Die kurze Antwort
Schwangere und Stillende brauchen 300 mg Magnesium am Tag, also nicht mehr als andere Frauen. So sehen es die europäische Lebensmittelbehörde und die DGE. Aus Präparaten gelten bis 250 mg täglich als unbedenklich, 400 oder 800 mg sollten nur nach ärztlichem Rat genommen werden. Ob Magnesium gegen Wadenkrämpfe hilft, ist unklar. Vor jeder Einnahme lohnt sich ein Gespräch mit Frauenarztpraxis oder Hebamme.
Auf dieser Seite 7 Abschnitte
- Wie viel Magnesium in der Schwangerschaft?
- Welches Magnesium in der Schwangerschaft?
- Hilft Magnesium bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft?
- Wie lange? Trimester, Geburt und Klinik
- Magnesium in der Stillzeit
- Magnesium für Kinder: Bedarf und Dosierung
- Magnesium in den Wechseljahren und bei Periodenschmerzen
Spätestens ab der Mitte der Schwangerschaft hat fast jede Frau den Tipp gehört: Magnesium hilft gegen die Krämpfe und schadet dem Kind nicht. Gut gemeint ist das sicher. Doch die Studien stützen den Rat nur zum Teil, denn einen höheren Bedarf gibt es kaum, bei den nächtlichen Wadenkrämpfen widersprechen sich die Versuche, und manche übliche Dosis ist ohne ärztliche Begleitung zu hoch. Für Kinder und für Frauen in den Wechseljahren sieht die Datenlage ähnlich mager aus.
Rücksprache
In Schwangerschaft und Stillzeit sollte jedes Magnesiumpräparat vorher mit Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme besprochen werden, bei Kindern mit der Kinderarztpraxis. Arbeiten die Nieren schlechter, kann sich das Mineral im Körper ansammeln.20
Wie viel Magnesium in der Schwangerschaft?
Schwangere brauchen 300 Milligramm am Tag, also so viel wie andere Frauen auch. Dabei ist alles zusammen gemeint, vom Essen über das Mineralwasser bis zu einem möglichen Präparat. Die europäische Lebensmittelbehörde fand keinen Grund für einen höheren Bedarf,1 und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kommt auf denselben Wert.2 Eine Übersichtsarbeit vermutet zwar mehr Bedarf. Doch ihre Autorinnen räumen selbst ein, dass ein Bluttest den Magnesiumvorrat nur grob zeigt.6
Das Kind selbst braucht erstaunlich wenig. Ein reifes Neugeborenes enthält im ganzen Körper nur rund 0,8 Gramm Magnesium, und das meiste davon lagert es im letzten Drittel der Schwangerschaft ein.4 Trotzdem kann es knapp werden, nur eben bei der Mutter. In der Nationalen Verzehrsstudie mit über fünfzehntausend Befragten erreichten 29 Prozent der Frauen den Richtwert nicht.5 Ein Magnesiummangel ist damit allerdings nicht bewiesen, denn der Richtwert beruht auf dem, was Gesunde im Schnitt essen.1
| Was | Wert pro Tag |
|---|---|
| Bedarf in Schwangerschaft und Stillzeit | 300 mg12 |
| Obergrenze aus Präparaten, angereicherten Lebensmitteln und Wasser mit Zusatz | 250 mg3 |
| Magnesium aus normalem Essen | keine Obergrenze3 |
Die Grenze für Präparate gilt ausdrücklich auch für Schwangere und Stillende. Das ist wichtig. Diese Grenze schützt vor allem den Darm, weil größere Mengen den Stuhl weich machen, und wenn im Multivitamin für Schwangere schon Magnesium steckt, zählt das selbstverständlich mit.3 Gute Quellen auf dem Teller sind dagegen Nüsse, Kerne, Haferflocken, Vollkornbrot, Linsen, Bohnen und grünes Gemüse, wie die Liste zu Magnesium in Lebensmitteln zeigt. Für die meisten Schwangeren lohnt es sich also, zuerst auf das Essen zu achten und ein Präparat nur nach Rücksprache zu ergänzen.
Sind 400 oder gar 800 mg Magnesium zu viel?
Ohne ärztlichen Rat sind beide Mengen zu viel, denn sie liegen klar über der Grenze, die für Präparate als sicher gilt.3 Anders ist es, wenn eine Ärztin mehr verordnet. Dann gibt es dafür einen Grund. Selbst die Studien zu Krämpfen kamen allerdings mit deutlich weniger aus.811
Auf der Packung zählt dabei nur der reine Magnesiumanteil aus der Nährwerttabelle. Das Gewicht der ganzen Verbindung liegt viel höher und führt leicht in die Irre. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick darauf, wie viel Magnesium pro Tag wirklich sinnvoll ist.
So wurde gemessen
Welches Magnesium in der Schwangerschaft?
Eine Form, die speziell für Schwangere besser wäre, gibt es nicht. Zwar nimmt der Körper allgemein Citrat oder Glycinat leichter auf als Oxid.7 Doch bei Schwangeren, die in Studien Bisglycinat, Citrat oder Lactat bekamen, half das Präparat mal und mal nicht, ohne dass sich dabei ein Muster nach der Form zeigte.81112
Praktisch hilft ein anderes Detail: Eisen und Magnesium vertragen sich besser, wenn sie zu verschiedenen Mahlzeiten kommen. Die Frage, welches Magnesium am besten ist, entscheidet sich in der Schwangerschaft deshalb vor allem an der Verträglichkeit.
So wurde gemessen
Hilft Magnesium bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft?
Ob Magnesium hier hilft, ist unklar, denn die Studien widersprechen sich. Am meisten Hoffnung macht ein Versuch in Thailand. Dort bekamen Schwangere mit Krämpfen einen Monat lang Magnesium oder ein Scheinpräparat, also eine Tablette ohne Wirkstoff. In beiden Gruppen wurden die Krämpfe seltener, mit Magnesium allerdings bei mehr Frauen, und Nebenwirkungen gab es in beiden Gruppen gleich oft.8 Das klingt gut. Eine ältere Studie aus Schweden wies in eine ähnliche Richtung.9
Auffällig ist dabei die Gruppe ohne Wirkstoff, denn auch dort gingen die Krämpfe oft deutlich zurück.8 Andere Versuche fielen ernüchternd aus. So halfen in Norwegen und in Brasilien die Tabletten nicht besser als das Scheinpräparat.1112 Fasst man mehrere Studien zusammen, wurden die Krämpfe insgesamt nicht seltener.13 Dazu passt, dass die bekannte Cochrane-Gruppe die Studien sogar für zu unterschiedlich hält, um sie gemeinsam auszuwerten. Immerhin traten unerwünschte Wirkungen nicht häufiger auf als ohne Wirkstoff.10
Was bleibt, ist ein offenes Bild. Ein Versuch mit Magnesium ist deshalb vertretbar, sollte aber vorher abgesprochen werden. Bleiben die Beschwerden, lohnt der Blick auf andere Ursachen, denn Krämpfe trotz Magnesium sind häufig.
So wurde gemessen
- Thailand: 86 Schwangere, 300 mg Magnesiumbisglycinat pro Tag, 4 Wochen; Krämpfe mindestens halbiert bei 86 % mit Magnesium und 61 % mit Placebo; Nebenwirkungen gleich.8
- Schweden: 73 Schwangere, 3 Wochen; weniger Beschwerden als mit Placebo.9
- Norwegen: 38 Schwangere, 2 Wochen lang 360 mg Lactat/Citrat; gleiches Ergebnis wie mit Placebo.11
- Brasilien: 132 Schwangere, 300 mg Magnesiumcitrat, 4 Wochen; kein Unterschied.12
- Meta-Analyse: 4 Studien, 332 Schwangere; Häufigkeit insgesamt nicht verringert.13
- Cochrane-Review: 8 Studien, 576 Schwangere; uneinheitlich, niedrige Aussagekraft, keine gepoolte Auswertung möglich; Nebenwirkungen wie Placebo.10
Unsere Einordnung
Ein Versuch mit Magnesium bei Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft ist vertretbar und meist gut verträglich, ein nachgewiesenes Mittel ist es nicht. Abgesprochen werden sollte er mit Frauenärztin oder Hebamme. Ist ein Bein geschwollen, gerötet oder warm, braucht es zeitnah eine ärztliche Untersuchung.
Wie lange? Trimester, Geburt und Klinik
Die Menge bleibt von der ersten bis zur letzten Woche gleich.12 Zwar sammelt das Kind seine Mineralstoffe vor allem im letzten Drittel an.4 Daraus folgt aber keine höhere Menge zum Ende. Oft hört man auch die Sorge, Magnesium kurz vor dem Termin könne die Wehen bremsen. Belege dafür gibt es keine. Im Gegenteil versuchten Studien nach vorzeitigen Wehen, eine Frühgeburt mit Magnesium hinauszuzögern, und das gelang nicht, übrig blieb vor allem mehr Durchfall.16
Spannender ist die Frage, ob Tabletten Komplikationen vorbeugen. Eine Auswertung mehrerer Studien fand unter Magnesium seltener eine Präeklampsie, also eine ernste Form von hohem Blutdruck in der Schwangerschaft.32 Bei Frauen ohne besonderes Risiko war das allein aber nicht sicher. Auch für Frühgeburten kam eine zweite Auswertung zu einem günstigen Ergebnis.33 Die Cochrane-Gruppe sah dagegen keinen klaren Unterschied.14 Deshalb stufen wir beide Wirkungen als „wahrscheinlich“ ein, nicht als „belegt“.
Auch bei Todesfällen rund um die Geburt und bei zu kleinen Babys fand Cochrane nichts.14 Ebenso wenig brachte der bisher größte einzelne Versuch einen Vorteil: Schwangere mit erhöhtem Risiko nahmen bis zur Geburt Magnesium, hatten danach aber nicht weniger Komplikationen.15 Daraus lässt sich eine Einnahme für alle zur Vorsorge nicht ableiten.
Etwas ganz anderes ist Magnesium als Infusion im Kreißsaal, hoch dosiert und ärztlich überwacht. Bei schwerer Präeklampsie senkt sie die Gefahr eines Krampfanfalls, der sogenannten Eklampsie, um mehr als die Hälfte, wobei Nebenwirkungen in fast einem Viertel der Fälle auftreten.17 Droht eine sehr frühe Geburt, schützt sie offenbar auch das Gehirn des Kindes.18 Mit einer Kapsel aus der Drogerie hat das nichts zu tun. Wer ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie hat, sollte deshalb in der Vorsorge besprechen, ob Magnesium sinnvoll ist.
So wurde gemessen
- Vorzeitige Wehen: Cochrane-Review, 4 Studien, 422 Frauen; Magnesium-Erhaltungstherapie ohne Unterschied bei Frühgeburten, mehr Durchfall.16
- Präeklampsie: Meta-Analyse, 7 kontrollierte Studien, 2.653 Schwangere; seltener mit Magnesium (RR 0,76), bei normalem Risiko allein nicht signifikant.32
- Frühgeburt: Meta-Analyse, 6 kontrollierte Studien, 3.068 Schwangere; seltener mit Magnesium (RR 0,58); eine Mitautorin aus einem Magnesium-Forschungsverein.33
- Cochrane-Review: 10 Studien, 9.090 Schwangere; seltener Krankenhausaufenthalte; kein sicherer Unterschied bei Präeklampsie (3 Studien), Frühgeburt (7 Studien), Sterblichkeit rund um die Geburt (5 Studien) und zu kleinen Kindern (3 Studien).14
- BRAMAG: 829 Risikoschwangere, 300 mg Magnesiumcitrat bis zur Geburt; kein Unterschied bei Komplikationen.15
- Infusion bei Präeklampsie: Cochrane-Review, 6 Studien, 11.444 Frauen; Eklampsie-Risiko mehr als halbiert, 24 % Nebenwirkungen.17
- Drohende Frühgeburt vor der 34. Woche: Cochrane-Review, 6 Studien, 5.917 Frauen; seltener Zerebralparese beim Kind.18
Magnesium in der Stillzeit
Auch nach der Geburt bleibt es bei 300 Milligramm am Tag,12 und die Grenze für Präparate ändert sich ebenfalls nicht.3 Interessant ist die Muttermilch selbst. Denn ihr Magnesiumgehalt hängt kaum davon ab, was die Mutter isst oder zusätzlich einnimmt.19 Ein Präparat versorgt also die Mutter, nicht das Baby, und auch in der Stillzeit empfiehlt sich vorher ein kurzes Gespräch mit Hebamme oder Ärztin.
So wurde gemessen
Magnesium für Kinder: Bedarf und Dosierung
Eine allgemeine Dosis für Präparate bei Kindern gibt es nicht. Festgelegt ist nur, wie viel Kinder insgesamt brauchen und wie viel höchstens aus Präparaten kommen darf.
| Alter | EFSA1 | DGE2 |
|---|---|---|
| 1 bis unter 3 bzw. 4 Jahre | 170 mg | 170 mg |
| 4 bis unter 7 Jahre | 230 mg | 190 mg |
| 7 bis unter 10 Jahre | 230 mg | 240 mg |
| 15 bis unter 18 bzw. 19 Jahre | 300 mg (Jungen), 250 mg (Mädchen) | 330 mg (Jungen), 260 mg (Mädchen) |
Erst ab dem vierten Geburtstag liegt die Grenze für Präparate bei 250 Milligramm am Tag. Für Kinder zwischen ein und drei Jahren gibt es gar keine Grenze, weil die Daten fehlen.3 Dabei haben Kinder, die normal essen, selten einen Mangel.2 Das zeigt auch die deutsche KiESEL-Studie mit 890 Kindern zwischen ein und fünf Jahren, die im Schnitt auf drei Viertel bis knapp neun Zehntel des europäischen Schätzwerts kamen.21 Weil dieser Wert großzügig bemessen ist, folgt daraus noch kein Mangel.
Unterschätzt werden dagegen Abführmittel mit Magnesium. Das kann ernste Folgen haben. So bekam ein Mädchen von 20 Monaten vier Tage lang Magnesiumoxid gegen Verstopfung und musste danach mit stark erhöhten Blutwerten in die Klinik, wo es sich aber vollständig erholte.22 Präparate sollten Kleinkinder deshalb nur bekommen, wenn die Kinderärztin dazu rät.
Magnesium für Kinder mit Tics: Hilft es?
Dass Magnesium bei Tics hilft, ist nicht belegt. In einer kleinen Studie aus Spanien bekamen Kinder mit Tourette-Syndrom drei Monate lang Magnesium und Vitamin B6, und ihre Tics wurden danach deutlich schwächer.23 Eine Vergleichsgruppe fehlte aber, sodass offen bleibt, ob die Tics auch ohne das Präparat mit der Zeit von allein schwächer geworden wären. Zweifel weckt auch das Blut: Kinder mit Tics hatten genauso viel Magnesium im Blut wie gesunde Kinder.24 Am besten hilft nach heutigem Wissen eine spezielle Verhaltenstherapie.25 Erste Anlaufstelle sollte deshalb die Kinderarztpraxis sein, nicht die Drogerie.
So wurde gemessen
- Tourette-Studie: Kinder von 7 bis 14 Jahren, Magnesium + Vitamin B6, 90 Tage, offene Studie ohne Vergleichsgruppe; Tic-Wert von 26,7 auf 12,9 gesunken.23
- Blutwerte: rückblickende Auswertung, 1.204 Kinder mit Tics und 1.220 gesunde Kinder; kein Unterschied.24
- Verhaltenstherapie: systematische Übersicht der American Academy of Neurology; mit hoher Sicherheit wirksam.25
Magnesium in den Wechseljahren und bei Periodenschmerzen
Der Bedarf bleibt gleich, und gegen typische Beschwerden ist Magnesium nicht belegt. Auch in den Wechseljahren gelten 300 Milligramm am Tag.12 Was die Studien zu den einzelnen Beschwerden zeigen, ist eine Geschichte von Hoffnungen, die sich oft nicht bestätigten.
Hilft Magnesium gegen Hitzewallungen?
Wohl kaum, denn die einzige gute Studie fand keinen Effekt. Zuerst sah es allerdings vielversprechend aus. Dabei hatten Frauen nach einer Brustkrebsbehandlung in einer kleinen Studie nach einem Monat fast halb so viele Hitzewallungen.26 Eine Vergleichsgruppe fehlte jedoch. Dann wurde die Frage an viel mehr Frauen mit Scheinpräparat geprüft, und Magnesium wirkte nicht besser, machte aber öfter Durchfall.27
Für die Knochen gibt es nur Beobachtungen, und die sind zwiespältig. Frauen, die viel Magnesium aßen, hatten an der Hüfte etwas dichtere Knochen, brachen sich aber nicht seltener etwas.28 Ob Präparate die Knochen stärken, hat keine Studie mit Scheinpräparat geprüft. Bei Hitzewallungen ist die gynäkologische Sprechstunde deshalb der bessere Weg.
So wurde gemessen
- Pilotstudie: 25 Frauen nach Brustkrebs, 400 bis 800 mg Magnesiumoxid, 4 Wochen, ohne Placebo; Hitzewallungen von 52 auf 28 pro Woche (−41 %).26
- Placebostudie: 289 Frauen nach Brustkrebs erhielten 800 oder 1.200 mg Magnesiumoxid oder Placebo; Hitzewallungen gleich, Durchfall häufiger.27
- Knochen: Beobachtungsstudie mit 73.684 Frauen nach den Wechseljahren; bei der höchsten Zufuhr lag die Knochendichte an der Hüfte um 3 % höher, Knochenbrüche traten aber nicht seltener auf.28
Blähbauch in den Wechseljahren und Periodenschmerzen: Hilft Magnesium?
Vor der Periode kann Magnesium etwas helfen, für die Wechseljahre fehlen Studien, und bei Schmerzen gibt es nur erste Hinweise, bei der Stimmung ist es unklar. Spannt der Bauch vor der Periode, steckt oft eingelagertes Wasser dahinter. In einer Studie hatten Frauen mit Magnesium im zweiten Monat weniger Wasser im Gewebe, weniger Spannen in der Brust und weniger Blähbauch.29 Für Blähungen nach den Wechseljahren fehlt dagegen eine solche Studie.
Bei Regelschmerzen fand eine ältere Cochrane-Übersicht einige kleine Studien, in denen Magnesium besser abschnitt als ein Scheinpräparat. Doch die neuere Fassung führt Magnesium gar nicht mehr auf.30 Das sind erste Hinweise, aber zu wenige und zu kleine Studien. Für Reizbarkeit und gedrückte Stimmung vor der Periode reichen die Belege nach einer neueren Übersicht nicht aus.31 Ein neuer, bleibender Blähbauch nach den Wechseljahren sollte ärztlich untersucht werden, und bei starken Regelschmerzen ist das ebenfalls ratsam.
So wurde gemessen
- Blähbauch: 38 Frauen, 200 mg Magnesium oder Placebo über 2 Zyklen; Effekt erst im 2. Monat.29
- Regelschmerzen: Cochrane-Review mit 7 Studien, 3 davon prüften Magnesium und fanden einen Vorteil gegenüber Placebo; die Neufassung von 2016 enthält Magnesium nicht mehr.30
- PMS: systematischer Review, 31 kontrollierte Studien; Magnesium bei seelischen PMS-Beschwerden nicht ausreichend belegt.31
Häufige Fragen
Darf man in der Schwangerschaft Magnesium nehmen?
In üblichen Mengen spricht nichts dagegen. Die Höchstmenge für Präparate gilt ausdrücklich auch für Schwangere. Abgesprochen werden sollte es trotzdem, gerade wenn schon ein Multivitamin mit Magnesium im Schrank steht.
Muss Magnesium am Ende der Schwangerschaft abgesetzt werden?
Dass Tabletten die Geburt verzögern, ist nicht belegt. Ob die Einnahme bis zum Schluss weiterläuft, sollte mit der Hebamme geklärt werden.
Ändert sich der Bedarf im zweiten oder dritten Trimester?
Nein, der Richtwert bleibt von der ersten bis zur letzten Woche gleich. Die Frage kommt meist in der zweiten Hälfte auf, weil dann Wadenkrämpfe häufiger werden.
Hilft Magnesium bei Regelschmerzen?
Einige ältere, kleine Studien sahen weniger Schmerzen als mit einem Scheinpräparat. Heftige Schmerzen jeden Monat sollten ärztlich abgeklärt werden, zum Beispiel auf Endometriose.
Weiterlesen




Alle Themen zu Magnesium
Alle 33 Quellen
| # | Studie | Wer / was | Ergebnis | Typ |
|---|---|---|---|---|
| 1 | EFSA NDA Panel 2015, EFSA Journal | Ernährungserhebungen aus 9 EU-Ländern | Frauen 300 mg; kein Mehrbedarf in Schwangerschaft und Stillzeit; Kinderwerte nach Alter | Offizielle Bewertung |
| 2 | DGE, ÖGE, SGE 2021, Referenzwerte Magnesium | Schätzwerte | Schwangere und Stillende 300 mg; Kinderwerte nach Alter; Mangel bei üblicher Ernährung selten | Offizielle Referenzwerte |
| 3 | SCF 2001 (EFSA 2006), Behördengutachten | Bewertung der Obergrenzen | 250 mg/Tag aus Nahrungsergänzung, auch für Schwangere, Stillende und Kinder ab 4 Jahren; für 1 bis 3 Jahre keine Obergrenze | Behördengutachten |
| 4 | Kovacs 2016, Physiol Rev | Übersichtsarbeit zum Mineralstoffwechsel | reifes Neugeborenes enthält rund 0,8 g Magnesium; Großteil im letzten Drittel eingelagert | Review |
| 5 | Max Rubner-Institut 2008, Nationale Verzehrsstudie II | 15.371 Befragte | 29 % der Frauen unter dem Referenzwert | Bundesweite Erhebung |
| 6 | Dalton et al. 2016, Nutr Rev | Übersichtsarbeit | sieht höheren Bedarf in der Schwangerschaft; Status im Blut nur ungenau messbar | Review |
| 7 | Pardo et al. 2021, Nutrition | 14 Vergleichsstudien | organische Formen besser aufgenommen als anorganische | Systematischer Review |
| 8 | Supakatisant & Phupong 2015, Matern Child Nutr | 86 Schwangere, Magnesiumbisglycinat 300 mg/Tag, 4 Wochen | Krämpfe halbiert bei 86 % vs. 61 % (Placebo); Nebenwirkungen gleich | Kontrollierte Studie |
| 9 | Dahle et al. 1995, Am J Obstet Gynecol | 73 Schwangere, 3 Wochen | weniger Beschwerden durch Krämpfe als mit Placebo | Kontrollierte Studie |
| 10 | Luo et al. 2020, Cochrane Database Syst Rev | 8 Studien, 576 Schwangere | Ergebnisse uneinheitlich, niedrige Aussagekraft; Nebenwirkungen wie Placebo | Cochrane-Review |
| 11 | Nygaard et al. 2008, Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol | 38 Schwangere, 360 mg Magnesiumlactat/-citrat, 2 Wochen | kein Unterschied zu Placebo | Kontrollierte Studie |
| 12 | de Araújo et al. 2020, PLoS ONE | 132 Schwangere, Magnesiumcitrat 300 mg/Tag, 4 Wochen | kein Unterschied zu Placebo | Kontrollierte Studie |
| 13 | Liu et al. 2021, Taiwan J Obstet Gynecol | 4 Studien, 332 Schwangere | Häufigkeit der Krämpfe insgesamt nicht verringert | Meta-Analyse |
| 14 | Makrides et al. 2014, Cochrane Database Syst Rev | 10 Studien, 9.090 Schwangere | seltener Krankenhausaufenthalte; Hauptziele in den besten Studien unverändert; kein sicherer Unterschied bei Präeklampsie (3 Studien), Frühgeburt (7 Studien), Sterblichkeit rund um die Geburt (5 Studien) und zu kleinen Kindern (3 Studien) | Cochrane-Review |
| 15 | de Araújo et al. 2020 (BRAMAG), BMC Pregnancy Childbirth | 829 Risikoschwangere, Magnesiumcitrat 300 mg bis zur Geburt | kein Unterschied bei Komplikationen für Mutter und Kind | Kontrollierte Studie |
| 16 | Han et al. 2013, Cochrane Database Syst Rev | 4 Studien, 422 Frauen nach vorzeitigen Wehen | Magnesium-Erhaltungstherapie: kein Unterschied bei Frühgeburten; mehr Durchfall | Cochrane-Review |
| 17 | Duley et al. 2010, Cochrane Database Syst Rev | 6 Studien, 11.444 Frauen mit Präeklampsie | Magnesiumsulfat in der Klinik: Eklampsie-Risiko mehr als halbiert; 24 % Nebenwirkungen | Cochrane-Review |
| 18 | Shepherd et al. 2024, Cochrane Database Syst Rev | 6 Studien, 5.917 Frauen mit drohender Frühgeburt vor der 34. Woche | Magnesiumsulfat in der Klinik: seltener Zerebralparese beim Kind | Cochrane-Review |
| 19 | Dórea 2000, J Am Coll Nutr | Übersicht über Muttermilch-Analysen | Median 31 mg/l; kaum abhängig von Ernährung und Ergänzung der Mutter | Review |
| 20 | Rosner et al. 2023, Mayo Clin Proc | Übersichtsarbeit | Anreicherung bei eingeschränkter Nierenfunktion | Review |
| 21 | Burgard et al. 2024, Front Nutr (KiESEL) | 890 Kinder von 1 bis 5 Jahren | mittlere Magnesiumzufuhr 74 bis 89 % des EFSA-Schätzwerts | Verzehrsstudie |
| 22 | Araki et al. 2021, J Med Case Rep | ein 20 Monate altes Kind, Magnesiumoxid gegen Verstopfung | stark erhöhte Blutwerte, vollständige Erholung | Fallbericht |
| 23 | García-López et al. 2008, Med Clin (Barc) | Kinder von 7 bis 14 Jahren mit Tourette-Syndrom, Magnesium + Vitamin B6, 90 Tage | Tic-Wert von 26,7 auf 12,9 gesunken | Offene Studie ohne Vergleichsgruppe |
| 24 | Qian et al. 2019, Front Neurol | 1.204 Kinder mit Tics, 1.220 gesunde Kinder | kein Unterschied beim Magnesium im Blut | Rückblickende Auswertung |
| 25 | Pringsheim et al. 2019, Neurology | systematische Übersicht der American Academy of Neurology | Verhaltenstherapie für Tics mit hoher Sicherheit wirksam | Leitlinien-Übersicht |
| 26 | Park et al. 2011, Support Care Cancer | 25 Frauen nach Brustkrebs, 400 bis 800 mg Magnesiumoxid, 4 Wochen | Hitzewallungen von 52 auf 28 pro Woche (−41 %) | Pilotstudie ohne Placebo |
| 27 | Park et al. 2015, Menopause | 289 Frauen nach Brustkrebs, 800 oder 1.200 mg Magnesiumoxid | kein Unterschied zu Placebo; mehr Durchfall | Kontrollierte Studie |
| 28 | Orchard et al. 2014, Am J Clin Nutr | 73.684 Frauen nach den Wechseljahren | Hüft-Knochendichte 3 % höher bei viel Magnesium; Brüche nicht seltener | Beobachtungsstudie |
| 29 | Walker et al. 1998, J Womens Health | 38 Frauen, 200 mg Magnesium, 2 Zyklen | im 2. Monat weniger Wassereinlagerung, Brustspannen, Blähbauch | Kontrollierte Studie |
| 30 | Proctor & Murphy 2001, Cochrane Database Syst Rev | 7 Studien, davon 3 zu Magnesium | Magnesium wirksamer als Placebo bei Regelschmerzen; Nachfolgefassung 2016 ohne Magnesium | Cochrane-Review |
| 31 | Robinson et al. 2024, Nutr Rev | 31 kontrollierte Studien zu Ernährung und PMS | Magnesium bei seelischen PMS-Beschwerden nicht ausreichend belegt | Systematischer Review |
| 32 | Yuan et al. 2022, Biol Trace Elem Res | 7 kontrollierte Studien, 2.653 Schwangere, Magnesium zum Einnehmen | Präeklampsie seltener (RR 0,76); bei Schwangeren mit normalem Risiko allein nicht signifikant | Meta-Analyse |
| 33 | Zhang et al. 2021, Nutr Rev | 6 kontrollierte Studien, 3.068 Schwangere | Frühgeburten mit Magnesium seltener (RR 0,58); eine Mitautorin aus einem Magnesium-Forschungsverein | Meta-Analyse |
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