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Shilajit · 16 Quellen ausgewertet

Shilajit Nebenwirkungen: Wie sicher ist das Harz?

Rein und natürlich, so wird Shilajit verkauft. Doch gerade weil es aus dem Gestein stammt, kann es mitbringen, was im Gestein steckt, und die Studien zur Verträglichkeit sind klein.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202616 QuellenLesezeit 8 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

In den wenigen kleinen Placebo-Studien traten mit Shilajit nicht mehr Nebenwirkungen auf als mit einem Scheinpräparat, in einer Studie mit Harz hatte aber gut jeder Vierte leichte Hautbeschwerden. Seltene Risiken können diese Studien nicht erkennen. Ungeklärt ist vor allem die Belastung mit Schwermetallen wie Blei, Arsen oder Quecksilber, vor der die kanadische Gesundheitsbehörde gewarnt hat. Für Schwangere und Kinder fehlen Daten.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. Welche Nebenwirkungen hat Shilajit?
  2. Kann Shilajit Schwermetalle enthalten?
  3. Ist Shilajit in Deutschland verboten?
  4. Erhöht Shilajit den Blutdruck?
  5. Welche Nebenwirkungen hat Shilajit bei Frauen und bei Männern?
  6. Ist Shilajit gesund?
  7. Für wen ist Shilajit nicht untersucht?

Ein Glastiegel mit schwarzem Harz, dazu das Versprechen „rein und natürlich“: So wird Shilajit meist angeboten. Doch gerade das Natürliche ist hier ein Teil des Problems. Shilajit entsteht im Gestein, und eine Übersicht über veröffentlichte Analysen zählt darin Dutzende Metalle, darunter giftige wie Blei, Arsen und Quecksilber.1 Die Studien zur Verträglichkeit sind dagegen klein und kurz, und mehrere hat ein Hersteller bezahlt. Was sich daraus über Nebenwirkungen ableiten lässt, ist deshalb weniger beruhigend, als die Werbung klingt.

Welche Nebenwirkungen hat Shilajit?

Ob Shilajit gut verträglich ist, ist ungeklärt. In der einzigen Studie mit Harz bekamen 7 von 25 Männern, die vier Wochen lang Shilajit-Harz nahmen, leichte Beschwerden vor allem an der Haut. Meist waren es Pickel, Ausschlag oder Juckreiz, die von selbst wieder abklangen, und eine Vergleichsgruppe gab es nicht.5 In drei Placebo-Studien mit zusammen 268 Menschen über vier bis vierzehn Wochen traten mit Shilajit dagegen nicht mehr Nebenwirkungen auf als mit dem Scheinpräparat (Placebo).234 Das betrifft gesunde Erwachsene und Patienten nach einem Knochenbruch über wenige Wochen, nicht eine Einnahme über Monate und kaum Roh-Harz aus dem Handel.

Die größte dieser Placebo-Studien begleitete 160 Menschen nach einem operierten Schienbeinbruch vier Wochen lang. Mit Mumijo klagten dort nicht mehr Patienten über Beschwerden als mit Placebo, Zahlen je Gruppe nennt die Zusammenfassung aber nicht.2 In zwei kleineren Studien mit jungen Männern und mit Frauen mittleren Alters trat in keiner Gruppe eine Nebenwirkung auf.34 In der Harz-Studie traten keine ernsten Probleme auf, und Leber-, Nieren- und Blutwerte blieben im Normbereich. Ob die Hautbeschwerden am Harz lagen, lässt sich ohne Vergleichsgruppe nicht sagen.

Für ein beruhigendes Urteil reicht das nicht. Zusammen umfassen die Studien nur wenige hundert Menschen, sie liefen höchstens ein knappes Jahr, und zwei der drei Placebo-Studien wurden vom Hersteller des Extrakts finanziert oder gefördert.34 Damit können sie seltene Nebenwirkungen gar nicht erkennen. Eine solche Ausnahme beschreibt ein Fallbericht aus Italien: Eine Tanzlehrerin bekam nach einer Mahlzeit mit Shilajit Nesselsucht und wenig später eine schwere allergische Reaktion mit Atemnot und Bewusstlosigkeit.6 Die Ärzte sahen Shilajit als möglichen Mitauslöser. Bei ihr bestand allerdings zusätzlich der Verdacht auf eine Erkrankung bestimmter Abwehrzellen.

So wurde gemessen
  • Knochenbruch-Studie: 160 Erwachsene, zweimal 500 mg Mumijo am Tag oder Placebo über 28 Tage; berichtete Nebenwirkungen in beiden Gruppen ohne Unterschied (p = 0,839).2
  • Junge Männer: 63 Teilnehmer, 250 oder 500 mg am Tag über 8 Wochen; laut Volltext keine unerwünschten Ereignisse.3 Frauen: 45 Teilnehmerinnen, 14 Wochen, keine dem Präparat zugeordneten Nebenwirkungen.4
  • Harz ohne Kontrollgruppe: 28 % der 25 Männer mit leichten Beschwerden, keine schweren; Laborwerte im Normbereich.5

Sicherheitshinweis

Bei Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht, Atemnot oder Kreislaufproblemen nach der Einnahme ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Kann Shilajit Schwermetalle enthalten?

Ja, je nach Herkunft, doch ob das bei regelmäßiger Einnahme schadet, ist ungeklärt. In den beiden weltweit meistverkauften Sorten aus Indien und Pakistan lagen Blei, Arsen, Quecksilber, Nickel und Chrom über den zulässigen Werten.7 Messwerte je Metall nennt die Zusammenfassung nicht. In zwölf Proben unterschiedlicher Herkunft lagen dagegen alle giftigen Metalle unter den Schwellen für eine schädliche Wirkung.9 Auch eine Übersicht über rund 65 gemessene Metalle fand die Mengen meist unter den Grenzwerten der Weltgesundheitsorganisation und der US-Behörden.1 Die Belastung hängt damit an Herkunft und Charge und lässt sich nur am Laborbericht der jeweiligen Ware ablesen.

Die Ursache liegt in der Entstehung. Als Masse aus dem Gestein bringt Shilajit Metalle aus seiner Umgebung mit. Zudem stieß eine Arbeitsgruppe aus Posen auf das seltene, stark giftige Thallium. In Nahrungsergänzungen fand sie bis zu 0,5 Mikrogramm je Gramm gegenüber höchstens 0,226 im rohen Harz.8 Ein Labor der US-Lebensmittelbehörde maß in ayurvedischen Nahrungsergänzungen, darunter Shilajit, Quecksilbergehalte, die zwischen den Produkten enorm schwankten.10

Shilajit nimmt auf, was im Gestein steckt, und auf dem Etikett steht davon meist nichts.

Behördlich ist das Thema seit Langem bekannt. Die kanadische Gesundheitsbehörde warnte im Juli 2005 vor zwölf ayurvedischen Produkten mit hohen Gehalten an Blei, Quecksilber oder Arsen, darunter Shilajit-Kapseln aus Indien, und riet von nicht zugelassenen Shilajit-Produkten ab.11 Was dagegen fehlt, ist der entscheidende Versuch. Ob die Metallwerte in Blut oder Urin bei regelmäßiger Einnahme steigen, hat keine einzige Studie gemessen. Deshalb gilt das Risiko als ungeklärt, nicht als harmlos.

Belastete und saubere Ware lassen sich nur im Labor unterscheiden. Ein Prüfbericht eines unabhängigen Labors zur jeweiligen Charge, der mindestens Blei, Arsen, Cadmium und Quecksilber nennt, ist die einzige verlässliche Auskunft, und genau darum geht es auch bei der Wahl zwischen Shilajit-Kapseln und Harz. Immerhin werden gereinigte Extrakte laut ihren Herstellern auf Metalle geprüft. Unabhängige Vergleiche zwischen gereinigter und roher Ware gibt es aber nicht, und der Thallium-Befund zeigt, dass Verarbeitung allein keine Garantie ist.

So wurde gemessen
  • Übersicht: rund 65 Metalle in veröffentlichten Analysen; Grenzwerte für pflanzliche Arzneien nach WHO und FDA zum Beispiel 0,3 ppm für Cadmium, 1 ppm für Quecksilber, 10 ppm für Blei und Arsen.1
  • Indien und Pakistan: drei Messverfahren, mehrere giftige Elemente über den zulässigen Werten, Quecksilber nur in der indischen Ware.7
  • Thallium: bis 0,226 µg je Gramm im Rohstoff, bis 0,5 µg je Gramm in Ergänzungen, bis 0,095 µg je Kapsel.8
  • Zwölf Proben: giftige Metalle unter den Toxizitätsschwellen, Gehalte stark schwankend.9
  • Quecksilber in ayurvedischen Ergänzungen: 0,002 bis 56 µg je Gramm über alle Produkte, kein Einzelwert für Shilajit im Abstract.10

Ist Shilajit in Deutschland verboten?

Nein, verboten ist Shilajit in Deutschland nicht. Als Nahrungsergänzungsmittel darf es verkauft werden, allerdings nur in dieser Form. Nach dem Katalog der EU-Kommission gilt Mumijo in Nahrungsergänzungsmitteln nicht als neuartiges Lebensmittel, während jede andere Verwendung, etwa als Zutat in gewöhnlichen Lebensmitteln, eine eigene Zulassung bräuchte.12 Verkäuflich heißt aber nicht geprüft. Auch eine Sicherheitsbewertung durch die EU-Lebensmittelbehörde gibt es für Shilajit nicht.12

Dass trotzdem oft von einem Verbot die Rede ist, könnte mit einer Warnung aus Kanada zusammenhängen. Dort warnte die Gesundheitsbehörde 2005 vor ayurvedischen Mitteln mit viel Blei, Quecksilber oder Arsen, darunter Shilajit-Kapseln aus Indien. Zugleich riet sie von nicht zugelassenen Shilajit-Produkten ab.11 Eine Nahrungsergänzung wird in der EU zudem nicht wie ein Arzneimittel vor dem Verkauf behördlich geprüft. Für die Qualität ist der Hersteller selbst verantwortlich, und deshalb kommt es so sehr darauf an, wer verkauft.

Erhöht Shilajit den Blutdruck?

Ob Shilajit den Blutdruck erhöht, ist ungeklärt. Beschrieben ist ein einzelner Fall aus Griechenland. Eine Schwangere hatte sechs Monate lang Mumijo genommen und kam mit anhaltend hohem Blutdruck und zu wenig Kalium in die Klinik.14 Messwerte nennt die Zusammenfassung nicht. Dagegen veränderte sich der Blutdruck in einer kleinen indischen Placebo-Studie nicht, in der 30 gesunde Freiwillige sechs Wochen lang zwei Gramm Shilajit am Tag oder ein Scheinpräparat nahmen.13 Den Kaliumwert hat diese Studie nicht bestimmt, eine Einnahme über Monate ebenso wenig geprüft, und für Schwangere sowie Menschen mit Bluthochdruck gibt es keine Studien.

Die Ärzte fanden bei der Frau ein Bild, wie es sonst nach zu viel Lakritz auftritt. Dabei hält der Körper über ein Hormonsignal zu viel Salz zurück und verliert Kalium. Nach dem Absetzen und einer Kaliumgabe besserte sich ihr Zustand. Es ist der erste beschriebene Fall dieser Art, und bewiesen ist ein Zusammenhang damit nicht. In der offenen Harz-Studie blieben die Vitalwerte nach vier Wochen ebenfalls unauffällig.5

Bei Bluthochdruck oder unter blutdrucksenkenden und entwässernden Medikamenten empfiehlt es sich deshalb, nach Beginn der Einnahme den Blutdruck zu messen. Steigt er an, wird Shilajit abgesetzt. In der Schwangerschaft ist Shilajit nicht untersucht, und der einzige beschriebene Fall betraf eine Schwangere; dort ist von der Einnahme abzuraten.

So wurde gemessen
  • Placebo-Studie: 30 gesunde Freiwillige, 20 mit 2 g Shilajit und 10 mit Placebo, 45 Tage; Blutdruck, Puls und Blutbild unverändert, geprüft nur innerhalb der Gruppen, Kalium nicht gemessen.13
  • Fallbericht: 37-jährige Schwangere nach sechs Monaten Mumijo, Bluthochdruck und Kaliummangel durch ein lakritzartiges Syndrom (Pseudohyperaldosteronismus), Besserung nach Absetzen und Kaliumgabe.14

Welche Nebenwirkungen hat Shilajit bei Frauen und bei Männern?

Eigene Nebenwirkungen für Frauen oder Männer sind nicht beschrieben, beide Geschlechter sind aber kaum untersucht. Die Studien unterscheiden sich vor allem darin, wen sie aufgenommen haben, und das prägt, was über die beiden Gruppen bekannt ist.

Nebenwirkungen bei Frauen

Bei Frauen stützt sich das Wissen im Wesentlichen auf eine einzige Studie, die Nebenwirkungen zählte. Darin nahmen 45 gesunde Frauen zwischen 30 und 65 Jahren gut drei Monate lang Shilajit oder ein Scheinpräparat, und in keiner Gruppe traten Nebenwirkungen auf, die dem Präparat zugeordnet wurden.4 Dabei hat der Hersteller des Extrakts diese Studie, die vor allem die Wirkung von Shilajit bei Frauen auf die Haut prüfte, teilweise gefördert. Die beiden Fallberichte mit ernsten Ereignissen betreffen dagegen ausgerechnet Frauen, nämlich die allergische Reaktion in Italien und den Bluthochdruck in der Schwangerschaft.614 Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Studien, weshalb dort von der Einnahme abzuraten ist.

Nebenwirkungen bei Männern

Bei Männern ist die Datenlage etwas breiter, aber ebenso kurz. In einer Studie mit 63 jungen Männern über acht Wochen traten keine Nebenwirkungen auf,3 und in einer Untersuchung mit unfruchtbaren Männern blieben Leber- und Nierenwerte nach drei Monaten unverändert.15 Auch die Hautbeschwerden aus der Harz-Studie betrafen Männer.5 Lange beobachtet wurde keiner von ihnen. Häufig gefragt wird, ob Shilajit über die Hormone unerwünschte Folgen hat. In der einzigen Placebo-Studie zum Testosteron unter Shilajit blieben die Steuerhormone der Hirnanhangdrüse stabil,16 und eine Studie zu Prostata oder Haarausfall haben wir nicht gefunden.

Ist Shilajit gesund?

Ob Shilajit gesund ist, lässt sich nach heutiger Studienlage nicht sagen. Für keine Wirkung gibt es mehr als erste Hinweise aus einzelnen kleinen Studien, bei Blutzucker und Gedächtnis fehlen Placebo-Studien ganz, und zur Fruchtbarkeit gibt es nur eine Studie ohne Vergleichsgruppe, wie die Übersicht zur Wirkung von Shilajit zeigt. Auf der anderen Seite stehen die ungeklärte Belastung mit Schwermetallen und Fallberichte über seltene, aber ernste Reaktionen.76 Diese Abwägung fällt nüchtern aus. Ein Nutzen, der ein solches Risiko aufwiegen könnte, ist bisher nicht belegt.

Für wen ist Shilajit nicht untersucht?

Für mehrere Gruppen fehlen schlicht die Daten, und fehlende Daten sind keine Entwarnung. Kaum oder gar nicht untersucht ist Shilajit bei:

Gruppe Was fehlt
Schwangerschaft und Stillzeit keine Studien, ein Fallbericht mit Bluthochdruck und Kaliummangel
Kindern und Jugendlichen keine Studien
Leber- oder Nierenerkrankung keine Studien
Bluthochdruck oder Herzschwäche keine Studien, Kalium nie gemessen
Einnahme zusammen mit Medikamenten keine Studien zu Wechselwirkungen
Einnahme über mehr als 48 Wochen keine Studien
Roh-Harz aus dem Handel fast alle Studien mit gereinigtem Extrakt

Wer zu einer dieser Gruppen gehört oder regelmäßig Medikamente nimmt, sollte Shilajit deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen. Für alle anderen bleibt ein Restrisiko, das sich vor allem über die Wahl geprüfter Ware verkleinern lässt. Welche Form das am ehesten erlaubt, hängt weniger von Shilajit-Harz, Kapseln oder Gummies ab als vom Laborbericht dazu.

Unser Fazit

In den kleinen Studien war Shilajit über einige Wochen meist gut verträglich, doch für seltene Risiken sind sie zu klein. Ungeklärt bleibt vor allem die Belastung mit Schwermetallen, die von Produkt zu Produkt schwankt. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Kindern und ohne Laborbericht hat Shilajit keinen Platz.

Häufige Fragen

Schadet Shilajit der Leber oder den Nieren?

Hinweise darauf gibt es bisher nicht. In zwei Studien blieben Leber- und Nierenwerte nach vier Wochen bzw. drei Monaten im Normbereich.515 Für Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankung fehlen aber Studien.

Kann Shilajit Pickel oder Akne auslösen?

In einer offenen Studie mit Harz bekam gut jeder Vierte leichte Hautbeschwerden wie Pickel, Ausschlag oder Juckreiz, die von selbst abklangen.5 Ohne Vergleichsgruppe ist offen, ob das Harz die Ursache war.

Darf man Shilajit in der Schwangerschaft nehmen?

Dazu gibt es keine Studien. Beschrieben ist der Fall einer Schwangeren, die nach monatelanger Einnahme Bluthochdruck und Kaliummangel entwickelte.14 In Schwangerschaft und Stillzeit ist von Shilajit deshalb abzuraten.

Verträgt sich Shilajit mit Medikamenten?

Wechselwirkungen mit Medikamenten hat keine Studie untersucht. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes, sollte die Einnahme vorher ärztlich besprechen.

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Alle 16 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Hussain & Saeed 2024, Biol Trace Elem ResÜbersicht über veröffentlichte Metallanalysen von Shilajitrund 65 Metalle, darunter Blei, Arsen, Cadmium, Quecksilber; meist unter den WHO-/FDA-Grenzwerten, in einzelnen Studien darüberÜbersichtsarbeit
2Sadeghi et al. 2020, J Altern Complement Med160 Erwachsene nach Schienbeinfraktur-OP, 2 Kapseln à 500 mg Mumijo oder Placebo, 28 Tage, doppelblindHeilung im Röntgen nach 129 vs. 153 Tagen (p < 0,049); Nebenwirkungen gleich häufig (p = 0,839)RCT
3Keller et al. 2019, J Int Soc Sports Nutr63 freizeitaktive Männer, 250 oder 500 mg/Tag oder Placebo, 8 WochenGesamtgruppe ohne Unterschied zu Placebo; nur nachträglich gebildete obere Hälfte: Kraftverlust 8,9 % (500 mg) vs. 16,0 % (Placebo); keine unerwünschten Ereignisse; laut Volltext vom Extrakt-Hersteller finanziertRCT (herstellerfinanziert)
4Das et al. 2019, J Am Coll Nutr45 gesunde Frauen (3 Gruppen à 15), 125 oder 250 mg zweimal täglich oder Placebo, 14 WochenHautdurchblutung nur mit 250 mg zweimal täglich besser als mit Placebo; keine Nebenwirkungen; teils vom Extrakt-Hersteller gefördert, Kapseln vom Hersteller geliefertRCT (herstellergefördert)
5Yadav et al. 2026, Cureus25 gesunde Männer, Shilajit-Harz 2 × 250 mg/Tag, 28 Tage, offen, ohne Kontrollgruppe; Autoren überwiegend beim Hersteller angestelltGesamt-Testosteron unverändert (−2,7 %, p = 0,606); 7 von 25 leichte, selbst abklingende Beschwerden (Akne, Ausschlag, Juckreiz); Laborwerte im NormbereichOffene Studie ohne Kontrollgruppe
6Losa et al. 2019, World J Clin CasesFallbericht, 43-jährige Frau aus ItalienNesselsucht nach einer Mahlzeit mit Shilajit, danach anstrengungsabhängige Anaphylaxie mit Bewusstlosigkeit; Shilajit als möglicher Mitauslöser bei vermuteter Mastzellerkrankung, kein ProvokationstestFallbericht
7Aldakheel et al. 2022, Biol Trace Elem ResElementanalyse der beiden weltweit meistverkauften Shilajit-Sorten (Indien, Pakistan) mit LIBS, ICP und EDXu. a. Blei, Arsen, Quecksilber, Nickel und Chrom über den zulässigen Grenzwerten; Quecksilber nur im indischen ShilajitProduktanalyse
8Kamgar et al. 2025, BMC Chemnatürliches Shilajit und Shilajit-Nahrungsergänzungen aus verschiedenen Regionen, Thallium-BestimmungThallium bis 0,226 µg/g im Rohstoff, bis 0,5 µg/g in Nahrungsergänzungen; bis 0,095 µg je Kapsel; manche Produkte über dem RohstoffProduktanalyse
9Kamgar et al. 2026, J Trace Elem Med Biol12 Shilajit-Proben verschiedener Herkunft, ICP-MSgiftige Metalle unterhalb der Toxizitätsschwellen, Gehalte stark schwankend; Calcium häufigstes ElementProduktanalyse (Gegenbefund)
10Abdalla & Smith 2013, Int J Anal ChemLabor der US-Lebensmittelbehörde FDA, Quecksilber in ayurvedischen Nahrungsergänzungen einschließlich ShilajitQuecksilber 0,002 bis 56 µg/g über alle Produkte; Wert für Shilajit im Abstract nicht einzeln genanntProduktanalyse
11Health Canada 2005, Warnung der kanadischen GesundheitsbehördeWarnung vor zwölf ayurvedischen Produkten, darunter Shilajit-Kapseln aus Indienhohe Gehalte an Blei, Quecksilber und/oder Arsen; Rat, nicht zugelassene Shilajit-Produkte nicht zu verwendenBehördenwarnung
12Europäische Kommission, Novel-Food-Katalog, Konsultation zum Novel-Food-Status von MumijoStatus von Mumijo nach der EU-Novel-Food-Verordnungin Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig; jede andere Verwendung in Lebensmitteln bräuchte eine Zulassung; keine EFSA-SicherheitsbewertungBehördenbewertung
13Sharma et al. 2003, Anc Sci Life30 gesunde Freiwillige (20 mit 2 g Shilajit, 10 mit Placebo), 45 TageLDL 81,8 → 63,3 mg/dl mit Shilajit, 78,6 → 77,8 mg/dl mit Placebo, nur innerhalb der Gruppen getestet; Blutdruck, Puls und Blutbild unverändert, Kalium nicht gemessenRCT (klein)
14Stavropoulos et al. 2018, Gynecol EndocrinolFallbericht, 37-jährige Schwangere aus Griechenland nach sechs Monaten Mumijoanhaltender Bluthochdruck und Kaliummangel, lakritzartiges Syndrom (Pseudohyperaldosteronismus); Besserung nach Absetzen und KaliumgabeFallbericht
15Biswas et al. 2010, Andrologia35 Männer mit Oligospermie (28 ausgewertet), Kapsel 100 mg zweimal täglich nach den Hauptmahlzeiten, 90 Tage, ohne KontrollgruppeSpermienzahl +61,4 %, Beweglichkeit +12,4 bis 17,4 %, Testosteron +23,5 % gegenüber Ausgangswert; Leber- und Nierenwerte unverändertStudie ohne Kontrollgruppe
16Pandit et al. 2016, Andrologiagesunde Männer 45 bis 55 Jahre, 250 mg zweimal täglich oder Placebo, 90 Tage, doppelblindGesamt- und freies Testosteron sowie DHEAS höher als unter Placebo (p < 0,05), LH und FSH stabil; Teilnehmerzahl und Effektgröße im Abstract nicht angegeben; Förderangaben beim Verlag nennen den Extrakt-HerstellerRCT (einzige Placebo-Studie)

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