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Eisen · 26 Quellen ausgewertet

Eisentabletten: Wie viel, wann und in welcher Form?

Morgens nüchtern oder abends zum Essen, täglich oder jeden zweiten Tag, Sulfat oder Bisglycinat: Zu Eisentabletten kursieren viele Regeln. Einige davon haben Studien direkt verglichen.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202626 QuellenLesezeit 9 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Eisen als Tablette behebt eine Blutarmut durch Eisenmangel wahrscheinlich, Vorteile zeigten sich aber nur bei nachgewiesenem Mangel. Die Einnahme jeden zweiten Tag hob den Blutwert nicht anders als die tägliche. Eisenbisglycinat wirkte bei Schwangeren wahrscheinlich etwas besser und wurde besser vertragen als klassische Eisensalze, Polymaltose brachte beim Blutwert keinen Vorteil. Bauchbeschwerden sind die typische Nebenwirkung, Infusionen gehören in ärztliche Hand.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Was bringen Eisentabletten und andere Eisenpräparate?
  2. Wie viel Eisen pro Tag?
  3. Eisentabletten einnehmen: Wann am besten, morgens oder abends?
  4. Einnahme von Eisentabletten: täglich oder jeden zweiten Tag?
  5. Welche Eisentabletten sind gut verträglich?
  6. Wie schnell wirken Eisentabletten, und wie lange sollte man sie nehmen?
  7. Eisentabletten oder Eiseninfusion: Wann ist eine Infusion sinnvoll?

In der Packungsbeilage steht meist ein knapper Satz, in Foren dagegen stehen ganze Rituale: Eisen nur nüchtern, nur mit Orangensaft, nie zusammen mit dem Frühstückskaffee, am besten jeden zweiten Tag. Manches davon ist gut begründet, anderes überlebt vor allem durch Wiederholung. Genau diese Regeln haben Forschende in den letzten Jahren in direkten Vergleichen geprüft. Das Ergebnis ist in einem Punkt eindeutig und in anderen überraschend unspektakulär.

Was bringen Eisentabletten und andere Eisenpräparate?

Eisentabletten bringen vor allem dann etwas, wenn dem Körper tatsächlich Eisen fehlt. Das zeigt sich am deutlichsten bei einer Blutarmut. Bei Frauen im gebärfähigen Alter senkten sie das Risiko einer Blutarmut in einer Cochrane-Auswertung wahrscheinlich um rund 60 Prozent, und am stärksten profitierten Frauen, die tatsächlich einen Mangel hatten.1 Dagegen ist die Lage für andere erhoffte Wirkungen, von mehr Energie bis zu kräftigerem Haar, dünn. Wo sich überhaupt ein Vorteil zeigte, dann nur bei leeren Speichern, wie die Studien zu den Symptomen von Eisenmangel zeigen.

Daraus folgt die wichtigste Regel. Eisen gehört nicht auf Verdacht in den Alltag, sondern erst nach einem Bluttest, der einen Mangel zeigt und dessen Ursache gesucht wurde. Ohne Mangel bleiben vor allem die Nebenwirkungen, und bei manchen Menschen kann sich Eisen im Körper anreichern, was sich am Ferritinwert im Blut ablesen lässt.

Wie viel Eisen pro Tag?

Eine feste Tagesmenge für alle gibt es nicht, denn wie viel Eisen nötig ist, hängt vom Befund ab und gehört in ärztliche Hand. In Studien mit Frauen, deren Speicher leer waren, lagen die Mengen meist zwischen 60 und 100 mg Eisen pro Gabe.23 Doch mehr ist nicht automatisch besser. Als Forschende die Dosis versechsfachten, nahm der Körper nur etwa dreimal so viel Eisen auf, weil jede größere Portion das Hormon Hepcidin anwirft, das die Aufnahme im Darm drosselt.4

Kleinere Mengen sind oft verträglicher und manchmal genauso wirksam. In einer Studie mit Klinikpatienten über achtzig, die an Blutarmut litten, wirkten 15 mg täglich genauso gut wie 50 oder 150 mg, nur mit deutlich weniger Beschwerden.5 Ähnlich klar fiel ein kleiner Vergleich mit jungen Frauen aus.

Wer in diesem Vergleich 100 mg auf einmal schluckte, hatte fast immer Bauchbeschwerden. Mit zwei winzigen Portionen traf es kaum jemanden.6 Hinzu kommt eine Obergrenze für die Einnahme ohne ärztliche Begleitung. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält für Erwachsene 40 mg Eisen am Tag aus allen Quellen zusammen für sicher.7 Höher dosierte Präparate sollten deshalb nur nach einem Bluttest und in Absprache mit der Praxis eingenommen werden.

So wurde gemessen
  • Aufnahme und Dosis: 54 junge Frauen mit Ferritin bis 20 µg/L bekamen morgens nüchtern 40 bis 240 mg markiertes Eisensulfat. Aus der sechsfachen Menge wurden statt 6,7 nur 18,1 mg aufgenommen; ab 60 mg blieb Hepcidin 24 Stunden erhöht, und die Aufnahme am Folgetag sank um 35 bis 45 %.4
  • Ältere Menschen: 90 Klinikpatienten über 80 Jahre, 60 Tage lang 15, 50 oder 150 mg täglich; gleiche Wirkung, mehr Beschwerden mit höherer Dosis.5
  • Junge Frauen: 30 Teilnehmerinnen, 4 Wochen 100 mg einmal täglich zum Essen oder 2 × 6 mg nüchtern; Magen-Darm-Beschwerden bei 87 % gegenüber 7 %.6
  • Obergrenze: EFSA, sichere Zufuhr 40 mg Eisen pro Tag aus allen Quellen für Erwachsene.7

Eisentabletten einnehmen: Wann am besten, morgens oder abends?

Am besten untersucht ist die Einnahme morgens auf nüchternen Magen, weil fast alle Aufnahmestudien so vorgingen.43 Einen direkten Vergleich von morgens und abends gibt es in diesen Studien nicht. Dafür ist ein anderer Befund eindeutig. Zwei Portionen am selben Tag brachten nicht mehr Eisen in den Körper als eine einzige große, trieben aber das Hepcidin stärker in die Höhe.3 Damit ist eine Portion am Tag sinnvoller als die früher übliche Aufteilung auf morgens und abends.

Wem Eisen auf leeren Magen Übelkeit bereitet, kann es auch zu einer Mahlzeit nehmen, selbst wenn dann etwas weniger davon im Blut ankommt. Auch Kaffee, Tee und calciumreiche Lebensmittel bremsen in Messungen die Aufnahme, ob das den Behandlungserfolg schmälert, ist allerdings ungeklärt. Sicherheitshalber lohnt etwas Abstand zwischen der Tablette und Kaffee, Tee oder Calcium.

Einnahme von Eisentabletten: täglich oder jeden zweiten Tag?

Beim Blutwert macht es keinen Unterschied, ob Eisen täglich oder jeden zweiten Tag genommen wird, obwohl die Idee dahinter einleuchtet. Nach jeder größeren Portion bleibt das Hepcidin etwa einen Tag lang erhöht und bremst die Aufnahme der nächsten.4 Wenn ein Tag Pause dazwischen liegt, nimmt der Darm von jeder Tablette anteilig mehr auf. In einer Schweizer Studie mit jungen Frauen war es gut ein Fünftel statt eines Sechstels.3

Doch am Ende zählt, was im Blut ankommt, und da gleichen sich beide Wege. Eine Auswertung von elf Vergleichsstudien mit rund tausend Menschen mit Blutarmut fand beim Hämoglobin keinen sicheren Unterschied, mit leichtem Vorsprung sogar für die tägliche Einnahme.8 Auch die größte Einzelstudie mit 200 Erwachsenen sah nach acht Wochen keinen.9 Ein Vorteil der Einnahme jeden zweiten Tag ist beim Blutwert damit eher nicht zu erwarten.

Bei der Verträglichkeit ist das Bild gemischt. In einer Studie mit jungen Frauen, die dieselbe Gesamtmenge entweder täglich oder jeden zweiten Tag nahmen, hatten die täglich Behandelten deutlich öfter Bauchbeschwerden, und ein halbes Jahr später war der Mangel bei ihnen häufiger zurück.2 Dagegen fand die Sammelauswertung insgesamt gleich viele Nebenwirkungen, nur einen metallischen Geschmack öfter bei täglicher Einnahme.8 Wer tägliches Eisen schlecht verträgt, kann den Rhythmus mit der Praxis besprechen. Schneller ans Ziel führt der Wechsel allerdings nicht.

So wurde gemessen
  • Sammelauswertung: 11 Vergleichsstudien, 1.014 Personen mit Eisenmangelanämie. Hämoglobin mit täglicher Einnahme +0,28 g/dL (p = 0,06, nicht signifikant); Nebenwirkungen RR 1,07.8
  • Größte Einzelstudie: 200 Erwachsene, 120 mg jeden zweiten Tag oder 60 mg täglich über 8 Wochen; Hämoglobin +1,05 gegenüber +1,36 g/dL (p = 0,47).9
  • Aufnahme: 40 Frauen, 60 mg morgens; aufgenommen wurden 16,3 % bei täglicher Gabe und 21,8 % bei Gabe jeden zweiten Tag.3
  • Verträglichkeit: 150 Frauen, 100 mg täglich über 90 Tage oder jeden zweiten Tag über 180 Tage; Ferritin am Ende gleich, Magen-Darm-Beschwerden täglich häufiger (Verhältnis 1,56), Eisenmangel nach 6 Monaten seltener mit Pausentagen.2

Welche Eisentabletten sind gut verträglich?

Bei Bauchbeschwerden ist der Schaden belegt, sie sind die typische Nebenwirkung aller Eisentabletten. Mit dem verbreiteten Eisensulfat traten sie in zwanzig Placebo-Studien mit gut dreitausend Erwachsenen klar gehäuft auf, verglichen mit einem Scheinpräparat. Anteile je Gruppe nennt diese Auswertung nicht.10 Wie stark die Einzelmenge zählt, zeigte der Vergleich weiter oben: Mit der großen Einzelmenge hatten 87 Prozent der Frauen Beschwerden, mit den kleinen Portionen 7 Prozent.6 Dazu zählen vor allem Verstopfung, Bauchschmerzen und Sodbrennen, und bei Frauen ist auch für Durchfall ein Schaden wahrscheinlich.1 Verträglicher wird es meist mit einer kleineren Menge oder mit Pausentagen, und welche weiteren Nebenwirkungen von Eisentabletten bekannt sind, ist ebenfalls gut erforscht.

Harmlos ist dagegen schwarzer Stuhl, auch wenn mangels großer Studien ungeklärt ist, wie oft Eisen ihn auslöst.7 Er entsteht aus Eisen, das der Darm nicht aufgenommen hat, und nimmt mit der Dosis zu. In zwei Studien mit 482 Schwangeren hatten mit einer kleinen Menge Bisglycinat 8 gegenüber 31 Prozent mit der doppelten Menge Eisensulfat dunklen Stuhl.11 Ein Schaden ist das nicht.

Warnzeichen

Teerartiger, klebriger schwarzer Stuhl zusammen mit Schwindel, Blässe oder Bauchschmerzen kann auf eine Blutung im Magen-Darm-Trakt hinweisen. Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Eisenbisglycinat: Was ist das, und was bringt es?

Eisenbisglycinat ist Eisen, das an die Aminosäure Glycin gebunden ist, und es wirkt wahrscheinlich etwas besser als klassische Eisensalze wie Eisensulfat. Das gilt zumindest für Eisentabletten in der Schwangerschaft. In einer Auswertung von neun Vergleichsstudien stieg ihr Hämoglobin damit etwas stärker, und Magen-Darm-Beschwerden traten nur etwa ein Drittel so oft auf.12 Dabei wurde nur mit anderen Eisenpräparaten verglichen, nicht mit einem Scheinpräparat.

Für andere Gruppen ist die Lage dünner. Bei Kindern fand sich kein Unterschied zu anderen Eisenformen. Für Männer und für Frauen außerhalb der Schwangerschaft gab es nur vier Studien, zu wenige für eine gemeinsame Rechnung.12 Ob der Vorsprung auch für sie gilt, lässt sich deshalb noch nicht sagen.

So wurde gemessen
  • Formvergleich: 17 Studien von mindestens 4 Wochen, Bisglycinat gegen andere Eisenpräparate. Schwangere (9 Studien): Hämoglobin SMD 0,54, Magen-Darm-Beschwerden IRR 0,36. Kinder (4 Studien): kein Unterschied bei Hämoglobin und Ferritin. Übrige Erwachsene (4 Studien) nur beschreibend ausgewertet.12

Liposomales Eisen: Besser als normale Eisentabletten?

Ob liposomales Eisen besser wirkt, ist unklar, weil die Studien sich widersprechen und Erwachsene fehlen. Gemeint ist Eisen, das in winzige Fettbläschen verpackt ist und so den Magen schonen soll. Verglichen wurde es bisher fast nur bei Kindern mit Blutarmut. In einer Auswertung von vier Studien lag ihr Hämoglobin nach einem halben Jahr etwas höher, zu früheren Zeitpunkten aber nicht, und Nebenwirkungen waren seltener.13 Einzelstudien sahen mal das herkömmliche, mal das liposomale Eisen vorn.1415 Für Erwachsene ohne Nierenerkrankung fehlt eine kontrollierte Vergleichsstudie bislang ganz.

Eisen(III)-Polymaltose: Ein Vorteil gegenüber Eisensulfat?

Beim Blutwert hat Polymaltose keinen Vorteil gegenüber Eisensulfat. Gemeint ist dreiwertiges Eisen, das an einen Zuckerkomplex gebunden ist. In sechs Vergleichsstudien mit Erwachsenen mit Eisenmangelanämie stieg das Hämoglobin mit beiden Formen gleich stark, das Ferritin mit Polymaltose sogar etwas weniger.16 Beschwerden traten mit Polymaltose zwar seltener auf, doch nur eine der Studien war doppelblind, also so angelegt, dass weder Teilnehmende noch Behandelnde wussten, wer welches Präparat bekam. Für eine bessere Wirkung von Polymaltose spricht diese Studienlage eher nicht.

Wie schnell wirken Eisentabletten, und wie lange sollte man sie nehmen?

Eisentabletten wirken über Wochen, nicht über Tage. Bei Erwachsenen mit Blutarmut stieg das Hämoglobin in acht Wochen um gut einen Punkt,9 und der Speicherwert Ferritin zog in Studien mit Sportlern erst nach sechs bis acht Wochen spürbar an.17 Dabei dauert es länger, die Speicher aufzufüllen, als die Blutarmut zu beheben. In der Vergleichsstudie mit jungen Frauen nahmen die einen drei Monate lang täglich Eisen, die anderen sechs Monate lang jeden zweiten Tag, und erst danach lag ihr Ferritin bei gut 40.2

Wie lange genau, entscheidet der Verlauf. Eine Kontrolle von Hämoglobin und Ferritin nach einigen Wochen bis Monaten ist sinnvoll, denn eine Dauereinnahme ohne Mangel kann zu viel Eisen im Blut bewirken. Bleibt die Besserung trotz regelmäßiger Einnahme aus, stellt sich die Frage nach einer anderen Ursache oder nach einer Infusion.

Eisentabletten oder Eiseninfusion: Wann ist eine Infusion sinnvoll?

Eine Infusion ist eine ärztliche Behandlung und kein Ersatz für Tabletten auf eigene Faust. Sie kommt infrage, wenn Tabletten nicht wirken, nicht vertragen werden oder es schnell gehen muss, und sie wird nur in Praxis oder Klinik gegeben. Alles, was in diesem Abschnitt folgt, gilt nur für Infusionen. Damit sagen diese Studien nichts über Tabletten.

Den Blutwert hebt eine Infusion etwas stärker als Tabletten.18 Eine Bluttransfusion erspart sie Erwachsenen mit Blutarmut nach der wichtigsten Auswertung von acht Studien aber eher nicht.19 Auch dem Denken half sie eher nicht. In drei Placebo-Studien mit Blutspendern, erschöpften Frauen und Herztransplantierten schnitten die Behandelten in Gedächtnis- und Reaktionstests nicht besser ab.202122

Dazu kommen eigene Risiken, die es bei Tabletten so nicht gibt, und beim Phosphatmangel ist der Schaden belegt. Über 42 Studien gerechnet fiel der Phosphatwert im Blut nach dem häufig verwendeten Präparat Eisencarboxymaltose bei 47 gegenüber 4 Prozent der Behandelten nach Eisenisomaltosid zu tief, bei vielen bis zum Studienende nach drei Monaten.2324 Zudem sind nach wiederholten Infusionen Knochenerweichung und Ermüdungsbrüche beschrieben.25 Ob schwere allergische Reaktionen nach Infusionen gehäuft vorkommen, ist dagegen ungeklärt. Die einzige Auswertung fand sie selten, und schwere Nebenwirkungen insgesamt nahmen nicht zu.26 Zur Sicherheit bleiben Behandelte nach der Gabe trotzdem eine Weile unter Beobachtung.

So wurde gemessen
  • Blutwert: Infusion gegenüber Tabletten Hämoglobin +0,53 g/dL, Sterblichkeit unverändert.18
  • Bluttransfusion: Infusion gegen keine Eisengabe, 8 Studien mit 1.315 Personen, kein gesicherter Unterschied bei sehr unsicheren Daten.19
  • Denkleistung: 290 erschöpfte Frauen,20 79 Blutspender21 und 94 Herztransplantierte,22 jeweils Infusion gegen Placebo, ohne Vorteil in den Haupttests.
  • Phosphat: nach Eisencarboxymaltose RR 7,9 gegenüber Eisenisomaltosid (8 Studien, 5.989 Personen);23 Häufigkeit 47 % gegenüber 4 %, bei bis zu 45 % noch nach 3 Monaten.24 Knochenerweichung in 28 Fallberichten mit 30 Betroffenen.25
  • Allergie: schwere Infusionsreaktionen RR 2,47 gegenüber Tabletten, keinem Eisen oder Placebo; schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht häufiger.26

Warnzeichen nach einer Infusion

Treten nach dem Verlassen der Praxis Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufprobleme auf, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Unsere Einordnung

Eisentabletten lohnen sich bei nachgewiesenem Mangel, nicht auf Verdacht. Eine Portion täglich oder jeden zweiten Tag hebt den Blutwert gleich gut, kleinere Mengen werden oft besser vertragen. Bisglycinat schneidet bei Schwangeren besser ab als klassische Salze, für liposomales Eisen und Polymaltose fehlt ein klarer Vorteil. Infusionen sind Sache der Ärztin oder des Arztes.

Häufige Fragen

Kann man Eisen auch abends einnehmen?

Ja. Einen direkten Vergleich von morgens und abends gibt es nicht, die meisten Aufnahmestudien gaben Eisen morgens auf nüchternen Magen. Wichtiger als die Uhrzeit ist offenbar, Eisen nicht auf zwei Portionen am selben Tag zu verteilen.3

Welche Eisentabletten sind die besten?

Die eine beste Tablette gibt es nicht. Im Vergleich mit klassischen Eisensalzen schnitt Bisglycinat bei Schwangeren am besten ab,12 für andere Formen fehlt ein klarer Vorteil. Entscheidend sind eine passende Menge und dass die Tablette vertragen wird.

Sind Eisentabletten mit 100 mg zu hoch dosiert?

Das hängt vom Befund ab. Bei nachgewiesenem Mangel waren 100 mg in Studien üblich,2 ohne ärztliche Begleitung hält die EU-Lebensmittelbehörde aber 40 mg am Tag aus allen Quellen für die sichere Grenze.7 Hohe Einzelportionen verursachen zudem häufiger Bauchbeschwerden.6

Machen Eisentabletten Durchfall?

Manchmal. Bei Frauen kam Durchfall mit Eisen wahrscheinlich etwa doppelt so oft vor wie ohne.1 Häufiger sind Verstopfung, Bauchschmerzen und Sodbrennen, und eine kleinere Menge oder Pausentage machen die Einnahme oft verträglicher.102

Eisen-Supplement als Kapsel oder Tablette: Was ist besser?

Dazu gibt es keine Vergleichsstudien. Untersucht sind die Eisenform und die Menge: Bisglycinat schnitt bei Schwangeren besser ab als klassische Eisensalze,12 und kleinere Mengen wurden besser vertragen.5

Warum stinkt der Stuhlgang bei Eisentabletten?

Dazu gibt es keine Studien. Sicher ist nur, dass ein Teil des Eisens den Darm unverdaut verlässt und den Stuhl dunkel färbt, was harmlos ist.11

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Alle 26 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Low et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev67 Studien, 8.506 menstruierende Frauen, tägliches Eisen gegen Placebo oder keine EinnahmeAnämie RR 0,39; Durchfall/weicher Stuhl RR 2,13 (6 Studien, 604 Frauen)Cochrane-Review
2von Siebenthal et al. 2023, EClinicalMedicine150 junge Frauen mit Ferritin bis 30 µg/L; 100 mg Eisen täglich für 90 Tage oder jeden zweiten Tag für 180 TageFerritin 43,8 gegenüber 44,8 µg/L; Magen-Darm-Beschwerden täglich häufiger (1,56); Eisenmangel nach 6 Monaten seltener mit Einnahme jeden zweiten TagRCT (Schemavergleich)
3Stoffel et al. 2017, Lancet Haematol2 Aufnahmestudien, 40 und 20 Frauen mit leeren Eisenspeichern, Eisen morgens nüchternAufnahme 16,3 % (täglich) gegenüber 21,8 % (jeden zweiten Tag); zwei Portionen am Tag nicht mehr aufgenommen als eine, Hepcidin höherRCT (Aufnahmestudie)
4Moretti et al. 2015, Blood54 junge Frauen ohne Anämie mit Ferritin bis 20 µg/L, 40 bis 240 mg markiertes Eisensulfat morgens nüchternHepcidin 24 Stunden nach 60 mg und mehr erhöht, Aufnahme am Folgetag 35 bis 45 % geringer; sechsfache Dosis nur dreifache Aufnahme (6,7 bis 18,1 mg)Aufnahmestudie
5Rimon et al. 2005, Am J Med90 Klinikpatienten über 80 mit Eisenmangelanämie, 15, 50 oder 150 mg Eisen täglich, 60 Tage15 mg so wirksam wie höhere Dosen, Nebenwirkungen mit höherer Dosis häufigerRCT (Dosisvergleich)
6Schubert et al. 2026, Nutrients30 Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie, 100 mg einmal täglich oder 2 × 6 mg, 4 WochenMagen-Darm-Beschwerden 87 % gegenüber 7 %RCT (Dosisvergleich)
7EFSA 2024, EFSA JBewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu Eisensichere Zufuhr 40 mg Eisen pro Tag für Erwachsene; schwarzer Stuhl als einziger dosisabhängiger BefundBehördengutachten
8Dhanvijay et al. 2025, BMC Pharmacol Toxicol11 RCTs, 1.014 Personen mit Eisenmangelanämie, täglich gegen jeden zweiten TagHämoglobin +0,28 g/dL zugunsten täglich, nicht signifikant; Nebenwirkungen RR 1,07; Metallgeschmack bei täglicher Einnahme häufigerMeta-Analyse
9Pasupathy et al. 2023, Sci Rep200 Erwachsene mit Eisenmangelanämie, 120 mg jeden zweiten Tag oder 60 mg täglich, 8 WochenHämoglobin +1,05 gegenüber +1,36 g/dL (p = 0,47)RCT (Schemavergleich)
10Tolkien et al. 2015, PLoS One43 RCTs, 6.831 Erwachsene; 20 Studien mit Placebo, 3.168 PersonenMagen-Darm-Nebenwirkungen mit Eisensulfat OR 2,32Meta-Analyse
11Milman & Bergholt 2024, J Pregnancy2 doppelblinde RCTs, 482 Schwangere, verschiedene Eisenformen und Dosenschwarzer Stuhl 8 % (25 mg Bisglycinat), 22 % (40 mg Fumarat), 31 % (50 mg Sulfat)RCT (Dosis- und Formvergleich)
12Fischer et al. 2023, Nutr Rev17 RCTs Eisenbisglycinat gegen andere Eisenpräparate; Schwangere 9, Kinder 4, übrige 4 StudienSchwangere: Hämoglobin SMD 0,54, Magen-Darm-Nebenwirkungen IRR 0,36; Kinder ohne UnterschiedMeta-Analyse
13Alharran et al. 2026, Eur J Pediatr4 RCTs, 454 Kinder mit Eisenmangelanämie, liposomales gegen herkömmliches EisenHämoglobin nach 6 Monaten +0,96 g/dL, früher kein Unterschied; Nebenwirkungen RR 0,29Meta-Analyse (Kinder)
14Rangaraj et al. 2025, Cureus98 Kinder mit Eisenmangelanämie, herkömmliches gegen liposomales Eisen, 1 MonatHämoglobin mit herkömmlichem Eisen stärker gestiegenRCT (Vergleich)
15Bahbah et al. 2025, Clin Exp Pediatr192 Kinder mit Eisenmangelanämie, liposomales Eisen gegen Polymaltose-EisenHämoglobin mit liposomalem Eisen stärker gestiegenRCT (Vergleich)
16Toblli & Brignoli 2007, Arzneimittelforschung6 Vergleichsstudien, 557 Erwachsene mit Eisenmangelanämie, Polymaltose gegen EisensulfatHämoglobin gleich (Differenz 0,01 g/dL); Nebenwirkungen 14,9 % gegenüber 34,1 %; Ferritin mit Polymaltose niedrigerMeta-Analyse
17Šmid et al. 2024, Sports Med13 RCTs, 449 gesunde Sportler, EisentablettenFerritin stieg, Wirkung erst ab 6 bis 8 WochenMeta-Analyse
18Clevenger et al. 2016, Eur J Heart Fail64 RCTs, 9.004 Erwachsene mit Anämie, Tabletten und InfusionenInfusion gegenüber Tabletten Hämoglobin +0,53 g/dL; Sterblichkeit unverändertCochrane-Meta-Analyse
19Gurusamy et al. 2014, Cochrane Database Syst RevErwachsene mit Anämie; Infusion gegen keine Eisengabe 8 Studien, 1.315 PersonenBluttransfusion ohne gesicherten Unterschied, sehr geringe VertrauenswürdigkeitCochrane-Review
20Favrat et al. 2014, PLoS One290 erschöpfte Frauen mit Eisenmangel ohne Anämie, eine Infusion oder PlaceboDenktests insgesamt ohne UnterschiedRCT (Infusion)
21Hod et al. 2022, Blood79 Blutspender mit Eisenmangel, Infusion oder Placebokeine Wirkung auf Denkleistung oder WohlbefindenRCT (Infusion)
22Bürker et al. 2025, Clin Transplant94 Herztransplantierte mit Eisenmangel, Infusion oder Placebokeine Unterschiede in Reaktionszeit und GedächtnisRCT (Infusion)
23Bellos et al. 2020, Transfus Med Rev8 RCTs, 5.989 Personen, verschiedene InfusionspräparatePhosphatmangel nach Eisencarboxymaltose RR 7,9 gegenüber EisenisomaltosidNetzwerk-Meta-Analyse
24Schaefer et al. 2021, Br J Clin Pharmacol42 Studien mit Eisencarboxymaltose oder EisenisomaltosidPhosphatmangel 47 % gegenüber 4 %, bei bis zu 45 % nach 3 Monaten anhaltendMeta-Analyse
25Vilaca et al. 2022, J Bone Miner Res28 Fallberichte mit 30 BetroffenenKnochenerweichung nach meist wiederholten Infusionen, 20 mit ErmüdungsbrüchenAuswertung von Fallberichten
26Avni et al. 2015, Mayo Clin Proc103 RCTs, Eiseninfusion gegen Tabletten, kein Eisen oder Placeboschwere Infusionsreaktionen RR 2,47; schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht häufigerMeta-Analyse

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