Die kurze Antwort
Am meisten Magnesium steckt in Kernen und Nüssen, Kakao, Kleie, Haferflocken, Hülsenfrüchten und dunklem Blattgemüse. 100 g Kürbiskerne enthalten 592 mg, 100 g Haferflocken 138 mg, 100 g Banane nur 27 mg. Aus dem Essen wird Magnesium etwa so gut aufgenommen wie aus Tabletten. Mit bewusster Auswahl lässt sich der Tagesbedarf allein über das Essen decken.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
Am Obststand liegt die Banane, im Kühlregal die Milch, und beide gelten vielen als gute Magnesiumquellen. Dabei liefern sie wenig. Die großen Zahlen stehen in den Nährwerttabellen an unauffälligeren Stellen, bei Kürbiskernen, Weizenkleie, schwarzen Bohnen und gekochtem Spinat. In Deutschland stammt ein großer Teil der täglichen Menge sogar aus Getränken und Brot, also aus Quellen, an die beim Wort Mineralstoff kaum jemand denkt.
In welchen Lebensmitteln ist viel Magnesium?
Die Spitzenreiter sind Kerne, Nüsse, Kakao, Vollkorn, Hülsenfrüchte und dunkles Blattgemüse, und der Grund dafür liegt in der Pflanze selbst. Das Blattgrün braucht Magnesium als Baustein, und der Keim im Samen bekommt einen Vorrat für den Start ins Leben mit. Deshalb landen Obst, Milchprodukte und das meiste Fleisch weit dahinter.1
Allerdings täuscht die Liste pro 100 Gramm leicht. Kakaopulver ist zwar sehr reich an Magnesium, doch ein Teelöffel wiegt nur ein paar Gramm. Dagegen hat gekochter Spinat je 100 Gramm viel weniger. Trotzdem schlägt eine ganze Portion davon den Kakao mühelos.1
Dasselbe zeigen große Umfragen zum Essen von der anderen Seite. In Deutschland liefern Getränke ohne Alkohol und Brot das meiste Magnesium, danach folgen Milchprodukte und Käse.2 In einer europäischen Studie stand in fast allen Ländern Getreide an erster Stelle, nur Deutschland und Griechenland bildeten die Ausnahme.3 Was oft und reichlich auf dem Tisch steht, zählt also mehr als der Spitzenwert einer einzelnen Zutat, und genau dort setzt eine gute Versorgung an.
So wurde gemessen
- Gehalte: Nährwertdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums; Kakaopulver (ungesüßt) 499 mg je 100 g, Spinat gegart 87 mg je 100 g.1
- Deutschland: Nationale Verzehrsstudie II mit 15.371 Befragten; an der Spitze stehen Getränke ohne Alkohol und Brot, gefolgt von Milchprodukten und Käse.2
- Europa: EPIC-Studie, 36.034 Erwachsene in 10 Ländern; Getreide wichtigste Quelle außer in Griechenland und Deutschland.3
Welche Lebensmittel enthalten Magnesium? Die Tabelle
Wie viel Magnesium in typischen Portionen steckt, zeigt die folgende Tabelle. Die Werte je 100 Gramm stammen aus der Datenbank des US-Landwirtschaftsministeriums.1 Weil Sorte, Boden und Zubereitung sie verschieben, taugen sie nur zur Orientierung. Die Größenordnung stimmt aber.
| Was auf den Teller kommt | mg je 100 g | übliche Menge | mg in dieser Menge |
|---|---|---|---|
| Hanfsamen (geschält) | 700 | 1 EL (10 g) | 70 |
| Weizenkleie | 611 | 1 EL (10 g) | 61 |
| Kürbiskerne | 592 | 30 g | 178 |
| Kakaopulver (ungesüßt) | 499 | 1 TL (5 g) | 25 |
| Leinsamen | 392 | 1 EL (10 g) | 39 |
| Chiasamen | 335 | 15 g | 50 |
| Sonnenblumenkerne | 325 | 30 g | 98 |
| Cashewkerne | 292 | 30 g | 88 |
| Mandeln | 270 | 30 g | 81 |
| Zartbitterschokolade (70 bis 85 % Kakao) | 228 | 20 g | 46 |
| Walnüsse | 158 | 30 g | 47 |
| Haferflocken | 138 | 50 g | 69 |
| Makrele (gegart) | 97 | 150 g | 146 |
| Spinat (gegart) | 87 | 150 g | 131 |
| Mangold (gegart) | 86 | 150 g | 129 |
| Tempeh | 81 | 100 g | 81 |
| Vollkornbrot aus Weizen | 75 | 100 g | 75 |
| Schwarze Bohnen (gegart) | 70 | 150 g | 105 |
| Quinoa (gegart) | 64 | 150 g | 96 |
| Tofu (fest) | 58 | 100 g | 58 |
| Vollkornnudeln (gegart) | 54 | 200 g | 108 |
| Kichererbsen (gegart) | 48 | 150 g | 72 |
| Naturreis (gegart) | 39 | 150 g | 59 |
| Linsen (gegart) | 36 | 150 g | 54 |
| Avocado | 29 | 100 g | 29 |
| Banane | 27 | 120 g | 32 |
| Reis, weiß (gegart) | 12 | 150 g | 18 |
| Joghurt aus Vollmilch | 12 | 150 g | 18 |
| Vollmilch | 10 | 250 g | 25 |
| Apfel | 5 | 150 g | 8 |
Unsere Einordnung
Eine Handvoll Nüsse oder Kerne am Tag, Vollkorn statt hellem Mehl und mehrmals pro Woche Bohnen, Linsen oder grünes Gemüse: Damit ist die Magnesiumversorgung solide. Exotische „Superfoods“ sind dafür überflüssig.
In welchem Obst ist viel Magnesium, und wie viel hat eine Banane?
Am meisten Magnesium steckt in getrocknetem Obst wie Feigen und Datteln. Das liegt am Wasser, denn frische Früchte bestehen größtenteils daraus und liefern deshalb wenig, während der Gehalt nach dem Trocknen deutlich höher ist. Unter den frischen Früchten liegen Avocado, Banane und Himbeeren vorn.1
Und die Banane, die so oft genannt wird? Eine mittelgroße bringt gut 30 Milligramm mit.1 Das ist für eine Frucht ordentlich, doch eine Handvoll Mandeln liefert mehr als doppelt so viel. Als Magnesiumquelle sind Nüsse also die bessere Wahl als der Obstkorb.
So wurde gemessen
Gehalte je 100 g laut US-Nährwertdatenbank: getrocknete Feigen 68 mg, Medjool-Datteln 54 mg, Avocado 29 mg, Banane 27 mg, Himbeeren 22 mg. Eine mittelgroße Banane (120 g) enthält 32 mg.1
Welches Wasser hat viel Magnesium?
Ein Blick aufs Etikett genügt: Wasser mit mehr als 50 Milligramm pro Liter darf in Deutschland „magnesiumhaltig“ heißen.4 In den Studien enthielten die Wässer gut das Doppelte bis mehr als das Fünffache davon.56 Den genauen Wert nennt die Analyse auf der Flasche, für Leitungswasser gibt ihn das örtliche Wasserwerk an.
Auch gut untersucht ist, wie viel davon im Körper tatsächlich ankommt. In einem Versuch tranken Frauen ein Mineralwasser einmal nüchtern und einmal zum Essen, und zum Essen kam etwas mehr an, insgesamt rund die Hälfte der getrunkenen Menge.5 Bei Männern stieg der Blutwert nach dem Wasser etwa so hoch wie nach einer Magnesiumkapsel.6 Ein dritter Versuch zeigte schließlich, dass der Körper aus vielen kleinen Schlucken über den Tag verteilt deutlich mehr aufnimmt als aus wenigen großen Portionen derselben Menge.7
Einen Haken hat die Sache aber. Hinter drei dieser Arbeiten stehen Forschende oder Geld aus der Wasser- oder Lebensmittelbranche.578 Allerdings passen ihre Ergebnisse zu einer unabhängigen Studie einer Universität.6 Damit ist magnesiumreiches Wasser eine bequeme Quelle, die am meisten bringt, wenn es über den Tag verteilt getrunken wird. Wer eine Nierenerkrankung hat, sollte stark mineralisiertes Wasser vorher ärztlich besprechen.
So wurde gemessen
- Kennzeichnung: „magnesiumhaltig“ ab mehr als 50 mg/l (Mineral- und Tafelwasser-Verordnung).4
- Mit und ohne Essen: 10 Frauen, Wasser mit 110 mg/l; Aufnahme 46 % nüchtern, 52 % mit Mahlzeit; Autoren von einem Mineralwasser-Institut.5
- Wasser gegen Kapsel: 22 Männer tranken Wasser mit 120 bzw. 281 mg pro Liter; Anstieg im Blut ähnlich wie nach einer Magnesiumkapsel.6
- Portionen: 12 Männer, 1,5 l Wasser; in 7 kleinen Portionen 51 % aufgenommen, in 2 großen 32 %; Forschende eines Lebensmittelkonzerns.7
- Finanzierung: Die Vergleichsstudie Brot, Wasser, Präparat bezahlte der Mineralbrunnen-Verband.8
Wie gut nimmt der Körper Magnesium aus Nahrungsmitteln auf?
Die Antwort fällt erfreulich aus, denn Magnesium aus dem Essen wird etwa so gut aufgenommen wie aus Tabletten. In einer Studie bekamen 22 Erwachsene je 100 Milligramm Magnesium, mal aus Brot, mal aus Mineralwasser, mal als Präparat, und ein Unterschied fand sich dabei nicht. Bezahlt hat diese Studie allerdings der Verband der Mineralbrunnen.8 Auch Mandeln schnitten in einer älteren Untersuchung so gut ab wie Magnesiumacetat, ein leicht lösliches Salz.9
Diese Messungen stützen die verbreitete Idee nicht, erst eine Tablette bringe Magnesium „richtig“ in den Körper. Größere Unterschiede gibt es eher zwischen den Magnesiumformen und ihrer Bioverfügbarkeit als zwischen Teller und Tablette. Ganz ohne Bremse geht es aber nicht.
Bremsen Phytat und Oxalat die Aufnahme?
Ein wenig schon, doch Vollkorn und Spinat bleiben trotzdem gute Quellen. In Getreide, Hülsenfrüchten und Samen steckt Phytat, in Spinat und Mangold Oxalat. Diese Stoffe halten im Darm einen Teil des Magnesiums fest. Mit viel Phytat im Brot sank die Aufnahme auf weniger als die Hälfte.10 Das klingt dramatisch. Ähnlich kam aus Spinat weniger Magnesium ins Blut als aus Grünkohl, der kaum Oxalat enthält.11
Deshalb Vollkorn und Spinat zu meiden, wäre allerdings ein Rechenfehler. Der Grund ist einfach. Spinat bringt von Haus aus mehr Magnesium mit, worauf die Forschenden selbst hinweisen.11 Vollkornmehl wiederum enthält mehr als sechsmal so viel wie Weißmehl.1 Ein kleiner Anteil von viel ergibt eben mehr als ein großer Anteil von wenig. Auf Vollkorn und grünes Gemüse muss also niemand wegen Phytat oder Oxalat verzichten.
So wurde gemessen
Was in der Küche hilft
Wie viel Magnesium am Ende auf dem Teller landet, entscheidet sich oft schon vorher: Volles Korn, Sauerteig und wenig Kochwasser machen den Unterschied. Das beginnt schon in der Mühle. Beim Mahlen geht ein großer Teil verloren, sodass Weißmehl oft nur noch einen Bruchteil des Magnesiums enthält.1415 Wer sein Brot selbst backt oder beim Bäcker wählt, hat noch einen Hebel, denn Sauerteig baut im Vollkornbrot mehr Phytat ab als Hefe, sodass mehr Magnesium in gelöster Form vorliegt.12 Schließlich wandert beim Kochen ein Teil der Mineralstoffe ins Wasser, vor allem aus Gemüse.13 Es lohnt sich deshalb, Gemüse zu dämpfen oder zu dünsten und bei Suppen die Brühe mitzuessen.
So wurde gemessen
- Mahlen: Hartweizen verlor beim Mahlen 66 % seines Magnesiums14; Weißmehl hat 60 bis 90 % weniger als das ganze Weizenkorn.15
- Sauerteig: Laboranalyse; Phytat −62 % mit Sauerteig, −38 % mit Hefe.12
- Kochen: Analysen aus Japan; nach dem Garen steckten in den Gerichten noch 60 bis 70 % der ursprünglichen Mineralstoffe, beim Gemüse waren die Verluste besonders groß.13
Was entzieht dem Körper Magnesium?
Als Magnesiumräuber gelten vor allem viel Alkohol, langer Durchfall und einige Medikamente, Kaffee dagegen kaum. Wie viel Magnesium im Blut kreist, regeln Darm und Nieren recht genau. Darum ist der häufigste Grund für eine knappe Versorgung schlicht, dass zu wenig davon auf dem Speiseplan steht.19 Drückt doch etwas von außen den Wert, sind es meist Alkohol, Diabetes oder bestimmte Medikamente.20
| Einflussgröße | Wirkung | Gewicht |
|---|---|---|
| Kaffee | für einige Stunden leicht erhöhte Ausscheidung | gering21 |
| Alkohol | nach dem Trinken deutlich mehr im Urin | groß bei viel und regelmäßigem Trinken2324 |
| Protonenpumpenhemmer (Magenschutz) | geringere Aufnahme im Darm | von Bedeutung bei Dauereinnahme25 |
| Thiazid-Diuretika (Entwässerung) | höhere Ausscheidung über die Nieren | von Bedeutung bei Dauereinnahme26 |
| Chronischer Durchfall | Verlust über den Darm | groß27 |
Kaffee steht zu Unrecht auf vielen Warnlisten. Zwar treibt Koffein für einige Stunden etwas mehr Magnesium in den Urin, doch in der Nacht kehrt sich das um, sodass über den Tag nur ein winziges Minus bleibt.21 Eine Tasse Filterkaffee bringt selbst ein paar Milligramm mit und gleicht das in etwa aus.22 Unter dem Strich bleibt fast nichts.
Anders der Alkohol, der deutlich stärker wirkt. Nach dem Trinken schieden gesunde Männer bis zu dreimal so viel Magnesium aus, und je mehr sie getrunken hatten, desto mehr ging verloren.23 Das ist ein echter Verlust. Menschen, die über lange Zeit viel trinken, haben entsprechend niedrigere Werte im Blut und in den Muskeln.24
Bei Medikamenten kommt es vor allem auf die Dauer an. In einer großen Studie aus Rotterdam mit fast zehntausend Menschen war der Wert bei Magenschutz-Tabletten doppelt so oft zu niedrig wie ohne, allerdings erst nach längerer Einnahme.25 Bei bestimmten Entwässerungsmitteln, den Thiaziden, lag das Risiko etwa dreimal so hoch.26 Auch lang anhaltender Durchfall kann zu einem Mangel führen.27
Trotzdem sollte niemand solche Medikamente eigenmächtig absetzen. Sinnvoller ist es, den Wert ärztlich kontrollieren zu lassen. Kommt dann ein Präparat dazu, braucht es zu manchen Wirkstoffen Abstand, denn die Frage, was man nicht zusammen mit Magnesium einnehmen sollte, betrifft vor allem Antibiotika und Eisen.
So wurde gemessen
- Kaffee: 17 Erwachsene mit streng kontrollierter Kost nahmen vormittags zweimal Koffein; in den folgenden 6 Stunden mehr Magnesium im Harn, in der Nacht weniger; Bilanz über 24 Stunden: minus 0,16 mmol.21 Eine Tasse (150 ml) gebrühter Kaffee enthält etwa 3 bis 16 mg Magnesium.22
- Alkohol: 6 gesunde Männer, 0,5 bis 1,3 g Alkohol pro kg Körpergewicht; Ausscheidung bis zum Dreifachen, abhängig von der Menge.23 Meta-Analyse aus 25 Studien zu chronisch hohem Konsum.24
- Magenschutz (Protonenpumpenhemmer): Rotterdam-Studie, 9.818 Menschen; doppeltes Risiko für einen niedrigen Wert, nur bei längerer Einnahme.25
- Thiazide: Rotterdam-Studie, 9.820 Menschen; rund dreifaches Risiko, Schleifendiuretika nicht.26
- Übersichten: westliche Ernährung liefert oft zu wenig Magnesium19; als typische Auslöser eines niedrigen Blutwerts nennt eine Übersicht Alkohol, Diabetes Typ 2, Magenschutz-Tabletten und Thiazide20; eine klinische Übersicht nennt anhaltenden wässrigen Durchfall und Fettstühle.27
Braucht man überhaupt ein Magnesiumpräparat?
Für die große Mehrheit reicht normales Essen aus, zumal die Studien zu den meisten Wirkungen von Magnesium als Präparat dünn sind. Die europäische Lebensmittelbehörde hat festgelegt, wie viel Magnesium pro Tag angemessen ist, nämlich 300 Milligramm für Frauen und 350 für Männer.16 Das ist mit der Tabelle oben gut machbar. Morgens Haferflocken mit Kernen, mittags Vollkorn und Hülsenfrüchte, dazu Brot, Getränke und Milchprodukte, und schon ist ein großer Teil geschafft. Pflanzliche Kost hat dabei einen Vorsprung: In einer großen britischen Studie nahmen vegan lebende Menschen am meisten Magnesium auf, noch mehr als alle anderen Gruppen der Studie.17
Eine Überdosierung von Magnesium ist mit normaler Nahrung nicht möglich. Die Obergrenze gilt nur für Präparate, angereicherte Produkte und Wasser, nicht aber für das Magnesium, das von Natur aus in Kernen, Gemüse, Brot oder Nüssen steckt.18
Anders sieht es bei Menschen aus, die dauerhaft wenig Vollkorn, Nüsse und Gemüse essen, und ebenso bei viel Alkohol, anhaltendem Durchfall oder Medikamenten, die den Wert senken.1920 Hier kann ein Präparat sinnvoll sein, am besten nach ärztlicher Abklärung. Ob wirklich ein Magnesiummangel vorliegt, sollte dabei ein Bluttest klären und nicht ein Versuch mit Tabletten.
So wurde gemessen
Unsere Einordnung
Gesunde Menschen mit gemischter Kost fahren mit dem Teller besser als mit der Tablette: Die Aufnahme ist vergleichbar, eine Obergrenze gibt es nicht, und andere Nährstoffe kommen gratis mit. Präparate sind für umrissene Lagen gedacht und kein Ersatz für Kerne und Vollkorn.
Wie belastbar sind die Daten?
Für eine grobe Orientierung sind sie ordentlich, aber nicht auf das Milligramm genau. Jede Nährwerttabelle zeigt Mittelwerte, und Zahlen aus den USA passen nicht immer zu Gemüse von europäischen Feldern.1 Ob Obst und Gemüse über die Jahrzehnte magnesiumärmer geworden sind, ist umstritten. Alte und neue britische Tabellen unterscheiden sich zwar etwas.28 Doch neue Sorten und andere Messverfahren machen solche Vergleiche unsicher.29
Auch die Studien haben Grenzen. Bei denen zur Aufnahme waren oft nur wenige Menschen dabei, meist für eine einzige Mahlzeit.811 Kaffee und Alkohol wurden nur kurz an kleinen Gruppen untersucht.2123 Die Daten zu Medikamenten wiederum stammen aus Beobachtungen, die zwar Zusammenhänge zeigen, aber nichts Sicheres über das Risiko eines einzelnen Menschen sagen.2526 Deshalb sind die Zahlen in der Tabelle Richtwerte, keine exakten Vorgaben.
So wurde gemessen
- Langzeitvergleich: Auswertung britischer Tabellen von 1940, 1991 und 2019; Obst und Gemüse enthielten zuletzt etwa 10 % weniger Magnesium.28 Laut einer Übersichtsarbeit taugen historische Gegenüberstellungen wenig; sie verweist auf den Verdünnungseffekt ertragreicher Sorten.29
- Studiengröße: Aufnahmestudien mit 9 bis 22 Personen, meist eine einzelne Mahlzeit.811
Häufige Fragen
Welche Lebensmittel haben das meiste Magnesium?
Je 100 g liegen Hanfsamen vorn (700 mg), dann Weizenkleie (611 mg) und Kürbiskerne (592 mg). Bei üblichen Portionen führen in der Tabelle die Kürbiskerne.
Worin ist Magnesium enthalten?
Vor allem in Pflanzen: Kerne, Nüsse, Kakao, Vollkorn, Hülsenfrüchte und dunkles Blattgemüse liefern am meisten. Im deutschen Alltag kommt viel davon aus Getränken und Brot. Obst, Milch und das meiste Fleisch tragen wenig bei.
Wie viel Magnesium haben Kürbiskerne und Walnüsse?
Kürbiskerne enthalten 592 mg je 100 g, eine Handvoll von 30 g also rund 178 mg. Walnüsse kommen auf 158 mg je 100 g und damit auf 47 mg in der gleichen Menge.
Wie viel Magnesium haben Haferflocken?
Die US-Nährwertdatenbank nennt 138 mg je 100 g. Eine Schale mit 50 g Flocken liefert damit 69 mg.
Magnesium-Einnahme: vor oder nach dem Essen?
Zum Essen kam in einer Studie mit Mineralwasser etwas mehr Magnesium an als auf leeren Magen. Ein Präparat lässt sich deshalb gut zu einer Mahlzeit einnehmen.
Geht beim Kochen Magnesium verloren?
Ja, vor allem Gemüse gibt einen Teil davon ans Kochwasser ab. Dämpfen, Dünsten oder das Mitessen der Brühe hält mehr davon auf dem Teller.
Brauchen Veganer zusätzlich Magnesium?
Für Magnesium meist nicht. In einer großen Studie aus Großbritannien nahmen vegan lebende Menschen am meisten Magnesium auf, mehr als alle anderen Gruppen.
Weiterlesen




Alle Themen zu Magnesium
Alle 29 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | USDA FoodData Central (SR Legacy), U.S. Department of Agriculture | Nährwertdatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums | Magnesiumgehalte je 100 g, u. a. Kürbiskerne 592 mg, Banane 27 mg, Vollkornmehl 137 mg, Weißmehl 22 mg | Nährwertdatenbank |
| 2 | Max Rubner-Institut 2008, Nationale Verzehrsstudie II, Teil 2 | 15.371 Befragte in Deutschland | Hauptquellen: alkoholfreie Getränke und Brot, dann Milchprodukte und Käse | Verzehrserhebung |
| 3 | Welch et al. 2009, Eur J Clin Nutr | 36.034 Erwachsene in 10 Ländern (EPIC) | Getreide wichtigste Magnesiumquelle, außer in Griechenland und Deutschland | Verzehrserhebung |
| 4 | Mineral- und Tafelwasser-Verordnung, Anlage 6, Rechtsnorm (Deutschland) | Kennzeichnungsrecht für Mineralwasser | „magnesiumhaltig“ ab mehr als 50 mg pro Liter | Rechtsgrundlage |
| 5 | Sabatier et al. 2002, Am J Clin Nutr | 10 Frauen, Mineralwasser mit 110 mg/l | Aufnahme ohne Mahlzeit 46 %, mit Mahlzeit 52 %; Autoren von einem Mineralwasser-Institut | Kontrollierte Studie |
| 6 | Karagülle et al. 2006, Forsch Komplementmed | 22 Männer, Wässer mit 120 und 281 mg/l, Kapsel | Anstieg im Blut ähnlich wie nach einer Magnesiumkapsel | Kontrollierte Studie |
| 7 | Sabatier et al. 2011, Br J Nutr | 12 Männer, 1,5 l Mineralwasser | 7 kleine Portionen: 51 % aufgenommen, 2 große: 32 %; Forschende eines Lebensmittelkonzerns | Kontrollierte Studie |
| 8 | Schneider et al. 2017, Food Nutr Res | 22 Erwachsene, je 100 mg aus Brot, 4 Wässern, Präparat | kein Unterschied in der Aufnahme; vom Mineralbrunnen-Verband finanziert | Kontrollierte Studie |
| 9 | Fine et al. 1991, J Clin Invest | gesunde Erwachsene, Mandeln und Magnesiumacetat | Magnesium aus Mandeln so gut aufgenommen wie aus Acetat | Grundlagenstudie |
| 10 | Bohn et al. 2004a, Am J Clin Nutr | Erwachsene, Weißbrot mit und ohne Phytinsäure | Phytinsäure senkte die Aufnahme von 33 % auf 13 % | Kontrollierte Studie |
| 11 | Bohn et al. 2004b, Br J Nutr | 9 Erwachsene, Mahlzeit mit Spinat oder Grünkohl | Aufnahme 27 % mit Spinat, 37 % mit Grünkohl; Spinat enthält mehr Magnesium | Crossover-Studie |
| 12 | Lopez et al. 2001, J Agric Food Chem | Vollkornbrot mit Sauerteig oder Hefe | Phytat −62 % mit Sauerteig, −38 % mit Hefe; mehr gelöstes Magnesium | Laboranalyse |
| 13 | Kimura & Itokawa 1990, J Nutr Sci Vitaminol | Lebensmittel vor und nach dem Kochen, Japan | gekocht 60 bis 70 % der Mineralstoffe erhalten; hohe Verluste bei Gemüse | Laboranalyse |
| 14 | Cubadda et al. 2008, J Cereal Sci | Hartweizen, Mahlen und Nudelherstellung | Mahlen senkt den Magnesiumgehalt um 66 % | Laboranalyse |
| 15 | Adams et al. 2024, Crop Sci | Weizen aus dem Anbau, Vollkorn und Weißmehl | Weißmehl 60 bis 90 % weniger Magnesium als das ganze Korn | Laboranalyse |
| 16 | EFSA NDA Panel 2015, EFSA Journal | Behördengutachten | angemessene Zufuhr: Frauen 300 mg, Männer 350 mg am Tag | Behördengutachten |
| 17 | Davey et al. 2003, Public Health Nutr | 65.429 Erwachsene in Großbritannien (EPIC-Oxford) | vegan Lebende mit der höchsten Magnesiumzufuhr | Beobachtungsstudie |
| 18 | SCF 2001 (EFSA 2006), Tolerable Upper Intake Levels | Behördengutachten | Obergrenze 250 mg pro Tag gilt nur für Zusätze, Nahrungsergänzung und Wasser | Behördengutachten |
| 19 | Fiorentini et al. 2021, Nutrients | Übersichtsarbeit | westliche Kost oft magnesiumarm | Review |
| 20 | Kröse & de Baaij 2024, Nephrol Dial Transplant | Übersichtsarbeit | Darm und Nieren regeln den Blutwert; häufige Ursachen niedriger Werte: Alkohol, Typ-2-Diabetes, Magenschutz-Tabletten, Thiazide | Review |
| 21 | Kynast-Gales & Massey 1994, J Am Coll Nutr | 17 Erwachsene, kontrollierte Kost, zweimal Koffein am Vormittag | Urin 6 h erhöht, nachts gesenkt; netto +0,16 mmol Magnesium in 24 h | Kleine Messstudie |
| 22 | Olechno et al. 2021, Foods | Übersicht über Analysen von Kaffeegetränken | 150 ml gebrühter Kaffee: ca. 3 bis 16 mg Magnesium | Review |
| 23 | Laitinen et al. 1992, Bone Miner | 6 gesunde Männer, 0,5 bis 1,3 g Alkohol pro kg | Magnesium im Urin bis zu dreifach, abhängig von der Menge | Kleine Messstudie |
| 24 | Vanoni et al. 2021, Nutrients | 25 Studien, chronisch hoher Alkoholkonsum | niedrigere Werte in Blut und Muskel | Meta-Analyse |
| 25 | Kieboom et al. 2015, Am J Kidney Dis | 9.818 Menschen, Rotterdam-Studie | Magenschutz-Tabletten: doppeltes Risiko für niedrigen Wert, nur bei längerer Einnahme | Bevölkerungsstudie |
| 26 | Kieboom et al. 2018, Pharmacoepidemiol Drug Saf | 9.820 Menschen, Rotterdam-Studie | Thiazide: rund dreifaches Risiko; Schleifendiuretika nicht | Bevölkerungsstudie |
| 27 | Al-Ghamdi et al. 1994, Am J Kidney Dis | klinische Übersicht | chronischer wässriger Durchfall und Fettstühle als Ursachen eines Mangels | Review |
| 28 | Mayer et al. 2021, Int J Food Sci Nutr | britische Nährwerttabellen 1940, 1991, 2019 | Magnesium in Obst und Gemüse rund 10 % niedriger | Auswertung historischer Daten |
| 29 | Marles 2017, J Food Compos Anal | Übersichtsarbeit | historische Vergleiche unzuverlässig; Verdünnung bei ertragreichen Sorten | Review |
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Keine Werbung, keine Kauflinks, keine Produktempfehlungen.
