Stoff, Wirkung oder Frage
Magnesium · 29 Quellen ausgewertet

Magnesium in Lebensmitteln: Wo ist viel Magnesium drin?

Die Banane hat den Ruf, die Kürbiskerne haben die Zahlen. Wo im Essen wirklich Magnesium steckt, wie viel davon ankommt und wann der Teller allein genügt.

Illustration: KI-generiert
Stand der Evidenz Oktober 202629 QuellenLesezeit 8 Min.So bewerten wir

Die kurze Antwort

Am meisten Magnesium steckt in Kernen und Nüssen, Kakao, Kleie, Haferflocken, Hülsenfrüchten und dunklem Blattgemüse. 100 g Kürbiskerne enthalten 592 mg, 100 g Haferflocken 138 mg, 100 g Banane nur 27 mg. Aus dem Essen wird Magnesium etwa so gut aufgenommen wie aus Tabletten. Mit bewusster Auswahl lässt sich der Tagesbedarf allein über das Essen decken.

Auf dieser Seite 7 Abschnitte
  1. In welchen Lebensmitteln ist viel Magnesium?
  2. Welche Lebensmittel enthalten Magnesium? Die Tabelle
  3. Welches Wasser hat viel Magnesium?
  4. Wie gut nimmt der Körper Magnesium aus Nahrungsmitteln auf?
  5. Was entzieht dem Körper Magnesium?
  6. Braucht man überhaupt ein Magnesiumpräparat?
  7. Wie belastbar sind die Daten?

Am Obststand liegt die Banane, im Kühlregal die Milch, und beide gelten vielen als gute Magnesiumquellen. Dabei liefern sie wenig. Die großen Zahlen stehen in den Nährwerttabellen an unauffälligeren Stellen, bei Kürbiskernen, Weizenkleie, schwarzen Bohnen und gekochtem Spinat. In Deutschland stammt ein großer Teil der täglichen Menge sogar aus Getränken und Brot, also aus Quellen, an die beim Wort Mineralstoff kaum jemand denkt.

In welchen Lebensmitteln ist viel Magnesium?

Die Spitzenreiter sind Kerne, Nüsse, Kakao, Vollkorn, Hülsenfrüchte und dunkles Blattgemüse, und der Grund dafür liegt in der Pflanze selbst. Das Blattgrün braucht Magnesium als Baustein, und der Keim im Samen bekommt einen Vorrat für den Start ins Leben mit. Deshalb landen Obst, Milchprodukte und das meiste Fleisch weit dahinter.1

Allerdings täuscht die Liste pro 100 Gramm leicht. Kakaopulver ist zwar sehr reich an Magnesium, doch ein Teelöffel wiegt nur ein paar Gramm. Dagegen hat gekochter Spinat je 100 Gramm viel weniger. Trotzdem schlägt eine ganze Portion davon den Kakao mühelos.1

Dasselbe zeigen große Umfragen zum Essen von der anderen Seite. In Deutschland liefern Getränke ohne Alkohol und Brot das meiste Magnesium, danach folgen Milchprodukte und Käse.2 In einer europäischen Studie stand in fast allen Ländern Getreide an erster Stelle, nur Deutschland und Griechenland bildeten die Ausnahme.3 Was oft und reichlich auf dem Tisch steht, zählt also mehr als der Spitzenwert einer einzelnen Zutat, und genau dort setzt eine gute Versorgung an.

So wurde gemessen
  • Gehalte: Nährwertdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums; Kakaopulver (ungesüßt) 499 mg je 100 g, Spinat gegart 87 mg je 100 g.1
  • Deutschland: Nationale Verzehrsstudie II mit 15.371 Befragten; an der Spitze stehen Getränke ohne Alkohol und Brot, gefolgt von Milchprodukten und Käse.2
  • Europa: EPIC-Studie, 36.034 Erwachsene in 10 Ländern; Getreide wichtigste Quelle außer in Griechenland und Deutschland.3

Welche Lebensmittel enthalten Magnesium? Die Tabelle

Wie viel Magnesium in typischen Portionen steckt, zeigt die folgende Tabelle. Die Werte je 100 Gramm stammen aus der Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums.1 Weil Sorte, Boden und Zubereitung sie verschieben, taugen sie nur zur Orientierung. Die Größenordnung stimmt aber.

Was auf den Teller kommt mg je 100 g übliche Menge mg in dieser Menge
Hanfsamen (geschält) 700 1 EL (10 g) 70
Weizenkleie 611 1 EL (10 g) 61
Kürbiskerne 592 30 g 178
Kakaopulver (ungesüßt) 499 1 TL (5 g) 25
Leinsamen 392 1 EL (10 g) 39
Chiasamen 335 15 g 50
Sonnenblumenkerne 325 30 g 98
Cashewkerne 292 30 g 88
Mandeln 270 30 g 81
Zartbitterschokolade (70 bis 85 % Kakao) 228 20 g 46
Walnüsse 158 30 g 47
Haferflocken 138 50 g 69
Makrele (gegart) 97 150 g 146
Spinat (gegart) 87 150 g 131
Mangold (gegart) 86 150 g 129
Tempeh 81 100 g 81
Vollkornbrot aus Weizen 75 100 g 75
Schwarze Bohnen (gegart) 70 150 g 105
Quinoa (gegart) 64 150 g 96
Tofu (fest) 58 100 g 58
Vollkornnudeln (gegart) 54 200 g 108
Kichererbsen (gegart) 48 150 g 72
Naturreis (gegart) 39 150 g 59
Linsen (gegart) 36 150 g 54
Avocado 29 100 g 29
Banane 27 120 g 32
Reis, weiß (gegart) 12 150 g 18
Joghurt aus Vollmilch 12 150 g 18
Vollmilch 10 250 g 25
Apfel 5 150 g 8

Unsere Einordnung

Eine Handvoll Nüsse oder Kerne am Tag, Vollkorn statt hellem Mehl und mehrmals pro Woche Bohnen, Linsen oder grünes Gemüse: Damit ist die Magnesiumversorgung solide. Exotische „Superfoods“ sind dafür überflüssig.

In welchem Obst ist viel Magnesium, und wie viel hat eine Banane?

Am meisten Magnesium steckt in getrocknetem Obst wie Feigen und Datteln. Das liegt am Wasser, denn frische Früchte bestehen größtenteils daraus und liefern deshalb wenig, während der Gehalt nach dem Trocknen deutlich höher ist. Unter den frischen Früchten liegen Avocado, Banane und Himbeeren vorn.1

Und die Banane, die so oft genannt wird? Eine mittelgroße bringt gut 30 Milligramm mit.1 Das ist für eine Frucht ordentlich, doch eine Handvoll Mandeln liefert mehr als doppelt so viel. Als Magnesiumquelle sind Nüsse also die bessere Wahl als der Obstkorb.

So wurde gemessen

Gehalte je 100 g laut US-Nährwertdatenbank: getrocknete Feigen 68 mg, Medjool-Datteln 54 mg, Avocado 29 mg, Banane 27 mg, Himbeeren 22 mg. Eine mittelgroße Banane (120 g) enthält 32 mg.1

Welches Wasser hat viel Magnesium?

Ein Blick aufs Etikett genügt: Wasser mit mehr als 50 Milligramm pro Liter darf in Deutschland „magnesiumhaltig“ heißen.4 In den Studien enthielten die Wässer gut das Doppelte bis mehr als das Fünffache davon.56 Den genauen Wert nennt die Analyse auf der Flasche, für Leitungswasser gibt ihn das örtliche Wasserwerk an.

Auch gut untersucht ist, wie viel davon im Körper tatsächlich ankommt. In einem Versuch tranken Frauen ein Mineralwasser einmal nüchtern und einmal zum Essen, und zum Essen kam etwas mehr an, insgesamt rund die Hälfte der getrunkenen Menge.5 Bei Männern stieg der Blutwert nach dem Wasser etwa so hoch wie nach einer Magnesiumkapsel.6 Ein dritter Versuch zeigte schließlich, dass der Körper aus vielen kleinen Schlucken über den Tag verteilt deutlich mehr aufnimmt als aus wenigen großen Portionen derselben Menge.7

Einen Haken hat die Sache aber. Hinter drei dieser Arbeiten stehen Forschende oder Geld aus der Wasser- oder Lebensmittelbranche.578 Allerdings passen ihre Ergebnisse zu einer unabhängigen Studie einer Universität.6 Damit ist magnesiumreiches Wasser eine bequeme Quelle, die am meisten bringt, wenn es über den Tag verteilt getrunken wird. Wer eine Nierenerkrankung hat, sollte stark mineralisiertes Wasser vorher ärztlich besprechen.

So wurde gemessen
  • Kennzeichnung: „magnesiumhaltig“ ab mehr als 50 mg/l (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung).4
  • Mit und ohne Essen: 10 Frauen, Wasser mit 110 mg/l; Aufnahme 46 % nüchtern, 52 % mit Mahlzeit; Autoren von einem Mineralwasser-Institut.5
  • Wasser gegen Kapsel: 22 Männer tranken Wasser mit 120 bzw. 281 mg pro Liter; Anstieg im Blut ähnlich wie nach einer Magnesiumkapsel.6
  • Portionen: 12 Männer, 1,5 l Wasser; in 7 kleinen Portionen 51 % aufgenommen, in 2 großen 32 %; Forschende eines Lebensmittelkonzerns.7
  • Finanzierung: Die Vergleichsstudie Brot, Wasser, Präparat bezahlte der Mineralbrunnen-Verband.8

Wie gut nimmt der Körper Magnesium aus Nahrungsmitteln auf?

Die Antwort fällt erfreulich aus, denn Magnesium aus dem Essen wird etwa so gut aufgenommen wie aus Tabletten. In einer Studie bekamen 22 Erwachsene je 100 Milligramm Magnesium, mal aus Brot, mal aus Mineralwasser, mal als Präparat, und ein Unterschied fand sich dabei nicht. Bezahlt hat diese Studie allerdings der Verband der Mineralbrunnen.8 Auch Mandeln schnitten in einer älteren Untersuchung so gut ab wie Magnesiumacetat, ein leicht lösliches Salz.9

Diese Messungen stützen die verbreitete Idee nicht, erst eine Tablette bringe Magnesium „richtig“ in den Körper. Größere Unterschiede gibt es eher zwischen den Magnesiumformen und ihrer Bioverfügbarkeit als zwischen Teller und Tablette. Ganz ohne Bremse geht es aber nicht.

Bremsen Phytat und Oxalat die Aufnahme?

Ein wenig schon, doch Vollkorn und Spinat bleiben trotzdem gute Quellen. In Getreide, Hülsenfrüchten und Samen steckt Phytat, in Spinat und Mangold Oxalat. Diese Stoffe halten im Darm einen Teil des Magnesiums fest. Mit viel Phytat im Brot sank die Aufnahme auf weniger als die Hälfte.10 Das klingt dramatisch. Ähnlich kam aus Spinat weniger Magnesium ins Blut als aus Grünkohl, der kaum Oxalat enthält.11

Deshalb Vollkorn und Spinat zu meiden, wäre allerdings ein Rechenfehler. Der Grund ist einfach. Spinat bringt von Haus aus mehr Magnesium mit, worauf die Forschenden selbst hinweisen.11 Vollkornmehl wiederum enthält mehr als sechsmal so viel wie Weißmehl.1 Ein kleiner Anteil von viel ergibt eben mehr als ein großer Anteil von wenig. Auf Vollkorn und grünes Gemüse muss also niemand wegen Phytat oder Oxalat verzichten.

So wurde gemessen
  • Phytat: Weißbrot mit so viel Phytinsäure angereichert, wie Vollkornbrot enthält; Aufnahme fiel von 33 % auf 13 %.10
  • Oxalat: 9 Erwachsene, Mahlzeit mit Spinat oder Grünkohl (Crossover); Aufnahme 27 % aus Spinat, 37 % aus Grünkohl.11
  • Mehl: Vollkornmehl 137 mg, Weißmehl 22 mg je 100 g.1

Was in der Küche hilft

Wie viel Magnesium am Ende auf dem Teller landet, entscheidet sich oft schon vorher: Volles Korn, Sauerteig und wenig Kochwasser machen den Unterschied. Das beginnt schon in der Mühle. Beim Mahlen geht ein großer Teil verloren, sodass Weißmehl oft nur noch einen Bruchteil des Magnesiums enthält.1415 Wer sein Brot selbst backt oder beim Bäcker wählt, hat noch einen Hebel, denn Sauerteig baut im Vollkornbrot mehr Phytat ab als Hefe, sodass mehr Magnesium in gelöster Form vorliegt.12 Schließlich wandert beim Kochen ein Teil der Mineralstoffe ins Wasser, vor allem aus Gemüse.13 Es lohnt sich deshalb, Gemüse zu dämpfen oder zu dünsten und bei Suppen die Brühe mitzuessen.

So wurde gemessen
  • Mahlen: Hartweizen verlor beim Mahlen 66 % seines Magnesiums14; Weißmehl hat 60 bis 90 % weniger als das ganze Weizenkorn.15
  • Sauerteig: Laboranalyse; Phytat −62 % mit Sauerteig, −38 % mit Hefe.12
  • Kochen: Analysen aus Japan; nach dem Garen steckten in den Gerichten noch 60 bis 70 % der ursprünglichen Mineralstoffe, beim Gemüse waren die Verluste besonders groß.13
Ein kleinerer Anteil von viel ergibt mehr als ein großer von wenig: Phytat und Oxalat machen Vollkorn und Spinat nicht zu schlechten Quellen.

Was entzieht dem Körper Magnesium?

Als Magnesiumräuber gelten vor allem viel Alkohol, langer Durchfall und einige Medikamente, Kaffee dagegen kaum. Wie viel Magnesium im Blut kreist, regeln Darm und Nieren recht genau. Darum ist der häufigste Grund für eine knappe Versorgung schlicht, dass zu wenig davon auf dem Speiseplan steht.19 Drückt doch etwas von außen den Wert, sind es meist Alkohol, Diabetes oder bestimmte Medikamente.20

Einflussgröße Wirkung Gewicht
Kaffee für einige Stunden leicht erhöhte Ausscheidung gering21
Alkohol nach dem Trinken deutlich mehr im Urin groß bei viel und regelmäßigem Trinken2324
Protonenpumpenhemmer (Magenschutz) geringere Aufnahme im Darm von Bedeutung bei Dauereinnahme25
Thiazid-Diuretika (Entwässerung) höhere Ausscheidung über die Nieren von Bedeutung bei Dauereinnahme26
Chronischer Durchfall Verlust über den Darm groß27

Kaffee steht zu Unrecht auf vielen Warnlisten. Zwar treibt Koffein für einige Stunden etwas mehr Magnesium in den Urin, doch in der Nacht kehrt sich das um, sodass über den Tag nur ein winziges Minus bleibt.21 Eine Tasse Filterkaffee bringt selbst ein paar Milligramm mit und gleicht das in etwa aus.22 Unter dem Strich bleibt fast nichts.

Anders der Alkohol, der deutlich stärker wirkt. Nach dem Trinken schieden gesunde Männer bis zu dreimal so viel Magnesium aus, und je mehr sie getrunken hatten, desto mehr ging verloren.23 Das ist ein echter Verlust. Menschen, die über lange Zeit viel trinken, haben entsprechend niedrigere Werte im Blut und in den Muskeln.24

Bei Medikamenten kommt es vor allem auf die Dauer an. In einer großen Studie aus Rotterdam mit fast zehntausend Menschen war der Wert bei Magenschutz-Tabletten doppelt so oft zu niedrig wie ohne, allerdings erst nach längerer Einnahme.25 Bei bestimmten Entwässerungsmitteln, den Thiaziden, lag das Risiko etwa dreimal so hoch.26 Auch lang anhaltender Durchfall kann zu einem Mangel führen.27

Trotzdem sollte niemand solche Medikamente eigenmächtig absetzen. Sinnvoller ist es, den Wert ärztlich kontrollieren zu lassen. Kommt dann ein Präparat dazu, braucht es zu manchen Wirkstoffen Abstand, denn die Frage, was man nicht zusammen mit Magnesium einnehmen sollte, betrifft vor allem Antibiotika und Eisen.

So wurde gemessen
  • Kaffee: 17 Erwachsene mit streng kontrollierter Kost nahmen vormittags zweimal Koffein; in den folgenden 6 Stunden mehr Magnesium im Harn, in der Nacht weniger; Bilanz über 24 Stunden: minus 0,16 mmol.21 Eine Tasse (150 ml) gebrühter Kaffee enthält etwa 3 bis 16 mg Magnesium.22
  • Alkohol: 6 gesunde Männer, 0,5 bis 1,3 g Alkohol pro kg Körpergewicht; Ausscheidung bis zum Dreifachen, abhängig von der Menge.23 Meta-Analyse aus 25 Studien zu chronisch hohem Konsum.24
  • Magenschutz (Protonenpumpenhemmer): Rotterdam-Studie, 9.818 Menschen; doppeltes Risiko für einen niedrigen Wert, nur bei längerer Einnahme.25
  • Thiazide: Rotterdam-Studie, 9.820 Menschen; rund dreifaches Risiko, Schleifendiuretika nicht.26
  • Übersichten: westliche Ernährung liefert oft zu wenig Magnesium19; als typische Auslöser eines niedrigen Blutwerts nennt eine Übersicht Alkohol, Diabetes Typ 2, Magenschutz-Tabletten und Thiazide20; eine klinische Übersicht nennt anhaltenden wässrigen Durchfall und Fettstühle.27

Braucht man überhaupt ein Magnesiumpräparat?

Für die große Mehrheit reicht normales Essen aus, zumal die Studien zu den meisten Wirkungen von Magnesium als Präparat dünn sind. Die europäische Lebensmittelbehörde hat festgelegt, wie viel Magnesium pro Tag angemessen ist, nämlich 300 Milligramm für Frauen und 350 für Männer.16 Das ist mit der Tabelle oben gut machbar. Morgens Haferflocken mit Kernen, mittags Vollkorn und Hülsenfrüchte, dazu Brot, Getränke und Milchprodukte, und schon ist ein großer Teil geschafft. Pflanzliche Kost hat dabei einen Vorsprung: In einer großen britischen Studie nahmen vegan lebende Menschen am meisten Magnesium auf, noch mehr als alle anderen Gruppen der Studie.17

Eine Überdosierung von Magnesium ist mit normaler Nahrung nicht möglich. Die Obergrenze gilt nur für Präparate, angereicherte Produkte und Wasser, nicht aber für das Magnesium, das von Natur aus in Kernen, Gemüse, Brot oder Nüssen steckt.18

Anders sieht es bei Menschen aus, die dauerhaft wenig Vollkorn, Nüsse und Gemüse essen, und ebenso bei viel Alkohol, anhaltendem Durchfall oder Medikamenten, die den Wert senken.1920 Hier kann ein Präparat sinnvoll sein, am besten nach ärztlicher Abklärung. Ob wirklich ein Magnesiummangel vorliegt, sollte dabei ein Bluttest klären und nicht ein Versuch mit Tabletten.

So wurde gemessen
  • Bedarf: EFSA-Gutachten; angemessene tägliche Zufuhr für Frauen 300 mg, für Männer 350 mg.16
  • Veganer: EPIC-Oxford, 65.429 Erwachsene in Großbritannien; vegan Lebende mit der höchsten Magnesiumzufuhr.17
  • Obergrenze: 250 mg pro Tag, gilt nur für Zusätze, Nahrungsergänzung und Wasser.18

Unsere Einordnung

Gesunde Menschen mit gemischter Kost fahren mit dem Teller besser als mit der Tablette: Die Aufnahme ist vergleichbar, eine Obergrenze gibt es nicht, und andere Nährstoffe kommen gratis mit. Präparate sind für umrissene Lagen gedacht und kein Ersatz für Kerne und Vollkorn.

Wie belastbar sind die Daten?

Für eine grobe Orientierung sind sie ordentlich, aber nicht auf das Milligramm genau. Jede Nährwerttabelle zeigt Mittelwerte, und Zahlen aus den USA passen nicht immer zu Gemüse von europäischen Feldern.1 Ob Obst und Gemüse über die Jahrzehnte magnesiumärmer geworden sind, ist umstritten. Alte und neue britische Tabellen unterscheiden sich zwar etwas.28 Doch neue Sorten und andere Messverfahren machen solche Vergleiche unsicher.29

Auch die Studien haben Grenzen. Bei denen zur Aufnahme waren oft nur wenige Menschen dabei, meist für eine einzige Mahlzeit.811 Kaffee und Alkohol wurden nur kurz an kleinen Gruppen untersucht.2123 Die Daten zu Medikamenten wiederum stammen aus Beobachtungen, die zwar Zusammenhänge zeigen, aber nichts Sicheres über das Risiko eines einzelnen Menschen sagen.2526 Deshalb sind die Zahlen in der Tabelle Richtwerte, keine exakten Vorgaben.

So wurde gemessen
  • Langzeitvergleich: Auswertung britischer Tabellen von 1940, 1991 und 2019; Obst und Gemüse enthielten zuletzt etwa 10 % weniger Magnesium.28 Laut einer Übersichtsarbeit taugen historische Gegenüberstellungen wenig; sie verweist auf den Verdünnungseffekt ertragreicher Sorten.29
  • Studiengröße: Aufnahmestudien mit 9 bis 22 Personen, meist eine einzelne Mahlzeit.811

Häufige Fragen

Welche Lebensmittel haben das meiste Magnesium?

Je 100 g liegen Hanfsamen vorn (700 mg), dann Weizenkleie (611 mg) und Kürbiskerne (592 mg). Bei üblichen Portionen führen in der Tabelle die Kürbiskerne.

Worin ist Magnesium enthalten?

Vor allem in Pflanzen: Kerne, Nüsse, Kakao, Vollkorn, Hülsenfrüchte und dunkles Blattgemüse liefern am meisten. Im deutschen Alltag kommt viel davon aus Getränken und Brot. Obst, Milch und das meiste Fleisch tragen wenig bei.

Wie viel Magnesium haben Kürbiskerne und Walnüsse?

Kürbiskerne enthalten 592 mg je 100 g, eine Handvoll von 30 g also rund 178 mg. Walnüsse kommen auf 158 mg je 100 g und damit auf 47 mg in der gleichen Menge.

Wie viel Magnesium haben Haferflocken?

Die US-Nährwertdatenbank nennt 138 mg je 100 g. Eine Schale mit 50 g Flocken liefert damit 69 mg.

Magnesium-Einnahme: vor oder nach dem Essen?

Zum Essen kam in einer Studie mit Mineralwasser etwas mehr Magnesium an als auf leeren Magen. Ein Präparat lässt sich deshalb gut zu einer Mahlzeit einnehmen.

Geht beim Kochen Magnesium verloren?

Ja, vor allem Gemüse gibt einen Teil davon ans Kochwasser ab. Dämpfen, Dünsten oder das Mitessen der Brühe hält mehr davon auf dem Teller.

Brauchen Veganer zusätzlich Magnesium?

Für Magnesium meist nicht. In einer großen Studie aus Großbritannien nahmen vegan lebende Menschen am meisten Magnesium auf, mehr als alle anderen Gruppen.

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#StudieWer / wasErgebnisTyp
1USDA FoodData Central (SR Legacy), U.S. Department of AgricultureNährwertdatenbank des US-LandwirtschaftsministeriumsMagnesiumgehalte je 100 g, u. a. Kürbiskerne 592 mg, Banane 27 mg, Vollkornmehl 137 mg, Weißmehl 22 mgNährwertdatenbank
2Max Rubner-Institut 2008, Nationale Verzehrsstudie II, Teil 215.371 Befragte in DeutschlandHauptquellen: alkoholfreie Getränke und Brot, dann Milchprodukte und KäseVerzehrserhebung
3Welch et al. 2009, Eur J Clin Nutr36.034 Erwachsene in 10 Ländern (EPIC)Getreide wichtigste Magnesiumquelle, außer in Griechenland und DeutschlandVerzehrserhebung
4Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6, Rechtsnorm (Deutschland)Kennzeichnungsrecht für Mineralwasser„magnesiumhaltig“ ab mehr als 50 mg pro LiterRechtsgrundlage
5Sabatier et al. 2002, Am J Clin Nutr10 Frauen, Mineralwasser mit 110 mg/lAufnahme ohne Mahlzeit 46 %, mit Mahlzeit 52 %; Autoren von einem Mineralwasser-InstitutKontrollierte Studie
6Karagülle et al. 2006, Forsch Komplementmed22 Männer, Wässer mit 120 und 281 mg/l, KapselAnstieg im Blut ähnlich wie nach einer MagnesiumkapselKontrollierte Studie
7Sabatier et al. 2011, Br J Nutr12 Männer, 1,5 l Mineralwasser7 kleine Portionen: 51 % aufgenommen, 2 große: 32 %; Forschende eines LebensmittelkonzernsKontrollierte Studie
8Schneider et al. 2017, Food Nutr Res22 Erwachsene, je 100 mg aus Brot, 4 Wässern, Präparatkein Unterschied in der Aufnahme; vom Mineralbrunnen-Verband finanziertKontrollierte Studie
9Fine et al. 1991, J Clin Investgesunde Erwachsene, Mandeln und MagnesiumacetatMagnesium aus Mandeln so gut aufgenommen wie aus AcetatGrundlagenstudie
10Bohn et al. 2004a, Am J Clin NutrErwachsene, Weißbrot mit und ohne PhytinsäurePhytinsäure senkte die Aufnahme von 33 % auf 13 %Kontrollierte Studie
11Bohn et al. 2004b, Br J Nutr9 Erwachsene, Mahlzeit mit Spinat oder GrünkohlAufnahme 27 % mit Spinat, 37 % mit Grünkohl; Spinat enthält mehr MagnesiumCrossover-Studie
12Lopez et al. 2001, J Agric Food ChemVollkornbrot mit Sauerteig oder HefePhytat −62 % mit Sauerteig, −38 % mit Hefe; mehr gelöstes MagnesiumLaboranalyse
13Kimura & Itokawa 1990, J Nutr Sci VitaminolLebensmittel vor und nach dem Kochen, Japangekocht 60 bis 70 % der Mineralstoffe erhalten; hohe Verluste bei GemüseLaboranalyse
14Cubadda et al. 2008, J Cereal SciHartweizen, Mahlen und NudelherstellungMahlen senkt den Magnesiumgehalt um 66 %Laboranalyse
15Adams et al. 2024, Crop SciWeizen aus dem Anbau, Vollkorn und WeißmehlWeißmehl 60 bis 90 % weniger Magnesium als das ganze KornLaboranalyse
16EFSA NDA Panel 2015, EFSA JournalBehördengutachtenangemessene Zufuhr: Frauen 300 mg, Männer 350 mg am TagBehördengutachten
17Davey et al. 2003, Public Health Nutr65.429 Erwachsene in Großbritannien (EPIC-Oxford)vegan Lebende mit der höchsten MagnesiumzufuhrBeobachtungsstudie
18SCF 2001 (EFSA 2006), Tolerable Upper Intake LevelsBehördengutachtenObergrenze 250 mg pro Tag gilt nur für Zusätze, Nahrungsergänzung und WasserBehördengutachten
19Fiorentini et al. 2021, NutrientsÜbersichtsarbeitwestliche Kost oft magnesiumarmReview
20Kröse & de Baaij 2024, Nephrol Dial TransplantÜbersichtsarbeitDarm und Nieren regeln den Blutwert; häufige Ursachen niedriger Werte: Alkohol, Typ-2-Diabetes, Magenschutz-Tabletten, ThiazideReview
21Kynast-Gales & Massey 1994, J Am Coll Nutr17 Erwachsene, kontrollierte Kost, zweimal Koffein am VormittagUrin 6 h erhöht, nachts gesenkt; netto +0,16 mmol Magnesium in 24 hKleine Messstudie
22Olechno et al. 2021, FoodsÜbersicht über Analysen von Kaffeegetränken150 ml gebrühter Kaffee: ca. 3 bis 16 mg MagnesiumReview
23Laitinen et al. 1992, Bone Miner6 gesunde Männer, 0,5 bis 1,3 g Alkohol pro kgMagnesium im Urin bis zu dreifach, abhängig von der MengeKleine Messstudie
24Vanoni et al. 2021, Nutrients25 Studien, chronisch hoher Alkoholkonsumniedrigere Werte in Blut und MuskelMeta-Analyse
25Kieboom et al. 2015, Am J Kidney Dis9.818 Menschen, Rotterdam-StudieMagenschutz-Tabletten: doppeltes Risiko für niedrigen Wert, nur bei längerer EinnahmeBevölkerungsstudie
26Kieboom et al. 2018, Pharmacoepidemiol Drug Saf9.820 Menschen, Rotterdam-StudieThiazide: rund dreifaches Risiko; Schleifendiuretika nichtBevölkerungsstudie
27Al-Ghamdi et al. 1994, Am J Kidney Disklinische Übersichtchronischer wässriger Durchfall und Fettstühle als Ursachen eines MangelsReview
28Mayer et al. 2021, Int J Food Sci Nutrbritische Nährwerttabellen 1940, 1991, 2019Magnesium in Obst und Gemüse rund 10 % niedrigerAuswertung historischer Daten
29Marles 2017, J Food Compos AnalÜbersichtsarbeithistorische Vergleiche unzuverlässig; Verdünnung bei ertragreichen SortenReview

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