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Folsäure · 27 Quellen ausgewertet

Folsäure Überdosierung und Nebenwirkungen: Wie sicher ist sie?

Folsäure gilt als harmloses Vitamin, das Überschüssige wird einfach ausgeschieden. Ganz so einfach ist es nicht, auch wenn die meisten Sorgen bei üblichen Mengen unbegründet sind.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202627 QuellenLesezeit 9 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

In üblichen Mengen ist Folsäure gut verträglich; in großen Studien wurde kein Schaden bei schweren Nebenwirkungen gefunden. Die Obergrenze liegt bei 1 mg am Tag aus Präparaten, vor allem weil Folsäure einen Vitamin-B12-Mangel verschleiern kann. Ob sie das Krebsrisiko erhöht, ist ungeklärt. Mit Methotrexat, Phenytoin und bestimmten Malariamitteln gehört sie in ärztliche Hand.

Auf dieser Seite 6 Abschnitte
  1. Welche Nebenwirkungen hat Folsäure?
  2. Kann man Folsäure überdosieren?
  3. Kann Folsäure einen Vitamin-B12-Mangel verdecken?
  4. Erhöht Folsäure das Krebsrisiko?
  5. Welche Nebenwirkungen haben Folsäure 5 mg Tabletten?
  6. Mit welchen Medikamenten verträgt sich Folsäure nicht?

Der Beipackzettel einer Folsäuretablette ist kurz, und die meisten Menschen nehmen sie über Monate ohne jede Beschwerde. Trotzdem tauchen im Netz Warnungen auf, die wenig mit Bauchgrummeln zu tun haben: Krebs, Nervenschäden, Probleme mit Medikamenten. Manches davon beruht auf Missverständnissen. Doch ein anderer Teil ist durchaus ernst zu nehmen, betrifft aber vor allem hohe Mengen und bestimmte Gruppen. Wer sich durch die Studien arbeitet, findet eine klare Linie: Bei üblichen Mengen ist die Bilanz gut, darüber wird das Wissen dünn.

Welche Nebenwirkungen hat Folsäure?

Folsäure ist in üblichen Mengen gut verträglich, typische Nebenwirkungen sind kaum bekannt. Das zeigt am besten der Cochrane-Review, eine besonders gründliche Zusammenfassung, zu den großen Herz-Kreislauf-Studien mit B-Vitaminen. Dabei traten schwere Nebenwirkungen bei gut acht von hundert Teilnehmenden auf, mit und ohne Vitamine fast gleich oft.1 Ein Schaden wurde damit nicht gefunden, auch wenn der Unterschied knapp an der Grenze lag.

Häufiger ist von Magen-Darm-Beschwerden die Rede. Die gibt es tatsächlich. So hatten in einer großen Kinderwunschstudie Männer mit hoch dosierter Folsäure plus Zink öfter Bauchschmerzen und Übelkeit als mit einem Scheinpräparat.2 Allerdings reizt Zink bekanntermaßen den Magen, und es liegt nahe, dort die Ursache zu suchen. Bei Beschwerden unter einem Kombipräparat lohnt deshalb zuerst der Blick auf Zink oder Eisen.

So wurde gemessen
  • Cochrane-Review: 8 Studien mit 35.788 Personen, schwere unerwünschte Ereignisse 8,3 gegen 8,5 %, RR 1,07 (1,00 bis 1,14), hohe Evidenzqualität.1
  • Kinderwunschstudie: 2.370 Männer, 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink; Bauchschmerzen 6 gegen 3 %, Übelkeit 4 gegen 2 %, Erbrechen 3 gegen 1 %.2

Kann man Folsäure überdosieren?

Eine akute Vergiftung ist nicht bekannt, aber es gibt eine Obergrenze von 1 mg am Tag aus Präparaten. Diese Grenze hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA für Erwachsene, ausdrücklich auch für Schwangere und Stillende.3 Für Kinder liegt sie je nach Alter deutlich niedriger. Zudem gilt sie für Folsäure und Methylfolat zusammen, und überschritten wird sie in Europa praktisch nur von Menschen, die regelmäßig hoch dosierte Präparate nehmen.

Ob Mengen darüber schaden, ist ungeklärt. In zwei großen Studien zu Folsäure in der Schwangerschaft nahmen zusammen rund 4.800 Frauen 4 mg täglich, in einer davon gegen ein Scheinpräparat, und zusätzliche Komplikationen für Mutter oder Kind gab es dabei nicht.45 Langzeitdaten zu solchen Mengen fehlen allerdings. Auch eine neue Auswertung von Studien bei hohem Homocystein fand bis zu zehn Milligramm am Tag keine Herz-Kreislauf-Ereignisse als Nebenwirkung. Erst bei noch höheren Mengen wurden einige gezählt, doch einen Vergleich mit den Kontrollgruppen rechneten die Autoren nicht.26 Verordnet werden solche Mengen etwa nach einer Schwangerschaft mit Neuralrohrdefekt oder unter Methotrexat. Wer mehrere Präparate nimmt, sollte die Mengen zusammenrechnen, denn Multivitamin, Schwangerschaftspräparat und Einzeltablette addieren sich schnell. Welche Folsäure-Dosierung im Einzelfall passt, hängt vom Anlass ab, und alles über 1 mg sollte ärztlich begleitet sein.

So wurde gemessen
  • Obergrenze: 1.000 µg täglich für Erwachsene einschließlich Schwangerer und Stillender; 200 µg (1 bis 3 Jahre) bis 800 µg (15 bis 17 Jahre); 200 µg für Säuglinge ab 4 Monaten.3
  • 4 mg in der Schwangerschaft: 2.301 Schwangere gegen Placebo, keine Unterschiede bei ungünstigen Folgen;4 2.508 Frauen, 4 mg gegen 0,4 mg, keine vermehrten Wachstumsstörungen beim Ungeborenen.5
  • Sehr hohe Dosen: 36 Studien bei erhöhtem Homocystein; bis 10 mg keine Herz-Kreislauf-Ereignisse als Nebenwirkung, mit 15 mg in 3 Studien 35 Ereignisse, ohne Vergleich mit der Kontrolle.26

Welche Symptome hat zu viel Folsäure?

Zu viel Folsäure macht meist gar keine eigenen Symptome, und genau darin liegt das Problem. Denn typische Beschwerden einer Überdosierung, wie man sie von manchen anderen Vitaminen kennt, sind nicht beschrieben. Messbar ist dagegen die ungebundene Folsäure im Blut, und ob sie schadet, ist ungeklärt. In einer kleinen Studie mit Schwangeren lag sie mit 4 mg täglich bei 4,6 gegenüber 1,9 nmol/l unter einem Scheinpräparat.6 Bei Methylfolat fällt dieser Rest geringer aus, was beim Vergleich der Formen von Folsäure und Methylfolat eine Rolle spielt. Das eigentliche Risiko ist indirekt und betrifft Menschen, denen zugleich Vitamin B12 fehlt.

Kann Folsäure einen Vitamin-B12-Mangel verdecken?

Ob Folsäure einen B12-Mangel so verdeckt, dass die Nerven Schaden nehmen, ist ungeklärt, denn kontrollierte Studien dazu gibt es nicht. Bekannt ist der Ablauf aus alten Behandlungsberichten. Folsäure kann die Blutarmut beheben, die ein B12-Mangel verursacht, während der Mangel die Nerven weiter angreift, und das Blutbild zeigt ihn dann erst später.7 Wie oft, verraten die Berichte nicht. Eine Übersicht über die Literatur seit 1945 hält das Risiko bei Mengen bis 1 mg dagegen für gering.7 Die EU-Lebensmittelbehörde EFSA warnt trotzdem ausdrücklich davor und hat ihre Obergrenze genau darauf gestützt.3

Betroffen wären vor allem Ältere, Menschen mit veganer Ernährung und alle, die B12 schlecht aufnehmen, etwa wegen einer Magenschleimhauterkrankung, Metformin oder Säureblockern. Deshalb sollte vor einer hoch dosierten Einnahme der B12-Wert geprüft werden. Kribbeln, Taubheit oder Gangunsicherheit gehören in jedem Fall ärztlich abgeklärt, auch wenn das Blutbild unauffällig ist. Warum Vitamin B12 und Folsäure oft gemeinsam gegeben werden, hat genau mit dieser Falle zu tun.

Erhöht Folsäure das Krebsrisiko?

Ob Folsäure das Krebsrisiko erhöht, ist ungeklärt. In zwei norwegischen Studien mit fast siebentausend Herzpatienten erkrankten unter Folsäure plus B12 über gut sechs Jahre 10,0 gegenüber 8,4 Prozent an Krebs.12 Den Ausschlag gab vor allem Lungenkrebs. Eingerechnet ist auch die Zeit nach Studienende. Eine Auswertung von sechs großen Studien, die auch die Dauer der Einnahme einbezog, kam ebenfalls auf mehr Krebsfälle, nennt aber keine absoluten Zahlen.11 Die wichtigste Auswertung dagegen bündelte die Daten von dreizehn Studien mit rund 50.000 Teilnehmenden und fand über gut fünf Jahre kein gesichertes Plus an Krebs, ebenso wie zwei weitere Auswertungen.8910 Die Signale stammen damit aus Studien mit Herz- oder Polypenkranken, die über Jahre meist mehr Folsäure nahmen, als übliche Nahrungsergänzungen enthalten, teils zusammen mit B12. Über die kleine Tagesmenge rund um die Empfängnis, die Neuralrohrdefekten vorbeugt, sagen sie nichts.

So wurde gemessen
  • Einzeldaten aus 13 Studien: rund 50.000 Personen, im Mittel 5,2 Jahre; Krebs gesamt RR 1,06 (0,99 bis 1,13).8 13 Studien mit 49.406 Personen: RR 1,05;9 8 Studien mit 37.485 Personen: RR 1,05, Krebssterblichkeit RR 1,00.10
  • Gegenbefunde: 6 große Studien nach Einnahmedauer gewichtet RR 1,21 (1,05 bis 1,39);11 Norwegen, 6.837 Herzpatienten, Folsäure 0,8 mg plus B12: Krebs 10,0 gegen 8,4 %, teils aus der Zeit nach der Behandlung.12

Prostatakrebs

Ob Folsäure Prostatakrebs fördert, ist ebenfalls ungeklärt. In einer amerikanischen Studie zur Vorbeugung von Darmpolypen mit 643 Männern erkrankten mit Folsäure in zehn Jahren 9,7 gegenüber 3,3 Prozent an Prostatakrebs. Die Fallzahlen waren allerdings klein.14 Eine Auswertung von sechs Studien kam ebenfalls auf mehr Fälle, ohne absolute Zahlen zu nennen.13 Zwei größere Auswertungen, darunter die größte, sahen dagegen keinen sicheren Unterschied,98 und die EFSA hält einen ursächlichen Zusammenhang für nicht belegt.3 Die Hinweise stammen aus Studien, in denen Männer über Jahre mehr Folsäure nahmen, als übliche Präparate enthalten; Männer, die bereits an Prostatakrebs erkrankt sind, wurden dazu nicht untersucht.

Darmpolypen und Darmkrebs

Bei Darmpolypen wurde kein Schaden gefunden, ein Schutz aber auch nicht. In drei Placebo-Studien mit zusammen über 2.500 Menschen, die schon Polypen gehabt hatten, wuchsen mit Folsäure nicht mehr neue nach als ohne.151617 Ein Schatten bleibt. In der größten dieser Studien gab es bei der zweiten Darmspiegelung etwas mehr fortgeschrittene und mehrfache Polypen,15 und bei verlängerter Einnahme häufte sich eine bestimmte, sägezahnartige Polypenart.18 Für den Darmkrebs selbst fand eine Auswertung keinen Unterschied.9 Wer schon Darmpolypen hatte, sollte Folsäure deshalb nicht zur Vorbeugung nehmen. Die Vorsorge-Darmspiegelung ersetzt sie ohnehin nicht.

So wurde gemessen
  • Prostata: 6 Studien RR 1,24 (1,03 bis 1,49);13 5 Studien mit 27.065 Personen RR 1,17 ohne gesicherten Unterschied;9 Polypenstudie mit 643 Männern, 9,7 gegen 3,3 % in 10 Jahren.14
  • Darm: neue Polypen RR 1,04 (1.021 Personen, 1 mg),15 RR 1,07 (853 Personen, 0,5 mg),16 RR 0,82 (672 Personen, 1 mg);17 fortgeschrittene Polypen bei der zweiten Kontrolle RR 1,67 (1,00 bis 2,80);15 sägezahnartige Polypen RR 1,94;18 Darmkrebs in 7 Studien RR 1,01.9 Übersicht über 5 Auswertungen: Rückfall von Polypen in den Placebo-Studien RR 1,05 (hohe Evidenzqualität); in Beobachtungsdaten hohe Folatwerte im Blut bei fortgeschritteneren Tumoren OR 1,95, sehr niedrige Evidenzqualität, nur als relativer Wert berichtet.27

Welche Nebenwirkungen haben Folsäure 5 mg Tabletten?

Tabletten mit 5 mg haben keine eigenen, typischen Nebenwirkungen, sie liegen aber weit über der Obergrenze. Verordnet werden sie meist aus gutem Grund, etwa nach einer Schwangerschaft mit Neuralrohrdefekt, bei einem nachgewiesenen Folsäuremangel oder begleitend zu bestimmten Medikamenten. In der Schwangerschaft gab es bei über zweitausend Frauen mit 4 mg täglich keine zusätzlichen Komplikationen gegenüber einem Scheinpräparat.4 Ob so hohe Mengen auf Dauer schaden, ist trotzdem ungeklärt. Bei ihnen rückt alles in den Vordergrund, was weiter oben offen ist: die B12-Falle, der mögliche Einfluss auf Krebs und die Wechselwirkungen mit Medikamenten. Ohne ärztlichen Anlass bringen 5 mg deshalb keinen Vorteil, sondern nur zusätzliche offene Fragen, die sich mit einer Tablette in üblicher Stärke von vornherein vermeiden ließen.

Mit welchen Medikamenten verträgt sich Folsäure nicht?

Bei drei Gruppen von Medikamenten ist Folsäure nur nach ärztlicher Absprache ratsam, und zuerst zählen dazu Malariamittel wie Sulfadoxin-Pyrimethamin, die selbst den Folatstoffwechsel der Erreger blockieren. Ob Folsäure diese Mittel abschwächt, ist ungeklärt, weil erst vier Studien zu dieser Frage vorliegen, doch in diesen Studien mit gut 1.000 Malariakranken lag das Therapieversagen nach vier Wochen mit zusätzlicher Folsäure höher als ohne. Absolute Zahlen nennt der Review in seiner Kurzfassung nicht. Die Aussagekraft bewertet er als mittel.19 Die meisten Studien nutzten allerdings mehr als 1 mg, und in der einen Studie mit 0,4 mg zeigte sich kaum ein Unterschied.

Notfall

Fieber während oder nach einer Malariabehandlung oder nach einem Aufenthalt im Malariagebiet: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

Die zweite Gruppe betrifft Methotrexat, das bei Rheuma in niedriger Dosis gegeben wird. Gerade hier ist Folsäure sogar erwünscht, denn sie verringert die Nebenwirkungen. Ob sie zugleich die Wirkung abschwächt, ist ungeklärt: In einer Studie mit 434 Rheumakranken besserte sich die Krankheit über knapp ein Jahr mit und ohne Folsäure gleich. Doch die Folsäuregruppe brauchte am Ende 18,0 gegenüber 14,5 mg Methotrexat pro Woche.20 Einen Wirkverlust fand der Cochrane-Review mit sechs Studien dagegen nicht, er rechnet allerdings Folsäure und Folinsäure zusammen.21 Folsäure gehört deshalb zum ärztlichen Schema, meist an einem anderen Tag als das Methotrexat, und in der Krebstherapie gelten ganz andere Regeln.

Die dritte Gruppe sind ältere Mittel gegen Epilepsie wie Phenytoin, Phenobarbital oder Primidon, und ob Folsäure hier schadet, ist ebenfalls ungeklärt. In einer Studie mit 13 gesunden Männern veränderte Folsäure den Phenytoin-Spiegel,22 und in Fallberichten traten danach wieder Anfälle auf, vor allem, wenn vorher ein Folatmangel bestand; wie oft das vorkommt, lässt sich aus Fallberichten nicht ablesen.23 Ein Cochrane-Review mit neun Studien und 331 Menschen mit Epilepsie fand dagegen keine einheitliche Änderung der Spiegel.24 Werden beide gleichzeitig begonnen, gilt die Kombination als gut steuerbar,23 weil sich die Ärztin oder der Arzt die Dosis des Epilepsiemittels dann von Anfang an mit der Folsäure einstellen kann. Frauen mit Epilepsie und Kinderwunsch sollten die Folsäuremenge mit der Neurologie absprechen.

Notfall

Ein Krampfanfall, der nicht nach wenigen Minuten endet, oder mehrere Anfälle hintereinander: Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112.

So wurde gemessen
  • Malariamittel: Cochrane-Review mit 8 Studien und 3.486 Personen; Therapieversagen nach 28 Tagen RR 1,35 (4 Studien, 1.012 Personen), mittlere Evidenzqualität; Folsäure allein RR 1,47 ohne gesicherten Unterschied; 0,4 mg ohne Unterschied.19
  • Methotrexat: 434 Erwachsene mit rheumatoider Arthritis, 1 mg Folsäure täglich; Krankheitsaktivität gleich gebessert, Methotrexat-Enddosis 18,0 gegen 14,5 mg pro Woche.20 Cochrane mit 6 Studien und 624 Personen, Folsäure und Folinsäure zusammen: Wirksamkeit nicht verändert.21
  • Phenytoin: 13 gesunde Männer, 1 und 5 mg Folsäure, veränderter Spiegel;22 Übersicht mit Fallberichten;23 Cochrane mit 9 Studien und 331 Personen, keine konsistente Änderung.24

Unsere Einordnung

Bei üblichen Mengen bis 1 mg ist Folsäure gut verträglich, und in großen Studien wurde kein Schaden bei schweren Nebenwirkungen gefunden. Darüber wird das Wissen dünn: Ob hohe Dosen auf Dauer das Krebsrisiko erhöhen, ist ungeklärt, und ein B12-Mangel kann unbemerkt bleiben. Unter Methotrexat, Phenytoin und Malariamitteln gehört Folsäure in ärztliche Hand.

Häufige Fragen

Ist Folsäure verschreibungspflichtig?

Nein. Folsäure steht nicht in der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe,25 deshalb gibt es auch die hoch dosierten Tabletten mit 5 mg, die als Arzneimittel verkauft werden, ohne Rezept. Sinnvoll sind sie trotzdem nur mit ärztlichem Anlass.

Kann Folsäure Schlafprobleme oder Unruhe machen?

Eine kontrollierte Studie, die das gezielt untersucht hat, gibt es nicht. In den großen Studien mit Zehntausenden Teilnehmenden traten schwere Nebenwirkungen insgesamt nicht sicher häufiger auf.1

Wie lange bleibt zu viel Folsäure im Körper?

Folsäure ist wasserlöslich, und was der Körper nicht speichert, scheidet er über die Nieren aus. Ungebundene Folsäure im Blut steigt mit der Dosis an, ob das schadet, ist ungeklärt.6

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Alle 27 Quellen

#StudieWer / wasErgebnisTyp
1Martí-Carvajal et al. 2017, Cochrane Database Syst Rev15 RCTs, 71.422 Personen, B-Vitamine gegen PlaceboSchlaganfall 4,3 gegen 5,1 %; Herzinfarkt und Tod unverändert; schwere Nebenwirkungen 8,3 gegen 8,5 %Cochrane-Review
2Schisterman et al. 2020 (FAZST), JAMA1 RCT, 2.370 Männer, 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink, 6 MonateLebendgeburt 34 gegen 35 %; Bauchschmerzen und Übelkeit häufigerRCT (Kombination mit Zink)
3EFSA 2023, EFSA JGutachten der EU-Lebensmittelbehörde zur HöchstmengeObergrenze 1.000 µg täglich für Erwachsene, auch Schwangere; Kinder 200 bis 800 µg; gilt auch für MethylfolatBehördengutachten
4Wen et al. 2018 (FACT), BMJ1 RCT, 2.301 Schwangere mit hohem Risiko, 4 mg Folsäure gegen PlaceboPräeklampsie 14,8 gegen 13,5 %; sonst keine Unterschiede für Mutter oder KindRCT
5Wehby et al. 2013, Int J Environ Res Public Health2.508 Frauen, 4 mg gegen 0,4 mg Folsäurekeine vermehrten Wachstumsstörungen beim UngeborenenRCT (Dosisvergleich)
6Murphy et al. 2021, Am J Clin Nutr50 Schwangere, 4 mg Folsäure oder Placeboungebundene Folsäure 4,6 gegen 1,9 nmol/lRCT
7van Gool et al. 2020, Crit Rev ToxicolÜbersicht der Literatur 1945 bis 2017Nervenschäden in alten Berichten gehen auf den unbehandelten B12-Mangel zurückÜbersichtsarbeit
8Vollset et al. 2013, Lancet13 RCTs, rund 50.000 Personen, im Mittel 5,2 JahreKrebs gesamt RR 1,06, nicht gesichertEinzeldaten-Auswertung
9Qin et al. 2013, Int J Cancer13 RCTs, 49.406 PersonenKrebs RR 1,05; Prostata RR 1,17; Darmkrebs RR 1,01Meta-Analyse
10Clarke et al. 2010, Arch Intern Med8 große Placebo-Studien, 37.485 Personen, EinzeldatenHomocystein −25 %; Gefäßereignisse, Schlaganfall und Krebs ohne gesicherten UnterschiedEinzeldaten-Auswertung
11Baggott et al. 2012, Cancer Epidemiol6 große Folsäure-Studien, nach Einnahmedauer gewichtetKrebs RR 1,21Meta-Analyse (Gegenbefund)
12Ebbing et al. 2009, JAMA2 norwegische RCTs, 6.837 Herzpatienten, Folsäure plus B12, mit NachbeobachtungKrebs 10,0 gegen 8,4 %RCT-Auswertung (Kombination)
13Wien et al. 2012, BMJ Open10 RCTs, 38.233 PersonenProstatakrebs RR 1,24 in 6 StudienMeta-Analyse
14Figueiredo et al. 2009, J Natl Cancer Inst643 Männer einer Polypenstudie, 1 mg Folsäure oder PlaceboProstatakrebs in 10 Jahren 9,7 gegen 3,3 %RCT (Nebenauswertung)
15Cole et al. 2007, JAMA1 RCT, 1.021 Menschen nach Darmpolypen, 1 mg Folsäureneue Polypen RR 1,04; fortgeschrittene Polypen bei der zweiten Kontrolle Grenzfall häufigerRCT
16Logan et al. 2008, Gastroenterology853 Menschen nach Darmpolypen, 0,5 mg Folsäureneue Polypen ohne UnterschiedRCT
17Wu et al. 2009, Am J Clin Nutr672 Menschen nach Darmpolypen, 1 mg Folsäureneue Polypen ohne gesicherten UnterschiedRCT
18Passarelli et al. 2019, Am J Clin NutrLangzeitnachbeobachtung der US-Polypenstudiebei verlängerter Einnahme mehr sägezahnartige PolypenRCT-Nachbeobachtung
19Qi et al. 2026, Cochrane Database Syst Rev8 RCTs, 3.486 Personen in MalariagebietenTherapieversagen nach 28 Tagen RR 1,35; mit 0,4 mg kein UnterschiedCochrane-Review
20van Ede et al. 2001, Arthritis Rheum434 Erwachsene mit Rheuma unter Methotrexat, 1 mg Folsäure, Folinsäure oder PlaceboAbbruch wegen Nebenwirkungen 17 gegen 38 %; Methotrexat-Enddosis 18,0 gegen 14,5 mg pro WocheRCT
21Shea et al. 2013, Cochrane Database Syst Rev6 RCTs, 624 Menschen mit Rheuma unter Methotrexatweniger Magen-Darm-Beschwerden, Leberwerterhöhungen und Abbrüche; Wirkung nicht verändertCochrane-Review
22Berg et al. 1992, Epilepsia13 gesunde Männer, 1 und 5 mg FolsäureFolsäure veränderte den Phenytoin-SpiegelCrossover-Studie
23Lewis et al. 1995, Ann PharmacotherÜbersicht mit Fallberichtenbei Folatmangel sank der Phenytoin-Spiegel meist, Durchbruchanfälle möglichÜbersicht mit Fallberichten
24Ranganathan et al. 2005, Cochrane Database Syst Rev9 Studien mit Folsäure, 331 Menschen mit EpilepsieAnfälle und Phenytoin-Spiegel ohne einheitliche ÄnderungCochrane-Review
25Arzneimittelverschreibungsverordnung, Anlage 1, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.deListe der verschreibungspflichtigen Stoffe in DeutschlandFolsäure nicht aufgeführt; verschreibungspflichtig sind unter den Folaten nur Folinsäure als Spritze oder Infusion bei Krebs oder Rheuma sowie LevofolinsäureVerordnung
26Long et al. 2026, BMC Nutr36 RCTs bei erhöhtem Homocystein, Folsäure alleinbis 10 mg keine Herz-Kreislauf-Ereignisse als Nebenwirkung, mit 15 mg in 3 Studien 35 Ereignisse ohne Vergleich mit der KontrolleMeta-Analyse
27Li et al. 2025, BMJ OpenÜbersicht über 5 Meta-Analysen zu Folat und Darmkrebskein häufigerer Polypen-Rückfall in Placebo-Studien; hohe Folatwerte im Blut in Beobachtungsdaten bei fortgeschritteneren TumorenÜbersichtsarbeit

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