Die kurze Antwort
Melatonin verursacht in üblichen Mengen selten Nebenwirkungen, in Studien nicht öfter als ein Scheinpräparat. Am häufigsten sind Müdigkeit bis in den Morgen, Kopfschmerz und Schwindel, vor allem ab 10 mg. Abhängig macht es nach den Studien nicht, dick ebenso wenig. Ungeklärt sind eine jahrelange Einnahme und die Schwangerschaft, und bei Epilepsie, Blutverdünnern, Blutdrucksenkern oder Diabetes gehört ärztlicher Rat dazu.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
- Welche Nebenwirkungen hat Melatonin?
- Überdosis: Wie gefährlich ist Melatonin, und wie viel ist zu viel?
- Macht Melatonin abhängig?
- Gewichtszunahme als Nebenwirkung: Macht Melatonin dick?
- Nebenwirkungen am Herzen: Erhöht Melatonin das Risiko für Herzinsuffizienz?
- Darf man Melatonin in der Schwangerschaft nehmen?
- Ist Melatonin verschreibungspflichtig, und sind Tabletten rezeptpflichtig?
Es ist kurz vor Mitternacht, der Kopf kreist noch um den Tag, und im Badschrank steht ein Spray mit dem Schlafhormon. Viele greifen zu Melatonin, weil es als sanft gilt, ganz anders als klassische Schlaftabletten. Dieser Ruf kommt nicht von ungefähr. In Studien fielen Nebenwirkungen selten auf. Doch die meisten dieser Studien dauerten nur wenige Wochen, und manche Fragen rund um die Wirkung von Melatonin, etwa zum Herzen oder zur Schwangerschaft, hat bisher niemand sauber geklärt.
Welche Nebenwirkungen hat Melatonin?
Ob Melatonin in üblichen Mengen Beschwerden macht, die ein Scheinpräparat (Placebo) nicht auslöst, ist ungeklärt. In den Studien waren Nebenwirkungen selten und meist leicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt Schläfrigkeit, Kopfschmerz, Albträume, Benommenheit am Morgen und einen sinkenden Blutdruck, teils schon bei kleinen Mengen.2 Eine Auswertung von 17 Studien mit 651 Menschen, deren Schlafprobleme mit einer anderen Erkrankung einhergingen, fand dagegen keinen Unterschied zwischen Melatonin und Placebo.4 Selbst die häufigste Beschwerde, Müdigkeit am Tag, betraf in Schlafstudien weniger als zwei von hundert Teilnehmenden, und lebensbedrohliche Folgen fand keine dieser Studien. Das gilt allerdings für Mengen bis 12 mg, die meist höchstens vier Wochen lang genommen wurden.5
Bei großen Mengen ändert sich das Bild. Ab 10 mg am Tag nahmen Schläfrigkeit, Kopfschmerz und Schwindel in den vier sorgfältigsten Studien zu, schwere Nebenwirkungen dagegen nicht. Absolute Zahlen nennt die Auswertung dazu nicht, nur das Verhältnis zur Placebo-Gruppe.1 Ähnlich lesen sich die weltweiten Verdachtsmeldungen an die WHO: Albträume und Stürze wurden bei Melatonin auffällig oft gemeldet, verglichen mit anderen Arzneimitteln, aber nicht häufiger als bei anderen Schlafmitteln.38 Im Alltag zählt vor allem der Morgen danach. Nach dem BfR kann die Müdigkeit bis in den nächsten Tag reichen und die Reaktion am Steuer bremsen.2 Wer sich morgens noch benommen fühlt, sollte deshalb nicht Auto fahren.
Ob Spray, Tablette oder Gummibärchen eigene Nebenwirkungen haben, hat keine Studie verglichen. Wichtiger als die Form ist ohnehin, wie viel Melatonin tatsächlich in einem Produkt steckt. Genau das ist, wie die Frage nach dem Rezept weiter unten zeigt, längst nicht immer sicher.
So wurde gemessen
- Maßgebliche Auswertung: 17 Studien mit Placebo und zusammen 651 Teilnehmenden, bei denen die Schlafstörung zu einer anderen Krankheit gehörte; unter Melatonin kamen Nebenwirkungen nicht öfter vor.4
- Einzelne Beschwerden: 37 Placebo-Studien mit Mengen von 0,15 bis 12 mg, die meisten höchstens vier Wochen lang. Tagesmüdigkeit 1,66 %, Kopfschmerz 0,74 %, Schwindel 0,74 %, Unterkühlung 0,62 %.5
- Ab 10 mg: 79 Studien mit 3.861 Personen, zusammengerechnet wurden nur die 4 mit geringem Verzerrungsrisiko. Schläfrigkeit, Kopfschmerz und Schwindel RR 1,40 (95 % KI 1,15 bis 1,69), schwere Nebenwirkungen RR 0,88 (0,52 bis 1,50).1
- Meldedaten: WHO-Datenbank mit 35.479 Verdachtsmeldungen von 1996 bis 2022; 21 auffällige Meldesignale, darunter Tics und Wachstumsverzögerung; Albträume und Stürze nur im Vergleich mit allen anderen Arzneimitteln auffällig, nicht im Vergleich mit Schlafmitteln. Ein Zusammenhang ist damit nicht belegt.38
Unsere Einordnung
Für gesunde Erwachsene ist Melatonin in kleinen Mengen und für kurze Zeit gut verträglich. Die Müdigkeit am Morgen ist die Nebenwirkung, die im Alltag am meisten zählt. Lücken bestehen bei langer Einnahme und bei Risikogruppen.
Überdosis: Wie gefährlich ist Melatonin, und wie viel ist zu viel?
Eine feste Grenze, ab der Melatonin giftig wird, kennen die Studien für Erwachsene nicht, wohl aber Hinweise, dass mit der Menge die Beschwerden zunehmen. Erstaunlich gut vertrugen über 700 Menschen nach einer Lungenkrebs-Operation ein Jahr lang 20 mg am Tag: Sie hatten weder mehr noch schwerere Nebenwirkungen als die Vergleichsgruppe.6 Am anderen Ende steht eine winzige Studie mit acht Kranken, die an Multipler Sklerose litten und 300 mg täglich nahmen. Nach gut einem Jahr wurde sie abgebrochen, weil bei drei von vier Teilnehmenden mit Melatonin die Leberwerte gestiegen waren.7 Das ist ein Extremfall.
Für das Einschlafen lohnt sich eine hohe Menge ohnehin nicht. In einer Auswertung von 26 Studien nahm die Wirkung nur bis etwa 4 mg zu und wurde danach nicht mehr stärker.8 Statt die Melatonin-Dosierung nach schlechten Nächten immer weiter zu steigern, ist deshalb die kleinste Menge ratsam, die hilft. Ernster ist die Lage bei Kleinkindern, die bunte Gummibärchen mit dem Hormon leicht für Süßigkeiten halten. Die Meldedaten zu Melatonin für Kinder reichen bis zu einzelnen Kindern, die beatmet werden mussten.9
Ungeklärt ist auch, ob Melatonin schadet, wenn es auf bestimmte Medikamente trifft. Das Antidepressivum Fluvoxamin etwa hemmt den Abbau des Hormons in der Leber. In einer kleinen kontrollierten Studie mit fünf gesunden Männern lag die Melatoninmenge im Blut mit dem Mittel um ein Vielfaches höher als ohne. Absolute Werte nennt die Zusammenfassung der Studie nicht. Folgen wie stärkere Müdigkeit wurden nicht erfasst.10 Für Blutverdünner wie Warfarin gibt es keine kontrollierten Studien, nur Fallberichte, die eine Cochrane-Übersicht erwähnt.11 Das betrifft Menschen, die solche Mittel dauerhaft nehmen.
Bei Epilepsie wiederum ist ungeklärt, ob Anfälle zunehmen. Eine Auswertung von zehn Studien, in denen Melatonin zusätzlich zu Mitteln gegen Epilepsie gegeben wurde, berichtet die Zahl der Anfälle nicht.12 In den beiden kleinen Studien, die sie genau zählten, blieb die Anfallshäufigkeit dagegen gleich.13 Was beim Kombinieren von Melatonin mit Medikamenten oder Alkohol gilt, verdient deshalb einen genauen Blick.
So wurde gemessen
- Ein Jahr, 20 mg: 709 Teilnehmende nach Operation eines Lungentumors, Melatonin oder Placebo über zwölf Monate; Häufigkeit und Schwere der Nebenwirkungen ohne Unterschied.6
- 300 mg: 8 Personen mit fortschreitender Multipler Sklerose, zusätzlich zur üblichen Therapie; Abbruch nach 14 Monaten, erhöhte Leberwerte bei 3 von 4 Personen in der Melatoningruppe, ohne statistischen Test.7
- Dosis und Einschlafen: 26 doppelblinde Studien; Einschlafzeit mit steigender Menge kürzer, Höchstwert bei etwa 4 mg.8
- Fluvoxamin: 5 gesunde Männer, 5 mg Melatonin einmal allein und einmal mit 50 mg Fluvoxamin; Gesamtmenge im Blut 17-fach, Spitzenwert 12-fach.10
- Epilepsie: 10 Studien mit Melatonin als Zusatz zu Antiepileptika, ohne Angaben zur Anfallshäufigkeit12; Cochrane-Übersicht mit 6 Studien und 125 Personen, in den 2 Studien mit genauen Zahlen blieb die Anfallshäufigkeit gleich.13
Sicherheitshinweis
Bei Epilepsie, unter Blutverdünnern, Blutdrucksenkern oder Fluvoxamin, bei Diabetes sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sollte Melatonin nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
Ist Melatonin auf lange Sicht sicher?
Ob eine Einnahme über viele Monate oder Jahre schadet, ist ungeklärt, weil lange Studien fehlen. Die größte Placebo-Studie begleitete knapp 800 Erwachsene ein halbes Jahr lang. Schwere Zwischenfälle trafen in dieser Zeit 2,8 Prozent mit Melatonin gegenüber 5,1 Prozent in der Vergleichsgruppe.14 Doch die allermeisten Studien dauerten vier Wochen oder kürzer.5 Für frei verkäufliche Präparate, die manche jahrelang Abend für Abend nehmen, gibt es überhaupt keine kontrollierten Daten. Aus diesem Grund rät das BfR auch gesunden Erwachsenen von einer unkontrollierten Dauereinnahme ab.2
Ähnlich zurückhaltend sind die Fachgesellschaften. Von den Melatonin-Formen hält die Europäische Schlafgesellschaft bei Schlaflosigkeit nur Retard-Melatonin für vertretbar, das den Wirkstoff über Stunden abgibt, und das ab 55 Jahren für höchstens drei Monate, während sie von schnell freisetzendem Melatonin abrät.15 Die US-Fachgesellschaft für Schlafmedizin spricht sich bei chronischer Schlaflosigkeit ebenfalls gegen Melatonin aus.16 Wer über Wochen nur mit Melatonin schlafen kann, sollte die Ursache deshalb ärztlich abklären lassen.
So wurde gemessen
- Längste große Studie: 791 Teilnehmende zwischen 18 und 80 Jahren, 2 mg Retard über sechs Monate; schwere unerwünschte Ereignisse 2,8 % gegenüber 5,1 % unter Placebo, nicht formal getestet; finanziert vom Hersteller.14
- Studiendauer: Von 37 Placebo-Studien liefen die meisten höchstens vier Wochen.5
- Leitlinien: Europäische Insomnie-Leitlinie 2023: Retard-Melatonin ab 55 Jahren bis zu 3 Monate möglich (Empfehlungsgrad B), schnell freisetzendes Melatonin nicht empfohlen (A).15 AASM 2017: schwache Empfehlung gegen Melatonin bei chronischer Insomnie Erwachsener.16
Macht Melatonin abhängig?
Nach den vorliegenden Studien macht Melatonin nicht abhängig. Drei Placebo-Studien mit zusammen rund tausend Erwachsenen fanden nach dem Absetzen weder Entzugszeichen noch Nächte, die schlechter gewesen wären als vor der Behandlung.141718 Auch ließ die Wirkung nach Monaten nicht nach, wie es bei einer Gewöhnung zu erwarten wäre. Und in einer Anschlussstudie, deren Teilnehmende wussten, dass sie Melatonin bekamen, arbeitete die körpereigene Bildung des Hormons nach dem Absetzen normal weiter.19
Bei der Frage nach Abhängigkeit wurde also kein Schaden gefunden. Einen Haken hat das Ergebnis aber. Fast alle diese Studien stammen vom Hersteller eines Retard-Arzneimittels mit 2 mg, und für schnell freisetzende Nahrungsergänzungen mit höheren Mengen fehlen eigene Daten. Kehren die Schlafprobleme nach dem Absetzen zurück, lohnt es sich, ihrer Ursache nachzugehen, statt einfach wieder zur Packung zu greifen.
So wurde gemessen
- Absetzen nach einem halben Jahr: 791 Erwachsene, 2 mg Retard, danach Placebo; der Fragebogen zu Entzugszeichen blieb unauffällig, eine Gewöhnung zeigte sich nicht.14
- Weitere Absetzstudien: 170 Personen ab 55 Jahren nach drei Wochen17 und 40 ältere Menschen mit Schlaflosigkeit18; in beiden weder schlechterer Schlaf als zu Beginn noch Entzugseffekte.
- Offene Langzeitstudie: 244 Erwachsene, 6 bis 12 Monate 2 mg Retard, dann zwei Wochen Pause; keine Gewöhnung, kein Rückfall, die eigene Melatoninbildung war nicht gedrosselt.19
Gewichtszunahme als Nebenwirkung: Macht Melatonin dick?
Eine Gewichtszunahme durch Melatonin zeigt keine Studienauswertung, eher das Gegenteil. In der maßgeblichen Auswertung von 23 Placebo-Studien lag das Körpergewicht unter Melatonin etwas niedriger, und dass es leicht sinkt, ist damit wahrscheinlich.20 Viel ist das allerdings nicht. Die einzelnen Studien wichen stark voneinander ab, Body-Mass-Index und Taillenumfang blieben gleich, und andere Sammelauswertungen fanden keinen sicheren Unterschied.2122 Zum Abnehmen taugt Melatonin damit nicht, doch die Sorge, dass es dick macht, findet in den Daten keine Stütze.
So wurde gemessen
- Maßgebliche Auswertung: 23 Studien mit Placebo; Körpergewicht etwas niedriger (SMD −0,48; 95 % KI −0,94 bis −0,02), die Ergebnisse streuten sehr stark (I² 92 %), BMI und Taillenumfang ohne Änderung.20
- Gegenbefunde: 27 Effektgrößen mit 1.276 Personen, im Mittel −0,49 kg (−1,18 bis 0,20), nicht signifikant21; in 15 Studien ebenfalls kein gesicherter Unterschied.22
Verändert Melatonin Blutzucker und Insulin?
Ob Melatonin die Insulinempfindlichkeit verschlechtert, ist ungeklärt, weil genaue Messungen den großen Auswertungen widersprechen. Am genauesten ist die sogenannte Clamp-Methode, bei der Zucker und Insulin über Stunden per Infusion gesteuert werden. Mit ihr untersuchten Forschende 17 Männer mit Diabetes, die je drei Monate lang abends eine hohe Menge Melatonin oder ein Scheinpräparat nahmen. Ihr Messwert für die Insulinempfindlichkeit lag unter Melatonin bei 3,6, unter Placebo bei 4,1.25 Über viele Placebo-Studien hinweg verbesserte sich dagegen der Wert HOMA-IR unter Melatonin sogar leicht.2324 Dieser Wert schätzt allerdings nur aus dem Nüchternblut, wie gut der Körper auf Insulin anspricht. Er ist damit nur eine grobe Näherung.
In dieselbe Richtung wie die Clamp-Messung weist ein Versuch mit 20 gesunden jungen Männern, die an einem einzigen Tag viermal 10 mg schluckten. Ein Index der Insulinempfindlichkeit aus dem Zuckerbelastungstest sank an diesem Tag, während der Blutzucker selbst gleich blieb.26 Beide Befunde stammen aus kleinen Studien mit Männern und hohen Mengen von 10 mg und mehr, an Frauen wurden sie bisher nicht überprüft. Bei erhöhtem Diabetesrisiko empfiehlt das BfR ärztliche Beratung vor und Kontrolle während der Einnahme.2
So wurde gemessen
- Sammelauswertungen: HOMA-IR in 16 Studien mit Placebo verbessert23, ebenso in 8 Studien mit 376 Teilnehmenden.24
- Clamp-Messung: Crossover-Studie, 17 Männer mit Typ-2-Diabetes, 10 mg eine Stunde vor dem Schlafen, je drei Monate. Insulinempfindlichkeit 3,6 mg/(kg × min) unter Melatonin gegenüber 4,1 unter Placebo, also rund 12 % niedriger (p = 0,016).25
- Hohe Einzeldosen: Crossover-Studie, 20 gesunde Männer, 4 × 10 mg an einem Tag; Index der Insulinempfindlichkeit im Zuckerbelastungstest gesenkt (p = 0,028), Glukosewerte gleich.26
Nebenwirkungen am Herzen: Erhöht Melatonin das Risiko für Herzinsuffizienz?
Ob Melatonin eine Herzschwäche begünstigt, ist nicht untersucht, jedenfalls nicht in Studien, die das klären könnten. Die Sorge geht auf eine Auswertung von Krankenakten zurück, die 2025 auf einem Kardiologenkongress vorgestellt wurde. Darin hatten Menschen mit Schlaflosigkeit, die Melatonin über lange Zeit nahmen, öfter eine Herzschwäche als andere.27 Von Fachleuten begutachtet war die Arbeit nicht. Zudem lässt sie offen, was Ursache und was Folge ist: Wer über Jahre zu Melatonin greift, schläft häufig schlecht oder leidet an einer Depression, und schon das allein strapaziert das Herz.
Zu einem anderen Ergebnis kam eine große Bevölkerungsstudie aus den USA, die Gesundheitsdaten aus zwei Jahrzehnten auswertete: Nachdem solche Unterschiede herausgerechnet waren, hing Melatonin dort nicht mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen.28 Zu Herzrhythmusstörungen fehlen Daten. Bei einer Herzerkrankung empfiehlt es sich, eine dauerhafte Einnahme mit der Kardiologin oder dem Kardiologen zu besprechen.
So wurde gemessen
- Kongress-Abstract: Krankenakten von Erwachsenen mit Schlaflosigkeit und langer Melatonin-Einnahme; häufiger neu festgestellte Herzinsuffizienz. Beobachtend, nicht begutachtet, kein Nachweis von Ursache und Wirkung.27
- Bevölkerungsstudie: US-Gesundheitserhebung NHANES 1999 bis 2018; nach Bereinigung kein signifikanter Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzinsuffizienz. Wer Melatonin nahm, hatte deutlich öfter Schlafstörungen und Depressionen.28
Melatonin und Blutdruck: Welche Nebenwirkungen sind zu beachten?
Im Alltag verändert Melatonin den Blutdruck kaum, mit einer wichtigen Ausnahme. Ob es den Blutdruck insgesamt senkt, ist unklar, denn eine Auswertung von 17 Studien fand beim oberen Wert keinen Effekt, eine andere ein Minus von gut 2 mmHg.2221 Den nächtlichen Blutdruck senkte Melatonin über alle Studien betrachtet eher nicht.29
Ob Melatonin die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächt, ist dagegen ungeklärt. Bei 47 gut eingestellten Bluthochdruck-Patienten, die das Mittel Nifedipin nahmen, lag der obere Wert über den ganzen Tag nach vier Wochen mit zusätzlich 5 mg Melatonin am Abend um 6,5 mmHg höher als mit Placebo.30 Eine andere Studie mit Patienten unter anderen Blutdrucksenkern fand dagegen einen leicht gesenkten Nachtwert.31 Ob das Problem nur Nifedipin betrifft oder weitere Mittel, ist offen. Wer Blutdrucksenker nimmt, sollte Melatonin deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen und den Blutdruck anfangs selbst kontrollieren.
So wurde gemessen
- Blutdruck insgesamt: oberer Wert in 17 Studien unverändert22; 23 Effektgrößen mit 1.157 Personen, systolisch −2,34 mmHg (95 % KI −4,13 bis −0,55), Vertrauen in den Befund niedrig.21
- Nachts: 7 Studien mit 221 Personen, zusammen kein Effekt; nur Retard-Melatonin senkte den oberen Wert um 6,1 mmHg.29
- Mit Nifedipin: 47 Personen, 5 mg Melatonin abends, je vier Wochen im Wechsel mit Placebo; 24-Stunden-Werte systolisch +6,5 mmHg, diastolisch +4,9 mmHg, Puls +3,9 Schläge pro Minute.30
- Gegenbefund: 38 Personen mit stabiler Blutdrucktherapie, 2 mg Retard zusätzlich; nächtlicher oberer Wert gesenkt.31
Darf man Melatonin in der Schwangerschaft nehmen?
Ob Melatonin in Schwangerschaft und Stillzeit schadet, ist ungeklärt. Studien am Menschen sind rar. Als bei 189 Schwangeren die Geburt eingeleitet wurde, kamen nach Melatonin 18,5 gegenüber 8,1 Prozent der Neugeborenen nach Placebo auf die Neugeborenen-Station, wobei der Unterschied knapp an der Grenze des Zufalls lag.32 Bei Schwangeren mit erhöhtem Risiko für eine Präeklampsie, eine schwere Form des Schwangerschaftshochdrucks, verlief die Geburt dagegen mit und ohne Melatonin gleich.33 Zur Einnahme gegen Schlafprobleme in Schwangerschaft und Stillzeit fand eine Übersicht keine einzige randomisierte Studie.34
Gerade deshalb raten Behörden zur Zurückhaltung. Das Hormon gelangt über die Plazenta zum Ungeborenen und geht in die Muttermilch über, und in Tierversuchen traten teils Auffälligkeiten bei den Nachkommen auf.2 Auch die US-Datenbank zu Arzneimitteln in der Stillzeit kennt keine Sicherheitsdaten.35 In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch gehört Melatonin deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache auf den Nachttisch.
So wurde gemessen
- Geburtseinleitung: doppelblinde Studie mit Placebo, 189 Schwangere, 10 mg; Kaiserschnitt nicht sicher häufiger; Neugeborene auf der Spezialstation 18,5 % gegenüber 8,1 % (RR 2,26; 95 % KI 1,00 bis 5,10, Grenzbefund).32
- Präeklampsie-Risiko: Placebo-Studie mit 140 Schwangeren, 10 mg zusätzlich zu ASS; Geburtsausgang und Dauer der Schwangerschaft gleich.33
- Übersicht: 15 Arbeiten zu Schwangerschaft und Stillzeit, darunter keine randomisierte Studie zur Behandlung von Schlafproblemen.34
Ist Melatonin verschreibungspflichtig, und sind Tabletten rezeptpflichtig?
Ein Rezept braucht in Deutschland das zugelassene Melatonin-Arzneimittel, während Nahrungsergänzungen mit Melatonin frei verkauft werden. Dieses Arzneimittel ist eine Retardtablette mit 2 mg für Menschen ab 55 Jahren mit Schlaflosigkeit.32 An der Milligrammzahl allein lässt sich der Unterschied nicht ablesen, denn manche Nahrungsergänzungen liefern nach Angaben des BfR pro Tag so viel Melatonin wie das Arzneimittel oder sogar mehr.2 Der eigentliche Unterschied liegt woanders.
Arzneimittel werden auf ihren Gehalt geprüft. Bei Nahrungsergänzungen steckt dagegen nicht immer drin, was draufsteht. In Präparaten vom kanadischen Markt lag der Gehalt zwischen einem Sechstel und fast dem Sechsfachen der Angabe, und manche enthielten zusätzlich den Botenstoff Serotonin.36 Bei Gummibärchen aus den USA traf die Angabe nur bei wenigen Produkten halbwegs zu, und eines enthielt überhaupt kein Melatonin.37 Für Europa fehlen vergleichbare Analysen weitgehend. Gerade bei Gummibärchen und Sprays lohnt deshalb ein kritischer Blick auf die Melatonin-Formen.
So wurde gemessen
- Arzneimittel: Zulassungsstudie mit 354 Menschen zwischen 55 und 80 Jahren, 2 mg retardiert, drei Wochen; Mitautoren vom Hersteller.3 Das BfR beschreibt die Zulassung ab 55 Jahren und Nahrungsergänzungen, deren Tagesmenge diese Dosis erreicht oder übertrifft.2
- Kanada: 31 Präparate; Gehalt −83 % bis +478 % der Angabe, mehr als 71 % wichen um über 10 % ab, zwischen Chargen eines Produkts bis 465 % Unterschied; 8 Präparate mit 1 bis 75 µg Serotonin.36
- USA: 25 Gummibärchen-Produkte; gemessener Gehalt 74 bis 347 % der Angabe, 22 falsch deklariert, eines ohne Melatonin.37
- USA, Präparate für Kinder: Messung der US-Arzneimittelbehörde an 110 Produkten; Gehalt 0 bis 667 % der Angabe.39
Häufige Fragen
Hat Melatonin-Spray andere Nebenwirkungen als Tabletten?
Eigene Studien zu den Nebenwirkungen von Sprays gibt es nicht. Die bekannten Beschwerden wie Müdigkeit am Morgen, Kopfschmerz und Schwindel hängen nach den Studien vor allem von der Menge ab und wurden ab 10 mg häufiger.1
Ist Melatonin schädlich?
Für gesunde Erwachsene zeigten Studien über Wochen bis Monate keine ernsten Schäden. Ungeklärt sind eine jahrelange Einnahme und die Sicherheit in der Schwangerschaft. Bei Epilepsie, Blutverdünnern, Blutdrucksenkern und Diabetes ist vor der Einnahme ärztlicher Rat nötig.
Verursacht Melatonin Herzrhythmusstörungen?
Dazu gibt es keine eigenen Studiendaten. Auch eine mögliche Herzschwäche durch Melatonin ist in kontrollierten Studien nicht untersucht, der Verdacht stammt aus einer nicht begutachteten Auswertung von Krankenakten.
Kann man nach Melatonin Auto fahren?
Am Morgen danach nicht in jedem Fall. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass die Müdigkeit bis in den Folgetag reichen und die Reaktion verlangsamen kann.2 Bei Benommenheit am Morgen ist es deshalb besser, das Auto stehen zu lassen.
Hat Melatonin Nebenwirkungen auf die Psyche?
Genannt werden vor allem Albträume, Benommenheit und eine verringerte Aufmerksamkeit, alles eher seltene Beschwerden.2 Eine eigene Studienauswertung zu psychischen Nebenwirkungen gibt es nicht.
Gibt es Melatonin 2 mg rezeptfrei?
Das zugelassene Arzneimittel mit 2 mg ist eine Retardtablette für Menschen ab 55 Jahren und wird ärztlich verordnet.32 Frei verkäufliche Nahrungsergänzungen liefern nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung teils ebenso viel Melatonin oder mehr, ihr Gehalt wird aber nicht wie bei einem Arzneimittel geprüft.
Was passiert, wenn man zu viel Melatonin nimmt?
Besser schläft man davon nicht, denn der Nutzen beim Einschlafen wuchs nur bis etwa 4 mg.8 Ab 10 mg traten Schläfrigkeit, Kopfschmerz und Schwindel häufiger auf, schwere Nebenwirkungen dagegen nicht.1 Hat ein Kleinkind Melatonin geschluckt, hilft der Giftnotruf weiter.
Weiterlesen




Alle Themen zu Melatonin
Alle 39 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Menczel Schrire et al. 2022, J Pineal Res | 79 RCTs mit mindestens 10 mg, gepoolt 4 Studien mit niedrigem Verzerrungsrisiko | leichte Nebenwirkungen RR 1,40, schwere RR 0,88 | Meta-Analyse (hohe Dosen) |
| 2 | BfR 2024, BfR-Stellungnahme 038/2024 | Bundesinstitut für Risikobewertung, Bewertung melatoninhaltiger Nahrungsergänzungsmittel | Müdigkeit bis in den Folgetag möglich; Arzneimittel ab 55 Jahren; manche Nahrungsergänzungen erreichen die Arzneimitteldosis; rät Risikogruppen von unkontrollierter Einnahme ab | Behördenstellungnahme |
| 3 | Wade et al. 2007, Curr Med Res Opin | 1 Placebo-RCT, 354 Personen von 55 bis 80 Jahren, 2 mg retardiert, 3 Wochen | Ansprechrate 26 vs. 15 %; Mitautoren vom Hersteller | RCT (Zulassungsstudie) |
| 4 | Buscemi et al. 2006, BMJ | 17 Placebo-RCTs, 651 Personen mit Schlafstörung als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen | Nebenwirkungen unter Melatonin nicht häufiger als unter Placebo | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 5 | Besag et al. 2019, CNS Drugs | 37 Placebo-RCTs zu Schlafstörungen, 0,15 bis 12 mg, meist bis 4 Wochen | Tagesmüdigkeit 1,66 %, Kopfschmerz und Schwindel je 0,74 %; nichts Lebensbedrohliches; kaum Langzeitdaten | Systematische Übersicht |
| 6 | Seely et al. 2021, EClinicalMedicine | 709 Personen nach Lungenkrebs-Operation, 20 mg täglich, 1 Jahr | Nebenwirkungen nach Zahl und Schwere wie unter Placebo | Langzeit-RCT (hohe Dosis) |
| 7 | Bejarano et al. 2026, CNS Drugs | 8 Personen mit primär progredienter Multipler Sklerose, 300 mg täglich | Abbruch nach 14 Monaten; Leberwerte bei 3 von 4 mit Melatonin erhöht | RCT (extrem hohe Dosis) |
| 8 | Cruz-Sanabria et al. 2024, J Pineal Res | 26 doppelblinde Placebo-RCTs | Einschlafzeit sinkt mit der Dosis bis zu einem Höchstwert bei etwa 4 mg | Dosis-Wirkungs-Meta-Analyse |
| 9 | Lelak et al. 2022, MMWR Morb Mortal Wkly Rep | Meldedaten der US-Giftnotrufzentralen 2012 bis 2021, Kinder und Jugendliche | 260.435 Einnahmen, Anstieg um 530 %, 5 Kinder beatmet, 2 Todesfälle | Meldedaten |
| 10 | Härtter et al. 2000, Clin Pharmacol Ther | 5 gesunde Männer, 5 mg Melatonin mit und ohne 50 mg Fluvoxamin | Melatoninmenge im Blut (AUC) im Mittel 17-fach | Pharmakokinetik-Studie |
| 11 | Herxheimer & Petrie 2002, Cochrane Database Syst Rev | Cochrane-Übersicht zu Melatonin bei Jetlag | erwähnt Fallberichte über mögliche Schäden unter Warfarin | Cochrane-Review (Fallberichte) |
| 12 | Liu et al. 2024, Seizure | 10 Placebo-RCTs, Melatonin zusätzlich zu Antiepileptika | Anfallshäufigkeit nicht berichtet, Anfälle eher schwächer | Meta-Analyse (Epilepsie) |
| 13 | Brigo et al. 2016, Cochrane Database Syst Rev | 6 Studien, 125 Personen mit Epilepsie | keine Zusammenrechnung möglich, in 2 Studien Anfallszahl unverändert | Cochrane-Review |
| 14 | Wade et al. 2010, BMC Med | 791 Erwachsene mit Schlaflosigkeit, 2 mg Retard bis 6 Monate | Sicherheitswerte wie unter Placebo, keine Entzugszeichen nach dem Absetzen; herstellerfinanziert | Langzeit-RCT |
| 15 | Riemann et al. 2023 (ESRS), J Sleep Res | Europäische Insomnie-Leitlinie der European Sleep Research Society | Retard-Melatonin ab 55 Jahren bis 3 Monate möglich (B); schnell freisetzendes Melatonin nicht empfohlen (A) | Leitlinie (ESRS) |
| 16 | Sateia et al. 2017 (AASM), J Clin Sleep Med | Leitlinie der American Academy of Sleep Medicine zu Schlafmitteln bei chronischer Insomnie Erwachsener | schwache Empfehlung gegen Melatonin | Leitlinie (AASM) |
| 17 | Lemoine et al. 2007, J Sleep Res | 170 Personen ab 55 Jahren, 2 mg Retard, 3 Wochen | kein Rückfall in schlechteren Schlaf, keine Entzugseffekte | RCT |
| 18 | Luthringer et al. 2009, Int Clin Psychopharmacol | 40 ältere Menschen mit Schlaflosigkeit, 2 mg Retard | keine Entzugs- oder Rebound-Effekte | RCT |
| 19 | Lemoine et al. 2011, Ther Clin Risk Manag | offene Anschlussstudie, 244 Erwachsene, 6 bis 12 Monate | keine Gewöhnung, eigene Melatoninbildung nach dem Absetzen nicht unterdrückt | Offene Langzeitstudie |
| 20 | Delpino & Figueiredo 2021, Nutrition | 23 placebokontrollierte Studien | Körpergewicht leicht gesenkt, BMI und Taille unverändert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 21 | Mohammadi et al. 2025, Nutrients | 63 RCTs, darunter Gewicht und Blutdruck | Gewicht nicht sicher verändert; oberer Blutdruckwert etwa 2 mmHg niedriger | Meta-Analyse |
| 22 | Vajdi et al. 2024, Heliyon | Placebo-RCTs an Erwachsenen, Gewicht in 15, Blutdruck in 17 Studien | Gewicht und oberer Blutdruckwert nicht sicher verändert | Meta-Analyse |
| 23 | Hadi et al. 2026, Nutr Metab (Lond) | Placebo-RCTs an Erwachsenen, HOMA-IR in 16 Studien | Insulinresistenz-Schätzwert leicht verbessert | Meta-Analyse (maßgeblich) |
| 24 | Li et al. 2021, Horm Metab Res | 8 Placebo-RCTs, 376 Personen | HOMA-IR gebessert | Meta-Analyse |
| 25 | Lauritzen et al. 2022, J Pineal Res | 17 Männer mit Typ-2-Diabetes, 10 mg abends, je 3 Monate im Crossover | Insulinempfindlichkeit in der Clamp-Messung rund 12 % schlechter | RCT (Gegenbefund, Clamp) |
| 26 | Kampmann et al. 2021, J Pineal Res | 20 gesunde Männer, viermal 10 mg an einem Tag | Insulinempfindlichkeitsindex im Zuckertest gesenkt | RCT (Gegenbefund, akut) |
| 27 | Nnadi et al. 2025, Circulation (Kongress-Abstract) | Krankenakten von Erwachsenen mit Schlaflosigkeit, beobachtend | häufiger Herzinsuffizienz bei Langzeiteinnahme; nicht begutachtet, Ursache unklar | Kongress-Abstract |
| 28 | Khan & Lima 2026, Open Heart | US-Bevölkerungsstudie NHANES 1999 bis 2018 | kein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach Bereinigung | Bevölkerungsstudie |
| 29 | Grossman et al. 2011, Vasc Health Risk Manag | 7 Studien, 221 Personen mit nächtlichem Bluthochdruck | insgesamt kein Effekt auf den Nachtblutdruck, nur Retard-Melatonin senkte ihn | Meta-Analyse |
| 30 | Lusardi et al. 2000, Br J Clin Pharmacol | 47 Personen mit Bluthochdruck unter Nifedipin, 5 mg Melatonin abends | 24-Stunden-Blutdruck stieg um 6,5/4,9 mmHg | RCT (Schaden) |
| 31 | Grossman et al. 2006, Am J Med | 38 behandelte Bluthochdruck-Patienten, 2 mg Retard zusätzlich | nächtlicher Blutdruck gesenkt | RCT (Gegenbefund) |
| 32 | Quach et al. 2024, Acta Obstet Gynecol Scand | 189 Schwangere bei Geburtseinleitung, 10 mg | Neugeborene öfter auf der Spezialstation, Grenzbefund | Placebo-RCT |
| 33 | Alishahi et al. 2026, Int J Fertil Steril | 140 Schwangere mit Präeklampsie-Risiko, 10 mg zusätzlich zu ASS | Geburtsausgang ohne Unterschied | Placebo-RCT |
| 34 | Vine et al. 2022, Braz J Psychiatry | 15 Studien zu Schwangerschaft und Stillzeit | keine randomisierte Studie zur Schlafbehandlung | Übersicht |
| 35 | LactMed 2026, Drugs and Lactation Database | Stillzeit-Datenbank der US-Nationalbibliothek für Medizin | keine Daten zur Sicherheit beim Stillen | Datenbank |
| 36 | Erland & Saxena 2017, J Clin Sleep Med | 31 Melatonin-Präparate vom kanadischen Markt | Gehalt stark abweichend, teils Serotonin enthalten | Produktanalyse |
| 37 | Cohen et al. 2023, JAMA | 25 Melatonin-Gummibärchen vom US-Markt | Gehalt 74 bis 347 % der Angabe, eines ohne Melatonin | Produktanalyse |
| 38 | Ha et al. 2024, J Pineal Res | WHO-Meldedatenbank VigiBase, 35.479 Verdachtsmeldungen zu Melatonin 1996 bis 2022 | 21 auffällige Meldesignale, u. a. Tics, Wachstumsverzögerung, Albträume und Stürze; gegenüber anderen Schlafmitteln keine Signale für Unfälle, Stürze und Albträume; Zusammenhang nicht belegt | Meldedaten |
| 39 | Pawar et al. 2025, Drug Test Anal | Messung der US-Arzneimittelbehörde FDA an 110 Melatonin-Präparaten für Kinder vom US-Markt | Melatonin in 108 von 110 Produkten; Gehalt 0 bis 667 % der Angabe | Produktanalyse |
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