Die kurze Antwort
In Studien vertrugen die meisten Menschen Kurkuma ähnlich gut wie ein Scheinpräparat, Beschwerden betrafen meist den Magen. Selten lösen Präparate aber Leberentzündungen aus, einzelne verliefen tödlich. In Schwangerschaft und Stillzeit, bei Gallensteinen und zusammen mit Blutverdünnern oder Transplantationsmedikamenten raten Behörden ab oder zur Rücksprache. Kurkuma als Gewürz in üblichen Mengen ist davon nicht betroffen.
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Kurkuma kennen die meisten aus dem Curry, wo es seit Jahrhunderten Reis und Linsen gelb färbt, ohne dass jemand an Nebenwirkungen denkt. In Kapseln sieht die Sache anders aus. Dort steckt oft der Wirkstoff Curcumin in einer Menge, die mit keiner Mahlzeit zu erreichen wäre, und manche Präparate sind zusätzlich so gebaut, dass der Körper ihn besser aufnimmt. Genau aus dieser Ecke kommen die Warnungen, die seit 2019 Ämter in Italien, Frankreich, Australien und den USA beschäftigen. Was davon ernst zu nehmen ist und wen es betrifft, zeigt ein Blick auf Studien, Fallberichte und die Papiere der Ämter.
Welche Nebenwirkungen hat Kurkuma?
Ob Kurkuma Magen-Darm-Beschwerden auslöst, ist ungeklärt, und wenn Beschwerden auftreten, dann meist am Magen. In acht Studien mit 389 überwiegend älteren Menschen traten unter Curcumin vermehrt Nebenwirkungen auf. Es ging um Gedächtnis und Denken. Absolute Zahlen nennt die Auswertung nicht.3 Am besten untersucht ist die Frage aber bei Kniearthrose. Dort verglichen Forschende Kurkuma-Kapseln über Wochen bis Monate mit Scheinpräparaten (Placebo) und üblichen Schmerzmitteln. In 15 Studien mit gut 1.600 Teilnehmenden kamen Nebenwirkungen dort etwa gleich oft vor wie unter Placebo und seltener als unter entzündungshemmenden Schmerzmitteln.12
Wer etwas spürte, klagte vor allem über Blähungen, Übelkeit, Durchfall oder Magendrücken. Die EU-Behörde für Arzneimittel nennt für Kurkuma-Arzneien einen leicht trockenen Mund, Blähungen und einen gereizten Magen, ohne sagen zu können, wie oft das vorkommt.4
Hinzu kommt eine Lücke, die viele Supplement-Studien teilen. Die meisten liefen nur wenige Monate und schlossen Kranke, Schwangere und Menschen mit vielen Medikamenten aus, sodass seltene, aber ernste Schäden in solchen Studien gar nicht auffallen können, obwohl gerade sie bei Kurkuma das eigentliche Thema sind. Das zeigt sich an der Leber.
So wurde gemessen
- Kniearthrose: 15 Studien mit gut 1.600 Teilnehmenden; das Risiko für irgendeine Nebenwirkung lag unter Curcuminoiden praktisch gleich hoch wie unter Placebo (RR 1,03, nicht signifikant).1 Zweite Auswertung mit 11 Placebo-Studien: ähnliche Raten wie unter Placebo, 12 % weniger als unter NSAR.2
- Gegenbefund: 8 Studien mit 389 überwiegend älteren Personen aus Untersuchungen zu Gedächtnis und Denken, Nebenwirkungen unter Curcumin häufiger.3
- Behörde: Die EU-Monographie führt Mundtrockenheit, Blähungen und Magenreizung mit unbekannter Häufigkeit auf.4
Ist Kurkuma schädlich für die Leber?
Ob Kurkuma-Präparate der Leber schaden, ist ungeklärt. Ein US-Netzwerk für Leberschäden durch Medikamente fand zehn Fälle von Leberentzündung nach Kurkuma. Die Hälfte kam ins Krankenhaus, eine Person starb an Leberversagen.7 In Studien mit Vergleichsgruppe fiel dagegen kein Leberschaden auf. Eine Auswertung von 31 Studien fand im Mittel sogar etwas niedrigere Leberwerte als unter Placebo.10 Das passt dazu, dass die Rückbildung einer Fettleber zur gut belegten Wirkung von Kurkuma gehört. Solche Studien sind aber zu klein und zu kurz, um einen Schaden zu finden, der nur einzelne, sehr empfindliche Menschen trifft. Die Fälle betreffen Kapseln, oft hoch dosiert oder besonders gut aufnehmbar, nicht Kurkuma als Gewürz in üblichen Mengen.8
Diese Fälle tauchten zuerst in Italien auf. Dort gingen innerhalb eines halben Jahres 28 Meldungen über akute Leberentzündungen nach Kurkuma-Präparaten ein, meist mit einem Gallestau, also gestörtem Abfluss der Galle aus der Leber.6 Bei sieben genauer untersuchten Fällen aus der Toskana hatten alle Betroffenen hoch dosierte Präparate genommen, die der Körper besser aufnehmen soll.9 In Frankreich zählte die Behörde ANSES unter 120 Meldungen zu Kurkuma-Präparaten 15 solche Fälle, einer davon lebensbedrohlich.5 Auch die australische Arzneimittelbehörde warnt inzwischen, dort starb eine betroffene Person.8
Am genauesten untersucht ist die Serie aus dem US-Netzwerk. Die zehn Betroffenen erkrankten ein bis vier Monate nach Beginn.7 Auffällig war, dass die meisten von ihnen ein bestimmtes Gewebemerkmal des Immunsystems trugen, das sonst eher selten ist. Das deutet auf eine Art Überempfindlichkeit. Vorher erkennen lässt sie sich nicht. In drei der untersuchten Präparate steckte außerdem Piperin, ein Stoff aus schwarzem Pfeffer, der die Aufnahme von Curcumin steigert.
Die Menge allein erklärt die Fälle aber nicht. In Frankreich reichten die bekannten Tagesmengen von wenigen Milligramm bis gut einem Gramm Curcumin.5 Ein Expertengremium der US-Arzneibuchorganisation stuft Leberschäden insgesamt als sehr selten ein, empfiehlt aber einen Warnhinweis auf allen Kurkuma- und Curcumin-Präparaten.11 Fast alle Betroffenen erholten sich nach dem Absetzen. Entscheidend ist also, die Warnzeichen zu erkennen und die Einnahme dann nicht fortzusetzen.
Warnzeichen an der Leber
Gelbe Haut oder gelbe Augen, dunkler Urin, starker Juckreiz oder Schmerzen im rechten Oberbauch während der Einnahme können auf eine Leberentzündung hinweisen. Dann ist das Präparat sofort abzusetzen, und die Leberwerte gehören umgehend ärztlich geprüft. Bei starker Gelbsucht mit Verwirrtheit oder Benommenheit ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Placebo-Studien: 31 Studien mit Erwachsenen; ALT im Mittel um 4,1 U/l und AST um 3,8 U/l niedriger als unter Kontrolle, GGT nicht verändert; Vertrauen in die Ergebnisse niedrig.10
- Italien: 28 Spontanmeldungen im ersten Halbjahr 2019, in allen Fällen bis auf einen ein Zusammenhang mindestens möglich.6 Toskana: 7 Fälle, alle mit hoch dosierten Formen verbesserter Aufnahme.9
- Frankreich: 120 Meldungen 2009 bis 2021, darunter 15 Leberentzündungen; Beginn nach drei Tagen bis einem Jahr (Median zwei Monate); bekannte Curcumin-Mengen 10 mg bis 1,2 g täglich, Median 186 mg.5
- USA: 10 Fälle, 5 stationär, 1 Todesfall; 7 Betroffene trugen das Merkmal HLA-B*35:01; 3 von 7 untersuchten Präparaten enthielten Piperin.7 Australien: 18 Meldungen, 9 plausibel, 1 tödlich.8
Darf man Kurkuma in der Schwangerschaft nehmen?
Ob Kurkuma-Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit schaden, ist ungeklärt, weil es schlicht keine Daten zur Sicherheit gibt. Die EU-Behörde für Arzneimittel rät deshalb ab.4 Es fehlen nicht nur Studien mit Schwangeren, sondern auch die üblichen Untersuchungen dazu, ob ein Stoff dem ungeborenen Kind schaden kann. Dieselbe Behörde rät auch bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ab.
Ein Fallbericht beschreibt eine Schwangere, die im zweiten Drittel der Schwangerschaft starken Juckreiz und erhöhte Leberwerte entwickelte. Die Ärzte führten das auf eine hohe Kurkuma-Aufnahme zurück.12 Nachdem sie ihre Ernährung umgestellt hatte, besserten sich Beschwerden und Werte noch vor der Geburt. Bewiesen ist damit nichts.
Anders ist das beim Gewürz. Kurkuma als Gewürz in den Mengen, die beim Kochen üblich sind, gilt auch für Schwangere als unbedenklich. Juckreiz oder gelbliche Haut in der Schwangerschaft gehören in jedem Fall ärztlich abgeklärt, mit oder ohne Kurkuma.
Verträgt sich Kurkuma mit Blutverdünnern und anderen Medikamenten?
Ob Kurkuma die Wirkung von Blutverdünnern verstärkt, ist ungeklärt. Dafür fehlen kontrollierte Studien. Ein Fallbericht aus Frankreich beschreibt einen steigenden INR, jenen Laborwert, mit dem die Wirkung von Mitteln wie Phenprocoumon überwacht wird, nachdem ein Patient mit Kurkuma begonnen hatte.13 Die einzige Untersuchung mit mehreren Patienten fand dagegen weder eine längere Blutungszeit noch einen veränderten Gerinnungswert. Sie lief aber nur zehn Tage und hatte keine Vergleichsgruppe.14
Ob Kurkuma die Spiegel anderer Medikamente verändert, ist ebenfalls ungeklärt. Denn die Befunde widersprechen sich. In einer Placebo-Studie mit 18 Gesunden lag der Spiegel des Blutdruckmittels Talinolol nach zwei Wochen Curcumin deutlich höher. Absolute Werte nennt die Studie nicht.17 In einer anderen Studie sank er dagegen, und das Rheumamittel Sulfasalazin erreichte mit Curcumin einen höheren Spiegel.15 Ein Schlafmittel, ein Schmerzmittel und Paracetamol blieben selbst bei hohen Mengen Curcumin mit Piperin unverändert.18 Welche Arznei betroffen ist, lässt sich also nicht pauschal sagen.
Ein Fallbericht nach einer Lebertransplantation zeigt, was ein zu hoher Spiegel bedeuten kann. Ein Mann, der das Abstoßungsmittel Tacrolimus nahm, hatte kurz zuvor viel Kurkuma mit dem Essen aufgenommen, als sein Medikamentenspiegel weit über den Zielbereich stieg und seine Nieren Schaden nahmen.16 Die französische Behörde ANSES rät deshalb allen, die regelmäßig Medikamente nehmen, vor Kurkuma-Präparaten zur ärztlichen oder pharmazeutischen Beratung.5
Warnzeichen unter Blutverdünnern
Ungewöhnliche blaue Flecken, Nasen- oder Zahnfleischbluten, Blut im Urin oder Stuhl sind ein Grund, das Präparat abzusetzen und das ärztlich abklären zu lassen. Bei starken Blutungen, schwarzem Stuhl oder Erbrechen von Blut ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
So wurde gemessen
- Blutverdünner: Patienten unter ASS, Clopidogrel, Warfarin oder Dabigatran, 10 Tage Curcumin als Phospholipid-Komplex, ohne Kontrollgruppe; Blutungszeit und INR unverändert.14 Fallbericht: INR-Anstieg unter Fluindion.13
- Spiegel anderer Mittel: 18 Gesunde, 1.000 mg Curcumin über 14 Tage gegen Placebo, danach Talinolol mit 67 bis 81 % höherer Fläche unter der Spiegelkurve;17 Sulfasalazin 3,2-fach erhöht nach 2 g Curcumin, ohne Placebo;15 Midazolam, Flurbiprofen und Paracetamol nach 4 g Curcuminoiden mit Piperin unverändert.18
- Fall: 56-Jähriger nach Lebertransplantation, Tacrolimus-Spiegel 29,9 ng/ml mit akuter Nierenschädigung.16
Hemmt Kurkuma die Eisenaufnahme?
Ob Kurkuma auf Dauer die Eisenversorgung stört, ist ungeklärt. Ein Fallbericht beschreibt einen älteren Mann, der wegen Arthrose täglich mehrere Kapseln Kurkuma-Extrakt nahm und trotz Eisentabletten blutarm blieb. Erst nach dem Absetzen normalisierten sich seine Werte.20 In einer Placebo-Studie mit 76 jungen Frauen, die drei Monate lang zyklusweise Curcumin mit Piperin nahmen, blieben die Eisenspeicher dagegen gleich.19 Auch Kurkuma-Pulver im Essen bremste die Aufnahme von Eisen nicht. Längere tägliche Einnahme und Menschen mit Eisenmangel hat aber keine Studie geprüft.
Was gilt bei Gallensteinen?
Ob Kurkuma bei Gallensteinen und anderen Erkrankungen der Gallenwege Beschwerden auslöst, ist ungeklärt. Studien mit Betroffenen gibt es nicht. Europäische und französische Behörden raten trotzdem von Kurkuma-Präparaten ab.45 Der Grund für die Warnung ist ein gut messbarer Effekt. Curcumin bringt die Gallenblase dazu, sich zusammenzuziehen und Galle in den Darm abzugeben, und das schon in kleinen Mengen.
In einer Ultraschallstudie mit Gesunden schrumpfte die Gallenblase zwei Stunden nach nur 20 mg Curcumin um fast ein Drittel.21 Mit höheren Mengen zog sie sich noch stärker zusammen, bei 80 mg um fast drei Viertel.22 Für Gesunde ist das harmlos. Genauso reagiert die Gallenblase auf ein fettes Essen. Sitzt aber ein Stein im Weg oder ist der Gallengang verengt, könnte der Druck eine Kolik auslösen.
Wer Gallensteine hat, sollte Kurkuma-Präparate deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen. Das Gewürz im Essen ist von der Warnung nicht gemeint. Kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch nach Beginn der Einnahme sind ein Grund, das Präparat abzusetzen und ärztlich nachsehen zu lassen.
Kann Kurkuma die Nieren schädigen?
Ob hoch dosiertes Curcumin rund um große Operationen den Nieren schadet, ist ungeklärt. In einer Studie aus Kanada bekamen 606 ältere Menschen vor einer geplanten Operation an der Bauchschlagader vier Tage lang hohe Mengen Curcumin oder ein Scheinpräparat. Eine akute Nierenschädigung erlitten 17 gegenüber 10 Prozent.23 Das war nicht das Hauptziel der Studie, und andere Folgen wie die Dauer des Krankenhausaufenthalts unterschieden sich nicht. Der Befund betrifft ältere Menschen mit sehr hohen Mengen rund um eine große Operation.
Für den Alltag gibt es keinen Hinweis, dass Kurkuma gesunde Nieren angreift. In einer Auswertung von zwölf Studien mit Menschen mit Diabetes blieb der übliche Nierenwert im Blut unter Kurkuma praktisch unverändert.25 Die Studien liefen allerdings nur Monate, Nierenversagen oder Dialyse hat keine von ihnen gezählt, und wer schon kranke Nieren hatte, war meist gar nicht dabei.
Eigentlich hofften die kanadischen Forschenden, mit Curcumin Entzündung und Organschäden zu bremsen. Das gelang nicht.23 Hinzu kommt der Fall nach der Lebertransplantation, bei dem die Nieren über den Umweg eines zu hohen Medikamentenspiegels litten.16
So wurde gemessen
- Diabetes: 12 Studien mit 1.303 Personen, Kreatinin im Mittel um 0,01 mg/dl verändert, also praktisch gleich.25
- Operation: 606 Personen im Alter von im Median 76 Jahren an 10 Kliniken, 2.000 mg Curcumin achtmal über 4 Tage; akute Nierenschädigung 17 gegenüber 10 % (Nebenzielgröße), Entzündungs- und Schadensmarker sowie klinische Ereignisse gleich.23
Welche Symptome zeigt eine Kurkuma-Unverträglichkeit?
Eine Unverträglichkeit zeigt sich meist am Magen, seltener an der Haut. Typisch sind Blähungen, Magendrücken, Übelkeit oder Durchfall, wie sie auch in den Studien beschrieben wurden. Unter den Meldungen an die französische Behörde waren außerdem Kopfschmerzen und Schwindel häufig.5 Oft hilft es, das Präparat zu einer Mahlzeit zu nehmen oder die Dosierung von Kurkuma zu senken.
Wie oft Kurkuma eine echte Allergie auslöst, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien fehlen. Eine Übersicht fand elf Studien und Berichte über Kontaktekzeme, etwa durch Massageöle, Kosmetik oder Kurkuma-Puder, das in Südasien auf die Stirn aufgetragen wird.26 Betroffen ist vor allem die Haut nach direktem Kontakt; nach dem Schlucken von Kapseln sind solche Reaktionen nur vereinzelt beschrieben. Bei Atemnot, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufproblemen ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.
Eine besondere Gruppe sind Menschen mit Morbus Crohn, einer chronischen Darmentzündung. In einer Studie nahmen 62 Menschen nach einer Darmoperation Curcumin oder ein Scheinpräparat zur Standardtherapie. Einen schweren Rückfall hatten 55 gegenüber 26 Prozent.27 Ob das Zufall war, weiß niemand. Wer Morbus Crohn hat, sollte Kurkuma-Präparate deshalb nur in Absprache mit der behandelnden Praxis nehmen, und Gleiches gilt für alle, die wegen einer Leber- oder Gallenerkrankung in Behandlung sind.
Unsere Einordnung
Für gesunde Erwachsene sind Kurkuma-Präparate in den Studien meist gut verträglich, doch seltene Leberentzündungen sind real und lassen sich nicht vorhersagen. Bei Lebererkrankung, Gallensteinen, Schwangerschaft, Blutverdünnern, Transplantationsmedikamenten oder Morbus Crohn ist Verzicht oder ärztliche Rücksprache der sichere Weg. Das Gewürz in üblichen Mengen betrifft das alles nicht.
Häufige Fragen
Hat Kurkuma Nebenwirkungen bei Bluthochdruck?
Einen Anstieg des Blutdrucks hat keine Studie gezeigt, im Mittel sank er unter Kurkuma sogar ein wenig.24 Wer Blutdruckmittel nimmt, sollte trotzdem Rücksprache halten, weil Curcumin in einer kleinen Studie den Spiegel eines Betablockers veränderte.17
Verträgt man Kurkuma bei Histaminintoleranz?
Dazu fanden wir keine Studie, weder zu Kurkuma-Präparaten noch zum Gewürz. Wer bei einer Histaminintoleranz nach Kurkuma Beschwerden bemerkt, sollte es weglassen und das ärztlich besprechen.
Hat Curcumin andere Nebenwirkungen als Kurkuma-Pulver?
Die Leberfälle betrafen fast nur Präparate mit Curcumin-Extrakt, oft in Formen, die der Körper besser aufnimmt, oder mit Piperin aus schwarzem Pfeffer.79 Kurkuma in üblichen Gewürzmengen gilt nach Einschätzung der australischen Arzneimittelbehörde nicht als betroffen.8
Was passiert bei zu viel Kurkuma?
Eine Menge, ab der Schäden sicher beginnen, gibt es nicht. In Frankreich lagen die bekannten Mengen bei Leberentzündungen zwischen 10 mg und gut einem Gramm Curcumin am Tag, also nicht nur bei sehr hohen Mengen.5 Bei Magenbeschwerden hilft es oft, weniger zu nehmen oder das Präparat zum Essen einzunehmen.
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Alle Themen zu Kurkuma
Alle 27 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Feng et al. 2022, BMC Complement Med Ther | 15 RCTs, 1.670 Personen mit Kniearthrose, nur Curcuminoide | Nebenwirkungen insgesamt nicht häufiger als unter Placebo, RR 1,03 (0,69 bis 1,53) | Meta-Analyse (Nebenwirkungen) |
| 2 | Wang Z et al. 2021, Curr Rheumatol Rep | 16 RCTs, 1.810 Erwachsene mit Kniearthrose, davon 11 gegen Placebo | Nebenwirkungsraten ähnlich wie unter Placebo, 12 % weniger als unter NSAR | Meta-Analyse |
| 3 | Tsai et al. 2021, Pharmaceuticals (Basel) | 8 Studien, 389 Personen, Kognitionsstudien | Nebenwirkungen unter Curcumin häufiger als unter Placebo | Meta-Analyse (Gegenbefund) |
| 4 | EMA/HMPC 2019, Europäische Arzneimittelagentur, Monographie Curcuma longa (Revision 1) | EU-Monographie für traditionelle Kurkuma-Arzneimittel bei leichten Verdauungsbeschwerden | nicht empfohlen bei Gallenwegserkrankungen, Lebererkrankung, Schwangerschaft, Stillzeit und unter 18 Jahren; Mundtrockenheit, Blähungen, Magenreizung möglich | Behördenmonographie |
| 5 | ANSES 2022, Vigil'Anses Nr. 17 | 120 Meldungen an die französische Nutrivigilanz 2009 bis 2021 | 15 Leberentzündungen, mediane Latenz zwei Monate, Curcumin-Dosis 10 mg bis 1,2 g pro Tag; Rat zur Rücksprache bei Medikamenten, Abraten bei Gallenwegserkrankungen | Behördenbericht |
| 6 | Menniti-Ippolito et al. 2020, Ann Ist Super Sanita | 28 Spontanmeldungen akuter Leberentzündungen in Italien, erstes Halbjahr 2019 | Zusammenhang in allen Fällen bis auf einen mindestens möglich; regulatorisches Eingreifen | Behördenauswertung |
| 7 | Halegoua-DeMarzio et al. 2023, Am J Med | US-Netzwerk für arzneimittelbedingte Leberschäden (DILIN), 10 Fälle mit Kurkuma | 5 im Krankenhaus, 1 Todesfall; Latenz 1 bis 4 Monate; 3 von 7 Präparaten mit Piperin; 7 Betroffene mit HLA-B*35:01 | Fallserie |
| 8 | TGA 2023, Therapeutic Goods Administration, Australien | Sicherheitswarnung zu Präparaten mit Kurkuma oder Curcumin | 18 Meldungen bis Juni 2023, 9 plausibel, 1 tödlich; Risiko bei hoher Dosis oder verbesserter Aufnahme möglicherweise größer | Behördenwarnung |
| 9 | Lombardi et al. 2021, Br J Clin Pharmacol | 7 Fälle aus der Toskana plus 23 veröffentlichte Fälle | alle 7 mit hoch dosierten, besser aufnehmbaren Präparaten; meist Besserung nach Absetzen | Fallserie |
| 10 | Dehzad et al. 2023, Complement Ther Med | 31 RCTs, Leberwerte unter Kurkuma gegen Kontrolle | ALT −4,09 U/l, AST −3,81 U/l, GGT nicht signifikant; kein Anstieg | Meta-Analyse (Leberwerte) |
| 11 | Akhtar et al. 2026, Pharm Biol | Sicherheitsbewertung des Expertengremiums der US-Arzneibuchorganisation USP | Leberschäden sehr selten, meist nach 1 bis 4 Monaten; Warnhinweis auf Präparaten empfohlen | Sicherheitsbewertung |
| 12 | Haloub et al. 2024, Case Reports Hepatol | eine Schwangere, 24. Woche | Juckreiz und erhöhte Leberwerte, wahrscheinlich durch hohe Kurkuma-Aufnahme; Besserung unter Diät | Fallbericht |
| 13 | Daveluy et al. 2014, Therapie | ein Fall unter dem Vitamin-K-Antagonisten Fluindion | INR-Anstieg nach Beginn einer Kurkuma-Einnahme, Wechselwirkung plausibel | Fallbericht |
| 14 | Hu et al. 2018, Eur Rev Med Pharmacol Sci | Patienten unter Plättchenhemmern, Warfarin oder Dabigatran, 10 Tage Curcumin, ohne Kontrollgruppe | Blutungszeit und INR nicht verändert | offene Studie ohne Kontrolle |
| 15 | Kusuhara et al. 2012, Br J Pharmacol | 8 Gesunde, Sulfasalazin mit und ohne 2 g Curcumin | Sulfasalazin-Spiegel 3,2-fach erhöht | offene Wechselwirkungsstudie |
| 16 | Nayeri et al. 2017, Transplant Proc | 56-jähriger Mann nach Lebertransplantation | Tacrolimus-Spiegel 29,9 ng/ml mit akuter Nierenschädigung nach viel Kurkuma im Essen | Fallbericht |
| 17 | He X et al. 2012, Xenobiotica | 18 Gesunde, 1.000 mg Curcumin täglich über 14 Tage oder Placebo im Crossover, danach Talinolol | Talinolol-Spiegel um 67 bis 81 % erhöht | Placebo-Crossover (Wechselwirkung) |
| 18 | Volak et al. 2013, Br J Clin Pharmacol | 8 Gesunde, 4 g Curcuminoide plus 24 mg Piperin oder Placebo | Midazolam, Flurbiprofen und Paracetamol unverändert | Placebo-Crossover (ohne Wechselwirkung) |
| 19 | Talebpour et al. 2023, Physiol Rep | 76 junge Frauen, 500 mg Curcuminoide mit Piperin oder Placebo an 10 Tagen je Zyklus über 3 Zyklen | Ferritin und Eisenwerte unverändert | Placebo-RCT |
| 20 | Smith & Ashar 2019, Cureus | 66-jähriger Mann, sechs Kapseln Kurkuma-Extrakt täglich | Eisenmangel-Blutarmut trotz Eisentabletten, Normalisierung nach Absetzen | Fallbericht |
| 21 | Rasyid & Lelo 1999, Aliment Pharmacol Ther | 12 Gesunde, 20 mg Curcumin oder Placebo, Crossover | Gallenblase nach 2 Stunden um 29,3 % kleiner | Crossover-Studie (Mechanismus) |
| 22 | Rasyid et al. 2002, Asia Pac J Clin Nutr | 12 Gesunde, 20, 40 und 80 mg Curcumin, ohne Placebo | Gallenblase nach 2 Stunden um 34, 51 bzw. 72 % kleiner | Dosisvergleich (Mechanismus) |
| 23 | Garg et al. 2018, CMAJ | 606 Personen (Median 76 Jahre) vor einer Bauchaorten-Operation, 2.000 mg Curcumin achtmal über 4 Tage oder Placebo | akute Nierenschädigung 17 % vs. 10 %; Hauptziele unverändert | Placebo-RCT (Schadenshinweis) |
| 24 | Dehzad et al. 2024, Clin Nutr ESPEN | 35 RCTs mit Erwachsenen | oberer Blutdruck −2,02 mmHg | Meta-Analyse (Blutdruck) |
| 25 | Bahari et al. 2026, Endocrinol Diabetes Metab | 12 RCTs, 1.303 Personen mit Diabetes | Kreatinin −0,01 mg/dl, praktisch unverändert | Meta-Analyse (Nierenwerte) |
| 26 | Chaudhari et al. 2015, J Clin Aesthet Dermatol | Literaturübersicht zu Curcumin als Kontaktallergen | 11 Studien und Berichte zu Kontaktallergien, u. a. durch Kurkuma-Puder auf der Stirn | Übersicht über Fallberichte |
| 27 | Bommelaer et al. 2020, Clin Gastroenterol Hepatol | 62 Personen mit Morbus Crohn nach Darmoperation, Azathioprin plus 3 g Curcumin oder Placebo, 6 Monate | schwerer Rückfall 55 % vs. 26 %, häufiger unter Curcumin | Placebo-RCT (Schadenshinweis) |
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