Die kurze Antwort
Häufigste Nebenwirkung ist weicher Stuhl bis Durchfall, besonders wenn viel auf einmal genommen wird. In den Studien, die die EU auswertete, blieb Durchfall bis 250 mg täglich aus Präparaten aus. Zu hohe Blutwerte, also eine Vergiftung, entstehen fast nur, wenn geschwächte Nieren auf große Mengen aus Abführ- oder Magenmitteln treffen.
Auf dieser Seite 8 Abschnitte
- Welche Nebenwirkungen hat Magnesium?
- Ab welcher Menge ist Magnesium zu viel?
- Warum wirkt Magnesium abführend, und wie lässt sich Durchfall vermeiden?
- Überdosierung: Welche Symptome macht zu viel Magnesium im Blut?
- Wer ist gefährdet? Niere, Alter und Abführmittel
- Magnesium und Medikamente: Welche Wechselwirkungen gibt es?
- Zu viel Magnesium genommen: Was tun?
- Wie schädlich ist zu viel Magnesium?
Ein neues Präparat am Morgen, und gegen Mittag führt der Weg auffällig oft zur Toilette. So sieht es meist aus, wenn Magnesium zu viel wird, während Herz und Nerven bei gesunden Menschen in Ruhe bleiben. Trotzdem gibt es eine Menge, ab der die Beschwerden zunehmen. Und es gibt einen kleinen Kreis von Menschen, für die ein Zuviel ernst werden kann.
Welche Nebenwirkungen hat Magnesium?
In üblichen Mengen hat Magnesium kaum Nebenwirkungen, und die häufigste davon ist weicher Stuhl. Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt Durchfall als erste Folge von zu viel Magnesium aus Präparaten. Er ist mild, geht vorbei und hört ganz auf, sobald das Mittel wegfällt.1 Eine Höchstdauer für die Einnahme hat die Behörde nicht festgelegt.1
Dagegen tut sich im Blut erstaunlich wenig. Selbst mit Präparaten steigt der Wert bei Gesunden kaum an,2 weil gesunde Nieren den Rest einfach über den Urin ausscheiden. Echte Zeichen einer Vergiftung, etwa Schwäche, Benommenheit oder ein fallender Blutdruck, kommen erst bei sehr hohen Werten, und die sehen Ärzte fast nur bei Menschen mit stark geschwächten Nieren.3
Für Gesunde besteht in üblichen Mengen also wenig Grund zur Sorge. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf den Darm. Denn er meldet ein Zuviel als Erster.
So wurde gemessen
- EU-Bewertung: Durchfall als empfindlichste Nebenwirkung von Magnesium aus Nahrungsergänzung; mild, vorübergehend, vollständig reversibel. Keine Höchstdauer der Einnahme unterhalb der Obergrenze festgelegt.1
- Blutwert: Meta-Analyse aus 48 kontrollierten Studien mit 2.131 Personen, 197 bis 994 mg pro Tag; Blutwert im Mittel nur +0,04 mmol/L.2
- Schwere Hypermagnesiämie: Stark erhöhte Werte entstehen praktisch nur, wenn schwache Nieren auf große Magnesiummengen treffen (Übersichtsarbeit).3
Ab welcher Menge ist Magnesium zu viel?
Ab etwa 250 mg am Tag aus Präparaten wird Durchfall wahrscheinlicher, gefährlich ist das aber nicht. Diese Grenze gilt in der EU. Gezählt werden dabei Präparate, Mineralwasser und Lebensmittel mit Zusatz von Magnesium. Darunter fanden die Gutachter in Studien keinen Durchfall, bei etwas mehr bekamen einige Erwachsene einen leichten,1 und die USA ziehen die Grenze aus demselben Grund etwas höher.4
| Magnesium aus Präparaten pro Tag | Bekannte Befunde |
|---|---|
| bis 250 mg | kein Durchfall in Studien, Obergrenze der EU1 |
| 350 mg | US-Obergrenze4 |
| um 360 mg | milder Durchfall bei wenigen Erwachsenen1 |
| mehr als 2.500 mg auf einmal | in den seltenen dokumentierten Vergiftungen meist überschritten, nahezu immer durch Abführ- oder Magenmittel1 |
Giftig wird Magnesium jenseits dieser Grenze nicht, denn die Zahl markiert nur, wo leichter Durchfall beginnt. Magnesium aus Nüssen, Vollkorn oder Gemüse zählt die Behörde dagegen bewusst nicht mit, weil es im Essen fest gebunden ist und sich deshalb nur schlecht löst.1 Anders im Mineralwasser: Dort ist es gelöst und zählt deshalb wie eine Tablette.1
Leicht verwechselt wird die Grenze mit der Empfehlung für den ganzen Tag. Frauen sollten insgesamt rund 300 mg aufnehmen, Männer rund 350 mg, und darin ist das Essen schon enthalten.5 Wer wissen will, wie viel Magnesium pro Tag sinnvoll ist, sollte beide Zahlen deshalb getrennt halten.
Ob die EU zu streng ist, darüber wird gestritten. Eine neuere Übersicht fand in den meisten von zehn Studien nicht mehr Durchfall als mit einem Scheinpräparat (Placebo), auch bei hohen Mengen.6 Allerdings hat ein Verein, der Magnesiumforschung fördert, diese Arbeit bezahlt. Eine kleine Studie, in der Erwachsene zehn Wochen lang Magnesiumoxid nahmen, zeigt eher das Gegenteil: Jeder Zweite bemerkte eine veränderte Verdauung, mit dem Scheinpräparat nur wenige. Doch aufgehört hat deswegen nur einer.7
Deshalb lohnt es sich, die Milligramm aus Tabletten, Brause und Mineralwasser einmal zusammenzuzählen. Erst die Summe zeigt, wo die eigene Tagesmenge wirklich liegt.
So wurde gemessen
- EU-Obergrenze: 250 mg pro Tag aus Nahrungsergänzung, Wasser und angereicherten Lebensmitteln, Nahrung ausgenommen. Leichter Durchfall ab etwa 360 mg bei einem kleinen Teil der Erwachsenen.1
- US-Obergrenze: 350 mg pro Tag aus Nahrungsergänzung.4
- Tagesbedarf: 300 mg (Frauen), 350 mg (Männer) aus allen Quellen.5
- Übersicht zur Obergrenze: 10 Studien (1997 bis 2022) mit 128 bis 1.200 mg pro Tag; in 7 davon Durchfall nicht häufiger als mit Placebo. Finanziert von einem Magnesium-Forschungsverein.6
- Pilotstudie: 59 Erwachsene, 400 mg als Oxid über 10 Wochen; Verdauungsveränderungen bei 50 % gegenüber 7 % mit Placebo, 1 Abbruch.7
Unsere Einordnung
250 mg sind eine Grenze für die Bekömmlichkeit, nicht für Gefahr. Darunter gibt es nach aktuellem Stand nichts zu befürchten, darüber droht vor allem weicher Stuhl. Ob die Grenze steigen darf, müssen die Behörden entscheiden. Die Studien, die dafür sprechen, sind bislang nicht unabhängig bezahlt.
Warum wirkt Magnesium abführend, und wie lässt sich Durchfall vermeiden?
Magnesium, das nicht ins Blut gelangt, hält im Darm Wasser fest, und der Stuhl wird weich. Genau das nutzen Abführmittel mit Magnesiumoxid, Magnesiumhydroxid oder Bittersalz.8 Bei einem Präparat will diese Wirkung niemand. Im Darm passiert trotzdem dasselbe. Dabei entscheidet vor allem die einzelne Portion, denn Durchfall bekommen vor allem Menschen, die viel auf einmal nehmen. Laut EU-Behörde wird eine Tagesmenge besser vertragen, wenn sie auf mehrere Gaben verteilt ist.1
Wie schnell das gehen kann, zeigen die Abführmittel, die meist innerhalb weniger Stunden wirken. Die US-Packungstexte für Magnesiumcitrat zum Trinken und für Bittersalz nennen eine halbe bis sechs Stunden.2425 Auch ein normales Präparat kann rasch wirken. In der Studie mit Magnesiumoxid bekamen einige etwa eine Stunde nach der Tablette Durchfall, meist nur an den ersten Tagen, und manche klagten über Blähungen, die mit dem Scheinpräparat niemand hatte.7 Ob Magnesium stinkende Blähungen macht, hat dagegen keine Studie untersucht.
Wie leicht dieser Auslöser übersehen wird, zeigte eine ältere Studie mit Menschen, die seit Langem Durchfall hatten. Bei etwa jedem Fünfundzwanzigsten war zu viel Magnesium aus Magenmitteln oder Präparaten ein wichtiger Grund.9
Im Alltag helfen drei Dinge. Zuerst empfiehlt es sich, die Menge zu halbieren oder ein paar Tage zu pausieren. Außerdem wird Magnesium zum Essen besser vertragen als auf leeren Magen, und größere Mengen verteilt man am besten auf zwei Mahlzeiten. Für die Frage, wann man Magnesium einnehmen sollte, heißt das vor allem: zu einer Mahlzeit.
Einen genaueren Blick verdienen auch Brause- und Kautabletten. Steckt viel Zuckerersatz wie Sorbit darin, muss ein Hinweis auf die Packung, denn zu viel davon kann selbst abführen.10 Womöglich ist dann gar nicht das Magnesium der Grund für den weichen Stuhl.
Bei weichem Stuhl lohnt es sich also, zuerst die Portion zu verkleinern. Erst wenn das nicht reicht, kommt ein anderes Präparat in Frage.
So wurde gemessen
- Mechanismus: Magnesiumoxid führt ab, indem es Wasser im Darm bindet (Übersichtsarbeit).8 Aufteilen der Tagesmenge verbessert die Verträglichkeit.1
- Diagnosestudie 1991: 359 Menschen mit chronischem Durchfall; bei 15 (4,2 %) war zu viel Magnesium eine wichtige Ursache.9
- Warnhinweis: EU-Lebensmittelinformationsverordnung, Pflichthinweis bei mehr als 10 % zugesetzten Zuckeraustauschstoffen.10
Magnesiumglycinat, Citrat, Malat: Welche Form hat weniger Nebenwirkungen?
Der Unterschied zwischen den Formen ist kleiner, als Etiketten vermuten lassen. Bittersalz führt besonders stark ab, weil zusätzlich das Sulfat Wasser im Darm hält,1 und Oxid wird sogar gezielt als Abführmittel genutzt.8 Zu Glycinat gibt es nur eine einzige winzige Studie, in der Patienten nach einer Darmoperation es besser vertrugen als Oxid.11 Immerhin spricht mehr für Citrat. Ältere Erwachsene nahmen es ein halbes Jahr lang täglich und hatten nicht mehr Bauchbeschwerden als mit einem Scheinpräparat.12
Zu Malat, Threonat oder Mischungen („Magnesium-Komplex“) fehlen dagegen eigene Studien zur Verträglichkeit. Beim Vergleich der Magnesiumformen ist damit nur Citrat in üblicher Menge gut auf Bekömmlichkeit geprüft, was es bei empfindlichem Darm zu einer naheliegenden Wahl macht. Eine kleinere Portion ersetzt der Formwechsel aber nicht.
So wurde gemessen
- Glycinat: kleine kontrollierte Studie, 12 Menschen nach einer Operation am Darm; Glycinat wurde besser toleriert als Oxid.11
- Citrat: kontrollierte Studie, 164 ältere Erwachsene, 450 mg pro Tag über 24 Wochen; Magen-Darm-Beschwerden wie mit Placebo. Teils von einem Rohstoffhersteller mitfinanziert.12
Überdosierung: Welche Symptome macht zu viel Magnesium im Blut?
Zu viel Magnesium im Blut, von Fachleuten Hypermagnesiämie genannt, macht anfangs kaum Beschwerden, später Schwindel, Übelkeit und Schwäche. Festgestellt wird es fast nur in Kliniken. Die ersten Zeichen sind vage. Ist der Wert nur leicht erhöht, fehlen Beschwerden oft ganz.13
| Magnesium im Blut | Anzeichen nach einer Übersichtsarbeit |
|---|---|
| etwa 0,7 bis 1,1 mmol/L | normal (laborabhängig) |
| bis 2,2 mmol/L | meist beschwerdefrei |
| 2,2 bis 3,5 mmol/L | Schwindel, Übelkeit, Verwirrtheit, Schwäche |
| über 3,5 mmol/L | Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, gerötete Haut, schwächere Reflexe, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, unscharfes Sehen, leichter Blutdruckabfall |
| über 6,5 mmol/L | Lebensgefahr, Notfall |
Die Grenzen schwanken je nach Labor, die Spannen stammen aus einer Übersichtsarbeit.13 Zum Vergleich: Präparate heben den Blutwert bei Gesunden kaum an.2 Wie ernst es trotzdem werden kann, zeigen Klinikpatienten aus Japan, die so viel Magnesium im Blut hatten, dass sie als Notfall an die Blutwäsche (Dialyse) mussten. Alle hatten Magnesiumoxid gegen Verstopfung genommen, und fast alle waren älter als 65 Jahre.14 Wer nach großen Mengen stark geschwächt oder benommen ist, sollte deshalb sofort ärztliche Hilfe holen.
So wurde gemessen
Kribbeln, Harndrang, gerötete Haut, Gewichtszunahme: Sind das Nebenwirkungen?
Diese Beschwerden passen meist nicht zu einem Zuviel an Magnesium. Kribbeln steht ebenso wenig auf der Liste der bekannten Folgen wie häufiges Wasserlassen, und bei sehr hohen Werten beschreibt die Literatur sogar das Gegenteil: Das Wasserlassen fällt schwer. Auch gerötete Haut tritt erst bei sehr hohen Werten auf. Von mehr Gewicht ist in der Übersicht keine Rede, und auch Schlafstörungen fehlen dort, denn sehr hohe Blutwerte machen eher schläfrig.13
Dass zu viel Magnesium den Schlaf stört, hat zudem keine Studie gezeigt. Deshalb lohnt sich bei solchen Beschwerden die Suche nach einer anderen Ursache.
So wurde gemessen
- Quelle: Symptomliste einer Übersichtsarbeit; Hautrötung und Schwierigkeiten beim Wasserlassen erst über 3,5 mmol/L, Kribbeln und Gewichtszunahme nicht aufgeführt.13
Schadet Magnesium der Leber, etwa bei Fettleber?
Für einen Schaden an der Leber gibt es keine Hinweise. Eine Auswertung mehrerer Studien fand mit Magnesium keinen Anstieg der Leberwerte,15 und auch bei einer Fettleber blieb ein Schaden aus. In einer kleinen Studie entwickelten sich die Leberwerte mit Magnesium genauso wie mit einem Scheinpräparat, besser wurden sie in beiden Gruppen, weil die Teilnehmenden abnahmen.23 Das passt ins Bild. Der Körper scheidet Magnesium ohnehin über die Nieren aus, nicht über die Leber,3 und wegen der Leber muss deshalb niemand auf Magnesium verzichten.
So wurde gemessen
Wer ist gefährdet? Niere, Alter und Abführmittel
Gefährdet sind vor allem Menschen mit schwachen Nieren, die große Mengen aus Abführ- oder Magenmitteln nehmen, während normale Nahrungsergänzungen dabei kaum eine Rolle spielen.316 Besondere Vorsicht ist bei fortgeschrittener Nierenerkrankung geboten, ebenso bei älteren Menschen, die jeden Tag magnesiumhaltige Abführmittel nehmen.1314 Selten bremsen auch eine Unterfunktion der Schilddrüse oder das Medikament Lithium die Ausscheidung.13
Wann es kritisch wird, zeigen Klinikpatienten, denen Magnesiumoxid verordnet wurde, denn bei ihnen stieg das Risiko mit schwächeren Nieren, mit sehr hohen Tagesmengen und mit langer Einnahme.17 Das Alter allein macht dagegen nicht anfällig. Hochbetagte, die Magnesium als Abführmittel bekamen, hatten keine zu hohen Blutwerte.1
Allerdings widersprechen sich die Befunde für Nierenkranke. Eine Übersicht hält Magnesium in den bisherigen Studien für sicher.18 Eine kontrollierte Studie begleitete dagegen Menschen mit weit fortgeschrittener Nierenschwäche ein Jahr lang, und mit Magnesium hatten sie fast viermal so oft Magen-Darm-Beschwerden und mehr schwere Zwischenfälle.19 Ob Magnesium diese Zwischenfälle ausgelöst hat, ist offen.
Wer zu dieser Gruppe gehört, sollte Magnesium deshalb nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt nehmen. Das gilt ausdrücklich auch für Abführ- und Magenmittel.
So wurde gemessen
- Risikofaktoren: Beobachtungsstudie mit 320 Klinikpatienten unter Magnesiumoxid; Risiko höher bei Nierenschwäche, ab 1.650 mg pro Tag und nach mehr als 36 Tagen.17
- Hochbetagte: 64 Menschen, im Mittel 81 Jahre, etwa 680 mg Magnesium pro Tag als Abführmittel, keine Hypermagnesiämie.1
- Nierenkranke: Übersichtsarbeit, keine schwere Hypermagnesiämie in Studien.18 Kontrollierte Studie mit 148 Menschen über 12 Monate: Magen-Darm-Beschwerden 35 gegenüber 9 Fällen, mehr schwere unerwünschte Ereignisse unter Magnesium.19
Magnesium und Medikamente: Welche Wechselwirkungen gibt es?
Im Darm kann Magnesium manche Mittel abfangen, vor allem einige Antibiotika. Es bindet die Wirkstoffe, sodass weniger davon ins Blut gelangt. Mit einer Überdosis hat das nichts zu tun, gemeint ist es aber oft, wenn nach Nebenwirkungen gefragt wird. Bei manchen Antibiotika senkten magnesiumhaltige Magenmittel die Aufnahme fast vollständig,20 und als Faustregel gilt deshalb, Magnesium vier Stunden vor oder zwei Stunden nach dem Antibiotikum zu nehmen.21
Auch das Schilddrüsenhormon Levothyroxin wurde in einem kleinen Versuch etwas schlechter aufgenommen.22 Lithium wiederum kann dafür sorgen, dass weniger Magnesium ausgeschieden wird.13 Wer Medikamente dauerhaft nimmt, sollte Magnesium deshalb mit Praxis oder Apotheke absprechen, zumal die Liste dessen, was man nicht zusammen mit Magnesium einnehmen sollte, über Antibiotika hinausreicht.
So wurde gemessen
Zu viel Magnesium genommen: Was tun?
Bei weichem Stuhl reicht es meist, weniger zu nehmen oder kurz zu pausieren und dabei genug zu trinken. Nach wenigen Tagen ist das in der Regel vorbei.1 Wurde versehentlich deutlich mehr geschluckt und geht es einem gut, sollten die nächsten Portionen ausfallen, den Rest erledigen gesunde Nieren.3 Anders sieht es bei einer Nierenerkrankung oder nach großen Mengen Abführmittel aus, denn dann ist ein Anruf in der Arztpraxis oder beim Giftnotruf ratsam.
Sicherheitshinweis
Starke Schwäche, Benommenheit, Verwirrtheit, ein auffallend langsamer Puls oder Atemnot nach größeren Mengen Magnesium sind ein Notfall. Dann ist sofort ärztliche Hilfe nötig, notfalls über die 112. Zu viel Magnesium im Blut lässt sich nur per Blutprobe feststellen.
Wie schädlich ist zu viel Magnesium?
Gesunden Erwachsenen schadet ein Zuviel an Magnesium kaum. Bis 250 mg aus Präparaten sind nach heutigem Wissen weder Durchfall noch auffällige Blutwerte zu erwarten.1 Darüber droht weicher Stuhl, aber keine Vergiftung, und ernst wird es fast nur bei kranken Nieren oder großen Mengen aus Abführ- und Magenmitteln.316
Doch vollständig ist das Wissen nicht. Die EU-Grenze stammt von 2001 und wurde seitdem nicht neu bewertet. Was über zu viel Magnesium im Blut bekannt ist, stammt zudem meist aus Fallberichten und Klinikstudien mit kranken oder sehr alten Menschen, die weit mehr bekamen als ein übliches Präparat.1417
Für die Gesamtbewertung von Magnesium heißt das: Bei Gesunden ist die Sicherheitsfrage beantwortet, bei Nierenkranken noch nicht. Wer nierenkrank ist, sollte die Einnahme deshalb immer ärztlich begleiten lassen.
So wurde gemessen
Unsere Einordnung
Für Gesunde zählt Magnesium zu den verträglichsten Nahrungsergänzungen. Seine typische Nebenwirkung ist harmlos und lässt sich selbst steuern. Bei Nierenerkrankungen oder Dauermedikamenten gehört die Einnahme vorher in die ärztliche Sprechstunde.
Häufige Fragen
Sind 400 mg Magnesium täglich zu viel?
Als Summe aus Essen und Präparat nicht, denn das liegt ungefähr beim Tagesbedarf. Stammen die 400 mg vollständig aus Nahrungsergänzung, überschreiten sie die EU-Obergrenze von 250 mg und den US-Wert von 350 mg, und Durchfall wird wahrscheinlicher.
Macht Magnesium dick?
Belege dafür fehlen. Fachübersichten führen eine Gewichtszunahme nicht unter den Folgen eines Zuviels auf.
Kann man Magnesium auf nüchternen Magen nehmen?
Das geht, vertragen wird Magnesium aber besser zum Essen und in mehreren kleineren Portionen. Bei Neigung zu weichem Stuhl ist die Einnahme auf leeren Magen ungünstig.
Wie lange hält Durchfall durch Magnesium an?
So lange, bis das nicht aufgenommene Magnesium den Darm verlassen hat. Wird die Menge gesenkt oder das Mittel weggelassen, hört er meist von selbst auf.
Darf man mit Nierenerkrankung Magnesium nehmen?
Nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Arbeiten die Nieren eingeschränkt, kann sich Magnesium im Blut ansammeln, auch aus magnesiumhaltigen Abführ- und Magenmitteln.
Was passiert, wenn man zu viel Magnesium nimmt?
Meist wird der Stuhl weich, bis hin zu Durchfall. Das ist mild und hört auf, sobald die Menge sinkt oder das Mittel wegfällt.
Kann ein gesunder Mensch Magnesium überdosieren?
Mit Präparaten in üblicher Menge kaum. Gesunde Nieren scheiden den Überschuss über den Urin aus. Zu hohe Blutwerte, also eine Vergiftung, entstehen fast nur, wenn schwache Nieren auf große Mengen aus Abführ- oder Magenmitteln treffen.
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Alle Themen zu Magnesium
Alle 25 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SCF 2001 (EFSA 2006), Behördengutachten | Bewertung der EU-Lebensmittelsicherheit | Obergrenze 250 mg/Tag aus Nahrungsergänzung, Wasser und angereicherten Lebensmitteln; Nahrung ausgenommen; Durchfall ab ca. 360 mg bei wenigen | Behördengutachten |
| 2 | Zhang et al. 2016, J Nutr | 48 kontrollierte Studien, 2.131 Personen | Blutwert steigt mit Nahrungsergänzung im Mittel nur um 0,04 mmol/L | Meta-Analyse |
| 3 | Van Laecke 2018, Acta Clin Belg | Übersichtsarbeit | Schwere Hypermagnesiämie fast nur bei Nierenschwäche plus viel Magnesium | Review |
| 4 | Institute of Medicine 1997, US-Referenzwerte | US-Referenzwerte | Obergrenze 350 mg/Tag aus Nahrungsergänzung | Behördengutachten |
| 5 | DGE 2021, Referenzwerte | Referenzwerte für Deutschland | 300 mg (Frauen), 350 mg (Männer) pro Tag aus allen Quellen | Offizielle Empfehlung |
| 6 | Costello et al. 2023, Adv Nutr | 10 Studien 1997 bis 2022, 128 bis 1.200 mg/Tag | In 7 von 10 Studien Durchfall nicht häufiger als mit Placebo; finanziert von einem Magnesium-Verein | Übersicht |
| 7 | Lutsey et al. 2018, Nutrients | 59 Erwachsene, 400 mg als Oxid, 10 Wochen | Verdauungsveränderungen bei 50 % gegenüber 7 % mit Placebo, 1 Abbruch | Kontrollierte Pilotstudie |
| 8 | Mori et al. 2021, Nutrients | Übersichtsarbeit | Magnesiumoxid wirkt abführend, weil es Wasser im Darm hält | Review |
| 9 | Fine et al. 1991, N Engl J Med | 359 Menschen mit chronischem Durchfall | Bei 4,2 % war zu viel Magnesium eine wichtige Ursache | Diagnosestudie |
| 10 | Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, LMIV, Anhang III | EU-Recht | Warnhinweis bei mehr als 10 % Zuckeraustauschstoffen | Rechtsgrundlage |
| 11 | Schuette et al. 1994, JPEN | 12 Patienten nach Darmoperation | Glycinat besser vertragen als Magnesiumoxid | Kleine kontrollierte Studie |
| 12 | Schutten et al. 2022, J Am Heart Assoc | 164 ältere Erwachsene, 450 mg/Tag als Citrat, 24 Wochen | Magen-Darm-Beschwerden wie mit Placebo; teils von einem Rohstoffhersteller mitfinanziert | Kontrollierte Studie |
| 13 | Aalhamad et al. 2023, Medicina | Übersichtsarbeit | Normbereich, Symptome je Blutwert, Ursachen einer Hypermagnesiämie | Review |
| 14 | Nishikawa et al. 2018, Acute Med Surg | 15 Klinikpatienten mit Notfall-Dialyse | Alle hatten Magnesiumoxid genommen, 14 waren über 65 Jahre | Fallserie |
| 15 | Leyva-Velázquez et al. 2026, Nutr Metab Cardiovasc Dis | 7 Studien | Leberwerte stiegen mit Magnesium nicht an | Meta-Analyse |
| 16 | Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc | Übersichtsarbeit | Hypermagnesiämie vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion und Magnesium-Arzneimitteln | Review |
| 17 | Wakai et al. 2019, J Pharm Health Care Sci | 320 Klinikpatienten mit Magnesiumoxid | Risiko steigt bei Nierenschwäche, ab 1.650 mg/Tag und nach über 36 Tagen | Beobachtungsstudie |
| 18 | Vermeulen et al. 2023, Nutrients | Übersichtsarbeit zu Nierenerkrankung | Magnesium in Studien sicher gegeben, keine schwere Hypermagnesiämie | Review |
| 19 | Bressendorff et al. 2023, J Am Soc Nephrol | 148 Menschen mit fortgeschrittener Nierenschwäche, 12 Monate | Mehr Magen-Darm-Beschwerden und schwere Ereignisse mit Magnesium | Kontrollierte Studie |
| 20 | Gugler & Allgayer 1990, Clin Pharmacokinet | Übersichtsarbeit | Säurebinder senken die Aufnahme von Tetracyclinen um über 90 %, von Ciprofloxacin/Ofloxacin um 50 bis 90 % | Review |
| 21 | Ogawa & Echizen 2011, Drugs | Übersichtsarbeit | Antibiotika: Magnesium 4 h vorher oder 2 h nachher | Review |
| 22 | Attinger et al. 2025, Clin Transl Sci | 15 Gesunde | Schilddrüsenhormon: bis 12 % weniger Aufnahme | Kleine Studie |
| 23 | Karandish et al. 2013, J Res Med Sci | 68 Erwachsene mit nicht-alkoholischer Fettleber, 350 mg/Tag, 90 Tage | Leberwerte mit Magnesium wie mit Placebo; Besserung in beiden Gruppen durch Abnehmen | Kontrollierte Studie |
| 24 | DailyMed (NLM) 2026, US-Packungstext, Magnesiumcitrat-Lösung | Rezeptfreies Abführmittel, Erwachsene | Stuhlgang meist nach einer halben bis sechs Stunden | Amtliche Arzneimittelinformation |
| 25 | DailyMed (NLM) 2026, US-Packungstext, Magnesiumsulfat (Bittersalz) | Rezeptfreies Abführmittel, Erwachsene | Stuhlgang meist nach einer halben bis sechs Stunden | Amtliche Arzneimittelinformation |
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