Die kurze Antwort
Unklar. Ältere Menschen schliefen in kleinen Studien mit Magnesium gut eine Viertelstunde schneller ein, und in einem neueren Versuch gingen Schlafprobleme etwas stärker zurück als mit Scheinpräparat. Die jüngste Übersicht nennt die Ergebnisse aber uneinheitlich und die Belege schwach. Am ehesten lohnt ein Versuch, wenn das Essen wenig Magnesium liefert.
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Kurz nach eins, der Wecker ist auf sechs gestellt, und im Kopf läuft schon die Liste für morgen. Irgendwann fällt einem die Dose im Badschrank ein, denn Magnesium, abends genommen, soll ja beruhigen. Ob mehr dahintersteckt als ein gutes Gefühl, lässt sich inzwischen ziemlich gut prüfen, weil es zum Schlaf ein gutes Dutzend Studien mit Vergleichsgruppe gibt. Das Ergebnis ist unbequem. Ganz ohne Wirkung scheint Magnesium nicht zu sein, doch ein großer Teil der Besserung kommt auch ohne den Wirkstoff.
Hilft Magnesium beim Einschlafen?
Vielleicht ein wenig. Mehr als erste Hinweise gibt es nicht. Ältere Menschen schliefen in drei kleinen Studien mit Magnesium durchschnittlich gut eine Viertelstunde schneller ein als mit einem Scheinpräparat (Placebo), wobei die Forschenden selbst diese Daten für schwach halten.1 Dabei schliefen in der größten der drei Studien Seniorinnen und Senioren nach zwei Monaten mit Magnesium länger und kamen schneller in den Schlaf.2
Ein neuerer, größerer Versuch lief in Hannover. Dort bekamen Erwachsene, die mit ihren Nächten unzufrieden waren, vier Wochen lang Magnesium oder ein Scheinpräparat. Danach hatten die Schlafprobleme mit Magnesium stärker abgenommen, allerdings nur um ein kleines Stück. Am größten war der Abstand bei Menschen, die über ihr Essen wenig Magnesium bekamen,3 und das passt zu einer alten Regel, nach der ein Mineral vor allem dort nützt, wo es knapp ist.
Doch je mehr Studien in den Blick kommen, desto unschärfer wird das Bild. So fand eine Übersicht in Beobachtungsdaten zwar einen Zusammenhang, die Versuche mit Vergleichsgruppe widersprachen sich aber.4 Die jüngste Übersicht urteilt noch strenger und nennt die Ergebnisse uneinheitlich und die Belege schwach. Einen kleinen Gewinn halten die Autoren für möglich, als Standardmittel gegen Schlaflosigkeit taugt Magnesium für sie aber nicht.5
| Studie | Teilnehmende | Form, Menge, Dauer | Ergebnis Schlaf |
|---|---|---|---|
| Abbasi 20122 | 46 ältere Menschen | Oxid, 500 mg, 8 Wochen | besser als Placebo |
| Schuster 20253 | 155 Erwachsene | Bisglycinat, 250 mg, 4 Wochen | etwas besser als Placebo |
| Nielsen 20106 | 100 Menschen über 51 | Citrat, 320 mg, 7 Wochen | wie Placebo |
| Gholizadeh-Moghaddam 20227 | 64 Frauen mit PCOS | Oxid, 250 mg, 10 Wochen | wie Placebo |
| Hausenblas 20248 | 80 Erwachsene | L-Threonat, 1 g, 21 Tage | teils besser, Anbieterstudie |
| Lopresti & Smith 20269 | 100 Erwachsene | L-Threonat, 2 g, 6 Wochen | ein Wert besser, Herstellerstudie |
Ein Versuch kann sich also lohnen. Große Erwartungen sollte man an die Dose aber nicht knüpfen, zumal ein Teil dessen, was sich nach ein paar Wochen besser anfühlt, ganz andere Ursachen haben dürfte.
So wurde gemessen
- Ältere Menschen: Meta-Analyse aus 3 kontrollierten Studien mit zusammen 151 Personen. Einschlafzeit im Mittel 17 Minuten kürzer als mit Placebo; Qualität der Belege laut Autoren niedrig.1
- Größte der drei Studien: 46 ältere Menschen, 500 mg Magnesiumoxid oder Placebo über 8 Wochen. Schlafdauer, Einschlafzeit und Werte im Schlaflosigkeits-Fragebogen besser.2
- Hannover (2025): 155 Erwachsene, 250 mg Magnesium als Bisglycinat oder Placebo über 4 Wochen. Kleiner Effekt; am größten bei geringer Magnesiumaufnahme über die Ernährung.3
- Review (2022): 9 Studien mit über 7.500 Personen. Beobachtungsstudien positiv, kontrollierte Studien widersprüchlich.4
- Review (2026): 12 kontrollierte Studien. Ergebnisse uneinheitlich, Aussagekraft niedrig bis sehr niedrig; möglicher kleiner Nutzen beim subjektiv erlebten Schlaf, keine Routinelösung bei Schlaflosigkeit.5
Unsere Einordnung
Die Frage ist offen. Falls Magnesium den Schlaf verbessert, dann nur wenig, und am ehesten bei Älteren oder bei Menschen, deren Ernährung wenig davon liefert.
Wirkt Magnesium besser als Placebo?
Wenn überhaupt, dann nur knapp, denn auch mit Scheinpräparat schlafen die meisten besser. Das zeigt sich in fast jeder Studie. Am deutlichsten wurde es bei älteren Erwachsenen, die sieben Wochen lang Magnesiumcitrat oder eine Attrappe nahmen und deren Schlaf sich in beiden Gruppen gleich stark besserte.6 Auch bei Frauen mit einer Hormonstörung, dem PCOS, änderten zehn Wochen Magnesium nichts gegenüber der Vergleichsgruppe.7 Und in Hannover reichte es eben nur für einen knappen Vorsprung.3
Ausprobieren ist trotzdem nicht verkehrt. Denn schon das Ritual am Abend mit Tablette und Glas Wasser kann beruhigen, nur taugt die eigene Erfahrung dann kaum als Beweis dafür, dass es wirklich am Magnesium lag.
Dann gibt es noch die großen Studien, die nur beobachten. In den USA schliefen Menschen, die viel Magnesium aufnahmen, seltener unter sieben Stunden,10 doch eine zweite Auswertung fand das nur für Magnesium aus dem Essen und nicht für Präparate.11 Dagegen zeigte sich in der Schweiz gar kein klarer Zusammenhang, auch im Schlaflabor nicht.12 Ursache und Wirkung trennen solche Zahlen ohnehin nicht, weil Nüsse, Bohnen und Vollkorn eher Menschen essen, die auch sonst gesünder leben. Wer nach einigen Wochen besser schläft, sollte das deshalb nicht allein dem Magnesium zuschreiben.
So wurde gemessen
- Citrat: 100 Menschen über 51 Jahre, 320 mg Magnesiumcitrat oder Placebo über 7 Wochen. Schlafqualität in beiden Gruppen gleich stark verbessert.6
- PCOS: 64 Frauen, 250 mg Magnesiumoxid über 10 Wochen, kein Unterschied zu Placebo.7
- USA, Langzeitbeobachtung: 3.964 Erwachsene; höhere Magnesiumaufnahme ging mit seltener kurzem Schlaf (unter 7 Stunden) einher.10
- USA, Querschnitt: 21.840 Erwachsene; Zusammenhang nur für Magnesium aus der Nahrung, nicht aus Präparaten.11
- Schweiz: rund 3.900 Teilnehmende, kein klarer Zusammenhang zwischen Einnahme und Schlaf, auch nicht bei Messungen im Schlaflabor.12
Warum soll Magnesium beim Schlafen helfen?
Die Idee dahinter stammt aus dem Labor, denn dort bremst Magnesium Nervenzellen. So senkt es ihre Erregbarkeit und mischt bei der inneren Uhr mit.13 Fast alles stammt von Zellen und Tieren. Ob jemand, dem nichts fehlt, deshalb tiefer schläft, ist genau die Frage, an der die Studien am Menschen bisher scheitern. Eine Wirkung im eigenen Bett lässt sich aus diesen Laborbefunden also nicht ableiten.
Amtlich zugelassene Aussagen
Eine zugelassene Gesundheitsaussage zum Schlaf hat Magnesium in der EU nicht. Erlaubt sind unter anderem: „Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“ und „Magnesium trägt zur normalen psychischen Funktion bei“.
Hilft Magnesium gegen Stress, Cortisol oder Angststörungen?
Unruhe, Stress, ein angeblich zu hoher Cortisolspiegel: Auch dagegen wird Magnesium gern empfohlen, doch dazu sagen die Studien auf dieser Seite nichts. Denn gemessen wurde in ihnen der Schlaf, weder Angst noch Stresshormone. Eine sinnvolle Menge gegen Stress oder Angststörungen lässt sich daraus nicht ableiten. Wer dauerhaft angespannt oder ängstlich ist, sollte das ärztlich abklären lassen, statt es mit einem Mineral zu versuchen.
Welches Magnesium zum Schlafen?
In den Schlafstudien macht die Form keinen erkennbaren Unterschied. Gut schnitten eine Oxid-Studie mit Älteren2 und die Bisglycinat-Studie aus Hannover ab,3 während Citrat und eine zweite Oxid-Studie ohne Vorsprung vor dem Scheinpräparat blieben.67 Direkt verglichen hat die Formen niemand. Das „beste Magnesium zum Schlafen“ ist also eine Behauptung ohne Messung.
Unterschiede gibt es eher bei der Aufnahme, und auch die sind kleiner als oft gedacht, wie der Vergleich der Magnesiumformen zeigt. Bei der Wahl sollte daher eher die Verträglichkeit zählen als ein Schlafversprechen.
Der Glycin-Gedanke
Hinter der Beliebtheit von Bisglycinat steckt ein zweiter Gedanke. Darin hängt das Magnesium an Glycin, einem Eiweißbaustein, und Glycin allein half in kleinen Studien beim Schlaf. Erwachsene mit schlechten Nächten nahmen es vor dem Zubettgehen, bewerteten danach ihren Schlaf besser und erreichten schneller den Tiefschlaf.14 Auch in einem zweiten kleinen Versuch wachten sie frischer und klarer auf.15
Ob die Menge im Bisglycinat dafür genügt, ist allerdings eine ganz andere Frage. Eine übliche Portion enthält viel weniger Glycin, als in diesen Versuchen verwendet wurde, und geprüft hat den Effekt bislang niemand.
So wurde gemessen
L-Threonat
Threonat wird gern als die Form fürs Gehirn verkauft, und auch für den Schlaf gibt es zwei Studien, beide vom Anbieter bezahlt und mit gemischtem Ergebnis. Dabei besserten sich in der ersten nach drei Wochen einige Werte für Nacht und Tag.8 In der zweiten bewegte sich dagegen nur ein einziger Wert im Fragebogen, und der Schlafring am Finger zeigte keinen Unterschied zum Scheinpräparat.9 Ein Aufpreis lohnt sich dafür kaum.
So wurde gemessen
Wie viel Magnesium zum Schlafen?
Für einen Versuch reichen bis zu 250 mg am Tag aus Präparaten. Darüber nehmen Durchfall und andere Verdauungsprobleme zu, und deshalb ziehen die europäischen Behörden genau hier die Grenze.16 In den Studien bekamen die Teilnehmenden meist zwischen 250 und 500 mg am Tag.32 Eine ideale Menge für den Schlaf hat dabei keine Studie gesucht. Ob mehr besser hilft, ist offen.
Die Grenze gilt nur für Präparate. Wie viel Magnesium pro Tag insgesamt zusammenkommt, hängt auch vom Essen ab. Zu viel meldet sich meist zuerst am Darm, die häufigste unter den Nebenwirkungen von Magnesium, und bei weichem Stuhl sollte die Menge kleiner werden.
Magnesium vor dem Schlafen einnehmen?
Das ist möglich, aber nicht nötig, denn einen belegten Vorteil bringt die Uhrzeit nicht. Ob morgens um acht oder kurz vor dem Licht-Ausmachen, verglichen hat das keine Studie, denn die Versuche liefen über Wochen mit täglicher Einnahme und maßen erst am Ende. Abends genommen schadet es nicht und ist leicht zu merken.
Ob eine Mahlzeit die Aufnahme verbessert, gehört zur allgemeinen Frage, wann man Magnesium einnehmen sollte. Ebenso ungeprüft ist, ob Magnesium vor oder nach dem Sport besser wirkt.
Magnesium und Melatonin: Was bringt die Kombination?
In der Drogerie stecken beide oft in derselben Kapsel, doch dass Magnesium Melatonin verstärkt, ist nicht belegt. Melatonin ist ein Hormon, das der Körper abends selbst bildet. In einem Pflegeheim schliefen Bewohnerinnen und Bewohner deutlich besser, nachdem sie eine Mischung aus Zink, Magnesium und Melatonin bekommen hatten.17 Welcher Teil das bewirkte, bleibt offen. Hinzu kommt, dass die Menge Melatonin ein Vielfaches dessen betrug, was in Nahrungsergänzung steckt.
Mehr verrät ein Versuch mit vier Gruppen, in dem Frauen mit PCOS Melatonin, Magnesium, beides oder nur Scheinpräparate bekamen, denn besser schliefen dort nur die Frauen mit Melatonin, ganz gleich, ob Magnesium dabei war.18 Ein dritter, kleiner Versuch mit einer Kombination fand zwar einen Vorteil gegenüber dem Scheinpräparat. Im Schnitt schliefen die Teilnehmenden aber weiter schlecht, und mehrere Autoren arbeiteten für den Hersteller.19
Dabei darf Melatonin allein in der EU durchaus damit werben, das Einschlafen zu beschleunigen, sofern eine Portion 1 mg enthält und kurz vor dem Zubettgehen genommen wird. Der Gewinn liegt laut Verbraucherzentrale meist bei grob einer Viertelstunde.20 Das ist nicht viel. Bei Erwachsenen mit lange bestehender Schlaflosigkeit ohne andere Krankheiten brachte Melatonin in einer großen Auswertung keine deutliche Besserung.21 Bei Kombikapseln lohnt sich daher der Blick aufs Etikett, denn die Wirkung kommt, wenn überhaupt, vom Melatonin.
So wurde gemessen
- Pflegeheim: 43 Bewohnerinnen und Bewohner, 5 mg Melatonin plus 225 mg Magnesium plus Zink; Schlafqualität deutlich besser, Anteile nicht trennbar.17
- Vier Gruppen: 84 Frauen mit PCOS in vier Gruppen: 6 mg Melatonin, 250 mg Magnesiumoxid, beides oder Placebo; Schlaf nur in den Melatonin-Gruppen besser.18
- Kombipräparat: 35 Erwachsene, 1,9 mg Melatonin plus 200 mg Magnesium; Vorteil gegenüber Placebo, doch der Schlaf blieb im Mittel schlecht; Autoren teils beim Hersteller.19
- Melatonin-Aussage: zugelassen ab 1 mg pro Portion, kurz vor dem Zubettgehen. Typischer Gewinn etwa 10 bis 20 Minuten; Arzneimittel auf Rezept enthalten 2 mg (Verbraucherzentrale, Stand 31.08.2026).20
- Chronische Schlaflosigkeit: Meta-Analyse aus 24 Studien; Erwachsene ohne Begleiterkrankungen profitierten von Melatonin nicht deutlich.21
Sicherheitshinweis Melatonin
Melatonin ist ein Hormon. Kindern sollte man es nach Rat der Verbraucherzentrale nur auf ärztliche Anweisung geben, Schwangere und Stillende sollten vorsichtig sein, und nach der Einnahme sollte niemand Auto fahren.20 Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme empfiehlt sich vorher eine Nachfrage in Arztpraxis oder Apotheke.
Baldrian und Magnesium zusammen nehmen?
Baldrian mit Magnesium steht in vielen Regalen, und im Netz schwören viele darauf. Ob die Mischung hilft, weiß trotzdem niemand, denn eine Schlafstudie dazu fehlt. In den hier ausgewerteten Quellen findet sich kein Versuch mit Vergleichsgruppe, und auch die gelegentlich zu lesende Behauptung, die Mischung helfe beim Abnehmen, stützt keine dieser Quellen. Der Aufpreis ist daher schwer zu rechtfertigen.
Magnesium gegen Schlafstörungen: Für wen lohnt ein Versuch?
Am ehesten lohnt er sich für ältere Menschen, die schwer einschlafen, und für alle, die über das Essen wenig Magnesium bekommen, weil etwa Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkorn selten auf dem Teller landen. Aus der ersten Gruppe stammen die meisten günstigen Daten,1 und bei der zweiten war der Abstand zum Scheinpräparat am größten.3 Für sie ist das Auffüllen ohnehin vernünftig, und ruhigere Nächte wären ein möglicher Bonus.
Ein fairer Selbstversuch sieht so aus: höchstens 250 mg aus Präparaten,16 einige Wochen ohne Pause und danach ehrlich Bilanz ziehen. Arbeiten die Nieren nicht mehr voll, kann sich Magnesium allerdings ansammeln, und dann sollte vorher ärztlich geklärt werden, ob es passt.23
Anhaltende Schlaflosigkeit ist ein anderes Kaliber. Fachgesellschaften empfehlen als erste Behandlung eine Verhaltenstherapie speziell für Schlafstörungen, und eine große Auswertung fand keine andere Behandlung, die besser belegt war, auch nicht Melatonin.22
Wochenlang schlechte Nächte, starke Müdigkeit am Tag, lautes Schnarchen, Atemaussetzer oder unruhige Beine gehören deshalb in ärztliche Hände. Und wer trotz Magnesium nachts Krämpfe in der Wade hat, findet in den eher ernüchternden Studien zu Magnesium bei Wadenkrämpfen eine mögliche Erklärung.
So wurde gemessen
Besser belegt als jedes Supplement
Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie. Magnesium darf man ausprobieren, bei einer echten Schlafstörung ersetzt es aber keine Behandlung.
Häufige Fragen
Macht Magnesium müde?
Dass Magnesium sofort müde macht, zeigt keine Studie. Gemessen wurde der Schlaf erst nach Wochen täglicher Einnahme, mit gemischtem Ergebnis.
Wie schnell wirkt Magnesium beim Schlafen?
Die Studien liefen drei bis zehn Wochen und maßen meist erst am Ende. Eine Besserung nach wenigen Tagen kommt sehr wahrscheinlich vor allem von der Erwartung, nicht vom Magnesium.
Kann Magnesium den Schlaf verschlechtern?
Gezielt untersucht hat das niemand. In einer Schweizer Studie schliefen Menschen mit Magnesium eher etwas schlechter, vermutlich weil schlechte Schläfer eher zur Dose greifen. Bei zu viel Magnesium ist weicher Stuhl die übliche Folge.
Wadenkrämpfe nachts trotz Magnesium: Woran liegt das?
Wohl daran, dass Magnesium dagegen wenig ausrichtet: Bei älteren Menschen mit nächtlichen Wadenkrämpfen half Magnesium meist nicht besser als ein Scheinpräparat. Regelmäßige Krämpfe sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wie lange vorm Schlafen sollte man Magnesium nehmen?
Einen festen Abstand gibt es nicht, denn keine Studie hat Uhrzeiten verglichen. Abends genommen schadet es nicht und ist leicht zu merken.
Kann man Zink und Magnesium vor dem Schlafen nehmen?
Zink und Magnesium wurden nur zusammen mit Melatonin untersucht, in einem Pflegeheim. Welcher Teil gewirkt hat, verrät diese Studie nicht. Schlafstudien zu Zink und Magnesium ohne Melatonin liegen hier nicht vor.
Weiterlesen




Alle Themen zu Magnesium
Alle 23 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Mah & Pitre 2021, BMC Complement Med Ther | 3 Studien, 151 ältere Menschen | 17 Minuten schneller eingeschlafen; Evidenzqualität niedrig | Meta-Analyse |
| 2 | Abbasi et al. 2012, J Res Med Sci | 46 ältere Menschen, 500 mg Magnesiumoxid, 8 Wochen | Schlafdauer, Einschlafzeit und Schlaflosigkeits-Fragebogen besser | Kleine RCT |
| 3 | Schuster et al. 2025, Nat Sci Sleep | 155 Erwachsene, 250 mg Bisglycinat, 4 Wochen | Schlafprobleme etwas stärker zurückgegangen als mit Placebo (kleiner Effekt) | RCT |
| 4 | Arab et al. 2022, Biol Trace Elem Res | 9 Studien, über 7.500 Personen | Beobachtungsstudien positiv, kontrollierte Studien widersprüchlich | Systematischer Review |
| 5 | Lopresti et al. 2026, J Diet Suppl | 12 kontrollierte Studien | Uneinheitlich, niedrige Aussagekraft, keine Routinelösung bei Schlaflosigkeit | Systematischer Review |
| 6 | Nielsen et al. 2010, Magnes Res | 100 Menschen über 51, 320 mg Citrat, 7 Wochen | Schlafqualität mit Magnesium und Placebo gleich stark verbessert | RCT |
| 7 | Gholizadeh-Moghaddam et al. 2022, Health Sci Rep | 64 Frauen mit PCOS, 250 mg Oxid, 10 Wochen | Kein Unterschied beim Schlaf | RCT |
| 8 | Hausenblas et al. 2024, Sleep Med X | 80 Erwachsene, 1 g L-Threonat, 21 Tage | Einige Schlaf- und Tageswerte besser; vom Anbieter bezahlt | RCT |
| 9 | Lopresti & Smith 2026, Front Nutr | 100 Erwachsene, 2 g L-Threonat, 6 Wochen | Ein Fragebogenwert besser, Schlafring ohne Unterschied; vom Hersteller bezahlt | RCT |
| 10 | Zhang et al. 2021, Sleep | 3.964 US-Erwachsene | Mehr Magnesium: seltener unter 7 Stunden Schlaf | Langzeitbeobachtung |
| 11 | Zhao et al. 2025, Brain Behav | 21.840 US-Erwachsene | Zusammenhang mit Magnesium aus dem Essen, nicht aus Präparaten | Querschnittsstudie |
| 12 | Stadie et al. 2026, Eur J Nutr | ca. 3.900 Menschen, Schweiz | Kein klarer Zusammenhang zwischen Einnahme und Schlaf | Langzeitbeobachtung |
| 13 | He et al. 2025, Nat Sci Sleep | Übersichtsarbeit | Magnesium dämpft Nervenzellen, beteiligt an innerer Uhr; vor allem Labordaten | Review |
| 14 | Yamadera et al. 2007, Sleep Biol Rhythms | Erwachsene mit schlechtem Schlaf, 3 g Glycin | Bessere Schlafqualität, schneller im Tiefschlaf | Kleine RCT |
| 15 | Inagawa et al. 2006, Sleep Biol Rhythms | Erwachsene mit schlechtem Schlaf, 3 g Glycin | Morgens frischer und klarer | Kleine RCT |
| 16 | SCF 2001 (EFSA 2006), Behördengutachten | Behördengutachten | Obergrenze 250 mg pro Tag aus Nahrungsergänzung | Behördengutachten |
| 17 | Rondanelli et al. 2011, J Am Geriatr Soc | 43 Pflegeheimbewohner, 5 mg Melatonin + 225 mg Magnesium + Zink | Schlafqualität deutlich besser; Anteile nicht trennbar | Kleine RCT |
| 18 | Alizadeh et al. 2021, Nutr Metab | 84 Frauen mit PCOS, 6 mg Melatonin und/oder 250 mg Oxid | Schlaf nur in den Melatonin-Gruppen besser | RCT, vier Gruppen |
| 19 | Carlos et al. 2024, Chronobiol Int | 35 Erwachsene, 1,9 mg Melatonin + 200 mg Magnesium | Besser als Placebo, im Schnitt weiter schlechter Schlaf; Autoren teils beim Hersteller | Kleine RCT |
| 20 | Verbraucherzentrale 2026, Verbraucherinformation | Verbraucherinformation, Stand 31.08.2026 | Zugelassene Melatonin-Aussage, Bedingungen, Warnhinweise | Verbraucherinformation |
| 21 | Choi et al. 2022, Sleep Med Rev | 24 Studien, chronische Schlaflosigkeit | Melatonin bei Erwachsenen ohne deutliche Verbesserung | Meta-Analyse |
| 22 | Baglioni et al. 2020, J Clin Med | 40 Studien, Schlaflosigkeit | Keine Alternative besser belegt als Verhaltenstherapie | Netzwerk-Meta-Analyse |
| 23 | Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc | Übersichtsarbeit | Anreicherung bei eingeschränkter Nierenfunktion | Review |
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