Die kurze Antwort
Als Kapsel oder Tablette zeigte Glutathion in kleinen Placebo-Studien über bis zu sechs Monate kein Warnsignal, ob es auf Dauer unbedenklich ist, bleibt aber ungeklärt. Riskanter sind Infusionen zur Hautaufhellung: Behörden auf den Philippinen und in den USA warnen davor, Fallberichte beschreiben Schock und schwere Hautreaktionen. Inhaliert kann es bei Asthma die Atemwege verengen. Für S-Acetyl-Glutathion hält die EFSA 300 mg am Tag für sicher.
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Die Werbung verspricht einen helleren Teint nach wenigen Sitzungen am Tropf, oft gleich zusammen mit einer Portion Vitamin C. Was dort in die Vene läuft, hat mit einer Kapsel zum Schlucken wenig gemein, auch wenn beides Glutathion heißt. Der Körper stellt diesen Stoff selbst her, in jeder Zelle, und er dient ihm als Schutz gegen aggressive Sauerstoffverbindungen. Das klingt nach einem Mittel, das kaum schaden kann. Doch ob Glutathion zum Risiko wird, entscheidet vor allem der Weg in den Körper, und genau dort gehen Kapsel und Tropf weit auseinander.
Ist Glutathion gefährlich?
Ernste Risiken bestehen vor allem dort, wo Glutathion in die Vene gelangt, während Kapseln in den bisherigen Studien kein Warnsignal zeigten. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Geschlucktes Glutathion zerlegt der Darm zu einem großen Teil in seine Bausteine, und ob Glutathion aus Kapseln den Spiegel im Blut überhaupt erhöht, ist umstritten. Anders die Infusion, denn sie umgeht diesen Filter. Damit bringt sie große Mengen auf einmal in den Kreislauf, und jede Verunreinigung des Rohstoffs gleich mit.
Daraus ergeben sich drei Bereiche, die sich deutlich unterscheiden. Bei Kapseln und Tabletten fehlen lange und große Studien. Ernste Probleme zeigten die kleinen aber nicht. Bei Infusionen zur Hautaufhellung warnen Behörden ausdrücklich, und Fallberichte beschreiben schwere Zwischenfälle. Hinzu kommt das Inhalieren, das bei Asthma in einer kleinen Studie die Atemwege verengte. Dazwischen stehen offene Fragen, etwa zur Schwangerschaft, zur Krebsbehandlung und zum Zinkspiegel, die bisher niemand gezielt untersucht hat.
Welche Nebenwirkungen hat Glutathion als Kapsel?
Ob Glutathion als Kapsel oder Tablette Nebenwirkungen verursacht, ist ungeklärt, weil die Studien klein und kurz sind, ein Warnsignal zeigen sie aber nicht. Sechs Placebo-Studien mit zusammen rund 300 Teilnehmenden liefen bis zu sechs Monate. Unter Glutathion traten dabei nicht mehr Beschwerden auf als unter einem Scheinpräparat. Dazu gehört eine Untersuchung aus Thailand, in der gesunde Frauen zwölf Wochen lang täglich Glutathion oder eine wirkstofffreie Kapsel schluckten. Unerwünschte Ereignisse meldeten dort 15 gegenüber 21 Prozent, also in der Placebogruppe sogar etwas mehr.1 Allerdings hörten zwei Teilnehmerinnen auf, weil ihre Leberwerte vorübergehend stiegen, und nach dem Absetzen normalisierten sie sich wieder.
Auffällig ist dabei, wer diese Studien bezahlt hat. Die thailändische Untersuchung finanzierte ein Hersteller, und andere nennen die Verträglichkeit nur pauschal, ohne Daten zur langen Einnahme.8 Bei Kindern mit Mukoviszidose, einer erblichen Krankheit von Lunge und Verdauung, traten schwere Ereignisse unter Glutathion sogar seltener auf als unter Placebo.5 Das beruhigt, beweist aber wenig. Dazu kommen Lücken: Für eine Einnahme über mehr als ein halbes Jahr, für Mengen über 1.000 mg am Tag und für Menschen mit Leber- oder Nierenerkrankungen gibt es keine Daten.
Ein einzelner Fallbericht beschreibt trotzdem einen ernsten Verlauf. So entwickelte in Thailand eine Person nach Glutathion-Tabletten zur Hautaufhellung eine toxische epidermale Nekrolyse, die schwerste Form einer Arzneimittelreaktion der Haut, bei der sich die Oberhaut großflächig ablöst. Ein Labortest bestätigte Glutathion als Auslöser.6 Bei Hautausschlag mit Blasen oder wunden Schleimhäuten gehört das Präparat abgesetzt, und es ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Sechs Placebo-Studien mit zusammen rund 300 Personen, 250 bis 1.000 mg täglich (bei Kindern bis 65 mg pro kg Körpergewicht), Dauer drei Wochen bis sechs Monate.9410
- Thailand: 60 gesunde Frauen in drei Gruppen über 12 Wochen; im Vergleich von 250 mg reduziertem Glutathion mit Placebo 15 gegenüber 21 % unerwünschte Ereignisse, keine schweren, 2 Abbrüche wegen vorübergehend erhöhter Leberwerte; vom Hersteller finanziert.1
- Medizinstudierende: 60 Personen, 500 mg täglich über 4 Wochen, beide Gruppen ohne Auffälligkeiten.8
- Mukoviszidose: 58 Kinder über 24 Wochen, mindestens ein Ereignis bei 97 % in beiden Gruppen, schwere Ereignisse 3 gegenüber 17 %.5
- Ohne Vergleichsgruppe: 14 Gesunde, 600 mg täglich über 30 Tage, Leber- und Nierenwerte unverändert.11
Senkt Glutathion den Zinkspiegel?
Die Behauptung, Glutathion senke den Zinkspiegel, ist in keiner Studie untersucht, die sich nachprüfen lässt. Dabei taucht sie in Übersichtsartikeln und Ratgebern immer wieder auf und beruft sich auf die bislang längste Placebo-Studie mit Kapseln. Deren veröffentlichte Zusammenfassung erwähnt Zink aber mit keinem Wort, und der vollständige Text ist nicht frei zugänglich.9 Auch eine andere Studie, die Zink im Blut gemessen hätte, ließ sich nicht finden.
Fehlende Daten sind trotzdem keine Entwarnung. Ob eine Einnahme über Monate am Zinkhaushalt etwas verschiebt, weiß schlicht niemand. Gemessen hat es keiner. Wer Glutathion länger nimmt und ohnehin zu Zinkmangel neigt, etwa bei vegetarischer Ernährung, einer Darmerkrankung oder im höheren Alter, sollte den Zinkwert bei der nächsten Blutkontrolle mitbestimmen lassen.
Wie gefährlich sind Glutathion-Infusionen?
Ob Infusionen zur Hautaufhellung schwere Nebenwirkungen verursachen, ist ungeklärt. Es gibt dazu keine kontrollierten Studien und damit auch keine Zahlen zum Vergleich. Trotzdem sind sie die Anwendung, vor der Behörden ausdrücklich warnen. Die philippinische Arzneimittelbehörde tut das seit Jahren öffentlich, unter anderem wegen gemeldeter schwerer Hautreaktionen.12 Zugelassen sind Glutathion-Spritzen dort nur als Begleitmittel zu einer Chemotherapie mit Cisplatin. Zur Aufhellung der Haut sind sie nirgends zugelassen.
Das zweite Problem ist der Rohstoff. Im Jahr 2019 warnte die US-Arzneimittelbehörde FDA Apotheken davor, Infusionen aus Glutathion-Pulver für Nahrungsergänzungsmittel herzustellen, nachdem acht Patienten Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen bekommen hatten. Das Pulver war mit Bakterienresten verunreinigt.13 Danach meldete sie 2026 erneut eine Serie, diesmal mit mindestens 30 Betroffenen, von denen einige mit schockähnlichen Beschwerden ins Krankenhaus kamen.14 Ähnlich verlief ein Ausbruch in Sydney, wo sieben Menschen nach verunreinigten Infusionen erkrankten, die meisten davon gegen eine vermutete Borreliose.15 Das Muster ist jedes Mal dasselbe: Fieber und Schüttelfrost nach dem Tropf.
Dazu kommen Einzelfälle, die zeigen, wie schnell es gehen kann. Eine zuvor gesunde Frau geriet innerhalb einer Stunde nach einer hoch dosierten Aufhellungs-Infusion in einen Schock, bekam über 41 Grad Fieber, einen akuten Leberschaden und eine Gerinnungsstörung. Sie erholte sich vollständig.3 Auch bei einer anderen Frau löste eine Vitamin-Infusion mit Glutathion eine schwere Hautablösung aus, sie wurde in einem Verbrennungszentrum behandelt.7 Ob Glutathion in diesen Fällen der Auslöser war, ist im Einzelfall nicht bewiesen.
Demgegenüber steht ein Nutzen, der nie gezeigt wurde. Ob Glutathion-Infusionen die Haut aufhellen, ist nicht untersucht, denn es gibt nur eine einzige kleine Placebo-Studie, die eine Übersichtsarbeit zitiert und die keinen sicheren Unterschied fand.16 Deshalb halten die Autoren dieser Übersicht die Infusionen für nicht vertretbar. Bei Fieber, Schüttelfrost, Ausschlag oder Blasen nach einer Infusion ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112, und die Infusion gehört dabei ausdrücklich erwähnt.
So wurde gemessen
- Philippinen: öffentliche Warnung der Arzneimittelbehörde von 2011, erneuert 2019, vor Infusionen für nicht zugelassene Zwecke, unter anderem wegen möglicher Stevens-Johnson-Reaktionen; zitiert nach einer indischen Übersichtsarbeit.12
- US-FDA 2019: 8 Patienten mit Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost, einer im Krankenhaus; im Rohstoff bis zum Fünffachen der zulässigen Endotoxinmenge.13 US-FDA 2026: mindestens 30 Patienten mit Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen, Schwindel und schock- oder sepsisähnlichen Beschwerden.14
- Sydney: 7 wahrscheinliche Endotoxin-Vergiftungen durch in Apotheken hergestellte Infusionen, 5 davon gegen vermutete Borreliose.15
- Fallberichte: Schock, Fieber über 41 °C, ALT 311 U/l und Gerinnungsstörung nach einer Aufhellungs-Infusion;3 Stevens-Johnson-Syndrom bzw. toxische epidermale Nekrolyse bei einer 33-Jährigen nach Infusion mit Glutathion, Vitamin C und D.7
- Wirksamkeit: einzige Placebo-Studie mit 32 Personen, aufgehellt 6 von 16 gegenüber 3 von 16 (p = 0,054).16 Eine weitere Übersicht nennt Leberschäden, Überempfindlichkeit und mögliche Nierenwirkungen als Bedenken.17
Ist inhaliertes Glutathion bei Asthma riskant?
Ob inhaliertes Glutathion bei Asthma einen Anfall auslösen kann, ist ungeklärt, ein deutliches Warnsignal gibt es aber. Es stammt aus einem Versuch mit acht Menschen mit leichtem Asthma, die einmal Glutathion und einmal eine Kochsalzlösung inhalierten, ohne zu wissen, was sie bekamen. Nach dem Glutathion sank ihre Lungenfunktion um 19 gegenüber 1 Prozent nach der Kochsalzlösung. Vier der acht husteten, drei bekamen schlecht Luft.18 Eine zweite kleine Studie mit zwölf Asthmakranken fand dagegen sogar eine schützende Wirkung gegen einen anderen Reiz,19 und bei Mukoviszidose vertrugen Kinder und Erwachsene das Inhalieren über Monate gut.20 Das Signal betrifft damit das Inhalieren bei Asthma, nicht Kapseln.
Die Forschenden vermuten Sulfite als Ursache, Stoffe, die beim Vernebeln entstehen und auf die viele Asthmakranke empfindlich reagieren. Dazu passt, dass ein Spray, das die Bronchien weitet, die Reaktion verhinderte, wenn es vorher genommen wurde.18 Beide Studien prüften allerdings nur eine einzige Gabe. Wiederholtes Inhalieren über Wochen hat bei Asthma niemand untersucht. Für mittelschweres oder schweres Asthma und für Kinder mit Asthma fehlen Daten ganz.
Für Asthmakranke ist der Schluss trotzdem klar. Bei Asthma oder bekannter Sulfit-Empfindlichkeit gehört Glutathion nicht in den Vernebler, allenfalls unter ärztlicher Aufsicht und mit griffbereitem Notfallspray. Bei Atemnot nach dem Inhalieren ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Asthma: doppelblinder Crossover mit 8 Personen, 600 mg inhaliert; Einsekundenkapazität (FEV1) −19 % gegenüber −1 % mit Placebo, Atemwegswiderstand +61 gegenüber +17 %; vorab inhaliertes Salbutamol verhinderte die Verengung.18
- Gegenbefund: 12 Personen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma, 600 mg vor einer Provokation mit Nebel; Abfall der Lungenfunktion −6 gegenüber −20 % mit Placebo.19
- Mukoviszidose: Cochrane-Auswertung, Nebenwirkungen in 2 Studien mit 223 Personen kaum oder nicht häufiger (niedrige Vertrauenswürdigkeit); in der größten Studie mit 153 Personen schwere Ereignisse gleich häufig.2021
Wie viel Glutathion ist sicher?
Für S-Acetyl-Glutathion hält die EU-Lebensmittelbehörde EFSA höchstens 300 mg am Tag für Erwachsene für sicher, für Jugendliche je nach Alter weniger.2 Diese Grenze ist nachvollziehbar hergeleitet. In einem Tierversuch wurde unter hohen Mengen die Leber schwerer, und von dieser Menge rechnet die Behörde mit großem Abstand auf den Menschen herunter. Dabei enthalten viele Präparate mehr, und das Ergebnis gilt ausdrücklich nicht für Schwangere und Stillende.
Für normales, reduziertes Glutathion gibt es keine vergleichbare Bewertung dieser Behörde. Immerhin nahmen Erwachsene in den Studien 250 bis 1.000 mg täglich über bis zu sechs Monate, ohne dass sich ein Warnsignal zeigte. Mehr ist nicht untersucht. Wer S-Acetyl-Glutathion nimmt, sollte deshalb bei höchstens 300 mg bleiben. Auch bei anderen Formen spricht nichts dafür, mehr zu nehmen als in Studien. Die geprüften Mengen je Form sind bei der Glutathion-Dosierung zusammengestellt.
So wurde gemessen
- EFSA 2026, Bewertung als neuartiges Lebensmittel: sicher bis 300 mg täglich für Erwachsene, 190 bzw. 269 mg für zwei Altersgruppen Jugendlicher; abgeleitet aus der Zunahme des Lebergewichts im Tierversuch (BMDL10 877 mg pro kg Körpergewicht, Sicherheitsfaktor 200); Schwangere und Stillende nicht Teil der Bewertung.2
Schwächt Glutathion eine Chemotherapie ab?
Ob Glutathion als Infusion die Wirkung einer Chemotherapie abschwächt, ist ungeklärt, ein Warnsignal fand sich in den Studien aber nicht. Die Sorge liegt nahe. Glutathion gilt als Schutzstoff der Zellen, und ein Schutzstoff könnte im Prinzip auch Tumorzellen vor der Chemotherapie bewahren. Doch in der größten Studie mit 151 Frauen mit Eierstockkrebs sprachen die Tumoren mit Glutathion bei 73 gegenüber 62 Prozent an,22 und in vier Placebo-Studien mit zusammen über vierhundert Krebskranken sprachen sie gleich gut oder tendenziell sogar besser an; die Zeit, bis die Krankheit fortschritt, unterschied sich nicht.23
Allerdings waren diese Studien dafür gebaut, Nervenschäden zu verhindern, und nicht dafür, die Tumorwirkung zu prüfen. Auch eine Auswertung, die das Ansprechen über alle Studien zusammenfasst, gibt es nicht. Noch dünner ist die Lage bei Kapseln. Ob Glutathion-Kapseln eine Chemotherapie verändern, ist nicht untersucht, denn alle Studien gaben die Infusion zeitlich genau vor der Platingabe.24 Gegeben wurden sie, um die Nerven zu schützen, und vor Nervenschäden durch Cisplatin oder Oxaliplatin schützen sie wahrscheinlich tatsächlich etwas. Während einer Krebsbehandlung gehört Glutathion in jeder Form vorher mit dem behandelnden Onkologen besprochen.
So wurde gemessen
- Eierstockkrebs: 151 Frauen unter Cisplatin, doppelblind; Ansprechen 73 gegenüber 62 % (p = 0,25), mehr Frauen erhielten alle sechs Zyklen.22
- Paclitaxel und Carboplatin: 185 Personen, Phase-3-Studie; Zeit bis zum Fortschreiten gleich (p = 0,63).23
- Weitere: Darmkrebs unter Oxaliplatin, 52 Personen, Ansprechen 26,9 gegenüber 23,1 %;25 Magenkrebs unter Cisplatin, 50 Personen, 76 gegenüber 52 %.26
Darf man Glutathion in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?
Ob Glutathion-Präparate in Schwangerschaft oder Stillzeit schaden, ist nicht untersucht, es gibt keine einzige kontrollierte Studie. Auch die EFSA hat die Frage offengelassen, denn sie bewertete S-Acetyl-Glutathion nur für Erwachsene außer Schwangeren und Stillenden, weil der Antragsteller diese Gruppen gar nicht erst eingeschlossen hatte.2 Das ist keine Warnung, aber ebenso wenig eine Entwarnung, und Fallberichte über Schäden in der Schwangerschaft fanden sich keine.
Daher empfiehlt es sich, in Schwangerschaft und Stillzeit auf Glutathion-Präparate zu verzichten oder die Einnahme vorher ärztlich zu besprechen. Infusionen zur Hautaufhellung sind in dieser Zeit schon wegen der beschriebenen Zwischenfälle keine gute Idee. Und ein Nutzen, der solche Risiken aufwiegen würde? Er ist für die Wirkung von Glutathion als Kapsel ohnehin nicht belegt, auch nicht für die viel beworbene Glutathion-Wirkung auf die Haut.
Unser Fazit
Als Kapsel ist Glutathion nach den bisherigen kleinen Studien gut verträglich, ein Freibrief für hohe Mengen oder lange Einnahme ist das nicht. Die echten Risiken liegen bei Infusionen zur Hautaufhellung, vor denen Behörden warnen, und beim Inhalieren mit Asthma. Bei S-Acetyl-Glutathion gelten 300 mg am Tag als Obergrenze.
Häufige Fragen
Welche Wirkung und Nebenwirkungen hat Glutathion?
Für Kapseln ist bisher keine Wirkung belegt, und selbst ob der Spiegel im Blut steigt, ist umstritten. Nebenwirkungen traten in den Placebo-Studien mit Kapseln nicht häufiger auf als mit Scheinpräparat; die einzige wahrscheinliche Wirkung betrifft Infusionen in der Krebsbehandlung.
Kann Glutathion der Leber schaden?
In einer Placebo-Studie brachen zwei Frauen wegen vorübergehend erhöhter Leberwerte ab, die sich nach dem Absetzen normalisierten.1 Die EFSA leitet ihre Höchstmenge aus einem höheren Lebergewicht im Tierversuch ab, und nach einer hoch dosierten Aufhellungs-Infusion ist ein akuter Leberschaden beschrieben.23
Ist Glutathion für Kinder geeignet?
Untersucht wurde es bei Kindern nur mit Mukoviszidose, und dort traten unter Glutathion nicht mehr Nebenwirkungen auf als unter Scheinpräparat.45 Für gesunde Kinder fehlen Daten, und die EFSA nennt für Jugendliche niedrigere Höchstmengen als für Erwachsene.
Kann Glutathion allergische Hautreaktionen auslösen?
Selten, aber schwer: Fallberichte beschreiben eine lebensgefährliche Hautablösung nach Aufhellungstabletten und nach einer Vitamin-Infusion mit Glutathion.67 Bei Blasen, wunden Schleimhäuten oder großflächigem Ausschlag ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
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Alle Themen zu Glutathion
Alle 26 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Weschawalit et al. 2017, Clin Cosmet Investig Dermatol | 1 Placebo-RCT, 60 gesunde Frauen in 3 Gruppen, 250 mg/Tag reduziertes oder oxidiertes Glutathion oder Placebo, 12 Wochen; Vergleich reduziert (20) gegen Placebo (19) | Volltext: unerwünschte Ereignisse 15 % vs. 21 %, keine schweren; 2 Abbrüche wegen vorübergehend erhöhter Leberwerte, nach Absetzen normal; vom Hersteller finanziert | RCT |
| 2 | EFSA 2026, EFSA J | Sicherheitsbewertung S-Acetyl-Glutathion als neuartiges Lebensmittel | sicher bis 300 mg/Tag für Erwachsene, abgeleitet aus Lebergewichts-Zunahme im Tierversuch (BMDL10 877 mg/kg, Sicherheitsfaktor 200); Schwangere und Stillende ausgenommen | Behördenbewertung |
| 3 | Sharma et al. 2025, Cureus | 1 zuvor gesunde Frau, hoch dosierte Infusion zur Hautaufhellung | Schock, Fieber über 41 °C, akuter Leberschaden (ALT 311 U/l), Gerinnungsstörung; vollständige Erholung | Fallbericht |
| 4 | Visca et al. 2015, J Pediatr Gastroenterol Nutr | 1 Placebo-RCT, 44 Kinder mit Mukoviszidose (18 Monate bis 10 Jahre), 65 mg/kg/Tag, 6 Monate | keine Nebenwirkungen | RCT (Kinder) |
| 5 | Bozic et al. 2020, J Pediatr Gastroenterol Nutr | 1 Placebo-RCT, 58 Kinder mit Mukoviszidose (2 bis 10 Jahre), 24 Wochen | Volltext: mindestens ein unerwünschtes Ereignis 97 % vs. 97 %, schwere Ereignisse 3 % vs. 17 %; sicher und gut verträglich | RCT (Kinder) |
| 6 | Chottawornsak et al. 2021, Dermatitis | 1 Fall in Thailand, Glutathion-Tabletten zur Hautaufhellung | toxische epidermale Nekrolyse; Glutathion im Labortest als Auslöser bestätigt | Fallbericht |
| 7 | Johnson et al. 2025, J Burn Care Res | 1 Frau, 33 Jahre, Vitamin-Infusion mit Glutathion, Vitamin C und D | Stevens-Johnson-Syndrom bzw. toxische epidermale Nekrolyse, Behandlung im Verbrennungszentrum | Fallbericht |
| 8 | Arjinpathana & Asawanonda 2012, J Dermatolog Treat | 1 Placebo-RCT, 60 gesunde Medizinstudierende, 500 mg/Tag, 4 Wochen | Glutathion und Placebo „very well tolerated“; Langzeitsicherheit nicht geprüft | RCT |
| 9 | Richie et al. 2015, Eur J Nutr | 1 Placebo-RCT, 54 nichtrauchende Erwachsene, 250 oder 1.000 mg/Tag, 6 Monate | Glutathion-Speicher stiegen dosisabhängig; Nebenwirkungen im Abstract nicht berichtet | RCT (längste Studie) |
| 10 | Mawu et al. 2025, Acta Dermatovenerol Alp Pannonica Adriat | 1 RCT mit Placebo, 40 Pers. mit Akne, 500 mg/Tag, 4 Wochen | keine unerwünschten Reaktionen | RCT (klein) |
| 11 | Solnier et al. 2026, Antioxidants (Basel) | 14 Gesunde, 600 mg/Tag mizellares Glutathion, 30 Tage, ohne Kontrollgruppe; vom Hersteller-Umfeld durchgeführt | Leber- und Nierenwerte (ALT, AST, ALP, Kreatinin) unverändert, gut verträglich | Offene Studie ohne Kontrollgruppe |
| 12 | Sonthalia et al. 2016, Indian J Dermatol Venereol Leprol | Übersichtsarbeit zu Glutathion als Aufhellungsmittel | keine Belege für die Wirksamkeit von Infusionen; Nebenwirkungen führten zur öffentlichen Warnung der philippinischen Behörde | Übersicht |
| 13 | US-FDA 2019, US Food and Drug Administration | Hinweis der US-FDA an herstellende Apotheken, 8 Patienten | Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost nach Infusionen aus Nahrungsergänzungs-Rohstoff; bis zum Fünffachen der zulässigen Endotoxinmenge | Behördenwarnung |
| 14 | US-FDA 2026, US Food and Drug Administration | Hinweis der US-FDA an herstellende Apotheken, mindestens 30 Patienten | Fieber, Schüttelfrost, Schwindel, schock- oder sepsisähnliche Beschwerden, teils im Krankenhaus; Charge nicht mehr verwenden | Behördenwarnung |
| 15 | Johnstone et al. 2018, Epidemiol Infect | 7 Erkrankte in Sydney nach in Apotheken hergestellten Glutathion-Infusionen | Endotoxin-Vergiftung durch verunreinigte Infusionen; 5 hatten sie gegen vermutete Borreliose erhalten | Fallbericht |
| 16 | Sarkar et al. 2025, Int J Dermatol | Systematischer Review der letzten 10 Jahre zu Glutathion als Aufhellungsmittel (Creme, Tablette, Infusion) | nur 1 Placebo-Studie zu Infusionen (6/16 vs. 3/16 aufgehellt, p = 0,054); Infusionen wegen fehlender Wirksamkeit und Nebenwirkungen kontraindiziert | Systematischer Review (ohne Zusammenrechnung) |
| 17 | Aloraini et al. 2026, J Med Life | Übersichtsarbeit zu Glutathion-Infusionen zur Aufhellung bis März 2026 | Sicherheitsbedenken wie Leberschäden, Überempfindlichkeitsreaktionen, mögliche Nieren- und Hormonwirkungen; Datenlage für den Routineeinsatz unzureichend | Übersicht |
| 18 | Marrades et al. 1997, Am J Respir Crit Care Med | 1 doppelblinder Placebo-Crossover-RCT, 8 Pers. mit leichtem Asthma, 600 mg inhaliert | FEV1 −19 % vs. −1 % (p = 0,03), Atemwegswiderstand +61 % vs. +17 % (p = 0,02); Husten bei 4, Atemnot bei 3; Salbutamol vorab verhinderte die Verengung; Ursache vermutlich Sulfitbildung | RCT (Crossover, maßgeblich) |
| 19 | Bagnato et al. 1999, Respiration | 1 doppelblinder Crossover-RCT, 12 Pers. mit leichtem bis mittelschwerem Asthma, 600 mg inhaliert vor Nebelprovokation | FEV1-Abfall nach Provokation −6 % (Glutathion) vs. −20 % (Placebo), p < 0,001 | RCT (Crossover, Gegenbefund, andere Fragestellung) |
| 20 | Ciofu et al. 2019, Cochrane Database Syst Rev | Mukoviszidose; inhaliertes Glutathion: 2 Studien, 223 Pers. (Nebenwirkungen) | Nebenwirkungen kaum oder nicht verändert (niedrige Vertrauenswürdigkeit); schwere Ereignisse in einer Studie mit 153 Pers. gleich häufig | Cochrane-Review (andere Personengruppe) |
| 21 | Griese et al. 2013, Am J Respir Crit Care Med | 1 Placebo-RCT, 153 Pers. mit Mukoviszidose ab 8 Jahren, 646 mg inhaliert zweimal täglich, 6 Monate | Nebenwirkungen gleich häufig wie unter Placebo | RCT (Mukoviszidose) |
| 22 | Smyth et al. 1997, Ann Oncol | 1 doppelblinder RCT, 151 Frauen mit Eierstockkrebs, Cisplatin 100 mg/m² ± Glutathion | Ansprechen 73 vs. 62 %, nicht signifikant (p = 0,25); mehr Patientinnen erhielten alle 6 Zyklen (58 vs. 39 %) | RCT (größte Platin-Studie) |
| 23 | Leal et al. 2014, Cancer | 1 Placebo-RCT (Phase 3), 185 Pers. mit Paclitaxel/Carboplatin, 1,5 g/m² Glutathion vor jeder Gabe | Zeit bis zum Fortschreiten nicht verschieden (p = 0,63); kein Schutz vor Nervenschäden; Zeit bis Nervenschaden Grad ≥ 2 zugunsten Placebo (p = 0,039) | RCT (Phase 3) |
| 24 | Albers et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | Schutzmittel gegen Platin-Nervenschäden; Glutathion: 7 Studien, 387 Pers. | Nebenwirkungen bei den meisten Mitteln selten oder nicht berichtet; Tumorwirkung nicht ausgewertet | Cochrane-Review (Begleitbefund) |
| 25 | Cascinu et al. 2002, J Clin Oncol | 1 Placebo-RCT, 52 Pers. mit fortgeschrittenem Darmkrebs, Oxaliplatin, Glutathion 1.500 mg/m² | Ansprechen 26,9 vs. 23,1 %, keine Abschwächung der Oxaliplatin-Wirkung | RCT |
| 26 | Cascinu et al. 1995, J Clin Oncol | 1 Placebo-RCT, 50 Pers. mit fortgeschrittenem Magenkrebs, Cisplatin, Glutathion als Infusion und Spritze | Ansprechen 76 vs. 52 %; keine Abschwächung der Chemotherapie | RCT |
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