Die kurze Antwort
Für die Gesundheit ist keine Zinkform als überlegen belegt. Kleine Messstudien fanden bei Bisglycinat, Picolinat und Histidin etwas höhere Zinkwerte als bei Gluconat oder Sulfat, Citrat schnitt wie Gluconat ab, Oxid etwas schlechter. Ob das im Alltag einen Unterschied macht, hat keine Studie geprüft. Klar ist nur ein Unterschied der Darreichung: Bei Erkältung halfen Lutschtabletten, geschluckte Tabletten nicht sicher.
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Wer im Regal nach Zink greift, steht vor einer Auswahl, die eher an ein Chemielabor erinnert: Gluconat, Citrat, Picolinat, Bisglycinat, dazu Lutschtabletten, Kapseln, Tropfen und Sprays. Fast jede Packung verspricht, ihre Form werde besonders gut aufgenommen. Doch wer hat das gemessen, und wie? Die Spur führt zu einer Handvoll kleiner Studien, oft mit kaum mehr als einem Dutzend Teilnehmenden, und zu einer einzigen Frage, bei der die Form tatsächlich den Ausschlag gibt: der Erkältung.
Wie wirken Zink-Tabletten?
Zink-Tabletten liefern ein Zinksalz, aus dem der Körper Zink aufnimmt. Das Metall ist immer dasselbe. Anders ist nur der Partner, an den es gebunden ist, etwa Gluconsäure, Zitronensäure oder die Aminosäure Glycin. Dieser Partner beeinflusst, wie gut sich das Salz löst, und er macht einen großen Teil des Gewichts aus: In 220 mg Zinksulfat stecken nur etwa 50 mg Zink.1
Was eine Tablette bewirkt, hängt deshalb vor allem davon ab, wofür sie genommen wird. Bei einem Zinkmangel soll sie die Speicher wieder auffüllen, und dafür muss vor allem genug Zink im Blut ankommen. Bei einer Erkältung zählt etwas ganz anderes. Dort soll Zink schon im Rachen wirken, und genau dafür ist die Darreichung entscheidend. Für viele andere Versprechen auf den Packungen, vom Schutz vor Infekten bis zur Haut, fehlt bei gut versorgten Menschen ein klarer Nutzen, wie der Überblick über Zink und seine Wirkung zeigt.
Welches Zink ist das beste?
Eine Form, die nachweislich besser für die Gesundheit ist, gibt es nach heutigem Stand nicht. Alle direkten Vergleiche messen nur, wie viel Zink nach der Einnahme im Blut, im Urin oder in den Haaren auftaucht, doch keiner prüfte, ob sich Beschwerden oder ein Mangel mit der einen Form schneller besserten als mit der anderen. Dazu sind die Studien winzig: Meist nahmen zehn bis fünfzehn Gesunde teil, oft für eine einzige Dosis oder wenige Wochen. Auch eine neuere Übersicht ändert daran wenig. Sie kommt zu dem Schluss, dass Glycinat und Gluconat am besten aufgenommen werden, doch ihre Autoren arbeiten für einen Hersteller von Nahrungsergänzungen.2
| Form | Direkter Vergleich am Menschen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Gluconat | mehrere kleine Studien | oft Vergleichsmaßstab; wie Citrat, besser als Oxid34 |
| Citrat | 1 Studie mit markiertem Zink | wie Gluconat3 |
| Bisglycinat | 2 kleine Studien | höhere Blutwerte als Gluconat56 |
| Picolinat | 1 Studie, 15 Personen | mehr Zink in Haaren, Urin, roten Blutkörperchen7 |
| Histidin | 1 Studie, 10 Männer | stärkerer Anstieg im Blut als Sulfat8 |
| Sulfat | als Vergleich | schwächer als Histidin8 |
| Acetat | nur als Lutschtablette | bei Erkältung nicht sicher besser als Gluconat9 |
| Orotat | keine Aufnahmestudie gefunden | Lutschtabletten ohne Wirkung bei Erkältung10 |
| Oxid | 2 Studien | weniger aufgenommen als Gluconat und Citrat34 |
Zinkbisglycinat: Wird es besser aufgenommen?
Bisglycinat schnitt in zwei kleinen Studien besser ab als Gluconat, mehr weiß man bislang nicht. Dabei ist Zink an zwei Bausteine der Aminosäure Glycin gebunden. In Frankreich bekamen zwölf Frauen je einmal dieselbe Menge Zink als Bisglycinat und als Gluconat, und mit Bisglycinat gelangte gut 40 Prozent mehr Zink ins Blut.5 Ähnlich verlief eine amerikanische Studie, in der junge Frauen sechs Wochen lang eine recht hohe Tagesmenge nahmen. Nur unter Glycinat stieg das Zink im Blut bei allen an, unter Gluconat im Mittel nicht.6
Ob das für die Gesundheit zählt, steht auf einem anderen Blatt. Eine Studie, die mit Bisglycinat einen Nutzen prüfte, gab thailändischen Schulkindern drei Monate lang täglich eine kleine Menge, um Erkältungen vorzubeugen. Doch am Ende erkrankten fast genauso viele wie mit Placebo, also einem Scheinpräparat.11 Damit bleibt ein höherer Blutwert ein Argument, aber kein Beweis. Und zwei Studien mit zusammen gut dreißig Frauen tragen kein klares Urteil.
So wurde gemessen
- Einmalgabe: 12 gesunde Frauen, je 15 mg Zink in zwei Portionen, einmal als Bisglycinat und einmal als Gluconat, eine Woche Pause dazwischen; die Fläche unter der Blutspiegelkurve lag mit Bisglycinat um 43 % höher.5
- Sechs Wochen: junge Frauen, 60 mg Zink täglich als Glycinat, als Gluconat oder Placebo, je 10 pro Gruppe; Anstieg des Plasmazinks nur mit Glycinat, das kupferabhängige Enzym blieb in allen Gruppen gleich.6
- Nutzenstudie: 100 Kinder zwischen 8 und 13 Jahren, 15 mg Bisglycinat oder Placebo über 3 Monate; mindestens eine Erkältung hatten 84 und 82 %.11
Zinkpicolinat: Was zeigt die einzige Vergleichsstudie?
Für Picolinat gibt es eine einzige Vergleichsstudie, und die ist fast vierzig Jahre alt. Fünfzehn Gesunde nahmen darin nacheinander je vier Wochen lang Picolinat, Citrat, Gluconat und ein Scheinpräparat. Nur unter Picolinat stieg das Zink in Haaren, Urin und roten Blutkörperchen an, im Blutserum dagegen bei keiner Form nennenswert.7 Merkwürdig ist, dass Citrat und Gluconat hier gar nichts bewirkten, denn in einer späteren, viel genaueren Studie mit markiertem Zink wurden beide sehr wohl und in gleichem Maß gut aufgenommen.3
Auch bei einer Beschwerde, gegen die Zink wahrscheinlich etwas ausrichtet, überzeugte Picolinat nicht durchweg. In einer japanischen Studie mit Menschen, deren Geschmackssinn gestört war, besserte es nur einen von mehreren Geschmackstests, die Beschwerden selbst aber nicht.12 Das spricht nicht gegen Picolinat. Es zeigt nur, wie dünn die Grundlage für Werbeaussagen ist.
So wurde gemessen
- Vergleichsstudie: 15 Gesunde, doppelt verblindet, vier Phasen zu je 4 Wochen mit 50 mg Zink täglich als Picolinat, Citrat oder Gluconat und Placebo; Zink in Haaren, Urin und roten Blutkörperchen nur mit Picolinat deutlich höher.7
- Geschmacksstörung: 73 Betroffene, Picolinat dreimal täglich oder Placebo über 3 Monate; kein Unterschied bei Beschwerden und Gesamtgeschmack, besser nur im Test mit Filterpapier.12
Gluconat, Citrat und Oxid: Wie gut sind die einfachen Salze?
Gluconat und Citrat werden ähnlich gut aufgenommen, Oxid fällt etwas ab. Den genauesten Vergleich lieferte eine Studie aus Zürich. Dafür schluckten Erwachsene nüchtern Zink mit unterschiedlich markierten Varianten, sodass sich die Aufnahme exakt nachverfolgen ließ. Aus Citrat und Gluconat gelangten jeweils rund 60 Prozent in den Körper, aus Oxid etwa die Hälfte, und bei drei Teilnehmenden kam aus Oxid kaum etwas an.3
Eine kleinere Studie aus Dresden kam für Gluconat gegenüber Oxid zum selben Ergebnis, wenn auch mit deutlich kleinerem Abstand.4 Das spricht für die einfachen Salze. Sie sind sogar am besten untersucht, weil sie in den meisten Studien zu Erkältung, Durchfall oder Mangel eingesetzt wurden.
So wurde gemessen
- Zürich: 15 gesunde Erwachsene, je 10 mg Zink als Citrat, Gluconat oder Oxid ohne Mahlzeit in zufälliger Reihenfolge, verfolgt mit zwei markierten Zinkisotopen; aufgenommen wurden im Median 61 % (Citrat und Gluconat) und 50 % (Oxid).3
- Dresden: 12 junge Männer, je 14 Tage täglich etwa 20 mg Zink als Gluconat oder 17 mg als Oxid; mit Gluconat lag der Spitzenwert im Blut um 18 % höher, die Gesamtmenge über den Tag um 8 %.4
Sulfat, Histidin und Orotat: Was ist über sie bekannt?
Zink-Histidin wurde in einer kleinen Studie besser aufgenommen als Sulfat, über Orotat weiß man fast nichts. Sulfat ist das Salz vieler großer Kinderstudien, etwa zur Behandlung von Durchfall in Indien und Tansania.13 In einer deutschen Studie mit zehn gesunden Männern diente es als Maßstab für Histidin, eine Aminosäure, an die sich Zink ähnlich wie an Glycin binden lässt. Damit stieg der Zinkspiegel im Blut um ein Viertel stärker, sodass 15 mg aus Histidin so viel bewirkten wie 45 mg aus Sulfat.8
Für Orotat, die Verbindung mit Orotsäure, fand sich keine Studie, die die Aufnahme mit anderen Formen verglichen hätte. Geprüft wurde es nur als Lutschtablette gegen Erkältung, zusammen mit einem zinkhaltigen Nasenspray. Diese Kombination verkürzte die Erkältung nicht.10
So wurde gemessen
- Histidin: 10 gesunde Männer, Zink-Histidin in zwei Mischungsverhältnissen gegen Zinksulfat; Anstieg im Serum um 25 % höher, die errechnete Aufnahme um 30 bis 40 %, die Ausscheidung im Urin gleich.8
- Orotat: 77 Erkältete in Texas, Nasenspray mit Zinkgluconat plus Lutschtabletten mit Zinkorotat oder Placebo; nach einer Woche beschwerdefrei waren 63 und 53 %, ein Unterschied ließ sich nicht sichern.10
Lutschtabletten oder Tabletten zum Schlucken?
Bei einer Erkältung ist nur für Lutschtabletten gut belegt, dass sie etwas bringen. Sie zergehen langsam im Mund und geben dabei Zink an Mund und Rachen ab, wo es nach einer gängigen Erklärung gegen die Viren wirkt. In den erfolgreichen Studien kamen über den Tag mehr als 75 mg zusammen, und die Erkältung war im Schnitt um etwa ein Drittel kürzer.9
Geschluckt sieht es anders aus. Die Studien dazu stammen fast nur von Kindern, und die neueste Cochrane-Übersicht fand keinen gesicherten Unterschied bei der Dauer, sodass der Nutzen hier unklar bleibt.14 Wer Zink bei Erkältung einsetzen möchte, sollte deshalb zur Lutschtablette greifen, nicht zur Kapsel.
Unter den Lutschtabletten schnitt Acetat im Mittel etwas besser ab als Gluconat, sicher ist der Unterschied aber nicht.9 Eine Hypothese erklärt solche Unterschiede mit freiem, elektrisch geladenem Zink. Acetat soll es im Mund vollständig freisetzen, Gluconat zu einem großen Teil, während andere Verbindungen und manche Geschmackszusätze es binden.15 Bewiesen ist das nicht. Selbst handelsübliche Acetat-Tabletten halfen in einer finnischen Studie nicht, obwohl sie sechsmal am Tag gelutscht wurden.16
Einen Preis hat die Lutschtablette ohnehin. Sie hinterlässt wahrscheinlich bei vielen einen schlechten Geschmack, dazu kommen Brennen und Reizungen in Mund und Rachen.17 Gefährlich ist das nicht, und es vergeht nach dem Absetzen.
So wurde gemessen
- Lutschtabletten: 7 Placebo-Studien mit mehr als 75 mg Zink am Tag, 575 Erkrankte; Erkältung um 33 % kürzer, mit Acetat um 40 %, mit Gluconat um 28 %, wobei sich die beiden Salze nicht sicher unterschieden.9 Eine ältere Auswertung von 13 Studien sah einen klaren Effekt nur oberhalb von 75 mg.18
- Cochrane 2024: Lutschtabletten in 5 Studien mit 521 Personen knapp 2 Tage kürzer; geschluckte Tabletten und Sirup in 3 Studien mit 740 Kindern ohne gesicherten Effekt.14
- Hypothese freies Zink: Nach Berechnungen bei Körper-pH gibt Acetat sein ganzes Zink als freie Ionen ab, Gluconat 72 %.15
- Finnland: 87 Erwachsene, 13 mg Acetat je Tablette sechsmal täglich über 5 Tage; keine schnellere Genesung.16
- Geschmack: in 9 Studien Abneigung gegen den Geschmack rund doppelt so häufig wie mit Placebo.17
Zink als Tabletten, Kapseln oder Tropfen?
Ob Tablette, Kapsel oder Tropfen, macht nach allem, was bekannt ist, keinen belegten Unterschied. Studien, die dieselbe Zinkverbindung in verschiedenen Darreichungen gegeneinander getestet hätten, fanden sich nicht. Für die Aufnahme zählen die Verbindung und die Menge. Beides lässt sich auf der Packung ablesen.
Flüssige Formen haben ihren festen Platz bei kleinen Kindern. In Nepal bekamen Kinder mit Durchfall Zink als Sirup, und der Durchfall endete schneller als mit einem Scheinpräparat.19 Für Erwachsene bieten Tropfen vor allem den Vorteil, dass sich kleine Mengen genau abmessen lassen. Das ist praktisch, geprüft hat es aber niemand. Bei der Menge hilft ein Blick auf die Dosierung von Zink. Die EU-Obergrenze liegt bei 25 mg am Tag aus allen Quellen, und das Bundesinstitut für Risikobewertung rät bei Präparaten zu höchstens 6,5 mg pro Tagesdosis.2021 Wer mehrere Präparate kombiniert, rückt sonst rasch in die Nähe einer Überdosierung von Zink.
Was bringt Zink-Spray?
Ob Zink in der Nase dem Geruchssinn schadet, ist in kontrollierten Studien ungeklärt: Die wenigen Placebo-Studien fanden keine bedeutsamen Schäden, waren aber klein und prüften das Riechen nicht gezielt.22 Die Warnsignale kommen aus Riechsprechstunden. In einer Fallserie war der Geruchssinn bei allen siebzehn Betroffenen vermindert, die ein zinkhaltiges Nasengel tief eingezogen, sofort ein Brennen gespürt und binnen zwei Tagen ihren Geruch verloren hatten.23 Zinkhaltige Nasensprays sind deshalb keine gute Wahl, für Tabletten gilt der Befund nicht.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA erhielt bis 2009 mehr als 130 solcher Meldungen und warnte vor bestimmten Produkten.24 Gegen die Erkältung half ein solches Spray in einer Studie aus Texas nicht einmal.10 Für Sprays, die in den Mund, in den Rachen oder auf die Haut gesprüht werden, fanden sich keine Studien. Plötzlicher Geruchsverlust nach einem Nasenmittel ist ein Grund, es sofort abzusetzen und eine HNO-Praxis aufzusuchen.
So wurde gemessen
- Placebo-Studien: 5 Studien gefunden, 3 zusammengerechnet; keine bedeutsamen Schäden berichtet, der Geruchssinn wurde aber nicht gezielt getestet.22
- Fallserie: 17 Menschen aus einer Riechsprechstunde, alle mit vermindertem Geruchssinn nach einem zinkhaltigen Nasengel; Verlust innerhalb von 48 Stunden.23
- Behördenmeldungen: über 130 Meldungen an die FDA bis 2009.24
Unser Fazit
Welches Zinksalz in der Tablette steckt, ist nach heutigem Stand zweitrangig; Gluconat und Citrat sind gut untersucht, für Bisglycinat oder Picolinat fehlt ein Nutzen über höhere Messwerte hinaus. Bei Erkältung zählt die Darreichung: Lutschtabletten in ausreichender Menge, keine Kapseln und keine Nasensprays.
Häufige Fragen
Sind Zink-Brausetabletten eine gute Wahl?
Zu Brausetabletten gibt es keine Vergleichsstudien. Entscheidend ist wie bei jeder Form, wie viel Zink pro Tag zusammenkommt. Weil sie aufgelöst getrunken und nicht langsam gelutscht werden, ersetzen sie Lutschtabletten bei Erkältung nicht.
Wirken Zink-Kapseln anders als Tabletten?
Studien, die Kapseln und Tabletten mit derselben Zinkverbindung verglichen haben, gibt es nicht. Für die Aufnahme zählen die Verbindung und die Menge Zink, die Hülle spielt nach allem, was bekannt ist, keine Rolle.
Was bedeutet die mg-Angabe auf der Packung?
Für den Vergleich zählt die Menge reines Zink, nicht das Gewicht des ganzen Salzes. Der Unterschied ist groß: 220 mg Zinksulfat enthalten nur etwa 50 mg Zink.1
Ist Zinkoxid schlechter?
In einem direkten Vergleich auf nüchternen Magen wurde aus Zinkoxid etwas weniger aufgenommen als aus Citrat oder Gluconat, und bei drei von fünfzehn Teilnehmenden kam fast nichts an.3 Ob das im Alltag spürbar ist, hat niemand geprüft.
Gibt es Zink-Tropfen für Kinder?
Flüssiges Zink wurde vor allem in Kinderstudien aus Ländern mit verbreitetem Zinkmangel eingesetzt, etwa als Sirup bei Durchfall. Ob ein gesundes Kind hierzulande Zink braucht und wie viel, sollte die Kinderarztpraxis entscheiden.
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Alle Themen zu Zink
Alle 24 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mapp & McCarthy 1976, S Afr Med J | Vergleich der Aufnahme von Tetrazyklin mit und ohne 220 mg Zinksulfat (etwa 50 mg Zink) | Aufnahme von Tetrazyklin um etwa 75 % geringer | Crossover-Messung |
| 2 | Devarshi et al. 2024, Nutrients | erzählende Übersicht über Vergleichsstudien verschiedener Zinkformen beim Menschen; Autoren bei einem Hersteller von Nahrungsergänzungen angestellt | Zinkglycinat und Zinkgluconat werden nach dieser Übersicht besser aufgenommen als andere Formen | Übersichtsarbeit (Herstellerautoren) |
| 3 | Wegmüller et al. 2014, J Nutr | 1 Crossover-RCT, 15 gesunde Erwachsene, je 10 mg Zink als Citrat, Gluconat oder Oxid ohne Mahlzeit, Doppel-Isotopen-Methode | Aufnahme im Median 61,3 % (Citrat), 60,9 % (Gluconat), 49,9 % (Oxid, P < 0,01); 3 Personen nahmen aus Oxid kaum etwas auf | Aufnahmestudie |
| 4 | Siepmann et al. 2005, Int J Clin Pharmacol Ther | 12 gesunde Männer, Crossover, 20 mg Zink als Gluconat oder 17,4 mg als Oxid täglich, je 14 Tage | Spitzenwert im Plasma 18,3 % und AUC 8,1 % höher mit Gluconat | Crossover-Studie |
| 5 | Gandia et al. 2007, Int J Vitam Nutr Res | 12 gesunde Frauen, Crossover, einmalig 15 mg Zink als Bisglycinat oder Gluconat | Bioverfügbarkeit mit Bisglycinat um 43,4 % höher | Crossover-Studie (Einmalgabe) |
| 6 | DiSilvestro et al. 2015, Biol Trace Elem Res | junge Frauen, je 10 pro Gruppe, 60 mg Zink täglich als Glycinat oder Gluconat oder Placebo, 6 Wochen | Plasmazink nur mit Glycinat bei allen gestiegen; kupferabhängiges Enzym in keiner Gruppe verändert | Kleine kontrollierte Studie |
| 7 | Barrie et al. 1987, Agents Actions | 15 Gesunde, doppelblinder Crossover, je 4 Wochen Picolinat, Citrat, Gluconat (50 mg Zink/Tag) und Placebo | nur unter Picolinat Zink in Haaren, Urin und Erythrozyten signifikant gestiegen; Serumzink bei keiner Form signifikant verändert | Crossover-Studie |
| 8 | Schölmerich et al. 1987, Am J Clin Nutr | 10 gesunde Männer, Zink-Histidin-Komplexe (1:2 oder 1:12) gegen Zinksulfat | Serumzink 25 % stärker gestiegen, berechnete Aufnahme 30 bis 40 % höher; 15 mg aus Histidin wirkten wie 45 mg aus Sulfat | Aufnahmestudie |
| 9 | Hemilä 2017, JRSM Open | 7 placebokontrollierte Lutschtabletten-Studien mit > 75 mg Zink/Tag, 575 Personen | Erkältung 33 % kürzer; Acetat 40 %, Gluconat 28 %, Unterschied nicht signifikant; kein Vorteil über 100 mg/Tag | Meta-Analyse (Lutschtabletten) |
| 10 | Eby & Halcomb 2006, Altern Ther Health Med | 1 RCT, 77 Erkältete, Nasenspray mit Zinkgluconat plus Lutschtabletten mit Zinkorotat oder Placebo | nach 7 Tagen beschwerdefrei 63 vs. 53 % (p = 0,57); kürzer oder milder wurde die Erkältung nicht; Schmerzen in der Riechregion | RCT (Gegenbefund) |
| 11 | Rerksuppaphol & Rerksuppaphol 2013, Paediatr Int Child Health | 1 RCT, 100 Schulkinder in Thailand, 15 mg Zinkbisglycinat täglich über 3 Monate | mindestens eine Erkältung bei 84 vs. 82 % | RCT |
| 12 | Sakai et al. 2002, Acta Otolaryngol Suppl | 1 RCT, 73 Personen mit Geschmacksstörung ohne Ursache oder bei Zinkmangel, Zinkpicolinat dreimal täglich, 3 Monate | kein Unterschied bei Beschwerden und Gesamtgeschmack; nur ein Geschmackstest besser | RCT |
| 13 | Dhingra et al. 2020, N Engl J Med | 1 RCT, 4.500 Kinder mit akutem Durchfall in Indien und Tansania, 5, 10 oder 20 mg Zinksulfat | niedrigere Dosen beim Durchfall gleich wirksam, weniger Erbrechen | RCT (Dosisvergleich) |
| 14 | Nault et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 34 RCTs, 8.526 Personen; für geschluckte Tabletten und Sirup 3 Studien, 740 Kinder | Lutschtabletten: Erkältung 1,96 Tage kürzer (5 Studien, 521 Personen); geschluckte Formen: kein gesicherter Unterschied | Cochrane-Meta-Analyse |
| 15 | Eby 2010, Med Hypotheses | Übersicht und Hypothese zu Lutschtabletten-Studien | Acetat setzt bei Körper-pH 100 % ionisches Zink frei, Gluconat 72 %, andere Verbindungen weniger; Geschmackszusätze können die Wirkung aufheben | Hypothese |
| 16 | Hemilä et al. 2020, BMJ Open | 1 RCT, 87 erkältete Erwachsene, handelsübliche Zinkacetat-Lutschtabletten mit 13 mg, 6-mal täglich, 5 Tage | keine schnellere Genesung als mit Placebo | RCT (Gegenbefund) |
| 17 | Hunter et al. 2021, BMJ Open | 28 RCTs mit Erwachsenen; Geschmack in 9, Mund- und Rachenreizung in 7 Studien | Abneigung gegen den Geschmack RR 2,11; Reizung in Mund und Rachen RR 1,55 | Meta-Analyse |
| 18 | Hemilä 2011, Open Respir Med J | 13 placebokontrollierte Lutschtabletten-Studien | deutlicher Effekt nur mit über 75 mg Zink pro Tag | Meta-Analyse |
| 19 | Strand et al. 2002, Pediatrics | 1.792 Durchfall-Episoden bei Kindern von 6 bis 35 Monaten in Nepal, Zinksirup gegen Placebo | Durchfall endete um 26 % schneller; mehr Erbrechen unter Zink | RCT |
| 20 | SCF 2003, Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Zinc | Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU | Obergrenze 25 mg Zink pro Tag aus allen Quellen für Erwachsene | Behördengutachten |
| 21 | BfR 2021, Höchstmengenvorschläge für Zink | Bundesinstitut für Risikobewertung | höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln | Behördengutachten |
| 22 | D'Cruze et al. 2009, J Prim Health Care | 5 RCTs gefunden, 3 zusammengerechnet, Erwachsene mit Erkältung, Zink in der Nase | keine signifikanten Schäden berichtet; dauerhafter Geruchsverlust mit diesen Studien nicht zu klären | Meta-Analyse (kleine Studien) |
| 23 | Alexander & Davidson 2006, Laryngoscope | Fallserie, 17 Patienten einer Riechsprechstunde | Geruchssinn nach zinkhaltigem Nasengel bei allen vermindert; sofortiges Brennen, Verlust binnen 48 Stunden | Fallserie |
| 24 | FDA 2009 (zitiert in FDA-Leitlinie 2022), U.S. Food and Drug Administration | US-Arzneimittelbehörde | über 130 Meldungen über Geruchsverlust nach zinkhaltigen Nasenprodukten bis 2009; Warnung vor bestimmten Produkten | Behördenwarnung |
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