Stoff, Wirkung oder Frage
Mönchspfeffer · 16 Quellen ausgewertet

Mönchspfeffer Nebenwirkungen: Wie verträglich ist er?

Übelkeit, Pickel, ein verschobener Zyklus: Wer im Netz nach Mönchspfeffer sucht, findet viele Klagen. Die Studien zeichnen ein ruhigeres Bild, haben aber Lücken an entscheidenden Stellen.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202616 QuellenLesezeit 8 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

In Placebo-Studien hatten Frauen mit Mönchspfeffer nicht öfter Beschwerden als mit einem Scheinpräparat, meist ging es um Übelkeit, Kopfschmerz, Hautausschlag oder Zyklusveränderungen. Ob der Extrakt insgesamt unbedenklich ist, bleibt ungeklärt, denn die Studien waren kurz und klein. Die EU-Arzneimittelbehörde rät in Schwangerschaft und Stillzeit ab und empfiehlt ärztlichen Rat bei Hormon- und Dopamin-Mitteln sowie hormonempfindlichem Krebs.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Welche Nebenwirkungen hat Mönchspfeffer?
  2. Welche negativen Erfahrungen gibt es mit Mönchspfeffer?
  3. Führt Mönchspfeffer zu Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme?
  4. Darf man Mönchspfeffer in der Schwangerschaft nehmen?
  5. Mönchspfeffer und Pille: Gibt es Wechselwirkungen?
  6. Hat Mönchspfeffer Nebenwirkungen auf die Psyche?
  7. Für wen ist Mönchspfeffer nicht geeignet?

Wer zum ersten Mal Mönchspfeffer nimmt, tut das meist wegen eines Leidens, das jeden Monat wiederkehrt: Spannungen in der Brust, Reizbarkeit, Kopfschmerz in den Tagen vor der Regel. Die Hoffnung ist eine sanfte, pflanzliche Hilfe. Doch gerade weil Mönchspfeffer in das Zusammenspiel der Hormone eingreift, stellt sich die Frage nach den Risiken ernster als bei einem Kräutertee. Die Antwort fällt zweigeteilt aus. Für den Alltag gesunder Frauen sind die Studien recht beruhigend, für einige besondere Lebenslagen dagegen fehlt fast alles.

Welche Nebenwirkungen hat Mönchspfeffer?

Am häufigsten sind leichte Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerz oder Hautausschlag, doch ob Mönchspfeffer sie tatsächlich auslöst, ist ungeklärt. In der bekanntesten Studie, veröffentlicht im British Medical Journal, nahmen 170 Frauen mit Beschwerden vor der Regel drei Zyklen lang einen Extrakt oder ein Scheinpräparat (Placebo).1 Am Ende meldeten 4 gegenüber 3 Frauen unter Placebo leichte Probleme. Keine brach deswegen ab. Zwei weitere Placebo-Studien kamen zum selben Ergebnis,23 und auch in der größten Placebo-Studie mit gut zweihundert Frauen aus China traten keine schweren Nebenwirkungen auf.4

Eine Forschergruppe hat später alle verfügbaren Daten zu Präparaten mit Mönchspfeffer allein zusammengetragen, von Studien bis zu Meldesystemen. Ihr Fazit: Die Beschwerden sind meist mild und verschwinden wieder.5 Neben Übelkeit und Kopfschmerz nennt sie Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz, Akne und Veränderungen des Zyklus. Ähnlich niedrig lag die Quote in einer großen Beobachtung ohne Vergleichsgruppe, in der Ärztinnen und Ärzte über 1.600 Patientinnen begleiteten.6

Ganz glatt ist das Bild trotzdem nicht. In einer Studie mit 175 Frauen, die Mönchspfeffer über drei Zyklen mit Vitamin B6 verglich, klagten unter Mönchspfeffer 12 gegenüber 5 Frauen über Beschwerden, wenn auch über keine schweren, und einen statistischen Test dazu gab es nicht.7 Hinzu kommt, dass alle Studien nur wenige Monate dauerten und für seltene Reaktionen zu klein waren. Für leichte Beschwerden beruhigen die Daten also eher, ob Mönchspfeffer insgesamt unbedenklich ist, bleibt aber offen.

So wurde gemessen
  • Placebo-Studien mit Nebenwirkungszahlen: zusammen gut 300 Frauen über jeweils 3 Zyklen bzw. 3 Monate. Leichte Nebenwirkungen bei 4 von 86 gegenüber 3 von 84 Frauen,1 5 gegenüber 42 sowie keine (37 Frauen ausgewertet).3
  • Größte Placebo-Studie: 217 Frauen mit PMS, 3 Zyklen, in keiner Gruppe schwere Ereignisse; Häufigkeit leichter Beschwerden nicht verglichen.4
  • Gesamtübersicht: alle Humandaten zu Einzelpräparaten aus Studien, Anwendungsbeobachtungen, Umfragen und Meldesystemen; Kombinations- und homöopathische Mittel ausgeschlossen.5
  • Beobachtung: 1.634 Frauen über 3 Zyklen, Verdacht auf eine Nebenwirkung bei 1,2 %, keine schweren.6
  • Gegen Vitamin B6: 175 Frauen, 12 gegenüber 5 Frauen mit Beschwerden, ohne statistischen Test.7

Welche negativen Erfahrungen gibt es mit Mönchspfeffer?

Negative Erfahrungen betreffen meist Haut, Magen und Zyklus, selten aber auch schwere allergische Reaktionen. Die EU-Arzneimittelbehörde führt in ihrer Bewertung neben Übelkeit, Bauchschmerzen, Kopfschmerz, Schwindel, Akne und Zyklusstörungen ausdrücklich auch allergische Reaktionen mit geschwollenem Gesicht, Atemnot und Schluckbeschwerden auf.8 Wie häufig sie sind, weiß niemand, weil sie aus Meldungen stammen und nicht aus Studien.

Solche Meldungen sammelt auch die Weltgesundheitsorganisation in einer großen Datenbank. Dort gehört Mönchspfeffer zu den drei Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung, die am häufigsten genannt werden, gleich hinter Soja und Traubensilberkerze.9 Die meisten Meldungen betrafen den Verdauungstrakt, die Haut sowie Brust und Geschlechtsorgane. Eine Meldung beweist allerdings nicht, dass das Mittel schuld war. Zudem gilt: Je beliebter eine Pflanze ist, desto öfter taucht sie in solchen Datenbanken auf.

Kurios, aber lehrreich ist ein Fall aus der Türkei. Dort hatte jemand ganze Samen des Mönchspfeffers geschluckt, die sich im Dickdarm zu einem Pfropf verklumpten und den Darm verschlossen.10 Mit Tabletten oder Kapseln, die einen Extrakt enthalten, hat das wenig zu tun, wohl aber mit dem Rat, die harten Früchte nicht unzerkaut in Mengen zu essen. Welche Formen wie Tabletten, Tropfen oder Tee es gibt, macht für die Verträglichkeit also durchaus einen Unterschied.

Notfall

Schwellen nach der Einnahme Gesicht, Lippen oder Zunge an, oder kommen Atemnot und Schluckbeschwerden hinzu, ist das eine schwere allergische Reaktion. Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

So wurde gemessen
  • EU-Monographie: gemeldete Nebenwirkungen nach Organsystemen, Häufigkeit ausdrücklich nicht bekannt.8
  • WHO-Datenbank: unter 21.944 Verdachtsmeldungen zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger Wirkung entfielen 6,4 % auf Mönchspfeffer, Platz drei.9
  • Fallbericht: Darmverschluss durch einen Pfropf aus verschluckten ganzen Samen.10

Gibt es eine Erstverschlimmerung bei Mönchspfeffer?

Eine Erstverschlimmerung, also eine gewollte Verschlechterung vor der Besserung, ist nirgends beschrieben. In keiner der Studien taucht so etwas auf. Die EU-Behörde sieht es vielmehr umgekehrt: Werden die Beschwerden während der Einnahme schlimmer, ist das ein Grund, ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einzuholen.8 Weil Zyklusstörungen zu den bekannten Nebenwirkungen gehören, sollte ein verschobener oder veränderter Zyklus unter Mönchspfeffer nicht einfach ausgesessen werden. Hinzu kommt, dass die Studien zur Mönchspfeffer-Einnahme und Dosierung nur wenige Monate liefen.

Führt Mönchspfeffer zu Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme?

Ob Mönchspfeffer das Gewicht verändert, ist schlicht nicht untersucht. Keine der Placebo-Studien hat das Gewicht als Ergebnis ausgewertet. Eine Gewichtszunahme fehlt zudem in der Liste der Behörde und unter den häufigsten Beschwerden der großen Sicherheitsübersicht.58 Das gilt in beide Richtungen. Auch die Hoffnung, mit Mönchspfeffer abzunehmen oder gar gezielt Bauchfett zu verlieren, stützt sich auf keine einzige Studie.

Dass trotzdem so viele danach suchen, hat vermutlich mit dem Zyklus selbst zu tun. In den Tagen vor der Regel lagern viele Frauen etwas Wasser ein, und die Waage schwankt von Woche zu Woche. Wer in dieser Zeit mit Mönchspfeffer beginnt, schreibt die Schwankung leicht dem neuen Mittel zu. Beweisen lässt sich so nichts.

Darf man Mönchspfeffer in der Schwangerschaft nehmen?

Ob Mönchspfeffer in der Schwangerschaft schadet, ist ungeklärt, und die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt ihn dort deshalb nicht. Ihre Begründung ist einfach: Es gibt keine Daten von Schwangeren, und die Tierversuche reichen nicht aus, um Schäden für das Ungeborene auszuschließen.8 Eine systematische Suche in sieben Datenbanken fand ebenfalls nur theoretische Überlegungen und Laborbefunde, wonach der Extrakt hormonähnlich wirken und die Gebärmutter anregen könnte.11 Auch die Fachleute hinter der großen Sicherheitsübersicht raten deshalb davon ab.5

Praktisch heikel ist das, weil viele Frauen Mönchspfeffer gerade bei Kinderwunsch nehmen. Die Autoren der Übersicht halten es deshalb für naheliegend, dass er oft in den ersten Wochen einer noch unbemerkten Schwangerschaft weitergenommen wird.11 Ob Mönchspfeffer die Chance auf eine Schwangerschaft überhaupt erhöht, wurde in keiner Placebo-Studie untersucht, wie der Überblick zur Wirkung von Mönchspfeffer zeigt. Bei einem positiven Schwangerschaftstest sollte er abgesetzt werden.

Mönchspfeffer in der Stillzeit

Auch in der Stillzeit rät die Behörde von Mönchspfeffer ab, denn ob er dem gestillten Kind schadet, ist ungeklärt. Mönchspfeffer beeinflusst das Hormon Prolaktin, das die Milchbildung steuert, und Tierstudien deuten darauf hin, dass sich die Milchmenge verändern kann.8 Ob die Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen, ist unbekannt. Ein Risiko für den Säugling lässt sich so nicht ausschließen. Fachleute sind sich nicht einmal einig, ob die Milchmenge eher zu- oder abnehmen würde.11

Mönchspfeffer in der Kinderwunschbehandlung

Ob Mönchspfeffer während einer Kinderwunschbehandlung die Hormonwerte durcheinanderbringt, ist ungeklärt, denn dazu gibt es nur einen Fallbericht. Er stammt aus Bristol und beschreibt eine Frau, die drei unauffällige Behandlungszyklen hinter sich hatte. Im vierten Zyklus nahm sie Mönchspfeffer, und plötzlich passten die Hormonwerte nicht mehr, statt einer reiften gleich mehrere Eizellen heran, und es zeigten sich Zeichen einer leichten Überstimulation der Eierstöcke.12 Danach waren zwei weitere Zyklen wieder normal. Beweisen kann ein Einzelfall nichts. Die behandelnde Praxis sollte aber von der Einnahme wissen.

Mönchspfeffer und Pille: Gibt es Wechselwirkungen?

Ob Mönchspfeffer die Sicherheit der Pille beeinträchtigt, ist ungeklärt, weil es nie gezielt geprüft wurde. Gemeldet wurden solche Wechselwirkungen bisher nicht.5 In einer kleinen Studie ohne Vergleichsgruppe nahmen 13 von 43 ausgewerteten Frauen zugleich die Pille, und Wirkung wie Verträglichkeit unterschieden sich nicht von denen der übrigen Teilnehmerinnen, doch ob die Frauen dabei zuverlässig verhütet waren, hat niemand gemessen.13

Die EU-Behörde hält Wechselwirkungen mit Östrogenen und Mitteln gegen Östrogen wegen der möglichen östrogenartigen Wirkung trotzdem für denkbar und rät zu ärztlichem Rat vor der Einnahme.8 Die Pille nennt sie nicht eigens, doch die meisten Pillen enthalten ein Östrogen, ebenso viele Präparate zum Hormonersatz in den Wechseljahren. Ob er gegen die Beschwerden dieser Lebensphase überhaupt hilft, ist bei Mönchspfeffer in den Wechseljahren ohnehin unklar. Wer hormonell verhütet, sollte die Einnahme mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprechen.

Dopamin-Medikamente

Ob Mönchspfeffer die Wirkung von Medikamenten verändert, die am Botenstoff Dopamin ansetzen, ist ungeklärt, und die Behörde rät deshalb vor der Einnahme zu ärztlichem Rat.8 Dazu gehören Mittel gegen Parkinson, Prolaktinsenker, viele Antipsychotika und manche Mittel gegen Übelkeit. Mönchspfeffer wirkt vermutlich an denselben Andockstellen, über die Dopamin die Ausschüttung von Prolaktin bremst. Bei gesunden Männern hing es sogar von der Dosis ab, ob der Prolaktinspiegel stieg oder sank.14 Studien zur gemeinsamen Einnahme fehlen. Gemeldet wurden bisher auch keine Fälle.

Hat Mönchspfeffer Nebenwirkungen auf die Psyche?

Ob Mönchspfeffer eine akute Psychose auslösen kann, ist ungeklärt, denn es gibt dazu keine kontrollierte Studie, nur einen einzelnen Fallbericht über eine Frau aus dem Iran, die einen Extrakt in üblicher Menge gegen Beschwerden vor der Regel nahm. Schon 24 Stunden später hörte sie Stimmen, sah Dinge, die nicht da waren, und hatte Wahnvorstellungen; 48 Stunden nach dem Absetzen war alles vorbei.16 Dagegen nennt die Liste der gemeldeten Beschwerden der Behörde zwar Kopfschmerz und Schwindel, aber nichts Seelisches,8 und auch die Übersicht aller Sicherheitsdaten führt nichts Derartiges auf.5 Die Frau nahm keine Dopamin-Mittel, die Autoren vermuten aber die Wirkung des Extrakts am Dopamin als Ursache. Bewiesen ist damit nichts. Ein einzelner Fall belegt keinen Zusammenhang, und gezielt untersucht hat die Frage bisher niemand.

Notfall

Treten nach Beginn der Einnahme Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder starke Verwirrtheit auf, ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Wichtiger für den Alltag ist ein anderer Punkt. Wer Medikamente gegen eine Psychose oder andere Mittel nimmt, die am Dopamin-System ansetzen, gehört zu der Gruppe, für die die Behörde vor der Einnahme ärztlichen Rat verlangt. Treten unter Mönchspfeffer neue seelische Beschwerden auf, lohnt sich ein ärztlich begleiteter Absetzversuch, statt sie dem Zyklus zuzuschreiben.

Für wen ist Mönchspfeffer nicht geeignet?

Bei hormonabhängigen Erkrankungen und einigen Medikamenten gehört vor die erste Tablette ein ärztliches Gespräch, denn ob Mönchspfeffer solche Erkrankungen beeinflusst, ist ungeklärt. Die Behörde nennt ausdrücklich Frauen mit einem östrogenempfindlichen Krebs, auch wenn er schon zurückliegt, und Menschen mit einer Erkrankung der Hirnanhangdrüse.8 Bei einem gutartigen Tumor dort, der Prolaktin bildet, kann Mönchspfeffer die Beschwerden verdecken, sodass der Tumor später erkannt wird. Einen solchen Fall beschreibt ein Leserbrief in einer Fachzeitschrift.15

Gruppe Was fehlt oder gilt
Schwangere und Stillende keine Daten, von der Behörde nicht empfohlen
Kinderwunschbehandlung ein Fallbericht über gestörte Hormonwerte
Östrogenempfindlicher Krebs, auch früher keine Studien, vorher ärztlicher Rat
Erkrankung der Hirnanhangdrüse keine Studien, vorher ärztlicher Rat
Pille, Hormonersatz, Mittel gegen Östrogen keine Wechselwirkungsstudie, vorher ärztlicher Rat
Dopamin-Medikamente keine Wechselwirkungsstudie, vorher ärztlicher Rat
Jugendliche unter 18 nicht empfohlen, zu wenige Daten
Einnahme über mehr als ein halbes Jahr nicht untersucht

Auch für Jugendliche empfiehlt die Behörde Mönchspfeffer mangels Daten nicht.8 Für gesunde Erwachsene gilt dagegen: Kurzzeitig und in der üblichen Mönchspfeffer-Dosierung genommen, war Mönchspfeffer in den Studien gut verträglich. Damit stehen die Risiken in einem vernünftigen Verhältnis zu dem, was die Wirkung von Mönchspfeffer bei Brustspannen und PMS verspricht.

Unser Fazit

Für gesunde Frauen ist Mönchspfeffer bei kurzer Einnahme meist gut verträglich, die häufigsten Beschwerden sind leicht. Ob er insgesamt unbedenklich ist, bleibt ungeklärt, weil die Studien kurz und klein waren. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie zusammen mit Hormon- oder Dopamin-Mitteln gehört die Entscheidung in ärztliche Hände.

Häufige Fragen

Ist Mönchspfeffer giftig?

In den üblichen Mengen als Extrakt nicht, schwere Vergiftungen sind nicht beschrieben, und die EU-Monographie kennt keinen Fall von Überdosierung.8 Ganze, verschluckte Früchte führten in einem Einzelfall zu einem Darmverschluss.10

Kann Mönchspfeffer Haarausfall verursachen?

Dafür gibt es keine Daten. Haarausfall fehlt in der Liste der gemeldeten Nebenwirkungen der EU-Monographie und unter den häufigsten Beschwerden der großen Sicherheitsübersicht.58

Verträgt man Mönchspfeffer bei Histaminintoleranz?

Das wurde nie untersucht. Bei einer bekannten Unverträglichkeit lohnt es sich, das Präparat mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke zu besprechen.

Kann man mit Mönchspfeffer leichter schwanger werden?

Das wurde mit Mönchspfeffer allein in keiner Placebo-Studie untersucht. Weil zudem Daten zur Sicherheit für das Ungeborene fehlen, empfiehlt die EU-Arzneimittelbehörde ihn in der Schwangerschaft nicht.8 Bei einem positiven Test ist das Absetzen deshalb ratsam.

Was tun bei Nebenwirkungen von Mönchspfeffer?

Leichte Beschwerden wie Übelkeit oder Ausschlag verschwinden nach den bisherigen Daten meist nach dem Absetzen.5 Halten Zyklusveränderungen oder Zwischenblutungen an, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Weiterlesen

Mönchspfeffer Dosierung: Wie viel, wann und wie lange?Auf jeder Packung steht eine andere Milligramm-Zahl, und kaum eine verrät, ob mehr davon auch mehr bewirkt. Die Studien geben darauf eine erstaunlich genaue, aber eng begrenzte Antwort.
8 Min. →
Mönchspfeffer in den Wechseljahren: Hilft er wirklich?Hitzewallungen, unruhige Nächte, gereizte Tage: Viele Frauen suchen in den Wechseljahren nach einer pflanzlichen Hilfe. Mönchspfeffer wird oft genannt, doch geprüft wurde er erstaunlich selten.
8 Min. →
Mönchspfeffer-Tabletten, Kapseln oder Tropfen: Welche Form?Tabletten, Kapseln, Tropfen und getrocknete Früchte für den Tee: Mönchspfeffer gibt es in vielen Formen. Untersucht wurde fast immer nur eine davon, ein genau beschriebener Extrakt.
7 Min. →
Mönchspfeffer: der ÜberblickAlle Wirkungen mit Evidenz-Stufe, Formen, Dosis, Sicherheit
← Überblick

Alle 16 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Schellenberg 2001, BMJ170 Frauen mit PMS, Trockenextrakt oder Placebo, 3 Zyklenleichte Nebenwirkungen 4 vs. 3 Frauen, kein Abbruch deswegenRCT
2Halaska et al. 1999, Breast97 Frauen mit Brustspannen, Tropfenlösung oder Placebo, 3 ZyklenNebenwirkungen 5 vs. 4RCT
3Milewicz et al. 1993, Arzneimittelforschung52 Frauen mit Gelbkörperschwäche, Vitex-Präparat oder Placebo, 3 Monate; 37 ausgewertetkeine NebenwirkungenRCT
4He et al. 2009, Maturitas217 Frauen mit PMS, Extrakt oder Placebo, 3 Zyklenkeine schweren NebenwirkungenRCT (größte Placebo-Studie)
5Daniele et al. 2005, Drug Safalle Humandaten zu Einzelpräparaten aus Studien, Beobachtungen und MeldesystemenNebenwirkungen mild und reversibel; keine Wechselwirkungen berichtet; Schwangerschaft und Stillzeit meidenSystematischer Review
6Loch et al. 2000, J Womens Health Gend Based Med1.634 Frauen mit PMS, offene Anwendungsbeobachtung, 3 ZyklenVerdacht auf Nebenwirkung bei 1,2 %, keine schwerenAnwendungsbeobachtung (ohne Kontrolle)
7Lauritzen et al. 1997, Phytomedicine175 Frauen mit PMS, Vitex oder Vitamin B6, 3 ZyklenNebenwirkungen 12 vs. 5, keine schwerenRCT (Vergleich mit Vitamin B6)
8EMA/HMPC 2018, EU-Monographie EMA/HMPC/606742/2017Bewertung des Ausschusses für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agenturgemeldete Nebenwirkungen ohne bekannte Häufigkeit; nicht empfohlen in Schwangerschaft und Stillzeit; ärztlicher Rat bei östrogenempfindlichem Krebs, Hirnanhangdrüse, Dopamin-Mitteln, Östrogenen und AntiöstrogenenBehördenmonographie
9Tjeerdsma et al. 2023, Pharmaceuticals (Basel)Meldedaten der Niederlande und der WHO zu Pflanzen mit angenommener östrogenartiger WirkungWHO-Datenbank: 21.944 Meldungen, davon 6,4 % zu MönchspfefferMeldedaten-Auswertung
10Somuncu & Solak 2022, J Coll Physicians Surg Pak1 Person, verschluckte ganze Mönchspfeffer-SamenPfropf im Dickdarm mit DarmverschlussFallbericht
11Dugoua et al. 2008, Can J Clin Pharmacolsystematische Übersicht zu Schwangerschaft und Stillzeitnur Theorie, Expertenmeinung und Laborbefunde; Stillzeit widersprüchlichSystematischer Review
12Cahill et al. 1994, Hum Reprod1 Frau in Kinderwunschbehandlung ohne Hormonstimulationgestörte Hormonwerte, mehrere Eizellen, Zeichen leichter Überstimulation; Folgezyklen normalFallbericht
13Berger et al. 2000, Arch Gynecol Obstet50 Frauen mit PMS, davon 13 mit Pille unter den Ausgewerteten, offen ohne KontrollgruppeWirkung und Verträglichkeit mit und ohne Pille gleich; Verhütungssicherheit nicht gemessenOffene Studie (ohne Kontrolle)
14Merz et al. 1996, Exp Clin Endocrinol Diabetes20 gesunde Männer, drei Dosen oder Placebo, je 14 TageProlaktin je nach Dosis erhöht oder leicht gesenktPlacebo-Studie (Laborwert)
15Gallagher et al. 2008, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol1 Fallbericht (Leserbrief)Prolaktinom durch ein pflanzliches Mittel verdecktFallbericht
16Farshchian et al. 2019, Arch Clin Psychiatry (São Paulo)1 Frau aus dem Iran mit PMS, Trockenextrakt in üblicher Menge (20 mg/Tag)akute Psychose mit Wahn und Halluzinationen 24 Stunden nach Beginn der Einnahme, 48 Stunden nach dem Absetzen vollständig abgeklungen; Autoren vermuten den dopaminartigen WirkmechanismusFallbericht

Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Keine Werbung, keine Kauflinks, keine Produktempfehlungen.