, und nach einer strengeren Zählweise lag der Anteil mit ihnen gesichert höher; absolute Zahlen nennt die Zusammenfassung dafür nicht.12 In den meisten anderen Studien sanken die Leberwerte dagegen eher. Das Signal stammt damit von Menschen, die zugleich belastende Mittel gegen Tuberkulose nahmen.
Hinzu kommen Meldungen von Ärzten. In einer Sammlung schwerer Verdachtsfälle zu traditionellen Heilmitteln aus Asien tauchte Mariendistel ab und zu als mögliche Ursache auf, wobei dort am häufigsten erhöhte Leberwerte gemeldet wurden.13 Bewiesen ist damit nichts. Die EMA verlangt trotzdem, dass ernste Leberleiden vor einer Einnahme ärztlich ausgeschlossen sind.9 Sie ersetzt also keine Abklärung, und wer sie wegen einer Fettleber oder schlechter Leberwerte nimmt, braucht trotzdem den Befund vom Arzt.
Warnzeichen
Bei gelber Haut, gelben Augen, dunklem Urin oder hellem Stuhl ist sofort ärztliche Abklärung nötig, und bis dahin bleibt die Packung zu.
So wurde gemessen
- Tuberkulose-Studie: 370 Personen, Mariendistel-Kapsel oder Vitamin C; mögliche Leberschädigung 43,7 gegenüber 35,8 % (nicht gesichert), nach strengerer Definition 1,76-mal so häufig (1,14 bis 2,56).12
- Meldedaten: 713 schwere Verdachtsmeldungen aus Asien in der WHO-Datenbank 2016 bis 2021, Mariendistel in 1,5 % genannt.13
Für wen ist Mariendistel nicht geeignet?
Am klarsten ist die Lage bei einer Allergie gegen Korbblütler, denn hier rät die EMA klar von der Einnahme ab.9 Zu dieser großen Familie gehören etwa Ambrosia, Arnika und Kamille. Wie oft Mariendistel eine Allergie auslöst, ist ungeklärt, weil keine Studie mit Vergleichsgruppe das gezielt geprüft hat. Die EMA nennt Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Asthma und den allergischen Schock. Ein solcher Schock nach dem Essen von Mariendistelsamen ist auch als Einzelfall beschrieben.14
Notfall
Bei Atemnot, Schwellungen von Gesicht oder Zunge oder Kreislaufproblemen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Ob Mariendistel Kindern schadet, ist ungeklärt, und die EMA rät unter 18 Jahren ab, weil Daten fehlen.9 Geprüft wurden bisher nur kranke Kinder: In einer kleinen Placebo-Studie mit 50 Kindern mit Leukämie traten über vier Wochen mit dem Extrakt nicht mehr Nebenwirkungen auf als ohne.15 Für gesunde Kinder lässt sich daraus wenig ableiten.
Kann Mariendistel eine Thrombose auslösen?
Ob Mariendistel Blutgerinnsel fördert, ist ungeklärt, denn es gibt nur einen Einzelfall. Er handelt von einem 41 Jahre alten Mann, der ohne andere Ursache ein Gerinnsel in einer Beinvene bekam, während er Mariendistel nahm.16 Seine Ärzte hielten einen Zusammenhang für möglich und verwiesen auf Stoffe in der Pflanze, die ähnlich wie das Hormon Östrogen wirken könnten. Ein Fall beweist nichts. Wer aber schon einmal eine Thrombose hatte, sollte die Einnahme vorher ärztlich besprechen. Bei einem einseitig geschwollenen, schmerzenden Bein oder plötzlicher Atemnot ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Darf man Mariendistel in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Ob Mariendistel in Schwangerschaft oder Stillzeit dem Kind schadet, ist ungeklärt, und die EMA rät deshalb ab, weil die Sicherheit nicht belegt ist.9 In der Schwangerschaft gibt es keine einzige Studie, und auch Tierversuche dazu fehlen. Gerade in der Stillzeit wird sie trotzdem oft genommen, weil sie die Milchbildung anregen soll, was nach den bisherigen Studien zur Mariendistel beim Stillen unklar ist.
Zwei kleine Placebo-Studien mit je 50 stillenden Müttern melden keine Beschwerden, weder bei den Müttern noch bei den Babys,1718 und in einer davon fand sich in der Muttermilch kein nachweisbares Silymarin.18 Genau angeschaut wurden die Kinder aber kaum, und beide Studien liefen nur einige Wochen. Bei zu wenig Milch führt der erste Weg deshalb zu Hebamme oder Stillberatung, und die Einnahme gehört vorher mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen.
So wurde gemessen
- Stillende nach termingerechter Geburt: 50 Frauen, 420 mg Silymarin täglich oder Placebo über 63 Tage, keine Nebenwirkungen und keine Abbrüche.17
- Mütter von Frühgeborenen: 50 Frauen, mikronisiertes Silymarin oder Placebo; keine Nebenwirkungen bei Müttern und Säuglingen, Silymarin in der Milch nicht nachweisbar.18
Verträgt sich Mariendistel mit Medikamenten wie Blutverdünnern oder Blutdrucksenkern?
Ob Mariendistel die Wirkung anderer Mittel verändert, ist ungeklärt, bei manchen aber denkbar. Die meisten Arzneien baut die Leber mit bestimmten Enzymen ab, und genau diese hemmen Stoffe aus der Pflanze im Reagenzglas. Im Körper sieht es anders aus. Als neun gesunde Freiwillige zwei Wochen lang den Extrakt nahmen, liefen die wichtigsten Abbauwege fast wie vorher weiter.19 Eine Übersicht erklärt das so: Die Stoffe aus Silymarin gelangen kaum ins Blut und erreichen dort nie die Mengen, die im Labor wirken.20
Zwei Ausnahmen gibt es trotzdem. Beim Blutdrucksenker Losartan änderte die Pflanze bei gesunden Männern die Spiegel des Mittels und bremste den Umbau in den Wirkstoff.11 Beim Betablocker Talinolol lag der Spiegel bei 18 gesunden Männern mit der Pflanze höher als mit Placebo, weil eine Pumpe im Darm gehemmt wurde, die Arzneien sonst wieder hinausschafft; absolute Messwerte nennt die Zusammenfassung nicht.21 Dazu kommt der Fall eines Mannes unter dem Blutverdünner Warfarin, dessen Gerinnungswert von 2,6 auf 4,1 stieg, nachdem er ein Präparat zur „Leberreinigung“ mit Mariendistel begonnen hatte, und nach dem Absetzen wieder fiel.22
Wer Mittel gegen Blutgerinnsel, gegen hohen Blutdruck oder mit enger Dosis nimmt, sollte die Pflanze deshalb vorher mit Arztpraxis oder Apotheke besprechen. Bei Warfarin oder Phenprocoumon lohnt es sich zudem, den Gerinnungswert nach dem Start prüfen zu lassen.
So wurde gemessen
- Abbauenzyme: 9 Freiwillige, standardisierter Extrakt dreimal täglich über 14 Tage, Mischung aus 4 Testmedikamenten; kein gesicherter Einfluss auf CYP1A2, CYP2C9, CYP2D6 und CYP3A4.19
- Losartan: 12 gesunde Männer, dreimal 140 mg Silymarin über 14 Tage; Losartan-Spiegel bei einem Teil der Männer höher, Bildung des Wirkstoffs in allen Gruppen geringer.11
- Talinolol: 18 gesunde Männer, 420 mg Silymarin täglich oder Placebo im Wechsel; Gesamtmenge im Blut um 36 % höher.21
- Warfarin: Einzelfall, INR von 2,6 auf 4,1 nach Beginn eines Präparats mit 200 mg Mariendistel.22
Unsere Einordnung
Mariendistel ist für Erwachsene nach den Studien gut verträglich und macht nicht dick. Bei einer Allergie gegen Korbblütler, unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist von ihr abzuraten, und wer Blutverdünner oder Blutdrucksenker nimmt, sollte sie nur nach Rücksprache einnehmen. Gelbe Haut oder Augen sind ein Grund, sofort aufzuhören.
Häufige Fragen
Hat Silymarin andere Nebenwirkungen als Mariendistel?
Nein, in fast allen Studien war Silymarin der standardisierte Extrakt aus Mariendistelfrüchten. Was dort über Nebenwirkungen herauskam, gilt deshalb für beide Begriffe; zu Tee und ganzen Samen gibt es keine eigenen Daten.
Löst Mariendistel Histamin-Beschwerden aus?
Dazu gibt es keine Studie. Allergische Reaktionen wie Nesselsucht oder Juckreiz nennt die europäische Arzneimittelbehörde mit unbekannter Häufigkeit, vor allem bei Menschen mit Allergie gegen Korbblütler.9
Wie lange kann man Mariendistel ohne Nebenwirkungen nehmen?
Die längsten Studien liefen bis zu vier Jahre, ohne dass Nebenwirkungen häufiger waren als unter Placebo.5 Für eine Einnahme darüber hinaus und für Gesunde, die Mariendistel ohne Erkrankung nehmen, fehlen Daten.
Weiterlesen


Alle Themen zu Mariendistel
Alle 22 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mohammadi et al. 2024, Antioxidants (Basel) | 33 kontrollierte Studien, 1.943 Pers. | BMI und Körpergewicht nicht signifikant verändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 2 | Soleymani et al. 2022, Phytother Res | 11 klinische Studien | BMI nicht signifikant verändert | Meta-Analyse |
| 3 | Malik et al. 2024, Can Liver J | 9 klinische Studien, MASLD | ALT MD −17,12, AST MD −12,56, Triglyceride gesenkt; GGT, Cholesterin, LDL, HOMA-IR und BMI nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 4 | Loguercio et al. 2012, Free Radic Biol Med | 179 Pers. mit NAFLD (Gewebeprobe), Silibinin-Phosphatidylcholin plus Vitamin E oder Placebo, 12 Monate, 138 ausgewertet | Leberwerte, HOMA und Gewebebefund nur unter dem Komplex gebessert; Gewicht nicht gestiegen; Nebenwirkungen Durchfall, Geschmacksstörung, Juckreiz | Placebo-RCT (Kombinationspräparat) |
| 5 | Rambaldi et al. 2007, Cochrane Database Syst Rev | alkohol- und virusbedingte Lebererkrankung, ALT in 6 RCTs, 365 Pers. | ALT im Random-Effects-Modell −3,96 U/l (−12,59 bis 4,68), nicht signifikant; in hochwertigen Studien kein Effekt | Cochrane-Review |
| 6 | Wang et al. 2025, Cochrane Database Syst Rev | 17 RCTs, 2.069 Erwachsene mit MASLD, 4 bis 48 Wochen, GRADE | Silymarin allein gegen Placebo/keine Behandlung: ALT MD −7,21 U/l (−10,62 bis −3,80; 6 RCTs, 409 Pers.), sehr niedrige Evidenz; Silibinin-Komplex gegen Placebo ALT, AST, GGT nicht signifikant; gegen andere Mittel kein Unterschied; Nutzen und Schaden unklar | Cochrane-Review (Gewissheit sehr niedrig) |
| 7 | Fried et al. 2012, JAMA | 154 Pers. mit chronischer Hepatitis C nach erfolgloser Interferon-Therapie, 420 oder 700 mg 3-mal täglich oder Placebo, 24 Wochen | ALT-Ziel bei je 2 Pers. pro Gruppe (3,8 bis 4,0 %, p ≥ 0,99); ALT, Viruslast und Lebensqualität nicht verschieden; Nebenwirkungen wie Placebo | Placebo-RCT (größte) |
| 8 | Zhang et al. 2025, Asia Pac J Clin Nutr | 25 Studien, 2.283 Pers. mit NAFLD, Silymarin allein oder kombiniert | ALT nur in Kombination mit Diät oder Lebensstil signifikant gesenkt; LDL durch Silymarin allein SMD −0,25; mehr Nebenwirkungen RR 1,98 (1,11 bis 3,54) | Meta-Analyse (Kombinationen) |
| 9 | EMA/HMPC 2018, Europäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel | EU-Monographie zu Mariendistelfrüchten (EMA/HMPC/294187/2013), Fassung 2018 | nur traditionelle Anwendung (Verdauungsbeschwerden, Unterstützung der Leberfunktion nach ärztlichem Ausschluss ernster Erkrankungen); nicht unter 18 Jahren, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit; Gegenanzeige Korbblütler-Allergie; bei Gelbsucht oder verfärbtem Urin/Stuhl sofort zum Arzt | Behördenmonographie |
| 10 | Jin et al. 2024, Lipids Health Dis | 83 Pers. mit MASLD, 103,2 mg Silymarin/Tag oder Placebo, 24 Wochen | Lebersteifigkeit −0,21 vs. +0,41 kPa (p = 0,015), GGT gesenkt; Leberfett (CAP), Transaminasen, APRI, FIB-4 unverändert | Placebo-RCT (Elastographie) |
| 11 | Han et al. 2009, Eur J Clin Pharmacol | 12 gesunde Männer mit bekanntem CYP2C9-Genotyp, 3-mal 140 mg, 14 Tage, Crossover | Losartan-AUC bei CYP2C9*1/*1 erhöht, Wirkmetabolit E-3174 in beiden Gruppen vermindert | Pharmakokinetik-Studie (Losartan) |
| 12 | Zhang et al. 2016, J Gastroenterol Hepatol | 370 Tuberkulose-Pat. in China, Mariendistel-Kapsel oder Vitamin C | kein Schutz; mögliche Leberschädigung 43,7 vs. 35,8 %, RR 1,23 (0,94 bis 1,54); strengere Definition RR 1,76 (1,14 bis 2,56) | RCT (größte, Gegenbefund) |
| 13 | N et al. 2025, BMC Complement Med Ther | 713 schwere Verdachtsmeldungen zu traditionellen Mitteln aus Asien, WHO-Datenbank 2016 bis 2021 | Mariendistel in 1,5 % der Meldungen als Verdachtsmittel; häufigste Reaktionen insgesamt Leberwerterhöhungen; Zusammenhang nicht bewiesen | Meldedaten (WHO) |
| 14 | Planas-Vinos et al. 2025, J Investig Allergol Clin Immunol | Fallbericht (nur Titel verfügbar) | allergischer Schock nach dem Verzehr von Mariendistelsamen | Fallbericht (nur Titel) |
| 15 | Ladas et al. 2010, Cancer | 50 Kinder mit akuter lymphatischer Leukämie und Leberschädigung, Mariendistel oder Placebo, 28 Tage | Tag 28 ALT, AST, Bilirubin unverändert; Tag 56 AST niedriger (p = 0,05), ALT-Trend (p = 0,07); keine Abschwächung der Chemotherapie im Labor | Placebo-RCT (Kinder) |
| 16 | Lindner et al. 2025, JACC Case Rep | 1 Mann, 41 Jahre, ohne erkennbare andere Ursache | tiefe Beinvenenthrombose während der Einnahme von Mariendistel; Zusammenhang vom Behandlungsteam für möglich gehalten | Fallbericht |
| 17 | Di Pierro et al. 2008, Acta Biomed | 50 Stillende, 420 mg/Tag oder Placebo, 63 Tage | keine Nebenwirkungen, keine Abbrüche | Placebo-RCT (Stillzeit) |
| 18 | Peila et al. 2015, Pediatr Med Chir | 50 Mütter von Frühgeborenen (unter 32 Wochen), mikronisiertes Silymarin oder Placebo | keine Nebenwirkungen bei Müttern und Säuglingen; Silymarin in der Muttermilch nicht nachweisbar | Placebo-RCT (Stillzeit) |
| 19 | Kawaguchi-Suzuki et al. 2014, Drug Metab Dispos | 9 gesunde Freiwillige, standardisierter Extrakt 3-mal täglich, 14 Tage, Cocktail aus 4 Testmedikamenten | kein signifikanter Einfluss auf CYP1A2, CYP2C9, CYP2D6 oder CYP3A4/5 | Pharmakokinetik-Studie (vorher/nachher) |
| 20 | Tvrdý et al. 2021, Med Res Rev | systematischer Review zur Pharmakokinetik und zu Wechselwirkungen der Silymarin-Flavonolignane | Flavonolignane werden schlecht aufgenommen; die im Labor hemmenden Konzentrationen sind meist zu hoch, um im Körper relevant zu sein; die meisten Studien am Menschen fanden keine Wechselwirkungen | Systematischer Review |
| 21 | Han et al. 2009, Xenobiotica | 18 gesunde Männer, Silymarin 420 mg/Tag oder Placebo, Crossover, Betablocker Talinolol | Talinolol-AUC +36 %, Höchstspiegel signifikant höher (Hemmung von P-Glykoprotein) | Pharmakokinetik-Studie (Placebo-Crossover) |
| 22 | Lash et al. 2020, J Clin Pharm Ther | 1 Mann in den Dreißigern unter Warfarin, „Leberreinigungs“-Präparat mit 200 mg Mariendistel | INR stieg von 2,64 auf 4,12 und normalisierte sich nach dem Absetzen | Fallbericht |
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