Die kurze Antwort
Ob vor oder nach dem Training, macht in Studien keinen sicheren Unterschied. Wichtig ist, Kreatin jeden Tag über Wochen zu nehmen, damit der Speicher im Muskel voll wird. Eine Ladephase mit viel Kreatin füllt ihn schneller, ist aber nicht nötig: Mit 3 g am Tag ist er nach etwa vier Wochen genauso voll. Pausen bringen keinen belegten Vorteil.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
- Kreatin vor oder nach dem Training?
- Kreatin morgens oder abends nehmen: Spielt die Tageszeit eine Rolle?
- Braucht es eine Ladephase?
- Ab wann wirkt Kreatin?
- Mit Kohlenhydraten, im Kaffee oder auf leeren Magen?
- Wie nimmt man Kreatin-Pulver richtig ein?
- Wie lange kann man Kreatin einnehmen, braucht es eine Pause?
Montagmorgen an der Hantelbank, zwischen zwei Sätzen: Der eine schwört auf den Kreatin-Shake vor dem Training, damit „es wirkt, wenn es zählt“, der andere trinkt ihn danach, weil der Muskel dann angeblich am meisten aufnimmt. Beide klingen überzeugt. Doch Kreatin ist kein Koffein, das in der Stunde nach dem Trinken wirkt. Es arbeitet über einen Speicher im Muskel, der sich über Tage bis Wochen füllt, und diese eine Tatsache entschärft fast alle Fragen zur Einnahme. Was Kreatin überhaupt bewirkt, hängt deshalb vor allem davon ab, ob dieser Speicher voll ist, und erst in zweiter Linie davon, wann und womit das Pulver im Glas landet.
Kreatin vor oder nach dem Training?
In den besten Studien machte es keinen sicheren Unterschied, ob Kreatin vor oder nach dem Training genommen wurde, der Zeitpunkt ist also weitgehend egal. Das passt zur Biologie, denn der Muskel braucht einen vollen Speicher und keinen Schub zur richtigen Minute. Trotzdem hält sich die Debatte hartnäckig, und das liegt an einigen Studien, die auf den ersten Blick einen Sieger zu küren scheinen.
Am bekanntesten ist ein kleiner Versuch mit Freizeit-Bodybuildern. Wer Kreatin direkt nach dem Training nahm, legte in vier Wochen etwas mehr zu als die Gruppe, die es davor schluckte.1 Das klingt eindeutig. Allerdings war der Unterschied nicht sicher, und eine Vergleichsgruppe mit einem Scheinpräparat (Placebo) gab es gar nicht, sodass offen bleibt, wie viel überhaupt auf das Kreatin zurückging.
Genauer hingeschaut hat eine Studie in Kanada, in der Menschen zwischen 50 und 71 Jahren gut sieben Monate lang trainierten. Mit Kreatin wurden sie an der Beinpresse viel stärker als mit dem Scheinpräparat, ganz gleich, ob sie es vorher oder nachher nahmen. Nur beim Zuwachs an Muskeln lag die Nachher-Gruppe vorn.2 Gar keinen Unterschied fand dagegen eine sorgfältige Studie mit trainierten College-Sportlern, in der weder die Teilnehmenden noch die Forschenden wussten, wer was bekam. Alle wurden stärker, und der Zeitpunkt spielte keine Rolle.3
Einen Vorteil für die Einnahme vorher sah eine kleine Pilotstudie, wenn auch nach einer einzigen Portion, die über einen gefüllten Speicher wenig aussagt.4 So bleibt am Ende ein uneinheitliches Bild, das eine Übersichtsarbeit vorsichtig zusammenfasst: leichte Hinweise für „danach“, aber nichts Sicheres.5 Deshalb darf sich der Zeitpunkt nach dem Alltag richten. Steht nach dem Training ohnehin ein Shake bereit, lässt sich das Kreatin gut dort einrühren.
So wurde gemessen
- Bodybuilder-Studie: 19 Freizeit-Bodybuilder, 5 g direkt vor oder direkt nach dem Training, 4 Wochen, ohne Placebogruppe. Fettfreie Masse +2,0 kg (nachher) vs. +0,9 kg (vorher), Bankdrücken +7,6 vs. +6,6 kg. Statistisch nicht gesichert; die Autoren stützten ihr Fazit auf eine weichere Rechenmethode.1
- Ältere in Kanada: 39 Erwachsene von 50 bis 71 Jahren, 0,1 g pro kg Körpergewicht vor oder nach dem Training oder Placebo, 32 Wochen. Beinpresse +36,6 kg (vorher) und +40,8 kg (nachher) vs. +5,6 kg mit Placebo. Magermasse nur in der Nachher-Gruppe stärker gestiegen: +3,0 vs. +0,5 kg mit Placebo.2
- College-Sportler: 34 trainierte Sportlerinnen und Sportler, verblindet, 5 g bis 1 h vor oder nach dem Training oder Placebo, 8 Wochen. Zeitpunkt ohne zusätzlichen Einfluss auf fettfreie Masse und Kraft.3
- Pilotstudie (Tunesien, 2026): 11 aktive Männer, Crossover, Einmaldosis 0,1 g/kg vor, während oder nach dem Training. Einnahme vorher: mehr bewegte Last als mit Placebo; von den Autoren selbst als explorativ eingestuft.4
- Übersichtsarbeit: Hinweise auf einen Vorteil nach dem Training, wegen methodischer Schwächen keine gesicherte Aussage.5
Unsere Einordnung
Ob vor oder nach dem Training, ist zweitrangig. Kreatin gehört dorthin, wo es im Tagesablauf am leichtesten fällt; einen belegten Vorteil hat kein Zeitpunkt.
Kreatin morgens oder abends nehmen: Spielt die Tageszeit eine Rolle?
Ob morgens oder abends, spielt nach allem, was bekannt ist, keine Rolle für die Wirkung. Studien, die beide Tageszeiten direkt vergleichen, gibt es zwar nicht. Ein voller Muskelspeicher leert sich aber nicht über Nacht, und so spricht auch nichts gegen eine Portion vor dem Schlafen.
Dazu passt ein Befund bei älteren Menschen, denen Kreatin selbst dann half, wenn sie es nur an den Trainingstagen nahmen.6 Eine feste Uhrzeit war in den meisten dieser Studien gar nicht vorgegeben. Damit fällt die Wahl leicht: Am besten passt die Tageszeit, an die sich die Einnahme ohne Nachdenken koppeln lässt, etwa das Frühstück oder das Abendessen.
So wurde gemessen
- Trainingstage: Meta-Analyse aus 16 RCTs mit 509 älteren Erwachsenen mit Krafttraining. Kraft und Magermasse verbesserten sich auch dann, wenn Kreatin nur an Trainingstagen genommen wurde. Die Uhrzeit war in den meisten Studien nicht festgelegt.6
Braucht es eine Ladephase?
Eine Ladephase ist eine Abkürzung, kein Muss. Gemeint ist eine Woche mit sehr viel Kreatin, meist 20 g am Tag, verteilt auf vier Portionen. Das Schema verspricht einen schnell gefüllten Speicher, und das hält es auch, nur führt der lange Weg zum selben Ziel.
Woher die Idee stammt, zeigt eine Studie aus Nottingham. Männer, die knapp eine Woche lang die große Menge nahmen, hatten danach rund ein Fünftel mehr Kreatin im Muskel. Eine zweite Gruppe begnügte sich mit 3 g am Tag, und nach vier Wochen war ihr Speicher genauso voll.7 Die Abkürzung spart also gut drei Wochen, mehr nicht.
Dafür hat sie ihren Preis. Junge Fußballer hatten nach einer Ladewoche gut zwei Liter mehr Wasser im Körper und ein Kilo mehr auf der Waage,8 und große Portionen können außerdem auf den Darm schlagen. Wer ohnehin dauerhaft Kreatin nehmen will, kann sich die Ladephase deshalb sparen und gleich mit der kleinen Kreatin-Dosierung von 3 bis 5 g pro Tag beginnen. Vor einem Wettkampf mit Gewichtsklasse sollte das zusätzliche Kilo in jedem Fall eingeplant werden.
So wurde gemessen
- Nottingham-Studie: 31 Männer, Muskelbiopsien. 20 g/Tag über 6 Tage hoben das Gesamtkreatin im Muskel um rund 20 %; danach hielten 2 g/Tag den Wert weitere 30 Tage. Mit 3 g/Tag über 28 Tage stieg der Speicher genauso stark.7
- Ladephase und Wasser: 13 junge Fußballer, 0,3 g pro kg Körpergewicht und Tag über 7 Tage. Körperwasser +2,3 L, Körpergewicht +1,0 kg gegenüber Placebo.8
Ab wann wirkt Kreatin?
Ohne Ladephase ist der Speicher nach etwa vier Wochen voll, mit Ladephase schon nach knapp einer Woche.7 Auf der Waage tut sich allerdings früher etwas. In einer Studie lag das Gewicht ohne Fett, also Muskeln, Wasser und Knochen zusammen, schon nach der ersten Woche ein halbes Kilo höher als ohne Kreatin.9 Danach wuchs es in beiden Gruppen gleich schnell weiter, und das verrät, woraus das frühe Plus besteht: zum guten Teil aus Wasser im Muskel, nicht aus neuem Gewebe.
Mehr Kraft entsteht erst mit dem Training. Der volle Speicher erlaubt in jedem Satz ein wenig mehr Arbeit, und erst über Wochen und Monate summiert sich das zu einem Unterschied, den man an der Hantel spürt. Bleibt nach zehn Tagen eine spürbare Wirkung aus, ist das also kein Grund, die Einnahme abzubrechen oder die Menge zu erhöhen.
So wurde gemessen
- Speicher: ohne Ladephase (3 g/Tag) nach 28 Tagen, mit Ladephase (20 g/Tag) nach 6 Tagen gleich gefüllt.7
- Erste Woche: 63 Erwachsene, 5 g/Tag, 1 Woche Vorlauf plus 12 Wochen Krafttraining, Kontrollgruppe ohne Placebo. Fettfreie Masse +0,51 kg nach der ersten Woche, danach kein Unterschied im weiteren Zuwachs.9
Mit Kohlenhydraten, im Kaffee oder auf leeren Magen?
Rund um das Glas Kreatin kursieren viele Regeln: mit Traubenzucker, nie im Kaffee, nur auf nüchternen Magen. Für die Wirkung entscheidet keine dieser Fragen, wie die Studien zu den einzelnen Punkten zeigen. Am einfachsten und verträglichsten ist Kreatin zu einer ganz normalen Mahlzeit.
Kohlenhydrate und Eiweiß
Zucker hilft dem Muskel, mehr Kreatin aufzunehmen, mehr Muskeln bringt das aber nicht. In einer frühen Studie nahmen Männer fünf Tage lang Kreatin, die Hälfte zusammen mit viel Zucker, und in dieser Gruppe landete deutlich mehr im Muskel, angetrieben vom Hormon Insulin.10 Eiweiß plus etwas Kohlenhydrate wirkte in einer Folgestudie ähnlich.11
Im Training zahlt sich dieser Vorsprung jedoch nicht aus. Eine Meta-Analyse, die die Ergebnisse von zwölf Trainingsstudien zusammenrechnet, fand mit Zuckergetränk keinen größeren Muskelzuwachs als ohne.12 Fast hundert Gramm Zucker am Tag lohnen sich dafür nicht. Es genügt, Kreatin einfach zum Essen zu nehmen, ein eigenes Zuckergetränk ist nicht nötig.
So wurde gemessen
- Zucker: 24 Männer, 4 × 5 g/Tag über 5 Tage, mit oder ohne 93 g Zucker in Lösung. Mit Zucker stieg das Muskelkreatin um 60 % stärker, vermittelt über Insulin.10
- Eiweiß: 12 Männer, 4 × 5 g mit unterschiedlichen Mengen Eiweiß und Kohlenhydraten. Rund 50 g Eiweiß plus Kohlenhydrate waren so wirksam wie fast 100 g Kohlenhydrate; Speicherung um etwa 25 % erhöht.11
- Training: Meta-Analyse aus 12 Studien, Erwachsene unter 50 mit Krafttraining. Magermasse +1,14 kg gegenüber Training allein; Kohlenhydrate dazu ohne Zusatznutzen.12
Kreatin im Kaffee
Kreatin im Kaffee ist wahrscheinlich kein Problem, ganz geklärt ist das aber nicht. Die Sorge stammt aus einer belgischen Studie mit nur neun Männern, die knapp eine Woche lang sehr viel Kreatin nahmen, einmal mit und einmal ohne viel Koffein. Der Speicher füllte sich beide Male. Stärker wurden die Männer aber nur ohne Koffein.13
Das ist ernst zu nehmen, steht aber auf dünnem Grund, denn es waren wenige Menschen, eine Ladephase und sehr viel Koffein. Was der gewöhnliche Morgenkaffee bei der üblichen kleinen Tagesmenge bewirkt, hat niemand untersucht. Wer ganz sichergehen will, nimmt Kreatin deshalb zum Essen statt im Kaffee.
So wurde gemessen
- Koffein-Studie (Belgien, 1996): 9 Männer, 0,5 g Kreatin pro kg Körpergewicht und Tag über 6 Tage, einmal mit und einmal ohne 5 mg Koffein pro kg. Muskelspeicher in beiden Fällen gefüllt; Kraftzuwachs von 10 bis 23 % nur ohne Koffein.13 Für 3 bis 5 g Kreatin am Tag nicht untersucht.
Nüchtern oder zum Essen
Nüchtern oder zum Essen geht beides, wichtiger ist die Größe der Portion. Eine Studie, die beide Wege vergleicht, fehlt zwar. Dafür zeigt ein Versuch mit Fußballprofis, worauf es ankommt: Wer eine große Portion auf einmal schluckte, bekam deutlich öfter Durchfall, während zwei kleine Portionen über den Tag so gut vertragen wurden wie ein Placebo.14
Damit sind Bauchbeschwerden die einzigen Nebenwirkungen von Kreatin, die in Studien klar von der Portion abhingen. Bei empfindlichem Magen ist es ratsam, kleine Portionen zum Essen zu nehmen. Das schont den Darm und ändert nichts an der Wirkung.
So wurde gemessen
- Portionsgröße: 59 Fußballprofis, 28 Tage, 2 × 5 g, 1 × 10 g oder Placebo. Durchfall unter 1 × 10 g bei 55,6 % gegenüber 35,0 % unter Placebo; 2 × 5 g auf Placebo-Niveau.14
Wie nimmt man Kreatin-Pulver richtig ein?
Mehr als Einrühren und gleich Trinken braucht es nicht. Wasser, Saft, Joghurt oder der Proteinshake eignen sich gleichermaßen. Weil sich Monohydrat in kaltem Wasser schlecht löst, bleibt oft ein Bodensatz im Glas zurück, der normal ist und kein Mangel, und der einfach mitgetrunken wird.
Auf Vorrat anzurühren, empfiehlt sich dagegen nicht. Gelöstes Kreatin zerfällt mit der Zeit zu Kreatinin, einem Abbaustoff ohne Wirkung, und zwar erstaunlich gründlich: Im Laborversuch waren nach anderthalb Monaten bei Zimmertemperatur neun Zehntel zerfallen, im Kühlschrank vier Fünftel.15 Deshalb sollte Kreatin immer frisch angerührt werden. Kapseln und Gummis enthalten meist denselben Stoff, während andere Kreatin-Formen kaum untersucht sind.
So wurde gemessen
- Haltbarkeit in Lösung: Laborversuch mit gelöstem Brause-Kreatin, 45 Tage gelagert. 90 % abgebaut bei Raumtemperatur, 80 % im Kühlschrank.15
Wie lange kann man Kreatin einnehmen, braucht es eine Pause?
Kreatin kann dauerhaft genommen werden, eine Pause bringt keinen belegten Vorteil. Die Idee der „Kreatin-Kur“ beruht auf der Sorge, der Körper gewöhne sich daran oder stelle die eigene Herstellung ein. Belegt ist keines von beidem.
Was eine Pause tatsächlich bewirkt, lässt sich an den Speichern ablesen, und die leeren sich nur langsam. In der Nottingham-Studie war der Speicher etwa einen Monat nach dem Absetzen wieder beim Ausgangswert.7 Bei einem Kraftsportler war er nach einem Monat Pause erst um ein Fünftel gesunken, und die Waage zeigte weiter zwei Kilo mehr.16 Eine Pause kostet also über Wochen die Wirkung, die danach erst wieder aufgebaut werden muss.
Ob die lange Einnahme Nebenwirkungen macht, ist ungeklärt, auch wenn sich in den Studien keine Häufung zeigte. In einer sehr großen Sammelauswertung liefen manche Studien bis zu 14 Jahre. Irgendeine Nebenwirkung meldeten dort von den Menschen mit Kreatin 4,6 Prozent gegenüber 4,2 Prozent mit Placebo.17 An dieser Auswertung war allerdings ein Hersteller beteiligt. Unabhängig davon vertrugen Frauen in einer Studie zu Kreatin in den Wechseljahren zwei Jahre lang täglich Kreatin gut.18
Offen bleibt die Frage für Gruppen, die in diesen Studien kaum vorkamen. Für Nierenkranke, Schwangere und Stillende fehlen belastbare Daten, und wer dazu gehört oder regelmäßig Medikamente nimmt, sollte die Einnahme vorher ärztlich besprechen. Gesunde Erwachsene dagegen können Kreatin nach heutigem Stand ohne Pausen nehmen.
So wurde gemessen
- Abbau nach dem Absetzen: Nottingham-Studie (31 Männer), Ausgangswert 30 Tage nach dem Absetzen wieder erreicht.7 Fallstudie: 1 Kraftsportler, zweimal 20 g/Tag über 5 Tage mit 30 Tagen Pause dazwischen; Speicher nach der Pause erst um 22 % gesunken, Gewicht weiter +2,0 kg.16
- Langzeit-Verträglichkeit: gepoolte Auswertung von 685 Studien, 12.839 Personen mit Kreatin und 13.452 mit Placebo, Laufzeiten bis 14 Jahre. Nebenwirkungen bei 4,60 vs. 4,21 % (nicht signifikant); mit Herstellerbeteiligung herausgegeben.17
- Zwei Jahre: RCT mit 200 Frauen nach den Wechseljahren, 3 g/Tag über 2 Jahre, gut vertragen.18
Unsere Einordnung
Kreatin wirkt durch Regelmäßigkeit, nicht durch Timing. Täglich eine kleine Menge, irgendwann am Tag, ohne Pausen: Einfacher geht es nicht, und keine Studie hat eine kompliziertere Strategie als klar besser gezeigt.
Häufige Fragen
Soll man Kreatin auch an trainingsfreien Tagen nehmen?
Meist ja, denn in den meisten Studien wurde Kreatin täglich genommen, damit der Speicher voll bleibt. Bei älteren Menschen half es allerdings auch dann, wenn sie es nur an Trainingstagen nahmen.
Kann man Kreatin vor dem Schlafen nehmen?
Ja. Studien, die morgens und abends vergleichen, gibt es zwar nicht. Kreatin wirkt aber über den vollen Speicher und nicht sofort, deshalb spricht nichts gegen den Abend.
Wie oft am Tag sollte man Kreatin einnehmen?
Bei 3 bis 5 g genügt eine Portion am Tag. Größere Mengen, etwa in einer Ladephase, sollten auf mehrere Portionen verteilt werden. Eine große Portion auf einmal führte in einer Studie öfter zu Durchfall.
Kann man Kreatin in den Proteinshake mischen?
Ja. Eiweiß stört nicht. In einer kleinen Studie half Eiweiß zusammen mit etwas Kohlenhydraten dem Muskel sogar, mehr Kreatin aufzunehmen.
Was passiert, wenn man die Einnahme ein paar Tage vergisst?
Nichts Schlimmes. Der Speicher leert sich langsam: Nach dem Absetzen dauerte es in einer Studie rund einen Monat, bis er wieder beim Ausgangswert war.
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Alle Themen zu Kreatin
Alle 18 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Antonio & Ciccone 2013, J Int Soc Sports Nutr | 19 Freizeit-Bodybuilder, 5 g direkt vor oder nach dem Training, 4 Wochen, ohne Placebo | Fettfreie Masse +0,9 vs. +2,0 kg, Bankdrücken +6,6 vs. +7,6 kg; kein statistisch gesicherter Unterschied | Kleine randomisierte Studie |
| 2 | Candow et al. 2015, Appl Physiol Nutr Metab | 39 Erwachsene von 50 bis 71 Jahren, 0,1 g/kg vor oder nach dem Training oder Placebo, 32 Wochen | Magermasse nur bei Einnahme danach stärker gestiegen (+3,0 vs. +0,5 kg); Kraftzuwachs bei beiden Zeitpunkten gleich | RCT |
| 3 | Dinan et al. 2022, Front Sports Act Living | 34 trainierte Sportlerinnen und Sportler, 5 g bis 1 h vor oder nach dem Training oder Placebo, 8 Wochen | Zeitpunkt ohne zusätzlichen Einfluss auf fettfreie Masse und Kraft | RCT |
| 4 | Ben Maaoui et al. 2026, Nutrients | 11 aktive Männer, Einmaldosis 0,1 g/kg vor, während oder nach dem Training, Crossover | Einnahme vorher: mehr bewegte Last als mit Placebo; Autoren werten das als explorativ | Pilotstudie (Crossover) |
| 5 | Ribeiro et al. 2021, Nutrients | Übersichtsarbeit zum Einnahmezeitpunkt | Hinweise auf Vorteil nach dem Training, wegen methodischer Schwächen keine gesicherte Aussage | Übersichtsarbeit |
| 6 | Forbes et al. 2021, Nutrients | 16 RCTs, 509 ältere Erwachsene mit Krafttraining | Nutzen auch, wenn Kreatin nur an Trainingstagen genommen wurde | Meta-Analyse |
| 7 | Hultman et al. 1996, J Appl Physiol | 31 Männer, 20 g/Tag über 6 Tage oder 3 g/Tag über 28 Tage, Muskelbiopsien | Beide Wege erhöhen das Muskelkreatin um rund 20 %; nach dem Absetzen nach 30 Tagen wieder Ausgangswert | Grundlagenstudie |
| 8 | Deminice et al. 2016, Int J Sports Med | 13 junge Fußballer, 0,3 g/kg/Tag, 7 Tage | Körperwasser +2,3 L, Körpergewicht +1,0 kg gegenüber Placebo | RCT (Ladephase) |
| 9 | Desai et al. 2025, Nutrients | 63 Erwachsene, 5 g/Tag, 1 Woche Vorlauf plus 12 Wochen Krafttraining; Kontrolle ohne Placebo | +0,51 kg fettfreie Masse schon nach der ersten Woche | Studie ohne Placebo |
| 10 | Green et al. 1996, Am J Physiol | 24 Männer, 4 × 5 g/Tag über 5 Tage, mit oder ohne 93 g Zucker | Mit Zucker stieg das Muskelkreatin um 60 % stärker, vermittelt über Insulin | Grundlagenstudie |
| 11 | Steenge et al. 2000, J Appl Physiol | 12 Männer, 4 × 5 g mit unterschiedlichen Mengen Eiweiß und Kohlenhydraten | Rund 50 g Eiweiß plus Kohlenhydrate so wirksam wie fast 100 g Kohlenhydrate; Speicherung um etwa 25 % erhöht | Grundlagenstudie |
| 12 | Desai et al. 2024, J Strength Cond Res | 12 Studien, Erwachsene unter 50 mit Krafttraining | Magermasse +1,14 kg gegenüber Training allein; Kohlenhydrate dazu ohne Zusatznutzen | Meta-Analyse |
| 13 | Vandenberghe et al. 1996, J Appl Physiol | 9 Männer, 0,5 g/kg/Tag Kreatin mit oder ohne 5 mg/kg Koffein, 6 Tage | Kraftzuwachs von 10 bis 23 % nur ohne Koffein; Muskelspeicher in beiden Fällen gefüllt | Kleine kontrollierte Studie |
| 14 | Ostojic & Ahmetovic 2008, Res Sports Med | 59 Fußballprofis, 28 Tage: 2 × 5 g, 1 × 10 g oder Placebo | 1 × 10 g: Durchfall bei 55,6 vs. 35,0 %; 2 × 5 g wie Placebo | RCT (Dosisvergleich) |
| 15 | Ganguly et al. 2003, AAPS PharmSciTech | Laborversuch, gelöstes Brause-Kreatin, 45 Tage gelagert | 90 % abgebaut bei Raumtemperatur, 80 % im Kühlschrank | Laborstudie |
| 16 | Rawson et al. 2004, J Strength Cond Res | 1 Kraftsportler, zweimal 20 g/Tag über 5 Tage mit 30 Tagen Pause | Nach 30 Tagen Pause Speicher erst um 22 % gesunken, Gewicht weiter +2,0 kg | Fallstudie |
| 17 | Kreider et al. 2025, J Int Soc Sports Nutr | 685 Studien, 12.839 Personen mit Kreatin, 13.452 mit Placebo; Laufzeit bis 14 Jahre | Nebenwirkungen bei 4,60 vs. 4,21 % der Teilnehmenden (nicht signifikant); herausgegeben mit Herstellerbeteiligung | Gepoolte Auswertung |
| 18 | Sales et al. 2020, J Gerontol A | 200 Frauen nach den Wechseljahren, 3 g/Tag, 2 Jahre | Über zwei Jahre gut vertragen; kein Effekt auf Muskel ohne Training | RCT |
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